Saverländisches Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung 119. Jahrgang— Nummer 236 Montag, den 11. Oktober 1954 Einzelverkaufspreis 1 Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V." erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anseizen-Grundpreise: im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(23 mm breit); Im Textteil 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. Bessere Chancen fürMendès Warnung Churchills und Ankündigung des Sozialprogramms verbessern die Aussichten Paris.(Korr.) Die Aussichten des französischen Ministerpräsidenten Mendès-France bei der bevorstehenden Vertrauensabstimmung am Dienstag in der Nationalversammlung, die zuerst ziemlich schlecht waren, haben sich gestern gebessert. Noch am Vortage herrschte in politischen Kreisen der französischen Hauptstadt die Auffassung vor, daß die Chancen für den Regierungschef 50 zu 50 stünden. Öffen ist jedoch die Frage geblieben, ob Mendès-France nur eine verschwindend geringe oder eine von ihm als„ausreichend“ erachtete Mehrheit erhalten wird. Zwei Faktoren sind es vor allem, die sich zu seinen Gunsten ausgewirkt haben: 1. Die ernste Warnung Churchills auf dem Parteikongreß der Konservativen in Blackpool, daß die bisherigen britischen Zugeständnisse das Außerste seien und daß sie nicht wiederholt werden würden, wenn die Londoner Vereinbarungen zu Fall gebracht werden sollten. 2. Die Ankündigung von Mendès-France, daß er noch in diesem Monat unmittelbar nach der Regelung der außenpolitischen Suort in Kürze 14 deutsche Leichtathleten gewannen in Tokio den Länderkampf gegen Japan überlegen mit 104:75 Punkten. Heiner Will stellte mit 77,12 m einen deutschen Speerwurfrekord auf. Heinz Fütterer lief in prächtiger Form 10,3 und 21,1 Sekunden. Europameister Heinz Neuhaus schlug in Frankfurt seinen Herausforderer Kurt Schiegl (Österreich) bereits in der 3. Runde k. o. In der 1. Fußball-Liga West sicherte sich Rotweiß Essen mit 3:0 über Schwarzweiß Essen die Führung. Der SV Sodingen verlor gegen die verbesserten Schalker 2:4, während sich der 1. FC Köln und Borussia Dortmund 2:2 trennten. Bester westfälischer Turner beim Ausscheidungskampf in Brilon war Reis(Dorstfeld) vor Irle(Klafeld) und Wienecke(Dorstfeld). Wegen einer Verletzung verzichtete Euteneuer(Eichen) auf zwei Übungen. Probleme sein vorbereitetes großes Sozialnrogramm verwirklichen werde. Die Warnung Churchills hindert die EVG-Anhänger und persönlichen Gegner des Ministerpräsidenten daran,„nein“ zu den Londoner Abmachungen zu sagen, oder ihnen soviele zusätzliche Forderungen aufzubürden, daß sie damit, wenn auch nicht der Form nach, so aber doch praktisch abgelehnt würden. Es ist in diesem Zusammenhang sehr bedeutsam, daß der gestern in Paris tagende Nationalausschuß der Volksrepublikaner der MRP-Fraktion in der Nationalversammlung die Stellungnahme zum Londoner Abkommen selbst überließ. Der Nationalausschuß war einzig zu dem Zweck einberufen worden, diese Stellungnahme festzulegen. Der MRPFraktionsvorsitzende de Menthon erklärte, selbstverständlich komme eine einfache Ablehnung des Londoner Abkommens nicht in Frage. Die Sozialisten gehemmt Ähnlich wie bei den Volksrepublikanern ist die Lage bei den Sozialisten. Der bisher gegenüber den„Rebellen“ siegreiche EVGfreundliche Parteivorstand, der an die Wahrung der Parteieinheit denken muß, ist in seiner Handlungsfreiheit gegenüber dem Ministerpräsidenten besonders dadurch eingeengt, daß dieser am Sonntag bei einer Rede in Louviers versprochen hat, noch in diesem Monat sein seit längerer Zeit angekündigtes Sozialprogramm zu verwirklichen. Sieht man von einer die Kommunisten umfassenden Volksfront-Regierung ab, die Schäffer droht mit Rücktritt Mehrheit des Bundestags verlangt stärkere Senkung der Steuern Bonn.(dpa) Bundesfinanzminister Schäffer drohte gestern auf dem CSUParteitag in Nürnberg erneut mit seinem Rücktritt, wenn der Bundestag auf Mehrausgaben bestehe, die im Haushalt nicht gedeckt werden könnten. In der Finanzausschußsitzung am morgigen Dienstag kann es zu einer Zuspitzung kommen, falls Bundesfinanzminister Schäffer auf den Regierungsvorschlägen beharren und die Mehrheit der Abgeordneten, einschließlich der CDU, entgegen seiner Auffassung eine stärkere Tarifsenkung bei der Einkommensteuer beschließen sollte. Neben dem Ausschußvorsizenden Dr. Wellhausen(FDP) hat jetzt auch der Steuersachverständige der Christlichen Demokraten. Neuburger. einen Antrag in dieser Richtung angekündigt. In Bonn wird angenommen, daß Schäffer sich nach wie vor einer Ausweitung der Steuersenkung widersetzen wird. Nach Schäffers Auffassung habe es keinen Zweck, die Steuern jetzt derart zu senken, daß schon in naher Zukunft auf Grund steigender Verteidigungslasten wieder Steuererhöhungen notwendig würden. die Sozialistische Partei nicht will, dann ist die Regierung Mendès-France mit oder ohne Sozialisten die am weitesten links stehende Regierung. die bei der gegenwärtigen Nationalversammlung mit ihrer Rechtsmehrheit überhaupt möglich ist. Helfen die Sozialisten MendèsFrance stürzen, dann dürfte jede neue Regierung, weiter rechts stehen. Dies zwingt den sozialistischen Parteivorstand zu einer sorgfältigen Prüfung seiner Entscheidung. Vietminh besetzte Hanoi Hanoi.(Reuter) Hanoi, die größte Stadt Nordvietnams, wurde am Wochenende nach acht Jahren wieder Sitz der Vietminh-Regierung. Während die französische Garnison sich am Sonnabend nach Östen in Richtung Haiphong absetzte, marschierten die Truppen der Vietminh in die Stadt ein. Die Besetzung Hanois war sorgfältig vorbereitet worden. Wenige Minuten nach Abzug der französischen Unionstruppen waren die wichtigsten Verwaltungsstellen, Polizeiwachen und Nachrichtenzentren in den Händen der Vietminh. GETREIDEGARBEN IM SCHNEE Zum ersten Male in unserem Jahrhundert erlebten es die Schwarzwaldbauern um Hinterzarten, daß Schnee auf die Garbenbündel auf den Getreidefeldern fiel. Da sich die Ernte des Sommerroggens bis in den Oktober hincinzog, traf sie mit den ersten Schneefällen dieses Jahres zusammen. Unser Bild zeigt Garben auf einem Getreidefeld bei Hinterzarten in einer Höhenlage von 900 Metern, die voller Schnee sind. Churchill: Verständigung mit Deutschland Ernste Warnung an Frankreich— Keine weiteren Konzessionen möglich London.(Korr.) Churchill setzte sich am Sonnabend in einer Rede vor dem Parteitag der britischen Konservativen in Blackpool für eine wirkliche Verständigung mit Deutschland ein. Zugleich sprach er die Hoffnung aus, daß ein friedliches Zusammenleben mit dem russischen Volk erreicht werde. Als aktuellster Vorschlag zur Verbesserung der Steuerreform gilt jetzt die Anregung des CDU-Abgeordneten Neuburger, die Steuerzahler zusätzlich um 500 Millionen Mark im Jahr zu entlasten. Der CDU-Sachverständige erklärte, daß nach seiner Ansicht die unteren Einkommensgruppen 15 Prozent weniger Steuern zahlen sollten als der von der Bundesregierung angesetzte Tarif vorsieht. Bei Annahme dieses Planes könnten alle Vorschläge für Sondervergünstigungen für einzelne Gruppen wegfallen. Fatemi zum Tode verurteilt Teheran.(Reuter) Der ehemalige persische Außenminister Hussein Fatemi wurde gestern in Teheran von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Fatemi legte sofort Berufung gegen das Urteil ein. Übereinstimmung mit Menderes Bonn.(dpa) Völlige Übereinstimmung in der Beurteilung der internationalen Lage haben die Besprechungen zwischen dem türkischen Ministerpräsidenten Menderes und Bundeskanzler Dr. Adenauer gebracht. Churchill widmete einen großen Teil seiner Rede Deutschland. In diesem Zusammenhang sagte er, das deutsche Volk habe schwer dafür gebüßt, daß es sich einer Diktatur unterworfen habe. Churchill unterschied jedoch deutlich zwischen den Fehlern von Völkern und den Verbrechen, die Diktatoren in ihrem Namen begingen. Churchill betonte, daß man sich bei dem Gedanken an irregeführte und von Tyrannen beherrschte Völker nicht nur auf Deutschland und Hitler beschränken dürfe, sondern auch an Stalin und Rußland denken müsse. Seit dem Tode Stalins habe er die Erwartung gehegt, daß sich in Rußland eine neue Hoffnung auf friedliches Zusammenleben entwickeln möge.„Es ist unsere Pflicht, geduldig Klarheit darüber zu suchen, ob es solchen Wandel gegeben hat oder nicht.“ Churchill sagte, solange er lebe und Kraft habe, werde er diese Linie weiterverfolgen, obwohl er der Auffassung sei, daß die sowjetische Haltung gegenüber Deutschland und Österreich nicht ermutigend sei. Churchill betonte, daß die Politik der Westmächte Friede durch Stärke sei.„Wir dürfen niemals absichtlich oder wissentlich das Risiko laufen, uns durch Schwäche zu unterwerfen.“ Von dem vorbereiteten Text seiner Rede abweichend, richtete Churchill eine ernste Warnung an Frankreich. Er sagte, seiner Ansicht nach könnten Frankreich in der Frage der deutschen Wiederbewaffnung keine weiteren Konzessionen gemacht werden. Ankara, bei Ausbruch eines neuen Krieges mußten Atomwaffen angewendet werden,„weil unsere politischen Führer nie die nötige Begeisterung gezefgt haben, uns die zahlenmäßige Stärke zu verleihen, um der sowjetischen Stärke zu begegnen“. Der strategische Plan der NATO sehe vor, Atomwaffen anzuwenden, um Zeit zu einer vollen Mobilmachung zu haben. Der griechische Ministerpräsident Papagos wird in den nächsten Tagen Madrid einen Staatsbesuch abstatten. Er will mit Franco Fragen der Sicherheit im Mittelmeer erörtern. Sertürner-Medaille für Kayser Goldene Medaille für den Pharmakologen Bruchhausen Paderborn.(dpa) Der Hammer Pharmazierat Eduard Kayser erhielt gestern von der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft in Paderborn für seine Verdienste um den Berufsstand der Deutschen Apothekerschaft und die Förderung der pharmazeutischen Wissenschaft die Sertürner-Medaille verliehen. Kayser war bis vor kurzem Vorsitzender des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft der Berufsvertretungen Deutscher Apotheker. Die Sertürner-Medaille in Gold, die zum ersten Male vergeben wurde, erhielt Prof. Friedrich von Bruchhausen(Braunschweig) für seine außerordentlichen Verdienste auf dem Gebiet der pharmazeutischen Wissenschaft. Er gilt als der bedeutendste lebende Forscher der Alkaloid-Chemie. Die Ehrung fand in einer Feierstunde statt, in der die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft der Entdeckung des schmerzlindernden Medikaments Morphium durch Sertürner vor 150 Jahren in Paderborn gedachte. In einem Festvortrag stellte der Präsident der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie dann die Entdeckung Sertürners im Jahre 1804 in ihrer Bedeutung auf die gleiche Höhe der Entdeckung des Penecillins. Der 20jährige Apothekergehilfe sei damals als Autodidakt der Wegbereiter der heutigen großen chemischen Industrie geworden, erklärte Pharmazierat Dewald(Karlsruhe) als Präsident der Berufsvertretungen Deutscher Apotheker. Nürnberg-Jackson gestorben Eleanor Roosevelt 70 Jahre— Deutscher Geburtenüberschuß Montgomery: Atomwaffen Ankara.(Reuter) Der stellvertretende Oberkommandierende der NATO, Feldmarschall Montgomery, erklärte in Schiffstragödien im Atlantik USA-Erzfrachter auseinandergebrochen— Von 48 Mann Besatzung nur elf gerettet Milford(Virginia). Vor der amerikanischen Atlantikküste hat sich Ende letzter Woche eine Schiffstragödie abgespielt. Etwa 150 Seemeilen vor der Küste Virginias brach der 6214 Tonnen große amerikanische Erzfrachter„Mormackite“ in schweren Stürmen auseinander und sank mit 48 Mann an Bord. Zwei Tage trieben Überlebende der Besatzung in dem eiskalten Wasser, bevor Flugzeuge die Unglücksstelle entdeckten. Bis Sonntag wurden nur elf Überlebende gerettet, Elf Seeleute wurden tot geborgen. 26 Besatzungsmitglieder werden noch vermißt. Die Hoffnung auf ihre Rettung ist sehr gering. Ein Seenotfahrzeug hatte am Sonnabend einige im Wasser treibende Leichen gesichtet. Suchflugzeuge hatten daraufhin für eine Gruppe Überlebender Rettungsflöße abgeworfen. Die im Wasser Treibenden waren jedoch zu schwach, um die Flöße zu bestelgen. Das Seegebiet um die Unglücksstelle ist mit Holzstücken und mit Teilen der Schiffsladung übersät. Die „Mormackite“ war mit einer Erzladung von Buenos Aires nach Baltimore unterwege. Norwegischer Frachter in Seenot Schiffskatastrophen, die wahrscheinlich zahlreiche Menschenleben gekostet haben, ereigneten sich auch in anderen Tellen des Atlantiks und in der Nordsee. Der norwegische Frachter„Jane Stove“(7176 BRT) ist am Sonnabend südwestlich der Faröer in Seenot geraten. Aus einem SOSFunkspruch des Schiffes geht hervor, daß das Hauptdeck des Frachters auseinandergebrochen ist. Ein anderer norwegischer Frachter geriet am Sonnabend im Atlantik westlich von Casablanca durch eine Explosion im Maschinenraum in Brand. Die Passagiere und die meisten Besatzungsmitglieder, von denen einige schwer verletzt sein sollen, wurden von einem argentinischen Schiff an Bord genommen. Ein Besatzungsmitglied ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Zwei Mann der Besatzung werden vermißt. Zwei Kutter aufgegeben In Holland wurde am Sonnabend die Hoffnung aufgegeben. Überlebende der beiden holländischen Kutter„Hendricka“ und„Jonge Jochem“ zu finden, die seit Mittwochabend in der Nordsee vermißt werden. Die Kutter hatten je fünf Seeleute an Bord. Der USA-Bundesrichter Jackson ist in Washington im Alter von 62 Jahren gestorben. Auf ihn ging die juristische Theorie von den„Kriegsverbrechen“ zurück. Er nahm an den Nürnberger Prozessen als Anklagevertreter der USA teil. Eleanor Roosevelt, die Witwe des ehemaligen USA-Präsidenten, begeht am heutigen Montag ihren 70. Geburtstag. Die Zahl der Geburten überstieg während des zweiten Quartals 1954 die der Sterbefälle um 76 000. Das ergibt auf 1000 Einwohner einen Bevölkerungszuwachs von 6,2. Im Lastenausgleich sind, einschließlich der Leistungen aus dem Soforthilfegesetz, bisher über zwei Milliarden Mark für Verluste an Hausrat gezahlt worden. Der französische Mindestlohn ist von der Regierung um 6½ Franc für die Arbeitsstunde erhöht worden. Zum Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Hamm ist der bisherige Arbeitsrechtsreferent im NRW- Justizministerium, Oberlandesgerichtsrat Dr. Mohnen, ernannt worden. Das neue sowjetische Panzerdenkmal in Ostberlin geht seiner Vollendung entgegen. Ein schwerer Panzer wurde am Sonnabend mit dem Geschützrohr in Richtung Westberlin auf den Sockel gesetzt. Das Agyptisch-britische Abkommen über die Räumung der Suezkanalzone soll in dieser Woche unterzeichnet werden. Molotow besuchte am Sonnabend das ostzonale Uranbergbaugeblet. Der japanische Ministerpräsident Joschida trifft am Dienstag zu einem dreitägigen Besuch in der Bundesrepublik ein. Das Senlorat der Kolpingfamille hat sich gestern für eine parlamentarische Kontrolle er deutschen Verteidigungseinrichtungen ausgesprochen. Das deutsche Wehrwesen, so wurde betont, müsse von einem Geist getragen werden, der die Menschenwürde achte. Zwei 20jährige Männer aus der Sowjetzone trafen in einem Boot in Südschweden ein und ersuchten um Asy1 als politische Flüchtlinge. Das brasilianische Kriegsministerium teilt mit, daß die Anklage gegen die Familie Vargas, sie sei in die Vorbereitungen zum Anschlag gegen den oppositionellen Journalisten Lacerda verwickelt gewesen, hinfällig sei. Wie wird das Wetter? Ruhig und stark bewölkt Ein Hochdruckrücken erstreckt sich von einem Hoch westlich der Biskaya bis nach Südrußland. Unser Gebiet liegt an seinem Nordrand und wird von den Ausläufern eines nordöstlich Island liegenden Tiefs nur gestreift. Vorhersage für Montag: Schwache Winde aus Süd bis Südwest. Überwiegend stark bewölkt, aber nur vereinzelt geringfügiger Regen. Temperaturen tags um 12 Grad, nachts 5 bis 8 Grad. Weitere Aussichten: Wechselnd bewölkt und gelegentlich geringe Schauer. Temperaturen wenig verändert. Die zweite Runde A. W. D. Als die französischen Regierungen mit Georges Bidault als Außenminister den EVG-Vertrag mit einem lachenden und einem weinenden Auge zwei Jahre lang erfolgreich von der Nationalversammlung fernhielten, wurde immer klarer, daß dieser Vertrag in seiner ursprünglichen Fassung vorerst nicht in die Tat umgesetzt werden konnte. Mendès-France war gewillt, diesem unerquicklichen Zustand des Zauderns ein Ende zu bereiten. Und die Nationalversammlung entschied, den Vertrag von der Tagesordnung abzusetzen. Die Ungewißheit war beseitigt. Nun beginnt die zweite Runde um einen deutschen Wehrbeitrag. Mendès-France empfahl in der letzten Woche die Annahme der sogenannten Londoner Akte und betonte, wenn Frankreich dieses Mal nein sage, sprächen sich alle seine Alliierten einmütig für die Aufrüstung Deutschlands aus. Die Wiederaufrüstung ginge dann unkontrolliert, unbeschränkt und bedingungslos vor sich, ohne daß Frankreich eine Einflußmöglichkeit hätte. Auffallend war, daß der Ministerpräsident für seine Rede in der Nationalversammlung mit sehr geringem Beifall bedacht wurde. Aus der Reihe seiner Minister- Vorgänger wandte sich zunächst Paul Reynaud gegen die Londoner Vereinbarungen, indem er das Gespenst eines neuen deutschen Generalstabes an die Wand malte. Er meinte, daß eine deutsche Regierung„unter der Herrschaft eines neuen deutschen Generalstabes“ in Versuchung geriete, den sowjetischen Angeboten auf Wiedervereinigung und Rückerstattung bestimmter Gebiete zuzustimmen. Am zweiten Tag der bewegten Debatte warnten die Sozialisten und katholischen Volksrepublikaner vor einer unabhängigen deutschen Armee und einem deutschen Generalstab. Sie verlangten erhöhte Kontrollbefugnisse über Truppenstärke und Rüstungsstand. Ähnlich sprach sich der radikalsozialistische Abgeordnete Bourges-Maunoury aus. Kommunisten und Progressisten lehnten jede Form einer westdeutschen Aufrüstung ab. Die Verfechter der EVG, besonders Robert Schuman und Henri Teitgen, kritisierten, daß die Londoner Abmachungen der Integration Westeuropas zu wenig Rechnung trage. Mendès-France wird auf der Regierungsbank die Debatte mit banger Sorge verfolgt haben, denn mit der Ratifizierung der Londoner Akte steht und fällt seine Regierung. Die vorgetragenen Meinungen im Parlament deuten aber gerade nicht darauf hin, daß die Pariser Nationalversammlung freudigen Herzens das neue Vertragswerk ratifizieren wird. Der Ministerpräsident hat in dieser Frage eine sehr unsichere Mehrheit hinter sich. Während die rechte und linke Seite des Hauses das Wiederaufleben des deutschen Militarismus fürchtet, halten die Volksrepublikaner in der Mitte die Londoner Akte für einen zu schlechten EVG-Ersatz. Um die Verwirklichung des vereinten Europas voranzutreiben, möchten sie auf die integrierten Streitkräfte nicht verzichten. Diese Auffassung hat jedoch in der Nationalversammlung nicht die geringste Aussicht auf Erfolg. Was wird nun aus der Londoner Akte? Es ist sehr schwer, darauf eine eindeutige Antwort zu geben. Blenden wir zurück: In den vergangenen zwei Jahren wurde von führenden deutschen Politikern immer wieder behauptet, daß die französische Nationalversammlung den EVG-Vertrag annehmen werde. Und sie tat es nicht. Auf der anderen Seite wird man in Paris ernsthafte Überlegungen anstellen müssen, ob es möglich ist. im Hinblick auf Großbritannien und die Vereinigten Staaten das neue Vertragswerk abzulehnen. Frankreich isolierte sich damit selbst; das ist sicher. Und es könnte die Wiederaufrüstung Westdeutschlands trotz aller Anstrengungen nicht verhindern. Sie ist nun einmal in Washington beschlossene Sache und wird auch durchgeführt. Das weiß Mendès-France. Darum tritt er so entschieden für die Ratifizierung ein. Bikini der Sowjets: Wrangelland Radioaktiver Aschenregen aus Sibirien— Eine Inspektionsreise Marschall Schukows Vor einigen Wochen trieb eine Wolke des Todes über das Weltmeer, erreichte die japanischen Inseln, mit Ausläufern auch die amerikanische Pazifikküste und löste Alarm in Alaska, Kanada und den Nordstaaten der USA aus: Radioaktiver Aschenregen drohte! Ursache dieser Panik war Anfang bis Mitte September eine von der Weltöffentlichkeit unbemerkte sowjetische WasserstoffbombenExplosion im Sibirischen Eismeer am Ausgang der Beringstraße. Jetzt drängen sich die Nachrichten vom „sowjetischen Orient“, vom östlichen Sibirien und vom Atomzentrum der WrangelInsel in die Schlagzeilen. Von Amerikanern entdeckt „Wrangelland“ ist das sowjetische Gegenstück zum amerikanischen Bikini-Atoll. Eine gebirgige Insel, deren höchste Gipfel über 700 Meter Meereshöhe erreichen. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts hörten die Russen durch den Nomadenstamm der Tschuktschen von diesem Eiland. Der livländische Baron von Wrangel suchte die Insel dann 1820 bis 1824 vergeblich; ein anderer Seefahrer, der Amerikaner Long, fuhr erst ein halbes Jahrhundert später an ihr als Entdecker vorbei. Der erste, der das Land betrat, war jedoch der amerikanische Kapitän Hooper, der dort 1881 landete und auf der Insel das Sternenbanner hißte. Weitere US-Expeditionen folgten. In dürftiger Vegetation gaben sich zu dieser Zeit nur selten Besucher wie Schwimmvögel und Eisbären ein Stelldichein, dazu die ansässigen Lemminge und Schneemäuse sowie einige Polarfüchse. Heute arktischer Hauptstützpunkt In der Epoche, in der Petersburg die eisigen Einöden von„Russisch-Amerika“ für 7,2 Millionen Dollars spottbillig an Washington verkaufte und sich damit aus der neuen Welt zurückzog, gewann es dafür die 4680 Kilometer der Wrangel-Insel. Heute ist die Insel der Hauptstützpunkt für ein arktisches System zahlreicher fester und schwimmender Wetterstationen. Aus den 60 Einwohnern vor dem Krieg wurden inzwischen etwa 8000 freiwillige und zwangsweise„Pioniere“. Die ganze Aktion wurde in diesem Jahr mit einer Inspektionsreise von Marschall Schukow eingeleitet, die bis zur Halbinsel Kamtschatka führte. Die Stoßrichtung der neuen sowjetischen Pläne zeigt eindeutig in Richtung des amerikanischen Kontinents. Entlang der sibirischen Küste wurde schon vor vier Jahren mit dem Bau von Luftstützpunkten in Nischni-Kolymsk, Indigirka, Ambarschik und Kasarnok begonnen. Tausende von Zwangsarbeitern kamen zum Einsatz, um Tschita(an der Transsibirischen Bahn) mit Ochotsk zu verbinden, mit der bedeutendsten Marinebasis an der Beringstraße gegenüber von Alaska. Noch kurz vor dem Tode Stalins wurde der VIII. Militärdistrikt Nordostsibirien gebildet, der Generalleutnant Schtemenko unterstellt wurde, dessen Hauptquartier Anadyr mitten in der Tundra liegt. In Bereitschaft stehen rund 6000 Flugzeuge und vier Fallschirmjägerbrigaden, versehen mit ständig ausgebauten Nachschublagern. Diese militärischen Massierungen dienen dem strategischen Ziel, die amerikanischen Streitkräfte aus aller Welt abzuziehen und zur Konzentration im Heimatland zu veranlassen. Freitag wieder DGB-Vorsitzender Auch Föcher und Reuter wiedergewählt— Modifizierung der Wehrentschließung Frankfurt.(dpa) Der DGB hat zum Abschluß seines dritten Bundeskongresses in Frankfurt am Sonnabend den bisherigen ersten Vorsitzenden, Walter Freitag, in seinem Amt bestätigt. Politisch sprach sich der Kongreß gegen einen deutschen Wehrbeitrag aus, solange nicht alle Verhandlungsmöglichkeiten für eine Wiedervereinigung erschöpft seien. Zugleich distanzierte er sich scharf vom FDGB in der Sowjetzone, den er nicht als Gewerkschaft anerkannte. Freitag wird nach seiner Wiederwahl wiederum für zwei Jahre an der Spitze des DGB stehen. Er wurde von den Vorsitzenden aller 16 Industriegewerkschaften nominiert. 241 von 384 Delegierten stimmten für ihn. 143 Delegierte enthielten sich der Stimme. Die beiden bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden wurden ebenfalls wieder bestätigt. Matthias Föchner erhielt 303, Georg Reuter 276 Stimmen. In dem Antrag zur Wehrfrage war ursprünglich eine uneingeschränkte Ablehnung des Wehrbeitrages enthalten. Darin wurde der Beschluß des Düsseldorfer Kongresses der DGB-Jugend gegen jeden Wehrbeitrag begrüßt. Die Antragskommission empfahl jedoch die Streichung, statt dessen wurde folgende Stellungnahme gebilligt: Der Bundeskongreß lehnt jeden Wehrbeitrag ab. solange nicht alle Verhandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind mit dem Ziel, eine Verständigung der Völker untereinander herbeizuführen und die Einheit Deutschlands wiederhergestellt ist. tags- und Landtagsabgeordnete von Hassel. Der bisherige Ministerpräsident Lübke(CDU) hat am Sonnabend sein Amt aus Gesundheitsgründen niedergelegt. CDU, BHE und FDP nominierten in ihrem Koalitionsvertrag Hassel gemeinsam als neuen Ministerpräsidenten. Die Landesausschüsse der CDU und des Gesamtdeutschen Blocks/BHE haben den Koalitionsvertrag bereits bestätigt. Der neue Kieler Regierungschef, der am heutigen Montag vom neuen Landtag gewählt werden wird, gibt seine Regierungserklärung voraussichtlich in der nächsten Landtagssitzung am 2. November ab. Am Sonnabend betonte von Hassel, er werde sich um ein gutes Verhältnis zur Opposition bemühen. Interessanies in Kürze Eine Falschmünzerwerkstatt wurde in Griesenbrauck bei Iserlohn ausgehoben. Der Falschmünzer, der Fünf-Mark-Stücke herstellte, wurde verhaftet. Die ältesten Brautleute der Bundesrepublik sind der 82jährige Sudetendeutsche Josef Pfaffl und seine 76 Jahre alte Frau, die jetzt in Gelsenkirchen getraut worden sind. Aus Eifersucht hat in Hamburg ein 21jähriger Kraftfahrer eine 29 Jahre alte Kontoristin erwürgt. Der Mörder wurde festgenommen. Sieben Millionen Übernachtungen werden in diesem Jahr in den Jugendherbergen des Bundesgebiets gezählt werden können. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um eine Million. Die NRW-Rettungsmedallle wurde dem Dortmunder Bauunternehmer Schmitt und dessen Sohn verliehen. Vater und Sohn hatten in Hilden eine Frau aus Koblenz und ihre beiden Söhne vor dem Tode des Ertrinkens im Rhein gerettet. Die Evangelische Arbeiterjugend in Nordrhein-Westfalen konstituierte sich gestern in Herten als Jugendorganisation der Evangelischen Arbeiterbewegung. Zum ersten Vorsitzenden wurde der CDU-Bundestagsabgeordnete Heinrich Voß gewählt. Das Internationale Tanzturnier Kontinentaleuropas gegen Großbritannien wurde in Dortmund von der britischen Mannschaft gewonnen. Dr. Karl von Scheven, der Bischof der Evangelischen Kirche in Pommern, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Der Filmschauspieler Wilfried Seifert ist am Sonnabendmorgen bei Wiesbaden mit seinem Kraftwagen tödlich verunglückt. Die bekannteste seiner letzten Rollen war die des Majors in„08/15“. „Fliegende Untertassen“, die Ende September über Passau und Linz beobachtet wurden, haben sich als Wolkenreflexe tschechischer Flakscheinwerfer herausgestellt. Die siamesischen Zwillinge Johnson in Little Rock im USA-Staat Arkansas starben während einer Operation, durch die sie getrennt werden sollten. Die Schweizer Pässe Süsten und Grimsel wurden wegen starker Schneefälle gesperrt. Auch die Großglockner-Straße ist nicht mehr befahrbar. Die stärksten Biertrinker der Welt sind die Belgier mit einem Jahresverbrauch von 140 Liter je Kopf der Bevölkerung. Der Kaffeeverbrauch betrug auf den Kopf der Bevölkerung 113 Liter. Die Trockenheit in Spanien hat die Versorgung des Landes mit elektrischem Strom ernsthaft gefährdet. Viele Stauseen sind leer. In Madrid bleibt die Stromzufuhr an einem Tag in der Woche gesperrt. Neuer Mann in Kiel Kiel.((upa) Neuer Ministerpräsident von Schleswig-Holstein wird, wie bereits berichtet, voraussichtlich der CDU-BundesTodesurteile für Oberg und Knochen Die Verteidiger legten sofort Kassationsbeschwerde ein Paris.(Korr.) Das Pariser Militärgericht verurteilte am Samstag nach fast vierwöchiger Verhandlung Karl Albrecht Oberg und Helmut Knochen zum Tode. Oberg war früher SS-Obergruppenführer und höherer SS- und Polizeiführer in Frankreich, Knochen war sein engster Mitarbeiter. Den beiden Angeklagten waren illegale Verhaftungen und Internierungen, die Deportation von über 100 000 Menschen aus rassischen und poltischen Gründen sowie Gefangenenmißhandlung zur Last gelegt worden. Weitere Anklagepunkte waren die Anordnungen zu Geiselerschießungen und zur Zerstörung von Gebäuden sowie die„Zugehörigkeit zu einer verbrecherischen Organisation“. Entsprechend der Gepflogenheit französischer Militärgerichte wurde das Urteil in Abwesenheit der Angeklagten verkündet. Eine Urteilsbegründung wurde, wie üblich. nicht gegeben. Die Verteidiger Obergs und Knochens haben sofort nach der Urteilsverkündung Kassationsbeschwerde gegen das Urteil eingelegt. 500 Millionen Jahresumsatz Unser Bild zeigt den wiedergewählten DGB-Vorsitzenden Freitag in der Mitte, Kassel.(dpa) Die Innere Mission verlinks Matthias Föcher und rechts Georg Reuter, seine beiden Stellvertreter. fügt heute über ein Anlagevermögen von 1,5 Milliarden Mark, beschäftigt 85 000 hauptamtliche Mitarbeiter und unterhält 192 000 Betten in Krankenhäusern und Heimen(ohne Kindergärten, Gemeindepflegestationen und Ausbildungsstätten) mit einem Jahresumsatz von 500 Millionen Mark. Das wurde zum Abschluß der gesamtdeutschen Arbeitstagung von Innerer Mission und Evangelischem Hilfswerk in Kassel von Verwaltungsdirektor Westhelle mitgeteilt. Todesurteil gegen Luca Bukarest.(Reuter) Der ehemalige stellvertretende rumänische Ministerpräsident und Finanzminister Vasile Luca wurde von dem obersten rumänischen Militärgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde in eine lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. Erfreuliche Töne aus Bayern Nürnberg.(dpa)„Die Zeit ist vorbei, wo man bei uns in Bayern auf die Preußen geschimpft hat“, erklärte der bayrische Ministerpäsident Dr. Ehard gestern auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg. Berlin habe in den vergangenen Jahren eine vorbildliche Haltung an den Tag gelegt.„Die Berliner sind wirklich ausgezeichnete Leute.“ ROMAN VON EDGAR KAHN Copyright by Carl Duncker, Berlin W 35 (39. Fortsetzung) Er richtet sich auf und leuchtet den Umkreis ab. Titus zerrt am Riemen. Als Cordua ihn etwas kürzer faßt, stemmt sich der Hund auf allen Vieren dagegen. Er schnaubt, niest und will die Nase nicht vom Boden hochnehmen. Nun gleitet der Lichtkegel auch über den Steinhaufen am Straßenrand und bleibt an einem Motorrad hängen. Es sieht aus, als sei es da einfach hingeworfen. Cordua geht ganz nah heran, will die Maschine von den Steinen herunterziehen, dabei berührt er den Motor und zieht erschrocken die Hand zurück. Er hat sich daran verbrannt. Der Unfall muß also erst vor ganz kurzer Zeit passiert sein. Vorn auf dem Schutzblech sieht er nun drei Plaketten. Die kennt er. Und jetzt erkennt er auch die Maschine. Das ist die„Tornax“ von Otto Baldux! Und sie ist schwer demoliert! In diesem Augenblick vergißt Hannes Cordua seine eigenen Sorgen und seine eigene Not. Noch weiß er nicht, wie das hier passiert ist, aber es mutet ihn alles so merkwürdig an. Nach einem Unfall, der bereits entdeckt worden ist, sähe das hier anders aus. Denn er muß schon entdeckt worden sein. Man hat den Verletzten ja bereits abtransportiert. Und die Maschine einfach liegengelassen? Ohne Bewachung? Eine Polizeimaschine? Ausgeschlossen! Der Hund ist wohl verrückt geworden? Er springt an Cordua empor, läuft, soweit ihm der kurze Riemen die Möglichkeit dazu läßt, hechelnd um ihn herum und will unbedingt, daß Hannes aufmerkaam werden soll. Da gibt er ihm, einer Eingebung folgend, den Riemen frei. Er läßt sich von Titus bis zur Mitte der Straße ziehen, sieht, wie der Hund, die Nase suchend am Boden, kurz im Kreise läuft und nun unaufhaltsam aus der Lindleystraße hinauszieht. Cordua läßt ihn gewähren, schaltet seine Taschenlampe aus und taucht in das Dunkel der Marckmannstraße ein. * Er wirkt ja schon leicht komisch, dieser Otto Gräber! Tagsüber murkst er in seiner Werkstatt herum, rackert sich ab und sollte eigentlich abends hundemüde sein. Aber dann wird er anscheinend erst richtig lebendig. Nicht nur lebendig, sondern mit der Dunkelheit wächst auch sein Zorn. Mit dem bewaffnet, zieht er heute auf die Straße. Irgendwo in diesem Riesentrümmerhaufen beklaut man ihn. Beklaut ihn vielleicht sogar in dieser Stunde. Hinter den Trümmern, unter den Trümmern, aber irgendwo bestimmt. Er hat nun zwar bei der Polizei Anzeige erstattet, aber beruhigt hat ihn das nicht. Das dauert immer lange bei denen! Es ist zwar heute jemand bei ihm gewesen, aber richtig mit der Sache angefangen haben die bestimmt noch nicht. Muß man also selbst ein bißchen Kriminalbeamter spielen. Wie er da so auf der Straße steht und überlegt, ob er bei Nummer 39 oder 41 anfangen soll, hört er schnelle Schritte und das scharfe Hecheln eines Hundes. Dann taucht aus dem Dunkel eine Uniform auf, und nun erkennt Gräber den Polizeimeister Cordua, dessen Hund ihn heftig vorwärts zieht. „Nanu?“ fragt Otto Gräber leicht verwundert.„Sie haben wohl die Sache selber in die Hand genommen? Ich denke, das macht der andere, der heute bei mir war!“ Polizeimeister Cordua sagt energisch, als er merkt, daß Gräber ihm nicht von der Seite weichen will:„Bleiben Sie hinter mir. Drüben in der Lindleystraße habe ich eben etwas gefunden... hier stinkt es in der Gegend!“ „Kann man wohl behaupten“, antwortet Gräber mit dem Brustton tiefster Überzeugung.„Das habe ich Ihnen ja schon gestern gesagt!“ Cordua merkt, daß der Hund dem gleichen Grundstück zustrebt, auf dem er schon einmal gewesen ist. Denn hier ist Titus hineingelaufen, als sie den vergeblichen Weg zu Walter gemacht haben. Er tastet nach Gräbers Hand und drückt sie hinunter, denn da hinten an der Mauer hebt sich nun ein weißer Fleck vom Hintergrund ab. Erst jetzt läßt Cordua seine Lampe in dieser Richtung aufblitzen. Ganz kurz nur, aber es genügt. Etwa zehn Meter von ihnen entfernt steht ein großer dunkler Wagen mit einem hellen Verdeck, und da brummt Gräber auch schon:„Wie kommt denn hier'n Auto her?“ „Schnauze!“ flüstert Cordua. Gräber schweigt beleidigt. Von ganz weit her ist das langgezogene Heulen einer Polizeisirene zu hören, die in immer tiefer gleitenden Tönen verebbt. Wieder herrscht Totenstille, aber nun hören sie— beide hören es zu gleicher Zeit, denn Gräber tastet erschrocken nach Corduas Oberarm— ein schwaches Geräusch. Es hört sich an wie der dumpfe Ton einer Maschine. Und nun kann sich Gräber nicht mehr zurückhalten.„Da haben wir die Brüder!“ flüstert er mordgierig.„Nu aber ran! Liegt denn hier nicht irgendwo’n Knüppel? Machen Sie doch mal Licht, Chef!“ Aber es geht nicht so, wie Gräber sich das gedacht hat.„Laufen Sie zur Wache!“ flüstert Cordua erregt.„Sagen Sie einfach, ich schicke Sie! Ich brauche sofort zwei, drei Mann! Aber halten Sie sich nicht in der Lindleystraße auf, wenn Ihnen da etwas auffällt! Da ist wahrscheinlich ein Verbrechen geschehen, und es kann sein, daß dieser Wagen damit zusammenhängt! Los, Gräber!“ Gräber gibt zwar einen mißvergnügten Knurrlaut von sich, aber dann wetzt er los. Als Cordua allein ist, handelt er sofort. Seinen Hund am kurzen Riemen haltend, geht er leise dicht an den Wagen heran horcht noch einen Augenblick— dann leuchtet er hinein. Auf dem Rücken liegen in einer Ecke Stahlwerkzeuge, eine kurze Brechstange, mehrere Gasrohrenden und ein Wagenheber, aber in der anderen Ecke sind ein paar große rote Flecke auf dem schmutziggrauen Polster, und auf dem Boden liegt ein weißer Sturzhelm. Cordua nimmt ihn behutsam heraus und leuchtet die Innenseite ab. „Pol.-Wm. Baldux“ steht da, mit kräftigen Druckbuchstaben in die Wölbung gemalt. Nun leuchtet er die Vordersitze ab. Der Zündschlüssel steckt. Er faßt ihn nicht an Er leuchtet weiter nach rechts und sieht, daß da ein schräges offenes Fach ist. Vorsichtig zieht er ein paar Lappen heraus, einen Klumpen Putzwolle— darunter liegt eine speckige Hülle aus Zelluloid. In ihr stecken Papiere. Ein dünner Packen Kraftfahrzeugscheine. Fünf oder sechs Stück. Sie sind abgestempelt und unterschrieben; alle übrigen Rubriken sind noch leer. In dieser Sekunde glaubt Hannes Cordua zu wissen wem Otto auf der Spur gewesen ist. Er schaltet das Licht aus und lädt vorsichtig seine Dienstpistole durch.— Er horcht. Da ist immer noch das Geräusch, das sich anhört, als komme es aus der Tiefe der Erde. * Im Keller der Ruine brennt nur eine an der abgeblätterten Wand aufgehängte vergitterte Werkzeuglampe. In ihrem trüben Schein droht sich das kaltschnäuzige Geschehen, das in der Theaterstraße begann und in der Lindleystraße seine Fortsetzung fand, zu vollenden. Der Pole, der jeden Widerstand Walter Corduas gegen seine Absicht, reinen Tisch zu machen, mit zynischem Hohn niedergeknüppelt hat, wünscht keinen weiteren Zeugen für seine Tätigkeit. Er hat den noch immer besinnungslosen Polizeibeamten in einen Verschlag gezerrt. Die Tür ist dazu abschließbar. Während Walter Cordua mit flatternden Händen alles in einen Vulkanfiberkoffer stopft, was zu seiner bisherigen Tätigkeit gehörte— die Gläser mit Tusche, die Silberstifte, die Hydroxyde, Fettsäuren und Amalgame, den Bunsenbrenner und den ganzen übrigen Wust mißlungener und halbfertiger Papiere— und dabei nur noch von dem Gedanken beherrscht wird: zu verschwinden, denn er welß genau, was in den nächsten Stunden kommen muß, arbeitet der„schwarze Alex“ stur an seinem Plan. (Fortsetzung folgt) Während seiner Präsidentenzeit befand sich Truman einmal auf einer Reise durch Mexiko, wobei er pflichtschuldigst alle Sehenswürdigkeiten zu bewundern hatte. Auch der Vulkan Paracutin, der zufällig gerade in Tätigkeit war, wurde ihm„vorgeführt“. Man fragte den Präsidenten nach seinem Eindruck. „Ganz hübsch für einen Vulkan“, meinte Truman,„aber er hält keinen Vergleich aus mit dem, auf dem ich in Washington sitze.“ 119. Jahrgang— Nummer 236 Sauerländisches Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Montag, den 11. Oktober 1954 Staunen am Wegrand Man sagt immer, daß die Menschen unserer Zeit das Staunen verlernt hätten, daß sie mit Selbstverständlichkeit Dinge hinnähmen, die ihren Großvätern noch unerklärliche Wunder gewesen sind. Man fliegt mit Ueberschallgeschwindigkeit, plant die Reise um den Mond, besitzt den Zauberspiegel des Fernsehens, und versteht es, die Materie in Atome zu zertrümmern. Und alles steht als Meldung in den Zeitungen, man sieht es in den Wochenschauen der Lichtspielhäuser und nimmt es hin, als müsse es eben so sein. — So erscheint es jedenfalls auf den ersten Blick. Wenn man aber genauer hinsieht, dann erkennt man sehr rasch, daß nur des Menschen Wort mit den Dingen schnell fertig wird, daß aber die Menschenseele nur schwer dieses waghalsige Spiel mit übermenschlichen Maßen begreifen will. Unbewußt, ohne daß wir es merken, schauen wir auf, wenn das unserem Alltag längst vertraute Wunder der Eisenbahn vorüberrollt, des„feurigen Wagens“, wie man ihn im vorigen Jahrhundert nannte. Und wenn ein Flugzeug über uns brummt, heben die meisten von uns die Köpfe und schauen dem silbernen Vogel nach, obwohl auch die Flugzeuge uns durch gute und böse Erlebnisse allmählich„vertraut“ geworden sind. Noch steht also das Staunen am Wegrand, wenn es auch nicht so laut zum Ausdruck kommt wie einst, als Wagen ohne Pferde zum ersten Male durch die Straßen holperten und Menschen sich mit künstlichen Flügeln vogelgleich in den Aether schwangen. Olper Stadtspiegel Eine öffentliche Sitzung der Stadtverordneten findet am Donnerstag im Rathause statt. Sie beginnt um 17 Uhr mit folgender Tagesordnung: Genehmigung der Niederschrift der letzten Sitzung, Wahl des Bürgermeisters und seines Vertreters, Berichtigung der Bezeichnung „Vellmickestraße“ in„Felmicke“. Bericht des Gemeindeprüfungsamtes über die Prüfung der Jahresrechnungen 1948 bis 1951, Beihilfeantrag des Kolping-Bauvereins Olpe, Regelung der Müllabfuhr, Verschiedenes. Die Gemeindevertretung Olpe-Land hält am Dienstag um 17.30 Uhr im Rathause eine öffentliche Sitzung mit folgender Tagesordnung: Genehmigung der Niederschrift der letzten Sitzung, Wahl des Gemeindedirektors, Prüfung der Haushaltsrechnung 1952 und Entlastung, Beratung des Entwurfs einer Ortssatzung, Genehmigung einer überplanmäßigen Ausgabe, Verschiedenes. Dienstabend des DRK. Am Dienstag ist um 20.15 Uhr im Schwanensaal Dienstabend für alle Angehörigen des weiblichen und männlichen DRK. Bereitschaftsarzt Fertmann hält einen wichtigen Vortrag. Die Mitglieder werden gebeten, diesen Abend als Pflichtabend anzusehen. Die bisher gewonnenen Preise der Tisch-Tennisspieler der kath. Jugend Olpe sind z. Z. im Schaufenster des Textilhauses Neuhaus ausgestellt. Die erfolgreichsten Spieler waren Ohm und Schilli. Als Handweberin bestand dieser Tage die Gesellenprüfung mit gutem Erfolg Hildegard Gehlberg. Lehrfirma war die Handweberei Rölle. Silberne Hochzeit. Ihre Silberhochzeit feiern morgen Albert Marowski und Frau Anna geb. Krüger, Am Kattenhagen 8 wohnhaft. Herzlichen Glückwunsch Für den Küchentisch. Westfälischer Pfefferpotthast: Das in halbhandgroße Stücke gehauene Fleisch wird mit Salzwasser knapp bedeckt zum Kochen gebracht. Dann fügt man soviel kleingeOrtsvorsteher erhalten Dienstsiegel Rothemühle. Die Stellung der Ortsvorsteher innerhalb der Gemeinde war auch diesmal wieder Gegenstand der Beratung in der Sitzung des Gemeinderates Römershagen am Donnerstag in der Gastwirtschaft Stahl. Nachdem durch die Wahl eines Gemeindedirektors eine veränderte Rechtslage geschaffen wurde, ist es jetzt möglich, den Örtsvorsteher mit der Durchführung von Amtsgeschäften zu beauftragen und ihm ein Dienstsiegel auzuhändigen. Der Entwurf einer Müllabfuhrsatzung wurde zurückgestellt. Vorläufig sollen die Bewohner für die Müllabfuhr selbst sorgen. Zum Gemeindedirktor wurde Amtsdidirektor Quiter gewählt. Sein Stellvertreter ist Amtsoberinspektor Schrage. Schuttabladeplatz ist vorhanden Die Gemeinde hat der Ortschaft Rothemühle jetzt einen Schuttabladeplatz in einem alten Steinbruch zur Verfügung gestellt. Die vor einigen Wochen eingerichtete Müllabfuhr läßt wegen der geringen Beteiligung noch viel zu wünschen übrig. Der Gemeinderat führt Beschwerde darüber, daß der Schutt immer noch wahllos an Straßen, Wiesen und Feldern abgelagert wird. Amtsdirektor Quiter war der Meinung, daß es ohne Erlaß einer Müllabfuhrsatzung wohl kaum möglich sei, die Bewohner anzuhalten, den anfallenden Schutt zum bekannten Abladepiatz zu schaffen. Verschiedene Gemeindevertreter waren der Ansicht, noch einmal zu versuchen, die Bevölkerung durch Aufruf zur Ordnung zu mahnen. Falls dem Aufruf keine Folge geleistet wird, soll eine Müllabfuhrsatzung erlassen werden. Im übrigen sei der Bevölkerung wohl unbekannt, daß Verstöße gegen die Müllablagerung strafrechtlich verfolgt werden. Ehrenamtliche Beamte mit Siegel Die Wahl der Gemeindedirektoren hat für die Belange der Ortsvorsteher jetzt eine veränderte Lage geschaffen. Bisher war es gesetzlich nicht zulässig, den Ortsvorstehern zur Beglaubigung von Rentenanträgen usw. ein Dienstsiegel zur Verfügung zu stellen. Die Antragsteller mußten dadurch oft den weiten Weg zur Amtsverwaltung gehen. Jetzt ist es so, daß die Ortsvorsteher vom Gemeindedirektor zu ehrenamtlichen Beamten ernannt und für Dienstgeschäfte eingesetzt schnittene Zwiebeln hinzu, daß die Soße dadurch sämig wird, gibt Gewürze, späterhin auch einige Zitronenscheiben hinzu und läßt auf kleinem Feuer etwa 1½ Stunde kochen. Ist die Soße nicht genügend gebunden, gibt man etwas Semmelmehl oder angerührtes Stärkemehl hinzu. Man reicht Salzkartoffeln und saure Gurken dazu. Man kann auch das Fleisch vorher in Stücken anbraten, dann wie oben behandeln. Neues Störsuchgerät. Während der Tagung der Fernseh-Technischen Gesellschaft in Marburg(Lahn) führte die Deutsche Bundespost am 30. September ein Störsuchgerät vor, welches noch auf große Entfernungen auch auf die magnetischen Fehler von Fernsehgeräten anspricht. Mit diesem handlichen kleinen Suchgerät kann nicht nur das Haus, sondern sogar die Wohnung und das Zimmer angepeilt werden, in welchem nicht angemeldete Fernsehempfänger von sogenannten„Schwarzsehern“ betrieben werden. Auf Grund der bisherigen Erfolge wird in den nächsten Wochen der Funkstörungs-Meßdienst der Bundespost, dessen kleine Funkmeßwagen seit langem der Oeffentlichkeit bekannt sind, mit solchen Geräten ausgerüstet. - Gemeinderat Römershagen tagte werden können. In diesem Rahmen ist es auch erlaubt, den Ortsvorstehern ein Dienstsiegel zu überlassen. Allerdings ist der Gemeindedirektor für alle Amtshandlungen der Ortsvorsteher verantwotiich. Die bisherigen Ortsvorsteher in Rothemühle und Heid bleiben im Amt, erhalten ein Dienstsiegel und werden in Kürze zu ehrenamtlichen Beamten ernannt. Bei Neubesetzung einer Ortsvorsteherstelle soll künftig die Bevölkerung dem Gemeinderat entsprechende Vorschläge unterbreiten. Kirchhundem. Die Gemeindevertreter stimmten dem Beschluß des WasserwerkAusschusses zu, der einen Antrag aus Hofolpe auf Verlegung einer Wasserleitung wegen der Kostenfrage bis zum nächsten Rechnungsjahr zurückstellt. Röntgen-Kalender Kreis Olpe. Die Röntgenreihenuntersuchungen sind vom Gesundheitsamt des Kreises Olpe wie folgt festgelegt: Montag: Im Krankenhaus Drolshagen von 14 bis 16 Uhr für die Frauen und von 16 bis 18 Uhr für die Männer. Dienstag: Im Krankenhaus Drolshagen von 9 bis 10.30 Uhr und 14 bis 16 Uhr für die Frauen; von 10.30 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr für die Männer. Mittwoch: Im Krankenhaus Drolshagen, die Termine wie am Dienstag. Donnerstag: In Bleche(mit Scheda) im Gasthof Albus von 9 bis 10 Uhr; in Germinghausen im Gasthof Stahlhacke von 11 bis 12 Uhr; in Schreibershof mit Herpel im Gasthof Lütticke von 14 bis 18 Uhr. Freitag: In Hützemert in der Schule von 8 bis 9.30 Uhr; in Wegeringhausen in der Schule von 11 bis 12 Uhr. Montag, den 18. Oktober: In Benolpe im Gasthof Stamm von 14 bis 15 Uhr; in Berlinghausen(auch für Eichen) im Gasthof Clemens von 16 bis 18 Uhr. Dienstag, den 19. Öktober: In Iseringhausen(auch für Husten) in der Schule von 8 bis 12 Uhr; in Dumicke(auch für Büren) von 14 bis 17 Uhr. Rothemühle ohne Müllabfuhrsatzung Kurzberichte aus dem Kreise Olpe Mütterberatungsstunden Kreis Olpe. Am Dienstag sind die Mütterberatungsstunden wie folgt: 15 Uhr in Hofolpe, 16 Uhr in Silberg und 16.30 Uhr in Brachthausen(Schule). Siedlerbetreuung Kreis Olpe. Für den Reg.-Bez. Arnsberg ist als Siedlerbetreuer Horst Zakowski, Bruchhausen, Kreis Arnsberg, zuständig. Die Aufgaben sind durch Erlasse bestimmt. Z. hat den Auftrag, alle Siedler zu betreuen, technische Mängel der Siedlung festzustellen, so daß sie behoben werden können und in allen Angelegenheiten zu beraten, insbesondere auch bei der sozialen Eingliederung der heimatvertriebenen Siedler in die neue Heimat behilflich zu sein. Sprechstunden des Vertrauenslandwirts Kreis Olpe. Es sind aus dem Kreise Olpe eine ganze Anzahl Objekte zum Kauf und zur Pacht angedient worden, welche sich zum Charakter einer landwirschaftlichen Nebenerwerbsstelle heranbringen lassen. Interessierte wollen sich bitte melden. Bei schriftlichen Anfragen bitte Rückporto. Sprechmöglichkeiten montags und donnerstags von 12 bis 12.30 Uhr und 17 bis 18 Uhr beim Kreisvertrauenslandwirt der Heimatvertriebenen und Östzonenflüchtlinge, Grammel, Olpe, Arn Attenberg 8. Gemeinderat Elspe tagte Elspe. Auch die Gemeindevertretung Eispe wählte Amtsdirektor Rettig zurn ehrenamtlichen Gemeindedirektor und Amtsoberinspektor Sommerhoff zu seinem Stellvertreter. Im weiteren Verlauf der Sitzung berichtete Vertreter Knoche über die Prüfung der Kassen- und Haushaltsrechnung für das Jahr 1953, die nicht beanstandet wurde. Anerkennung fand die Bilanz des gemeindeeigenen Wasserwerkes für das Jahr 1953. Es steht zu erwarten daß die Wirtschaftlichkeit in den nächsten Jahren sichergestellt ist. Zum Schluß der Sitzung erläuterte Kreisbaumeister Venrath, Leiter der Kreisplanungsstelle Olpe, den aufgestellten Baugebietsplan Meggen-Maumke, der das Gebiet der geschlossenen Ortschaften Meggen(Gemeinde Elspe) und Maumke(Gemeinde Grevenbrück) umfaßt. Grevenbrück. Heute nehmen alle Frauen und Mütter der kath. Pfarrgemeinde an der Gemeinschaftsmesse, die aus Anlaß des heutigen Kirchenfestes der Mutterschaft Mariens in der Pfarrkirche um 7.10 Uhr stattfindet, teil. Um 11.30 Uhr beginnt dann die Frauen- und Mütterwallfahrt zur Dörnschlade bei Wenden. Die Rückfahrt ist über Kleusheim zur dortigen Lourdesgrotte vorgesehen. Finnentrop. Der Stenografenverein Finnentrop beginnt am 20. Oktober in der kath. Volksschule um 18 Uhr einen Anfängerlehrgang in Deutscher Einheitskurzschrift. Dieser Lehrgang ist aus Anlaß des 30jährigen Bestehens der DeutVerkehrsunfälle Gerlingen. Am Freitag kam es in Gerlingermühle im Gegenverkehr zwischen einem belgischen und deutschen Lkw zu geringem Sachschaden.— Am frühen Samstagmorgen fuhr ein Kradfahrer auf der Kreuzung Gerlingen-Wenden auf ein Pferdefuhrwerk. Der Kradfahrer erlitt Verletzungen am Kopf. Das Motorrad wurde beschädigt. Listernohl. Freitag abend stürzte ein Kradfahrer auf der Provinzialstraße Olpe—Attendorn und zog sich dabei leichte Verletzungen zu. Das Krad wurde beschädigt. schen Einheitskurzschrift für die Teilnehmer kostenlos. Der Stenografenverein bietet also allen, die die Stenografie erlernen wollen, einmalig Gelegenheit, unentgeltlich am Unterricht teilnehmen zu können. Der Unterricht wird von einem staatlich geprüften Kurzschriftlehrer erteilt. Anmeldungen zu diesem Lehrgang können bis einschl. 20 Oktober erfolgen. Die gute Oval W Ländliche Beratung Brachthausen. Wochenplan des Beratungsdienstes für ländliche Hauswirtschaft für die Woche vom 11. bis 15. Ok tober: Montag: 15 bis 18 Uhr Wir weben mit Handwebrahmen u. zeigen die Strickmaschine. Die Wolle zum Weben und Strikken ist mitzubringen. Die Webrahmen werden ausgeliehen. 20 Uhr Einmachlehrgang mit Vorführung u. Rezpteverteilung Dienstag: 9 bis 13 Uhr Kochlehrgang, Kochen nach Grundrezepten— Gemüsegerichte; 15 bis 16 Uhr praktische Säuglingspflege; 20 Uhr Kochvorführung, Kochen nach Grundrezepten— Gemüsegerichte. Mittwoch: 9 bis 13 Uhr Mosten für den eigenen Bedarf nach vorheriger Anmeldung; 15 bis 19 Uhr Zuschneiden und Nähen von Schürzen. Donnerstag: 9 bis 13 Uhr Kochlehrgang. Verschiedene Apfelgerichte; 15 bis 17 Uhr bäuerlicher Gartenbau; 20 Uhr Lichtbildervortrag„Schönes Wohnen“. Freitag: 9 bis 11 Uhr Waschlehrgang— Besprechung und praktische Vorführung; 15 bis 18 Uhr Bügeln mit dem Heimbügler Nach vorheriger Anmeldung kann eigene Wäsche mitgebracht werden.— Zuschneiden und Nähen von Schürzen. Die Teilnahme an allen Lehrgängen ist kostenlos. Auslagen für Lebensmittel bei den Kochlehrgängen werden auf die Teilnehmer umngelegt; die Teilnehmer mögen bitte zu allen Kochlehrgängen und Kochvorführungen 1 Ei mitbringen. Für die Ortschaften Emlinghausen, Wirme, Silberg und Varste steht der Kombi-Volkswagen des Beratungsdienstes nach rechtzeitiger vorheriger Anmeldung für Hinund Rückfahrt zur Verfügung. Erinnerungen aus der Väter Tagen Llegen sollten abgeschafft werden- Pranger stand am Marktplatz Kreis Olpe. Forck:„Geschichte der Stadt Olpe“ berichtet auf S. 201 von einer sonderbaren Verfügung des Landdrosten aus dem Jahre 1726. Nach dieser Verordnung sollte„alles schädliche Ziegenvieh“ von sämtlichen Bürgern und Bauern des Herzogtums Westfalen und der Grafschaft Arnsberg sowie von allen Adligen, Geistlichen und Klöstern sofort abgeschafft werden, widrigenfalls es von den zuständigen Beamten weggenommen würde. Dieser Befehl löste stärkstes Mißfallen aus, auch bei den Olpern; doch auf ihre scharfe Eingabe wurde 1730 geantwortet, daß die Regierung auf Abschaffung der Ziegen bestehe. Dennoch scheint die Verordnung keinen sonderlichen Erfolg gehabt zu haben. Denn bei der Viehzählung im Jahre 1873 wurden in Olpe-Stadt noch 212 Ziegen gezählt, im Amt Olpe weitere 308, insgesamt also in Stadt und Amt Olpe 520 Ziegen bei 1700 Stück Rindvieh. Diese Zahl erklärt es, daß neben den Kuhhirten in Olpe— bis 1854 waren es zwei, von da ab einer— auch ein Ziegenhirte austrieb, wie mir vor vielen Jahren ein damals schon hochbetagter Olper erzählte, der schon lange tot ist. Der Ziegenhirte hieß zu seiner Zeit Schlimm und hinkte, trieb aber tagtäglich die Ziegen zur Hude in die Rhonard, die damals noch nicht mit Wald, sondern nur mit Wacholder bestanden war. Die„Drift“, durch die seine Ziegenherde zog, mag wohl die zweite städtische„Kauhdrift“ gewesen sein. Neben der Kauhdrift an Dornseifers vorbel, längs Gerlachs Wiese in die Stubicke, die heute noch Drift heißt, führte nämlich eine zweite vom Sande aus zum Tierseifen in die Rhonard. Das Huderecht bestand dasals noch, als der alte Olper davon erzählte, der Ziegenhirte aber bereits abgeschafft war. Dem Ziegenbock, der am „Chaussee“ gehalten wurde, wand man zur Pfingstzeit Hörner und Haare voll blühenden Ginsters und machte ihn so zum„Pinkestbock“, der neben dem„Pinkesthame!“ wohl zum alten Brauchtum der Pfingstzeit gehört haben mag. Auch von Spuk und Vorgesichtern wußte der alte Olper zu erzählen. Wie er zehn Jahre alt war, munkelten die alten Leute bereits, es komme eine Zeit, da im Österseifen das Gloria gesungen würde. Und seit langem singen es dort tatsächlich unsere Pallottiner. Um dieselbe Zeit wurde in Olpe geschichtert, wenn erst einmal der zweite Kirchturm an die Pfarrkirche gebaut würde, gâbe es einen furchtbaren Krieg; dann führen Wagen durch die Stadt ohne Pferde, manche Wagen führen sogar durch die Luft. Auch dieses Vorgesicht hat sich erfillt! Gespukt habe es, konnte mein Gewährsmann mitteilen, nicht nur beim Hillerkus im Österseifen. Auch in der„Alten Post“ habe ein Spuk nachts unter furchtbarem Lärm, so daß sich niemand hintraute, alle Pakete durcheinander geworfen, am andern Morgen allerdings wären sie wieder ordentlich aufgestellt gewesen. Auf der Lehmenkuhle im hohlen Weg wurde jede Nacht ein Mädchen beobachtet, das gespensterhaft mit einer„Lüchte“ umging und die Leute, die spät noch unterwegs sein mußten, maßlos erschreckt habe. Auf dem „Galmerig“ habe damals vor 150 Jahren der Galgen gestanden, und zwar auf dem „Tenzplatz“ bei der„Mooshütte“. Diese Mooshütte wurde auf Beschluß des Stadtrats im Jahre 1849 mit der„Wandelbahn“ wieder instandgesetzt; sie war gefürchtet, weil„es dort Schlangen gab“! Um dieselbe Zeit habe am heutigen Marktplatz, dort wo später die Schule stand, ein Pranger gestanden. Ums Jahr 1700 befand sich der Galgen noch auf dem Bratzkopf(Forck S. 169!) Auch von den in Olpe gängigen Münzen berichtete der alte Olper. In seiner Jugendzeit habe er gekannt: einen Groschen, der 12 Pfennig galt, und einen halben Groschen zu 6 Pfg.; ein„Perekaßmänniken“, das war ein französisches Silberstück aus bestem Silber, mit 30 Pfg. Wert. Daneben gab es ein preuß. Kaßemänniken aus minderem Silber mit 2½ Silbergroschen Wert, die kleinste gängige Münze, mit der wir als Kinder noch eingekauft haben. Von einem 50 Pfennigstück in Silber galten sechs einen Taler. Im Umlauf waren auch Münzen zu 1, 2, 3 und 4 Pfg. aus Kupfer, die letztere hieß„Blaffert“. Ein frz. Krontaler hatte einen Wert von einem Taler und 17 Groschen. Es gab auch ein Zehngroschenstück aus Silber. Ein Gulden preußisch galt 17 Groschen, ein franz. Louisdor in Gold, 5 Tlr. 20 Groschen. Daneben lief ein Doppellouisdor. Preußisches Papiergeld gab es zu 5, 10 und 25 Talern. Ein Württembergischer Groschen galt 15 Pfg. Hie und da wurde ein amerikanischer Dollar eingewechselt, eine Goldmünze, halb so groß wie ein Groschen. Mein freundlicher Gewährsmann konnte mir auch berichten, wie die„Feuer- und Kochstelle“ in den Olper Häusern früher aussah. Sie wurde„Tacken“ genannt. Ob dies die plattdeutsche Bezeichnung für Zacken ist, lasse ich dahingestellt. Dieser Tacken war ein an eine Hauswand angelehnter gemauerter Herd, so hoch wie ein Tisch, mit nur einem Feuerloch in der Mitte, das mit einem eisernen Band rundum eingefaßt und offen war. Ueber dem Feuerloch war der„Hahlbalken“ eingelassen, an dem„das Hahl“, auch Hohl oder Hehl geheißen, angehängt wurde. Das Hahl — der Ausdruck dürfte mit unserm plattdeutschen Wort halen= halten zusammenhägen— war eine 1 bis 2 m lange und 10 cm breite, meist reich verzierte schmiedeeiserne Zahnstange, auch Feuer- oder Potthahl genennt. Er zeigte auf einer Seite starke Zähne, in die der verstellbare Sperrhaken einer Zugstange einklinkte. An diesem Potthahl wurden die Kochtöpfe(Kessel) über dem offenen Feuer aufgehängt. Der„Riwepuffert“ wurde seinerzeit„amme Tacken gebacken“, d. h. in einem eisernen Topf, der eine Krampe auf dem Deckel hatte und rundum mit„Lohkauken“ abgedichtet war. Unterm Tacken wurde zur Nachtzeit das Feuer zusammengescharrt, über die Glut eine eimerähnliche „Feuerstülpe“ gekippt, die Ritzen hatte, um Hitze und Rauch herauszulassen. Am Morgen wurde das Feuer aus der Asche mit der„Blosepiepe“ wieder angeblasen. Dieser offene Herd mit dem Potthahl wurde abgelöst vom halbmondförmig gemauerten Herd mit einer Eisenplatte und mehreren Kochlöchern, der„Konfure“ genannt wurde. Im Rheinland kannte man ihn als„Komförchen“. Der Ausdruck kommt her vom französischen Wort Comfort, das Bequemlichkeit und Behaglichkeit bedeutet. Die Beziehung zum neuen Herd ist ohne weiteres gegeben. Zur Zeit des offenen Herdes hatte der Nachtwächter noch seine ganz besondere Bedeutung in bezug auf Feuersgefahr. Es ging deshalb ein Nachtwächter von 10 bis 1 Uhr durch die Stadt und ein zweiter von 1 bis 4 Uhr. Sie bliesen jede Stunde an und zeigten damit, daß sie auf dem Posten waren. Ihr Kupferhorn war zugleich Feuerhorn. Wir erinnern uns aus unserer Kinderzeit gut an das Blasen des Nachtwächtere auf dem Horne. Später nahmen die Nachtwächter zwar das Horn noch mit als Feuerhorn, bliesen aber die Stunden auf einer Trillerpfeife. Auch daran können wir uns noch gut erinnern. Joseph Schmelser, Cochem Vom Bücherlisch „Winckelmann“—„Das Verhängnis“ Unvollendeter Roman von Gerhart Hauptmann, vollendet und herausgegeben von Frank Thiess. 319 Seiten. Ganzleinen 12.00 DMC Bertelsmann Verlag, Gütersloh. Der Künder griechischer Schönheit für die Welt und Wiederentdecker der Antike für sein deutsches Vaterland, Johann Joachim Winckelmann, war eine geistige Macht, die bis in unsere Tage ihr Licht streut. Dleser Schustersohn aus Stendal, der als genialer Altertumsforscher zu höchsten Ehren aufstieg bis das Schicksal zuschlug, ist schon seinen 7eitgenossen eine zwiegesichtige, ja zwielichtige Personichkeit gewesen. Winckelmanns geheimnisvoller gewaltsamer Tod konnte in zwei Jahrhunderten nicht geklärt werden.— Auch Gerhart Hauptmann hat noch in den letzten Lebensjahren mit dem gewaltigen Stoff gerunger und ihn als Dichter seherisch durchleuchtet. In einem Fragment gebliebenen Roman hat er die Tragôdie dieses„wiedergeborenen Griechen“ aus ihren letzten seelischen Gründen zu verstehen und ihren Sinn zu deuten versucht. Johann Joachim Winckelmann lebt sich in Rom als gläubiger Christ in die abgründige Welt längst toter Götter und dämonischer Gelster hinein und verfällt als Künstler, Sammler und Forscher dem Zauber einer heidnischen Urwelt, die in ihm zu seltsamem Leben wiedererwacht. Er wird schließlich das Opfer seiner geheimen Angst, bis es für den einstigen Pletisten und späteren Katholiken aus dem tragischen Konflikt keinen Ausweg mehr gibt. Nach unsellgen Reiseplänen stirbt Winckelmann am 8 Juni 1768 in einer Schänke in Triest durch Mörderhand. Es ist jenes rätselvolle Schicksal, das Hauptmann in gewaltigen Kapiteln enthüllt, soweit es die Dichtung zulaßt. Frank Thiess hat jetzt diesen grandiosen Torso Hauptmanns rekonstruiert und vollendet. Im äußeren Ablauf der Ereignisse erstehen jene glücklichen Jahre der Kunstbegeisterung In Rom, als deren unmittelbares Nachwirken der deutsche Klassizismus in die Gelstesgeschichte eingegangen ist. In seiner psychologischen Abgründigkeit beschwört der Roman die Tragödie einen Genies und wird damit zum Kunstwerk, das zeitlos in unsere Gegenwart hineinragt. Es zeigt uns Gerhart Hauptmann, dessen Bühnenwerke die Welt eroberten, noch einmal als den großen Epiker auf einem bisher ungeahnten Gipfel seines Schaffene. Manövei in Huacosta/ Von Richard Schweitzer „Es gibt gar keinen Zweifel mehr“, sagte Oberst Concha,„die Arostaner rüsten zum Krieg gegen uns. Das haben unsere Spione eindeutig festgestellt.“ General Juan Presto, der Diktator von Guacosta, tupfte sich den Schweiß von der Stirn.„Das ist ja eine kolossale Schweinerei.“ „Aber Sie echen“, deutete Oberst Concha an,„daß sich unser Nachrichtendienst bewährt. Sie waren immer dagegen, Spione anzustellen. „Schon gut, schon gut“, winkte der Diktator ab.„Aber was machen wir gegen die drohende Kriegsgefahr? Wenn die Arostaner losschlagen, sind wir erledigt. Wir mit unseren tausend Soldaten und zehn Panzern Der Oberst zuckte mit den Schultern. „Ganz richtig. Die Arostaner sind mit zwanzigtausend Mann und 500 Panzern an der Grenze aufmarschiert. Natürlich dementieren sie jede Kriegsabsicht. Da lachen ja die Hühner.“ „Mir ist gar nicht zum Lachen zumute.“ Der Diktator trat an die Landkarte.„Im Süden an der arostanischen Grenze haben wir überhaupt keine Befestigungen. Alles Steppe. Für den Gegner wird der Feldzug ein Spaziergang.“ „Vielleicht können wir ihn beeindrucken, wenn wir ein Manöver abhalten“, dachte Bunte Welt Ohrwurm ließ Schiffe stranden Kopenhagen.— Zwischen den dänischen Inseln Falster und Moen erlosch in einer Sturmnacht plötzlich das Leuchtfeuer. Dadurch strandeten vier Motorschoner, von denen drei sanken. Ein Öhrwurm war in die Brennerdüse der mit Azetylengas betriebenen Lampe geraten. Das Gas konnte nicht mehr ausströmen, und das Licht erlosch. (cep) Maus als Sprungbrett Davenport.— Der Schlagersänger Bill Hampton aus Davenport(USA) hatte seiner Frau aus Spaß eine künstliche Maus ins Bett gelegt. Mrs. Hampton sprang vor Schreck aus dem Fenster des im ersten Stock gelegenen Schlafzimmers. Ihr Mann sprang kurzentschlossen hinterher. Beide landeten mit verschiedenartigen Knochenbrüchen im Krankenhaus.(cep) Vergebliche Liebesmüh' Genua.— In Genua wurde ein Betrüger, der flüchtig ist, in Abwesenheit zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. In zwei Tageszeitungen wurde das Urteil veröffentlicht, das mit der Aufforderung schließt:„Der Verurteilte kann eine Abschrift des Urteils werktags zwischen 9 und 16 Uhr im Sekretarlat des Gerichts abholen.“(cep) Ganz nettes Hausfrauengehalt! New York.— Amerikanische Statistiker rechneten aus, welchen Wert die Arbeit einer amerikanischen Hausfrau für ihren Mann hat. Danach müßte der Herr des Hauses umgerechnet 1104 DM im Monat ausgeben, wenn er alle Arbeiten, die seine Frau verrichtet, durch bezahlte Fachangestellte ausführen lassen würde.(cep) Vortelle des Fernsehens London.— Ein Londoner Großgaragenbesitzer erklärte, er habe sich erst durch die Erfindung des Fernsehens und die Anschaffung eines eigenen Empfängers eine wirkliche Bildung erwerben können.„Immer wenn sich meine Familie am Abend um den Empfänger versammelt, ziehe ich mich in mein Büro zurück und lese ein wertvolles Buch.“(cep) Oberst Concha laut nach.„Was halten Sie davon? Wir veranstalten es an der arostanischen Grenze; das Gelände ist ideal. Natürlich müssen unsere Soldaten scharf schießen— auch unsere Kanone. Damit der Feind sieht, daß wir nicht ganz wehrlos sind.“ „Nein!“ Juan Presto schüttelte heftig den Kopf.„Wenn eine Granate oder Gewehrkugel zufällig über die Grenze fliegt, dann haben wir den Schlamassel. Und Arosta hat seinen Kriegsgrund. Das können wir uns nicht erlauben.“ „Die Gefahr könnte man abwenden“, widersprach Oberst Concha.„Wir lassen unsere Truppen nicht der Grenze entgegen, sondern von Süden nach Norden manövern. Hauptsache ist ja, daß die Arostaner uns überhaupt kampfbereit sehen.“ Da gab der Diktator nach.„Schön“, sagte er,„machen Sie was Sie wollen. Aber Sie haften mit Ihrem Kopf dafür, daß alles gut geht.“ Oberst Concha verstand sein Geschäft. Mit viel propagandistischem Aufwand bereitete er das Manöver vor. Den Berichten nach, die er in der Presse erscheinen ließ, mußte Guacosta mindestens zwei Millionen Soldaten haben. Die Grenzwachen wurden verstärkt. Die Truppe wurde mit sechs der zehn scharfen Granaten ausgerüstet, die Guacosta von den USA erhalten hatte. 34 Nationen entsandten Beobachter zu dem Manöver. Am 5. April, morgens um 4 Uhr, sollte das„Unternehmen X“ beginnen. General Juan Presto hatte die Führung der Truppe seinem bewährtesten Taktiker, dem Hauptfeldwebel Alamanga, überlassen, der als einziger in der Wehrmacht richtig mit dem Marschkompaß umzugehen verstand. Der Diktator und sein Stab vensammelten sich in einem Gefechtsbunker, 50 Kilometer von der Grenze entfernt. Dieser Bunker war das Ziel des Manövers. Wenn die Truppe ihn angegriffen und„erobert“ haben würde, sollte der Große Zapfenstreich geblasen werden. Es war eine Minute vor vier. General Juan Presto stand am Scherenfernrohr und beobachtete durch einen Sehschlitz die wüste Steppenlandschaft. Noch war im Süden nichts zu sehen. Die Kanone war gut getarnt. Ein Meldereiter traf ein.„Hauptfeldwebel läßt melden, daß alles bereit ist“, meldete er.„Wenn vorne eine Leuchtkugel aufsteigt, beginnt der Kampf.“ „Reiten Sie sofort zurück“, befahl der General.„Und sagen Sie dem Hauptfeldwebel: die Kompanie, die zuerst hier am Bunker ist, bekommt geschlossen vier Wochen Urlaub!“ Der Reiter grüßte und brauste davon. Im gleichen Augenblick donnerte die Kanone los. „Hoffentlich schießen die Idioten nicht auf unseren Bunker“, murmelte der Diktator, aber seine Befürchtungen waren grundlos. Die Granaten sausten irgendwo in der Ferne durch die Luft. Gespannt wartete der Generalstab die weitere Entwicklung der Dinge ab.„Geben Sie schon mal die Kiste mit den Orden her“, befahl Juan Presto seinem Adjutanten,„damit ich die Sieger dekorieren kann.“ Oberst Concha sah nervös auf die Armbanduhr.„Die Voraustruppen müßten schon zu sehen sein. Haben sich die Burschen etwa verfranzt?“ Da kam der Meldereiter atemlos zurück. Er war schreckensbleich.„Mein General“, stammelte er,„Entsetzliches ist geschehen! Der Kompaß des Hauptfeldwebels funktionierte nicht, und nun sind unsere Truppen versehentlich über die Grenze marschiert und in Arosta eingedrungen! Dort ist schon die schönste Schlacht im Gange!“ Oberst Concha und zwei Majore fielen umgehend in Öhnmacht. Generalleutnant Pronto schluckte zwei Ampullen„E 605“. General Juan Presto hielt sich nur mit Mühe aufrecht.„Um Gottes willen“, stammelte er,„das ist unser Endel Reiten Sie sofort zurück und befehlen Sie dem Hauptfeldwebel, er möge den Kampf einstellen und kapitulieren. Und sagen Sie den Arostanern, ich entschuldige mich förmlich und bin zu jedem Schadenersatz bereit. Das ist das einzige, was uns noch retten kann!“ Der Reiter grüßte männlich, schwang sich auf sein Pferd und brauste davon. Der Diktator wandte sich an die Überlebenden seines Stabes.„Meine Herren“, flüsterte er mit rauher Stimme,„ich stelle es jedem frei, sich entweder das Leben zu nehmen oder sich in die Hand des Feindes zu begeben. Ich bleibe hier und verteidige mich selbst bis zum letzten Atemzug, falls es nötig sein sollte“ Furchtbare Minuten vergingen. Die Offiziere warteten auf die einmarschierenden Arostaner. Aber sie kamen nicht, und Juan Presto begann schon zu hoffen, daß der Feind von einer Besetzung des Landes absehen werde. Dann endlich kam der Meldereiter zurück. Der Diktator rannte ihm entgegen. „Was ist? Haben Sie Hauptfeldwebel Alamanga meinen Befehl weitergegeben?“ Todernst schüttelte der Melder den Kopf.„Nein, mein General. Es war mir unmöglich, glauben Sie mir!“ Juan Presto erstarrte.„Warum denn nicht, Sie Hornochse?“ „Weil unsere Truppen inzwischen den Feind geschlagen haben“, sagte der Melder stolz. „Arosta ist zu zwei Drittel besetzt, und der Hauptfeldwebel nahm gerade dem kapitulierenden feindlichen Heerführer den Degen ab, als ich eintraf. Da konnte ich doch nicht mit diesem seltsamen Befehl dazwischenprasseln „Ich falle um!“ stöhnte der Diktator. „Lieber nicht“, meinte der Melder grinsend.„Der Hauptfeldwebel läßt Sie bitten, zur Siegerparade in die arostanische Hauptstadt zu kommen.“ NEUES GLUCK IN ALTER WIEGE. HOLZSCHNITT VON RUDOLF WARNECKE Ange und ihi omplex /. Von Wolfgang Comeel Wie jede Frau entwickelte Inge ihren Komplex vor dem Spiegel. Es begann an einem grauen, kühlen Vorfrühlingsmorgen. Peter lag noch im Bett und bemühte wich, aufzuwachen. Inge stand im Badezimmer und kämmte sich. Ein wenig verträumt fuhr sie sich mit dem Kamm durch das lange blonde Haar und trällerte dabei das Lied von der Annelisse. Plötzlich erstarrte ihr Arm in der Bewegung. Ihr Gesicht wurde hart und gespannt, sie trat näher an den Spiegel heran. Tatsächlich, es war keine Täuschung gewesen: In Inges Augenwinkeln zeigten sich die ersten zarten Fältchen. Es war der jungen Frau, als senke sich ein dunkler Mantel aus Müdigkeit und Trauer über sie.„Ich werde alt“, dachte sie, und nichts als„Ich werde alt...“ Mit den Fingerspitzen versuchte sie die Fältchen glattzuziehen, aber das nützte natürlich nichts. Inge spürte, wie ihr die Augen heiß wurden. „Morgen, Ingelein!“ Etwas verschlafen, aber lachend und guter Laune kam Peter ins Badezimmer. Er warf den Morgenmantel ab und stellte sich unter die Dusche. Inge hörte das Rauschen des Wassers, und sie kämmte sich langsam und mechanisch weiter. „Du bist so still, Liebling!“ rief Peter und prustete.„Fehlt dir was?“ „Nichts. Was soll schon sein? Ich überlegte nur.“ „Was überlegtest du?“ „Nichts Besonderes. Was möchtest du denn heute abend essen?“ „Mal nachdenken. Weiß noch nicht.“ Peter trat unter der Dusche hervor und Das gute Angedenken/ Von Robert C. Grille „Machen Sie sich keine Sorgen mehr“, sagte Klaus Bergmann.„Es ist ja alles vorüber.“ Mitleidig sah er auf die Frau hinab, die wie zu Tode erschöpft mit geschlossenen Augen in ihrem Lehnstuhl saß. „Diese Fragen, diese entsetzlichen Fragen“, murmelte sie.„Mein Mann ist tot; was wollen denn die Leute noch von mir?“ Bergmann wußte nicht recht, wie er Lydia Hartung die Sache klarmachen sollte. „Ja, Werner ist tot“, sagte er.„aber immerhin war es doch ein recht merkwürdiger Unglücksfall. Und es geht um die Versicherungssumme; in solchen Dingen sind die Leute eben sehr gewissenhaft.“ „Die Versicherung... Lydia nickte mûde.„Das ist das letzte, was mir Werner gelassen hat. Ich werde mich einigermaßen damit durchschlagen können. Wenig genug. Dafür hat er mein Leben zerstört.“ „Er war nicht so schlecht, wie manche vielleicht glauben“, widersprach Bergmann. „Schlecht?“ Die Frau zuckte mit den Schultern.„Gar nichts war er. Ein Trinker und Herumtreiber. Er war nicht mehr der Mann, den ich geliebt und geheiratet hatte. Er hat sich im Alkohol ersäuft, zurück blieb nichts als ein verkommener Trinker. Und dieser Mensch hatte mir einmal versprochen, daß er für mich in den Tod gehen könnte.“ Sie lachte bitter. „Haßten Sie ihn so?“ fragte Bergmann mit rauher Stimme. Lydia schüttelte müde den Kopf.„Ich hasse ihn nicht mehr. Ich bin nur froh. daß ich nicht mehr an ihn zu denken brauche. Vergessen will ich alles. Aber man läßt mich ja gar nicht zur Ruhe kommen. Diese ewige Fragerei...“ „Aber die muß doch sein“, betonte Bergmann noch einmal.„Man hat den Verdacht, daß Werner Selbstmord verübt Ruben könnte, und Sie wissen, daß den Bestimmungen nach die Versicherungssumme dann nicht ausgezahlt wird.“ „Selbstmord?“ Die Frau sah auf.„Ist das wahr? Wenn ich auch nur den geringsten Verdacht habe, daß da irgend etwas Unrechtes geschehen ist, dann rühre ich keinen Pfennig von dem Geld an. Lieber arbeite ich als Scheuerfrau.“ „Nein, nein“, widersprach Bergmann hastig.„Man mußte diese Möglichkeit nur prüfen. In Wahrheit kommt Selbstmord ja gar nicht in Frage.'Noch am Nachmittag, bevor Werner zu Tode stürzte, hat er sich mit mir für den nächsten Tag verabredet, und mit Geschäftsfreunden hat er telefonisch ähnliche Vereinbarungen getroffen. Das hat sich doch inzwischen herausgestellt. Natürlich hat er sich nicht umgebracht.“ „Dann ist ja alles in Ordnung“, sagte Lydia und lehnte den Kopf wieder zurück. Es schien kein Gefühl mehr in ihr zu sein. Bergmann erhob sich, um sich zu verabschieden.„Werner war mir ein guter Freund“, sagte er noch einmal.„Denken Sie nicht so schlecht von ihm.“ „Ich habe keinen Grund, gut von ihm zu denken, war die Antwort.“ Nachdenklich ging Bergmann fort. Ein Gasthausschild leuchtete inm entgegen: „Altdeutsche Stube“. Er trat in den Schankraum, der mit seinen einfachen Holzmöbeln und dem offenen Kaminfeuer einen anheimelnden Eindruck machte. Am Fenster saßen einige Gäste und spielten Skat. An der Theke unterhielten sich einige angeheiterte Männer über die letzten Fußballtoto- Ergebnisse. Bergmann setzte sich an den Kamin und bestellte ein Bier. Ihm war heiß, er brauchte Kühlung. Er zog den Brief aus der Tasche, den Werner ihm wenige Stunden vor seinem Tod geschrieben hatte. Und er las ihn zu zwanzigsten Male. „Lieber Klaus! Wenn Du diesen Brief erhältst, dann wirst Du schon wissen, daß mein Anruf gestern abend ein Trick gewesen ist. Wir werden uns nicht sehen, weil ich in wenigen Stunden tot sein werde. Genau so ist es mit allen den anderen„Verabredungen“ die ich getroffen habe. Ich bin jetzt so weit, daß nur noch mein Tod für Lydia etwas Gutes bedeuten kann. Ich habe ihr soviel Leid zugefügt. Keines meiner Versprechen habe ich eingehalten, aber eines will ich Wirklichkeit werden lassen: Ich will für Lydia sterben. Wenn es klappt, hat sie Geld genug, um ohne Sorgen leben zu können. Wenn nicht, dann habe ich auch mein letztes Spiel verloren. Bitte, hüte diesen Brief gut, Du weißt, welche Bedeutung er haben kann. Viel später, wenn alles vorbei ist, kannst Du ihn Lydia ja einmal zeigen. Ich möchte doch so gern, daß sie mich in guter Erinnerung behält. Dein Freund Werner.“ Klaus Bergmann senkte den Kopf und grübelte. Lydia war eine grundehrliche Frau. Wenn sie etwas von Werners Selbstmord erführe, dann würde sie das Geld tatsächlich nicht anrühren. Auch später nicht, und wenn sie es der Versicherungsgesellschaft zurückzahlen sollte! Bergmann kannte Lydia gut, er wußte das ganz sicher. Aber Werners letzter Wunsch? Niemals würde die Frau gut von ihm denken, wenn alles geheim bliebe. Welch eine Situation! Gutes Angedenken oder das Geld. Beldes zusammen war unmöglich. Ein Betrunkener trat von hinten an Bergmann heran.„Na, alter Knabe, brütest du über'm Kreuzworträtsel? Findest wohl die Lösung nicht?“ Bergmann erhob sich, zerknüllte den Brief, öffnete die Ofenklappe und warf ihn in die Glut. Das Papier flammte hell auf.„Doch, das ist die Lösung“, sagte er. Und er schüttelte den Kopf und flüsterte „Armer Werner— tut mir schrecklich leid.“ bearbeitete sich mit dem Handtuch. Inge beobachtete ihn im Spiegel. Wie jung er war una so kräftig und lebensfroh.„Ob er schon gemerkt hat, daß ich alt werde?“ dachte Inge.„Es kann ihm doch nicht verborgen bleiben. Eines Tages ist es so weit, dann fällt ihm ein, daß es jüngere und schönere Frauen gibt, und ich...“ Plötzlich weinte Inge, und sie wandte sich ab. Peter trat an sie heran und legte ihr die Hände auf die Schultern.„Um Gottes Willen, Kleines— was ist denn?“ „Nichts, Peterle. Nur Kopfschmerzen. Wird schon vorübergehen.“ Von diesem Tage an pflegte Inge ihren Komplex. Sie bildete sich ernsthaf ein, alt zu werden, sie machte sich die dümmsten Gedanken. Plötzlich erschien es ihr, als sei Peter in letzter Zeit besonders nett zu ihr. Er brachte ihr so häufig Blumen und Schokolade mit. War nicht sein ganzes Benehmen nervös und irgendwie unehrlich? Es kam vor, daß er geistesabwesend eine Frage nicht beantwortete oder sich nachts in schweren Träumen wälzte.„Es mußte ja so kommen“, dachte Inge nur. „Vielleicht betrügt er mich schon. Natürlich, ich alte Gans kann ihn ja nicht mehr fesseln.“ Eine merkwürdige gespannte Atmosphäre verbreitete sich in dem bisher so friedlichen Heim. Jeder versuchte freundlich zu dem anderen zu sein, aber zwischendurch fielen manchmal ganz unvermittelt heftige, böse Worte. Inge benutzte heimlich Hormonkremes, sie massierte ihr Gesicht und schwitzte unter Schönheitsmasken. Es half nur wenig. Zeitweise kam es vor, daß sie sich eine Närrin schalt und sich einzureden versuchte, es sei ja alles nur Einbildung und Unsinn, aber dann sah sie wieder, wie sehr sich auch Peter verwandelt hatte, und die Verzweiflung fiel wieder über sie her. Sie beobachtete, daß Peter sie manchmal lange und prüfend ansah. Dann war ihr jedesmal zum Heulen zumute. Alles drängte einer Aussprache entgegen, aber das gerade war es, was Inge fürchtete. Wenn sie einmal einen Ansatz dazu wagte, schwenkte sie schon mit den ersten Worten das Gespräch auf ein anderes Gebiet hinüber. Peter schien es genau so zu ergehen. Es war wie ein geheimes Einverständnis zwischen den beiden, über das nicht zu sprechen, was sie am meisten bedrückte. Eines Abends aber faßte sich Inge ein Herz. Sie hielt es einfach nicht länger aus. Peter hatte wieder einmal eine Antwort gegeben, die gar nicht zu der Frage paßte. „Peter“, sagte sie erregt,„was ist eigentlich mit dir? Du bist so— so anders in letzter Zeit.“ „Du auch“, sagte Peter traurig und faltete die Zeitung zusammen. Jetzt gab es kein Zurück mehr.„Warum? Was ist mit dir?“ fuhr es hart aus Inge heraus.„Magst du...“, sie schluckte... „magst du mich nicht mehr leiden?“ „Aber, Kleines!“ Peter schüttelte verzweifelt den Kopf.„Wie kommst du auf diese Idee! Im Gegenteil! Aber du— du siehst mich seit einiger Zeit mit anderen Augen. Und ich weiß auch, warum!“ Jetzt wurde Inge ein wenig verwirrt. „Ich verstehe nicht.“ „Natürlich, du Gutes.“ Peter trat hinter ihren Stuhl und strich ihr übers Haar. „Du willst es nur nicht sagen. Aber nun haben wir einmal davon angefangen, jetzt laß mich sprechen. Es begann vor einiger Zeit— na, du weißt doch— damals, als du im Badezimmer plötzlich weintest. Das mit den Kopfschmerzen habe ich dir natürlich nicht geglaubt. Ich bin nachdenklich geworden und habe mich gefragt, warum denn meine kleine Frau solch einen Kummer haben könnte. Und nachher, beim Rasieren, da habe ich es herausgefunden.“ „Was denn?“ Inge sperrte den Mund auf und vergaß, ihn wieder zu schließen. „Ich sah plötzlich, daß ich eine Glatze bekomme“, stöhnte Peter.„Und da wurde mir alles klar. Du bist so jung und strahlend schön, und ich werde ein richtiger alter Spießer mit Glatze und Bäuchlein. So einen Kerl kannst du ja gar nicht mehr so lieb haben. Mit einem Male bekam ich Angst, ich könnte dir fremd werden, Ingelein. O, wie scheußlich war mir zumute, du wurdest nur immer nervöser und...“ Er unterbrach sich.„Inge— nicht weinen... Ich wollte nicht...“ „Ich weine ja gar nicht!“ rief Inge und sie lachte und lachte und lachte, und die Tränen liefen ihr dabei über beide Wangen. Es schien, als sei sie noch nie in ihrem Leben so glücklich gewesen. Zwecklose Vorsorge Paris.— Eine Mutter pflegte in Paris ihren 12jährigen Jungen zur Schule zu bringen, damit er nicht den Gefahren des Straßenverkehrs ausgesetzt sei. Vor einigen Tagen erhielt sie einen Brief der Schulleitung, in dem das häufige Fehlen ihres Jungen gerügt wurde. Der kleine Pierre verließ, wie sich nun herausstellte, oft die Schule wieder durch eine andere Tür, um sich als Eilbotenfahrer ein Taschengeld zu verdienen.(cep) Blinde spielen Fußball Buenos Aires.— In einer Blindenanstalt in Buenos Aires wurde das Fußballspiel eingeführt. Man hat einen Fußball konstruiert, der mit Glöckchen versehen ist und dadurch immer akustisch seinen Stand anzeigt. Die Spieler orientieren sich gegenseitig durch Zurufen ihres Namens. Karambolagen sind dabei natürlich nicht immer zu vermeiden, aber die Blinden haben trotzdem ihren Spaß an dem Fußballspiel.(cep) Mit Vollgas ins Kino Neapel.— Signorina Fatara, die gerade ihren Führerschein erworben hatte, lud ihre Verwandten zu einem Kinobesuch ein. Statt zu bremsen, gab sie kurz vor dem Kino Gas, verlor die Gewalt über ihren Wagen und fuhr mit Vollgas durch die Eingangshalle in den Zuschauerraum. Direkt neben der Loge, die sie vorbestellt hatte, brachte sie den Wagen zum Stehen. Der Eintrittspreis erhöhte sich dadurch um ein Vielfaches. daß es in Italien noch keine Auto-Kinos gibt.(cep) „Hände weg!“ Florenz.— Ein Obsthändler hat ein Schild mit folgender Aufschrift an seinem Karren angebracht:„Apfelsinen nach Ihrer Wahl 60 Lire das Stück. Nach meiner Wahl 50 Lire pro Stück.“ Stinktier Appomatox.— Ein Stinktier wurde von einem Unbekannten durch das offene Fenster einer Textilfabrik in Appomatox(USA) geworfen. Das Stinktier verstänkerte den größten Teil der gelagerten Stoffe. Sie können nicht mehr verwendet werden. Die Firma hat 3000 Mark Belohnung demjenigen geboten, der den Täter benennt. „Das gibt es nur in Texas“ New York.— In der„Texas-Post“ teilte Professor Mahaffi mit, daß er den Urahn der Familien Schmidt und Smith festgestellt habe. Bisher stritt man sich darum, ob dieser Schmidt oder Smith geheißen habe. Der Gelehrte berichtet nun mit Genugtuung, daß der Urahn der umfangreichen Familie im 20. Jahr der Regierungszeit von Ptolemäus III. in Agypten als Bierbrauer lebte und sich bereits damals Smith schrieb.(eep) Mit 25 Jahren„Reichsprimaner“ Der Vertreter von Soest-Hamm in der Deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt im Jahre 1848 Wie für alle Volksvertretungen unserer Zeit, so war auch für die erste gesamtdeutsche Volksvertretung, die im Jahre 1848 in Frankfurt am Main, der alten Stadt der Kaiserwahlen und Kaiserkrönungen, in der Paulskirche zusammentrat, ein Mindestalter für die Wählbarkeit festgesetzt, und zwar die Vollendung des 25. Lebensjahres. Die meisten nach Frankfurt entsandten Abgeordneten waren indessen beträchtlich älter, hatten im allgemeinen das sprichwörtliche„Schwabenalter" schon erreicht, und so erregte es von vornherein nicht geringes Aufsehen, daß ein westfälischer Abgeordneter gerade 25 Jahre alt geworden war: Julius Östendorf aus Soest. Da dieser zudem von Beruf Schulamtskandidat— nach heutiger Bezeichnung„Studienassessor“— war, so dauerte es nicht lange, bis er in der Paulskirche allgemein als der„Reichsprimaner" bekannt war. Julius Östendorf war ein Sohn der Stadt Soest. In der alten„heimlichen Hauptstadt Westfalens“ wurde er am 2. April 1823 als Sohn des damaligen Pastors der St.-PetriGemeinde geboren und hatte sich nach dem Besuch des Soester Archigymnasiums dem Studium der Philologie gewidmet. Im Jahre 1848 aber erschien er zahlreichen seiner Landsleute als der geeignete Mann, sie in der Deutschen Nationalversammlung zu vertreten. Mit 75 von 148 Stimmen gewählt Da in diese Volksvertretung für je 50 000 Einwohner ein Abgeordneter zu entsenden war, entfielen auf die Provinz Westfalen zwanzig Abgeordnete. Julius Ostendorf wurde im 11. westfälischen Wahlkreis gewählt, der den Kreis Soest und aus dem damaligen Kreis Hamm die Städte Hamm, Unna und Kamen sowie die Ämter Pelkum und Rhynern umfaßte, während der übrige Teil des heutigen Kreises Unna mit dem Kreis Iserlohn verbunden war. Die Wahl erfolgte nicht unmittelbar, sondern die „Urwähler“, d. h. die wahlberechtigten Einwohner, wählten zunächst in ihren Gemeinden„Wahlmänner“ und erst diese den Abgeordneten, und Julius Östendorf erhielt die knappste Mehrheit, die möglich war, nämlich 75 von 148 Stimmen. In einem„Wahlaufruf an die Wahlmännei wurde er in folgender Weise gekennzeichnet und empfohlen: „Zwar noch jung, hat derselbe doch durch eifriges Studium sich eine Einsicht in das Wesen der Verfassung überhaupt und insbesondere der deutschen Verfassung und eine Um- und Übersicht erworben, welche ihn befähigen, über jede in Frankfurt zur Entscheidung kommende Frage das richtige Urteil abzugeben. Zugleich besitzt er eine Ruhe und Besonnenheit, wie man sie selbst bei älteren Männern oft vergeblich suchen würde. Was ihn aber vor allem empflehlt, ist seine Rednergabe, die er in mehreren Volksversammlungen aufs glänzendste geoffenhart hat, und der parlamentarische Takt, wodurch er solche Versammlungen zu fesseln und zu leiten versteht.“ Übrigens war Östendorf in Frankfurt keineswegs der jüngste Abgeordnete, sondern da waren noch der 24jährige Dr. Stremayr(Graz) und der 23jährige Prediger Franz Schmidt(Löwenberg), für die der Wahlprüfungsausschuß der Nationalversammlung erwirkte, daß eine Ausnahme von dem festgelegten Mindestalter von 25 Jahren gemacht wurde. In der Paulskirche gehörte Julius Östendorf dem„linken Zentrum“ an, wobei zu bemerken ist, daß diese Bezeichnung auf Grund der Platzverteilung aufgekommen ist. Er war überzeugter„Erbkaiserlicher“ und wollte den König von Preußen an die Spitze Deutschlands gestellt sehen, aber Preußen sollte sich dabel in seine Provinzen auflösen, wie er im Dezember 1848 in einem Bericht an seine Wähler schrieb: Das Verhältnis Preußen— Deutschland „Ein zentralisiertes Preußen kann nie an Deutschlands Spitze— wenigstens nicht auf die Dauer— stehen. Das wäre eine Hegemonie der schlimmsten Art; damit würde ein ewiger Zwiespalt in Deutschland und bald auch Bürgerkrieg, Revolution und Republik sein. Preußen muß, um seinen weltgeschichtlichen Beruf zu erfüllen, um Deutschland in den Kreis seiner Politik und seines staatlichen Lebens hineinzuziehen, auch wirklich in Deutschland aufgehen. Eine besondere gesetzgebende Versammlung für Preußen, ein besonderes vollständiges Ministerium in Berlin wird daher auf die Dauer nicht stattfinden dürfen. Die preußischen Provinzen werden vielmehr für ihre provinziellen Angelegenheiten auch getrennte Vertretungen und Verwaltungen haben und in allgemeinen Beziehungen zwar nicht von Frankfurt— hier wird der Sitz der Reichsgewalt schwerlich bleiben—, wohl aber vielleicht von Erfurt aus ihre Gesetze erhalten und regiert werden müssen, wenn auch in Berlin immerhin ein Ausschuß der einzelnen Provinzialvertretungen und ein eigenes Ministerium zur Regelung und Beaufsichtigung der finanziellen und dergleichen Angelegenheiten bleiben mag. Daß eine solche vollständige Umgestaltung aller Verhältnisse nicht auf einmal eintreten kann, weiß ich recht gut. Aber eintreten muß sie allmählich— das ist die Meinung aller wahrhaft einsichtigen und zugleich wahrhaft deutschgesinnten Staatsmänner... Die preußischen Provinzen haben jetzt die große Aufgabe und heilige Pflicht, alles zu tun, um eine gefährliche Zentralisation Preußens zu verhindern.“ Es würde zu weit führen, hier im einzelnen auf das Wirken Ostendorfs in Frankfurt einzugehen; bemerkenswert ist aber, daß er die Verbindung mit seinen Wählern stets pflegte, indem er im„Wochenblatt für die Stadt und den Kreis Hamm“(dem späteren„Westfälischen Anzeiger“) und in den übrigen Zeitungen seines Wahlkreises regelmäßig„Tätigkeitsberichte“ veröffentlichte, die den Lesern tiefen Einblick in die Parlamentsarbeit gaben. Die Östendorf-Schule in Lippstadt Daß die politische Bewegung der Jahre 1848/49 ein„Ende ohne Ausgang“ war— wie es Landesarchivrat Dr. Wilhelm Schulte-Ahlen in seinem umfassenden Werk„Volk und Staat“(1954) bezeichnet—, ist aus der allgemeinen Geschichte bekannt. Nach seiner Frankfurter Tätigkeit widmete daher Julius Östendorf sich völlig der Jugenderziehung, und da fand er in der westfälischen Heimat eine große Aufgabe, die er erfolgreich löste. Nachdem er in Frankfurt leidenschaftlicher Vorkämpfer für ein modernes Schulideal gewesen war, wurde er 1850 mit der Leitung der nur dreiklassigen Höheren Stadtschule in Lippstadt betraut, die er dann zu einer modernen Oberrealschule ausbaute, die als „Östendorf-Schule“ heute das Andenken an ihren Schöpfer wachhält. Wie sehr er in seinem pädagogischen Wirken den Zeitgenossen voraus war, zeigt sich u. a. darin, daß noch 1867 seine Lippstädter Schule als einzige in Westfalen eine wirkliche Turnhalle hatte, obwohl schon fünfundzwanzig Jahre vorher, 1842, das Turnen wieder gestattet worden war, nachdem es durch die Karlsbader Beschlüsse der deutschen Regierungen(1819) verboten worden war. Damit nicht genug, führte er bei seinen Schülern auch Wassersport und Schlittschuhlaufen ein, unternahm überdies mit seinen Schülern Wanderfahrten, die sogar über die Alpen, nach Norditalien führten— alles Dinge, die man vielfach als Errungenschaften unserer gegenwärtigen Zeit anzusprechen pflegt. Bis 1872 leitete Julius Ostendorf seine Lippstädter Schöpfung, dann verlegte er seinen Wohnsitz nach Düsseldorf, wo er am 31. August 1877 gestorben ist. Seine letzte Ruhestätte aber fand er in Lippstadt, wo ihm auch 1879 vor dem Schulgebäude ein Denkmal errichtet wurde. fjw Die Burg Steinfurt Die Burg oder das Schloß Steinfurt ist vielleicht die älteste unter den Wasserburgen Westfalens. Sie wurde 1164 durch Rudolf II. von Stenvorde(1155—93) erbaut, nachdem durch Anlage einer Wassermühle das Wasser der Aa aufgestaut und dann zum Teil in zwei ausgegrabene Seitenarme abgeleitet worden war. Dadurch waren zwei künstliche Inseln entstanden, der Ober- und der Unterplatz. Auf dem Oberplatz wurde die eigentliche Burg— eine der drei westfälischen Rundburgen— errichtet und mit Mauer und Wall umgeben. Der Unterplatz enthielt die Vorburg mit den Stallungen sowie zwei Burgmannshöfe. Von der älteren Burg sind der Rittersaal und die Kapelle noch erhalten. Die Ansiedlung rings um die Burg erhielt 1347 Stadtrechte. Sie führt den Namen„Burgsteinfurt“, während der Landkreis den Namen„Steinfurt“ trägt. Kiebitzschwärme im Lippetal Beobachtungen auf Wanderungen— Sommergäste aus Östeuropa Der Kaplan ging durchs Dorf Augustin Wibbelt erzählt ein Erlebnis aus dem Münsterland Der münsterländische Dichter und Mundartschriftsteller Pfarrer Dr. Augustin Wibbelt(geboren am 19. September 1862 in Vorhelm, gestorben dort am 14. September 1947), erzählt im dritten Teil seines Werkes„DrükeMöhne“(Verlag Fredebaul& Koenen, Essen) folgendes kleine Erlebnis in einem Dorf des Münsterlandes: De Kaplaon gonk de Duorpstraot lanks. Do kamm Theröken em entgiegen un bummelde von eene Siet nao de annere; denn et was Naomdag. „Theröken“, sagg de Kaplaon,„nu häste mi so vaken verspruoken, du wullst dat Drinken laoten—“ mmmmmn Als Belgrad fiel ..bauten die Mönche zu Marienmünster (Kreis Höxter) einen neuen sogenannten Reisestall. Das ergibt sich aus einer Inschrift, die noch heute erhalten ist. Im Giebel liest man nämlich unter einer(jetzt leeren) Nische die Worte:„LV— na orlente beLgraDI tibI SVbIICIente.“ Diese Inschrift ist ein sogenanntes Chronostichon, d. h. in den Worten sind die großen Buchstaben zugleich römische Zahlzeichen. Sie ergeben die Jahreszabl 1717. Das Wort„tibi“ kann sich nur auf Maria, die Klosterpatronin beziehen, deren Standbild in der Nische angebracht war. Danach ergibt sich als Übersetzung der Inschrift:„Als Belgrads Halbmond sich dir(d. h. der Gottesmutter) unterwarf“, und es ist zu ergänzen: „entstand dieser Bau“. So haben die Mönche die Eroberung Belgrads in den Türkenkriegen am 22. August 1717 als Zeitbestimmung für den Bau benutzt. „Häer Kaplaon, ganz laoten kann man dat nich. Ick will alls wetten, Se drinkt auk mankst en Kluck, besonners wenn't so heet is.“ „Wenn du weinigstens den Fuesel staohn laoten wullst, Theröken.“ „Staohen laoten, Häer Kaplaon? Ick denk mi, de Fuesel is eenmaol dor, un een mott en doch drinken. Uöwrigens, Se meint doch nich. dat ick besuoppen wöör?“ „Biste dann vlicht nöchtern? Du kannst jä nich es staohn up diene eegenen Föôt un bummelst jä so twiärs üöwer de Straot von eene Gauske nao de annere!“ Dao riskede Theröken sick.„Häer Kaplaon, bummeln? Nich gerade staohn? Dat willt Se mi vörhaollen? Nu will ick Ju wat seggen: Wenn Se so viell Fuesel in'n Liewe hädden äs ick, dann wullen wi von Bummeln gar nich mähr küern, dann läggen Se längst up'n Puckel in de Gauske.“ Weisheit der Soester Börde Wenn’t Biäen nit batt, dann't Flauken nit schad’t. Wao Bücksen sind, dao gelt’t keine Röcke. Wao Gott nit helpet un de Mist, dao flait op alle Biuernlist. Wenn de Biuer Glücke hiät, find't hai en Mist in'r Bücksen. Wer im September oder Anfang Oktober einmal durch die großen Wiesen im Lippetal gewandert ist, kennt die großen Kiebitzschwärme, die sich dann gelegentlich von den feuchteren Stellen erheben und mit lautem Geschrei einem anderen möglichst nassen Wiesengrund zustreben, der an Weichtieren und Würmern reich ist. Wenn dann noch ein stärkerer Wind das Gekreisch verzerrt und die schwarz-weißen Vögel wie Papierfetzen durch die Luft wirbelt, dann könnte man glauben, irgendwo an der Küste einen Schwarm Seevögel zu beobachten, deren Rufe oft ähnlich klingen. Auffallend ist, daß besonders Stare sich gern mit den Kiebitzen vergesellschaften, vielleicht weil sie bei der Nahrungssuche auf den feuchten Wiesen und Weiden im Lippetal fast die gleichen Ziele haben. Aber nicht nur vor dem herbstlichen Zug wirbeln die Kiebitze über dem Lippetal, sondern ebenso zur Brutzeit, allerdings meist in kleinerer Zahl, obwohl in versauerten Wiesen, die ihnen besonders zusagen, die Paare oft recht dicht nebeneinander brüten. In der letzten Zeit beobachtete man, daß der Kiebitz, der noch vor einigen Jahren zu den Vögeln gerechnet wurde, die im Laufe der weiteren Landeskultivierung aussterben würden, die Brutplätze nicht mehr auf feuchte Moor- und Flußwiesen beschränkt, die immer mehr verschwinden, sondern auch auf trokkenen Kunstwiesen— oft auf solchen, wo er vor der Kultivierung heimisch war—, wieder seßhaft wird. Diese Umstellung des Kiebitz in der Wahl des Brutplatzes wird u. a. auch vielerorts am Haarstrang beobachtet. Hinsichtlich seines Zuges ist der Kiebitz besonders bemerkenswert. Schon seit Jahren ist man durch zahlreiche Beringung in ganz Europa mit seinen Zuggewohnheiten vertraut. Obwohl durchschnittlich nur rund zwei Prozent aller beringten Kiebitze wieder gemeldet wurden, sind die Zugkarten dieser Vogelart mittlerweile schon recht vollkommen. So weiß man, daß das Ruhegebiet für die Kiebitze in den Wintermonaten nicht südlich der Sahara liegt. Die meisten verbringen die Wintermonate in Südfrankreich und auf der Pyrenäen-Halbinsel, ein kleinerer Teil auch in Italien. Aber sehr viele europäische Kiebitze wandern auch westwärts und ziehen über England nach Irland. Dieser normale Herbstzug aber hat längst nicht die Bedeutung, die die Vogelkundler dem Zwischenzug(dem„Frühsommerzug“) beimessen. Zwar nimmat nur ein geringer Teil der Kiebitze an diesem Zug teil, der meistens schon Mitte Mai beginnt, also vor Beendigung der Brut und der Aufzucht der Jungen. Deshalb kommen für diesen Zwischenzug nur Vögel in Frage, die entweder bei der Verteilung der Brutreviere nicht„unterkamen“ oder Weibchen, die keine Partner fanden oder als Jungvögel noch nicht genügend ausgereift waren. Im gesamten Raum zwischen dem Baltikum und Holland wird der Zwischenzug beobachtet. Nach einer kleineren Streubewegung in ungerichteter Form schlagen die Schwärme eine Hauptrichtung ein, und zwar nach Westen. So gelangen sie an ihr Zwischenziel, das auch im Brutgebiet anderer Kiebitze liegen kann. So ist es möglich, daß weiter östlich beheimatete Kiebitze bei uns das Zwischenziel erreichen. Hier werden sie spätestens im Juli seßhaft, meistens ir größeren Gesellschaften, sind aber dennoch selten von den heimischen Kiebitzen zu unterscheiden. Erst Anfang Oktober ist es meistens möglich, einheimische Brutvögel und Zwischenzügler zu unterscheiden. Für die heimischen Brutvögel ist nämlich dann der Zeitpunkt für den Wegzug ins Winterquartier gekommen, während die Zwischenzügler aus dem Östen noch nicht an Fortzug denken. Sie kann man im Lippetal gelegentlich bis tief in den Winter hinein beobachten, sofern der Winter frostfrei bleibt. Vor zwei Jahren weilten Kiebitzschwärme bis in den Januar hinein im Lippetal. Im Dezember 1927 wanderten z. B. bei einem plötzlichen Kälteeinbruch und starken östlichen Winden gewaltige Kiebitzschwärme nach England und Irland ab, wurden aber, da sie bei dem starken Wind vielfach das erstrebte Winterquartier überflogen, teils bis zu den Küsten Neufundlands und Labradors verdriftet. Es wurden etwa 500 Kiebitze, darunter ein beringter, an den Küsten Nordamerikas, wo es keine Kiebitze giot, tot oder halbtot wiedergefunden. W. St. Geseke hatte eigene Währung Schwerer und wertvoller als die Soester Münzen Ein großes Hindernis für die Entwicklung eines ausgedehnten Handelsverkehrs im Mittelalter war das Währungs-Durcheinander, mit dem die Kaufleute zu kämpfen hatten. Nicht nur die zahlreichen kleinen Staatsgebilde, die es z. B. auf westfälischem Boden gab, hatten jeweils ihre eigene Währung und ihre besonderen Münzen, sondern eine große Zahl von Städten war gleichfalls im Besitz des Münzrechts. So erklärt es sich, daß auch die Stadt Geseke im Mittelalter ihre eigene Währung hatte, die immer wieder neben der Soester und auch der Paderborner Währung in den Handelsbeziehungen begegnet. Grundlage dieser Währung war wie allgemein in deutschen Landen die„Mark“, aber nicht im Sinne unserer heutigen Münze, sondern als Gewicht. Man müßte daher genau sagen: die „Mark feinen Silbers“, wobei die Mark einem halben Pfund entsprach. Aber auch dieses Pfund hatte mit der heutigen Bezeichnung „Pfund“ nichts außer dem Namen gemeinsam, denn es hatte nur 467,62 Gramm, wie ja auch das heutige englische„Pfund“(lb.) nur 454 Gramm hat. Aus der Mark feinen Silbers(- ½ Pfund 233,81 Gramm) prägte man nun im 12. Jahrhundert in Geseke 12 Schillinge(auch Groschen genannt), deren jeder wieder 12 Denare amnmmmmmnmmmmmmmmn Miene Moder Et was kinn Platz in wiede Welt so wuollig ds mien Kinnernest; so waarm un week às diene Hand, o Moder, is kinn' annere west! De Engel süngen wunnerschön up’t Scheiperfeld bi Bethlehem, män leiwer hödrr ick, könn dat sien, noa eenmaoll, Moder, diene Stemm. Augustin Wibbelt(† 14. 9. 1947). (Pfennige) hatte. Der Wertunterschied gegenüber der Soester Währung war recht erheblich, denn an Soester Schillingen gingen 16 auf die Mark. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts tauchen im Geseker Stiftsgeblet hin und wieder auch fremde Münzen auf, und zwar„grossi Turonenses“, d. h. Groschen aus Tours(Frankreich); ein solcher Groschen hatte den Wert von 4 Denaren. Bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts hinein waren in der Geseker Gegend ausschließlich Silbermünzen in Umlauf; erst im Jahre 1442 werden Goldmünzen erwähnt, die sich aber infolge der zunehmenden Verschlechterung der Silbermünzen schnell einbürgerten. Im 16. Jahrhundert war dann in Geseke wie überall in Westfalen eine bunte Fülle fremder Goldund Silbermünzen in Umlauf, u. a. Kaufmannsgulden, Rosenobel, Dukaten, ferner Reichstaler(zu 36 Schilling), Joachims-, Königs- und Dicktaler, aber auch holländische Taler. Dieselbe Mannigfaltigkeit wie die Münzen zeigen indessen in jenen Jahrhunderten auch die Maße. Zur Vermeidung von Streitigkeiten ist deshalb in den Urkunden und bei den Abgaben-Regelungen stets genau angegeben, welches Maß und welche Münze zugrunde gelegt sind. So werden in den Geseker Stiftsurkunden neben den Geseker Maßen die Soester, Salzkottener und Lippstädter Maße hin und wieder angewandt. Das Geseker Maß war 1 Malt- 12 Mütt— 24 Scheffel. Daneben gab es noch als kleine Hohlmaße das Spind (-¼ Scheffel) und den Becher, auch Lopen genannt(- 1/° Scheffel). Das gebräuchliche Landmaß war der Morgen(— ¼ Rute); die Rute wurde auch„Gard“ genannt, und so finden sich auch die Bezeichnungen„Dreigard“,„Fünfgard“ und„Siebengard“. Für den Wert des Geldes erhalten wir einen guten Maßstab, wenn wir bedenken, daß im Geseker Gebiet der durchschnittliche Preis für eine„Manse“, also einen Bauernhof, sich je nach Größe und Bodenbeschaffenheit im 14. Jahrhundert auf 15 bis 25 Mark stellte, während einzelne Äcker im Vergleich dazu recht teuer bezahlt wurden, da diese von den Zehnt- und Vogtel-Abgaben frei waren; so berichtet uns z. B. eine Urkunde, daß fünf Morgen für fünf Mark verpfändet wurden. „Pfui, was a Dreckstadt!“ Ein fürstliches Urteil über die Stadt Paderborn aus dem 18. Jahrhundert Wohl selten dürfte ein Landesheir den ersten Eindruck, den er von seiner Hauptstadt gewann, in so abfälliger Weise bekundet haben wie Klemens August Herzog(d. h. Prinz) von Baiern, als er im Winter 1719/20 erstmals seine fürstbischöfliche Hauptstadt Paderborn sah. Wie überliefert ist, lautete sein Urteil ganz kurz und bündig:„Pfui, was a Dreckstadt!" Er begnügte sich indessen nicht mit diesem Ausruf, sondern war alsbald darauf bedacht, bessere Verhältnisse zu schaffen. Eigentlich war Klemens August ja nur gewissermaßen durch Zufall Fürstbischof von Paderborn geworden. Nachdem nämlich am 25. Dezember 1718 Franz Arnold von Wolff-Metternich zur Gracht, der seit 1704 Fürstbischof von Paderborn und seit 1706 zugleich von Münster gewesen, im Schloß zu Ahaus gestorben war, hatte das Domkapitel zu Paderborn am 14. März 1719 den Prinzen Philipp Moritz von Baiern, einen Sohn des Kurfürsten Maximilian II. Emanuel, zum Bischof gewählt, und eine Woche später, am 21. März, war auch in Münster die Wahl auf diesen Prinzen gefallen. Aber am 23. März traf in Münster die Nachricht ein, daß der Erwählte schon vor der Wahl, am 12. März, in Rom gestorben war. So schritten beide Domkapitel erneut zur Wahl; sie flel am 26. März in Münster und am nächsten Tage in Paderborn auf den jüngeren Bruder des Verstorbenen, den Prinzen Klemens August, der noch nicht das 19. Lebensjahr vollendet hatte(geboren am 16. August 1700). Dieser neue Landesherr, der 1723 auch noch Erzbischof und Kurfürst von Köln, ferner 1724 Bischof von Hildesheim und 1728 von Osnabrück wurde, kam im Dezember 1719 in seine westfälischen Bistümer, und dabei urteilte er über Paderborn:„Pfui, was a Dreckstadt!“ Dieses Urteil erscheint verständlich, wenn man das„Straßen-Reglement“ liest, das Klemens August zehn Jahre später, am 30. September. 1729, für seine Hauptstadt Paderborn erließ. Darin heißt es zunächst: Wir haben zu Unserm höchsten Mißfallen wahrsenommen, daß in Unserer Hauptstadt Paderborn den früheren vielfältigen Edictis (- Verordnungen) keineswegs gebührsam nachgelebt ist, so daß Wir überflüssige Ursache hätten, die von Unserm Vorgänger Ferdinand von Baiern(1618—50; Urgroßonkel von Klemens August) der Stadt unter der Bedingung der Rein- und Instandhaltung der Straßen zum Teil zurückgegebenen Privilegien zu revozieren(- widerrufen).“ Davon will der Fürst aber absehen, und er bestimmt:„Nachdem Wir aus dem Domkapitel und der Ritterschaft eine Straßenkommission ernannt haben und im letzten Jahre mit der Bepflasterung der Kampstraße angefangen ist, soll dieses Werk nach Anweisung der Kommission fortgesetzt werden.“ Dann aber folgen eine Reihe Vorschriften zur Beseitigung der gröbsten Mißstände, und dabei nimmt der Fürst„kein Blatt vor den Mund“: „Da die Unreinigkeit und der Gestank daher rühren, daß auf und an offenen Straßen und Gassen Misthaufen, an einigen Orten auch offene Vieh- und Schweineställe, sodann die Wassersteine und Sekreten(- Aborte) dergestalt angelegt sind, daß davon der Wust und Abfall auf die Straßen läuft, so sollen die Sekreten und Stallungen in vier Wochen bei 15 Goldgulden Strafe weggeräumt, die Misthaufen in vierzehn Tagen bei 5 Goldgulden Strafe fortgeschafft werden.“ „Alle Stadtbewohner sollen zweimal wöchentlich die Straße reinigen.“ „Weil verspürt worden, daß wider alle Geziementheit und Ehrbarkeit nicht allein viele Leute, alte wie junge, sich nicht schämen, auf offenen Straßen und Plätzen bei Tagesund Nachtzeit der Natur genugzutun und aus Nachtgeschirren oder sonst derlei und andern Unflat auszuschütten, sondern auch verreckte Kälber, Schafe, Schweine, Hunde, Katzen, auch Federvieh und anderes Luder darauf zu werfen, so ist das fortan streng verboten.“ „In Zukunft sollen die mit Kieselsteinen belegten Fahrstraßen, auch die offenen Markt- und Stadtplätze aus öffentlichen Mitteln, dagegen die Fußwege mit Einschluß der Pfähle, desgleichen die engeren Straßen und Gassen von den Anwohnern in Ordnung gehalten werden.“ „Wir wollen es dabei belassen, daß an den Stadttoren die ankommenden Fuhrleute für jeden Wagen vier Kieselsteine oder 4 Pfennig. für jeden Karren zwei Kieselsteine oder 2 Pfennig einliefern müssen; doch soll besser als bisher darauf gesehen werden, daß die Steine brauchbar sind.“ Sehr großen Erfolg hat Klemens August mit dieser Verordnung jedoch nicht gehabt. Die Misthaufen usw. verschwanden zwar, aber das Pflastern der Straßen machte nur geringe Fortschritte. So wurde am 28. April 1764 unter Klemens Augusts Nachfolger die„so heilsame seit einigen Jahren gänzlich außer acht gelassene Verordnung“, wegen der Ablieferung der Kieselsteine erneuert, aber noch am 8. April 1805 sah der Magistrat sich in einem Bericht zu der Erklärung genötigt: Diese Verordnung sei„bisher nicht befolgt worden“. Nun ist es aber nicht so, daß Paderborn die einzige Stadt in Westfalen war, die zu solchen Beanstandungen Anlaß gab. Andernorts war es nicht besser. So wurden z. B. auf Klemens Augusts Befehl vom 29. April 1720— wie eine Aufzeichnung im Stadtarchiv zu Münster besagt—„die Straßen in der Stadt Münster aufgenommen und auf jetzige Art eingerichtet... Und da sonsten nur eine Wasserrinne mitten über die Gassen angelegt war, wurden dieselben zu beiden Seiten deren Hauseren angelegt. 1726 kam man damit meistenteils zur Perfection(- Vollendung).“ Als ein weiteres Beispiel sei Hamm erwähnt, wo nach dem Siebenjährigen Kriege(1756—1763) der General von Wolffersdorff den Bürgermeistern und dem Rat immer wieder auf nicht gerade gelinde Art zusetzte, damit wenigstens die Düngerhaufen beiderseits der Straßen verschwanden; er ging dabei sogar so weit, daß er widerspenstigen Bürgern einfach durch seine Soldaten den Dünger von der Straße durch die Fenster ins Haus werfen ließ. jw Neuhaus-Rechte fällte Schiegl In der dritten Runde war der Kampf aus- Eindrucksvoller K.o.-Sieg des Evropameisters Frankfurt. Mit einem eindrucksvollen K.o.-Sieg in der dritten Runde über den offiziellen Herausforderer Kurt Schiegl, Österreich,(92,5 kg) verteidigte Europameister Henz Neuhaus(96,5 kg) vor mehr uls 8000 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Festhalle seinen Titel im Schwergewicht erfolgreich. Mit diesem eindrucksvollen Erfolg hat Neuhaus bei seiner ersten Titelverteidigung außerhalb seiner Heimatstadt Dortmund bewiesen, daß er auch ohne die Gefolgschaft seiner westfälischen Landsleute einen großen Kampf zu liefern vermag. Öffensichtlich hatte der Europameister nicht nur Kondition, sondern— ähnlich wie gegen Romero und Bucceroni— eine taktische Einstellung die durch den Gebrauch boxerischer Mittel die Chance für den entscheidenden K.o.Treffer schuf. Das für Frankfurt so seltene Erlebnis einer Europameisterschaft, aber auch die drei temperamentvollen Einleitungskämpfe schufen eine Stimmung, wie man sie sonst nur bei Großkämpfen findet. Hein ten Hoff wurde herzlich begrüßt. Neuhaus wirkte überaus selbstbewußt, als er seinen Herausforderer beim Betreten des Ringes begrüßte. Bereits die erste Runde zeigte, daß der Europameister seinen Marschplan ganz klar vorgezeichnet hatte. Der Angriff Schiegls wurde mit viel Übersicht und Geschick durch einen ausgezeichneten linken Haken mehrfach gekontert, und durch die Deckung des Wieners schickte Neuhaus erfolgreich seine Aufwärtshaken, die den Angriffsdrang seines Gegners hemmten. In der zweiten Runde suchte Schiegl den Nahkampf, wühlte sich an Neuhaus heran und hatte hierbei seine besten Szenen. Beim Europameister öffnete sich die gab. Bei„9“ kam der Wiener zwar torkelnd auf die Beine, aber während der Ringrichter ihn auszählte, war der überglückliche Neuhaus bereits mit einem Freudensprung bei dem noch wankenden Herausforderer, um ihn in seine Ecke zu führen. Unter dem tosenden Beifall der 8000 Zuschauer verließen Neuhaus und sein tapferer, aber eindeutig geschlagener Gegner den Ring. Drei K.o.-Siege als Auftakt Die drei einleitenden Kämpfe des Frankfurter Programms brachten dem deutschen Nachwuchs ebenfalls entscheidende Erfolge über italienische Gegner. Den stärksten Eindruck hinterließ dabei der Neuhaus-Stallgefährte Siegfried Burrow-Datteln(66 kg), der Evo Savini innerhalb von drei Runden so zermürbte, daß der Italiener aufgab, ohne am Boden gewesen zu sein. Max ReschStuttgart(72,5 kg) war gegen Carlo Mola klar überlegen. Lediglich eine klaffende Stirnwunde, die den Italiener in der zweiten Runde zur Aufgabe veranlaßte, verhinderte Niederschläge. Schwierigkeiten hatte der Frankfurter Ernst Zetzmann(65 kg) gegen den Ersatzmann Michele Polo(67), da der Italiener pausenlos angriff und Zetzmann erst in der siebten Runde mit einer Rechten zum Kopf einen Niederschlag bis„8“ erzwang. Anschließend führte eine Serie den K.o.-Sieg des Deutschen herbei. Neuhaus überrascht Stimmen zum Sieg über Schiegl Frankfurt. Nach dem Kampf meinte Heinz Neuhaus:„Ich rechnete mit 15 Runden. Wie stark Schiegl ist, wußte ich aus unserem gemeinsamen Training vor einem Jahr, und die ersten Runden bewiesen es. Über meine Rechte war ich selbst überrascht. Sie kam ganz nach Wunsch. In diesem Kampf habe ich gezeigt, daß ich nicht nur schlagen, sondern auch boxen kann.“ Kurt Schiegl:„Ich habe diese Rechte überhaupt nicht gesehen. Aufgestanden bin ich lediglich im Unterbewußtsein. Selbst in der Ecke war ich noch nicht völlig bei mir. Ich wollte unbedingt gewinnen, aber Neuhaus ist eben stärker.“ Ringrichter Reymaekers:„Die beiden ersten Runden hatte ich klar für Neuhaus gewertet, bis dann dieser Schlag mich aller Entscheildungen enthob. Ich sah Neuhaus erst einmal, als er in Antwerpen die Revanche gegen Karel Sys verior. Er ist heute um 100 Prozent besser und in Europa unerreicht.“ Hein ten Hoff:„Schiegl hatte gute Kondition, wirkte respektlos, aber das war sein Verderb; denn er lief in die Rechte des kalt und überlegt boxenden Neuhaus hinein. Eine große Leistung des Europameisters.“ Hattingen allein in Führung Handball-Oberliga: Gevelsbergs übliche Niederlage in Ferndorf Hagen. Was schon lange befürchtet wurde— die Sprengung des Duetts HattingenGevelsberg an der Spitze—, ist am Sonntag geschehen. Die Gevelsberger erlitten ihre übliche Niederlage im Siegerland. Diesmal nutzte auch das gute Spiel des alten Strategen Rademacher nichts. Ferndorf trug den Sieg davon, sogar einen sehr glatten. kaum verheilte Wunde aus dem BucceroniKampf an der rechten Augenbraue leicht. Das dürfte für den Europameister das Signal gewesen sein, eine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Eine wuchtige Serie zum Körper deutete die Kraft an, die Neuhaus in seine Schläge legte, aber eine Rechte zum Kopf verdaute Schiegl ohne jede Wirkung. Wie ein gefällter Baum Nur 16 Sekunden war der Kampf in der dritten Runde gelaufen, als Neuhaus in der neutralen Ecke während eines Schlagabtausches einen blitzschnell und kurz herausgepeitschten rechten Haken voll auf die Kinnspitze Schiegls landete. Wie ein gefällter Baum schlug der Wiener auf die Bretter. Der belgische Ringrichter Reymaekers zählte bis „6“, ehe Schiegl die erste Regung von sich Auch in Wattenscheid gab der lange von Uelpen von Schalksmühle den Ausschlag für den knappen Sieg seiner Elf. Mit neun Toren war er wieder erfolgreichster Schütze. Von den vier Toren gleich zu Beginn lebte Schalksmühle bis zum Schluß. Da nutzte es den Wattenscheidern auch nichts mehr, daß sie kurz vor Spielende ein 11:11 erreicht hatten. Schalksmühle siegte 13:12.— Der Tabellenletzte Friesen 60 Haspe war den Holsterhausern deshalb nicht gewachsen, weil er seine Operationen zu langsam einfädelte. Bei den Gästen verdiente sich«: Halblinke Rehfeld die beste Note. Er war mit Jürgen bei je fünf Toren entscheidend am Sieg beteiligt. Bei den Haspern gab es zwar durch Buss sechs Tore und durch Uberacher drei Treffer, aber zum Schluß war die Elf ausgepumpt, als sie sich noch einmal auf 9:10 herangebracht hatte. Neheim hielt sich gegen die Oeger nicht schlecht, aber wieder fehlte am Schluß die Kraft zum Zuschlagen. Neheim führte bis zur Pause 6:5 und auch später noch 7:6. Von da ab gingen aber die Oeger in Front und da fehlte den Neheimern DTB macht nicht mehr mit Turnerinnen außerhalb olympischer Kämpfe— Tagung auf Oberwerries Oberwerries. Unter der Leitung des neuen DTB-Oberturnwartes Dr. Fritz Dommel und in Anwesenheit des Ehrenoberturnwarts Eugen Eichhoff tagten in der westfälischen Turnschule Oberwerries die Fachwarte des Deutschen Turnerbundes und die Oberturnwarte der fünfzehn Landesturnverbände, um über grundsätzliche turnerische Fragen zu beraten. Der große Turnausschuß billigte u. a. einstimmig den Beschluß der Frauenführung des DTB, künftig keine Turnerinnen mehr zu Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zu entsenden, wohl aber an großen Gymnastik-Veranstaltungen teilzunehmen, die dem Wohle der gesamten Leibeserziehung dienen. Die Erörterungen über Nachwuchsschulung und Leistungsförderung gipfelten auf Vorschlag des DTB-Kunstturnwarts Albert Zellekens darin, in aller Kürze präzisierte Vorschläge für die Schulung im Hinblick auf Melbourne zu machen. Für das Winterhalbjahr wurde die Durchführung von Vereinsmannschaftskämpfen im Kunstturnen in den Kreisen, Landesturnverbänden und im DTB festgelegt. Reis knapp vor Irle Ausscheidungsturnen der Westfalenrlege Brilon. Vor ausgezeichnetem Besuch fand in der Briloner Schützenhalle das letzte Ausscheidungsturnen der Westfalenriege für den Kampf Westfalen gegen Rheinland am 31. Oktober in Lüdenscheid statt. Kurt Euteneuer(Elchen) mußte wegen einer Fußverletzung auf die Bodenübung und den Pferdsprung verVon einem französischen Manager erhielt Nationalspieler Berni Klodt(Schalke 04) ein Angebot für einen Verein der 1. französischen Division. Das Angebot belief sich auf 20 Millionen Franken bei Vertragsabschluß. Ferner wurden Klodt hohe Gagen und Prämien zugesagt. Der Schalker lehnte aber ebenso entschieden ab, wie seinerzeit bei einem ähnlichen Angebot aus Italien. Der dreimalige Weltmeister Dolf Verschüren(Belgien) gewann auf der Bielefelder Radrennbahn vor 9000 Zuschauern das Steherrennen über 100 km(3 Läufe) in der Gesamtwertung mit 99,670 km vor Jean Schorn (Köln) mit 99,610 km und Exweltmeister Jan Pronck(Holland) 99,605 km. SPORT in aller Welt Borgward startet in Mexiko— Baal nach Washington Die Borgward-Werke beteiligen sich mit zwei 1,5-Liter-Rennsportwagen an der diesjährigen Carrera Panamericana in Mexiko. Als erster Fahrer steht HansGünther Bechem fest. Gestüt Waldfrieds vierjähriger Hengst Baal wird in den nächsten Wochen vor großen Aufgaben stehen, da er am 17. Okt. in Mailand unter Jockei G. Streit im Premio del Jockey Club(2400 m, 15 Millionen Lire- 100 000 DM) und am 3. November im Washington D. C. International(2400 m, 50 000 Dollar— 210 000 DM) startet. Beim ersten Streichungstermin für das Deutsche Derby 1955(75 000 DM, 2400 m), das voraussichtlich Anfang Juli auf dem traditionellen Horner Moor stattfindet, wurden von ursprünglich 120 Nennungen 92 aufrechterhalten. Auf der Traber-Jährlingsschau in Hamburg-Farmsen wurde unter 35 Hengsten und 28 Stuten der Permit-Sohn Athanaelus mit dem Preis des Deutschen OlympiadeKomitees für Reiterei prämliert. Der Wiener Kongreß des Internationalen Gewichtheber-Verbandes bestätgte, daß die Weltmeisterschaften 1955 in München stattfinden. Ihren eigenen Weltrekord im Kugelstoßen verfehlte die russische Olympiasiegerin Galina Sybina in Moskau mit 16,19 m knapp um neun Zentimeter. Bei nur neun Grad Wärme lief 65000-m-Weltrekordmann Wladimir Kuts die 3000 m in 8:17,2 Minuten, Kusnetzow warf den Speer 75.16 m weit. Zum Königspokal im Hallentennis, den Dänemark zu verteidigen hat, meldeten neben Deutschland noch Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Österreich und Schweden. Die Automobil-Weltmeisterschaften 1955 werden erneut in elf Läufen bei den Formel-I-Rennwagen und in acht Läufen bei den Sportwagen entschieden. Untes diesen Rennen befinden sich auch der Große Preis von Deutschland(31. Juli, Nürburgring) und das 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring(28. August, Sportwagen). Nur einen deutschen Sieg gab es beim stark besetzten internationalen RingerTurnier in Stockholm. Willi Waltner(Köln) gewann im Schwergewicht gegen Martensson(Schweden) entscheidend. Die stärksten Gewichtheber-Nationen der Welt, die USA und die Sowjetunion, haben anläßlich der Weltmeisterschaften in Wien verabredet, 1955 in New York und in Moskau Länderkämpfe gegeneinander auszutragen. wieder die letzte Kraft, den naheliegenden Erfolg zu erzwingen. TuS Hattingen machte sich mit Eintracht Hagen gleich von Anbeginn nicht viel Arbeit. 3:0 und 4:1 eröffneten die Platzherren. Linde und Göke waren die Tortschützen. Gerhard führte die Regie sehr ideenreich. 9:3 schloß die Pause. Bei den Gästen sorgten Möller und Struff für Belebung, aber entscheidenden Einfluß übten sie nicht aus. Linde und Gôke waren mit je fünf Toren auch am erfolgreichsten.— In Ferndori war anfangs Gevelsberg schneller im Bilde. Es lag 3:1 voran, konnte auch nochmals nach 4:4 zum 6:4 vorausziehen. Dann waren aber die Ferndorfer schwungvoller, und sie führten schon beim Wechsel. Durch Stabermann(5), diesmal der gefährlichste Stürmer, Münker(4) und Flender(3) kamen sie verdient zu ihrem Sieg. Bel den Gästen überragten Rademacher und Milskott mit 5 bzw. 4 Toren. Heinz Neuhaus hat in Europa keinen Gegner mehr! In Frankfurt schlug Neuhaus(rechts) den Österreicher Kurt Schlegl in der dritten Runde k.o. Neuhaus-Trainer Jupp Besselmann meinte:„Heinz hielt den Marschplan genau ein und bewies, daß er auch außerhalb Dortmunds zu großen Leistungen föhig ist.“ zichten, war aber sonst in bester Form und wird bestimmt in der Riege stehen. Überraschend scnied Franke(Bielefeld) aus, da er nicht die sonst gewohnten Leistungen erreichte. In der Einzelwertung gab es einen ganz knappen Sieg des Dorstfelders Reis vor dem Geburtstagskind Irle(Klafeld), der 22 Jahre alt wurde. Ergebnis 1. Reis 56,40 P., 2. Irle 56,10 P., 3. Wienecke(Dorstfeld) 55,95 P., 4. Cirkel (Wattenscheid) 55,05 P., 5. Gaumann(Niederschelden) 54,45 P., 6. Lewald(Bielefeld) 54,40 P., 7. Hübner(Bockum-Hövel) 53,65 P. Ersatz: Rühl(Dortmund) und Kijewski(Gelsenkirchen). Die Besten an den Geräten: Pferdsprung Gaumann 9,50 P., Barren Euteneuer 9,70 Punkte, Seitpferd Wienecke 9,45 P., Ringe Euteneuer 9,60 P., Boden Reis 9,80 P., Reck Lewald 9,55 P. STAFFEL WEST Tus Hattingen— Eintracht Hagen TuS Ferndorf— Spfr Gevelsberg TV Wattenscheid— TV Schalksmühle Friesen Haspe— Tus Holsterhausen. Spfr Neheim— Hohenlimburg-Oege 0 129:65 2 95:85 89:86 80:71 99:86 73:80 76:86 85:97 1. Tus Hattingen 2. TV Schalksmühle 3. Spfr Gevelsberg 4. TuS Ferndorf. 5. TuS Holsterhausen 6. Hohenlimb.-Oege 7. Eintracht Hagen 8. TV Wattenscheid 9. Spfr Neheim 10. Friesen Haspe 56:81 65:110 STAFFEL OST TV Brechten— Eintracht Minden. SV Westerholt— Polizei Dortmund Grünweiß Dankersen— Pol. Recklingh. VIL Brambauer— TSG Lage Germ. Lütgendortmund— TuS Spenge Tischtennis TTC Metelen— VfL Hagen. VfL Bochum— Preußen Horstmar 16:8 15:10 12:13 11:16 8:9 16:0 12:4 12:4 8:6 8:8 8:8 6:10 4:10 2:14 2:14 13:19 16:10 21:12 11:15 12:15 9:2 9:2 Westfalenfahrt des ADAC Nachtfahrt nach Soest und Tagesprüfung Soest. Die alte Hansestadt stand während des Wochenendes im Zeichen der diesjährigen ADAC-Westfalenfahrt, deren Ruf weit über die Grenzen des Landes reicht, wie die über 480 Nennungen bewiesen. Von Dortmund, Köln, Bielefeld und Kassel starteten am Samstagabend die Fahrtteilnehmer auf Wagen, Motorrädern oder Rollern zur Nachtfahrt nach Soest. Die Strecken umfaßten eine Länge von 320 km, auf denen vier Kontrollpunkte zu passieren waren. Die gegen 2 Uhr in Soest ankommenden Fahrzeuge wurden einer gründlichen Kontrolle unterzogen, und nach nur kurzer Reihezeit begann um 6 Uhr bereits der Start zur 200-km-Tagesfahrt ins Hochsauerland. Gegen 10 Uhr trafen die ersten Fahrer wieder im fahnengeschmückten Soest ein, wo die Werter erneut alle Fahrzeuge prüften. Bei der Siegerehrung wurden u. a. folgende Fahrer mit Plaketten ausgezeichnet: Klaus Podlech, Unna; Albert Straß, Arnsberg; Ernst-Otto Weinert, Hemer; Kurt Stiefermann, Arnsberg; Hans Berkenbaum, Beckum; Karl-Heinz Kracht, Hagen; Manfred Küthe, Hagen-Vorhalle; Karl-Fr. Schroth, Neheim-Hüsten; Werner Kerkloh, Hamm; Dr. Heinrich Knoche, Neheim-Hüsten; H.-J. Grunwald, Hamm; Dietrich Welsholz, Altena; E. Werkmeister, Werne; Franz Rüther, Menden. Drei Siege Kruschinskis Rote Erde Hamm gewann 11:1 Wanne-Eickel. Bei den Prüfungskämpfen der Schwimmer im Wanne-Eickeler Strandbad errang der Gladbecker Kruschinski drei Siege. Die 100 Meter Brust gewann er in 1:13,3 Min., die 200 Meter in 2:46,3 und das 100-m-Rennen im Schmetterlingstil in 1:09,6. Gisela von Netz(Blauweiß Bochum) wurde Doppelsiegerin. Für die 100 Meter Kraul benötigte sie 1:10,8 und für 400 Meter 5:49,5. Weitere Ergebnisse, Herren: 100 m Rücken: 1. Strasser(Hamm) 1:12,2. 100 m Kraul: 1. Rüdiger(Bochum) 1:02,4. 200 m Kraul: 1. Fugger(Herringen) 2:20,8. Damen, 100 m Brust: 1. Köhler(Dortmund) 1:31,8. 200 m Brust: 1. Köhler(Dortmund) 3:12,9. 100 m Rücken: 1. Duda(Wanne-Eckel) 1:23,5. Wasserballspiel: Rote Erde Hamm— Auswahlmannschaft Westfalen 11:1. 128 Segelflüge ohne Panne „Preis der Himmelhunde“ für 16jährigen Segelflieger 1. TTC Asseln— ETuS Wanne.... 9:6 Wunderlich(Gelnhausen) gewann SSV Hagen— ESV Hamm...... 0:9 16jähriger den dreitägigen Wettbewerb, Rotweiß Bottrop— Schalke 04. 5: Hannover. Der Jugend-Segelflugwettbewerb 1954 um den„Preis der Himmelhunde“ hat den Nachweis erbracht, daß es neben den altbewährten Flugkapitänen auch wieder prächtigen Nachwuchs gibt. Mit Götz ein bei als Der Rudolf-Harbig-Gedächtnislauf über 800 Meter wurde am Sonntag beim internationalen Leichtathletik-Sportfest in Dresden von dem Dänen Nielsen in 1:50,2 Min. vor Stracke(Barmer TV) in 1:50,5 Min. gewonnen. Im 80-Meter-Hürdenlauf mußte die Holländerin Fanny Blankers-Koen eine Niederlage durch Gisela Köhler(Jena) hinnehmen, die in 11,0 Sekunden siegte. dem es vor allem auf die Landung schwierigstem Teil des Fliegens ankam. Er erhielt dafür eine Gronau Baby II B. die von der ausrichtenden Jugendgruppe des Luftsport-Clubs Faßberg in der Lüneburger Heide als Ehrenpreis gestiftet wurde. Die Mannschaftswertung und den Ehrenpreis des Bundes-Innenministers, eine wertvolle Silberschale, holte sich der Landesverband Bremen vor Hessen und Niedersachsen. Bei insgesamt 128 Flügen gab es keinen Unfall und nicht einmal eine einzige verbogene Kufe, ein Beweis für das Können und die Geschicklichkeit der 15- bis 18jährigen. Mit dem„Preis der Himmelhunde“ beschritt der Luftsport-Club Faßberg einen neuen Weg. Welcher Idealismus hinter dieser Veranstaltung steckte, zeigte sich in der Tatsache, daß die Faßberger Jungen ihre einzige Maschine vom Typ Baby II B als Ehrenpreis opferten. Aber sie wollten etwas Großes schaffen, wollten beweisen, daß man auch mit Gleit- und Übungsflugzeugen einen echten sportlichen Wettbewerb durchführen kann und daß Unfälle zu vermeiden sind, wenn man die Sicherheitsvorschriften genau beachtet. Das Ergebnis: 1. Wunderlich(Gelnhausen), 2. Gieschen(Bremen), 3. Kloppstock(Bremen), 4. Tempel(Hannover), 5. Winkel(Dreieich Hessen). Will warf den Speer 77,12 Meter Mit 14 Athleten 104:75 Punkten gegen Japan- Heinz Fütterer lief 10,3 und 21,1 Sekunden Tokio. Die 14 zur Zeit in Japan weilenden deutschen Leichtathleten beendeten am Sonntag in Toklo den zweitätigen Vergleichskampf gegen eine japanische Auswahl mit 104:75 Punkten siegreich, nachdem sie nach den Wettbewerben des ersten Tages bereits mit 49:35 Punkten in Führung lagen. Für einen eindrucksvollen Auftakt sorgte vor allem Doppel-Europameister Heinz Fütterer, als er vor 12 000 Zuschauern im MeljiStadion von Toklo trots kühler und regnerischer Witterung mit 10,3 Sek. zum zweiten Male den 22 Jahre alten 100-m-Rekord seines Landsmanns Arthur Jonath einstellte. Die herausragende Leistung des Sonntags war der neue deutsche Speerwurfrekord des Rendsburgers Heiner WIII. Er kam auf 77,12 Meter und übertraf damit den alten Rekord des Olymplasiegers Gerhard Stöck aus dem Jahre 1935 ganz erheblich. Die deutsche Mannschaft, die vier Tage vor ihrem ersten Start in Tokio eingetroffen war, hatte sich recht gut von den Anstrengungen der 50-stündigen Luftreise erholt, als nach der ersten Stadtbesichtigung die Reihe der Empfänge begann, die einfach nicht abreißen will. Der Sprecher des japanischen Unterhauses, die deutsche Botschaft in der japanischen Metropole, die bereits ihren Kulturattaché, Dr. Wilhelm Loer, zum Flughafen entsandt hatte, die Deutsch-Japanische Gesellschaft und der Japanische Leichtathletik-Verband empfingen die deutschen Athleten. Fütterers Start imponierend Nach Hans Geisters 400-m-Sieg in 48,3 Sek. und Bert Steines 110-m-Hurden-Erfolg in 14,6 Sek., bei dem der deutsche Doppelmeister seine Berner Nachkriegsbestzeit einstellte, standen die 12 000 Zuschauer im Banne eines großen Laufs von Heinz Fütterer. Selbst Japans Sprinter-As Tooru Kiyofuji, der als hervorragender Starter bekannt ist, lag schon nach 30 m klar hinter dem zweifachen Europameister zurück. Mit mehr als drei Metern Vorsprung stürmte Fütterer durchs Ziel. Der Jubel steigerte sich noch einmal, als bekannt wurde, daß der deutsche Weltklassesprinter mit 10,3 Sek. die gleiche Zeit lief wie Japans unvergessener Altmeister Takayoshi Yoshioka bei seinem Landesrekord im Jahre 1935. Nicht unerwartet. brachte der Hochsprung den einzigen japanischen Sieg. Der schlanke Student Yukio Ishikawa, der nahezu 20 cm kleiner als Werner Bähr ist. siegte in seinem orthodoxen Scherstil mit 1,90 durch die geringere Zahl der Versuche vor Werner Bähr. Neun Wettbewerbe— sieben Siege Am Sonntag stellten die deutschen Leichtathleten in sieben der neun Wettbewerbe die Sieger und kamen in vier Disziplinen sogar zu Doppelerfolgen. In hervorragender Verfassung präsentierte sich erneut Europameister Heinz Fütterer, der die 200 Meter in 21,1 Sekunden gewann. Besondere Erwähnung verdienen auch die 1:49.7 Minuten des deutschen Meisters Werner Lueg(Barmer TV) über 1500 Meter, die er in dieser Zeit vor dem 800-Meter-Meister Olaf Lawrenz mit 1:49,9 Minuten gewann. Einen deutschen Doppelsieg gab es auch über 5000 Meter durch Herbert Schade in 14:26,0 Minuten vor Heinz Laufer in 14:40,6 Minuten. Nur um drei Zehntelsekunden geschlagen mußte sich Heinz Ulzheimer in 53,7 Sekunden durch Kurt Bonah bekennen, der die 400 Meter Hürden in 53,4 Sekunden siegreich beendete. In den technischen Disziplinen waren die Japaner den deutschen Leichtathleten ernsthafte Gegner und konnten im Dreisprung und im Stabhochsprung siegen. Die Ergebnisse von Toklo 100 m: 1. Fütterer(D) 10,3(Europarekord eingestellt), 2. Kiyofuji(J) 10,6, 3. Geister(D) 10,7. 200 m: 1. Fütterer(D) 21,1 Sek., 2. Geister (D) 21,7, 3. Kiyofujui(J) 22,1. 400 m: 1. Goister(D) 48,3. 800 m: 1. Lueg(D) 1:49,7 Min., 2. Lawrenz (D) 1:49,9, 3. Muroya(J) 1:52,6. 1500 m: 1. Lueg(D) 3:59,2, 2. Dohrow(D) 3:59.8 5000 Meter: 1. Schade(D) 14:26,0 Min., 2. Laufer(D) 14:40,6, 3. Takahashi(J) 14:41,2. 110 m Hürden: 1. Steines(D) 14,6(deutsche Nachkriegsbestzeit eingestellt). 400 Meter Hürden: 1. Bonah(D) 53,4 Sek., 2. Ulzheimer(D) 53,7, 3. Yasunari(J) 55,5. 4 mal 100 m: 1. Deutschland(Oberbeck, Geister, Fütterer, Steines) 41,9. 4 mal 400 Meter: 1. Deutschland 3:15,2 Min, 2. Japan 8:16,4. Weitsprung: 1. Oberbeck(D) 7,25 m. Hochsprung: 1. Ishikawa(J) 1,90 m, 2. Bähr (D) 1,90 m. Dreisprung: 1. Kokkake(J) 15,23 Meter, 2. Sagawa(J) 14,68, 3. Oberbeck(D) 13,93, 4. B. Steines(D) 12,05. Stabhochsprung: 1. Sawada(J) 4,05 Meter, 2. Yokomokura(J) 4,05, 3. Bähr(D) 3,85. Kugelstoßen: 1. Oweger(D) 14,35 Meter, 2. Kojima(J) 14,14, 3. Unjiki(J) 12,93, 4. Oberbeck(D) 11,35. Diskuswerfen: 1. Oweger(D) 49,43 m, 3. Oberbeck(D) 42,06 m. Speerwerfen: 1. Will(D) 77,12 Meter(neuer deutscher Rekord), 2. Watanabe(J) 62,14, 3. Tanada(J) 60,81, 4. Oberbeck(D) 53, 60. Auf einen Blick Rotweiß Essen zieht in Front 1. Liga West Schwarzweiß Essen— Rotweiß Essen.. 0:3 SV Sodingen— FC Schalke 04. 2:4 1. FC Köln— Borussia Dortmund... 2:2 Bor. M.-Gladbach— Duisburger SV.. 1:1 Bayer Leverkusen— VfL Bochum.. 2:2 Pr. Münster— Pr. Dellbrück... 5:3 Alem. Aschen— Fortuna Düsseldorf. 1:3 Meidericher SV— Westfalla Herne.. 2:6 2. Liga West Rotweiß Oberhausen— Erkenschwick STV Horst— Hamborn 07..... Wattenscheid 09— Düren 99... SpVg Herten— Rheydter SV. VfL Benrath— Rhenania Würselen Union Krefeld— TSV Marl-Hüls Oberliga Nord Bremer SV— Hamburger SV. Bremerhaven 93— Werder Bremen Eintr. Braunschweig— Harburger TB VfL Wolfsburg— Göttingen 05. Altona 93— FC St. Pauli... TSV Eimsbüttel— Hannover 96.. Arminia Hannover— VfB Oldenburg Holstein Kiel— VfL Osnabrück 1. Liga Süd SpVg Fürth— SSV Reutlingen VfB Stuttgart— Eintr. Frankfurt FSV Frankfurt— VfR Mannheim Karlsruher SC— 1. FC Nürnberg Schw. Augsburg— Kick. Stuttgart Schweinfurt 05— BC Augsburg Bayern München— Jahn Regensburg Hessen Kassel— Kickers Öffenbach 1. FSV Frankfurt.. 7 4 2 1 15:8 2. SpVg Fürth. 7 3 4 0 12:8 3. SSV Reutlingen..« 1 2 13:12 4. Eintr. Frankrurt.« 1 2 10:10 5. Schw. Augsburg. 7 3 2 2 11:9 6. Schweinfurt 05.. 7 3 2 2 12:12 7. Kickers Stuttgart. 5 1 2 14:12 8. 1. FC Nürnberg... 5 1 3 16:10 9. Kick. Offenbach. 5 1 3 12:9 10. VfB Stuttgart.. 6 3 0 3 15:13 11. Jahn Regensburg. 7 3 0 4 13:25 12. Bayern München. 2 1 4 19:16 13. Karlsruher SC.. 7 2 1 4 14:14 14. BC Augsburk. 2 1 4 14:17 15. VfR Mannheim. 2 1 4 15:23 16. Hessen Kasse.. 1 1 5 10:17 1 2:2 2:3 3:2 8:1 1:1 2:0 3:4 1:4 10:4 10:4 9:5 9:5 8:6 8:6 7:5 7:7 7:7 6:6 6:8 5:9 5:9 5:9 5:9 3:11 1. Liga Südwesi Bor. Neunkirchen— 1. FC Kaiserslautern 0:2 FK Pirmasens— Eintr. Kreuznach.. 2:0 Phön. Ludwigshafen— S. 05 Saarbrück. 2:2 Worm. Worms— TuRa Ludwigshafen. 2:1 1. FC Saarbrücken— FV Speyer.. 4:2 VIR Frankenthal— Eintr. Trier... 1:0 TuS Neuendorf— Spfr Saarbrücken.. 9:0 Mainz 05— VfR Kaiserslautern.. 4:2 Essener Lokalderby 3:0 für Rotw eiß- Sodingen verliert gegen Schalke- Köln 1:1 gegen Dortmund Siasar Haa Tagea in der 1. Liga West ist die Elf von Rotwelß Essen. Essen. Sieger des Tages in der 1. Liga West ist die Elf von Rotweiß Essen, die nach dem siebten Spieltag mit zwei Punkten Vorsprung die Tabelle anführt. Die Rotweißen gewannen das Lokalderby beim ETB Schwarzweiß Essen sicher 3:0 und wiesen damit den Angriff eines hartnäckigen Konkurrenten ab. Darüber hinaus profitierte die Gottschalkelf noch vom Punkteverlust des SV Sodingen, der trotz des Platzvorteils gegen die umgestellte Elf von Schalke 04 eine 2:4-Niederlage nicht verhindern konnte. An der Reihenfolge auf den ersten Tabellenplätzen, hat sich dadurch aber nichts geändert. Der VfL Bochum behauptete den vierten Rang durch ein 2:2 bei Bayer Leverkusen. Nur Schalke verbesserte sich durch den Erfolg in Sodingen vom zwölften auf den fünften Rang. Westmeister 1. FC Köln kam zu Hause gegen Borussia Dortmund über ein 2:2 nicht hinaus und verbleibt damit im Mittelfeld. Der Eorussia M.-Gladbach hatte man daheim mehr als ein 1:1 gegen den Neuling Duisburger SV zugetraut. Die Vereine auf den letzten Tabellenplätzen blieben diesmal erfolgreich. Preußen Münsters Heimsieg über den Namensvetter aus Dellbrück entsprach allerdings den Erwartungen. Völlig überraschend siegten dagegen Fortuna Düsseldorf(bei Alemannia Aachen 3:1) und Westfalia Herne(beim Meidericher SV 6:2). 40000 beim Essener Lokalderby Schwarzweiß Essen— Rotweiß Essen 0:3(0:1) Essen. Die Rotweißen gewannen das Lokalderby zwar ohne eine eindeutige Überlegenheit, doch klar und verdient, da ihre Aktionen mehr System hatten und ihre Kondition wenigstens in den entscheidenden Situationen größer war. Schließlich mag auch die größere internationale Erfahrung den rotweißen Gästen mehr Sicherheit verliehen haben, um das nicht immer glanzvolle und über weite Strecken verkrampfte Spiel für sich zu entscheiden. Es wurde zunächst von beiden Seiten energisch offensiv operiert. Rotweiß erspielte zwingendere Situationen, erzielte aber seinen ersten Treffer doch ein wenig glücklich, als Ricker einen Roller ins Netz springen ließ. Nach der Pause sah man ein verändertes Bild. Schwarzweiß drängte auf den Ausgleich und rückte mehr und mehr auf. Die rotweiße Hintermannschaft aber spielte mit erstaunlicher Unbekümmertheit. Als alles schon zu Ende schien, konterte Rotweiß plötzlich klug und entschlossen. In zwei Minuten machte es mit zwei Toren alles klar. Vordenbäumen und Gottschalk waren die tragenden Stützen in der rotweißen Elf. Sie hatten das Glück, an diesem Tage in einer Elf zu stehen, in dem jeder kämpfte und eine überdurchschnittliche Leistung erreichte. Zu erwähnen ist Torwart Herkenrath, der viel Sicherheit vermittelte, während der für die Nationalmannschaft vorgesehene Islacker zwar durch Kabinettstückchen, nicht aber durch kluges Mannschaftsspiel auffiel. Schwarzweiß Essen: Ricker; Gommans, Mikuda; Keus, Knoll, Wulf; Zerres, Schieth, Kasperski, Burckhardt, Hasse. Rotweiß Essen: Herkenrath; Göbel, Köchling; Jahnel, Wewers, Grewer; Termath, Vordenbäumen, Gottschalk, Islacker, Röhrig. Schiedsrichter: Hüren(Krefeld). Zuschauer: 40 000. Tore: 9. Min. Vordenbäumen 0:1, 82. Min. Röhrig 0:2, 84. Min. Vordenbäumen 0:3. 1. SW Essen— Rotweiß Essen.. 0:3 2. VIB Stuttgart— Eintr. Frankfurt 2:3 3. 1. FC Köln— Bor. Dortmund.. 2:2 4. Karlsruher SC— 1. FC Nürnberg 3:1 5. SV Sodingen— Schalke 04... 2:4 6. Bor. Neunkirch.— 1. FC Kaisersl. 0:2 7. Hessen Kassel— Kick. Offenbach 1:4 8. Bor. M.-Gladbach— Duisburg. SV 1:1 9. SpVg Fürth— SSV Reutlingen 10. Pr. Münster— Pr. Dellbrück 11. Worm. Worms— TuRa Ludwigsh. 2:1 12. Schw. Augsburg— Kick. Stuttgart 1:1 13. B. Leverkusen— VfL Bochum.. 2:2 14. Mainz 05— VfR Kaiserslautern. 4:2 2:2 5:? Hart auf hart in Köln In Köln erzwang Borussia Dortmund ein Unentschieden 2:2. Unser Bild: Stollenwerk(Köln) und Sandmann(Dortmund) im Kampf Schalke wieder sehr stark SV Sodingen— Schalke 04 2:4(1:2) Herne. Sodingens Erfolgsserie wurde durch die wieder verstärkte Schalker Mannschaft unterbrochen. Während sich die Aufstellung von Matzkowski im Schalker Sturm als ausgezeichnet erwies, war Sodingens Experiment, den Nationalläufer Harpers mit der Angriffsführung zu betrauen, verfehlt. Matzkowski schoß zwei Tore und erwarb sich außerdem Verdienste durch seine gute Aufbauarbeit. Harpers schoß zwar nach dem Wechsel den wichtigen Anschlußtreffer für Sodingen, war aber bei weitem nicht so wertvoll für seine Mannschaft wie sonst als Läufer. Pech hatte die Sodinger Mannschaft insofern, als ihr Verteidiger Konopczinki nach halbstündigem Spiel wegen eines Fouls an Klodt des Platzes verwiesen wurde. Es ist aber höchst fraglich, ob die Sodinger mit ihm zu einem Erfolg gekommen wåren. Schalke spielte sehr einsatzfreudig und taktisch außerordentlich klug. Durch den guten Endspurt gelang schließlich der klare und verdiente Schalker Sieg. Schanko als Mi 1. FC Köln— Borussia Dortmund 2:2(1:1) Köln. Bei Köln fehlten wegen Krankheit Röhrig und Müller; dafür war aber wieder Hans Schäfer dabei, der sofort gut ins Spiel kam und einige Kernschüsse abfeuerte, die Kwiatkowski nur mit letztem Einsatz meistern konnte. Erstmals wurde der junge ExBenrather Ewe eingesetzt, der eine achtbare Partie bot und Preißlers Wirkungskreis stark einzuengen verstand. Bei Borussia stand an Stelle des in der Reserve spielenden Kelbassa Schanko im Sturmzentrum; er löste seine Aufgabe mit recht viel Geschick und bereitete auch Dortmunds Führungstor mit einer präzisen Maßflanke zu Preißler vor, die dieser mühelos einköpfen konnte, weil Hartenstein unbegreiflicherweise überhaupt nicht reagierte. Aber wenige Minuten später erzielte Dörner aus einem Getümmel vor dem Dortmunder Tor den Ausgleich. Nach der Pause kam Borussia zunächst mächtig auf und ging durch Preißlers Foulelfmeter-Verwandlung in Führung. Aber eine Energieleistung Kölns und Dörners entschlossener Einsatz ergaben bereits eine Minute später erneut den Ausgleich. Bei einem Zusammenstoß mit Sandmann kam Schäfer unglücklich zu Fall und schied vorübergehend aus, um später nur noch humpelnd und mit schmerzverzerrtem Gesicht eingreifen zu können. Köln: Hartenstein; Graf, Hirche; Mebus, Hartmann, Ewe; Breuer, Stollenwerk, Dörner, Stelzner, Schäfer. Dortmund: Kwiatkowski; Sandmann, Falke; Schlebrowski, Michallek, Luckenbach; Peters, Preißler, Schanko, Niepieklo, Flügel. Schiedsrichter: Ternieden(Oberhausen). Zuschauer: 30 000. Tore: 28. Min. 0:1 Preißler, 31. Min. 1:1 mimmmmmmmmmmmmmimmmmm Stadtliga Berlin Spandauer SV— Minerva 93.... 1:1 Union 06— Viktoria 89. 1:3 Alemannia 90— Tennis-Borussla... 1:3 BFC Nordstern— Hertha BSe.. 1:2 Südring— Blauweiß 90....... 0:2 Länderspiele Ungarn— Schweiz 3:0 Schweden— Dänemark...... 5:2 Dörner. 52. Min. 1:2 Preißler(Foulelfmeter), 53. Min. 2:2 Dörner. Umstellung bewährt Preußen Münster— Preußen Dellbrück 5:3(2:1) Münster. Dellbrück stellte in Münster eine schnelle Mannschaft, die mit zügigen Angriffen operierte. Es erwies sich jedoch, daß das Sturmspiel zeitweise zu engmaschig war, und in manchen Situationen fehlte der beherzte Vollstrecker. Die Abwehr war schlagsicher und hatte in Schlömer den ruhenden Pol. Bei Münster machte sich die Mannschaftsumstellung vorteilhaft bemerkbar, es wurde um jeden Ball gekämpft, und die schnellen Stürmer Lammers, Hardtke und Gerritzen glänzten durch ihr genaues Zuspiel: Die Hintermannschaft deckte hart und konsequent. Schwächster Punkt war Torhüter Prott. Herne sorgt für Sensation Meidericher SV— Westfalia Herne 2:6(0:2) Meiderich. Mit einem unerwartet hohen Ergebnis konnte der Tabellenvorletzte Westfalia Herne in Meiderich wertvolle Punkte gewinnen. Die Gäste lieferten ein ungekünsteltes, nur auf Erfolg eingestelltes Spiel, bei dem sie aber oft mehr als notwendig von ihrer Körperkraft Gebrauch machten. Meiderich hatte von der 35. Min. ab mit Schmidt und Schönknecht zwei Verletzte zu beklagen, die für den Rest des Spiels nur noch als Statisten auf den Angriffsflügeln wirken konnten. Herbergers vorläufige Liste Hamburg. Bundestrainer Sepp Herberger gab am Sonntag das vorläufige Aufgebot der deutschen Nationalelf für das Länderspiel am 16. Öktober in Hannover gegen Frankreich wie folgt bekannt: Herkenrath oder Turek; Posipal, Kohlmeyer oder Erhardt; Pfeiffer, Schicks, Liebrich, Mai, Metzner; Klodt, Morlock, O. Walter, Stürmer, Seeler, Islacker, Termath. SV Sodingen: Sawitzki; Nowack, Konopczinski; Gerner, Edler, Kroppla; Linka, Demski, Harpers, Wenker, Wächter. Schalke 04: Orzessek; Garten, Brocker; Eppenhoff, Zwickhofer, Harkener; Klodt, Sadlowski, Laszig, Matzkowski, Krämer. Schiedsrichter: Strohmeier(Paderborn). Zuschauer: 25 000 Tore: 6. Min. 0:1 Matzkowski, 22. Min. 0:2 Laszig, 25. Min. 1:2 Selbsttor Eppenhoff, 48. Min. Matzkowski 1:3, 60. Min. Harpers 2:3, 73. Min. Krämer 2:4. Habe ich mir’s doch gedacht: Hat es wo wann mal gekracht. wird hernach die fußgeballte Leistung wiederum die alte. Das erfuhr in puncto Punkte Schalkes neuerdings geprunkte blaue Elf. Sie zeigte sich aufgepäppeit— meisterlich. Anderswo und gegenseitig machte man sich Punkte streitig beim— wie nun in Essens Fali— Fußball-aufeinander-Prall. Davon werden andre fleißig profitieren. Doch was weiß ich von den Kölnern mit dem Schäfer? Dortmunder Kartoffelkäfer holten sich mit Fug und Recht einen Punki.— Der ist nicht schlecht. Petz. Nord-Süd-Toto:. 2 1 2 0 1 2 1 1 1 0 0 2 1 0 Gewinnzahlen im Zahlenlotto: 38 80 21 41 88 Wettschein für den 17. Oktober 1. Deutschland— Frankreich 2. VfB Stuttgart— Kickers Stuttgart 3. VfR Kaiserslautern— FV Speyer 4. Spr Saarbrücken— Wormatia Worms 5. Hamborn 07— Rotweiß Oberhausen 6. Spfr Katernberg— VfB Bottrop 7. TSV Hüls— STV Horst-Emscher 8. München 1860— Ulm 46 9. Darmstadt 98— Singen 04 10. 1. FC Pforzheim— Vikt. Aschaffenburg 11. ASV Durlach— FC Freiburg 12. VfL Neustadt— SV Waldhof 13. 1. FC Bamberg— Karlsruher FV 14. SV Wiesbaden— Hanau 93 mmmm Landesliga Westfalen Gruppe 1(Ost) VfB Bielefeld— Bor. Lippstaat... 9:0 VfL Geseke— Bünde 08..... 3:0 TSV Detmold— Arminia Gütersloh.. 1:1 SV Brackwede— Paderborn 08... 1:1 SpVg Beckum— Arminia Bielefeld.. 3:0 Schwarzgelb Rheda— Fichte Bielefeld. 0:1 Union Herford— SV Brakel.. 2:2 Teutonia Lippstadt— Vikt. Mennighüffen 1:1 Gruppe 2(Süd) TuS Eiringhausen— Lüdenscheid 08. Menden 09— Spfr Siegen VfL Klafeld— SV Brilon Hüsten 09— Spfr Holthausen. Lüdenscheid-Höh— RSV Eiserfeld Jahn Werdohl— Sus Niederschelden 1. Spfr Siegen 8 2. Hüsten 09 8 3. Menden 09... 8 4. VfL Klafeld. 8 5. Lüdenscheid-Höh 8 6. Letmathe 98... 7 7. TuS Eiringhausen 8 8. Jahn Werdohl.. 7 9. Lüdenscheid 08.. 8 10. Niederschelden. 8 11. SV Brilon. 8 12. Spfr Neheim. 7 13. RSV Eiserfeld.. 8 14. Spfr Holthausen. 7 1 1 0 2 0 1 35:9 35:14 23:12 13:10 18:17 13:8 20:13 12:15 15:13 16:15 9:25 8:15 7:23 12:37 0:1 2:4 2:1 3:3 5:0 1:1 13:3 11:5 11:5 10:6 10:6 9:5 9:7 8:6 8:8 8:8 5:11 3:11. 2:14 1:13 überraschung durch Fortung Alemannia Aachen— Fortuna Düsseldorf 1:3(1:2) Aachen. Mit diesem durchaus verdienten Erfolg kamen die Düsseldorfer Fortunen erstmals nach vielen Jahren wieder zu einem Sieg auf dem Aachener Tivoli. Nach ihrem 5:2 gegen Leverkusen vom Vorsonntag glänzten sie diesmal in Aachen mit einer prächtigen Leistung. Den Führungstreffer der Gastgeber hatten sie schnell überwunden und fanden von Minute zu Minute ein immer besser werdendes Zusammenspiel. Beste Spieler beim Sieger waren neben Müller und Derwall Juskowiak und Jäger sowie Turek. Bei Aachen konnten Cönen, Roßbach und Torhüter Schiffers gefallen. Aachen: Schiffers; Metzen, Cönen; Pfeiffer, Jansen, Richter; Poch, Hecht, Martinelli, Roßbach, Vigna Fortuna: Turek; Hoffmann, Juskowiak; Fandel, Jäger, Wimmer; Müller. Mauritz, Karl Gramminger, Derwall, Martin Gramminger. Schiedsrichter: Baumgärtel(Hagen). Zuschauer: 15 000. Tore: 2. Min. 1:0 Roßbach, 28. Min. Müller 1:1, 44. Min. 1•2 Freistoß Juskowiak, 75. Min. 1:3 Derwall. Gruppe 3(West) Fichte Hagen— SSV Hagen.... 2:2 TuS Wanne— Langendreer 04.... 4:1 Eintr. Gelsenkirchen— VfB Habinghorst 5:1 SV Ehrenfeld— Castrop 02...... 4:2 SpVg Röhlinghausen— SV Höntrop.. 2:1 Arminia Ickern— Union Günnigfeld.. 0:0 Langendreer 07— Spfr Wanne.... 3:0 Gruppe 4(Nord) Eintracht Ahaus— SV Zwecke.. 2:1 Germania Datteln— BV Selm.... 1:1 Spfr Gladbeck— Greven 09..... 1:3 SpVg Marl— Rheine 10.... 5:1 VfR Hüls— SpVg Emsdetten... 8:0 Erle 08— TuS Haltern. 3:1 Union Recklinghausen— SV Ibbenbüren 1:0 Kleine Sportchronik Macheth ist Winterfavorit Favorit König Ottokar und Scheherezade auf den Plätzen facbe unter seinen zukünftigen Stalljockei Alfred Lommatzsch in Köln leicht mit einer halben Länge den Preis des Winterfavoriten(18 000 DM, 1600 Meter). Auf die weiteren Plätze kamen der Röttgener 17:10-Favorit König Ottokar und Scheherezade aus dem Gestüt Schlenderhan. König Ottokar, der den ganzen Weg gepullt hatte und zurückgehalten wurde, zog in der Geraden an dem nachlassenden Geweihträger vorbei und konnte in Führung gehen, dicht dahinter Masetto. Aber 30 m vor dem Ziel brachte Alfred Lommatzsch seinen braunen Hengst innen durch, während Scheherezade, die ein ausgezeichnetes Rennen llef,„angeflogen“ kam und Masetto noch auf den vierten Platz verwies. 1. R.: 1. Nimrod(O. Langner), 2. Sturmwind, 3. Riesenfalke. Sieg 26. Platz 11. 13. 19. Ew. 72.— 2. R.: 1. Arcona(P. Fuchs), 2. Blaukehlchen, 3. Menelaos. Sieg 88. Platz 32, 46, 20. Ew. 1400.— 3. R.: 1. Nimrod(A. Lommatzsch), 2. Ostasiate, 3. Ama. Sieg 85. Platz 35, 16, 24. Ew. 486.— 4. R.: 1. Macbeth(A. Lommatzsch), 2. König Ottokar, 3. Scheherezade. Sieg 47. Platz 14, 13, 20. Ew. 82.— 5. R.: 1. Adolar(G. Treß), 2. Peterchen, 3. Polarstern. Sieg 52. Platz 23, 17, 31. Ew. 226.— 6. R.: 1. Nizam(H. Hiller), 2. Aga, 3. Wildbahn. Sieg 135. Platz 33, 38, 22. Ew. 5896.— 7. R.: 1. Turnierfalke(H. Cohn), 2. Maigraf, 3. Cinzano. Sieg 77. Platz 16, 12, 14. Ew. 152. — 8. R.: 1. Manina(J. Starosta), 2. Anaconda, 3. Linderhof. Sieg 129. Platz 32, 20, 46. Ew. 1308. Pferdetoto: 0 0 2 1 0 0 1 2 0 0 1 1 2 1 Trabrennen in Gelsenkirchen Sonntag, 10. Oktober 1. R.: 1. Duberto(E. Jung), 2. Dornzweig, 3. Festino Sieg 84. Platz 19, 13, 14. Ew. 120.— 2. R.: 1. Hetty(F. Knies), 2. Quo vadis, 3. Glücksschmied, 4. Isabell. Sieg 28. Platz 23, 35, 25, 39. Ew. 940.— 3. R.: 1. Denkmünze(X), 2. Plutaria, 3. Großmut, 4. Mühlentochter. Sieg 60. Platz 40, 21, 26, 39. EW. 3332.— 4. R.: 1. Baumelster(E. Jung), 2. Thuja, 3. Ostara, 4. Duett. Sieg 37. Platz 11, 12, 12, 15. Ew. 84.— 3. R.: 1. Rufina(E. Jung), 2. Diamantus, 3. Seebär. 4. Jary, 5. Jacqueline. Sleg 23. Platz 14, 38, 23, 26, 29. EW. 644.— 6. R.: 1. Dornwald(H. Janczyk), 2. Nettrun, 3. Ibert, 4. Souvenir. Sieg 350. Platz 45, 17, 23, 44. Ew. 872.— 7. R.: 1. Miß Marlles(E. Alchinger), 2. Maibracht, 3. Renard LB. Sieg 15. Platz 13, 18, 19. Ew. 52.— 8. R.: 1. Honeymoon(K. Gillar), 2. Clemento, 3. Extra. Sieg 21. Platz 15, 31, 28. Ew. 332.— 9. R.: 1. Elda(A. v. d. Beck), 2. Quoniam, 3. Uni LB., 4. Dom. Sieg 21, Platz 15, 16, 18, 17. Ew. 200.— 10. R.: 1. Gautinger(P. Panschow), 2. Truxor, 3. Demon. Sleg 48. Platz 17, 20, 17. Ew. 404. Marianne Werner(Greven 09) erzielte beim Rudolf-Harbig-Gedächtnisfest in Dresden mit 46,70 Meter im Diskus eine neue Jahresbestleistung. 50 Schiedsrichter meldeten die Landesverbände dem DTB für die Leitung der kommenden Auswahlspiele und der deutschen Meisterschaft darunter Baumgärtel(Hagen) und Spänhoff(Holzwickede). 10 000 Turnhallen, 700 Schwimmhallen und 5000 Spielplätze fehlen in der Bundesrepublik, teilte Direktor Sampels(Köln) auf einer Tagung der Sportämter in Karlsruhe mit. Die Deutsche Olympische Gesellschaft hat für die Förderung der olympischen Aufgaben im Hinblick auf Melbourne bisher 332 000 DM zur Verfügung. Der italienische Motorboot-Weltmeister von 1952/53, Mario Verga, verunglückte tödlich bei einem Weltrekordversuch auf dem Lago d'Iseo, als sein Rennboot bei einer Geschwindigkeit von mehr als 300 km/st kenterte. Russischer Fußballmeister wurde Dynamo Moskau durch ein 1:0 über den Zentralklub der Armee. Dynamo, das vor wenigen Tagen Arsenal London mit 5:0 bezwang, kann mit 33 Punkten bei nur noch einem ausstehenden Spiel nicht mehr eingeholt werden. Mit 178,15:168,90 Punkten gewann in Paris die Riege von Puteaux-Paris einen Kunstturnstädtekampf gegen Frankfurt a. Main. Bester Turner war der Franzose Dot mit 47,80 Punkten vor Eiser(Frankfurt) mit 46,75 Punkten. 69 sowjetische Leichtathleten und Leichtathletinnen trafen von Moskau kommend mit dem Flugzeug in London ein, wo sie am kommenden Mittwoch unter Tiefstrahlern im White City-Stadion einen Kampf gegen eine Londoner Auswahl austragen. Toni Ulmen(Düsseldorf), der vielfache deutsche Automobilmeister, wurde auf der Jahresversammlung des Deutschen Motorsport-Verbandes in Schotten zum neuen Präsidenten gewählt. Die Endrunde um den Franz-Schmitz-Pokal des Hockey-Nachwuchses erreichten Berlin, Niedersachsen, Württemberg und Westdeutschland. Ergebnisse: Württemberg— Baden 1:0, Berlin— Hamburg 3:1, West gegen Rheinland-Pfalz 4:2. Noch glimpflich abgekommen! Recklinghausen. Der unsportliche Ausgang eines Oberligahandballspiels Polizei Recklinghausen und TuS Hattingen am 14. Februar dieses Jahres in Recklinghausen fand am Samstag vor dem Recklinghauser Amtsgericht sein Nachspiel. Der Schiedsrichter hatte ein Tor wegen Fouls nicht anerkannt. Nach Spielende schlug ein Hattinger Spieler den Schiedsrichter nieder, der eine Gehirnerschütterung und einen Bluterguß erlitt. Das Gericht verurteilte den Spieler wegen Körperverletzung zu 150 DM Geldstrafe. Die gleiche Geldstrafe erhielt ein 39jähriger Hattinger Schlachtenbummler, der den Spieler unterstütst hatte. Gruppe 5(Mitte) Hombruch 09— VfL Altenbögge... 1:1 Tus Eving-Lindenhorst— SC Oelde.. 3:1 BV Brambauer— VfL Hörde.. 2:3 SV Bockum-Hövel— Sus Kaiserau.. 3:1 Herringer SV— Germania Hamm... 3:2 DSC 95 Dortmund— SV Schüren... 2:0 Am zweiten Öktoberwochenende hielt sich der Fußballtoto auf der Rekordhöhe von über 10 Millionen Mark. Endlich erster Sieg für den ViB Meggen . 17.1 Altendorn festigte die Position als Tabellenerster Endlich Olpe festigte als Tabellenerster sein Prestige, wenn auch nicht überzeugend. Entschuldbar ist dabei, daß Ersatzleute eingestellt werden mußten. Als einzigste Mannschaft hat die Kreisstadtelf jetzt einen beruhigenden 0-Vorsprung. In der Tabelle gab es allerhand Durcheinander durch den Erfolg von Meggen und Iserlohn. Iserlohn ist jetst Zweiter vor Fröndenberg und Hemer. Das bisherige Mittelfeld tat einen schwarzen Sturz nach unten und wurde sogar noch überholt von Finnentrop(ohne Spiel) und Altena. Meg gen bleibt trotz Sieg am Tabellenende kann aber für sich in Anspruch nehmen in den weiteren Spielen das Vertrauen innerhalb der Mannschaft gefestigt zu haben. Glücklicher Sieg der Olper Daß in der Mannschaft des Gastgebers die beiden Spielmacher Beyer und Volmer fehlten, konnte man an allen Ecken und Enden feststellen. So war der Sturm nicht durchschlagkräftig genug, um ein hoheres Resultat zu erzielen, das dem Spielverlauf nach unbedingt gerechtfertigt erscheint. Die gesamte Olper Hintermannschaft hatte die Last des Treffens zu tragen. Es war ein schwer erkämpster und... glücklicher Sieg, wenn auch nicht unverdient. Die Gäste stellten eine quicklebendige Mannschaft, die aber auch im Sturm ihr Schmerzenskind hatte. Bei dem auf beiden Seiten mit hen Flugbällen operierenden Stürmern war Steckelbach mit seinen Kopfbällen im Element, obwohl er zu Anfang des Spieles sehr unsicher wirkte und nicht die richtige Einstellung zu seinem Torwart fand, so daß des öfteren heikle Szenen vor dem Olper Tor sich entwickeiten Torlos ging es in die zweite Halbzeit und erst in den letzten 20 Minuten wurde die Partie von dem Ex-Handballspieler Gipperich entschieden, der einmal dem erstmalig nach der Sperre wieder mitwirkenden Meyer zum Torschuß verhalf und cinmal selbst seine Chance wahrnahm. Ein zwischen dem 1:0 und 2:0 erzieltes weiteres Tor gab Schiedsrichter Jeschke aus Müschede wegen Abseits von Meyer nicht. Hierbei konnte man geteilter Meinung sein, denn Meyer lag am Boden und griff nicht mehr aktiv in das Geschehen ein. Die Entscheidung fiel in der 70. und 89. Minute. Olpe hatte noch das Pech, den vorzüglichen und fairen HR Ausobski nach einem groben Foul des gegnerischen ML in der 80. Minute zu verlieren. Alles in allem kein überzeugendes Spiel, obwohl Olpe fast dauernd Staffel 13— Sauerland 2 VIB dominierte und nur in den Schlußminuten noch gefährdet war. Hier holte Grüne einen 1:3 Ecken-Nachteil nicht nur auf, sondern erhöhte noch auf 6:3. Glanzvolle Premiére in Meggen Die Ueberschrift ist nach der Melnung unseres Gewährsmannes durchaus berechtigt, denn was der VfB im ersten Spiel der Serie auf eigenem Platz überhaupt an Einsatz bot, war nicht mehr zu stelgern. Obwohl die Plettenberger mit überzeugender Technik aufwarteten, ließen sich die Gastgeber nicht entmutigen, als die Partie beim Seitenwechsel mit 0:t verloren war. Mit gutem Einsatz wurde alles das wettgemacht, was die Plettenberger in punkto Technik aufbrachben. Eine Wendung zu ungunsten des VfB wäre vielleicht in der 43. Minute möglich gewesen, als der einwandfreie Schiedsrichter Kunze aus Bruchhausen einen berechtigten Handelfer gegen Meggen diktierte, der aber vom VfB-Torwart in glänzender Manier„getötet“ wurde. In der zweiten Halbzeit hatte Meggen nach kurzem Beginnen die Initiative übernommen. In der 65. Minute erzielte ML(!) Gust den Ausgleich und 7 Minuten später der„alte“ Rosenthal aus halblinker Position das verdiente 2:1. Das Spiel war reich an Höhepunkten. Die Zuschauer hatten am Einsatz des VfB ihre helle Freude. Oberveischede mit drei Ersatzleuten 1000 Zuschauer sahen auf der neuen Sportplatzanlage des VfB einen klaren Sieg der Gastgeber, der verdient erspielt wurde. Obwohl Oberveischede mit drei Ersatzleuten antreten mußte, kann der Erfolg nicht geschmälert werden. Nach einem indirekten Freistoß für die Gäste am 16-m-Raum erwischte ein Altenaer Abwehrspieler das Leder und gab dieses an den schnellspurtenden LA Fuchs, der flach unter den sich zu spät werfenden Torwart den Führungstreffer markierte. 11 Min. später knallte HL Fleißig frel vor dem Kasten aus 5 m Entfernung an die Latte. Der Anpraller wurde vom LA Kühr knapp verschossen. Die Entscheidung fiel praktisch in der 40. Minute, als Altena einen Foulelfmeter verwandelte Oberveischede hatte auf dem 70x105 m großen Spielfeld in der zweiten Halbzeit micht mehr die erforderliche Kondition, um dem Spielgeschehen eine Wendung zu geben. In der 60. Min. das 3:0 für den VfB, aus einem Nachschuß resultierend. In der 77. und 84. Min. hatte Oberveischede noch die Chancen, das Resultat zu mindern, verschoß aber gut angelegte„Sachen“. Hartes Splel in Hünsborn Schlußlicht: FC Altenhof Innerhalb der Tabelle der Siegerlandstaffel gab es, wie wir schon voraussagten, einen Wechsel in der Führung. Mudersbach konnte Netphen(ohne Spiel) verdrängen. Langenau ist immer mehr zu beachten. Auch gestern wurden in Eisern die Punkte entführt, was ebenfalla eine Positionsverbesserung einbrachte. Weitere Vortelle buchten Hünsborn und Feu dingen. Als Ueberraschung des Tages kann man die Niederlage von HilchenDie Küche der Stolz jeder Hausfrau Moderne Anbauküchen, elfenbeinlackiert Jede Größe Jede Form Zu jedem Zweck Zu jedem Preis Kleinküchen natur, Nußbaum und Esche, ansprechende Modelle— saubere Ausführung— niedrige Preise. Möbelhaus Kebbekus, Olpe Gegenüber der Post Ergebnisse vom 10. Oktober 1954 Sauerlandstaffel SnVg Olpe— SG Grüne 2:0 VfB Meggen— SV Plettenberg 2:1 VfB Altena— SpV Oberveischede 3:0 TuS Iserlohn— FC Fröndenberg 2:0 SpVg Finnentrop— RSV Meinerzhagen verlegt Hemer 08— SV Nachrodt 4:0 Aem. Menden— TuS Grünewald 2:0 Siegerlandstaffel RW Hünsborn— Eintr. Siegen 4:3 TuS Feudingen— FC Altenhof 4:1 TuS Eisern— SpV 08 Langenau 1:2 VfB Weidenau— VfR Siegen 2:0 Germ. Mudersbach— SV Altenseelb. 3:2 TUS Hilchenbach— SG Dr.-Tiefenb. 3:4 TuS Erndtebrück— TuS K.-Marienb. 2:0 I. Kreisklasse TV Grevenbrück— VfR Rüblinghaus. 4:2 VfB Meggen R— SV Heggen 2:3 SpV 04 Attendorn— SuS Bleche 5:0 SV Schönau— SuS Elspe 0:0 TuRa Altenhundem— FC Langenei 3:1 SV Hillmicke— Spfr. Möllmicke 3:1 SSV Kirchveischede— FSV Gerlingen 2:5 II. Kreisklasse— A SV Ottfingen— SpV 04 Attendorn R 6:0 TuS Drolshagen— SpVg Olpe R 8.1 SV Hützemert— Spfr. Biggetal 4:2 SV Lichtringhaus.— RW Hünsborn R 3:5 SpV O'veischede R— TuS Drolshag. R 1:2 FC Altenhof R— SC Listernohl 4:1 II. Kreisklasse— B Spfr. Albaum— SV Welschen Ennest 2.1 TuS Kirchhundem— FC Oberelspe 5:2 TSV Saalhausen— Tv Grevenbrück R 4:0 Jugendspiel SpVg Olpe I— SuS Bleche 1 5:1 bach auf eigenem Platz betrachten. Altenhof weiterhin am Ende der Tabelle. Der Mannschaft will auswärts nichts glücken. Feudingen gegen Altenhof 4:1 Die besseren Spielmomente hatte Feudingen in der zweiten Halbzeit. Bei klarem, besserem Einsatz wurde nach dem 1:1 beim Seitenwechsel ein schöner Erfolg markiert mit Toren in der 65., 80. und 89. Minute. Obwohl Altenhof kurz nach Spielbeginn den ersten und einzigsten Treffer anbringen konnte, war die Mannschaft mit diesem Vorsprung nicht agil genug, zu erhöhen. Im Gegenteil, der Als eine feine Leistung ist das Unentschieden von Schönau gegen Elspe besonders zu erwähnen. Hinzu kommt noch das Ergebnis von Hillmicke gegen Möllmicke. Um das Dreigestirn aus dem Wendschen voll zu machen, wollen wir Gerlingen nicht vergessen, die in Kirchveischede eine schöne Leistung vollbrachten. Mit dem Ergebnis wurde in der Hauptsache die Tabelle in der Mitte durcheinandergebracht. Denn Kirchveischede rutschte beträchtlich nach unten, so daß fünf Mannschaften davon profitierten. Schönau ist vom Tabellenende weg, das jetzt von Bleche markiert wird. Attendorn hielt die Tabellenführung infolge des besseren Torverhältnisses gegenüber Grevenbrück. Schnelles Spiel in Grevenbrück Die beiden Kontrahenten Grevenbrück und Rüblinghausen lieferten sich in den 90 Spielminuten einen flotten Kampf. Wieder einmal hatte der VfR einen Halbzeitvorsprung erspielt, der aber im zweiten Durchgang nicht erhöht werden konnte, als Grevenbrück alles einsetzte und die schwache Kondition der Gäste ausnutzte. Die Torfolge im zweiten Durchgang: 1:1(Handelfer), 2:1(Kopfball), 3:1(Handelfer), 3:2 und in der 87. Minute 4:2. MSt Stracke Spielmacher Wieder einmal war MSt Stracke bei Hillmicke der entscheidende Vollstrecker. Die Gastgeber waren leicht überlegen und gewannen besonders aufgrund der besseren Leistungen in der zweiten Halbzeit verdient. Beim Pausenpfiff 1:0 durch Gastgeber konnte bereits Mitte der ersten Halbzeit den Ausgleich erzielen. In der zweiten Halbzeit war Feudingen einwandfrei besser. Beide Mannschaften lieferten sich wohl einen harten Einsatz und schenkten sich nichts, blieben aber stets bei der fairen Linie. Hünsborn enttäuschte nicht Mit dem gestrigen Spiel enttäuschte Hünsborn die hoffnungsfrohen Zuschauer nicht, mußte aler bei dem harten Soiel genau wie der Gegner einen Spieler einbüßen, der vom Platz gestellt wurde. In wechselvollem Ablauf waren einmal der Gastgeber und einmal die Gäste in der Torfolge führend. Die Torfolge insgesamt: 0:1, 1:1, 1:2(Selbsttor), 2:2, 3:2, 4:2, 4:3. Außer dem Selbsttor waren der Linksaußen und der Halblinke für den Sieger je zweimal erfolgreich. Staffel 15— Siegerland Stracke, 2:0 in der 55. Minute durch Eckstein, durch ein Selbsttor 2:1 und wiederum Stracke in der 70. Minute 3:1. Daß das Spiel klar für Hillmicke lief, geht aus dem Eckenverhältnis von 5:1 hervor. I. Kreisklasse Die Erste aus Heggen besser Heggen war gegen die Reserve in Meg. gen der Punkteholer mit einem knappen. nicht unverdienten 3:2. Die Gäste mußten alles hergeben, um die ehrgeizigen Nachwuchsspieler des VfB zu kantern. Die Torfolge: 1:0, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3. In der zweiten Halbzeit besser Obwohl Attendorn einwandfrei die bessere Mannschaft gegen Bleche war, konnte bis zum Seitenwechsel nur ein mageres 1:0 erspielt werden. Die Mannschaft fand nicht die richtige Einstellung zum Gegner, der ein schlechter Verlierer war. In der zweiten Halbzeit allerdings für die Gastgeber alles klar. Die Erfolge wurden in regelmäßigen Abständen erzielt. Ecken: 13:4. Glanzleistung von Schönau Schönau holte gegen die starken Elsper ein achtbares Unentschieden. In der ersten Halbzeit ausgeglichen mit vielen Chancen beiderseits. Im zweiten Durchgang scheiterte die leichte Ueberlegenheit der Gastgeber am großen Können des Gästetorwartes, der seiner Mannschaft eine mögliche Niederlage ersparte. In Altenhundem ging's hart zu Die beiden Nachbarn Altenhundem und Langenei lieferten sich ein unnötig hartes Spiel. Zwei Foulelfer sind die besten Beweise dafür, daß man sich nichts schenkte. Allerdings hatte Altenhundem hieraus den Vorteil nach dem 1:1 in der 43. Minute(Halbzeitstand). In der 60. und 72. Minute nutzte Altenhundem diese zwei Strafstöße zum 3:1 aus. In Kirchveischede nach 0:2 noch 5:2 Obwohl sich Kirchveischede und Gerlingen im Spiel selbst nichts schenkten, blieb das Geschehen doch im fairen Rahmen. Nach 10 Minuten bereits 1:0 und kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit 2:0 für die Gastgeber. In schneller Folge holte Gerlingen auf und ging mit zwei weiteren Toren auf 4:2 davon. Kurz vor Schluß der 5. Treffer. Es hatte den Anschein, als sei Kirchveischede auf dem Wege, einen sicheren Erfolg zu buchen, hatte aber nicht mit dem großen Einsatz der Gäste gerechnet. 21/-jähriges, tbc-freies RIND Anfang Januar kalbend, zu verkaufen. K. Neu, Griesemert K Ende Dezember kalbend, zu verkaufen. Zu erfragen unt. Nr. 1063 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Absatzveranstaltung in MESCHEDE Sauerlandhalle Donnerstag, 14. Okt., 10 Uhr Eber und trag. Sauen Schweinezüchterverband Westfalen-Lippe e. V. 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