Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Uber 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzoisen-Grundpreise: Im Anzelgentell 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); Im Texttell 50 Pfg. fûr 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugsprels: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bel Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe l. Westf 119. Jahrgang— Nummer 227 Donnerstag, den 30. September 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Sensation in London Großbritannien zieht keine Divisionen vom Kontinent ab— Bedingte USA-Garantie London.(Korr.) Die britische Regierung hat auf der Londoner Neunmächte-Konferenz eine geradezu sensationelle Erklärung abgegeben. Außenminister Eden sagte unter starker Bewegung der Konferenz, daß Großbritannien seine auf dem Kontinent stehenden Divisionen nicht zuruckzuziehen gedenke und alle Verfügungen über diese Streitkräfte einer Mehrheits-Entscheidung der Brüsseler Paktmächte unterwerfe. Diese Erklärung gilt nicht nur für die eine Division, die Großbritannien bisher der EVG zur Verfügung stellen wollte, sondern für samtliche britische Divisionen auf dem Kontinent. Damit ist einer der entscheidenden Wünsche des französischen Ministerpräsidenten erfüllt. Eden machte jedoch diese Zusage von dem Erfolg der Konferenz abhängig. Vorher hatte Außenminister Dulles in einer ernsten Erklärung mitgeteilt, daß die amerikanische Garantieerklärung für die Belassung der amerikanischen Truppen in Europa, die für die EVG vorgesehen war, nicht erneuert werden würde, wenn sich die europäischen Mächte nicht über die deutsche Souveränität und den deutschen Verteidigungsbeitrag einigen könnten. Die Erklärungen des britischen Außenministers wurden, ebenso wie die bedingte Zusage einer erneuerten amerikanischen Garantie, von den Außenministern Belgiens, Frankreichs, der Bundesrepublik, Luxemburgs und der Niederlande warm begrüßt. Der kanadische Außenminister fügte seinerseits eine Verpflichtung hinzu, die kanadische Unterstützung für die NATO aufrechtzuerhalten. Paris gegen deutsche Rüstungsproduktion In der weiteren Aussprache lehnte Bundeskanzler Dr. Adenauer die französische Forderung ab, der Bundesrepueblik jede Art von Rüstungsproduktion vorzuenthalten. Er forderte auch hier Gleichberechtigung. Mendès-France hatte gefordert, daß das gesamte rechtsrheinische Gebiet als „gefährdete Zone“ klassifiziert werde. Die Herstellung von schweren Waffen, Panzern, Geschützen und Flugzeugen soll in diesem Gebiet verboten sein. Das Ruhrgebiet würde nach diesen Plänen von einer Beteiligung an der westlichen Rüstungsproduktion größtenteils ausgeschlossen sein. Wie verlautet, herrschte bei anderen Delegationen der Londoner Konferenz die Auffassung vor, daß diese Vorschläge als eine Diskriminierung der Bundesrepublik angesehen werden müssen und daher in der vorliegenden Form kaum Aussicht auf Annahme hätten. Eine weitere Bestimmung in den französischen Vorschlägen sieht vor, daß alle neu zu errichtenden Rüstungsfabriken gemeinsames Eigentum der beteiligten Staaten und nicht Eigentum eines einzelnen Staates würden. Mendès-France soll die Bereitschaft Frankreichs erklärt haben, der Bundesrepublik Kompensationen dafür anzubieten, daß sie von den wesentlichen Zweigen der Rüstungsproduktion ausgeschlossen werden sollte. Unter vier Augen Zwischen Adenauer und Mendès-France fand eine Unterredung unter vier Augen statt. Dabei kam auch die Saarfrage zr Sprache. Der Kanzler hat verschiedene nach dem Scheitern der EVG gegen Mendès-France vorgebrachte deutsche Außerungen„aufgeklärt“. Adenauer versicherte, daß ihm an einem guten Verhältnis zur französischen Regierung sehr gelegen sei. Die Reihe der Einzelbesprechungen wurde später mit Unterredungen zwischen Mendès-France und Spaak und am Nachmittag zwischen dem französischen Ministerpräsidenten und Dulles fortgesetzt. Menschenfalle“ ausgehoben Italienisch-amerikanischer Gangster bei Neapel verhaftet 105 JAHRE ALT Berlins älteste Einwohnerin, Frau Luise tibmann, beging ihren 105. Geburtstag. Frau Rißmann ist trotz ihres hohen Alters noch sehr rüstig. Sie sitzt täglich im Zigarrengeschäft ihrer Tochter und plaudert angeregt mit der Kundschaft. Neapel.(ANSA) Die italienische Polizei verhaftete jetzt den italienisch-amerikanischen Gangster Luigi Sorrentino, der bei Torre del Greco(Neapel) eine Menschenralle zur Ausplünderung und Ermordung von Auswanderungslustigen errichtet hatte. Der Gangster, der 23 Jahre im amerikanischen Sing- Sing- Zuchthaus gesessen hatte und später aus den USA ausgewiesen wurde, hatte seine Opfer einzeln in sein Haus bestellt. Er hatte ihnen gegen Bezahlung von 3350 Mark zugesagt, er werde sie heimlich nach Amerika bringen. Der erste, der in die Falle ging, war ein junger Sizilianer. Er hatte gerade das Geld auf den Tisch gelegt, als Sorrentino von hinten an ihn heranschlich und ihm mit einem schweren Eisenhammer den Schädel zertrümmerte. Kurze Zeit darauf erschien der Bruder des Ermordeten in dem abgelegenen Haus. Er schöpfte jedoch schnell Verdacht, entging dem tödlichen Hammerhieb und stürzte hilfeschreiend auf die Straße. Sorrentino wurde jetzt mit einem Komplicen verhaftet. Sie gaben zu, geplant zu haben, 20 Auswanderungskandidaten in ihrer Menschenfalle zu ermorden und darauf aus Torre del Greco zu verschwinden. 16 Tote bei Autobusunglück Verkehrskatastrophe in der Nähe von Maastricht Den Haag.(Korr.) Gestern nachmittag wurden bei Valkenburg in der Nähe von Maastricht 16 Personen getötet und 17 verletzt, als ein belgischer Autobus ins Schleudern kam und mit großer Geschwindigkeit gegen ein Denkmal am Straßenrand prallte. Der mit pensionierten belgischen Bergleuten besetzte Autobus wurde nach dem Aufprall gegen ein Gebäude geschleudert. Vierzehn Omnibus-Insassen wurden getötet. Unter den Todesopfern sind zwei Straßenpassanten. Remer meldete sich Hannover.(dpa) Der am 15. März 1952 wegen Beleidigung der Widerstandskämpfer vom Braunschweiger Landgericht verurteilte Otto Ernst Remer meldete sich gestern überraschend in Oldenburg zum Strafantritt, Remer, der sich damals dem Strafvollzug entzog, wurde vorläufig inhaftiert. Er ist jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil die Strafe in ihrer Höhe unter das Straffreiheitsgesetz fällt. Remer soll sich in der letzten Zeit in Agypten aufgehalten haben. Ziele des DGB-Kongresses Köln.(dpa) Als dringende Anliegen des dritten Kongresses des Deutschen Gewerkschaftsbundes vom 4. bis 9. Oktober in Frankfurt bezeichnete der Vorsitzende des DGB. Freitag, gestern die Arbeitszeitverkürzung, das verlängerte Wochenende und die 40-Stunden-Woche. Auch die Lohnfrage werde einen wichtigen Platz einnehmen. Nie mißhandelt worden Paris.(Korr.) Der ehemalige französische Ministerpräsident Paul Reynaud betrat gestern den Zeugenstand, um vor dem Pariser Militärgericht im ObergProzeß auszusagen. Er erklärte, er sei während seiner Haft niemißhandelt worden und belastete die beiden Angeklagten Oberg und Knochen nicht. Labour für Freiheit Zyperns London.(Korr.) Die Delegierten des Parteikongresses der britischen Labour Party in Scarborough forderten gestern einstimmig die Unterhausfraktion der Partei auf, künftig gegen die von der konservativen Regierung verfolgte Politik in der Zypernfrage zu opponieren. Die Labour-Fraktion soll alles versuchen,„damit dieses arme und stolze Volk der Mittelmeerkolonie schließlich doch noch seine Freiheit erhält, um die es schon seit Jahrhunderten kämpft.“ JETZT HINTER DICHT VERSCHLOSSENEN TUREN Seit gestern verhandelt die Londoner Konferenz hinter dicht verschlossenen Türen. Unser oberes Telebild zeigt die deutsche Abordnung im Konferenzsaal. Dritter von links Staatssekretär Hallstein, rechts daneben Bundeskanzler Dr. Adenauer und ganz rechts der Sicherheitsbeauftragte Blank. Unten: Die französische Abordnung. In der Mitte Ministerpräsident Mendès-France. 126 Opfer eines Zugunglücks Adenauer kehrt am Wochenende nach Bonn zurück 126 Todesopfer kostete das Zugunglück in der Nähe von Haiderabad in Indien. Rettungsmannschaften suchen immer noch den stark angeschwollenen Vasanti-Fluß ab, in dessen Fluten der Zug stürzte. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird an Wochenende nach Bonn zurückkehren, um am Montag den türkischen Ministerpräsidenten Menderes und Außenminister Köprüld zu empfangen. Der Gesamtverband des Deutschen Großund Einzelhandels äußerte gestern Bedenken gegen dus Ladenschlußgesetz, das vor kurzem vom Bundeskabinett verabschiedet worden ist. Der Verband spricht sich für ein verlängertes Wochenende aus. Die 69. pilotenlose Bombergruppe ist gestern aus den USA in Bremerhaven eingetroffen. Die Einheit wird im französischen Besatzungsgebiet stationiert. Die israelische Abordnung bei der UNO bestreitet, daß ein israelisches Handelsschiff die ägyptische Küste beschossen habe. Die sowjetische Kommandantur im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn hat sämtliche Wahlplakate des Verbandes der Unabhängigen beschlagnahmt. Bundespräsident Heuß hat an den Kaiser von Japan wegen der schweren TalfunKatastrophe ein Beileidstelegramm gesandt. Der ehemalige persische Außenminister Fatemi erschien gestern in Teheran vor einem Militärgericht unter der Anklage des Hochverrats. Er wurde auf einer Krankenbahre in den Gerichtssaal getragen und bat nach kurzem Verhör um Vertagung. Das Gericht gab seinem Antrag statt. Zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde in Amsterdam ein 81jähriger Mörder. Er hatte einen 56jährigen Asylinsassen erschlagen, um ihn zu berauben. Im Londoner Hafen liegen rund einhundert Schiffe still, weil 8000 Reparaturarbeiter streiken. Dr. Edith Summerskill wurde gestern abend zur Vorsitzenden der britischen Labour-Party für das Jahr 1954/55 gewählt. Schottische Autostraße vereist Schneefälle in Schottland und in den Alpen— Sturm in der Nordsee Londoner Bastelstunde (NP) Die Frage ist, ob sich die verschiedenen Spurweiten miteinander verbinden lassen Hamburg.(dpa) In Schottland und in den Alpen ist es seit der Nacht zum Mittwoch zu starken Schneefällen gekommen. Der erste Schnee und ein starker Kälteeinbruch haben in den Bergen Mittelschottlands zur Vereisunz eines Teils der Autostraße am sogenannten „Teufelsellenbogen“ geführt. Auf der 3354 Meter hohen Marmolata südöstlich von Bozen sind gestern 14 Grad unter null gemessen. Die Schiffahrt in der Nordsee wurde gestern vor einem Sturm gewarnt, der mit Windstärke acht über die Deutsche Bucht und das Küstengebiet hinwegzieht. Zahlreiche Schiffe haben in den Nordseehäfen Schutz gesucht. Bergung der Taifun-Opfer Tokio.(Reuter) Japanische Taucher arbeiteten gestern in Schichten, um die Opfer des Taifuns, der am Sonntag über Japan hinwegging und mehrere Schiffe zum Kentern brachte, zu bergen. Man schätzt, daß allein in den Kabinen des großen Fährschiffes„Doya Maru“ die Leichen von 700 Passagieren eingeschlossen sind. Der Kiel des gekenterten Fahrzeuges ragt aus dem Wasser. Japanische Stellen teilten mit, daß bisher 3030 Tote und Vermißte festgestellt wurden. Wie wird das Wetter? Nur kurzfristige Besserung Einem über Südskandinavien nach Osten ziehenden Tief folgt nur ein schmales Zwischenhoch, da bereits eine neue Störung mit ihren Ausläufern aus dem Westen der britischen Inseln übergreift. Der Zustrom frischer Meereskaltluft von Nordosten flaut daher nur kurzfristig ab. Vorhersage für Donnerstag: Vorübergehend nachlassende Winde um West. Zunächst überwiegend heiter, im Laufe des Tages aber allmählich zunehmende Bewöikung. Abends neue Eintrübung und nachfolgend schauerartiger Regen. Tagestemperaturen 10 bis 12 Grad. Tiefsttemperaturen nachts um 5 Grad. Weitere Aussichten: Unbeständig und geringer Temperaturanstieg. Aus dem„Held“ wird ein Sündenbock Geheime Untersuchung gegen de Castries in Saigon— Paris will den schlechten Eindruck verwischen Erbitterte Auseinandersetzungen um den Verteidiger der Dschungelfestung Dien Bien Phu, General Christian de Castries, haben diesen Mann in ein seltsames Zwielicht gebracht. Eine zwielichtige Gestalt war er schon seit 1945, denn ihm ist es zuzuschreiben, daß der malerische Schwarzwaldort Freudenstadt in Schutt und Asche gelegt wurde. Auf Grund einer nicht bestätigten Meldung, daß dort ein Parlamentär ersenossen worden sei, gab er seinen marokkanischen Truppen die Erlaubnis, die Stadt drei Tage lang zu plündern und zu brandschatzen. Gegen den Strom G. L. Es könnte kaum als Überraschung gelten, daß bei der Suche nach einer EVGErsatzlösung auch wieder Stimmen laut geworden sind, die eine Neutralisierung Deutschlands empfehlen. Das Bemerkenswerte daran ist, daß sie von drei sehr bekannten Persönlichkeiten der USA kommen. Außer dem amerikanischen Bankier und Schriftsteller James P. Warburg, der seit Jahren als der profilierteste Befürworter einer von den Großmächten garantierten Neutralisierung Deutschlands gilt. haben sich jetzt auch zwei prominente Senatoren, der Demokrat Estes Kefauver und sein republikanischer Kollege Ralph Flanders, in ähnlichem Sinne ausgesprochen. Warburg hat seit Jahren die Deutschlandpolitik der USA-Regierung kritisiert und zuletzt 1953 in seinem Buch„Germany — Key to Peace“ einen eigenen Plan vorgelegt, nach dem ein wiedervereinigtes Deutschland(unter Einschluß von Niederschlesien, Brandenburg und Pommern!) für eine Mindestzeit von fünf Jahren, bei Gewährung voller Souveränität, zu neutralisieren wäre. Auf seine früheren Warnungen verweisend, schrieb er an den Herausgeber der„New York Times“, das Nein zur EVG in Paris sei eine„letzte Chance“. Wenn man jetzt noch hastiger versuche, Deutschland aufzurüsten, werde diese Chance verschleudert. „Der Versuch eines neuen„Lissabon“ (Lissaboner Konferenz von 1952)“, meint Warburg,„wird entweder zu einer angloamerikanisch-deutschen Front in Westdeutschland führen, deren lebenswichtige Verbindungslinien in einem unzufriedenen Frankreich liegen, oder zu einem Abfall Deutschlands, also einer politischen Katastrophe. In jedem dieser Fälle würde sich der Traum des Kreml erfüllen: die Zerstörung der westlichen Allianz. Die andere Möglichkeit ist eine Rückkehr zu unserem ursprünglichen Ziel: die Wiedervereinigung Deutschlands unter Bedingungen, die es unmöglich machen würden, diesen Staat zu einem Werkzeug, Partner oder Anstifter einer Aggression werden zu lassen. Tatsache ist, daß Deutschland weiterhin eine Bedrohung des Friedens ist, solange es geteilt bleibt, und daß das Gleichgewicht der Kräfte es weder dem Westen noch dem Östen ermöglicht, über ein vereintes Deutschland die volle Kontrolle zu gewinnen. Nur ein neutralisiertes Deutschland kann den Weg zur Demokratie einschlagen und ein Freund Frankreichs werden. Die Rede des republikanischen Senators Flanders enthält so viele von Warburgs Postulaten, daß man sie getrost als ein Eintreten für den Warburg-Plan bezeichnen kann. Läßt sich das Auftreten des eigenwilligen Flanders, der durch seinen Feldzug gegen McCarthy bekannt wurde, noch als Einzelgängertum werten, so kann die Kritik, die sein Kollege Kefauver vor der Presse in Washington an der amerikanischen Außenpolitik übte, nicht mehr so leicht genommen werden. Es sei ein Fehler, erklärte Kefauver, sich ausschließlich auf Westdeutschland verlassen zu wollen, das„der traditionelle Feind der USA“ gewesen sei, während man den Alliierten Frankreich ausschalte. Niemand wisse, auf welcher Seite ein wiedervereintes Deutschland stehen werde. Was die USA in Deutschland beabsichtigen, sei geeignet, die Einheit der Demokratien zu zerstören. Adenauer sei zwar ein großer Mann, er werde jedoch nicht immer da sein. Kefauver kündigte an, daß die Außenpolitik in der Wahlkampagne eine große Rolle spielen werde. So isoliert diese Stimmen zur Zeit sind — sie haben doch die unerschütterliche Phalanx des USA-Senats in der Deutschland-Politik erschüttert. Die größte Bedeutung muß dabei wohl der Erklärung Kefauvers beigemessen werden, nicht nur, weil er weit mehr im Licht der Öffentlichkeit steht als James P. Warburg, sondern weil er als Bewerber um die 1952er Präsidentschaftskandidatur seiner Partei eine der prominentesten Persönlichkeiten unter den Demokraten ist. Das französische Verteidigungsministerium dementiert zwar, daß wegen der Vorgänge in Dien Bien Phu eine Untersuchung gegen General de Castries im Gange sei. Trotzdem können die Einzelheiten der gegen ihn erhobenen Vorwürfe, die der folgende Bericht aufzählt, nicht aus der Luft gegriffen sein. Von den Öffizieren geschnitten General de Castries steht im Mittelpunkt einer sensationellen Untersuchung über jene katastrophale Niederlage, welche die französische Armee vom Kopf bis ins letzte Glied zu erschuttern droht. Jedes Wort dieser Untersuchung ist geneim. Seitdem de Castries von einem zweiwöchigen Besuch bei seiner Frau in Paris „Rußland baut die größte Flotte der Welt.“ Solche Meldungen begleiteten im Westen die Nachricht von dem kürzlichen Auftauchen eines sowjetischen Flottenverbandes in der Nordsee und„starker“ sowjetischer Seestreitkräfte im Ostchinesischen Meer. Die britische Admiralität hatte Angaben über aufsehenerregende Flottenbaupläne Moskaus geliefert, Angaben, die zu leicht übersehen lassen, daß die sowjetische Kriegsflotte heute noch weit hinter der britischen oder gar hinter der amerikanischen zurücksteht und die auch außer acht lassen, daß die sowjetischen Möglichkeiten im Bau von Kriegsschiffen begrenzt sind. So stieß die Zweckverlautbarung der britischen Admiralität auf unverhohlene Skepsis. Sowjetische Planzahlen sind auch bei Kriegsschiffen nicht mit der Wirklichkeit identisch. Wie die Verhältnisse heute liegen, geht aus unserer Darstellung hervor. In der Klasse der schweren Kriegsschiffe(Schlachtschiffe und Kreuzer) stehen 118 amerikanischen und britischen Einheiten höchstens 24 sowjetische gegenüber. Bei den Flugzeugträgern lautet das Verhältnis 121:0, bei den Zerstörern 492:110. Lediglich bei den U-Booten haben die Sowjets ein zahlenmäßiges Übergewicht, das sich nach den britischen Angaben in den nächsten Jahren noch verstärken soll. Hierin liegt der Grund für eine Beunruhigung der westlichen Seemächte. Die Zahl der einsatzbereiten Sowjet-U-Boote soll heute mehr als doppelt so hoch sein wie die der deutschen im zweiten Weltkrieg. Bei diesen Zahlen ist zu bedenken, daß zwar der Schiffsbestand der Westmächte zlemlich genau bekannt ist, daß aber die Angaben für die Sowjetunion stets die Stuttgart.(dpa) Bundesernährungsminister Lübke und der Ehrenpräsident des Deutschen Bauernverbandes, Hermes, unterstrichen gestern auf dem Deutschen Bauerntag in Stuttgart die Bedeutung der bäuerlichen Selbsthilre zum Ausgleich der Ernteschäden. Lübke betonte, da die Verhältnisse von Dorf zu Dorf verschieden seien, sei eine individuelle Hilfe notwendig. nach Saigon zurückgekehrt ist, wird er den Blicken der Öffentlichkeit entzogen. Vor seiner Zimmerflucht im Saigoner Majestic-Hotel steht eine Wache. Ein geschlossener Wagen fährt ihn jeden Morgen zu den Verhören, die eine ganz neue Geschichte der Schlacht von Dien Bien Phu ergeben. Die französischen Öffiziere schauen zur Seite, wenn de Castries aus seinem Hotel eilt. Sie bleiben nicht mehr stehen, um ihm zuzulächeln, wie sie es in den ersten Tagen nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft zu tun pflegten. 8000 verweigerten den Befehl Trotz der Geheimhaltung sind sensationelle Tatsachen bekanntgeworden. Ganz offen heißt es, daß von der 11 000 Mann starken Garnison von Dien obere Grenze des zur Zeit Möglichen bezeichnen. Senator McCarran Hawthorne(Nevada). Der demokratische Senator des Staates Nevada. McCarran, ist in Hawthorne(Nevada) im Alter von 78 Jahren gestorben. Der Senator, ein ultrakonservativer Politiker, ist Mitverfasser des McCarran-Walter-Einwanderungsgesetzes. Hermes sagte, er sei sicher, daß durch steuerliche Erleichterungen und Beihilfen zur Bezahlung notwendiger Betriebsausgaben Wesentliches getan werde. Er bedauerte, daß immer wieder landwirtschaftlich genutztes Gelände bei Manövern beschädigt werde, obwohl es genug Truppenübungsplätze gebe. In der Preisgestaltung forderte Hermes Gleichberechtigung der Landwirtschaft mit anderen Wirtschaftszweigen. Bien Phu 8000 moralisch erledigt waren, bevor der letzte Ansturm begann. Sie saßen in ihren Erdlöchern und weigerten sich, zu kämpfen. Die letzte verzweifelte Phase der Schlacht um Dien Bien Phu wurde von nur 3000 Fallschirmjägern, Franzosen und Fremdenlegionären, geführt, die mit fanatischer Tapferkeit kämpften. Ihr Führer, Oberst Langlais, ist heute der Hauptankläger gegen General de Castries. Er behauptet, daß er und andere Stabsoffiziere vom zweiten Tage des ersten Vietminh-Angriffs an die eigentliche Leitung gehabt hätten. General de Castries, ein Kavallerie-Offizier, sei unfanig gewesen, das Kommando zu führen. Schwere Anklagen Weitere Vorwürfe werden erhoben: die Dschungelfestung hätte niemals an einer so isolierten Stelle angelegt werden dürfen. Das Gelände sei nur wenig ausgenutzt worden. Für unerwartete feindliche Artilleriemassierung seien keine Vorkehrungen getroffen worden. Der Artillerie-Kommandeur von Dien Bien Phu, Oberst Pirot, hätte heute vielleicht einen Teil dieser Vorwürfe auf sich zu nehmen. Er erschoß sich jedoch am zweiten Tage der Schlacht. Niederlage war unvermeidlich Nur senwache Versuche wurden unternommen, um vor dem Angriff der Vietminh-Truppen starke Verteidigungsstellungen auszubauen. Von Fallschirmjägern bei der ersten Landung ausgehobene Gräben wurden kaum verbessert. Ein ganzes Bataillon der Fremdenlegion wurde vernichtet, weil die erste feindliche Granate den Befehlsstand zerstörte und den ganzen Stab tötete. Die Legionäre wurden überrannt, bevor einer von ihnen das Gewehr anlegen konnte. Diese Vorwürfe erheben jetzt Oberst Langlais und andere Stabsoffiziere vor dem Untersuchungsausschuß in Saigon. Selbst im Gefangenenlager weigerten sie sich, mit General de Castries zu sprechen. Die Antwort des Generals ist, daß man ihn zum Sündenbock für eine unvermeidliche Niederlage machen wolle. Die Anklagen leugnet er als„vorgefaßten Plan zur Deckung der Unfähigkeit anderer Leute“. Allabendlich kehrt er in seine Hotelzimmer zurück, ein verbitterter Mann. Djakarta.(Reuter) Die indonesische Frauenorganisation„Perwari“ forderte das indonesische Parlament gestern auf, eine gesetzliche Regelung für die Ehen des Staatsoberhauptes Sukarno und anderer höherer Beamter einzuführen, „um das staatliche Prestige aufrechtzuerhalten“. Die Frauenorganisation legte der Regierung und dem indonesischen Volk nahe, nur die 29 Jahre alte Fatmawati, die erste Frau des 52jährigen indonesischen Staatspräsidenten, als„First Lady“ anzuerkennen. Nur ihre vier Kinder dürften auf Staatskosten erzogen werden. Sukarno hatte bei den indonesischen Frauenverbänden einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, als er vor drei Monaten eine 30 Jahre alte Witwe mit fünf Kindern heiratete. Die Frauenorganisationen erklärten. Sukamo habe seine erste Frau nicht um ihr Einverständnis gebeten. Als Moslem darf er bis zu vier Frauen nehmen, wenn die erste Frau damit einverstanden ist. „Zwillingsbruder der HJ“ London.(Korr.) Über den Einfluß der FDJ auf das Schulleben der Sowjetzone schreibt im„Daily Expreß“ Sefton DelDie Meinung der anderen Die verzuckerte Pille Times Der französisdie Ministerpräsident, der vorsidtig auf die Nationalversammlung in Paris sielit, mödite von der Londouer Kouferenz gerne einen Berg von Abkommen mit nach Hause nehmen. Er mödite nicht nur, daß die Ergebuisse eine Erklärung zur Wiederherstellung der deutschen Souveränität enthalten, sondern auch im selben Atemzug eine Erklärung über die Methoden, wie die deutsdie Wiederbewaffnung kontrolliert werden soll, ein deutsch-französisdes Saarabkommen und Versidierungen Großbritanniens und der USA, daß ihre Streitkräfte für die Laufzeit des Brüsseler Vertrages auf dem Kontinent stationiert bleiben Es ist die feste Ausicht der Franzosen, daß eine Abmadiung über die Wiederlierstellung der deutschen Souveränität nur dann genügend Aussicht liat, von der Nationalversammlung angenommen zu werden, wenn diese Pille versüßt wird. Es ist bekannt, daß die britische Delegation eine Verzögerung der Wiederlierstellung der deutsdien Souveränität, bis alle Einzelheiten über die möglidien Sidierheitsgarantien bei der Wiederbewaffnung vollständig sind, nicht unterstützen wird Figaro Die Neunerkonferenz hat noch nicht das Stadium des Abtastens hinter sich gelassen. Die Gegenüberstellung der Standpunkte hat bestätigt, daß ein Hindernis erster Ordnung besteht, von dessen Überwindung die Regelung aller anderen Probleme in einem großen Umfange abhängt. Diese Sdiwierigkeit kaun so umrissen werden: Frankreidi fordert, daß die aus dem umgemodelten Brüsseler Pakt entstehende europäische Organisation der wichtigste politische und militärisdie Bestandteil der EVG-Ersatzkoustruktion wird. Die anderen in Loudon vertretenen Mäcte wollen demgegenüber der NATO den Vorrang geben. Neue Zürcher Zeitung Einstweilen Herrschl eine etwas trügerische Harmonie, die darauf berulit, daß über die Wiederherstellung der deutschen Souveränität und über die Aufnahme der Bundesrepublik in den Brüsseler Pakt und in den Atlantikpakt zwischen allen Kouferenzpartuern eine äußerliche Übereinstimmung besteht. Der künstliche Optimismus, der auf Grund des oberflächlichen Eindruces entstanden ist, wird allerdings auf eine harte Probe gestellt werden, wenn man sich wieder mit der unuistößlichen Tatsache auseinanderzusetzen haben wird, daß über die Bedingungen, unter denen die Hauptpostulate verwirklicht werden sollen, noch keine Einigkeit erreicht wurde und daß die Absiditen von Mendès-France in Bezug auf die Kontrolle der deutschen Rüstung von der Auffassung der wichtigsten Partuer Frankreichs sehr stark abweichen. mer in ironischer Form, von den Schulen der Sowjetzone sei kein Wiederaufleben des Nationalsozialismus zu befürchten, denn nach allem, was er gesehen habe, seien diese Schulen niemals entnazifiziert worden, wenn auch die Hemdenfarbe von braun zu blau gewechselt habe. Die FDJ, so sagt Delmer, sei ein Zwillingsbruder der Hitler-Jugend. Delmer schildert dann den in den Schulen der Sowjetzone herrschenden militärischen Ton. das Melden und Strammstehen vor dem Lehrer und die einseitige Unterrichtung der oftmals uniformierten Schüler. Neue Erklärung Johns Berlin.(dpa) Dr. John gab nach mehrwöchiger Pause gestern abend eine neue Erklärung ab. in der er zur Bundestagsdebatte über seinen Fall Stellung nahm und gesamtdeutsche Verhandlungen zur Wiedervereinigung forderte. John verlas seine Erklärung über die SowjetzonenSender. John meinte, es gebe keine echten und überzeugenden Gründe, Verhandlungen mit den„Leuten in Pankow“ zu verweigern.„Stauffenberg und meine toten Freunde sind nicht für eine Bundesrepublik gefallen, sondern für Deutschland.“ Sowjetflotte noch weit zurück Die Möglichkeiten zum Bau von Kriegsschiffen eng begrenzt Bäuerliche Selbsthilfe bei Ernteschäden Lübke und Hermes sprachen zum Bauerntag Die Doppelehe des Staatspräsidenten Indonesiens Frauenorganisationen laufen Sturm ROMAN VON EDGAR KAHN Copyright by Carl Duncker. Berlin W 35 (30. Fortsetzung) Sein Bruder! schießt es Lotte durch den Kopf. Sein kleiner Bruder! Also, Lotte!" Sie hört sich reden.„Natürlich kannst du mit mir rechnen!“ hört sie sich sagen. „Wenn du mich erpreßt? Warum soll ich dir dann nicht den kleinen Gefallen tun, heimlich bel Hannes ein bißchen zu spionieren, was gegen deinen Ausländer geplant wird? Für so hausbacken wirst du mich doch hoffentlich nicht halten! Sagst ja selbst, daß ich sehr praktisch bin! Willst mich dafür belohnen, daß ich geschwiegen habe; dafür muß ich dir doch dankbar sein! Hannes darf seine Stellung behalten, ich meine Wohnung, und alles findet seine schöne Ordnung!“ Walter blickt Lotte ratlos an und sagt zögernd:„Es geht nicht anders; wenn du ruhig darüber nachdenkst, Lôtte...“ „Geh doch schon!“ Sie hält sich nur noch mühsam aufrecht.„Nun geh doch endlich! Schriftlich willst du das doch hoffentlich nicht von mir haben—“ Draußen auf dem Flur, schon in Hut und Mantel, lauscht er noch einen Augenblick, möchte am liebsten noch einmal zurück. Aber im Zimmer ist alles still. Da zieht er behutsam die Korridortür hinter sich zu. Der Bauschlosser Otto Gräber ist denkbar schlechter Laune. Kurz nach ein Uhr hat die Tiefbaukolonne des Elektrizitätswerks damit begonnen, seinen Kabelschacht aufzugraben, und nun sieht er sich im Dunkeln— er hat den ganzen Tag verbissen in seiner Werkstatt gearbeitet— dea-Flurschaden“ draußen an. Sehr weit sind die vier Mann bei ihrer Buddelei noch nicht gekommen. Zehn Meter höchstens. Hundertsiebzehn Meter mißt das Kabel über die gesamte Länge. Angenommen, der Marder, der an seiner Ader saugt, hängt irgendwo da hinten, dann kann das lange dauern. Inzwischen brummt sein Zähler munter weiter. Eigentlich brauchte sich Otto Gräber deswegen keine grauen Haare wachsen zu lassen, denn für die Schweinerei anderer kann man ihn nicht verantwortlich machen. Kann man nicht? Gräber gehört zu jenen Menschen, die ungern für sich denken lassen. Das hat er beim Kommiß lange genug gemußt. Jetzt denkt er die kleinen Dinge des täglichen Lebens, mit denen er in Berührung kommt, selbst wieder logisch und exakt zu Ende. Bei dieser Gedankenarbeit ist er heute nachmittag plötzlich auf einen Punkt gestoßen, der ihm nun— es geht auf zehn Uhr abends— immer noch zu schaffen macht. Fest steht, daß dieser Bursche, der an seinem Kabel hängt, ein ganz durchtriebener Halunke ist. Wenn der nun beobachtet, daß hier gleich vier Mann hoch den Kabelschacht aufreißen, dann muß der doch beklopft sein, wenn er sie, ohne eine Hand zu rühren, bis an seine Abzweigung herankommen läßt. Was wird der also höchstwahrscheinlich tun? Der wird seine Gratisstromquelle mal eben abhängen, die abgelöste Isolierung wieder säuberlich zuwickeln, die Hamsterlöcher verstopfen, glattmachen, und was ist dann die Folge? Die Folge ist, daß die Stelle nicht gefunden wird und Otto Gräber zum bitteren Ende den ganzen Kitt selbst bezahlen muß. Deshalb geht Otto Gräber nun zur Wache 46 am Vierländer Damm und erstattet Anzeige. Polizeimeister Cordua macht jetzt bereits seit drei Stunden Nachtdienst. Zuerst hat er eine kleine Inspektion veranstaltet und festgestellt, ob alles da ist, wohin es gehört. Dann hat er sich das Tagebuch vorgenommen und aufmerksam gelesen, was sich in seiner Abwesenheit von eins bis sieben zugetragen hat. „Nichts von Bedeuung eigentlich. Frau Weske, die in der Siderstraße noch nachmittags um fünf Teppiche geklopft hat, ist ordnungsgemäß auf das Unrechtmäßige ihres Tuns aufmeksam gemacht worden, daß sie im Wiedrholungsfalle mit einer Anzeige zu rechren hat. In der Lindlerstraße hat Wachtmeister Steffens erneut zwei„Schatzgräber“ aufgestöbert und dese zum letzten Male verwarnt. Dabei nuß Polizeimeister Cordua an Otto Oberänder denken, der bis sechs Uhr seine Budellöcher zugeworfen haben will. Er mui lächeln, wenn er an den kleinen Ott denkt. Nun witi es schon etwas ernster. Der Mechanikelehrling Günter Reinowski, der vermitlich mit seinem Fahrrad von der Arbitsstelle auf der Fahrt nach Hause(ar, ist am Billhorner Röhrendamm on einem Lieferwagen angefahren worder hat sich dabei eine Gehirnerschütteung zugezogen und mußte mit dem Kranknauto abtransportiert werden.„Peter Il“ war auch dabei. Oberwachtmeister Krau hatte die Bremsspuren ausgemessen Nach drei Augenzeugenberichten hat der Lieferwagenfahrer Honigbaum, der Rexohl vom Gemüsemarkt nach Hause fairen wollte, die Schuld; der Winker an senem„Goliath“ war nicht draußen. Besonders eingehend aber hat sich Polieimeister Cordua dann mit dem Bericht aus dem Hauptquartier beschäftigt, hat sich die Nummern der beiden Volkswagen die in der vergangenen Nacht gestohlen wurden, extra notiert und auch seinen Männern befohlen, das zu tun. Die sind jetzt teils auf Streife, teils machen sie „Foftein“. Nur Wachtmeister Steffens sitzt bei ihm im Zimmer und klappert seine letzten Jagderlebnisse in die„Urania“, an der die Type„Komma, Fragezeichen“ fehlt. Steffens ist Spezialist für unbeleuchtete Fahrräder und hat davon heute drei erwischt. Die Kommas setzt er später mit Tinte ein. Das Fragezeichen braucht er nicht; die Übertretungen konnten nicht geleugnet werden, weil pp. Wiedemann (durch Kennkarte ausgewiesen), pp. Klopsch(laut Postsparbuch) und die pp. Schöpke(laut Hochbahnmonatskarte) das Fehlen jeglicher Lichtquellen an ihren Rädern zugegeben haben. Die drei bekommen nun mit Sicherheit eine Anzeige. Da klopft es. Otto Gräber kommt herein, stellt sich an der Barriere auf und wartet erst mal ab. Wachtmeister Steffens schreibt noch schnell den letzten halben Satz zu Ende, spannt den Bogen aus, steht auf und fragt höflich:„Sie wünschen?“ Auch Hannes, der gerade das Tagebuch sorgfältig wegschließt, blickt auf, erkennt den Spätbesucher, kommt ebenfalls heran und sagt mit jovialer Freundlichkeit:„Nanu, Herr Gräber, was führt denn Sie noch so spät zu uns?“ „Tja“, sagt Otto Gräber und kratzt sich leicht verlegen im Genick:„So einfach ist das nicht gesagt; ich muß hier jemanden anzeigen, den ich gar nicht kenne.“ „Anzeige gegen Unbekannt also!“ sagt Polizeimeister Cordua und blickt Otto Gräber ermunternd an.„Sind Sie bestohlen worden?“ „Und ob!“ sagt Otto Gräber grimmig. „Wenn ich den erwische! Kleinholz mache ich aus dem!“ Auf diese Ankündigung einer beabsichtigten körperlichen Auseinandersetzung kann Hannes natürlich nicht eingehen. Außerdem hält er nichts von im Affekt ausgeübter Selbstjustiz. Das Strafmaß bestimmt die Behörde. Vorausgesetzt natürlich, sie hat den Dieb. Den kennt zwar Otto Gräber nicht. Der weiß nur, was ihm gestohlen worden ist, aber das andere macht dann eben die Polizei. Also fragt Hannes:„Um was handelt es sich denn, Herr Gräber?“ „Um Kraftstrom!“ sagt der.„Um mindestens fünfhundert Kilowatt! Sehen Sie sich den Schamott in der Marckmannstraße mal an! Die reißen mir da womöglich die ganze Straße auf! Und wenn sie dann nischt finden? Nee. Herr Hauptwachtmeister, das ist nun Sache des öffentlichen Interesses!“ „Das beste ist“, sagt Hannes nun mit jener Duldsamkeit, die er aus langjähriger Erfahrung hat, denn er weiß, daß bei jeder Anzeige immer erst einmal die Suppe aufgespeicherten Grolls zum Überkocher kommt,„Sie erzählen alles hübsch der Reihe nach. Also Kraftstrom hat mar Ihnen gestohlen. Wie ist denn das nach Ihrer Meinung zugegangen?“ Otto Gräber sieht nun auch ein, daß er zu weit hinten angefangen hat. Er geht also den ganzen Sorgenweg noch einmal zurück. Bis zu dem Zählerableser Schmidt, der ihm gesagt hat:„Da haben Sie ja ganz schön was an der Leitung hängen!“ Richtig dramatisch erzählt er das. Man kann die Zählerscheibe förmlich rasen sehen. Als die Geschichte zu Ende ist, reißt zwar Titus, der am Ofen liegt, weit den Rachen auf und gähnt gelangweilt, aber Polizeimeister Cordua sagt befriedigt:„So, Herr Gräber, nun bringen wir das mal hübsch säuberlich zu Protokoll. Damit Ihre Anzeige Hand und Fuß bekommt!“ (Fortsetzung folgt) Der Löwenbändiger stürzte in den Wagen des Chefs und brüllte:„Herr Direktor! Herr Direktor! Der Zirkus brennt!“ „Nur mit der Ruhe“, brummte der Direktor.„Rufen Sie rasch den Feuerfressen!“ 119. Jahrgang— Nummer 227 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Donnerstag, den 30. September 1954 Pflaumenzeit Im Reigen der herbstlichen Früchte lockt das dunkle Blau der Pflaumen in den Schauientern der Obsthandlungen, auf den Wagen der fliegenden Verkäufer und in den Buden des Wochenmarktes. Die Hausfrauen freuen sich über die Fülle der schmackhaften Früchte, und die Augen der Kinder leuchten beglückt und begehrlich. Die sorgende Hausfrau„deckt“ sich in Mengen ein und die Kochbücher nennen unzählige Rezepte zum Einmachen: Zwetschen in Zucker, Zwetschen in Zuckeressig und Pflaumenkompotte und-Marmeladen verschiedenster Art. Pflaumenkuchen und Pflaumentorten verführen zum Ueberladen des Magens— aber sie schmecken so gut! Die Pflaumen sind keine„Saisonfrüchte“. Sie überdauern durch das Geschick und die Vorliebe der Hausfrauen die Zeiten. Sie grüßen selbst im kalten Winter die„Leckermäuler“ und schmücken manches Fest. Trotz des verregneten Sommers ist auch in diesem Jahr die Pflaumenernte recht erheblich, so daß alle Pflaumenwünsche wohl erfüllt werden können zusammenhängenden Fragen. Der Vorsteher des hiesigen Finanzamtes und sein Vertreter waren ebenfalls anwesend Auswärtige Käufer bei der NutzholzverSteigerung. Das Forstamt Olpe hatte für Dienstagmorgen eine Nutzholzversteigerung im Hotel„Kölner Hof“ anberaumt, die von zahlreichen Interessenten, besonders auswärtigen, besucht war. Die Nachfrage war lebhaft. Es handelte sich in der Hauptsache um Nutzholz aus einem Fichtenabtrieb in Rehringhausen. Die derzeitigen Preise sind gegenüber den Sommerpreisen um etwa 1/ angezogen. Keine große Beute. Unbekannte Täter stiegen in der Nacht zum Dienstag in die Büroräume einer hiesigen Fabrik ein Schreibtische wurden aufgebrochen. 50 DM. 11/ Ds. Nescafe sowie Kaffeetoffel entwendet. Der Gesamtschaden beträgt etwa 80 DM. Nach langer Zeit erwischt. Einen Autoreifen-Diebstahl aus dem Jahre 1952 konnte die hiesige Kripo jetzt aufklären. Einer der Diebe ist jetzt geständig. Sein Komplice sitzt z. Z. wegen eines anderen Deliktes hinter Schloß und Riegel, so daß man keine Fahndung einleiten brauchte. Kurzberichte aus dem Kreise Olpe Härteausgleich bei Besatzungsschäden Beihilfen können in nachweisbaren Härtefällen sofort beantragt werden Olper Stadtspiegel Bund der Kinderreichen. Am Samstag ist um 20 Uhr im Hotel„Kölner Hof“ die Monatsversammlung des BdkF. Der Präsident des Bundes, Hinkens, sowie sein Vertreter, Krupinski, werden anwesend sein. Mit dieser Versammlung ist eine Buchausstellung verbunden. Landesvorsitzender Solbach wird anläßlich des einjährigen Bestehens des Ortsverbandes Olpe einen Rückblick geben über die bisher geleistete Arbeit. Alle Mitglieder werden erwartet. Die Kraftverkehr Olpe A.-G. hatte am Dienstagnachmittag in Tillmanns Hotel zu der ordentlichen Generalversammlung eingeladen, worüber wir noch berichten werden. Jungschartag mit Wimpelweihe. Die Mitglieder der kath. Jungscharen hatten vergangenen Sonntag ihren großen Tag. Höhepunkt der Feierlichkeiten waren die Wimpelweihe und das Treuegelöbnis der Jungen in der Kreuzkapelle, das Vikar Honiver abnahm. Es sei ein heiliges Versprechen, so mahnte der Geistliche, das auch Verpflichtungen mit sich bringe. Das heiße: oft ein Kreuz tragen. Man solle dabei aber immer auf den Herrgott vertrauen, der es durch seinen Sohn vorantragen lassen habe. Morgens hatten die Jungschärler eine gemeinsame Messe und eine Feierstunde im Jugendheim. Einhundert kleine Ballons mit Kreuz und Aufschrift wurden aufgelassen, um den Tag der kath. Jungschar auch über die Grenzen des Kreisgebietes hinaus zu verkünden. Am Neubau der Lister- und Lennekraftwerke, In der Wüste, werden augenblicklich die Einfriedigungsarbeiten und die gärtnerischen Arbeiten durchgeführt. Der gesamte Baukomplex macht schon jetzt einen passablen Eindruck. Zwischen Lütringhausen und Stachelau wurde Montag nachmittag ein Lkw von einem verkehrswidrig fahrenden Pkw in den Graben gedrückt, wobei ein Telegrafenmast umgefahren wurde. Der Lkw wurde leicht beschädigt. Der Pkw konnte bis heute nicht ermittelt werden. Steuerberater trafen sich. Dienstag abend trafen sich im Hotel„Kölner Hof“ die Mitglieder im Verband der Buchsachverständigen und Helfer in Steuersachen, Ortsstelle Olpe. Die Zusammenkunft diente, wie in der Vergangenheit regelmäßig in Siegen, einer Aussprache über Steuerangelegenheiten und anderer damit Kreis Olpe. Nach den früheren besatzungsrechtlichen Bestimmungen mußten die vor der Währungsreform eingetretenen Besatzungsschäden, soweit sie erst in der DM-Zeit abgegolten wurden, in Reichsmark festgesetzt und im Umwertungsverhältnis 10,00 RM= 1,00 DM in Deutscher Mark ausgezahlt werden. Dadurch können unter Umständen außergewöhnliche Härtefälle entstanden sein. Für solche Fälle, wo Besatzungsschäden an Hausrat und Gegenständen des notwendigsten persönlichsten Bedarfs aufgetreten sind und eine durch einen Besatzungsschaden hervorgerufene Notlage bisher noch nicht überwunden werden konnte, können Beihilfen gewährt werden. Es handelt sich bei Gewährung dieser Beihilfen nur um eine einmalige Möglicheit, außergewöhnliche Härtefälle zu mildern, keinewegs aber um eine Aenderung des früheren abgewerteten Reichsmarkanspruches noch um die Anerkennung einer Rechtspflicht. Beihilfen stehen nur in beschränktem Umfange zur Verfügung. Wer glaubt, das er die Voraussetzungen für die Gewährung einer Beihilfe erfüllt, tut gut daran, sich möglichst bald beim nächsten Besatzungskostenamt— für den Landkreis Olpe in Siegen— zu melden. Da die Beihilfen nur in einem beschränkten Umfange zur Verfügung stehen, kann eine verspätete Antragsstellung zur Folge haben, daß der Antrag unberücksichtigt bleibt. Bei Schwarzfahrten Fahrzeughalter haftbar Nicht schuldhaft ermöglichen, sonst Schadenersatz Kreis Olpe. Daß das Abziehen des Zündschlüssels allein, besonders bei einem Motorrad keine genügende Sicherung gegen Diebstahl ist, hat sich herumgesprochen und bei den Gerichten wiederholt zu der Entscheidung geführt, daß Diebstahlsversicherungen in solchen Fällen wegen „grober Fahrlässigkei“ nicht zu zahlen brauchen. Das Landgericht Verden hatte sich in einem Urteil mit einer anderen Konsequenz dieser ungenügenden Sicherung eines Motorrades zu beschäftigen. Ein Motorradfahrer hatte seine Horex, währnd er in einer Gastwirtschaft war, nur durch Abziehen des Zündschlüssels gesichert. Auf der Straße herrschte lebhafter Sonntagsverkehr. Ein Landarbeiter, der an der Gaststätte vorbeikam, setzte das Motorrad in Betrieb, indem er den Zündkontakt dadurch wiederherstellte, daß er Streichhölzer in das Zündschloß einklemmte. Es gelang ihm so, den Motor in Gang zu setzen, jedoch nicht, das Licht einzuschalten. Mit dem unbeleuchteten Motorrad fuhr der Landarbeiter in eine Personengruppe und verletzte einen Burschen schwer. Der Verletzte nahm in einem Schadenersatzprozeß nicht nur den Landarbeiter, der das Motorrad unberechtigt benutzt hatte in Anspruch, sondern verlangte auch von dem Eigentümer des Motorrads SchaWinter-Fahrplan der Kraftverkehr Olpe A.-G. Kreis Olpe. In einem handlichen Taschenformat hat die Kraftverkehr Olpe A.-G. ihren Winterfahrplan 1954/55 herausgegeben. Die Fahrpläne enthalten elne gute Uebersicht des fahrplanmäßigen Linienverkehrs. Darüber hinaus sind Anschlüsse an den Postomnibus, Bundesbahn-Omnibus und an die fahrplanmäßigen Züge des Winterfahrplanes der Bundesbahn ersichtlich. Die Fahrpläne sind beim Fahrpersonal sowie auf der Hauptverwaltung in Olpe, dem Betriebsbüro in Olpe und den Betriebsstellen in Altenhundem und Attendorn zu haben. Der Preis beträgt 0,20 DM. denersatz. Das Landgericht verurteilte den leichtsinnigen Eigentümer des Motorrades tatsächlich zum Schadenersatz, weil er die Schwarzfahrt schuldhaft ermöglicht habe. Er habe nämlich nicht die Sorgfalt angewandt, die von ihm als Fahrzeughalter nach§ 7 des Straßenverkehrsgesetzes verlangt werden könne. Er habe nämlich nicht alle ihm erkennbaren Möglichkeiten ausgenutzt, die unbefugte Benutzung seines Motorrades durch einen Dritten zu verhindern. Zum Vorwurf sei ihm nämlich zu machen, daß er das an seinem Motorrad angebrachte Lenkschloß nicht abgesperrt habe. Wenn er das nicht wollte, hätten er den in unmittelbarer Nähe der Gastwirtschaft befindlichen bewachten Parkplatz benutzen können. Weil er diese zusätzlichen Sicherungsmöglichkeiten nicht in Anspruch genommen habe, habe er seine Sorgfaltspficht als Kraftfahrzeughalter verletzt und die Schwarzfahrt ermöglicht. Medizinalrat Dr. Polle 25 Jahre Kreisarzt im Kreise Olpe Kreis Olpe. Medizinalrat Dr. Polle wurde am 1. Oktober 1929 zum Kreisarzt des damaligen staatl. Gesundheitsamtes in Olpe ernannt. Aus kleinen Anfängen hat er das Amt zu seinem heutigen sehr umfassenden Arbeitsbereich geführt. Beim politischen Umschwung 1933 blieb er im Amt, genauso wie auch nach dem letzten verlorenen Kriegę. Es ist hervorzuheben, daß es ihm immer gelungen ist, das Vertrauen bei der Bevölkerung zu erhalten. Daß dies keine leichte Aufgabe gewesen sein muß, kann jeder ermessen, der das vielseitige Aufgabengebiet des Amtsarztes dieser vergangenen 25 Jahre kennt. Versicherungsgesellschaften, Behörden u. Verwaltungen bedienen sich gleicherweise des Kreisarztes als Vertrauensarzt und es läßt auf eine geschickte Amtsführung schließen, wenn es Dr. Polle in der vergangenen Zeit gelungen ist, sich die Achtung und das Vertrauen der ganzen Bevölkerung zu erhalten. Die Vielfältigkeit der amtsärztlichen Aufgaben bedingt es, daß in 25 Jahren der größte Teil der Kreisbevölkerung direkt oder indirekt einmal mit dem Gesundheitsamt und seinem Leiter in Verbindung getreten ist. Wir glauben mit Recht sagen zi dürfen, daß die ganze Bevölkerung an dem so seltenen Jubiläum des auch von seinen Mitarbeitern hochgeschätzten Medizinalrat Dr. Folle Anteil nimmt. Herzlichen Glückwunsch! Personalien Olpe. Kreisamtsgehilfe August Becker. Kampstraße 36 wohnhaft, trat wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand. Der jetzige Pensionär war bei den Kreisamtsangehörigen wegen seiner steten Hilfsbereitschaft sehr beliebt und erfreut sich großer Wertschätzung bei der Bevölkerung. Leider ist sein Gesundheitszustand nicht mehr so, wie man es ihm wünschen könnte. Herr Becker war vor seiner hiesigen Tätigkeit in Bitburg und kam am 1. Mai 1941 zum damaligen Landratsamt Olpe. Von der Kreisverwaltung wurde er nach 1945 übernommen. Beauftragte der Kreisverwaltung ehrten den langjährigen Amtsgehilfen in einer schlichten häuslichen Feier. Olpe. Der Ingenieur für Vermessungstechnik, Johannes Kordes, In der Wüste 17 wohnhaft, begeht am 1. Oktober beim hiesigen Katasteramt sein 25jähriges Dienstjubiläum. Herzlichen Glückwunsch! Neue Kurse des Steno-Vereins Altenhundem. Der Stenografenverein führt im Progymnasium verschiedene neue Kurse durch. So beginnt am 1. Oktober um 18.30 Uhr ein Maschinenschreibkursus und am 7. Oktober um 19.30 Uhr ein Kurzschriftlehrgang für Anfänger. Anmeldungen im Progymnasium. 40jähriges Dienstjublläum Wenden. Amtsoberinspektor Heinrich Schrage kann morgen auf eine 40jährige Tätigkeit bei der Amtsverwaltung Wenden zurückblicken, die nur durch eine zweijährige Militärdienstzeit unterbrochen wurde Der Arbeitsjubilar, der am 1. Oktober 1914 als Lehrling bei der Amtsverwaltung eintrat, erfreut sich im Amt Wenden und bei seinen Arbeitskollegen großer Beliebtheit. Herzlichen Glückwunsch! Diensträume werden renoviert Drolshagen. Nach der Renovierung einiger Diensträume im Verwaltungsgebäude des Amtes Drolshagen, befindet sich die Amtskasse(bisher Zimmer 2) jetzt in Zimmer 5. Das Sozial-, Standesund Steueramt ist in das Zimmer 4 übergesiedelt und die Diensträume des Bauamtes(bisher Zimmer 23) befinden sich vorläufig in Zimmer 6 Schulmilch nicht teurer Kreis Olpe. Aus gegebener Veranlassung weisen wir darauf hin, daß die Schulmilch(¼-LiterFlaschen) anläßlich der Preiserhöhung der Milch nicht betroffen wird. An der Qualität der Trinkmilch: ist nicht zu zweifeln. Achtung, Altsparer! Kreis Olpe. Die Zweite Verordnung zur Durchführung des Altsparergesetzes(2. ASpG-VD) vom 9. Juli 1954(Bundesgesetzblatt I S. 190) legt unter anderem den Beginn der Frist fest, innerhalb welcher Anträge auf Entschädigung nach dem Gesetz gestell: werden können. Die Antcagsfrist für Entschädigungsansprüche aus Spareinlagen(ausgenommen Postspareinlagen) und aus Bausparguthaben begann mit dem 1. August 1954. Die Anträge sind ausschließlich bei den Geldinstituten (Banken und Sparkassen) einzureichen. Dort sind auch die amtlichen Formblätter erhältlich. Kirchveischede. Die Poststelle I cer Bundespost befindet sich ab 1. Oktober im Hause Wilhelmi, Hauptstraße 21 St. Michaelsfeier Altenhundem. Wie alljährlich versammelte sich am Michaelstag die kath. Jugend bei der Michaelskirche zu einer besinnlichen Feierstunde, in der Lesungen stattfanden und Lieder gesungen wurden. Vikar Östrup steilte in seiner Predigt St. Michael als Vorbild der Jugend hin und rief zur Nacheiferung auf. Seinen Verletzungen erlegen Halberbracht. Anno Libau, 25 Jahre alt, von hier, der am 20. September mit seinem Fahrrad auf der Bundesstraße 236 von einem Pkw angefahren und schwer verletzt wurde, ist, wie uns nachträglich mitgeteilt wird, am 22. September seinen Verletzungen im Elsper Krankenhaus erlegen. R. i. p. Altenhundem. Freitag ist um 18 Uhr det Gemeinderat Kirchhundem zu einer Sitzug im Bahnhofshotel eingeladen. Der Gemeindedirektor soll gewählt werden. Richtkranz über dem Progymnasium Heute beginnt der Festakt um 15 Uhr„Am Biertappen“ Altenhundem. Hoch über den Dächern von Altenhundem ragen die drei Bauten des neuen Progymnasiums im Rohbau hervor. Das Richtholz auf dem Bau„A“ wird heute aufgebracht, nachdem bereits die beiden anderen Bauabschnitte ihre Dachverschalung erhalten haben. Die drei Bauten sollen noch vor dem Winter unter Dach und Fach gebracht werden. Das gemeinsame Richtfest ist um 15 Uhr in Anwesenheit von Vertretern der Schul- und Verwaltungsbehörden. Die Schulkinder werden bei der Feier mitwirken. Recht umfangreich waren die Arbeiten für die drei Bauabschnitte. Mit Planierraupe und Preßlufthämmern ging zunächst die Ausschachtung der Erd- und Felsmassen an dem steilen Gelände vonstatten, bis dann die Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen Behle, Mees und Schmidt mit den Beton- und Maurerarbeiten beginnen konnten. Trotz der anhaltenden regnerischen Witterung in den Sommermonaten nahmen die Arbeiten einen guten Fortschritt, und es ist anzuerkennen, daß heute bereits das gemeinsame Richtfest der drei Bauabschnitte gefeiert werden kann. Wenn der Neubau des Progymnasiums in allen l'eilen mit den vorgesehenen gärtneriechen Anlagen einmal fertiggestellt sein wird, ist zu erwarten, daß sich das Bauobjekt auf dieser Höhe am Biertappen mit dem Blick auf die Sauerländer Berge und dem Panorama von Altenhundem recht wirksam ausnehmen wird. Abschied von Pfarrer Albert Altenhundem. Wir berichteten bereits darüber, daß Pfarrer Albert, der sechs Jahre lang segensreich in der ev. Gemeinde Altenhundem-Meggen gewirkt hat, mit Ende dieses Monats Abschied nimmt und in den Ruhestand tritt. Der letzte Sonntag galt seiner Verabschiedung. Im Vormittagsgottesdienst, der von Darbietungen des Kirchenchores und Posaunenchores feierlich gestaltet wurde, nahm Pfarrer Albert Gelegenheit, sich in bewegten Worten von seiner Gemeinde zu verabschieden und einen Rückblick zu geben auf die Jahre seiner Tätigkeit in der Gemeinde Altenhundem-Meggen. Superintendent Köllner übermittelte den Dank der Gemeindegl'eder. Im Gemeindesaal war abends eme besinnliche Abschiedsfeier, in deren Verlauf dem scheidenden Pfarrer nochma's Dank und Anerkennung für seine seelsorgerische Tätigkeit ausgesprochen wurden. ...man siehtwas man rauchf! Wer möchten Sie sein? Diese Frage stellte ein amerikanisches Frauenmagazin an eine Reihe von Persönlichkeiten. Zwei Bedingungen waren an die Antworten geknüpft: Jeder der Befragten durfte sich sein Ideal nur im Kreise des eigenen Geschlechtes suchen, und die Antwort mußte begründet werden. Jane Russell antwortete:„Ich möchte Ethel Barrymore(die„first lady“ des amerikanischen Theaters) sein, denn sie kann wirklich spielen.. Harry S. Truman antwortete: „Ich möchte Harry S. Truman sein. Nicht weil ich mich so besonders schätze, sondern weil es vorzüglich angenehm ist, als„Mr. President“ angesprochen zu werden, ohne die Verantwortung des„,Mr. President“ zu tragen.“ Spencer Tracy antwortete: „Ich möchte Charles Lindbergh sein. denn er fürchtet sich nicht, in einem einmotorigen Flugzeug den Ozean zu überqueren, während ich mich bisher noch nie getraut habe, ein viermotoriges Passagierflugzeug zu betreten.“ 2000 Werke sah die Jury „Westfälische Kunst 1954“ in Münster— Hätte man doch noch gründlicher gesiebt! Bis zum 31. Oktober stellt sich die Ausstellung„Westfälische Kunst 1954“ im Landesmuseum Münster dem kritischen Für und Wider des Kunstfreundes. Über 270 Arbeiten von Malern, Graphikern und Bildhauern wollen einen Querschnitt durch die künstlerischen Leistungen der aus Westfalen stammenden und im Lande tätigen Kräfte sein. Sind sie es? Wenn man erfährt, daß an den Augen der Jury 2000 Werke vorbeigingen, von denen mehr als 1700 als„ungeeignet“ ins Abstellmagazin wanderten, so wird man schlußfolgern, daß die Ausstellung nun wirklich die gültige Manifestation westfälischer Gegenwartskunst sei, zumal das Vorwort des Katalogs die Zusicherung gibt, die strenge Auswahl sei allein von dem Gedanken bestimmt gewesen,„die wertvollsten Leistungen zur Geltung zu bringen“, Nun, wir zweifeln dieses Bemühen nicht an, aber die letzthin gültige Aussage über das gegenwärtige Kunstschaffen Westfalens kann in Münster schon deshalb nicht gemacht werden, weil wir wesentliche Namen in der Ausstellung vermissen. Z. B. ist Hans Kaiser, Soest, dessen ausgeprägte künstlerische Position ein markanter Teil westfälischer Kunstäußerung ist, nicht vertreten. Aber, abgesehen davon: das Beieinander von Wert und Fragwürdigkeit in der Ausstellung könnte im interessierten Kreis zu einem klärenden Streitgespräch führen. Darf man sagen, daß das Sieb der Jury noch weitere 150 Arbeiten in den Maschen ihres Urteils hätte hängen lassen können? Wieviel leichter wäre es dann, der Ausstellung das Geltungsmonopol als echten Querschnitt westfälischer Gegenwartskunst zu gewähren! Von allen Künstlergruppen scheint sich die Vereinigung„Junger Westen“ am stärksten in den Vordergrund geschoben zu haben. Hier ist allerdings nur an den zahlenmäßigen Bestand des Vorgewiesenen gedacht. Wir haben uns in der Montag-Ausgabe bereits der Verpflichtung unterzogen, auf das Werk Karl Ehlers. des diesjährigen Conrad-von-Soest-Preisträgers, in kurzem Wort hinzuweisen, und wir sagten es schon, daß die Ehrung der Preiszuerkennung zweifellos an die stärkste künstlerische Kraft der Ausstellung ging. Mag man über Ehlers„Vermummten“ oder über eine der anderen gezeigten Arbeiten geteilter Meinung sein, im Grunde präsentiert sich ein meisterhafter Bildhauer, der im Abwägen, Zuordnen und Kontrastieren der funktionellen Spannungen die reine Gesetzmäßigkeit der Plastik erfüllt. Gerne quittiert man die Begegnungen mit Künstlern, deren Profil seit Jahr und Tag gefestigt ist, die den Wertstempel der echten Originalität besitzen oder eine klug gewählte Tradition zur stabilen Grundlage für individuelle Möglichkeiten machen. Nennen wir hier: Hans Achenbach, Hubert Berke, Heinrich Berges, Theodor Brün, Carl Busch, Gustav Deppe, Alfred Kitzig, Hanns-Hubertus Graf v. Merveldt, Hugo Mumme, Bernhard Peppinghege, Jo Pieper, Walter Schöttler, Paul Werth, Clemens Wieschebrink, Fritz Winter u. a., die in der deutschen Kunst-Arena bereits festliegende Einordnungen erfuhren. Fragt man uns nach Überraschungen, nun, man wird uns einer Antwort entheben müssen, es sei denn, daß man die Träger des vom Westfälischen Kunstverein gestifteten Preises im Sinne neu aufkommender Talente erkennt. Beide, der Autodidakt Fritz Mecking und der aus der Münsterschen Werkschule herausgewachsene Günther Krewerth, erweisen sich zwar als ernsthafte Beschwörer von Gestaltungsproblemen, aber zu einem abschließenden Urteil berechtigt une die kleine. In Münster vorgezeigte Auswahl nicht. Man wird ja sehen, was in ein, zwei Jahren mit ihnen ist. Drei Namen aber wollen genannt sein, die unser Interesse über das normale Maß hinaus verpflichten, drei Persönlichkeiten, die ein ungemein feines Gespür dafür haben, daß die Würde der Kunst auch auf ihrem Gehalt an Wahrheit und ihrem Mut zu neuen For men beruht. Da ist einmal Ruth Engstfeld-Schremper, deren Ausstellungsplakat, eine farbige Lithographie, schon sehr viel über das Spezifische dieses Talentes aussagt. Wir betrachteten die drei lithographischen Blätter der Ausstellung mit rechter Anteilnahme, Leistungen, die wir als bedeutendes künstlerisches Versprechen empfanden. Zum anderen ist da Wolfgang Fräger, dessen drei Holzschnitte überzeugende Urkunden sind, moderne Möglichkeiten einer alten Kunsttechnik zu entdecken und zu suggestiven Blättern zu führen. Endlich muß Kurt Pohle genannt sein, der ein biblisches Thema ausschöpft, nicht in ästhetisierender Gestaltung, sondern erfreulich kühn, eigenwillig in geistiger Ausdeutung und Formung. Im Sinne eines gesunden Außenseitertume empfindet man den Mataré-Schüler Heinrich Wilthelm, dessen Mehrfarbenschnitte Motive aus der Vogelwelt gestalten, zu erstaunlichen Leistungen geführt. In jedem Blatt lebt ein hoher Grad harmonischer Spannung. Be. Feigenblattgondel, Marschlied, Mauseloch Hörspiel- und Featureprogramm des NWDR Der NWDR plant für den Winter 1954/55 30 Hörspielsendungen, darunter 23 Uraufführungen von Originalhörspielen, zwei Romanbearbeitungen, zwei Funkfassungen moderner Theaterstücke und im Laufe einer Programmwoche die drei Iphigenien von Euripides, Goethe und Gerhart Hauptmann. Wie außerdem mitgeteilt wurde, werden in zwei Sonderveranstaltungen die musikalische Farce „Das Atelierfest“ von Wolfgang Hildesheimer und eine improvisierte funkdramatische JamSession von Christian Bock und Hans Gertberg gebracht. Die geplanten Hörspiele sind:„Nächtliche Begegnungen“ von Wolfdietrich Schnurre, „Die Feigenblattgondel“ von Walter Meckauer, „Die Zikaden“ von Ingeborg Bachmann,„Der Sekretär seiner Lordschaft“ von Wolfgang Hildesheimer,„Die Nacht in Les Baux“ von Georg von der Vring,„Der Kommandant“ von Hans Werner Richter,„Marschlied“ von Waldemar Maaß,„Ein Weg von acht Minuten“ von Fred von Hörschelmann,„Die letzten vom Schwarzen Mann“ von Alfred Andersch,„Wer sind Sie, Jack Monard?“ von Fred C. Siebeck,„Der Mann aus dem MauseKulturnotizen 39 000 Besucher wurden auf der Frankfurter Buchmesse 1954 gezählt, die nach sechs Tagen ihre Pforten schloß. Gut zehn Prozent der Besucher stammten aus dem Ausland. In den meisten Fällen waren es Verleger und Buchimporteure, aber auch Bibliothekare und Vertreter des kulturellen Lebens. Über die Umsätze konnte noch kein abschließendes Bild gewonnen werden. Die Messeleitung nimmt an, daß sie zumindest im Durchschnitt denen des letzten Jahres gleich gewesen sind. Das Auslandsinteresse war nicht nur umsatzmäßig größer als 1953, sondern es konnten auch neue internationale Beziehungen angeknüpft werden. Der Film„Nullacht-fünfzehn“ wird am 1. Öktober in 100 deutschen Kinos gleichzeltig erstaufgeführt werden. Die offizielle Uraufführung findet in München statt. Der Film wurde von der Selbstkontrolle für Jugendliche nicht zugelassen. jedoch als„feiertagsfrei“ erklärt. Der Verlag Paustian, Hamburg, feiert sein 50jähriges Bestehen. Er wurde bekannt durch seine Sprachzeitschrift, die den methodischen Stoff unterhaltsam auflockert. Der Dirigent Sir Thomas Beecham übte bei der Eröffnung des Londoner Konzertwinters heftige Kritik am britischen Musikleben.„Wir hören viel von Gehirnwäsche bei den Sowjets“, sagte er.„Wer diesen Prozeß durchmacht, kommt als ein völlig veränderter Mensch heraus. Diese Gehirnwäsche haben wir alle in Großbritannien hinter uns. Wir sind das ignoranteste Publikum der Welt. Wir haben mehr Musik als je zuvor, zu viel Musik. Wo sind die Ohren der heutigen Generation? Völlig betäubt!“ Das vieldiskutierte Thema einer Erneuerung der deutschen Rechtschreibung steht auf der Tagesordnung der turnusmäßigen Konferenz der Kultusminister der Länder, die in Hannover begann. Die Männer werden im kommenden Herbst und Winter einen Perlonhut tragen können, der nur 60 Gramm wiegt. Er soll unempfindlich gegen Tinten-, Rotweinund Bierflecke sein. Dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland und Bischof von Berlin, D. Dr. Otto Dibelius, wurde in New York die Würde des theologischen Ehrendoktors der Yale-Universität verliehen. Der Baßbarriton Benno Kusche wurde bei einem Verkehrsunfall bei München schwer verletzt. Kusche, ein beliebter Sänger der bayerischen Staatsoper, erlitt einen Schädelbasisbruch und wurde in das Krankenhaus Perlach eingeliefert. Nach Auskunft des behandelnden Arztes besicht keine Lebensgefahr. Das neue Verwaltungsgebäude der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bad Godesberg ist nach über einjähriger Bauzeit fertiggestellt und wird am 21. Oktober feierlich eingeweiht werden. Der Rat der Stadt Münster stimmte einer vorzeitigen Lösung des Vertrages des Intendanten des Stadttheaters, Hermann Wedekind, zu. Wedekind hatte darum gebeten, weil er zum Intendanten des Stadttheaters in Basel gewählt worden war. Das St.-Andreas-Kloster im Eggegebirge bei Altenbeken, die einzige Niederlassung von Mönchen des griechisch- unierten Ritus in Westdeutschland, wird aufgelöst. Die chrichisch-katholischen Mönche, die den Papst als Oberhaupt der Kirche anerkennen und durch die Kriegsereignisse nach Westdeutschland verschlagen wurden, haben in Belglen eine neue Unterkunft gefunden. In den ersten Nachkriegsjahren betreuten sie Vertriebene in DP-Lagern. 1952 richteten sie ein Altersheim ein, das obenfalls aufgelöst wird. loch“ von Peter Hirche,„Zum Tee bei Dr. Borsig“ von Heinrich Böll,„Der stählerne Stern“ von Max Gundermann,„Der ost-westliche Diwan“ von Claus Hubalek,„Mississippi“ nach Faulkner von Kurt Heinrich Hansen, „Die Spionin“ von Richard Hey,„Eine Lanze für die Freiheit“ von Max Frisch,„Das Zinngeschrei“ von Günter Eich,„Die Sterne von El Daba“ von Otto Heinrich Kühner,„Verkaufe Gelächter“ von Heinz Öskar Wuttig und „Der Sprung im Spiegel“ von Walter Jens. In dem reichhaltigen Feature-Programm des NWDR befinden sich fünf besonders aktuelle Sendungen, nämlich: eine„Akustische Atomfibel“ von Erich Kuby,„Im Zeitalter des Atoms“ von Werner Baecker und Werner Steltzer, eine Betrachtung der Kartellgesetzgebung„Regenschirm und Taschenmesser“ von Werner Eckhardt,„Der Engel mit der Zündschnur“ von Siegfried Lenz und „Schwarze Götter gegen Gott“ von Georg A. Tschatschek mit Material über die Hintergründe der Mau-Mau-Bewegung. Das Winterprogramm des NWDR enthält außerdem eine Anzahl von Gemeinschaftsplänen mit dem Süddeutschen Rundfunk, dem Bayerischen Rundfunk und dem Hessischen Rundfunk. Oben: Wolfgang Fräger„Mädchen“, farbiger Holzschnitt Rechts: Irmgart Wessel-Zumloh„Frauen“ Bruderkrieg im Hause Kisch Fernsehansager zu schön: Donald Gray, der im Fernsehstudio der British Broadcasting Corporation als Ansager seine Kommentare mit viel Charme verliest, ist ein sehr hübscher junger Mann. Jetzt bekam er folgenden Brief:„Sie haben mein Leben zerstört, und ich habe die Liebe meiner Frau verloren. Ich will aber meinen Fernsehapparat wegen meiner kleinen Tochter nicht aufgeben. Ich hasse Ihr Gesicht, Ihre Stimme und alles an Ihnen. Nun ist es so weit gekommen, daß ich Ihnen sieben Tage Zeit gebe, um Ihren Posten als Fernsehansager aufzugeben. Andernfalls werde ich alles in Bewegung setzen, um Sie zu erschießen. Bevor ich mich selbst umbringe, werde ich Sie umbringen.“ Wie man hört, hat sich die britische Polizei mit dem eifersüchtigen Ehemann auseinandergesetzt.(my) dtufschwung Viel Essen macht viel breiter und hilft zum Himmel nicht, es kracht die Himmelsleiter, kommt so ein schwerer Wicht. Das Trinken ist gescheiter, das schmeckt schon nach Idee, da braucht man keine Leiter, das geht gleich in die Höh! Josef von Eichendorff Das war damals, als es nach dem ersten Weltkrieg auch in Wien ein wenig turbulent zuging. Die„Rote Garde“ hatte die Herrschaft über die Stadt an sich gebracht und begann, die Dinge nach ihrem Sinn zu ordnen. Ihr Kommandant hieß Egon Erwin Kisch. und das war kein Geringerer als E. E. Kisch, der„rasende Reporter“, ehemals Lokalredakteur an der ältesten deutschen Zeitung Prags, der„Bohemia“. E. E. hat aus seiner Sympathie für den Kommunismus nie ein Hehl gemacht. Im Gegensatz zu seinem bürgerlicher geratenen Bruder Paul, der als Leitartikler gleichfalls lange bei der„Bohemia“ war, bevor er in die Redaktion der„Neuen Freien Presse“ in Wien übersiedelte, um dort weiterhin der politischen Publizistik zu dienen. Der Kommandant der„Roten Garde“, Egon Erwin Kisch, war also der Beherrscher Wiens geworden, und eine seiner ersten Aktionen bestand darin, den bourgoisen Elementen der alten Kaiserstadt darzutun, daß nun ein anderer Wind wehte und daß das morsche Alte dem forschen Neuen zu weichen hätte. Zum Morschen gehörten die bürgerlichen Zeitungen, an erster Stelle die „Neue Freie Presse“. „Los also!“ kommandierte Egon Erwin, setzte sich an die Spitze seiner Garde und marschierte mit ihr in die Innenstadt, geradewegs auf das Gebäude der„Neuen Freien Presse“ los. In wenigen Augenblicken waren die Eingänge mit Posten besetzt, und der Kommandant von Wien begab sich höchstpersönlich mit einigen Getreuen in das Innere des weitläufigen Gebäudes. Wenige Minuten darauf war im Setzer- und Maschinensaal die Arbeit lahmgelegt; das Machtwort des Stadtkommandanten Egon Erwin Kisch gebot dem emsigen Treiben Einhalt:„Schluß! Der Betrieb wird eingestellt!“ Dann kamen die einzelnen Redaktionszimmer an die Reihe: Lokales, Feuilleton, Sport, Wirtschaft usw.„Tut mir leid“, erklärte der Herr Kommandant,„aber es muß sein. Packen Sie ein. Herr... Herr Kollege!“ Dann stand er im Arbeitszimmer seines Bruders, des Leitartiklers Dr. Paul Kisch. „Pack ein, Paul“, sagte er,„ich sperre den Betrieb!“ „Bist du verrückt?“ Paul lief rot an. „Was fällt dir ein? Du bringst Hunderte von Menschen um ihr Brot!“ „Laß das jetzt. Pack dein Zeug, bevor ich—“ „— bevor du was?“ höhnte Paul aufgebracht. „Zwing' mich nicht, Gewalt anzuwenden, Paul! Wenn du Schwierigkeiten machst, muß ich dich verhaften!“ Die beiden Männer standen einander zornig gegenüber: Egon Erwin Kisch, der rote Kommandant von Wien, und Dr. Paul Kisch, der politische Redakteur der „Neuen Freien Presse“. Sie starrten einander in die Bruderaugen, eine böse Minute lang. Dann wandte Paul sich ab, griff Hut und Mantel vom Kleiderhaken und ging zur Tür. Bevor er sein Arbeitszimmer verließ, drehte er sich noch einmal um. „Gut, Egon“, sagte er,„ich weiche der Gewalt, Aber— und mit einem raschen Schritt gegen den leicht erschrocken zurückweichenden Bruder und Kommandanten der Roten Garde hob er zornbebend den Zeigefinger in seiner rechten Hand: „....aber daß du es weißt und daß du dich darauf gefaßt machst: Wenn ich nach Prag komme, sag ich es der Mutter!“ Schont eure Füße! Gedanken anläßlich der Fußgesundheitswoche Gesunde Füße sind für den arbeitenden Menschen besonders wichtig. Sehr viele Arbeiten müssen unbedingt im Stehen verrichtet werden, zum Beispiel das Stanzen und Drehen in der Eisenindustrie, das Weben, das Verlesen im Bergbau, das Steinformen in den Schamottefabriken, das Gießen und Drehen in der Porzellanindustrie und das Polieren in den Möbelfabriken. Auch Kellner, Bäcker, Büglerinnen, Handsetzer, Verkäufer, Chirurgen und Zahnärzte müssen viel stehen. Bei den beiden letzteren Berufsgruppen bürgert sich erfreulicherweise für verschiedene Operationen das Arbeiten im Sitzen immer mehr ein. Freilich wird in den Betrieben aber vielfach auch dort im Stehen gearbeitet, wo Sitzen ebenso gut möglich oder vielleicht sogar noch besser wäre. Wenn Arbeiten UNSER 1. Denar= Begrenzung 2. Eselin— Nebenfluß der Aller 3. Limes= Strick 4. Selen= Stadt in Frankreich 5. Erwin— alkoholisches Getränk 6. Radieschen= Gewerbetreibender 7. Berlin— Kernfurcht 8. Rodel= offener Güterwagen 9. Alaun= Mondgöttin Jedem Wort soll ein Buchstabe entnommen werden; der Rest ist zu schütteln, bis Wörter der genannten Bedeutung entstehen. Die weggefallenen Buchstaben nennen einen spanischen Tanz. Auflösung des letzten Rätsels 1. Utrecht, 2. Nerv. 3. Tube, 4. Edda, 5. Recht, 6. Waffel, 7. Asow, 8. Lust, 9. Dingi, 10. Egge, 11. Nerz.— Unterwalden. jahrelang im Stehen verrichtet wurden. dann wollen aber weder die Arbeiter selbst noch die Arbeitgeber von dieser Gewohnheit abgehen. Seitens des Unternehmers hört man immer wieder den Einwand, daß die Arbeit im Sitzen nicht verrichtet werden könne, weil sonst die Gefahr des Einschlafens bestehe. Dieser Einwand ist ganz unzutreffend; im Gegenteil, das Stehen bedeutet eine unnötige Kraftverschwendung, und der Arbeiter bleibt länger leistungsfähig, wenn er sitzen kann. Die Arbeitnehmer ihrerseits lehnen das Sitzen ab, wenn sie bisher eine Tätigkeit im Stehen verrichtet haben, weil sie sich dann völlig umstellen müssen. Das ist besonders bei Akkordarbeit lästig und bedeutet fast immer zunächst einen Verdienstausfall. Wenn man das Stehen bei der Arbeit durch Sitzen ersetzen will, gelingt das meist nur dann, wenn man die Neulinge von vornherein zur Arbeit im Sitzen anlernt und damit den Alteren beweist. daß es auch so geht. Durch weitgehende Spezialisierung und Unterteilung der Arbeit im modernen Betrieb, durch die Arbeit am Fließband und in der Gruppe und durch die Erhöhung des Arbeitstempos sind die Anforderungen an den einzelnen immer mehr gestiegen. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die besonderen Berufsanforderungen und Arbeitsüberlastungen vielfach Fußschäden verursachen oder zur Verschlimmerung von bereits in der Anlage vorhandenen Fußschwächen führen. Untersuchungen in zwei größeren Betrieben ergaben in dem einen mit 3591 Beschäftigten anatomische Fußverbildungen bei 64,2 Prozent, in dem anderen sogar bei 81,7 Prozent, und zwar wurde eine Zunahme der Zahl der Fußveränderungen mit steigendem Lebens- und Berufsalter festgestellt, besonders bei Stehberufen. Dr. H. Groetsched Ronning Kaffee denkt deu Feis Und dos mit Hilfe vieler Hunderttousendkluger Hausfrauen, die derreichenImporterfahrung und der einzigartig bremischen Röstkunst des Ronning Kaffee's Jahr für Jahr ihr Vertrauer schenken. hohe Qualität niedrig im Preis! Smith kommt vor deutsches Gericht Düsseldorf.— Der Prozeß gegen den 56jährigen naturalisierten deutschen Schachtmeister Carl Smith aus Wickede(Ruhr) wird vor einem deutschen Gericht stattfinden, entschied am Mittwoch das Gericht der alliierten Hohen Kommission in Düsseldorf. Bis zum Erlaß eines deutschen Haftbefehls wird Smith im Arnsberger Gefängnis inhaftiert. Smith wird beschuldigt, am 7. September 1954 in seiner Wohnung in Wickede(Ruhr) den jährigen kanadischen Soldaten Lawrence Adam Campbel mit einem Messer tödlich verletzt zu haben. Mit dieser ohne Begründung gefällten Entscheidung entsprach das Gericht dem Antrag der deutschen Verteidigung. In der Jauchegrube ertrunken Der 59 Jahre alte Bauer Theodor Schmitz ist in der Jauchegrube seines Hofes ertrunken, Wie die Kriminalpolizei Kempen mitteilte, litt der Bauer an Kreislaufstörungen und ist bei Reparaturarbeiten an der Jauchepumpe vermutlich durch die aus der Grube aufsteigenden Gase ohnmächtig geworden. Der Generaldirektor der UNESCO, Dr. Luther Evans, traf am Mittwoch zur sechsten Hauptversammlung der deutschen UNESCOKommission in Köln ein. Dr. Evans, der am Vortage das Hamburger UNESCO-Institut für Pädagogik besucht hatte, besichtigte in Köln das UNESCO-Institut für Sozialwissenschaften. Die Rheinbrücke zwischen Duisburg-Ruhrort und Homberg wird nach Mitteilung der Homberger Stadtverwaltung gegen Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. Die Brücke wird die Verkehrswege zwischen dem Niederrhein und dem Ruhrgebiet erheblich verkürzen und die Rheinbrücken bei Düsseldorf, Krefeld, Rheinhausen und Wesel entlasten. Modernste Brücke Europas ... überspannt die Weser an der Porta Westfalica— Revolution im Brückenbau Düsseldorf.—„Wir fahren jetzt über die modernste Straßenbrücke Europas. Keine Schraube, keine Niete! Ganz und gar geschweißt! Wenn sie trotzdem eine Schraube entdecken, so gehört sie nicht zur Brücke.“ So tönt es aus den Lautsprechern der modernen Reisebusse, die aus Stockholm und Oslo, aus Kopenhagen und Amsterdam die jetzt fertiggestellte 250 Meter lange Porta-Brücke an der PortaWestfalica bei Minden überqueren. Die Porta-Brücke ist tatsächlich die erste vollständig geschweißte Brücke Europas. Wie Prof. Dr. A. Dórnen(Dortmund) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Minden mitteilte, sind seit Kriegsende in Nordrhein-Westfalen 1100 Brücken wieder aufgebaut worden. Die Weserbrücke bei Minden ist nach seiner Ansicht die technisch kühnste. Sie fügt sich in ihrer schlichten Eleganz der Harmonie der Weserlandschaft an. Fachleute meinen, daß sich hier eine Brücke vollkommen in die Silhouette der Landschaft eingefügt habe. Europaverkehr wurde eingeplant Das war gar nicht so einfach. Immerhin mußte der Fluß in einer Breite von 250 Meter überspannt werden. Dabei mußte die Brücke allen Erfordernissen des modernen Straßenverkehrs entsprechen. Zwischen Minden und Bremen gab es nicht eine einzige Weserbrücke, die von Lkws passiert werden konnte. Auf der alten Brücke in Minden hatte man an einem Tage 5500 Fahrzeuge gezählt. Die Entlastungsbrücke an der Porta-Westfalica wurde unumgänglich notwendig. Über sie soll auch der gesamte Verkehr rollen, der später einmal über die geplante Europastraße 8 von Spanien, Frankreich, Belgien und Holland hereinfließt und dann weiter über Hannover und Berlin auf einer neugeplanten Fernverkehrsstraße nach Östeuropa geschleust werden soll. Die Vorgängerin der Brücke, die während des Krieges zerstört wurde, war ein Monstrum von Hängebrücke, dem heutigen Verkehr wäre sie auch nicht gewachsen gewesen. Ihre Aufhängemasten ragten weit in die Gegend. Davon ist bei der Neukonstruktion nichts mehr zu sehen.„Hohlkästen, die Wände verstärkt durch Hohlsteifen“, sagen die Fachleute. Hinter diesen Worten verbirgt sich eine Revolution im Brückenbau. Die neue Technik wurde den Schiffsbauern abgesehen. Diese sagen, daß sie sie von der Natur haben. Das leuchtet ein, wenn man sich überlegt, warum ein Getreidehalm selbst im stärksten Sturm nicht bricht. Die Fachwelt antwortet: Weil er als Ganzes beansprucht wird, nicht in seinen einzelnen Teilen. In gleicher Weise wurde die neue Weserbrücke durch.Bündelung von Hohlkörpern“ zu einem Ganzen zusammengeschweißt, während die bisherigen Brücken aus Einzelteilen bestanden. Man kann da bequem im Innern dieser Brücke von einem Ufer bis zum anderen gehen, immer an den Versorgungsleitungen entlang, die in Hohlkästen gegen die Witterung geschützt sind. Zentnerschwere Mauerstücke weggeschleudert Schwere Explosion in Feuerwerksfabrik— Arbeiterin getötet „Vater Rhein" wird gewaschen Schmutziges Rheinwasser wird zu trinkbarem Brauchwasser Krefelu.— Das modernste Flußwasserwerk des Kontinents wurde am Mittwoch nahe der Rheinbrücke von Krefeld-Uerdingen seiner Bestimmung übergeben. Wasserknappheit in aller Welt hat Krefelder Ingenieure erfinderisch werden lassen. Bisher floß das Rheinwasser ungenutzt ins Meer. Nach einem komplizierten Reinigungsprozeß wird schmutziges Rheinwasser jetzt zu trinkbarem Brauchwasser. Das gereinigte Flußwasser wird in große unterirdische Wasserspeicher geleitet, wo es „abrufbereit“ für 60 000 Krefelder Haushaltungen und die vielen Industrieunternehmen sein„Sicker-Schläfchen“ hält. Zur Wiedergutmachung des Schadens müsse er 100 Mark zahlen und werde bis dahin von der Polizei festgehalten. Die gutgläubige Frau händigte sofort das Geld gegen Quittung aus. Am Abend kehrte der Ehemann unversehrt zurück. Er war sehr erstaunt, in welcher Situation er sich befunden haben soll. Die Kriminalpolizei Kempen teilte am Mittwoch mit, daß sie bis jetzt vergebens nach dem Schwindler geforscht habe, der sich Heinz Küsters nannte. Seckach.— Kurz vor der Mittagspause ereignete sich am Mittwoch in einer pyrotechischen Fabrik bei Seckach(Baden-Württemberg) eine schwere Explosion. Aus noch ungeklärter Ursache flog ein 300 Quadratmeter großes Gebäude, das den Mischungsund Packraum für Knallkorken enthielt, unter einer heftigen Detonation in die Luft. Eine 22 Jahre alte Arbeiterin wurde getötet, sechs Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Der Sachschaden wird auf über 50 000 Mark geschätzt. Die Explosion riß das festgefügte Gebäude völlig auseinander. Zentnerschwere Mauerstücke wurden bis zu vierzig Meter weit geschleudert. Gesteinsbrocken übersäten eine in der Nähe vorbeiführende Straße. Der Explosion folgten noch mehrere kleinere Detonationen, die Chemikalien in Brand setzten. Hätte sich das Unglück fünf Minuten später ereignet, wäre vermutlich niemand verletzt worden, da die Belegschaft gerade zum Mittagessen gehen wollte. genstunden des 2. Dezember vergangenen Jahres seinen 50jährigen Vater mit einem Fahrtenmesser ermordet und seine Mutter durch 20 Messerstiche schwer verletzt zu haben Kollision auf der Elbe Hamburg.— Der 6159 BRT große deutsche Dampfer„Argenfels“ der HansaReederei in Bremen kollidierte auf der Reise nach Hamburg am Mittwoch auf der Elbe bei Glückstadt mit dem 7636 BRT großen holländischen Dampfer„Meerkerk“. Beide Schiffe wurden stark beschädigt. Die„Meerkerk“, die auf dem Weg nach Rotterdam war. mußte umkehren. „Vom Tier zum Tisch“ Im Hamburger Ausstellungspark„Planten un Blomen“ finden in der Zeit vom 29. September bis zum 7. Oktober 1954 die LEFA-Lebensmittel-Fachausstellung und die DLG-Schau„Vom Tier zum Tisch“ statt. Lebensmittelfirmen, der Lebensmittelbranche verwandte Betriebe, Viehzüchter und Zubringerunternehmen der Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung aus dem In- und Ausland sind auf diesen beiden Ausstellungen vertreten. Unser Bild: Hier zwei Italienerinnen, die vor einem farbenprächtigen Stand für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse ihres Landes werben Der 32jährige Vertreter Gerd K. aus Dortmund wurde unter dem Verdacht des Heiratsschwindels festgenommen. K., der verheiratet ist und drei Kinder hat, soll einer anderen jungen Frau die Ehe versprochen und sich ihr gegenüber als Arzt ausgegeben haben. Vatermörder vor Gericht Cuxhaven.— Einer der rätselhaftesten Fälle von Jugendkriminalität in der Nachkriegszeit wird seit Mittwoch vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Stade in Cuxhaven verhandelt. Der 19jährige Mittelschüler Wolfgang Göldner aus Cuxhaven ist angeklagt, in den frühen MorKraftfahrer muß das Grab seines Opfers pflegen Aachen.— Drei Jahre lang muß ein 29jähriger Maschinist aus Volkenrath bei Eschweiler das Grab eines fünfeinhalbjährigen Mädchens am Todestag„persönlich und anständig“ schmücken. Diese Buße verhängte am Dienstag das Aachener Verkehrs-Schöffengericht in einem Strafverfahren, bei dem der Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung zu einem Monat Gefängnis verurteilt wurde. Nur unter dieser Bedingung erhielt er Bewährungsfrist für die Gefängnisstrafe. Der Maschinist hatte das Kind mit seinem Motorrad engefahren und tödlich verletzt. Märchen vom Verkehrsunfall Schaag(Kreis Kemnen— 100 Mark forderte ein Unbekannter von einer Ehefrau in Schaag und berichtete dabei aufgeregt, ihr Mann habe einen Verkehrsunfall mit einer Vespa-Fahrerin verursacht. Eine Frau regiert Gemeinde Fräulein Oepen ist Bürgermeister und Gemeindedirektor Düren— Die Gemeindevertretung von Boich-Leversbach im Kreise Düren wählte jetzt einstimmig ihren Gemeindebürgermeister Fräulein Johanna Oepen— sie ist der einzige weibliche Bürgermeister des Kreises— auch zum Gemeindedirektor. Fräulein Oepen, die als Steuerberaterin tätig ist, hat nach Ansicht des Gemeinderates ihre Aufgaben so gut erfüllt, daß der Rat von der in fast allen übrigen Gemeinden gepflogenen Praxis abwich, die Funktion des Gemeindedirektors dem jeweiligen Amtsdirektor zu übertragen. Die Wahl von Gemeindedirektoren ist zur Zeit in allen Amtsbezirken im Gange. Sie geht auf einen Entscheid des Verfassungsgerichtshofes zurück, nach dem die Aufgaben des Gemeindedirektors nicht mehr zwangsläufig vom Amtsdirektor wahrgenommen werden müssen. Die gleiche Zahlenreihe getippt 320 000 Mark für Wuppertaler Postbeamten— Sofort Urlaub erhalten Wunpertal.— Pünktlich zum Dienst erschien ein Wuppertaler Postbeamter, der beim letzten Fußballtoto 320 000 Mark gewonnen hatte. Er erhielt sofort Urlaub und reiste mit Frau und Kind nach einem unbekannten Ziel ab. Der glückliche Gewinner hatte seit einem halben Zahlenreihe getippt. Jahr die gleiche Mit Gaspistole auf Freiersfüßen Eheversprechen sollte erzwungen werden- Bedrängtes Mädchen rief Polizei Düren.— Mit einer Gaspistole bewaffnet wollte ein 31jähriger Landwirt aus Vettweiß(Kreis Düren) von einer 25jährigen Haustochter aus Froitzheim in ihrer Wohnung ein Eheversprechen erzwingen. Das bedrängte Mädchen rief die Polizei zur Hilfe. Der stürmische Freier ergriff die Flucht und konnte später in seiner Wohnung festgenommen werden. Nach den polizeilichen Angaben ist der Mann geistesgestört. Er wurde in die Dürener Landesheilanstalt eingewiesen. Die Gaspistole mit sechs Schuß Munition wurde beschlagnahmt. VIERHUNDERT FIRMEN STELLEN AUS Auf der„Deutschen Bergbauausstellung 1954“ in Essen führen gegenwärtig bis zum 3. Oktober 400 Firmen der deutschen Bergwerksmaschinen- und Bergbauzulieferindustrie ihre Erzeugnisse vor, darunter bautechnische Neuentwicklungen, die in der Auswertung jüngster Erkenntnisse bergbaulicher Forschung geschaffen wurden.— Unser Bild zeigt ein Einschienen-Förderband, ein neuartiges Transportband von 38 Meter Länge, das auf einem Doppel-T-Träger, der gleichzeitig als Trag- und Laufschiene dient, aufmontiert ist. Dieses Einschienenband, das gegenüber den bisherigen Förderbändern einen größeren Unfallschutz bieten soll, kann bis zu einer Länge von 700 Metern leicht kurvengängig hergestellt werden. Tannenhäher aus Sibirien Wilhelmshaven.— Eine Invasion von sibirischen Tannenhähern wird gegenwärtig in Nordwestdeutschland beobachtet. Die Vögel, die großen Staren ähnlich sind und einen weißgeränderten Schwanz haben, sind selbst in Küstengebieten an zutreffen, obwohl sie bei der Nahrungssuche im allgemeinen Nadelwälder bevorzugen. Um die Ursache der TannenhäherInvasion erforschen zu können, bittet die Vogelwarte um Meldungen über das Auftreten der in Trupps fliegenden Vögel. Vor allem interessiert die Vogelwarte zu erfahren, wie die Tannenhäher ziehen. Nach 12 Jahren Antwort aus Moskau Paderborn.— Östlich des Urals wurde eine Saatkrähe aufgefunden, die der Paderborner Lehrer und ehemalige Soldat Reinhard Weismann 1942 südlich Leningrad am Ilmensee mit einem Ring versehen hatte. Wie die Naturwissenschaftliche Vereinigung in Paderborn am Dienstag mitteilte, hat das Zentralbüro der Naturwissenschaften in Moskau der Vogelwarte Helgoland das Einfangen des Tieres gemeldet. Rückmarsch der Manövertruppen Osnabruck.— Der Rückmarsch der Manövertruppen, die an den Manövern der letzten Woche in Nordwestdeutschland teilgenommen hatten, begann am Dienstag. Am Mittwoch zogen die niederländischen Truppen über Salzbergen und Bentheim wieder in ihr Land ab. Die britische Osnabrücker Garnison kehrte gleichfalls in ihre Kasernen zurück. Bei der Rückmarschbewegung kam es am Dienstag zu einigen leichteren Verkehrsunfällen im Bezirk Osnabrück. In der Stadt Osnabrück entstanden vorübergehend erhebliche Verkehrsstockungen. „Woche der offenen Türen“ Herford.— Eine„Woche der offenen Türen“ will der Einzelhandel in Herford vom 2. bis 9. Oktober veranstalten. Die Türen der Herforder Geschäfte werden während der Woche offen stehen. Nach Ansicht des Einzelhandelsverbandes sind die Verkaufserfolge der offenen Würstchenbuden und Gemüsestände darauf zurückzuführen, daß der Käufer nicht durch eine Tür gehen muß. auf das Echtheitszeichen ütermanns für alle Stoffe aus Seide, Wolle, Baumwolle, Reyon, Perlon, Nylor deal-Seide 50m 30 Pfg Reform-Seide mit 200 m 90 Pig Hela-Knopflochseide 25 Pig. Die„großen Zwölf“ von London Scotland Yard im Kampf gegen eine Hehlerbande— Diamanten- und Pelzdiebstähle auf Provisionsbasis London.—„The big twelves“ nennt Scotland Yard das Dutzend reicher Schwerverbrecher, das es seit drei Jahren vergeblich zu fassen versucht. Es sind Leute, die eigene Villen, Autos und Bankkonten besitzen und ihr Einkommen versteuern. Man kennt ihre Namen, ihre Gewohnheiten, ihre Adressen, aber es gibt keine gesetzliche Handhabe, sie zu verhaften und Anklage gegen sie zu erheben. „Die großen Zwölf“ leben von Diebstählen und Einbrüchen, die andere für sie ausführen, während sie selbst zu Hause ihre Zigarre rauchen und neue Schlachtpläne entwerfen. Selbstverständlich hetzen sie ihre Leute nur auf lohnende Objekte. Meistens sind es Juwelierläden, Pelzhäuser und Banken. Das System der„großen Zwölf“ ist nichts anderes als ein gut ausgebautes Hehlerund Drahtziehersystem auf Versicherungsbasis. Früher kundschaftete der Berufsverbrecher selbst ein Objekt aus, knackte die Schlösser und brachte die„Sore“ zum Hehler. Dieser machte ihm ein geringes big twelves“ haben das anders organisiert, bei ihnen geht„Sicherheit über alles“. Sie selbst bestimmen, wo eingebrochen und was gestohlen wird. Die Berufsverbrecher sind nur ausführende Organe. Aber sie erhalten genau zehn Prozent des Bruttowertes der Beute, und das ist das Angebot unter dem Motto:„Nimm an oder Mehrfache von dem, was sie früher auf laß es sein!“ Wurde der Einbrecher später verurteilt, so verließ er das Gefängnis mit den wenigen Pfunden, die er sich während seiner Strafzeit verdient hatte.„The BUNTE WELT Fahrt ins Freie Winnipeg.— Auf seinem Dreirad raste der 7jährige William Hopkins aus Winnipeg/Kanada durch den Korridor der elterlichen Wohnung, konnte nicht mehr bremsen und fuhr durch die Glasscheibe des Feuernotausganges ins Freie. Beim Sturz aus dem dritten Stock verfing er sich in der Feuerleiter und hatte dadurch Glück im Unglück. (Reta) Ausgangsverbot Undine.— Giuseppe Volta aus Undine/Italien erhielt von seiner Frau solange Ausgangsverbot, bis sein schöner weißer Vollbart wieder gewachsen ist. Er hatte ihn sich für 10 000 Lire von einigen jungen Leuten abnehmen lassen.„Wahrscheinlich komme ich nie wieder aus dem Haus!“, sagte er seufzend. Giuseppe ist schon 79 Jahre alt. (Reta) Er bekam die Prügel Wien.— Paul Hörbigers Sohn Thomas nahm zwei Wiener Wachtmänner in Schutz, die ihm bei einer Rauferei einen Hieb mit dem Gummiknüppel gegeben hatten.„Es war ein Streit zwischen zwei Bekannten“, sagte er, „ich wollte ihn schlichten, aber es sah vielleicht so aus, als ob ich selbst beteiligt war. Erst bekam ich von meinem Freund einen Kinnhaken, dann von der Polizei einen Schlag mit dem Knüppel.“ (Reta) Schwarze Zensurhand Karlsdorf.— Als in Karlsdorf bei Graz der schwedische Film„Die Liebenden von Björntal“ aufgeführt wurde, erschien mitten in der Kußszene eine große schwarze Hand auf der Leinwand. Es war die des Vorführers, der sich nicht anders zu helfen gewußt hatte, weil vom Kirchenrat des Ortes das Fortfallen dieser Szene gefordert worden war.(Reta) Herzog für einen Tag Ottawa.— 24 Stunden lang durfte Luftwaffencaptain W. H. Schroeder in Ottawa den Herzog von Edinburgh spielen. Bei einer Generalprobe des Minutenprogramms für dessen jüngsten Besuch nahm er die Stelle des Herzogs ein, winkte leutselig dem versammelten Volk zu, nahm die Parade ab und schüttelte seinen angetretenen Vorgesetzten herablassend die Hand. (Reta) Motorisierter Stierkampf Brüssel.— In Lauwe/Belgien wurde ein Stier beim Verladen so wütend, daß er den Bauern angriff und ihn auf die Hörner nahm. Der Sohn des Bauern rettete seinen Vater dadurch, daß er sich in den Jeep setzte und mit Vollgas den Stier von vorn angriff, der daraufhin von seinem Opfer abließ. (Reta) Liebesglück Asola.— Sämtliche Gäste eines Hochzeitsschmauses in Asola/Norditalien wurden ins Krankenhaus eingeliefert, weil das Essen vergiftet war. Nur Braut und Bräutigam blieben gesund.„Wir waren viel zu aufgeregt, um einen Bissen essen zu können“, erklärten sie glückstrahlend. Zielsicher London.— Teusend Glas Bier wurden kostenlos unter den 300 Teilnehmern an der Pfeilwerfer-Meisterschaft von England und Wales verteilt, die in Brighton stattfand.„Die Spitzenspieler kommen erst richtig in Form, wenn sie mindestens sieben oder acht Glas getrunken haben“, erklärten die Veranstalter. Geschlechtsumwandlung Lyon.— Nach einer Röntgenuntersuchung erhielt ein Schneider aus Lyon einen amtlichen Fragebogen, in dem er u. a. die mutmaßliche Zeit seiner Niederkunft angeben sollte. Zur Stärkung wurden ihm Malzbier und Vitamine versprochen. Morgengruß London.— Mit Tonaufnahmegeräten machten Reporter der BBC eine Rundfahrt durch einen britischen Truppenübungsplatz, um Material über das Leben beim Kommiß zu sammeln. Ein großer Teil der Aufnahmen mußte herausgeschnitten werden, bevor das Tonband sendereif war.„Besonders die morgendliche Begrüßungsansprache eines Spießes an seine Rekruten war völlig ungeeignet“, erklärte H. J. Dunkerley, BBC-Chef für die Midlands. eigenes Risiko erzielten. Kommen sie ins Gefängnis, so sorgt der Boß für ihre Familie, stattet sie nach der Entlassung neu aus und gibt ihnen wieder Arbeit. Die Diebe und Einbrecher stehen sich besser als zuvor, und es ist kein Wunder, daß die „großen Zwölf“ Zulauf haben. Eine Serie von Einbrüchen geht auf ihre Planung zurück, z. B. der Industrie-Diamantendiebstahl in Hatton Garden im Werte von 80 000 Pfund und vermutlich auch der jüngste Londoner Goldbarrenraub. Am beliebtesten sind neben Diamanten Pelze. Die„großen Zwölf“ beschäftigen auf dem Pelzsektor eine Reihe von Fachleuten. Aus gestohlenen Pelzmänteln wird das kostbare Futter herausgetrennt, der Mantel zerlegt, neu zugeschnitten und mit anderen Fellen vermischt in den Handel gebracht. Ein Kürschnermeister kaufte ahnungslos zu Höchstpreisen die Pelzmäntel zurück, die man ihm vor einem Jahr gestohlen hatte, wie sich später durch einen kleinen Fehler im Leder herausstellte, den er im' Gedächtnis behalten hatte. Verarbeitung und Umänderung waren so hervorragend gewesen, daß er anfangs nichts gemerkt hatte. In der Diamantenbörse von Hatton Garden haben die Verbrecher ihre Vertrauensleute, die sie über alle Geschäfte orientieren. Gestohlene Diamanten werden neu geschnitten, auch wenn ihr Wert dadurch geringer wird. Die„großen Zwölf“ lieben kein Risiko und ziehen die Sicherheit vor, selbst wenn der Gewinn etwas kleiner ausfällt. Auf die Dauer gesehen rentiert sich ihr System. Scotland Yard hatte bisher nur einen Erfolg im Kampf gegen diese Hehlergilde, als es vor einem Jahr aus den„großen Zwanzig“, die es ursprünglich waren, die„großen Zwölf“ machte. Acht Diamantenhehler fielen durch Verhaftung aus, doch ihre Plätze nahmen sofort die anderen ein, die man noch nicht überführen konnte. Wissen Sie daß es eine Stadt gibt, in der die Ärzte einen Briefträger als Begleiter haben müssen, wenn sie Krankenbesuche ablegen? In Bandung, der größten Stadt Westjavas, liegen große Stadtviertel außerhalb des vom örtlichen Wegweiser erfaßten Gebietes, und Nummern an den Häusern sind ein Luxus, den sich die Einwohner nicht leisten. Die Briefträger sind aber dort wie überall wahre Detektive, die nur selten aufgeben, eine Adresse zu finden, und die Arzte und Krankenschwestern, die in der Organisation zur Bekämpfung der Tuberkulose tätig sind, haben sich deshalb mit der dortigen Postverwaltung verbündet, die gerne die Briefträger zur Verfügung stellt. Die Jagd auf das„Ungeheuer" Massenpsychose in einer britischen Schule— Folgen der Gangster-Strips London.— Mit Stöcken und Steinen bewaffnet, schwärmten 500 Kinder über den Friedhof von Hutchesontown bei Glasgow. Sie waren auf der Jagd nach einem „Ungeheuer mit eisernen Zähnen“. Einzelheiten über diesen seltenen Fall von Massenpsychose unter Kindern berichtete der Schulleiter Edward Cusick. Zum ersten Male erfuhr er etwas davon, als er ein Mädchen weinend auf dem Schulhof stehen sah, umringt von den anderen Kindern. Er erkundigte sich, was geschehen sei.„Das Ungeheuer hat sie verfolgt!“ riefen die Kleinen im Chor. Mr. Cusick ließ sie in der Aula zusamamerikanischen Gangster-Bildergeschichten. Mrs. Cora McMillan erklärte der Polizei: „Mein achtjähriges Töchterchen Dinah schläft nachts fast nicht mehr aus Furcht vor dem Ungeheuer. Ich glaube, daß ein Kind von einem Landstreicher gejagt worden ist, wodurch die Gerüchte entstanden.“ mentreten und befahl ihnen, sich solchen Ernste Worte fand Michael Scanlan, der Unsinn aus dem Kopf zu schlagen. Trotz- Vorsitzende des Glasgower Erziehungsdem nahmen die Gerüchte unter den Kin- komitees. Er versprach, den Erzählungen dern kein Ende. um das„Ungeheuer“ nachzugehen.„Es Ein Marsmensch mit grüner Maske scheint klar zu sein“, erklärte er,„daß sollte auf dem Friedhof gelandet sein. die Kinder solche Ideen nur durch die Andere Erzählungen sprachen von einem Gangster-Strips bekommen. Wir möchten vier Meter hohen Ungeheuer, dem die nicht. die Phantasie unserer Kleinen verPolizei schon auf der Spur sei. Von einem derben lassen. Diese Schreckens-Bilderentsprungenen Sträfling, der zwei Kinder geschichten sind im Gegensatz zu den entführt habe, erzählte eine dritte Ver- Tier- und Märchen-Strips unerwünscht.“ sion. Einige Schüler behaupteten, ein Geist treibe auf dem Friedhof sein Unwesen. Und es hieß, ein Raumschiff sei zwischen den Gräbern gelandet und in Flammen aufgegangen. Dies alles mündete in den KinderMassensturm auf den Friedhof. Die Polizei schaltete sich ein und sorgte für Ruhe. Damit ist aber das Problem nicht gelöst. Fast alle Mütter sind sich einig in der Klare Tendenz der Herrenmode Die V-Form setzt sich durch Thermometer Wallstreet Neuyorks Börse merkt nichts von Depression— Die größten Umsätze seit 20 Jahren Neuvork.— Wenn man die Neuyorker Börsenmakler daran erinnert, daß seit 1952 eigentlich ununterbrochen die verschiedensten Wirtschaftspublizisten eine kommende Depression an der Wallstreet voraussagten, daß nach ihren Schilderungen heute bereits in der Hochfinanz eine Stimmung wie am„schwarzen Freitag“ vor beinahe einem Vierteljahrhundert herrschen müßte, dann lächeln sie nur. Und obwohl die Chefs der Neuyorker Börsenfirmen etwas abergläubisch sind und das Glück nicht gerne berufen, betonen doch auch die Pessimisten, daß in diesen Monaten Wertpapierumsätze erzielt wurden, wie seit 20 Jahren nicht mehr. In den ersten sechs Monaten 1954 wurden Umsätze erzielt, die um 53% über denen des Vorjahres lagen. Es ist weiter bemerkenswert, daß von rund 4000 berühmten amerikanischen Maklerfirmen allein 1100 in der Wallstreet und ihrer Nachbarschaft arbeiten, und daß diese Firmen allein über 33 000 Angestellte beschäftigen. Eines der sichersten Thermometer für den Stand der Geschäfte, die in dem kleiKöln.— Die V-Form bei Zweireihern und bei einreihigen Herrenanzügen habe sich durchgesetzt, behauptet der in Köln erscheinende„Textil-Pressedienst“. Während der Zweireiher in seiner StandardFeststellung: Schuld an dieser Verwirrung form auf einen Knopf mit einem zweiten in den kindlichen Gehirnen sind nur die blinden Knopfpaar gearbeitet ist und viel Wäsche zeige, erscheine der Einreiher meist mit Ein- oder Zweiknopffront und verhältnismäßig breit gehaltenen und lang angesetzten Revers. Der Umschlag der VFormhose dürfe 48 cm nicht überschreiten. Auch die Mäntel würden jetzt immer häufiger der neuen Form angepaßt. Der elegante Herr bevorzuge den einreihigen Raglan und Ulster sowie den Duffle-Coat. Bei der Herrenhutmode für Herbst und Winter liege der modische Akzent auf der Vielfalt der Formen und den sich durchsetzenden mittleren und hellen Farben. Popelinehüte und sportliche Formen aus reinem Perlon und Nylon für„Wind und Wetter“ würden in der Wintersaison verstärkt angeboten. Für offizielle Anlässe empfiehlt der„Textil-Pressedienst“ den schwarzen Camber mit atlasseidenem Unterrand. Den„flotten Einschlag“ erhalte die Herrenhutmode durch„aktuelle Hutbänder“ in kontrastierenden Farben und durch Schleifengarnituren mit kleinen Verzierungen. Farben seien beige, blaugrau, grüngrau und oliv. Braun und dunkelgrau bleibe dem seriösen Geschmack vorbehalten. Frische Fische aus der Wüste In der Sahara gibt es Forellen und Weißfische— Beduinen angeln an Sandlöchern Tunis.— Irgendwo in der Sahara steht ein einsamer Beduine vor einem Loch im Sandboden. Er hält einen Stecken in der Hand, von dem aus eine dünne Schnur in die Vertiefung führt. Fragt man ihn, was er da tue, wird er erwidern:„Angeln!“ Und wenn der Fremde ihn ungläubig anstarrt, wird er ihn bitten, ruhig zu sein und die Beute nicht zu vertreiben. Nach einer Viertelstunde ruckt es an der Schnur, der Angler zieht sie ein, und mit hohem Schwung fliegt ein zappelnder, silbern glänzender Fisch in den Wüstensand. Fische aus der Sahara, richtige Fische, leben Flußfische, meistens Weißfische. In keine augenlosen, molchartigen Geschöpfe, einer Oase bei In Sallah gibt es sogar eine die aus einem unterirdischen See stammen? Forellenart, die irgendwann einmal dort Jawohl, das gibt es, und wem es Spaß ausgesetzt worden ist und sich prächtig macht, kann jederzeit mit Netz oder Angel vermehrt hat. in die Wüste fischen gehen. Die Sahara ist nicht so wasserarm, wie man sich denkt. Einsickernder Tau, vor allem aber ein immer noch vorhandener Grundwasserbestand, der seine Ergänzung aus den wasserreichen Randgebieten Zentralafrikas erfährt, lassen oft den Boden in sechs bis fünfzehn Meter Tiefe reichliche Feuchtigkeit aufweisen. Diese ziehen die Beduinen durch ein jahrhundertealtes, unterirdisches Kanalsystem ein, das ihre Vorfahren aus dem Iran übernommen haben und dem viele Oasen ihre Entstehung nen klassizistischen Gebäude in der düsteren und engen, dafür aber historischen Wallstreet Neuyorks getätigt werden, ist seit langem der Preis, den ein neuer Makler zu bezahlen hat, wenn er einen freiwerdenden Platz in der Börse erhalten will. Heute muß ein Makler für die formelle Zulassung über 300 000 Mark zahlen. Damit schwindet für wenig finanzkräftige, wenn auch tüchtige Außenseiter überhaupt jede Möglichkeit, jemals ins Geschäft zu kommen. Jeder tüchtige Börsenclerk, den der neue ler braucht man schon, und dem zahlt man Makler verpflichten will, kennt seinen auch bereitwillig eine hohe VermittlergePreis. Spitzengehälter sind selbstverständ- bühr, weil es sich lohnt. An manchem Tage lich. Ist aber der Makler nicht wirklich wechseln über zwei Millionen Aktien ihren Börsenmitglied und gehört er nicht dem Besitzer. In Wallstreet sind soviel bedeuexklusiven— auf 500 Mitglieder be- tende in- und ausländische Papiere notiert, schränkten— Wallstreetclub mit gleichfalls märchenhaften Beiträgen an, so wird er kaum je einen Auftrag bekommen. Nicht einmal die vielen kleinen Aktienbesitzer werden ihn in Anspruch nehmen, aus Furcht, daß der neue, noch nicht eingeführte Mann die wichtigen Informationen des Inneren Ringes, die bei der Spekulation überhaupt erst große Gewinnchancen ermöglichen, gar nicht erfahren kann. Man braucht nicht gleich zu Morgan, zu daß nur Makler mit umfassenden Kenntnissen und feiner Spürnase die Kundschaft richtig beraten können. Man hat so oft darüber geschrieben, daß nun die Krise kommen müsse, die die amerikanischen Autowerke, Flugzeugfabriken und andere Branchen erschüttern werde. Aber die Eingeweihten lachen darüber. Amerika hat aus seinem„schwarzen Freitag“ viel gelernt. So haben die Arbeiter der Studebaker-Werke sich freiwillig zu einer Senkung ihrer sehr hohen Dillon Read oder zu den Speyers zu gehen, Löhne bereit erklärt. Die Produktion soll aber einen bekannten und versierten Mak- einen neuen mächtigen Stoß bekommen. Neues von der„Dynastie" Mussolini In Mailand:„Die Stimme seines Herrn"- Neofaschisten, Textilien und Schallplatten Italien wünscht keine neofaschistische Renaissance, aber es kümmert sich immer noch großzügig um die Privatangelegenheiten der insgesamt elf Nachkommen Benito Mussolinis. So ist von Romano verdanken. Die„Foggaras“, wie diese Mussolini, dem 27jährigen und jüngsten kleinen Kanäle heißen, sind im Süden der Sohn des„Duce“ jetzt zu vermelden, daß Sahara, aber auch im Norden am Rande des Ahaggargebirges in Gebrauch. Es gibt er sich in den letzten Jahren vom Stimmungs-Pianisten bis zum erfolgreichen ein ganzes Netz von ihnen, das schätzungs weise 2000 bis 2500 Kilometer Wasserkanäle umfaßt. Wollen Beduinen eine neue Oase anlegen der. Ihr gesellt sich der 65jährige Alfredo, Vetter des„Duce“, der sich in der Romagna mit anderthalb Millionen Italienern solidarisch fühlt, die das Zeitalter des Liktorenbündels nicht vergessen wollen. Bruder Vittorio aber, zweites Kind und heute 3° Jahre, gab einst schon als Vierzehnjähriger eine Jugendzeitschrift mit eigenen Beiträgen heraus, nahm mit 16 Unterricht im Fliegen und bestand ein Jahr darauf das Pilotenexamen. Nach dem Abessinienkrieg heiratete er die Tochter des Importeurs Buvoli, kürnmerte sich sehr um Sport und Filmindustrie und verLiederkomponisten emporgearbeitet hat. Für die englische Grammophonfirma„His Masters Voice“ schaltete er sich in diesen und haben sie eine Gegend mit genügend Tagen in Mailand erfolgreich in das inter- suchte 1943 das„Fascio" München zu Meines nal au An den Sat nationale Schallplattengeschäft ein. retten. Mit falschem Bart, schwärzer Brille hängen treiben sie Stollen in den Boden Romano interessiert sich nicht für Poli- und gefälschten Papieren bestieg er 1946 mit einer sanften Neigung nach oben. Alle tik, tritt aber dennoch zuweilen auf Tanz in Genua die„Philippa, landete in zwölf bis fünfzehn Meter werden später abenden der M.S.I., dem Sammelbecken Montevideo, vereinigte sich mit dem von oben senkrechte Schächte in den Sand ehemaliger Schwarzhemden, zuweilen re- Schwiegervater in Buenos Aires und er gegraben, so eng, daß ein Mensch durch präsentativ hervor. Er wurde nach dem sie gerade hinabsteigen kann. Von diesen der atat Kriege zusammen mit der Mutter und seiSchächten aus wird horizontal weitergegraben, bis sich der Stollen kilometerweit ner Schwester Anna-Maria interniert, bald in die Wüste erstreckt. Er liegt meist zehn darauf nach Ischia verbannt und wenig hielt die Aufenthaltserlaubnis für Frau Orsola und die Kinder Guido und Adria. Mit Plänen um Film und Fliegerei war nichts zu verdienen. Einer Stellung bei Radio Buenos Aires und einer Tätigkeit poleons, vor den Altar, um damit Beziehungen zur Bankiers-Dynastie Matarazzo herzustellen. Angeblich soll ihr geliebter Sandro im Rahmen der Hauspolitik eine brasilianische Fazenda übernehmen. Donna Rachele, die Gattin Benito Mussolinis, mußte anfangs mit einer Staatspension von 200 DM auskommen, die dann auf 450 DM erhöht wurde. Man schickt ihr Liebesgaben aus aller Welt, schenkte ihr eine Wohnung in Rom. Entgegen ersten Erklärungen, daß sie keine Memoiren schreiben wolle, nahm sie dann doch dankbar 50 000 DM für dieses Unterfangen an. Sie kocht und wirtschaftet selbst auf einem Bauernhof bei Forli, der einst ihre Ehemitgift war. Die Regierung gab ihr außerdem mehrere Höfe und Häuser aus dem Besitz ihres Gatten zurück, die jedoch wegen der Kriegsgewinne des Diktators seitens des Staates mit Hypotheken belastet wurden. Donna Rachele spricht nicht über Clara Petacci, will auch nichts von der 31jährigen Elena Curti hören, die an der Themse bis zwölf Meter unter der Erdoberfläche, später dort amnestiert. Im Milieu von Bar als Angestellter einer Schreibmaschinen- erklärte, daß sie Tochter des„Duce“ und in ihm und in seinen Seitenkanälen sam- und Kabarett münzte er damals auf der firma folgte schließlich die Gründung eines melt sich das Grundwasser und fließt zu Insel seine musikalische Begabung aus. Geschäftes für Handtaschen und TaschenTal, d. h. in einen ausgegrabenen Teich, während die Schwester servierte. Beide tücher. Er soll wohlbeleibt geworden sein. Mt Edda Ciano, die sich heute wieder folgten dann der Mutter in die Nähe voni Florenz, um erst später eigene Wege zu Mussolini nennt, zählt jetzt 46 Jahre. Sie Florenz, um erst spater eigene Wege zu hat am besten vorgesorgt und leistet sich serien. Prozeßkosten gegen die USA, die ihre Anna-Maria, 25 Jahre alt, gilt als„poli- Dollarguthaben einfrieren ließen, und getisch aktiver“ als die Geschwister. Vor gen Gegner, die ihr entweder vorwerfen, einigen Jahren trat das jüngste Kind des sie sei zu deutschfreundlich gewesen, oder Diktators bei einem internationalen Stu- ihr nachsagen, sie habe 1935 bei einem oder einem halben Fuß Breite werden dentenkongreß in Rom hervor, wurde mit London-Besuch politisch intrigiert. Die Bäche, die bis zu hundert Liter Wasser in erhobenen Händen,„Giovinezza“ und einer Faschisten denken über sie geteilt. der Minute spenden. Erst verlaufen sie Stinkbombe begrüßt und trat auf Rat der Töchterchen Raimonda, 18 Jahre, wollte unterirdisch, an den Talhängen treten sie Polizei wieder ab. Vor zwei Jahren fuhr Journalistin werden und gründete eine zutage und münden in das große Brunnen- die Kandidatin der M.S.I. zu ihrem Bru- Schulzeitung. Über die verstummten Geum den der Palmenbestand der künftigen Oase wachsen soll. Die Methode ist dieselbe, wie sie die Bauern in Europa zum Entwässern sumpflger Wiesen anwenden. Auch die Beduinen kennen das System der Dränage, sie entwässern die Wüste, so paradox das klingt. Aus anfangs kleinen Rinnsalen von einem einer Mailänderin sei, ein illegitimer Sproß, der vom Vater mehr als die legitimen Kinder geliebt wurde. Aber oft fragt Donna Rachele nach Marina, dem verwaisten Kinde ihres Sohnes Bruno, der 1941 bei einem Erprobungsflug mit einer neuen Maschine abstürzte und dessen Gattin bei Kriegsende im Comer See ertrank. Marina lebt jedoch beim Großvater mütterlicherseits, bei dem antifaschistischen Journalisten Ruberti. Die Zeit heilt alle Wunden und lehrt das Vergessen. Das erwies auch die fast unbeachtete Begegnung zwischen Donna Rachele und der fünf Jahre jüngeren Mrs. Winston Churchill, die vor zwei Jahren bassin der Oase. Im Gebiet von Tidikelt der Vittorlo nach Argentinien.„Sono conti- rüchte, daß Mutter Edda einen Sowjet- auf Capri stattfand. Gastgeber war der gibt es an die 150 Oasen, die auf diese nuato“, meinte einst ihr Vater:„Ich werde general und Militärattaché Dmitri L. heiWeise entstanden sind. fortgesetzt.“ Anna-Maria ist jedoch an die- raten wolle, lacht sie nur. Sie selbst trat In diesen künstlich angelegten Bächen sem Erbe mehr interessiert als die Brü- mit Alexandro Giunta, einem Urenkel Naerste Juwelier der Insel, ein Herr Chanteclair, der damals dem Herzen von Edda Clano nahestand. Verzto5? Damn Her und Nerven schonen, MEE H tinken „rei erfunden!“ Fritz Walter nimmt Stellung Lätich. Nach Bundestrainer Herberger hat auch Fritz Walter alle Meldungen dementiert, die von Differenzen mit dem DFB wissen wollten. Geradezu empört zeigte sich der Kaiserslauterer über eine angeblich einem belgischen Journalisten gemachte Äußerung, wonach er sich am Sonntag in Brüssel in bester Form befunden habe, wegen seines Nichterscheinens beim Hennefer Lehrgang aber nicht aufgestellt worden sei.„An den Äußerungen, die ein belgischer Journalist mir in den Mund gelegt hat, ist kein wahres Wort. Ein Attest von zwei Professoren in München hat meinen schlechten Gesundheitszustand klar herausgestellt. Ich muß jetzt noch laufend Medikamente einnehmen. Ein Einsatz in Brüssel war gänzlich ausgeschlossen. Ich hätte auch in Lüttich nicht mitgespielt, aber der langfristig abgeschlossene Vertrag mit Standard war auf die Mitwirkung aller Nationalspieler abgestellt.“ „Wie ein Cowboy!“ Lancia-Rennwagen wird nicht fertig Turin. Das Turiner Automobilwerk Lancia hatte die Absicht, in die Grand-Prix-Rennen der Formel-I-Rennwagen noch in dieser Saison einzugreifen und bereits den ehemaligen Automobil-Weltmeister Ascari und Villoresi als Werksfahrer fest verpflichtet. Bei den bisherigen Versuchen erwies sich der Motor als nicht stark genug, und außerdem hatte das Fahrzeug eine schlechte Straßenlage. So erklärte Alberto Ascari nach einer Probefahrt auf der Monza-Bahn, daß er sich wie ein Cowboy auf einem ungezähmten Mustang vorgekommen sei. Bei dieser Sachlage scheint das Werk die Entwicklung des Rennwagens nunmehr endgültig aufgegeben zu haben, da Ascari, Villoresi und der Nachwuchsfahrer Castellotti bereits von ihrer Rückkehr zu Ferrari sprachen. Kreuz und quer durch Japan „Traumreise“ von 16 deutschen Leichtathleten— Zehn Starts in drei Wochen Düsseldorf. Auf den Tag genau 25 Jahre nach dem einzigen Übersee-Länderkampf der deutschen Leichtathletik, der in Tokio mit 79,5:71,5 Punkten einen knappen Sieg über Japan brachte, wird am Abend des 5. Oktober eine 16köpfige deutsche LeichtathletikDelegation in der japanischen Hauptstadt landen. 1929 reisten 15 deutsche Athleten unter Leitung von Carl Diem und Reichstrainer Joseph Waitzer zwölf Tage von Berlin quer durch Rußland mit dem Sibirien-Expreß nach Wladiwostok und von dort mit dem Schiff nach Japan, wo sie in Tokio glänzend empfangen wurden. Heute reisen Spitzensportler bequemer und schneller. Heinz Fütterer, Hans Geister, Olaf Lawrenz, Werner Lueg, Günther Dohrow, Herbert Schade, Heinz Laufer, Bert Steines, Kurt Bonah, Heinz Ulzheimer, Heinz Oberbeck, Werner Bähr, Karl Oweger und Heiner Will verlassen Frankfurt unter Führung von Dr. Max Danz und Trainer Dr. Berno Wischmann am 3. Oktober, 14.15 Uhr. Schon 48 Stunden später, um 22.30 Uhr japanischer Zeit, landet die deutsche Mannschaft auf Tokios Flughafen Haneda. Istanbul, Beirut, Basra. Karachi, Delhi, Bangkok und Hongkong sind die Zwischenstationen auf diesem großen Flug. Zehn Starts für jeden Athleten Vier Tage nach der Ankunft gibt es in Tokio den ersten der insgesamt zehn Starts, die innerhalb von drei Wochen große Anforderungen an die deutschen Sportler stellen werden. Da die Mannschaft sich jedoch nach vier Sportfesten für einige Tage teilt und jeweils sieben Athleten am 19. und 21 Öktober getrennt antreten, gibt es insgesamt zwölf Veranstaltungen mit deutscher Beteiligung. Zwischen den einzelnen Wettkämpfen liegen zumeist zwei oder drei Tage. Die japanischen Leichtathletikfeste, die bei den Starts der deutschen Athleten zwischen 10 000 und 25 000 Zuschauer anlocken sollten, Das größte Stadion des Bundesgebiets: Hannover Das Niedersachsen-Stadion in Hannover, das während der letzten zweieinhalb Jahre in einem Trümmergebiet der niedersächsischen Hauptstadt errichtet wurde, wurde mit einem Sportfest seiner Bestimmung übergeben. 87 000 Zuschauer haben in dem weiten Oval des Stadions Platz. Die erste große Begegnung im neuen NiedersachsenStadion wird der Länderkampf Deutschland gegen Frankreich am 16. Oktober sein. Unser Bild zeigt einen Teil des Stadions mit überdachten Tribünen und freien Sitzplätzen. finden jeweils in den Mittagsstunden statt. Die Weiterfahrt kann so zumeist schon wenige Stunden später am Abend angetreten werden. Mit Schlafwagen, Flugzeug, Autobus oder Schiff reisen die 16 Deutschen als Gäste des Japanischen Leichtathletik- Verbandes kreuz und quer durch Japan. Sie starten nicht nur in den Millionenstädten Tokio, Osaka und Nagoya, sondern auch in mittleren Orten der japanischen Inseln Hondo, Schikoku und Kiuschu. Japaner wollen vor allem lernen Auch Hiroshima, die vom ersten Atombomben-Abwurf so stark zerstörte Küstenstadt, wird die deutschen Athleten begrüßen: „Die Begeisterung der Japaner für ausländische Sportler ist groß, uns Deutsche aber erwartet man mit besonderer Freude“, meint Japankenner Herbert Schade, der vor zwei Jahren schon im Fernen Osten weilte und damals die erste Einladung für eine deutsche Mannschaft mitbrachte.„Die langen Reisen zwischen den einzelnen Wettkampfplätzen und die vielen Empfänge werden uns vor allem am Ende einer Saison vor schwere Aufgaben stellen“, warnt der deutsche Meister. Die Japaner freuen sich nicht nur auf die Start, sie erhoffen sich auch neue Trainingsanregungen, Sportlehrer Dr. Berno Wischmann wird in fast allen Orten Vorträge halten müssen. Dr. Asano. der Chairman des Japanischen Leichtathletik-Verbandes, bat vor allem auch um Lehrfilme.„Wir hoffen, daß die Reise unserer deutschen Freunde mit dazu beitragen wird, den Wiederaufstieg der japanischen Leichtathletik zu beschleunigen“, betonte Dr. Asano bei den Berner Europameisterschaften. Gustav Schwenk Warendorfer Hengstparade Ereignis der westfälischen Pferdezucht Warendorf. Zum sechsten Male nach dem Krieg fand in Warendorf die Hengstparade des Landgestüts vor über 4000 Besuchern statt. Das Gestüt umfaßt zur Zeit rund 180 Beschäler. Landstallmeister Bresges, der nunmehr 15 Jahre das Landgestüt leitet, konnte u. a. Bundesinnenminister Dr. Schröder und Landwirtschaftsminister Dr. Peters begrüßen. Die 23 Nummern des Programms fanden ungeteilten Beifall. Einen hervorragenden Überblick bot der Einmarsch sämtlicher in Westfalen zugelassenen Warmblutschläge sowie der Kaltbluthengste. Ebenso bestachen die Gespannvorführungen sowie vor allem die Quadrille der Gestütswärter mit 16 Hengsten. Die Parade wird am kommenden Sonntag wiederholt. Trabrennen in Gelsenkirchen Donnerstag, 30. September, 17 Uhr Gelsenkirchen, Der Wochenrenntag erhält seine besondere Note durch den Start von Dom, dem Derbysieger von 1953. Der Minister-Sohn kommt hier erstmalig nach seinem Triumph im „Blauen Band“ heraus, allerdings nicht im Hauptereignis, sondern im Preis von Walsrode. Im Mittelpunkt des Programms steht der Preis der Lüneburger Heide, der hervorragend besetzt ist. Voraussagen: 1. R.: Evita Hanover, Naatje, Orpheus, Platin. 2. R.: Falke von Lauersfort, Lippeländer, Emsfalke, Wagehals. 3. R.: My Darling, Marokkaner. Infant, Pfingstmorgen. 4. R.: Freischärler, Flitzer, Germania, Scala. 5. R.: Miß Marlies, Pracht, Renard L. B., Luberto. 6. R.: Sana, Renate, Sam, Isabell. 7. R.: Glindfeld, Genie, Harry Roy, Adalwig. 8. R.: Rosenkönig, Dom, Ini L. B., Blücher. 9. R.: Dorfprinz, Wanderer, Lenz, Landser. Rennen in Dortmund Mittwoch, 29. September 1. R.: 1. Felix(Bollow), 2. Fechter, 3. Escamillo. Sieg 12, Pl. 10, 10, 10, Ew. 46.— 2. R.: 1. Reiterliebe(Schürfeld), 2. Ingbert, 3. Operette. Sieg 185, Pl. 53, 21, 17, Ew. 2028.— 3. R.: 1. Palota(v. d. Lancken), 2. Vorstoß. 3. Fardip. Sieg 23, Pl. 12, 13, 15, Ew. 112.— 4. R.: 1. Astro(Starosta), 2. Orlon, 3. Ave Caesar. Sieg 41, Pl. 15, 12, 18, Ew. 92.— 5. R.: 1. Kara Burnu(Krbalek), 2. Raugraf, 3. Fanal. Sieg 141, Pl. 42, 20, 38, Ew. 904.— 6. R.: 1. Blaubart(Schirge), 2. Bojar, 3. Barde. Sieg 240, Pl. 33, 26, 15, Ew. 1330.— 7. R.: 1. Allwissenheit(Langner), 2. Socola, 3. Phönix. Sieg 53, Pl. 24, 23, 68, Ew. 292.— 8. R.: 1. Pfälzer(Krbalek), 2. Reichstreu. 3. Fernysio. Sieg 180, Pl. 44, 20, 21, Ew. 1066. Auch ohne den verletzten Rahn war Rotweiß Essen vor 25 000 Zuschauern in Nimwegen beim 2:2(1:1) ein guter Partner der holländischen Fußball-Nationalauswahl. Der Bund Deutscher Berufsboxer hat die Herausforderung des deutschen Halbschwergewichtsmeisters Willy Hoepner(Hamburg) an die Europäische Boxunion für einen Titelkampf gegen Europameister Gerhard Hecht (Berlin) weitergegeben. Europameister Gerhard Hecht hat gegenüber Boxveranstalter Göttert erneut den Wunsch geäußert, zum Titelkampf der schwersten Klasse gegen Neuhaus anzutreten. IM Die Mercedes-Benz-Werke begannen auf dem Nürburgring mit Erprobungen ihres neuen Dreiliter-Sportwagens. Hermann Lang, Karl Kling und Hans Herrmann drehten schnelle Runden. Mit 157 Seriensport- und TourenwagenFahrern hat die Internationale ADAC-Rheinlandfahrt am Sonntag auf dem Nürburgring eine starke Besetzung gefunden. Westfalens Mannschaftsmeister im Fechten. die FSG Iserlohn, erwartet am 3. Oktober die Sportfechter Berlins. In beiden Mannschaften stehen mehrere Angehörige der Bundessonderklasse. Träger des Grünen Trikots bei der EuropaRadrundfahrt ist nach der achten Etappe (Innsbruck—Mantua, 296 km) weiterhin der Belgier Couvreur, der sieben Minuten hinter dem Teilstreckensieger Bois-Frankreich (8:50:49 Stunden) im Hauptfeld einkam. Das Länderspiel gegen Irland am Samstag in Belfast wird Englands Fußball-Nationalelf mit sieben Neulingen bestreiten, da für den erkrankten Linksaußen Tom Finney der erst 21jährige Pilkington(Burnley) neu in die Mannschaft berufen wurde. Mit sieben gegen fünf Stimmen wurde ein Aufnahmeantrag der Sektion Handball der Sowjetzone vom Kongreß des Internationalen Handball-Verbandes abgelehnt. Das Fußballspiel Niedersachsen gegen London vor 30 000 Zuschauern im neuen Niedersachsen- Stadion zu Hannover brachte der Londoner Elf einen 3:1-Sieg. Dem schleswig- holsteinischen Amateurligisten TSV Büdelsdorf steht ab sofort ein 12 000 Zuschauer fassendes Stadion zur Verfügung, das mit einem Kostenaufwand von 250 000 DM erbaut wurde. Der Gemeinderat der Stadt, der für den Bau 100 000 DM zur Verfügung stellte, verpachtete das Gelände für 25 Jahre kostenlos(!) an den TSV Büdelsdorf. Ausbau der Westfalenhalle „Mehrzweckhalle“ für Amateur-Veranstaltungen im Bau Dortmund. Die Erweiterung der Westfalenhalle in Dortmund schreitet fort. Die Pferdeställe und der Tattersall sollen bis Ende Oktober fertiggestellt sein. Die neben der Westfalenhalle entstehende Mehrzweckhalle für rund 3000 Zuschauer wird Anfang 1955 in Betrieb genommen werden. Diese Halle soll vor allen Dingen Amateursportveranstaltungen aufnehmen, die die große Westfalenhalle nicht füllen würden. Bis zur Jahreswende soll auch eine Freilufteisbahn fertiggestellt sein, die im Sommer als Rollschuhbahn benutzt werden kann. Aus dem Programm der Dortmunder Westfalenhalle im Winterhalbjahr 1954/55 ragen das Sechstagerennen vom 29 Oktober bis 4. November, die amerikanische Eisrevue „Holiday on ice“ vom 18. November bis 5. Dezember, der Endlauf um die Europameisterschaften der Steher am 13. Februar, die Eishockey- Weltmeisterschaften vom 25. bis 27. Februar, das Internationale Reit- und Springturnier vom 8. bis 13. März und das Hallenhandball-Länderspiel Deutschland gegen Dänemark am 20. März hervor. Bisher sind in der Westfalenhalle drei große Ausstellungen vorgesehen: vom 8. bis 17. April die traditionelle Blumenschau, vom 22. bis 28. April eine Ausstellung„Das Zweirad“ und vom 20. bis 30. Mai die erste BundesfachAusstellung des Tankstellen- und Garagengewerbes. Wimbledonsiegerin Connolly trainierte in La Jolla erstmals nach ihrem schweren Unfall im vergangenen Juli, bei dem sie sich das rechte Bein brach. Die 19jährige Amerikanerin erklärte, daß sie voraussichtlich im März wieder an Turnieren teilnehmen werde. Die zweite Basketball- Weltmeisterschaft, die Brasilien in Rio de Janeiro ausrichtet, ist erneut gefährdet, da nach der brasilianischen Regierung auch die Stadtverwaltung von Rio eine finanzielle Unterstützung ablehnte. Der Berliner Senat beschloß den Ausbau der Havel-Ruderregatta-Strecke bei Gatow mit einem Kostenaufwand von 410 000 Mark. Um Brasiliens Rechtsaußen Julinho, der bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz sehr beeindruckte, bemüht sich der französische Profi-Club Olympique Marseille. Man glaubt, die vom FC Sao Paulo geforderte Ablösesumme von rund 200 000 DM aufbringen zu können. Norwegen schlug Jugoslawien im Leichtathletik-Länderkampf in Serajewo mit 114:98 Punkten. Die besten Leistungen erreichten Sarcevic mit einem neuen jugoslawischen Kugelstoß-Rekord von 16,24 Meter und der ehemalige Hammerwurf- Weltrekordmann Sverre Strandli, der außerhalb des Länderkampfes auf 61,58 Meter kam. Deutschland wurde auf dem Kongreß des Internationalen Handballverbandes in Opatija (Jugoslawien) mit der Ausrichtung der nächsten Weltmeisterschaft im Feldhandball der Männer beauftragt. Damit finden im Jahre 1955 nicht weniger als fünf Weltmeisterschaften in Deutschland statt, und zwar im Eishockey(Westdeutschland), Ringen (Karlsruhe), Gewichtheben(München), Springreiten(Aachen oder Hamburg) und Handball. Der Verband Deutscher Radrennbalinen hat seine Geschäftsstelle nach Münster verlegt. Für Westfalens Meisterschaft im Hallenhandball, die am 17. November in der Dortmunder Westfalerhalle stattfindet, stehen mit Titelverteidiger Eintracht Minden, Sachsenroß Hille, TSG Herdecke, VfK Iserlohn, Tgd. Münster 62 und Münster 08 sechs der acht Teilnehmer bereits fest. Mit Ausnahme von Eintracht Minden spielen sie alle in der zweiten Klasse. WIRTSCHAFT ARBEIT 4* 7 Agrareinfuhr und Inlandsbedarf Liberalisierungsbestrebungen stellen Landwirtschaft vor neue Tatsachen Stuttgari— Als das Kardinalproblem der gegenwärtigen Agrarpolitik bezeichnete Staatssekretär Dr. Sonnemann vom Bundesernährungsministerium die Abstimmung der Agrareinfuhr auf den Inlandsbedarf. Sonnemann, der in der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes in Stuttgart sprach, deutete an, daß es in der nächsten Zeit in der Agrarpolitik eine Reihe von schwerwiegenden Sorgen geben werde, von denen besonders die kleinbäuerlichen Betriebe in den Obst- und Gemüsebau betreibenden Gebieten betroffen würden. Man müsse damit rechnen, daß die Liberalisierungsbestrebungen beträchtlich verstärkt werden und die Landwirtschaft um die Erhaltung ihrer bisherigen handelspolitischen Situation und das Fortbestehen ihrer MarktFleischbedarf zu 94 Prozent Eigenerzeugung DLG-Schau und Lebensmittelfachausstellung— Sorgen des Einzelhandels Hamburz.— Die Schau der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft„Vom Tier zum Tisch“ und die traditionelle Lebensmittelfachausstellung wurden am Mittwoch vor fast 1000 Ehrengästen aus ganz Deutschland und Delegationen aus zehn Nationen in Hamburg eröffnet. Die Bedeutung der deutschen Fleischwirtschaft unterstrich Dr. Herren mit dem Hinweis, daß der Wert der tierischen Erzeugung im Wirtschaftsjahr 1952/53 mit etwa 10 Milliarden DM nahezu zwei Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Erzeugung ausmachte. Fast ein Drittel der Einnahmen der deutschen Landwirtschaft stammen aus der Schlachtvieherzeugung. Dennoch könnte der wirtschaftliche Wert durch rationelle Fütterung noch verbessert werden. Der Fleischverzehr liegt z. B. in der Bundesrepublik bei 43,4 kg je Kopf und Jahr und hat sich damit gegenüber dem vergangenen Jahr um 5,8 Prozent erhöht. Hinter dem Vorkriegsverbrauch von 52,8 kg bleibt der Fleischkonsum in der Bundesrepublik jedoch noch erheblich zurück. Mehr denn je wird der Markt durch die Qualitätsforderungen des Verbrauchers bestimmt. Unter den gegenwärtigen Umständen wird der inländische Fleischbedarf zu 94 Prozent von der deutschen Schlachtvieherzeugung gedeckt. Selbst unter Einrechnung einer weiteren Verbrauchssteigerung, die für 1954/55 auf 4 bis 5 Prozent geschätzt wird, dürfte nach den Worten von Dr. Herren der Bedarf nahezu voll aus eigener Erzeugung gedeckt werden. Durch konsequente Qualitätsverbesserung honnte die Fleischwarenindustrie der Bunepublik sich in den letzten Jahren auch mit gutem Erfolg in die Ausfuhr einschalten. Im Wirtschaftsjahr 1953/54 erreichten diese Exporte einen Wert von 108 Millionen DM. Auf die Sorgen des Einzelhandels ging der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Verbandes des Lebensmitteleinzelhandels Hamburg e. V., Hans Griem, ein. Er erklärte, daß der Einzelhandel im Wettbewerb der freien Wirtschaft heute zu kurz komme. Es fehle ihm der Personalkredit, um über Schwierigkeiten hinwegzukommen. Griem appellierte an die Kreditinstitute, diesem zwar risikoreicheren, aber am Prinzip bewährten Geschäft mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die DLG-Schau ist bis zum 3. und die LEFA bis zum 7. Öktober geöffnet. ordnung kämpfen muß. Einschneidende Maßnahmen auf dem Gebiet der Handelspolitik könnten über Nacht eintreten. Die Ausweitung des OEEC-Abkommens auf außereuropäische Staaten, so fuhr Sonnemann fort, bringe weitere Gefahren vor allem für die Obst- und Weinbauern mit sich. Außerdem werde sich der Druck der Überschußgüter aus außereuropäischen Ländern auch auf die Bundesrepublik auswirken. Durch internationale Verhandlungen müsse daher verhindert werden, daß die handelspolitische Freiheit weiter eingeschränkt wird. Die deutsche Landwirtschaft könne auf lange Sicht Sicherheit nur durch ein landwirtschaftliches Grundgesetz erlangen, das den Schutz der landwirtschaftlichen Produktion gewährleiste. Das Ausmaß der Ernteschäden ist auch heute noch nicht voll zu überblicken, so daß man auf Schätzungen angewiesen ist. Sie umfassen das gesamte Bundesgebiet, innerhalb dessen jedoch die Ausfälle von Land zu Land, ja von Gemeinde zu Gemeinde, sehr unterschiedlich sind. Bei der Brotgetreideernte schätzt das Bundesernährungsministerium den Totalverlust auf rund 30 Prozent. Die finanziellen Einbußen, die der Landwirtschaft durch das schlechte Reifewetter und durch die Hochwasserschäden entstanden sind, veranschlagte der Vorsitzende des Ernährungsausschusses des Bundestags mit rund einer Milliarde DM. Das wären etwa ein Viertel der normalen Ernteeinnahmen bzw. sieben bis acht Prozent der gesamten Verkaufserlöse der Landwirtschaft innerhalb eines Jahres. Deutsche Wagen in England Trumpf Im Straßenbild immer häufiger deutsche Marken/ Wartelisten London.— Kraftfahrzeuge deutscher Herkunft finden in Großbritannien immer mehr Eingang. Die Zahl der in Großbritannien laufenden Volkswagen wird gegenwärtig auf 6000 bis 6500 geschätzt. Daneben sieht man im Straßenbild immer häufiger deutsche Marken, z. B. Mercedes 180 und 300, Porsche usw. Von Mitte 1953 bis Mitte 1954 wurden rund 4000 Volkswagen nach England eingeführt. Die Nachfrage nach diesem Typ ist weiterhin sehr rege. Fast überall bestehen längere Wartelisten. Auch der Absatz von VW-Lieferwagen wird als gut bezeichnet. In der Öffentlichkeit ist Steinkohlenförderung steigt an Die Haldenbestände an Steinkohlen und Koks nehmen weiter ab Essen.— Im. westdeutschen Steinkohlenbergbau wurden vom 20. bis 25. September 2 507 104 t Steinkohle gegenüber 2 487 556 t in der Vorwoche gefördert. Die arbeitstägliche Förderung erhöhte sich damit von 414 593 auf 417 851 t Kohle. Die Haldenbestände an Steinkohle und Koks nahmen weiter ab. Sie betrugen am 24. September 3,94 Millionen t, darunter 2,71 Millionen t Koks. Am 17. September lagen noch 4,13 Millionen t Koks und Kohlen auf Halde. man gespannt, ob bei den kommenden britisch-deutschen Handelsvertragsverhandlungen das Kontingent für den Import von Pkw erhöht oder sogar die Einfuhr völlig liberalisiert wird. Drei Jahre Investitionshilfe Düsseldori.— Bis zum 30. Juni 1954 sind 994,3 Millionen DM für die Investitionshilfe der gewerblichen Wirtschaft aufgebracht worden, wie das Kuratorium für das Industriekreditbank-Sondervermögen Investitionshilfe in seinem dritten Jahresbericht bekanntgibt. fassen vird. Außerdem wurden die Bedingungen für die Gewährung der Montanunionsanleihe erörtert. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldorf, 29. September. Tendenz: Auf Sonderbewagung fest. Zu wenig Pfennig-Münzen Bonn.— Seit Anfang 1953 sind pro Kopf der Bevölkerung sechs Ein-Pfennig-Münzen in Umlaut gesetzt worden. Von den Münzämtern werden ständig neue Pfennig-Münzen geprägt. Dies teilte das Bundesfinanzministerium dem Deutschen Industrie- und Handelstag auf eine Beschwerde mit, daß nicht genügend Ein- und Zwei-PfennigStücke im Umlauf seien. In der Beschwerde, die am Dienstag mit der Antwort veröffentlicht wurde, hatte der Deutsche Industrieund Handelstag darauf hingewiesen, daß besonders im süddeutschen Raum der Mangel an Ein-Pfennig-Münzen sehr groß sei und häufig zu Verärgerungen im Geschäftsverkehr führe. Während des Sommerschlußverkaufes seien den großen Warenhäusern beispielsweise von den örtlichen Geldinstituten Pfennig-Münzen nur in Höhe von 50 Pfennig bis zu 1 Mark zugeteilt worden. Rleine Umschau Bundestagsabgeordnete aus dem Saargrenzgebiet haben die Bundesregierung ersucht, dem Saargrenzgürtel die gleichen steuerlichen und sonstigen Erleichterungen und dieselbe Bevorzugung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge wie den Zonenrandgebieten zu gewähren. Außerdem soll die Bundesreglerung durch bevorzugte Kridethergabe die Wirtschaftskraft dieses Gebietes heben und es als notleidendes Gebiet im Sinne der Verdingungsordnung für Leistungen und Bauleistungen anerkennen. Die Gültigkeit des gleitenden Malzzolls wird voraussichtlich nur um zwei Jahre verlängert. Damit werden Bestrebungen auf eine dauernde Beibehaltung dieses Zolltarifs, die wahrscheinlich handelspolitische Nachtelle gehabt hätte, gegenstandslos. Nach Ablehnung des Mühlenkartells erwartet die Mühlenwirtschaft weltere Vorschläge der Bundesregierung, die sich jedoch nur im Rahmen des Getreidegesetzes bewegen könnten. Die einzige Chance sieht man in Maßnahmen der Bundesregierung nach Wiedererlangung der Souveränität. Der Deutsche Bauernverband forderte in Stuttgart erneut die Parität für die Landwirtschaft sowie die gesetzliche Sicherung der marktwirtschaftlichen Selbsthilfe. Das Wirtschaftskabinett berlet das Kriegsfolgenschlußgesetz, mit dem sich das Kabinett möglicherweise in der übernächsten Woche beIndustrie-Aktien Accu-Hagen 123 bz AEG 178 bz Allg. Hoch-& Ing. 110 G Badische Anilin 181 bz Balcke Masch. 144 bz G Bergb. Ewald Ludw. Nordwestdt. Hütten 129½ b2 Rhein. Braunkohle 178½ bzG Rheinstahl 237½ bz RWE 173 bzG Rheinmetall 24 G —t 118Rheinpreußen 137½ bz BMW 114 bz Rheinst.-Union 143½ bz Bemberg 104 bz Salzdetfurth 172½ bz G Beton-& Monier 160 bz GSchering 228 bz G Bosw.& Knauer 127 bz GSchiess 146½ bz Buderus 147 bz Burbach 144 G Busch Jaeger 228 Br Cassella 230 bz G Conti-Guimi 178 G Consolidation 128 G Dalmler 168 G Demag 184 G Dt. Conti Gas 1891/c Dt. Erdöl 138½ bz C Didier 185 bz G Schwabenbrä 132 bz ex Bzugr. Siem. Stämme 190 bz G Siem. Vorzüge 190 bz Stamag 129 bz Ver. Dt. Nickel 157¼ b2 Ver. Rumpus 98 bz Ver. Stahlwerke 218 bz Wasser-Gelsenk. 156 bz. Wintershall 165 bz Zellwald 136 G Dortm. Akt. Br. 176 bz G Bank-Aktien Dortm. Ritter Br.— G Commerzbank Liqui Dortm. Union 169½ b2 9½ bz G Dynamit Nobel 186 bz G Bankverein Westd Essener Steinkohle 106 bz 174 bz G rep Farbenf, Bayer 184¼ bz Deutsche Bank Liqui IG Farben Liqui 38 bz Feldmühle 194½ bz G Felten 132½ bz Goldschmidt 118 bz Harpener 103 C Hindrichs Auff. 55 G Hochtlef 138 G Hoechster Farben 181% Kabel Rheydt— Kali-Chemie 173½ bz Phrix-Namens 41-45 Karstadt 170 bz Kaufhof 175 G Krefft 85 bzG Mannesmann 136 bz Mülheimer Berg 116 bz 11¾ bz C Rhein.-Westf. Bank 173 bz G Dresdner Bank Liqui 12¾ bz Br Rhein-Ruhr-Bank 174½ bz G rep. bz Freiverkehr Chem.-Faser Inh. 102-106 Norddt. Lloyd 44-46 Eisenhütten Köln— Gurtehoffnungshütte— Phrix-Inh. 50-52 Rhein, Kunstseide 87-91 Schulth. Stämme 27½-31½ Eisen- und Hüttenwerke 106½, Stahlwerke Bochum 116½, Bergbau Neue Hoffnung 112 Betelligungs-Ges. Ruhrort 270 Br, Gutehoffnungshütte Aktienv. 159½, Hüttenwerke Oberhausen 124¼, Altenessener Bergwerks 115¼, HoeschWerke 124¼, Industriewerte 115½, Bergwerke Königsborn- Werne 115, Klöckner- HumboldtDeutz 153, Stahlwerke Südwestfalen 127, AugustThyssen-Hütte 124¾, Deutsche Edelstahlwerke 141½, Dortmund-Hörder Hütten 114½, Gelsenkirchener Bergwerks 123¼, Gußstahl Bochumer Verein 119½, Gußstah. Witten 174, Hamborner Bergbau 114, Handelsunion AG 187½. Hüttenwerke Phoenix 129, Hüttenwerke Siegerland 128, Niederrheinische Hütte 127, Rheinische Röhrenwerke 147, Rheinisch-Westf. Elsen 152 Ruhrstahl 161, Zeche Erin 190. Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main). Die Wechselstuben kaufen 472,50 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost für 22.47 DM-West. Eln unterhaltsamer Operetten-Abend Eröffnung der Winterspielzeit mit„Gräfin Mariza“ ein Erfolg Altenhundem. Die erste Aufführung innerhalb der Winterspielzeit der Kulturgemeinde Hundem-Lenne hat bewiesen, daß das Publikum großes Interesse für Operettenaufführungen hat, denn der Theatersaal in der Sauerlandhalle war nicht nur bis auf den letzten Stuhl besetzt, sondern es mußten noch zusätzliche Gelegenheiten geschaffen werden, um alle unterzubringen. Das sollte Veranlassung sein, die Operette im Spielplan mehr zu berücksichtigen, um damit einen Ausgleich nicht nur kassenmäßig, sondern auch liebhabermäßig zu sichern.„Gräfin Mariza“ war eine passable Leistung der Freiburger Musikbühne, wie man sie bei solchen Bühnen heute nur selten erlebt. Da war unter Generalmusikdirektor Dr. Otto Wartisch(früher Breslau) ein solides und sehr sicheres Orchester, das den Melodienreichtum der Operette Kálmáns voll ausspielte und für den nötigen Schwung sorgte. Da waren aber auch in Rita Maschmann als Gräfin Mariza und Heinz Boeninghaus als Tassilo zwei Hauptdarsteller von stimmlichem Format und darstellerischer Wirkung, die das Spiel munter vorwärtstrieben und in ihren Liedpartien reichen Beifall ernteten. Ueber die weiteren Mitwirkenden ist gesanglich nichts zu sagen, aber der Diener Hans Lewens(der auch die Spielleitung hatte) war ein Kabinettstückchen an subtiler Komik. Der konnte es wenigstens. Auch der Fürst Populescu von Fritz Steidl und Hans Thilos Baron Zsupán waren im Hinblick auf die Komik„auf Draht“. Hilde Waldvogel brachte als Lisa allerlei Temperament auf die Bretter, und die Fürstin von Steffi Thiele mochte schauspielerisch gefallen. Für die beschwingte und auf weite Strecken recht sympathische Auftührung gab es sehr viel Beifall. Ensemble und Orchester hatten sich alle Mühe gegeben und ihn verdient. „Westermanns Monatshefte“ Mit neuem Bildatlas im Oktoberheft Ein Heft der Fülle, das ist der erste Eindruck. Und der zweite: eine willkommene Neuhelt, das erste Bild der neuen Bildkarten-Sammelbellage Bilderatlas zur Weltgeschichte, der die bisherige Folge„Die Erdtelle“ abgelöst hat. Jedem Heft wird jetzt als Gabe für die Abonnenten eins der von Otto Zierer betexteten Bilder belliegen, die markante Punkte der Weltgeschichte anschaulich machen. Namhafte Künstler sind dafür gewonnen, und„Die erste Eisenbahn“, mit der diese Folge beginnt, gibt gleich ein gutes Beispiel, wie in dieser Serie unterhaltende und belehrende Anschaulichkeit miteinander verbunden werden.— Das Oktoberheft demonstriert im übrigen auch die bestechende Farbigkeit der verschiedenen Druckverfahren in den Kunstdrucktafeln nach berühmten Meistergemälden, in den Offsetbildern etwa des aktuellen Artikels von Ministerialrat Dr. Booss„Gefahr auf der Straße“ oder den schönen Reproduktionen berühmter alter Blumenbilder der Marla Sibylla Merian und in den Farbfotos zu dem Grónland-Beitrag des bekannten Polarforschers Gottfried Weiß.— Literaturfreunde werden von dem psychologisch aufschlußreichen Roman von Heinz Risse„Geh allein, Sören!“ angesprochen werden und der Leser überhaupt von Betträgen wie Friedrich Schnack:„Geographie des schwarzen Tees“ oder Bernd Lohse:„Japan im Objektiv“, einem Aufsatz, der die Japaner als dritte„Photo-Nation“ neben die Deutschen und Amerikaner stellt. Schledsrichter aktiv Kreis Olpe. Die Schiedsrichtervereinigung des Kreisverbandes Olpe im WFV macht ihre Mitglieder darauf aufmerksam, daß die Pflichtübungen(Laufen, Springen, Werfen) am kommenden Sonntag auf dem Sportplatz in Listernohl durchgeführt werden. Beginn: 10 Uhr. Die Leitung hat der Schiedsrichterobmann. Alle Mitglieder sind verpflichtet, an diesen Uebungen teilzunehmen, weil sie satzungsgemäß vorgeschrieben sind. Langenei. Der Sportverein FC Langenel hat zu einer außerordentlichen Generalversammlung, am kommenden Sonntag nach dem Hochamt, im Cafá Schauerte eingeladen. Meggen. Eine Wochenendfahrt der Bundesbahn nach Bingen zum Winzerfest am Samstag, kostet ab Meggen nur 33.90 DM (mit Unterkunft und Verpflegung). Abfahrt ab Bahnhof Meggen um 12.33 Uhr, Rückkunft am 4. Oktober um 1.27 Uhr. Karten sind an den Bundesbahnhöfen erhältlich. Überall und jederzeit schafft SUNLICHT SEIFE Sauberkeit! 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Durch Trocknen der Federn in der warmen Trommel und Auflockern derselben in der Kühlkammer erhalten die Federn wieder großmöglichste Füllkraft. 4. Durch eine Sondereinrichtung können vermottete Federn von Mottenbrut befreit und wieder vollkommen gebrauchsfählg gemacht werden. 5. Für selbstgerupfte Gänsefedern ist unsere Anlage geradezu ideal. weil durch die Dampfwäsche die Federn entkeimt, ihnen das Fett entzogen und ihnen dadurch erst eine vollkommene Füllkraft gegeben wird. Sie können dabel seln, wenn Ihre Federn gereinigt werden, Sie werden dann überrascht sein, von der hervorragenden und gründlichen Arbeitsleistung unserer Anlage. Bettfedern-Reinigung täglich, außer samstags Vorherise Anmeldung erwülnscht. Wir beraten Sie kostenlos und völlig unverbindlich in allen Bettenfragen. Unsere 30jährige Erfahrung bietet Ihnen sichere Gewähr, in jeder Beziehung reell und fachmännisch bedient zu werden. 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Krenke Brün. im September 1954 „Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist.“ Gott, der Herr, nahm heute morgen unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Richmunde Steckelbach im Alter von nahezu 61 Jahren zu sich in sein himmlisches Reich. Sie starb nach langer, schwerer Krankheit, öfters versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche. In tiefer Trauer: Emmerich Steckelbach und Frau Elisabeth geb. Pfeifer Anna Steckelbach Heinrich Hupertz und Frau Gertrud geb. Steckelbach Albert Steckelbach Berta Steckelbach nebst Anverwandten OLPE und Duisburg, den 29. September 1954. Das Seelenamt ist am Samstag, dem 2. Oktober, morgens 8 Uhr in der St. Mariae-Himmelfahrtskirche; anschließend ist die Beerdigung vom Trauerhause, Günsestraße 36, aus. Donnerstag und Freitag wird um 19 Uhr in der Mutterhauskapelle für die liebe Verstorbene gebetet. Trauerspenden in erstklassigen Ausführungen bei mäßigen Freisen liefert Gärtnerel Olpe, Westfälis-He Straße 77 Fernsprecher 294 Auch Vermittlung nach auswärts Gerbermann Neueröffnung Eröffne am 1. Öktober in Olpe, KurfürstHeinrich-Straße 5, ein Malerbedarfsartikel-Geschäft in Tapeten, Lacken, Farben, Wachstüchern, Fußbodenbelägen, Werkzeugen und sämtlichen Pinsel- und Bürstenwaren. Karl Grebe. Malermeister V40/5 Im Scheuern und Putzen!