Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit): Im Textteil 50 Pfa. für 1 mm Hône in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bel Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschaftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 119. Jahrgang— Nr. 214 Mittwoch, den 15. September 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Baldiges Treffen Adenauers mit Dulles Botschaft des Bundeskanzlers an Churchill Bonn.(Korr.) Bundeskanzler Dr. Adenauer kündigte gestern in Bonn ein baldiges Zusammentreffen mit dem USA-Außenminister Dulles an. Der Bundeskanzler richtete ferner an Churchill eine Botschaft, deren Inhalt jedoch nicht bekanntgegeben wurde. Öffensichtlich bezieht sich die Botschaft aber auf die gegenwärtigen Rüstungsverhandlungen. Der Bundeskanaler unterstrich gestern vor der CDU-Fraktion in Bonn die Bedeutung des Besuches des britischen Außenministers Eden in Bonn. Dabei habe die Frage der Rückgewinnung der deutschen Souveränität im Vordergrund gestanden. Der Kanzler betonte, daß es besser sei, nicht mehr von„Rückgabe der Souveränität“, sondern vom„Aufhören des Besatzungsstatuts“ zu sprechen. Dies könnte durch eine einseitige Erklärung der Westmächte verkündet werden. Der Bundeskanzler nannte drei Möglichkeiten für einen deutschen militärischen Beitrag: 1. Die deutsche Aufnahme in die NATO. Der Kanzler äußerte sich aber dazu zurückhaltend. 2. Eine Ersatzlösung im EVG-Rahmen, die aber keine Chance mehr hat, da sie vom französischen Parlament abgelehnt wird. 3. Den Brüsseler Pakt aus dem Jahre 1948 als Modell für ein ähnliches Vertragswerk. Sollte eine deutsche Aufnahme in die NATO erfolgen, so sei es die deutsche Absicht, für die europäischen NATOKontingente so schnell wie möglich eine Integration zu erreichen. Funk im Militärkrankenhaus Operation durch einen USA-Militärarzt in Spandau Berlin.(dpa) Der ehemalige Reichswirtscnartsminister Walther Funk, der auf Grund des Nürnberger Urteils eine lebenslängliche Haftstrafe verbüßt, ist gestern aus dem Kriegsverbrechergefängnis in das ebenfalls in Spandau gelegene britische Militärkrankenhaus übergeführt worden. Nach Mitteilung eines Sprechers der westlichen Besatzungsmächte wird sich Funk im Laufe der Woche einer urologischen Operation unterziehen müssen. Die Operation soll ein amerikanischer Militärarzt ausführen, der in Frankfurt stationiert ist und der Funk bereits vor einiger Zeit gründlich untersucht hat. Nähere Angaben, besonders über den genauen Termin der Operation, wurden gestern nicht gemacht. Funk leidet an einer Prostata-Erkrankung, die schon längst hätte behandelt werden müssen. britischen Außenministers Eden. Von amerikanischer Seite wurden keine Vorschläge unterbreitet. Vom Nil überschwemmt Kairo.(Korr.) Im Gebiet von Wadi Halfa an der ägyptisch-sudanesischen Grenze sind viele Dörfer überschwemmt und über tausend Menschen obdachlos geworden. Bei Assuan vernichtete die Flut 400 Häuser. Der seit Montag ständig ansteigende Wasserstand des Nils hat den Hochflutpegel von 1946 schon überschritten. Alle Nilinseln bis südlich Kairos sind überflutet. Die Nildeiche werden in Kontrollabschnitten von je dreihundert Metern bewacht. Straßburg sucht EVG-Alternativplan Durchkreuzung der Pläne Außenministers Eden Strabburg.(Korr.) In Straßburg ist gestern der erste Alternativplan zur EVG entworfen worden, der darauf abzielt, den Gedanken einer Europa-Armee soweit wie möglich zu retten und die Schaffung einer deutschen Nationalarmee zu verhindern. Der Plan steht in klarem Gegensatz zum Eden-Plan und lehnt ihn unausgesprochen, aber eindeutig ab. Eden selbst erreichte gestern bei seinen Besprechungen mit dem italienischen Außenminister Piccioni in Rom ein volles Einvernehmen. Eden will am Donnerstag in Paris dem Ständigen NATO-Rat über seine Reise Bericht erstatten. In Straßburg hat eine neunköpfige Arbeitsgruppe des Allgemeinen Ausschusses des Europarates versucht, eine Kompromißformel zwischen der NATO-Lösung, die von Frankreich abgelehnt wird, und der Europa-Armee nach dem Muster der EVG, die Paris desgleichen verwirft, zu finden. Soweit der Kompromißvorschlag bisher bekannt wurde, ist die Schaffung eines gemeinsamen westeuropäischen Verteidigungsblocks der sechs EVG-Staaten und Großbritanniens vorgesehen, der als regionale Gruppe die Mitgliedscheft der NATO erhalten soll. Die Bundesrepublik soll in diesem Verteidigungsblock voll gleichberechtigter Partner sein. Es ist eine so starke innere Bindung und Verflechtung der sieben Staaten vorgesehen, daß die Entstehung einer selbständigen deutschen Nationalarmee vernindert wird. Die„Lösung“ liegt in der Mitte zwischen Europa-Armee und Koalitionsarmee. Ob Großbritannien hierbei mitmachen wird, ist allerdings eine andere Frage. In der Arbeitsgruppe ist es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der NATO-Lösung und den Anhängern einer loseren Form einer integrierten Europa-Armee gekommen. Dabel ist von den Gegnern der NATO-Lösung und der deutschen Nationalarmee vor allem der Standpunkt vertreten worden, daß eine deutsche Nationalarmee in Paris nicht akzeptiert werden würde. Zivilehe hat zeitlichen Vorrang Bundeskabinett wünscht bei Verstößen Geld- statt Gefängnisstrafe HESSEN-PRINZ OHNE PASS Auf Anordnung des Untersuchungsrichters im Montesi-Skandal, nahm, wie berichtet, die italienische Polizei dem Prinzen Moritz von Hessen den Reisepaß ab. Er hält sich zur Zeit auf Capri auf. Bonn. dpa) Das Bundeskabinett hat gestern bei der Beratung des Personenstandsgesetzes einmütig die Auffassung vertreten, daß die Zivilehe grundsätzlich immer einen zeitlichen Vorrang vor der kirchlichen Trauung haben müsse. Das Bundeskabinett ist jedoch gegen den Vorschlag des Bundesrates, die Gefängnisstrafe für Geistliche beizubehalten, die ein Paar kirchlich trauen, ohne daß es die standesamtliche Trauung nachgewiesen hat. Aussprache über John Bonn.(dpa) Die ursprünglich für Freitag vorgesehene Bundestagsaussprache über den Fall John und den Fall SchmidtWittmack wird bereits am Donnerstag stattfinden. Der Altestenrat des Bundestages hat gestern die Vorverlegung der John-Debatte festgesetzt, weil die für Donnerstag vorgesehene außenpolitische Aussprache nach der Absage der Regierungserklärung ausfällt. Nach der Aussprache über John und Schmidt-Wittmack will sich der Bundestag am Donnerstag noch mit den Anträgen zur Behebung der Ernteschäden beschäftigen. Murphy flog nach Belgrad Bonn.(dpa) Unterstaatssekretär Murphy vom USA-Außenministerium hatte gestern eine zweite Unterredung mit Bundeskanzler Dr. Adenauer im Palais Schaumburg. In den Mittagsstunden flog er von Bonn nach Belgrad weiter. Er will dort Besprechungen mit der jugoslawischen Regierung führen. Murphy unterrichtete sich über die deutsche Auffassung im Hinblick auf die Informationsreise des Aufbesserung der Altrenten vorgesehen Beratungen des Bundeskabinetts— Finanzierung durch„Kassenüberschüsse“ der Sozialversicherungen Bonn.(dpa) Das Bundeskabinett begann gestern mit der Beratung des Gesetzentwurfs zur Gewährung von Mehrbeträgen auf alte Renten. Es ist damit zu rechnen, daß der Entwurf vom Kabinett in Kürze verabschiedet wird. Bundesfinanzministerium und Bundeswirtschaftsministerium haben noch Bedenken gegen den Entwurf. Der Entwurf sieht vor, 3,3 Millionen von insgesamt 5,3 Millionen Renten aufzubessern. Unter Altrenten werden dabei solche Renten verstanden, die auf Leistungen aus der Zeit vor 1933 beruhen. Es ist vorgesehen, daß das Gesetz am 1. Januar 1955 in Kraft tritt. Die Mittel dafür sollen nach den Vorstellungen des Bundesarbeitsministeriums aus den„Kassenüberschüssen“ der Sozialversicherungsträger entnommen werden. Das bedeutet, daß keine Rücklagen mehr gemacht werden und die Sozialversicherungen noch notleidender werden als bisher. Das Altrenten-Besserungsgesetz wird alle die Rentenleistungen an über 60 Jahre alte Frauen und über 65 Jahre alte Männer umfassen. Der Entwurf sieht vor, die aus der Goldmarkwährung errechneten Steigerungsbeträge etwa zu verdreifachen und jene aus den in Rentenmark geleisteten Beiträgen zu verdoppeln. Dadurch würden sich Aufbesserungen der alten Renten bis zu 30 Mark monatlich ergeben. Drei Entlassungen aus Werl Werl.(dpa) Die wegen Kriegsverbrechen zu je 15 Jahren Gefängnis verurteilten Walter Klettke, Otto Kulessa und Wladislaw Ostrowski sind gestern auf Grund eines Gnadenaktes aus der Strafanstalt Werl entlassen worden. Schwedische Fischer beschossen Stockholm.(Reuter) Zwei schwedische Fischer berichteten gestern, daß sie beim Einholen der Netze im Bottnischen Meerbusen in Höhe der ostschwedischen Stadt Hudiksvall einem Geschoßhagel ausgesetzt gewesen seien. Um sie seien Granaten explodiert, während mehrere Raketengeschosse ins Wasser fielen. In der Morgendämmerung war jedoch nicht zu erkennen, ob Kriegsschiffe in der Nähe waren. Die Fischer verließen den Fangplatz in größter Eile, wobei ihre Schleppnetze zurückblieben. Mit Messern vor der Kanzel Zusammenstöße mit Moslembrüdern in Agypten Kairo.(Korr.) In verschiedenen Teilen Agyptens ist es in den letzten Tagen zu neuen Zusammenstößen mit Moslem-Arudern gekommen, nachdem Geistliche, die der Moslem-Bruderschaft angehören, in ihren Predigten Propaganda gegen die Regierung getrieben hatten. Auf diese verstärkte Aktivität der Bruderschaft ist die Anordnung der ägyptischen Regierung vom Montag zurückzuführen, daß in den Moscheen künftig nur noch solche Predigten verlesen werden dürfen, die vom Ministerium für religiöse Stiftungen ausgearbeitet worden sind. In Moscheen in zwei Orten in der Nähe von Kalro kam es zu regelrechten Schlachten zwischen Anhängern und Gegnern der Moslem-Bruderschaft. In Tanta im Nildelta hatten sich in der Moschee Moslembrüder mit Messern und Schlaginstrumenten vor der Kanzel aufgestellt, um den Geistlichen zu schützen, der gegen die Regierung Propaganda machte. Mehrere Moslem-Brüder wurden verhaftet. Bei Haussuchungen wurden Flugblätter beschlagnahmt, die gegen die Regierung gerichtet waren. Oradour-Verurteilte begnadigt Die zwei Todesurteile in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt Londoner Wiederbelebungsspritzen Eden:„Nur nicht aufgeben! Dann bekommen wir ihn trotz allem noch auf die Beine!"(NP) Paris.(AFP) Die beiden im OradourProzeß zum Tode verurteilten Angeklagten Karl Lenz und Georges Boos sind vom Staatspräsidenten Coty zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt worden. Der ehemalige deutsche Feldwebel Lenz und der Elsässer Boos waren beschuldigt, 1944 an der Zerstörung des französischen Dorfes Oradour und der Ermordung des größten Telle sein ohner beteiligt gewesen zu seln. In dem Prozeß vor dem französischen Militärgericht in Bordeaux waren außerdem 18 Angeklagte zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. 43 Todesurtelle wurden in Abwesenheit gefällt.— Die Begnadigung kann mit Befriedigung zur Kenntnis genommen werden, denn die neun Jahre, die die beiden Verurteilten in Ungewißheit geschwebt haben, waren bestimmt eine härtere Strafe als der Vollzug des Todesurteils. Nach dem Beschluß des Bundeskabinetts soll in solchen Fällen nur eine Geldstrafe bis zu 500 Mark vorgesehen werden. Im Gegensatz zum Bundesrat hält es das Bundeskabinett für zulässig und zweckmäßig, die Religionszugehörigkeit auch weiterhin in den Personenstandsbüchern anzugeben. 3000 Streikende entlassen München.(dpa) Nach. Angabe der 10 Metall in Bayern sind 3000 Metallarbeiter im Zusammenhang mit dem Metallarbeiterstreik entlassen oder nicht wieder eingestellt worden. Arbeitsminister Oechsle teilt dazu mit, er nehme an, daß sich darunter auch Arbeitnehmer befänden, die sich während des Streiks Beleidigungen, Nötigungen und Tätlichkeiten hätten zuschulden kommen lassen. Chinesen verlassen Nordkorea Die Vorhuten von sieben chinesischen Divisionen haben Nordkorea verlassen. Die Luftwaffe Tschiang Kai-scheks griff gestern Amoy nicht mehr an. Die beiden Habsburger Zwillinge Monika und Michaela sollen am kommenden Sonntag in Würzburg mit österreichischem Wasser getauft werden. Das Erdbeben in Algerien hat 1440 Todesopfer gefordert. Unter ihnen befinden sich 48 Europäer. Finanzminister Schäffer verhandelt heute in Bonn mit der DAG über eine Gehaltserhöhung für Angestellte des Bundes. Opfer eines Amokläufers wurden in der Nähe der indischen Stadt Jorhat zehn Kinder. Der Wahnsinnige wurde schließlich von Arbeitskollegen mit Pfeilen niedergeschossen. Der französische Kommunist Thorez befindet sich gegenwärtig mit seiner Frau und seinen Kindern zur Kur im Radiumbad Brambach im Vogtland. Der erste sowjetische Botschafter in Indonesien traf gestern in Djakarta ein. Entgleist ist in Südportugal ein Personenzug. Dabei fanden 30 Menschen den Tod. Sein Beglaubigungsschreiben überreichte der neuernannte Schweizer Gesandte in Peking dem chinesischen Staatschef Mao Tse-tung. Wie wied das Wetter? Erneut unbeständig Vor einer Störung, die über die britischen Inseln ostwärts dringt, läßt der Zustrom kühler Meoresluft kurzzeitig nach. Vorhersage für Mittwoch: Schwache bis mäßige südwestliche Winde. Wechselnd bewölkt. Im Laufe des Nachmittags erneut Eintrübung und nachfolgend zeitweise Regen, Tageshöchsttemperaturen 16 bis 18 Grad. Weltere Aussichten: Wechselhaft mit Schauern und verhältnismäßig kühl. Eden in Paris G. St. Natürlich konnten die Kommuaiqués über die Besuche Edens in Brüssel. Bonn und Rom nur über„vollständiges Einvernehmen“ berichten: denn diese Staaten sind über die deutsche Wiederbewaffnung bereits vorher einig gewesen. Wenn auch Rom den EVG-Vertrag noch nicht ratifiziert hatte, so deutete doch alles darauf hin, daß es in diesem Herbst ebenfalls gefolgt wäre. Die Rangordnung der Stationen, in denen der britische Außenminister ausgestiegen ist, entspricht nicht nur zufällig geographischer Zweckmäßigkeit, sondern auch der Ein-chätzung der Schwierigkeiten. Brüssel konnte ohne weiteres„genommen“ werden. In Bonn brauchte zwar nicht mit grundsätzlichen Widerständen gerechnet zu werden, es mußte nur eine Anpassung an die französischen und englischen Interessen gefunden werden. In Rom mußte bereits die Empfindlichkeit in der Triestfrage berücksichtigt werden, die in Itallen schwerer wiegt als die europäischen Verteidigungssorgen Und in Paris, wo die Ablehnung der EVG wie ein nationaler Sieg gefeiert wurde, wird Eden alle staatsmännische Kunst aufwenden müssen, um die Ergebnisse der letzten Tage mit den französischen Beschränkungs- und Kontrollbedingungen abzustimmen. Unmittelbar nach dem Abflug Edens traf der amerikanische Unterstaatssekretär Murphy in Bonn ein. Die Sorge des Weißen Hauses liegt auf der Hand: nachdem Dulles in Indochina und in der französischen Nationalversammlung empfindliche Schlappen erlitten hatte, will er sich nicht auch in der Frage der deutschen Wiederbewaffnung und Souveränität überspielen lassen. Würde es zu den von Eden vorgeschlagenen Neunmächtebesprechungen oder gar zu einer Angliederung der Bundesrepublik an den Brüsseler Pakt vom März 1948 kommen, dann würde der englisch-französische Einfluß in Europa wesentlich stärker sein als bei einer unmittelbaren Aufnahme in die NATO, in der die amerikanische Führung unverkennbar ist. Die Bonner Politik sieht sich von beiden umworben. Nicht nur die USA, sondern auch England reden ihr nach dem Mund. Verteidigungsbeitrag? Souveränität? Wie Sie es wünschen. Edens Weg führt über eine Verständigung mit Frankreich; denn England wird nichts akzeptieren, was zu einer Isolierung des Kanalnachbarn führen könnte. Wir meinen: es sollte auch der letzte Versuch unternommen werden, um doch noch zu einer Verständigung mit Frankreich zu kommen. Kein anderer dürfte jemals wieder eine so breite Autorität besitzen wie Mendès-France. Der Bundeskanzler wird es zwar in Kauf nehmen müssen, daß Mendès-France für die Restaurierung des Reiches Karls des Großen nicht gewonnen werden kann. Das besagt nicht, daß Mendès-France kein guter Europäer ist. Eden ist immerhin der erste, der sich nicht darauf beschränkt, verärgerte Interviews zu geben oder resignierte Reden zu halten, sondern der auf taktvollen Umwegen über Brüssel und Rom versucht, zwischen Bonn und Paris zu vermitteln. Damit ist nicht gesagt, daß die französische Regierung die Selbstgenügsamkeit der Bundesregierung auf Anhieb akzeptieren wird. Mendès-France träumt davon, daß England sich ebenso eng an die europäische Verteidigung bindet, wie es von Frankreich erwartet wird. Genf und Paris haben bewiesen, daß die Amerikaner nicht mit dem Kopf durch die Wand können und daß es auch im Westen Kräfte gibt, die einen Ausgleich suchen und— finden. Nachdem die Verärgerung über die Ablehnung der EVG abgeklungen ist, zeigt sich auch bei den deutschen Anhängern der Integration wieder der Wunsch, die so hoffnungsvoll begonnenen deutsch-französischen Gespräche fortzusetzen. Das ist aber nur möglich, wenn neue Wege beschritten werden. Ein guter Kaufmann wird immer versuchen, den höchsten Preis zu erzielen. Er wird aber wissen, wo die Grenze liegt. Wieder„Politik der verbrannten Erde“ Amt Blank bereitet Brückensprengungen vor— Aufschlußreiches Bekenntnis eines Artikeldienstes Die Meinung der anderen: Der Wahl-Schock Parisien Libre Ein großer westdeutseher Artikeldienst hat uns ein Manuskript zugeleitet, das von dem Protest des Oberkreisdirektors in Brilon gegen den Einbau von Sprengkammern in alle wichtigen Brücken des Kreises ausgeht und sich dann mit der „Politik der verbrannten Erde“ befaßt. Wenn wir uns entschlossen haben, diesen Teil des Artikels wortlich abzudrucken, dann nicht, um eine Politik zu bejahen, die zwangsläufig in eine apokalyptische Verwüstung Westdeutschlands führen muß. sondern um jeden Leser rechtzeitig und nachdrücklich zu informieren. Nachdem der Verfasser auf die Sinnlosigkeit der Brückensprengungen im Frühjahr 1945 hingewiesen hat, schreibt er wörtlich: Wenn die Sowjets kommen sollten... „Wenn es jemals zu einem Angriff der Sowiets kommen sollte, werden auch Zitat„Keinen Mann und keinen Groschen!“ den Alliierten selbst zu überlassen „...mit gefaßter Würde“ Auch wenn sich der Kanzler an der Vorbereitung der Zerstörung der westdeutschen Wirtschaft nicht beteiligen wollte, würde sie durchgeführt werden; zerstörte Straßen und Brücken im westdeutschen Pufferstaat deren Vormarsch nicht aufhalten. Aber wenn die Bundesrepublik jemals aus einem westlichen zu einem östlichen Besatzungsgebiet werden sollte, würde die jetzt vorbereitete Desorganisierung des Verkehrs viel dazu beitragen, die Sowjets an einer Ausnutzung unseres wirtschaftlichen Potentials zu hindern. Das ist, vom Standpunkt der westlichen Militärs aus gesehen, durchaus vernünftig und ebenso logisch, als wenn sie jetzt den Bau von starken Bunkern gegen ihre eigenen Bomben verhindern und auch die Sprengung wichtiger Industrieanlagen vorbereiten würden. Es könnte dem- Westen nur nützen, wenn Westdeutschland den Sowjets als verbrannte Erde überlassen würde. Und es liegt auch durchaus im Sinne der Adenauerschen Politik der Vorleistungen, wenn sein Amt Blank diese verbrannte Erde jetzt freiwillig vorbereitet, anstatt die betreffenden Arbeiten mit dem Bebeldenn sie ist unbedingt militärisch notwendig und logisch. Seine Weigerung würde das Verhältnis Bonns zu Washington und London nur verschlechtern. Kriegsausgang und Geographie haben uns zu einer Rolle verdammt, die nicht abgelehnt, sondern nur mit gefaßter Würde ertragen werden kann. Wir werden, wenn es jemals zu dem kommen sollte, was den Kanzler um die EVG ringen läßt. Opfer bringen müssen. Opfer aber haben nur dann Sinn, wenn sie als solche von allen erkannt werden, von denen, die sie bringen, und von jenen, denen sie gebracht werden. Westdeutschland ist gegen einen geballten Angriff aus dem Osten nicht zu verteidigen, darüber ist sich jedermann klar. Wenn wir jetzt die Verbrennung unserer Heimaterde und zwölf Divisionen vorbereiten, deren Reste vielleicht einmal Marokko oder die Pyrenäen verteidigen sollen, dann bringen wir Opfer für Europa und den Westen. Mit oder ohne unsere Proteste— die Alliierten werden den Sowjets ein nach Festessen versöhnte Gegner Vor dem Ende der Tragikomödie in Saigon Saigon.(AFP) In dem Konflikt zwischen dem vietnamesischen Ministerpräsidenten Ngo Dinh-diem und Generalstabschef Nguyen van Hinh, der in den letzten Tagen dramatische Formen angenommen hatte, ist eine Entspannung eingetreten. Der Ministerpräsident und der General trafen am Montagabend bei einem Essen zu Ehren des Oberbefehlshabers der französischen Truppen in Indochina, General Ely, zusammen und unterhielten sich wiederholt miteinander. Nichts deutete darauf hin, daß zwischen den beiden Persönlichkeiten ein Konflikt besteht. In Saigon rechnet man damit, daß die Lage demnächst auch nach Außen hin geklärt wird. General Hinh. den der Ministerpräsident absetzen und mit einer Mission in Frankreich beauftragen wollte, dürfte seinen Posten behalten. Ministerpräsident Ngo Dinh-diem hat bei seinem Vorgehen gegen den Generalstabschef nicht die Unterstützung seines Kabinetts gefunden. Vier Minister hatten am Montag erklärt, sie würden zurücktreten, wenn der Konflikt mit dem in Vietnam sehr populären General Hinh nicht beigelegt werde. Man rechnet damit, daß der Staatssekretär für Verteidigung, Le Ngoc-chan, der am Wochenende vergeblich versuchte, die Funktionen General Hinhs zu übernehmen, abberufen wird. Möglichkeit zerstortes Land hinterlassen. Je mehr Sprengkammern gebaut werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, so argumentieren sie, daß sie uns wieder befreien werden, Wir werden diese Opfer bringen mussen. Aber wenn sie auch draußen nicht anerkannt werden, wir selbst wenigstens sollten uns darüber klar sein.“ Steuerzahler drängen Düsseldorf.(lnw) Der Bund der Steuerzahler in Nordrhein-Westfalen hat an den Bundestag appelliert, in der Frage der Steuerreform„nicht zu kapitulieren, sondern die Initiative zu ergreifen und das Wahlversprechen jetzt einzulösen“. In einem Telegramm an Dr. Wellhausen, Vorsitzenden des Ausschusses für Finanzund Steuerfragen, heißt es, die Steuerzahler seien durch dessen Erklärung über das Schicksal der Steuerreform„aufs äußerste beunruhigt“. Eine Annahme der Pläne des Bundesfinanzministers wäre gleichbedeutend mit einem Scheitern der Steuerreform. Vopo-Offiziere verhaftet Berlin.(dpa) Im August sollen in das Gefängnis des Sowjetzonen-Staatssicherheitsdienstes in Berlin-Lichtenberg in wachsender Zahl hohe Offiziere der kasernierten Volkspolizei als Häftlinge eingeliefert worden sein. Wie ein jetzt aus dem Gefängnis des SSD in Berlin-Lichtenberg entlassener Häftling berichtet, wird die Zahl der inhaftierten Vopo-Offiziere auf etwa 50 geschätzt. Sie gehörten in der Hauptsache zu Einheiten der Heeresgruppe Nord der kasernierten Volkspolizei. Die Offiziershäftlinge trügen auch in der Haftanstalt ihre Uniformen, von denen sämtliche Rangabzeichen entfernt sind. Die Offiziere seien einer Aktion des Sowjetzonen- Sicherheitsdienstes, die zur Überprüfung des Öffizierskorps vorgenommen wurde, zum Opfer gefallen und werden beschuldigt, mit westlichen Dienststellen in Verbindung gestanden zu haben. Es wäre unehrlich, abzuleugnen, daß sidh in Westdeutsdiland ein gewisses Unbehagen breit madit. Dieses Unbehagen hat sich am Sonntag bei den Wahlen in Schleswig-Holstein nicht in einem Ruck nadi redits ausgedrüdet. Es hat sich ebensowenig zugunsten der Mittelparteien und der bedeutungslosen Partei der Neutralisten, sondern vielmehr zum Vorteil der Sozialisten ausgewirkt, bei denen der Neutralismus weniger siditbar ist. Nebenbei sei festgestellt, daß seit der Brüsseler Konferenz die diplomatisdien Beziehungen zwisdien Deutschland und Frankreich blockiert sind. Figaro Für Sowjetrußland gelit es darum, den Graben zwisdien Deutschland und dem Westen möglichst zu vertiesen. Für die sowjetische Weltherrschaft ist die Bundesrepublik das entscheidende Hindernis. Man muß es um jeden Preis überwinden, indem man zunächst die Wiederaufrüstung im atlantisdhien Raum verhindert und dann die Bundesrepublik neutralisiert, um später selbst ein auf die cigene Art wiedervereinigtes Deutschiland zu bewaffnen. Dann könnte ein neuer deutsch-russisdier Pakt abgesdilossen werden. Hüten wir uns davor. Deutschland in die Arme der Sowjetunion zu treiben! Combat Der Stern Adenauers verblast. Die diristlidie Demokratie in Deutschland beginnt die Sdiläge zu spüren, die die MRP in Frankreidh zu einer Partei mit 88 Abgeordneten herabdrückte, die italienisdie diristlide Demokratie zu schwierigen Bündnissen zwang, um an der Macht bleiben zu können, und die Katholiken aus der belgischen Regierung vertrieb. Die Mythen verschwinden. Les Echos Die Idee der Aufnahme Deutsdilands in die NATO hat selbst mit Garantien und Zugeständnissen noch läugst nichit die bedingungslosen Gegner einer deutschen Wiederaufrüstung zu gewinnen vermodit. Dementsprechend verfügt sie noch nichit über eine sidiere Mehrheit im Parlament. New York Times Die Walil in Schleswig-Holstein bèdeutet, daß es für Dr. Adenauer sdhiwieriger wird, Beschräukungen der deutschien Souveränität kinzunehmen. Wenn die SPD weiterhin an Stimmen zunimmt, wäre es schwieriger für ilin, Konzessionen an die SPD zu vermeiden, bei der die Wiedervereinigung vor der Wiederaufrüstung kommt. lu Deutsdiland, Frankreidi und Großbritannien liaben Pazifismus und Neutralismus in den letzten Wochen sidier au Boden gewonnen. Das bedeutet, daß etwas getan werden muß, um verlorenes Gelände zurückzugewinnen. „Lage der Angestellten unerträglich“ Rettig eröffnete fünften Gewerkschaftstag der DAG Hamburg.(dpa) Mit einem Bekenntnis zu einem ungeteilten Deutschland eröffneten 800 Delegierte der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft gestern in Hamburg ihren fünften Gewerkschaftstag. Den verstärkten Kampf gegen die materielle Unterbewertung der Angestelltenarbeit, eine gründliche Reform der Angestellten-Versicherung und eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden in der Woche bei fünf Arbeitstagen nannte der DAG-Vorsitzende Rettig als die dringendsten Anliegen der Gewerkschaft. Rettig betonte, daß die Sozialpartnerschaft ihre Bewährungsprobe noch nicht bestanden habe. Die Lage der Angestellten sei unertraglich geworden. Bundespräsident Heuß unterstrich in einem Grußtelegramm seine enge Verbundenheit mit den Problemen der Angestellten. Die Bedeutung der Angestellten für eine hochentwickelte Wirtschaft hob Bundeskanzler Dr. Adenauer in einer Ansprache hervor, die von Bundesminister Dr. Schäfer vorgetragen wurde. Es sei ein dringendes Anliegen der Bundesregierung, so heißt es in der Rede, daß jedem, ganz gleich auf welchem Platz er stehe, eine seinen Leistungen und seiner Bedeutung entsprechende Lebensführung ermöglicht werde. Die Bundesregierung wolle sich umgehend auch den Sorgen der Angestellten der Privatwirtschaft zuwenden. USA-Grenzpatrouille beschossen Heidelberg.(dpa) Eine Grenzpatrouille des 2. USA-Panzerregiments wurde am Montagnachmittag bei Barnau, etwa 24 Kilometer nordöstlich von Weiden in der Oberpfalz, von einer tschechischen Grenzpatrouille beschossen. Das Feuer wurde von amerikanischer Seite nicht erwidert Verletzt wurde niemand. 434 Offiziere verhaftet Teheran.(Reuter) Der persische Verteidigungsminister Abdullah Hedayat sagte gestern im persischen Parlament, mit der Verhaftung einer größeren Zahl von Offizieren sei eine 13 Jahre alte kommunistische Verschwörung in der Armee, der Polizei und der Luftwaffe zerschlagen worden. Nach Feststellungen des Ministers sind in den letzten Tagen in Teheran und der Provinz 434 Angehörige des insgesamt 15000 Mann umfassenden persischen Öffizierkorps verhaftet worden. Das kommunistische Komplott hatte das Ziel, das Parlament zu zwingen, die Ratifizierung des neuen Erdölabkommens mit den Westmächten abzulehnen. ROMAN VON EDGAR KAHN Copyright by Carl Duncker, Berlin W 35 (17. Fortsetzung) Lotte Cordua blickt verständnislos von Cito zu Hannes und von Hannes zu Otto: „Nun möchte ich ja wirklich mal wissen, wovon ihr redet! Polizeipräsident von Aachen? Wie kommt ihr denn bloß auf den Polizeipräsidenten von Aachen?“ „Das war ja ein saublöder Unfug!“ wettert Hannes nun los.„Ich habe mir das ja gleich gedacht! Da wollte mich jemand ganz gewaltig auf den Arm nehmen! Aber nun sagt mir nur mal, wer sich sowas ausdenken kann!“ Er sieht seine Frau durchdringend an:„Hast du jemand erzählt, daß wir heute abend hier„lange Fünfzehn“ machen würden?“ „Keinen Piep habe ich gesagt!“ entrüstet sich Frau Lotte mit Recht.„Dabei weiß ich noch immer nicht, wovon ihr eigentlich redet!“ Da Hannes erst seinen Arger herunterspülen muß, macht Otto Baldux inzwischen den Conférencier:„Sie haben Hannes ans Telefon gerufen. So'n Steppke, als Boy verkleidet. Ein Herr Cordua würde aus Aachen verlangt! So, Hannes, und nun kommst du. Weiter weiß ich auch nichts!“ Aber Lotte Cordua ahnt nun bereits die Zusammenhänge. Sie blickt ihren Mann an, sagt aber nichts. Sagt vorerst nichts, daß Walter in der Bar sitzt, denn hier am Tisch ist ja der Otto und da hinten die Katja. Soll der hübsche Abend, von dem sie sich soviel versprochen hat, denn mit Gewalt in die Binsen gehen? Grade eben hat sie doch einiges dazu beigetragen, daß es heute noch kein Getöse zwischen Katja ana Otto Baldux gibt! Und nun muß Walter ausgerechnet heute und hier mit Aachen telefonieren? Wen hat er denn überhaupt in Aachen? Das sind alles so Gedanken, die Lotte Cordua blitzschnell durch den Kopf schießen, während sie krampfhaft in ihrer Kaffeetasse rührt. Oder ist der Hannes etwa mit Walter am Telefon zusammengetroffen? Und hat der ihm gesagt, daß er mit der Katja hier ist! Sonst hätte er doch keinen Grund, so verärgert zu sein! Nichts weiß Hannes. Gar nichts' Denn der setzt nun das leere Glas auf den Tisch und sagt verdrießlich:„Ganz großer Flachs muß das gewesen sein. Mit allen Schikanen, sage ich euch! Da war wirklich einer aus Aachen an der Strippe. Aber als ich mich gemeldet habe, hat er nur heiser gebellt und dann wieder aufgelegt!“ Otto Baldux haut sich vor Vergnügen schallend auf die Schenkel. Denn das da in Aachen jemand ins Telefon bellt, als Hannes sich meldet, findet er über alle Maßen komisch. Aber der blickt Otto nun schief von der Seite an und sagt fißbilligend:„Nun fall bloß nicht vom Schemel, Otto! Möchte mal wissen, ob dir nicht auch der Tschako hochgeht, wenn du dich mit Dienstgrad und Namen meldest, und der andere hustet dir was, ohne dic Hand vor den Mund zu halten!“ So, nun weiß Lotte alles. Hannes, dieser Polizeisoldat in allen Lebenslagen, hat sich mit seinem Dienstgrad gemeldet, und da hat der andere natürlich gewußt, daß es nicht der Walter ist. den er sprechen wollte. Aber warum hat der nun wieder den Irrtum nicht richtiggestellt? Schließlich ist ein Ferngespräch aus Aachen, wenn es wirklich eines aus Aachen war, kein billiger Ulk, für den man zwei Groschen in den Automaten steckt! Und was— davon kommt Lotte nun schon gar nicht mehr los— sind das für- Leute, mit denen Walter in Aachen zu tun hat? Will er nach Aachen, und warum gerade nach Aachen? Ihrem Hannes wird das gar nicht recht sein, wenn Walter nach Aachen geht! Der ist froh, daß er seinen Bruder in Hamburg hat. Auch wenn der nun nicht mehr bei ihnen wohnt, froh ist er doch! Wenn nun Baldux nicht hier am Tisch wäre, und die Katja da hinten bei Walter! Dann ginge sie hin und holte ihn hierher. Hannes würde sich freuen. Und wie ihr Hannes sich freuen würde! Der hat nun sein zweites Bier, sich dabei langsam abgekühlt und meint nett zu Lotte:„Du sagst ja gar nichts mehr! Die Sache ist zwar nicht ganz astrein, aber so schlimm ist sie auch wieder nicht! Trink aus, Otto! Die kleinen Scherze, die wir heute hier vernaschen, gehen natürlich auf meine Rechnung!“ Gehen sie, Cordua! Gehen sie wirklich! Auch wenn Bruder Walter soeben hastig seine beiden Wermut-Gin bezahlt, als er die näheren Begleitumstände erfährt, unter denen in seiner Abwesenheit das Gespräch mit Aachen geführt worden ist. „Der Herr hat sich als Polizeimeister Cordua ausgegeben!“ sagt die Zentrale entschuldigena.„n bin die Ablösung. Und konnte nicht wissen, daß zufällig ein Polizeibeamter im Lokal sitzt, der ebenfalls Cordua heißt, Nein, mein' Herr, er wurde sofort getrennt! Der Teilnehmer in Aachen hat angehängt, als er den Irrtum bemerkte, an dem ich wirklich schuldlos bin, da ich, wie schon gesagt, die Ablösung... Wünschen Sie, daß ich den anderen Herrn rufen lasse, damit er Ihnen... Ich tue es gern für Sie, mein Herr, es muß ja schließlich alles seine Ordnung... Ganz, wie Sie wünschen, Herr Cordua! Dann kann ich also das Gespräch als erledigt betrachten? Danke sehr!“ Verdammt! denkt Walter Cordua in hilflosem Grimm, als er mit Katja schnell durch die mittlerweile in Dunkelheit getauchte Hermannstraße geht. Nun fehlt nur noch, daß die Kripo in der Leitung war, dann sind wir bedient! Aber die Kripo war nicht in der Leitung. Hauptpostamt Aachen und Café Vaterland waren der blonden Vermittlungsdame vom Fernamt zu unverfänglich, um eine Querverbindung zum Karl-MuckPlatz herzustellen. Außerdem wurde ja auch gar nicht gesprochen. Das kann sie auf ihren Diensteid nehmen. Es wurde wirklich nicht gesprochen. Aachen kann das jederzeit bestätigen. Aachen wundert sich lediglich, daß der heimische Kunde die vierzehn Mark vierzig hat schießen lassen. Das kommt nicht alle Tage vor. Aber es ist schon so, die Menschen sind nach dem großen Kriege alle ein bißchen durcheinander. Auch heute noch. Nun, vielleicht erinnert der Herr sich morgen und reklamiert den Betrag. Dann bekommt er ihn natürlich anstandslos zurück. Er braucht sich nur zu legitimieren... 4 Seltsam, nun ist Lotte Cordua, die nachmittags noch so gern tanzen wollte, völlig darüber hinweg. Das Lokal hat sich nach und nach gefüllt. Und das Programm kann sich wirklich sehen lassen. Hannes hat sich sogar zu einer Flasche Wein aufgeschwungen, denn wenn man schon einmal ausgeht, kann man seine Süße nicht den ganzen Abend bei Kaffee und Apfelkuchen mit Sahne vergnügt sein lassen. Und insgeheim, ganz insgeheim natürlich nur, freut ihn das silberne„V“ ja doch. Aber nun wird die Sache langsam komisch. Je munterer Hannes wird, desto stiller wird Lotte. Und Otto Baldux ist bald überhaupt nicht mehr zu genießen. Nachdem er stundenlang immer nur nach der Tür gestarrt hat, ob die Katja nicht doch noch kommt, meckert er plötzlich über die kabarettistischen Leistungen. Will alles schon einmal gesehen haben. „Gib bloß nicht so schauerlich an!“ sagt Hannes mißbilligend.„Stell du dich da oben mal hin! Die Kleine da eben, direkt aus'm Sprung in den Spagat— und wie der Zauberkünstler drei Kaninchen in seinem Zylinder untergebracht hat, wenn da außerdem noch vier Glas Rotwein drin sind, das mußt du ihm erst mal nachmachen! Stell dir mal vor, du hast deinen Tschako auf, und da liegt auch nur’ne Doppelschnitte Frühstück drin, die du schnell verschwinden lassen mußt, weil sonst an dir grade kein Platz ist. Oder damals bei der Feldgendarmerie! Da hatten wir mal Küchenrevision. Und da war ein ganzer Kessel voll neuer Kartoffeln. Neuer Kartoffeln, die man beinah mit der Pelle essen kann! Tu dir davon mal heimlich Stücker fünfzehn in den Stahlhelm und begegne damit auf'm Weg zum Quartier dem Korpskommandeur! Und da willst du mir erzählen, die drei lebenden Kaninchen im Zylinder wären nichts! Dann laß dir ruhig sagen, daß die Kartoffeln damals beinah gar gewesen sind, als der Alte endlich wegtreten ließ. So im Dampf war ich!“ „Wenn wir schon mal vom Barras reden wollen“, sagt Otto Baldux nun lebendig, „da kann ich dir noch ganz andere Sachen erzählen! Wir hatten mal einen Spieß, der war im Zivilberuf Flohzirkusdirektor. Wenn der beim Unterhosen-Appell immer nur Wanzen fand und nicht einen einzigen Artisten für seine Manege (Fortsetzung folgt) „Das ist nicht mein Schirm“, sagte del Bischof von Canterbury zu dem Butler des vornehmen Londoner Clubs, wo er elner Abend verbracht hatte. Ohne mit der Wimper zu zucken, er widerte der Butler: „Das ist schon möglich, Hochwürden Aber es ist der Schirm, den Sie mitge bracht haben.“ 119. Jahrgang— Nummer 214 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzelger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Kreisblatt Im Kreise Olpe Mittwoch, den 15. September 1954 Dahlienblüte Mit einem letzten flammenden Farbenrausch wendet sich'der Sommer gen Herbst. Die Dahlien blühen. Unvorstellbar, daß es eine Zeit gegeben hat, in der sie noch nicht da waren. Unvorstellbar, was gärtnerische Kunst aus den einfachen Naturformen dieser Blüte gemacht hat, die aus Südamerika zu uns gekommen ist. In ihr flammt noch einmal des Sommers ganze Pracht und Herrlichkeit auf — und sie ist es, die uns den schon sich neigenden um Wochen verlängert. Darum wollen wir nicht trauern, wenn sich die ersten Dahlien entfalten, wohl aber wollen wir die Mahnung nicht überhören, jetzt die Stunde zu genießen, solange der Sommer uns noch gehört. Er währt, solange sie uns leuchten, neigen sie aber welk ihr Angesicht, dann ist er dahingeeilt in das Reich der Ewigkeiten. lich ist Nelson an der Arbeit, um die cigentlichen Widersacher herauszufinden. Dieses gelingt ihm mit militärischer Unterstützung aus Washington. Bald darauf ist das große Werk fertig, so daß der Eisenbahnbetrieb aufgenommen werden kann.— Sterling Hayden, Eve Miller, Barton MacLane, Harry Shannon, Tom Fadden und Reed Hadley sind die Hauptdarsteller dieses packenden Filmstreifens, der am Mittwoch und Donnerstag über die Leinwand des hiesigen Lichtspieltheaters läuft. „Don Juan und Faust“ in Olpe. Es ehrt das Rheinische Landestheater wenn es zu Beginn seiner 30. Spielzeit dieses schwierige Werk spielte. Regisseur Hermann Wetzke entschloß sich zu einer sehr raffenden Bearbeitung, die es unvermeidbar machte, daß mitunter nur das pure Handlungstheater dominierte, ein Gerippe stehenblieb, dem das Fleisch des Dichters fehlte. Dennoch gelang es ihm, auf diese Weise eine Leitidee genauer herauszuschälen, die mit Grabbe übereinstimmt: den Pakt des Menschen mit dem Teufel in der eigenen Faust, für den der sichtbare Teufel doch nur Symbol ist. Hans Aeberlis Bühnenbilder brachten ganz knappe szenische Merkmale wie Stichworte zur Lokalisierung der Schauplätze, teils überzeugend, teils nicht. Die Darstellung war unheitlich, aber besaß doch einige markante Höhepunkte. Michael Bruckner war in Augenblicken zorniger Verzweiflung am stärksten, Horst Dieter Sievers kostete als Don Juan allzu genüßlich die ironischen Möglichkeiten der Rolle aus, Cay Calov aber gelang ein Teufel von knappem, geprägtem Umriß. Das festlich gestimmte Haus zollte der auf jeden Fall ansehnlichen Aufführung lang anhaltenden Beifall.(„Neue Rhein. Zeitung“ vom 8. September 1954.) Pfälzer Gäste in Saalhausen „Wein-Könlgin" bei Eröffnung der Rheinpfalz-Weinterrassen Saalhausen. Der Gartenort im Lennetal hat jetzt auch eine Rheinpfalz-Weinterrasse, die der gebürtige Pfälzer Eduard Ziemer am Hange oberhalb des Bahnhofes mit einer schönen Aussicht errichtet und eingerichtet hat. Letzten Sonntag konnte sie eröffnet werden, wobei die Feier infolge des regnerischen Wetters nicht auf den Terrassen, sondern in den schmucken und gemütlichen Räumen stattfand. Es ist sicherlich schon etwas besonderes, im Sauerland, in dem meh Liebhaber für den Gerstensaft zu finden sind, ein gediegenes Weinlokal zu eröffnen. Und so hatten sich in den Räumen der neuen Weinterrassen am Samstagnachmittag die Gäste versammelt. Als die Pfälzer Weinkönigin Ingrid I. aus Deidesheim, mit den Insignien einer Königin geschmückt, eintraf, waren viele Gäste versammelt, indes Kinder ihr schon draußen den Willkommensgruß entboten hatten und Böllerschüsse von den nahen Höhen krachten. Treuekundgebung am„Tag der Heimat“ Nicht im Zurückdenken beharren- Recht auf die verlorene Heimat Lassen Sie sich durch nichts beirren! Das ist die richtige Waschmethode! Olper Stadtspiegel Eine Lautsprecheranlage gibt seit Anfang dieser Woche die täglich etwa 35 anfallenden An- und Abfahrtszeiten der Züge auf dem Bahnsteig 1 und 2 des Olper Bahnhofs bekannt. Die Durchreisenden sind damit schnell informiert, ohne wie bisher den Auskunftsbeamten befragen zu müssen, der mit dem Anbringen der Lautsprecheranlage„eingespart“ wird. Heute abend treffen sich um 8 Uhr die Wanderfreunde des SGV zu einer Abendwanderung durch die Alemicke. Treffpunkt: Kreuzkapelle. Was für die„Erste Hilfe“ gehört, wird In einem Schaufenster der Drogerie Frerichmann, Frankfurter Straße, in reicher Schau gezeigt. Hier ist alles das ausgestellt, was die Motorisierten und Fußgänger in Ernstfällen benötigen, um dadurch vielleicht ein Menschenleben zu retten. Olper Filmschau.„Kansas Pazifik“!— Unter Aufbietung al'er Kräfte versucht die amerikanische Regierung in Washington, eine große Eisenbahnlinie von Ost nach West zu bauen, um die vorgelagerten Forts in Kansas besser versorgen zu können. Der Bau der Eisenbahnlinie wird jedoch gestört durch die zahlreichen Einwohner der Südstaaten, die eine Uebervölkerung ihrer großen Landgebiete befürchten und sich wirtschaftlich bedroht sehen. Eines Tages wird der Armeeingenieur Captain John Nelson in den Pentagon gerufen und beauftragt, endlich Ruhe und Ordnung an den Baustellen zu schaffen, damit die Kansas-Pazifik-Linie fertiggestellt werden kann. Nur mühsam kommt der Bau voran. Die nächtlichen Ueberfälle häufen sich. UnermüdGrevenbrück. Einen glanzvollen Verlauf nahm am Sonntag der„Tag der Heimat“, zu dem der Grevenbrücker St. Hedwigskreis aufgerufen hatte. Trotz zeitweiliger Regenschauer, früher Sonntagsstunde und weiter Anfahrten war die große Schützenhalle schon vor der Eröffnung besetzt. Während am frühen Morgen die Arbeitskreise tagten, fand um 10 Uhr die Begrüßung der Teilnehmer durch den 2. Vorsitzenden Brauner, Ortspräses Pfarrer Streier und Bürgermeiste Klenz statt, der im Namen der Gemeinde und ihrer Bevölkerung den Willkommensgruß entbot. In den Ansprachen kam zum Ausdruck, daß eine Brücke geschlagen werden müsse zwischen Deutschen aus Ost und West. Unter Glockengeläute und Vorantritt der Grevenbrücker Musikkapelle zogen die Teilnehmer zur Pfarrkirche, wo Pfarrer Streier ein feierliches Levitenamt zelebrierte, in der Diözesanpräses Trennert die Festpredigt hielt. Anschließend gedachte man vor dem Ehrenmal auf dem Kirchplatz in einer Gedenkfeier aller Toten der deutschen Heimat aus Ost und West. Die Gedenkrede hielt Hermann Brauner. Mit Gebet und dem Lied vom guten Kameraden klang die Totenehrung aus. Eine Marienfeierstunde am frühen Nachmittag, gehalten von Dekanatspräses Richter, Maumke, mit Ansprache von Pfarrer Streier beschloß den kirchlichen Teil des Tages. Den Höhepunkt bildete dann die große Treuekundgebung in der Festhalle, die im Auftrage des Protektors von Diözesanvorstandsmitglied J. Blauschek eröffnet wurde, dessen besonderes Willkommen den vielen Ehrengästen: Oberkreisdirektor Zimmermann, Amtsdirektor Rettig, Dr. Ferdinand Graf von Spee, den Vertretern der weltlichen und kirchlichen Behörden und dem BVD galt. Landtagsabgeordneter Josef Hennemann, Olpe, lenkte in seiner Festansprache die Gedanken in jede Stadt und jedes Dorf und mahnte, nicht im Zurückdenken zu beharren, sondern aus der Erinnerung die Kraft für die Zukunft zu holen, die noch große Aufgaben von allen Deutschen aus Öst und West gelöst wissen wolle. Leider sei heute die Familie als menschliches Gemeinschaftslebens gefährdet. Bewährte Bindungen in der Volks- und Dorfgemeinschaft seien im Verfall und die Gemeinde als die ursprüngliche politische Gemeinschaft im Staat verliere immer mehr an gestaltender Kraft. Stattdessen verlagere sich die Veranwortung in riesige Bürokratien. Das Kulturleben, früher getragen von den Kirchen und lebendigen Kräften des Volkes, sei zum Gegenstand von Etatsberatungen in den Olper Gartenfreunde tagten im„Schwanen" Statt Ausflug diesmal gesellige Veranstaltung mit Vortrag in Olpe geplant Olpe. Der Vorstand des Gartenbauvereins hatte seine Mitglieder am vergangenen Freitag zu einer Versammiung im „Schwanen“ eingeladen. Der Vorsitzende. Landwirtschaftsrat Kröger, gab bei Eröffnung der Versammlung zunächst die Gründe bekannt, warum seit längerer Zeit keine Versammlung stattgefunden habe. Die anhaltende ungünstige Witterung habe durch alle Vorhaben einen Strich gemacht. So habe man auch in diesem Jahre von einem Ausflug abgesehen. An dessen Stelle soll ein gemeinsames Kafteetrinken mit Vortrag und Verlosung im Schwanensaale abgehalten werden. Der Vorsitzende ermahnte seine Zuhörer, trotz mancherlei Mißernten den Mut nicht sinken zu lassen und treu wie bisher weiterzuarbeiten. Eine Entschädigung fur den Ausfall an Gemüse usw. erhielte man ja durch die gute Obsternte. Als Redner für den Abend hatte der orstand den bekannten und geschätzten Gartenbaumeister Sery von der Vogelschutzwarte Altenhundem gewonnen. ferr Sery verbreitete sich in einem recht nteressanten Vortrag über den Vogelchutzgedanken und die Aufgabe unVögel. Er gab alle möglichen chtlinien für die Erbaltung unserer kleinen, gefiederten Sänger, bedauerte die immer weniger werdenden Nistgelegenheiten und gab Fingerzeige, wie man diesem Mangel mit künstlichen Mitteln entgegenarbelten muß, wenn wir nicht letzten Endes nur das ernten wollen, was uns das Ungeziefer übrig läßt. Der Redner streifte die Winterfütterung der Vögel und zeigte Wege, wie man den Feinden der Vogelwelt(Katzen, unvernünftige Kinder unw.) entgegentreten muß. Für den Vortrag, der großen Anklang fand, dankte Landwirtschaftsrat Kröger herzlich im Namen der Versammlung. Er knüpfte daran die Mahnung, in liesem Herbst alles gründlich abzuernten, da unsere Gärten sonst im kommenden Jahre vor Unkraut ersticken. Es dürfe nicht mehr vorkommen, daß man im nächsten Frühjahr noch Bohnenstangen, Erbsenreiser und dergl. in den Gärten stehen sieht. Aucl: sei jetzt die Zeit für die Anpflanzung von Erdbeeren, Sträuchern und Obstbäumen da, was nicht zu übersehen sei. Um den 10. Ötkober finde die nächste Versammlung statt, in der alles Nähere für den gemütlichen Nachmittag und die Torfbestellung bekanntgegeben wird. Alle Mitglieder mögen sich zu dieser Versammlung wiederum zahlreich einfinden! Parlamenten geworden. Die Sorge um den Mitmenschen habe sich von der Familie, der Gemeinde, den Wohlfahrtsorganisationen in die Aktenschränke der Behörden verlagert. Die Nächstenliebe habe sich in staatliche Fürsorge umgewandelt und die Entwicklung zum totalen Wohlfahrtsstaat zeige mit Erschrecken das Versiegen der Quellen lebendigen Menschseins, ohne deren lebendige Wasser fruchtbares Land sich in Wüste verwandle. Die Vielfalt des Gemeinschaftslebens erstarre immer mehr in der zunehmenden Vermassung und ende eines Tages im Kollektiv, wenn es nicht gelinge, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Nur im Zuge dieser Entwicklung sei das Recht auf Heimat ebenso fragwürdig wie viele andere geistige Werte, die einmal als unantastbar galten. Es gehe heute mehr als um Wiedergutmachung von Unrecht, sondern vielmehr um letzte geistige Grundlagen unseres Zusammenlebens überhaupt. Zur Heimat gehörten persönliche und menschliche Bindungen bis in verstorbene Generationen hinein. Er erklärte, daß die Vertriebenen ein unveräußerliches Recht auf ihre verlorene Heimat haben und das Bestreben, ihnen diese wiederzugeben, niemals im deutschen Volke erlahmen dürfe. In der Sowjetzone lebten unsere Brüder und Schwestern unter solch seelischem und geistigem Druck, daß viele von Ihnen die Freihelt wählen und die Heimat im Stich lassen. Man müsse Verständnis dafür haben, daß ihnen die Freiheit mehr bedeute als selbst das Gut der Heimat. Es gebe keine echte Heimat ohne die Freiheit, und keine Freiheit, die nicht aus der Bindung an Gott und aus der Unterwerfung unter die ewigen Gesetze des Schöpfers erwachse. Die Bundesrepublik, so sagte Hennemann weiter, sei gemeinsame Heimat der Menschen aus Ost und West, die wir auch gemeinsam zu verteidigen haben gegen alle Gemeinderat genehmigte Haushaltsnachtrag Bau der Wirtschaftswege kann noch nicht finanziert werden Wenden. In einer Dringlichkeitssitzung hatte sich der Gemeinderat Montag mit wichtigen Problemen zu befassen. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Beratung des I. Nachtragshaushalts-Planes, der nach ausführlichen Erläuterungen durch den Amtsdirektor einstimmig genehmigt wurde. Weitere Arbeiten an der Straße Wenden—Hünsborn wurden an die Firma Sieler aus Gerlingen vergeben die das niedrigste Angebot eingereicht hatte. Ueber den geplanten Bau von drei Wirtschaftswegen innerhalb der Gemeinde wurde vorerst noch kein Beschluß gefaßt. Bevor Bürgermeister Eichert die Sitzung eröffnete, beglückwünschte er den Abg. Schrage aus Hünsborn im Namen der Vertretung zum Geburtstag. Nach der Genehmigung des ordentlichen Haushaltsplanes sei durch Mehrausgaben und Aenderungen eln Nachtragshaushaltsplan erforderlich. Amtsdirektor Quiter erläuterte im einzelnen die benötigten Mittel. So erhöhe sich der Beitrag zum Ruhrtalsperrenverein; die Instandsetzungsarbeiten an den Schulen erfordern DM 5000; der Straßenbau Wenden—Hünsborn verschlinge ein Mehr von DM 23 000. Die Grunderwerbskosten müßten um DM 1000 erhöht werden. Für Unterhaltung der gemeindeeigenen Wohnhäuser waren DM 5000 angesetzt, erforderlich aber sind mindestens DM 11 700, von denen bereits DM 8700 in Anspruch genommen wurden. Für die Ausgaben konnte ein Ausgleich durch Wegebaubeihilfen, Holzverkäufe, erhöhte Schlüsselzuweisungen und kleinere Einsparungen vorgenommen werden. Der Nachtragshaushaltsplan wurde demnach in einer Mehrausgabe und Mehreinnahme von DM 64 985 einstimmig von den Vertretern genehmigt. Wirtschafts-Wegebau Unter Punkt Verschiedenes wurde das Problem des geplanten WirtschaftswegeBegleitet war Ingrid I. vom Pfälze: Landwirtschaftsrat Keller, Vorsitzender der Weinwerbung, Pfälzer Heimatdichter Leopold Reiz und dem in der Pfalz weit bekannten„Bellemer Heiner“, sowie dem Weingutsbesitzer Naegele aus Heimbach. Eingangs der offiziellen Eröffnungsfeier begrüßte Eduard Ziemer die Weinprinzessin und ihre Pfälzer Landsleute aufs herzlichste. Er betonte, hier im Sauerland mit den neuen Weinterrassen ein Stück Pfälzer Heimat zu gestalten, den Sauerländern damit landsmännisch die Hand zu reichen und Fröhlichkeit und Beschwingtheit zu vermitteln. Landwirtschaftsrat Keller überbrachte beste Glückwünsche und Grüße von der sonnigen Pfalz, dem größten WeinbaugeEinflüsse des Ostens. Es gehe um die christlich-abendländische Kultur. Der Zusammenschluß der freien Welt sei deshalb eine zwingende Notwendigkeit. Uns interessiere daher in diesem Zusammenhang die europäische Gemeinschaft. Dieses Europa werde in elner totalen Helmatlosigkeit untergehen, wenn es sich nicht endlich aufraffe, alle nationalen Mißverständnisse überwinde und zu einer großen Famlliengemeinschaft sich zusammenfinde. Was wir aber auch im politischen Raum tun mögen, das eine dürfe man dabei nicht übersehen, daß die Heimat mehr sei als Besitz von Land und steinernen Kirchen. Drei Aufgaben stellte Diözesanpräses Trennert aus Lippstadt beim Heimatgedenken heraus. Es müsse die Substanz erhalten und eine soziale Gesundung gefestigt werden. Es löse sich nichts von selbst, sondern allein durch gemeinsames Streben und durch Einheit im Denken und Fühlen zwischen Einheimischen und Vertriebenen. Kreistagsabgeordneter Scheinert, Altenhundem, als Vertreter des BVD betonte, daß die Erhaltung der Tradition mehr gepflegt werden müsse. In den Schulen, so forderte er, müsse das Kulturgut des deutschen Ostens eine bessere Heimstatt als bisher finden. Nach der Kundgebung begann dann die große kulturelle Veranstaltung „Singende, klingende Heimat in Ost und West“. Mit Lied, Volkstanz und Muslk wurde gleichsam ein Bekenntnis zur deutschen Heimat abgelegt. Ueber das ausgezeichnete Programm dieser Veranstaltung werden wir noch berichten, da sie kulturell hochstehend war. Der Treuekundgebung und der Kulturveranstaltung gesamtdeutsches Bekenntnis klang in dem Gelöbnis aus, alles zu tun, damit die deutche Einheit in Freiheit Wirklichkeit werde. MI baues Wenden—Ottfingen, Altenhof— Girkhausen und Elben—Schönau eingehend beraten und lebhaft diskutiert. Vor allem wurde festgestellt, daß die Gemeinde nicht in der Lage ist, die zu leistenden Beiträge in Höhe von DM 75 000 allein aufzubringen. Landeszuschüsse für diese Wegebauten werden aber nur dann gewährt, wenn dle Eigenleistung der Gemeinde im Haushaltsetat sichergestellt ist. Nach längerer Beratung war sich die Vertretung darüber klar, daß die Ortschaften die von diesen Wegen profitieren, im Wege des Hand- und Spanndienstes etwas besonders zu leisten haben, wenn die geplanten Projekte Wirklichkeit werden sollen. Es wurde beschlossen, in diesem Sinne mit den Ortsvertretern zu verhandeln. Darlehn für die Tierkörper-Beseitigungsanstalt Kreis Olpe. Wir hatten diesen Punkt der letzten Kreistagssitzung bereits in einer Vorbetrachtung zur Kenntnis gebracht und damit der Bevölkerung des Kreises klargemacht, daß mit der Belastung dieses Darlehns nach den Bestimmungen des Tierkörperbeseitigungsgesetzes verfahren wurde. Der Kreis kann froh sein, daß eine Anstalt, wie die in Niederdielfen, nicht im Kreise Olpe ist, sie würde den Kreisetat in noch größerem Maße als das Darlehen belasten. Die Abgeordneten waren einstimmig für die Zahlung des Darlehns mit der Maßnahme, daß die Verwaltung umgehend über die dringliche Sicherheit des Darlehns Verhandlundgen mit der Firma Pfennig aufnimmt. OKD Zimmermann meinte vor der Abstimmung in launiger Weise:„Die Hohe Bracht ist mir lieber als die Anstalt in Ntederdielfen.“ Wo Ist der Kenner, der die gute Ova nicht kennt? biet, das durch seine sonnige Lage froh und strebsam trotz vieler Schicksalsjahre dank seines sonnigen Weines geblieben sei. Er gab seiner Freude Ausdruck, hier im Sauerland neue Freunde zu gewinnen für den edlen Pfälzer Wein. Ein Korb mit reifen Weintrauben, Mandelfrüchten und Feigen gab Zeugnis von dem sonnegesegneten Land. Die Pfälzer Weinkönigin überbrachte die Grüße und Wünsche der Winzer und Winzerinnen aus der Pfalz und gab ihrer Freude über die gelungenen Weinstuben Ausdruck. Die anschließende Weinprobe wurde froh untermalt von Leopold Reiz' würzigen und humorvollen Worten. Er machte die Gäste mit den traditionellen Gepflogenheiten eines echten Weintrinkers bekannt: der Wein muß mit allen fünf Sinnen getrunken und probiert sein! Dazu gab der„Bellemer Heiner“ noch seine originellen Einlagen. Bald war der Kontakt einer frohen Stimmung hergestelit, so daß Frohsinn und Heiterkeit die Runde machter. Helmkehrer aus dem KZ Attendorn. Am Freitagabend traf hier überraschend der Sudetendeutsche Ferdinand König ein, der 1946 von den Tschechen ohne Grund zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt und am Heiligen Abend desselben Jahres in das KZ Kartaus eingeliefert wurde. Er traf in Attendorn seine Familie wieder. Die Vertreter der Behörden, der Geistlichkeit, der Vereine und die Bürgerschaft bereiteten dem Spätheimkehrer am Samstagabend auf dem Kirchplatz einen zu Herzen gehenden Empfang. Landrat Metten, Bürgermeister Albus und Dechant Köster hießen den Schwergeprüften herzlich willkommen und versprachen, alles zu tun, dem ehemaligen Hauptlehrer eine neue Existenz zu schaffen. Der MGV„Sauerlandia“ und der Musikzug der Freiw. Feuerwehr hatten sich ebenfalls für die Feier zur Verfügung gestellt und verschönerten diese durch Gesang- und Musikvorträge. Im Auftrage des Heimkehrerverbandes sprach Vorsitzender Peter Heinemann das Willkommen und für die Soldatenkameradschaft fand Rektor Stakemeier aufrichtende Worte. Bei der Nationalhymne gedachte man schweigend der Deutschen, die sehnsüchtig auf den Tag der Freiheit hoffen. Neben den Familienangehörigen freut sich die 81jährige in Elspe wohnende Mutter über die Rückkehr ihres Sohnes. STADT ATTENDORN Die Straße nach Ennest über das Hol lenloch wird zurzeit instandgesetzt. Eine neue Teerdecke wurde nun auch auf der Kehlbergstraße angebracht. Ein großes Herbstkonzert am 17. Oktober hat der MGV„Cäcilia“ geplant. Ist die reelle gute, billige Einkaufsquelle! UKW-Alarm auf„Heinrich-Robert“ Eine Zeche in Herringen nahm die modernste Radio-Alarmanlage für Grubenwehren in Betrieb Hamm.— Die erste mit UKW-Funk arbeitende Grubenwehr-Alarmanlage in der Bundesrepublik wurde am Dienstag im„Steinkohlenbergwerk Heinrich-Robert AG“ in Herringen bei Hamm in Westfalen in Betrieb genommen. Im Ernstfall wird bei Grubenunglücken durch eine Taste in der Telefonzentrale der Zeche der Alarm ausgelöst. Über einen UKW-Sender, der auf dem Verwaltungsgebäude der Schachtanlage steht, wird bei den Empfangsgeräten in den Wohnungen der Grubenwehrleute ein Summ-Ton erzeugt und eine weiße Scheibe sichtbar. Dadurch sollen alle Angehörigen der Grubenwehr schlagartig benachrichtigt werden, so daß sich die zeitraubende Alarmierung durch Boten oder über Telefon zukünftig erübrigt. Falls einer der Grubenwehrleute beim ertönen des Alarmsignals nicht zu Hause ist, wird er bei seiner Rückkehr durch die weiße Scheibe auf den Alarm aufmerksam gemacht. Die UKW-Empfänger können wie normale Radioapparate an jedes Lichtnetz angeschlossen werden Im Ernstfalle ist es wichtig, daß die Grubenwehrmänner auf dem schnellsten Wege Nachricht von der Notwendigkeit des Eingreifens der Grubenwehr erhalten Minuten können hier entscheidend sein. Bisher erfolgte die Alarmierung der Grubenwehr soweit möglich, durch das Telefon oder durch Boten mit Kraftfahrzeugen. Um die Alarmierung noch weiter zu beschleunigen, ist von der Continental Rundfunk GmbH in Osterode in Verbindung mit der Zeche Heinrich Robert und der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen diese UKW-Alarmanlage entwichelt und hergestellt worden. Aufstieg des deutschen Bergbaus Essen.— Der deutsche Bergbau hat die schweren Schäden des Krieges zum größten Teil überwunden, auf wichtigen Gebieten die Produktion auf den Stand der Vorkriegszeit und darüber gehoben und in Forschung und Technik wieder eine von der internationalen Fachwelt beachtete Höhe erreicht. Dies stellt das Jahrbuch des deutschen Kohlenbergbaues 1954 fest, das gerade rechtzeitig zu der vom 18. September bis 3. Oktober in Essen stattfindenden großen deutschen Bergbauausstellung 1954 erscheint. Als zuverlässiger Spiegel der bergbaulichen Entwicklung in der Bundesrepublik gibt es erschöpfende Auskunft über die Organisation des westdeutschen Bergbaus nach der Neuordnung und über den Stand der Dinge in den einzelnen Sparten des Bergbaus. Der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ist ein besonderes Kapitel gewidmet, das nicht nur über die Organe der Gemeinschaft berichtet, sondern auch einen Überblick über die GeJuwelenraub am hellen Tage Taxifahrer setzte die Polizei auf die richtige Fährte sellschaften und Einrichtungen des Kohlenbergbaues in den anderen Mitgliedstaaten der Montanunion gibt. Erfolgreiche Nachkriegsentwicklung Ein Vergleich mit dem Jahr 1948, das die erste deutsche Bergbauausstellung nach dem Kriege in Essen brachte, ergibt einen Förderanstieg im westdeutschen Steinkohlenbergbau von damals 87 Millionen Tonnen auf 124,5 Millionen Tonnen im Jahre 1953. Wenn damit die Förderziffer des letzten Vorkriegsjahres von 1938 mit 137 Millionen Tonnen auch noch nicht erreicht ist, so beweisen die Zahlen doch die ungeheure Leistung, die in wenigen Jahren trotz der Zerstörungen des Krieges und der vielfach erschwerten Arbeitsverhältnisse erbracht wurde. Die Erzeugung an Koksofengas im Ruhrgebiet hat mit 14.2 Milliarden cbm im Jahre 1953 den Stand von 1938 bereits überschritten. Ähnlich ist es bei den Kohlenwertstoffen. Die Stromerzeugung der Zechenkraftwerke des Ruhrbergbaus hat sich in der gleichen Zeit sogar mehr als verdoppelt. Sie stieg von 3.4 auf 7.4 Milliarden kWh. Bergbauforschung fordert höhere Mittel Angesichts der großen Zukunftsaufgaben fordert der Geschäftsführer des Steinkohlenbergbauvereins, Bergassessor a. D. Emil Schrödter, in einem eingehenden Bericht über Entwicklung und Stand der bergbaulichen Forschung den Einsatz erhöhter Mittel und eine verstärkte Gemeinschaftsarbeit auf diesem für den Bergbau wie für die Gesamtwirtschaft gleich wichtigen Gebiet. für Indien Eine„Sendung“ Lokomotiven aus dem Henschel-Exportprogramm 1954/55 wurde am Vormittag des 13. September im Hamburger Hafen von einem Frachtschiff übernommen, las die„Ritter des Schienenbandes“ nach Indien bringen wird. Die Lokomotiven sind für die Central-Railway in Bombay bestimmt. Hier eine der Lokomotiven an den Trossen des 100-Tonnen-Schwimmkrans, der sein Gut in den Laderaum des Frachters setzt. Würzburz— Durch die Aufmerksamkeit eines Taxifahrers wurde bereits manöver vom 17. bis zum 29. September auf ihren Grundstücken Schäden festDüsseldari— Die Düsseldorfer Kriminalpolizei hat in den letzten Tagen einen 21jährigen Steward und einen 23jährigen Ingenieur-Assistent festgenomPolizel sucht roten DKW Aacnen.— Die Aachener Polizei fahndet nach dem Fahrer eines roten DKW-Wagens drei Stunden nach der Tat ein gerissener stellen, die durch Truppen verursacht(Meister- ouer Reichsklasse), der in der Nacht Juwelenräuber verhaftet, der aus der wurden, müssen die Schäden innerhalb zum Montag in Oidtweiler(Kreis Geilen- men, die drei Kilogramm Haschisch be Inwelier- von 24 Stunden dem zuständigen Kreis- kirchen/Heinsberg) einen 17jährigen Maurer sich trugen. Das ist, wie die Düsseldorfer besatzungskostenamt melden. Die Kreis- aus an efahren und todlich Kripo am Dienstag mitteilt, die größte Gesamtwert von 17 000 Mark entwendet verwaltungen in Ostwestfalen-Lippe wie- verletzt hatte. Der Fahrer setzte seine ahrt Menge dieses Rauschgifts, die bisher in hatte. Der Dieb hatte die acht Millimeter sen am Dienstag darauf hin, daß bei kimr rn. Dte Scheinwerfer des Wa- der Bundesrepublik illegal angeboten worNichteinhaltung dieser Frist mit einer Ab- gens ist zertrümmert und der rechte vordere den ist.— Das Rauschgift hatten die beilehnung der Ersatzansprüche zu rechnen Kotflügel eingedrückt. Die Polizel bittet um den Männer, die chemalige BesatzungsAuslage eines hell erleuchteten Juwelier geschäftes in Bad Kissingen Juwelen im starke Scheibe mit einem Diamanten angeritzt und eingeschlagen. Trotz des zur Tatzeit noch herrschenden regen Straßenverkehrs gelang es ihm, unbemerkt zu entkommen. In einer benachbarten Gastwirtschaft aß und trank er gemütlich, führte ein Ferngespräch nach Frankfurt und mietete sich anschließend ein Taxi nach dort. Inzwischen war der Einbruch bekannt. geworden, und ein Taxifahrer, der die Abmachung seines Kollegen mit dem Fahrgast gehört hatte, schöpfte sofort Verdacht. Die Polizei nahm die Spur auf und ermittelte den Frankfurter Telefonpartner. So wurde der gerissene Dieb bei seiner Ankunft in Frankfurt nicht von seinem „Geschäftspartner“, sondern von der Kriminalpolizei in Empfang genommen. Neues Institut: Gesundes Betriebsklima Essen.— Ein neues Institut, das sich mit Fragen der Menschenkenntnis und Menschenführung im Betrieb befaßt, ist von dem Außeninstitut der Technischen Hochschule Aachen im Ruhrgebiet, dem„Haus der Technik“ in Essen, auf Anregung der Ruhrwirtschaft eingerichtet worden. Das Haus der Technik teilte am Dienstag mit, das Institut werde Industrie und Wirtschaft u. a. bei Neueinstellungen von Spitzen- und wichtigen Fachkräften beraten und Lehrgänge abhalten, die Vorgesetzte und Meister der BeMithilfe der Bevölkerung bei der Fahndung. mitglieder eines Hamburger Motorschiffs Gemeindedirektor beurlaubt Er soll Friedhofswärter werden Drei Kilogramm Haschisch in Düsseldorf sichergestellt sind, auf zwei Seereisen im April und August dieses Jahres im Tausch gegen drei Fotoapparate in Beirut(Libanon) eingehandelt und in die Bundesrepublik eingeschmuggelt. Die Fotoapparate waren, wie die Polizei berichtet, auf Teilzahlung gekauft, aber noch nicht bezahlt. Die beiden Seefahrer hatten vergeblich versucht, das Haschisch in Hamburg, Frankfurt und Köln im Schwarzhandel an den Mann zu bringen. Bei ihrer Festnahme trugen sie außer dem in Originalpackungen eingepackten Rauschgift einen Schlagring und eine Tränengaspistole bei sich. Der Richter hat gegen die beiden Männer Haftbefehl erlassen. Bonn. Eine für Montag abend angesetzte außerordentliche Gemeinderatssitzung in Sieglar bei Bonn, auf der die ÖffentlichTreibstoff Manöverschäden sofort melden Detmoin— Grundstückseigentümer und Pächter, die während der Herbsteinem himmelblauen sechssitzigen amerikanischen Straßenkreuzer vor dem Standes- Hrunmend una heulena sauste ein grunes„Unamt vorfuhr, brachen die Zuschauer in geheuer“ nachts auf der Straße zwischen Hochrufe aus. Die Kapelle spielte den Prin- Zutphen und dem benachbarten Dorf Warusveld keit über die Hintergründe der Beurlaubung zenmarsch. Als erster gratulierte nach der im deutsch-holländischen Greuzgebiet hin und her. des Gemeindedirektors Karl vom Feld unter- Trauung eine der Hauptfiguren des Kölner Beäugstigte Einwoliner verständigten die Polizei. richtet werden sollte, ist ausgesetzt worden Karnevals in diesem Jahr, der Schimpanse Sie hielt das geheimuisvolle Fahrzeug an und „Petermann". Er trug einen Frack und uber- stellte fest. daß es ein Moped war. Der Besitzer, Dafür soll am Mittwoch eine turnusgemabe reichte der jungen Frau des Prinzen einen ei Einwohner vou Warusveld, hatte in der Nacht Sitzung stattfinden, in der die Angelegenheit Rosenstrauß. noci etwas in Zutphen zu besorgen. Er hatte es eilig, stellte aber fest, daß das Benzin alle war. Als Ersatz nalu er eine Mischung von Fleckenwasser und Salatöl und das Moped fuhr. Die Geschwindigkeit reidhte, der Lärm stieg etwa um das triebe zur Pflege der menschlichen Beziehungen und damit zur Bildung eines gesunden in nichtöffentlicher Sitzung behandelt wird.e de de VM in HannoBetriebsklimas anregen sollen. Leiter des Vom Feld, gegen den weder beamten- noch veber deneraisent e Instituts ist der Direktor des Hauses der strafrechtliche Vorwürfe erhoben werden, ist leitender Sekretär des CVJM nach DüsselTechnik, Prof. Dr. Krekeler. vor einigen Wochen durch einen knappen dorf berufen. Geiß stammt aus Breslau und Mehrheitsbeschluß des Gemeinderats beurlaubt worden, weil er, wie es hieß, selnen Aufgaben nicht gewachsen sei. Der Rat hatte empfohlen, vom Feld die Stellung eines Friedhofswärters unter Beibehaltung seines jetzigen Gehalts anzubieten. Dem Gemeinderat gehören zahlreiche Räte an, die vom Feld 1950 für neun Jahre als Gemeindedirektor wiedergewählt haben. An der Sitzung am Mittwoch werden auch Vertreter der Aufsichtsbehörde teilnehmen. Vom Feld, von Beruf Elektriker, wurde 1945 von den Amerikanern als Bürgermeister eingesetzt und 1946 als die Briten die Verwaltung übernahmen, für drei Jahre zum Gemeindedirektor gewählt. In der Bevölkerung von Sieglar herrscht über die Entscheidung des Gemeinderats großes Befremden, weil man nicht schon 1950 die angebliche Unfähigkeit des Gemeindedirektors erkannt habe und ihn mit großer Mehrheit auf diesen Posten berief. Die Amtszeit vom Felds läuft 1959 ab. Die Gemeinde müßte ihm bis dahin das volle Gehalt zahlen, falls es bei dem Beschluß des Gemeinderats bleiben sollte. hat seit 1936 die Arbeit des CVJM in Hanno- Zehnfache. Die Polizei sprach eine gebühren ver geleitet. pflichtige Verwarnung wegen Rulestörung aus. Marie Gallison-Reuter gestorben Düsseldorf.— In der Diakonissenanstalt Düsseldorf-Kaiserswerth ist, wie erst jetzt bekannt wird, die ehemalige Konzertsängerin, Musikpädagogin, Schriftstellerin und Fürsorgerin Marie GallisonReuter am Samstagabend im Alter von 93 Jahren gestorben. Schwester Marie, die von 1877 bis 1880 als Diakonisse in Kaiserswerth ausgebildet worden war, wurde nach dem ersten Weltkrieg durch Hilfsaktionen bekannt, die sie zugunsten der deutschen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten organisierte. Als sie 1922 nach schwerer Krankheit wieder in ihre Heimat zurückkehrte, wurde sie von Hindenburg und Kronprinzessin Cecilie empfangen. 1945 schickte sie Hilferufe an ihre amerikanischen Freunde, die wiederum zu Hilfslieferungen aus USA für die notleidende deutsche Bevölkerung führten. Marie Gallison-Reuter wurde am 24. Mai 1861 in Lübeck geboren. Kurze Zeit, nachdem sie 1880 in Kaiserswerth ihr Lehrerinnenexamen abgelegt hatte, übernahm der bekannte Liedersänger Julius Stockhausen ihre Gesangsausbildung. Mit ihrem Gatten Henry Gallison ging sie nach Amerika, wo sie als Sängerin viele Triumphe feierte. Seit 1925 lebte sie als Ehrendiakonisse wieder in Kaiserswerth. Ihr Leben schilderte sie in ihrem Buch „Mcin Leben in zwei Welten“. Schwester Marie wird heute in Kaiserswerth beigesetzt. Hüttenwerk verkürzte Arbeitszeit Ein voller Erfolg— Nicht unbedingt übertragbar NP-Oberhausen.— Seit über einem Jahr wird in den beiden Martin-Werken des Hüttenwerks Oberhausen weniger gearbeitet, aber nicht weniger verdient. Man hat versuchsweise die 42-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich eingeführt und damit einen großen Erfolg erzielt. Jetzt soll eine neutrale Kommission im Auftrag des Arbeltsministeriums von Nordrhein-Westfalen die Ergebnisse prüfen. Allerdings kann dieses Experiment nicht unbedingt als Verwirklichung der Forderun gen der Gewerkschaften gelten, well es sich nicht einfach mit dem gleichen Erfolg auf andere Unternehmen und nicht einmal auf die anderen Abteilungen des eigenen Hüttenwerks übertragen läßt. Von den Vergünstigungen sind nur 1000 der 10 000 Arbeiter betroffen. Allerdings leisten sie auch die schwerste Arbeit. Der Betrieb hatte durch diese Neuregelung kelne finanziellen Verluste. Die Produktion stieg um 9 Prozent, und die Betriebe der Weiterverarbeitung konnten besser ausgelastet werden. Wollte man den ganzen Betrieb in das System einbeziehen, würde es allerdings Schwierigkeiten geben. Von den Arbeitern wird diese Neuregelung natürlich durchweg begrüßt. Die Arzte konnten feststellen, daß der Gesundheitszustand der Leute viel besser als früher ist. Die Krankheitsfälle der Arbeiter der beiden MartinWerke liegen weit unter dem Durchschnit des übrigen Betriebes. Belgischer Lkw verunglückt Zwei Tote und neun Verletzte Europäischer Lehrplan für Geschichte Auf einem Pädagogentreffen in Köln von dem französischen Grundschullehrer Jeanneret(Paris) vorgeschlagen Einer der größten Kugel-Gasbehälter der Welt der im Auftrage der Kölner Stadtwerke in Köln-Ehrenfeld gebaut wird, geht langsam seiner Vollendung entgegen. Der neue Behälter wird bei einem Kugel-Durchmesser von 33 Metern einen Rauminhalt von 20 000 Kubikmetern haben. 950 t Gewicht ruht auf 15 Stützen. Da die 28,5 mm starken Stahlwände einen Überdruck von 5,5 Atmosphären aushalten, können in dem Behälter rund 100 000 chm Gas gespeichert werden. Unser Bild: Blick auf die Baustelle, rechts ein alter Gasometer. Nach der Trauung Rosenstrauß vom Affen Köln.— Hunderte von Schaulustigen blokkierten am Dienstag die Zufahrtsstraßen zu einem Kölner Standesamt, wo der Prinz Karneval 1954, mit bürgerlichem Namen Hubert Camps, mit der Schwelzerin Gertrud Margot Rennggli den Bund fürs Leben schloß. Vor dem Standesamt hatten sich die führenden Vertreter des Kölner Karnevals und eine Musikkapelle eingefunden. Als„Seine Tollität“ mit seiner Braut in Köln.— Der französische Grundschullehrer Jeanneret(Paris) schlug am Montag auf einem deutsch-französischen Lehrertreffen in Köln einen„Europäischen Lehrplan“ für den Geschichtsunterricht vor. Geschichtsperioden, die für das gemeinsame Schicksal der europäischen Nationen charakteristisch sind, sollten systematisch im Geschichtsunterricht an allen Schulen Europas dargestellt werden. Auf diese Weise könne man den Kindern die Bedeutung des Gemeinschaftsgeistes der Völker Europas nahebringen und sie zu einem„Europäischen Patriotismus“ erziehen. Nach dem Plan Jeannerets sollen berufene Historiker den„Europäischen Lehrplan“ für den Geschichtsunterricht erarbeiten. Es fehlten heute zwar noch die Voraussetzungen um eine europäische Geschichte lehren zu können. Es sei jedoch möglich, besonders geeignete Geschichtsabschnitte im Hinblick auf ihre Bedeutung für das gemeinschaftliche Schicksal der europäischen Nationen im Unterricht herauszustellen. Jeanneret nannte z B. die Zeit der Großmachtentfaltung des römischen Imperiums, die karolingische Renaissance im 9. Jahrhundert, die Entfaltung des Christentums im 13. Jahrhundert und die Zeit des neuen Humanismus im 16. Jahrhundert. Er stellte anheim, in diesem Zusammenhang auch auf den„echten europäischen Geist“ hinzuweisen, der' im 18. Jahrhundert trotz der dynastischen Kriege zwischen den europäischen Hauptstädten geherrscht habe. Ferner könne die Entfaltung der Wissenschaft im 19. Jahrhundert mit einbezogen werden. Jeanneret stellte für den Geschichtsunterricht den Grundsatz auf, nie das„strahlende Antlitz der eigenen Nation“ zu zeigen, ohne gleichzeitig auf die„Lichter in den anderen Nationen“ hinzuweisen. Der nationale Patriotismus solle nicht etwa verschwinden. Er solle nur nicht länger zur Feindschaft gegenüber anderen Nationen und zu nationalem Chauvinismus führen. Der französische Lehrer sprach anläßlich eines Kolloquiums über Methoden des Geschichtsunterrichts. Das von der Europaunion veranstaltete Lehrer-Treffen wurde am Montagabend beendet. 25 Lehrer und Lehrerinnen aus Köln und 25 aus Paris und Bordeaux hatten daran tellgenommen. Im nächsten Jahr werden 30 Kölner Erzieher zu einem Gegenbesuch nach Frankreich fahren. Die verkürzte Arbeltszeit entstand aus einer Notlage heraus. Als 1951 die Gasversorgung an den Werktagen schwierig wurde, mußte man zur Sonntagsarbeit übergehen. Bis dahin wurden die Martinöfen an den Sonntagen zwar auch beheizt, aber sie produzierten nicht. Für die Arbeiter waren 53,6 Stunden in der Woche die übliche Arbeitszeit. Weil die ständige Sonntagsarbeit keine Aussicht hatte, genehmigt zu werden, stellte man eine weltere Schicht ein und verkürzte die Arbeitszeit zunächst auf 48 und schließlich auf 42 Stunden in der Woche. An vier Tagen wird gearbeitet, zwei volle Tage sind dann frei. 200 neue Arbeiter wurden eingestellt. Auf den Stundenlohn gab es einen Zuschlag von 27 Prozent. Niemand verdient so weniger als in 53,6 Stunden, Außerdem konnte mancher vom alten Stamm noch mehr verdienen, weil durch die Einführung einer weiteren Schicht mehr besser bezahlte 1- entstanden Lüdenscheid.— In der Nähe von Buschhausen(Kreis Altena) verunglückte am Dienstagvormittag ein belgischer Mannschaftswagen, wobei zwei Soldaten getötet und neun zum Teil schwer verletzt wurden. Der Wagen war aus bisher unbekannter Ursache von einem Feldweg eine zweieinhalb Meter hohe Böschung hinabgestürzt und hatte sich überschlagen. Deutsche und belgische Polizei transportierte gemeinsam die Verletzten ab. Durch den ersten Vorsitzenden des Deutschen Ruder-Verbandes, Dr. Walter wülfing (Hannover), wurde den Europameistern im Doppelzweier, Thomas Schneider-Gerhard Häge(Gießen 77-Neptun Konstanz), Im Rahmen einer Feierstunde zu Gießen das vom Bundespräsidenten nach dem Titelgewinn in Amsterdam verlichene silberne Lorbeerblatüberro Peter Anders/ Zur Erinnerung an den tödlich verunglückten Sänger „Freunde, das Leben ist lebenswert!“ Noch vor zwei Wochen hob sich mit diesem Bekenntnis die strahlende Stimme von Peter Anders auf dem Sommerfest der Hamburger Staatsoper im abendlich dunklen Park von„Planten un Blomen“ mühelos, stieg und flel schmelzend und volltönend im Gesang dieser Arie... Am Sonntag darauf geschah es dann, daß sich sein Mercedes-300-Kabriolett in einer Kurve überschlug. Der Künstler kam in das Hafenkrankenhaus. Die Arzte schwiegen. Ein, Halswirbelbruch? Außer der Frau und dem Töchterchen Ursel wurden keine Besucher zugelassen. Dafür häuften sich die Briefe mit Zeilen des Trostes und der Zusprache, viele Blumen. darunter edle Chrysanthemen, herrliche Orchideen und ein gepreßtes Edelweiß. Peter Anders lag gelähmt, aber er blieb zuversichtlich. Im Zimmer 1 der Station E sprach er mit dem Versuch eines Lächelns davon, daß er nun„über den Berg“ sei. Dann kam plötzlich die Trauernachricht von seinem Tode. Seine letzte Rolle in Hamburg war der Bacchus in„Ariadne“. Millionen lauschten in den letzten Jahren seiner sonoren, baritonalen Mittellage, die niemals forciert wurde. Aber auch in den oberen Lagen entfaltete sein Tenororgan herrlichen Glanz und überzeugende Kraft, weiche Süße und metallenen Klang. Die Staatsopern von Wien und Hamburg besaßen in diesem Künstler einen Sänger von Gottes Gnaden. Hinter der Stimme stand ein Mensch, bescheiden, liebenswürdig, ein heiterer und kluger Gastgeber. Schallplatten und Rundfunk schufen ihm und seinen stattlichen Repertoire volkstümlichen Widerhall. Es genügte, daß sein Name auf den Konzertplakaten erschien, um die Säle zu füllen. Seine Kunst weihte er ebenso sehr dem einfachen Lied wie der klingenden OpernHennes soll Brokat tragen Auch eine blaue Samtweste gestattet man ihm für abends Schöne deutsche Heimat: Miltenberg am Main Der Kommandant von Spandau Eine Anekdote von der alten preußischen Armee Bis zum Jahre 1905 galt das Berlin benachbarte Spandau als Festung erster Klasse. Die Werke zogen sich bis nahe an das heutige Charlottenburg, die Garnisonstärke betrug 40 000 Mann. Im Juliusturm der Zitadelle befand sich der in Gold gemünzte Reichskriegsschatz in Höhe von 120 Millionen, und der Kommandant der Festung war ein mächtiger Mann. Um die Jahrhundertwende bekleidete ein General von Petersdorf diesen Posten, ein alter Haudegen, der auf seine Würde sehr stolz war und eifensüchtig seine Rechte als Festungskommandant hütete. Dabei gab es beständig Reibereien mit dem in Berlin-Moabit stehenden Ulanenregiment, dessen Oberst, ein Graf Lehndorff, es liebte, Übungen seiner Einheit im Tegeler Fonst anzusetzen, wobei es unvermeidlich war, das unmittelbar angrenzende machte er sich auf, um nach dem Rechten zu sehen. Das erste militärische Lebewesen, dem er begegnete, war ein Ulanengefreiter, der ohne Waffen und mit der Mütze auf dem Kopf melancholisch an einem Walddickicht bei Bocksfelde auf einem Baumstumpf hockte. Bevor der Gefreite sich melden konnte, herrschte Petersdorff ihn schon an: „Was machen Sie hier?“ Der also Angeschnobene antwortete gänzlich verdattert: „Ich mache den Kommandanten von Spandau, Herr General.“ Petersdorff glaubte nicht recht gehört zu haben und fragte weiter: „Wozu haste denn die Zigarrenkiste?“ „Da ist der Kriegsschatz drin, den der Herr General geklaut haben.“ Petensdorff, nun einem Schlagfluß nahe. Festungsgelände in die Übung mit einzu- konnte nur noch röcheln: beziehen. Jedesmal schrieb dann Petersdorff einen groben Brief, in dem er sich diese„Eingriffe“ verbat. Der Graf entschuldigte sich jedesmal höflich unter Berufung auf den Übungszweck und die Not Krefeld. Die Bekleidungswerke sind über den stark einsetzenden Ordereingang für modische männliche Gesellschaftskleidung zur Herbst/Wintersaison überrascht. Man schließt daraus, daß mancher Bundesbürger nach der„Freß- und Reisewelle“ nun genau wie die modisch orientierte Damenwelt(die darin um ein bis zwei Jahre voraus sei) wieder mehr an die Etikette denke. Die Herrenmode-Schöpfer in Westdeutschland bereiten daher Neuheiten vor. Der Smoking in reiner Wolle wird in vier Varianten herausgebracht, die jeweils zu den verschiedenen gesellschaftlichen Anlässen passen. Das Glanzstück ist ein einreihiger lichtblauer Smoking mit hochangesetzter blauer Samt-Weste oder in Kombination mit einer purpurroten Brokatweste. Dieser Smoking-Stil stellt als Neuheit das Gegenstück zu den in der Damenmode immer mehr an Bedeutung gewinnenden Coctailkleidern dar. Für den Gesellschaftsanzug am Tage— zum schwarzen Sakko oder Cut— gehört die gestreifte Hose aus Wollstoff in schwarz und grau. Die eingesetzten Seideneffekte sind bei guten Qualitäten Organsin und Schappeseide, sonst Reyon (Kunstseide), auf meist fischgratähnlichem Grund. Besonders stark in Mode kommen im Herbst und Winter 1954/55 feine Drapes(feinfädige, dichte Gewebe in achtbis dreizehn-bindiger Atlasbindung) in schwarz oder nachtblau für die festliche Kleidung, also für Frack und Smoking. * Der Berliner Modeschöpfer Heinz Ostergaard zeigte Modelle aus seiner Nachmusterungs-Kollektion. Die von Diors H-Linie inspirierten Modelle verleugnen die Figur nicht, sondern strecken sie nur. Die Linie der Cocktail- und Abendkleider wirkt schmal und ist durch seitliche Raffungen aufgelockert oder durch weite Falten- und Plisseeröcke jugendlich beschwingt. Bei den meist einfarbigen Tageskleidern und Jumper- Stil- Kostümen aus Tweed und neuen Wollstoffen dominiert der Faltenrock. Beliebt sind breite Kragen und Krawatten mit Pelzbesatz. 100 Jahre Streichhölzer „Kann ich von Ihnen Feuer haben?“ Diese Frage wird täglich von Millionen Menschen gestellt. Es ist erst rund 100 Jahre her, daß uns die Chemiker dazu verhalfen, auf bequeme Weise Feuer anzuzünden. Bis dahin nahm man Stahl, Stein und Lunte, und nach mehr oder weni„Mann sind Sie wahnsinnig?“ Worauf über des Gefreiten Antlitz ein strahlendes Leuchten ging: „Zu Befehl, Herr General. Jawohl! In jeistige Umnachtung verfallen. Stand wendigkeit der Ausbildung seiner Schwa- schon jestern im Re’mentsbefehl.“ dronen, bis er endlich im Frühjahr 1904, Der Scherz trug dem Grafen Lehndorff ger langem Bemühen brachten einige Funder ewigen Quengeleien müde, eines Tages auf Petersdorffs Beschwerde hin einen ken die trockene Lunte zum Glimmen einen Regimentsbefehl erließ, in dem es zehntägigen Stubenarrest ein, der ihm aber Erst nach zahlreichen, zum Teil sehr umhieß: in seiner ferneren Laufbahn in keiner ständlichen Versuchen gelang es, mit „Der morgigen Alarm- und Patrouillier- Weise geschadet hat. Kaiser Wilhelm II., übungen liegt folgende Annahme zu- der Sinn für Humor hatte, lachte schalgrunde: lend, als ihm die Einzelheiten der BegegDer Kommandant von Spandau ist nung der„beiden Kommandanten“ im plötzlich in geistige Umnachtung verfallen Wald bei Bocksfeld berichtet wurde. und irrt nach Mitnahme eines Teiles des Reichskriegsschatzes in den Wäldern östlich und südwärts der Festung umher. Er ist aufzuspüren und festzunehmen, tunlichst ohne Aufsehen bei der Zivilbevölkerung zu erregen. Auf die Wiedergewinnung der entwendeten Teile des Reichskriegsschatzes ist besonderer Bedacht zu nehmen. Der herumirrende Kommandant wird dargestellt durch einen Gefreiten zu t vd ver sie spielle schlos sich Fuß mit Mütze, der Reichskriegsschats selbet aus der Gesellschatt aus durch eine leere Zigarrenkiste.“ Hilfe der Chemie auf bequemere Weise Feuer zu erhalten. Vor 100 Jahren wurde eine ungiftige, schwer brennbare Form des Phosphors gefunden, mit dessen Hilfe unsere Sicherheitshölzer entstanden. Roter (Die Geige Von verschiedenen Seiten betrachtet Lange Zeit hindurch galt die Geige in Frankreich als das verachtetste InstruSchon am frühen Morgen wurde dem Kommandanten Petersdorff ein ungewöhnliches Aufgebot von Ulanen gemeldet, die in starken Abteilungen„sein“ Festungsgebiet durchstreiften. Wütend selbst aus der Gesellschaft aus. Im Jahre 1656 weigerte sich das französische Parlament, einem verdienstvollen Staatsmann den Adelstitel zu verleihen mit der einzigen Begründung:„Weil er Geige spielt.“ * Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts warnte ein musikalischer Almanach die Frauen vor der Erlernung des Geigenspiels. Denn die heftigen Armbewegungen, die bei der Bogenführung erforderAus den Silben: a- al- ar- as- be- lich sind, lassen auf ein cholerisches Tembiet- chi- de- de- die- druck- e- e perament der Spielerinnen schließen. Und UNSER - ein- flie- ge- ge- gent- go- hel - i- i- irr- ke- land- le- le- le - leit- len- li- licht- mit- na- ne nel- on- re- re- re- ro- rol- sau- ser - set- si- tags- ter- ter- ti- tief u- ve- werk- win, sollen 22 Wörter gebildet werden. Ihre ersten und dritten das muß die unbedingte Mißbilligung eines jeden Mannes hervorrufen, der an der Frau die„Rulie“ als schönste weibliche Tugend schätzt... * Wenn man in der Zeit vor der franzósischen Ravolution einen Menschen als geBuchstaben ergeben eine Lebensweisheit, nußsuchtig und leichtsinnig bezeichnen Bedeutung der Wörter: 1. Einsiedler, wollte, so nannte man ihn„un violon“. 2. Naturerscheinung, 3. Blume, 4. Stadt in Die Leichtlebigkeit der Spielleute und Schweden, 5. Herrscher, 6. meteorologischer Tanzmeister war so sprichwörtlich geworBegriff, 7, Insekt, 8. Mädchenname, 9. Teil den, daß man die Namen ihrer Instrudes Flugzeugs, 10. Körperteil, 11. Baum, mente als Schimpfworte gebrauchte. 12. Auswaschung, 13. Südosteuropäer, 14. Dampfbad, 15. Alpenland, 16. Hunde Die höchste Saite einer Violine kann mit rasse, 17. Wunschbild, 18. südamerikani- 25 Pfund belastet werden, ehe sie reißt. scher Staat, 19. Nordseeinsel, 20. Jahres- Die Spannung der einzelnen Violinesaiten zeit, 21. altgriechisches Epos, 22. Teil der schwankt zwischen sechs und neun KiloWohnung. Auflösung des letzten Rätsels Waagerecht: 1. Biege, 5. Altai, 6. Hauch, 7. Esche. Senkrecht: 1. Bache, 2. 4. Elche. Ilias, 3. Gauch, gramm, die Gesamtspannung einer gestimmten Geige entspricht einem Gewicht von etwa 28 Kilogramm. 4 Eine der seltsamsten fürstlichen Passionen zelgte Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg(1688—1731). Er samPhosphor, gemischt mit anderen, die Entzündung fördernden Substanzen, bildet die Streichmasse, an der die Zündhölzchen Feuer fangen. Durch das Reiben entsteht Wärme, die s’ch in Bruchteilen einer Sekunde zu der notwendigen Hitze steigert, um das Paraffin zu entzünden, mit dem das Streichholz am Zündkopf imprägniert ist. Heute»ist die alte Methode des Feuerschlagens zu neuem Leben erwacht, denn die meisten Taschenfeuerzeuge arbeiten wieder mit Stahl und Stein. arie. Selbst den Schlager bejahte der gesuchte Interpret der„Winterreise“ von Schubert. Der gebürtige Essener verlebte seine Kinderjahre im deutschen Osten, wo seine Familie Ende des ersten Weltkrieges aus Posen vertrieben wurde. Dort war er eine Leuchte des Kirchenchores. Aber die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern zwangen ihn auf den nüchternen Weg des Bücherrevisors. Über Kontenbüchern verdiente er sich das für ein Musikstudium notwendige Geld. Als er den letzten Bilanzstrich zog, konnte er seinen Einzug in die Berliner Musikhochschule feiern. Dann debütierte er in Heidelberg. München, Darmstadt und Hannover bekamen seinen kraftvollen Tenor zu hören, die Berliner riefen ihn und die Dresdner. Beim Kriegsende befand sich Peter Anders gerade auf einer Tournee durch Westdeutschland und blieb hier. Seine Familie ließ er über die Luftbrücke nachholen. und 1948 wählte er Hamburgs Staatsoper zur Stätte seines künstlerischen Wirkens. Dieser Tenor war kein„Wandervogel“. Sein Haus wurde zum Mittelpunkt einer schönen Geselligkeit. Mit seiner Frau teilte er die Liebe zur Musik, war sie doch die Tochter seiner berühmten Lehrerin Lulu Myz-Gmeiner, selbst bekannt als Sängerin und Pianistin. Alle, die den Sänger kannten, wissen, daß er keine Feinde hatte. Außer der Personenwaage, die exakt sein Gelüst auf Kuchen eindämmen sollte, und außer den bösen Buben, die das Paar Alsterschwäne störten, das in nächster Nachbarschaft sein Nest baute. Der echte, rechte, feste und treue Mensch muß irgendwo wurzeln, nicht anders wie ein Baum, ein Kornhalm. Peter Rosegger Lob des Kinos Der Dichter Hugo von Hofmannsthal machte sich nicht viel aus dem Kino.„Ich frage mich manchmal“, erklärte er Egon Friedell,„was ein intelligenter Mensch im Kino Angenehmes finden kann.“ „Oh, allerhand“, meinte Friedell,„zum Beispiel eine hübsche Nachbarin.. Glaue Uugen/ Von Walter Weiland Die Detektei„Fox und Hunter“ befand sich in einer schäbigen Seitenstraße Chikagos. Ab und zu kam auch einmal ein Kunde dorthin. Eines Tages betrat ein junger Mann das Büro und fragte, indem er sich schüchtern umsah:„Können Sie mir helfen?“ „Junger Mann“, antwortete Fox,„wenn Ihnen überhaupt auf dieser Welt jemand helfen kann, dann sind wir es. Worum handelt es sich denn?“ Der junge Mann errötete.„Mein Anliegen ist sicher etwas ungewöhnlich“, sagte er zögernd.„Wissen Sie, es handelt sich um eine junge Dame.“ „Was soll daran ungewöhnlich sein?“ fragte Fox. „Nun“, erklärte der junge Mann,„ich habe diese junge Dame vor einigen Abenden kennengelernt, und nun möchte ich sie unbedingt wiedersehen.“ „Hat sie Ihnen ihre Adresse nicht verraten wollen?“ fragte Fox. „Doch, nur—“, der junge Mann zögerte wieder.„Ich habe sie nämlich wieder vergessen und die Telefonnummer auch. Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr darauf besinnen.“ „Na“, meinte Fox,„da müssen Sie ja an dem Abend ganz schön tief ins Glas geguckt haben.“ „Aber nein“, wehrte der junge Mann ab. „Auf meine Zunge ist noch nie ein Tropfen Alkohol gekommen.“ „So, so“, sagte Fox.„Na, dann fangen Sie mal mit der Personalbeschreibung an, so genau, wie es irgend möglich ist.“ Der junge Mann war ratlos.„Ich weiß nicht——“ stammelte er. „Hatte sie denn wenigstens ein besonderes Kennzeichen?“ wollte Fox wissen. „Ich meine eine Narbe oder dergleichen?“ Das essen sie am liebsten Erich Maria Remarque: Wiener Schnitzel. Marlene Dietrich: Gulyas. Eric Charell: Geflügelsuppe. Fritz Kortner: Krebse. Ernest Hemingway: beinahe rohes Beefsteak. Präsident Eisenhower: durchgebratene Steaks. Gustav Gründgens: Kaviar. Lana Turner: Thunfisch-Salat. Zsa Zsa Gabor: Kartoffelnudeln mit Mohn. Königin Elisabeth von England: Tournedos. Grock: Käse. Clark Gable: Zitronen-Torte. Frankreichs Präsident René Coty: Geflügel. melte nämlich mit Leidenschaft— Baßgeigen und besaß eine große Zahl von Instrumenten jeglicher Größe. Jeden Tag erkor er eine andere Baßgeige zu seiner „Favoritin“ und spielte mit einer solchen Ausdauer und Hingabe, daß er die Regierungsgeschäfte völlig vergaß. * Die einzige Geige, der ein militärisches Ehrengeleit zuteil wurde, war die berühmte„Kanone“ Paganinis. Als der Violinvirtuose Hubermann in einem Konzert zu Genua als erster die Geige von einem mehr als vierzigjährigen Museumsschlaf erlösen durfte, wurde sie unter militärischer Bewachung zum Konzertsaal getragen, und bewaffnete Soldaten umrahmten den Künstler während des Spiels. Heimat ist Friede Alle Schätze, die ich ferne suchte, trägt der Heimat Schoß. Und so segn' ich meine Sterne, und so preis ich still mein Los! Goethe Wer jemals eine Heimat ganz gehabt hat, wird sich auch unter dem schönsten Himmel auf die Dauer einsam und entwurzelt fühlen. Eduard Spranger Heimat ist Landschaft. Landschaft aber, das sind die göttlichen Züge, die die Hand des ewigen Meisters ins Antlitz der Erde gezeichnet hat. Johannes Kirschweng In der Helmat wurzelt man am besten. Es ist zwar gut, wie jeder Gärtner weiß, daß Pflanzen versetzt werden. Aber schließlich bringt man sie ins alte Erdreich zurück, um daheim die Verbesserung zu verwerten. Julius Langbehn Auf dem Markt in Mexiko:„Hast du gesehen, Juarez hat sich einen neuen Hut zugelegt!“ „Nein, ich glaube nicht“, erwiderte der junge Mann. „Aber einen Anhaltspunkt müssen Sie uns doch geben“, stöhnte Fox. „Ja, natürlich“, sagte der junge Mann „Ich habe auch einen. Sie hatte nämlich so wunderschöne blaue Augen.“ „Na, sehen Sie!“ rief Fox.„Warum nicht gleich! Jetzt ist es für uns fast kinderleicht. sie zu finden.“ „Ich würde sehr glücklich sein“, gestand der junge Mann. „Es wird nur ein paar Tage dauern, bis wir alles herausbekommen haben“, erklärte Fox.„Die Gebühr beträgt übrigens füntzig Dollar, im voraus zu zahlen. Wenn ich gleich kassieren dürfte?“ Der junge Mann bezahlte und ging mit strahlendem Gesicht davon. „Bist du verrückt geworden?“ fragte Hunter und warf Fox einen entgeisterten Blick zu. „Du bist zwar mein Kompagnon“, wehrte Fox ab,„aber von Geschäften hast du keine Ahnung.“ „Blödsinn!“ knurrte Hunter.„Du weißt genau so gut wie ich, daß wir dieses Mädchen nie finden werden.“ „Natürlich weiß ich das“, lächelte Fox. „Aber dieser komische Vogel wird auch unser Büro nie wiederfinden.“ KULTURNOTIZEN Dr. Smith von der National Art Foundation (USA) beziffert die Zahl der wahrscheinlich nach der Sowjetunion gelangten wertvollen Musikhandschriften westlicher Komponisten auf rund einhundert. Zu ihnen gehörten Originalpartituren von Mozart, Haydn, Beethoven und Brahms. Allein die Hälfte aller Manuskripte Haydns ist für den Westen verloren, weil die Sowjets diese Werke nach Budapest gebracht hätten. Den„Seekrieg 1939 bis 1945“ stellt Vizeadmiral Friedrich Ruge in einem zusammenfassenden Werk dar, das im Herbst im Verlag K. F. Köhler, Stuttgart, erscheint. Der deutsche Pfarrertag 1954, zu dem neben Gästen aus Österreich über 600 evangelische Pfarrer aus der Bundesrepublik, der Sowjetzone und Berlin erschienen sind, findet augenblicklich in Ansbach statt. Die Oberhausener Städtischen Bühnen eröffneten die Spielzeit 1954/55 im Schauspielhaus mit Shakespeares„Hamlet“ und in der Oper mit Richard Wagners„Lohengrin“, der damit zum erstenmal in Oberhausen gegeben wurde. Das Dortmunder Kammerorchester wird 1954/55 drei Konzertstücke uraufführen. Das Orchester beginnt am 20. September mit der Uraufführung der viersätzigen„Sinfonietta“ von Albert Weckauf. Am 24. Januar 1955 wird die„Kleine Suite für Streicher“ von Gerard Bunk und zu einem noch nicht festgesetzten Zeitpunkt das„Cello-Konzert“ von Hubert Eckartz uraufgeführt. Während der Internationalen Orgelwoche (9. bis 14. Oktober) in Düsseldorf werden bedeutende Spieler auch aus dem Ausland zu hören sein. Eine Spende von 80 000 DM für die Wiederherstellung der Orgel in der historischen St.-Laurens-Kirche in Rotterdam wurde dem Wiederaufbaukomitee übergeben. Der Betrag zur Wiederherstellung der 1940 durch Bomben zerstörten Laurenskirche wurde von den selbst stark vom Krieg betroffenen deutschen Städten Bremen, Hamburg. Düsseldorf Duisburg und Köln als Zeichen der Verbundenheit mit Rotterdam gestiftet. Die Ruine eines kleinen römischen Tempels wurde in fünfzehnmonatigen Grabungen im Herzen Londons nahe der St.-Pauls-Kathedrale freigelegt. Er ist etwa 15 Meter lang und 8 Meter breit und wurde wahrscheinlich um 150 n. Chr. gebaut. Die 106. Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft, die bis zum 19. September dauert, begann in Arnsberg. Neben wissenschaftlichen Vorträgen umfaßt das Programm Exkursionen ins Sauerland. Ava warf mit Gläsern Turbulente Nacht in Rio— Ein Filmstar mußte ausziehen Rio de Janelro.— Mitten in der Nacht sah sich der Direktor des GloriaHotels veranlaßt, den Hollywooder Filmstern Ava Gardner zu ersuchen, die Flucht der Gemächer zu räumen, die sie gemietet hatte. Ava hatte sich derart skandalös benommen, daß die Zeitungen von Rio am nächsten Tag nach fetten Schlagzeilen nicht zu suchen brauchten. übrig, als die Dame aus Hollywood zu bitten, sich schleunigst eine andere Unterkunft zu suchen. Eine Stunde später übersiedelte die vom Alkohol dirigierte Ava mit ihren 16 Koffern in das Palace-Hotel. Auf dem Schlachtfeld blieben viele Scherben, umgestürzte Möbel und ein Dutzend leere Schnapsflaschen zurück. Ihre Zimmernachbarn standen in Schlafanzügen auf dem Korridor Spalier und spendeten dem Filmstar alles andere als Beifall. Diesmal hatte sie wenigstens Schuhe angezogen. Der Wutanfall Ava Gardners fand in den Zeitungen eine Entschuldigung in der Tatsache, daß ihre Südamerika-Tournee in Nevada endet, wo die Scheidung von Frank Sinatra über die Bühne gehen soll. In einem Blatt hieß es mitleidig, es habe sich wohl um einen„Akt der Verzweiflung“ gehandelt. Schon der Aufzug, in dem Ava im „Gloria“ erschien, erregte Aufsehen: sie ging barfuß und ließ das aufgelöste Haar wild um sich flattern. Kurz nach Mitternacht— Ava hatte erhebliche Mengen Whisky, Rum und Gin auffahren lassen— begann bei der Hotelleitung das Telefon zu klingeln. Avas Zimmernachbarn beschwerten sich, daß sie nicht schlafen könnten, weil in den Räumen des Filmstars offenbar eine Schlacht im Gange sei. Ein Zeitungsmann, der zu den Unglücklichen gehörte, die neben Ava wohnten, wollte zur Selbsthilfe greifen. Als er die Tür zu Avas Salon aufriß, sah er, wie sie gerade einem Hollywooder Produzenten ein Glas Schnaps ins Gesicht goß, weil er sie besänftigen wollte. Dann klirrten viele Gläser an die Wand, Stühle wurden umgeworfen und Gardinen heruntergerissen. Der Hotelleitung blieb nichts anderes Königin, Roastbeef und ein Film Europas Fremdenverkehr verlagerte sich— Besucherrekord in England Der Regen, eine Königin, saftige Roastbeefs und ein Film waren die Ursache, daß sich der Fremdenverkehrsstrom innerhalb Europas und von Übersee nach Europa in diesem Sommer verlagerte. Im allgemeinen schnitten regenarme Länder wie Spanien, Italien, Südfrankreich und Jugoslawien bis zu 38 Prozent besser ab als im Vorjahr. An der französischen und italienischen Riviera war alles überfüllt. Ammnmmnmmmnmn Heroismus eines Blinden Neuyork.— Charles Vines, 22 Jahre alt und kriegsblinder Marineinfanterist des Koreakrieges, saß am Ufer des reiBenden Pascagoula-Flusses im Staate Mississippi, als er plötzlich Hilferufe hörte. Sie kamen von zwei jungen Mädchen und einem jungen Mann, die im Flusse badeten und plötzlich von Wirbeln erfaßt worden waren. Kurz entschlossen sprang Vines ins Wasser und schwamm, lediglich seinem Gehör folgend, in Richtung auf die Schreie. Er bekam eines der Mädchen zu fassen, brachte es ans Ufer und hoffte, daß das andere noch so viel Kraft haben würde, sich selber zu retten. Aber das Mädchen wurde von einem Krampf in den Beinen befallen und rief um Hilfe. Vines stürzte sich wieder ins Wasser und rettete auch sie, um dann schließlich auch noch den jungen Mann, der mit einem gefährlichen Strudel auf Tod und Leben kämpfte, aus dem Wasser zu ziehen. Nach seiner heldenmütigen Tat erklärte Vines, daß ihn seine Beine kaum noch getragen hätten, als er zum zweiten Male ins Wasser ging, und daß er beim dritten Male überzeugt war, nicht mehr zurückzukommen, aber er hâtte den so verzweifelt schreienden jungen Mann einfach nicht seinem Schicksal überlassen können. In Cannes und Nizza stiegen die Preise für schlechteste Zimmer auf 3500 bis 5000 Francs. Rom hatte ein Anwachsen des amerikanischen Touristenverkehrs zu verzeichnen. Die Amerikaner waren durch den Film„Römische Nächte“ angelockt worden und wollten den Brunnen sehen, in welchen Audrey Hepburn und Gregory Peck nach altem Brauch Münzen geworfen hatten. Die Schweiz dagegen hatte einen Rückgang ihrer amerikanischen Besucher um sechs Prozent zu verzeichnen, was sich finanziell stark auswirkte, da sie durchschnittlich viermal so viel ausgeben wie jeder andere Fremde. In Spanien verfünffachte sich der Zustrom gegenüber 1951. Besonders stark war auch hier der Anteil der Amerikaner. Einen Besucherrekord stellte England trotz seines total verregneten Sommers auf. 850 000 Ferienreisende, fast 100 000 mehr als im Krönungsjahr, trafen ein. Man hofft, daß 1955 die Millionengrenze erreicht wird. Als zugkräftigste Propaganda hat sich nach den Feststellungen der British Travel Association die Krönung und die Person der jungen Königin ausgewirkt. Aber auch der Werbespruch„In England gibt es wieder gutes Roastbeef!“, der sofort nach Aufhebung der Rationalisierung in fast allen Reisebüros erschien, soll manchen Ausländer angelockt haben. Blutige Strafmandate Utica.— Verkehrssünder, die in der nordamerikanischen Stadt Utica notiert werden, haben die Wahl, entweder drei Dollar Strafe zu zahlen oder der städtischen Blutbank Blut zu spenden.(Reta) Kußreiches Dinner Melbourne.— Claudio Magri, Besitzer eines italienischen Luxusrestaurants in Melbourne(Australien), erklärte, nichts sei so schädlich für die Verdauung wie Streit beim Essen. Auf seinen Speisekarten macht er den Gästen den Vorschlag, sich nach jedem Gang einen Kuß zu geben. Ob alleinspeisende Herren alleinspeisende Damen küssen dürfen, ist nicht angegeben.(Reta) Aus 1 wurden 3 Wien.— Feuerwehr wurde um Hilfe gerufen, als in einer Dachsröhre der Foxterrier eines Försters im Wiener Außenbezirk steckengeblieben war. Als sie einen kräftigen Wasserstrahl in den Bau drückte, kamen auf der anderen Seite nicht nui der Hund, sondern auch zwei Dachse zum Vorschein, die rasch im Wald verschwanden.(Reta) Giftiger Klee Sydney.— Eine Kleeart, die sich in Australien stark vermehrt, bedroht die riesigen Schafherden. Die Pflanze enthält ein Hormon, das bei Muttertieren Früh- oder Fehlgeburten auslöst.(Reta) Nationalhymne Zürich.— Bei der Diskussion über die schweizerische Nationalhymne auf einer Gemeinderatstagung meinte ein Mitglied, das Lied sei für heutige Verhältnisse zu anspruchsvoll. Er falle schon beinahe in Ohnmacht, wenn ihm der Zahnarzt eine Spritze gebe, und käme sich komisch vor, wenn er singen sollte:„Stehn wir den Felsen gleich, nie vor Gefahren bleich, froh noch im Todesstreich, Schmerz uns ein Spott!“(Reta) Ballon entführt Elfjährigen Unfreiwillige Luftfahrt mit glücklichem Ausgang Paris.— Ein aufregendes, glücklich endendes Erlebnis hatte der elfjährige Michel Fontaine, als er seine erste Bekanntschaft mit einem Freiballon machte: das Fahrzeug entführte ihn in die Lüfte, setzte ihn jedoch nach 20 Kilometer Flug in 2000 Meter Höhe so behutsam wieder auf die Erde, daß auf der Minusseite des Erlebens nur eine Erkältung stand. Auch die Franzosen haben einen Ferdinand Eimermacher, einen ältesten Freiballonführer. Er heißt André Cormier und stammt mit seinen 80 Jahren noch aus der Gilde der Luftschiffer, die es aus Begeisterung wurden. Sonntag für Sonntag taucht er in irgendeiner Stadt auf, läßt die Hülle mit Wasserstoffgas füllen und steigt dann, Mittelpunkt einer großen Volksbelustigung, zu großer Fahrt auf. Nach seinem letzten Flug landete er in einem Dorf bei Angers, wo ihn die ganze Bevölkerung feierte. Nachdem Cormier den Ballon auf einem Feld verankert und etlichen Einwohnern als Wächtern anvertraut hatte, ging er davon, um die Entleerung des Ballons zu veranlassen. Selbstverständlich waren auch Jugendliche unter der Masse, die sich um den am Anker zerrenden Ballon versammelt hatte. Auch Michel Fontaine, dessen Vater dem Festausschuß angehörte, zeigte Neugierde, allerdings etwas zuviel. Er besah sich die Gondel nicht nur von außen, sondern stieg auch hinein. In diesem Augenblick riß sich der Ballon von der Verankerung los und entfloh in die Wolken Einige Männer wollten ihn am Schlepptau festhalten, wurden aber von der Kraft des Ballons überwältigt. Die Reibung am Seil war so stark, daß ihnen die Haut von den Händen gerieben wurde. Den ersten und einzigen Versuch zur Rettung der Jungen, der wider Willen zum Ballonführer geworden war, unternahm der Pilot eines Privatflugzeuges, der sofort aufstieg. Aber der Ballon hatte schon eine Höhe von 2000 Meter gewonnen, so daß es nicht zweckmäßig schien, ihn zu rammen. Spät in der Nacht erhielt der zu Tode geängstigte Vater die Nachricht, sein Sohn sei mit dem Schrecken davongekommen. Der Ballon war selbst nach 20 Kilometer Flug niedergegangen. Der unfreiwillige Luftfahrer hatte, als man ihn aus der Gondel hob, weiter nichts als Hunger. Außerdem war ihm kalt. Weitere Auskünfte über seine Eindrücke lehnte er weinerlich ab. Erst im warmen heimatlichen Bett sagte er kurz vor dem Einschlafen:„Es war phantastisch!“ Herr Oberleutnant, ans Teleion!" VI Zürich.— Die Züricher„Tat“ läßt sich folgendes Reiseerlebnis von ihrem Mitarbeiter aus Milano Marittima berichten: „Auch in einer kleinen bescheidenen Pension kann sich Europa treffen. Da haben wir zum Beispiel einen deutschen Kaufmann aus Mannheim mit drei Kindern und zwei gebrochen Schweizerdeutsch sprechenden Polen mit ihren Ehefrauen. Die beiden Parteien beschnüffelten sich vom ersten Tage an neugierig, denn sie waren Tischnachbarn. Die Polen wurden (aus Zürich kommend) als Schweizer betrachtet und gaben sich erst bei irgendeiner Gelegenheit als Polen zu erkennen, Minister ohne Schlüssel Brüsssel.— Belgiens Wirtschaftsminister kann den Hausschlüssel zum Gebäude seines Ministeriums am Brüsseler Square de Meeus nicht bekommen. Der Pförtner erklärte, lieber später zu Bett gehen und früher aufstehen zu wollen, als den „Hausknochen“ einem Minister anzuvertrauen. Minister seien zu vergeßlich.(Reta) 10000 Juden deportiert Boulevardblatt mit 4000 Jahre alten Nachrichten Tel AvIv.— Ich schlenderte mit einem Besucher aus Deutschland durch die Straßen von Tel Aviv. An einem Zeitungsstand blieben wir stehen. Wir überflogen die Schlagzeilen, aber es gab keine sensationellen Meldungen. Gott sei Dank— die Welt schien einen Ruhetag gehabt zu haben. Da stutzte mein Begleiter, er stieß mich an und deutete beunruhigt auf die Schlagzeile einer Zeitung:„10 000 Juden deportiert nach Babylon“ stand da. Denselben Schreck habe ich empfunden, als ich zum ersten Male die Zeitung „Chronicles“ sah. Die Schlagzeile lautete: „Moses vom Berge Sinai zurück“. Für einen Augenblick wurde mir schwindlig. Das Zeitgefühl verschob sich plötzlich. Aber als ich später Überschriften las wie„Jakobs Sohn in Agypten verhaftet“ oder„Sodom und Gomorrha zerstört“, war ich im Bilde. Unter den Schlagzeilen stehen Meldungen Der Duft reinen Tabaks verbürgt reinen Genuß Für die Red Rock werden nur naturwürzige VirginiaTabake ausgewählt. In ihrer ursprünglichen Reinheit- ohne bakfremde Zusätze und ohne kü liche Aromastoffe- bietet Ihnen rette einen reinen Genuß. Auch ihre Be kömmlichkeit ist in ihrer Reinheit begründet der PNA, der Pharaonischen NachrichtenAgentur, es folgen Berichte vo.. Sonderkorrespondenten, der Leitartikel ist auch da, sogar Leserzuschriften und Handelsnachrichten, aber alles 4000 Jahre alt. Die Zeitung, die solche Nachrichten bringt, heißt„Chronicles“, und sie ist das einzige Blatt in der Welt, das im modernen Boulevardstil über Geschehnisse berichtet, die tiefste Vergangenheit sind. Dennoch liest man diese alten Geschichten in ihrer modernen, sensationellen Aufmachung mit der größten Spannung, und während man liest, hat man das seltsame Gefühl, ein Zeitgenosse König Salomos, Ram I. oder des Propheten Jesaja zu sein. „Chronicles“, die Zeitung mit den aktuellen Berichten aus der Vergangenheit, erscheint in Englisch und Hebräisch. In ihrer Redaktion sitzen zwei Journalistinnen, die von Wissenschaftlern und Studenten beraten werden. Mit Unterstützung dieses Teams von Gelehrten verwandeln die beiden Frauen die alten biblischen Geschichten in brandneuen, aktuellen Zeitungsstoff. Das sieht dann so aus:„Saul begeht Selbstmord vor Gefangennahme“—„David schlägt Feinde vernichtend“—„Große Rede des Propheten Elias“. In zwei Ausgaben berichtete„Chronicles“ über Abraham und seine Theorie über einen neuen Gott. Im modernen Zeitungsstil wurden dramatische Meldungen aus dem Lande Ur zusammengestellt, wo ein junger Idealist namens Abraham Zwischenfälle hervorrief. In dem Geschäft seines Vaters, eines Händlers, Spezialität Götzenbilder, zertrümmerte der junge Mann alle Waren. Er wird vor Gericht gestellt. Er sagt über das Wunder des brennenden Dornbusches aus. Es wird von seinen Wanderungen und Kriegstaten berichtet. Eine Zeichnung zeigt seine Wohnung in Ur. Der Leitartikler nimmt Stellung zu der neuen Religion. Und in einem Leserbrief schreibt ein Mann aus dem Volke:„Ich habe nie andere Götter verehrt als die Götter meines Vaters. Ich opfere ihnen regelmäßig, und sie danken es mir. Sie verlangen aber nicht, daß ich etwa meinen eigenen Sohn schlachte. Hoffentlich verbietet der König diese seltsamen Bräuche, die von Fremden ins Land gebracht wurden. Meine Meinung ist, daß jeder die Götter seiner Väter verehren soll, dann wird Ruhe und Frieden im Lande sein.“ „Chronicles“ steckt voll solcher Aktualitäten. Sensationelle Meldung: Ein ägyptischer Priester floh nach Kreta. In einer Pressekonferenz hat er den Journalisten über die geheimgehaltenen wissenschaftlichen Arbeiten der Mediziner des Pharaonenlandes berichtet. Sie haben herausgefunden, daß der Stoff, womit der obere Teil des Kopfes ausgefüllt ist, das Gehirn also, den menschlichen Körper bewegt. Wird ein Teil dieses Stoffes verletzt, so werden bestimmte Körperpartien gelähmt. Der Emigrant will bei nächster Gelegenheit einen Vortrag über weitere, sorgfältig gehütete Geheimnisse der ägyptischen Priester-Arzte sprechen usw. Die Zeitung„Chronicles“ will nicht bloß originell sein. Ihre Absicht ist es, den Lesern zu zeigen, daß nichts unter der Sonne neu ist, daß alles schon einmal dagewesen ist, und daß man den Ereignissen der Gegenwart mit philosophischer Ruhe begegnen sollte. Siegismund Goldstein. die noch bei der polnischen Legion in Frankreich gekämpft hatten und dann in der Schweiz interniert wurden. Als der Mannheimer Kaufmann das hörte, taute er sogleich auf:„Ach was, Sie sind Polen. Das ist ja sehr interessant! Ich kenne doch Polen ausgezeichnet! Und Rußland bis nach Charkow. So so, und in Frankreich waren Sie auch? Da wären wir uns ja beinahe begegnet! Stellen Sie sich vor: in Worms ging's los, und vierzehn Tage später stand ich schon am Kanal. Aber eines kann ich Ihnen sagen: auf der ganzen Welt habe ich nirgends so schöne Frauen gesehen wie in Polen. Wunderbare Frauen, fabelhafte Frauen!“ Die beiden Polen kamen nicht dazu, ob dieses überströmenden Lobes entsprechend gerührt zu sein, denn zum Glück wurde die Unterhaltung ziemlich laut geführt, und es kam ein anderer deutscher Gast von einem entfernteren Tisch herbei und sagte zu dem Mannheimer Kaufmann: „Herr Oberleutnant, Sie werden am Telephon verlangt!“ Der Angesprochene schaute betroffen hoch und fragte:„Wieso denn? Von wem denn?“ In knapper militärischer Formulierung kam die Antwort: „Vom Regimentskommandeur. Sie haben vergessen, Ihre gottverfluchte Uniform auszuziehen!“ Whisky-Narkose Atlantic City.— Mit purem Whisky gurgelte die 39jährige Mary Clark auf Anraten ihres Zahnarztes, um Zahnschmerzen zu betäuben.„Etwas davon muß beim Gurgeln die Kehle entlang gerutscht sein“, meinte Mary vor Ge richt. Man hatte sie total betäubt und whiskyduftend auf einer Straße aufgelesen. Falsche Anwendung North Platte.— Zusammen mit dem übrigen Personal ihrer Bank nahm Buchhalterin Mary Gerhardt aus North Platte(USA) an einem Lehrgang des amerikanischen FBI. teil, der die Bankleute mit den Methoden moderner Betrüger bekannt machte. Mary unterschlug nach diesen Anweisungen 22 000 Dollar, erhielt aber nur vier Jahre bedingt, da nach Meinung des Richters die Polizei selbst den Anstoß zur Tat gegeben hatte. Die erste Polizistin Adelaide.— Miß Kate Cooks, die als die erste Polizistin der Welt bekannt war, ist im Alter von 79 Jahren in Adelaide(Australien) gestorben. Miß Cooks war bereits im Jahre 1915 in die Polizeitruppe von Südaustralien aufgenommen worden. cep. 132 Jahre alt Neuyork.— Ein amerikanischer Anthropologe entdeckte in Bauang(Philippinen) eine 132 Jahre alte Frau, eine Witwe, die mit ihrem 99 Jahre alten Sohn zusammenlebt. Die Frau versicherte, daß sie ihr Alter nur dem Umstand zu verdanken habe, daß sie täglich dreimal badet. cep. Yvonne de Carlo beichtet Berlin.— Als die Filmschauspielerin Yvonne de Carlo neulich mit einem Flugzeug der Pan-American Airways von Berlin nach London flog, wurde sie von einer englischen Stewardeß gefragt, was nun eigentlich an der vielgeflüsterten Romanze zwischen ihr und Peter Townsend, dem Freund Prinzessin Margarets, wahr sei. „Überhaupt nichts“, gestand Yvonne. „Das ist alles Unsinn, meine Liebe. Ich habe nur einen guten Presseagenten.“ cep. Kehrt marsch! Portland.— Mit einem Gipsverband um das gebrochene Bein wurde Frank Cipriano aus einem Krankenhaus in Portland(USA) nach Hause entlassen. Eine Stunde später war Cipriano wieder im Krankenhaus und bat um ärztliche Hilfe. Sein Wohnungsschlüssel war in den Gipsverband gerutscht. Eherezept Chikago.— Das Ehepaar Winebrenner ist 72 Jahre glücklich verheiratet. Nach dem Rezept seiner harmonischen Ehe befragt, meinte es:„Wir sagten uns wenig, stritten noch weniger und saßen uns eigentlich die ganze Zeit nur friedlich gegenüber!“(Reta) Wieder Lotte Cadenbach Abschluß der Rollkunstlauf-Meisterschaften Berlin. Bei den deutschen RollkunstlaufMeisterschaften in der neuen Schöneberger Sporthalle in Berlin verteidigte Lotte Cadenbach(Dortmund) vor 3000 Zuschauern mit einer ausgezeichneten Kür ihren Titel im Rollkunstlauf der Damen. Ihre ewige Rivalin Irma Fischlein-Borchers blieb auch diesmal klar auf dem zweiten Platz geschlagen. Ansprechende Leistungen zeigten bei den Junioren der Darmstädter Heinz Frommann, und im Paarlaufen der Junioren waren es die Berliner Schulze-Hellmich, die sich vor dem einheimischen Publikum die Meisterschaft holten. Zurbaran über Jagdbahn Köln. Der Kölner Rennverein führt am Mittwoch seinen 100. Renntag nach dem Kriege durch, der bei 73 Startern in sechs Flach- und zwei Jagdrennen ein ausgezeichnetes Meldeergebnis gefunden hat. Der Steepler-König Avelan stellt sich im einleitenden Meilenrennen erstmalig in diesem Jahre vor, während der Erlenhofer Zurbaran (H. Cohn) über 3000-m-Jagdbahn u. a. auf Barock(A. Pohlkötter), La Paloma(A. Deschner) und Spiegelberg(H. Pasch) trifft. Blickpunkt aber ist der Kölner Steher-Ausgleich (6000 DM, 2950 m), in dem wir dem Sieger des Großen Hamburger Ausgleichs, Glockner (H. Just), trotz Höchstgewicht von 60 Kilo den Vorzug einraumen. Voraussagen: 1. R.: Avelan— Bonus— Warrior; 2. R.: Mandarin— Monarchie— Ariadne; 3. R.: Kikov— Fardip— Addax; 4. R.: Glockner — Nektar— Mamertus; 5, R.: Zurbaran— Barock— La Paloma; 6. R.: Grollo— Fechter— Felix; 7. R.: Teufelchen— Herzjunge — Posthorn; 8. R.: Preuße— Ama— Orakel. Die Zäune sind zu hoch!" Vom deutschen Tennissport— Hat sich die Duisburger Schule bewährt? Hamburz.— Die deutsche Tennissaison klang praktisch mit dem Internationalen Turnier in der Lichtentaler Allee in Baden-Baden aus. Die Veranstaltung in der herrlich gelegenen Kurstadt an der Oos zog auch in diesem Jahr die Stars aus vielen Ländern an, und mit Jaroslav Drobny, dem diesjährigen Sieger von Wimbledon, der zum fünften Male das Turnier gewann, hatte Baden-Baden wieder„seine“ Attraktion. Daneben gab es jedoch eine Enttäuschung, nämlich für den deutschen Tennissport. Nur der Senior unter Deutschlands Elite, der Nationale Deutsche Meister Engelbert Koch, kam unter die„letzten Acht“, während der Nachwuchs, auf den man allenthalben so große Hoffnungen gesetzt hatte, kläglich unterging. Mit Inge Pohmann. die ebenfalls vorzeitig ausschied, wurde auch die deutsche Hoffnung im Dameneinzel zunichte gemacht. Der deutsche Tennisbaron Gottfried von Cramm spielte in Baden-Baden zusammen mit Jaroslav Drobny im Doppel, und an der Seite dieses Partners zeigte der deutsche Altmeister noch einmal sein immer noch— in Deutschland— unerreichtes Können. Der deutsche Tennissport hat sich mit der Tatsache abgefunden, daß von Cramm nicht mehr für Länderkämpfe zur Verfügung steht. Der Tag, an dem Gottfried von Cramm also von der Bühne des weißen Sports abtritt, ist demnach gleichgültig. Die Schule G. v. Cramms Schon jetzt zeigte sich, welche Lücken er hinterlassen hat, weil er dem Deutschen Tennisbund praktisch nicht mehr zur Verfügung Steckbrief 22. Wir tippen im West-Süd-Block 1. 1. FC Köln— Rotweiß Essen. Die derzeitigen Spitzenreiter dürften sich wenig nachgeben. Köln wird sich wahrscheinlich durch Mebus und Röhrig verstärken, während bei Rotweiß Gottschalk wieder mitmacht. Vorige Saison: 0:5, 1:3. Letzte Spiele: Herne— Köln 2:1, Rotweiß— Aachen 1:1, Unser Tip: 1. 2. Kickers Öffenbach— VfB Stuttgart. Beide Mannschaften erscheinen noch nicht sattelfest. Der VfB tritt erstmalig wieder mit Retter, voraussichtlich auch mit Barufka an. Vorige Saison: 4:0, 1:3. Letzte Spiele: VfB Stuttgart— Karlsruher SC 3:0, Regensburg — Öffenbach 2:0. Unser Tip: 1. 3. Bayer Leverkusen— Schalke 04. Leverkusen ist zu allem fähig. Schalke, durch Verletzungen geschwächt, holte auswärts noch keinen Punkt. Vorige Saison: 1:1, 1:0. Letzte Spiele: Schalke— Münster 5:2, Duisburg— Leverkusen 0:0. Unser Tip: 0. 4. VfR Mannheim— 1, FC Nürnberg. Der Club hat noch nicht seine beste Form erreicht, auch Mannheim ließ letzthin nach. Vorige Saison: 3:2, 1:4. Letzte Spiele: BC Augsburg — Mannheim 5:0, Eintracht Frankfurt— 1. FC Nürnberg 2:1. Unser Tip: 1. 5. 1. FC Saarbrücken— Saar 05 Saarbrükken. Beide Vereine haben Ausfälle durch Verletzungen zu verzeichnen. Spielerisch ist der 1. FC höher einzuschätzen. Vorige Saison: 5:2, 1:1. Letzte Spiele: TuRa Ludwigshafen — 1. FC 0:6, Saar 05— Frankenthal 2:3. Unser Tip: 1. 6. SV Sodingen— Borussia Dortmund. Die Sodinger sind daheim sehr stark, Borussia muß Koschmieder und Burgsmüller ersetzen. Vorige Saison: 3:1, 2:3. Letzte Spiele: Düsseldorf— Sodingen 0:1, Dortmund— M.Gladbach 1:0. Unser Tip: 0. steht. Er widmet sich jedoch dem Nachwuchs; da taucht unwillkürlich die Frage auf: Hat sich die Duisburger Von-Cramm-Schule bewährt? Viele Pessimisten meinen, man habe einen Fehlgriff getan, und das Ergebnis sei bis jetzt gleich null. Das ist zweifellos übertrieben, wenn man auch die Erfolge der Duisburger Schule nicht überschätzen darf. Was Peter Scholl und Franz Feldbausen— um die zwei talentiertesten zu nennen— inzwischen gelernt haben, kam nicht von ungefähr. Gottfried von Cramm hat ihnen allein das Rüstzeug auf den Weg gegeben, und er wird sie weiter unter seinen Fittichen behalten. Mit dem deutschen Nachwuchs steht und fällt das deutsche Tennis schlechthin. Es ist auf alle Fälle fraglich, ob man auf eine andere Art dem chronischen Mangel an talentierten Nachwuchsspielern entgegentreten kann.„Die Zäune sind zu hoch“, sagen manche Experten, und sie haben damit zwei7. Schwaben Augsburg— Eintracht Frankfurt. Wesentliche Unterschiede bestehen zur Zeit nicht, doch darf man der Eintracht schon einiges zutrauen. Letzte Spiele: Fürth— Schwaben 3:1, Eintracht— 1. FC Nürnberg 2:1. Unser Tip: 2. 8. Borussia M.Gladbach— Fortuna Düsseldorf. Die Fortunen haben bisher wenig gezeigt und stehen gegen die kämpferischen Borussen vor einer schweren Aufgabe. Vorige Saison: 4:0, 1:3. Letzte Spiele: Dortmund— M.Gladbach 1:0, Düsseldorf— Sodingen 0:1. Unser Tip: 1. 9. Meidericher SV— VfL Bochum. Meiderich will mit der besten Elf antreten. Vorige Saison: 0:0, 2:3. Letzte Spiele: Dellbrück— Meiderich 2:0, Bochum— Schwarzweiß Essen 0:0. Unser Tip: 1. 10. Mainz 05— TuRa Ludwigshafen. Zur Zeit ist Mainz höher einzuschätzen. Vorige Saison: 1:0, 2:1. Letzte Spiele: Spfr. Saarbrücken— Mainz 2:2, TuRa— 1. FC Saarbrücken 0:6. Unser Tip: 1. 11. SpVg Fürth— Bayern München. Die Bayern haben hier nur eine Außenseiterchance. Vorige Saison: 2:0, 6:2. Letzte Spiele: Fürth— Schwaben Augsburg 3:1, Bayern— Kassel 3:2. Unser Tip: 1. 12. Arminia Hannover— Hannover 96. Der Deutsche Meister hat sich wieder gefangen. Vorige Saison: 1:1, 1:3. Letzte Spiele: St. Pauli— Arminia 4:1, 96— Harburger TB 1:0. Unser Tip: 2. 13. Kickers Stuttgart— Schweinfurt 05. Unser Tip: 1. 14. Schwarzweiß Essen— Preußen Dellbrück. Unser Tip: 1. Coppi hat Herzenssorgen Die Herzenssorgen des Campionissimo Fausto Coppi sind zu einem neuen italienischen Skandal ausgewachsen. Giulia Locatelli, die als Begleiterin des Rennfahrers vor allem in der italienischen Öffentlichkeit Anlaß zu heftigen Diskussionen gegeben hatte, wurde unter der Anklage des Ehebruchs verhaftet. Ihr Gatte, Dr. Enrico Locatelli, hatte die Klage eingereicht. Dem Campionissimo Coppi wurde der Paß entzogen, als er von einer Auslandsreise nach Italien zurückkehrte. Wenn die beiden vom Gericht für schuldig befunden werden, können sie eine Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr erhalten. Unser Bild zeigt Coppi bei einer Radsportveranstaltung, links neben ihm Giulia Locatelli. fellos den Nagel auf den Kopf getroffen. Sie meinen damit, daß es heute sicher viele junge Leute gibt, die gerne einem Tennisklub beitreten würden, jedoch sind die Unkosten oft zu hoch. Aufbau durch die Vereine Hier— in den Vereinen— sollte nämlich schon die Nachwuchsförderung beginnen. Man sollte es wagen, Gelder der Tennisbünde für den Nachwuchs einzusetzen, damit für ihn die Zäune um die Tennisanlagen wirklich nicht mehr zu hoch sind. Dann wird mancher Junge, der heute zu einem Fußballverein geht, den Weg zum Tennisverein finden. Er muß aber wissen, daß er dort als Jugendlicher eine Pflegestätte vorfindet, eine Stätte, wo er Tennis von der Pike an erlernt und wo er vor allem auch ausgerüstet wird. Tennis könnte der Jugend mehr als bisher erschlossen werden. Die Schule von Cramms ist ein Anfang. Viel wichtiger erscheint, in den Vereinen mit der Aufbauarbeit zu beginnen. Was zahlt der Toto? Nord-Süd-Block Elferwette: 1. Rang: 7 572 Gewinner 2. Rang: 83 531 Gewinner 3. Rang: 366 754 Gewinner Neunerwette: 1. Rang: 1 48- Gewinner 2. Rang: 16 963 Gewinner je 68.— DM je 6,20 DM je 1.40 DM je 71,50 DM je 6,20 DM UMTELEGRAMMSTII Auf sechs Monate verlängert wurde die ursprünglich nur für drei Monate verhängte Sperre des Spielers Sembritzki von Union 06 Berlin durch das in Hannover tagende oberste Gericht des Deutschen Fußball-Bundes. Sembritzki hatte beim Spiel gegen Werder Bremen den Schiedsrichter bedroht. Das deutsche Aufgebot für den Leichtathletik-Länderkampf gegen Finnland am 18. und 19. September in Dortmund wurde durch Friedel Stracke(800 m), Heinz Rosendahl (Diskus) und Karl Hein(Hammerwurf) ergänzt, die in Paris beim Länderkampf gegen Frankreich ihre Wettbewerbe gewinnen konnten. Die Östzonen-Leichtathletinnen gewannen den Krakauer Länderkampf mit 100 Punkten vor Polen(93 P.) und Belgien(36 P.), Bei den Männern dagegen siegten die Polen mit 194 Punkten vor der Ostzone(142 P.) und Belgien(123 P.). Die beste Einzelleistung gab es im Speerwerfen mit 75,26 m durch Europameister Janusz Sidlo(Polen). Einen europäischen Rekord im Stabhochsprung stellte Denisenko(UdSSR) mit 4,46 m bei den sowjetischen Leichtathletikmeisterschaften in Kiew auf. Mercedes startet in Barcelona am 24. Oktober beim letzten Meisterschaftslauf, Während die Teilnahme von Weltmeister Fangio und Karl Kling bereits feststeht, wird der dritte Fahrer noch bestimmt. Totta Zehden siegte überraschend beim Internationalen Tennisturnier von Venedig über Englands Meisterin Joy Mottram mit 9:7, 6:4 und stieß damit ins Endspiel vor. Der Vierer-Mannschaftsmeister der Radamateure, RV 1889 Schweinfurt, verteidigte am Sonntag auf der Strecke Augsburg— Landsberg— Augsburg seinen Titel erfolgreich in 2:16:58 Stunden für 100 km vor RC Herpersdorf(2:18:36 Stunden). Wer spielt in Das erste Fußball-Länderspiel nach der Weltmeisterschaft Frankfurt(Main).— Wegen Verletzung zahlreicher Nationalspieler hat Bundestrainer Sepp Herberger für das erste Fußball-Länderspiel nach Erringung der Weltmeisterschaft am 26. September im Brüsseler Heysel-Stadion gegen Belgien erhebliche Aufstellungssorgen, so daß auf verschiedenen Posten Nachwuchsspieler die Chance bekommen könnten, gegen die„Roten Teufel“ eingesetzt zu werden. Während Toni Turek für das Brüsseler Länderspiel einsatzbereit ist und im Tor von Fortuna Düsseldorf in den bisherigen Punktespielen schon manche gute Partie lieferte, konnte Verteidiger Kohlmeyer(1. FC Kaiserslautern) bisher nicht überzeugen. Posipal(Hamburger SV) hat dagegen seine Schweizer Verletzung vollständig ausgeheilt und befindet sich in guter Verfassung. Auf dem rechten Läuferposten wird in Brüssel Horst Eckel(1. FC Kaiserslautern) fehlen, der im letzten Punktspiel seincs Vereins einen Schienbein- und Wadenbeinbruch erlitt und für längere Zeit noch nicht einsatzfähig sein wird. Stopper Werner Liebrich (1. FC Kaiserslautern) wußte auch in letzter Zeit wieder zu überzeugen und dürfte auch in Brüssel nicht enttäuschen. Der linke Läufer Mai laboriert zur Zeit an einem Bluterguß im Oberschenkel, glaubt aber, in Brüssel dabei sein zu können. Mit Ausnahme des Kölners Schäfer dürfte auch die Berner Endspiel-Sturmreihe, soweit Herberger nicht anders disponiert, in der gleichen Aufstellung wie gegen Ungarn spielen. Schäfer erlitt in der vergangenen Woche beim Training eine Bänderzerrung, die wohl kaum in Brüssel einen Einsatz erlauben wird. Rahn(Rotweiß Essen) ist gut in Form, während Morlock, der seine Verletzung überwunden hat, zwar auch zur Verfügung steht, aber noch nicht wieder der„Alte“ ist. Ottmar Walter ließ in der letzten Zeit Leistungsschwankungen erkennen, während sein Bruder Fritz seine beständige Form in den letzten Punktspielen seines Vereins unter Beweis stellte. Von den Nationalspielern, die nicht im Berner Endspiel für Deutschlands Farben mitkämpften, aber für einen Einsatz in Frage kommen, steht Laband(HSV) auf Grund einer schweren Verletzung nicht zur Verfügung. Die Frankfurter Pfaff und Hermann sind nach leichten Erkältungen wieder genesen, und der Münchener Bauer zeigte sich bisher in den Spielen seiner Bayern-Elf in sehr guter Form. Auch der Kasseler Metzner scheint für einen Einsatz in Brüssel gerüstet. 19 Spieler eingeladen Für das Länderspiel in Brüssel sind neunzehn Spieler eingeladen worden, die auf Abruf bereitstehen: Herkenrath(RW Essen), Turek(Fortuna Düsseldorf), Posipal(Hamburger SV), Bauer(Bayern München), Kohlmeyer(1. FC Kaiserslautern), Erhard(SpVg Fürth), Metzner(Hessen Kassel), Liebrich (1. FC Kaiserslautern), Mai(SpVg Fürth), Rahn(RW Essen), Klodt(Schalke 04), Morlock(1. FC Nürnberg), Stürmer(Hamburger SV), Biesinger(BC Augsburg), O. Walter, F. Walter(1. FC Kaiserslautern), Pfaff(Eintr. Frankfurt), Schäfer(1. FC Köln), Herrmann (FSV Frankfurt). WIRTSCHAFT UND ARBEIT Neuregelung des Sperrmarkkomplexes Bisherige DM-Sperrkonten in liberalisierte Kapitalkonten umgewandelt Frankfurt(Main).— Ab 16. September können, wie die Bank deutscher Länder mitteilt, sämtliche Sperrmarkguthaben je nach Wahl des Gläubigers entweder über ein Zahlungsabkommen im Verrechnungswege ins Ausland überwiesen werden, oder auf ein beschränkt konvertierbares DM-Konto umgebucht oder zum Zweck der Anlage in ein „liberalisiertes Kapitalkonto“ umgewandelt werden. Die umfassende Transfergenehmigung gilt für sämtliche Sperrguthaben ohne Rücksicht auf die Höhe des Betrages und den Zeitpunkt ihrer Entstehung. Neue Sperrguthaben können nicht mehr entstehen. Guthaben, die bisher auf DM-Sperrkonto geführt wurden, werden liberalisierte Kapitalkonten. Lediglich befristete DM-Sperrguthaben, wie zum Beispiel Festgelder, können auf Wunsch des Gläubigers bis zum Ablauf ihrer Befristung DM-Sperrguthaben bleiben. Genehmigungen zur Einzahlung auf DM-Sperrmark-Konten von Ausländern gelten vom 16. September 1954 an mit der Maßgabe, daß statt der ursprünglich vorgesehenen Zahlung auf ein Sperrmarkkonto die Einzahlung auf ein liberalisiertes Kapitalkonto erfolgt. Die Gläubiger liberalisierter Kapitalkonten haben fünf Verwendungsmöglichkeiten für ihre Guthaben. Sie können ihre Guthaben 1. über ein Zahlungsabkommen im Verrechnungswege ins Ausland überweisen, 2. auf beschränkt konvertierbare DM-Konten übertragen, 3. auf liberalisierte Kapitalkonten anderer ausländischer Gläubiger überweisen, also im Auslande verkaufen, 4. können sie ihre Guthaben nach den bisher für Sperrguthaben geltenden BestimmunKinderbeihilfen nur für Arbeitnehmer? w-t. In maßgebenden Kreisen des Bundestags herrscht das Gefühl, daß das Gesetz über die Kinderbeihilfen nicht länger verzögert werden darf, nachdem schon so lange darüber beraten wird. Es wird ohnehin kaum angehen, den Gesetzentwurf vor dem 1. April des kommenden Jahres in Kraft zu setzen, so daß frühestens zu diesem Termin die ersten Kinderbeihilfen in Höhe von 25 DM monatlich vom dritten Kinde an ausgezahlt werden. Aber die Widerstände gegen den jetzt vorliegenden Gesetzentwurf sind groß. Vor allem wird angezweifelt, ob es möglich, Ist, die Ausführung des Gesetzes den Berufsgenossenschaften zu übertragen. Eine der Schwierigkeiten liegt darin, daß die vom Gesetz betroffenen Personenkreise nicht durchweg den Berufsgenossenschaften angehören. Man müßte also von ihnen fordern, daß sie sich zunächst anmelden, aber dann bleibt immer noch die Frage, ob die Berufsgenossenschaften in allen Fällen in der Lage sein werden, ihre neue Aufgabe auch zu erfüllen. Um diesen Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, ist neuerdings vorgeschlagen worden, das System der Familienausgleichskassen und der Kinderbeihilfen zunächst auf die Arbeitnehmer zu beschränken, also die Selbständigen davon auszunehmen. Damit würde unter anderem auch eine Forderung ler Landwirtschaft erfüllt. Späterhin soll das vervollständigt werden. gen im Inland verbrauchen, das heißt z. B. für Reisekosten oder Unterstützungszahlungen verwenden, und 5. sie zu Investitionszwecken im Inland anlegen. Eine Verzinsung der liberalisierten Kapitalkonten findet nicht statt. Die Investitionsmöglichkeiten für Sperrmarkguthaben wurden erweitert, indem künftig Darlehensgewährungen mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren und einem Zinssatz von höchstens 4½ Prozent ohne Einzelgenehmigung möglich sind. Auf Grund der neuen Bestimmungen können liberalisierte Kapitalkonten jederzeit auf beschränkt konvertierbare DM-Konten übertragen werden, während umgekehrt eine Übertragung von beschränkt konvertierbaren DM-Konten auf liberalisierte Kapitalkonten nicht möglich ist. Auch die Bestimmungen für den Transfer von Vermögenserträgnissen wurden von der Bank deutscher Länder weiter gelockert. Künftig können fällige Zins- und Gewinnanteilscheine sowie der Gegenwert ausgeloster Schuldverschreibungen von Deutschen auf deutsche Währung lautenden Papieren im Eigentum von Ausländern unter Fortfall der bisher zu beachtenden Stichtage und Fristen nach allen Ländern ohne Einzelgenehmigung frei transferiert werden. Dies gilt künftig auch für solche Wertpapiere, die im Ausland verwahrt werden, Tagung für Berufsausbildung in der Stahlindustrie begann Luxemburg.— In Luxemburg begann am Montag eine Tagung zum Studium der Berufsausbildung in der Eisen- und Stahlindustrie der Montanunion, Teilnehmer sind die Vertreter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Organisationen im Arbeitsausschuß für Berufsausbildung bei der Hohen Behörde sowie Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes und der britischen Stahlindustrie. Ein Telegramm Der Bund der Steuerzahler hat heute folgendes Telegramm an den Vorsitzenden des Ausschusses für Finanz- und Steuerfragen gesandt: „Steuerzahler sind durch Ihre Presseerklärung über das Schicksal der Steuerreform aufs äußerste beunruhigt— stop. Annahme der Pläne des Bundesfinanzministers wäre gleichbedeutend mir Scheitern der Steuerreform— stop. Bund der Steuerzahler appelliert an Sie und den gesamten Bundestag, nicht zu kapitulieren, sondern Initiative zu ergreifen und das Wahlversprechen auf Steuerreform jetzt einzulösen.“ Bergbau-Angestellte fordern Wiedergutmachung Um den Grundbetrag für die Zwangszeit in der Angestelltenversicherung und ein Brief An die übrigen Mitglieder des Bundestagsausschusses für Finanz- und Steuerfragen wurde folgendes Schreiben gerichtet: „Die Presseerklärung von Herrn Dr. Wellhausen hat die Steuerzahler äußerst beunruhigt. Durch die Veröffentlichung in Rundfunk und Presse muß in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, als wolle der Bundestag nunmehr resignieren und kapitulieren. Eine Annahme der Pläne des Bundesfinanzministers aber wäre nach unserer Auffassung gleichbedeutend mit dem Scheitern einer wirklichen Steuerreform. Wir appellieren deshalb dringend an Sie, selbst die Initiative zu ergreifen und das Wahlversprechen auf Ausarbeitung und Durchführung einer wirklichen Steuerreform, ungeachtet aller Schwierigkeiten, jetzt einzulösen. Wir wissen, daß ein solches Gesetzeswerk nicht ohne gründliche Beratung durchgepeitscht werden darf und wiederholen unseren Vorschlag, durch einen zehnprozentigen Abschlag auf die Steuerschuld 1954 einen Zeitgewinn zu sichern. Der Bund der Steuerzahler wird Ihre Bemühungen durch Übersendung von Material weiter unterstützen. Lassen Sie die Steuerreform nicht scheitern!“ Bochum(nws).— Erneut verlangen die Bergbauangestellten, daß an dem von der Zwangsversicherungszeit in der Angestelltenversicherung in den Jahren 1938 bis 1949 betroffenen Personenkreis das Unrecht wiedergutgemacht werden soll, das bisher nicht beseitigt ist. Es handelt sich um die Tagesangestellten und die Fördermaschinisten, die 1938 als nicht zum Bergbau gehörig aus der Knappschaftsversicherung in die Angestelltenversicherung übergeführt wurden. Erst im Jahre 1949 nahm der Gesetzgeber sie in die Knappschaft zurück. Aber er beseitigte nicht die Bestimmung, daß diesem Personenkreis, obwohl er über 10 Jahre der Angestelltenversicherung angehörte, der Grundbetrag dieser Versicherung bei der Rente nicht gewährt werden darf. Schon im April war zwischen der Fachgruppe der Fördermaschinisten, dem Hauptvorstand der Industriegewerkschaft Bergbau und Vertretern der Bundestagsfraktionen der CDU und SPD in Bonn Übereinstimmung über neue gesetzliche Bestimmungen gefunden worden, um d'eses Unrecht wiedergutzumachen, Von der IG Bergbau wird ein entsprechender Gesetzentwurf ausgearbeitet, um als interfraktioneller Antrag demnächst dem Bundestag eingereicht zu werden. Als zum 1. Januar 1938 Fördermaschinisten und Übertage-Angestellte des Bergbaues in die Angestelltenversicherung übergeführt wurden, stellte man ihnen die freiwillige Weiterversicherung frei. Jedoch war es den meisten nicht möglich, die jetzt notwendige Hälfte der Beiträge— gegenüber bisher nur einem Drittel— zu zahlen zu der vollen Belastung der Arbeitslosenversicherung, von der zwischen 1943 und 1949 die UntertageAngestellten völlig befreit waren. Durch diese Maßnahme hat sich die Rente der Betroffenen beträchtlich verringert. Denn Rleine Umschau Das Bundeswirtschaftsministerlum bezeichnete am Montag die Behauptung sowjetzonaler Vertreter, daß die Bundesrepublik im Interzonenhandel für 1954 nur einen Warenaustausch von 250 Millionen Verrechnungseinheiten angeboten habe, als unzutreffend. Der Zentralverband des Kraftfahrzeughandels und-gewerbes in Frankfurt(Main) hat sich am Montag nachdrücklich gegen jede Ausdehnung des Tankstellennetzes ausgesprochen. Nach dem achten Leipziger Messetag(12. September) spricht das Leipziger Messeamt von einem Umsatz im sowjetzonalen Außenhandel und Interzonenhandel von 1,058 Milliarden Rubel. Die Messeumsätze hätten sich gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres fast verdoppelt. Der stellvertretende US-Handelsminister Samuel Waugh erklärte am Montag, daß die GattVollsitzung Ende Oktober in Genf sehr leicht über die Zukunft einer freien Welthandelspolitik entscheiden kann. Die amerikanische Handelspolitik müsse es den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten ermöglichen an der Ausdehnung elnes für alle Selten gewinnbringenden Welthandels zu arbeiten. Die USA und andere Länder selen daran interessiert, daß keine Zollkonzessionen aufgehoben werden und die erreichte Stabllität der Zolltarife nicht erschüttert wird. der Steigerungssatz in der Knappschaftsversicherung beträgt 2,4 Prozent, in der Angestelltenversicherung jedoch nur 0,7 Prozent. Zweirad-Produktion im August rückläufig Bad Soden.— Die Zweirad-Produktion der Bundesrepublik war nach Ermittlungen des Verbandes der Fahrrad- und Motorradindustrie im Ferienmonat August gegenüber dem Juli allgemein rückläufig. Rheinisch-Westfälische Börse Tendenz: Weiter freundlich. Industrie-Aktien Kaufhof 169 G Accu-Hagen 123½ bz AEG 170½ bz Allg. Eoch& Ing. 108 G Bad. Anilin 183¼ bz Balcke Masch. 144 G Bergb.Ew.Ludw. 124½ G Rheinstahl 240¼ bz BMW 122 bz RWE 171½ bz G Bemberg 109 bz Rheinmetall 20 G Beton& Monier 160 G Rheinpr. 141½ bz Br Boswau& Knauer 128 G Rheinstahl-Union 145 bz Krefft- G 89 Taxe Mannesmann 139½ bz Mülh.Berg 122 bz Nordwd. Hütt. 132 bz Br Rh. Braunkohle 179 bz Buderus 151 bz Br Burbach 147 G Busch Jaeger 220 G Cassella 227¼ bz Conti-Gummi 181½ b. Consolidation 128 bz Daimler 170¼ bz Demag 182½ G Dt. Conti Gas 185 bz G Dt. Erdöl 136½ bz G Didier 182 G Dortm. Aktien 176 G Dortm. Ritter— G Dortm. Union 169 G Essener Steink. 106½ bz Commerzb. Liqui 10½ br Essener Steink. 1057 02 Bany Westd 173 hr. Salzdetfurth 169 G Schering 221 G Schiess 148½ bz Br Schwabenbräu 140 bzG Siemens St. 185 bz Siemen» Vorz. 183 bz Stamag 129½ bz Ver. Dt. Nickel 159 bz Ver Rumpus 88 bz Ver. Stahlw. 219 bz Br Wass.-Gelsenk. 155 G Wintershall 165 bz Zellwald 140 bz Bank-Aktien Erstes Europäisches Bankhaus Frankfurt(Main).— Ein internationales Syndikat hat, wie die holländische Presse berichtet, die Aktienmehrheit der Bank„Handel-Maatschapplj H. Albert de Bary und Co. N. V.“, Amsterdam, erworben. Dem Syndikat und dem neuen Aufsichtsrat der Bank gehört auch das Vorstandsmitglied der Süddeutschen Bank AG., Hermann Abs, an. Abs repräsentiert die Nachfolgeinstitute der Deutschen Bank, nämlich die Süddentsche Bank AG., die Rheinisch-Westfälische Bank AG. und die Norddeutsche Bank AG. Wie von zuständiger Seite verlautet, handelt es sich bei dieser Transaktion um den ersten Versuch, auf europäischer Grundlage unter Betelligung von Banken verschiedener Länder ein gemeinsames Bankhaus zu führen. Die neue Handelsbank betreibt alle Geschäfte. Farbenf. Bayer 186½ bz IG. Farb. Liqui 391 bz Feldmühle 194 G Felten 129 bz Goldschmidt 118½ bz Harpener 107 bz Hindrichs Auff.— Hochtief 140 bz Höchster Farben 183 bz Kabel Rheydt 177 G Kall-Chemie 167½ G Phrix Namens 43-47 Karstadt 169½ bz Bankv.Westd. 173½ bz G Deutsche B. Li 11½ bz G Rh.-Westf. B. 174½ bz G Dresdn. B. Li 13 bz G Rh.-Ruhr-B. 174 bz G Freiverkehr Chem.-Faser Inh. 102-104 Norddt. Lloyd 45½/-49½ Eisenh, Köln— Guteh.-Hütte— Phrix-Inh. 56 Br Rh. Kunstseide 90½-94½ Schulth. St. 28-32 Eisen- und Hüttenwerke 110; Stahlwerke Bochum 121½; Bergbau Neue Hoffnung 114; Betelligungs-Ges. Ruhrort 247; Gutehoffnungshütte Aktienv. 161½; Hüttenwerke Oberhausen 129; Altenessener Bergwerks 117; Hoesch-Werke 126; Industriewerte 117; Bergwerke Königsborn-Werne 120; Klöckner-Humboldt-Deutz 151½; Nordwestdeutsche Hütten 132; Stahlwerke Südwestfalen 125½; August-Thyssen-Hütte 128; Deutsche Edelstahlwerke 149½; Dortmund-Hörder Hütten 117; Gelsenkirchener Bergwerks 126: Gußstahl Bochumer Verein 123 Br; Gußstahl Witten 180: Hamborner Bergbau 117½; Handelsunion AG 183: Hüttenwerke Phoenix 129; Hüttenwerke Siegerland 125; Niederrheinische Hütte 123; Rheinische Röhrenwerke 149½; Rheinisch-Westf. Elsen 149½1 Ruhrstahl 158½; Zeche Erin 173. Übermittelt vom Bankvereln Westdeutschland DM-WesI— DIA-O2t Frankfurt(Main), 14. September 1934(VWD). — Die Wechselstuben kaufen 475 DM-Ost 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Oet 22,36 DM-West. für t0 Streiflichter aus dem Ölper Gerichtssaal Betrunken am Steuer Olpe. Zu zwei Monaten Gefängnis verurteilte das Schöffengericht einen Angeklagten aus Baesweiler, weil er ein Kraftrad im angetrunkenen Zustande gesteuert und dadurch eine Gemeingefahr herbeigeführt hatte. Die Verwaltungsbehörde darf ihm zwei Jahre keine neue Fahrerlaubnis erteilen. Der Angeklagte war bereits wegen der gleichen Straftat mit vier Wochen Haft vorbestraft. Damals war ihm der Führerschein zwar auch entzogen, die Freiheitsstrafe jedoch auf Bewährung ausgesetzt worden. Als der Angeklagte jetzt wieder trunken am Steuer angetroffen wurde, hatte er seinen Führerschein erst seit einem Monnt zurückerhalten. Die vom Gericht erneut ausgesprochene Freiheitsstrafe wird der Angeklagte aber nunmehr verbüßen müssen. ... und hier das gleiche Delikt Eine Freiheitsstrafe in gleicher Höhe verhängte das Schöffengericht wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs gegen einen Angeklagten, der ebenfalls im angetrunkenen Zustande ein Motorrad gesteuert hatte. Diesem Angeklagten wurde der Führerschein für ein Jahr entzogen. Auf der Bundesstraße 236 hatte er in der Nähe von Rönkhausen zwei Fußgänger vor sich. Diese stellten sich, als sie das Motorrad hörten, neben die Fahrbahn seitlich zur Straße. Ein Fußgänger wurde vom Angeklagten trotzdem angefahren. Fußgänger, Angeklagter und sein Soziusfahrer wurden erheblich verletzt. Zu seiner Entschuldigung führte der Angeklagte an, daß er von einem Fahrzeug geblendet worden sei. Zur Unfallzeit hatte aber kein anderes Fahrzeug die Straße befahren. Ohne Führerschein auf Feldwegen Mit einem Kraftrad hatte ein Angeklagter eine Rundfahrt gemacht, Er befuhr fast ausschließlich Feldwege Das hatte seinen Grund, weil er keinen Führerschein hatte und das Krad nicht zugelassen war. Kaum befand er sich auf einer Hauptstraße, als er von einer Verkehrsstreife geschnappt wurde. Das Amtsgericht Olpe verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 60 DM. Dauerarrest für Diebstahl Aus einer Ladenkasse hatte ein Siebzehnjähriger im unbewachten Augenblick 17 DM gestohlen. Das Jugendgericht Olpe verhängte gegen ihn einen Dauerarrest von vier Wochen. Blick in die Nachbarschaft An den Folgen verstorben Morsbach. Wir berichteten seinerzeit über einen Verkehrsunfall, bei dem am 20. August in Morsbach ein Lastwagen aus Wissen auf den Anhänger eines vor ihm fahrenden Personenwagens aufgefahren und anschließend gegen einen Baum gestoßen war. Dabei waren der Fahrer und seine mitfahrende Ehefrau erheblich verletzt worden. Wie wir hören, ist der Fahrer kürzlich im Morsbacher Krankenhaus an den Folgen der erlittenen Verletzungen verstorben. Alkohol am Steuer Meinerzhagen. In der Ortschaft Drögenpütt fuhr ein Pkw infolge Trunkenheit des Fahrers gegen einen Straßenbaum. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Außerdem entstand erheblicher Sachschaden Eine Blutprobe wurde von dem Fahrer entnommen. Lagerbrand in Hellersen Hellersen. In einem Lagerraum des Kreiskrankenhauses entstand ein Brand. der durch sofortiges Eingreifen der Feuerwehr Lüdenscheid gelöscht werden konnte. Es verbrannten lediglich Kisten und Holzwolle. Der Gesamtschaden beträgt ca. 600 DM. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Rad gegen Roller Werdohl. In Werdohl-Bärenstein stieß ein Motorroller mit einer Radfahrerin zusammen. Die 18jährige Radfahrerin wurde verletzt. Es entstand Sachschaden. Ein hübscher Rahmen für das Wanderheim Herscheld. Ein freundlicheres Aussehen erhielt in den letzten Wochen die Umgebung der Herscheider Jugendherberge. Es wurden größere Flächen umgegraben, neu eingesät und mit Ziersträuchern bepflanzt, auch wurde vor der Herberge eine neue Bank aufgestellt. Der Zugangsweg zur Jugendherberge vom Unterdorf wurde dank der Bemühungen der Gemeindeverwaltung trockengelegt. Sehr rührig bei der Durchführung. und Förderung dieser Arbeiten war die Ortsgruppe Herscheid des Jugendherbergswerkes unter ihrem Vorsitzenden Dr. Küchemann. Kurzberichte aus 89. Geburtstag Hünsborn. Morgen feiert die Wwe. Maria Arns geb. Rademacher ihren 89. Geburtsag. Herzlichen Glückwunsch! Wenden. Donnerstag wird Maria Schulte 80 Jahre alt. Wir gratulieren! Hillmicke. Am Freitag begeht Maria Wurm geb. Schwarz ihren 76. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Quartiere für Wiener Sängerknaben Attendorn. Die Wiener Sängerknaben, die am Sonntag, dem 3. Oktober, um 20 Uhr in unserer Stadt ein Konzert geben, benötigen Privatquartiere. Wer einen der kleinen Sänger, die sich im Alter von 9 bis 13 Jahren befinden, als Gast bei sich aufnehmen will, der melde sich umgehend bei Reisbüro„Sauerland“ o.H.G., Attendorn, KI. Markt; Ruf 639. Grevenbrück. Das Grevenbrücker Standesamt verzeichnete im vergangenen Monat nur eine Geburt(Mädchen), acht Eheschließungen und zwei Sterbefälle. Ausflug des Reichsbundes Meggen. Der Reichsbund der Kriegsund Zivilbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner unternimmt an diesem Wochenende einen Familienausflug. Die Abfahrt erfolgt am Samstag um 13.30 Uhr. Einsteigemöglichkeiten in Halberbracht, Meggen, Maumke und Grevenbrück. Die Sitzfolge in den Sonderbussen wird jeweils beim Einsteigen bekanntgegeben. Die Meggener Mitglieder treffen sich vor dem Hotel„Westfaienhof“. Treffpunkt der Mitglieder aus dem Kreise Olpe Halberbracht ist beim 2. Vorsitzenden Karl Dommes. Die Maumker Mitglieder steigen an der Haltestelle bei der Gastwirtschaft Maas ein. Die Grevenbrücker Mitglieder treffen sich an der Omnibushaltestelle bei der Gastwirtschaft Hermes am Schützenplatz. Gemeindliche Müllabfuhr? Grevenbrück. Der Aufruf, die Bachläufe sauber zu halten, findet nur geringe Beachtung. Der Gemeinderat hat wiederholt die Einrichtung einer gemeindlichen Müllabfuhr besprochen und will es nicht weiter dulden, daß in unverantwortlicher Weise das Ortsbild verunstaltet wird. Die Bewohner tun gut daran, sich restlos der bereits bestehenden privaten Müllabfuhr anzuschließen, andernfalls die gemeindliche Müllabfuhr eingeführt werden muß. Hallenfrage wird geklärt Kirchhundem. Nachdem bereits die Vorstände der Soldatenkameradschaft und des Heimatschutzvereins über die zukünftige Festhallenfrage beraten und eine Einigung erzielt hatten, soll diese Angelegenheit am kommenden Sonntag in einer Generalversammlung beider Vereine endgültige zum Abschuß gebracht werden. Vertreter von Oberhundem tagen Oberhundem. Im Gasthof Schulte ist Donnerstag um 18 Uhr cine Sitzung des Gemeinderates. Nur zwei Punkte stehen im öffentlichen Teil zur Beratung an: Vergabe der Maurer- und Betonarbeiten und die Beschlußfassung über einen Zu schuß für die Schwesternstation. SPORTWOLLE 100 g P. DM 1,45 in vielen Farben wieder eingetroffen. Georgölessmann Olpe Wrum schon DONNERSTAG? Sicher werden auch Sie festgestellt haben, deß der Anzelgenteil unseres über 100 Jahre alten Helmet- und Kreisblattes„Sauerländisches Volksblatt" seit seinem Wiedererscheinen ständig umfangreicher wird. Die Erklärung ist ganz einfach: Im Olper Raum weiß men, wie erfolgreich SV-Anzelgen sind. Der starke Anzeigenenfall am Ende der Woche veranlaßt uns jedoch zu der Bitte, Ihren Anzelgenauftrag für die SamstagAusgebe nicht erst am Freitag, sondern berelts Donnerstag hereinzureichen. Sie entlesten demit nicht nur den am Freitag übermäßig beanspruchten technischen Betrieb, sondern haben selbst den größten Nutzen, denn Ihr Anzeigenauftrag kann, wenn er frühzeitig, also bis DONNERSTAG vorliegt, mit der erforderlichen Sorgfalt beerbeitet werden. Und des ist Ihr Vorteil. Faftverkehr Olpe 3% Olpe in Olpe. Bruchstraße 30 Ruf Olpe 236 Altenhundem, Hagener Straße, Ruf Kirchhundem 286 Unsere Sauerland-Rundfahrten Halbtagesfahrt Mittwoch, den 15. September Olpe. Welschen Ennest, Ahausersee. Attendorn. Listertalsperre Abfahrt jeweils ab Olpe(„Kölner Hof“) 12.45 Uhr Fahrpreis DM 4.— für Erwachsene, DM 2.— für Kinder Ganztagesfahrt Donnerstag, den 16. September Olpe, Attendorn, Bilstein. Altenhundem, Hochsauerland Abfahrt ab Olpe(„Kölner Hof“) 8 Uhr, Attendorn (Marktplatz) 8.40 Uhr, Bilstein 9.20 Uhr Fahrpreis ab Olpe DM 7,50, Attendorn DM 7,00 Bilstein DM 6,50. Kinder die Hälfte Anmeldungen und Kartenvorverkauf bei unseren Vorverkaufsstellen. Verlangen Sie kostenl. unseren Prospekt über unsere Sauerland-Rundfahrten! Berufstätige Dame sucht in Olpe, in ruhiger Lage, kleine Wohnung mit Bad. Angebote unt. Nr. 1006 an Sauerl. Volksblatt Olpe. Suche für sofort Halblagshilfe Vorstellungen Montag Dr. Tancre Olpe, Auf der Mauer 5 5-Limmer-Wohnung in Olpe oder Umgebung, evtl. gegen Mieterdarlehn, gesucht. Angebote unter Nr. 1010 an Sauerl. Volksblatt Olpe. Hausgehiltin zum sofortigen Eintritt gesucht. Emil Kemper sen. Olpe, In der Wüste 24 „Kredite bis zu 2000,— DM werden laufend an alle Lohn- und Gehaltsempfänger zum Kauf von Möbeln und Polstermöbeln ausgegeben. Anfragen an Rumpen& Co., Einrichtungshaus, Hamburg 36. Neuer Wall 41“ Zentralgeheizte Garsge in Olpe, Nähe ImbergVolksschule, ab Ende Okto ber zu vermieten. Anfragen unt. Telefon Olpe. Nr. 9893. Lloyd-Wagen neu u. gebraucht, günstigste Teilzahlungsbedingungen. Ing. Emil Mülier Lloyd-Vertragshändler für den Kreis Olpe Altenhundem Ruf Kirchhundem 621 Guterhaltenes, 6-pfanniges Dachfenster für Falzziegel sowie Bodentreppe, billig abzugeben. Zu erfragen unt. Nr. 1007 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Zwei 5 Monate alte JAGDHUNDE (Wachtel) aus bester Abstammung zu verkaufen. Paul Kebbekus Olpe Am Finkenhagen „Wir gehen wieder IU KEIMERI" Wer einmal durch unsere Ausstellungsräume gegangen ist und gesehen hat, wie vieltältig unsere Möbelauswahl ist— wer erfahren hat, wie niedrig wir kalkulieren, der sagt ganz von selbst: bei Möbelanschaffungen wieder zu eim ATTENDORN Berufstätiger Mann sucht in Olpe zusätzlich für cinige Stunden in der Woche ARBEIT gleich welcher Art. Zu erfragen unter Nr. 1012 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Gebrauchte Fässer reparaturfrei, für Säfte, Most, Wein, zum Einmaischen usw. preisgünstig lieferbar. Gebr. Manss Kassel-Bettenhausen Fernruf 3348 und 8674 Horex-Regina 11 500 km gelaufen, leichter Steibseitenwagen, sowie Motorradbekleidung, alles Bestzustand, zu verkaufen. Angebote unter Nr. 1013 an Sauerl. Volksblatt Olpe. Hilfe für 3 bis 4 Stunden täglich oder Halbtagshilfe sofort gesucht. Menne Olpe, Biggestraße 13 ln den nöchsten drei Wochen werden on dieser Stelle Milch-Inserote gezeigt, bei denen im Text je ein Wort fehlt. Ihre Aufgabe ist es, diese drei fehlenden Worte 20 ermitteln. Teilnahmebedingungen: 1. Jeder Leser dieser Zeitung ist zur Teilnohme berechtigt. 2. Lösungen sind auf einer Postkorte bh zum 15. Oktober 1954 bei Ihrem Müchhöndler obzugeben oder fronkiert on die zustöndige Molkerei einzusenden. Außer der Lösung soll die Korte nur Name, Bervf und Anschrift des Einsenders enthalten. 3. Bei mehreren richtigen Lösungen entscheidet dos los, welches bei der Londesvereinigung der Milchwirtschoft Nordrhein-Westfolen unter Aufsicht eines Rechtsonwolles gezogen wird. 4. Alle Preiströger werden benachrichtigt, die Hauptpreiströger an dieser Stelle om M0. November 1954 veröffentlicht. 5. Als Preise sind ousgesetzt: I. Prois: 1Lncle- Hausholt-Köhlschronk 110 Ltr. 2. v. 3. Prels: Je 1Liide HouhohKöhlschronk 50 Ltr. 4-6. Prois: Je 1Litdle-Houshoh-Köhlschronk 50 Ltr.(Tischmodell) BRAUN Mulimix-Kombinonon M. Prots: Je 1 BRHUII Molimi 200. Prois: Je 1 Fetelat.- Mixer Dozu viele Trostpreise ous ollen Molkereien des Londes NordrheinWestfalen. 6. Der Rechtsweg ist ousgeschlossen. Und nun viel Vergnügen beidem LEA......... Warum denn in die Ferne schweifen? MÖBELHAUS und Fachgeschäft für Büromöbel Eröffnung am Samstag, dem 18. September in e Pannenklöpperstraße ROBERT QUAST SCHREINERMEISTER