Ganerländisches Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT FOEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugsprels: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3.54 Incl. Postbesrellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe l. Westf. 149. Jahrgang— Nummer 241 Samstag, den 16. Oktober 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf BHE stellt Ultimatum Drohung mit aer Zurückziehung der Minister aus dem Kabinett- Frist: Ende Oktober Negus und Queen Bonn.(dpa) Der BHE ist nach einer Mitteilung maßgeblicher Fraktionsmitglieder fest entschlossen, die Regierungskoalition in Bonn zu verlassen, falls die sozialpolitischen Vereinbarungen, die bei der Regierungsbildung getroffen worden sind, nicht eingehalten werden. Die BHEFraktion hat gegen eine Stimme beschlossen, ihre Bundesminister aus dem Kabinett zurückzuzienen, wenn die verlangte Klärung nicht bis EndeOktober im Sinne der BHE-Forderungen erfolgt sein sollte. Vom BHE wird betont, daß dieser Ent- schluß der Bundestagsfraktion. Die Forschluß keine taktische Maßnahme sei, son derungen des BHE seien bisher nur mit dern ein bindender. ultimativer Be- Rücksicht auf schwebende Verhandlungen Bonn billigt Mommer-Plan Die deutsche Verhandlungsgrundlage für Paris Bonn.(dpa) Der Plan des SPD-Abgeordneten Dr. Mommer für eine provisorische Saarlösung ist von der Bundesregierung als Grundlage für ihre Pariser Saarverhandlungen mit Mendès-France angenommen worden. In einem Gespräch, das Staatssekretär Hallstein gestern mit dem SPD-Abgeordneten führte, hat sich in allen Grundsatzfragen volle Übereinstimmung ergeben. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird am Montag in Bonn die Führer der verbotenen deutschen Parteien an der Saar, Conrad(Sozialist), Dr. Ney(christlichsozial) und Becker(Demokrat) empfangen. In dieser Unterredung soll der Plan des Bundestagsabgeordneten Mommer das Hauptgesprächsthema sein. Der MommerPlan sieht vor, daß bis zum endgültigen Friedensvertrag ein Modus vivendi für die Saar gefunden wird, der klar als Provisorium gekennzeichnet ist und der allen Parteien die volle politische Freiheit bietet. Außerdem schlägt der MommerPlan ein Drei-Männer-Kollegium mit einem deutschen und einem französischen Mitglied und einem neutralen Vorsitzenden vor, das den französischen Kommissar in Saarbrücken ersetzt. 0 Don Juan wirbt um Falange Früher:„Blutbefleckte Hände“, heute:„Märtyrer des Vaterlands“ Lissabon.(Korr.) Der spanische Thronprätendent Don Juan, Graf von Barcelona, versucht gegenwärtig, sich bei der spanischen Falange, der Bewegung des Staatspräsidenten Franco, die er früher massiv beschimpft hatte, anzubiedern. In Estoril bei Lissabon gab er aus Anlaß des 18. Geburtstages seiner ältesten Tochter. Maria Del Pilar, einen Empfang, an dem etwa 4000 Angehörige des spanischen Adels teilnahmen. In einer Ansprache dankte der Graf von Barcelona den spanischen Monarchisten für die Treue zu ihrem Herrscherhause. Indem er die„Märtyrer des Vaterlandes, die im Bürgerkrieg für die nationale Sache gefallen sind“, erwähnte, rückte er von früheren Erklärungen ab, in denen er betont hatte, daß es mit den„Falangisten, deren Hände mit Blut befleckt sind“, keine Gemeinschaft geben könne. Der Thronprätendent sprach die Hoffnung aus, daß die „Periode der nationalen Erneuerung“ in Spanien mit der Wiederaufrichtung des Bourbonenthrones ihren Abschluß finden werde. Portugiesische Regierungskreise zeigten sich über die Erklärung des Grafen von Barcelona befremdet und wiesen darauf hin, daß sich Don Juan im Jahre 1949, als er seinen ständigen Wohnsitz in Portugal nahm, verpflichtet hatte, sich jeder politischen Tätigkeit zu enthalten. Tschiang Kai-schek gebremst Taipeh(Formosa) Der nationalchinesische Staatschef, Tschiang Kai-schek, hat sich widerstrebend bereiterklärt, seine militärischen Aktionen gegen das chinesische Festland zu lokalisieren, vorausgesetzt, daß er von den Vereinigten Staaten weitere unmittelbare HilfeleistunNRW-Wünsche für Bundesreform Düsseldorfer Denkschrift für Luther-Ausschuß Schlangenbad.(lh/Irp) Das Land Nordrhein-Westfalen hat dem„Luther-Ausschuß“ zur Neugliederung des Bundesgebietes eine Denkschrift unterbreitet, in der eine Angliederung der Regierungsbezirke Koblenz und Trier gefordert und auch Gebletsforderungen an Hessen gestellt werden. Nach Ansicht von hessischen Mitgliedern des Ausschusses tritt Nordrhein-Westfalen damit für eine Auflösung des Landes RheinlandPfalz und eine„in-etwa“-Wiederherstellung der Rheinprovinz ein. Von Mitgliedern des Ausschusses, der in Schlangenbad tagte, war zu erfahren, nicht als Ultimatum gestellt worden. Der Bundesvorstand der Partei sei von dem Fraktionsbeschluß unterrichtet worden und habe ihn gebilligt. Die Absprache, nach der dem Bundesvertriebenenministerium ein entscheidender Einfluß auf die Ausgabenseite des Lastenausgleichs eingeräumt werden sollte, sei, wie der BHE betont, bisher nicht eingehalten worden. Die von fiskalischen Gesichtspunkten bestimmte Haltung des Bundesfinanzministers gegenüber den sozialpolitischen Forderungen des BHE habe sich nicht geändert. Schäffer wird vorgeworfen, er habe bisher die für die Heimkehrerentschädigung notwendigen Mittel nicht bereitgestellt und versage sich einer angemessenen Aufbesserung der Kriegsbeschädigten-Renten. Außerdem zeige das Verhalten der CDU/CSU-Fraktion bei der Verabschiedung des Kindergeldgesetzes, daß die CDU/CSU nicht bereit sei, den Wünschen ihrer Koalitionspartner entgegenzukommen. Unser Bild zeigt den Kaiser von Abessinien, Halle Selassie, nach Ankunft in London mit der englischen Königin Elisabeth bei der Fahrt Buckingham-Palast. Joschida abgereist Frankfurt a. M.(dpa) Der japanische Ministerpräsident Joschida ist gestern vom Frankfurter Flughafen nach Rom abgeflogen und hat damit seinen viertägigen Deutschlandbesuch beendet. Nach Abschluß des Deutschlandbesuchs Joschidas wurde in einer amtlichen Mitteilung festgestellt, daß sich in den Besprechungen zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und Joschida eine umfassende Ubereinstimmung in der Beurteilung der allgemeinen politischen Lage ergeben habe. Die beiden Staatsmänner waren sich einig in dem Wunsch, daß die traditionellen freundschaftlichen Beziehungen vertieft werden und daß auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter ausgebaut wird. 3,5 Milliarden neue Sozialausgaben Bundestag für Weihnachtsbeihilfe und Erhöhung der Kriegsopfer renten Bonn.(dpa) Der Bundestag setzte gestern die am Vortage begonnene Beratung sozialpolitischer Gesetze fort, die insgesamt Ausgaben von 3,5 Milliarden Mark vorsehen. Zu den am Donnerstag beschlossenen Ausgaben für Kinderreiche und Altrentner kamen gestern der in zweiter Lesung gebilligte Gesetzentwurf über Vorschußzahlungen an Unterhaltshilfe-Empfänger nach dem Lastenausgleichsgesetz. Entwürfe über eine Erhöhung der Kriegsopferrenten und Anträge über eine Weihnachtsbeinilre an Bedürftige. gen erhält. Diese Mitteilung soll Tschiang Kai-schek dem amerikanischen Staatssekretär Robertson gemacht haben, der Taipeh besuchte. Die Zeitung„China News“ will wissen, daß Robertsons Besuch auf eine britische Anregung zurückgeht, die Vereinigten Staaten möchten versuchen, die Nationalchinesen von provokatorischen Handlungen zurückzuhalten, damit ein dritter Weltkrieg vermieden werde. Empire State Building verkauft New York.(AM) Der Chikagoer Industrielle Henry Crown hat das höchste Gebäude der Welt, das Empire State Building in New York, zum Preise von 200 Millionen Mark gekauft. Der 102 Stockwerke hohe Wolkenkratzer wurde Anfang der dreißiger Jahre von dem Industriellen Raskob erbaut, dessen Eigentum er bis zu seinem Tode im Jahre 1950 blieb. 1951 wurde das Gebäude für 51 Millionen Dollar an eine Interessengruppe verkauft, deren Hauptaktionär Henry Crown war. Crown hatte einst als Laufjunge mit einem Wochenlohn von vier Dollar seine Laufbahn begonnen. Weitere Todesurteile in Persien Teheran.(Reuter) Ein persisches Militärgericht verurteilte gestern zwölf Öffiziere wegen Spionage und Verrat zum Tode. Sie gehören zu einer Gruppe von etwa 500 Offizieren und Zivilisten, die im September unter dem Verdacht verhaftet wurden, eine kommunistische Verschwörung in der Armee ongezettelt und ein Spionagenetz zugunsten der Sowjetunion über Persien ausgebreitet zu haben. Die ersten zwölf Todesurteile wurden bereits vor einer Woche verhängt. Die vorgeschlagene Höhe der Beihilfe liegt im SPD-Antrag bei 50 Mark und nach dem BHE-Antrag bei 25 Mark. Die CDU/ CSU erklärte sich zur Gewährung einer Weihnachtsbeihilfe bereit. Ihr Sprècher bezweifelte aber, ob es möglich sein werde, über den Satz von 25 Mark für den Haushaltsvorstand und von 10 Mark für Angehörige hinauszugehen. Die Anträge gingen an den Ausschuß. Der Bundestag verlängerte ferner das Gesetz zur Förderung des Bergarbeiterwohnungsbaues um drei Jahre bis Ende 1957. Die Kohlenabgabe wurde von zwei Mark auf eine Mark je Tonne Steinkohle und von einer Mark auf 50 Pfennig je Tonne Braunkohle gesenkt. Die Kohlenabgabe muß fortgesetzt werden, da noch 40 000 Bergarbeiterwohnungen fehlen. 38 Prozent Bundesanteil Den Bundesanteil an der Einkommenund Körperschaftssteuer im Rechnungsjahr 1954/55 setzte der Bundestag im Einverständnis mit Bundesfinanzminister Schäffer auf 38 Prozent fest. Schäffer ging von seiner ursprünglichen Forderung von 42 Prozent ab, da die Länder eme Bundesbahnanleihe von 250 Millionen Mark übernehmen wollen. Mehr Geld für Kriegsgeschädigte Eine Erhöhung der Grundfenten nach dem Bundesversorgungsgesetz um 20 bis 40 Prozent wird in Gesetzesanträgen der FDP, SPD, des BHE und der CDU/ CSU gefordert. Die Anträge wurden an den Kriegsopferausschuß überwiesen. Die FDP wünscht eine Erhöhung von mindestens 20 Prozent, die SPD und die CDU/ CSU 30 Prozent und der BHE sogar 40 Prozent. Auch über die Erhöhung der Einkommensfreigrenze wird noch im Ausschuß beraten werden. Die SPD verlangt äußerdem eine Sonderzulage an Kriegsopfer und Angehörige der Kriegsgefangenen für die Zeit bis zum 31. Dezember 1954 in Höhe eines Monatsbezuges. Die CDU/CSU wünscht, daß die Ausgleichsrente um zehn Prozent erhöht wird und die Witwenrente 60 Prozent der Rente des Erwerbsfähigen beträgt. Entschädigung der NS-Opfer Eine beschleunigte Entschädigung der Opfer des Nationalsozialismus wurde von Sprechern der SPD, CDU und FDP gefordert und vom Bundesfinanzministerium zugesagt. Die schärfste Kritik an dem Entschädigungsverfahren übte Dr. Arndt (SPD). Er bemängelte, daß„eine schafsgeduldige Demokratie“ Leuten wie dem ehemaligen Gestapochef Diels aus Steuergeldern mehr an Rente zahle als den Opfern der Gestapo. Negus schenkte Elefantenstoßzahn „Königin Elisabeth zeichnete den Kaiser mit Hosenbandorden aus Wordrhein-Westfalen fordere einen Teil des Regierungsbezirks Montabaur, der früher zu Hessen und heute zu RheinlandPfalz gehört. Während es an dem Unterwesterwaldkreis anscheinend uninteressiert sei, wünsche es eine Angliederung des Oberwesterwaldkreises und beanspruche ferner den Unterlahnkreis und den Kreis St. Goarshausen. Nordrhein-Westfalen wolle seine Grenze bis südlich Lorch(heute hessisch) ausdehnen, also einen Teil des Rheingaues übernehmen. Die Denkschrift deute an, daß Rheinhessen und die Kreise Kreuznach und Birkenfeld dem Land Hessen überlassen werden könnten. London.(Korr.) In einer von vier Grauschimmeln gezogenen Staatskarosse fuhr Kaiser Haile Selassie gestern vom Buckinghampalast durch die Straßen Londons zur Guildhall im Herzen der Londoner City, wo er in einem jahrhundertealten Zeremoniell vom Rat der Stadt London empfangen wurde. In dichten Reihen säumten die Londoner die Straßen, um den bärtigen und immer freundlich lächelnden Kaiser Anthiopiens mit Hochrufen und Händeklatschen willkommenzuheißen. Sie bestaunten vor allem seine Wie wird das Wetter? Noch mild Auf der Vorderseite eines neuen zu den Britischen Inseln ziehenden Tiefdruckgebietes wurde die über die Nordsee südwärts vorstoßende kühlere Meeresluft wieder durch milde Meeresluft Doch bring masse land zeitweise stärkere Bewölkung und gelegentlich etwas Regen. Vorhersage für Samstag: Veränderliche, zeitweise starke Bewölkung, aber nur vereinzelt etwas Niederschlag. Bei mäßigen südwestlichen Winden unveränderlich mild. Weitere Aussichten: Zunehmend unbeständig, Schauer und etwas kühler. Kopfbedeckung, einen großen Dreispitz, der mit einer Löwenmähne verbrämt war. Bei dem Empfang überreichte der Negus dem Rat der Stadt London einen machtigen Elefantenstoßzahn und einen abessinischen Schild mit zwei Jagdspeeren. Am Donnerstagabend hatte Königin Elisabeth ihrem Gast bei einem Festbankett im Buckinghampalast die Insignien des Hosenbandordens überreicht. Der Negus zeichnete die britische Königin mit der Ordenskette des Siegels von Salomon aus. Ehrengast war Churchill. Goebbels wird entnazifiziert Berlin.(dpa) Die Spruchkammer Berlin hat jetzt ein Sühneverfahren gegen den früheren Reichspropagandaminister Dr. Goebbels eingeleitet. Nach dem Gesetz über den Abschluß der Entnazifizierung soll das Verfahren eine Sühnegeldstrafe zu Lasten des Nachlasses des Verstorbenen festsetzen. Als Nachlaß Goebbels' sind bisher in Berlin ein Grundstück und eine Grundstücksruine auf der Insel Schwanenwerder im Wannsee festgestellt worden. Beide Grundstücke sind in Treuhandverwaltung. Kirchenbau in Stalinstadt Erfurt.(KNA) Im kommenden Jahr soll in Stalinstadt mit dem Bau einer evangelischen und einer katholischen Kirche begonnen werden, wie der Aufbauminister der Sowjetzone, Winkler. auf einer Tagung für evangelischen Kirchenbau in Erfurt bekanntgab. Gebrauch der Schußwaffe Der Bundesrat beschloß gestern, daß Vollzugsbeamte des Bundes nur dann von der Schußwaffe Gebrauch machen dürfen, wenn andere Zwangsmittel erfolglos bleiben. Dabei soll grundsätzlich auf Arme oder Beine gezielt werden. Die Typhus-Epidemie in Potsdam hat während der letzten Tage acht Todesopfer gefordert. Echte Bräute kanadischer Soldaten in Deutschland werden in Kürze einen Sonderausweis mit Lichtbild erhalten, damit sie bei Polizeirazzien in der Umgebung der kanadischen Camps nicht festgenommen werden. Der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Lübke, hat mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand auch sein Amt als Landrat von Flensburg niedergelegt. Dr. Heinemann will gegen die Behauptung eines Bonner Pressedienstes, er hätte von sowjetzonalen Stellen Gelder erhalten, gerichtlich vorgehen. Die Zahl der jugendlichen Rückwanderer aus der Bundesrepublik in die Sowjetzone hat sich in den letzten Monaten am Autobahnkontrollpunkt Helmstedt auffallend vermehrt. Sie stieg von 100 im Juli auf 240 im September. Zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt wurde jetzt die 34 Jahre alte Bonner Journalistin Susanne Sievers von einem sowjetzonalen Gericht. Sie war im Sommer 1952 nach einem 3esuch im Sowjetsektor Berlins spurlos verschwunden. Über die Gründe, die zur Verurteilung geführt haben, ist noch nichts bekannt. Das höchste niederländische Gericht verurteilte gestera»wei Holländer wegen des Versuchs, die verbotene Nationalsozialistische Fartei wieder zu beleben, zu zwei Monaten Gefängnis. Die französischen Kommunisten wollen gegen die Londoner Abkommen in Massenaktionen demonstrieren. Der sudanesische Minister für öffentliche Arbeiten wird vom 18. bis 22. Oktober die Bundesrepublik besuchen, um deutsche Techniker für den Sudan anzuwerben. 68 schwedische Piloten der skandinavischen Luftverkehrsgesellschaft traten gestern in den Streik, weil ihre dänischen Kollegen schneller befördert werden. Das libysche Abgeordnetenhaus hat den amerikanisch-libyschen Vertrag über die Errichtung von USA-Flugstützpunkten in Libyen gebilligt. Ein jordanisch-israelisches Abkommen über direkte Fühlungnahmen zwischen höheren Öffizieren beiderseits der Grenze wurde gestern in Jerusalem abgeschlossen. Durch diese Fühlungnahmen sollen Grenzzwischenfälle nach Möglichkeit vermieden werden. Der sowjetische Außenminister Molotow besuchte die britische Botschaft in Moskau, Der indische Ministerpräsident Nehru hat gestern seine Reise nach Peking angetreten. König Saud von Saudi-Arabien hat seinen Untertanen in der ganzen Welt untersagt, ihre Kinder in christlichen Schulen erziehen zu lassen. Hanoi wurde über Nacht kommunistisch Wohlvorbereitete Organisation der Vietminh— Die Bevölkerung spuckte den Franzosen nach Die Übernahme Hanois durch die Vietmin ist ein Teil der Abmachungen, die den Indochinakrieg beendeten. Diese Verträge wurden vor drei Monaten in Genf unterzeichnet. Heute sind die Straßen der eleganten Stadt mit kommunistischen Plakaten übersät, und auf den Dächern weht die rote Flagge mit dem gelben Stern, das Hoheitszeichen der Volksrepublik Vietminh. Die französischen Namen sind von den Häuserfronten heruntergerissen oder übermalt, die letzten Proklamationen der alten Herren sind hastig entfernt worden. Das Gespräch mit de Gaulle G. St. Unmittelbar vor der Londoner Konferenz erhielt der ehomalige Staatssekretär Dr. Lenz, bekannt durch die Diskussion über die Zweckmäßigkelt eines Informations-Ministeriums, den Auftrag. in Paris zu sondieren, ob Ministerpräsident Mendès-France mit einer längeren Amtsdauer rechnen könne. Es ist bekannt, daß der Rücktritt Bidaults, das Verhalten von Mendès-France in Brüssel und die Ablehnung der EVG eine tiefe Enttäuschung in Bonn ausgelöst hatte. Dulles hoffte in jenen Tagen, daß es gelingen könnte. Mendés-France zu stürzen und durch einen Nachfolger ablösen zu lassen, der seinen Wünschen genehmer wäre. In dieser Richtung hatten auch die von Bundesminister Strauß eingeholten Informationen gelegen. Die Ermittlungen von Dr. Lenz ergaben dagegen ein anderes Bild: es besteht keine Aussicht, daß Mendès-France in absehbarer Zeit gestürzt werden kann. Er ist ein Faktum, mit dem gerechnet werden muß. Und deshalb kommt einer Aussprache zwischen Mendès-France und General de Gaulle eine besondere Bedeutung zu, die am Mittwoch im Pariser Hotel Laperouse stattgefunden hat. Wenn ihre Auffassungen über die Form elnes deutschen Wehrbeitrages auch auseinandergehen, so stimmen sie doch über die grundsätzliche Notwendigkeit überein. Aber damit dürften sich Mendès-France und de Gaulle nicht aufgehalten haben. Im Mittelpunkt ihres Gespräches hat„die Theorie der parallelen Verhandlungen“ gestanden, wie die Zeitung„Franc-tireur“ die Notwendigkeit gleichzeitiger Bemühungen um eine östliche Entspannung formuliert hat. Es wäre ein Trugschluß, wenn angenommen würde, daß die französische Unterschrift unter die Londoner Akte einer Billigung des Standpunktes gleichzusetzen sei, der Verhandlungen ablehnt. Im französischen Blickfeld muß die andere Alternative in den Krieg führen. Um die Nationalversammlung für die Ratifizierung zu gewinnen, wird Mendès-France also nachweisen, daß er den französisch-sowjetischen Beziehungen keine geringere Bedeutung beimißt. Mendès-France hat sich Aufgaben gestellt, gegen die Indochina, Tunis und der deutsche Wehrbeitrag fast harmlos erscheinen: er will die französische Wirtschaft und Finanzen sanieren. Deshalb möchte er nicht an Fragen scheitern, für die bei einiger Geschicklichkeit viel eher ein Votum zu bekommen ist als für persönliche Zumutungen. Frankreich wird immer zu einigen sein, wenn seine Regierung dem nationalen Sicherheitsbedürfnis Rechnung trägt. Und dieser Weg wird stets zu dem östlichen Nachbarn Deutschlands führen. General de Gaulle, der am 10. Dezember 1944 den französisch-sowjetischen Freundschaftspakt unterzeichnet hat und auch heute noch wünscht, daß dieser Vertrag einer Entspannung dienen soll, findet auch dort Zustimmung, wo ihm die Gefolgschaft sonst versagt bleibt. Gelingt es Mendès-France, die Gaullisten an seiner Regierung zu beteiligen, dann wird er die innerfranzösischen Probleme in Ruhe lösen können. Die Abgeordneten, die Mendès-France ermächtigt haben, seine Arbeit fortzusetzen, wünschen ein Frankreich, das seine ehemalige Weltgeltung zurückgewinnt. Die Erfahrungen zweier Weltkriege und in Indochina haben es gegen eine Politik beeinflußt, die sich allzusehr auf das Militär stützt. Sollte es zu einer Regierungsbeteiligung der Gaullisten kommen, dann wird Mendès-France in der nächsten Zeit eine neue Viermächtekonferenz fordern. Französische Politiker weisen darauf hin, daß seit der Berliner Konferenz, auf deren Ergebnislosigkeit sich die Amerikaner berufen, jede folgende Konferenz die Politik der Verhandlungen bestätigt hat, Genf und London seien hierfür klassische Beispiele. Der bekannte Gaullist Palewski sagte während der letzten Debatte:„Es muß verhandelt werden, solange es noch nicht zu spät ist, und hierbei muß Frankreich die Initiative ergreifen.“ Welch eine Wandlung: Vor 24 Stunden beherrschten Frankreichs Soldaten noch eine scheinbar verlassene Stadt. Jetzt dirigieren Vietminh-Polizisten mit Trillerpfeifen und weißen Handschuhen die in langen Kolonnen anrollenden Lastwagen russischer Herkunft, die mit Truppen und Material beladen sind. Alle waren„schon immer dabei“ Andere Polizisten drängen hysterisch jubelnde Menschenmassen zurück. Neue Stimmen antworten am Telefon, neue Zeltungen gehen von Hand zu Hand. Auch Radio Hanoi ist wieder zu hören. Es hat sich herausgestellt, daß der Rundfunkdirektor der Franzosenzeit immer schon ein kommunistischer Untergrundkämpfer gewesen ist. Die Krankenhäuser haben Bonn.(dpa) Der Bundesrat sprach sich gestern bei der Beratung des Regierungsentwurfes für ein Bundesmietengesetz dafür aus, daß die Mieten für die vor der Währungsreform erstellten Wohnungen allgemein nur um zehn Prozent erhöht werden. Diese Erhöhung soll allerdings nicht auf 130 Prozent der geltenden Richtsatzmieten des sozialen Wohnungsbaus begrenzt bleiben. Die Vorschläge der Bundesregierung, für Komfortwohnungen zusätzliche Mieterhöhungen von fünf bis zehn Prozent zuzulassen, wurden abgelehnt. Außerdem soll nach dem Willen des Bundesrates der Bund für Mietbeihilfen an sozial schwache Bevölkerungsgruppen nicht nur einmalig, sondern jährlich einen Zuschuß von 15 Millionen Mark bereitstellen. In der Aussprache wurde der Regierungsentwurf scharf kritisiert. Bundeswohnungsbauminister Preusker sagte, er bedaure die Haltung des Bundesrates außerordentlich. Eine nur zehnprozentige Anhebung der Altmieten entspreche nicht der Absicht der Bundesregierung. Der Bundesrat befürwortet ferner, daß am ersten Samstag im Monat bis 19 Uhr verkauft wird, an den übrigen Samstagen aber von 14 Uhr an die Läden geschlossen bleiben. Die zusätzliche Verkaufszeit am Nachmittag des ersten Samstags im Monat soll dadurch ausgeglichen werden, daß die Geschäfte am darauffolgenden Montagvormittag entsprechend später öffnen. Am London.(Korr.) Der britische Arbeitsminister Monckton schaltete sich gestern in den Londoner Hafenarbeiterstreik ein, der nach fast zweiwöchiger Dauer nicht nur unvermindert weitergeht, sondern sich auch auf die anderen britischen Häfen auszubreiten droht. Die Hafenarbeiter beharren als Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Arbeit darauf, daß Überstunden als freiwillige Arbeitsleistungen anerkannt werden, während die Arbeitgeber sich unter Berufung auf die Unregelmäßigkeit des Verladebetriebs das Recht vorbehalten, Überstundeneinteilungen selbst vorzunenmen. Außerdem fordert die Schauerleute-Gewerkschaft ihre 7000 Streikenden zum Durchhalten auf, während die Transportneue Belegschaften; das Rote Kreuz hat man abmontiert. Soldaten von drei Vietminh-Divisionen füllen in ihren verwaschenen grünen Uniformen die bunt beflaggten Straßen. Es sind Veteranen von Dien Bien Phu dabei. Wenn man sich Kleidung und Ausrüstung dieser Krieger ansieht, dann kann man sich nicht vorstellen, daß sie den Franzosen überlegen sein sollen. Doch die jüngste Geschichte hat uns gelehrt, daß man mit militärischem Komfort allein keinen Krieg gewinnt. Die unvermeidlichen Paraden und Aufmärsche sind schon im Gange. Die Bevölkerung macht begeistert mit. Es ist erstaunlich, wie selbstverständlich diese Menschen plötzlich mit kommunistischen Heiligen Abend sollen die Läden um 14 Uhr schließen. An zwei Sonntagen vor Weihnachten soll fünf Stunden lang verkauft werden. Reichstagskuppel nicht eingestürzt Berlin.(dpa) Vergeblich wartete gestern in Berlin eine größere Menschenmenge auf den Einsturz der Stahlkonstruktion der ausgebrannten Reichstagskuppel. Die Kuppelkonstruktion sollte durch ein neuartiges Schweißverfahren zum Einstürzen gebracht werden. Nach Ansicht des Sprengmeisters wird sich jetzt eine Sprengung nicht umgehen lassen. Der mißlungene Einsturzversuch hat 20 000 Mark gekostet. Generalsekretär amtsenthoben Paris.(Korr.) Der bisherige ständige französische Generalsekretär für nationale Verteidigung. Jean Mons, ist seines Postens enthoben worden. Mons war im Zusammenhang mit der großen Spionageaffäre Dides-Baranes beurlaubt worden, nachdem sein Kabinettschef Turpin und dessen Mitarbeiter Labrusse als diejenigen entlarvt worden waren, die die Aufzeichnungen von Mons über die Geheimsitzungen des Nationalen Verteidigungsrates an den Agenten Baranes weitergegeben hatten. Die Amtsenthebung bedeutet einen schweren Schlag für die Karriere des hohen Staatsbeamten Mons, der früher französischer Generalgouverneur in Tunis war. arbeiter-Gewerkschaft von den 12 000 ihrer streikenden Mitglieder die Wiederaufnahme der Arbeit als Voraussetzung von Verhandlungen verlangt. Der Streik der Londoner Busfahrer breitete sich gestern weiter aus. Von einem Personal von 45 000 Mann sind jetzt 16 000 im Ausstand. Die große Masse der Londoner fügt sich ohne Murren in das Unvermeidliche. Noch können die verbliebenen Busse und die zum Bersten gefüllten U-Bahnen den Hauptstrom des Verkehrs bewältigen. Wiederholt war seit Streikbeginn in den Morgenstunden zu beobachten, wie Autofahrer an BusStationen ohne Aufforderung anhielten und ältere Frauen oder andere Wartende einsteigen ließen. Parolen jonglieren. Überall sieht man riesige Porträts der Großen aus Peking und Moskau. Einen derartigen Enthusiasmus haben weder die Franzosen noch der Kaiser Bao Dai jemals erwecken können. Es klappte wie am Schnürchen Die Ubernahme Hanois ist mit einer geradezu bewunderungswürdigen Exaktheit organisiert worden. Alles klappte wie am Schnürchen. Die Franzosen hatten noch nicht einmal die halbe Stadt evakuiert, da rollten Rickscha-Männer schon Kabel aus, und Nachrichtensoldaten zauberten im Handumdrehen ein perfektes FeldtelefonSystem herbei. In die leeren Büros zogen Behörden ein, die schon längst im geheimen organisiert worden waren. Junge Männer mit Armbinden schienen aus dem Boden zu wachsen; sie klebten Plakate an die Wände, verteilten Flugblätter und übernahmen die Führung von Jugendverbänden, von deren Existenz noch vor wenigen Tagen niemand etwas ahnte. Die abziehenden Franzosen sahen all diesem mit bitterem Unglauben zu, es war ihnen unfaßbar, wie diese eben so tote Stadt plötzlich derart zu neuem Leben erwachen konnte. Die roten VietminhFlaggen schossen förmlich aus allen Fenstern, jubelnde Menschenmassen ergossen sich über die Straßen. Kinder mit breitrandigen Strohhüten, alte Männer mit schwarzen Turbanen, Frauen mit modisch geschwärzten Zähnen— sie alle spuckten den Abziehenden ein letztes Lebewohl nach, schrien den neuen Herren ihre Begeisterung entgegen. Es gab keinen, der sich nicht eilends bemühte, den Siegern seine Loyalität zu zeigen. Breite Transparente ehren Ho Tschi-minh:„... Môge er zehntausend Jahre leben!“ Gerüchte erzählen, Ho werde in der nächsten Woche hier eintreffen, um Indiens Ministerpräsidenten Nehru zu empfangen. Washington.(Korr.) Die USA-Kongreßbibliothek hat ausgerechne!, daß die drei Kriege, an denen die Vereinigten Staaten seit 1917 teilnahmen, Amerika 667 Milliarden Dollar(über 2,8 Billionen Mark) gekostet haben. Der erste Weltkrieg kostete 66,6 Milliarden, der zweite Weltkrieg 450 Milliarden und der koreanische Krieg fast 151 Milliarden Dollar. Nach Kampftagen aufgerechnet, kostete jeder Tag der 585 Kampftage des ersten Weltkrieges 37 350 000 Dollar, jeder Tag des zweiten Weltkrieges mit 1347 Kampftagen 221 043 000 Dollar und der koreanische Krieg mit 1095 Kampftagen täglich 91 048 000 Dollar. Somit betrugen die Kosten für die Kampfhandlungen 420 Milliarden Dollar. 247 Milliarden Dollar sollen nach dieser Berechnung die Kriegsfolgelasten bis jetzt beansprucht haben. Spaak gegen Neutralisierung Brüssel.(Korr.) Der belgische Außenminister Spaak sprach sich vor dem Generalrat der belgischen Sozialisten gegen eine Ausrichtung der Politik seiner Partej auf die SPD-Politik aus.„Was die deutsche Einheit anbetrifft, so sagt man uns, wir sollten uns nach der Haltung der deutschen Sozialisten richten. Warum? Ich bin auch für die Einheit Deutschlands, aber nicht um jeden Preis. Bedingungen, die eine Neutralisierung Deutschlands bedeuten würden, müssen abgelehnt werden.“ Kredite für Kinderbeihilfe Bonn.(dpa) Der Bundesfinanzminister wird mit Krediten einspringen, um vom 1. Januar 1955 an die Auszahlung der ersten Kinderbeihilfen für Familien mit Wahlen in der Sowjetzone Berlin.(dpa) In der Sowjetzone und in Östberlin finden am Sonntag die Wahlen zur Volkskammer und zu den Bezirkstagen statt. Den zwölf Millionen Wahlberechtigten werden dabei EinheitslIsten der Nationalen Front vorgelegt. Die Parteizugehörigkeit der Kandidaten wurde, abgesehen von einigen Ausnahmen. in den Listen nicht angegeben. Von den 400 Kandidaten für die Volkskammer lassen sich etwa die Hälfte zweifelsfrei als SED-Mitglieder identifizieren. Die 400 Abgeordneten der bisherigen Sowjetzonen-Volkskammer, deren Mandat jetzt abläuft, waren im Oktober 1950 gleichfalls auf Grund einer Einheitsliste auf ihre Posten gekommen. In den Jahren ihres Bestehens hat die Volkskammer alle Beschlüsse ohne Gegenstimmen gefaßt. Alle Maßnahmen der Regierung wurden einstimmig gebilligt. In der gleichen Zeit wurden fast 3000 Verordnungen mit der praktischen Wirkung von Gesetzen unmittelbar von der Regierung in Kraft gesetzt, ohne daß die Volkskammer sie vorher zu sehen bekam. Die Stimmzettel für die Wahl am Sonntag sehen ebenso wie bei der Wahl im Jahre 1950 keine Möglichkeit vor, Annahme oder Ablehnung der Einheitsliste durch Ankreuzen zum Ausdruck zu bringen. Darüber hinaus war in der letzten Woche verstärkt für eine orfene Stimmabgabe propagiert worden. Ausländischen Journalisten ist die Wahlberichterstattung weitgehend beschnitten worden. Dem Verein der ausländischen Presse in Berlin wurde vom Presseamt der Sowjetzonenregierung mitgeteilt, daß ausländische Journalisten die Walillokale nicht betreten dürften. Nur Wahlberechtigte hätten Zutritt. Für Journalisten aus dem Bundesgebiet wurde die Berichterstattung auf Östberlin beschränkt. drei und mehr Kindern zu ermöglichen. Das Gesetz wird 1,3 Millionen Kinder erfassen. Die Gesamtzahl der„Dritt- und Mehrkinder“ beträgt 1,5 Millionen. Heimkehrer aus Polen Kassel.(dpa) An der Zonengrenze in Herleshausen trafen gestern überraschend zehn Heimkehrer aus Polen ein. Es sind neun Männer und eine Frau, die aus dem polnischen Gefängnis Sluczewicz bei Warschau kommen. Wie sie angaben, warten dort noch 34 Deutsche auf ihre Entlassung. Die Heimgekehrten, meist Östund Westpreußen im Alter bis zu 60 Jahren, waren nach dem Zusammenbruch 1945 von den Polen als ehemalige Soldaten der deutschen Wehrmacht oder Angehörige der SS verhaftet worden. Die 58 Jahre alte Emilie Natz aus Westpreußen war beschuldigt worden, einen Polen getötet zu haben. Sie war zunächst zum Tode verurteilt worden. Später erhielt sie 15 Jahre Zuchthaus und wurde jetzt nach neunjähriger Haft entlassen. Jagd auf„Fliegende Untertasse“ Avignon.(Reuter) Zwei französische Düsenjäger jagten am Donnerstagabend in der Nähe von Avignon eine„Fliegende Untertasse“ ohne Erfolg. Die Düsenjäger waren alarmiert worden, nachdem einige Leute am Himmel eine„weiße Scheibe“ gesehen haben wollten, die „weiße, rote und lila Lichtsignale“ aussandte. Die Düsenjägerpiloten teilten ihrem Flugplatz mit. daß sie den Gegenstand gesehen hätten, daß er jedoch so schnell ihren Blicken entschwunden sei, daß sie ihn nicht näher ausmachen konnten Vermittlung im Hafenarbeiter-Streik Britischer Arbeitsminister schaltet sich ein Nur zehnprozentige Mieterhöhung Beschlüsse des Bundesrates— Vergeblicher Einspruch Preuskers 2,8 Billionen Mark für Kriege Die Ausgaben der Vereinigten Staaten seit 1917 M Verdacht ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bei Münchner Roman-Verlag München-Pasing Der Weg stieg jetzt steil an. Roland Daniel geriet in Schweiß. Die Sonne brannte auf seinen bloßen Kopf und er hatte den schweren Koffer zu schleppen. Aber er verlangsamte seinen Schritt nicht. Das Mädchen vor ihm war die Anstrengung wert. Der Gedanke, daß sie vielleicht zur Klinik gehören könnte, versöhnte ihn mit der Aussicht, ein halbes Jahr seines Lebens in dieser Abgeschiedenheit zubringen zu müssen. Er war nicht begeistert von dem Posten, den ihm der Oberarzt zugedacht hatte. Großstadt bleibt Großstadt! Aber was half es! Die Reihe war an ihn gekommen, da gab es kein Entrinnen. Dr. Daniel lächelte vor sich hin. Ein „Arzt aus Leidenschaft“ war er gerade nicht. Musiker hatte er werden wollen, Gitarrist! Seit seinem achten Lebensjahr, als eine seiner zahlreichen Tanten ihm eine schlichte Laute mitsamt der Volksliedersammlung„Kleiner Rosengarten“ geschenkt hatte, spielte und übte er. Obwohl die Laute längst bei irgendeiner Klassenkeilerei auf dem Kopf eines Widersachers Form und Gestalt verloren und der„Kleine Rosengarten“ sich in eine Flut loser, vergilbter Blätter aufgelöst hatte, war er den sechs Saiten treu geblieben. Mit leiser Scham mußte er zugeben, daß sich sein Geschmack mehr dem überseeischen Volkslied zugewendet hatte. Die Entscheidung des Familienrates fiel gegen seine stille Liebe aus.„Musiker ist kein Beruf. Der Junge muß studieren!“ Seine Mutter verkündete es und sein Vater, der Gute, tat so, als verkünde sie seine ureigene Idee. So war er, der Sohn, ein Opfer der landesüblichen Ehrfurcht vor dem Hochschulstudium geworden. Er stellte den Koffer kurz nieder und nahm ihn in die andere Hand. Er war nicht unzufrieden. Die Medizin ließ keine Reichtümer sammeln, ernährte aber ihren Mann. Sie überdauerte Krisen und Konjunkturen. Und Arger gab es in jedem Beruf. Er ging weiter und malte sich aus, wie das Mädchen vor ihm von vorn aussehen könnte. Es trug ein weißes, leinenes Sommerkleid, gemustert mit zartgelben, stilisierten Sonnenblumen. Die gebräunten Schultern ließ es frei. Mit federnden Schritten bewegte es sich, wie eine fleischgewordene Zeichnung aus elner Modezeitschrift schritt es dahin. Seine kurzen, schwarzen Locken flatterten im Wind und der Saum des Rockes wippte um die schlanken, kräftigen Beine. Daniel vergaß Hitze und Koffer. Über ihm, am Ende des Weges, wurde ein hohes, schmiedeeisernes Tor sichtbar. Ein Flügel war weit zurückgeschwungen. Zu beiden Seiten schloß sich eine weißgetünchte Mauer an, die sich in blühenden Büschen verlor und nur stellenweise noch durch das Grün schimmerte. Er war am Ziel. Das Mädchen durchschritt das Tor. Als Daniel die Umfriedung erreicht hatte, sah er das weiße Kleid gerade im Portal des langgestreckten Gebäudes. Aber bevor es verschwand, wandte es mit einer schnellen Bewegung den Kopf und aus hellen Augen traf ihn ein neugieriger Blick. Er trat in die Halle, setzte den Koffer nieder und fuhr mit dem Taschentuch über das schweißnasse Gesicht. Es war angenehm kühl hier. Die bunten, bleigefaßten Scheiben dämpften das grelle Licht des Maitages. Zwischen holzgetäfelten Wänden und schweren, hochlehnigen Eichenstühlen hing ein feiner Geruch von Drogen und Desinfektion. Stürmischer Empfang Hinter ihm öffnete sich eine Seitentür. Eine Schwester trat heraus, jugendlich und frisch in ihrem blütenweißen Kittel. Aber ihr Gesicht unter der gestärkten Haube war ernst und ihre großen Augen strahlten nicht. „Sie wünschen, bitte?“ „Ich bin Dr. Daniel, Schwester. Der neue Assistenzarzt.“ Sie nickte.„Schwester Inge. Wollen Sie bitte mitkommen, Herr Doktor?“ Er folgte ihr über die breite Treppe, die im Hintergrund der Halle zu beiden Seiten nach oben führte. Sie durchschritten einen geräumigen Gang. Der Geruch nach Medikamenten und Krankenhaus verdichtete sich. Am Ende des Ganges, nach einer Biegung, öffnete sie eine Tür. „Hier hinein, bitte, Herr Doktor! Das ist das Arztekasino. Ich werde sofort Bescheid sagen.“ Daniel sah einen freundlichen Raum mit bequemen Sesseln und einem wuchtigen Musikschrank. Auf dem Flur näherte sich ein gleichmäßiger Schritt. Als sich die Tür öffnete, erblickte Daniel einen großen, schlanken Mann mit einem schmalen, intelligenten Gesicht und glattem, schwarzem Haar. Das muß Michels sein, durchfuhr es ihn. Von Michels hatte er in der Klinik schon gehört. Nächster Anwärter auf eine Oberarztstelle und so etwas wie der heimliche Leiter dieser Zweigstelle. Strebsam und undurchsichtig. Der andere verbeugte sich leicht.„Michels.“ „Daniel. Ich bin der Neue.“ Etwas Besseres fiel ihm nicht ein. Er fühlte eine kühle, weiche Hand. Dann forderte Michels mit einer stummen Handbewegung zum Sitzen auf. Seine Augen blickten forschend und ruhig. In seinem Gesicht verzog sich kein Muskel. Er sieht mich an wie einen Bazillus durchs Mikroskop, dachte Daniel. „Sie sollen bei uns die Röntgenologie übernehmen?“ Ja“ „Haben Sie mit Tuberkulosen Erfahrung?“ Will er mich examinieren? dachte Daniel.„Was man so während der Ausbildung sieht“, sagte er laut.„Außerdem eineinhalb Jahre Lungenfürsorge.“ „Lungenfürsorge ist keine Klinik.“ Der Bursche hatte wirklich eine reizende Art an sich. „Die Klinik hoffe ich, hier zu lernen.“ Michels wechselte den Ton nicht. Es war, als höre er Daniels Antworten gar nicht. „Es ist gut, daß die Röntgenologie in eine Hanc kommt. Es ist vieles nicht, wie es sein soilte.“ Daniel kam zu keiner Erwiderung mehr. Die Tür wurde mit Schwung aufgerissen. Herein stürzte ein kleiner Mann von vielleicht dreißig Jahren. Kittel und Hemd standen offen und seine spärlichen, blonden Haare sträubten sich wie Flaumfedern um seinen runden Schädel. Sein Gesicht hatte einen kindlichen, ungefährlichen Ausdruck. Er sah hilflos und hilfsbedürftig aus. „Was sehe ich!“ rief er lärmend.„Der Abgesandte der Zivilisation! Ein neuer Stern in der Wüste! Spielen Sie Skat? Wissen Sie neue Witze?“ „Daniel“ sagte Roland, nachdem er aufgestanden war. „Der aus der Löwengrube? Großartig! Strohmann. Kurt Strohmann. Assistenzarzt in diesem weltbekannten Unternehmen.“ „Sie müssen Herrn Strohmann das nicht übelnehmen“, sagte Michels, und bemühte sich nicht, die Verachtung in seinem Ton zu mildern.„Seine Witze sind immer so schlecht. Mich entschuldigen Sie jetzt bitte. Wir sehen uns zum Abendessen.“ Strohmanns rundes Gesicht erblaßte leicht. Er warf dem anderen einen wütenden Blick nach. Es war nur ein Augenblick— aber Daniel fühlte, daß er Michels haßte. Er lächelte wieder.„Der Herr Kollege kennt nur die Pflicht. Mit solchen Männern kann die Medizin nicht untergehen. Warten Sie— ich hole uns was zu trinken.“ Nach kurzer Zeit erschien er mit einer halben Flasche Kognak und einigen Flaschen Bier. Aus dem niedrigen Wandschrank holte er Gläser.„Einstand ist Ehrensache. Natürlich auf Ihre Rechnung! Einspruch völlig zwecklos. Ihr Wohl, großer Röntgenologe.“ Daniel schlürfte das Bier mit Behagen Dann deutete er auf das dritte Gläserpaar.„Kommt noch wer?“ Strohmann nickte mit wichtiger Miene. „Marion. Fräulein Doktor Marion Ralfs. Sie kennen sie?“ Daniel verneinte. „Müssen Sie kennenlernen. Tolles Mädchen. Hübsch und gescheit— sehr seltene Paarung. Ich liebe Sie— leider erfolglos.“ Er lachte und schenkte nach. „Bestimmt, sie wird Ihnen gefallen. Mit ihr kann man auskommen. Michels— hm, er weiß unheimlich viel. Sonst— na, Sie werden selbst dahinterkommen. Aber Marion— prima!“ (Fortsetzung folgt) „Glauben Sie, daß das Fräulein Adelheid zu mir passen würde?“ „Und wie! Die hat nämlich Versand rézwei." GRIECHENLAND ATHEN CRETISCHES MEER Die Heimat der edelsten Tabake der Welt Xanthi Cavalla Saloniki CONSTANTINOPEL TÜRKEI Smyrna Wuliten Sie, das... ... in Europa mehr als zwei Drittel des Welt-Käseverbrauchs produziert werden? * ... der durch die amerikanische Regierung von einheimischen Farmern aufgekaufte Weizen ausreichen würde, um jede US-Familie mit 1400 Weizenbroten zu versorgen? * ... die Gesamtlänge der menschlichen Blutgefäße etwa 20 000 Kilometer beträgt? * ... der Flußotter zu den gefräßigsten Tieren zählt und täglich ein Drittel seines Körpergewichtes an Nahrung vertilgt? * ... das in den bekannten Erzvorkommen lagernde Uran die Welt um eine 25fach längere Zeit mit Energie versorgen kann als die bekannten Kohlen- und Erdöl-Lagerstätten? * ... ein schneeweißes Schiff in den Tropen 5 bis 10° C kühlere Innenräume besitzt als ein dunkel angestrichenes? * ... Borsäure und Salze der Borsäure bereits seit mehr als 1200 Jahren in der Arzneimitteikunde verwendet werden? * ... Wein bereits von den Heilkundigen des Altertums als Stärkungsmittel für Genesende verschrieben wurde, weil viele Weine für den Organismus wichtige Aufbaustoffe enthalten?—wij— Abenteuer in Abessinien Ein Jagderlebnis mit Mantelpavianen/ Von Alfred Brehm Herr Jensen holt sich Rat Bei Jensens war eingebrochen worden. Es war eine höchst aufregende Angelegenheit, weil Herr Jensen gerade verreist und Frau Jensen ganz allein in der Wohnung gewesen war. Nein, sie hatte den Einbrecher überhaupt nicht gehört, sie hatte fest geschlafen. Dabei war der Einbrecher sogar in ihr Schlafzimmer eingedrungen und hatte leise die Schublade der Kommode geöffnet und Frau Jensens ganzen Schmuck gestohlen. Atemlos vor Aufregung erzählte Frau Jensen die Geschichte den Herren von der Polizei und ihren sämtlichen Freundinnen. Ein kalter Schauer lief allen Damen über den Rücken. Ein Einbrecher in Frau Jensens Schlafzimmer! Und Frau Jensen fm Nachtgewand in süßem Schlummer, während dieser Verbrecher, Räuber, Mörder, Raubmörder in ihrem Schlafzimmer herumgeschlichen war! Herr Jensen wurde telegraphisch von seiner Geschäftsreise zurückgerufen und hörte erschüttert die Aussagen seiner Frau. Erst habe der Einbrecher im Eßzimmer die Schubfächer des Anrichtetisches aufgebrochen und das Silber herausgeholt. Und sie habe ihn nicht gehört, nichts von der Anwesenheit dieses Ungeheuers in ihrem Schlafgemach gewußt! Frau Jensen brach in Schluchzen aus und Herr Jensen schüttelte verständnislos den Kopf. Er konnte einfach nicht begreifen, wie... Aber niemand fragte Herrn Jensen, was er nicht begreifen konnte. Der Einbrecher wurde acht Tage später festgenommen, gestand alles, und Frau Jensen erhielt ihren Schmuck und ihr Tafelsilber zurück. Sie wurde zur Heldin eines richtigen Kriminalprozesses und erschien als Kronzeugin im Gerichtssaal. Mit zitternder Stimme sagte sie aus. Und den Freundinnen der Frau Jensen, die alle als Zuhörerinnen erschienen waren, lief wiederum ein Schauer über den Rücken. Der Einbrecher wurde zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt, doch schon am ersten Sonntag erschien ein Herr in der Gefängnisdirektion und bat um die Vermmmmmmmmmmmmmmummmmmmn Welt-Weinverbrauch sinkt Wie auf dem Internationalen Weinkongreß in Rom festgestellt wurde, sank der Weinverbrauch in 22 Ländern seit dem Jahre 1900 um 25 Prozent, obgleich während dieser Zeit die Bevölkerung in diesen Gebieten um 30 Prozent zunahm. Demgegenüber stieg der Welt-Milchverbrauch auf 1850 Millionen Hektoliter an. Der Weinüberschuß soll nun für die Produktion von Tafelobst, Rosinen, Most und Traubensaft verwertet werden. günstigung, den Einbrecher besuchen zu dürfen. „Ja, wer sind Sie denn?“ erkundigte sich der Gefängnisbeamte. „Mein Name ist Jensen“, sagte der Herr höflich,„Ihr Sträfling hat in meiner Wohnung den großen Einbruch verübt.“ „Er ist doch bereits verurteilt und büßt sein Vergehen, was wollen Sie denn noch von ihm?“ Der Herr wurde eifrig:„Es ist privat, Herr Direktor, ganz privat!“ „Aber warum denn, Herr Jensen?“, beharrte der Beamte überrascht. Da wurde Jensen sehr verlegen: „Ich möchte den Einbrecher nämlich fragen, wie er es gemacht hat, sich nachts in unsere Wohnung einzuschleichen, ohne meine Frau aufzuwecken. Wissen Sie, wenn ich nämlich vom Skatspiel komme, wird Sie immer wach...“ Die erste Pavianherde, der ich auf unserer Fahrt in Abessinien begegnete, ruhte eben von ihrer Frühwanderung aus. Sie saß auf der Kante eines nach beiden Seiten hin ziemlich steil abfallenden Grates. Ich hatte schon von weitem die hohen Gestalten der Männchen gesehen, sie aber für Felsblöcke gehalten; denn mit solchen haben die Affen, solange sie ruhig sind, die größte Ähnlichkeit. Erst ein wiederholtes, einlautiges Bellen, ungefähr mit dem hoch ausgestoßenen Laute„Kuck“ vergleichbar, belehrte mich. Alle Köpfe wandten sich uns zu; nur die Jungen spielten noch unbesorgt weiter, und einige Weibchen gaben ihr Lieblingsgeschäft nicht auf, sondern durchsuchten noch eifrig den Pelz eines alten Herrn nach Ungeziefer. Wahrscheinlich wäre die ganze Gesellschaft in beobachtender Haltung geblieben, hätten wir nicht zwei muntere und tatenlustige Hunde mit uns geführt, schöne, schlanke Windspiele, gewohnt, die Hyäne von den Wohnungen abzutreiben, erprobt selbst im Kampfe gegen den Wolf jener Länder. Sie antworteten mit Gebell auf jene Laute, und sofort entstand ein allgemeiner Aufstand unter der Herde. Es mochte den Affen daran liegen, einen noch sichereren Aufenthaltsort zu suchen. Sie zogen deshalb bis auf die letzten Posten des Kammes dahin und entschwanden unseren Blicken. Doch sahen wir zu unserer Überraschung bei der nächsten Biegung des Tales die ganze Herde an einer senkrecht erscheinenden, sehr hohen Felswand, wo sie in langer Reihe in einer mir noch heute unbegreiflichen Weise gleichsam am Felsen klebten. Diese Reihe erschien uns zu lockend, als daß wir sie hätten ungestört in ihrer Ruhe lassen können. Die Jagdlust war allzu mächtig. Leider war die Wand so hoch, daß an ein sicheres Schießen nicht zu denken war. Der Knall des ersten Schusses rief aber eine unbeschreibliche Wirkung hervor. Ein rasendes Brüllen, Heulen, Brummen, Bellen und Kreischen anwortete; dann setzte sich die ganze Kette in Bewegung und wogte an der Felswand dahin mit einer Sicherheit, als ob die Gesellschaft auf ebenem Boden sich fortbewege, obGelbschnabel Eine Tiergeschichte von AlexejN. Tolstoj Gelbschnabel saß auf einem Grasbüschel in praller Sonne, in einer Ecke der Hausmauer, und sah mit Entsetzen auf den Knaben Nikita, der auf ihn zuging. Gelbschnabels Kopf war auf den Rücken zurückgeworfen, der Schnabel, über dessen ganze Länge sich ein gelber Streifen zog, lag auf dem dicken Kropf. Nikita beugte sich zu ihm hinunter, hob ihn auf und legte ihn zwischen die Handflächen. Es war ein kleiner, noch grauer Star. Der Junge hob ihn an den Mund. Gelbschnabels Herz hüpfte unter den Federn. Doch Nikita hauchte ihm nur auf den Kopf und trug ihn ins Haus. Der Star wurde auf das Fensterbrett eines nach dem Garten zu geöffneten und mit Mull bespannten Fensters gesetzt. Vom Zimmer aus zog man an dem Fenster bis zur Hälfte noch Mull vor. Gelbschnabel verkroch sich sofort in die Ecke. Nikita hatte ihm Fliegen und Würmer hinter den Mull geworfen. Die Vögel verstummten im Garten. Die Spatzen weckten ihn. Nikita trat heran und streckte eine enorme Hand über den Mull; er öffnete die zusammengepreßten Finger und schüttelte Fliegen und Würmer auf das Fensterbrett. Gelbschnabel futterte ausgiebig, putzte mit dem Schnäbelchen seine Federn, hüpfte dann das Fensterbrett entlang und schaute auf die Spatzen. Die Gartengrasmücke sang lang und zärtlich vom heißen Sonnenlicht und von dem süßen Wiesenklee; Gelbschnabel wurde ganz traurig zumute. Auch dieser Tag ging vorüber. Am Morgen untersuchte Gelbschnabel, der wieder gleich wir nicht absehen konnten, wie es nur möglich war, festen Fuß zu fassen. Wir feuerten etwa sechs Schüsse ab, aber es war uns unmöglich, sicher zu zielen, auch schon, weil der Anblick so viel Uberraschendes hatte, daß uns alle Ruhe verlorenging. Überaus seltsam sah es aus, wie die ganze Herde sich nach einem Schuß plötzlich an einen Felsen anklammerte, als fürchtete sie, durch die bloße Erschütterung in die Tiefe hinabgestürzt zu werden. Wie es schien, entkamen alle unversehrt unseren Geschossen. Beim Umbiegen um die nächste Wendung des Tales trafen wir die Gesellschaft nicht mehr in der Höhe, sondern in der Tiefe an, eben im Begriff, das Tal zu überschreiten, um auf den gegenü berliegenden Höhen Schutz zu suchen. Ein guter Teil der Herde war bereits am jenseitigen Ufer angekommen, die Hauptmasse lag noch zurück. Unsere Hunde stutzten einen Augenblick, als sie das wogende Gewimmel erblickten, dann aber stürzten sie sich mit jauchzendem Bellen unter die Bande. Jetzt zeigte sich uns ein Schauspiel, wie man es nur selten zu sehen bekommt. Sobald die Hunde herbeieilten, warfen sich von allen Felsen die alten Männchen herab in das Tal. bildeten sofort einen Kreis um die Rüden, brüllten furchtbar, rissen die zähnestarrenden Mäuler weit auf, schlugen mit den Händen grimmig auf den Boden und sahen ihre Gegner mit so boshaften, wütend funkelnden Blicken an, daß die sonst so mutigen kampflustigen Tiere entsetzt zurückprallten und ängstlich bei uns Schutz suchen wollten. Als die Hunde noch einmal anstürmten, waren nur wenige Affen noch in der Tiefe des Tales, unter ihnen ein halbjähriges Junges. Es kreischte laut auf, als es die Hunde erblickte, flüchtete eilends auf einen Felsblock und wurde hier kunstgerecht von unseren Tieren gestellt. Wir glaubten sicher, diesen Affen erbeuten zu können; allein es kam anders. Stolz und würdevoll, ohne auf uns zu achten, erschien vom anderen Ufer herüber eines der stärksten Männchen, ging furchtlos den Hunden entgegen, blitzte ihnen stechende Blicke zu, welche sie vollkommen in Schach hielten, stieg langsam auf den Felsblock zu dem Jungen, streichelte es und trat mit ihm den Rückweg an, dicht an den Hunden vorüber, welche so verblüfft waren, daß sie ihn mit seinem Schützling ruhig ziehen ließen. Die mutige Tat des Stammvaters der Herde erfüllte uns ebenfalls mit Ehrfurcht, und keiner von uns dachte daran, ihn in seinem Wege zu stören, obgleich er sich uns nahe genug als Zielscheibe bot. Nach uns- die Insekten? Wenn die Säugetiere ausgestorben sind— Wer löst sie ab in ihrer Herrscherrolle? ganz vergnügt geworden war, seine Behausung und entdeckte sofort das Loch, das der Kater mit den Pfoten in den Mull gerissen hatte. Gelbschnabel schob den Kopf hindurch, blickte um sich, kroch heraus und sprang in die leichte, fließende Luft; mit dichtem Schlag seiner Flügelchen flog er dann tief über den Boden. In der Türe schwang er sich hoch und im zweiten Zimmer sah er vier Menschen an einem runden Tisch sitzen. Sie aßen, Er setzte sich auf den Tisch zwischen dem Schüsselchen mit Eingemachtem und der Zuckerdose... Gleich sah er Nikita vor sich. Ohne sich zu besinnen sprang Gelbschnabel auf das Schüsselchen und von dort auf Nikitas Schulter. Nachdem er ausgeruht hatte, flatterte Gelbschnabel bis an die Decke, fing eine Fliege, saß dann ein Weilchen auf dem Gummibaum in der Ecke, kreiste um den Kronleuchter und, da er hungrig war, flog er zu seinem Fenster, wo für ihn frische Würmer bereitgelegt waren. Vor dem Abend stellte Nikita ein Holzhäuschen mit einem Treppchen, einem Türchen und zwei Fensterchen auf das Fensterbrett. Gelbschnabel gefiel es, daß es im Inneren des Häuschens dunkel war, er hüpfte hinein, drehte sich ein wenig hin und her und schlief ein. So lebte er bis zum Herbst. Dann lockten ihn wilde Stare in den Schwarm, lehrten ihn fliegen und eines Tages flog Gelbschnabel mit den Zugvögeln übers Meer nach Afrika. Mit Erlaubnis der Deuerlichschen Verlagsbuchhandlung in Göttingen aus der demnächst erscheinenden Erzählung„Nikitas Kindheit“ von Alexej N. Tolstoi, die Maria Hoerle ins Deutsche übertrug. „Nach uns die Sintflut“ heißt eine beliebte Redewendung. Wir sprechen sie scherzhaft aus, ohne uns im geringsten darüber Gedanken zu machen, was in Wirklichkeit einmal sein wird, wenn den Menschen die Herrschaft über die Erde verlorengeht. Daß sich viele Forscher mit diesem Problem ernsthaft beschäftigen, ist eine Tatsache, die auch den Laien interessieren muß, wenn wir auch keinerlei Angst zu haben brauchen, schon bald von den Insekten aufgefressen zu werden. Denn diese arten- und individuenreichste Gruppe der Gliedertiere, die größte des gesamten Tierreiches überhaupt, mit der keine andere an Umfang oder Bedeutung zu vergleichen ist, hat nach der Ansicht bedeutender Wissenschaftler die meiste Aussicht, unser Erbe einmal anzutreten. Vom Salamander zum Riesensaurier Sterben unsere Pferde, Kühe, Schweine, Ziegen, Füchse, Hasen, Igel, kurz, alles was zu den Säugetieren zählt, wirklich aus? Diese Frage wird gerade in letzter Zeit in vielen Hörsälen und Laboratorien der Welt erforscht, debattiert und diskutiert. Versetzen wir uns um Millionen Jahre zurück in eine Zeit, da sich die Säugetiere erst im Anfangsstadium ihrer Entwicklung befanden. Damals, in der Kreidezeit und in höchster Vollendung in der Jurazeit, waren die Reptilien die Herren der Welt, als eine überaus formenreiche Tierklasse, deren Arten in mannigfacher Gestalt die Meere und Festländer bevölkerten und sogar die Luft eroberten. Ihre Entwicklung begann bei einem salamanderähnlichen Geschöpf und endete in allen Lebensräumen bei den Riesensauriern, die bis zu dreißig Meter Länge aufwiesen und teils Pflanzenfresser, teils Raubtiere waren. Ihre Nachfolger waren die Säugetiere, deren erstes Auftreten in der Trias festgestellt werden konnte. Es waren meist winzige Formen von Spitzmausgröße, die man systematisch zu den Beuteltieren zählt. Obwohl diesc also wahrscheinlich die ältesten Säugetiere gewesen sind, können sie nicht als Ahnen der höheren Säugetiere angesehen werden, sondern nur als ein isolierter Zweig. Die eigentlichen Stammformen der höheren Säugetiere sind vielleicht insektenfressende Arten gewesen. Reste von Schädeln rattengroßer Säugetiere aus der Kreidezeit wurden in der Mongolei gefunden. Auch entdeckte man im Geiseltal bei Merseburg einen Vorläufer der Halbaffen, der starke Ähnlichkeit mit baumbewohnenden Insektenfressern aufweist. Erst im Laufe der Zeit entwickelten die Säugetiere aus kleinen Formen immer größere. Ein ausgezeichnetes Beispiel hierzu gibt uns das Pferd, das vielleicht zu den frühesten erlöschenden Arten der Säugetiere gehört. Die erste Pferdeform wies Hundegröße auf, besaß Zehen und bildete sich erst allmählich zum heutigen Einhufer aus. Ihre Zeit ist abgelaufen Gegenwärtig ist der Elefant das größte lebende Landsäugetier. Aber auch Meister Jumbo steht auf dem Aussterbeetat, denn seine Zeit ist um, wie sie für eine Reihe anderer Großtiere, wie beispielsweise Mammut und Ur, längst abgelaufen ist. Auch der Wisent wäre schon völlig ausgestorben, wenn der Mensch nicht durch Hege und planmäßige Züchtung sein Leben verlängern würde. Bär, Wolf und Luchs sind aus den großen Wäldern fast verschwunden, Bison und Biber verloren ihren Lebensboden durch das Vorrücken der Zivilisation. Schon erloschen oder nahe dem Untergang sind die Wildpferde, die verschiedenen Zebraarten, die Esel und Halbesel. Bei den fast völlig ausgestorbenen Wildpferden ist der Mensch schuld an ihrem Untergang, ebenso bei den Halbeseln. Die echten Esel dagegen fallen einer Klimakatastrophe zum Opfer. Der afrikanische Kontinent trocknet aus und verschlechtert die Lebensbedingungen der Wildesel. Der gleiche Grund liegt wohl auch beim Bergzebra vor. Fünf von neunzehn Einhuferarten sind schon völlig verschwunden, vier sind dem Ende nahe, drei befinden sich im starken Rückgang. Aus allerlei Gründen geht also unsere Großtierwelt zugrunde. Die Entwicklung der übrigen Säugetiere beginnt stillzustehen, soweit wir in dem kurzen Beobachtungszeitraum der historischen Zeit dies feststellen können. Die Wissenschaft nimmt an, daß das Erdzeitalter der Säugetiere an seinem Ende angelangt ist, weil die Tiergruppen nicht mehr entwicklungsfähig sind. Daß bei Erdzeitaltern hunderttausend Jahre mehr oder weniger nur eine untergeordnete Rolle spielen, mag uns trösten. or Mond war der Mörder Rütsel der modernen Kriminalistik und Wissenschaft: Treibt der Mond Menschen zum Verbrechen? in Mann schleicht durch die Straßen der kleinen Stadt Merthyr Tyfdil in Wales. Es ist noch früh am Morgen, das bleierne Licht dieses 2. Dezember 1949 läßt das hagere, bleiche Gesicht des Mannes noch grauer, noch verfallener erscheinen, als es wirklich ist. Er hat den Kragen seines Mantels hochgeschlagen. Die stumpfen Augen starren trostlos ins Leere. Vor dem Haus an der Ecke bleibt er plötzlich stehen und liest die Buchstaben an dem weißen Schild.„Polizeistation“ steht da. Der Mann mit dem hochgeschlagenen Mantelkragen tritt fröstelnd ein.„Guten Morgen, Sir“, sagt der Polizeibeamte hinter der Barriere.„Sie wünschen?“ Tonlos antwortet der Fremde.„Mein Name ist Timothy John Evans. Ich möchte eine Anzeige erstatten. „Eine Anzeige? Gegen wen?“ „Gegen mich selbst. Ich habe meine Frau umgebracht. Der Polizeibeamte zuckt zusammen. Langsam erhebt sich ein zweiter von seinem Schreibtisch und tritt auf den Fremden zu. „Wann haben Sie Ihre Frau ermordet?“ „Vor ein paar Tagen...“ „Und wo?“ „In meiner Wohnung. Rillington Place Nummer 10. Sie finden die Leiche in der Waschküche. Auch meine kleine Tochter..“ Der Einfluß des Mondlichtes auf das menschliche Leben ist noch immer ungeklärt. Ebenso steht die Kriminalistik dem„Mond-Wahnsinn“ skeptisch gegenüber. Es ist daher doppelt interessant, einmal all die Fälle zu betrachten, in denen Menschen durch das Licht des Vollmondes eine Bewußtseinstrübung erlitten und zu Verbrechern wurden. Dann bricht er zusammen. Und der Polizeibeamte greift nach dem Telefon.„Scotland Yard!“ verlangt er. Damals wußten die Kriminalbeamten, die in das Haus Rillington Place Nummer 10 eindrangen, noch nicht, daß diese Straße drei Jahre später die„Straße des Todes“ genannt werden würde. Damals wußten die Kriminalbeamten auch noch nicht, daß sie drei Jahre später John Reginald Christie, den Blaubart von Notting Hill Gate, als vielfachen Mörder und Sexual-Verbrecher verhaften würden. Damals wußten die Kriminalbeamten aber auch noch nicht, daß sich Timothy John Evans möglicherweise unter HypnoseEinfluß Christies selbst des Mordes bezichtigt hatte und als Unschuldiger später gehenkt worden war. Sie wußten noch nicht, daß Englands berüchtigter Frauenmörder wahrscheinlich unter einem seltsamen Zwang seine Verbrechen verübte: unter dem Zwang des Vollmondlichtes... Timothy John Evans und Reginald Christie sind längst tot. Nur die große Scheibe des Mondes leuchtet gespenstisch auf die Stätte des Grauens. diese Worte kopfschüttelnd ausruft, ist nicht der Verteidiger, sondern der Vorsitzende eines belgischen Gerichts. Gaston Deblanche ist angeklagt, fünfmal an genau der gleichen Stelle einer Landstraße, am Rande eines kleinen Gehölzes, vorbeifahrenden Automobilisten durch Teile von Baumstämmen den Weg versperrt und sie dann überfallen und beraubt zu haben. „Um Gottes willen, glauben Sie mir!“ schluchzt der Angeklagte,„der Mond war schuld! Ich weiß bei Vollmond nicht mehr, was ich tue! Dieses Licht von oben zwingt mich zu Handlungen, die ich selbst verabscheue! Der Vollmond gibt mir Befehle!“ „Altweiberklatsch!“ sagt der Vorsitzende wieder. „Ich möchte bemerken“, ruft der Verteidiger,„daß die Überfälle meines Mandanten jedesmal nur bei Vollmond stattgefunden haben. Vergleichen Sie bitte die Daten mit den Angaben des Meteorologischen Institutes.. „Zufall“, sagt der Richter,„purer Zufall!“ Aber der junge Verteidiger, Rechtsanwalt René Rambouillet, gibt nicht auf. „Ich werde den Beweis erbringen“, erklärt er,„daß Gaston Deblanche nicht der erste Verbrecher ist, der seine Tat unter dem Einfluß des Vollmondes verübte. Und ich fürchte, er wird auch nicht der letzte sein.. Doktor Rambouillet studiert tagelang die Prozeßberichte der Kriminalfälle der letzten Jahre. Und nach zehn Tagen legt er dem Gericht ein dickes Aktenbündel vor. „Hier“, sagt er,„hier habe ich die Beweise, daß der Mond der Mörder war...“ Ein gewagtes Experiment Was sagt die Wissenschaft? „A lunatical“ nennen die Engländer einen Geisteskranken. Die Bezeichnung kommt aus dem Lateinischen, von„luna“, dem Mond. Schon im Altertum schrieben die Menschen dem Mond bedeutenden Einfluß auf das Gefühlsleben zu. In der Bibel werden Epileptiker zuweilen als„Mondverrückte“ bezeichnet, obwohl die moderne Wissenschaft von heute längst festgestellt hat, daß Epilepsie nichts mit der Einwirkung von Mondstrahlen zu tun hat. Im alten Rom verehrte man diese Kranken als„Heilige“, da der Mond als Gottheit angesehen wurde. Mondsüchtige existieren nicht nur in der Phantasie der Witzzeichner, sie wandeln im Dämmerzustand bei Vollmondlicht tatsächlich auf Dächern und Gesimsen herum. „Immer wieder“, so erklärte der international bekannte schwedische Nervenspezialist Dr. Aaul Bjerre, Stockholm, „immer wieder erscheinen in meiner Sprechstunde Patienten und klagen, daß das Vollmondlicht sie beunruhige oder deprimiere. Meiner Ansicht nach hängt dieses Phänomen mit der Luftelektrizität zusammen, die in Vollmondnächten nach Aussagen der Meteorologen besonders stark ist. Elektrisch geladene Luft beunruhigt das Nervensystem. Jeder sensible Mensch kann das vor dem Ausbruch eines Gewitters deutlich an sich selbst bemerken. Fälle von„Mond-Wahnsinn“ sind in meiner Praxis bisher noch nicht vorgekommen. Aber ich bin davon überzeugt, daß der Lebensrhythmus des Menschen vom Mond beeinflußbar ist...“ Zoologen haben in den letzten Jahren den Beweis erbracht, daß die Mondstrahlen Einfluß auf gewisse Wachstumsvorgänge haben. See-Anemonen, diese Grenzgeschöpfe zwischen Pflanze und Tier, öffnen und schließen ihre Blätter stets nach dem jeweiligen Stand des Mondes. Einigen Korallenarten wachsen regelmäßig vor Vollmondbeginn neue Zweige. Manche Arten von niederen Wasserlebewesen vermehren sich im Mondlicht, während sie bei Sonnenbestrahlung verkümmern. „Genügen Ihnen diese Beweise?“ fragte der junge Rechtsanwalt René Rambouillet den Richter,„oder soll ich Ihnen noch mehr Fälle von Mond-Wahnsinn vorlegen?“ Der Vorsitzende des Brüsseler Gerichts meinte jedoch nur kurz:„Selbst wenn die von Ihnen dargelegten Fälle auf Wahrheit beruhen, ist damit noch lange nicht gesagt, daß auch Gaston Deblanche durch das Vollmondlicht beeinflußt ist!“ „Ich kann es beweisen! Stellen Sie mir den Gefangenen für ein Experiment zur Verfügung!“ So wird der Autofallen-Attentäter Gaston Deblanche auf freien Fuß gesetzt. Für vierundzwanzig Stunden. Denn dann würde ja wieder Vollmond sein... Und tatsächlich geschah es so, wie der junge Verteidiger es vorausgesehen hatte. Erst war Gaston Deblanche in sein kleines möbliertes Zimmer in der Rue Viguard zurückgekehrt, hatte die Vorhänge vorgezogen und versucht, durch Schlafmittel diese Vollmondnacht ruhig durchzustehen. Doch dann schlichen sich durch die herabgelassenen Jalousien die silbrig-bläulichen Mondstrahlen ein... Über zwei Stunden lang wehrte sich Gaston Deblanche. Dann siegte sein„Zweites Ich“... fünfmal Autofahrer überfallen hatte, erschien er auch heute wieder. Er brauchte diesmal gar keinen Baumstamm über die Straße zu legen. Denn da stand bereits ein Wagen, und ein Mann machte sich am Kühler zu schaffen... „Hände hoch!“ schrie Deblanche,„oder ich schieße!“ Seine Augen hatten jeden menschlichen Ausdruck verloren, sie blickten starr wie die einer Wachspuppe. Ehe Deblanche noch seinen Revolver hervorgerissen hattt, wurde er von zwei Männern überwältig!. Es waren Polizeibeamte des Brüsseler Gerichtshofes. Und der Mann, der sich am Kühler des Autos zu schaffen gemacht hatte, gab sich als Rechtsanwalt René Rambouillet zu erkennen. Er hatte damit bewiesen, daß sein Mandant unter dem Einfluß eines fremden Willens gehandelt hatte. Unter dem Einfluß des Vollmondes... Deblanche wurde nicht verurteilt. Man legte ihm— ebenso wie dem EisenbahnAttentäter Winner, nahe, sich in Vollmondnächten unter polizeilichen Gewahrsam zu begeben. Gaston Deblanche hielt diese Zeit auch gewissenhaft ein. Und nie wieder wurde sein Name in Verbindung mit einem Verbrechen genannt. Amok am Fest des Mondes Grauenhaste Bilanz 1943. Im silbrigen Dämmer springt ein Mann geduckt von Haus zu Haus, später von Gebüsch zu Gebüsch. In krummer Haltung schleicht er sich an die Bahngeleise heran, über die in kurzer Zeit der Expreßzug Manchester—London rasen wird. Ein silbriger Gegenstand blitzt in seiner Hand. Schon liegt der Mann bäuchlings am Boden, schiebt sich an die im Mondlicht gleiBenden Schienen heran... Als er plötzlich einen Schatten gewahr wird, springt er auf. Ein Streckenwärter ist auf die huschende Gestalt aufmerksam geworden. In letzter Minute kann er die Nieten der Schienen noch festschrauben. Kurz darauf donnert der Expreßzug über das Celeise Der Mann gibt seine Beobachtung der Polizei weiter. Kriminalbeamte überwachen in den darauffolgenden Nächten die Bahnlinie. Aber alles bleibt ruhig. Nichts geschieht. Nur die runde Scheibe des Vollmonds wird langsam wieder zur schmalen Sichel Doch dem Streckenwärter läßt die unheimliche Gestalt keine Ruhe. Wenn die Detektive auch längst das Ganze mit einem Kopfschütteln abgetan haben— er bleibt auf dem Posten. Und in der nächsten Vollmondnacht geschieht es: der dunkle Schatten ist wieder da! Langsam schiebt er sich an die Geleise heran. Mit einem Schraubenschlüssel hantiert er an den Schienen, wenn die Geräusche zu laut die Stille der Nacht durchdringen, unterbricht er seine Tätigkeit. Der Streckenwärter aber weiß, was er zu tun hat: er verständigt die Polizei. James Winner wird verhaftet. Und wieder sagt ein Mann zu dem Untersuchungsrichter:„Bei Vollmond werde ich zu einem anderen Menschen. Ich verabscheue mich dann selbst. Aber ich kann nichts dafür..“ Während der Untersuchungshaft verfällt Winner jedesmal in völlige Raserei, wenn Eiserne Männer fallen vom Himmel Neuyork.— Drei„eiserne Männer“ mit Köpfen, Körpern, Armen und Beinen und dem Durchschnittsgewicht eines Mannes, wurden jetzt in amerikanischen Versuchen im Fallschirm-. Abspringen verwendet, um feststellen zu können, wie nahe ein Mensch dem Erdboden kommen kann, um noch sicher mit dem Fallschirm zu landen.— Die„eisernen Männer“ wurden aus einem Düsenflugzeug mit Hilfe von automatischen Wurfsitzen hinausgeschleudert. Nach ihrer Landung konnten die Wissenschaftler von den Meßgeräten in den Köpfen und Gliedern ablesen, wie groß die Beanspruchung und die Wucht des Aufpralls war.— Nach Abschluß dieser Experimente hofft man, die kritische Entfernung beim Fallschirmabsprung bis auf 16 Meter von der Erde herabsetzen zu können. das Vollmondlicht in seine Zelle fällt. Der Gefängnisarzt, der ohne Wissen des Angeklagten von einer Luke aus den Häftling beobachtet, bestätigt, daß Winner nicht simuliert. So kommt das Gericht zu einem höchst seltsamen Beschluß: Es„verurteilt“ den Angeklagten, sich bei Vollmondnächten unter polizeiliche„Schutzhaft“ zu stellen. James Winner nahm gerne an. Dieses war das erste Gerichtsurteil, das den„MondKomplex“ berücksichtigte. Die Gerichtsreportage über die berüchtigte amerikanische Doppelmörderin Ruth Snyder zieht jedoch eine grauenhaftere Bilanz. Mrs. Snyder war eine der wenigen Mörderinnen der Vereinigten Staaten, die nicht begnadigt wurde. Sie sühnte den Mord an ihrem Mann und dem früheren Liebhaber auf dem elektrischen Stuhl. Auch diese Verbrecherin hatte erklärt: „Ich habe meinen Mann in einer Vollmondnacht umgebracht. Ich war nicht bei Verstand. Erst als ich aus diesem Dämmerzustand erwachte, sah ich, was geschehen war...“ In Neuyork geschah es auch, daß Richard Weysse im Centralpark um halb ein Uhr nachts seine Braut Elizabeth Brion erwürgte, ohne daß dem Verbrechen ein Streit vorangegangen war. Im Prozeß sagte der A. geklagte aus: „Ich weiß, daß Sie mich verurteilen werden. Trotzdem bin ich unschuldig! Ich liebte meine Braut. Ich weiß nicht, was mich dazu getrieben hat, ihr plötzlich die Hände um die Kehle zu legen. Es muß der Mond gewesen sein. Er hat mich völlig verwandelt..“ Auf Antrag des Verteidigers wurde Richard Weysse von Psychiatern auf seinen Geisteszustand untersucht. Das Urteil der Ärzte lautete übereinstimmend: geistig völlig normal, wenn auch äußerst sensibel und leicht beeinflußbar. Weysses„MondWahnsinn“ wurde vom amerikanischen Gericht nicht berücksichtigt. Der Mörder wurde erst zum Tode durch den elektrischen Stuhl verurteilt, später begnadigte man ihn zu lebenslänglichem Zuchthaus. In einem Wäldchen bei Warschau fand man vor zwei Jahrzehnten die Leiche eines jungen Mädchens, das am Halse Strangulierugsspuren aufwies. Trotzdem der Mordverdacht auf ihren Verlobten, den 28jährigen Jan Kriszat flel, konnte man dem Mann das Verbrechen nicht nachweisen. Die Tat wurde in einer hellen Vollmondnacht verübt. Zwei Monate später stellte sich Kriszat selbst der Polizei. Er gab nicht nur den Mord an seiner Braut zu, sondern erklärte auch, in der letzten Vollmondnacht ein Mädchen überfallen und vergewaltigt zu haben.„Es ist besser, Sie hängen mich“. erklärte der Verbrecher,„ich weiß ja nicht, was ich noch ulles anstellen kann, wenn der Vollmond auf mich nied rscheint. In diesem gespensterheften Licht verwandeln sich meine Hände Zufall und Altweiberklatsch! „Ich sehe in den Prozeßakten keinen einzigen greifbaren Milderungsgrund— nur Altweiberklatsch!“ Der Mann, der Die Malaien in Java sehen im Wechsel der Gestirne das geheimnisvolle Walten der Götter. Deshalb feiern sie auch ihre Mondfeste. Dann sitzen die Kulis der Gummiplantagen um flackernde Feuer herum und fühlen bei Vollmond ungeahnte Kräfte in sich wachsen. Gute und böse. An diesen Tagen reicht der Plantagenbesitzer Fleisch, Reis und„Peitje“, eine Art verdünnten Gin, damit seine Arbeiter das Fest würdig begehen können.„Senang“ nennen die Malaien jenen Zustand, der sie in ein absolutes Glücksgefühl versetzt. Und dem Glauben dieses Volkes nach muß jeder Javaner beim Mondfest„senang“ sein. Nur einer hatte sich schon beim letzten Vollmondschein von diesem Traumzustand ausgeschlossen. Es war der eingeborene Vorarbeiter Keh Sing, der seine Frau, mit der er sonst eine überaus glückliche Ehe führte, beinahe zu Tode geprügelt hatte. „Er ist vom Mond besessen!“ raunen sich seitdem die Malaien zu.„Der Mond treibt mit ihm, was er will.. Auch in dieser sternenklaren Vollmondnacht sitzen sie wieder um die Feuer herum und schlagen ihre Gamelangs, die malaiischen Musikinstrumente.„DengDong-Dengdeng-Dong“ dröhnen die Laute über das Land.„Deng-Dong-DengdongDong." Die Männer und Frauen drehen sich mit ihren zum Mond erhobenen Händen in feierlichem Tanz um das Holzkohlenfeuer... Plötzlich ein Schrei. Ein zweiter. Grell und markerschütternd... Keh Sing ist da. Schaum steht vor seinem Mund. Aufgerissen und starr sticht das Weiß der Augen.. Mit einem einzigen Sprung hat er sich auf die Tanzenden gestürzt. Hell blinkt das Messer in seiner Hand. Und dem zweiten Schrei folgte ein dritter und vierter... Piet ten Haart, der holländische Plantagenbesitzer, weiß nur ein Mittel, um diesem grauenhaften Amok-Lauf Einhalt zu gebieten: Mit einem wohlgezielten Schuß befreit er Keh Sing von seinem Wahnsinn... In der Hütte des Eingeborenen findet man seine junge Frau und die beiden Kinder erstochen auf. Fünf Tanzende sind seinem Messer zum Opfer gefallen. Ein sechster stirbt zwei Tage später an seinen Verletzungen. „Er war vom Mond besessen“, flüstern die Malaien wieder.„Der Dämon hat in ihm gewohnt...“ Piet ten Haart, der die Meldung an den Gouverneur weitergibt, weiß. daß 65 Prozent aller Amokläufe in Vollmondnächten stattfinden. Mond-Fieber Dem amerikanischen Professor Ted Bryant wurde vor wenigen Jahren der Fall eines jungen Mädchens gemeldet, das in Vollmondnächten regelmäßig von hohem Fieber heimgesucht wurde. Die verzweifelten Eltern hatten bereits unzählige Ärzte konsultiert, die diesem Phänomen jedoch vollkommen hilflos gegenüberstanden. Auch Professor Bryant konnte keine Erklärung geben. Er vermutete jedoch, daß die polarisierenden Strahlen des Mondes Einfluß auf die Blutzusammensetzung haben könnten. Er bewies durch Versuche, daß Mondstrahlen Fäulnisbakterien bedeutend aktivieren. Nicht immer ist der Mond der„Freund aller Liebenden“, wie Shakespeare in „Romeo und Julia“ sagt, aber unter Millionen Menschen gibt es sicherlich nur ganz wenige, deren Handlungen das Licht des Vollmondes so unbedingt bestimmt. BUNTE WELT Kobra tötete den Mörder Haidarabad.— Ein Mann, der im Dschungel von Haidarabad(Indien) zwei junge Mädchen überfallen und eines davon bereits ermordet hatte, wurde, als er die Axt gegen das zweite Mädchen erhob, um es zu erschlagen, von einer Königskobra angefallen und getötet. Währenddessen konnte das zweite Mädchen entkommen. cep. Beziehungen, Beziehungen Miami.— In Miami(USA) wurde ein Fabrikant von Geldschränken verhaftet. Man beschuldigt ihn, die Kombinationsgeheimnisse seiner Tresors an einen professionellen Geldschrankknacker verkauft und somit Geschäfte nach beiden Seiten gemacht zu haben. cep. Bleistifte für Verkehrshilfe London.— Jeder, der von dem Londoner Verkehrssicherheitskomitee dabei gesehen wird, daß er einem fremden Kind über die Straße hilft, erhält einen Bleistift mit der Aufschrift „Herzlichen Dank!“ cep. Porzellankatze als Nachtwächter Stockholm.— Eine Porzellankatze mit leuchtenden Augen wurde in Südschweden von einem Vikar auf dem Dachboden seiner Kirche aufgestellt, um die Fledermäuse zu verscheuchen. Bereits in der zweiten Nacht waren alle Fledermäuse verschwunden, cep. Splitter des Eheglücks London.— Der Vikar von Cornforth (England), der für seine Kirche zweihundert neue Sitzkissen benötigt, hat alle Ehepaare seiner Gemeinde ersucht, für jedes glückliche Ehejahr zwei Schillinge zu spenden... cep. Wissenschaftler quälen Fliegen Sydney.— Der Oberste Gerichtshof von Sydney(Australien) hat Anklage gegen zwei Wissenschaftler erhoben, die sich der Grausamkeit an Fliegen schuldig gemacht haben, da sie die Insekten laufend zu experimentellen Zwecken benutzten. Ex-Königin als Stenotypistin Saigon.— Weil sie völlig arm und mittellos ist, hat sich Ex-Königin Baphi, die Witwe des letzten Kaisers Khai Dinh von Indochina und Stiefmutter des augenblicklichen Kaisers Bao Dai, um einen Posten als Stenotypistin im indochinesischen Außenamt beworben. cep. Tee als Lockmittel Manchester.— Dreimal gratis Tee am Tag verspricht eine Fleisch- und Wurstkonservenfabrik in Manchester, die für ihren Betrieb eine größere Anzahl Arbeiter sucht. cep. U-Boote für den Frieden Umbau in einer Antwerpener Werft— An Stelle der Torpedorohre Schleusenkammer für Tiefseetaucher Antwernen.—„So endete eine U-Boot-Waffe!“, werden die Pariser sagen können, wenn sie demnächst am Ufer der Seine eines der letzten beiden U-Boote Finnlands gegen Eintrittsgebühr besichtigen. Die„Iku Turso“ wird die merkwürdigste Fahrt antreten, die je einem U-Boot beschieden war. Von Antwerpen aus, wo sie zur Zeit mit ihrem Schwesterboot, der„Vezihnsi“, liegt, wird sie auf dem Kanalweg nach Brüssel gebracht, um dort ausgestellt zu werden. Dann geht die Reise über die französischen Kanäle weiter nach Paris. Zuvor will man beide Boote zu„Taucherglockenschiffen“ umbauen. durch Preßluft langsam aus einem Ventil gedrückt. „Todeszelle" mit zwel Enden Hollywood.— In Rekordzeit hat man in Hollywood den Bestseller„Todeszelle 2455“ des Kidnappers Caryl Chessman verfilmt. Der Film hat einen zweifachen Schluß: einen für den Fall, daß Chessman in der Gaskammer hingerichtet wird, und den zweiten, fails man ihn begnadigt, Vorläufg ist der Film erst einmal auf Eis gelegt. An die Stelle der vorderen Torpedorohre treten zwei Schleusenkammern für Tiefseetaucher, denen künftig die„Iko Turso“ und die„Vezihnsi“ als Arbeitsund Wohnschiffe dienen werden. Der Pariser Friedensvertrag von 1947 zwischen Finnland und der Sowjetunion verbot den Finnen, U-Boote zu unterhalten. Finnland hatte nie viel davon besessen, die wenigen zeichneten sich aber durch den Mut ihrer Besatzung im russisch-finnischen Winterkrieg und im zweiten Weltkrieg aus. Nach der Kapitulation waren nur einige vorhanden, darunter auch das U-Boot, mit dem Filmregisseure der Ufa einen U-Boot-Film gedreht hatten, als Deutschland selbst noch keine eigenen Boote bauen durfte. Die modernsten finnischen U-Boote gehörten zur 750-TonnenKlasse und waren 1939 von einer norwegischen Werft geliefert worden. Sie wurden jetzt, vier an der Zahl, von der finnischen Marine an eine Antwerpener Werft verkauft. Zwei von ihnen hat man inzwischen verschrottet, die anderen beiden werden zu Taucherglockenschiffen umgebaut. Bis auf die Torpedorohre bleiben alle Anlagen erhalten, die alten Diesel- und Elektromotoren funktionieren immer noch. Jede der neu eingebauten Schleusenkammern besteht aus zwei Räumen, deren Schotten wasserdruckfest sind und die je einen Zugang zum Bootsinneren und nach außen besitzen. Sie erlauben den Tauchern das mühelose Herankommen an jedes Arbeitsobjekt auf dem Meeresgrund. Statt sich von einem Taucherschiff in die nasse Unterwelt herabzulassen, tauchen sie jetzt mit ihrem Taucherglockenschiff bis dicht an das Schiffswrack, das geborgen werden soll. Das U-Boot legt sich neben ihm auf den Grund, und der Taucher begibt sich in die Schleusenkammer. Dort schaltet er seinen Luftzufuhrschlauch und sein Telefonkabel an, läßt sich überfluten und öffnet dann die Außenschottentüre. Durch sie kann er bequem das Schiffswrack oder was es sonst sei, erreichen. Die umgebauten finnischen U-Boote gestatten den gleichzeitigen Einsatz von je vier Tauchern. Die Luftzufuhr wird von der U-Boot-Zentrale, und nicht mehr von einem auf der Meeresoberfläche schwimmenden Schiff, bedient. Im Falle der Gefahr oder eines Unglücks können die Taucher an ihrem Sicherungsseil von einem Hilfstaucher in die Schleusenkammer zurückgezogen werden. Das Einschleusen erfolgt ähnlich wie das Ausschleusen, nur wird nach Schließen des Außenschotts das in der Kammer befindliche Wasser Wissen Sie.. ... daß die Studierenden bei den amerikanischen Universitäten und Hochschulen fast alle ein eigenes Auto haben? Man kann jedoch daraus keinesfalls den Schluß ziehen, daß die jungen Leute alle aus besonders wohlsituierten Häusern kommen. Anfang der dreißiger Jahre machte sich in den Vereinigten Staaten ein gewaltiger Geburtenrückgang bemerkbar. Aus diesem Grunde gibt es heute eine verhältnismäßig geringe Anzahl junger Amerikaner im Alter von 20 Jahren, und es fällt den jungen Leuten deshalb nicht schwer, sich neben den Studien Einnahmen zu verschaffen. Hat aber ein Amerikaner erst Geld, dauert es nie lange, bis er auch ein Auto hat. 119. Jahrgang— Nummer 241 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Samstag, den 16. Oktober 1954 Mit fröhlichen Melodien Opern- und Operettenkonzert vielversprechend Olpe. Der eigentliche Olper Konzertwinter— unter Einsatz heimischer Kräfte — wird heute und morgen mit einem großen Opern und Operetten-Konzert des Gemischten Chores und des Orchestervereins eingeleitet. Ein stimmungsvoller Auftakt soll es werden, eine Freude für alle musikliebenden Olper! Die beiden Vereine haben sehr fleißig geübt, und so sind reizvolle, mitreißende Darbietungen im Konzertsaal zu erwarten. Ouvertüren und Arien aus bekannten Opern und Operetten. Wer möchte sie nicht hören? Für die Solopartien sind namhafte auswärtige Kräfte verpflichtet: Edeltraud Joost(Sopran) von der Städt. Oper Ber lin, Hannelore Kuhr(Alt), Berlin, Wilh. Stölben(Tenor) von der Staatsoper Berlin. Das Konzert, das unter der Gesamtleitung von Kapellmeister Karl Kretschmer steht, beginnt heute um 20 Uhr in der Aula des Oberlyzeums und morgen um 17 Uhr im gleichen Saale. Olper Stadtspiegel „Der Krebs und seine Verhütung“. Im Felke-Verein e. V. Olpe hält am kommenden Montag(18 Oktober) Vikar Schröder aus Gelsenkirchen einen interessanten Vortrag über dieses Thema. Der hier bereits bekannte Redner wird in seinem Vortrag u. a. die Fruchtbarkeit des Krebses näher darlegen. Dann wird er über den Krebs als Kulturkrankheit sprechen, wobei er hervorheben wird, daß der Krebs unter primitiven Völkern fast unbekannt ist. Der Felke-Verein erwartet von seinen Mitgliedern, daß sie zahlreich zu diesem wichtigen Vortragsabend erscheinen. Er bittet gleichzeitig, interessierte Bekannte mitzubringen. Das Rheinische Landestheater bereitet Kleist's„Prinz von Homburg“ vor. Im Rheinischen Landestheater(Intendant Philipp Vogel) laufen z. Zt. die Proben zu Heinrich von Kleist's Schauspiel„Der Prinz von Homburg“. Die Inszenierung besorgt Dr. Hermann Wetzke, für Bühnenbild und Kostüme zeichnet Joachim Streubel verantwortlich. Die Titelrolle spielt Horst Dieter Sievers. Das Werk glangt im Monat November zur Aufführung.— Am Freitag, dem 22. Oktober, wird bekanntlich im„Schwanen“ das Lustspiel von Otto Brües„Der Fisch an der Angel“ aufgeführt, Langjährige, verdienstvolle Polizeibeamte. Sein 40jähriges Dienstjubiläum feiert am Freitag der kommenden Woche Hauptkommissar Sprenger. Der Jubilar ist seit Jahren Chef der Olper Schutzpolizei.— Der Chef der Kripo, Obersekretär Schulz, begeht im Monat Dezember ebenfalls sein 40jähriges Dienstjubiläum. Man darf die beiden verdienstvollen Polizeibeamten schon heute zu ihrem Jubiläumstage beglückwünschen. Um die 40-Stunden-Woche. Der Kreisausschuß Olpe des Deutschen Gewerkschaftsbundes veranstaltet heute um 16 Uhr im Hotel„Kölner Hof“ eine Vorstands- und Delegiertenversammlung, in der der Leiter der IG-Metall-Schule HeiRothemühle. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde festgestellt, daß die Bevölkerung von Rothemühle wenig Interesse an einer geregelten Müllabfuhr zeigt. Aufforderungen der Gemeindeverwaltung, Schutt und Müll nicht an öffentlichen Wegen, in Wiesen oder Feldern apzulagern, wurden kaum beachtet. Zu einer Ortsversammlung, in der über eine Müllabfuhr gesprochen werden sollte, waren von über 70 Haushalten etwa 20 Vertreter erschienen, so daß man zu keinem Ergebnis kam. Um nun endlich der wilden Ablagerung von Schutt in der Oeffentlichkeit ein Ende zu setzen und das Ortsbild um Rothemühle nicht noch mehr verschandeln zu lassen, schlug die Amtsverwaltung dem Gemeinderat vor, eine Müllabfuhrsatzung zu erlassen. Dieser Vorschlag wurde vom Gemeinderat vorläufig abgelehnt mit der Begründung, daß man noch einmal versuchen wolle, die Bevölkerung zu einer freswilligen Schuttablagerung an dem von der Gemeinde vorgesehenen Platz am alten Steinbruch in Rothemühle aufzufordern. Die Abladestelle soll so gesichert sein, daß am Steinbruchsteilhang kein Unfall eindehof, Heinrich Treichel, über das Thema „Kampf um die 40-Stunden-Woche— bei vollem Lohnausgleich“ sprechen wird. Anschließend ist eine Aussprache. An dieser Veranstaltung sollen auch die Betriebsràte aus Olpe, Drolshagen, Attendorn und dem Wendener Gebiet teilnehmen. Wir weisen nochmals auf den St. Hedwigstag im Dekanat Olpe hin, der morgen Olpe. Die Reise- und Urlaubszeit— größtenteis verregnet— ist vorüber. Nunmehr heißt es wieder:„An die Gewehre!“, was hinsichtlich der großen Politik schon bald wörtlich zu nehmen ist! Aber scharf geschossen wird nicht gleich! So war es auch in der Stadtverordnetensitzung am Donnerstagnachmittag im Sitzungssaale des Rathauses, wo unsere Stadtväter gleichsam zum Appell angetreten waren und sehr friedlich über diesen oder jenen Punkt der Tagesordnung debattierten. Zu früh auf der T.O. In alter Frische leitete Bürgermeister I Müller die Sitzung. Er entschuldigte einige Stadtverordnete, die am Erscheinen verhindert waren. Dann hatte er an „Unbenannt“ eine Rüge zu erteilen: Versehentlich sei der Punkt„Bürgermeisterwahl“ schon jetzt auf die Tagesordnung geraten, obgleich seine Amtstätigkeit erst im November ablaufe. Er wolle in allen Ehren das Ende der gesetzlichen Amtszeit abwarten und setze daher den Punkt „Bürgermeisterwahl“ von der Tagesordnung ab.(Wiehern des Amtsschimmls im Hintergrund; aber kein Stadtverordneter hatte etwas gegen die durchaus begreifliche Maßnahme des Bürgermeisters einzuwenden.) Künftig„Felmicke“ Zuvor hatte das Kollegium die Niederschrift der letzten Sitzung genehmigt. Als dritter Punkt stand dann auf der Tagesordnung: Berichtigung der Bezeichnung Vellmickestraße“ in„Felmicke“. Die Sache schien wichtig, da sie nicht etwa unter„Verschiedenes“ vorgebracht und entschieden wurde, sondern als besonderer Punkt auf der Tagesordnung stand. Es lag ihr ein Ansinnen(Antrag) des Heimatvereins zugrunde. Daraus war zu entnehmen, daß„Nichtolper“ nach dem letzten großen Stadtbrande die„Vellmickestraße“ erfunden haben, eine Bezeichnung und Schreibweise, die keineswegs mit den heimatlichen Überlieferungen übereinstimmt. Vor einigen Jahrzehnten wurde ein derartiges Straßenschild angebracht. Die Bezeichnung müsse jedoch historisch richtig„Felmicke“ lauten und zwar ohne den Zusatz von „Straße“ oder„Weg“, die nicht zu einer alten Flurbezeichnung passen. Schon 1508 sei urkundlich von der„Felmicke“ (Fel- bedeutet soviel wie„Feld“) zu lesen und in den Olper Pfarrbüchern sei mehrfach die„Felmicker Vorstadt“ erwähnt.— Der Antrag überzeugte die Ratsherren, und so faßte man den einstimmigen Beschluß: Die„Vellmickestraße“ wird in„Felmicke“ umgetauft. Die Kosten für die neuen Straßenschilder sind schließlich nicht allzuhoch und die Anwohner der genannten Straßen haben jetzt Anlaß, sich neue Stempel, Briefköpfe und Umschlagaufdrucke zu besorgen. Keiner braucht aber zu jammern, denn man kann sich schließlich noch lange Zeit auf die sprichwörtliche Findigkeit treten kann. Die Bevölkerung soll möglichst vermeiden, kleine Kinder mit der Schuttablagerung zu beauftragen. Neben dem Steinbruch bestehen noch an verschiedenen anderen Stellen, die durch Aushang bekanntgegeben werden, Schuttablademöglichkeiten, um der Bevölkerung weite Wege zu ersparen. Für alle Einwohner aber ist besonders zu erwähnen, daß jeder, der dabei angetroffen wird, Schutt außerhalb der angegebenen Stellen abzulagern, sich einer strafrechtlichen Verfolgung aussetzt. Sollte dieser Versuch, eine ordentliche Müliabfuhr in der Ortschaft Rothemühle auf freiwilliger Basis einzuführen, scheitern, wird es nicht zu umgehen sein, eine Müllabfuhrsatzung für Rothemühle zu erlassen. Ortsversammlung in Dahl Dahl. Am kommenden Dienstag findet in der Schule in Dahl eine Versammlung der Einwohner der Ortschaften Dahl und Friedrichsthal statt, in der die Wasserversorgungsfrage der beiden Ortschaften behandelt werden soll. in Olpe für die St. Hedwigskreise Olpe, Drolshagen und Wenden stattfindet. Um 17 Uhr ist in der Kapelle des Mutterhauses eine Festandacht und anschließend (18 Uhr) in der Aula des Städt. Gymnasiums, Seminarstraße, eine Dekanatsversammlung mit Lichtbild-Vortrag des Dekanatspräses. Alle Heimatvertriebenen sind eingeladen! Silberhochzeit. Morgen feiern der Kreisangestellte Rudolf Langemann und Frau Aenne geb. Stamm, Mühlenstraße wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit. Herzlichen Glückwunsch! Einc„Fröhliche Weinwoche“ veranstaltet ab heute Gastreich's Café-Restaurant, Frankfurter Straße. Der Veranstalter macht in unserem heutigen Inseratenteil besonders darauf aufmerksam. der Post verlassen, die weiß, daß die bisherige Anschrift„Vellmickestraße“ gleichbedeutend ist mit der neuen(geschichtlich ausgerichteten) Anschrift„Felmicke“. Im weiteren Verlauf der Sitzung hörte sich die Stadtvertretung den Bericht des Gemeindeprüfungsamtes über die Prüfung der Jahresrechnungen 1943/DM bis einschließlich 1951 an. Der von Stadtdirektor Habbel verlesene Bericht wurde einfach„zur Kenntnis genommen“. Er enthielt aber seitens der Prüfer ein dennoch besonders erwähnenswertes Wort von„sparsamer Verwaltung“ und„korrekter Geschäftsführung“. Die nächsten Punkte der Tagesordnung befaßten sich mit der Genehmigung eines Beihilfenantrages des Kolping-Bauvereins Olpe(3000 DM) und der Einführung von ordentlichen Müllgefäßen für die Städtische Müllabfuhr ab 1. Januar 1955. Zu diesen Punkten äußerten sich jeweils mehrere Stadtvertreter. Auch unter Punkt 7„Verschiedenes“ hatten sie allerlei vorzubringen. Wir kommen darauf an anderer Stelle noch näher zurück. An die öffentliche Sitzung schloß sich wie üblich eine geheime an, die gegen 20 Uhr beendet war.(r) Ländliche Beratung Kreis Olpe. Der Wochenplan des Beratungsdienstes für ländliche Hauswirtschatt, z. Zt. Brachthausen, sieht für die Woche vom 18. bis 22. Oktober folgende Veranstaltungen vor: Montag: 15—18 Uhr Mosten und Mangeln für den eigenen Bedarf nach vorheriger Anmeldung; 20 Uhr Kochvorführung: Eierspeisen und Abendbrotgerichte. Dienstag: 9—13 Uhr Kochlehrgang: Eierspeisen und Abendbrotgerichte; 15 bis 18 Uhr Zuschneiden und Nähen von Schürzen und Wechsel der Webrahmen; 20 Uhr Bäuerliche Geflügelhaltung(Vortrag und Filme). Mittwoch: 9—11 Uhr Schlachtlehrgang: Besprechung und Rezepteverteilung; 15 bis 16 Uhr Gründliche Reinigung der Nähmaschine; 17—19½ Uhr Zuschneiden und Nähen für Berufstätige; 20 Uhr Kochvorführung und Vortrag in Zusammenarbeit mit dem E. W. Siegerland. Donnerstag: 10—13 Uhr Kochkursus für alle Interessenten, durchgeführt vom E. W. Siegerland; 15—16 Uhr: Was müssen wir über die Gesunderhaltung der Familie wissen?; 20 Uhr Vortrag für alle, auch die Männer sind herzlich eingeladen, es spricht Frau Dr. Bahr vom Pflanzenschutzamt Münster über Pflanzen- und Vorratsschutz. Freitag: 9—11 Uhr Haus- und Mobelpflege; 141/—18 Uhr Backkursus vom E. W. Siegerland. Röntgen-Kalender Kreis Olpe. Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß am Montg, dem 18. Öktober, die Röntgen-Schirmbilduntersuchungen in Hofolpe von 14 bis 15 Uhr im Gasthof Stamm stattfinden; für Berlinghausen, Eichen von 16 bis 18 Uhr im Gasthof Clemens. Am Dienstag sind die Untersuchungen für Iseringhausen, Husten von 8 bis 12 Uhr in der Schule; für Dumicke, Büren von 14 bis 17 Uhr. ... sehr gut lst M TEE Dienstsiegel erhalten Olpe-Land. Der Gemeindebürgermeister Franz Theile wurde berechtigt, ab sofort ein Dienstsiegel zu führen, um Dokumente und Urkunden für die Bevölkerung amtlich bescheinigen zu können. Außerdem kann der Bürgermeister beauftragt werden, bestimmte Geschäftsvorgänge der Gemeinde abzuwickeln. Stadtvertretung im Herbst... Verschiedene Angelegenheiten einstimmig geregelt Wenig Interesse für eine Müllabfuhr Die Bevölkerung von Rothemühle soll die vorhandene Schuttablade benutzen Nur noch wenige Tageund es gibt wieder die berühmte Delikates-Margarine von früher, auf die alle so lange gewartet haben. ietzt kommt sie wieder, und sie ist noch besser als je zuvor. ...sie übertrifft alle Erwartungen! Gemeinsame Aussprache schafft Klarheit Weidekamp der Gemeinde Helden wird an Obervelschede verpachtet Helden. In der letzten Sitzung des Gemeinderates die in Oberveischede stattfand, stand unter anderem die Verpachtung des Weidekampes an die Ortschaft Oberveischede im Mittelpunkt der Beratungen. Zur Beratung der Angelegenheit Weidekamp hatte der Gemeinderat die interessierte Einwohnerschaft eingeladen, die nach Erledigung der offiziellen Tagesordnung anwesend sein konnte. Im wesentlichen handelte es sich bei der Besprechung darum, der Gemeindevertretung die Meinung der Einwohner von Oberveischede wegen des Weidekampes mitzuteilen. Der Vertreter der Einwohner erklärte unter Darlegung der Geschichte der Entstehung des Weidekampes, daß dieser bei der Umlegung für den Ort Oberveischede bestimmt worden sei. Es sei aber damals nicht möglich gewesen, eine Weidegenossenschaft zu bilden. Die Gemeindevertretung dagegen stellte fest, daß die Weidekampgrundstücke heute rechtlich Eigentum der Gemeinde Helden seien. Der Bevölkerung von Oberveischede soll der Weidekamp dadurch wieder zugeführt werden, daß der jetzige Pächter das Grundstück für die demnächstige Benutzung als Weidekamp herrichtet. Die Bevölkerung wandte dagegen ein, daß für den Weidekamp jetzt nur ein Teil der insgesamt ausgewiesenen Grundstücke vorgesehen sei. Der Ort Oberveischede aber benötige auf die Dauer das gesamte Grundstück als Weidekamp. Gemeinderatsmitglied Eichert begründete die Stellung des Gemeinderates damit, daß der Rat eine Vertretung der gesamten Gemeinde sei und darum auch die Interessen aller übrigen Ortschaften der Gemeinde wahrzunehmen habe. AbschlleBend wurde erklärt, daß der Weidekamp an die Ortschaft Oberveischede verpachtet werde. Sollten sich später Schwierigkeiten herausstellen, könne immer noch ein Weg zu einer befriedigenden Lösung gefunden werden. Ehemalige treffen sich Grevenbrück. Die ehemaligen Schulanfänger des Schuljahres 1910 der katholischen Volksschule in GrevenbrückFoerde hatten angeregt, die alten Jugendfreunde und Schulbekannten zu treffen, um untereinander Gedanken und Erlebnisse auszutauschen. So soll denn nun das Jahr 1954, in dem alle das 50. Lebensjahr vollenden, zum Anlaß genommen werden, eine Wiedersehensfeier des Schuljahres 1910 am kommenden Montag, dem 18. Ökober, in Grevenbrück zu veranstalten. Der hier jetzt im Ruhestand lebende Lehrer Schulte, der Ostern 1910 nach Grevenbrück-Foerde kam und die Klasse der damaligen Lernanfänger als erster Lehrer übernahm, wird an dem Treffen teilnehmen. Am Montagmorgen treffen sich die ehemaligen Schüler und Schülerinnen des Schujahres 1910 um 8.15 Uhr an der „Kleinen Schule auf dem Platz, auf dem sie sich auch zum Schulanfang 1910 als Lernanfänger getroffen haben. Um 8.45 Uhr ist in der Grevenbrücker Parrkirche ein Hochamt für die Lebenden und Verstorbenen des Jahrganges. Anschließend geht es zum gemeinsamen Frühsück in den Räumen des Café-Restaurants des ehemaligen Mitschülers Walter Padberg. Das Mittagessen wird gemeinschaftlich im Saale des Gasthofes Eugen Heydorn eingenommen. Am Nachmittag will man sich —. je nach dem das Wetter sein wird— die Umgebung von Foerde ansehen. Um 18 Uhr ist im Saale Boerger gemeinsames Abendessen mit anschließendem fröhlichen Beisammensein mit Musik und Tanz. Zu der Abendveranstaltung sind auch die Ehepartner eingeladen. Es eoll ein Tag der Freude werden! Iseringhausen. Verstorben ist im Alter von 73 Jahren der Landwirt Emil Viedenz. R. i. p. Sägemehl-Silo brannte Größerer Schaden konnte verhütet werden Neuenkleusheim. Gestern vormittag entstand in einem Sägemehl-Silo auf dem Gelände des Sägewerkes und Zimmereibetriebes Schrage ein Brand, der durch das rasche und energische Eingreifen des Betriebsinhabers und der Arbeiter glücklicherweise bald gelöscht werden konnte. Man hatte sofort den nahelegenen Bach gestaut und eine Eimerkette gebildet. Als die alarmierte Olper Feuerwehr eintraf, brauchte sie nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Sie ließ jedoch vorsichtshalber fur mehrere Stunden eine Brandwache zurück. Diese Vorsicht war umsomehr geboten, als erhebliche Mengen Schnittholz in unmittelbarer Nähe des Silos lagerten. Der Brandschaden wird auf einige hundert Mark geschätzt. UIININIIIII Frei von Husten und Bronchitis „Vorbeugen ist besser olt Heilen".Fettleibigkelt ist keine Kronkheit ober die Ursoche vieler leiden. Darum rechtteilig elne Schlonkhelts-Kor mit Bleco-Zitron.— Angenehm— Kelne Fastenkur— In Apoth. u. Drogerlen. Aus dem Kreisgebiet Gemeinderat nicht zuständig Rothemühle. Der Musikverein Heid, der im Werkraum der neuen Schule seine Uebungsstunden abhält, ist jetzt wegen der zeitlichen Durchführung der Uebungsstunden in Schwierigkeiten gekommen. Vom Lehrer der Schule ist dem Musikverein nahegelegt worden, die sonntäglichen Uebungsstunden um eine Stunde zu verschieben. Da dieses wegen des auswärtigen Kapellmeisters nicht möglich ist. hatte sich der Musikverein mit der Bitte an die Gemeindevertretung gewandt, in dieser Angelegenheit zu entscheiden. Der Gemeinderat erklärte dazu, daß er über die Benutzung eines Raumes der Schule zu Uebungszwecken für den Musikverein nicht zu bestimmen habe. Um aber dem Musikverein Heid die Uebungsmöglichkeit nicht zu nehmen, wurde Bürgermeister Wurm beauftragt, sich mit dem zuständigen Lehrer in Verbindung zu setzen, um eine Möglichkeit zu finden, damit die bisherige Zeit der Uebungsstunden beibehalten werden kann. Heggen. Der Standesbeamte Lehrer J. Brand wurde einstimmig für weitere drei Jahre verpflichtet, obwohl er gebeten hatte, von einer Neuwahl seiner Person abzusehen. Wegen der geschickten Handhabung des Amtes eines Standesbeamten konnte man sich nicht entschließen, dieses Amt einer anderen Person zu übertragen. Jubiläum des Theatervereins Heggen. Am 17. Oktober feiert der „Theaterverein Heggen 1924“ sein 30jähriges Stiftungsfest in der Schützenhalle. Ein buntes Programm mit einem Querschnitt durch 30 Jahre wurde hierfür zusammengestellt. Während der Veranstattung spielt das Heggener Streichorchester. Vorher wird das Erntedankfest gefeiert. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr. Karten sind im Vorverkauf im Geschäft Bertels zu haben. Heggen. Die beiden Sechsfamilienhäuser am Hollenbecker Weg können bald bezogen werden. Um weiteres Baugelände für noch sechs Häuser zu gewinnen, wird eine Straße durch den Sinkel gebaut, die der Firma Karl Seelbach in Attendorn in Auftrag gegeben wurde. Grevenbrück. Eine musikalische Feierstunde findet heute um 20 Uhr in der ev. Kirche statt. Mitwirkende sind der Gemischte Chor, der Männerchor und der Posaunenchor aus Struthütten, Kreis Siegen. Eintritt wird nicht erhoben. Verkehrsunfall Biggen. Am 14. Oktober wurde um 17 Uhr ein Pkw von einem entgegenkomMielle Staft onstrengender Hausurbeit nur mühelose Hondreichungen Herrliche Modelle von DM 129.- bis OM 248.bequeme Teilzahlung Vorführung und Prospekte kosfenlos im Fachhandel am besten Counin(teme o. Seile 40 Johre bewöhnt bei esichis-Ausschlog, Pickel, tkrem Hautjucken osw. Leupin-Tee blutreinig ,obführend.I Apth. U. Droger. levpin-Puder mit 5 haulwirksomen Wertstoffen ru sein, ist das erstrebenswerte Ziel. Gehen Sie aufs Ganze. Nehmen Sie gleich die auch in schweren Fillen von Husten, Bronchitis, Bronchialasthma, Verschleimung und Luströhrenkatarrh wirksame HeilpflanzenKomposition nach dem Versahren von Dr. med. Boether. Dr. BoetherBronchitten sind stark schleimlösend und das Bronchiengewebe krästigend. Der mitverwendete Wild-Plantago beseitigt besonders rasch qualenden Hustenreiz. In den letzten Jahren gebrauchten Hunderttausende dieses durdhigreifende Spezialmittel. Packg. zu M 1.45 u. 3.40 in Apotheken. Dr. Boether-Bronchitten verstärkt mit Wild-Plantago M k LASSEN SIE SICH NICHT BEEINFLUSSEN...1 Überzeugen Sie sich selbst. Bevor Sie sich einen HandstrickApparat anschaffen, lassen Sie sich den modernen„Knittax M 2“ kostenlos und unverbindlich vorführen. Von Narvik bis Capstadt kennt man ihn als Präzisionsgerät mit internationalen Auszeichnungen. Leichte Handhabung, hohe Leistungen: Pullover in 45 Minuten, Socken in 35 Minuten. Günstiger Preis: DM 195,—. Zahlungserleichterung. Die Vorführstelle für Ihren Wohnort erfahren Sie durch die mit uns vertraglich gebundenen Vertriebsstellen: P. Sonnen, Kierspe(Altena), Am Hammerkamp U. Witt, Wulferdingsen 163, b. Bad Oeynhausen L. Kemmler, Krefeld, Hansastraße 103 Kostenlosen Prospekt erhalten Sie von Karl Steinhof, Apparatefabrik, Abt. 2 Berlin N 65 Müllerstraße 138d . Sie von brik, Abi. 2= AEE menden Kombiwagen in den Graben gedrückt. Der Pkw überschlug sich und wurde schwer beschädigt. Die Nummer des Kombiwagen konnte nicht festgestellt werden. Oberelspe. Am Sonntag führt der MGV Harmonie seine diesjährige Sauerlandfahrt durch. Vor der Abfahrt ist in der Dorfkirche eine Gemeinschaftsmesse, in welcher der Chor singt. Dr. Nyssen sprach Altenhundem. Vor einem ansehnlichen Zuhörerkreis sprach hier im kath. Jugendheim der bekannte Kunsthistoriker Dr. Willy Nyssen zum Thema:„Gothische Glasmalerei— Spiegel des Glaubens“. Sein Vortrag wurde von Lichtbildern untermalt. Für die dankbaren Zuhörer war es ein Vortragsabend, der ihnen Wertvolles vermittelt hat. Staatsbürgerkunde Meggen. Das Seminar für Staatsbürgerkunde, Olpe, veranstaltet am Dienstag, dem 19. Oktober, um 20 Uhr im Jugendheim einen Vortragsabend für Jungmänner bis zu 30 Jahren mit anschlieBender Diskussion. Progymnasium Altenhundem im Endspiel Fußballturnier der höheren Schulen— Schöner Erfolg Lohnende Arbeit im Steinkohlen-Bergbau Kommenden Montag aufklärende Filmvorführungen im Kreise Kreis Olpe. Der Steinkohlen-Bergbau hat einen laufenden Bedarf an Arbeitskräften. Er bietet den darin Beschäftigten eine lohnende Arbeit. Viele haben darin in den letzten Jahren eine neue Heimat gefunden. In der Entlohnung steht der Bergbau in der Spitzengruppe der Industriearbeiter. Urlaub, Familienheimfahrten und Deputatkohle werden im Rahmen der tariflichen Bestimmungen gewährt. Unterkunft und Verpflegung erfolgen in sauberen u. neuzeitlichen Wohnheimen. Verheiratete haben Aussicht, innerhalb 12 Monaten eine Wohnung zu bekommen und die Familie nachzuziehen. Zwischenzeitlich wird die doppelte Haushaltsführung durch Gewährung von Trennungsgeld erleichtert. Ueber Einzelheiten wird ein Vertreter der Bergbau A.-G.„Neue Hoffnung" Oberhausen in einem besonderen Vortrag mit Filmvorführung am Montag, dem 18. Oktober, an folgenden Orten und zu folgenden Zeiten sprechen: Attendorn: 9 Uhr in der Hilfsstelle des Arbeitsamtes, Hotel Kaiserhof, Altenhundem: 13.00 Uhr in der Hilfsstelle des Arbeitsamtes, Sauerlandhalle, Olpe: 16.30 Uhr im Arbeitsamt, Zimmer 20. Ledige und verheiratete Bewerber im Alter von 16 bis 35 Jahren, die den Bergmanns-Beruf ergreifen wollen, werden gebeten, diese Vorstellung zu besuchen Altenhundem. Im Rahmen des Fußballturniers der westfälischen höheren Schulen hatte die Mannschaft des Progymnasiums Altenhundm am Mittwoch in Altena gegen das Gymnasium i. A. aus Hemer zu spielen. Von etwa 50 Schlachtenbummlern(Mitschülern, Mitschülerinnen und Lehrkräften) begleitet, fuhr die Mannschaft nach Altena, wo zunächst beim Anblick der gegnerischen Mannschaft alle Siegeshoffnungen dahinschwanden. Den Altenhundemer Spielern, die zum Teil gerade 14 Jahre alt waren, standen 11 große, muskulöse Gestalten gegenüber, die offensichtlich ebenso überrascht waren, einen körperlich so stark unterlegenen Gegner vor sich zu haben. Als aber das Spiel begann, zeigte sich schnell, daß die kleinen Altenhundemer viel flinker waren, viel zügiger kombinierten und über weit mehr Balltechnik verfügten. Paul Hebbeker schoß das Führungstor, Friedhelm Brüggemann nach der Pause das psychologisch entscheidende Tor, Manfred Biber verwandelte einen Handelfmeter mit unhaltbarem halbhohem Schuß zum dritten Tor und schuf einige Minuten vor Schluß mit einem weiteren Tor das Endergebnis 4:0. Der Kampf spielte sich fast ausschlieslich in der Spielhälfte von Hemer ab, in der sich oft 21 von 22 Spielern befanden. Die von Sportlehrer Stickeler trainierte und betreute Altenhundemer Mannschaft spielte in der Aufstellung: Ernst-Otto Großheim, Manfred Wandersleben, Peter Brüggemann, Peter Möllers. Meinolf Japes, Ulrich Ewers, Paul Hebbeker, Manfred Biber, Friedhelm Brüggemann, Elmar von Schledorn, Friedhelm Müller. Der Unterhaltsträger der Schule hat der siegrelchen Mannschaft in dankenswertem Sportverhältnis einen Fußball gestiftet. Die Altenhundemer Schülermannschaft hat sich mit diesem Sieg für das südwestfälische Gruppen-Endspiel qualifiziert, das in 14 Tagen stattfindet. Der Gegner wird je nach dem Ausfall der übrigen Vorund Zwischenrundenspiele entweder das Gymnasium Lüdenscheid, das Gymnasium Altena oder das Gyymnasium Menden sein. Die übrigen südwestfälischen Schulen sind inzwischen schon ausgeschieden. Neues aus Attendorn Ein Chor- und Orchesterkonzert veranstaltet am Sonntag um 17 Uhr in der Schützenhalle der MGV„Cäcilia“. Bei diesem Konzert wirken 60 Musiker der Kölner Orchestergesellschaft 1888 und über 100 Sänger der„Cäcilia“ mit. Diese Tatsache und die Ausgestaltung des Piogramms lassen ein hervorragendes musikalisches und gesangliches Erlebnis erwarten. 78 Jahre alt wird morgen Frau Maria Kutsch geborene Uth, wohnhaft Schüldernhof. Die Freiwillige Feuerwehr tritt morgen um 7 Uhr zu einer Uebung an. Das ist die letzte Uebung vor der großen Schlußübung, die am nächsten Sonntag stattfindet. Hochbetrieb herrscht z. Zt. auf der Kölner Straße. Mit einem Bagger wurde das Erdreich ausgehoben, um Raum für die neue Packlage zu erhalten. Die Bordstelne wurden inzwischen versetzt, so daß die neuen Abgrenzungen schnurgerade verlaufen. Seitlich wird der Bürgersteig mit Kleinpflaster versehen. Nicht mehr lange und die Kölner Straße wird eine Musterstraße sein, der hoffentlich bald viele Straßen in Attendorn folgen mögen. Ein Allfahrplan vom Verkehrsverein wurde wieder für das kommende Winterhalbjahr herausgegeben. Der Plan erfreut sich einer allgemeinen Beliebtheit. Totenglocke. In Ennest starb im Alter von 55 Jahren der Invalide Josef Siepe. Im Krankenhaus Attendorn verstarb im Alter von 68 Jahren Frau Josefine Michels aus Dünschede. R. i. p Gottesdlenste Sonntag, den 17. Oktober Katholischer Gottesdienst St. Martinus: 6, 7 und 8.15 Uhr hl. Messen, 9.30 Uhr Hochamt, 11 Uhr letzte hl, Messe. 14 Uhr Andacht für die Kinder. 20 Uhr Andacht. St. Mariae Himmelfahrt: 7.30 Uhr hl. Messe, 9.30 Uhr Hochamt, 14.30 Uhr Andacht. Evangelischer Gottesdienst Olne: 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, 10.45 Uhr Kindergottesdiens, 9.30 Uhr Gottesdienst in Heid, 16.30 Uhr Gottesdiens in Wenden(Kath. Kirche).— Mittwoch: 15 Uhr Frauenhilfe Heid.— Donnerstag: 15 Uhr Frauenhilfe Drolshagen, 16 Uhr Frauenhilfe Olpe. Attendorn: 9.30 Uhr Gottesdienst, 11 Uhr Kindergottesdienst; in Papiermühle 13.30 Uhr Kindergottesdienst, 14.30 Uhr Gottesdienst. Mittwoch 16 Uhr Frauenhilfe Attendorn und 20 Uhr Bibelstunce in Dahlhausen. Donnerstag 20 Uhr Bibelstunde Attendorn. Grevenbrück: Heute um 20 Uhr musikalische Feierstunde—„Jesus der Weg des Lebens“(Gemischter Chor, Männerchor, Posaunenchor Struthütten und Posaunenchor Grevenbrück).— Männersonntag:„Bringt das Wort an den Mann!“ 9 Uhr Gottesdienst; 10.15 Uhr Kindergottesdienst; 15 Uhr Niederhelden, Altersheim: Gottesdienst.— Mittwoch: 15.30 Uhr Frauenhilfe: Der Herrenhuter Missionar kommt gerade aus Südafrika und wird vom Hlubiland erzählen; 20 Uhr Der Jugendkreis(Mädchen und Jungmänner) lädt jedermann herzlich ein zum Farbfilm aus der Arbeit der Herrenhuter Mission in Südafrika(Hlubiland) „Afrika, das ist dein Weg!“ Missionar K. Bonk.— Donnerstag: 20 Uhr Posaunenchor. Altenhundem-Meggen: 9.30 Uhr Altenhundem; 10.45 Uhr Kindergottesdienst; 8.45 Uhr Würdinghausen; 10.15 Uhr Wirme; 11.45 Uhr Heinsberg. Aerztliche Vertretung Sonntag, den 17. Oktober, in Olpe: Dr. Loeser, Kölner Straße, Ruf 563. Die Vertretung beginnt bei Verhinderung des Hausarztes am Samstag um 13 Uhr und endigt am Montag um 7 Uhr. Bereitschaftsdienst der Apotheken Dienstbereit ist in Olpe sonntags und nachts ab Samstag, dem 9. Oktober, 19 Uhr, die Adler-Apotheke, Ruf 433. Zusammenstoß Maumke. Zu einem Zusammenstoß mit Sachschaden kam es am 13. Oktober um 14.45 Uhr auf der Bundesstraße 236, als ein Pkw einen Lkw überholen wollte. Morgen Tv-Vereinsmeisterschaften Olpe. Am morgigen Sonntag um 10 Uhr werden die diesjährigen Vereinsmeisterschaften des Olper Turnvereins auf dem Platz des Städtischen Gymnasiums an der Imbergstraße ausgetragen. Die Uebungen bestehen aus einem leichtathletischen DreiKampf, an dem sich Turner und Turnerinnen aller Altersklassen vom 14. Lebensjahre an beteiligen können. Gleichzeitig ist Gelegenheit, die Prüfungen für das Sportabzeichen abzulegen. FILMSCHAU Olpe:„Verdammt in alle Ewigkeit“;„Hinter Klostermauern“;„Das zauberhafte Land“ Attendorn:„Im Schatten der Krone“; „Schiffbruch der Seelen“ Grevenbrück:„Ehestreik“;„Abenteuer in Algier“ Altenhundem:„Der Zigeunerbaron“; Kirchhundem:„Regina Amstetten“;„Drei Fremdenlegionäre“ Meggen:„Eine Liebesgeschichte“;„Colorado“ Meschede:„Der Zigeunerbaron“;„Zorros Rückkehr“ Fredeburg:„Der erste Kuß“ Bestwig:„Die Privatsekretärin“ Siegen:„Starparade“(Apollo);„Die Wüste lebt“(Central);„Hölle unter Null“ (Charlotten);„Meine Schwester und ien“ (Roland-Weidenau). Für Handwerker und Gewerbetreibende llefern wir Rechnungen Briefblätter Postkarten Briefumschläge Arbeitszettel Paketkarten Aufklebezettel Anhänger Expreßgutkarten Frachtbriefe Wechselformulare Zahlungsbefehle und alle sonstigen Drucksachen Verlagsanstalt F. X. Ruegenberg Olpe Das leistungstählge Haus für moderne Druckarbelten Una Dein Kopf bleibt kl Großverstelgerung v. gebr. Kfz. je den Samstag v. 14—19 Uhr. Finan zlerungsmöglichkelt. Auto-Groß verstelgerung, Dortmund, Evinger Str. 363(Bundesstr. 54 Dtmd.-Lu nen). Tel. 3 40 14 stda Zauber der lugend ist das Geheimnis, das die Frou begehrenswert macht. Sie können diesen Zouber gewinnen, Ihren strahlenden Liebreiz und ihren jugendlichen Schwung be wahren durch tiebfeit und inren Füengeld Bedeutendes, sehr bekanntes Versicherungsunternehmen(Lebens-, Kranken-, Sachwertevers.) hat große Inkassobestände an geeignete Bewerber (Angestellte, Lehrer und pens. Beamte bevorzugt) zu vergeben. Schriftliche Bewerbungen u. ZJ 1348 an G. Geerkens Anz.-Mittl., Hagen. Im Blickpunkt des Erfolges! Eheanbahnungs-Institut Frau Dorothea Romba Gründungsjahr 1930 Fillale: Dortmund, Wilhelmstr. 76— Ruf 21 964 — Sprechz. tägl., auch sonntags, v. 10—18 Uhr, montags geschlossen. Schöne tbe-freie, rotbunte KUH Ende Oktober kalbend, zu verkaufen. Zu erfragen unt. Nr. 1076 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Achtung! Kleinspitzchenliebhaber, auch Züchter! Gebe ab zu annehmbarem Preis meine 7-jährige schwarze Hündin„Citta“, Stammbaum, Ausstellung Köln 1951 mit„vorzüglich“ bewertet, gut zur Zucht, 9. Juni 1954 geworfen. Krause, Olpe, Winterbergstr. 10 Tbc-freie Fahrkuh Anfang November zum zweitenmal kalbend, zu verkaufen. Zu erfragen unt. Nr. 1065 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Möbel ohne Anzahlung bis 18 Monatsraten an Lohn- und Gehaltsempfänger. Zuschriften(Postk. genügt) an Willy Gärtner, Wehnbedert Essen, Belfortstraße 21/103 ACELLA Die neue Wandbespannung arbeitet Ihnen in vielen Farbmustern und Ausführungen Ihr Raumausstatter Josef Dornseiffer Olpe, Bahnhofstraße 3- Fernruf 9794 Öffentliche Mahnung Die Rückstände der bis zum 15. Öktober 1954 fällig gewordenen Grundsteuer, Kanalgebühren, Müllabfuhrgebühren, Schulgelder für die Oberschulen, Mittelschulen, Musikschulen, Krankentransportkosten und der sonstigen öffentlichen Abgaben werden zur Zahlung binnen 3 Tagen angemahnt. Nach Ablauf dieser Frist werden die Rückstände zwangsweise beigetrieben und außerdem Verzugszuschläge erhoben. Olpe. den 16. Oktober 1954 Stadtkasse Attendorn Amtskasse Attendorn Amtskasse Drolshagen Amtskasse Grevenbrück Stadt. und Amtskasse Olpe als Vollstreckungsbehörde JUGOSLAWIEN und Sie? Millionen Frauen schwören auf„Nur-Suwa-Wäsche Millionen Frauen können sich nicht irren! /Kein Fleck— kein Schatten mehr zu sehen! Wie das reinigt! Richtig dunkel wird die Lauge! Wunderbar: Waschtag aus einem Paket! Worüber man in Belgrad spricht Empfang bei Marschall Tito- Aus zwei Männern wurde einer In den Wohnhäusern von Belgrad und Agram unterhält man sich gelegentlich flüsternd darüber, daß Tito gar nicht Tito sei, daß der neue Marschall und der alte Partisanenführer nicht miteinander identisch seien. Und während man in der eine Russin und kehrte 1920 in die Heimat zurück. Er wurde„Walter Gligorijewitsch“, der beste Agent des Kremls, wurde ins Gefängnis geworfen, heiratete nach seiner Freilassung eine Slowenin, von der er sich 1946 ohne Aufhebens wieder scheiden ließ. „Genosse Walter“ galt bei der Komintern jugoslawischen Hauptstadt behaglich den. als zuverlässig, überstand die ParteiViele Touristen finden Italien im Herbst besonders schön.— Ein Schnappschuß vom St.-Peters-Dom in Rom kommt als Erinnerung mit in den„kalten Norden“ AGYPTEN Heilige Wasser von Karm Abu Menas Kirchenstadt im Wüstensand— Einst Residenz des Kaisers von Ostrom Kairo.— In der libyschen Wüste, genauer in der Provinz Mareotis, entstehen neue große Oasen, umgeben von Feldern und Gärten. Die ägyptische Regierung, gestützt auf das amerikanische Punkt-4-Programm für unterentwickelte Gebiete, hat dort umfangreiche Grabungen durchgeführt. Man fand in weitem Umkreis Grundwasser, bohrte eine erhebliche Anzahl von Brunnen und legte damit den Grundstock zu einem großzügigen Bewässerungssystem. Wieder beginnt dort neues Leben zu blühen, wo im Altertum die Stadt Karm Abu Menas lag, die„Weinberge des Vaters Menas“, seit Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. nur noch ein vom Wüstensand verschüttetes Ruinenfeld. Die Neuzeit kannte von der in der gesamten Alten Welt berühmten Stätte nur noch Legenden und anonyme Reiseberichte. Erst um 1900 entdeckte der deutsche Forscher Karl Maria Kaufmann die Reste der Stadt, die einst 40 000 Quadratmeter Fläche bedeckt hatte. Zwischen 1904 und 1907 wurden marmorne Paläste, Villen, vier Basiliken, Klöster und Gasthäuser ausgegraben, alles Merkmale einer berühmten Wallfahrtsstätte, Sie war dem heiligen Menas geweiht, einem athenischen und später in Agypten ansässigen Soldaten, der in Kleinasien den Märtyrertod starb, weil er sich entgegen den Gesetzen des Kaisers Diokletian zum Christentum bekannt hatte. Seinem Wunsch gemäß brachten seine Freunde die Leiche auf einem Kamel zur Bestattung in die Heimat. Aber in der Wüste blieb das Tier stehen und war nicht zum Weitergehen zu bewegen. Man deutete das als Wunsch des Märtyrers, an dieser Stelle begraben zu werden. Das Grabmal zeigte die Gestalt des Toten, wie er zwischen zwei Kamelen steht. Der Ruf von der Wundertätigkeit eines in der Nähe gegrabenen Brunnens begann mit der Erzählung eines Hirten, dessen Lamm nach dem Trinken des Wassers gesund geworden war. Bald fanden die herbeiströmenden Kranken dort Heilung, Lahme und Blinde, Krüppel und Aussätzige, Söldner und Prinzessinnen. Der Kaiser von Östrom verlegte für längere Zeit seine Hofhaltung hierher. Kirchen entstanden, und eine üppige, wohlhabende Stadt gewann an Raum. Ein großes Bewässerungssystem ermöglichte Wein- und Gartenbau. Die einfache Basilika, die man kurz nach dem Tode des Menas»(296) über seinem Grab erbaut hatte, wich ein Jahrhundert später einer prächtigen Marmorkirche. Sie war von Kanälen durchzogen, die das heilige Wasser zu den Bädern und Kabinen im Kirchenraum und in einer anschließenden Bäderhalle, sowie zum unterirdischen Baptisterium leiteten. Aus den Brunnenlöchern im Boden der Kirche schöpften die Gläubigen die Krüge voll. In versiegelten flachen. Tonflaschen mit dem Grabbildnis des Heiligen exportierte man das Wasser in das ganze christliche Abendland bis nach Skandinavien. Doch nach der Blütezeit im 5. und 6. Jahrhundert zeigten sich die ersten Anzeichen des Verfalls. Später eroberten die Araber die Stadt, die Kirchenherrschaft zerflel, und in den Zeiten des islamischen Regiments verödete Karm Abu Menas. Das Wassernetz wurde zerstört, die Bauten versanken im Sande. Das antike Lourdes starb, nun aber soll es fast 1000 Jahre später als moderne Siedlung auferstehen. Koptische Christen werden als erste eine Wallfahrt zu der heiligen Stätte des Frühchristentums unternehmen und über der Stätte beten, an der einst die Gebeine des Heiligen beigesetzt waren. Mokka schlürft, fühlt man sich durchaus nicht immer als Kommunist. Man möchte dennoch nicht auf den Marschall verzichten, schaukelt zwischen Westen und Osten mit und findet das relativ vernünftig. Es ist daher durchaus belanglos, was mir mein Tischnachbar geheimnisvoll anvertraut. Er sagt mit halber Stimme, der neue Tito sei 5 bis 6 Jahre jünger als der alte, außerdem kleiner von Statur, und sein fließendes Deutsch als ehemaliger k. u. k. Öffizier klinge zuweilen sehr gebrochen. Auch von seiner ersten Frau und dem nun schon 31jährigen Sohn Zarko aus erster Ehe sei öffentlich nicht mehr die Rede. Allan Dulles, Bruder des US-Außenministers, habe bei der fraglichen„Rollenvertauschung“ bei Kriegsende seine geschickten Hände im Spiele gehabt, um Moskau einen Satelliten abspenstig zu machen. Und ich höre höflich und mit halbem Ohr dieser Erzählung zu, etwas besorgt, daß ein Parteikommunist aus diesem Gespräch falsche Schlüsse zieht. Denn man— der Nachbar und der ausländische Gast— freut sich hier in aller Bescheidenheit der kleinen neuen Freiheiten, die nach und nach im„titoistischen“ Jugoslawien wieder gestattet werden. Über den Herrn aller Serben, Kroaten und Slowenen aber läßt sich nur vermelden, daß er ähnlich seinem iberischen Gegenbild, dern Generalissimus Franco, ungeachtet aller Schwierigkeiten fest im Sattel sitzt. Die erwähnten Gerüchte über ihn konnten nur deshalb aufkommen, weil der proletarische Grandseigneur von Belgrad mit seinem Lebensschicksal dazu Anlaß gab. Denn aus zwei Männern wurde wirklich einer. Vor nun fast 63 Jahren wurde Josef Broz im kroatischen Hinterland von Zagorien als siebentes von fünfzehn Kindern eines Kleinbauern geboren. Tellerwäscher in Sisak nach Besuch der Dorfschule, Maschinenschlosser in Pilsen, München und Wien,„Herr Sozialist“ in der österreichischen Armee, als Hauptfeldwebel und einer der besten Fechter der Armee, im Weltkrieg dann in russischer Gefangenschaft. Zu Fuß lief er dann vom Ural bis nach dem Leningrad der Oktoberrevolution, wurde Kommunist, heiratete sauberung und nannte sich seit 1937 dann Tito. Ein Mann der Wandlungen und der vielen Namen... Dieser Tito war es, der in den bosnischen Schluchten mit seinen Partisanen den deutschen und italienischen Soldaten das Leben zur Hölle machte, um schließlich aus dem Inferno des Fartisanenführers über Nacht zur Würde eines Staatschefs zu avancieren, ja, in dieser Stellung sogar mit den alten Auftraggebern im Kreml zu brechen. Der Name Tito blieb in den Jahren der erneuten Wandlung nach dem Weltkriege. Aber an der Seite der glutäugigen, klugen und gesellschaftlich gewandten Partisanen-Majorin Jovanka, die als erste Dame des Landes seine dritte Lebensgefährtin wurde, entstand wiederum ein neues Bild des weltmännischen, goldbetreßten Josef Broz-Tito. Es gibt jetzt ein strenges, glanzvolles NORWEGEN Zeremoniell: mit Zehntausenden von jubelnden Menschen auf den Straßen und Plätzen, im gewaltigen Kuppelbau der Skupschtina, im Weißen Schloß, im Stadtpalais der ehemaligen Dynastie Karageorgewitsch und im umgebauten Sommerschloß des letzten Königs. Alte holländische und französische Meister an den Wänden; ein Park, in dem hell die Lichter erstrahlen; eine Gastfreundschaft, die Champagner, jedoch auch einheimische, schärfere Getränke kredenzt.. Es erscheinen: der Sowjetbotschafter Waljkow neben dem britischen Botschafter Sir Ivo Mallet, jedesmal aber auch im reichen Ornat die Würdenträger der orthodoxen, katholischen und islamischen Geistlichkeit. Tito selbst paradiert in dunkelblauer Uniform, umgeben von schönen Frauen und eleganten Männern. Musikalischer Rahmen: nicht die Internationale, die der Partei vorbehalten ist, sondern die Nationalhymne und das „Lied der Slawen“. Und entgegen den Gerüchten spricht der Marschall fließend Deutsch, Russisch, aber jetzt auch bald Französisch und Englisch. Ein neuer, wieder völlig gewandelter Josef Broz-Tito,„Le Président de la République Populaire Fédérative“, Marschall von Jugoslawien. Der Henker unter den Tieren Das blutdürstigste Raubtier Europas—„Der Teufel wohnt im Vielfraß“ Ein Schweizer Jäger wurde von einem skandinavischen Freund zur Jagd eingeladen. Als sie durch die nordische Felsenwildnis streiften, sah der Gast den abgetrennten Kopf eines Rentiers haushoch auf einem Tannenmast.„Warum macht ihr euch diese Mühe?“, fragte der Schweizer kopfschüttelnd.„Wir?“, erwiderte der Skandinavier,„es würde uns nie einfallen, solch ein Wahrzeichen aufzustellen. Das hat ein Vielfraß getan“. Wenn dieser Riesenmarder ein Ren gerissen und sich sattgefressen hat, dann trennt er wie ein Henker den Kopf seines Opfers vom Körper und pflanzt ihn irgendwo hoch auf, auf einem Felsen oder im Geäst eines Baumes. Dieses plumpe, kaum 15 Kilo schwere Tier, das aussieht wie ein kleiner Bär und das die Höhlen der skandinavischen Berge bewohnt, ist so wild, daß ihm selbst Bären und Wölfe aus dem Wege gehen. Man sagt, ein Löwe sei gegen den Vielfraß zahm Man sieht sofort: Eine Mutti wäscht noch nicht mit SUWA Man muß etwas von sich hören lassen! Sonst wird man vergessen.. Dem Einzelhändler geht es genau so. Er kann nicht alle seine Kunden anrufen, damitsie ihn in Erinnerung behalten. Diese Arbeit nimmtihm jederzeit gern die Zeitungsanzelge ab. Sie spricht täglich zu Tausenden und aber Tausenden für den Geschäftsmann! Sie erhält ihm die Stammkundschaft und gewinnt neue Käufer! und ein Fuchs dumm. Er kann denken wie ein Mensch, behaupten die Jäger, und erzählen Wunderdinge. Ein Indianer hatte im Winter seine Schneeteller hoch aufgehängt— der Vielfraß zerfetzte sie ihm nachts lautlos. Er stahl ihm sogar das Gewehr und die Streichhölzer, dann zertrümmerte er die Hütte und machte alle Nahrungsmittel unbrauchbar. Das schädlichste und blutdürstigste Raubtier Europas hat man den Vielfraß genannt, und die Eskimos fürchten ihn ebenso wie die Rentierzüchter Kanadas und Sibiriens. Mancher Jäger, dem er heimlich die Skier zerfetzte, kam in Schnee und Eis um. In einem Zoo riß diese Bestie in der ersten Nacht einen Eisbären, der zehnmal schwerer war als der Vielfraß. Er ist das mutigste Tier der Erde und kämpft bis zur Vernichtung mit sichelartigen Krallen und messerscharfen Zähnen. Was er richt vertilgen kann, vergräbt er und besudelt es durch ein Sekret seiner Stinkdrüsen. Früher wohnte der Vielfraß sogar in unseren Alpen, dem Ren folgend. Heute kommt er in Europa nur noch in Skandinavien vor, wo ihn jeder Jäger haßt wie den leibhaftigen Teufel. Mammutwerk Kitimat In dem kanadischen Wunderwerks von Kitimat wurde mit dem Guß des ersten Aluminiumbarrens die erste Phase zur jährlichen Erzeugung von mehreren hunderttausend Tonnen Aluminium abgeschlossen. Zu den mit über einer viertel Milliarde Dollar veranschlagten Gesamtkosten gehörte zunächst der Bau eines mächtigen Wasserkraftwerkes, das in einer eigens zu diesem Zweck in die Rocky Mountains gesprengten Höhle von 250 Meter Länge, 28 Meter Breite und 40 Meter Höhe angelegt wurde. Ein riesiges Staubecken, das mehrere Seen umfaßt und zu einem einzigen Wasserspeicher vereinigt, ein 16 Kilometer langer Wassertunnel mit insgesamt"50 Meter Höhenunterschied und teilweise 45 Grad Gefälle sowie 8 Turbinen mit je 130 000 PS gehören außerdem zu dieser Kraftanlage, die Hochöfen, Maschinen und Metallschmelzen in Kitimat speist. Das einstige Fischerdorf Kitimat am Pazifischen Ozean hat bereits jetzt den Charakter eines großen Umschlaghafens. PMILIPS Czockentasietet Rasiert gleichzeitig mit dem Strich und gegen den Strich. Diese Wirkung wird durch die Drehrichtung der beiden Schermesser erreicht. Ist an jeder Steckdose betriebsbereit. Der Universal-Stecker paßt für Gleichund Wechselstrom, 110 und 220 V, Normal- und Schuko-Steckdosen. Rasiert den Bart und nicht die Haut. Der Scherkopf spannt und glättet die Haut. Die Haare treten aus den Poren heraus. Nach dem Schneidvorgang verschwindet das Haarende in der Hautoberfläche. Nur Suwa zum Einweichen! Nur Suwa zum Kochen! Ja, das ist Suwa-weiß! Warum noch etwas anderesnehmen? x Paket Suwa— das ist alles, was Sehen Sie doch selbst! Sogar die Nichts paßt ja besser zu Suwa als Sie brauchen. Die Zeit der Enthär- alten Laken und die oft getragenen Suwa. Nur Suwa kann richtig auf die tungsmittel und Zusätzeist überlebt, Hemden sind wieder weiß wie neu. große Suwa-Wäsche vorbereiten. Suwa allein wäscht außergewöhn- strahlend Suwa-weiß. Und wie Es löst schon den meisten Schmutz. lich intensiv und doch so schonend. herrlich alle Farben wieder leuchten. Waschen Sie modern— zum zeitgerechten Preis SUWA-weiß er 85e. und fonbenfrisch DEUTSCHE PHILIPS GMBN Mikroskopische Untersuchungen haben ergeben, daß beim Rasieren mit dem PHILIPS Trockenrasierer größtmögliche Schonung der Haut erreicht wird. Daher ist PHILIPS der zur Zeit meistverkaufte Trockenrasierer in Deutschland und in der Welt. HAMBURG Die Liga der stehlenden Frauen Binnen drei Jahren Kleider im Werte von 400 000 DM erbeutet— Aushilfsverkäuferinnen machten Sommerschlußverkauf auf eigene Rechnung Stockholm. Acht Frauen werden demnächst vor dem Stockholmer Amtsgericht stehen. Sie waren nicht nur Freundinnen im Alltag des Gemüseeinkaufs und im Festtag des Kaffeekränzchens, sondern auch im— Stehlen. Drei Jahre lang haben sie die sehn Warenhäuser Stockholms heimgesucht, nicht aus Freude am gelegentlichen Stehlen, sondern planmäßig. Befehlshaber der Liga war eine 46jährige Kassiererin. Sie ging als einzige nicht mit auf Diebesfahrt, sondern betätigte sich als„Hehlerkönigin“. Als die Polizei die Wohnungen der 30 bis 45 Jahre alten Frauen durchsuchte, konnte sie noch gestohlene Kleider im Werte von 30 000 Kronen beschlagnahmen. Der Gesamtwert der Beute in diesen drei Jahren drückt sich jedoch in einer erheblich höheren Summe aus. Die Polizei schätzt, daß sie an eine halbe Million Kronen(400 000 DM) heranreichen wird. Die Liga der stehlenden Frauen nutzte in allen Kaufhäusern jedes Gedränge aus, das sich an den großen Tagen der Ausverkäufe und bei anderen Gelegenheiten mmmmmmmmmmmmmmmmmmnn Schlafwandelnd mordet man nicht Die Ausreden der Madame van Praet— Zwanzig Jahre Zuchthaus für einstige Schönheitskönigin Brüssel.— Zu zwanzig Jahren Zuchthaus verurteilte ein Brüsseler Gericht die 53jährige Elisabeth van Praet. Von sieben Geschossen durchbohrt hatte man im Januar 1953 ihren Mann, den Chevalier van Praet, tot in der Wohnung aufgefunden. Es bestand kaum ein Zweifel daran, daß die Frau das Verbrechen begangen hatte. Madame van Praet aber führte zu ihrer Verteidigung ein außergewöhnliches Argument an. Sie sei Schlafwandlerin, erklärte die„Miß Belgien“ des Jahres 1921, und habe erst von dem Verbrechen erfahren, als die Polizisten in das Haus eindrangen. Sie selbst hatte von einem Fenster des obersten Stockwerks aus um Hilfe gerufen. Die medizinischen Sachverständigen sagten dagegen aus, es sei einem Menschen unmöglich, schlafwandelnd mit derartiger Genauigkeit zu zielen. Alle abgefeuerten Schüsse hatten das Opfer getroffen. Zu allem Überfluß sagten andere Zeugen auch noch aus, daß Madame van Praet im Garten oft Schießübungen machte. Um die Zahl der Beweise weiter zu erhöhen, legten Polizisten dem Gericht einen großen Koffer vor. Man hatte ihn im Badezimmer der Mörderin unter den Fliesen hervorgeholt. Der Koffer enthielt Juwelen, Devisen, Goldmünzen und Wertpapiere, die Madame van Praet ihrem Mann vor dessen Tod systematisch gestohlen hatte. Gesamtwert der Beute rund 100 000 Mark. Die Mörderin will auch nichts davon wissen.„Das muß ich ebenfalls im Schlaf versteckt haben“, erklärte sie. Galanie Polizei Mexiko-City.— In Cleveland im amerikanischen Staate Ohio hat die Polizei Weisung, jedem Automobilisten, der sich an die Verkehrsregeln hält, Zigaretten anzubieten. Von dieser Idee sind die mexikanischen Verkehrsbehörden so begeistert gewesen, daß man in Mexiko das gleiche Verfahren eingeführt hat. Nur glaubte man, daß den autofahrenden Damen gegenüber Zigaretten nicht die passende Anerkennung sei. Deshalb erhalten Damen am Volant, die vorschriftsmäßig fahren, von der galanten mexikanischen Polizei einen Blumenstrauß überreicht. Hierbei gibt es jedoch noch Gradunterschiede: Eine Dame, die korrekt fährt, erhält einen Strauß roter Rosen. Wer darüber hinaus den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber besonders rücksichtsvoll ist, einen Strauß Orchideen. Und wenn die Dame am Steuer geradezu ein Muster von Zuvorkommenheit und Rücksicht ist, wird dem Orchideenstrauß noch ein schmeichelhaftes Gedicht beigelegt. lid. Wasserstoffbomben-Ungeheuer Tokio.— Ein Ungeheuer, das durch Zellenteilung nach einer Wasserstoffbombenexplosion entstanden ist, spielt die Hauptrolle in einem japanischen Großfilm, der an diesem Wochenende in den drei größten Kinos Tokios anlaufen wird. Das Monstrum ist halb Wal und halb Gorilla. Dem Film wird ein großer Erfolg vorausgesagt, weil alle Probleme der Atombombe in Japan in gutem wie in bösem Sinne das Publikum interessieren. ergab. Fünf der acht ließen sich sogar als Bock zum Gärtner machen, indem sie Posten als Aushilfsverkäuferinnen oder-expedientinnen annahmen. Für die übrigen drei blieb damit die Rolle der„Käuferin“ übrig, der man wahllos zusteckte, was die Hände fassen konnten, aber auch Kleider zum Anprobieren überließ. Eine der Frauen bekannte, sie habe auf diese Weise bei einer einzigen Gelegenheit zehn Garnituren Nylon-Unterkleider aus einem Warenhaus herausgeschmuggelt. Eine andere beichtete, sie sei in acht von den zehn Geschäften als Aushilfskraft angestellt gewesen und habe in jedem Fall die Arbeitgeber kräftig erleichtert. Ein Teil der gestohlenen Kleider und Waren wurde im eigenen Haushalt verbraucht, das meiste jedoch an Bekannte verkauft. Die Mitglieder der Liga haben außerordentlich klug operiert. Wo sie sich als Verkäuferin und Kundin gegenüberstanden, kannten sie einander nicht. Manchmal inszenierten sie sogar Auseinandersetzungen, um ihr Zusammenspiel zu tarnen. Daß es nun so jäh unterbrochen werden konnte, verdanken die Bestohlenen einem Kniff der Kriminalpolizei. Ihr war vor Jahresfrist gemeldet worden, der letzte Sommerschlußverkauf der Firma„Mea“ habe mit dem Verschwinden von Damenkleidung im Werte von 50 000 Kronen abgeschlossen. Andere Warenhäuser hatten ein ähnliches Ergebnis. Einzelgänger konnten unmöglich solche Warenmengen gestohlen haben. Also mußte eine Bande die Finger in diesem Geschäft haben. Daraufhin wurden etliche Kleider mit besonderen Kennzeichen versehen, über die jeder Polizist in den Straßen Stockholms Bescheid wußte. Als man die ersten Trâgerinnen dieser Kleider faßte, stellte sich heraus, daß sie nichts von den Diebstählen wußten. Sie hatten alles von Bekannten gekauft und bar bezahlt. Diese Bekannten waren die fünf Aushilfskräfte. Als man ihrer habhaft geworden war, konnte man auch die drei„Käuferinnen“ aufspüren. Die acht Frauen reagierten sehr verschieden auf ihre Verhaftung. Etliche ergaben sich wortlos ihrem Schicksal, andere spielten die Rolle einer Verrückten. Als sie jedoch einander gegenübergestellt wurden, bequemten sich alle acht zu umfassenden Geständnissen. Es flossen viel Tränen. Nur die„Hehlerkönigin“ zog höhnische Grimassen. Sie hatte kein Verständnis für so viel Wehleidigkeit nach diesem dreijährigen einträglichen Tanz auf dem Vulkan. BUNTE WELT Durchsichtig Hannover.— Seit der Währungsreform hat jedermann Angst vor einem Kartoffelbauch. Der Verbrauch an Kartoffeln sinkt ständig. Um einen Anreiz zum Kaufen zu geben, beabsichtigt der niedersächsische Kartoffelhandlel, Speisekartoffeln in durchsichtigen Tüten anzubieten, und zwar sorgfältig sortiert und außerdem schon gewaschen. Das, so hoffen sie, soll Appetit machen. lid „Ehrenmaat“ Kopf Hannover.— Hinrich Wilhelm Kopf, Niedersachsens Ministerpräsident, bedient sich gerne der plattdeutschen Sprache. Während seines Amerikaaufenthaltes besuchte er auch die Plattdeutschen Neuyorks. Der„Plattdütse Volksfestvereen“ ernannte ihn zum „Ehrenmaat“. Kopf ist der vierte Deutsche, der in den achtzig Jahren, seit der Verein in Neuyork besteht, mit diesem Titel ausgezeichnet wurde. lid Atomanzug Tokio.— Ein japanischer Wissenschaftler hat einen Anzug erfunden, der den Träger vor den schädlichen Wirkungen von Atombombenexplosionen schützen soll. Dieser Anzug besteht aus einem Gewebe aus Kupferdraht, welches mit einer sehr dünnen Bleischicht bedeckt ist(Blei hält atomare Strahlen ab). Das Ganze ist mit einem weißen Baumwollstoff überzogen, der die Hitze abwehren soll. lid Bier zum Blumengießen? London.— Der Schankwirt Jim Brent, ein mehrfach prämiierter Blumenzüchter aus Bellingham(Northumberland), erklärte, daß er seine wundervollen, wiederholt ausgezeichneten Pelargonien mit Tropfbier zu gießen pflegte. cep. Sonntagstee in der Kirche London.— In der St.-Mary-Kirche in Peckham(England) wird den Gläubigen jeweils am Sonntagabend nach dem Gottesdienst Tee serviert und dazu Gebäck gereicht. Der Vikar, Reverend Geoffrey Earl, meint:„Eine Tasse Tee gehört genau so zur Religion wie das gemeinsame Singen eines Kirchenliedes. cep. In Zukunft nur vier Washington.— Dr. William Howells, Professor der Anthropologie an der Harvard-Universität, hat nach jahrelangen Studien und Forschungen eine wissenschaftliche Abhandlung publiziert, in der er nachweist, daß die Menschen in Zukunft keine kleine Zehe mehr haben werden. Dies wird zu einer Umwälzung in der Fußbekleidung führen. Die Schuhfabrikanten brauchen sich aber vorderhand noch nicht zu beunruhigen, da diese anatomische Veränderung an der Menschheit wahrscheinlich erst nach einer halben Million Jahren eintreten wird. lid Fluschenpost reiste um die halbe Welt Nach 18 Jahren aufgefunden— Von der Tasmanischen See nach Östengland gewandert London.—„Wir werden das Ding als Flaschenpost absenden“, sprach mit lallender Zunge der junge Mr. Mayall und schwenkte eine Bierflasche, in der er seit acht Tagen seine gebrauchten Rasierklingen deponiert hatte. Nach durchfeierter Nacht saß er mit drei Freunden in seiner Kajüte auf einem Dampfer, der irgendwo auf der tasmanischen See herumschwamm. Die Freunde waren Feuer und Flamme. Strömungen getragen, um die halbe Welt. Jetzt fand sie der 15jährige John St. Pierre am Strand von Hertfordshire in Westengland. Sie war mit Muscheln und Seetang bewachsen, und die Rasierklingen hatten ein wenig Rost angesetzt— aber sonst war alles noch so wie vor 18 Jahren. Mr. Mayall, der inzwischen ein würdiger Herr geworden ist, war überaus erstaunt, als er einen Brief aus dem fernen England Also schrieb jeder seine Adresse auf ein Zettelchen, das seinen Platz bei den Rasierklingen fand. Dann schraubte man die Flasche mit dem Patentverschluß fest zu und warf sie aus dem Bullauge.. Das geschah im Jahre 1936. In der darauffolgenden Zeit beschäftigte sich die Welt mit politischen Umwälzungen, mit einem heißen und einem kalten Krieg und sonstigen unangenehmen Dingen. Die Bierflasche aber reiste während dessen, von bekam. Er erinnerte sich sofort an die kleine Episode an Bord des inzwischen längst einem japanischen Torpedo zum Opfer gefallenen Dampfers. Professor K. B. Comberland von der Auckland-Unfversität fand die Weltreise der„Flaschenpost“ so interessant, daß er ihre wahrscheinliche Route zu Papier brachte. Die Karte schickte er dem kleinen John nach Hertfordshire. Das Wunder von San Carlo Pfarrer entlarvt Betrug— Christusfigur mit Blutleitung im Ohr Valparaiso.— Der Pfarrer des chilenischen Städtchens San Carlos auf der Insel Chiloe hat ein Wunder entlarvt, das seit längerer Zeit die Bevölkerung in Aufregung hielt und zahlreiche Pilger vom Festland anlockte. Die im Kirchenvorraum an einem großen Kreuz hängende Christusgestalt wies jeden Freitagmorgen frische Blutspuren an den Nagelstellen der Füße auf. Es handelte sich stets um Tropfen echten Menschenblutes, wie die Untersuchung ergab. Der Zustrom der Gläubigen Junger Fürst in Nöten Nur eine reiche Heirat kann Monaco noch retten- Rainier II. wurde vor den Familienrat zitiert Paris.— Fürst Rainier II. von Monaco hat schwere Stunden hinter sich. Am Nachmittag machte ihm der Finanzminister die unangenehme Mitteilung, das Geldausgeben müsse nun ernstlich eingestellt werden, denn die Staatskasse sei leer. Am Abend hatte der Fürst vor dem Familienrat zu erscheinen. Mama Charlotta führte den Vorsitz. Es gab keine lange Aussprache, sondern nur ein Diktat:„Die Geschichte mit der Pascal muß ein Ende haben. Du richtest nicht nur dich, sondern uns alle zugrunde. Du bist alt genug, um vernünftig zu sein und— zu heiraten!“ Rainier mußte sich diesen Argumenten beugen. Die Dinge im Duodez-Fürstentum Monaco stehen so, daß sein Dasein nur durch eine reiche Heirat des regierenden Fürsten gerettet werden kann, Bis vor etlichen Jahren haben die Fürsten von Monaco keine Geldsorgen gekannt. Aber nun floriert die Spielbank von Monte Carlo, die Haupteinnahmequelle des 22 000 Einwohner zählenden Zwergstaates, nicht mehr. Das Geld strömt nicht mehr in Eine Ziege für Korea Kinder wollen der koreanischen Bevölkerung helfen— Geld aus der Sonntagsschule Granford(New Jersey).— Gertrude, eine reinrassige Milchziege, trat kürzlich mit 115 anderen Artgenossen auf der„S. S. Pacific Bear“ die lange Seereise nach Korea an. Gertrude ist ein Geschenk der Kinder der ersten Presbyterianischen Kirche in Cranford, und eine der zahlreichen von der Züchtervereinigung Heifer Project, Inc. der amerikanischen Hilfsorganisstion für Korea zur Verfügung gestellten hochwertigen Zuchtziegen. Diese Ziegen haben sich in dem rauhen koreanischen Klima gut akklimatisiert und viel dazu beigetragen, die Existenzsorgen der vom Kriege hart betroffenen koreanischen Bevölkerung zu lindern. Die 109 Kinder der Cranford-Gemeinde haben aus eigenen Mitteln 75 Dollar für die Koreahilfe aufgebracht. Gemeinsam suchten sie dann für„ihre Ziegen“ einen Namen, bis man sich schließlich auf Gertrude einigte. Dem Scheck an die Züchtervereinigung lag folgendes Schreiben bei: „Dies ist Geld von unserer Sonntagsschule. Wir wollen dafür eine„Mama-Geiß“ kaufen, die Gertrude heißen soll. 50 Dollar sind für die Geiß, für die restlichen 25 Dollar wollen wir Bruteier erwerben. Vielen Dank auch für die gezeigten Aufnahmen aus Korea, die uns auf diesen Gedanken gebracht haben.“ Eine andere Kindergruppe in Indiana bastelte eine hölzerne Ziege und hängte ihr einen Glasbehälter als Magen um, der sich langsam mit Geldstücken füllte. Dafür kauften diese Kinder ebenfalls eine Ziege für Korea, die unter dem Namen„Milky“ die Reise nach Fernost antrat. Zusammen mit den Ziegen befanden sich eine Anzahl trächtiger Färsen an Bord, die für verschiedene Waisenhäuser und Schulen in Landbezirken Koreas bestimmt waren. Seit 1944 hat die von amerikanischen Kirchenverbänden unterstützte Heifer Project, Incorp. Rinder und Geflügel in 29 unterstützungsbedürftige Länder der Welt verschickt. die Staatskasse, sondern es tröpfelt nur noch. Dabei ist Rainier, 26 Jahre alt, von Jugend auf gewöhnt, sein Leben zu genießen. Als Staatsmann oder Politiker muß er sich nicht in Unkosten stürzen. Die Belange des Fürstentums werden von Frankreich wahrgenommen. Der Regent brauchte also nur prächtige Uniformen oder Anzüge von den besten Schneidern zu tragen, sich in seinen Luxuslimousinen ausfahren zu lassen und in Cannes oder Nizza das Geld auszugeben, das die Spielbank bisher einbrachte. Als in Cannes die Filmfestspiele begannen, gehörte Fürst Rainier natürlich zu den prominenten Gästen. Von den weiblichen Filmsternen, die aus aller Welt gekommen waren, schien ihm einer besonders hell zu leuchten. Es war die französische Schauspielerin Gisèle Pascal. Sie war nicht allein nach Cannes gekommen, sondern mit dem amerikanischen Kollegen Gary Cooper. Es schien so, als ob die beiden die Absicht hätten, nicht nur Film-, sondern auch Ehepartner zu werden. In dieses Idyll brach Fürst Rainier mit sieghaftem Lächeln ein. Gary Cooper reiste empört ab, der Fürst aber freute sich seiner Eroberung. Als Gisèle nach Paris zurück mußte, folgte ihr Rainier in einer seiner Luxuslimousinen und mit wohlgefüllter Brieftasche. Ihr Inhalt reichte jedoch nicht lange, denn Mademoiselle Pascal erwies sich als eine anspruchsvolle Freundin. Was also blieb dem Fürsten übrig, als täglich nach Monaco zu telegraphieren, um den Finanzminister zu bewegen, für die Deckung der Schecks zu sorgen, die Rainier oft genug auszuschreiben hatte? Ein Brief der Frau Mama machte dem Idyll ein Ende. Rainier hatte sich sofort beim Finanzminister und im Anschluß vor dem Familienrat zu melden. Was ihm eröffnet wurde, führte zu einer bitteren Konsequenz: Er mußte der Pascal die Freundschaft und die Zuschüsse kündigen. Das ging nicht ohne Szenen und die Zusicherung ab, im Herzen werde er ihr immer die Treue bewahren, auch wenn er heiraten müsse. Für diesen Ausweg aus der fürstlichen Not stehen drei Wege offen: Der eine führt zu einer englischen Prinzessin, der zweite zu einer italienischen, und der dritte zu Signorina Maria Pacelli, einer Großnichte des Papstes. Alle drei Wege sind mit viel Gold gepflastert. Sollte keine der drei Damen Lust verspüren, regierende Fürstin von Monaco zu werden, dann bleibt als letzte Hoffnung nur noch Mr. Charles Poletti. Er war, bevor er Kasinodirektor von Havanna wurde, einmal Gouverneur des Staates Neuyork. Schon vor langer Zeit hat er sich erbötig gemacht, den Glanz von Monte Carlo aufzufrischen, denn seine Beziehungen zu reichen Amerikanern seien außerordentlich umfangreich. Zwischen Monaco, London, Paris und Rom spielen jetzt die Drähte. Fürstin Charlotta tastet den Grund ab, auf dem eine Heirat ihres übermütigen Sohnes zustande kommen könnte. Bis dahin ist der Hofhaushalt sozusagen auf Erbsensuppe und Margarinebrot gesetzt. Denn wenn alle Stricke reißen, wird man sich bei Hofe mit den wenigen Francs-Milliarden zufrieden geben müssen, die die Verwaltung des Casinos von Monte Carlo nach ihrem Übergang an den griechischen Reeder Onassis noch immer abwirft. war groß, besonderen Vorteil davon hatte ein Hotelbesitzer, dessen Hotel sich gerade gegenüber der Kirche befand. Er war es auch, der die Heilandsfigur der Gemeinde geschenkt hatte. Als der Pfarrer eines Tages auch am linken Ohr des Heilands etwas Blut entdeckte, nahm er eine Leiter und stieg hinauf. Hier sah er, daß in das Ohr eine Rohrleitung eingebaut war, die zu den Nagelstellen der Füße führte. Der Hotelbesitzer gestand, die Figur aus gewinnsüchtigen Zwecken konstruiert und der Kirche geschenkt zu haben. Wer der Blutspender war, gab er nicht preis. Das Kreuz wurde auf Anordnung der Kirchenbehörden sofort entfernt. Geheimnis der Jugend London.— Der englische Arzt Dr. Jeremey Morris hat folgende Erklärung für die statistisch erwiesene Tatsache gefunden, daß die Frauen länger leben als die Männer: Die Langlebigkeit der Frauen hängt damit zusammen, daß sie sich körperlich mehr bewegen als die Männer. Die Männer haben zumeist eine sitzende Lebensweise, während die Frauen schon bei ihren alltäglichen Haushaltsgeschäften eine Menge hin- und herzulaufen haben. Als Beispiel, daß Bewegung jung erhält, weist Dr. Morris auf die Londoner Autobusschaffner und die Autobusfahrer hin. Die ewig sitzenden Fahrer sterben, wie festgestellt, eher als die ständig stehenden und umherlaufenden Schaffner. Entsprechendes ist auch bei anderen Berufen erwiesen, zum Beispiel bei Telefonisten und Briefträgern oder bei Handlungsreisenden und Arbeitern, die ständig an einer Maschine stehen. Christusballett begeistert Perugia Seit 700 Jahren zum ersten Male Ballett in einer Kirche— Revolutionäres künstlerisches Ereignis Rom. Ein Ballett von Christi Leben und Passion ist die bisher größte Sensation der Bühnenkunst: Es ist ein Werk des aus Rußland gebürtigen Choreographen und Tänzers Leonide Massine. Aufgeführt wurde es mit überwältigendem Erfolg in der San-Domenico-Kirche zu Perugia. Die alte verträumte umbrische Stadt ward damit zum Schauplatz eines Ereignisses von größter Tragweite. Seit 700 Jahren hat Rom kein Ballett mehr in einer Kirche geduldet; diese uralte Sitte der Gottesverehrung wurde als„heidnisch“ verboten. Auch Massines Ballett, das auf mittelalterlicher Poesie aufgebaut ist, hat etwas von dieser heidnischen Musik. Hinzu kommen sogar surrealistische Dekorationen, raffinierte Beleuchtungstechnik und andere technische Errungenschaften. In der ersten Hälfte sah man die schwarzhaarige 25jährige Bianca Resi als Maria in einem schwingenden blauen Gewand. Sie trug allerdings kein Kind auf dem Arm. Die Heiligen Drei Könige tanzten orientalische Anbetungstänze. Jesus erschien zum ersten Male in der zweiten Hälfte des Balletts. Er wurde dargestellt durch den florentinischen Tänzer Angelo Peitri, der sich allerdings als einziger der Mitwirkenden auf zurückhaltende, langsame, rhythmische Schritte und Gesten beschränken mußte. Dieses erste Passionsballett seit Jahrhunderten— selbst amerikanische Theater haben es nicht aufzuführen gewagt— hatte mehrere stürmisch bejubelte Höhepunkte. Erwähnt sei nur die im Garten Gethsemane spielende Szene, in der Petrus düster und verzweifelt Rücken an Rücken mit einem böse aussehenden Judas tanzt. Oder die Geißelung Christi, mit dem Aufsetzen der Dornenkrone. Viel Leben und Stil hat der Kampf der römischen Soldaten um Christi Gewand. Der Aufstieg zum Berg Golgatha zeigt Jesus inmitten einer Schar peitschenschwingender Römer; stampfende Füße, geballte Fäuste, darüber drohend das Kreuz. Für die letzte Szene, die Himmelfahrt Christi, waren die großen blauroten Glasfenster hoch über dem Altar von Scheinwerfern angestrahlt. Der Beifall wollte kein Ende nehmen, als sich am Ende die 31 Tänzer vor dem Publikum verbeugten. Man hatte Tribünen vom Fußballklub Perugia in der Kirche aufgestellt, um genus Plätze für die Zuschauermassen zu schaffen. 2 Dann Herz und Nerven schonen, MEE tinken Vögel mit schillerndem Gefieder Geheimsprache der Spezialisten- Der„pervertierte, kausale Nexus“ KAFFEEHAUS IN ARLES Zeichnung von Vincent van Gogh Ein ausgezeichnetes Geschäft Von ALEXANDER KELLER Suleiman Galib, ein reicher Mann aus Ankara, handelte mit Pferden. Die Pferde, die er verkaufte, waren nicht gut, aber wenn man sich auf Tiere und Menschen versteht, kann man auch schlechte Pferde verkaufen. Eines Tages stockte das Geschäft, und Suleiman Galib beklagte sich bei Mahumed Schewky, dem Kaffeesieder am Hauptplatz.„Lieber Freund“, sagte der Kaffeesieder,„du machst deine Sache nicht gut. Aufschwatzen kann man heute keinem Menschen mehr einen schlechten Gaul, aber— man kann die Leute animieren. Laß mich ausreden. Nimm dir einen Kompagnon. Der bringt das Pferd auf den Markt und bietet es feil. Zeigt irgendein Mann Interesse, kommst du herangeschlendert und siehst dir den Gaul an— dann fragst du nach dem Preis und lobst das Pferd. Natürlich ganz unauffällig. Ich will tot umfallen, wenn der andere nicht sofort mitbieten wird,— nun, dann ist es Zeit, daß du wieder einen etwas höheren Preis nennst und so fort, bis die Summe erreicht ist, die du für den Gaul haben willst. Verstehst du?“ Suleiman strahlte.„Eine wunderbare Idee“, entgegnete er.„Eine ganz ausgezeichnete Idee. Wen soll ich mir als Kompagnon nehmen?“ Mahumed Schewky dachte nach.„Nimm einen recht dummen Kerl“, meinte er,„einen, der nicht weiß, was du willst... warte— da ist der kleine Mohammed Talaat— der Kerl ist so dumm, daß er nicht einmal seine Mutter kennt. Das ist der richtige Mann für dich.“ Eine Woche später kam Suleiman Galib ins Kaffee Schewky. Er war wütend. Der Kaffeesieder bemerkte es nicht.„Da bist du ja“, sagte er freundlich.„Nun, heute war Markt. Hast du viel verkauft? Gutes Geschäft gemacht?“ Suleiman Galib sah in die Runde. Seine Augen waren blutunterlaufen, und seine Hände zitterten.„Gutes Geschäft“, knurrte er.„Wenn mir der Mohammed Talaat noch einmal in den Weg kommt, erwürge ich ihn. Der Kerl ist so dumm, daß ich staune, wie er leben kann.“ Er trank seinen Kaffee aus und schlug die Schale auf den Tisch. „Ich habe dem Menschen die Sache hundertmal erklärt und immer wieder erklärt, bis er sie endlich begriffen hat. Und heute gab ich ihm einen Gaul. Es war kein ganz schlechter— aber er sah ganz gut aus, und kaum waren wir auf dem Markt, kommt ein alter Mann und fragt nach dem Preis. Mohammed Talaat nannte eine Summe, und ich trete näher— sehe mir den Gaul an, lobe ihn und werfe endlich hin: ,Hundert würde ich geber“. Worauf der Alte sofort„Hundertzehn“ murmelt. Es hat mir ordentlich einen Ruck gegeben. Ich gehe auf hundertdreißig, der Alte auf hundertfünfzig, und nach einer Viertelstunde waren wir auf zweihundert. Ich sehe mir den Alten an, der Mann war auf den Gaul rein versessen und steigerte weiter, und ich nicht faul, steigere ebenfalls, und endlich kommen wir auf dreihundert. Ich habe nämlich dreihundert geboten.“ Der Kaffeesieder nickte grinsend.„Gut gemacht. Das nennt man richtig animieren. Der Alte hat natürlich sofort dreihundertzehn geboten?“ „Ich ersticke noch vor Wut“, knurrte Suleiman Galib.„So ein Geschäft— so ein herrliches Geschäft und— nichts. Gar nichts.“ „Wieso nichts?“ fragte Schewky erstaunt. „Weil... weil...“ Suleiman Galib In den Schriften Georg Christoph Lichtenbergs, von dem Goethe sagt, daß da, wo er einen Spaß mache, ein Problem verborgen liege, sind die Sätze nachzulesen:„Es läßt sich ohne sonderlich viel Witz so schreiben, daß ein anderer sehr vielen haben muß, es zu verstehen.“ Dieser Aphorismus trifft ein Übel unserer Tage im Kern, nämlich den terminologischen Mummenschanz, die sprachliche Maskerade, auf die sich unsere wackeren Spezialisten so wacker und so— hoffnungslos spezialisiert haben. Muß Klugsein unbedingt Unverständlichsein heißen? Muß ein Spezialist— welcher Fakultät er auch immer angehöre— gleich seine eigene Spezialisten- und Geheimsprache haben, die speziell nur von seinen Spezialistenkollegen verstanden wird? Wenn ein zünftiger Kernphysiker etwa zu einem Vortrag über die Molekularstruktur oder die kinetische Theorie der Gase einlädt, dann wird niemand eine Volksbelustigung, eine munter und populär dahinplätschernde Plauderei erwarten, die etwa so faßlich und flüssig wie der Fortsetzungsroman einer drittklassigen illustrierten Zeitschrift ist. So ungerecht es wäre, einem Manne, der gehalten ist, über die spröden Rechnungsund Messungsdaten der Atomphysik zu referieren, ein Brillantfeuerwerk von Bonmots abzuverlangen, so unbillig wäre es beispielsweise, von einem ernsthaften Philosophen zu fordern, sich auf die Ausdrucksebene eines Klippschülers zu begeben.— Aber wird andererseits nicht doch hierzulande manchmal ein wenig zu viel getan, sich möglichst unverständlich auszudrücken? Da hat zum Beispiel ein sehr kluger Mann sich hingesetzt und eine sehr kluge und in manchem sehr verdienstvolle Kritik über den Roman.Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil verfaßt; es ist dies ein bedeutendes und wichtiges Buch. das sich wie ein literarischer Gipfelgrat steil über die epische Niederung unserer Zeit erhebt. Wir sind begierig, etwas Gründliches und Gescheites über das Buch zu erfahren und schlagen also die sehr kluge Kritik des sehr klugen Mannes auf, die eine Zeitschrift von Rang veröffentlicht. Wir lesen eine Seite dieser Kritik, und dann fangen wir schon an, zu stutzen und zu stolpern und uns verwundert die Augen zu reiben, ob wir denn auch richtig gelesen,haben— und was denn das, was wir da gelesen haben, um Himmels willen nur zu bedeuten habe. Es heißt nämlich auf Seite 4 unserer trefflichen Kritik:„Wo kein Element temporalen oder logischen Vorrang vor einem anderen hat, gibt es auch keinen hypotaktischen Nexus der sprachlichen Aussage. Es gibt dagegen asyndetische Fügungen und äußerst differenzierte Gefüge von parataktischen Perioden mit einzelnen, oft tierter kausaler Nexus“, ein„deskriptives Psychogramm“ und eine„Kontamination von konkretem Adjektiv“ sein, Fremdwörtersalven, die uns der Rezensent im weiteren Verlauf seiner Kritik vor den Bug feuert, um uns geistige Kleinrentner geistig außer Gefecht zu setzen, uns sozusagen am Boden zu zerstören. Eines unserer demoskopischen Institute, die uns hinterwäldlerischen Deutschen allmählich die Seele aus dem Leib fragen, stellte bei einer„Umfrageaktion“ fest, daß für über 80 Prozent befragter Deutscher das Wort„integrieren“ ein Buch mit sieben Siegeln darstelle. Sie wußten sich unter dem Begriff, dem in der europäischen Politik eine solch gewichtige Rolle zukommt, nichts vorzustellen. Was, möchte man fragen, werden diese beklagenswerten 80 Prozent mit dem„pervertierten kausalen Nexus“ anfangen?— Auch für sie aber hält der eingangs zitierte Lichtenberg einen Trost parat, wenn er sagt:„Die buntesten Vögel singen am schlechtesten, das gilt oft auch vom Menschen. In einem Prachtstil muß man nicht immer tiefe Gedanken suchen.“ Stephan Herrle. Hatte der Kaiser kein Telefon? Ein Blick in das erste deutsche Telefonbuch— Die Börse hatte Ruf-Nr. 1 schnappte nach Luft.„Ah, dieser Dummkopf, dieser Mohammed Talaat— kaum parallelgeschalteten hypotaktischen Gliehört der dreihundert, stößt er einen Pfiff dern, die ihre formale Unterordnung jeaus, drückt mir den Halfter in die Hand doch durch ihr inhaltliches Übergewicht und schreit:„Das ist endlich ein aus- nicht selten Lügen strafen... gezeichnetes Geschäft. Einen höheren Was sind, grübeln wir in unserm kargen Preis bekommen wir nicht mehr. Sollst den Verstande,„parallelgeschaltete hypotaktiGaul haben, Suleiman Galib.“ sche Glieder“? Und was mag ein„perverDer vierte Schulmeister Auf einer seiner Reisen kam Wolfgang Amadeus in das Haus eines Musikfreundes, dessen Sohn zwölf Jahre alt war und schon sehr brav Klavier spielte. Mozart fand Gefallen an dem Knaben, unterhielt sich mit ihm und erzählte ihm etwas aus seinen Wanderjahren. Da fragte der Kleine:„Herr Kapellmeister, ich möchte gern auch schon selber komponieren! Wie fängt man das an?“—„Wie man das anfängt?“ lachte der Meister. „Gar nicht!“—„Aber etwas muß man doch dazu tun?“—„Bewahre! Nur abwarten!“—„Sie haben doch schon komponiert, als Sie noch viel kleiner als ich waren!“—„Freilich hab' ich das!“ meinte Mozart.„Aber eins habe ich nicht: nach einem Rezept gefragt! Man muß es in sich haben. Wenn man das hat, dann drückt's und quält's einen. Dann muß man es machen, und man macht's auch und fragt nicht drum.“ Der Knabe stand beschämt traurig da, denn Mozart hatte es ziemlich heftig gesagt. Nach einer Weile nahm er sich nochmals ein Herz und fragte:„Aber es muß doch ein Buch geben, woraus man es lernen kann?“—„Schau, mein Junge!“ erwiderte Mozart freundlich und streichelte dem Kleinen die Wangen.„Das ist wieder nichts! Hier, hier und hier!“ Er zeigte auf Ohr, Kopf und Herz.„Hier ist alle Weisheit! Wie's die drei Lehrer haben wollen, so kann man es getrost hinschreiben! Der vierte Schulmeister findet sich hinterher ganz von selber!“ Es jährt sich in Bälde zum 80. Male, daß in Friedrichsdorf im Taunus der Bäckerssohn Philipp Reis starb, der Mann, dem wir die Erfindung des Fernsprechers verdanken. Seine Idee hatte sich im Siegeszug den ganzen Erdball erobert. Was wäre aber das Telefon ohne das Telefonbuch. Da sind wir nun dem allerersten Exemplar dieses in der Tat meistgelesenen „Werkes“ nachgespürt und haben darin geblättert. Am 14. Juni 1881 kam in Berlin und damit erstmals in Deutschland das erste „Verzeichnis der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten“ heraus. Ganze 94 Namen führt es auf, und es ist interessant, sich ein wenig mit den Leuten zu beschäftigen, die dieser umwälzenden Erfindung Schrittmacherdienste geleistet haben. Rufnummer 1— wer hat sie gehabt, wer steht am Anfang der langen Liste der Millionen Telefonteilnehmer von heute? War es der Kaiser, Bismarck, ein Ministerium? Nein, der allererste Teilnehmer war— die Börse. So ist es dann nur eine logische Foigerung, daß die nächsten Nummern von Bankinstituten eingenommen wurden. Von der Bank für Handel und Industrie, der Deutschen Bank und der Disconto-Gesellschaft. Meist sind es große Geschäftshäuser, die das erste Telefonbuch Deutschlands aufführt. Lediglich ein fortschrittlicher Maurermeister macht eine Ausnahme. Er hieß Bethge und wohnte in der Elsässer Straße. Der Kaiserliche Hof und die ausländischen Gesandtschaften und Botschaften sind überhaupt nicht vertreten. Es ist nicht mehr genau festzustellen, ob es damals schon die Einrichtung der Geheimnummern gegeben hat oder ob diese Stellen erst später zum Telefon gefunden haben. Die preußischen und Reichsministerien sind ziemlich vollständig vertreten, allerdings erscheint das Kriegsministerium erst 1885 als Fernsprechteilnehmer. Man möchte es heute kaum mehr für möglich halten, daß es volle acht Jahre dauerte, bis sich das erste Krankenhaus ein Telefon einrichten ließ. Es war die Charité, die 1889 zum ersten Male aufgeführt wird. Ein besonderes Kuriosum ist es, daß die Firma, welche die Drähte für die Anlagen geliefert hat, selbst erst nach einem Jahr ein Telefon bekam. Die Herren„Banquiers“ haben, wie die Großbanken, sogleich die Bedeutung dieser neuen Einrichtung erkannt, denn bis auf vier sind alle im ersten Telefonbuch verzeichnet. Auch der berühmte Hofkonditor Kranzler fehlt nicht. Natürlich zählen die großen Zeitungsverlage zu den allerersten Kunden des Fernsprechers. Das Berliner Polizeipräsidium hatte sich sogar zwei Nummern geben lassen, während der Reichstag mit der Nummer 390 allein ausgekommen ist. Von den vielen Berliner Bahnhöfen ist lediglich der Anhalter Bahnhof und dieser auch nur mit seiner Gütersammelstelle im ersten deutschen Telefonbuch aufgeführt. Dagegen hatte es sich die PferdebahnAktiengesellschaft nicht nehmen lassen. auch bei den allerersten dabei zu sein. Die großen Vergnügungsstätten, Theater und Varietés fehlen völlig. Auch die Hotels sind nur in dürftiger Zahl aufgeführt. Überraschend dabei ist, daß es keineswegs die größten und vornehmsten Hotels waren, die sich schon im ersten Jahr ein Telefon nahmen. Aber ein Indisch-Chinesisches Teehaus, das es damals in Berlin gab, erscheint im Buch. Wissen Sie ..daß sogar niedrige Tiere wie z, B. Ratten imstande sind, Schlüsse zu ziehen? Viele sind der Ansicht gewesen, daß nur Menschen und höhere Tiere, wie z. B. Affen, Schlüsse ziehen können, während der restliche Teil der Tierwelt ausschließlich instinktiv handelt. Auf Grund einer Reihe wissenschaftlicher Versuche hat man jedoch beweisen können, daß die Handlungen der Ratte vernunftgemäß sind. Hinter jeder der auf der Zeichnung gezeigten drei Luken steht eine Schüssel mit Essen, aber nur die mit zwei Kreisen gezeichnete Luke kann geöffnet werden. Dies merkt sich die Ratte bald, und jetzt will sie, ganz egal wie man die Kreise untereinander vertauscht, nur versuchen, die Luke, auf der sie die zwei Kreise sieht, zu öffnen. Man hat auch versucht, die zwei Luken mit gleicher Markierung zu versehen, während die dritte mit einer abweichenden Zeichnung bezeichnet wurde. Die Ratte benutzt dann mit unwandelbarer Sicherheit die letztere Luke, ganz unabhängig von der Art der benutzten Markierung. ist Das Huhn kann nichts dafür „Liebling“, sagte Elisabeth,„heute unser zehnter Hochzeitstag.“ Emil freute sich.„Prima, das muß gefeiert werden. Soll ich für heute abend ein Huhn schlachten?“ „Ach“, meinte Elisabeth,„warum ein armes Huhn für etwas bestrafen, was vor zehn Jahren geschehen ist?“ Das seltsame Geschompf namens MannEhemänner und ihre Schwächen- Warum so paradox, meine Herren? Hier irrt der Geschichtslehrer! Der Philosoph Diogenes lebte keineswegs In einer Tonne. Ein Historiker hatte über ihn geschrieben, er sei so griesgrämig gewesen, daß er am liebsten wie ein Hund in THEATER Bis etwa 1800 hat es ais eine Empfehlung, nient als Abwertung gegolten, wenn jemand in der Art eines großen Meisters schrieb. Thornton Wilder. Es geht im Theater um das Licht- und Schattenspiel unserer vielfältigen Geschicke, über die wir die Kraft finden müssen zu lächeln, weil wir schwach und hilflos sind, ja, es gent um die Schwächen, das Stolpern der Menschen über ihre eigenen Füße. Carl Zuckmayer. Ein ernsthafter Mensch wird sich hüten, das auszusprechen, mit dem es ihm eigentlich ernst ist, weil er es damit nur dem Spott und Hohn der Menschen preisgibt. Alles. was wir schreiben, ist immer nicht das, was uns recht eigentlich am Herzen liegt. Nur die Eitelkeit wird sich verleiten lassen, dies Teuerste ans Licht zu ziehen. Das Tiefste aver bleibt unsagbar. Plato. der Tonne gelebt hätte. Die Nachwelt nahm diesen Seitenhieb wörtlich. * Die Behauptung, die schöne Kleopatra sei durch einen Schlangenbiß in den Fuß gestorben, konnte nie bewiesen werden. Die einzigen Zeugen ihres Todes, ihre beiden Kammerzofen, gingen nämlich gemeinsam mit ihr in den Tod. * König Louis XVI. benahm sich absolut nicht würdig und überlegen, als er das Schafott der Französischen Revolution betrat. Er führte mit dem Scharfrichter einen wahren Ringkampf auf und winselte bis zum bitteren Ende um Gnade. * Der Entdecker der Neuen Welt, Christoph Kolumbus, hat nie das nach ihm benannte Ei auf die Tischplatte geknallt. Das tat vielmehr der italienische Baumeister Filippo Brunellesci auf die Frage seiner Gegner, wie er denn die kühn gewölbte Kuppel des Florentiner Domes stützen wolle. * Die Thermopylen wurden nicht von 300 hellenischen Recken gegen eine tausendfache Übermacht verteidigt, sondern von einem Aufgebot gut bewaffneter Krieger, das immerhin aus mindestens 7000 Mann bestand. Es gibt keine merkwürdigeren Geschöpfe auf dieser Erde als die Ehemänner. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, scheinen sie alle an einer Art Persönlichkeitsspaltung zu leiden. Anders läßt sich ihr oft so widerspruchsvolles Benehmen gar nicht erklären. Richter und Seelsorger können ein Lied davon singen; sie machen täglich die Erfahrung, daß es manche Männer darauf anzulegen„scheinen“, ihre Frauen zu verbittern und zu verärgern. Dabei liegt die Betonung hier auf dem Wörtchen„scheinen“, denn in Wahrheit wird es den Herren der Schöpfung meistens gar nicht bewußt, wie sehr sie sich vorbeibenehmen. Jetzt wird sich natürlich ein Sturm der Entrüstung in mancher männlichen Brust erheben.„Waaaas? Wir sollen widerspruchsvoll sein? Das soll man uns erst einmal beweisen!“ Die kleinen Raffinessen Das werden wir sehen, meine Herren. Steigen wir gleich mitten hinein in unser Thema. Wie viele Ehemänner gibt es, die „feingemachte“ Frauen nicht leiden können! Tiefe Ausschnitte, verrückte Hüte, lackierte Fingernägel und bunte Kleider sind ihnen ein Greuel. Leider aber(und hier liegt der vielzitierte Hase im Pfeffer) ist das alles nur an der eigenen Frau geschmacklos. An fremden Schönheiten werden solche kleine Raffinessen bewundert. Wie manche Ehefrau stellt sich die berechtigte Frage: Warum darf die und ich nicht? Zwecklos, darüber nachzugrübeln. Unergründlich sind die Tiefen der männlichen Seele. Kommen wir zu weiteren Rätseln. Wenn es etwas besonders Gutes zum Abendessen gibt, kommt der Mann bestimmt zu spät nach Hause, und der Braten wird kalt. Wird aber einmal etwas Zusammengekochtes serviert, weil man sparen muß(was man laut und vernehmlich verkündet hat), dann erscheint der geliebte Gatte nicht nur pünktlich, sondern er bringt überraschend auch noch Gäste mit. Ein wahllos herausgegriffener Einzelfall? Keineswegs. Sämtliche hier aufgezählten kleinen Unarten wurden durch eine Umfrage bei Hunderten von Ehefrauen ermittelt. Nur von den am meisten erwähnten männlichen Schwächen wollen wir berichten. Wenn die Frau von ihren häuslichen Sorgen und kleinen Freuden erzählt, findet der Mann das todlangweilig, und er zögert auch nicht, es recht demonstrativ zu zeigen. Es ist verständlich, daß er sich für so etwas nicht sehr interessiert. Aber wehe, wenn er seiner Frau den neuesten und gewiß genau so öden Büroklatsch erzählt und die Frau hört nicht mit einem Ausdruck des tiefsten Entzückens zu, dann ist er beleidigt. Daß die Frau des Buchhalters Müller ihr drittes Kind bekommen hat, muß doch interessant sein. Oh, widerspruchsvolles Wesen des Mannes „Weniger essen Wenn dem Mann die Haare ausfallen oder wenn sein Bauch immer runder wird, dann ist das eine selbstverständliche-Naturerscheinung, die dem männlichen Scharm keinen Abbruch tut. Im Gegenteil, es steigert die Würde. Derselbe Mann schreckt aber selten davor zurück, seiner Frau mit einem mißbilligenden Blick vorzurechnen, daß sie wieder ein Pfund zugenommen hat.„Du mußt etwas weniger essen, mein K’nd.“ Leider ist auch das kein Einzelfall, sondern eine viel beobachtete(und erduldete) Tatsache. Geschäftliche Dinge sind natürlich viel zu kompliziert, als das man darüber mit seiner„kleinen“ Frau sprechen könnte. Weniger kompliziert sind sie nur, wenn man damit auf einer Gesellschaft bei einer schicken, wenn auch dummen Blondine Eindruck schinden kann. Da wird lang und breit die letzte exporttechnische Transaktion erläutert, an der man natürlich maßgeblich beteiligt war, und der „kleinen Frau“ bleibt nichts weiter übrig, als sich kopfschüttelnd über den Grad der eigenen Intelligenz Gedanken zu machen Andere werden bewundert Mit dem Thema„Arbeit“ ist es überhaupt so eine Sache. Mancher Mann erlaubt seiner Frau nicht, selbst zu arbeiten und Geld zu verdienen, denn das ist unvornehm. Und wiederum sind es gerade diese Männer, die ihren Frauen von den Vorzügen und der Tatkraft anderer Frauen vorschwärmen, die durch eigene Kraft Karriere gemacht haben und„mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen“. Müssen Männer so sein? Vielleicht ja. Haben sie doch manche Vorzüge, die oft diese kleinen und großen Fehler aufwiegen. Trotzdem wäre es vielleicht angebracht, wenn sich manche der Sünder ein wenig bemühen würden, wenigstens ihre gröbsten Fehler zu bekämpfen. Dr. Blandine Kern. Sumplkönigo Lochter Von Hans Christian Andersen(7) Heide Leher erzählt euch Die Geschichte des Qualifis clizauberus Da krähte der Hahn in der Burg des Wikingers, und die Erscheinung löste sich in Nebel auf, aber voreinander standen Mutter und Tochter:„Mein Kind, du Blume meines eigenen Herzens.“ Und sie umarmte ihr Kind und weinte. Und während sie so dastanden, flog der Vater Storch zu seinem Nest, holte von dort die vor Jahren verborgenen Federkleider, warf ihnen je eines zu, und sie erhoben sich vom Erdboden als zwei weiße Schwäne.„Und jetzt lasset uns miteinander reden“, sagte der Vater Storch,„ja, seht mich ruhig an. Ich bin ja ein alter Freund aus dem Nillande. Fliegt ruhig mir nach, ich werde euch schon den richtigen Weg führen.“ Helga aber sagte, daß sie das dänische Land nicht verlassen könne, ohne nochmals ihre Pflegemutter, die zärtliche Wikingerfrau, gesehen zu haben. „Ja, zur Wikingerburg müssen wir“, sagte der Vater Storch,„dort warten ja auch die Mutter und die Jungen.“ Dort drinnen lag die Wikingerfrau in ihrer Angst um die kleine Helga, die jetzt bereits tagelang mit dem christlichen Priester verschwunden war; sie mußte ihm fortgeholfen haben, denn ihr Pferd fehlte im Stalle. Welche Macht hatte all das bewirkt? Die Wikingerfrau hörte das Rollen des Meeres von dem Wasser der Nordsee und des Kattegatts her. Die Götterdämmerung— wie die Heiden den Jüngsten Tag nannten, an dem alles und sogar die hehren Götter vergehen, näherte sich. Das Kampfhorn erscholl und über den Regenbogen hin ritten die Götter, in Stahl gekleidet, um den letzten Kampf auszukämpfen, vor ihnen her flogen die geflügelten Schildjungfern und die Reihe wurde geschlossen von den dahingegangenen Helden; die ganze Luft um sie herum ward erleuchtet vom Nordlichte; das Dunkel aber siegte. Das war eine furchtbare Stunde. „Weißen Christ“, rief sie laut und erwachte davon, und von draußen ward lauter Flügelschlag zu hören. Sie erhob sich und ging hinaus. Am Brunnenrande, wo Jung-Helga so oft gesessen hatte, saßen jetzt zwei Schwäne und sahen sie mit klugen Augen an. Sie dachte an JungHelga im Federkleide, sie dachte an den christlichen Priester und fühlte sich auf einmal unerklärlich froh im Herzen. Die Schwäne schlugen mit den Flügeln, beugten ihre Hälse, als ob auch sie ihren Gruß geben wollten, und die Wikingerfrau breiAn. tete ihre Arme gegen sie aus, als ob sie es verstünde. „Afrikas Land! Strand Agyptens!“ jubelte im Federkleide die Tochter des Nils, als sie ihre Heimat wieder erblickte.„Jetzt sind die Störche gekommen“, sagte man in dem reichen Hause am Ufer des Nils, wo in der offenen Halle, auf weichen Kissen, der königliche Herr ausgestreckt dalag, weder lebend noch tot, auf die Lotusblume aus dem tiefen Sumpfe im Norden wartend. Und in die Halle flogen zwei prächtige weiße Schwäne, die warfen ihr blendendes Federkleid ab, und zwei wunderschöne Frauen standen da. Die beugten sich über den bleichen, dahinsiechenden Mann, und als Jung-Helga sich über ihren Großvater beugte, bekamen seine Wangen ihre rote Farbe wieder, seine Augen den alten Glanz und die steifen Glieder bekamen ihr Leben. Der Alte erhob sich gesund und verjüngt. Seine Tochter und deren Tochter hielten ihn in ihren Armen wie als Morgengruß voller Freude nach einem langen, schweren Traume. Meine Freundin hatte mich eines Tages zu Kaffee und Kuchen eingeladen, und ich hatte die Einladung gern angenommen. Ihre Großmutter leistete uns Gesellschaft, und wir baten sie, uns doch ein Märchen zu erzählen. Wir mußten ihr erst versprechen, gut zuzuhören. Dann willigte sie ein und begann: „Vor vielen hundert Jahren lebte in einem fernen, heißen Lande ein großer Zauberer mit Namen Qualifisclizauberus. Viele weiße Marmorplatten, die mit funkelnden Diamanten besetzt waren, bedeckten den riesigen Glaspalast. Die Türen aus Ebenholz mit purpurnem Samt bezogen, schlossen die einzelnen Säle ab. Die Wände waren mit Vorhängen aus feinster Seide bedeckt und die einzelnen Möbelstücke aus kostbarstem Mahagoni. Die Fußböden waren mit wertvollen Perserteppichen belegt. Die Diener des Zauberers konnten alle fliegen. Sie waren kaum einen Daumen groß. Alle Menschen hatten eine unheimliche Angst vor Qualifisclizauberus, denn oft war es schon passiert, daß er verkleidet und verzaubert Gespräche über sich selbst belauscht hatte. So wagten die Menschen nicht mehr über Qualifisclizauberus zu sprechen. Zu dieser Zeit wuchs in der Familie eines reichen Kaufmanns ein hübscher Knabe heran, der recht schlau war. Mit vierzehn Jahren konnte er bereits drei Sprachen so gut, daß er darüber Bücher schrieb. Die Nachbarn bewunderten ihn. Der Knabe hieß Remo. Sein Lehrer erzählte ihm eines Tages auch von dem berühmten Zauberer Qualifisclizauberus. Das fand Remo sehr interessant. Und warum hatten die Leute Angst vor ihm? Remo grübelte und grübelte, er wollte zu dem Zauberer gehen, ohne Angst, und mit ihm sprechen. Tatsächlich schlich er sich eines Nachts heimlich ins Freie. Nachdem er die Stadt hinter sich gelassen hatte, wußte er nicht, ob er die Landstraße rechts oder links weitergehen sollte. Er mußte versuchen, den Zauberer zu rufen.„Qualifisclizauberus“, schallte es von den Felsen wider, zwischen denen sich krachend und gurgelnd ein Wasserfall seine Bahn brach. Da tauchte auf einmal aus dem Silberstaub eine weiße Gestalt auf. „Was willst du von mir? Du kleines Menschlein wagst es, mich, den Herrscher Qualifisclizauberus, zu rufen? Oh, warte!“ Und ehe Remo noch antworten konnte, dröhnte furchtbarer Donner; Remo warf sich auf die Knie und bat um Gnade. „Ich werde dich auf die Probe stellen“, und es krachte so laut, als wenn der Himmel aus den Fugen ginge. Nun stand ein wunderbarer Prunkwagen vor Remo und der Kutscher hieß ihn einsteigen. Nachdem sie kurze Zeit gefahren waren, langten sie an einem Urwald an. Der Kutscher befahl ihm, auszusteigen und zeigte auf den Wald. „Nimm dein Schwert zur Hand und schlage dich hier durch. Dann wirst du in eine Höhle gelangen. Lege dich auf den Höhlengrund und warte. Aber wenn du nur eine blutende Hand hast oder auf deinem Lager einschläfst, werden sich deine Wünsche nicht erfüllen!“ Mit diesen Worten fuhr der Kutscher zurück. Remo zog sein Schwert. Er wollte die Sache schon meistern. Bald war er mitten im dichten Wald und bahnte sich seinen Weg durch Schlinggewächse, an Palmen und Kakteen vorbei. Es wurde Abend und die Sterne leuchteten am Himmelszelt.„Du lieber Gott gib mir Kraft“, betete er und richtete seine Hände gen Himmel. Und wie er so die vielen tausend Sterne funkeln sah, löste sich plötzlich ein Komet von der Himmelsdecke und sauste auf die Erde herab.„Ich darf mir etwas wünschen“, jubelte Remo, „lieber Gott, laß mich mein Ziel erreichen.“ Er kam gut voran, doch er konnte es nicht vermeiden, daß er plötzlich in eine giftige Pflanze griff. Seine Hand blutete zwar nicht, aber sie schwoll heftig an und Remo hatte drei große Hautblasen auf seinen Händen, die immer dicker wurden. Er war nun schon lange gelaufen, als sich der Dschungel lichtete und er vor der Höhle stand. Er fühlte sich sehr müde und wäre bestimmt eingeschlafen, wenn ihm nicht die Blasen geschmerzt hätten. Als nun die zwölfte Stunde da war, rauschte es, und Qualifisclizauberus stand vor ihm. Außerdem platzte ein Silberregen nieder. „Ich bin der große Zauberer, du hast die Prüfung bestanden, und ich werde dich als meinen Lehrling aufnehmen!“ „Aber...“ Remo wollte nicht in einem Zauberpalast leben. „Keine Widerrede“, brüllte der Zauberer und nahm Remo in seinen Palast mit. Freudlos lebte Remo dahin. Er hatte nur einen Dienst zu tun, aber einen wirklich schweren: Jeden Samstag nämlich aß der Zauberer seine Lieblingsspeise, Spinnebeinsalat. Remo hatte die Spinnen in einer Kammer zu züchten und sie am Samstag für den Salat herzurichten; so mußten jeder Spinne die sechs Beine ausgezogen werden und jedes in einer anderen Soße gebraten werden. Zu solch einer Mahlzeit gehörten etwa 1500 Spinnenbeine. Remo ekelte sich furchtbar vor seiner Arbeit. Eines Tages nun entdeckte er in der Garderobe des Qualifisclizauberus dessen Zauberstab. Voll Erwartung hob er den Stock und sprach:„Mein Befehl! Zauberstock führe ihn aus.“ Da hörte Remo schon von weitem den Zauberer kommen, aber er sprach trotzdem:„Verbanne den Zauberer auf den Mond und laß ihn erst nach 1000 Jahren wieder auf der Erde leben, die Diener erlöse. Den Palast jedoch laß auf unserem Marktplatz stehen.“ Und so geschah es. Remo lebte noch viele Jahre glücklich und zufrieden im Palast in seiner Heimatstadt.“ AUS DER RATSELKISTE Wer ist's? Es trägt’ne Brille— kann trotzdem nicht sehen. Es hat ein Bein— kann trotzdem nicht stehen. Es hat einen Rücken— kann trotzdem nicht liegen. Es hat zwei Flügel— kann trotzdem nicht fliegen. (SSEN 910) Seltsamer Wanderer Ich geh' von Ort zu Ort und komm' doch von der Stell' nicht fort. Dennoch muß ich tragen Menschen, Autos, Wagen. (gea,S 91) * Man kocht es nicht, man kaut es nicht, man schluckt es nicht und es schmeckt doch vielen gut. (Hee Solange ich bei meinem Herrn bleibe, helfe ich ihm nicht, aber wenn er mich weggibt, dann helfe ich ihm. (PISD SE0) Regelmäßige Bendungen der Mittelwelle(außer sonntags): Nachrichten, Wetter: 5.00, 6.00, 7.00, 8.00, 8.55, 13.00, 17.00, 19.00, 91.45. 24.00— 4.55 Choral, 5.05 Frühmusik. 5.50 Marktrundschau, 6.05 Frühmusik, 6.50 Morgenandacht, 7.05 Gymnastik, 7.10 Frühmusik. 7.50 Programmhinweise, 7,55 Wasserstände, 8.10 Dialektsendung. 8.45 Für die Frau, 9.00 Schulfunk. 12.35 Landfunk, 12.50 Presseschau, 14.00 Schulfunk, 15.30 Kurszettel, 15.40 Wirtschaftsfunk. 15.50 Suchdienst, 18.30 Echo des Tages. 19.15 Hier spricht Berlin, 1.00 Seewetterbericht. Sonntag, 17. Oktober 1954 8.00 Dreifaltigkeit 8.30 Volksliederrelgen 9.10 Musik am Sonntagmorgen 10.00 Ev. Gottesdienst 11.00 Die schönsten Märchen 12.00 Sang und Klang I 13.10 Sang und Klang II 14.00 Kinderfunk 14.30 Der Hörer hat das Wort 15.00 Was ihr wollt 16.00 Ja oder Nein, 71. Folge der Funklotterle 16.45 Tanztee 17.15 Sportberichte 18.15 Das Meisterwerl 18.50 Das Lied 19.10 Sportmeldungen 19.30 Politisches Forum 20.00 Ein öffentl. Tanzabend 21.55 Sportmeldungen 22.15 Schallplattenkarussell 0.15 Nachtkonzert 8.00 Zum Sonntag 8.35 Froher Klang 9.00 An der Orgel im Kloster Steinfeld 10.00 Unterhaltsame Musik 11.00 Schöne Stimmen, schône Weisen 11.30 Adalbert Luczkowski spielt 12.00 Intern. Frühschoppen 12.35 Musik v. hüben u. drüben 14.00 Hans Bund spielt 14.30 Musik aus Itallen 15.15 Melodien von Fred Raymond 15.30 Kinderfunk 16.00 Sport und Musik 18.00 Hermann Hagestedt splelt 19.00 Konzert 19.55 Sportmeldungen 20.15 Abendkonzert 21.45 Interview mit d. Kindhelt 23.15 Kammerkonzert 14.00 Endlauf um die ADACMotorcroß-Meisterschaft 20.00 1:0 für Sle. Von und mit Peter Frankenfeld Montag, 18. Oktober 1954 8.15 Schöne Melodlen 9.00 Kleines Konzert 13.10 Musik am Mittag 14.00 Brasilien vor den Wahlen v. Dr. Max Walter Clauß 14.15 Unterhaltungsmustk 15.00 Berichte aus Beruf und Leben 16.00 Klaviermusik 16.30 Kleines Tanzintermezzo 17.05 Westd. Kultursplegel 17 45 Frohe Klänge 19.15 Dle NATO 19.30 Sinfoniekonzert 22.00 Zehn Minuten Politik 22.10 Nachtprogramm 23.30 Heinrich Kaminski 0.25 Rhythmisch. Nachtbummel Alfred Hause splelt 8.05 Musik am Morgen 8.35 Morgenandacht 8.45 Volkslieder 9.00 Unvergängliche Romantik 9.40 Volksmusik 10.00 Einfach märchenhaft 11.00 Scharmante Kleinigkelten 11.20 Claude Debussy 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Männerchor 13.00 Rheinlieder 16.00 Kammermusik 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.50 Vesco D'Orlo spielt 18.30 Musik zum Felerabend 20.15 Bummel am Abend 21.30 Lustige Szenen u. Lieder 22.00 Sportsplegel 22.15 Heitere Welt der Musik 23.05 Unterhaltungsmusik 23.45 Jazz-Cocktall 16.30 Jugendstunde 19.15 Sport am Wochenende 20.20 Schimpansen spielen 21.10 Vom Wigwam zum Wolkenkratzer 21.45 Die Bücherstunde Wir schalten uns ein Programmdes Nordwestdeutschen Rundfunks Dienstag, 19. Oktober 1954 8.15 Musik am Morgen 9.00 Violinkonzert 12.00 Musik zur Mittagspause 13.10 Operettenmelodien 14.00 Volksmusik aus Schweden 15.00 Nebenbei gesagt 15.50 Suchdienst 16.00 Hans Bund spielt 16.45 Für Schule u. Elternhaus 17.05 Buch des Tages 17.20 Amerika, China und die Moral 17.35 Junge Generation 17.45 Beliebte Melodien 19.15 Ja oder Nein, 71. Folge der Funklotterie 19.45 Tanzmusik am laufenden Band 20.20 Bericht über das Berufsboxen 22.10 Der Jazz-Club 23.00 Die klingende Drehscheibe B.05 Musik am Morgen 8.35 Morgenandacht 8.45 Ländliche Tänze 9.00 Ludwig van Beethoven 9.40 Liedkantaten 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Bekannt und beliebt 11.40 Kleine Stücke alt. Melster 12.00 Zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Chormusik 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.55 Kleine Melodlen 18.30 Operettenmelodien 19.50 Die neue Reglerung in NRW 20.15 Himmelblaue Träume, Operette von Georg Burkhard 22.05 Der Eiserne Vorhang 23.05 Orchesterkonzert 16.30 Kinderstunde 20.30 Die Kunst des Kinder 20.50 Ein Fernschsplel von Dorothea Braun und Hannes Küpper 21.50 Tagesschau Mittwoch, 20. Oktober 1954 8.15 Gut gelaunt 9.00 Kammermusik 12.00 Musik zur Mittagspause 13.10 Bunte Suiten 14.00 Die Auswanderung aus Europa 14.15 Konzertante Musik 15.00 Eine Sendung unseres plattdeutschen Nachwuchsstudlos 16.00 Tanztee 16.30 Kinderfunk 17.05 Berliner Feuilleton 17.35 Schiffahrt und Häfen 17.45 Beliebte Weisen 19.16 Herbstserenade 20.00 Filmspiegel 20.30 Bunte Welt der Operette 22.10 Ihre Lieblingsmusik 23.10 Aus dem Lebensbericht Reinhold Schneiders 23.30 Orgelmusik UKW.WEST 8.05 Musik am Morgen 8.35 Morgenandacht 8.45 Südlicher Klang 9.00 Orgelmusik 9.40 Volkslieder 10.00 Heiter und beschwingt 11.00 Konzert 11.35 Hermann Hagestedt spielt 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Musik am Mittag 16.00 Für musikalische Gemüter 16.40 Das neue Buch 17.00 Tcemustk 17.50 Hans Bund spielt 18.30 Spielereien mit Schallplatten 20.15 Sinfoniekonzert 22.00 Hörspiel: Liebe ist manchmal auch nützlich 22.50 Holiday in Paris 23.05 Das zärtliche Klavier 23.15 Gruß von Wien nach Koln FERNSEHEN 16.30 Kinderstunde 20.15 Hollywood-Melodie 20.40 Derweil sich die Erde dreht, Arzt und Moral 21.30 Übertragung aus d. Jagdund Sportfischerel in Düsseldorf Donnerstag, 21. Oktober 1954 6.15 Handwerkstänze u. Lieder 9.00 Suite für Streichorchester 12.00 Musik zur Mittagspause 13.10 Musik am Mittag 14.00 Der christliche Gedanke in unserer Zeit 14.15 Musikalische Welterfolge 16.00 Filmmusik 16.25 Musik an zwel Klavieren 17.05 Schöpferische Bewahrung Ein Briefwechsel 17.45 Bunte Melodienkette 19.15 Aus der Schallplattentüte 20.00 Die Feigenblatt-Gondel Hörspiel von Walter Meckauer 21.25 Italienische Lieder und Klaviermusik 22.10 Tanzmelodien für sie und ihn 23.15 Ernst Krenek Sinfoniekonzert 8.05 Musik am Morgen 8.35 Morgenandacht 6.45 Lustige Lieder und Tänze 9.00 Unterhaltungskonzert 9.40 Der Singkreis 10.00 Schlager von gestern 11.00 Klänge aus aller Welt 11.40 Klaviermusik 12.00 Zur Mittagspause 12.45 Musik zum Mittag 16.00 Konzert von der Pußta 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.55 Zur Dämmerstunde 18.30 Abendkonzert 20.15 Ja oder Nein, Wiederholung d. 71. Funklotterle 20.45 Die tönende Palette 22.45 Aus deutsch. Zeitschriften 23.05 Adalb. Luczkowski splelt 16.30 Jugendstunde 17.10 Für die Frau 20.00 Jagd und Fischerel von der Steinzeit bis zur Gegenwart Regelmäßige Sendungen auf UKW(außer sonntags): 6.45 Morgenlied. 6.50 Wetter, Marktberichte. 7.00 Herzlichen Glückwunsch, 7.30 Nachrichten, 8.00 Gymnastik. 8.30 Nachrichten. 8.35 Morgenandacht. 9.30 Kleine Musikrundschau, 10 30 Schulfunk, 12.30 Nachrichten, Presseschau, 14.00 Sendepause, 17.45 Westdeutsche Nachrichten, 19.15 Zwischen Rhein und Weser. 19.45 Nachrichten, 19.55 Von Tag zu Tag. 22.10 Die Welt am Abend, 23.00 Nachrichten. Freitag, 22. Oktober 1954 8.15 Seemannslieder 8.30 Gerhard Gregor an der Orgel 9.00 Blasmusik 12,30 Hermann Hagestedt spielt 13.10 Musik am Mittag 14.00„Wölfe im Schafspelz“ 14.15 Nachmittagskonzert 16.00 Aus der Bach-Zeit 16.30 Kinderfunk 17.05 Forum der Wissenschaft 17.25 Junge Generation 17.35 Frohe Klänge 18.10 Aus d. Welt d. Judentums 19.15 Neue Unterha'tungsmusik 19.45 Unverlierbare Heimat 20.15 Aus der Welt der Oper 21.30 Die NATO 22.10 Nachtprogramm 23.30 Kurt Wege spielt 0.25 Nächtliches Gastspiel 8.05 Musik— gut gemischt 8.45 Vertraute Weisen 9.40 Neue Spielmusik für Streicher 10.00 Zur Unterhaltung 11.00 Kompositionen von Albrecht Rosenstengel 11.15 Franz Liszt 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Messe in g-moll von Voughan Willlams 17.00 Teemusik 17.50 Ein kleines Konzert 18.15 Wie wir leben Bericht von Hans Jesse 18.30 Leichte Mischung 19.00 Das klingende Filmmagazin 20.15 Männerchor 21.00 Harald Banter spielt 21.30 Paul Temple und der Fall Jonathan 22.20 Der Jazz-Club 16.30 Kinderstunde 20.00 Tagesschau 20.15 Das Gasthaus bei Tarracina. Komische Oper 22.00 Vorschau auf d. Programm der kommenden Woche Samstag, 23. Oktober 1954 8.15 Musik am Morgen 9.00 Lieder, Tänze u. Märsche aus Pommern 12.00 Frohes Wochenende 13.10 Bunte Melodienkette 14.00 Musikalisches Rendezvous 15.00 Männerchor 15.30 Alte und neue Heimat 16.00 Wer zuletzt lacht.. mit Peter Frankenfeld 17.30 Aus der Welt der Arbeit 18.00 Heitere Melodien 18.55 Glocken im Chor 19.20 Arbeitsamtsdurchsagen 19.35 Das singende Jahr 20.00 Zu Ehren von Claire Waldoff 22.10 Musik von Rob. Schumann 22.30 Tanzmusik 8.05 Unterhaltungsmusik 8.45 Schnurren und Mären 9.00 Wiener Klassik 9.30 Das Kirchenlied 9.40 Aus dem Münsterland 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Heitere Melodien 12.00 Blasmusik 12.45 Operettenmelodien 14.00 Orchesterkonzert 15.00 Kinderfunk 15.30 Hörerwünsche 17.00 Hermann Hagestedt spielt 18.15 Zum Abend 19.00 Sport am Wochenende 20.10 Die Toten kehren zurück 21.05 Bayreuther Festsplele 1954: Götterdämmerung 23.10 Meister ihres Fachs 24.00 Zwischen Tag und Traum 16.30 Jugendstunde 18.00 Vespergottesdienst 20.00 Eishockey-Veranstaltung: UdSSR-Meistermannschaft gegen Krefelder EislaufVerein 22.20 Das Wort zum Sonntag KORNGOLDIGES Erich Wolfgang Korngold war ein Wunderkind, denn schon mit elf Jahren schrieb er die Pantomime„Der Schneemann“, die auch jetzt noch zur Aufführung kommt. Als Zwölfjähriger schuf er ein KlavierTrio, das die Anerkennung von Bruno Walter fand. der den jungen Komponisten an Gustav Mahler empfahl. Der Zwölfjährige erschien mit seinen Eltern bei Mahler und spielte ihm den ersten Satz des Trios vor. Korngolds Vater war nicht ganz einverstanden; er meinte, daß der Satz etwas zu schnell gespielt worden sei. Die Mutter hingegen fand, daß ihr Sohn etwas zu langsam gespielt habe. Der Sohn verteidigte sich mit dem Hinweis, daß er im richtigen Tempo war. Das brachte die Eltern gegen ihn auf und sie wandten sich erregt an ihren Sohn:„Still bist', so ein junger Bursch hat nix drein z’reden!“ * Ein großes Wiener Orchester veranstaltete einmal einen Konzertabend mit Werken von Korngold. An einer Stelle kam der Dirigent„ins Schwimmen“, und die Musiker gerieten auseinander.— Am nächsten Tage traf der Konzertmeister des Orchesters den Komponisten auf der Straße und fragte ihn voll böser Ahnungen:„Herr Professor, waren Sie gestern etwa drinnen?“— Korngold gab die lakonische Antwort:„Ich war drinnen, und Ihr wart draußen!“ * Nach langer Abwvesenheit ist Erich Wolfgang Korngold, der Komponist der Opern„Die tote Stadt“,„Die Wunder der Heliane“,„Die Kathrin“, nach Deutschland gekommen. Er verlebte die Jahre zumeist in Hollywood, wo er insbesondere als musikalischer Gestalter künstlerischer Filme arbeitete. Auch in Deutschland ist er jetzt in gleicher Weise tätig, denn ihn beschäftigt der musikalische Teil des Richard-Wagner-Films„Feuerzauber“(Magicfire), der gegenwärtig unter der Regie von Wilhelm Dieterle in Süddeutschland entsteht. Lachen hinter dem Eisernen Vorhang In der„Georgi-Dimitroff-Schule“ zu Adrianopel fragte der Genosse Oberlehrer den kleinen Nikolai Popoff, ob er wohl einen richtigen Nebensatz bilden könne. „Ganz einfach!“ rief der kleine Nikolai: „Unsere Katze hat seit gestern sechs Junge, die alle gute Kommunisten sind.“ „Ausgezeichnet!“ sagt der Genosse Oberehrer und denkt sich: Den Jungen werde ch fragen, wenn in vierzehn Tagen die UNSER Genossen von der Prüfungskommission erscheinen. Nach vierzehn Tagen ist es so weit. Mit finsteren Gesichtern sitzen die Genossen Prüfer auf dem Katheder, und der Genosse Oberlehrer wendet sich an die Klasse: „Nun, meine jungen Freunde, wer von euch kann mir einen guten Nebensatz sagen?“ Dabei zwinkert er dem kleinen Nikolai Popoff zu. Er lächelt siegessicher, denn der kleine Nikolai hat kapiert und schnellt von seiner Bank hoch.„Ich, Genosse Oberlehrer: Unsere Katze hat seit vierzehn Tagen sechs Junge, die alle gute Antibolschewisten sind.“ „Aber, Nikolai!“ stammelt der Genosse Oberlehrer.„Vor zwei Wochen hast du noch ganz anders gesagt. Da waren sie die besten Kommunisten „Stimmt!“ erwiderte der kleine Nikolai. „Aber jetzt sind ihnen die Augen aufgegangen!" Schlechte Augen Brown und Jones waren in den Zirkus gegangen, um einen Freund zu betrachten, der dort mit einer Gruppe Elefanten auftrat. Brown meinte zu Jones:„Wie ist Jimmy eigentlich auf die Idee gekommen, Elefanten vorzuführen?“ „Nun“, meinte Jones,„er hatte früher einen Flohzirkus, aber dann wurden seine Augen zu schlecht.“ „Wenn Mutti jetzt nicht bald kommt und uns weckt kommen wir noch zu spät in die Schule!“ DAS RONIGLICHE SPIEL Auf der Amsterdamer Schacholympiade zeigte Deutschlands zweites As, der Bamberger Schmid, eine sonst bei ihm ungewohnte Unsicherheit. Er erfüllte nicht ganz die Erwartungen, die man in ihn gesetzt hatte. Auch in der nachfolgenden Partie kam er durch eine Ungenauigkeit beinahe um den Sieg. Sie wurde in der ersten Runde gespielt. Bremer Partie Weiß: Schmid, Schwarz: Philippe, Deutschland. Luxemburg. 1. c2—c4 c7—c5 2. Sgl—f3 Sg8—f6 3. Sb1—c3 Sb8—c6. Die beste Antwort auf 1. c4 ist immer noch 1.... e5! Tat Schwarz das nicht, wie in diesem Falle, so muß er darauf bedacht sein, mit e6 und d5 Klarheit im Zentrum zu schaffen, ehe Weiß zu e4 kommt. 4. d2—d4 c5:d4 5. Sf3:d4 e7—e6 6. g2—g3 a7—a6. Noch immer war d5 vorzuzlehen; denn auf 7. Lg2 Lb4 steht Schwarz befriedigend. 7. Lfl-g2 Lf8—e7 8. 0—0 0—0 9. e2—e4 e6—e5? Dieser Zug löst das Problem nicht, sondern bringt mit der Schwächung der weißen Felder d5 und fö den Nachziehenden weiter in Schwierigkeiten. Am einfachsten war Waagerecht: 1. Blasinstrument, 9. europäischer Strom, 11. verneinende Vorsilbe. 12. Nachtraubvogel, 14. Ober einer Abtei, 15. Kopfbedeckung, 17. Verhältniswort, 18. Weinstock, 20. Hafenstadt in Algerien, 21. arabisches Volk, 23. Haupthafen von Brasilien, 25. karpfenartiger Fisch, 26. landwirtschaftlicher Betrieb, 27. Bucht, 28. großer Hirsch, 29. abgezogenes Fell, 30. Darstellung der Erdoberfläche. Senkrecht: 1. Mechanisches Musikinstrument, 2. großer Eulenvogel, 3. Form der Flußmündung, 4. Keimzelle, 5. Nebenfluß der Mosel, 6. berühmter Filmschauspieler, 7. Herrenrock für besondere Gelegenheiten, 8. Saiteninstrument, 10. Gleichwort für jetzt, 13. Teil des Buches, 16. Erzengel, 19. Ergußgestein der Tertiärzeit, 21. Branntwein, 22. Tanz, 24. Heizkörper, 27. Gaststätte. Auflösung des letzten Rätsels Passau— Sauna— Nadir— Dirne— Nepal— Palme— Meta— Tara— Rasen — Sense— Selen— Lento— Topas— Passau der Abtausch auf d4 nebst d7-d6, um den Damenläufer freizuspielen. 10. Sd4—f5 d7—d6 11. Lcl—e3 Lc8—e6. Der Abtausch auf f5 würde dem weißen Läufer die Diagonale freigeben. 12. Ddl—e2 Ta8—c8 13. b2—b3 Dd8—d7 14. Sfö:e?+ Sc6:e7 15.Se3—a4? Dafür hat Schwarz eine gute Parade, die den Deutschen zwei Bauern kostet und eine Wendung anzubahnen scheint. 15.... Le6:c4! 16. b3:c4 Dd7:a4 17. Tal—bl Da4:c4? Der Luxemburger glaubt, durch den Damentausch zumindest das Remis zu sichern, aber gerade das hätte er nicht tun sollen. Mit Tc4: waren seine Aussichten besser. 18. De2:c4 Tc8:c4. Prompt bot hier Philippe remis an, aber Schmid lehnte ab, mit Recht; denn nun zeigt sich einmal mehr die gewaltige Kraft des Läuferpaares, während die Springer lahmgelegt werden. So kann Schmid doch noch den Sieg an seine Fahnen heften. 19. Tbl:b7 Se7—g6 20. f2—f3 d6—d5 21. Tfl —c1! Tf8—c8 22. Tcl:c4 Tc8:c4 23. Tb7—b8+! .... Dieses Springerschach ist wichtig, da es den Springer in Fesselstellung bringt. 23... Sg6—f8 24. Lg2—fl Tc4—c2 25. e4:d5 Sf6:d5 26. Le3—f2 g7—g6. Schwarz darf den Ba2 nicht schlagen wegen Lc4 nebst Td8! Überhaupt wird der zweite Teil der Partie von Schmid hervorragend gespielt. 27. a2—a4 Sd5—c7? In dem verständlichen Bestreben, den weißen Freibauer abzufangen, aber nun wird auch der zweite Reiter in Ketten gelegt. 28. Tb8—c8! Kg8—g7 29. Lf2—b6 Sf8—c6 30. Lfl:a6 Tc2—a2. Das ist das Eingeständnis der Niederlage. Der Springer wird geopfert, um den Freibauern nicht durchbrechen zu lassen. 31. Lb6:c7 Se6:c7 32. Tc8:c7 Ta2:a4 33. La6 —c4, aufgegeben. „Die Eröffnungen in der Schachpartie unter Anwendung des Kampfplanes“ von Henry Grob. internationaler Schachmeister. Über 100 Seiten. Preis Sfr. 3,75. Schachverlag Grob, Postfach 201, Zürich 24, Schweiz. Das Buch erscheint in vierter Auflage. Schon darin zeigt sich die Beliebtheit, die sich das handliche Lehr- und Nachschlagewerk in Schachkreisen erworben hat. Es berücksichtigt die neuesten Erfahrungen der Turnierpraxis. Durch die Einteilung der Eröffnungssysteme in drei Gruppen, dem jeder ein Kampfplan zugrunde liegt, schafft der Verfasser Klarheit und Übersicht und erleichtert dadurch das Studium besonders dem weniger geübten Schachspieler. J. HIER WIRD GELACHT Ohne Hund „Alfred, du mußt noch in die Stadt und eine Besorgung für mich machen.“ „Was, bei diesem Sauwetter? Da jagt man doch nicht mal einen Hund vor die Tür!“ „Ich habe ja auch nicht gesagt, daß du den Hund mitnehmen sollst.“ Arg klein „Tünnes“, fragt der Schäl,„hast du gestern im Varieté die Lelia Austen in dem Kostüm aus Leopardenfell gesehen?“ „Ja“, antwortet Tünnes,„hab’ ich wohl. Meinst du nicht auch, daß das ein kleiner Leopard gewesen sein muß?“ Das Loch Lieschen ist mit den Eltern an der See. Eines Tages brüllt sie ganz furchtbar und will nicht mit zum Essen gelien. „Aber, was hat sie denn?“ fragt der Papa verärgert. „Sie hat ein großes Loch in den Sand gegraben und will es nun absolut mit ins Hotel nehmen.“ Drei Drittel „Ein Drittel von dem, was die meisten Leute essen, würde genügen, um sie am Leben zu erhalten“, meinte ein Arzt. „Und was ist mit den anderen zwei Dritteln?“ „Die dienen dazu“, meinte der Arzt schmunzelnd,„uns Arzte leben zu lassen.“ Rassefragen Auf einem Ozeandampfer saßen ein Neuseeländer und ein Amerikaner zusammen an der Bar. Im Verlauf ihrer Unterhaltung fragte der Amerikaner:„Müssen Sie sich in Neuseeland auch mit Rasseproblemen herumschlagen?“ „Oh nein“, antwortete der Neuseeländer, „das kann man kaum behaupten. Die Eingeborenen zeigen sich uns gegenüber ungeheuer tolerant.“ Abstinenzler Schmidt verlangte in der Wirtschaft eine Flasche Selterswasser. KUSS NACH VORSCHRIFT Eine hannoversche Theaterhausordnung von 1871 enthält folgenden Paragraphen: „Gegen die Schicklichkeit wird oft gesündigt, besonders bei Eß- und Trinkszenen, wo manche Schauspieler meinen, sie müßten wirklich trinken, wenn davon gesprochen wird, wirklich Tabak rauchen, wenn sie es vermittels einer Tabakpfeife nur zu tan scheinen sollen, wirklich knallen, wenn sie eine Peitsche als Requisit tragen. Es w.rd daher weder Trink- noch Eßware als Requisit geliefert, wo es mittels undurchsichtiger Becher, Flaschen und anderer Gefäße vermieden werden kann. Sollte ein Darsteller das Publikum auf diese Surrogate absichtlich aufmerksam machen, so wird er mit einem Reichstaler und zwölf Silbergroschen bestraft.“ Es war nämlich vorgekommen, daß der Komiker des Theaters mit den Fingerknöcheln laut auf den hohlen, aus Papier hergestellten Napfkuchen klopfte und ins Publikum rief:„Der ist nicht von Pappe!“ In einer Theaterordnung aus der gleichen Zeit heißt es:„Außer der Vorschrift des Verfassers darf nicht geküßt werden. Es darf nie geschehen, daß man ein Frauenzimmer zu sich hinaufhebt und küßt. In keinem Fall muß ein Mann ein Frauenzimmer auf den Mund küssen. Hat der Verfasser den Kuß mit der Handlung verknüpft, so küsse man die Wange oder Stirn.— Wer gegen einen dieser Punkte handelt, bezahlt acht Groschen Strafe.“ Es gab um diese Zeit mehr als dreihundert solcher Theaterhausgesetze, die alle gleich drakonisch waren. Unter den Schauspielern ging damals eine ergänzende Fausordnung von Hand zu Hand, die den Ton der Hausgesetze so persiflierte:„Wer einen Hund hat, zahlt zehn Mark Strafe. Wer einen Vogel ins Theater bringt, zahlt eine Monatsgage. Auch die Damen sind berechtigt, aber nicht verpflichtet, Gage zu verlangen. Von jedem Mitglied werden von Anbeginn der Saison fünfundzwanzig Prozent der Gage für eventuell nicht einbringbare Strafen zurückbehalten. Wer an einen Vorschuß denkt, zahlt zehn Mark Strafe. Wer das Wort Vorschuß ausspricht, zahlt eine Monatsgage. Ist jemand durch nicht mehr einbringbare Strafe in Vorschuß gekommen und stirbt er, so ist der Direktor berechtigt, die Leiche noch drei Tage lang als Requisit zu benutzen.“ „Was ist denn mit dir los?“ meinte da sein Freund.„Bist du Abstinenzler geworden?“ „Ja“, seufzte Schmidt todtraurig,„Als ich neulich nach Hause kam und meine Alte doppelt sah, habe ich mit dem Trinken aufgehört.“ Einzellig „Wie nennt man einzellige Lebewesen?" „Sträflinge, Herr Lehrer.“ Zugverspätung „Na, das ist mir eine nette Begrüßung“, sagte der Vater, der seinen studierenden Sohn in der Universitätsstadt besuchte. „Kaum bin ich aus dem Zug gestiegen, da fragst du mich schon nach Geld!“ „Aber Vater, du mußt doch zugeben, daß der Zug zwanzig Minuten Verspätung hatte.“ Ganz egal „Wieviel Geld hat denn dein neuer Bräutigam, Lizzy?“ „Mir ist es ganz egal, wieviel Geld eir Mann hat, solange er nur reich ist.“ „Mutti, kann ich noch ein Stück Seife be kommen?“ Hervorragend bewährt bei: Stuhlversiopiung Verdauungsstörungen Feitleibigkeit Stoffwechselstörungen Leber- u. Gallenleiden Machen Sie noch heute einen Versuch mit Maffee-Dragees, er wird Sie von der prompten, reizlosen und angenehmen Wirkung überzeugen. Ohne Gewöhnung, keine unerwünschten Nebenerscheinungen. Maffee hat schon Unzähligen geholfen, es kann auch Sie von Ihren Beschwerden befreien! Pos Oli 1.—, ln alen hootheten sthälleh. logal-Nerk Nnehon 27. Der läaliche RATGEBER in fast allen Familien unserer Stadt und der näheren Umgebung ist unsere Zeitung. In ihren Spalten findet jeder Leser Tag für Tag Ratscalag und Auskunft in allen Lebensfragen. Vertrauensvoll beachten jung und alt die wohlmeinenden Worte der Heimatzeitung. Und dies Vertrauen überträgt sich auch auf die Nachrichten der Geschäftsleute im Anzeigenteil. Wer hier seine Dienste und Waren anbietet, findet nicht bloß willige Leser, sondern auch kaufbereite Kunden. Anzeigen in dieser Zeitung helfen den Lesern gut und preiswert einkaufen und den anzeigenden Kaufleuten ihren Umsatz erhöhen. veraͤnderter Blutdruck-Adernverkalkung und vorzeitiges Altern sind Erscheinungen, die häufg von Kopfechmerzen, Benommenheit, nervösen Herzbeschwerden, Öhrensausen, Angst- und Schwindelgefühl, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit begleitet werden. Hier empfiehlt sich die Anwendung von Hämoskleran, immer wieder Hämoskieran, dem singvollen, hochwirksamen Spezifikum. Hunderttausende gebrauchen dieses völlig unschädliche Mittel, das ein altbewährtes Blutsalzgemisch, angereichert mit herzstärkenden, blutdruckregulierenden Drogen, enthält. Atf Grund neuester Forschungsergebnisse wurde durch Hinzunahme von Rutin(macht Adernwände elastisch) und zwei weiteren wertvollen Stoffen die Wirkung erhöht. Packung mit 70 Tabletten DM 2.15 nur in Apotheken. Verlangen Sie interessante Druckschrift H kostenlos von Fabrik pharmax. Präperete Carl Bühler, Konstanz Anzelgen In dieser Zeltung haben Immer einen durchschlagenden Erfolg Was Leitungswasser oder Fett nie erreichen, gibt Brisk Ihrem Haar mühelos. Ihre Frisur bleibt den ganzen Tag über formfest und doch locker. So sehen Sie gepflegter aus, wirken sympathischer. Entdecken auch Sie die Vorzüge des neuen Creme-Frisierens mit Brisk! BRISK hält Ihr Haar in Form Fische„sprechen" ins Mikiophon Großes Interesse für Internationale Ausstellung„Jagd- und Sportfischerei“/ Trophäen aus aller Welt Düsseldorf.— Die Sprache der Fische belauschen, auf gefilmtes Wild schießen und Taucher fischen sehen: das sind Attraktionen der Internationalen Ausstellung „Jagd und Sportfischerel“, die in Düsseldorf vorbereitet wird. Als größte Schau dieser Art, die je gezeigt wurde, wird sie vom 16. bis 31. Oktober einen großen Besucherstrom nach Düsseldorf lenken und mit mehreren Kongressen verbunden sein. Schirmherr ist Bundespräsident Heuß. In riesigen Kisten treffen bereits jetzt höchst sonderbare Dinge ein: Decken von Klappmützrobben z. B., Trophäen von Warzenschweinen und präparierte Köpfe von Moschusochsen. Sie werden in Düsseldorf die Parade der Schaustücke bereichern, die von Jagden in aller Welt künden, von Jagden auf Elche in Schweden, auf Eisbären und Robben im Polargebiet, auf Büffel und Zebras in Afrika. Auch Königin Friederike interessiert Trophäen sind darunter, die das In- und Ausland schon jetzt auf die Vorbereitungen der Düsseldorfer Schau blicken lassen. So erschien bereits der Präsident des griechischen Sportfischerverbandes, Admiral Voutsaras, in Düsseldorf, um Königin Friederike über diese Ausstellung berichten zu kónnen. „Jagd und Jäger“ Das Herz des Jägers und Sportfischers wird höher schlagen bei dieser Schau, hinter der große internationale Verbände stehen, an ihrer Spitze der„Internationale Angst vor schlechten Zensuren Fünf Wiesbadener Schüler nach Empfang der Zeugnisse vermißt NÄCHSTE WOCHEN ENTSCHEIDEN UBER 54ER WEIN Über den 1954er Wein werden die nächsten Wochen entscheiden. Die Weinbauern und der Weinhandel hoffen, daß bis Ende Oktober noch recht viel Sonne scheint. Gegenüber einer Ernte von 2,4 Millionen Hektoliter im Jahre 1953 wird der Ertrag 1954 auf etwa drel Millionen Hektoliter geschätzt. Wie aus Fachkreisen des Weinhandels verlautet, wird bei vorsichtiger Prognose mit einem„Mittelwein“ gerechnet. Der Traubenbehang ist im allgemeinen gut. Die Hauptweinlese wird in zwei bis drei Wochen beginnen. Die bisher gekelterten Trauben zeigten zufriedenstellende Mostgewichte, da der Säuregehalt nicht zu hoch ist. Die Ernte der Silvaner Traube, insbesondere in Rheinhessen und in der Pfalz, beginnt in etwa zehn Tagen. Der Riesling im Rheingau, im Nahe-, Mosel-, Saar- und Ruwergebiet wird Ende Oktober geerntet. Die gesamte Ernte hängt jedoch weitgehend von den jetzt beginnenden Frostnächten ab.— Unser Bild zeigt: Die ersten Trauben werden geschnitten. Wiesbaden. Von der hessischen Polizei werden fünf Wiesbadener Schüler gesucht, die seit dem Empfang der Schulzeugnisse am Dienstagnachmittag verschwunden sind. Drei der Vermißten, Gymnasiasten im Alter von elf, zwölf und dreizehn Jahren, sind nach den Ermittlungen der Polizei und nach Ansicht der Eltern wegen schlechter Zensuren gemeinsam ausgerissen. Sie wurden zuletzt in Wehen(Taunus) gesehen, als sich einer von ihnen im Hause seiner Eltern umzog. Die beiden anderen vermißten Jungen, zwei Mittelschüler im Alter von zwölf Jahren, wagten sich mit ihren Zeugnissen gar nicht erst nach Hause. Erst gestern abend sind sie wieder bei ihren Eltern eingetroffen. Zwei zwölfjährige Mittelschüler waren bis nach Nierstein (Rheinhessen) gewandert und hatten sich drei Tage und zwei Nächte in Gärten und Weinbergen versteckt und von Obst und Trauben ernährt. Gütezelchen für Kartoffeln Die Landwirtschaftskammer WestfaienLippe empfahl, bei der Lieferung von Kartoffeln, die aus Westfalen und Lippe stammen, auf das Gütezeichen der Kammer zu achten. Es gewährleiste, daß die Kartoffeln von einwandfreier Qualität sind und sachgemäß für den Transport zum Verbraucher hergerichtet wurden. Einen neuen Weg der Nachwuchsschulung haben die Rheinischen Röhrenwerke AG (Mülheim-Ruhr) eingeschlagen. Sie ließen Lehrfilme mit den Titeln„Das nahtlose Stahlrohr“ und„Das geschweißte Stahlrohr“ herstellen. Die Historische Kommission von Westfalen hält am 19. und 20. Oktober ihre Jahrestagung in Herford ab. In einer internen Sitzung soll über die Arbeiten der Kommission berichtet und das Arbeitsprogramm für das kommende Jahr festgelegt werden. Der goldene Reliquienschrein mit den Gebeinen des heiligen Meinolfus hat jetzt seinen ständigen Platz auf dem neuen Altartisch der Paderborner Busdorfkirche gefunden. Der kunstvolle Schrein stand bis zur Zerstörung der Busdorfkirche im letzten Krieg fest im Sockel des Hauptaltars. Kraftfahrer zündeten Lastzug an Dem Chef zu Gefallen— Toller Versicherungsschwindel platzte Bielefein.— Die verbrecherischen Pläne, mit denen der 52jährige Transportunternehmer Robert Steinkühler aus Elverdissen(Kreis Herford) sein heruntergekommenes Geschäft zu sanieren versuchte, spotten jeder Beschreibung. Dauernd lag er seinen Kraftfahrern in den Ohren, dieser oder jener Lastzug müßte „in die Luft gehen“, damit es Geld von der Feuerversicherung gebe. Zwei Lastwagen bzw. Anhänger Steinkühlers gingen auch während der Fahrt in Flammen auf. Der Brandstiftungsverdacht konnte nicht bewiesen werden. Aber der 30jährige Kraftfahrer Linke gestand vor der Strafkammer, daß der Chef ihm fünf Liter Benzin gegeben habe, mit denen er dann auf einer Fahrt nach Münster auftragsgemäß die Seegraspolsterung seines Büssing-Lkw in Brand steckte. „Nur dem Chef zu Gefallen und um ihm meinen guten Willen zu beweisen“, sagte Vermißte melden sich aus Rußland Kartengrüße für die Angehörigen Bielerein.— Überraschend erhielt in diesen Tagen die Ehefrau Trinowsky in Bielefeld nach 9½ Jahren die erste Nachricht ihres seit 1945 im Östen vermißten Mannes aus einem Lager in Moskau. Rheinisch-Westtällsche Börse Düsseldorf, 15. Oktober. Tendenz: Erholt, Farbennachfolger haussierend. Industrie-Aktlen Krefft 87bz Accu-Hagen 133 hz Mannesmann 148¼ bz AEG 188 bz Br Mülheimer Berg 127 bzG Allg. Hoch-& Ing. 122 G Nordwestd. Hütten Badische Anilin 196 bz 137 bz Br Balcke Masch. 160 bz G Rh. Braunkohle 187½ bz Bergb. Ewald Ludw.— Rheinstahl 252 bz BMW 127½ bz RWE 184 bz Bemberg 123 bz Rheinmetall 27 bz Beton-& Monier— G Rheinpreußen 145 bz Br Bosw.& Knauer 130 bz BrRheinst.-Union 147½ bz G Buderus 157 bz Salzdetfurth 181 bz Burbach 153 bz Schering 233 G Busch Jaeger 236 bz G Schiess 160 bz G Cassella 247 bz. Contl-Gummi 195½ bz Consolldation 136 bz Daimler 193 bz Demag 200 bz Dt. Contl Gas Dt. Erdöl 150 bz Didler— G Schwabenbräu 148 bz Siem. Stämme 207 bz Siem. Vorzüge 203½ bz. Stamag 139½ bz Ver. Dt. Nickel 166 bz Ver. Rumpus— Ver. Stahlwerke 102½ bz Wasser-Gelsenk. 161 bz Dortm. Akt. Br. 200½ bz G Wintershall 173½ bz Dortm. Ritter Br.— G Zellwald 143¼ bz Dortm. Union 191 bz Bank-Aktlen Dynamit Nobel— Commerzbank Liqui Essener Steinkohle 119 bz 11½ b26 Farbenf. Bayer 199½ bz Bankverein Westd. 1G Farben Liqui 45% bz 188 bz G Feldmühle 199 0 Deutsche Bank Liqui Felten 157 bz 14 bz G rep. Goldschmidt 130 bz Rheinisch-Westf. Bank Harpener 118½ bz 188 bz G Hindrichs Auff. 68 G Dresdner Bank Liqui Hochtlef 143 bz 14½ bz G rep Hoechster Farben 196½ bz Rh.-Ruhr-Bank 189 bz C Hoesch— Freiverkehr Kabel Rheydt 201 Br Chemie-Faser Inh. 126-132 Kall-Chemie 184 bz Nordd. Lloyd 46-50 Phrix Namens 45-49 Phrix-Inh. 52-55 Karstadt 187 bz Rh. Kunstselde 97½/-101 Kaufhof 202 bz Schulth. Stämme 32¼-36¼ Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main). Die Wechselstuben kaufen 470 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM.-Ost für 22,60 DM-West. Wie der Heimkehrerverband mitteilte, traf zur gleichen Zeit bei Frau Menzler in Ummeln bei Bielefeld ein Kartengruß ihres Mannes ein, der 1947 zum letztenmal aus einem sowjetrussischen Kriegsgefangenenläger geschrieben hatte. Auch diese Mittellung trug die Anschrift eines Moskauer Gefangenenlagers. Außerdem meldete sich jetzt zum erstenmal seit Kriegsende, die Zivilverschleppte Karin Kussmaul aus einem Moskauer Lager bel ihrer Schwester in Biele1ad Bad Eilsen frei Bad Eilsen.— Während die Räumung Bad Oeynhausens in vollem Genge ist, wird jetzt auch in Bad Eilsen mit der Räumung durch die Besatzungsmacht begonnen. Am 15. Dezember soll sie abgeschlossen sein, wie das Hauptquartier der britischen Luftwaffe dem Bürgermeisteramt mitteilte. Dann wird das vierzehn Jahre zweckentfremdete Bad Eilsen wieder in deutscher Hand sein. Betrugsmanöver mit Hochwasserhilfe Mönchen-Gladbach. Ein 27jähriger Mann aus Mönchen-Gladbach wurde vom Schöffengericht Mönchen-Gladbach zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er Gelder für die Geschädigten der bayerischen Hochwasserkatastrophe erschwindelt hatte. Er arbeitete mit gefälschten Ausweispapieren und stellte sich als Sonderbeauftragter des Deutschen Roten Kreuzes vor. Helfershelfer stellten sich in gutem Glauben in seinen Dienst. Obwohl der materielle Schaden nur 200 Mark beträgt, verweigerte das Schöffengericht dem Rückfallsbetrüger mildernde Umstände. ittthen plünDie Philatelisten-Gruppe Bad Lippspringe will künftig jedem jugendlichen Briefmarkensammler einen Altsamm'e als„Paten" zur Seite stellen, der den Sammlernachwuchs beraten soll. Zuchthaus für Gattenmörder Coburg.— Das Schwurgericht Coburg verurteilte den fünfzigjährigen früheren Verwaltungsangestellten Fritz Wittig wegen Totschlags und schwerer Brandstiftung zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren. Wittig hatte am 25. September 1953 auf dem Einödhof Oberloch im Landkreis Lichtenfels seine krank im Bett liegende Frau Margarete, mit der er in zerrütteter Ehe lebte, erschlagen. In der Nacht darauf hatte er, um die Spuren der Tat zu verwischen, die Leiche der Frau mit Petroleum übergossen und angezündet. Der Hof brannte dabei vollständig nieder. Die verkohlte Leiche der Frau wurde aus den Brandtrümmern geborgen. Automaten geplündert Wattenscheid. Ein Maschinensteiger aus Wattenscheid wurde am Essener Hauptbahnhof gefaßt, als er mit selbsthergestellten Messingplätt einen Zigarettenautomaten derte. Fünf Päckchen Zigaretten hatte er bereits gezogen. Für 48 Päckchen hatte er noch Plättchen bei sich. Der Mann, der in geordneten Verhältnissen lebe, habe in 15 Fällen auch in Bochum und Wattenscheid Automaten beraubt, erklärte die Polizel. Mit Messer bedroht Gelsenkirchen, Mit einem Messer bedrohte ein unbekannter Fahrgast in Gelsenkirchen den Fahrer eines Taxis, als dieser am gewünschten Ziel den Fahrpreis verlangte. Ehe der erschrockene Fahrer um Hilfe rufen konnte, war der Mann in der Dunkelheit verschwunden. 300 Priester fehlen Münster. Im Bistum Münster fehlen im Vergleich zu 1938 rund 300 aktive Diözesanpriester. Im kirchlichen Amtsblatt des Bistums wird festgestellt, daß der Verlust sogar 450 Priester beträgt, wenn des höhere Dienstalter berücksichtigt wird. Die Zunahme des Durchschnittsalters der aktiven Diözesanpriester, das heute bei 50 gegenüber 45.3 im Jahre 1937 liegt, sei Bedenklich. Für die nächste Zukunft sei ein Zugang von neuen Priestern nicht zu erwarten. folgungsjagd festgenommenen„Feuermeldemarder“ bei Licht betrachteten: Es war ein 20jähriger Feuerwehrmann aus Iserlohn. Er war betrunken von einem Gastwirt an die frische Luft gesetzt worden und hatte aus Arger darüber einen Feuermelder eingeschlagen. Seine Tat muß er mit 50 DM Einsatzkosten für die herbeigerufenen Kameraden, dem Ausschluß aus der Feuerwehr und einem Gerichtsverfahren bezahlen. Wie die Iserlohner Feuerwehr am Freitag mitteilt, betragen ihre Unkosten durch blinde Alarme seit der Währungsreform rund 10 000 DM. Jagdrat“ in Paris und der„Internationale Sportfischerverband“ in Rom. Aber auch die Laien und der Nachwuchs der Jäger und Angler sollen zu ihrem Recht kommen, etwa in der Sonderschau„Jagd und Jäger“, die eine Übersicht über die Arten des Jagdwildes gibt und die weidmännischen Grundbegriffe vermittelt. Der Karpfen schlürft Mit einer Überraschung tritt die Bundesanstalt für Fischerei hervor. Sie holt Fische ans Mikrophon. Man wird sie sogar bei ihren Mahlzeiten belauschen können. Dabei kann man feststellen, daß der Hecht reißt wie ein Wolf, während der Karpfen zu unmanierlichen Tischsitten neigt: er schlürft. Taucher mit Maske werden sich in dem 125 Kubikmeter Wasser fassenden größten europäischen Tauchaquarium tummeln. Man wird sie dort beim Fischen beobachten können, ebenso beim Fotografieren und Filmen unter Wasser. Zwei Koryphäen der französischen Sportfischerei, der Weltmeister Creusevaut und der Hoteler Ritz, werden eine neue Technik des Schnurauswerfens vorführen und Unterricht darin erteilen. Und wer etwas von der Sache versteht, kann sich an den ersten Europameisterschaften beteiligen die in den höheren Angelkünsten ausgetragen werden. An die Geschichte der Jagd und der Sportfischerei ist ebenfalls gedacht. Man erhält einen Überblick über die Entwicklung der Jagdwaffen von der Schleuder bis zum modernen Jagddrilling. Der ADAC bereitet eine internationale Sternfahrt vor. Und im internationelen Stimmengewirr wird man sicherlich auch eines nicht vermissen: Jägerlatein. Lebenslänglich Zuchthaus für Gattenmörderin Hensgens Blinder Alarm Iserlohn. Erstaunt waren Iserlohner Polizeibeamte, als sie einen nach kurzer Verer. Als es brannte, hat er gleich aus dem nächsten Bauernhaus Wasser und Hilfe geholt, und so konnte das Feuer gelöscht werden. Der enttäuschte Chef gab ihm nun 20 Liter Benzin, mit denen er es noch einmal versuchen sollte. Aber Linke wollte nicht mehr. Er verließ den verbrecherischen Arbeitgeber. Köln. Das Kölner Schwurgericht verurteilte am Freitagnachmittag im überfüllten Gerichtssaal die 39jährige Witwe Anna Hensgens aus Grefrath, Kreis Bergheim, neun Jahre nach der Tat, wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslänglichem Zuchthaus und Ehrverlust auf Lebenszeit. Die Angeklagte wurde für schuldig befunden, den von ihrem polnischen Liebhaber Walter Sadowski am 8. Juli 1945 verübten Mord an ihrem Ehemann, dem Metzgermeister Josef Hensgens, gewollt zu haben. Der ehemalige polnische Fremdarbeiter hatte den Mann nach einem Trinkgelage mit einem Strick erdrosselt, gefesselt und in einem Sack verschnürt in eine Jauchegrube geworfen. Der Staatsanwalt beantragte lebenslanges Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Er hielt sie der Mittäterschaft des von dem Polen Walter Sadowski verübten Mordes für überführt. Sie habe nicht nur vor der Tat gewußt, daß ihr Mann umgebracht werden sollte, sondern habe auch keine Eile gehabt, nachher die Polizei zu benachrichtigen. Sie habe die Tat verhindern können. Sie habe hemmungslos und aus triebhaftem Eigennutz gehandelt. Kind trank Salmlakgelst Wuppertal. Ein 18 Monate altes Mädchen in Wuppertal-Barmen trank in der elterlichen Wohnung in einem unbewachten Augenblick aus einer Flasche, die Salmiakgeist enthielt. Das Kind wurde mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht. Brüderschaft" Prei betrunkene Jungen im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren musste die Polizei in DuisburgMeiderich vom Dach eines Bunkers herunterholen. Mit Steinen hatten die Jungen ein Bombardement auf vorüberkommende Fußgänger und Falrzeuge eröffnet. Vorher hatten die drei mit euter Flasdie Brauittwein, die sie aus einem Lastwagen stallen Brüderschaft getrunken. aber bereiten Nehmen Sie kochendes Wasser dazu, damit der Tee bis zur letzten Tasse recht heiss bleibt. Heisser Tee schmeckt am besten und tut dem Magen wohl. DIE 5 GOLDENEN TEE-REGELN: Die Teekanne vorwärmen Für jede Tasse einen Teelöffel Tee nehmen Frisches Wasser zum Kochen bringen und sprudelnd auf den Tee giessen Den Tee 5 Minuten ziehen lassen Den Tee umrühren und abgießen. Milch, Zucker oder weissen Kandis je nach Geschmack Richtig bereitet, ist TEE ein vollkommener Genuß: er schmeckt herzhaft, belebt angenehm, bekommt immer, kühlt im Sommer, warmt im Winter, und er kostet ja so wenio Kleine Winke für die Schminke In einem runden Gesicht sieht ein schmaler Mund besser aus als ein breiter. Darum führen Sie den Lippenstift lieber nicht bis an die äußersten Grenzen, sondern schminken Sie vor allem die Unterlippe nur ganz fein und leicht. * Ein längliches Gesicht dagegen kann einen breiteren Mund vertragen. Doch wenn Sie sich in diesem Falle mit dem Lippenstift über die natürliche Begrenzung der Lippen hinauswagen dürfen, so werden Sie doch nicht zu kühn! * Wenn Sie eine sehr große oder stark gebogene Nase haben, so können Sie einen gewissen Ausgleich schaffen, indem Sie die herzförmige Linie der Oberlippe etwas begradigen, also die beiden Bögen zu einem vereinigen. Das gleiche gilt, wenn die Entfernung zwischen Nase und Mund ein wenig zu groß erscheint. Selbstverständlich ist auch bei dieser Korrektur ein Zuwenig immer noch besser als ein Zuviel. * Ist die Nase dagegen etwas zu breit geraten, sollten Sie die Oberlippe „herzhaft“ betonen. Vom(Migräne-)Regen in die(Tabletten-)Traufe: Vorsicht vor Tabletteritis! Eine ansteckende Zivilisationskrankheit, die hauptsächlich Frauen heimsucht Eva zeigt sich„zugeknöpft" Es ist heute üblich, Schmerzen und unangenehme Zustände aller Art durch schmerzstillende Mittel zu betäuben. Besonders Frauen neigen dazu— nach den letzten Ermittlungen gut drei Fünftel aller Frauen in den Zivilisationsländern— der Süchtigkeit eben mit Kopfschmerzen ankündigte. So verrückt, wie sich das im ersten Augenblick anhört, ist es gar nicht. Stellte es sich doch bei jüngsten Experimenten heraus, daß ein gewisser, seelisch und in seiner Phantasie anfälliger Typ Es gibt jetzt künstliche Fingernägel in allen Farben. Man braucht sie nur aus dem Kästchen zu nehmen und aufzusetzen. Sollten sie nicht sofort passen, so kann man sie in warmem Wasser zurechtbiegen. Wies uns bisher die modische Linie die Richtung, so treten jetzt die modischen Begleiterscheinungen mehr in den Vordergrund. Knöpfe treiben auf Kleidern, Mänteln, Kostümen und Röcken ihr amüsantes Spiel. Abgesehen davon, daß Zugeknöpftsein eine höchst kapriziöse weibliche Eigenschaft mit unglaublich vielen Variationsmöglichkeiten ist. stellen Knöpfe den hübschesten und abwechslungsreichsten Schmuck in der Mode dar. Sie vereinen das ornamentale Element mit der Zweckmäßigkeit. Zweckmäßig wird der modische Hänger mit dem klassischen Vierloch-Knopf mit Wulstrand aus echtem Horn oder Kunsthorn geschlossen. Meist sind die Knôpfe im Ton des Stoffes eingefärbt. Wird der Hänger von nur einem Knopf gehalten, so darf dieser kostbar oder recht originell sein. Auf dem Tailleur beginnt bereits das Spiel mit den Knöpfen. Schräg angeordnet, betonen sie die von der Taille ausgehende Weite nach oben und unten. Ebenso bei dem taillierten Kostüm. Hier sind die Knöpfe verhältnismäßig klein und gehen häufig als Blindknöpfe auf das in die Breite deutende Revers über. Öft setzt sich die Mittelknopfreihe der Kostümjacke dicht bei dicht im Rock fort, wodurch die schlankmachende Wirkung noch erhöht wird. Knöpfe„im Gänsemarsch“ auf Kleidern gehören geradezu zum guten Modeton. Ste sina— aus Perlmutter— als Mittelreihe der einzige Schmuck des hochmodischen Hemdblusenkleides. Glas- oder Metallknöpfchen halten das blusige Oberteil des sommerlichen Kleides zusammen. Auf Prinzeßkleidchen spazieren sie munter vom seitlich geknopften Halsausschnitt, kühn die Schräglinie betonend, bis zum Rocksaum hin, manchmal auch nur den Rücken entlang. Und man braucht ihre schlankmachende Wirkung nicht einmal an den Knöpfen abzuzählen, wenn sie sternförmig, ringsum von der Taille nach unten und oben ausstrahlend, das festliche Kleid beleben. Auf jeder Kragenecke ein Knopf, aus dem gleichen Material eine Gürtelschnalle— und das schlichte Kleid hat seinen dezent effektvollen Schmuck. Es gibt keine Blusen mehr, auf denen sich Knöpfe wie ein Ei dem anderen ähneln. Vom mattglänzenden Perlmutterknopf bis zum kleinen Kunstwerk aus Metall oder Glas passen sie sich Material und Stil des Blüschens an. „Tabletteritis“ zu verfallen, bei den ge-„bereits auf die bloßen Schmerz-Symbole— ringsten Anzeichen von Migräne oder Unlust zur Tablettenschachtel zu greifen. Dabei hält Wien den„Weltrekord in Tabletteritis“— in ganz Österreich werden stündlich 30 000 Tabletten eingenommen, in Westdeutschland weit über 100 000, in Amerika geht der Konsum ins Astronomische. „Tabletteritis“ erweist sich demnach als eine höchst gefährliche ansteckende Zivilisationskrankheit, die hauptsächlich die Frauen heimsucht— und die, was heute als erwiesen gelten kann, nicht selten gesundheitliche Schäden im Gefolge hat. Denn auch Kopfschmerzen sind oft nur Warnsignale, die eben mit diesen schmerzenden Klopfzeichen an unserer empfindlichsten Stelle unmißverständlich darauf hinweisen, daß es irgendwo mit uns nicht stimmt. Nichts ist gefährlicher, als das zu übersehen oder lediglich durch Palliativmittel zu beheben zu versuchen! Nun gibt es freilich auch eine andere Art von„Tabletteritis“: nämlich eine Art „Süchtigwerden“ wie nach Zigaretten oder Rauschgift. Nur daß sich diese zeitgemäße so zum Beispiel auf einen Zahnbohrer— mit deutlich nachzumessenden Schmerzen reagiert. Auf die„Tabletteritis“ bezogen bedeutet das also, daß bereits die Vorstellung von Kopfwehpülverchen— eben die Kopfschmerzen selber auslösen kann. Es ist nichts dagegen einzuwenden, sagen die Arzte, daß man ab und zu Aspirin oder sonst ein harmloses Medikament nimmt, was sie ja selber auch häufig verschreiben. Gefährlich wird die„Tabletteritis“ erst, wenn der Mensch schon beim geringsten Wehwehchen, wenn er nur einmal eine Viertelstunde nicht einschlafen kann, oder wenn ihm das Wetter zusetzt, zu Tabletten Zuflucht nimmt. Denn oft bedeuten diese leise bohrenden Schmerzen, oder die besondere Anfälligkeit für Kopfschmerzen, nervöse Zustände, Schlaflosigkeit usw.— daß in uns, sozusagen in tieferen Schichten, etwas Beunruhigendes vorgeht, dem wir unsere ganze Aufmerksamkeit schenken sollten. Wenn Peterle nascht Bestrafung ist zwecklos— Die Ernährung muß geändert werden Kinder wegen ihrer Naschsucht zu bestrafen, ist durchaus unrichtig. Naschsucht ist nämlich keine Leidenschaft oder Charakterschwäche, sondern die Reaktion des kindlichen Körpers auf eine kalkarme Ernährung, Diese Tatsache ist den Wissenschaftlern, wie den Ärzten, bereits seit längerer Zeit bekannt. Nun wird aber durch den Genuß von Süßigkeiten der Kalkmangel des Körpers keineswegs vermindert, denn auch der übliche Zucker, den manche Kinder löffelweise vertilgen können, enthält nur sehr wenig dieses, für den Knochenaufbau des Arzt aufzusuchen, der die notwendigen Medikamente verschreibt. Meist wird er auch Blutarmut konstatieren. Doch auch die Eltern haben es in der Hand, die Naschsucht ihrer Kinder zu beseitigen und ihre Gesundheit zu krätigen: sie brauchen die Kinder nur zu reichlichem Obstgenuß anzuhalten. Apfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Reineklauden, Feigen und Orangen, aber auch Gemüse wie Spinat, Kraut und Kohl, enthalten genügend Kalk. Früchte dazu noch Vitamine, der Spinat das der Blutarmut entgegenwirkende Eisen. Reichlicher Obstgenuß regt auch wieder den Appetit nach ausgeprägter Naschsucht leidenden Kin dern wird es sich daher empfehlen, einen Taschen-Geheimnisse Unsichtbar oder dekorativ— Diors Anleihe bei den Großmüttern Taschen sind geheimnisvolle Behälter. Sie sind sozusagen das„Innenleben“ unserer Kleidung. Der Mann hat dieses Innenleben im Laufe der Zeiten erfolgreich verteidigt. Der Taschenreichtum seines Anzuges überstand jede modische Diktatur. Die Frau, der Mode gegenüber duldsamer, ließ nach dem jeweiligen Gesetz die Tasche aus ihren Kleidern verbannen. Sagte die Schneiderin:„Oh, ich bitte Sie, Taschen tragen doch auf“, so verzichtete man. Aber wohin mit den Utensilien? Im 14. Jahrhundert wurde die Handtasche geboren. Als Gürteltasche um den Leib gebunden, barg sie die„Geheimnisse“ der Dame, die aus Nadelkissen, Messerchen und Fingerhut bestanden. Fürwahr, es waren noch liebwerte Frauen, zu jeder Minute bereit, dem Trauten einen Riß zuzunähen. Unsere Großmütter gingen zur eingenähten Tasche über. In der Weite der Röcke war sie in den Falten versteckt— an unaussprechlicher Stelle. Sie erwies sich jedoch als äußerst„drückend“, denn sie enthielt das„Portefeuille“. So saß man also auf harten Talern. Einer sehr eleganten, vornehmen Dame passierte einmal folgendes: Sie wollte ihren Droschkenkutscher bezahlen und suchte verzweifelt in den unergründlichen Stoffwogen der hinteren Gefilde. Der Mann schaute ihr eine Weile interessiert zu und meinte dann:„Wenn die Gnädigste mit Kratzen fertig ist, bekäme ich eine Mark fuffzig." So ging es auf und ab mit der Tasche: Mal eingenäht, mal aufgenäht, mal gar nicht. Clou ist jetzt noch immer die tütenförmige hüftverbreiternde, in die mit Grazie die Hände eingeschoben werden. Und — man höre und staune— Paris macht wieder Propaganda für die an„jener Stelle“. Herr Dior führte sie unlängst vor. Die Herren rings um den Laufsteg paradierender Mannequins lachten und machten anzügliche Bemerkungen. Und das— wo sie doch seit undenklichen Zeiten konservativ und fest auf ihrer dort verbliebenen„Zugeknöpften“ sitzen. anderen Speisen an— was bei dem Genuß von Süßigkeiten nicht der Fall ist!—, so daß mehr Nahrung eingenommen wird. Das Obst muß freilich in ungekochtem Zustand genossen werden. Durch das Kochen werden die meisten Mineralsalze und Vitamine zerstört. An die Stelle von Weißbrot soll kräftiges Schwarzbrot treten. Für kleine Naschkätzchen soll man eine solche Änderung der Ernährung nicht radikal von einem Tag auf den anderen vornehmen, sondern immer mehr die Freude am Obst wecken und den Süßigkeitsverbrauch einschränken. Man wird nach einigen Monaten erstaunt sein, wie bisher schwächliche oder mitunter„aufgeschwemmte“, das heißt beinahe zu Fettsucht neigende Kinder, sich kräftigen. Der gute Tip Bei Heiserkeit und Halsschmerzen empfiehlt es sich, mit Salbeiblättertee, dem man etwas Salz zufügt, zu gurgeln. Der Tee soll nur ganz kurz aufkochen. * Waschbare Krawatten sollte man vor dem Waschen in der Mitte und an beiden Rändern mit Heftfaden„fixieren“. Sie verlieren dann die Form nicht. Man entfernt die Fäden erst nach dem Bügeln. * Die Streusel beim Streuselkuchen krümeln nicht so leicht ab, wenn man den Teig vor dem Auflegen der Streusel etwas anfeuchtet. * Wollsocken und Wollstrümpfe der Kinder kann man haltbarer machen, wenn man Ferse und Spitze mit feinen Wollfäden durchzieht. * Wenn man Milchkannen einmal in der Woche mit rohen Kartoffelschalen auskocht, werden sie entkeimt. Die Milch wird dann nicht so rasch sauer. Ein rohes Ei, das man kochender Flüssigkeit zufügt, gerinnt. Wenn man das Ei vorher mit etwas Milch verquirlt und den Kochtopf beim Hinzugeben vom Feuer nimmt, gerinnt es nicht. * Möhren sind gesund, doch nicht jedermanns Geschmack. Wenn man den Möhren während des Kochens etwas Zucker zufügt, werden sie im Geschmack verfeinert. Der verkannte Vater Unerwartete Folgen einer Hausarbeit— Ein Sohn schildert seine Eltern Bohnern überflüssig! Neuartige Fußbodenbeläge sparen Arbeit— Ihr größter Vorzug: sie dämpfen den Schall Der„twin-set“-Pullover und Jacke, die zusammengehören— findet auch bei uns immer mehr Freundinnen. Bis zum Herbst wird es diese hübschen und praktischen Kombinationen in„perlonverstärkt“ zu kaufen geben. Eine weitere gute Eigenschaft! Ob Rückenschmerzen, Bohnerknie, Splitter im Finger oder Kopfschmerzen— nichts kann unzählige tüchtige Hausfrauen anscheinend davon abhalten, in regelmäßigen Abständen für ihren Fußboden auf die Knie zu gehen, um ihn schneeweiß zu scheuern und dann Strich für Strich sorgfältig wieder einzuwachsen und schließlich zu polieren, so daß sich die Möbel eitel Essen Sie gerne Obstkuchen? Heidelbeerkuchen mit Blätterteigboden Zutaten: 50 g Quark, 50 g Mehl, 50 g Margarine(man kann auch das doppelte Quantum nehmen), 1 Pfund Heidelbeeren, 3 Eiweiß, 100 g Zucker. Quark, Mehl und Fett gut kneten, sodann den Teig 3—4 Stunden kaltstellen (wichtig!), anschließend auswellen, drei- bis viermal zusammenschlagen und wieder auswellen. Kuchenboden mit Teig belegen und etwas Weckmehl darüber streuen. Elweiß zu Schnee schlagen, süßen, die Hälfte der Masse mit den Heidelbeeren vermischen und über den Kuchenboden geben. Restliches Eiweiß darüber streichen und den Kuchen sofort in den stark vorgeheizten Öfen schieben. Straßburger Apfelkuchen 250 g Butter oder Margarine mit 4 Eigelb, 250 g Zucker, dem Saft und der abgeriebenen Schale einer Zitrone schaumig rühren. Nach und nach rührt man 500 g feines, mit einem Backpulver versiebtes Mehl hinzu und fügt dem Teig 3 EBl. kalte Milch bei. Zwei Drittel des Teiges werden in eine große gefettete Springform gefüllt. Darauf legt man geschälte, halbierte, vom Kerngehäuse befreite und kurz gedünstete mürbe Äpfel. Zwischen den Apfeln verteilt man mit einem Eßlöffel den Rest des Teiges. Beim Backen deckt der Teig die Äpfel zur Hälfte ein, so daß sich ein schachbrettartiges Muster ergibt. Nach dem Erkalten dick mit Puderzucker bestreuen. Aprikosentorte 300 g Mehl, 100 g Margarine, 120 g Zucker, 1 Ei, Saft und abgeriebene Schale einer Zitrone, 1 Backpulver sowie 2 Eßl. kalte Milch zu einem festen Teig verarbeiten und in einer großen Springform bei mäßiger Hitze abbacken. Inzwischen ½ 1 Milch mit 150 g Zucker sowie 30 g geschälten, geriebenen Mandeln aufkochen und mit 50 g Vanillepuddingpulver binden, das man mit etwas kalter Milch und 2 Elgelb gut verquirlt hat. Noch heiß den festen Schnee der 2 Eiweiß unterziehen und die Masse kaltrühren. Nach und nach gibt man 150 g sahnig gerührte Butter hinzu, streicht ½/ der Creme auf den erkalteten Mürbeteigboden, gibt darauf geschälte, relfe, halbierte Aprikosen und bestreut alles mit Puderzucker. Vom Rest der Creme erhält die Torte einen schön gespritzten Rand. darin spiegeln können. Dabei gibt es schon seit langem so viele praktische Fußbodenbeläge, die diese Mühe überflüssig machen. Sie denken an Teppiche, die für Sie unerschwinglich und unpraktisch sind, an das übliche Linoleum oder Balatum, das ihnen zu schlicht erscheint? Es gibt noch andere Möglichkeiten. Fußbodenbeläge, die aus einem der neuen Werkstoffe hergestellt sind, braucht man nicht zu bohnern! Ein nasser Scheuerlappen genügt für ihre Pflege. Mancher ältere, abgenutzte Fußboden, der bereits splittert oder klaffende Spalten zwischen den Dielenbrettern aufweist, läßt sich so gut verdecken. Kork kann man nicht nur als Schuhsohle tragen— man kann sogar ganze Zimmer damit auslegen. Aus Preßkork wird nämlich ein warmer, schallhemmender Bodenbelag hergestellt, der natürlich nicht splittert. Selbstverständlich verträgt dieses Material Feuchtigkeit, darum paßt es besonders gut in Badezimmer und Küchen, Vor der Verlegung wird die Masse„versiegelt“, wie der Fachmann sagt, also die Poren geschlossen. Danach bekommt der Belag einen Spezialüberzug, der jedes Bohnern überflüssig macht. Feuchtes Aufwischen genügt. Vielbenutzte Räume, wie Küche, Wohnküche oder Kinderzimmer, brauchen einen besonders trittfesten Belag, und je unempfindlicher er gegen Feuchtigkeit ist, um so besser. Diese Vorzüge vereinen gummiähnliche Platten, die es sogar in vielen verschiedenen Farben gibt. Man könnte also die Kochnische oder die Ecke für die Kinder durch verschieden gefärbte Platten abgrenzen. Dieser Belag isoliert ausgezeichnet gegen Schall, was die Untermieter dankend zur Kenntnis nehmen werden. Allerdings müssen die Platten hin und wieder mit einem Spezialmittel gewachst werden, damit sie ihre ursprüngliche Schönheit behalten. Für die tägliche Pflege reichen Besen, Mop oder Scheuerlappen aus. Holzfußböden haben ihre Liebhaber, und auch dafür ist gesorgt. Strapazierfähig wie Jürgen macht Schularbeiten. Schularbeiten sind eine ernste Sache, und man muß dabei nachdenken. Das weiß auch Jürgen mit seinen acht Jahren schon. Er nimmt die Sache ernst. Heute soll er zehn Wörter mit„sie“ bilden. Er nagt an seinem Bleistift. Dann hat er es: Sie näht... sie stopft... sie wäscht... Es gibt eine größere Pause, dann schreibt er weiter: sie kocht... sie fegt... sie bürstet.. sie wischt... sie klopft... sie schält... sie malt... „Sehr schön“, meint der Vater, als er die Schularbeiten nachsieht,„aber malen wird mit einem h geschrieben. Du meinst doch sicher, sie mahlt den Kaffee. Mama malt doch nicht die Wände an.“ Der Vater versucht, ihm den Unterschied von mahlen und malen zu erklären. Jürgen hat es aber nicht gern, wenn man ihm Fehler nachweist. Er überlegt einen Augenblick, dann sagt er:„Sie malt sich an, meine ich.“ „Hm", gibt Papa zu,„in diesem Fall ist es richtig.“ Dann eilt er zu seiner Gattin, um sie schadenfroh darüber aufzuklären, was ihr Sohn in seinem Schulheft von seiner Mutter festgehalten hat. Das hätte er lieber nicht tun sollen. Zwar ist Mama etwas schockiert, aber sie sagt nichts. Am nächsten Tag muß Jürgen zehn Wörter mit„er“ schreiben. Als Papa am Abend nach Hause kommt, hält Mama ihm wortlos Jürgens Werk unter die Nase. Da steht mit klaren Buchstaben hingemalt: Er schläft, er ißt, er niest, er schimpft, er liest, er redet, er trinkt, er schnarcht. er raucht, er haut, er sägt. Papa liest stirnrunzelnd die Feststellungen seines Sprößlings. Es ist. abgesehen vom„Sägen“, nicht viel Positives dabei. „Ich arbeitete doch wohl noch mehr als das gelegentliche Sägen“, sagt er leicht empört zu seinem Sohn,„Ist dir wirklich nichts anderes eingefallen?“ Jürgen sieht ihn ratlos an.„Ich meine gar nicht, wenn du im Keller sägst und hämmerst“, antwortete er schließlich.„Mama sagte doch heute morgen erst wieder, du hast in der Nacht so gesägt im Schlaf, das meine ich!“ Papa sagt nichts mehr. Er setzt sich hin und schreibt dem Lehrer einen Brief. Es wäre besser, heißt es darin, die Hausaufgaben vorher mit den Kindern richtig durchzusprechen, sonst käme doch nur Unsinn dabei heraus. Oder ob der Lehrer etwa glaube, daß er, der Vater. so wäre, Stein, aber wesentlich wohnlicher ist ein Belag, der wie Parkett wirkt. Er kann auf Steinholz, Beton oder jeden anderen Boden aufgelegt werden. Seine beste Eigenschaft ist die außerordentliche Härte, die ihn für Arbeitsräume besonders geeignet erscheinen läßt. wie sein Sohn ihn hier schildere. Noch immer voli Wut, steckt der Vater den Brief in den Kasten. Dann erzählt er Jürgen etwas von seinem Beruf und seiner Arbeit, mit der Jürgen noch nie Bekanntschaft gemacht hat und über die er also nicht schreiben konnte. Jürgen ist voll Reue. Bevor er am nächsten Morgen in die Schule geht— Papa ist längst weg— setzt er sich noch einmal an den Tisch und radiert sein gestriges Werk wieder aus. Eine Stunde später liest der Lehrer den Brief eines empörten Vaters:„Glauben Sie etwa, daß das, was mein Sohn hier schildert, meine Tätigkeit ist?“ Und dann liest er kopfschüttelnd in Jürgens Heft: Er arbeitet, er schreibt, er rechnet, er zahlt, er hilft, er bedient, er verkauft, er telefoniert, er überlegt, er lehrt. Worüber die Menschen sich heute aufregen, denkt er, worin mag denn wohl wirklich seine Tätigkeit bestehen? Aber da der Lehrer Jürgen nicht fragen mag, bleibt das, für immer in Dunkel gehüllt. Väter wefden eben manchmal verkannt, aber das gehört bekanntlich zum Schicksal aller Männer. Jips. die nichts kosten nein Wenn Sie eckige Schultern haben, sollten Sie das nicht noch durch breite, stark gepolsterte„männliche“ Schulterpartien Ihrer Mäntel und Kostüme unterstreichen. Langgezogene Revers, abgerundete oder abfallende Schultern, tief eingesetzte Armel— das steht Ihnen besser. Kreislauf-Störungen! Machen Sie jetzt eine Herbstkur dem Kräutermittel ZIRKULANO Hilfe bei: Arterlenverkalkung, hohem Blutdruck, Müdigkeit, Herz- und Wechseljahrbeschwerden, Schwindelgefühl, Depressionen, Stauungen, Kopfweh, Nervosität usw. Kl. Kur 5.75 DM, gr. Kur 10.90 DM. In Apotheken. Gratisprospekt vom Zirkulano-Import, Lörrach/Baden. ZIRKULANO der SCHWEIZ die hochwirksame Hauskur Großversteigerung! Kraftfahrzeuge aller Art. Auto-Veiling, Ruhrschnellweg, Wattenscheid, Tel. 8795, nächsten Mittwoch 11 bis 19 Uhr. Große Ausstellungshalle. Ober 00 Akkordeons Lager. HOHNER und endere Marken. sowle elle anderen instrumente. Farbkatalog gretts GEQUEME TEILEAHIUNO Dsselder, Henstr 8/72 Nestdeufschlends größtes Musikversondhaul besucht Sie auf Wunsch mit Auswohlsendun Man fühlt sich Jahre jünger— erfreut sich schönster Harmonie in Form und Linie im ThalysiaEdelformer, von Fachberaterinnen angemessen. OLPE. Wäsche-Spezlalgeschäft Messmann Westfälische Straße 30 ATTENDORN. Textilkaufheus Rlchard Niederste Straße 282 In jodom Relsekoffe: grinbereit(Melabon) gegen Schmerzen Jeglicher Art. Gehen Sle nicht ohne Schmerschutz out dle Relsel Schon eine Kopsel Melobon kann Sle von Schmetzen rasch und nachholtlo befrelen. Halten Sie auch auf der Rolse Melabon Immer grifiberelt; dann sind Sie vor Schmerzen geschötrt. Als Nöchsles also elne Packung Melobonin der Apotheke(Ur 75 Pig. besorgen. MODISCHES AUS Mlili. Die elegante Strickkleidung erfreut sich bei der jüngeren wie bei der älteren Jugend einer immer größer werdenden Beliebtheit. Kein Wunder bei dem modischen Chic, den hochwertigen Qualitäten und günstigen Preisen. Wo geschlachlet wird braucht man auch einen Räucher-u. AulbewahrungsEi Schrank von der Spezlaltabrik torsbach à Brasch Gohweld 145(Wostk.) Andebot kostenlos- Frachtfreie lieferung- Ratenzohlung Bargeld durch Verstelg. Ihres Kfz. dch. Autogroßverstelgerung, Dortmund, Evinger Str. 363(Bundesstr. 54 Dtmd.-Lünen). Tel. 3 40 14 ALTPAPIER altes Aktenmaterialum Einstampfen, kauft laufend A. Bayer, Attendorn Ruf 549 Der Schuh der hält- paßt und gefällt heißt SALAMANDER - für wenig Geld Salamander der elegante Schuh der billige Schuh der gute Schuh Das Fachgeschäft für gute Schuhe Anno Schulte Das Fachgeschäft am Markt Olpe- Frankfurter Straße 14 50g 125 g Jetzt 1.30 3.25 „Wos die für blütenweiße Hemden haben!" „So, éch nenne sie deshalb auch BOTIL und BOTILIE!" BOTII wäscht wirklich blendend weiß. Wirklich schonendes Waschen im vollen Schaum. Bei kleinem Preis die große Waschkraft. Eine weiße Freude der Hausfrau. BOTII mit der großen Waschkraft oA111-Wkak£ 6101064s. aN1. Normalpoket 45 Pty. Doppelpaket 85 Pig. Gott, der Herr über Leben und Tod, rief heute morgen 8.30 Uhr seinen treuen Diener, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, den Landwirt Emil Viedenz zu sich in sein himmlisches Reich. Er starb, wohlvorbereitet durch ein echt christliches Leben und versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 73 Jahren. Sein arbeitsreiches Leben, seine selbstlose autopfernde Hingabe, Gebet und Sorge war ganz dem Wohle seiner Familie gewidmet. In tiefer Trauer: Tonis Viedenz und Frau Anni geb. Käse Heinz Viedenz und Frau Toni geb. Dornseifer Alfons Viedenz und Frau Agnes geb. Willmes Annemarie Viedenz Josefine Viedenz geb. Müller Josef Viedenz vermißt Walter Viedenz vermißt Iseringhausen über Olpe, Hützemert und Drolshagen, den 15. Oktober 1954 Die Beerdigung ist am Montag, dem 18. Oktober, morgens 9 Uhr vom Trauerhause aus; anschließend ist das Seelenamt. Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. Statt Karten! Da es mir nicht möglich ist, die große Zahl der Beileidsbriefe, die mir beim Hinscheiden meines lieben Mannes zugegangen sind, eigenhändig zu beantworten, möchte ich hiermit allen, besonders auch dem MGV Gerlingen, für die herzliche Anteilnahme sowie auch für die überaus zahlreichen Kranzspenden und sonstigen Aufmerksamkeiten auf diesem Wege meinen tiefempfundenen Dank aussprechen. FRAU ADOLF STAHL Maria geb. Sondermann Gerlingen. im Oktober 1954 Trauerspenden in erstklassigen Ausführungen bei mäßigen Preisen liefert Gärtnerel Olpe, WestfällsHe Straße 77 Fernsprecher 294 Auch Vermittlung nach auswärts Gerbermann ein künstil Die Ansicht. 1 ein künstliches Gebi sei etwas Unästhetisches, ist längst überholt. Im Gegenteil: als unästhetisch empfindet man es heute, wenn jemand noch mit eingefallenen Wangen und zahnlosen Klefern oder mit einem Lückengebiß herumläuft. Als unästhetisch wird auch— und zwar mit Recht— ein schlecht gepflegtes Gebiß empfunden, ein künstliches noch mehr als ein natürliches. Das künstliche Gebiß muß einen gepflegten Eindruck machen, und eine Zahnprothese darf unter keinen Umständen auffallen. Außer Ihnen braucht niemand zu wissen, daß Sie künstliche Zähne tragen. Tausende von Zahnärzten verordnen das zahnfleischfarbene KukidentReinigungs-Pulver, weil es jedes künstliche Gebiß ohne Bürste und ohne Mühe vollkommen selbsttätig reinigt, ferner auch frisch, geruchfrei und keimfrei macht, außerdem völlig unschädlich ist und das wertvolle Prothesenmaterial nicht entfärbt. Millionen Zahnprothesenträger im In- und Ausland haben das seit 18 Jahren im Handel befindliche Kukident-Reinigungs-Pulver zur größten Zufriedenheit benutzt. Benutzen Sie ebenfalls Kukident! Ihre künstlichen Zähne werden dann wie echte wirken, und niemand wird wissen, daß Sie ein künstliches Gebiß tragen. Die neue Probepackung Kukident deren Inhalt eine Woche reicht, ermöglicht es Ihnen, sicn von der großartigen Wirkung schnell zu überzeugen. Die Probepackung Kukident-Reinigungs-Pulver kostet 50 Dpf; sie Ist ab übermorgen in allen rührigen Fachgeschäften erhältlich. Die 100-g-Packung Kukident-Reinigungs-Pulver erhalten Sie auch weiterhin für 1,50 DM, die 180-g-Packung für 2.50 DM. Eine Probetube Kukident-Haft-Creme zum Festhalten des Gebisses kostet 1 DM Wer es kennt— nimmt 82000 werden in Hannover dabei sein Herbergers„Sorgenmannschaft“— Mit zwei neuen Halbstürmern gegen Frankreichs Nationalelf Hannover. Seit dem Endspielsieg von Bern in der Fußball-Weltmeisterschaft scheint Trainer Sepp Herberger vom Glück verlassen zu sein. Eine Hiobsbotschaft jagte die andere. Wenn er nach der Niederlage von Brüssel glaubte, nun seien die schwersten Schläge überwunden, nun habe er einige Wochen Atempause, die er zu einem vorsichtigen Umbau der Nationalelf in Ruhe nutzen könnte, so war auch das leider eine Täuschung. Phantastischer Weltrekord Beim Leichtathletik-Städtekampf London— Moskau, der im Londoner White-City-Stadion ausgetragen wurde, schlug der Engländer Chris Chataway über 5000 Meter den sowjetischen Europameister Vladimir Kuz in neuer Weltrekordzeit von 13:51,6 Minuten. Der Russe war zweizehntel Sekunden langasmer. Kuz führte bis kurz vor Schluß und stellte über drei Meilen(4827 Meter) ebenfalls einen Weltrekord auf. Unser Bild zeigt beide Läufer im Ziel. Links Chataway, rechts Kuz, der seine Berner Europameisterschaftsleistung noch beträchtlich unterbot. So sieht die Lage kurz vor dem Länderspiel gegen Frankreich in Hannover aus: Zu der Absage Fritz Walters und dem Beinbruch Horst Eckels kam nicht nur Helmut Rahn mit seiner Gelbsucht, sondern vier Tage vor der Kraftprobe mit den westlichen Nachbarn erwischte die gleiche Krankheit auch den Nürnberger Max Morlock. Was blieb Herberger anderes übrig, als auch Morlock von der Sportschule Barsinghausen wieder in die Heimat zu schicken. Das war die(vorläufig) letzte Schreckensnachricht. Im übrigen umfaßt die Verletztenliste der Nationalspieler auch noch den Kölner Hans Schäfer. der schon in Brüssel so gefehlt hat, den Herberger in Hannover bestimmt dabei haben wollte und der nun dennoch wieder ausgefallen ist. Wenn der Bundestrainer also am Sonntagabend geglaubt hatte, die zu diesem Zeitpunkt bereits mißliche Lage würde sich in den nächsten Tagen etwas bessern, so daß er die Nominierung der Elf für das Samstagspiel bis auf den Mittwochabend verschob, dann sind ihm inzwischen neue Lasten auf die Schultern geladen worden. Daran und an die wirklich enttäuschenden Probespiele zweier Nachwuchsmannschaften am Dienstag und Mittwoch in Hannover sollte jeder Kritiker Besser als Nurmi und Zatopek Chataway und Kuz liefen die schnellsten 5000 Meter aller Zeiten Helsinki. Der heute 57 Jahre alte Paavo Nurmi, der einst sämtliche Weltrekorde auf den langen Strecken hielt, äußerte sich zu dem 5000-Meter-Weltrekord des Engländers Chris Chatawav. Nurmi meinte, auch dieser Rekord werde bald überboten werden. Der finnische Läufer Denis Johansson sagte, es sei sehr erfreulich, daß auch ein Vertreter des reinen Amateursports wie Chataway noch in der Lage sei, Weltrekord zu laufen. Seit 1888, als der Engländer Cannon 15:47,0 Minuten lief, gibt es einen Weltrekord in der Leichtathletik über 5000 Meter. Die Weltrekordliste, die bisher 16 Namen führte, darunter Kolehmainen, Nurmi, Lehtinen, Maeki, Haegg und Zatopek, ist um einen Namen reicher: Chris Chataway. Im bisher schnellsten 5000 m-Lauf der Welt stellte dieser 23 Jahre alte englische Oxford-Student, der Landy (Australien) und Bannister(England) zu neuen Ein-Meilen-Weltrekorden verhalf, unter den Tiefstrahlern des Londoner White-City-Stadions mit 13:51,6 Minuten einen neuen Weltrekord über diese Distanz auf und schlug Europameister Vladimir Kuz, der Chataway in Bern noch mit 90 m Vorsprung auf den zweiten Platz verwiesen hatte, um einen Meter. Kuz benötigte 13:51,8 Minuten und blieb damit unter seiner in Bern erzielten, allerdings noch nicht anerkannten Weltrekordzeit von 13:56,4 Minuten. Der bisher noch gültige Weltrekord Emil Zatopeks(Tschechoslowakei) vom 30. Mai 1954 in Paris, der auf 13:57,2 Minuten steht, wurde damit ganz erheblich unterboten. Mit dem rothaarigen Chris Chataway, der von sich selbst sagte, daß er gar nicht für das Laufen gebaut sei, trug sich nach Cannon, C. Bennett(1900) und A. J. Robertson (1908) als dritter Engländer in die Weltrekordliste ein. Obwohl die Fachwelt Chris Chataway nach seinem zweiten Platz in Bern vor Zatopek noch größere Leistungen zutraute, kam doch der neue 5000 m-Rekord überraschend. Aber schon vor dem Berner Lauf hatte Zatopek, dem offensichtlich die 5000 m zu kurz sind, erklärt, daß es ein schweres Rennen würde und er vor allem Kuz und Chataway zu fürchten habe. Zatopek sollte recht behalten, denn er wurde zum erstenmal in seiner Laufbahn deutlich geschlagen. Der mehrfache Champion der Dressurreiter, Willi Schultheis, verlegte seinen Wohnsitz nach Hamburg-Flottbeck, wo er die Pferde der Ställe Rosemarie Springer und H. Alsen betreut. Auch der Wiesbadener SV hat jetzt einen Vertragsspieler wegen Nichteinhaltung seiner vertraglichen Verpflichtungen fristlos entlassen, und zwar den Stürmer Jope. Die sowjetrussische Fußballelf von Dynamo Moskau begibt sich am 18. Oktober nach Paris, um mehrere Freundschaftsspiele in Frankreich auszutragen. denken, wenn er die nicht beruhigende Aufstellung unter die Lupe nimmt. Ottmar Walter als Dirigent Besonders der Sturm machte dem Betreuer der deutschen Nationalmannschaft Kopfzerbrechen. Von der Vertretung, die sich im Schweizer Endspiel gegen Ungarn 3:2 behauptete, ist nur noch Ottmar Walter übrig geblieben. Ottmar aber war schon damals nicht der stärkste Mann und hat inzwischen weiter nachgelassen. Sollte der Bundestrainer aber nach so vielen Ausfällen auch diesen Mann noch ersetzen, der doch wenigstens die Erfahrung großer Spiele mitbringt? Das wäre verfehlt. Im Gegenteil, an Ottmar liegt es, zusammen mit dem gleichfalls erfahrenen Berni Klodt auf dem rechten Flügel und dem Essener Termath, der immerhin kein Länderspielneuling ist, für die notwendige Ruhe und Klarheit im Angriffsspiel zu sorgen. In der linken Verbindung steht„Penny“ Islacker, ein gänzender Techniker, von dem man aber nicht gleich erwarten darf, daß er Fritz Walter vollwertig ersetzt. Die gleiche Nachsicht muß man mit dem Spieler üben, der in Hannover die Nr. 8 tragen wird. Der bereits für Brüssel vorgesehene Hamburger Stürmer empfängt nun in Hannover die Feuertaufe. Ein zweiter Max Morlock kann er auf Anhieb nicht sein. In der Läuferreihe bleiben Liebrichund Mai wie vorgesehen. Rechts setzt Herberger Jupp Posipal wieder ein, obwohl der Außenläuferposten den Hamburger, der in der Nationalelf zum„Mädchen für alles“ geworden ist, nicht gerade mit Freude erfüllen wird. Was bleibt dem Bundestrainer jedoch anderes übrig nachdem der ursprünglich als Ersatz für Eckel vorgesehene Aachener Pfeiffer zunächst am vergangenen Sonntag in seiner Vereinsmannschaft und nun auch beim Probespiel in Hannover eine schwache Form gezeigt hat? Mit dem Vorrücken Posipals heißt auch die Verteidigung wieder Erhardt-Kohlmeyer, obwohl die Stärke des Fürthers die linke Seite ist und der Lauterer in Brüssel eine enttäuschende Partie lieferte. Daß Herberger keine Lust verspürt, neben dem völlig umgekrempelten Sturm auch noch Experimente in der Abwehr zu riskieren, dürfte verständlich sein. Turek soll es schaffen Überraschend taucht Toni Turek wieder zwischen den Pfosten auf, nachdem man schon geglaubt hatte, der 34 Jahre alte Düsseldorfer habe seine Laufbahn mit dem Weltmeisterschaftsfinale praktisch beendet. Aber Herkenrath, der in Brüssel einen so ausgezeichneten Eindruck hinterließ, hat am Dienstag beim Essener Gastspiel in Madrid sechs Tore kassieren müssen, und Herberger hielt es für richtiger, diesmal Turek den Vorzug zu geben. Die Chancen gegen Frankreich sehen nicht günstig aus. Aber auch die französischen Verbandsgewaltigen hatten vor wenigen Tagen noch beträchtliche Sorgen. Ob die„schwarze Perle“ Ben Barek wirklich imstande sein wird, den französischen Sturm in Fritz-Walter-Manier zu dirigieren, wird der Nordafrikaner erst bewelsen müssen. Sport am Wochenende Fußball. Länderspiel Deutschland gegen Frankreich in Hannover. Handball. DHB-Pokal, Zwischenrunde: Nord gegen West in Bremen, Berlin gegen Südwest. Länderpokal, Zwischenrunde: Westfalen gegen Niedersachsen in Spenge. Tischtennis. Deutschland-Pokal: Pfalz gegen Westdeutschland in Neustadt. Turnen. Städtekampf Köln-Essen-Düsseldorf in Köln. Schwimmen. Einladungswettkämpfe von Westfalen Dortmund. Schwerathletik. Deutsche KunstkraftsportMeisterschaften in Eisenberg(Pfalz) Radsport. Steherrennen in Dortmund. StraBenrennen in Herford. Sechstagerennen in Berlin. Motorsport. Endlauf zur Moto-Cross-Meisterschaft des ADAC in Düsseldorf. Pferdesport. Galopprennen in Krefeld Trabrennen in Recklinghausen. Gladiatoren-Rennen Krefeld. Am„Tage des Pferdes“ wartet die Krefelder Stadtwaldbahn mit einem großartigen Programm auf, in dessen Mittelpunkt das Gladiatoren-Rennen(20 000 DM, 2800 m) steht. In dieser Steherprüfung sollte Brillant (W. Held) seinen Vorjahrssieg über Glockner und Niederländer wiederholen. Der Fünfjährige zeigte sich zuletzt in Grafenberg stark im Kommen und verdient unter den heutigen Gewichtsbedingungen den Vorzug vor Maranon(A. Dilger) und Atatürk(O. Langner). Im Dujardin-Jagdrennen(10 000 DM, 3000 m) UM TELEGRAMMSTII Der einzige deutsche Teilnehmer an der Weltmeisterschaft im modernen Fünfkampf in Budapest, Adolf Harder(Hamburg), belegte den 27. Platz. Der Spielführer des STV Horst-Emscher Heinz Zielinski, wurde für sein 1200. Spiel in der ersten Mannschaft seit 1935 geehrt Er hat niemals den Verein gewechselt. Da NSU im Jahr 1955 nicht starten wird. erhalten Werner Haas, H. P. Müller und Hans Baltisberger die Freiheit, andere Fabrikate zu fahren. Ihre festen Bezüge bekommen sie von NSU weiter. Die Dauerversuchsfahrt mehrerer Privatfahrer mit einer 3-Zylinder-DKW-Limousine auf dem Hockenheimring wurde wegen eines Motorschadens beendet. Der Wagen hatte 8193 Kilometer mit einem Stundendurchschnitt von 120,7 Kilometer zurückgelegt. Borussia Dortmund gewann in Luton Town(England) 1:0 gegen den dortigen Verein der 2. Liga. Rotweiß Essen unterlag dem französischen Zweitdivisonär FC Rouen 2:3. erwarten wir trotz Höchstgewicht Verlust(J. Unterholzner) in Front. Voraussagen: 1. R.: Amotta, Adonis, Traumprinz. 2. R.: Ballota, Fingal, Odowakar. 3. R.: Kikov, Fardip, Palmkätzchen. 4. R.: Brillant, Maranon, Nizam. 5. P. I. Abt.: Flora, Gohort, Gigerl. II. Abt.: Tudor, Ostasiate, Clavigo. 6. R.: Verlust, Waldenser. Blaubart. 7. R.: Maritain, Batschari, Palisander. 8. R.: Fanal, Vesuv, Harmonium. Tips für den Pferdetoto: 1. Balota(2. R.) 0; 2. Feuerherd(2.R.) 0; 3. Vigoureuse(3. R.) 0; 4. Brillant(4. R.) 2; 5. Nizam (4. R.) 1; 6. Flora(5. R.) 2; 7. Gigerl(5. R.) 2; 8. Verlust(6. R.) 1; 9. Waldenser(6. R.) 2; 10. Batschari(7. R.) 2; 11. Heldenherz(8. R.) 0; El Achtung(7. R.) 0; E2 Liebesmelodie (8. R.) 2; E3 Kikov 3. R.) 2. Alles für den Nachwuchs! Handball: Westfalen gegen Niedersachsen in Spenge Dortmund. Für dieses Jahr können zum Wettbewerb der Junioren, den Westfalen voriges Jahr zur Überraschung aller gewann, keine großen Vorbereitungen mehr getroffen werden. So müssen Kurzlehrgänge, wie einer am vergangenen Sonnabend in Dortmund stattfand. die notwendigste Sichtung treffen. Am Sonntag tritt in der Zwischenrunde Westfalen in Spenge gegen Niedersachsen an und besitzt auch da seine Chance. Umbesetzt wurde der Sturm, der im ersten Spiel nicht genügte. Die Südwestfalen. Brieden(Städt. Rahmede Altena) und Struff(Eintr. Hagen) sind hineingenommen worden. Viel Glück! Die Elf spielt so: Ducke(Spenge); Kresse (Dankersen), Heidbrink(Spenge); Bäcker (Ferndorf), Tiemann(Lage), Martin(Eintr. Lütgendortmund); Brieden(Städt. Rahmede), Heinrichsmeier(Minden), Rieke(Spenge), Struff(Eintr. Hagen), Gieselmann(Spenge). Für den nächsten Wettbewerb hat Westfalen Vergleichsspiele der Bezirke angesetzt, die um die Jahreswende ausgetragen werden. Am 12. Dezember spielen Öst-Süd und Industrie-Nord. Für diese Spiele haben in den Bezirken schon die Vorbereitungen begonnen. Durch das Spenger Spiel ist das westfälische Oberliga-Programm stark gekürzt worden. In der Staffel West wird Hattingen am Sonntag in Holsterhausen beim Neuling seine Herbstmeisterschaft feiern. Es ist nicht anzunehmen, daß Holsterhausen der Gerhard-Elf Schwierigkeiten bereiten könnte. Hattingen wird mit vier Punkten Vorsprung und ohne einen Verlustzähler durchs Zwischenziel eilen. Und es wird dabei dann auch noch die Freude haben, daß einer der beiden letzten Rivalen in Gevelsberg auf der Geer einen neuen Rückstand zulassen muß. Hier treffen Spfr. Gevelsberg und TV Schalksmühle zusammen. Wird van Oepen, der in den letzten sechs Spielen seines Vereins 65 Tore schoß auch dieses Spiel entscheiden? Der Letzte, Friesen 60 Haspe, wird in Oege wohl auch kaum zum sehnlichst erwarteten Punktgewinn kommen. Staffel West: Spfr. Gevelsberg— TV Schalksmühle, Tus Holsterhausen— Tus Hattingen, TuS Hohenl.-Oege— Friesen 60 Haspe. Staffel Ost: VfL Brambauer— Germ Lütgendortmund, Polizei Recklinghausen— TV Brechten. Schlechte Zahlungsmoral Münster.— Klagen über eine zunehmende Verschlechterung der Zahlungsmoral wollen nicht verstummen, heißt es in einem Lagebericht der Industrie- und Handelskammer Münster, Vereinbarte Termine würden nicht eingehalten. Wechselverpflichtungen nähmen zu. Es bleibe zu hoffen, daß der Aufruf zur Disziplin und Verantwortung im kaufmännischen Geschäftsverkehr, der kürzlich von den Spitzenverbänden der gewerblichen Wirtschaft herausgegeben wurde, seine Wirkung nicht verfehlen werde. Gesetz für gesamten Handel Bonn.— Nach dem Stand der Verhandlungen über das Einzelhandelsgesetz im Bundeswirtschaftsministerium kann damit gerechnet werden, daß dieses Gesetz in einer Neufassung für den gesamten Handel, also auch für Großhandel und Handelsvertreter, verbindlich wird. Auf eine Zulassung zum Handelsberuf will man verzichten. Der kleine Befähigungsnachweis wird dafür nur vom Fachkaufmann verlangt, der seine Sachkunde und Zuverlässigkeit nachweisen muß. Da schon der Wettbewerb viele Kaufleute dazu zwingen wird, die Berufsbezeichnung Fachkaufmann zu führen, verspricht man sich hiervon eine Hebung des Berufsstandes. Nur Fachkaufleute dürfen Lehrlinge ausbilden. Die unrechtmäßige Führung der Bezeichnung Fachkaufmann zieht eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs nach sich. WIRTSCHAFT UND ARBEIT Werbung um den Kunden von morgen Abschluß der fünften Deutschen Industrieausstellung in Berlin— 7 50 000 Besucher Berlin. Das allgemeine Urteil über die 5. Deutsche Industrieausstellung in Berlin ist durchweg positiv. Nicht nur die Sehleute, sondern auch die Fachleute gestanden, daß die diesjährige Schau mit ihren 750 000 Besuchern, darunter fast 300 000 aus der Sowjetzone, die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt, ja vielfach übertroffen hat. Das gilt auch von dem zunehmenden Interesse ausländischer Geschäftsleute und von den zahlreichen Abschlüssen und den anderen Kontakten, die zwischen den Interessenten des In- und Auslandes aufgenommen wurden und so der Geschäftsbelebung dienen. Hier hatte sich auch die Berliner Absatzorganisation(BAO) eingeschaltet, um insbesondere den Westberliner Unternehmungen, die sich keine regelmäßige Absatzwerbung auf den westdeutschen und ausländischen Messen leisten können, Geschäftsverbindungen zu vermitteln. Die zahlreichen, während der Dauer der Industrieausstellung abgehaltenen wirtschaftlichen und technischen Fachtagungen gesamtdeutschen Charakters dienten ebenfalls der Fühlungnahme von Interessenten, Ferner wirkte sich auch die allgemeine Verbesserung der Westberliner Wirtschaftslage sehr positiv aus. Das trifft insbesondere auf die verbrauchsnahen Erzeugnisse zu, wie z. B. auf die Möbelindustrie. Briten fürchten um Mittelost-Absatz Deutsche Konkurrenz im Irak— Britisches Monopol erschüttert Lonaon— Um der steigenden Konkurrenz anderer Exportländer zu begegnen. haben die Briten eine Handelsmission in den Mittleren Östen entsandt, die ihre Besprechungen mit Ministern und Beamten des Iraks in Bagdad bereits aufgenommen hat. Obgleich sich die britischen Exporte nach dem Irak in den letzten drei Jahren wertmäßig verdoppelten, bedeutet dieser Erfolg nach Ansicht der Londoner„Financial Times“ nur die Verteidigung der früheren britischen Position auf einem sich ständig ausdehnenden Markt. Es sei vvor allem die deutsche Konkurrenz, die sich im Mittleren Östen immer breiter mache. Nicht ohne Erfolg hätten sich insbesondere deutsche Bau-Unternehmen im Irak festgesetzt und dabei für das Bewässerungssystem im Wadi Tatar einen der größten Kontrakte im Werte von 120 bis 150 Millionen DM für sich buchen können. Dieses Projekt gehört zum Programm des trakischen Planungsamtes, das über 70 Prozent des finanziellen Aufkommens aus den landeseigenen Ölvorkommen verfügt und hier von annähernd zwei Milliarden DM in den nächsten sechs oder sieben Jahren für Wegebau, Wasserversorgung, Kraftwerke und landwirtschaftliche Verbesserungen ausgeben will Hand in Hand damit geht natürlich eine Ausweitung des Konsumgüterinarktes im Irak, wenn es auch noch elnige Zeit dauern wird, bis sich die AusWirkungen des genannten Programms in einer Kaufkraftsteigerung der Masse der fünf Millionen des Landes bemerkbar machen werden. Immerhin ist die Nachfrage nach einigen einzuführenden Fertigfabrikaten bereits erheblich gestiegen. In ihrer Befriedidung hat sich nach Ansicht des Londoner hanzblattes der britische Exporthandel nicht mit der gleichen Intensität betätigt wie die übrige internationale Konkurrenz. Da nun im irakischen Planungsamt neben den nationalen Beisitzern auch ein britischer und ein amerikanischer Vertreter sitzt, soll die jetzt hinausgesandte britische Handelsmission nicht nur erreichen, daß auf dem Gebiet der Großbauten britische Beraterfirmen mehr als bisher eingeschaltet werden, sondern einen engeren Kontakt mit den Handelskreisen des Landes herbeiführen. Deshalb soll diesem handelspolitischen Besuch zumn Ende des kommenden Jahres eine britische Mustermesse in Bagdad folgen. Doch nicht nur im Irak, sondern auchin Kuweit rechnen die Briten jetzt mit einer verstärkten Konkurrenz anderer Länder, obgleich sie in diesem kleinen Emirat mit seinen 200 000 Menschen über eine Sonderstellung verfügen. Dort sind allein fünf britische Unternehmen ansässig, die bisher alle Regierungskontrakte für sich sichern konnten. Darüber hinaus hat das Planungsamt Kuweits seinen Sitz in London, was auch nicht ohne Einfluß auf die Vergebung von Aufträgen blieb. Das wird nun anders werden, der Emir von Kuweit hat kategorisch verlangt, daß künfDie Berliner und westdeutschen Möbelfirmen konnten auf der diesjährigen Industrieausstellung Abschlüsse tätigen, die zum Teil doppelt so hoch wie im Vorjahr waren; bei Teilzahlungsgeschäften waren auch die Anzahlungsbeträge durchweg höher als 1953. Bemerkenswert war schließlich das Interesse des Ostens an der Westberline: Industrieschau; Handelsattachés und andere bei der Sowjetzonenregierung akkreditierten Diplomaten der Östblockstaaten ließen es sich nicht nehmen, die Schau zu besuchen und eingehend zu studieren. Einer Erweiterung des Interzonenhandels, die von beiden Seiten befürwortet wird, stehen zwar noch manche Schwierigkeiten entgegen, doch besteht kein Zweifel darüber, daß eine Steigerung des interzonalen Warenaustausches der unterversorgten Bevölkerung Mitteldeutschlands zugute kommen und also von ihr lebhaft begrüßt würde. Jedenfalls zeigt die Tatsache, daß 38 v. H. der Besucher aus der Sowjetzone gekommen sind, das anhaltende Interesse der mitteldeutschen Bevölkerung an allen Vorgängen, die geeignet sind, den Eisernen Vorhang ein wenig zu lüften und die Hoffnung auf Wiedervereinigung zu beleben. Bemerkenswert ist auch das steigende Interesse ausländischer Geschäftsleute an der Ausstellung. Im ganzen hatten sich dieses Jahr 26 fremde Staaten an der Ausstellung beteiligt; das war die bisher größte internationale Beteiligung; dementsprechend wurden die für die noch nicht liberalisierten Waren bewilligten Devisen-Sonderkontingente auch voll in Anspruch genommen. Da die Ausstellung keine eigentliche Verkaufsmesse, sondern eine Leistungsschau ohne ausdrückliche Marktfunktion war, lag das Schwergewicht ihrer wirtschaftlichen Bedeutung nicht so sehr in dem von vornherein begrenzten Umfang der Abschlüsse, als vielmehr in der Anbahnung geschäftlicher Beziehungen mit den Kunden von gestern, heute und— morgen! Auch in dieser Hinsicht, also in der Beurteilung künftiger Geschäftsverbindungen und Absatzchancen sind die Aussteller dieses Jahr zuversichtlicher. So haben sich eine Reihe günstiger Momente ergeben, welche die Ausstellungsleiverpflichtete, bei gleichen Preisen und Bedingungen den britischen Angeboten den Vorzug zu geben. Immerhin müssen sich die britischen Firmen, die bisher einen bevorzugten Platz einnahmen, entsprechend anstrengen, wenn sie ihren bisherigen Anteilbei der Vergebung von Regierungsaufträgen sichern wollen. Für den Bau eines neuen Hafens in Kuweit liegen z. B. bereits 29 Angebote vor, die ebenso von britischen wie von nichtbritischen Firmen stammen. schaft zur Förderung des deutsch-amerikanischen Handels betrug die Ausfuhr der Bundesrepublik nach den USA(nach Verbraucherländern, Beträge in Millionen Dollar) im August 25,07. In den ersten acht Monaten dieses Jahres belief sich die Ausfuhr nach den USA auf insgesamt 184,9 gegenüber 193,8 in der entsprechenden Zeit des Vorjahres Zinssenkung für Kredite Köln.— Der Bundesverband der deutschen Industrie hat beim Bundeswirtschaftsministerium eine Herabsetzung des Zinses für Kredite aus ERP-Gegenwertmitteln von 7 bis 7,5 Prozent auf 6 bis 6,5 Prozent beantragt. Durch die Zinssenkung soll für neue Emissionen privater Unternehmen, z. B. für 6,5bis 7prozentige Obligationen, ein günstigeres Marktklima geschaffen und eine Verlangsamung der allgemeinen Expansionstenden vermieden werden. Rleine Umschau Der wirtschaftspolitische Ausschuß des Bundestages will Ministerlalirektor Prof. Dr. Öftering vom Bundesfinanzministerium als Aufsichtsratsvorsitzenden des Volkswagenwerks zu den Vorwürfen der Wettbewerbsbehinderung durch eine Reihe großer Automobilfirmen im Ersatzteilhandel hören. Die öffentlichen Kraftwerke im Bundesgehiet erzeugten im August 3292 Millionen kWh Strom, das sind 12,8 Prozent mehr als im August 1953. Kraftwerke der Industrie gaben 457 Millionen kWh(plus 18,3 Prozent) an das öffentliche Netz ab. Im gleichen Monat wurden 3698 Millionen kWh aus dem öffentlichen Netz verbraucht. Im Gespräch mit Sir John Jensen, einem der bedeutendsten Wirtschaftler Australiens, unterstrich Bundeswirtschaftsminister Prof Erhard die Bedeutung einer deutschen Betelligung am Ausbau ner australischen Wirtschaft. Sir John selbst hat mit einer deutsch-australischen Gemeinschaftsproduktion auf dem Elektrogebiet gute Erfahrungen gemacht. Die Feuerschäden in der Bundesrepublik haben im August wieder auf 16,1 Millionen D-Mark zugenommen nach dem günstigen Juliergebnis von elf Millionen D-Mark. Ein Großschaden in einer chemischen Fabrik belief sich allein auf 5,5 Millionen D-Mark. Der Sachverständigenausschuß für die Tarifreform hat dem Bundesverkehrsminister ein tarifpolitisches Sofortprogramm vorgeschlagen. das schon jetzt eine sinnvolle Aufgabenteilung zwischen Schiene und Straße vorbereiten soll. Die Wundermär vom westlichen Kaviar In 30 Jahren um 450 000 Prozent im Preis gestiegen tis alle Großvorhaben international ausge- tung in ihrer Absicht bestärkt haben, auf tig alle Großvorhaben international ausgeschrieben werden, wobei er sich allerdings dem eingeschlagenen Wese fort den wirtschaftswerbenden Erfolg in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Deutscher USA-Export holt auf Köln.— Während der letzten Monate hat sich die Absatzlage für deutsche Erzeugnisse auf dem amerikanischen Markt gegenüber den Verhältnissen am Jahresanfang wesentlich gebessert. Der Rückstand gegenüber dem im Vorjahr erreichten Niveau wird nach und nach aufgeholt. Nach Mitteilung der GesellParis.— Weder Butter noch Eier oder Fleisch können den Anspruch erheben, während der letzten 30 Jahre in Frankreich am meisten im Preise gestiegen zu sein. Diesen Rekord beansprucht der sogenannte„westliche Kaviar“. Er hat es in dieser Zeit auf eine Preissteigerung von 450 000 Prozent gebracht, von 4 auf 18 000 Francs je Kilo. Die Entwertung des Franc spielt dabei freilich auch eine Rolle. In den zwanziger Jahren fingen Fischer in der Gironde-Mündung zum erstenmal große Fische in ihren Netzen, die sie„creac" nannten. Der weibliche„creac“ fand bei ihnen keine große Liebe. Er enthielt 15 bis 20 Kilo Eler, die nur schwer zu verkaufen waren. Zu 4 Franc je Kilo wurden die Fischer sie schließlich als Sardinenköder los. Eines Tages erschien ein russischer Emigrant und stellte fest, daß der„creac“ zu den Stören gehörte und daß die Eier Kaviar waren, vergleichbar dem besten russischen Kaviar aus dem Kaspischen Meer. Seitdem ist der Preis für diesen„westlichen Kaviar“ rapide in die Höhe geklettert. Ob er seinen Preis halten kann, wenn der Londoner Abrüstungsmillionär George Dawson sein geplantes Kaviargeschäft mit der persischen Regierung zustande bringt, bleibt abzuwarten. Dawson würde dadurch die gesamte Austuhr des persischen Kaviars in die Hand bekommen. Steigender Export der westfälischen Industrie Arnsberg.— Der Export der Industrie Südostwestfalens ist gestiegen. Nach dem von der Industrie- und Handelskammer Arnsberg herausgegebenen dritten Quartalsbericht war französische, englische, amerikanische und itallenische Konkurrenz auf allen Exportmärkten stark zu spüren. Um zu nennenswerten Vertragsabschlüssen zu kommen, hätten die deutschen Hersteller den Abnehmern längere Zahiungsziele und Preisnachlässe gewähren müssen, weil sie auch von ausländischen Produzenten angeboten wurden. Die späte Einbringung der Getreideernte sowie der große Anteil überfeuchten und ausgewachsenen Getreides erforderten, wie das Bundesernährungsministerium berichtet, auch im September noch stärkere Rückgriffe auf die Bundesreservebestände. Den Mühlen wurden 85 000 Tonnen Qualitätsweizen, 105 000 Tonnen Füllweizen und 30 000 Tonnen Roggen zur Deckung des laufenden Bedarfs zur Verfügung gestellt. Kohlenverladungen steigen an Dulsburg. Während die täglichen wasserseitigen Kohlenverladungen in den RheinRuhr-Häfen Anfang Öktober unter dem Durchschnitt lagen, sind sie in den letzten Tagen erheblich angestiegen. Besonders haben die Kohlenverladungen nach Süddeutschland stark zugenommen. Dadurch ist der stark zurückgegangene Schiffsleerraum an der Ruhr weiterhin rückläufig, so daß in den nächsten Tagen mit einer Raumverknappung in Ruhrort gerechnet werden muß. Auch in Rotterdam ist nach Angaben von Fachkreisen die Kahnraumlage schwieriger geworden. Es werde täglich für fast alle Güter Schiffsraum gesucht. Gegenwärtig werden für Basis Rotterdam-Mannheim acht holländische Gulden gezahlt. Zeit zum Einkellern Münster. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband teilte am Freitag mit, daß die Haushaltungen, die sich beizeiten ihre Einkellerungskartoffeln beschaffen, die beste Gewähr für einwandfreie Belieferung hätten. Im Gegensatz zu anderen Jahren sei aber die Nachfrage nach Einkellerungskartoffeln gegenwürtig noch immer zurückhaltend. Des Krebses Furchtbarkeit— Der Krebs ist eine Kulturkrankheit— Krebs ist unter den primitiven Völkern fast unbekannt. Bei dem sehr interessanten Vortrage ist es Pflicht eines Mitgliedes, selbst zu kommen, in seinem Bekanntenkreise zu werben und Bete mitzubringen. Der Felke-Verein E. V. Olpe Baugrundstück Hausangestellle Stadtrand Olpe, auch für gewerbliche Zwecke geeignet, ca. 12 ar, 50 m StraBenfront, zu verkaufen. Angebote unter Nr. 1070 an Sauerl. Volksblatt Olpe. Kaufe weiterhin laufend Wein- und Sektflaschen (keine Schnapsflaschen) Drogerie Frerichmann, Olpe Magirus Allrad-Kipper, neuwertig DM 18 000,— Magirus 3½ t, 3-Seitenkipper, überholt DM 13 000,— Büssing 105 PS, 3-Seitenkipper, überholt DM 10 500,— Mercedes 3 t. 3-Seitenkipper DM 6 000,— Borgward Diesel 3 t. 3-Seitenkipper, handhydraulisch DM 2 500,— 50 PS-Lanz-Bulldog mit Fahrerhaus. Anlasser und Luftbremse DM 3 000,— Finanzierungsmöglichkeit Heinz Bremicker Automobil-Verkauf Bergneustadt Telefon Gummersbach 5282 ..ob sofor WEnMON-Programm 1955 vorschledone, prolegünotige Voll-TransistorenHörgeröte EU: onron locher Zworg-Gerbt mit knorgle-Tablette Dienstag, 19. Okt., 15—18 Uhr, Olpe/Sauerl., Fachgeschäft: Radio-Harnischmacher Mühlenstraße Zust. WENDTON-Institut: Dortmund, Brückstr. 56 Tel. 3 30 17 Kassenzuschüsse MERRTAR unverbindliche WERNER WENOT K6. Hausbesuche Der Kaffeeverbrauch steigt Die Kaffeepreise sind gefallen. Bauen Sie sich eine gute Kaffee-Verteilerstelle auf. Jetzt geht es leicht. Schreiben Sie an Kaffeegroßrösterei Fritz Linse, Bremen 8. selbständig, kinderlieb, für Etagenhaushalt gesucht. Frau M. Wilden Düsseldorf, Karlstr. 124 2- bis 2½-Limmer-Wohnung in Olpe oder näherer Umgebung von jungem Ehepaar gegen Mietvorauszahlung für sofort gesucht. Angebote unter Nr. 1071 an Sauerl. Volksblatt Olpe. DM 3000, Kredit bis zu diesem Betrag allen Lohn- und Gchaltzemplängern zum Kauf von Möbeln u. Polstermöbeln Schneliste Erledigung und diskrete Bchandlung Unverbindliche Antragen an RUMPEN à CO., Einrichtungshaus Namburg 36— Neuer Wall 41 Kinderkorbwagen billig abzugeben. Olpe, Josefstraße 19 Samstag, den 16. Oktober, 20 Uhr, und Sonntag, den 17. Oktober, 17 Uhr, in der Aula der St. FranziskusSchule(Oberlyzeum) Opern- und Operelten-Konzert Mitwirkende: Edeltraut Joost, Sopran, Städt. Oper Berlin Hannelore Kuhr, Alt, Berlin Wilhelm Stölben, Tenor, Staatsoper Berlin Der Orchesterverein Olpe e. V. Der Gemischte Chor Olpe Musikalische Gesamtleitung: KAPELLMEISTER KARL KRETSCHMER, OLPE Eintrittspreis: 1. Platz DM 2,50 2. Platz DM 1,50 Fröhliche Weinwoche in Gastreich's Café-Restaurant Olpe, Am Hexenturm Von Samstag, den 10. Oktober. bis einschließlich Sonntag, den 24. Oktober, gelangen la Mosel- und Rheinweine sowie Bordeaux, afrikenische und andere feine Südweine zu ermäßigten Preisen zum Ausschank- Dazu feines Teegebäck. besonders unsere hochfeinen Olper Butferbrezel. Gemülliche, dekorierte Räume Bargeld lacht— Verstelgerung Ihres Kfz. durch Auto-Veiling, Ruhrschnellweg Wattenscheid, Tel. 8795 2-bis 3-Limmer-Wohnung in Olpe von jungem Ehepaar mit 1 Kind für sofort gesucht. Angebote unter Nr. 1072 an Sauerl. Volksblatt Olpe. Omnibusfahrt nach Düsseldorf Für die Jagd- und Sportfischerei-Ausstellung am Sonntag, dem 17. Oktober, sind noch einige Plätze frei. Fahrpreis ca. DM 6,—; Abfahrt Olpe 5.30 Uhr. Meldungen nimmt entgegen Luig, Olpe, Mühlenstraße Lloyd-Wagen Herren-Winlermantel HEISSMANGELN- MIETWASCHKUCHEN errichtet in Ratenzahlungen Julius Höwing, Bochum, Hattinger Str. 85 Anst. Mlete a. Teilzhig. BLUM-Fertighaus, Kassel-Ha. 172 Entferne ohne Operation — auf kosmetischem Wege— HAUTSCHÖNHEITSFEHLER aller Art lästigen Haarwuchs— Warzen— Leberflecke— Sommersprossen— Mitesser— Blutgruppenzeichen u. a. störende Hautunreinigkeiten! Spezial-Kosmetik Henny Büker Diplom-Kosmetikerin(staatl. geprüft) Behandlung u. Beratung in Kosmetik u. Schönheitspflege— HAUTDIAGNOSE nach Methode „Cosmetica“ „ Dr. VANDERHOOG — Medizinische Hautpflege— Sprechstunden in OLPE Gasthaus„Zum Rathaus“ am Freitag, dem 22. Oktober, von 10 bis 18 Uhr Verlangen Sie bitte gegen Rückporto— kostenlos— Auskunft und Broschüre: Siegen, Kölner Straße 44 neu u. gebraucht, günstigste Teilzahlungsbedingungen. Ing. Emil Müller Lloyd-Vertragshändler für den Kreis Olpe Altenhundem Ruf Kirchhundem 621 Lagerkeller trocken, mit möglichst wenig Temperaturschwankungen, auch tief, aber gut zugänglich in Olpe od. Stadtnähe zu mieten gesucht. Angebote unter Nr. 1073 an Sauerl. Volksblatt Olpe. schwarz, sowie neuer dunkelbrauner Herren-Anzug Größe 53, zu verkaufen. Zu erfragen unt. Nr. 1074 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Ein Restposten Männer-Strickjacken schwarz, Ia Kammgarn plattiert. weit unter Preis! Stück nur DM 9,85 Kebbekus& Eibach- Olpe Taunus 12 M. schwarz DM 4,500,— DKW-Kasten-Kombi DM 3 400,— Opel-Olympia mit allem Komfort DM 2 900,— Champion, 400 ccm DM 2 600,— Lloyd-Kombi DM 2 200,— Olympia-Limousine 1,51 DM 600,— Adler jr., 998 ccm, Motor u. Antrieb neu DM 650,— Horrex 350 ccm DM 1300,— Finanzierungsmöglichkeit Heinz Bremicker Automobil-Verkauf Bergneustadt Telefon Gummersbach 5282 KOIN. SCHILDERGASSE 60-68 Gele it eon periner. 80