Sauerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: Im Anzelgenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit): Im Texttell 50 Pfg. fur Imm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. 119. Jahrgang— Nr. 208 TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Mittwoch, den 8. September 1954 Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf Einzelverkaufspreis 15 Pf Frankreich will nicht europäischer Gendarm sein Eindeutige Ablehnung einer Diskriminierung Deutschlands- Für Rüstungsgemeinschaft Paris.(AFP) Die französische Regierung werde bei der weiteren Behandlung des Deutschlandproblems keine Veranlassung sehen, zugunsten seiner Verbündeten die undankbare Rolle eines Gendarmen gegenüber Deutschland zu spielen, berichtete gestern die Pariser Zeitung „Paris Presse“. Prinzip des französischen Ministerpräsidenten sei es, daß Frankreich nicht schlechter gestellt sein dürfe als die USA und vor allem Großbritannien. Frankreich könne nie auf seine Souveränität und seine Armee verzichten. Ämtliche französische Kreise erwarten von der für den 14. September vorgeschlagenen Neunmächtekonferenz über Deutschland noch keine endgültigen Entscheidungen. Sie erklären, in dieser kurzen Frist könnten nur die allgemeinen Richtlinien für die einzuschlagende Politik festgestellt werden. Alle Einzelheiten müßten den Sachverständigen überlassen bleiben. Es wurde jedoch betont, daß die französische Regierung in der Deutschlandfrage den weiteren Entscheidungen keineswegs ausweichen oder sie auf die lange Bank schieben wolle. Sobald irgendwelche Beschlüsse gefaßt worden seien, würden sie spätestens nach einer Woche dem franzosischen Parlament zur Billigung zugeleitet werden. Die jetzt angestrebten Losungen könnten durchaus auf gewisse„zweckmäßige“ Bestimmungen des EVG-Vertrages zurückgreifen. Es dürfte aber auf keinen Fall versucht werden, den EVG-Vertrag unter einem anderen Namen wieder zum Leben Südostasien-Pakt fertiggestellt Außerst elastische Formel des Vertrages vorgesehen Manila.(Reuter) Die Südostasien-Konferenz in Manila, auf der ein Verteidigungsbündnis für Südostasien ausgearbeitet werden soll, ist gestern soweit vorangekommen, daß mit der Unterzeicnnung des Vertrages am heutigen Mittwoch gerechnet wird. USA, Großbritannien, Frankreich, Neuseeland, Australien, Pakistan, Thailand und die Philippinen verpflichten sich in dem Vertrag, im Falle einer Aggression„Maßnahmen gemäß ihrer Verfassung“ zu ergreifen. Die Signatarmächte werden außerdem zu gegenseitigen Beratungen angehalten, wenn sie durch umstürzlerische Aktionen von außen bedroht werden. Ob Pakistan den Vertrag in Manila unterzeichnet, steht noch nicht fest. Der Vertrag soll Südostasien mit Ausnahme Formosas und Hongkongs, aber einschließlich der Philippinen, schützen. Ein militärischer Planungsstab soll Einzelheiten über die Abwehr von Aggressionen in Südostasien ausarbeiten. Ein Rat der Paktmächte soll das Verteidigungssystem entwerfen. Die Delegierten sind, wie es heißt, weiter übereingekommen, mehr Nachdruck auf wirtschaftliche Hilfe zu legen. Feste Verpflichtungen sollen dafür nicht bestehen, doch wird die wirtschaftliche Hilfe auf zweiseitiger Basis geleistet werden. In dem Vertragstext wird wahrscheinlich nicht von„kommunistischer Aggression“, sondern nur von„Aggression“ die Rede sein. Die USA werden jedoch in einer getrennten Erklärung feststellen, daß sie sich nur im Falle einer kommunistiscnen Aggression zum Handeln verpflichtet fühlen werden. Über Formosa ist nach Mitteilung unterrichteter Kreise bisher auf der Manila-Konferenz nicht gesprochen worden. Garantie für die Philippinen Der USA-Außenminister Dulles hat dem philippinischen Vizepräsidenten und Außenminister Garcia gestern in einem Brief versichert, daß ein Angriff auf die Philippinen von den USA als Angriff auf sich selbst betrachtet werden würde. Die USA würden in einem solchen Falle mit allen ihnen zur Verfügung stehenden militärischen Mitteln handeln. Wiesbaden, eine Viermächtekonferenz sei durchaus zu bejahen, aber nicht im jetzigen Zeitpunkt. Die Frage der Ernennung eines Außenministers sollte gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt sehr ernsthaft diskutiert werden, sagte Preusker. Für die Ernennung spreche nicht nur die Arbeitsbelastung des Bundeskanzlers, sondern auch die Überlegung, daß es politisch günstiger sein könnte, wenn bei internationalen Verhandlungen nicht immer gleich die entscheidende Instanz den anderen gegenübersitze. Hallstein bei Spaak Bonn.(dpa) Staatssekretär Hallstein führte am Wochenende in Brüssel Besprechungen mit dem belgischen Außenminister Spaak über Probleme, die sich aus der französischen EVG-Ablehnung ergeben haben. Hallstein war auch kurz in Paris und hatte dort ein Gespräch mit dem deutschen Geschäftsträger Hausenstein. zu erwecken. Die französischen Parlamentarier würden die alten Texte unter jeder Verkleidung schnell wiedererkennen. Elastische Ersatzlösung angestrebt Von amtlicher Seite in Paris wurde erklärt, es bestehe keine grundsätzliche französische Abneigung gegen den Beitritt der Bundesrepublik zur NATO. Ehe man sich aber zu einem derartigen Schritt entschließe, müßten gewisse andere Lösungen auf ihre Zweckmäßigkeit hin überprüft werden. Dazu gehörten zum Beispiel eine Rüstungsgemeinschaft oder internationale Organisation, die den Beitrag eines jeden Landes zur gemeinsamen Verteidigung abzugrenzen habe. Auf jeden Fall müßten die Ersatzlösungen für die Europaarmee elastisch genug sein, um der besonderen Lage eines jeden Landes Rechnung zu tragen. Großbritannien habe wichtige außereuropäische Interessen zu wahren, Deutschland sei eine reine Kontinentalmacht und Frankreich nehme eine Mittelstellung ein. Nach französischer Auffassung müsse eine Diskriminierung Deutschlands vermieden werden. Eine Konferenz der drei westlichen Großmächte mit der Sowjetunion ist nach der in Paris vorherrschenden Ansicht so lange nutzlos, als Moskau nicht seinen Willen zum Einlenken zu erkennen gegeben hat, etwa in der Österreich-Frage, in der Frage der deutschen Wahlen oder beim Abrüstungsproblem. Gemeinsame Basis gesucht Für das Zusammenleben zwischen West und Ost müsse eine gesunde gemeinsame Basis gefunden werden. Zunächst müsse das Zusammenleben im Westen gesichert werden. Voraussetzung dafür sei eine deutsch-französische Annäherung und die Beibehaltung der Entente Cordiale zwischen Frankreich und Großbritannien. Eine Neutralisierung Deutschlands sei zu verwerfen, denn sie beschwöre die Gefahr herauf, daß sich Deutschland eines Tages dem zuneige, der am besten in der Lage scheine, seine Wünsche zu erfüllen. Auf territorialem Gebiet könne der Westen aber Deutschland nichts bieten. IM SCHLAMM DES SHANNON Unser Bild zeigt die KLM-Maschine, die am Sonnabend in den Shannonfluß stürzte und im Schlamm versank. 27 Passagiere fanden dabei den Tod in dem irischen Strom. Rechenstift gegen Europa-Parlament Merkwürdiges Zahlenspiel eines französischen Abgeordneten Paris.(Korr.) Durch die Ablehnung der EVG, so schreibt der französische Abgeordnete Loustaunau-Lacau(Bauernpartei) in der„Monde“, sei Frankreich auch dem Schicksal entgangen, von einem Europaparlament beherrscht zu werden, das vorwiegend unter dem Einfluß der christlich-sozialen Parteien und der deutschen Vertreter gestanden hätte. Loustaunau-Lacau zählte die Ergebnisse der letzten Parlamentswahlen in den sechs EVG-Ländern zusammen, nimmt eine Zahl von 625 europäischen Parlamentariern an und kommt dann zu dem Ergebnis, daß die christlich-soziale Parteirichtung durch 230 Abgeordnete(davon 96 deutsche und 84 italienische), die sozialistische durch 135(davon 61 deutsche) und die kommunistische durch 90 Abgeordnete vertreten gewesen wäre. Christlich-soziale und sozialistische Abgeordnete hätten in diesem Falle mit 365 Stimmen die absolute Mehrheit gehabt, wobei die Deutschen in beiden Fraktionen jeweils am stärksten vertreten gewesen wären und sich die entscheidende Rolle gesichert hätten. Loustaunau-Lacau zieht aus seiner Berechnung die Lehre, daß nur Großbritannien in einem europäischen Parlament ein für Frankreich annehmbares Gleichgewicht zwischen den einzelMieterhöhung um 10 bis 20 Prozent Bundesmietengesetz im Kabinett eingebracht— Erhöhungen vom 1. Januar an Bonn.(dpa) Eine allgemeine Mieterhöhung um 10 bis 20 Prozent für alle vor der Währungsreform gebauten Wohnungen und staatliche Mietbeihilfen für sozial schwache Bevölkerungsgruppen sind die wesentlichen Bestimmungen des Entwurfs eines neuen Bundesmietengesetzes. Er ist bereits im Bundeskabinett eingebracht worden und dürfte dort demnächst verabschiedet werden. Preusker zur Viererkonferenz Wiesbaden.(dpa) Bundeswohnungsbauminister Preusker sagte gestern in Wie wied das Wetter? Wechselhaft Randstörungen eines Tiefdruckgeblets südlich von Island streifen Westdeutschland und bringen wechselhaftes Wetter. Vorhersage für Mittwoch: Bei meist schwachen Winden um Südwest zeitweize stark bewölkt. Am Nachmittag und abends einzelne gewittrige Regenfülle. hismäßig warm mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 20 und 23 Grad. VerhältWeitere Aussichten: Wenig Änderung. Vom 1. Januar nächsten Jahres an sollen danach die Mieten für alle vor dem 20. Juni 1948 bezugsfertigen Wohnungen grundsätzlich um zehn Prozent teurer werden. Gleichzeitig sollen die Landesbehörden Vorschriften herausgeben, um bisher von den Vermietern unterlassene dringende Reparaturen notfalls unter staatlicher Aufsicht ausführen zu lassen. Dem Mieter soll in diesen Fällen das Recht gegeben werden, die Reparaturen selbst in Auftrag zu geben und dafür einen Teil der Miete einzubehalten oder aber die Behörde zu ersuchen, die Instandsetzung seiner Wohnung mit einem Teil seines Mietgeldes vornehmen zu lassen. Mieten für abgeschlossene Wohnungen, die Bad, Warmwasserversorgung, Anschlußmöglichkeiten für Gas oder elektrischen Herd, neuzeitliche sanitäre Anlagen und Zentral- oder Etagenheizung haben, dürfen zusätzlich um zehn Prozent heraufgesetzt werden. Hat die Wohnung keine Zentral- oder Etagenheizung, sonst aber alle genannten Merkmale und außerdem ein geräumiges Nebengelaß und entweder Parkettfußboden oder eingebaute Schränke oder überdurchschnittliche Kachelung aufzuweisen, ist eine Erhöhung um fünf Prozent vorgesehen. Vorschrift bleibt jedoch immer, daß die erhöhte Miete 130 Prozent der ortsüblichen Richtsatzmiete, höchstens also 1,43 Mark je Quadratmeter, nicht übersteigt. Im Bundeswohnungsbauministerium wird angenommen, daß die geplanten Maßnahmen die Monatsmieten für Altbauwohnungen um L.r Mark verteuern werden. Um Fürsorgeempfänger und andere sozial schwache Gruppen in ihrer Lebenshaltung nicht noch mehr absinken zu lassen, sind staatliche Mietbeihilfen vorgesehen. Übertritt zur CDU Bonn.(dpa) Ein bisheriger Bundestagsabgeordneter des BHE, Rudolf MeyerRonnenberg, ist zur Fraktion der CDU/CSU übergetreten. Damit hat die Fraktion der Union wieder die absolute Majorität in Bundestag, die ihr durch die Flucht des Abgeordneten Schmidt-Wittmack in die Sowjetzone verlorengegangen war. Der Übertritt Meyer-Ronnenbergs hat beim BHE Überraschung ausgelöst. Es wurde erklärt, daß es bisher keine Auseinandersetzung mit ihm gegeben habe. Seine Begründung, daß die von ihm vertretenen Organisationen des Lebensmitteleinzelhandels ihn zu dem Übertritt gedrängt hätten, wird als abwegig bezeichnet. Besonders erstaunlich sei, daß MeyerRonnenberg gerade zur CDU/CSU gegangen sei, nachdem er sich bisher stets gegen das Wirtschaftsprogramm Erhards ausgesprochen habe. Ausnahmezustand in Assam Dibrugarh(Assam). In Dibrugarh(Assam) wurde gestern der Ausnahmezustand erklärt, nachdem eine 500 Meter lange Steinmauer, die Teile der Stadt vor den reißenden Fluten des Brahmaputra geschiltxt hatte, zusammengebrochen war. Teile der Stadt wurden schon vor einigen Tagen von den Überschwemmungen hinweggespült. Erzfunde in Südwestafrika Pretoria.(Korr.) Im Kakaofeld im Norden Südwestafrikas hat eine amerikanische Gesellschaft nach zweijährigen Untersuchungen zwei große Erzvorkommen entdeckt. Ein Sprecher des Unternehmens kündigte an, daß diese Vorkommen 50 bis 75 Jahre lang ausgebeutet werden könnten. Doch müßten zuenst eine 170 Kilometer lange Eisenbahnlinie zur Küste und ein Hafen bei Rocky Point gebaut werden. Es kamen mehr als gingen Wiesbaden.(dpa) Über 92 000 Menschen sind im ersten Quartal dieses Jahres in die Bundesrepublik zugezogen, während etwa 39 000 das Bundesgebiet verließen. nen Parteirichtungen und Ländern erzielen könne. Wieder Oberg-Prozeß Paris.(Korr.) Vor dem Pariser Militärgericht soll am 13. September der Prozel gegen den ehemaligen höheren SS- und Polizeiführer in Frankreich. Karl Oberg., und seinen Mitarbelter Dr. Helmuth Knochen wiederaufgenommen werden. Den Angeklagten werden illegale Verhaftungen, Gefangenenmis.handlungen, Geiselerschießungen, die Deportation von Zehntausenden von Franzosen und Unternehmungen von Einsatzkommandos gegen französische Widerstandsgruppen zur Last gelegt. Das Verfahren gegen Oberg und Knochen war am 24. Februar auf unbestimmte Zeit vertagt worden, weil Verteidigung und Anklage es als schweren Formfehler rügten, daß der Vorsitzende vor dem Urteilsspruch von den Angeklagten als „Kriegsverbrecherr“ sprach. Frost in Norwegen Norwegen hatte gestern den ersten Frost in diesem Herost. An verschiedenen Orten nördlich von Drontheim in Mittelnorwegen wurden vier bis fünf Grad Kälte gemessen. Auch Ministerpräsident Malenkow ist jetzt aus dem Kreml ausgezogen. Südkorea will zehn Reservedivisionen aufstellen. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat gestern seine Regierungsgeschäfte in Bonn wieder aufgenommen. Der chilenische Wirtschaftsminister Silva und der Kolonialminister Montero sind von Santiago de Chile zu einem Besuch der Bundesrepublik abgeflogen. Sie wollen den Besuch des Wirtschaftsministers Erhard erwidern. Deutsche Partei und CDU haben im Niedersächsischen Landtag eine selbständige Sendergruppe Niedersachsen-Bremen für den Fall beantragt, daß in Nordrhein-Westfalen eine eigene Rundfunkanstalt gebildet wird. Die Antwortnote der Westmächte auf die sowjetischen Vorschläge für eine neue Viermächtekonferenz soll voraussichtlich Ende dieser Woche in Moskau überrcicht werden. Der USA-Senator Wiley wurde gestern von Churchill empfangen. Das Scheitern der EVG feierten die Tschechen entlang der Grenze gegenüber der Bundesrepublik mit Freudenfeuern. Auch wurden Hunderte von Leuchtkugeln abgeschossen. Bei Wahlzusammenstößen in der nigerischen Stadt Oyo wurden sechs Personen getötet und 23 verletzt. Die USA-Regierung fordert die Einberufung einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrates, die sich mit dem Abschuß des USA-Marineflugzeugs im Japanischen Meer befassen soll. Über einhundert Dschunken versenkt Flugzeuge und Kriegsschiffe Tschiangkaischeks im Einsatz Taipeh.(Reuter) Nationalchinesische Marine- und Luftwaffeneinheiten versenkten bei ihren Angriffen auf das Gebiet um den chinesischen Festlandhafen Amoy gestern über einhundert Dschunken. Zum erstenmal griffen Kriegsschiffe Tschiangkaischeks in die Kampfhandlungen im Gebiet zwischen der chinesischen Küste und dem nationalchinesischen Inselstützpunkt Quemoy ein. Außerdem sollen über einhundert Flugzeuge im Einsatz gewesen sein und schwere Zerstörungen angerichtet haben. Unter den Marine-Einheiten, die in das Kampfgeschchen einsriffen, befinden sich auch zwei Zerstörer, die vor kurzem von den USA an Tschiangkaischek geliefert worden sind. Die Trikolore sank Saigon.(AFP) General Ely, der französische Oberkommandierende in Indochina, erklärte gestern in Saigon, Frankreich habe sich entechlossen, Vletnam noch. vor dem 31. Dezember dieces Jahres die volle Unabhängigkeit zu gewähren. My gab diese Erklärung in dem Augenblic ab, als die französische Trikolore von dem Regierungspalast in Saigon eingehatt die Flagge Vietnams 600 EVG-Angestellte sind ratlos Was wird mit dem Interimsausschuß?— Große deutsche Delegation ohne Weisungen Mitten in Paris liegt ein Skelett, dessen Bestattung den zuständigen Stellen großes Kopfzerbrechen macht. Niemand weiß, wo, wie und wann man es beerdigen soll. Doch vorher müßte es erst einmal„endgültig gestorben“ sein. Das Skelett ist der Interimsausschuß der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft. Seit zweieinhalb Jahren wartete er als Knochengerüst der Europa-Armee auf sein solides, gutes, amtlich abgestempeltes, ratifiziertes Fleisch. Mit 500 bis 600 Angestellten aus den sechs EVG-Staaten einschließlich einer großen deutschen Delegation nahm der Ausschuß über 250 Büroräume in einem riesigen Flügel des neuen großen Gebäudes ein, das Frankreich vor mehreren Jahren als vorläufiges NATO-Hauptquartier errichtet hatte. Die Konferenz in Manila G. St. Die Achtmächte-Konferenz in Manila, in der die Einzelheiten eines Verteidigungsbündnisses für Südostasien festgelegt werden sollen, ist eine der amerikanischen Reaktionen auf den Waffenstillstand in Indochina. Als Dulles sich doch noch entschloß, Bedell Smith nach Genf zu schicken, machte er seine Zustimmung von der Teilnahme Englands und Frankreichs an einer südostasiatischen Verteidigungs-Gemeinschaft abhängig, mit der das angeblich gestörte Gleichgewicht wiederhergestellt werden soll. Wenn England und Frankreich der gleichen Meinung gewesen wären, dann hätten sie sich mit den Vereinbarungen wohl niemals einverstanden erklärt, die den„schmutzigen“ Krieg beendet haben. Ihnen hat der Frieden in Indochina näher gelegen als die Forderungen amerikanischer Asien-„Experten“, die den Einsatz atomarer Waffen forderten. Das englische und französische Interesse an der Konferenz in Manila kann nicht sehr groß sein; denn sonst würden Eden und Mendès-France sich nicht durch zweite Garnituren vertreten lassen. Die Gegensätze sind inzwischen überwunden. Auf der einen Seite standen die westeuropäischen Großmächte und auf der anderen Australien und Neuseeland, die keine asiatischen Staaten sind, die amerikanisierten Philippinen, das von amerikanischer Wirtschaftshilfe abhängige Pakistan, das Östbengalen bedroht sieht, während das östlicher liegende Burma das für sich bestreitet, und schließlich Thailand, das im Ernstfall als einziges Land von einer Bedrohung sprechen könnte. Um einer erneuten amerikanisch- britischen Spannung vorzubeugen, war der Paktentwurf in Washington und London gemeinsam ausgearbeitet worden. Im Gegensatz zu Australien, Neuseeland, den Philippinen und Thailand wird der Aufbau gemeinsamer Streitkräfte oder die Verpflichtung, bestimmte Verbände zur Verfügung zu stellen, von den Westmächten abgelehnt. Wo in aller Welt sollen England und Frankreich schließlich noch ihre Truppen bereitstellen, falls sich wieder einmal ein Kolonialvolk entschließen sollte, seine Fremdherrschaft abzuschütteln? Es kann also schon heute vorausgesagt werden, daß der Südostasienpakt nicht so aussehen wird, wie sein ursprüngliches Modell in Washington ausgesehen hat. Bei der Abgrenzung des Verteidigungsgebietes ist Formosa nicht berücksichtigt worden. Die Partner des Paktes wären also zu kollektiven Hilfeleistungen nicht verpflichtet, wenn die Spannungen zwischen der Chinesischen Volksrepublik und der Insel Tschiangkaischeks sich einmal entladen sollten. Wenn man auf der Karte das neuralgische Gebiet betrachtet, in dem der Pakt im Ernstfall„in Übereinstimmung“ mit den„verfassungsmäßigen Verfahrensweisen“ der Verbündeten in Kraft treten soll, dann stehen die großen nichtkommunistischen Völker Südasiens wie Indien, Ceylon, Burma und Indonesien abseits. Selbst Laos, Kambodscha und Südvietnam würden sich passiv verhalten, wenn die an die Wand gemalte Aggression sich nicht gerade gegen sie selbst richten würde. Sie haben sich in Genf verpflichtet, an keinem Militärbündnis gegen einen der Unterzeichner teilzunehmen. Moskau und Peking sehen in Manila nicht nur den Versuch, den angeblichen Prestigeverlust von Genf wiedergutzumachen, sondern auch eine neue Zuspitzung im Kalten Krieg. Der Vertragsentwurf sieht u. a. vor, daß die Allianz nicht nur im Falle eines militärischen Überfalls wirksam werden soll, sondern auch dann, wenn die innerpolitischen Verhältnisse eines asiatischen Landes sich nicht im Sinne der Paktstaaten entwickeln sollten. An diesem Punkt wird Nehru einsetzen, wenn er nach Beendigung der Manila-Konferenz mit den Ministerpräsidenten von Burma und Indonesien zusammentreffen und anschließend nach Peking reisen wird. Seit 30 Monaten hat der Ausschuß alle Einzelheiten der EVG ausgearbeitet. In Bergen von geheimen Akten sind die Pläne für die Finanzierung, die juristischen Fragen, die Bewaffnung, die Uniformen, das Kommandosystem und das Nachrichtenwesen der Europa-Armee niedergelegt. Nach langen Erörterungen hatte man sich sogar auf einen Uniform-Entwurf für das deutsche EVG-Kontingent geeinigt. An der Tür steht„General Speidel“ Die deutsche Delegation hatte als Leiter ihres Militärausschusses Rommels StabsWerl.(Eig. Bericht) Gestern morgen um 5.30 Uhr wurde der chemalige Kommandeur der Panzerdivision„Hitlerjugend“, General Kurt Meyer, aus der alliierten Strafanstalt in Werl entlassen. Meyer war am 7. September 1944 bei Lüttich schwerverwundet in Gefangenschaft geraten und 1945, zwei Tage nach Weihnachten, von einem kanadischen Militärgericht in Aurich wegen angeblicher Mißhandlung gefangener kanadischer Soldaten durch Untergebene zum Tode verurteilt worden. Später wurde er begnadigt. Eine halbe Stunde früher als angegeben, öffneten sich gestern für den 43jährigen Meyer die Tore des Allied National Prison. In einem Personenwagen brachten die Engländer Meyer zur Werler KurgartenGaststätte, wo seine Frau auf ihn wartete. Panzer-Meyer fuhr dann in das Entlassungslager Friedland. Er will einige Wochen mit seiner Frau und seinen fünf Kindern in Niederkrüchten bei M.-Gladbach verbringen und anschließend cine Stelle in einem Hagener Industriebetrieb antreten. Trotz seiner langjährigen Kreislaufkrankheit machte Meyer einen frischen Eindruck. Auch„Onkel Fritz“ zugegen Um an der Wiedersehensfreude der Familie Meyer teilzunehmen, war ein etwa 70jähriger Deutsch-Kanadier, der aus verschiedenen Gründen unbekannt bleiben möchte und sich„Onkel Fritz“ nennt, aus Kanada nach Werl gekommen.„Onkel Bonn.(dpa) Das Bundeswirtschaftsministerium ist der Ansicht, daß die neue Preisverordnung über Krankenhauspflegesatze eine Erhöhung der Krankenkassenbeiträge in der Sozialversicherung nicht zur Folge haben müsse. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte gestern in Bonn, die neue Verordnung werde den Sozialversicherungsträgern eine Mehrbelastung von 120 Millionen Mark im Jahr bringen. Der durchschnittliche Tagespflegesatz wird sich nach Ansicht des Ministeriums etwa von 7,90 Mark um 18 Prozent auf 9,30 Mark erhöhen. Die Erhöhung werde knapp drei Prozent der Gesamteinchef General Hans Speidel. Sie war die diskreteste internationale Körperschaft, die sich jemals in Paris zu verbergen hatte. Die Deutschen nahmen an allen Ausschußsitzungen teil. Doch offiziell wurde über ihre Anwesenheit in Paris nicht gesprochen. Ihre Delegierten trugen Zivilkleidung. Zu Anfang wiesen die Karten an ihren Zimmertüren sie auch als Zivilisten aus. Doch heute steht an Dr. Speidels Tür— es ist Nr. 320— eine Karte mit der Aufschrift„General Speidel“. Die Zimmer der Delegierten sind nun leer. Auf den Fluren und in den VorzimFritz“ hatte nach dem Kriege von dem Schicksal Meyers gehört und aus natürlichem Rechtsempfinden riesige Summen geopfert, damit ein Wiederaufnahmeverfahren eingeleitet werden sollte. Noch ein Begnadigter Ebenfalls aus der Werler Strafanstalt entlassen wurde gestern der ehemalige Feldwebel Edgar Klemmt aus Hamburg-Bergedorf. Er war zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt und später begnadigt worden. Der Fremdenlegion verfallen Chieming.(dpa) Vergeblich versuchte ein Bankprokurist aus Hof, seinen 19jährigen Sohn vor der Fremdenlegion zu retten. Der Prokurist, der in Chieming am Chiemsee seinen Urlaub verbrachte, erfuhr durch einen Anruf der Staatsanwaltschaft Hof, daß sein Sohn Werbern der Fremdenlegion in die Hände gefallen sei. Der Junge sei noch in Koblenz, doch werde er wahrscheinlich in wenigen Stunden über die Grenze gebracht werden. Der Prokurist jagte in achtstündiger Fahrt mit einem schnellen Wagen nach Koblenz. Es war aber alles vergebens. Weder mit der deutschen Kriminalpolizei noch durch Verhandlungen mit dem französischen Truppenkommandanten und anderen Stellen konnte er den Neunzehnjährigen von der Fremdenlegion freibekommen. nahmen der Krankenkassen aus den Beiträgen betragen. Da die Beiträge in der Regel nur die Hälfte von den Arbeitnehmern aufgebracht würden, könnte,„selbst wenn die Kassen die Beiträge heraufsetzen sollten“, sich diese Maßnahme für die Arbeitnehmer„nur in Pfennigbeträgen auswirken“. Die Verbände der Orts- und Ersatzkrankenkassen hatten gegen die Regierungsmaßnahme protestiert. Die Preisverordnung, die am Freitag in Kraft tritt, soll eine einheitliche Rechtsgrundlage zur Festsetzung von Krankenhauspflegesätzen im Bundesgebiet geben. Die Pflegesätze dritter Klasse sind nach den Selbstkosten der Krankenhäuser zu bemessen. mern drängen sich die Stenotypistinnen und Sekretärinnen und warten auf die Entscheidung darüber, was mit ihnen geschieht. General Speidel ist auf Urlaub. Seine nächsten Mitarbeiter, auf den Karten an ihren Türen als Hauptmann und Leutnant bezeichnet, sind ebenfalls abwesend. Der Chef der deutschen Delegation, Theodor Blank, sitzt nach wie vor in Bonn. „Was geschieht mit uns?“ Die Angestellten sind ratlos.„Unsere offiziellen Ferien begannen am 30. Juni und sollten am 1. September zu Ende sein“, erzählte man mir.„Alle Delegierten fuhren nach Hause, und nur die laufenden für den Bewaffnungsausschuß und die Arbeiten wurden fortgeführt. Als dann die EVG-Debatte in der französischen Nationalversammlung angesetzt wurde, verlängerte man die Ferien bis zum 15. September. Niemand weiß, ob die Leiter der sechs Delegationen überhaupt zurückkommen werden. Was mit uns wird, wissen wir auch nicht.“ Am Schwarzen Brett sind zwei Sitzungen angekündigt, eine zweite für die Organisationsgruppe.„Das war vor der Debatte“, meint eine Sekretärin.„Sitzungen wird es jetzt nicht mehr geben.“ In der Bar und im Kasino sitzen aufgeregt debattierend männliche und weibliche Angestellte. Doch jemand, der etwas zu sagen hat, ist nicht darunter. In einem Bürozimmer treffe ich eine deutsche Sekretärin, die mit einer französischen Jüdin und einer Italienerin zusammengearbeitet hat.„Zu Anfang“, so erzählt sie, „hatte meine französische Kollegin einen Abscheu davor, mit einer Deutschen im gleichen Zimmer zu sitzen, und die Italienerin mochte uns beide nicht. Jetzt sind wir längst gute Freundinnen geworden und haben gehofft, daß wir noch lange zusammenbleiben könnten. Doch nun müssen wir uns nach einer neuen Stellung umsehen.“ Bruderdienst Ehlers beim Sennetreffen— Bielefeld.(epd) Das traditionelle Sennetreffen, das unter dem Motto „Wir heißen euch hoffen“ stattfand, versammelte auch diesmal wieder viele tausend Menschen aus den Gemeinden Bielefelds und des Minden-Ravensberger Landes. Bundestagspräsident Ehlers stellte die christliche Hoffnung in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die Hoffnung des Christen, so sagte er, sei allein auf das Handeln Gottes gegründet. Darin unterscheide sie sich von allen anderen Hoffnungen, vor allem aber von der des Kommunismus, die auf dem Glauben beruhe, daß der Mensch sich letztlich selber helfen könne. „Niemand, weder innerhalb noch außerhalb der Kirche“, so erklärte Ehlers, „sollte versuchen, diesen Gegensatz und die damit verbundene Auseinandersetzung zu verharmlosen.“ Die Hoffnung auf Gottes Hilfe bedeute jedoch nicht. daß die Christen die Hände untätig in den Schoß legen sollten; auch stelle die christliche Hoffnung nicht eine Vertröstung auf das Jenseits dar. Vielmehr sei gerade den Christen durch das Gebot der Nächstenliebe die Verpflichtung zu aktivem Handeln auf sozialem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet auferlegt. Im Bruderdienst am Nächsten müsse sich die aus der christlichen Hoffnung erwachsende Kraft bezeugen. Ehlers gedachte dann noch des Fuldaer Katholikentags.„Wir wollen unseres Glaubens leben“, so sagte er,„aber wir wollen Panzer-Meyer aus Werl entlassen Am zehnten Jahrestag der Gefangennahme öffnete sich das Gefängnistor Krankenhaus-Pflegesätze erhöht Mehrbelastung der Sozialversicherung um 120 Millionen ROMAN VON EDGAR KAHN Copyright by Carl Duncker, Berlin W 35 (11. Fortsetzung) Nein, Katja läßt sich da nichts vormachen. Außerdem kann sie, wenn sie will, jeden Tag— ach was, jede Stunde eines Tages die Probe aufs Exempel machen, wie sie wirkt. Sie braucht nur mal über den Jungfernstieg zu bummeln und irgendwo vorm Schaufenster stehenzubleiben. Gleich steht jemand neben ihr, zieht den Hut und murmelt was Zärtliches gegen die Scheiben. Die Männer sind zum Schießen, aber sie machen manchmal Filme. Nur ist es schwer, den Richtigen herauszufinden. Man sollte es, nur um ein Beispiel zu nennen, nicht für möglich halten, wieviel frühere UfaDirektoren es nachts in Hamburg gibt! Und chemalige Tobis-Regisseure gleich haufenweise. Katja kennt allein drei, die„Altes Herz wird wieder jung“ gemacht haben wollen... Trotzdem arbeitet sie unbeirrt und schwer an der Erringung der ersten Sprosse zum Star. Sie ist nicht nur bis spät in der Nacht hinter diesem Ziel her, sondern oft bis an den frühen Morgen. Denn auch den seßhaften Produzenten traut sie nicht. Die sind heute groß und gehen morgen krachen! Das beste ist also, man lernt gleich deren Finanziers kennen. Bank ist immer gut! Wer Geld gibt, hat bei der Besetzung die entscheidende Stimme Eventuell genügt da auch schon die„rechte Hand“. Mit der macht man sich dann die letzte Polstertür zum Allerheiligsten auf. Zumachen wird Katja diese Tür schon selbst. Um Mißverständnissen vorzubeugen: von innen natürlich! Aber da gibt es nun im ruhelosen Leben der Katja aus Breslau seit einiger Zeit den Polizeioberwachtmeister Baldux aus Hamburg. Der sagt jedesmal, wenn er sie sicht: „Ich habe dich sehr lieb, Katja! Und wenn du auch sagst, du hast tausend Fehler, dann habe ich auch mindestens tausend Fehler. Macht zusammen zweitausend, und damit können wir heiraten!“ Schuld an dieser Verlobung ist eine dunkelblaue Studebaker-Limousine. Die stand eines Nachts abgeblendet vor dem Winterhuder Fährhaus, als Katja mit der letzten Bahn von der Sierichstraße kam und von dort zu Fuß in Richtung Friedenseiche pilgerte. Solch einen Wagen hat— Herrgott, wie hieß doch gleich dieser große Filmscheich? Katja konnte zwar nicht gleich auf den Namen kommen, aber sie ging mal eben rein. Drin war die Polizei. Denkbar gutges launte Polizei! Während Katja noch zlemlich unschlüssig an der Garderobe stand und mit leicht gerecktem Hals in den großen Saal spähte, wo schwungvoll getanzt wurde, war ein junger Polizeibeamter auf sie zugeschossen und hatte beglückt„Je später der Abend, desto schöner die Gäste!“ gesagt. Dann hatte er ihr galant aus dem Mantel geholfen und zu einem jungen Kameraden, der an der Tür die Kartenkontrolle machte,„das ist meine Braut, Fridolin“ gesagt.„Hat als Polizeiangehörige natürlich freien Eintritt!“ Dann war er einfach erst mal mit ihr losgewalzt. Als die Kapelle mal aufhörte, um gleich darauf wieder einzusetzen, wußte er schon, daß sie Katja Mühlberg, und sie wußte, daß er Otto Baldux hieß. Dann sagte er: „Ich stelle es mir gar nicht so einfach vor, sich als Nachwuchsschauspielerindurchzusetzen!“ Sie seufzte nur sehr gekonnt. Da drückte er sie noch etwas zärtlicher an das mitfühlende Herz. Obgleich das einer von den neueren Tänzen war, die man mehr auf Distanz tanzt. Als die Kapelle zum dritten und damit zum letzten Male für diesen Tanz begann, sagte er entschlossen:„Wir machen das so, Fräulein Katja: Wenn wir jetzt an meinen Tisch zurückgehen und ich Sie meinen Kameraden vorstelle, dann sage ich einfach, wir kennen uns schon eine halbe Ewigkeit! Ich schlage deshalb vor, daß wir „du' zueinander sagen. Natürlich nur pro forma, aber sonst glauben die Kanaken unsere alte Liebe nicht!“ So forsch war Otto! Als sie an den Tisch zu seinen Kameraden kamen, war es kurz vor eins. Es gab ein großes Hallo, aber dieses mehr bei den Kameraden. Die jungen Damen wurden erst später zutraulich. Als sie merkten, daß Katja nicht daran dachte, ihnen ihre Herren abspenstig zu machen. Dafür ließen sie dann auch großmütig den Otto, der sie vorher alle mächtig herumgeschwenkt und jeder versprochen hatte, sie nach Haus zu bringen. Gegen die Katja konnten sie natürlich nicht an, aber darum empfanden sie es als besonders reizend, daß sie, die doch schon für den Film „Altes Herz wird wieder jung“ in engster Wahl gestanden hatte—„aber ich war damals wirklich noch zu jung, und deshalb haben die Herren die Rolle dann doch lieber mit der schon einige Jahre älteren Maria Landrock besetzt“—, ihnen ganz verstohlen kleine Toilettengeheimnisse zuflüsterte; Baldux strahlte vor Stolz über seine ganz große Eroberung, bestellte noch zwei Flaschen Hautes Sauternes, und um drei Uhr dreißig, als alle schon einen süßen kleinen Schwips hatten, verkündete er glücklich:„Kinder, mal alle herhören! Es läßt sich nun nicht mehr länger verheimlichen— die Katja und ich, wir haben uns soeben verlobt!“ An der Friedenseiche sagte er um halb fünf nach dem letzten zärtlichen Kuß: „Morgen kaufe ich die Ringe!“—„Unsinn!“ hatte sie geantwortet.„Das war doch alles nur pro forma!“ Aber am Montagabend kam er tatsächlich mit den Ringen an. Seitdem sind sie nun verlobt. Aber Katja hat längst ein Haar in der Suppe gefunden. Wenn man sie heute fragen würde, warum sie, die doch gerade dabei ist, nach den flimmernden Sternen zu greifen, sich durch diese völlig überhitzte Verlobung hat auf der Erde fesseln lassen auf der ihr doch im höchsten Falle ein kleinbürgerliches Dasein mit Pensionsberechtigung blühen kann, dann wird sie vermutlich erst einmal bis in die letzte und feinste Falte ihrer Seele vordringen müssen, um eine halbwegs plausible Erklärung dafür zu finden. Ist es die Schräge, auf der sie sich weiß und von der sie sich durch einen Sprung in jene Bürgerlichkeit zurückretten will, der sie doch so gern entfliehen möchte? Braucht sie eine Tageslegitimation für ihr nächtlich- undurchsichtiges Treiben? Einen Gegenpol? Eine kleine Hilfsstellung, um ungefährdeter auf dem schroffen Grat balancieren zu können, von dem es nur einen Absturz in die schwindelnde Tiefe oder den erreichten Gipfel in eisiger Höhe gibt? Vielleicht ist dieser blind verliebte Otto Baldux deine Rettung Katja! Vielleicht aber auch sein an dich verstrickter Untergang? Denn es ist möglich, daß du, und nur du allein, ihn in tödliche Gefahr bringst. Er ist Polizeibeamter, und was bist du? Ja, Katja, was bist du nun eigentlich? Ein Flittchen, wenn auch eins mit Herz, oder nur ein junger Mensch, dem die grausame Härte unserer Zeit den natürlichen Schutz des glücklichen zu Hause vorenthält? Aber bei dem Polizeifest war auch Waltter Cordua. Er saß am Nebentisch und hatte nur immer mal so eben zu Katja herübergesehen, um sich dann um so angelegentlicher seiner Dame zu widmen von Die Meinung der anderen: Insel Quemoy Daily Herald Chinesiscie Kanonen beschiessen die nationalchinesisdie lusel Quemoy, chinesische Drohungen werden gegen Tschiangkaisdiek ausgestoßsen. Das braudit nidit zu bedeuten, daß eine luvasion Formosas bevorstelit. Es bedeutet, daß China die Formosa-Frage unbedingt auf die Spitze treiben will. Tschlang verbirgt sich mit einer alteruden antikommunistischen Armee hinter dem amerikanischen Schutz. Diese Situation bringt das Risiko unangeneluer Komplikationen mit sich— zwisdien Großbritannien, das das rotchinesisdie Regime auerkennt, und den USA. die zu ih keine Beziehungen unterhalten Man sollte sich daran erinneru, daß Präsident Truman bei seiner Entscheidung, Formosa den Kommunisten zu verweigern, ausdrücklich betont liat, daß er sich nicht in den chinesisdien Bürgerkerleg einmischien werde. Sogar als der Koreakrieg ilin dazu veranlaßte, Tsdilang für eine Verteidigung zu bewaffnen, befahl Präsident Truman der 7. amerikanisdien Flotte, Formosa zu neutralisieren. Das bedeutet nidit nur, Angriffe auf die lusel, sondern audi Angriffe von ilir auf das diinesische Festland zu verhindern. Heute jedoch schützen die Vereinigten Staaten Tschlang, wälirend sie ih auf der anderen Seite freie Hand lassen, die Kommunisten zu überfallen. Und das zu einer Zeit, in der es keine andere kriegerische Auseinandersetzung in der Welt gibt Der erste vernünftige Schritt ware. Formosa wirklich zu neutralisieren. Daily Telegraph Die Besdießung der lusel Quemoy birgt das sdiwere Risiko in sich, daß es zwisdien den kommunistischien Streitkräften und den Kriegsschiffen der USA zu einem Kouflikt kommen köunte. Das Regime in Peking hofft offensichtlich, die Amerikauer zum Rüchzug zu zwingen und damit sein Prestige zu erhölien. Es gibt jedoch keinen Grund dafür, die wichtige strategisdhie Basis Formosa zusammen mit ihren Millionen antikommunistischen Chinesen an Mao und Tschou En-lai auszuliefern. Es wäre jedodi ausgezeiduet, wenu die amerikanische Regierung zu ihrer Politik zurückkelirte, die nationalchinesisdien Überfälle auf das Festland zu verlindern. Die Zeit für die Befreiung Gesamtchinas im wahren Sinne ist noch nidht gekommen. am Nächsten „Wir heißen euch hoffen!“ uns als Gefolgsleute eines Herrn auch immer wieder vor Augen halten, daß wir umeinander wissen und füreinander da sind.“ 200 000 Besucher in Leipzig Leipzig.(dpa) Die Besucherzahl der Leipziger Messe hat am gestrigen Abend bereits 200 000 überschritten. Durch Einkäufer und Interessenten aus Jugoslawien, Marokko und Japan hat sich die Beteiligung der in Leipzig vertretenen Länder auf 49 erhöht. Ein großer Posten von Landmaschinen wurde an Dänemark und die Tschechoslowakei verkauft In Textilmaschinen gab es umfangreiche Geschäfte mit westdeutschen Einkäufern, die sich vor allem für Zick-Zack-Nähmaschinen und Spezialnähmaschinen interessierten. Argentinien bot Asyl Buenos Aires.(Korr.) Fünf Flugzeuge der argentinischen Luftwaffe haben 120 politische Flüchtlinge aus Guatemala nach Argentinien geholt, die nach dem Aufstand des Obersten Armas in der argentinischen Botschaft in Guatemala Zuflucht gesucht hatten. Die Flüchtlinge standen der linksgerichteten Regierung Arbenz nahe, die durch Armas gestürzt wurde. Sie erhielten von der neuen Regierung freies Geleit ins Ausland. Mehrere bekannte Persönlichkeiten der früheren Regierung halten sich noch in der argentinischen Botschaft auf. der Katja zuerst geglaubt hatte, es sei seine Frau Die Gelassenheit, mit der Walter Cordua die Katja betrachtete, hatte sie gereizt. Ein so demonstrativ zur Schau getragenes Desinteresse an ihrem Dasein schien ihr nicht ganz geheuer, denn es war ihr neu. Als er dann mit Kohle die Karrikaturen von dem Polizeigewaltigen auf das Zeichenpapier warf, hielt sie ihn für einen Pressezeichner. Toll, was der Junge alles konnte. Katja Mühlberg klatschte dezent mit, als der übliche Beifall tobte, denn der war verdient. Er dankte nur ganz obenhin, skizzierte noch kurz etwas am Tisch, und steckte das Blatt in die Tasche. Dann widmete er sich nur noch seiner Dame und ließ keinen Tanz mehr aus. Zum Schluß tranken beide Sekt. Die Dame, die Katja ohne Einschränkung dafür hielt, trank schneller als er und schien bald wirklich einen kleinen Schwips zu haben. Auch eine zweite Flasche wurde nachbestellt, aber die ließ der Herr nicht öffnen.„Die wollen sie wahrscheinlich noch zu Hause trinken!“ dachte Katja, und diese Beobachtung gab ihr so etwas wie einen kleinen Stich. Als dann um vier das große Gedränge an der Garderobe war, stand der Herr für zwei Sekunden dicht neben ihr und steckte Katja verstohlen ein zusammengefaltetes Zettelchen in die Manteltasche. In Ottos Nähe wagte Katja natürlich nicht, nachzusehen, was das war. Das tat sie erst zu Haus. (Fortsetzung folgt) „Schon halb zwölf“, brummte Schulze. „Ob ich nicht doch hinübergehe ins Wohnzimmer und den Verehrer von Gisela bitte ans Heimgehen zu denken?“ „Ach, Ferdinand, denk doch an die Zeit als wir selber jung waren!“ „Du hast recht— ich schmeiß' ihn die Treppen runter!“ 19. Jahrgang— Nummer 208 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzelger des Sauerlandes 4 Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Mittwoch, den 8. September 1934 „Keine Zeit...“ ) Wir sind wirklich arm geworden. Das einzige, sagte neulich jemand, was wir heute noch haben, ist„keine Zeit. Tatsächlich, zählen Sie nur einmal die Menschen in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreise, die Berufskollegen und Partner im Alltag, die nicht den Eindruck von Gehetztheit und Ueberlastung erwecken: die Finger einer einzigen Hand werden Ihnen genügen. „Guten Tag, wie geht's?“—„Na ja, furchtbar viel zu tun.. Keine Zeit zum Lesen, keine Zeit, Briefe zu schreiben. Keine Zeit für die Frau. Keine Zeit für den Mann. Keine Zeit für persönlichen Kontakt mit den Freunden, sie aufzusuchen und nachzuschauen, wie es ihnen geht. Keine Zeit, Gäste zu haben, Nachbarn unsere Dienste anzubieten. Keine Zeit, sich zu pflegen. Keine Zeit fürs Essen und Schlafen. Keine Zeit, keine Zeit.. Keine Zeit für Gott, keine Zeit für die Menschen, keine Zeit für uns selbst, für Seele und Leib, Verstand und Gemüt, für die Umwelt. Kurz— einfach keine Zeit zum Leben. Ist das nicht ein Wahnsinn? Wer ist denn dieser Tyrann, der über die tausendvierhundertundvierzig köstlichen Minuten unseres Tages in Willkür verfügt? Ist es unser Beruf? Unsere Planlosigkeit und magelnde Ordnung, unsere Flucht vor Besinnung und Stille? Eins steht fest: So hat unser Schöpfer nicht einmal den Fluch der Arbeit gemeint. Weise, die„immer Zeit“ haben und dabei mehr leisten als die unablässig Hastenden, behaupten, es sei gar nicht die Frage von Stunden, sondern der inneren Haltung Wir könnten es einmal versuchen; es sei denn, wir hätten auch für Experimente„keine Zeit“! des Kreisverbandes Siegen, Pastor Vetthake(Ferndorf), spricht über zeitnahe Probleme. Die feierliche Andacht in der St. Mariae Himmelfahrtskirche am vergangenen Sonntag, die bekanntlich dem Priesterjubilar Pater Henze aus Rom, der hier in Olpe seine Verwandten wohnen hat, gewidmet war, wurde von Musikschülern der Klavierlehrerin Ottilie Haverkamp wesentlich verschönert. Gesungen wurde von sechs Schülern das„Ave verum“ aus dem Evangelimann(einstimmig), das „Engelterzett“ aus dem Elias von Emmy Kober, Ruth Wolf und Manfred Leusmann, das„Ave Maria“ von Manfred Leusmann und„Abendgedanken“ von Gerda Bontenbroich und Manfred Leusmann. Die Vorträge fanden allgemeine Anerkennung. Den Interpreten, die sich bereits früher mit einer finanziellen Spende für den Kirchenneubau nach einer besonderen Veranstaltung hervortaten, sei an dieser Stelle ebenfalls herzlich gedankt. Finanzierung des Erweiterungsbaues Kreis Olpe. Dem Erweiterungsbau des Kreishauses liegt folgender Finanzierungsplan zugrunde: Haushaltsmittel 1954 DM 145 000, Bestand aus dem außerordentlichen Haushaltsplan(1. Bauabschnitt), DM 20 000, Mietvorauszahlung für die Unterbringung der Kreis-Polizei DM 65 000, Anleihe DM 200 000, Verwendung des Ueberschusses aus dem Rechnungsjahr 1953 DM 51 000. Insgesamt DM 481 000. Hierzu ist zu bemerken, daß das Darlehn zu günstigen Bedingungen beschafft werden soll. Milchkuren für müde Herzen Organismus und Krelslauf wird entlastet- Karell-Kur Kreis Olpe. Die Manager-Krankheit oder„die Krankheit der Verantwortlichen“ ist heute eine gefürchtete Gefahr. Sie rafft Männer in den besten Jahren, d. h. um 50, aus der Vollkraft des Schaffens dahin, indem das Herz versagt und der Betreffende ohne vorherige große Erkrankung einem Herzschlag erliegt. Zur Behandlung werden täglich mäßige körperliche Anstrengungen, ein Gleichgewicht zwischen Nahrungsaufnahme und Energieverbrauch, d. h. Meidung jeder Stoffwechselüberlastung, innere Ruhe und jede Nacht acht Stunden Bettruhe empfohlen. Wer weiß heute noch, daß schon vor Jahrzehnten ein russischer Arzt namens Karell die Milch zur Behandlung des Kreislaufversagens empfohlen hat? Auch zur Vorbeugung der Managerkrankheit sind Milchtage nützlich. Sie entlasten den Organismus und geben damit auch dem Kreislauf wenigstens tagDie Tagung der Brandmeister Schulung des Nachwuchses- Interesse der Hausbewohner beschämend Olper Stadtspiegel Besserer Empfang. Seitens des NWDR ist beabsichtigt, die Sendeanlage auf der Nordhelle wesentlich zu vergrößern. Unter anderem soll der bisherige Sendemast auf dem Kolbturm durch einen stärkeren und größeren Sendemast ersetzt werden. Es ist damit zu rechnen, daß nach Fertigstellung der vorgesehenen Arbeiten im hiesigen Bereich ein besserer Empfang zu verzeichnen ist. Die Anwohner der oberen Westf. Straße unternehmen am 13. September einen gemeinschaftlichen Ausflug. Auskunft und Anmeldung in der Gastwirtchaft R. Kemper(W. Althaus). Turnbetrieb wieder aufgenommen. Nachdem die Renovierung in der Turnhalle abgeschlossen ist, wird der regelmäßige Turnbetrieb heute wieder aufgenommen. Ev. Frauenhilfe. Die Mitglieder der Ev. Frauenhilfe versammeln sich morgen um 16 Uhr im Gemeindesaal. Der Vorsitzende Maumke. Unter dem Vorsitz von Kreisbrandmeister H. Heller, Olpe, tagten am Sonntagmorgen anläßlich des Kreisfeuerwehrfestes mit Jubiläum der Maumker Feuerwehr die Brandmeister des Kreises Olpe. Zu dieser Tagung waren auch Landrat Metten, Stadtdirektor Habbel, Amtsdirektor Großheim und andere Vertreter der Behörden und öffentlichen Körperschaften erschienen. Nach der BegrüBung gab der Kreisbrandmeister einen statistischen Ueberblick der Altersgruppen und Berufsstände innerhalb der Freiw. Feuerwehr des Kreises Olpe. Er stellte fest, daß in den letzten Jahren ein erfreuliches Ansteigen des Nachwuchses Tatsache sei Von den rund 1100 Wehrmännern stellen die nicht selbständigen Berufsgruppen einen Antéil von 82 Proz. Das sei beschämend für die besitzende Klasse, die doch besonders daran interessiert sein müsse, daß Vermögen und Gut geschützt werde. Es sei daher an der Zeit, daß Haus- und Grundbesitzer sich wenigstens als fördernde Mitglieder der Feuerwehr zur Verfügung stellen. Statistik der Unfallstationen Die drei Kranken- bzw. Unfallstationen des Kreises haben in einem Jahre 7616 Transporte durchgeführt. Darunter allein 1387 Unfalltransporte! Umgerechnet auf den Tag verzeichneten die einzelnen Stationen im Durchschnitt sieben Transporte. Rund 10061 km wurden gefahren, das bedeutet im Durchschnitt für jede Station tagtäglich 492 km. Der Kreisbrandmeister bemängelte die derzeitige umständliche fernmündliche Verständigung. Es soll der Versuch gemacht werden, die Unfallstationen an ein Ringnetz zu koppeln. Ein entsprechender Antrag wird dem zuständigen Fernsprechamt eingereicht. Polizeihauptkommissar Sprenger unterstrich diese Ausführungen und machte den Vorschlag, den Einsatz der Stationen bei Unfällen usw. zu verstärken, damit die Einzelpersonen im DRK, die manchmal bei Unfällen eher zur Stelle waren als der Unfallwagen, entlastet werden. Organisatorische Fragen wie Dienstausweise für die aktive Wehr, einheitliche Gebührenordnung u. a. sollen zwecks Ausarbeitung den zuständigen Verwaltungsstellen vorgelegt werden. Landrat Metten befürwortete ebenfalls die einZUM GELEIT! Kreis Olpe. Eine Zeit von Generationen ist vergangen, seitdem am 19. August 1880 der Landwirtschaftliche Kreisverein des Kreises Olpe in Foerde sein erstes Tierschaufest feierte. Auf die vergangenen 75 Jahre können wir mit Trauer zurückblicken. Sie haben einer Welt den Frieden genommen. Von unserem vor 75 Jahren so stolzen und großen Vaterlande ist nichts anderes übrig geblieben, als ein gespaltenes und innerlich zerrissenes Deutschland. Aus Wohlstand und Glück haben zwei Kriege unser Volk in Not und Elend gestürzt. Eines aber berechigt uns dennoch zum Stolz auf die Vergangenheit. Es sind das aus unserem Glauben geborene Pflichtgefühl und unser Mut gewesen, die uns, wenn wir auch noch so tief in den Abgrund gestürzt waren, dazu antrieben, wieder emporzusteigen. Dieses Pflichtgefühl soll uns im Dunkel der politischen und wirtschaftlichen Verworrenheit weiterleiten wie in vergangenen schweren Tagen. Die Not der Zeit lastet auf allen Berufsständen unserer Volkes, besonders schwer auf der Landwirtschaft. In der stürmischen Entwicklung nicht nur der letzten Jahre nach dem Kriege, sondern schon seit langer Zeit, konnte sie nicht Schritt halten. Wir ringen heute um eine Neugestaltung des landwirtschaftlichen Betriebes, um die Beseitigung der Bodenzersplitterung, um den Ausgleich zwischen Land- und Industrielohn, um die Beseitigung der Unterbewertung der Landwirtschaft und um die Sicherung von Absatz und Preis. Die Zeit verlangt die Mechanisierung des Betriebes als Gegengewicht zu dem immer stärker werdenden Landarbeitermangel. Die Landwirtschaft ist sich bewußt, daß nur das einige Schaffen aller Menschen und Berufsstände Frieden und Sicherheit für uns alle garantieren kann. Deshalb möge diese Schau allen Menschen unseres Kreises die Bedeutung der Landwirtschaft unserer Heimat aufzeigen. Die Tierschau soll ein Beweis für die Arbeit der Vergangenheit sein. Sie soll allen Menschen des landwirtschaftlichen Berufsstandes, insbesondere der Jugend, ein Ansporn sein, weiter fortzuschreiten für unsere Heimat und unser Volk. Schürholz Kreislandwirt Metten Landrat und Vorsitzender des Landw. Kreisverbandes Olpe heitliche Gebührenordnung und wird der Verwaltung entsprechende Vorschläge machen. Ein einheitlicher Vertrag aller Musikzüge der Feuerwehren des Kreises Olpe mit der„GEMA“ ist in Aussicht genommen. Es folgte die positive Rechnungslegung der Sterbekasse. Die Schulungen der Nachwuchs-Wehrmänner sollen noch intensiver gestaltet werden. Im Amte Attendorn und Grevenbrück sind diese Ausbildungen bereits angelaufen. Sie sollen auch auf das Amt Kirchhundem ausgedehnt werden. Die Ausbildungen in Olpe, Gerlingen, Wenden und Drolshagen bedürfen einer internen Klärung. Als besonders vorteilhaft wurde die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Abteilungen des DRK hervorgehoben. In seiner Schlußansprache führte Landrat Metten u. a. etwa folgendes aus:„Ich habe mit großer Freude und Interesse der Tagung beigewohnt und danke herzlich für die Einladung. Ich mache es mir zur Ehrensache, der Freiw. Feuerwehr eng verbunden zu bleiben. Sie tun alles einer ernsten Pflichterfüllung halber. Dieses muß oberste Richtschnur bleiben, und ich darf Ihnen im Namen des Kreises für die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit meinen herzlichen Dank aussprechen. Heute ist die Gefahr trotz allen Fortschritts gefahrvoller geworden und daher müssen Sie schlagkräftiger sein als früher. Aber was”nützt das alles, wenn nicht der Mensch dahintersteht. Ich glaube auch feststellen zu können, daß Sie in Zusammenarbeit mit dem DRK alles getan haben, was von einsatzfreudigen Menschen getan werden kann. Dieses soll auch so bleiben. Es ist eigentlich falsch, daß man Euch Freiw. Feuerwehr nennt, denn Ihr seid geradezu ein.Mädchen für alles', denn Ihr müßt immer zur Stelle sein. Daß Euer Idealismus, anderen zu helfen, bestehen bleibe, das sein mein Wunsch. Bleibt immer schlichte Leute und weise die Entspannung, wie sie die Hetze unserer Zeit braucht. Die klassische Karell-Kur besteht darin. daß der Kranke täglich drei- bis viermal 60 bis 200 ccm abgerahmte Milch zu trinken bekommt, sonst nichts, auch nichts zu essen. Es handelt sich also um eine Art von Durst- und Fastenkur, aber doch nicht um eine ganz strenge Fastenkur, weil der Patient mit der entrahmten Milch das hochwertige Eiweiß, die Mineralstoffe und die Vitamine der Milch sich zuführt. In dieser strengen Form werden die Milchtage nur bei den Schwerkreislaufkranken durchgeführt. Vor allem solche mit Wassersucht, bei diesen allerdings mehrere Tage lang. Bei den leicht Erkrankten werden von vornherein täglich 1500 ccm Milch gegeben, oder man kann auch zu einer mäßigen anderen Kost täglich 800 ccm Milch zugeben. Zur Vorbeugung gegen die Managerkrankheit ist die Einschaltung von Milchtagen, etwa einoder zweimal die Woche, je nachdem, ob es sich um einen dicken oder mageren Patienten handelt, sehr zu empfehlen. Der Freitag als Fastentag, wie ihn die Kirche haltet den Wahlspruch: Gott dem nächsten zur Wehr!“ zur Ehr, Obst aus Nachbars Garten Was sagt das Gesetz dazu?— Gute Nachbarschaft vermeidet Streit Vmnischüng Kreis Olpe. Für Fritzchen war wieder die Zeit des Jahres gekommen.— An der Grenze des elterlichen Grundstückes, das kein Obstbaum ziert, ragt Nachbar Müllers windschiefer Apfelbaum mit seiner Krone weit in den Garten von Fritzchens Eltern. Ganz ungeniert hat Fritzchen schon im Sommer des öfteren Nachbar Müllers Apfelbaum auf Tragfähigkeit begutachtet. Mit den einsetzenden Herbstwinden war es dann so weit, daß die Aepfel in Mengen auf die Erde— in Fritzchens Garten— kugelten. Und jeden Abend ging Fritzchen ans Werk, die Aepfel zu bergen. Nachbar Müller sah das mit wachsendem Unbehagen. Er hat ja auch nur den einen Apfelbaum u. es ist doch schade... Er holt sich Rechtsauskunft und muß sich folgendes erzählen lassen: Solange die Aepfel auf dem Baum hängen, gehören sie als wesentliche Bestandteile des Baumes dem Eigentümer. Jetzt gibt es Sonderbestimmungen, wenn die Baum- oder Sträucherfrüchte in ein Nachbargrundstück fallen; sie gelten als Früchte des Grundstückes, auf das sie fallen. Nachbar Müller muß also weiterhin zuschauen, wie Fritzchen Aepfel in seine Schürze sammelt, die von Müllers Baum stammen. Fritzchens Vater kümmerte sich nicht um den Apfelbaum von Müller, der auf sein Grundstück überhängt. Für ihn wurde die Sache mit diesem Apfelbaum erst interessant, als er sich gerade dort einen Hühnerstall bauen wollte. Woanders war das unmöglich. Alle Ecken des Gartens waren von Fritzchens Mutter durch den Anbau von Petersilie und dergleichen(Küchenzubehör) belegt. Was Beschluß-Ausschuß tagt wieder Kreis Olpe. Auf Anfrage des Abg. Kaiser, wann der Beschlußausschuß wieder seine Arbeit aufnehme, antwortete Landrat Metten mit verschiedenen Urteilen des Bundesverwaltungsgerichtes und des Oberverwaltungsgerichtes in Münster. Hier wurden z. T. Urteile geprochen, die in den unteren Behörden keine Anerkennung finden. Der Beschlußausschuß des Kreises Olpe werde in Kürze seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Der Landrat wieß aber darauf hin, daß der Ausschuß nach bestem Wissen und Gewissen die vorliegenden Anträge bearbeiten und vor allen Dingen bei der Vergabe von Konzessionen nach dem Bedürfnis urteilen werde. Es gehe nicht an, das Gastwirtschaftsgewerbe in unverantwortlicher Art und Weise so zu fördern, daß die Gastwirtschaften, Cafés und sonstige Konzessionsbetriebe wie Pilze aus der Erde schössen und damit eine Gefährdung für die Jugend bedeuten. Ein strenger Maßstab angelegt, werde Sorge tragen, daß die Inhaber auch in der Lage sind, ihre Betriebe mustergültig und wirtschaftlich zu führen, so daß sie evtl. nicht zu irgendwelchen fraglichen Unterkunftsstätten der Jugend werden. blieb Fritzchens Vater also anders als die überhängenden Zweige schneiden, denn der Hühnerstall hoch werden. Nachbar Müller war übrig, abzusollte empört und verlangte Schadenersatz. Die Sache war reif für einen Zivilprozeß. Tatsächlich waren Fritzchens Vater im Unrecht. Dem Gesetz nach hätte er nicht versäumen dürfen. Nachbar Müller eine angemessene Frist zur Beseitigung der Zweige, die auf sein Grundstück überragen, zu setzen. Erst danach kann ihn niemand hindern, die störenden Zweige abzuschneiden. Fallen die Früchte jedoch auf ein dem öffentlichen Gebrauch dienendes Grundstück— z. B. Fallobst der Obstbäume an Landstraßen—, so gehören sie nach wie vor dem Baumeigentümer. Wer die Früchte an sich nimmt, begeht Unterschlagung, da er sich eine fremde Sache aneignet. Woran man deutlich sieht, wie schnell man unbewußt mit den Gesetzen in Konflikt geraten kann. Wo ist der Kenner, der die gute Ova nicht kennt? vorgeschrieben hat. war eine heilsame und klug vorbeugende gesundheitsfördernde Einrichtung. Man sollte solche Fastentage wiederum einführen und an ihnen nur Milch trinken. Die Möglichkeit, heute mit Obst- und Gemüsesäften schmackhafte Milchmixgetränke herzustellen, kann solche Milchtage sogar besonders pikant und anregend machen und die Medizin, die sle darstellen als ein Vergnügen erscheinen lassen. Gegen Pkw gelaufen Neuenkleusheim. Beim Ueberqueren der Bundesstraße lief am Sonnabend ein achtjähriger Schüler gegen einen Pkw. Mit schweren Schädelverletzungen war eine Einlieferung ins Olper Krankenhaus erforderlich. Gartenfest der Kickenbacher Sänger Auf Hufnagels Hof wurde gefeiert— Gemütliche Stunden Kickenbach. Tradition ist für den Männergesangverein Kickenbach das alljährliche Waldfest, Tradition aber auch inzwischen dabei die frohé Stimmung und schöne Unterhaltung. Und so nimmt es nicht wunder, daß es jedes Mal, wenn die Sänger zu einem Fest einladen, viel Betrieb gibt. Nicht anders am Sonntag als das mehrmals wegen der Witterung verschobene Gartenfest auf Hufnagels Obsthof nun endlich im Zeichen schönster Sonnenwitterung über die Bühne gehen konnte. Die Kickenbacher Sänger verstehen schon, ein solches Fest mit allem Drum und Dran aufzuziehen. Das leibliche Wohl, das wissen sie, tritt hierbei in den Vordergrund und diesem Uebel abzuhelfen, war schon genügend Vorsorge getroffen worden. Die Stände und Theken am Ausschank hatten vollauf ihre Arbeit, denn die Besucher hatten ziemlich großen Durst. Was gab es sonst noch? Da war gleich daneben ein richtiger Herd aufgebaut mit einer Öfenpfeife die unaufhörlich qualmte. „Heiße Würstchen, heiß... heiß...“, so hörte man und schon war der Stand umlagert, denn Wurst, Brötchen und Senf gehören mit zu einem zünftigen Gartenfest. Dort trafen wir eine Gsellschaft in der etwas abseits eingerichteten„Hölle“, die ihren Namen nicht zu Unrecht hatte. denn hier wurde man regelrecht„verführt“. Hier umstanden die kleinen Besucher das Glücksrad, um mit ihrem Groscheneinsatz das Glück zu erhaschen. Ja, und was sollen wir noch aus Kickenbach berichten? Es fehlte schon bald an Tischen und Sitzgelegenheiten und in den Häusern der ganzen Nachbarschaft soll kein Stuhl mehr gewesen sein, da alles zum Hufnagels Hof herbeigeholt wurde. Warum nicht vorgesorgt? Besser ein leerer Tisch zu viel als viele zu wenig! Ein Lob und Aberkennung noch den zünftigen Sängern des MGV. die unter Leitung ihres tüchtigen und rührigen Dirigenten Paul Gastreich alle Ehre machten und aus ihrem Liederschatz viel Freude bereiteten. Dazu die fleißigen Musiker der Stimmungskapelle aus Heinsberg nicht zu vergessen die am Nachmittag wie auch beim Tanz stets auf dem Plan waren. Das natürlich der eigens aufgebaute Tanzboden bei den flotten Weisen stets ein vollbesetztes Parkett zeigte versteht sich von selbst. Wir wissen nicht genau, wie spät es bei dem Gartenfest geworden ist, aber eines steht fest, es hat allen und den vielen Besuchern wirklich gut gefallen und das ist bei den Sängern immer so. Immerhin für die Vereinschronik des MGV Kickenbach einige Zeilen die ihr zur Ehre gereichen. Meuzeback ist die reelle gute, billige Einkaufsquelle! Zur gefälligen Beachtung! Der heutigen Gesamtausgabe liegen 2 amtliche Wettscheine der Westdeutschen Fußball-Toto G. m. b. H., Köln (West-Süd-Block) bel. Wir bitten. diese auszufüllen, sie werden von jeder Annanmestelle des Toto West angenommen. ist eine Wohltat für all schwachen u empfi le einen Narvosen macht schwervardauliche Speisen und chen Magen haban Betränke Sowis Arnglanbekömmlicher. en Getränke sowie Arzneianbe ar. NanOSenes gendruck orden t Ausbau Dortmund-Ems-Kanal dringlich Westfälische Industrie fordert stärkere Berücksichtigung ihrer berechtigten Ansprüche durch Bund und Landesregierung— Sieben Millionen Mark Unkosten wären jährlich zu sparen Dortmund(nws-Sonderbericht).— Auf die ernsten Schäden, die der westfälischen und der deutschen Wirtschaft durch die mangelhafte Bereitstellung von Mitteln zum Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals entstehen, machten Sprecher der westfälischen Industrie, der verladenden Wirtschaft und der Binnenschiffahrt gelegentlich einer Besichtigungsfahrt auf der Südstrecke des Kanals aufmerksam, zu der der Schiffahrtsverband für das westdeutsche Kanalgebiet eingeladen hatte. Es wurde die Erwartung ausgesprochen, daß seitens des Bundes die im Bundestagsbeschluß vom 8. März 1951 vorgesehenen vollen Jahresraten zugeteilt werden und daß auch das Land Nordrhein-Westfalen dem Angebot Niedersachsens folgen und dem Bund Mittel in Form von Krediten zur Verfügung stellen solle. us Seenot gerettet Hier schen Sie die einzige quietschlebendige Gans, die die Insel Helgoland bewohnt. Ihre Anreise war eigenartig:„Minna“, so wurde vie getauft, wurde im letzten Winter auf einer Eisscholle angetrieben und man nimmt an, daß sie ihr Eisfloß auf einer der NordseeHalligen bestiegen hat. Der Maurer Adolf Iesse hat sich ihrer angenommen und sieht als„Hans im Glück“ mit vergnügtem Sinn auf 34 gelegte Eier hin. Die nach dem zweiten Weltkrieg begonnenen Reparatur- und Außenarbeiten sehen südlich Münster den Ausbau einer sogenannten„zweiten Fahrt“ bei Lüdinghausen-Senden(Nord) vor, die Mitte 1955 abgeschlossen wird, während eine zweite Fahrt bei Hiltrup bereits 1952 in Betrieb genommen werden konnte. Ihnen war 1928 eine einseitige Verbreiterung des Kanals unter Verwendung von Stahlspundbohlen zur Stützung der Ruhrindustrie vorausgegangen, später der Bau von zweiten Fahrten an sechs Stellen, so daß eine Wasserspiegelbreite bis zu 43 Meter und eine Wassertiefe von 3,50 Meter erreicht wurde. Damit war hier eine volle Ablastung der Schiffe bis zu 1000 Tonnen möglich. Dem gleichen Ziel dient nördlich Münster, vor allem nördlich Bergeshövede, der einseitige Ausbau der Kanalufer und der Bau von zweiten Schleusen mit 165 Meter nutzbarer Länge an fast allen Staustufen. Die Baukosten betragen(Stand Juli 1953) für die Südstrecke 63 Millionen DM, für die Nordstrecke 104 Millionen DM, insgesamt 167 Millionen DM. Verbaut wurden bisher 20 und 25 Millionen DM, so daß noch über 120 Millionen DM benötigt werden. Der Ausbau der Kanäle ist Bundessache. Leider hat der Bund jedoch entgegen den Gutachten, die dem Bundestagsbeschluß zugrunde lagen, aus politischen Gründen die verschiedenen Wasserstraßen-Bauvorhaben in Nord- und Süddeutschland nebeneinandergestellt, statt nacheinander durchzuführen. Die vorgesehenen Raten für den Dortmund-EmsKanal wurden beträchtlich gekürzt. Die für 1957 vorgesehene Fertigstellung ist nicht zu erreichen. Werden die bisherigen Haushaltsraten von 5 und 11 Millionen DM für die Süd- bzw. Nordstrecke nicht erhöht, wird die Fertigstellung des Ausbaues noch sieben bis acht Jahre erfordern und wahrscheinlich erst 1962 möglich sein. Nur wenn es möglich ist, jährlich vor allem für die Nordstrecke 6 bis 7 Millionen DM zusätzlich zu erhalten, kann mit dem Abschluß der Bauarbeiten bis 1958 gerechnet werden. Ein Weg, der schneller ans Ziel führt Schießerei Last unüberwindbare Hindernisse hatten die Mitglieder des Schützenvereins von Alpenbrück (Oberbergisdier Kreis) zu überwinden, als sie dieser Tage iliren Schützenkönig ermitteln wollten. Obwolil sie ein walires Trommelfeuer aus allen Rohren auf den töuernen Königsvogel eröffneten, gelang es keinem der wackeren Schützen, dem aus ciner Stange inmitten eines Steinbrudisees hockenden Vogel einen„waidgerechten" Schuß beizubringen. Nachi Aubruch der Dunkelheit vertagte sich der Verein einstimnig. um am darauffolgenden Tag den Wettkampf fortzusetzen.— Am anderen Morgen war der Touvogel spurlos versdwunden. Spaziergänger des benachbarten Ferienortes Wiehl stellten zu ihrem größten Erstaunen fest, daß sidi ein Touvogel über Nadit auf dem Ratliausbrunnen des Ortes„niedergelassen“ hatte. Eine telefonisdi lierbeigerufene Delegation des Alpenbrücker Schützenvereins barg den Vogel und bradite ilin unter großen Mühen an seinen alten Platz zurücke. Als später die restlidien 95 Schuß des Vereins olne Ergebuis verschossen worden waren, krönte der Schützenverein einen 23jälirigen Mitstreiter, der den hartnäckigen Vogel angefertigt hatte, zum Schützenkönig.— Der Spaßvogel. der den tönernen„Königsadler“ nadits auf den Rathausbrunnen von Wielil praktiziert hatte, liegt mit einer Erkältung im Bett. Er war bei seinen nächtlichen Tun in den See gefallen... Frau sah ihren Mann ertrinken Herzschlag beim Baden in der Mosel— Fischer bargen Leiche Cochem(Mosel).— Der 47 Jahre alte Schweißer Friedrich Schmitt aus Wuppertal-Elberfeld ertrank am Montag vor den Augen seiner Frau in der Mosel bei Ernst, wo das Ehepaar seinen Urlaub verbrachte. Zwei Stunden später zogen Fischer aus Valwig die Leiche aus dem Netz eines Aalkutters. Ein Arzt stellte Tod durch Herzschlag fest. Auf der Kirmes in Mettingen(Kreis Tecklenburg) wurde einem Mann die Brieftasche mit 50 Mark gestohlen. Er fand sie am nächsten Morgen unter seiner Haustür wieder. Der Dieb hatte allerdings nur die leere Tasche zurückgeschickt. Hoffnung für Lungenkranke Mönchen-Gladbach.— Rund 90 Prozent aller Lungenkranken können beim derzeitigen Stand der medizinischen Wissenschaft auf Heilung rechnen, erklärte der Chefarzt Dr. Niemsch von der Mönchen-Gladbacher Luise- Gueury- Lungenheilstätte. Diese Heilstätte, die von Schwestern des„Ordens der armen Dienstmädchen Jesu-Christi“ geleitet wird, besteht jetzt 50 Jahre. Ständig sind in dieser Heilstätte etwa 240 Frauen und 60 Kinder aus allen Teilen der Bundesrepublik untergebracht. In Mönchen-Gladbach wurden bisher rund 25 000 tbe-Kranke aus allen Tellen Deutschlands behandelt. Kanadischer Soldat mit Brotmesser erstochen Wickede(Ruhr). Der zwanzigjährige kanadische Soldat Lawrence Campbell wurde in den frühen Morgenstunden des Dienstag von dem 56jährigen naturalisierten deutschen Schachtmeister Karl Smith in Wickede(Ruhr) mit einem Brotmseser erstochen. Wie die Polizei mitteilte, hatten Campbell und ein anderer kanadischer Soldat versucht, in die Wohnung von Smith einzudringen. Smith stellte sich nach der Tat selbst der Polizei und gab an, er habe sich durch das Eindringen der Soldaten bedroht gefühlt. Smith ist in Toronto(Kanada) geboren, kam in früher Jugend nach Deutschland und wurde naturalisiert. Deutsche und kanadische Polizei untersuchen den Fall. Der Schlüssel hierzu liegt in der Hand der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Wenn sie sich entschließt, dem Beispiel Niedersachsens zu folgen, das 5 Millionen DM als Kredit zusagte, sofern Düsseldorf entsprechend seiner Finanzkraft und seinem wirtschaftlichen Interesse ebenfalls sich beteiligt, werden die ernsten Schäden verhindert, die die westfälische Wirtschaft befürchtet. Ein Sprecher der Industrie wies darauf hin, daß bei einer vollen Abladung der Fahrzeuge bis zu 1000 Tonnen— derzeit nur bis 700 Tonnen möglich— eine 28 Prozent höhere Auslastung erreicht werden kann. Dies wirkt sich in einer um 80 bis 90 Pfennig je Tonne besseren Wirtschaftlichkeit der Fahrt aus und ist entscheidend für die Höhe der Fracht. Die westfälischen Werke mit rund 20 Prozent der deutschen Eisen- und Stahlproduktion allein in Dortmund, einschließlich der Werke im Bereich des Dortmund-EmsKanals in Bochum, Gelsenkirchen und Haspe sogar mit 35 Prozent der Rohstahl- und 31 Prozent der Roheisenerzeugung der Bundesrepublik, beziehen cin Drittel ihrer Erze über den Hafen Emden. Die Gesamtwirtschaft im Interessengebiet des Kanals würde durch den Ausbau jährlich 7 Millionen DM Unkosten einsparen. Eine wesentliche Voraussetzung ist jedoch, wie von Sprechern der westfälischen Wirtschaft betont wurde, wenn der Kohlenbergbau nicht abseits steht. Er möge prüfen, ob er nicht die berechtigten Interessen der Binnenschiffahrt erfüllen und dem Hafen Emden, selbst mit einigen Pfennigen höheren Unkosten, wieder seine alte Bedeutung als Kohlenexporthafen der Ruhr nach Skandinavien zurückgeben kann. Emden hat durch diese Aufsplitterung der Kohlenexporte auf alle Nordund Östseehäfen gegenüber 1936 34 Prozent seines Umschlages eingebüßt. Medaille von König Paul für einen deutschen Schüler Kassel.— Der Schüler René Wik aus Holzhausen(Bezirk Kassel) erhielt von König Paul von Griechenland die bronzene Aufbaumedaille für seinen Einsatz bei den Wiederaufbauarbeiten im griechischen Erdbeben-Katastrophengebiet. Er gehörte zu einer Gruppe des hessischen JugendRot-Kreuzes. Metallstaub auf Feldern Meteorologe: Möglicherweise von Atombomben-Explosionen Den Kriegsopfern verpflichtet Minister Platte für gute Zusammenarbeit mit Organisationen Düsseldorf.— Für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Kriegsopferorganisationen der Versorgungsverwaltung„Von Mensch zu Mensch“ setzte sich der Sozialminister von Nordrhein-Westfalen, Johannes Platte, am Dienstag in den„Mitteilungen“ der Landesregierung ein.„Die ersten Aussprachen mit den führenden Persönlichkeiten der Kriegsopferverbände hätten ihm gezeigt, daß die bisherige Zusammenarbeit weiter verfolgt und das Verhältnis noch weiter ausgebaut und gefördert werden könne. Da es nicht nur auf die Gesetze, die der Bund beschließe, sondern auch auf die Durchführung durch das Land ankomme, will Minister Platte sich„mit allen Kräften bemühen“, daß die Versorgungsverwaltung sich ihrer Verpflichtung den Kriegsopfern gegenüber weiterhin bewußt sein werde. Für seine Mitarbeiter dürfe nicht der„Fall“ oder die„GrundlistenNummer“, sondern der Mensch im Mittelpunkt stehen. Minister Platte weist auf die Bedeutung der Kriegsopferversorgung hin, indem er hervorhebt, daß es in NRW eine Million Kriegsopfer und Hinterbliebene gibt, für die das Land jährlich 600 Millionen Mark aufwende. Diese Versorgung sei eine der „bedeutsamsten und vordringlichsten“ Aufgaben seines Ministeriums. Münchnerz— Ein rätselhaftes Ereignis beschäftigt gegenwärtig Oberfranken: Nach dem schweren Hagelunwetter am Wochenende wurde auf den Feldern im Kreis Münchberg feiner, blauglitzernder Metallstaub gefunden. Die Metallteilchen sind magnetisch und bis zu einem Millimeter groß. Die mysteriösen Funde werden noch untersucht. Dr. Kurt Schreiber, der Leiter des Wetteramtes Nürnberg, meinte, die Metallteilchen könnten möglicherweise von Atombomben-Explosionen herrühren. Bei diesen Explosionen trete stets eine Atomstaubwolke auf, die durch den Wind in etwa 10 000 Meter Höhe mitgenommen werden können. Denkbar sei aber auch, daß diese Partikelchen beim Entstehen eines Hagelkorns durch Ionisierung an das Hagelkorn gebunden werden. Kinderlähmung in Ostwestfalen Bielefeld.— Die ersten Fälle von Kinderlähmung in diesem Jahr traten im Landkreis Bielefeld auf. Von einer ernsthaften Gefahr könne nicht gesprochen werden, gab das Kreisgesundheitsamt in Bielefeld bekannt. Es warnte vor Überanstrengungen der Kinder, insbesondere beim Sport und bei Erntearbeiten. Innere Kolonisation durch private Initiative Detmold.— Aus einer vorliegenden Übersicht der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation geht hervor, daß in den letzten Jahren 652 Siedler und ostdeutsche Bauernfamilien im Regierungsbezirk Detmold rund 6000 ha Land aus Privatbesitz mit einem Kreditzuschuß in Höhe von 8.5 Millionen DM erhalten haben. Besonders zu betonen ist, daß es sich um freiwillige Vereinbarungen handelte und die Grundstücksabgabe ausschließlich aus privatem Besitz in die Hände heimatlos gewordener deutscher Menschen aus dem Östen erfolgte. Auf Autobahnen verloren in Wiesbaden registriert Düsseldorf.— Wer irgendwo auf einer Autobahn im Bundesgebiet etwas verloren hat, braucht sich in Zukunft nicht mehr den Kopf darüber zu zerbrechen, bei welchem Fundbüro er sein Leid vorbringen soll. Nach einer Mitteilung der Landesregierung gibt es in Wiesbaden, Rheinstraße 22(Landeskriminalpolizeiamt), einen Zentralfundnachweis, dem alle Verluste und Auffindungen von Sachen auf sämtlichen Autobahnen der Bundesrepublik gemeldet werden. Die Fundbehörden in Nordrhein-Westfalen sind angewiesen worden, Nachrichten über Sachen, die auf Bundesautobahnen gefunden werden, an den Zentralfundnachweis weiterzuleiten. Den Verlierern wird empfohlen, sich unmittelbar an die Stelle in Wiesbaden zu wenden. Zugspitze meldet: Regen genug bis Februar Garmisch.— Meteorologen des Hohenpeißenberger und des Zugspitz-Observatoriums machten Sommerbilanz, die für die Anhänger des Hundertjährigen Kalenders vernichtend ausfiel. Nach dem Kalender hätte es eine Sommerdürre geben müssen. Auf Deutschlands höchstem Berg wurden aber im Juli Tagesrekorde mit 100 Liter Regen auf den Quadratmeter festgestellt. Das„Niederschlagssoll“ für den Hohenpeißenberg ist bereits bis Weihnachten erfüllt. Die Zugspitze hat schon einen„Vorschuß“ bis Ende Februar.— In den drei Sommermonaten schien die Sonne 100 Stunden weniger als es die langjährigen Mittelwerte verlangen. Der August schneidet zwar etwas besser ab als der Juli, doch auch er blieb mit nur 80 Prozent Sonnenschein unter den Normalwerten. „Achten Sie auf Ihr Herz!" Täglich 100 000 Schläge— Guter Rat des Deutschen Gesundheitsmuseums Köln.— Das Deutsche Gesundheitsmuseum in Köln appellierte am Dienstag an die Öffentlichkeit, mehr Rücksicht auf das„populärste“ Organ des menschlichen Körpers, das Herz, zu nehmen. In einem von dem Museum als Zentralinstitut für Gesundheitserziehung veröffentlichten Merkblatt heißt es:„Ungeheuer sind die Leistungen, die das Leben dem Herzen abverlangt. Von der Geburt bis zum Tode schlägt es täglich 100 000mal und pumpt dabei 10 000 Liter Blut durch den Körper, was einer Leistung von 21 000 mkg Arbeit entspricht. Jeder Autobesitzer weiß, daß ein Motor seine Leistungsgrenze hat und gepflegt werden muß. Wer aber macht sich, bevor Beschwerden eintreten, Gedanken darüber, daß diese Regel viel mehr noch für den Motor des Körpers gilt? Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß Herzund Kreislaufstörungen nicht weniger Opfer fordern als Krebs und Tuberkulose.“ Das Gesundheitsmuseum betont, daß die Schonung des Herzens mit einer sorgfältigen Zahnpflege beginnt. Ein einziger kranker Zahn streue sehr viele bösartige Bakterien ins Blut die schwere Herzschädigungen hervorrufen können. Mindestens alle sechs Monate müsse der Zahnarzt aufgesucht werden, außerdem soll man seinem Herzen keine ungewohnten Kraftanstrengungen zumuten, ausreichend schlafen, sich vernünftig ernähren und mit Alkohol, Nikotin und Coffein so sparsam wie möglich umgehen. Es sei auch wichtig, nicht zu viel zu essen.„Fettsucht ist kein Mysteruim, sondern ganz einfach die Folge zu starken essens“. Königinnen aus dem Brutschrank Westfalens Bieneninstitut in Münster züchtet 550 Elite-Königinnen Münster.„Soviel Königinnen, wie heute verlangt werden, können wir gar nicht schaffen“, seufzt Bernhard Schulze-Everding, Direktor der Lehr- und Versuchsanstalt für Bienenzucht der Landwirtschaftskammer Westfalen. 550 Elite-Königinnen hat sein Zuchtbetrieb in diesem Sommer erbracht; 800 hatte man erwartet. Das ist aber immer noch ein guter Erfolg, wenn man bedenkt, daß dies Jahr infolge des miserablen Wetters das schlechteste Zuchtjahr seit Jahrzehnten gewesen ist. Die Königinnen sind inzwischen an Imker in ganz Westfalen zur Nachzucht weitergegeben worden. soo weiss wäscht SUWNA Erst wenn die Wäsche so weiß strahlt, ist sie wirklich sauber. Schon beim Einweichen mit Suwa— und Sie sollten immer mit Suwa einweichen— löst sich der Schmutz. Nachher beim Kochen quirlt die Suwa-aktive Lauge durch das Gewebe und macht Ihre Wäsche strahlend Suwa-weiß. Sie brauchen kein extra Einweich-, Enthärtungsund Spülmittel mehr. Suwa macht alles allein! Doppelpaket für die große Wäsche 85 Pf. Wer gute Honigernten haben will, muß Völker guter Abstammung besitzen, die leistungstreu vererben. Gute Völker sind das Produkt guter Königinnen. Kein Wunder, wenn gerade in den letzten Jahren, in denen der Honig wirklich nicht in Strömen floß, gute Königinnen gefragt(und entsprechend teuer) waren. Immer mehr hat sich in Westfalen die Einsicht durchgesetzt, daß eine aus Kärnten stammende Rasse, Carnica genannt, der heimischen Nigra weit überlegen ist. Im Zuchtbetrieb des münsterischen Bieneninstituts befaßt man sich nur noch mit ihr. In den trachtmäßig kärglichen Gegenden ihrer Urheimat haf sich die Carnica glänzend behauptet und ohne Zuckerfütterung selbst ihre Winterversorgung geschaffen. Ein ganz wichtiges Moment: sie hat einen längeren Rüssel; damit kann sie in die langen Blütenkelche des hierzulande so stark angebauten Rotklees bis zum Noktarspiegel hinunterlangen(den Bauern ist das nur recht: so wird der Klee bestäubt, und sie brauchen nicht immerzu teuren Samen einzuführen). Schließlich wird der Carnica nachgesagt, sie sei fleißiger und weniger stechlustig. Königinnenzucht ist eine Wissenschaft für sich. Verschiedene Verfahren sind ausgeknobelt worden, um viele und leistungsfähige Königinnen zu gewinnen. Pflegevölker mit möglichst vielen Jungbienen stehen bereit, die sich der Königinnen vor und nach dem Schlüpfen annehmen werden. Im münsterischen Bieneninstitut trennt man die Königinnenzellen(Weiselzellen nennt sie der Imker, Weiseln die Königinnen) kurz vorm Schlüpfen von den Zuchtleisten, steckt sie in kleine Schlüpfkäfige, in denen schon Pflegebienen ihrer Betreuungsaufgabe harren, und läßt die Königinnen dann in einem elektrisch beheizten Brutschrank Nicht nur neugeborene Menschen erhalten ihre Papiere, sondern auch Bienenköniginnen. Begleit- und Zuchtkarte sind ihr drei- oder vierjähriges Leben lang stets greifbar. Damit der Imker auf Anhieb weiß, welchen Jahrgang er vor sich hat, wird jede Königin noch gezeichnet. Mit feinem Pinsel bemalt der Züchter ihr Brustschild. In diesem Jahr grün. Im vorigen Jahr war die Kennfarbe rot, davor gelb, davor weiß und 1950 ebenfalls grün. Früher klebte man farbige Plättchen auf; aber bei der stark behaarten Carnica könnten sie leicht abspringen. Nur einmal in ihrem Leben wird eine Bienenkönigin begattet, und trotzdem legt sie im Sommer täglich 1200 bis 2000 Eier Also sind die Züchter darauf bedacht, ihnen nur gute Drohnen zuzugesellen. Darum suchen sie nach Belegstellen, an denen es keine fremden Bienenvölker und damst keine fremden Drohnen gibt. Das münsterische Institut hat in diesem Sommer jeweils die Hälfte seiner 550 Jungköniginnen mit guten Vatervölkern zu verschiedenen Nordseeinseln(Juist Langeoog, Spiekeroon und Wangerooge) und zu einsamen Landbelegstellen(vorzugsweise zu den Dünen bel Rheine und ins Hocheauerlans mim Mädchen träumen vom idealen Mann Gutherzig und klug muß er sein— Eine Heiratsvermittlerin plaudert aus der Schule Frau Maria B. hat in ihrer GroßstadtPraxis täglich mehr als dreißig Frauen und Mädchen aus allen Kreisen vor ihrem Schreibtisch sitzen. Seit nunmehr dreiundzwanzig Jahren ist die allererste Frage der Ehevermittlerin stets:„Welchen Typ und Charakter bevorzugen Sie?“ Die Jüngste unter den Anwärterinnen ist die neunzehnjährige Hilde K., die im väterlichen Metallwarengeschäft die Buchhaltung führt und— da sie in der Kleinstadt lebt— wenig Gelegenheit hat, in Gesellschaft zu kommen. Das junge, etwas schüchtern wirkende Mädchen, das Frau B. gegenübersaß, sehnte sich nach einem Mann, der völlig im Gegensatz zu ihrem eigenen Charakter steht. Er soll um wenigstens zehn bis fünfzehn Jahre älter sein als Hilde, weitgereist und welterfahren. Er soll ein pflichtbewußter und ausdauernder Charakter sein, möglichst mit Interesse für das schwiegerväterliche Geschäft, das dem jungen Paar einmal gehören wird. Hilde würde es nichts ausmachen, wenn er schon einmal verheiratet war, nur Geschiedene lehnt sie ab. Das Aussehen ihres Zukünftigen ist ihr ziemlich gleichgültig, nur verlangt sie, daß er„treublickende Augen“ habe. Auf materiellen Besitz legt sie keinen Wert,„da ich ja genug besitze“. Höhere Ansprüche stellt die dreiundzwanzigjährige Büroangestellte Viktoria S., die bereits zwei unglücklich verlaufene Verlobungen hinter sich hat. Viktoria S. verlangt von ihrem zukünftigen Gatten in erster Linie Romantik. Er muß sie täglich aufs neue erobern können und sie„in einen Zaubermantel seiner Anbetung hüllen“. Er hat zu bemerken, daß seine Frau plötzlich den Scheitel nicht mehr auf der linken, sondern auf der rechten Seite trägt, UNSER Auflösung des letzten Rätsels Von links nach rechts: 1. Eton, 2. Amor, 3. Eber, 4. Leda, 5. Meta, 6. Aron, 7. Made, 8. Lese, 9. Emma. 10. Mode, 11. Eros. Im Spiegel: 1. Note, 2. Roma, 3. Rebe, 4. Adel, 5. Atem, 6. Nora. 7. Edam, 8. Esel, 9. Amme. 10. Edom, 11. Sore. daß sie ein neues Parfüm benutzt und heute den Fußboden ganz besonders schön geschrubbt hat. Außerdem muß er verstehen können, daß Viktoria für Dieter Borsche schwärmt. Daher hat der Zukünftige sie in jeden Film ihres Lieblings zu begleiten, um zu sehen, wie Dieter Borsche sich bewegt, wie er spricht und reagiert. Kurzum: Der Gatte hat ihm möglichst ähnlich zu werden.— Zu diesem Fall erklärte Frau B. kurz:„Ich fürchte, diese junge Dame wird von allen am längsten unter dem Vermerk ,unverheiratet geführt werden!“ Die einundzwanzigjährige Hausangestellte Minna K. wünscht sich sehnlichst einen„schönen Man“. Trotz Warnung von Frau B., daß schöne Männer oft nicht treu sein können, meint sie:„Er wird schon bei mir bleiben, weil ich so gut kochen und den Haushalt führen kann!“ Auch Minna wird auf ihren Herzallerliebsten lange warten müssen, da schöne Männer gewöhnlich kein Heiratsinstitut aufzusuchen brauchen, um eine Gattin zu finden. Außerdem wählen sich diese Typen ihre Frauen meistens aus den höheren Gesellschaftsschichten.„Ich kann meine Klientinnen nicht zwingen, den Mann zu heiraten, den ich für den passendsten halte“, erklärte Frau B.,„obwohl mir die Praxis in den meisten Fällen recht gibt.“ Eine meiner sympathischsten Kundinnen war die vierundzwanzigjährige Verkäuferin eines Damenmodengeschäftes, die mir erklärte:„Um Gottes Willen, nur keinen schönen Mann! Was nützt mir eine hübsche Visage, wenn nichts dahinter steckt. Mein Zukünftiger soll vor allem gutherzig und klug sein. Ich will Kinder haben, die ihren Vater bewundern. Nicht, weil er zu den schönen, sondern weil er zu den sympathischen Männern gehört! Geld braucht er in die Ehe nicht mitzubringen. Er soll nur einen Beruf ausüben, den er liebt!“ Die neunzehnjährige KunstgeschichtsStudentin Anneliese Sch. wünscht sich einen ausgesprochen häßlichen Mann. „Ich bin nämlich schrecklich eifersüchtig“, gesteht sie Frau B.,„und ich könnte es einfach nicht ertragen, ununterbrochen um meinen Mann kämpfen zu müssen. Als Häßlicher ist er viel weniger Versuchungen ausgesetzt. Ich könnte mich nie daran gewöhnen, daß mein Gatte auch von anderen Frauen geliebt und verwöhnt wird. Mein Vater war auch nicht hübsch. Trotzdem ist die Ehe meiner Eltern bis heute ungetrübt glücklich geblieben. Klug muß er allerdings sein. Ich will mit meinem Mann ebenso über Nietzsches Philosophie wie über die abstrakte Kunst sprechen können!“ Nach einem gleichaltrigen, heiteren Lebenspartner sieht sich die zweiundzwanzigjährige Petra O. um.„Er soll ein aufgeEssen.— Auf der 54. Tagung der„Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde“ diskutierten die Kinderärzte die Auswirkungen der Pubertät für die heranwachsende Jugend und die Bedeutung der Kriegs- und Nachkriegszeit für die Entwicklung des Kindes. Prof. Bennholt-Thomsen(Köln) warnte davor, an frühreifende Jugendliche übertriebene Leistungsanforderungen zu stellen, die die überforderten jungen Menschen gesundheitlich schädigten. Minderwertigkeitsgefühle, Abwehrhaltungen und ernstere Verhaltensstörungen bis zu asozialen Handlungen, die spätreifende Jugendliche entwickelten, wenn sie in Konkurrenz mit ihren Geschwistern und Kameraden in körperlicher und seelisch-intellektueller Hinsicht zurückblieben, seien, wenn sie als Pubertätsreaktionen erkannt und behandelt würden, durchaus heilbar. Der Pubertätsablauf in all seinen Varianten sei außerordentlicher Beachtung wert, weil seine Folgen im Erwachsenen weiter wirkten. Die Bedeutung der Kriegs- und Nachkriegszeit für die Entwicklung des Kindes werde sehr häufig überschätzt, hieß es in den Berichten zum zweiten Beratungsthema. Stärker hervorgetreten sei durch den Krieg die„Diskontinuität der Seele“. Die Konfrontierung der Menschen und damit auch der Kinder mit der fortschreitenden Zivilisation sei trotz aller materiellen Kriegsschäden in paradoxer Weise beschleunigt worden. In dieser Gegenüberstellung, seit Jahrzehnten bereits begonnen und durch den Krieg nur beschleunigt, habe sich die Psyche der Kinder grundlegend gewandelt. Vor den„comic books“, den kleinen Heftchen mit den in Bildform erzählten Geschichten für Kinder, warnte die in New York wirkende Arztin Hilde L. Mosse. Vor allem die in diesen Heftchen erzählten Abenteuergeschichten regten die kindliche Phantasie außerordentlich stark an. Die Kinder würden unruhig, reizbar und nähmen eine argwöhnische, kämpferische Einstellung zur Umwelt an. Es sei beobachtet worden, daß sich die Träume. Wachträume und Spiele der kindlichen Leser solcher Hefte sehr häufig auf Gewalttaten bezögen. Immer wirkten die Heftchen im Sinne einer Vermehrung von Angst und Aufregung, die sich bis zu Angstträumen und Schlafstörungen steigerten und einen guten Boden für neurotische Konflikte abgäben. Da außerdem der Verbrecher sehr häufig der„Held“ der Geschichte sei, werde eine ethischen Verwirrung und eine Atmophäre der Bereitschaft zu verbrecherischen Handlungen geschaffen, die die natürliche Abendteuerlust in falsche Bahnen lenke. schlossenes, munteres Wesen haben“, erklärt sie,„ohne allzu viel Lebenserfahrung. Keinesfalls jedoch darf mein Partner eifersüchtig sein. Ich lache gern und flirte ein bißchen— alles natürlich mit Maß! Und ich will nicht am Gängelband geführt werden! Auch Originalität schätze ich bei einem Mann. Hübsch braucht er durchaus nicht zu sein. Ich will ja kein Ausstellungsobjekt, sondern einen Begleiter durch ein möglichst langes, möglichst glückliches Leben...“ Mit den meisten ihrer Kundinnen ist Frau B. sehr zufrieden.„Falls sie nicht zu hohe Ansprüche stellen“, sagt sie,„sind die Mädchen alle unter die Haube zu bringen. Und wenn einmal eine zu romantische Vorstellungen hat, dann ziehe ich sie vor einen Spiegel und sage ihr: Heute sehen Sie ja so reizend aus mit Ihren zwvanzig Jahren. Was aber wird mit Ihnen, wenn Sie vierzig und fünfzig sind und einen lebenden Gott als Ehepartner haben? Dann geht es meistens los: erst ist es ein Sportverein oder eine Sitzung, und dann sagt er gar nichts mehr und ist fort!“ Darum: Ehen werden nicht im Himmel, sondern auf unserer höchst irdischen Erde geschlossen!“ Zeichnung: Klumbies Frohes Fes.... Zwei Freunge— der eine fünfzig, der andere sechzia— stritten sich, weil der Sechzigjährige im Begriff war, ein Mädchen in den Zwanzigern zu heiraten.„Ich halte nichts von diesen Mai-DezemberEhen“, erklärte der Fünfzigjährige.„Der Dezember findet natürlich im Mai die Frische und Schönheit des Frühlings. Aber was findet der Mai im Dezember?“ „Den Weihnachtsmann“, entgegnete der andere. DAS BESTE AUS READER'S DIGEST Tabak und Theologen Auf der Tagung des Weltrates der Kirchen bezeichnete nach einem Bericht der amerikanischen Wochenzeitschrift „Time“ Kirchenpräsident Niemöller den Tabak als ein„Kennzeichen für Theologen“. Er steckte sich eine lange Zigarre an, blies dicke Rauchwolken in die Luft und sagte:„Wenn der Theologe Zigaretten raucht, ist er liberal. Wenn er Zigarren raucht, ist er orthodox. Wenn er eine Pfeife raucht, is er ein Dialektiker, Wenn er überhaupt nicht raucht, kann er kein Theologe sein.“ Niemöller gab dann zu, daß diese Theorie nicht von ihm stammt, sondern von dem Schweizer Theologen Karl Barth, der Pfeife raucht. Zoll auf Theaterkostüme Nachdem das britische Arbeitsministerium bereits mehrfach das Auftreten ausländischer Künstler verboten hatte, erschwert jetzt eine andere britische Behörde ein Gastspiel Ingrid Bergmans. Ihr Ensemble führt 300 Kostüme der Mailänder Scala für die Aufführung von„Johanna auf dem Scheiterhaufen“ mit sich. Die Kostüme sollen verzollt werden, da sie nicht für Mailänder, sondern für britische Mitwirkende bestimmt sind. Die Maßnahme gefährdet das Gastspiel wegen der hohen Zollkosten.(Hoch lebe Europa!) Eduard Mörike ohne Biedermeier Pfarrer von Cleversulzbach— Ruhelos von Ort zu Ort— Fülle der lyrischen Formen In der Gemütlichkeit eines ländlichen Pfarrhauses, in der Behaglichkeit des Biedermeiers haben Generationen den Dichter Eduard Mörike, den Pfarrer von Cleversulzbach, angesiedelt. Ein rechtes Idyll schien ihn zu umgeben, der Klang des Volksliedes, die Abgeschiedenheit des „Laß, o Welt, o laß mich sein“. Das Idyll der guten alten Zeit schwebte freundlich um ihn, wenn er seine Märchen und Gedichte schrieb, wenn er von Schön Rotraut Der Dichter Eduard Mörike wurde vor 150 Jahren in Ludwigsburg geboren. Verbrecher keine Helden für Kinder Kinderärzte diskutieren über Pubertätsprobleme und Kriegsfolgen fen noch knapp vor Beginn der Vorstellung ein: der Sohn des Emirs von Kuweit und der junge Rockefeller. Beide können mit ihren Riesenlimousinen erst weit vom Theater entfernt parken. Einen Kilometer zu Fuß dauert der Marsch bis zur reservierten Loge. Der junge Emir gibt der Logenschließerin als Trinkgeld einen Zehntausend-Francs-Schein. Sie kann nicht herausgeben.„Never mind!“ sagte der junge Emir.„Behalte den Schein als Andenken!“ Widerspruch zum bürgerlichen Leben. Naturhaft, gefühlsstark, zugleich aber zwielichtig und von beängstigender Hintergründigkeit wandert das Mädchen Peregrina durch die Dichtung Mörikes. Das Biedermeierliche wird doppelbödig, löst sich in unseren Augen genau so auf wie die olympische Harmonie des alten Goethe. Dieser andere, dieser neue Mörike erbaut uns nicht mehr, er fesselt uns. Von aktuellem Interesse wird auch seine in der deutschen Dichtung ungewöhnliche Technik des Vers- und Strophenbaus. Weitgespannt wie bei keinem zweiten Lyriker des 19. Jahrhunderts ist der Reichtum seiner Formen. Ein Gedicht wie„Hier lieg ich auf dem Frühlingshügel“ ist ja nicht nur ein in Verse gebrachtes Gefühl einer begrifflich kaum zu erfassenden Sehnsucht, es ist auch nicht nur zu Strophen gewordene PhilosoZu den Künstlern, deren Bedeutung allein eine spätere Zeit zu erkennen fähig ist, gehörte Mörike allerdings nicht. Zahlreiche bedeutende Ehrungen, die er zum Teil wie die Berufung nach München zurückwies, sind ihm zu Lebzeiten erwiesen worden. Auch nach seinem Tode wurde es nicht still um ihn. Es stand immer außer Zweifel. daß Mörike zu den hervorragendsten dichterischen, vor allem lyrischen Begabungen im deutschsprachigen Bereich gehört. Gewandelt hat sich nur die Art der Begegnung mit ihm, genau so wie bei Schiller oder Gottfried Keller. Welcher große Künstler wäre auch nur der Mann eines Jahrhunderts und gehörte nur der Geisteswelt einer Generation an! Dr. Ernst Thomas „Hollywood", ein neues Stück von Curt Goetz, kündigt das Züricher Schauspielhaus als Uraufführung für die nächste Spielzeit an. Ebenfalls das Schlußstück zu Alfred Gehris „Im sechsten Stock“, dem der Autor den Titel „Das Ende der 6. Etage“ gegeben hat. Die New York City Opera wird im Frühjahr 1955 die amerikanische Erstaufführung phie oder Weltanschauung, sondern zu- der Oper„Die Frau ohne Schatten“ von nächst und vor allem ein Meisterwerk in Richard Strauß veranstalten. Leopold Sachse der schöpferischen Behandlung lyrischer wird als Regisseur und Joseph Rosenstock als und dem Stuttgarter Hutzlemännchen erzählte. Aphorismen Die Menschheit verstand die Geschichte als eine Reihe von Schlachten, weil sie bisher den Kampf für das Wichtigste im Leben hielt. 2 Unterschied zwischen Mann und Frau: Wenn die Frau alt wird, vertieft sie sich mehr und mehr in Weiberdinge. Der Mann: Je älter er wird, desto mehr entfernt er sich von Weiberdingen. ** Der Spätzin scheint es, daß ihr Spatz nicht piepst, sondern sehr gut singt. Vermehrt hat sich nicht die Zahl der Nervenkrankheiten und der nervös Kranken, sondern die Zahl der Arzte, die diese Krankheit zu beobachten verstehen. (Aus Tschechows Notizbuch 1892—1904) Jetzt, an seinem 150. Geburtstag, will dieses Bild nicht mehr stimmen. Wir schlagen seinen Roman„Maler Nolten“ auf und stoßen auf die Einsamkeit und Problema- nem Tod 1875 wieder mit ihr auszusöhnen Sprache. Mörikes Leben umspannt 71 Jahre. Geboren als Sohn eines Amtsphysikus in Württemberg, durchläuft er die Lateinschule und studiert dann Theologie in Tübingen. Als Vikar wandert er von Ort zu Ort, arbeitet aber auch journalistisch; er verlobt sich, löst die Verbindung aber wieder auf; er erhält 1834 die Pfarre in Cleversulzbach, reicht aber bereits nach neun Jahren seinen Abschied ein. Wieder beginnt ein Wanderleben, das einen gewissen äußeren Ruhepunkt findet, als er 1851 in Stuttgart am Katharinenstift den Literaturunterricht übernimmt und auch heiratet. Aber die Ehe entwickelt sich spannungsvoll, und das Lehramt wird nach einigen Jahren wieder aufgegeben. Er trennt sich von seiner Frau, um sich erst kurz vor seiDirigent der Oper genannt. tik des spätromantischen Künstlers. Wir Alles in allem ein Leben, das im Zeichen lesen seine Biographie und finden ein starker innerer Schwankungen steht, reizruheloses Umherschweifen, einen starken empfindlich und irritierbar. DIE FAHRPRUFUNG Isabella war jung, blond und schön Außerdem erst vier Wochen mit Peter verheiratet. Kein Wunder, daß er ihr alle Wünsche von den himmelblauen Augen ablas. „Peter“, sagte Isabella,„Peterchen— laß mich Autofahren lernen!“ Peter zog die Augenbrauen zusammen und fragte:„Muß das sein?“ „Es muß!“ antwortete sie. Also pog Peter los, um die geliebte Frau in eine Fahrschule einschreiben zu lassen. Nach der 72. Stunde war es so weit. Der Fahrlehrer sagte aufatmend: „Ich glaube, Sie können nun einigermaßen fahren, und etwas verstehen Sie auch schon vom Motor. Sie können zur Prüfung antreten!“ Isabella zog vor Begeisterung die Bremse an, daß der Fahrlehrer mit dem Kopf durch das Wagendach fuhr, und lächelte. „Ja, ich glaube auch, ich bin jetzt perfekt!“ Der Lehre: zählte die Sterne, die vor seinen Augen tanzten, ermannte sich und sagte dann.„Wenn Sie noch Fragen haben sollten: bitte, ich gerne bereit, sie zu beantworten.“ „Oh nein, dank., Isabella schüttelte den blonden Haarschopf,„ich weiß mit allem Bescheid. Nur— eine winzige Kleinigkeit ist mir nicht ganz klar: gießt man eigentlich das Wasser und das Benzin in das gleiche Loch...?“ der„Don-Juan“-Aufführung bei den llesjährigen Festspielen von Aix-en-Pronce. Weiße Smokings bei den Herren. flanzvolle Abendkleider bei den Damen. Inernationales Publikum aus aller Herren LänSymmetrie des Schnittes und der Durch Vor allem durch die hellen Herbstfarben Der mit Lammfell gefütterte Mokassin brüche verleiht diesem schwarzen Hoch- wirkt dieser kräftige zwiegenähte Sport- bietet sprapazierten Füßen am Abend Erfront-Pump aus Samtcalf die ruhige Note, schuh mit Sattlernähten, hochgezogener holung und Wärme; besonders wenn der die in der Schuhmode der neuen Suison Ferse und Transparentsohle überaus mollige Überschlag hochgestellt wird. (Fotos: M. Förstar-Heintzol) Kulturnotizen Ein Fonds für buddhistische Missionsarbeit in Deutschland wurde vom Ministerpräsidenten von Ceylon seiner Bestimmung übergeben. Der Fonds von einer Million Rupier(fast 900 000 DM) steht unter dem Protektorat der Lanka-d Hammaduta-Gesellschaft, die sich der Verbreitung der Lehren Buddhas widmet. Die seit 1860 verschollene kostbare Handschrift von Mozarts„Kleiner Nachtmusik“ ist wieder aufgefunden worden und wird zur Zeit in der Bärenreiter-Bibliothek in Kassel aufbewahrt. Sie soll in einer Faksimile- Ausgabe und auch innerhalb der„neuen Mozart-Ausgabe“ des Bärenreiter-Verlages Kassel-Basel veröffentlicht werden. Mit dem Singspiel„Ännchen von Tharau“ beendete die Freilichtbühne Tecklenburg ihre Spielzeit. Zur letzten Vorstellung waren über 6000 Besucher gekommen, während einschließlich der Notsitze nur etwa 4000 Sitzplätze zur Verfügung standen. Eine Auswahl der Werke Wilhelm Raabes unter dem Titel„Wilhelm Raabe— Werke in vier Bänden“ wird unter Mitwirkung der Freunde Raabes von Prof. Dr. Karl Hoppe herausgegeben und erscheint im Herbst in der Verlagsanstalt Hermann Klemm, Freiburg. Einen Halswirbelbruch und eine Querschnittslähmung(durch Schädigung des Rückenmarkquerschnitts hervorgerufene Lähmung) zog sich der 46 Jahre alte Kammersänger Peter Anders aus Hamburg bei einem Autounfall zu. Spielplan der Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld- M.-Gladbach für 1954/55: Im Schauspiel u. a. Goethe- Voltaires „Mahomet“, Giraudoux’s„Elektra“, Hochwälders„Donadieu“, Fechters„DerZauberer Gottes“. Millers„Hexenjagd“, Schillers „Turandot“, Büchners„Dantons Tod“, Lope de Vagas„Der Ritter vom Mirakel“; im Studio die Uraufführung von„Die Stadt ohne Brücke“(Drewitz), die deutsche Erstaufführung von„Die Barke von Gawdos“ (Mayer), ferner„Die vierzig Minuten der Henriette Dupont“(Zusanek); die Oper plant Wagners„Tannhäuser“, Mozarts „Entführung aus dem Serail“, Strauß „Salome“, Verdis„Aida“, Nicolais„Die lustigen Weiber von Windsor“, Adams „Wenn ich König wär“ und Liebermanns „Penelope“. Eine internationale Ruhmeshalle für Chirurgen wird anläßlich der 19. Jahres tagung des Internationalen Chirurgenkollegiums in Chikago eingeweiht. Von jedem der Auserwählten werden eine Marmorbüste in Lebensgröße und eine Kollektion seiner Briefe. Schriften und anderer Denkwürdigkeiten ausgestellt werden. Außerdem soll jedem Land, das Olgemälde oder Büsten berühmter Arzte, historische medizinische Instrumente odei andere besondere Beiträge zur Geschichte der Chirurgie beisteuern will. ein eigener Saal eingeräumt werden. Jean-Louis Barrault, dem auch in Deutschland bekannten französischen Schau. spleler, und seiner Gattin Medeleloe Renaud soll in Kürze das Band der Ehrenlegion verliehen werden. Der Dokumentarfilm„Die große Flut“, der den Einsatz des Technischen Hilfawerks bei der diesjährigen HochwaseerKatastrophe in Bayern schildert, wurde in München uraufgeführt und mit lebbesten Mord im Victoria-Dark Freundinnen wollten sich nicht trennen und erschlugen gemeinsam die Mutter Christchurch(Neuseeland). Zwei 16jährige Mädchen waren, wie wir schon kurs meldeten, in Christchurch(Neuseeland) angeklagt, die Mutter des einen ermordet zu haben. Der Staatsanwalt bezeichnete sie als außergewöhnlich minderwertige Mädchen, die das Verbrechen planmäßig begangen haben. Die Mörderinnen sind die Schülerin Juliet Hulme aus Liverpool, die Tochter des früheren Rektors Henry Hulme von der Universität Canterbury, und ihre Freundin Pauline Parker, die Tochter der Ermordeten, der 45jährigen Mrs. Honora Parker. Unter diesem Namen ist die Ermordete in Christchurch jedoch weniger bekannt als unter dem Namen Mrs. Reiper. Sie lebte mit Mr. Reiper zusammen. den viele für ihren Mann hielten. Es ist der Vater Paulines. Die beiden Mädchen verübten den Mord im Victoria-Park von Christchurch. Sie bezeichnen sich jedoch als unschuldig. Juliets Mutter. Mrs. Hilda Marion Hulme, und Paulines Vater, Mr. Herbert Reiper, sagten aus, daß sich die beiden Mädchen in einem starken gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis befänden. Sie seien oft bestürzt über die übertriebene Zuneigung gewesen, die die beiden Mädchen füreinander bekundet hätten. Sie hätten daher darum gebeten, daß sich Juliet zurückziehe, damit die übersteigerte Freundschaft ein Ende nähme. Pauline war zehn Tage lang bei Juliet zu Besuch. Dann kamen die beiden Mädchen frühmorgens in Mrs. Parkers Wohnung. Das war an demselben Tag, an dem sie ermordet wurde, erklärte Mr. Reiper. Er fügte hinzu, die Mädchen seien lachend und scherzend heimgekehrt. Am Nachmittag, so sagte die Besitzerin einer Teestube aus, seien die beiden Mädchen in ihr Restaurant im Victoria-Park gekommen. Dabei habe Pauline gesagt:„Mama ist schrecklich zugerichtet.“ Nach Ansicht des Staatsanwalts ist es bei den Mädchen zu einer inneren Krise gekommen, als sie erfahren hätten, daß sie getrennt werden sollten. Juliet sollte mit ihren Eltern nach Südafrika ziehen. Sie hat gestanden, so behauptet die Anklage, daß Pauline sie nach Südafrika begleiten wollte. Beide wollten Mrs. Parker bei einem Spaziergang im Victoria-Park dazu überreden, ihre Zustimmung zu geben. Sie hätten Mrs. Parker notfalls einschüchtern wollen. Und Juliet hat auch gewußt, daß Pauline geplant habe, einen in einen Strumpf eingewickelten Stein mitzunehmen. „Ich dachte, wir könnten Mrs. Reiper erschrecken“, habe Juliet weiterhin gestanden.„Aber nach dem ersten Schlag habe ich gemerkt, daß wir sie töten müßten. Ich war dabei so unerhört aufgeregt und hysterisch.“ Die Anklage behauptet weiter, Juliet habe die Aufmerksamkeit Mrs. Parkers auf einen Gegenstand am Wege gelenkt, während Pauline die Mordwaffe erhoben, habe. Nach der Tat hätten die beiden Mädchen versucht, einen Unfall der Ermordeten vorzutäuschen. Das sei ihnen jedoch nicht gelungen. Weltrekord im Nichtstun Länger als 138 Stunden hält es kein Mensch aus kanadischen McGill-Universität Experiment der QuebecK.— In den ersten acht Stunden schliefen sie sich aus, in den nächsten vier pfiffen oder sangen sie vor sich hin, dann schlenkerten sie ihre gefesselten Arme, um stiller und stiller zu werden, und am vierten Tag ertönte aus den meisten Kabinen der Schrei:„Laßt mich raus, ich werde verrückt!“ Die Leute, die darin lagen, sahen merkwürdig genug aus. Eine dunkle festansitzende Brille behinderte ihre Sicht zu fünfundneunzig Prozent, ihre Hände steckten in dickwattierten Handschuhen, die jedes Fühlen und Tasten unmöglich machten, und die Arme bis über die Ellbogen in steifen Pappmanschetten. Die armen Gefangenen konnten sich nicht einmal am Kopf kratzen. Auch das Aufstehen war ihnen unmöglich, denn in der Kabine war nur Platz für eine Kastenmatratze mit Schaumgummikissen, auf denen sie zwar weich, aber ziemlich bewegungsunfähig lagen. Nach ihrer Befreiung wurden die fünfzig jungen Männer von Professor Don Hebb der Presse als Studenten der kanadischen McGill-Universität vorgestellt, die sich für 18 Dollar am Tag als Versuchskaninchen gemeldet hatten. Diese fürstliche Bezahlung bekamen sie dafür, daß sie nichts taten, una zwar absolut nichts, sogar das Kopfkratzen und Nasenreiben war ihnen verboten, das Sehen, Gehen, Sitzen und Stehen. Man wollte einmal in Erfahrung bringen, was in einem Menschen vor sich gent und wie er sich verhält, wenn er zum absoluten Nichtstun verurteilt ist. Das großangelegte Experiment über die Langeweile wurde vom Psychologischen Institut der Universität veranstaltet, es endete schon nach wenigen Tagen. 49 Versuchskaninchen hielten es vier Tage und Nächte aus, den absoluten Weltrekord im Nichtstun stellte ein Student mit 138 Stunden auf. Er war so zermürbt, daß er sich hinterher eine Woche lang erholen mußte. Den Erzählungen der beteiligten Studenten war zu entnehmen, daß die absolute Untätigkeit für den Menschen furchtbar ist und zu Wachträumen führt. Die meisten hatten sich erst einmal ausgeschlafen, dann versuchten sie sich die Zeit durch Pfeifen und Singen zu vertreiben. Als das zu langweilig wurde, wiederholten sie im Geist Lektionen aus ihrem Studium oder stellten Rechenexempel an. Aber spätestens am zweiten Tag half auch das nichts mehr. Bei offenen Augen, die infolge der Brillen nur einen kleinen Lichtschimmer erhaschten, sahen die Studenten die merkwürdigsten Gestalten. Der eine wurde von einem Mann angestarrt, der in einer Badewanne auf Gummirädern saß und einen Stahlhelm trug. Der andere sah Schlangenarme nach sich greifen, der dritte wurde von feurigen Geschossen verfolgt, und der vierte hatte unter kleinen gelben Männchen zu leiden. Selbst die kurzen Pausen für das Essen, zu denen nur die Handschuhe und Manschetten abgenommen werden durften, waren mit solchen Halluzinationen angefül Wie war das Ergebnis des Experimentes? Prof. Don Hebb und sein Assistent Dr. Bexton stellten fest, daß im täglichen Leben beim Menschen immer eine Hälfte des Gehirnes die andere mit Ereignissen, Wahrnehmungen und Sensationen verPflichten des Ehemannes London.— Auf dem internationalen Hausfrauenkongreß in England legte man jetzt die Pflichten der Ehemänner im Haushalt fest: Heizen, Kohlenholen, Teppichklopfen, Wäschewringen und Geschirrabtrocknen! Dressierte Forellen Wien.— Die Gebrüder Luger in Engelhartszell(Österreich) besitzen in ihrem Teich sechs dressierte Forellen. Wenn man pfeift, kommen sie ans Ufer, fressen aus der Hand und lassen sich streicheln. Eine kann man sogar für Minuten aus dem Wasser nehmen. Erst Braut, dann Mutter Stockholm.— In Stockholm wurde der amerikanische Seemann Mike Wake field wegen Schmuggelns zwei Jahre eingesperrt. Seiner Braut dauerte das zu lange, sie heiratete Mikes Vater und schrieb dem Bräutigam einen Trostbrief. Unterschrift:„Deine neue Mutter.“ Erfolgreicher Spazierstock Bristol.— Im Parkteich von Bristol (England) entging ein dicker Karpfen monatelang den Anstrengungen der Sportangler, bis ihn ein Fußgänger mit seinem Spazierstock erlegte. Die um ihr Vergnügen gebrachten Ängler verklagten ihn wegen Übertretung des Jagd- und Fischereigesetzes. Bürgermeister als Menschenschmuggler Wien.— Als bei einer Serenade im Arkadenhof des Wiener Rathauses alle Karten ausverkauft waren und sich zahlreiche Musikfreunde vor den geschlossenen Gittern drängten, traf zufällig Bürgermeister Jonas ein.„Ohne Eintrittskarten geht's leider nicht“, sagte er zu den Wartenden,„aber wenn Sie sich hinter mir hereinschwindeln wollen...?“ Und so kamen 60 Leute unentgeltlich in den Genuß des Konzertes. Geheimnis der Thermosflasche Buenos Aires.— Die Arbeiterin Irene Garcia wurde verhaftet, weil sie im Lauf von sechs Jahren in ihrer Fabrik für eine halbe Million Pesos Garn entwendet hatte. Sie trug die Beute jeden Tag in ihrer Thermosflasche davon, in der sie sich ihre Mittagssuppe mitbrachte. Atomexplosion tötete Walrosse Neuvork.— Aus militärischen Gründen wurde erst jetzt bekanntgegeben, daß am 24. Oktober 1951 über 200 tote Walrosse auf der St.-Lawrence-Insel im Beringmeer an Land gespült worden sind. Dr. Schiller vom Institut für Gesundheitsforschung in der Arktis hat die Kadaver untersucht und festgestellt, daß die Tiere ein Opfer der Atomexplosion geworden sein müssen, die im September 1951 in Sibirien stattgefunden hatte. Ein Geigerzähler schlug deutlich aus, wenn ihn Schiller über die Tierleichen hielt. Teile der Walrosse wurden auch an die amerikanische Atomenergiekommission gesandt. Sie gab jetzt bekannt, daß die Radioaktivität der Kadaver verschwunden sei. Flucht aus dem Harem Tragikomische Folgen einer Einladung nach Damaskus— Der Familienrat wollte Heirat mit dem Sohn erzwingen Konenhazen.— Fräulein Else Jörgensen, 22 Jahre alt, Tochter eines Aalborger Großhändlers und Auslandskorrespondentin in Kopenhagen, hat sich ins Auto gesetzt, um eine Ferienfahrt durch Schweden zu machen. Sie möchte ihre Lungen von der Tausend-und-eine-Nacht-Atmosphäre reinigen, die sie zehn Wochen einatmen mußte. Denn die junge unternehmungslustige Dame war so unvorsichtig, einer Einladung nach Damaskus zu folgen, die mit wenig erfreulichen Erlebnissen verbunden war. Die junge Dänin wurde vor einiger Zeit in Paris mit einem jungen netten Mohammedaner bekannt. Er studierte Medizin. Die beiden fanden viel Gefallen aneinander und der künftige Arzt besuchte mehrfach die Eltern des Mädchens in Aalborg. Eines Tages lud er Else ein, mit ihm nach Damaskus zu fahren, um sich zu überzeugen, daß die Märchen aus „Tausendundeiner Nacht“ ein Stück Wirklichkeit seien. Seine Familie sei sehr reich und gastfreundlich. Vater Jörgensen war mit dem Besuch in Damaskus einverstanden. Er konnte ja nicht ahnen, daß sich syrische Sitten stark von dänischen unterscheiden. Als Fräulein Jörgensen in Damaskus ankam, gab es in der Familie des Freundes ein unendliches Palaver. Denn nach der Lehre Mohammeds schickt es sich nicht. daß ein junges Mädchen unter einem Dach mit einem Mann wohnt, mit dem es nicht verwandt ist. Zwar überhäufte man die Dänin mit kostbaren Geschenken, sperrte sie aber auch gleichzeitig in den Trakt des Hauses, in dem alle Frauen wohnen müssen, also in den Harem. Damit büßte sie fast jede Bewegungsfreiheit ein. Wenn sie ausgehen wollte, faßten sie zwei Schwestern ihres Freundes buchstäblich an den Händen. Suchte sie den Friseur auf, der ganz in der Nähe des Hauses sein Gewerbe betrieb, konnte sie sicher sein, daß nach und nach etliche Familienmitglieder ebenfalls das Bedürfnis verspürten, sich frisieren zu lassen. Nach einigen Wochen war es so weit, daß ihres Freundes Vater die entscheidende Frage stellte: Wollen Sie meinen Sohn heiraten? Als Fräulein Jörgensen in Anbetracht des Umstandes, daß sie keine Veranlagung zur Sklavin zeigte. schlicht mit einem Nein antwortete, sonderte man sie kurzerhand ganz von der Öffentlichkeit ab. Sie sollte keine Gelegenheit zur Heimkehr nach Dänemark finden. Trotzdem packte sie ihre Koffer. Als man es merkte, trat sofort der Familienrat zusammen. Er beschloß, die Reise zu verhindern. Nur auf Umwegen kam die Dänin in Verbindung mit ihren Eltern. Ihr Brief enthielt die Bitte, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Fahrkarte zu senden. Als diese in die Hände der Empfängerin kam, mußte sie den Schein in den Kleidern verstecken, da Koffer und Schränke dauernd durchsucht wurden. Dann überzeugte sie ihren Freund, daß es nutzlos sei, sie noch länger einzusperren, denn der dänische Konsul in Beirut sei von ihren Eltern über das unterrichtet worden, was in Damaskus vor sich gehe. Niemand ließ sich sehen, niemand begleitete sie zur Bahn, als die Dänin den Harem wieder mit der Freiheit vertauschte. „Plisseeröcke" aus Eisen sorgt. Bleiben diese aus, so produziert die erste Gehirnhälfte selbst welche, das heißt sie lügt der anderen etwas vor, um sie in Tätigkeit zu halten. Das erklärt auch, warum im praktischen Leben Monotomie oder Langeweile Unfälle hervorrufen, warum gähnende Büroangestellte die meisten Fehler machen und warum allzu stille Ehen, in denen nichts Aufregendes passiert, plötzlich auseinandergehen. Innsbruck stellt Ritterrüstungen aus— Auch Harnischmode wechselte häufig nische. Es gibt einfache, Doppel- und Stechkürasse, die letzten für Feld und Turnier mit geschlossenem Helm und auswechselbaren Teilen. Sie sind aus glatten Platten gearbeitet und haben in den Gelenkbeugen bewegliche Gliedringe. Kunstvoll werden Inschriften, Ornamente und Wappen eingeätzt. Daneben gibt es noch die einfachen Harnische, eine leichte Rüstung ohne Rüsthaken und Unterbeinzeug, aber mit geschlossenem Helm. Sie wurden von Knappen und Knechten getragen. Während es im Altertum schon reichverzierte Panzer gab, setzte im Mittelalter erneut die Entwicklung vom Zweckgegenstand zum Kunstwerk ein. Aus Lederoder Leinenschutzanzügen wurden im 13. Jahrhundert kurze, ärmellose Panzerjacken, die aus Ringen oder Ketten bestanden. Daneben gab es den Schuppenpanzer. Er erhielt später Ärmel- und Schenkelschutz und wurde zum Harnisch. Der Plattenpanzer ist die jüngste Form. Seine Eisenplatten waren so geschickt inelnander gefügt, daß man sich darin wie in einem Kleid bewegen konnte, obwohl sie den stärksten Armbrustpfeilen standhielten. M. Brunner. Innsbruck.— In Innsbruck findet zur Zeit eine Ausstellung mittelalterlicher Harnische aus 32 Waffensammlungen statt. Die Ritterrüstungen stammen aus Brüssel, Florenz, London, München, Neuyork, Paris. Turin und Wien. Unter Leitung von Landeskonservator Dr. Oswald Graf Trapp haben Wissenschaftler die Herkunft der einzelnen Stücke bestimmt. Innsbruck ist ein bedeutsames Zentrum der Panzerschmiedekunst. In 200 Jahren seiner Stadtgeschichte lassen sich fünfzig Werkstätten und zweihundert Meister feststellen. Ein wenig beachteter, aber wertvoller Zweig deutscher Kunstgeschichte ist mit ihrem Namen verknüpft, aber auch mit denen anderer Plattner aus Augsburg, Nürnberg, Landshut und Mailand. Während in Innsbruck Konrad Seusenhofer und Michael Witz die bedeutendsten sind, war in Bozen Hanns Tolinger berühmt. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden die prächtigsten Rüstungen, wie sie z. B. Konrad Seusenhofer schuf. Der Brustpanzer ist aus einem Stück gearbeitet, die geschlossenen Armzeuge bestehen aus vielen Gliedern, sind beweglich und an den Schultern anschraubbar. Die ganzteiligen Beinzeuge tragen Sporen. Über dem Kragen erhebt sich ein grotesker Helm, dessen Visier eine Vogelkopfmaske mit Schnabel darstellt. Das eigentümlichste ist der zweiteilige, anhakbare Faltenrock, ein abstehender, knielanger„Plisseerock“ aus Eisen. Die Mode der Ritterrüstungen wechselte von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Immer kunstvoller und komplizierter wurden die HarTierfang in der Salzwuste „Onager“ haben den Teufel im Leib- Eier kochten im Wüstensand Hamburg. Mit den acht wilden Pferde-Eseln, den Onagern, traf im Tierpark Stellingen auch ein Fangbericht aus der persischen Salzwüste ein, wo diese seltenen Tiere leben. Tierfänger Arnulf Johannes wußte seinem Chef Carl-Heinrich Hagenbeck, der die Expedition mit vorbereitet hatte, interessante Dinge aus Teheran zu berichten: Wir starteten hier zwei Tage nach Ihrer Abreise. Ich sagte Ihnen, wenn ich Onager zu sehen bekomme, dann fange ich sie auch, trotz aller Unkereien der Perser. Nun haben wir es geschafft. Zwei Tage und Nächte fuhren wir, uns am Steuer ablösend, Hossein und ich, im zweiten Jeep der Mechaniker und noch ein Fahrer. Dann folgten die Troßwagen. Es war ein guter Gedanke, durch die Kamelkarawanen vorher Wasser- und Treibstoffdepots anlegen zu lassen. Wir verbrauchten rund 4000 Liter Benzin, bis wir die letzte Karawanserei erreichten. Dahinter hörte die Welt auf, und vor uns lag ein riesiges Wüstengebiet. In A. bezogen wir Lager und starteten von hier aus zu unseren Fangreisen. Nordwärts wollte ein Eingeborener schon einmal Onager gesehen haben. Nach gut einstündiger Fahrt trennten wir uns von dem zweiten Jeep. Er hatte die Aufgabe, uns, d. h. Hossein und mir, die Tiere zuzutreiben. Mit unseren Ferngläsern konnten wir von 9 Uhr bis 17 Uhr überhaupt nichts sehen. Schon auf wenige hundert Meter sah man immer nur Spiegelungen: Wasser, Seen, Dörfer, Bäume, hundertmal am Tage. Dauernd machte man Anstalten, schweißtriefend in einen See zu springen. Dabei war alles Bluff, ein trügerisches Spiel. So flimmerte die heiße Luft über der Wüste. Kaum noch Haut an den Händen Wenn im August in Teheran Temperaturen von 38 bis 40 Grad im Schatten gemessen werden, dann sind es hier ohne Übertreibung 55 bis 58 Grad Celsius. Aber Schatten gibt es nicht. Keine Bäume, nicht einmal Sträucher. Wenn ich bisher glaubte, daß der französische Sudan und die Häfen am Roten Meer die heißesten Gebiete der Erde seien, so war das Unsinn. Aber hier lebt der Onager. Und außer ihm nichts, kein Vogel, kein Insekt, nicht einmal ein Skorpion. Man hat wiederholt Hunde und Katzen in die Karawanserei gebracht, aber nach wenigen Tagen gingen sie vor Hitze ein. Ich habe kaum noch Haut an den Händen, denn ich vergaß Ihren Ratschlag, Handschuhe mitzunehmen. Bei den halsbrecherischen Fahrten mußte ich mich immer wieder an der glühend heißen Karosserie des Jeeps festhalten. Hühnereier kochten wir uns im heißen Sand. Es ist die reine Wahrheit. Ich habe in der Sauna dieser Gluthölle schon einige Pfund abgenommen. Über eine Stunde war schon vergangen, seitdem wir uns von dem zweiten Jeep getrennt hatten. Plötzlich staubte eine Sandwolke hoch. Eine kleine Herde galoppierte auf uns zu. Jetzt war alles vergessen. Schon hatte ich den Fangstock in den verbrannten Händen. Endlich war es so weit, nach wochenlangen Vorbereitungen und den untätigen Tagen des Wartens, die Sie ja noch miterlebten: Hossein fuhr an, und wir waren plötzlich mitten zwischen den in rasendem Tempo flüchtenden Onagern. Hossein fuhr wie der Teufel. Sie haben ihn ja erlebt. Aber er fuhr mit Verstand. Er brachte mich so geschickt an das langersehnte Wild, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte, als Fangwagen zu steuern. Die Zusammenarbeit war wunderbar. Sie machte uns beiden Spaß. Flucht mit 48 km Geschwindigkeit Das erste, was ich im Lasso hatte, war eine ausgewachsene Stute. Ich sprang vom Wagen und band sie. Dann sahen wir endlich auch das erste Fohlen in der Herde. Keine drei Minuten dauerte die Jagd. Als sich der Staub verzog, hatte ich es schon auf dem Arm, setzte es in den Wagen, und schon brausten wir wieder los. Das Rudel schlug einen Haken und wir hinterher. Mit 50 Sachen sprang der Jeep über Geröll und Schlaglöcher. Schneller ging's nicht in diesem Gelände. 45 Minuten lang hielten die flüchtenden Onager dieses Tempo aus. Ich habe auf den Tacho geguckt: Genau 48 Stundenkilometer, und dabei zeigten die Tiere nicht einmal Schweißspuren auf der Haut, unglaublich bei dieser Temperatur und dieser Anstrengung. In der nächsten Stunde fingen wir noch zwei Fohlen und einen erwachsenen Hengst. Erst brachten wir die Jungtiere ins Lager, dann holte je ein Jeep einen erwachsenen Onager. Sie kosteten uns mehr Schweiß und Arbeit als alle acht Fohlen, die wir insgesamt fingen. Die Onager haben den Teufel im Leib. Ein wütender Zebrahengst ist dagegen lammfromm. Sie rannten mit ihren Schädeln wie Rammböcke gegen die Einfriedung. Der Hengst keilte aus, schlug alles kurz und klein, biß wie rasend um sich, übersprang — aus dem Stand!— die 2,40 Meter hohe Mauer der Karawanserei und raste davon. So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich bringe Fotos mit. Es ist unglaublich. Wirklich eine Höllenfahrt Die Onager saufen nur Salzwasser. Sie fressen sogar den salzigen harten Lehm. Vorgestern fuhren wir zurück nach Teheran. Fütterungs- und Pflegeanweisung werde ich dem Piloten übergeben. Die Boxen baue ich selbst in das Frachtflugzeug ein. Ist ja unheimlicher Platz darin. Der Mechaniker und der Koch, die wir zusammen in Teheran anheuerten, waren Nieten. Sie rückten aus. In letzter Minute vor der Abfahrt in die Wüste hatten sie Angst vor ihrer eigenen Courage. Na, Hossein wird ihnen schon was erzählen. Alle Kraftwagen habe ich hier in Reparatur gegeben. Alle haben Feder-, Achsen- oder Fahrgestellbrüche. Es war wirklich eine Höllenfahrt, aber glücklicherweise eine erfolgreiche. Als wir abfuhren, verhöhnten alle Teheraner Bekannten Hossein, daß er sich auf eine so aussichtslose Angelegenheit wie Onager-Fang eingelassen hatte. Jetzt werden wir bewundert und bestaunt. Alle Zeitungen hier sind voll von unserer Expedition in die Salzwüsten. Höre soeben, daß der KLM-Flugkapitän ein großer Tierfreund ist. Er will versuchen, von Rom direkt nach Hamburg durchzufliegen, um die Umladung in Frankfurt zu vermeiden. Halte nun beide Daumen, daß alles gesund ankommt. Auch die Luchse, Gazellen und Steinböcke, die ich gleich mitschicke. Sie werden Ihre Freude an den kleinen„Pferdchen“ haben, sie sind wirklich mehr Pferde als Esel. Sie schreien auch nicht i-ah, sondern wiehern. Ich warte Ihr Telegramm ab, tanke dann 6000 Liter Benzin, und dann geht's wieder los. Hossein ist wieder dabei. Wir fahren dann in das im letzten Telegramm angegebene Gebiet und hoffen, uns in zwei Wochen wieder melden zu können.“ Neunjähriger wurde Millionenerbe London.— Drei Dörfer, ein Schloß mit 28 Räumen und ein Dutzend Höfe im Wert von rund vier Millionen DM erbte der neunjährige Jimmy Heneage in Grimsby von einem entfernten Verwandten, dem Lord Heneage. Er starb vor sieben Monaten. Als Erben hatte er Jimmys Vater, den Obersten Neil Heneage, eingesetzt. Der Oberst starb jedoch schon vor 18 Monaten, ohne daß der Erblasser von dieser Tatsache Kenntnis genommen hatte. Im Gefängnis vergessen Mexiko-City.— Juana Morales aus Mexiko-City wurde dieser Tage aus dem Gefängnis entlassen. Sie war 1952 wegen öffentlicher Beleidigung zu zehn Tagen verurteilt worden. Die Gefängnisverwaltung vergaß sie aber, und Juana reklamierte auch nicht, bis man jetzt den Fall entdeckte und ihr schleunigst die Zellentür öffnete. DAS GROSSE STERBEN Atomkrieg gegen Walrosse— Eskimos finden vernichtete Herde (IP)— Der Atomkrieg hat bereits begonnen. Nicht gegen die Menschen— da sind bisher„nur“ 23 japanische Fischer als Versuchsopfer bekannt geworden. Riesenhaft dagegen ist die Verlustliste der Tierwelt. Wie viele Vögel, wie viele Fische, wieviel anderes Getier um die Versuchsatome in der Südsee vernichtet oder schwer verletzt worden sind, läßt sich nicht einmal schätzen. Genauer bekannt geworden aber ist jetzt die Ernte, die der Atomtod in der Arktis nahe Sibirien und Alaska gehalten hat. Eskimos fanden auf der kleinen Insel St. Lawrence die verstümmelten Leichname von über 50 Walrossen, Den erfahrenen Nordmeerjägern war ein solches Massensterben der bis zu 6 Meter langen Tiere mit den begehrten Zähnen völlig unerklärlich. Früher war es wohl vorgekommen, daß beutehungrige Verfolger ganze Walroßherden auf die Klippen vor einer Insel zugetrieben hatten, zwischen denen die Tiere dann von den Brandungswellen zerschmettert wurden. Aber ein solcher Fall lag hier nicht vor. Die Eskimos haben amerikanische Stellen benachrichtigt, die sogleich einen Experten zur Untersuchung auf die Insel St. Lawrence geschickt haben, die in der Beringstraße näher an Sibirien als an Alaska liegt, aber amerikanisches Hoheitsgebiet ist. Im Schneesturm haben sich die Wissenschaftler unter der Führung der Eskimos an die Fundplätze herangekämpft und dort über 200 tote Walrosse entdeckt. Teile waren ihnen die Köpfe abgerissen, teils die Flossen verstümmelt, auch die dicke Haut wies schwere Verletzungen auf Nur eine ungeheure Explosion kann Ursache dieser Katastrophe in der Arktis gewesen sein. Die Walrosse haben sicher auf einer großen Eisscholle gelegen, die sie gern als relativ sicheren Zufluchtsort vor den Robbenjägern aufsuchen, als eine vermutlich russische Atomexplosion die ganze Herde in die Luft gewirbelt und vernichtet hat. Eskimos berichteten auch, Wahrnehmungen am Himmel in Richtung Sibirien gemacht zu haben, die durchaus darauf hindeuten, daß die Atombombentheorie richtig ist. Pudel wieder„gesellschaftsfählg“ München.— Die rassereinen blaublütigen Pudel in der Bundesrepublik dürfen aufatmen. Ihre Stammbäume werden wieder international anerkannt. Nachdem der Allgemeine Deutsche Pudelklub(ADP) wegen mehrerer Mißstände aus der Deutschen Hunde-Union ausgeschlossen worden war und die Stammbäume des ADP-Zuchtbuches keine internationale Gültigkeit mehr hatten, ist jetzt in München der Internationale Pudelklub(IPK) gegründet worden. Er untersteht der Deutschen Hunde-Union und ist zuchtbuchmäßig der Union Canine internationale in Brüssel angegliedert. Schlagkraft oder Technik? Europameister Heinz Neuhaus setzt in der Dortmunder Westfalenhalle viel aufs Spiel Dortmund. Der Kampf des europäischen Schwergewichtsmeisters Heinz Neuhaus gegen den amerikanischen Weltranglisten-Siebten Dan Bucceroni am Sonntag in der Dortmunder Westfalenhalle ist für Deutschland das boxsportliche Ereignis dieses Jahres. Beide Boxer sind in ihrer Laufbahn durch Niederlagen— Bucceroni gegen Jackson und Neuhaus gegen Valdes— zurückgeworfen worden und müssen den in der Weltrangliste verlorenen Boden durch einen überzeugenden Sieg wieder wettmachen. Für Neuhaus stehen auch die Pläne einer Amerikareise, vielleicht sogar die Chance, gegen den besten Boxer der Welt antreten zu können auf dem Spiel. Bucceroni aber darf sich keine Niederlage mehr leisten, soll nicht sein Ruf, neben Marciano und La Starza der drittbeste Weiße im Schwergewicht zu sein, verlorengehen. All diese Umstände lassen einen erbitterten Kampf erwarten, in dem sich die Kontrahenten nichts schenken werden. Westfalen—Mittelrhein in Lippstadt Kaiserau. Das Vorrundenspiel zum Amateur-Länderpokal zwischen Westfalen und Mittelrhein wird am 26. September nicht in Gladbeck, sondern in Lippstadt ausgetragen. Die Verlegung wurde vom WF Westfalen vorgenommen, weil zu gleicher Zeit Schalke 04 und Schweinfurt 05 in der zweiten Hauptrunde zum DFB-Vereinspokal in der Schalker Glückauf-Kampfbahn spielen. In dem Vorrundenspiel der Amateure wird Trainer Ochs auf Schäfer und den für Sportfr. Siegen wieder spielberechtigten Rarrasch zurückgreifen. Weiter stehen in der Auswahl Zimmermann(Niederschelden), Krümpelmann (Gütersloh), Prothmann und Schulte-Braucks (Hombruch 09), Haas(Spfr. Siegen), Thiele (Niederschelden), Grammens(Hüsten 09), Matheus(TSV Hüls). Tilkowski(SuS Kaiserau), Engelsberg(Ibbenbüren) sowie Schrimpf und Gruchattke(beide DSC 95 Dortmund). Nach länger, durch Verletzungen bedingter Pause kommen die Nationalspieler Paul Mebus und Jupp Röhrig am Sonntag in der Reserve des 1. FC Köln beim Spiel in Herne wieder zum Einsatz. Für den Europa-Meisterschaftskampf mit Heinz Neuhaus hat der Österreicher Kurt Schiegl die Verträge nun endlich unterschrieben. Allerdings bleibt fraglich, ob der Kampf bis zum fälligen Termin(8. Oktober) durch die Verzögerungstaktik des Wieners noch ausgetragen werden kann. 1. Schalke 04— Preußen Münster. Schalke zeigte sich zu Hause bisher immer stark. Münster dagegen schwächer auswärts. Die Niederlage der Königsblauen in Meiderich war vermeidbar. Man darf ihnen daher einen Sieg auf eigenem Platz zutrauen. Letzte Spiele: Meidericher SV— Schalke 04 2:1, Preußen Münster— Fortuna Düsseldorf 3:1. Unser Tip: 1. 2. Eintracht Frankfurt— 1. FC Nürnberg. Die Leute von der Noris können den wieder genesenen Morlock einsetzen und damit die Form des Vorsonntags noch erheblich steigern. Ob es aber zu einem Sieg gegen die heimstarken Frankfurter ausreicht, bleibt abzuwarten. Letzte Spiele: VfR Mannheim— Eintracht Frankfurt 3:3, 1. FC Nürnberg— Jahn Regensburg 7:0. Unser Tip: 0. 3. TuRa Ludwigshafen— 1. FC Saarbrücken. Die noch nicht ganz beständigen Saarbrücker werden in Ludwigshafen vor eine kaum zu lösende Aufgabe gestellt. Letzte Spiele: VfR Frankenthal— TuRa Ludwigshafen 2:1, 1. FC Saarbrücken— Spfr. Saarbrücken 2:0. Unser Tip: 1. 4. VfL Bochum— Schwarzweiß Essen. Der Neuling von gestern gehört heute schon zu den gefürchtetsten Mannschaften der Oberliga Bochum schaffte hoch am Sonntag in Aachen ein beachtliches Unentschieden. Essen dagegen enttäuschte auf eigenem Platz, bleibt aber trotzdem zu beachten. Letzte Spiele: Alemannia Aachen— VfL Bochum 2:2. Schwarzweiß Essen— Duisburger SV 0:2. Unser Tip: 0. 5. Jahn Regensburg— Kickers Öffenbach. Die Platzherren mußten am Sonntag eine empfindliche Niederlage einstecken und liegen damit am Schluß der Tabelle. Die in ihrer Form schwankenden Öffenbacher haben es trotzdem nicht leicht. Letzte Spiele: 1. FC Nürnberg— Jahn Regensburg 7:0, Kickers Öffenbach— Reutlingen 5:0. Unser Tip: 2. 6. Westfalia Herne— 1. FC Köln. Es ist kaum anzunehmen, daß ausgerechnet der Neuling aus Herne dem Spitzenreiter den ersten Punktverlust beibringen wird. Köln tut aber dennoch gut daran, den ehrgeizigen, gefährlichen Außenseiter ernst zu nehmen. Letzte Die Frage nach dem Sieger ist nicht einfach zu beantworten. Allgemein gilt Bucceroni als der weitaus bessere Techniker, dagegen dürfte die Schlagkraft von Neuhaus bedeutend größer sein. Der Europameister dürfte versuchen, auf Grund der stärkeren Physis und seiner Schlagkraft sich von vornherein Respekt zu verschaffen. Ob es dem Italo-Amerikaner gelingt, den schweren Schlägen des Europameisters über die volle Distanz auszuweichen und noch so viel zurückzugeben, daß es zum Siege reicht, ist die große Frage. Im Lager Spiele: 1. FC Köln— Dellbrück 4:1, M.-Gladbach— Herne 3:1. Unser Tip: 2. 7. FV Speyer— FK Pirmasens. Die Platzherren werden mit ihrem durchschnittlichen Können kaum eine so technisch versierte Elf wie den FK Pirmasens aus dem Rennen werfen. Letzte Spiele: TuS Neuendorf— FV Speyer 2:1, FK Pirmasens— VfR Kaiserslautern 6:1. Unser Tip: 2. 8. VIB Stuttgart— Karlsruher SC. Die erheblich gegenüber dem Vorjahr schwächeren Stuttgarter müssen auf der Hut sein, um den angriffslustigen Gast zu bremsen. Trotz allem aber müßte es für die Platzherren zu einem Sieg langen. Letzte Spiele: FSV Frankfurt— VfB Stuttgart 5:2, Karlsruhe— Bayern München 1:1. Unser Tip: 1. 9. Duisburger SV— Bayer Leverkusen. Der Sieg der Platzherren am Sonntag bei Schwarzweiß Essen macht die Elf diesmal zu einem klaren Favoriten über die Bayerleute. Letzte Spiele: Schwarzweiß Essen— Duisburger SV 0:2, Bayer Leverkusen— Dortmund 3:1. Unser Tip: 1. 10. Eintracht Trier— TuS Neuendorf. Die typische Heimelf der Trierer wird dem Gast alles abverlangen. Ein knapper Sieg der Platzherren ist am ehesten zu erwarten. Letzte Spiele: Wormatia Worms— Trier 3:0, TuS Neuendorf— FV Speyer 2:1. Unser Tip: 1. 11. BC Augsburg— VfR Mannheim. Die Mannheimer sind auf dem besten Weg, zu ihrer ausgezeichneten Meisterschaftsform zurückzufinden. Auch in Augsburg sollte man ihnen einen knappen Sieg zutrauen. Letzte Spiele: Kickers Stuttgart— BC Augsburg 6:3, VfR Mannheim— Eintracht Frankfurt 3:3. Unser Tip: 2. 12. Preußen Dellbrück— Meidericher SV. Die kampfkräftigen Dellbrücker sind gegen die auswärts schwächeren Meidericher Favorit. Letzte Spiele: 1. FC Köln— Dellbrück 4:1 Meiderich— Schalke 2:1. Unser Tip: 1. 13. Rotweiß Essen— Aachen. Unser Tip: 1. 14. SSV Reutlingen— Kickers Stuttgart. Unser Tip: 0. des Amerikaners ist man zuversichtlich. Wenn sich diese Zuversicht allerdings auf den Sieg in Milwaukee über ten Hoff gründet, könnte es für die Amerikaner eine Überraschung geben. Neuhaus ist nicht ten Hoff! Der Dortmunder wird sicherlich topfit in den Ring kommen. Damit ist zweifellos ein großer Kampf garantiert, dessen Ausgang der Fachmann nur als offen bezeichnen kann. Vorzüglicher Rahmen Im Rahmenprogramm steigen zwei weitere Schwergewichtskämpfe, die durchaus im Mittelpunkt kleinerer Veranstaltungen stehen könnten. Hugo Salfeld(Recklinghausen) trifft auf den letzten Trainingspartner ten Hoffs, auf den farbigen Amerikaner Art Henrv.— Wilson Kohlbrecher trifft auf Ansell Adams. Im Mittelgewicht boxt der Stuttgarter Rechtsausleger Max Resch gegen Heinz Sänger(Celle). Allgemein rechnet man mit einem neuerlichen Erfolg des Schwaben. Das Boxen der Amateure Die Paarungen(vom Fliegen- bis Schwergewicht): Malchow(Weinheim)— Engel(1. FC Köln), Hahner(Essen)— Genelauszus(Leverkusen), Wilkat(Marktredwitz)— Kolz(SC West Köln). Johannpeter(Hamm)— Langer (SC West), Reithmeier(Regensburg)— Ruland (Düren), Hass Miesburg)— Pfaffenholz(SC West), Voigt(Post Düsseldorf)— Niederau (Aurora Köln), Hack(Hamburg)— Link(1. FC Köln), Sawitzki(Berlin)— Willer(Leverkusen), Schweitzer(Lörrach)— Minwegen (Colonia Köln). Um den vakanten Titel eines deutschen Bantamgewicht-Meisters sollen bis zum 26. September die Boxer Willibald Koch(Wiesbaden) und Hermann Lewandowski (Hamm) kämpfen. Amerikanischer Tennismeister im Herreneinzel wurde der Amerikaner Vic Seixas, der im Finale vor dreizehntausend Zuschauern den Australier Rex Hartwig in vier Sätzen mit 3:6, 6:2, 6:4 bezwang. Europameister Fütterer dürfte über 100 m una 200 m der überlegene Mann sein, wenn sich auch der Franzose Bonio(10,6) in Bern als sehr schnell erwies. Über 400 m haben Geister und Haas in dem Franzosen Degats einen zumindest gefährlichen Gegner. Über 800 m ist Dijan (1:51,9° Min.) zu beachten. Schalke vor Münster und RWE Düsseldorf. Nach drei Spieltagen haben von den Reserve-Mannschaften der 1. Liga West nur Schalke 04, Preußen Münster und Rotweiß Essen noch keinen Punkt abgegeben. Der erste Platz gehört auf Grund des besseren Torverhältnisses dem„Vorjahrsmeister“ Schalke, der mit Siegen von 7:2 in Aachen, 4:0 über Borussia M.-Gladbach und 3:0 in Meiderich einen famosen Start hatte. Ohne jeden Gewinnpunkt ist lediglich der Meidericher SpV. Bisher fiel nur ein Spiel(Leverkusen— Rotweiß Essen) infolge ungünstiger Platzverhältnisse aus. Die Tabelle: Auf der längeren Mittelstrecke darf man mit einem Doppelerfolg Luegs und Dohrows rechnen, ebenso über 5000 Meter durch Schade und Laufer, Öffen erscheinen dagegen die 10 000 Meter. Auf der 110-m- Hürdenstrecke hat Bert Steines von Dohen kaum etwas zu fürchten. Auf der längeren Hürdenstrecke dagegen dürften Bonah und Ulzheimer den Europadritten Cury(51,8) kaum schlagen können. Im 3000-m-Eindernislauf war Thumm in Bern klar besser als die Franzosen Prat und Lecat. Einen klaren Sieg für die Deutschen dürfte es in der 4 mal 100-m-Staffel geben, dagegen werden Geister, Bonah, Ulzheimer und Haas über 4 mal 400 Meter gegen Frankreichs Europameisterstaffel einen schweren Stand haben. In den technischen Übungen— außer dem Kugelstoßen, für das Frankreich in Thomas (15,35 m) einen starken Vertreter hat— sollte Deutschland klar dominieren. Ebenso im Hoch- und Weitsprung. Die zwanzig Wettbewerbe des Länderkampfes sind auf die beiden Tage wie folgt verteilt worden: Sonnabend, 11. September: 100 m, 110 m Hürden, 1500 m, 400 m, 10 000 m, 4 mal 100 m, Hochsprung, Weitsprung, Speerwerfen, Kugelstoßen. Sonntag, 12. September: 400 m Hürden, 200 m, 800 m, 3000 m Hindernis, 5000 m, 4 mal 400 m, Stabhochsprung, Dreisprung, Hammerwerfen, Diskuswerfen. Fütterers 10.3 zum Rekord angemeldet Schwenningen. Die 10,3 Sekunden, die Europameister Heinz Fütterer(Karlsruhe) am 1. September 1954 in Schwenningen über 100 m lief, wurden zur Bestätigung als Deurscher und Europarekord angemeldet. Sportwart Umgelter stellte danu fest, daß die Zeit mit vier Uhren ordnungsgemäß gestoppt wurde. Drei Uhren zeigten 10,3 Sekunden an. Die vierte Uhr registrierte 10,2 Sekunden. Außerdem herrschte völlige Windstille und die Bahnlänge summte genau. NOCH LÄCHELN SIE... Bei einen Berufsboxveranstaltung in Dortmund trafen sich erstmals die Gegner für den am Sonntag geplanten Kampf, Heinz Neuhaus und Dan Bucceroni. Der amerikanische Ranglistenboxer, der vor Jahresfrist Ex-Europameister Hein ten Hoff in den Staaten sicher nach Punkten bezwang, rechnet sich eine Chance in der Dortmunder Westfalenhalle aus. Zusammen mit Ex-Weltmeister Max Schmeling stellten sich Bucceroni(links) und Heinz Neuhaus(rechts) der Kamera. Steckbrief 2 Wir tippen im West-Süd-Block Mit Fütterer nach Paris-Colombe Erster Leichtathletik-Länderkampf gegen Frankreich nach dem Krieg Paris. Im alten Stadion des Pariser Vororts Colombes stehen sich am Sonntag die Leichtathleten Deutschlands und Frankreichs erstmals nach dem Krieg gegenüber. Deutschland hat bisher alle Länderkämpfe gegen Frankreich gewonnen und sollte auch diesen— er ist der vierzehnte— klar für sich entscheiden. WIRTSCHAFT UND ARBEIT Der Bergmann immer mehr Maschinist Deutsche Bergbau-Ausstellung 1954: Leistungsschau des technischen Fortschritts w- t.— Alle Heimatvertriebenen und Sowjetzonen-Flüchtlinge sollen jetzt wieder in Essen.— Die Deutsche Bergbau-Ausstellung 1954 wird die größte Ausstellung sein, die bisher in Essen durchgeführt wurde. Das Ausstellungsgelände an der Gruga wurde für sie bedeutend erweitert. Insgesamt steht eine Fläche von 135 000 qm zur Verfügung. Der ter der Verhandlungspartner den Vereinbarungen zugestimmt hat. Nach der Vereinbarung, die am 28. August von den Verhandlungskommissionen ausgehandelt worden war, wird der Ecklohn für den Metallfacharbeiter von 1.48 Mark um 8 Pfennig auf Grugaturm erhält ein Gegenstück, einen 28 1,56 Mark und das Tarifgehalt der Angem hohen Rundturm, der von der Einfallstraße her den Besucher einwinkt. Die Anmeldungen zeigen an, daß diese vierte Bergbauausstellung der Nachkriegszeit das verstärkte Interesse der Fachleute in aller Welt findet. Die Ausstellung wird von rund 400 Firmen der Zulieferindustrie beschickt. Sie gibt einen Überblick über Gewinnung und Förderung, Aufbereitung und Weiterverarbeitung der Steinkohle. In der Entwicklung der Bergstellten um 7 Prozent erhöht. Außerdem erhalten die Lehrlinge und Anlernlinge eine Zulage. Die Regelung gilt mindestens bis zum 31. Öktober 1955.— Ursprünglich hatten die Gewerkschaften eine Lohnerhöhung von 10 bis 12 Pfennig und eine Gehaltserhöhung von 8 Prozent verlangt. Das erste Arbeitgeberangebot betrug 5 Pfennig. Weniger Insolvenzen im Juli Bonn.— Im Juli hat die Zahl der InsolAktien für Belegschaft Bayer wiederholt Angebot Düsseldori— Die Farbenfabriken Bayer A.G. werden am Ende dieses Jahres ihren Werksangehörigen wiederum Aktien des Unternehmens zum Kauf anbieten. Die Bedingungen sollen später mitgeteilt wer- den Genuß früher abgeschlossener Lebensden. Im vorigen Jahr hatten die Farben- versicherungen kommen. Die Bundesregiefabriken Bayer den zum Empfang einer rung hat einen Gesetzentwurf vorbereitet, Jahresprämie Berechtigten für jede angefangenen 100 DM eine Aktie zum Nominalwert der es allen Vertriebenen und Flüchtlingen angeboten. Außerdem konnten die Jubilare erlauben soll, ihre bei der Währungsreform für ihre Prämien Aktien zum Kurse von erloschenen Ansprüche wieder geltend zu 110 kat en. von demeAngebot, die Jaes- machen. Nach den bisherigen gesetzlichen pramie in Aktien anzulegen, hatten 11 Prozent der Zeichnungsberechtigten Gebrauch Regelungen war dies nur denjenigen mögAlte Versicherungen leben auf Gesetzentwurf vorbereitet— 1,4 Millionen Flüchtlinge dürfen hoffen wanderung bis zum 31. Dezember 1952 als Bedingung gestellt werden. gemacht. Wie lange noch Doppelbelastung der Aktie? Stuttgart.— Das Präsidium des Bundes der Steuerzahler wandte sich in einer Verlautbarung gegen die Doppelbelastung der Aktie und empfahl als Übergangslösung eine weitere Senkung des Körperschaftssteuersatzes lich, die am Währungsstichtag, dem 20. Juni 1948, bereits ihren Wohnsitz im Bundesgebiet hatten. Dieser Termin soll jetzt aufgehoben werden, so daß auch die Lebensversicherungen der nachträglich Zugewanderten aufgewertet werden können. Nach statistischen Feststellungen sind seit Buderus 151 bzG 1948 insgesamt etwa 1,4 Millionen Menschen Burbach 147 bz Zu zahlreichen Abschlüssen kam es auf der Frankfurter Internationalen Herbstmesse und auf der Internationalen Lederwarenmesse in Öffenbach auch am Montag. Rheinisch-Westfälische Börse Tendenz: Behauptet. Industrie-Aktien Mannesmann 1397/ bz Accu-Hagen 121 bz G rep. Mülh, Berg 125½ bz Br. AEG 170¾ bz Nordwestd. Hütten 132 b2 Alls. Hoch-& Ing. 108 G Rh. Braunkohle 179 bz Badische Anilin 182 bz Rheinstahl 242 bz G Balcke Maschinen 144 G RWE 174 bz Bergb. Ew. Ludw. 117 bz Rheinmetall 20 G BMW 106½ bz Rheinpreußen 141 bz Bemberg 91 bz Grep. Rheinstahl-Union 145 bz Beton-& Monier 159 G Salzdetfurth 170¾ bz Boswau& Knauer 126 G Schering 235 3 Schiess 150 bz baumaschinen und Bergbaueinrichtungen sind venzen im Bundesgebiet weiter abgenom- für den ausgeschütteten Gewinn von 30 auf aus den men. Erfaßt wurden 405 neue Insolvenzen 20 Prozent, Außerdem setzte sich der Bund gegenüber 441 im Juni. Unter Einbeziehung der Steuerzahler für eine sinnvolle Verwirkdung neuartiger Werkstoffe im Betrieb über von 21 Anschlußkonkursen wurden 330 Kon- lichung des Gedankens der Betriebssteuer während der letzten Jahre bedeutende Fortschritte gemacht worden, auch die Verwenund unter Tage ist fortgeschritten. Die Ausstellung will über den Leistungsstand unterrichten, zugleich aber auch eine Lehrschau sein, die den Bergmann darin bestärkt, sich kurse(im Juni 351) und 96(109) Vergleichs- ein. Ein Gewerbetreibender dürfe nicht durch Linie und aus der Sowjetzone ins Bundes- Cassella 225 bz gebiet gekommen und haben hier ihren ständigen Wohnsitz genommen. Das Gesetz paimler 166½ bz gilt also für einen großen Personenkreis, Demag 183 bz Schwabenbräu 138 bz Siem. Stämme 186 bz Siem. Vorzüge 184½ bz Stamag 129½ bz Ver. DI. Nickel— Ver. Rumpus 88 G Ver. Stahlwerke 224½ b2 verfahren gezählt. 105 Verfahren(im Juni steuerliche Rücksichten veranlaßt werden, der bisher rechtlich benachteiligt war. Die Dt. Conti Gas 104) gelangten mangels Masse nicht zur Eröffnung. Innerhalb der Wirtschaftsgruppen bei seiner Arbeit noch mehr als bisher der verminderten sich die Insolvenzen am stärk- zur anderen überwechseln, für sein Unternehmen eine bestimmte Rechts- Lebensversicherungen sind bereit, die An- Dt. Erdöl 138¼ bz form zu wählen oder von einer Rechtsform sprüche dieser Flüchtlinge und Vertriebenen Didier 176 bz Wintershall 166 bz Zellwald 140 bz Hilfe von Maschinen zu bedienen. Auch der Jugend soll ein anregendes Bild vom Beruf des modernen Bergmanns gegeben werden, das an Lebendigkeit dadurch gewinnt. daß ein Großteil der Maschinen im Betrieb gezeigt wird. Dazu war eine umfangreiche Ausweitung der Energieversorgung sten im Bereich des Großhandels, während bei den Handwerksbetrieben eine Zunahme der Zahlungsschwierigkeiten zu verzeichnen war. Angestellte mit Stundenlohn anzuerkennen. Zunächst soll dabei die ZuRleine Umschau Dortm. Akt. Br. 175½ Ggank-Akti Dortm. Union 169 bz Commerzbank Liqui Bankverein Westd. 108 bz G 167½ bz G Farbenf. Bayer 186½ 2 Deutsche Bank Liqui IG Farben Liqui 38 b2 Rhein-Westf. B Feldmühle 193½ Knein.-Westf. Bank Felten 132½ bz— Dresdner Bank Liqui Goldschmidt 119½ b2 Br Dresdner Bank Liqui 166½ bz G Eine Bergberufsschule für 1200 Berglehrlinge Die Utrechter Herbstmesse, die am Dienstag sicht ein Vierpunkte-Programm der beiden eröffnet wurde, ist mit 2 632 Ausstellern aus eeieversorgung Düsseldorf.— Die IG Nahrung, Genuß, Hamborner Bergbaugesellschaften vor. Außerdem 24 Ländern beschickt. Unter den ausländischen des Ausstellungsgeländes erforderlich, Allein Gaststätten, Landesleitung Niedersachsen, umfaßt es den Bau eines Zentrallaboratoriums, Tellnehmern nimmt die Bundesrepublik mit die elektrischen Antriebsmotoren mit einer schließt mit ihren Angestellten Tarifverträge einer Werksfürsorge und die Erstellung von 627 Ausstellern den ersten Platz ein(vor Groß- Harpener 109 bz 13½ b. Es haben ab, auf Grund deren kaufmännische Ange- III Wohnungen. britannien mit 259 und den USA mit 103 Aus- Hindrichs Auff. 57G Rh-Ruhr-Bank 164 bzC einen Strombedarf, der dem einer Stadt von 20 000 Einwohnern entspricht. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Steinkohlenbergbauvereins. Der Unternehmerverband gliedert eine Sonderschau„Kohle 1954“ an, die der schicksalhaften Frage nachgeht, ob das Zeitalter der Kchle dem Ende entgegen gehe. Es werden die Wandlungen in der Kohleverwertung aufgezeigt und die neuen Möglichkeiten dargetan, die sich ihr erschließen, und die planvoll auszubauen una zu nutzen schließtich auch eine Lebensfrage des Reviers ist. Die Deutsche Bergbau-Ausstellung wird am „September eröffnet und dauert bis zum 3. Oktober. stellte vom leitenden Geschäftsführer bis zur Stenotypistin Stundenlöhne erhalten. Selbständig arbeitende kaufmännische und technische Angestellte erhalten danach einen Stundenlohn von 1,50 DM, Stenotypistinnen von 0,90 DM. Die„Deutsche Handelswacht“, das Organ des DHV wendet sich mit allem Nachdruck gegen derartige Nivellierungstendenzen. Freiverkehr Hüttendtrektor Gerhard Bruns, Mitglied des stellern). Gezeigt werden u. a. medizinische Hochtief 131 bz Vorstandes der Hüttenwerk Oberhausen AG Instrumente, pharmazeutische Produkte, Büro- Hoechster Farben 184 bzChemie-Faser Inh. 101-107 wurde zu seinem 63. Geburtstag mit dem Großen und Industriebedarf, Maschinen und Möbel. Kabel Rheydt 178 bz BrNorddt. Lloyd 42-44 Verd stkreuz dverdienstordens der Bundes Die Arbeltsgemeinschaft für soziale Betriebsrepublik ausgezeichnet. gestaltung stellt auf ihrer dritten Sondertagung Auf der Leipziger Messe wurden am ersten für technische und kaufmännische FührungsTag über 83 000 Besucher gezählt, Eln Rundgang kräfte von Industriebetrieben am 15. und durch die Messchäuser und die Technische Messe 16. Oktober in Heidelberg das Thema„Uber die bestätigt den internationalen Charakter der Zeitnot und ihre Folgen in der industriellen Leipziger Messe in diesem Jahr. Kall-Chemie 171 G Eisenhütten Köln— Phrix Namens 431/-47½ Gutehoffnungshütte— Karstadt 169 bz Phrix-Inh. 56-60 Kaufhof 165 bz Rhein. Kunstseide 87-91 Krefft 80 bzG Schulth. Stämme 27-31 Elsen- und Hüttenwerke 113. Stahlwerke Bochum 122½, Bergbau Neue Hoffnung 117, Struktureller Umbau in China 45,39 Prozent des Gesamtbudgets für Ausbau der Schwerindustrie Neue Tarite in Kraft Dusseldori.— Die zwischen den Sozialausgehandelten neuen Tarife für pore" 000 Arbeiter und Angestellte der arhein-westfälischen Metallindustrie sind wirkend vom 1. September an in Kraft Berenen nachdem am Montag auch die sche Angemtellten-Gewerkschaft als letzHonzkoni— Den beschleunigten Ausbau der chinesischen Schwerindustrie mit dem Ziel eines strukturellen Umbaus der chinesischen Wirtschaft kündigten Regierungssprecher der chinesischen Volksrepublik in einer Pressekonferenz an. Danach will die Regierung in diesem Jahr— dem zweiten Jahr des Fünfjahresplanes— 45,39 Prozent des Gesamtbudgets für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes und davon nahezu die Hälfte für die industrielle Entwicklung bereitstellen. Neben der SchwerinduArbeitswelt“ zur Diskussion. Arbeitswissenschaftler, Ärzte, Psychologen und Wirtschafts- Betelligungs-Ges. Ruhrort 252, Gutehoffnungsführer werden über die gesundhettlichen Über- hütte Aktienv. 163½, Hüttenwerke Oberhausen lastungsschäden, die sich bel leitenden Männern 132, Altenessener Bergwerks 119¼, Hoeschder Wirtschaft bemerkbar machen, referieren, Werke 126¼, Industriewerte 117, Bergwerke Königsborn-Werne 123, Klöckner-Humboldt-Deutz Bundeswirtschaftsminister Erhard und der bel 155. Stahlwerke Südwostfalen 128%, Augustgische Außenhandelsminister Larock sind der Thyssen-Hütte 130½, Deutsche Edelstahlwerke Ansicht, daß die Bestrebungen nicht erlänmen 152 Br. Dortmund-Hörder Hütten 122½, Gelsendürften, durch welteren Abbau von Handels- kirchener Bergwerks 122, Gußstahl Bochunor isset und der ang zur Konverti- Verein 124, Gußstahl Witten 192 Br. Hamborne bilität so schnell wie möglich zu einem freien Bergbau 120½, Handelsunion AG 181½, HôttenWelthandel zu gelangen. werke Phoenix 130, Hüttenwerke Siegeriand 12, von ansone, Stan- Baurat Dipl.-Ing. Glertz, Dozent für Verbren- Niederrheinische Hütte 139, Rheinische Röhrenund NE-Metallhütten, Kraftwerken und einer nungskraftmaschinen und Konstruktionslehre an werke 147, Rhelnisch-Westf. Elsen 152, RunrAutomobilfabrik und die Aufnahme der der Staatlichen Ingenleurschule Wuppertal, stahl 161, Zeche Erin 170 G. Traktoren-Produktion. Auch der Kohlenberg- wurde vom nordrhein- westfälischen Kultus- Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland bau, die Rohölverarbeitung, chemische Fa- minister als Leiter der Ingenleurschule für briken und Textilfabriken sollen gefördert Maschinenwesen in Dort lund berufen. I0kA 1A3a». M. Baurat Giertz war nach 15jährlger Industriewerden.— Zwischen 1950 und 1953 soll die praxis sieben Jahre in Wuppertal tätig, außer- Wechselstuben kaufen 455 DM-Ost für 100 DMZahl der Industriearbeiter um mehr als dem Mitarbeiter beim Reglerungspräsidenten in West und verkaufen 100 DM-Ost für 23.34 DM zwei Millionen zugenommen haben. Düsseldorf für Ingenleurschulfragen. West. strie sollen vor allem Verkehrswege, Leichtindustrie, Landwirtschaft und Handel ausgebaut werden. Zu den schwerindustriellen Projekten gchören der Bau von Eisen-, StahlDM-West— DM-Ost Frankfurt(Main), 7. September.(vwd)— Die Krlegsgräberfahrt in die Elfel Kein Öpfer für die Gefallenen zu gering! Pflege der erhabenen und wurdigen Ehrenanlagen ein Anliegen des Volkes Olpe. Der Kreisverband Olpe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge besuchte am 29. August mit 114 Teilnehmern die großen Kriegsgräber-Ehrenanlagen in der Eifel. Bei schönem Wetter ging die Fahrt über Siegburg zum Soldatenfriedhof Ittenbach. Auf der im Siebengebirge gelegenen Ehrenstätte ruhen 1857 jugendliche Gefallene. Hier wurde unter den drei Hochkreuzen zu Ehren der Gefallenen ein Kranz niedergelegt. Alsdann ging die Fahrt zum Friedhof Kloster Steinfeld im Kreise Schleiden. Im alten, ehrwürdigen Kloster wurde für die Fahrtteilnehmer ein Gottesdienst gehalten. OKD Dr. Gerhardes aus Schleiden begrüßte die Besucher aus dem Kroise Olpe mit herzlichen Worten und gab einen Ueberblick über die Entstehung des Friedhofes und die Kriegsgeschehnisse im Kreise Schleiden. Durch seine freundliche Vermittlung hatten alle Fahrtteilnehmer Gelegenheit, die im Kloster befindliche weltberühmte Bach-Orgel zu hören und GEORG HESSMANN Winterbergstr. 20 OLPE Westfälische Str. 15 nachfolgend in einem Sondervortrag über die geschichtliche Entwicklung des Klosters Näheres zu erfahren. Anschließend wurde die Kirche mit dem Grab des hl. Hermann-Josef und die Sakristei mit ihren reichhaltigen Kunstschätzen besichtigt. Nach diesem, für alle Fahrtteilnehmer außergewöhnlichen Erlebnis, das die rechte Einstellung und Stimmung für die weitere Fahrt gebracht hatte, wurde die Ehrenanlage des Klosters besucht. Hier haben in der Umgebung des alten Klosters Steinfeld 633 gefallene Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden. Der Friedhof ist durch seine Lage landschaftlich in den Bereich des Klosters einbezogen worden. Besonders schön ist für die Besucher der Ehrenanlage der Elicl zum Kloster Steinfeld. Ueber je zwei Gräbern erhebt sich ein schlichtes Grabkreuz aus der bodenständigen Grauwacke. Auf einem Plattenplatz inmitten der Gräber erhebt sich als geistiger Mittelpunkt das Hochkreuz. Anschließend ging die Fahrt zum Soldatenfriedhof Gemünd. Hier ruhen 783 Soldaten auf verhältinsmäßig kleinem Raum. Besonders eindrucksvoll zeigt sich auf dem steilen Weg plötzlich und unvermittelt die mächtige, aus Eifeler Grauwacke gemauerte Bastion. Nach Begang der schmalen Treppe zur Bastion mit ihrer wuchtigen, aber formedlen Schwere, bannen unvermittelt Hunderte helle Steinkreuze. Von 566 unbekannten Soldaten wurden bei der Umbettung 232 identifiziert. Dem Friedhofserbauer ist es gelungen, durch einfache Gestaltung das Herbe und Natürliche der Eifellandschaft hervorzuheben. Die Anlage beeindruckt durch die tiefe Stille inmitten von Wiesen. Wäldern und Ginsterhängen. Ihre Kreuze blicken weit und anklagend über die Täler und Höhen der Eifel. Auf der Fahrt von Gemünd zum Friedhof Vossenack im Hürtgenwald war den Fahrtteilnehmern Gelegenheit gegeben, die besonders eigenartige Eifellandschaft mit ihren steilen Hängen kennenzulernen. Deutlich waren noch überall die Spuren des zweiten Weltkrieges zu erkennen. Der Weg führte vorbei an der großen Rurtalsperre, deren gewaltiger Staudamm überquert wurde. Tausende von Ausflüglern hatten sich hier eingefunden. Kilometerlang war die Schlange der parkenden Fahrzeuge aus dem In- und Auslande. Der Friedhof Vossenaack, auf dem etwa 2000 Tote die letzte Ruhe gefunden haben, liegt nur 3 km neben dem groben Friedhof Hürtgenwald. Am Friedhofseingang befinden sich auf gemauerten Sockeln zwei mahnende Engel in Bronze gegossen. Sie weisen den Weg zu den großen Gräberfeldern. Der im großen Rechteck angelegte Friednof Ist umgeben von einer aus Eifeler Grauwacke bestehenden Trockenmauer, auf deren Rand Günsterbüsche wachsen. Im Blickfeld des Friedhofs steht der große Gedenkstein als Mahnmal des Friedens. Ein besonderes Erlebnis war der Vortrag von Hauptmann Erasmus, der zufällig anwesend war und mit seiner Truppe um Vossenack gekämpft hatte. Nach dem Kriege hat sich der ehemalige Hauptmann die Aufgabe gestellt, seine Soldaten zusammenzutragen und ihnen eine würdige Ruhestätte zu schaffen. Aus seinen Worten klangen Liebe und Verantwortung für seine toten Mitkämpfer. Er ist als der eigentliche Erbauer der Ehrenstätte Vossenack anzusehen. Erst 1949 hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Anlage übernommen und endgültig ausgebaut. In Vossenack sind die Toten des Grenzkreises Monschau und auf der etwa 3 km entfernt gelegenen Ehrenanlage in Hürtgen die Gefallenen des Kreises Düren. insgesamt 2715, zur letzten Ruhe gebettet. Aus unwegsamen Wäldern. von Straßen, aus Feldern, aus zahlreichen kleinen Friedhöfen, die von den Truppen piovisorisch angelegt worden waren, vurden die Toten auf den Soldatenfriedhof Hürtgen umgebettet. Der Volksbund hat hier mit großen Schwierigkeiten ein Werk geschaffen, das der Größe des Opfers der hier ruhenden Soldaten gerecht wird. Unter einer Decke von Heidekraut, Moos und wilden Blumen schlafen hier die gefallenen Soldaten. Auf den langgeschwungenen Gräberreihen stehen die steinernen Doppelkreuze. Ein einzigartiger Friedhof in seiner Art. Auf vielen Kreuzen steht noch kein Name. Vielleicht wird eine Identifizierung mögKurzberichte aus Schiedsmänner gewählt Kreis Olpe. Auf Vorschlag des Kreisausschußes beschloß der Kreistag folgendes: Zum Schiedsmann für den gemeinsamen Schiedsmannsbezirk der Gemeinden Kirchhundem und Heinsberg werden der bisherige Schiedsmann Josef Fischer. Altenhundem, und zum Schiedsmannsstellvertreter der bisherige Schiedsmannsstellvertreter Josef Beckmann, Würdinghausen. wiedergewählt. IG Metall erstattete Bericht Olpe. Die Versammlung der IG Metall war am vergangenen Sonntag im Schwanensaal stark besucht. Bezirkssekretär Trawinski aus Hagen berichtete über den Verlauf der Lohnverhandlungen, die in Schwelm und Düsseldorf geführt wurden und am Wochenende endgültig von der Großen Tarifkommission gebilligt wurden. Die Erhöhung der Löhne wird in Kürze für jeden Arbeitnehmer wirksam. Verhandlungen über eine Umgruppierung des Kreises Olpe von der Stufe B in die Stufe A sollen demnächst aufgenommen werden. Der Redner forderte die Mitglieder der IG Metall auf, die Lohnforderungen als echte Gemeinschaftsangelegenheit zu betrachten und nicht allein die Funktionäre bestimmen zu lassen. Als nächstes Ziel nannte er die„Zementierung“ der Effektivlöhne. Ehrung der Jubilare Maumke. In der Pause des großen Konzerts der Olper Musiker auf dem Jubiläumsfest in der Volkshalle, fand die Ehrung der Jubilare durch Kreisbrandmeister Heller, Olpe, statt. der den Nachstehenden seinen Dank aussprach: Brandlich sein; vielleicht aber wird es auch bei dem bitteren Wort„Unbekannt“ bleiben. Die Doppelreihen der Gräber haben alle die Richtung zum großen, wuchtigen Hochkreuz, das in seiner schlichten Schönheit und erhabenen Größe weit hineinleuchtet in das ehemalige Kampfgebiet der verbrannten Erde des Hürtgenwaldes, der heute wieder seinen Frieden hat! Hier auf der Höhe des Hürtgenwaldes endete die Fahrt zu den Ehrenstätten unserer Gefallenen. Kreisoberinspektor Hesse, der die Fahrt leitete, mahnte die Teilnehmer, für die Belange der Kriegsgräberfürsorge zu werben und immer dafür einzustehen, damit der Bund in der Lage bleibt, die Ehrenstätten für die, die ihr Leben für Volk und Vaterland gaben, zu pflegen und zu erhalten. dem Kreise Olpe meister a. D. J. Hermes, Oberfeuerwehrmann A. Scheele, H. Baumhoff, B Beule, H. Duwenhögger, L. Duwenhögger, Frz. Wurm, J. Schneider, L. Sauer, Frz. Born. Zu Oberfeuerwehrmännern wurden befördert: E. Köster, K. Krippendorf. W. Rath, J. Blefgen, Th. Hufnagel. J. Flamme, W. Gerbe und Th. Scheele. Hohes Alter Heggen. Witwe Maria Müller wurde in seltener Frische und Rüstigkeit am vergangenen Sonntag 84 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Heggen. Die Maurerarbeiten an der Vikarie und dem Jugendheim sind soweit vorgeschritten, daß in Kürze das Richtfest gefeiert werden kann. Die ganze Gemeinde ist über den schnellen Gang der Arbeit sehr erfreut. Gerlingen. Morgen feiert der Pensionar Franz Bieleke seinen 84. Geburtstag.— Gestern wurde die Witwe Maria Brüser geb. Busenhagen 71 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Blitzschäden am Elektrozaun Listerscheid. Bei dem kurzen, aber heftigen Gewitter am Sonntagmorgen nahm sich ein Blitz unter gewaltiger Detonation den eigenartigen Weg durch einen Elektrozaun einer dem Ort naheliegenden Weide. Die Aparatur im Gehöft wurde aus der Wand gerissen und völlig zerstört. Auf dem Wege durch den Rest des Zaunes sprang der Blitz über auf eine entfernt stehende Eiche, deren Stamm angesengt wurde. Uebungsabend des DRK Attendorn. Die Bereitschaft des DRK hat für heute abend um 8 Uhr zu einem Uebungsabend im Lokal Vaut eingeladen. Die Mitglieder der Bereitschaft sind aufgefordert, diesen wichtigen Dienstabend ohne Ausnahme zu besuchen. Mitteilung des Arbeitsamtes Grevenbrück. Wegen des Kreistierschaufestes am Donnerstag in Grrevenbrück, werden hier die Unterstüzungen durch das Arbeitsamt erst am Freitag in der Zeit von 12 bis 13.30 Uhr gezahlt. Auszahlungsort ist die Schützenhalle. Maumke. Der Invalide Johann Kirchhoff feierte am Sonntag in körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Herzlichen Gllückwunsch! Oberelspe. Gestern wurde die Witwe Anna Linn 75 Jahre alt. Wir gratulieren Umtausch! Schafwolle- Wollstricklumpen Wir tauschen Ihre Schafwolle und gewaschenen Wollstricklumpen gegen la Kammgarn(SportStrumpf-Schweißwolle- Perlon verstärkt) in großer Farbauswahl. Weiterhin tauschen wir modische Strickwaren wie Westen, Pullo ver. Pararellos usw., handgewebte Tischdecken und Xissenplatten. Donnerstag, den 9. Sept. 1954 an folgenden Gasthöfen 8.00— 8.45 Schönau, Wurm 9.00— 9.45 Altenhof, Wilmes 10.00—10.45 Wenden, a. d. Kirche 11.00—11.45 Gerlingen, Vogelheim 12.00—12.45 Hillmicke, a. d Schule 13.00—13.45 Brün. Wacker 14.00—14.45 Rothemühle, zur Post 15.00—15.45 Ottfingen. Niklas 16.00—16.45 Römershagen, Wurm 17.00—17.45 Hünsborn, Wilmes Freitag, den 10. Sept. 1954 an folgenden Gasthöfen 8.00— 8.30 O“hundem, Brüggem. 8.00— 8.30 Rinsecke, Kaiser 9.00— 9.30 Selbecke, Lennepe 9.00— 9.30 Marmecke, Reichling 10.00—10.30 Albaum, zur Post 10.00—10.30 Heinsberg, Schwermer 11.00—11.30 Würdinghausen, Liese 11.00—11.30 Kirchhundem, Siebert 12.00—12,30 Wirme, Grewe 12.00—12.30 Brachthausen, z. Post 13.00—13.30 Varste, Neuhaus 13.00—13.30 Silberg, Schuppert 14.00—14.30 Benolpe, Hatzfeld 14.00—14.30 W.-Ennest, Schröder 15.00—15.30 Rahrbach, Kaiser 15.00—15.30 Kruberg. Klein 16.00—16.30 Hofolpe, Cordes 17.00—17.30 Altenhundem Schneider, Bickmann 17.00—17.30 Meggen, Dröge 8.00— 8.45 Lenne, Grobbel 9.00— 9.45 Milchenbach, Voß 10.00—10.45 Saalhausen, Rameil 11.00—11.45 Langenel, am Bahnhof 12.00—12.45 Bilstein, zur Linde 13.00—13.45 Kirchveischede, Jägerheim 14.00—14.45 Oberveischede Jägerheim 15.00—15.45 Rhode, Gastreich 16.00—16.45 Sondern, Kühn 17.00—17.45 Listernohl, Beckmann 8.00— 8.45 Elben, Clemens 9.00— 9.45 Saßmicke, Arens 10.00—10.45 Dahl, Ortsmitte 11.00—11.45 Rhonard, Ohm 12.00—12.45 Thieringhausen Schröder 13.00—13.45 A'kleusheim, Mester 14.00—14.45 N“kleusheim, Kaufm. 15.00—15.45 Rehringhausen, Nies 16.00—17.30 Olpe, Müller Samstag, den 11. Sept. 1954 an folgenden Gasthöfen 8.00— 8.30 Maumke, Hufnagel 8.00— 8.30 Bonzel, Ortsmitte 9.00— 9.30 Elspe, Wwe. Boerger 9.00— 9.30 Halberbracht, Hufnagel 10.00—10.30 Obereispe, Müller 10.00—10.30 Burbecke. Gödecke 11.00—11.30 Grevenbrück, Boerger 11.00—11.30 Mecklinghausen. Schnepper 12.00—12.30 Silbecke, Ortsmitte 12.00—12.30 Dünschede, Teipel 13.00—13.30 N.-Helden, Struck 13.00—13.30 Helden, Metten 14.00—14.20 Repe, Wurm 14.00—14.30 Rieflinghausen, Klein 8.00— 8.65 Husten, Viedenz 9.00— 9.45 Iseringhausen, Viedenz 10.00—10.30 Brachtpe, a. d 10.30—11.00 Berlinghausen, z. alten Esche 11.00—11.45 Drolshagen, Bone 12.00—12.45 Wegeringhausen. Bock 13.00—13.45 Junkernhöhe, Stahlhacke 14.00—14.45 Schreibershof, Lüttecke 8.00— 8.45 Albringhausen, Ortsmitte 9.00— 9.45 Attendorn, Kaiserhof 0.00—10.45 Windhausen, Hüttemann 11.00—11.45 Lichtringhausen. Kirche Schafft schöne und gesunde Ställe! Wir liefern dazu: Die Rinn-Rinne mit abnehmbarem Deckel und eigenem Gefalle, Stallsinkkasten und Stallartikel ab Lager und frei Baustelle. Josef Bender K.-G., Baustoffe Gerlingen Kreis Olpe Verkaufslager der Rinn-Rinne Die schönste Nachurlaubstreude ist eine Verschönerung Ihres Heimes. 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