23 Saverländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANST Anteigen-Grundpreise: Im Höhe in der Kleinspalte(22 mm VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE im Anzeigentell 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit): Im Texttell 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm brett) Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olne 1. Westf 119. Jehrgang— Nr. 206 TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Montag, den 6. September 1954 Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V." erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbezlehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf Einzelverkaufspreis 15 Pf Papstbotschaft an Fulda 200000 erlebten die machtvolle Abschlußkundgebung des 76. Deutschen Katholikentages Fulda.(dpa) Der 76. Deutsche Katholikentag ging am gestrigen Sonntag mit einer machtvollen Kundgebung von 200 000 Gläubigen zu Ende. Karl Fürst zu Löwenstein verlas ein Grußwort des Papstes, in dem er um die Gnade für die Anwesenden bat, Zeugnis für Christus abzulegen: beharrlich aus der Kraft täglichen inbrünstigen Gebetes, in einfacher, allem Luxus, aller Verschwendung, aller Überbetonung des materiellen abholden christlichen Lebensführung. BEGEGNUNGEN IN FULDA Der 76. Deutsche Katholikentag in Fulda gab Gelegenheit zu manchen Begegnungen. Unser obiges Bild zeigt(von links nach rechts): den Fuldaer Bischof Dr. Dietz, Bundesarbeitsminister Storch und den Paderborner Erzbischof Dr. Jaeger. Das untere Bild gibt einen Blick in den dicht bevölkerten Schloßpark während einer Lautsprecherübertragung. Am Morgen wurde vom Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Münch ein Pontifikalamt zelebriert. In der Predigt sagte der Paderborner Erzbischof Dr. Jaeger. wer glaube, die ernsthafte Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Protestanten zunichte machen und daraus politisches Kapital schlagen zu können, befinde sich in einem Irrtum. Das moderne Leben verlange, daß die beiden Kirchen miteinander auskämen. Beide seien fest dazu entschlossen. Katholiken und Protestanten stünden immer wieder gemeinsamen Feinden gegenüber und hätten vollstes Vertrauen und gegenseitige Hochachtung voreinander. „Uns trennen keine Zonengrenzen“ Bei der Schlußkundgebung sagte der Präsident des Katholikentags, Bundesarbeitsminister Storch, heute trennten Der Sport in Rürze In der Fußballoberliga West setzte sich der 1. FC Köln nach einem 4:1 über den Ortsrivalen Preußen Dellbrück an die Spitze der Tabelle. Neuer Europameister über 200 m Brust der Männer und Frauen wurden der Leipziger Bodinger und Ursula Happe(Dortmund). Fangio sicherte sich auf der Bahn von Monza den Großen Preis von Italien. Neuer Deutscher Meister im Rollhockey wurde der Vorjahrsmeister E.R.S.G. Walsum. Auf dem Eilenriedenrennen sicherten sich in der 125-ccm-Klasse Werner Haas, in der 350-ccm-Klasse H. P. Müller und in der 250-cem-Klasse nach hartem Duell Weltmeister Werner Haas die Titel. uns keine Zonengrenzen und kein Eiserner Vorhang. An das deutsche Volk sei die Frage gestellt: ob die Einheit, nach der sich die Völker sehnen, eine Einheit der Freiheit oder der Gewalt, eine Einheit im Guten oder Bösen sein solle. Das erstrebte geeinte Europa mit einem wiedervereinten freien Deutschland werde eine um so stärkere Friedensmacht sein, je klarer es Gott als den Herrn der Geschichte anerkenne. Minister Storch verlas dann nach den Grüßen des Apostolischen Nuntius in Deutschland und seinem Segen ein Grußwort des Bundespräsidenten Prof. Heuß. Storch übermittelte ferner eine Botschaft des Bundeskanzlers.„Wenn die Sturmflut aus dem Östen sich über die Bundesrepublik, über Westeuropa ergießt“, mahnte Dr. Adenauer,„„können wir für lange Zeit nicht mehr von einem christlichen Europa sprechen.“ In solchen Zeiten gehöre der Christ mitten hinein in das politische Leben. Kardinal Frings sprach im Auftrag der deutschen Bischöfe das Schlußwort. Zum Abschluß der Feier erteilte der Fuldaer Bischof Dr. Dietz den Segen. Der 76. Deutsche Katholikentag endete mit dem Tedeum, in das alle Glocken der Bonifatiusstadt einstimmten. London-Konferenz Mitte September Auch Kanada ist eingeladen Adenauer attackiert Mendès-France „Der französische Ministerpräsident wollte EVG zerstören“— Frankreich habe sich isoliert London.(Reuter) Die britischen diplomatischen Vertreter in Washington, Ottawa und den sechs EVG-Staaten haben Anweisung erhalten, den Regierungen, bei denen sie akkreditiert sind, endgultige britische Vorschläge für eine Konferenz über die Lage nach dem Scheitern der EVG zu unterbreiten. Sie soll Mitte September in London stattfinden. Die Konferenz soll auf Außenministerebene stattfinden und endgültige Vorschläge für die geplante NATO-Ratssitzung in New York ausarbeiten. In London wurde gestern erklärt, daß die britische Regierung ihren ursprünglichen Vorschlag auf eine Achtmächtekonferenz aur neun Mächte erweitert habe, nachdem die kanadische Regierung gebeten hatte, über jede neue Entwicklungsstufe in der Frage einer deutschen Beteiligung an der Verteidigung des Westens konsultiert zu werden. Auf der Konferenz soll über die Form des deutschen Verteidigungsbeitrags nach der Ablehnung der EVG durch die französische Nationalversammlung und über die Gewährung der Souveränität an die Bundesrepublik gesprochen werden. London.(Korr.) Er bedauere sagen zu müssen, daß Mendès-France die EVG zerstoren wollte, sagte Bundeskanzler Dr. Adenauer in einer Unterredung mit der Londoner„Times“. Die Gaullisten, die Kommunisten und die Mißmutigen hätten sich vereinigt, um den Vertrag zu Fall zu bringen.„Wichtig ist die Feststellung, daß Mendès-France keine Mehrheit hinter sich hat.“ Bundeskanzler Dr. Adenauer fuhr fort:„Der gute Wille, den Deutschland seit dem Ende des Krieges gezeigt hat, und der Wunsch, daß wir und die Franzosen in Kameradschaft und Freundschaft zusammengehen, sind enttäuscht worden.“ Die Abstimmung in der Nationalversammlung, so sagte Adenauer dann, ist die zweite große Niederlage, die in der letzten Zeit die Vereinigten Staaten in der Diplomatie erlitten. Die erste war Genf. Der Bundeskanzler vertrat dann stärkstens das Recht der Bundesrepublik auf Souveränität und Selbstverteidigung.„Unsere Wiederbewaffnung wird nicht aus militärischen Gründen erfolgen. Sie wird sich innerhalb der Grenzen halten, die die europäische Konzeption vorschreibt. Ich gebe diese Versicherung in feierlichster Art.“ Auf die Frage, ob er glaube, Frankreich wolle die alte französisch-russische Allianz wieder ins Leben rufen, antwortete der Kanzler, Mendès-France scheine nicht zu verstehen, daß sich das Frankreich von heute einem ganz anderen Rußland gegenübersehe.„Nur wenn wir Europäer zusammenhalten, können wir gegenüber dem kommunistischen Rußland bestehen. Dies versteht unglücklicherweise MendèsFrance auch nicht.“ Es könne keine Rede von einer Isolierung Frankreichs sein Es habe sich selbst von Europa und von den Vereinigten Staaten isoliert. Bedauern in Paris In Paris haben diese Erklärungen Adenauers Bedauern hervorgerufen. Sie seien geeignet, die deutsch-französische Verständigung zu erschweren. Frankreich könne vor allem die Äußerungen nicht hinnehmen, die auf eine direkte Einmischung des Bundeskanzlers in die französische Politik hinausliefen. Die Zeitung „Le Monde“ betont, Molotow habe mit seiner Genfer Rede das Kabinett Laniel gestürzt.„War Bundeskanzler Adenauer auf diese Lorbeeren neidisch und möchte er vielleicht den Sturz der Regierung Mendès-France herbeiführen?“ Straßenzüge weggerissen Patna.(Reuter) Mehrere Gebiete in Nordostindien und Ostpakistan wurden am Wochenende von einer neuen Überschwemmung heimgesucht. Die Fluten des Brahmaputra drangen in die Stadt Dibrugarh in Assam ein, rissen ganze Straßenzüge hinweg und zwangen die Bevölkerung zur Flucht. Sintflutartige Monsunregen halten an. In den Überschwemmungsgebieten des Brahmaputra ist eine Cholera- und TyphusEpidemie ausgebrochen. Sanitätseinheiten der amerikanischen Armee haben zusammen mit pakistanischen Dienststellen eine Chinesen ziehen Truppen zurück Die Antwort Pekings auf die Evakuierung der USA-Truppen Niederländisches Flugzeug abgestürzt Nach dem Start in Irland— 27 Todesopfer Shannon(Irland). 27 Todesopfer forderte der Absturz eines holländischen Verkehrsflugzeuges in unmittelbarer Nähe des irischen Transatlantikflughafens Shannon. 29 Personen wurden gerettet. Die abgestürzte Maschine, eine Superconstallation mit dem Namen„Triton“, war gerade nach New York gestartet, als je aus bisher unbekannten Gründen in den sumpfigen Shannon-Fluß stürzte. Die meisten Passagiere, die an Land gebracht wurden, waren von Kopf bis Fuß mit schwarzem Schlick bedeckt. Nur an ihren timmen konnte man erkennen, ob es anner oder Frauen waren. Sie hatten durch die ausgeschlagenen Fenster sich des Flugzeugs ins Freie gekämpft, während die Maschine allmählich versank. Als der Bordfunker der„Triton“ die Unglücksnachricht nach dem Flugplatz brachte, versuchte ein kleines Privatflugzeug, zur Suche nach Überlebenden aufzusteigen. Es verunglückte aber beim Start und ging in Trümmer. Die beiden Piloten wurden gerettet. Aus der Passagierliste der KLM geht hervor, daß an Bord der abgestürzten Maschine drei Deutsche waren. Einer von ihnen ist E. F. Haver, der gerettet worden ist. Unter den vermißten Passagieren sind die Deutschen H. W. und Frau H. C. M. Habig. Die meisten Insassen der Maschine waren Amerikaner. Pjöngjang(Hsinkua). Sieben chinesische Divisionen werden im Laufe des September und Oktober aus Nordkorea zuruckgezogen, erklärte gestern ein Sprecher des chinesischen Hauptquartiers in Pjöngjang. Er gab auch bekannt, daß der bisherige Oberbefehlshaber der chinesischen Truppen in Korea, General Peng Teh Huai, zurückgetreten sei. Sein Nachfolger ist General Teng Hua. Mitte August war bekanntgegeben worden, daß vier der sechs USA-Divisionen in Südkorea in Kürze zurückgezogen werden und daß die britische Division auf Brigadestärke reduziert werde. USA-Flugzeug abgeschossen Washington.(INS) Ein Beobachtungsflugzeug der USA-Luftwaffe wurde gestern über dem Japanischen Meer, 50 Kilometer vor der sibirischen Küste, von zwei Düsenjägern abgeschossen. Neun Überlebende wurden gerettet. Das USAVerteidigungsministerium erklärt, daß es sich bei den Düsenjägern wahrscheinlich um MIG 15 gehandelt habe. Der stellvertretende sowjetische Außenminister Gromyko übergab dem USABotschafter in Moskau gestern eine Note, in der gegen die angebliche Verletzung des sowjetischen Luftraums durch ein amerikanisches Flugzeug protestiert wird. In der Sowjetnote heißt es, daß die amerikanische Maschine auf zwei sowjetische Jäger, die sich ihr näherten, das Feuer eröffnete. Die sowjetischen Flugzeuge wären gezwungen gewesen, zurückzufeuern. Deutsche Bergbau-Ausstellung Essen.(lnw) Auf der„Deutschen Bergbau-Ausstellung 1954“, die vom 18. September bis 3. Öktober in Essen stattfindet, werden 400 Firmen der deutschen Bergwerksmaschinen- und Bergbauzuliefererindustrie ihre Erzeugnisse ausstellen. Dabei wird eine Reihe bergbautechnischer Neuentwicklungen sein. ................ Wie wird das Wetter? Im ganzen freundlich Auf der Vorderseite eines bei Irland liegenden Tiefdruckgebiets ziehen schwache Störungen nach Nordosten, die noch keine durchgreifende Änderung des Wetters bringen. Vorhersage für Montag: Bei schwachen bis mäßigen südwestlichen Winden wechselnd wolkig. Höchstens geringfügiger Regen. Tageshöchsttemperaturen wieder bis nahe 25 Grad ansteigend. Weitere Aussichten: Noch keine durchgreifende Änderung, ziemlich warm. Massenschutzimpfung begonnen. Allein in Uttar Pradesh sind zwei Millionen Menschen von der Flutkatastrophe betroffen. Gefängnis wegen Konkursverbrechen Bielefeld.(lnw) Ein Bielefelder Gericht verurteilte nach sechswöchiger Verhandlung den Radio- und Elektrogroßhändler Obermann aus Kirchlengern(Kreis Herford) zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Er wurde des Konkursverbrechens, des Betruges. Falscheides und der Untreue für schuldig befunden. Laut Beweisaufnahme hat der Verurteilte große Firmen der Rundfunkindustrie um mehrere 100 000 Mark geschädigt. Der jetzt 30 Jahre alte Obermann hatte das von seinem Großvater geerbte Radiogeschäft durch kaufmännische Unerfahrenheit in finanzielle Schwierigkeiten gebracht, trotz zahlreicher Schleuderverkäufe wuchsen seine Schuiden Unwetter in Bayern Schwere Schäden wurden in Bayern durch Gewitter angerichtet. In Mittelfranken wurden neun Gehöfte vom Blit: getroffen und brannten nieder. Bei Coburg hat ein Unwetter etwa 70 Prozent des noch auf dem Halm stehenden Getreides vernichtet. In Oberbayern ertrank Vieh in den zu reißenden Flüssen angeschwollenen Dorfbächen. Der USA-Senator Wiley ist aus Bonn in London eingetroffen. Der südafrikanische Verkehrsminister Sauer ist zu einem Besuch des Bundesverkehrsministers Seebohm in Bonn eingetroffen. Sauer interessiert sich besonders für die Lokomotivindustrie. Der sudanesische Wirtschaftsminister will zusammen mit mehreren sudanesischen Geschäftsleuten während der Leipziger Messe mit Vertretern der Sowjetzonenregierung über die Industrialisierung des Sudans verhandeln. Der ehemalige Reichsminister Dr. Schiffer ist im Alter von 94 Jahren gestern in Westberlin gestorben. Er war in der Weimarer Republik Vizekanzler, Reichsfinanz- und Reichsjustizminister. Der ehemalige Reichskanzler Dr. Wirth vollendet am heutigen Montag sein 75. Lebensjahr. Während seiner Amtstätigkeit wurde im Mai 1922 der Rapallo-Vertrag mis den Sowjetrussen abgeschlossen. Französisch-tunesische Verhandlungen über die Gewährung der inneren Autonomie an Tunesien begannen am Sonnabend im Palast von Karthago. Der türkische Ministerpräsident Menderes wird am 4. Oktober Bonn besuchen. China hat dem Östausschuß der deutschen Wirtschaft mitgeteilt, daß es den Besuch einer westdeutschen Handelsabordnung begrüßen wurde, um Gespräche über die Entwicklung des direkten Handels zwischen den beiden Ländern zu führen. 15 japanische Kriegsverbrecher, die im Tokioter Gefängnis gefangengehalten wurden, sind freigelassen worden. 64 Kommunisten sind in Griechenland verhaftet worden. Sie sollen der Spionage angeklagt werden. Der ägyptische Ministerpräsident Nasset wird voraussichtlich im Dezember auf Einladung Nehrus Indien besuchen. General de Castries, der ehemalige Verteidiger Dien Bien Phus, ist am Sonnabendmorgen vom Vietminh aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden. Der französische Neger Conombo ist von Mendés-France zum Staatssekretär im Innenministerium ernannt worden. Eine sowjetische Handelsdelegation ist am Sonnabend in Belgrad eingetroffen. Niedergeschlagen und beraubt wurden in Detmold zwei deutsche Passanten von sechs englischen Soldaten Fuldaer Tage auf dem Höhepunkt Kardinal Frings:„Laßt enden die Spaltung, laßt heimkehren die Brüder und Schwestern“ Der Fuldaer Katholikentag hat seinen Höhepunkt erreicht. Vor über hunderttausend Andächtigen aus der Bundesrepublik und aus der Sowjetzone empfahl der Erzbischof von Köln, Kardinal Frings. in einem weihevollen Gebet am Samstagabend vor dem Fuldaer Bonifatiusdom das deutsche Volk der Obhut der Gottesunseres Vaterlandes, laßt heimkehren Der Glaube schwindet A. W. D. Kürzlich jährte sich der Tag. an dem Marokkos rechtmäßiger Sultan Sidi Mohammed Ben Yussef von den Franzosen in die Verbannung geschickt wurde und seinen Platz Mohammed Ben Mouley einnahm. Für Marokko und ganz Nordafrika hatte dieser Eingriff der französischen Kolonialherrscher weittragende Folgen. Mit Mißtrauen blickte die mohammedanische Welt nach Paris, In den Herzen der Moslems wuchs der feste Wille, eines Tages Ben Yussef zurückzuholen. Als Pierre Mendès-France seine Vorgänger Laniel und Bidault ablöste, sympathisierten die Marokkaner ehrlich mit dem quicklebendigen Intellektuellen. Ihr Wohlwollen wandelte sich jedoch in Enttäuschung, als der französische Ministerpräsident den Bewohnern in Tunis gewisse Freiheiten gab, Marokko dagegen links liegen ließ. In den großen Städten Nordafrikas erzählte man sich sogar, daß Mendès-France bis wenige Tage vor der Debatte in der „Nationalversammlung die Akte Marokko nicht einmal eingesehen habe. Wer, wie der Verfasser, schon einmal mit Mohammedanern zusammenlebte, war sicherlich beeindruckt von der tiefen Gläubigkeit dieser Menschen. Sie schämten sich nicht, in exklusiven Restaurants mit Schweinefleisch angerichtete Speisen abzulehnen und die Einladung weißer Freunde zu einem Cocktail auszuschlagen. Auch genierten sich die Anhänger des Propheten nicht, ihre Gebete offen zu verrichten. Christen, die zunächst hochnäsig auf die Moslems niederschauten, waren fasziniert. Dieser Glaube geriet während des letzten Jahres in Französisch-Marokko ins Schwanken. Zahlreiche Mohammedaner stellten sich auch die bei uns in anderem Zusammenhang bekannte Frage: Wie konnte Allah es zulassen, daß Fremde den Sultan verbannten? Die einfachen Menschen fühlten sich betrogen. Wie Schnee vor der Sonne schmolz das Vertrauen zu ihrem Gott. Anklagend standen sie vor einer unsichtbaren Mauer, und niemand konnte ihnen die befreiende Antwort geben. Betrübt notierten die strengen Moslems, daß in diesem Jahr zum erstenmal viele Gläubige zum Festtag Aid el-Kebir das gewohnte Opfer nicht brachten. Wenn ein Volk aber seinen Glauben verliert, wird es anfällig für äußere und innere Gefahren, Gewiß, der reine Islam ist mit dem Kommunismus unvereinbar. Wie steht es aber mit einem ausgehöhlten Islam? Kenner Nordafrikas halten es durchaus für möglich, daß sich die ausgeleerten und zweifelnden Marokkaner eines Tages dem Kommunismus zuwenden können. In Europa wird durch eine geschickte Propaganda der Eindruck erweckt, als sei die Bevölkerung Marokkos in ihrer Haltung zum jetzigen Sultan gespalten. Da hört man von Wüstenstämmen, die für Ben Mouley ihr Leben wagen wollen und, bis zu den Zähnen bewaffnet, die Bewohner der Städte in Angst und Schrecken jagen. Das stimmt. Jedoch drohen die Berber nicht aus eigenem Antrieb. Hinter ihnen steht jemand, der sie seit Jahren nach dem bekannten Motto„divide et impera“ gegen die übrigen Marokkaner einsetzt. Nach zuverlässigen Angaben erkennen höchstens 10 v. H. den im vorigen Jahr von den Franzosen erhobenen Sultan als rechtmäßiges Oberhaupt an. Alle anderen lehnen ihn als williges Werkzeug der Kolonialherrscher ab. Wohl oder übel wird Mendès-France in nächster Zeit trotz der Billigung seiner bisherigen Nordafrikapolitik durch die Nationalversammlung das heiße Eisen Marokko anpacken müssen. Unter der Voraussetzung, daß er Ben Mouley abruft und den rechtmäßigen Sultan Sidi Mohammed Ben Yussef aus der Verbannung holt, kann er Ruhe und Ordnung wiederherstellen. Schließlich wird der Ministerpräsident auf die Dauer auch nicht daran vorbeikommen, das Versprechen des US-Präsidenten Roosevelt einzulösen, der den Marokkanern 1943 die Unabhängigkeit versprach. mutter:„Laßt enden die Spaltung unsere Schwestern und Brüder, die noch Dann geleitete eine Lichtprozession durch die überfüllten Straßen der Barockstadt die Reliquien des heiligen Bonifatius, der heiligen Lioba und des heiligen Sturmius zum Festplatz vor der Stadt. Pontifikalamt in der Johannisau Dort in der Johannisau zelebrierte gestern morgen der apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Aloysius Muench, eine Pontifikalmesse vor der unübersehbaren Gemeinschaft der Gläubigen. Die Kette der großen Kundgebungen hatte am Freitag begonnen. Alle Glocken der Bischofsstadt läuteten am Abend die erste öffentliche Kundgebung ein, die vor den angestrahlten Barocktürmen des Domes über fünfzigtausend Menschen vereinte. Es war das erstemal in der Geschichte der deutschen Katholikentage, daß die Jugend als Gestalterin einer solchen Veranstaltung hervortrat. Die verlorene Heimat in Gott Am Sonnabend riefen die Heimatvertriebenen zum Gottesdienst. Der Würzburger Bischof Dr. Julius Döpfner schritt, geleitet von heimatvertriebenen Geistlichen, zum Altar unter dem 25 Meter hohen Holzkreuz Sie sollten erkennen, rief er den 35 000 Gläubigen zu, daß sie in Gott und der Kirche ihre Heimat haben. Auf dem überfüllten nächtlichen Domplatz beantwortete Professor Friedrich Dessauer die Frage nach der christlichen Haltung in unserer Zeit.„Bete durch deine Arbeit“, so formulierte Frankfurt am Main.(dpa) Bundeswirtschaftsminister Erhard anerkannte gestern in einer Rede zur Eröffnung der Frankfurter Messe die Forderungen auf Lohn- und Gehaltserhöhungen auf Grund der höheren Produktivität der Wirtschaft. Eine expansive Lohnpolitik sei das gesunde Gegenstück zu einer expansiven Wirtschaftspolitik. Jedoch lehne er Lohnforderungen ab, die über dem Maß der höheren Produktivität lägen. Zur Verwirklichung der wirtschaftlichen Ziele der Bundesregierung, so fuhr Erhard fort. sei es auch notwendig, die in ihrem Ausmaß in der Öffentlichkeit oft kritisierten Investitionen der Unternehmer verstärkt fortzusetzen.„Wenn gesagt wird, die deutschen Unternehmer hätten einen Investitions-Rausch, so kann ich sagen, daß sie noch nicht einmal angeheitert sind.“ Alles deute darauf hin, daß die Zeichen der Konjunktur auch in diesem Jahr auf„schön Wetter“ stünden. Die schlechte Ernte brauche das deutsche Volk nicht ernstlich zu beunruhigen, versicherte Erhard. Es seien genügend Reserven vorhanden, um das Loch zu stopfen. Für die Volkswirtschaft und die Ernährung und den Lebensstandard des deutschen Volkes bedeute die schlechte Ernte keine Gefahr. Adenauer: Europa-Politik fortsetzen Bonn,(dpa) Die Bundesrepublik werde ihre Europapolitik fortsetzen, sagte Bundeskanzler Adenauer am Sonnabendabend im Rundfunk. Der große historische in der Fremde sind!“ er die Haltung, aus der das Zeugnis hervorgeht. In der Auseinandersetzung mit den Gewalten der Nntur und der Gesellschaft könne sich der Mensch vielleicht selbst helfen, aber im Kampf mit dem eigenen Ich rette nur die Gnade. Vorher hatte auf dem Domplatz der Präses der deutschen katholischen Jugend. Willy Bokler. 15000 Jungen und Mädel in einem Jugendgottesdienst zur Zeugenschaft für Christus aufgerufen. Die Arbeiter auf dem Katholikentag Die Arbeiter sollten vom Katholikentag heimkehren mit einem Bewußtsein des Stolzes, sagte der Kartellvorsitzende der Katholischen Arbeiterbewegung(KAB) Deutschlands, Landtagspräsident Gokkeln:„Wir spüren mit euch den Schmerz, Gelsenkirchen.(lnw) Die große Tarifkommission der Industriegewerkschaft Metall für Nordrhein-Westfalen stimmte in Gelsenkirchen mit Mehrheit den neuen Lohn- und Gehaltsvereinbarungen zu, die am 28. August vereinbart worden waren. Die Arbeitgeberverbände der nordrheinwestfälischen Metallindustrie hatten bereits im Laufe der Woche die Vereinbarungen gebilligt. Der Ende 1953 begonnene Lohnkonflikt in der westfälisch-lippeschen Holzverarbeitungsindustrie ist beendet. Die SozialPlan einer europäischen Einigung könne nicht durch die geschäftsordnungsmäßige Behandlung des EVG-Vertrages in einem der beteiligten Parlamente getötet werden. Er sei auch zutiefst davon überzeugt, daß eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland das absolut notwendige Fundament jeder Europapolitik sein müsse. Preissenkungen in HO-Läden Berlin.(dpa) Sowjetzonen-Ministerpräsident Grotewohl gab bei Eröffnung der Leipziger Messe eine Reihe von Preissenkungen bei den staatlichen HO-Verkaufsstellen in der Sowjetzone bekannt. Danach sollen vom heutigen Montag an die Preise in den HO-Läden für Margarine durchschnittlich um 31 Prozent, für Schlachtfette um 40 bis 50 Prozent und für Speiseöle um 45 Prozent ermäßigt werden. Zuckerwaren, Bier, Leder, Schuhe und bestimmte Gruppen von Textilien und Industriewaren sollen um 10 bis 33 Prozent billiger werden. Auch die Post- und Fernmeldegebühren sollen vom 1. Öktober an herabgesetzt werden. Demokraten gegen Eisenhower Washington.(INS) Die Demokratische Partei der USA warf der Regierung Eisenhower am Sonnabend vor, sie verfolge eine unausgeglichene Politik gegenüber dem Kommunismus und gab ihr die Schuld, daß die Entwicklung„unbarmherzig auf einen umfassenden Krieg hintreibe“. der in eurem Ruf nach Einheit liegt“, rief er den aus der Sowjetzone gekommenen zu. Kardinal Frings forderte die Arbeiter auf, auch auf die sozialpolitischen Erkenntnisse der Kirche stolz zu sein. Vorstände und Delegierte der KAB verlangten in einer Erklärung eine umfassende Sozialreform für die Bundesrepublik. Sie müsse eine völlige Neuordnung des gesellschaftlichen Aufbaues und der sozialen Gliederung nach den Grundsätzen der katholischen Soziallehre bringen. Den Bundestag forderte die KAB auf, unverzüglich die Gesetze über die Familienausgleichskassen und über die Erhöhung der Altrenten zu verabschieden. Sympathie-Botschaft Churchills London.(Korr.) Der britische Hohe Kommissar Hoyer-Millar hat Bundeskanzler Dr. Adenauer eine Botschaft Churchills übermittelt. Sie ist persönlicher Natur, aber bringt dem Bundeskanzler die Sympathie und Unterstützung des Premierministers zum Ausdruck. partner haben den Vermittlungsvorschlag des Schlichters angenommen. Damit erhôhen sich die Stunden-Ecklöhne der 45 000 Arbeiter dieser Berufsgruppen in den Ortsklassen I und II um je 11 Pfennig auf 1,68 bzw. 1,60 Mark. Die gegenwärtige Lohn- und Gehaltssituation in Hessen kennzeichnet nach Mitteilung der Gewerkschaften die Forderung von etwa 295 000 Arbeitnehmern auf Lohn- und Gehaltserhöhungen. Die Gewerkschaften Metall, Textil. Chemie und Gartenbau haben die alten Tarifverträge gekündigt. Dibelius: Lektion gelernt Washington.(INS) Bischof Dibelius sagte in Washington, die Gefahr, daß ein wiederbewaffnetes Deutschland einen neuen Krieg wünsche, sei sehr, sehr fern. Er sei davon überzeugt, daß„die Lektion, die wir in der Nazi-Zeit und in den letzten zehn Jahren lernen mußten, so bitter war, daß die Gefahr neuer deutscher Kriegsbestrebungen sehr weit entfernt ist“. Solange die Deutschland-Politik der anderen Staaten nicht allzu übel sei, brauche keine Nation eine deutsche Gefahr zu fürchten. Taipeh(Formosa). Chinesische Küstenbatterien in der Nähe des Hafens Amoy setzten gestern die Beschießung der dem Festland vorgelagerten und von Truppen Tschiangkaischeks besetzten Inselgruppe Quemoy mit kurzen Unterbrechungen fort. Nationalchinesische Geschütze erwiderten das Feuer. Flugzeuge der nationalchinesischen Luftwaffe versuchten, die Küstenbatterien des Gegners mit Bomben und Raketen niederzukämpfen. In Taipeh auf Formosa verlautet, daß dabei drei Maschinen durch Flakfeuer abgeschossen wurden. Das Artillerie-Duell, das schon am Freitag begann, ist das schwerste seit dem Rückzug Tschiangkaischeks nach Formosa. Bei dem ersten Feuerüberfall auf Quemoy am Freitag wurden auch zwei amerikanische Öffiziere getötet. Die USA haben sich verpflichtet, jeden Angriff der chinesischen Kommunisten auf Formosa mit Waffengewalt abzuwehren. Interessantes in Kürze Der Wuppertaler Freiballon„Wicküler“ stürzte gestern über einem Sportplatz in Köln-Buchforst ab. Der Ballonführer Stüber erlitt einen Knöchelbruch, während die drei Fahrgäste nicht verletzt wurden. Eine Explosion ereignete sich in einem Schuppen der Stahlwerke„Südwestfalen“ in Geisweid im Kreis Siegen. Ein Arbeiter wurde getötet, fünf wurden verletzt. Die Arbeiter hatten in der Nähe einer Karbidtonne mit einem Schneidebrenner gearbeitet. Im Karbidbetrieb der Knapsack-Griesheim AG bei Köln ereignete sich eine Explosion. Zwei Arbeiter wurden schwer und vier leicht verletzt. Ein Waldbrand wurde in Neustadt in der Oberpfalz durch einen amerikanischen Panzer verursacht. Der Panzer war in Brand geraten und setzte die umliegenden Bäume in Brand. In dem brennenden Fahrzeug explodierte ständig Munition, so daß erst nach vielen Stunden mit den Löscharbeiten begonnen werden konnte. Drei Personen wurden getötet bei einem Verkehrsunglück auf der Bundesstraße zwischen Koblenz und Bingen. Ein Personenwagen raste mit hoher Geschwindigkeit gegen einen haltenden Lastzug. Das erste Landarbeiter-Wohnheim in der Bundesrepublik hat die westfälische Gemeinde Westrup im Kreis Lübbecke gebaut. Das Heim ist für die Aufnahme von 30 ledigen Landarbeitern eingerichtet. Tödlich verunglückt ist ein 19jähriger Oberschüler aus Castrop-Rauxel, der in der Nähe von Dillenburg von einem Pkw mitgenommen worden war. Der Wagen fuhr gegen einen entgegenkommenden Lastzug aus Bavern. Der Pkw-Fahrer erlitt einen Schädelbasisbruch. Der Schüler war auf der Reise nach Italien. In Ermangelung eines Krankenwagens brachte in Dortmund ein Funkstreifenwagen ein einjähriges Kind zum Krankenhaus. Das Baby hatte einen Gummisauger verschluckt und war amn Ersticken. Bei den Überschwemmungen in der Sowjetzone hat die Industriestadt Zwickau am schwersten gelitten, wie das Genfer Rote Kreuz mitteilt. Sich vom Eiffelturm gestürzt hat ein französischer Marineoffizier, Er war Kommandant eines französischen Kreuzers. 41 Fluggäste eines britischen Passagierflugzeugs brachten sich auf dem Londoner Flughafen beim Landen der Maschine durch einen Sprung aus dem brennenden Flugzeug in Sicherheit. Fünf bis sieben Kilometer lange Autoschlangen waren am vergangenen Wochenende vor und auf der Autobahnbrücke über die Agger im Siegkreis keine Seltenheit. Wegen Ausbesserungsarbeiten ist dort die Autobahn über eine Strecke von mehreren Kilometern nur einseitig befahrbar. Selbstmord verübte in Dortmund ein dreiBigjähriger Arbeiter, indem er sich in den Hochofen eines Hüttenwerks stürzte. Die Kölner Haushalts- und Eisenwarenmesse wurde gestern eröffnet. Neben deutschen Firmen sind 35 ausländische Aussteller vertreten. Diese Garantie schließt jedoch nach Washingtoner Meinung nicht den Schutz der kleinen, unmittelbar des Festland vorgelagerten Inseln ein. Quemoy liegt nur wenige Kilometer von der Küste entfernt, direkt vor dem großen Festlandhafen Amoy. Polizeichef verurteilt Schwäbisch-Hall.(dpa) Das Gericht von Schwäbisch-Hall verurteilte am Wochenende den Polizeioberkommissar Albig zu 600 Mark Geldstrafe, weil er ihn als verantwortlich für den Einsturz eines Kettenstegs über die Kocher ansah. Bei dem Einsturz der Brücke am 19. Juni während eines Sommerfestes wurde ein junger Mann getötet, 84 Menschen verletzt. Das Gericht erklärte in seiner Pegründung, Albig habe durch seine Anordnung, den Zugang zum Kettensteg freizugeben, das Unglück herbeigeführt. Erhard: Gute Konjunktur bleibt „Expansive Lohnpolitik Gegenstück zur expansiven Wirtschaftspolitik“ NRW-Metallöhne erhöht Gewerkschaft und Arbeitgeber stimmten Vereinbarung zu Artillerie-Duell vor Amoy Chinesische Küstenbatterien beschießen Stützpunkt Tschiangkaischeks ROMAN VON EDGAR KAHN Copyright by Carl Duncker, Berlin W 35 (9. Fortsetzung) Man sollte es kaum für möglich halten — da steht Frühlingsanfang im Kalender, und was geschieht gegen drei Uhr nachmittags? Es hagelt! Wahre Prasselschauer jagen über den Gorch-Fock-Wall, jagen im scharfen Nordost über den Stephansplatz, über die Dammtorstraße, über die Colonnaden, und Frau Maria Hornung, die Seniorchefin von Hornungs Gaststätte, die mal eben ihre kleine Stupsnase aus der Tür steckt, schlägt in heller Empörung Über den unzuverlässigen Petrus die Hände zusammen:„Dascha wohl ganz unwahrscheinlich, ischa das!“ In diesem Augenblick biegt von der Staatsoper her ein schweres Motorrad in die Große Theaterstraße ein. Vorn sitzt ein Beamter vom Streifendienst und läßt vorsichtig beide Füße über den spiegelglatten Asphalt schleifen. Hinten sitzt der Polizeimeister Cordua.„Fahr langsam, Otto!“ schreit der mahnend gegen den Wind.„Dann kommen wir schneller hin!“ Denn vor ihnen glitscht ein Volkswagen noch gerade so um einen parkenden„Kapitän“ herum. Beinahe hätte es gebumst. Der Oberwachtmeister Baldux dreht nun das Gas weg, bremst vorsichtig, hält wischt sich den geschmolzenen Hagel aus den tränenden Augen und sagt:„Geh schon vorweg, Hannes. Ich schiebe nur schnell meine eilfertige Pauline ins Trokkene. Die mag das nicht gern, wenn ihr was Naßkaltes auf die heißen Motorrippen zischt!“ Drinnen aber sagt Frau Hornung strahlend zu Lotte Cordua, die gerade an ihrem Wermut nippt:„Ich glaube, jetzt kommt er!“ Nein, da ist er schon. Hagelnaß zwar, aber fröhlich und guter Dinge. Frau Lotte überlegt schnell, ob sie ihren Hannes zur Feier des Tages mit einm Kuß begrüßen soll. Sie könnte das ruhig, denn zu dieser stillen Nachmittagsstunde sitzt nur noch ein Pärchen hinten in der Ecke und ist restlos mit sich selbst beschäftigt. Aber dann tut sie es doch nicht. Hannes schätzt keine Zärtlichkeit in der Öffentlichkeit. Also streichelt sie ihm nur in einer zärtlichen Aufwallung die kalten Hände, sagt leise, aber sehr glücklich:„Ich gratuliere, lieber Hannes!“ Und gleich darauf brennend interessiert:„Aber nun erzähle mal! Wie war es denn? Und wollen sie den Titus in der Nacht in der Bereitschaft behalten? Ach, Hannes, ich bin richtig stolz auf dich!“ Dabei beugte sie sich zu ihm vor, um ihm recht nahe zu sein, ihrem lieben Hannes. Und nun kommt ihr Ausschnitt zur Geltung. Folglich antwortet Hannes Cordua nicht gleich auf alle ihre Fragen, sondern blickt seine Lotte sinnend an. Sehr sinnend und in einer Mischung von ehrlicher Besitzerfreude und sanfter Strafe im blinzelnden Auge. Dann erst sagt er halblaut:„Den Ausschnitt hätte Frau Bober doch etwas diskreter machen sollen. Ich möchte ja nur, daß du dich nicht erkältest, Lotte. Draußen hagelt es nämlich!“ Lotte Cordua nestelt sofort, während ihre kleinen Ohren sanft rosa anlaufen, ein bißchen an dem Ausschnitt herum und lächelt unsicher zum nahen Büfett hinüber, ob die kleine Frau Hornung das wohl gehört hat. Aber Frau Hornung hat ausnahmsweise mal nicht zugehört. Sie ist eine„Waage“ und muß mal eben sehr intensiv über die seelische Wetterlage, die ihr das Zeitungshoroskop verrät, nachdenken.„Es stellt sich vielleicht heraus“, steht da,„daß man falsch und unehrlich an Ihnen handelt!“ Nun möchte Frau Hornung ja wohl mal wissen, wer sich so viel Schlechtigkeit ihr gegenüber auf sein Gewissen laden will: die Küche, die Bedienung oder einer ihrer Lieferanten? Nein, Frau Hornung hat nicht gehört, was der Polizeimeister über den offenherzigen Ausschnitt zu seiner Frau gesagt hat. Sie sinniert und sinniert und geht zuerst mal fix in Gedanken ihr Stammpersonal durch, ehe sie sich sehr intensiv dem weit größeren Kreise ihrer Lieferanten widmet. Sie ist gerade beim Fischhändler, da kommt Baldux rein, und der bringt sie erst mal wieder aus der Reihe.„Tag, Frau Hornung!“ trompetet der fröhlich und schlägt sich dabei die Tropfen vom Wettermantel.„Sie haben wohl heute mittag mal wieder Ihren Suppenteller nicht brav ausgelöffelt? Oder warum kriegt es unsereiner gleich schöpfkellenweise von oben?“ Frau Hornung kneift ordentlich ein bißchen verliebt die Augen zu. Sie mag den netten Oberwachtmeister gern.„Och, Sie!“ — Damit schlägt sie ihm lachend auf die zum Gruß über die Theke gestreckte Hand.„Immer will er mich für seine eigenen Dummheiten verantwortlich machen! Dabei hat er bestimmt was Süßes versetzt, und dafür haben wir nun die Bescherung!“ Aber der Oberwachtmeister Baldux lacht glücklich und überlegen.„In ganz Hamburg“, sagt er strahlend.„gibt es für mich nur eine Süße, und eher beiße ich mir den linken Daumen vom Handschuh, ehe ich die versetze. Das sollten Sie eigentlich wissen, Frau Hornung!“ „Die ist ja aber auch bildhübsch!“ lobt Frau Hornung diese Süße.„Da passen Sie man gut auf, Herr Baldux!“ „Brauch ich nicht!“ strahlt der.„Die Katja ist eisern!“ Und nun ist er bei Corduas am Tisch.„Habt ihr das gehört? Ich soll meine Katja versetzt haben! Na, so was!“ Er lacht fröhlich wie über einen guten Witz; Freund Hannes lacht fröhlich mit. „Und ob die Katja eisern ist! Aber nun sag mal, wo steckst du denn so lange?“ Otto Baldux begrüßt indessen eret einmal Frau Lotte, ehe er Hannes antwortet. „Alles nach Vordringlichkeit und Gebühr!“ schmunzelt er und drückt ihr mit stabiler Herzlichkeit die Hand:„Also hören Sie mal, Frau Cordua, daß Sie sich auf so was eingelassen haben, wundert mich ja nun mächtig: Die ganze Polizei dippt heute vor Hannes die Flagge, und Sie sitzen hier und warten?“ „Du hast mir noch immer nicht gesagt!“ fährt Hannes das Thema mißbillngend, dazwischen,„wo du eben noch so lange gesteckt hast! Und was magst du denn? Darfst du Bier, oder möchtest du lieber 'n Kaffee?“ Otto Baldux hat sich nun seines regennassen Fahrermantels entledigt und sagt dabei gelassen:„Alles hübsch nacheinander, Hannes. Zuerst mal habe ich inzwischen was Neues erfahren. Wessel kam gerade vorbei. Müßtest seine Zwitscherpfeife ja eigentlich gehört haben. Soll eine große Sache am Kochen sein. Alle hohen Herren sind im„Ring“ und palavern mit dem Alten!“ „Wessel ist unser schnellster Flitzer!“ sagt Hannes Cordua mit leichter Mißbilligung zu seiner Frau.„Aber er sabbelt ’n bißchen viel!“ „Muß trotzdem was dran sein!“ sagt Baldux nachdenklich.„Wenn Wessel schon 'n Tasse Kaffee ablehnt und sagt, er hat keine Zeit, dann ist was fällig!“ „Da werden doch nicht etwa wieder die Studenten...?“ zieht Cordua nun doch die Stirn in steile Falten. Aber Baldux sagt ärgerlich:„Unsinn, die wollen mit uns nichts mehr zu tun haben! Es muß was ganz anderes sein! Was Abendfüllendes und Weiträumiges, auch nichts gegen„Koks'-Brüder oder sowas. Wessel sagt, Rauschgiftdezernat und„Sitte' sind nicht dabei!“ Nun beugt er sich etwas vor und sagt noch leiser als bisher:„Wißt ihr, was ich glaube? Ich glaube, da ist was Großes gegen die falschen„Hunderter“ im Gange. Wessel glaubt auch, daß es was mit„Blüten' zu tun hat. Das Falschgelddezernat soll jedenfalls bis auf den letzten Knopf vertreten sein!“ „Ob wir hier jetzt lieber Schluß machen?“ fragt Cordua ebenso leise.„Ich möchte wenigstens mal in Hammerbrook anrufen, ob dort schon was vorliegt.“ „Ich denke, du hast heute Sonderurlaub?“ sagt Frau Lotte enttäuscht.„Und wenn Wessel gesagt hat, sie beraten erst? Du hast mir doch versprochen, daß wir heute zusammen ausgehen wollen?“ „Tun wir auch!“ sagt Oberwachtmeister Baldux energisch. (Fortsetzung folgt) „Nun, was sagen Sie zu Wien?“ fragte Willy Forst einen Filmkollegen, der sich zum ersten Male in der Praterstadt aufhielt.„Ist's nicht herrlich hier?— Grinzing, der Ballhausplatz, das Burgtheater, die vielen hübschen Mädchen und unsere schöne blaue Donau...“ „Aber“, wagte der Kollege einzuwenden „die Donau? Die ist doch gar nicht blau!" „Stimmt schon“, gab Forst zu.„Aber der Dreck ist nicht von hier. Der kommt von Linz herunter!“ 119. Jahrgang— Nummer 206 Sauerländisches Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Montag, den 6. September 1954 Nachtschmetterlinge Ob man sich abends beim offenen Fenster am Tisch niederläßt oder ob man draußen beim Windlicht erholsame Entspannung nach der Tagesarbeit sucht— immer sind sie da. Die Nachtschmetterlinge nämlich, deren Zahl Legion zu sein scheint, vom zartesten Gebilde bis zum plumpen Falter, der immer wieder irgendwo anschlägt. Es ist schwer, mit ihnen gut Freund zu werden, denn wir empfinden es immer wieder, daß es Geschöpfe sind, die nur mit der Nachtseite unseres Lebens etwas zu tun haben. Merkwürdig nur, daß diese seltsamen Gebilde, denen das Licht feindlich ist, das Licht doch immer wieder suchen— und sei es auch nur, um daran zu verbrennen. Es liegt wie eine stille Tragik über diesen Geschöpfen der Nacht, die aus ihrer stillen nächtlichen Ruhe herausdrängen. Vielleicht gelingt es uns aber, die natürliche Scheu zu besiegen, die wir vor ihnen im Herzen tragen, und wir werden ein Wunder erleben an Schönheit und Feinheit der Zeichnung. Unsere Nachtfalter sind die Graphiker unter den Schmetterlingen. Was ihnen an leuchtenden Farben abgeht, ersetzen sie in Weiß und Braun durch dic Schönheit der Zeichnung. Es lohnt sich schon, sie der Dunkelheit zu entreißen und sich der Zartheit der Gebilde zu erfreuen, die sich in der lauen Sommernacht offenbart. Olper Stadtspiegel Die Bereitschaft des DRK und das Jugend-Rot-Kreuz ist zu einem Dienstabend morgen um 8 Uhr im kleinen Schwanensaal eingeladen. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Auf die Veranstaltung des Felke-Vereins heute um 20 Uhr im Café Gastreich, Frankfurter Straße, wird noch einmal empfehlend hingewiesen. Ein namhafter Redner ist verpflichtet. Planung auf lange Sicht. Die Stadt hat zur Zeit Maßnahmen in Angriff genommen, um für das Stadtgebiet und die Ortschaften Rüblinghausen und Lütringhausen einen neuen Kanalplan anfertigen zu lassen. Bei der fortschreitenden baulichen Entwicklung der Stadt und er genannten Ortschaften bedarf der alte Plan einer gründlichen Ueberholung. Der neue Plan soll auf die nächsten 40 bis 50 Jahre ausgerichtet sein. Eine neue Verbindungsleitung für Gas und Wasser wurde von der Gartenstraße entlang der neuen evangelischen Volksschule bis zum Hause Muckenhaupt „Auf dem Gallenberg“ in Arbeit genommen Die Erweiterung der Gas-, Wasserund Stromleitung am Hang, bis zum Neubau Pascheke, wurde jetzt in Angriff genommen. Keine Hunde auf dem Markt. Wiederholt hat die Polizei darauf aufmerksam gemacht, daß Hunde nicht mit auf den Markt genommen werden dürfen. Sie wird in Zukunft gegen alle Personen vorgehen, die sich dieser Ordnung nicht fügen wollen Die im Zuge der Errichtung der Tankstelle Siepe an der Bruchstraße entfernte elektrische Straßenleuchte soll nach dem Abbruch der Baracke wieder in Betrieb genommen werden. Bundestreffen der Mitteldeutschen am 11. und 12. September in Bochum. Die mitteldeutschen Landsmannschaften der Sachsen und Thüringer und die Landsmannschaften Provinz Sachsen und Anhalt verbinden ihre Bochumer Arbeitstagungen mit einer Gesamtdeutschen Großkundgebung der Mitteldeutschen am 12. September in der Halle des Bochumer. Vereins. Auf dieser Kundgebung, an der viele Tausende mitteldeutscher Menschen teilnehmen, werden Ministerpräsident Arnold, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Dr. Schreiber, und der Staatssekretär im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen, Thedieck, in grundlegenden Ausführungen über die Probleme der Wiedervereinigung und über die sozialpolitischen Fragen der Sowjetzonenflüchtlinge sprechen. Bereits am Sonnabendnachmittag spricht im großen Rathaussaal zu Bochum auf dem Mitteldeutschen Kongreß der Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegssachgeschädigte, Prof. Dr. Dr. Oberländer. Eltern haften für ihre Kinder „Fletschen“, Luftgewehre, Pfeil und Bogen kein Spielzeug Verkehrsumleitungen in Attendorn Dringende Straßenarbeiten auf der Kölner Straße Attendorn. Ab heute werden in der Kölner Straße ab Marktplatz neue Wasserleitungsrohre sowie Rohre für die Gasversorgung und Stromkabel verlegt. Anschließend erhält die Straße im Zuge der neuen Fluchtlinien eine neue Pflasterung. Die Arbeiten sind so umfangreich, daß eine völlige Sperrung der Kölner Straße in beiden Richtungen erforderlich ist. Die entsprechenden Verkehrsumleitungen sind wie folgt vorgesehen: Aus Richtung Olpe werden die Fahrzeuge wie bereits seit einigen Wochen am Werk Hommerich über die Tränke—Südwall—Wasserstraße—Bahnhof abgeleitet. Der Verkehr aus Richtung Finnentrop nach Olpe und Meinerzhagen geht über die Ennester Straße —Feuerteich—Westwall bis zum Kölner Tor. Für die Dauer der Umleitungen verlegt die Kraftverkehr Olpe A.-G. ihre Haltestelle vom Wochenmarkt an den Bahnhof für die Omnibusse in Richtung Finnentrop. Die Omnibusse in Richtung Olpe halten am Feuerteich gegenüber der Sonnenschule und am Kölner Tor. Der Omnibus der Bundesbahn muß ebenfalls während dieser Zeit auf die Haltestelle am Wochenmarkt verzichten und hierfür den Bahnhof bzw. den Feuerteich wählen. Am Wochenmarkt verbleibt vorerst lediglich die Haltestelle des Kraftverkehr Alte—Valbert.— Für ausreichende Beschilderung ist gesorgt. Die Bevölkerung wird gebeten, für diese Maßnahmen Verständnis aufzubringen und den Westwall wegen der engen Fahrbahn nur in Richtung Kölner Tor zu benutzen. Neues aus Attendorn Einen neuen Bürgersteig erhielt die Hansastraße von der Windhauser Straße bis zum Wohnhaus J. Viegener. Die Arbeiten wurden von der Firma E. Marsch durchgeführt. Augenblicklich sind noch Arbeiten an der Straßendecke zugange Der„Brunabend“, ein heimatgeschichtliches Buch von Lehrer Boos, ist bald druckreif. Augenblicklich werden noch Manuskripte und Angaben bearbeitet, die noch vorhandene Forschungslücken schließen sollen. Jubilare beim Hüttenwerk Siegerland. Ausgezeichnet wurden für eine 25jährige Tätigkeit: Heinrich Tielke, Anton Wellniak, Julius Schwenzfeier, Franz Rüsche und Hans Bauernschmitt. Neben den Schont die Füße- auch bei der Arbeit! Von Dr. med. H. Groetschel— Fußschäden verhütung in den Betrieben Kreis Olpe. Gesunde Füße sind für den arbeitenden Menschen besonders wichtig. Sehr viele Arbeiten müssen unbedingt im Stehen verrichtet werden, z. B. das Stanzen und Drehen in der Eisenindustrie, das Weben, das Verlesen im Bergbau, das Steinformen in den Schamottefabriken, das Gießen und Drehen in der Porzellanindustrie und das Polieren in den Möbelfabriken. Auch Kellner, Bäcker, Büglerinnen, Handsetzer, Verkäufer, Chirurgen und Zahnärzte müssen viel stehen. Bei den beiden letzteren Berufsgruppen bürgert sich erfreulicherweise für verschiedene Operationen das Arbeiten im Sitzen immer mehr ein. Freilich wird in den Betrieben aber vielfach auch dort im Stehen gearbeitet, wo Sitzen ebenso gut möglich oder vielleicht sogar noch besser wäre. Wenn Arbeiten jahrelang im Stehen verrichtet wurden, dann wollen aber weder die Arbeiter selbst, noch die Arbeitgeber von dieser Gewohnheit abgehen. Seitens des Unternehmers hört man immer wieder den Einwand, daß die Arbeit im Sitzen nicht verrichtet werden könne, weil sonst die Gefahr des Einschlafens bestehe. Dieser Einwand ist ganz unzutreffend; Im Gegenteil, das Stehen bedeutet eine unnötige Kraftverschwendung, und der Arbeiter bleibt länger leistungsfähig, wenn er sitzen kann. Die Arbeiter ihrerseits lehnen das Sitzen ab, wenn sie bisher eine Tätigkeit im Stehen verrichtet haben, weil sie sich dann völlig umstellen müssen. Das ist besonders bei Akkordarbeit lästig und bedeutet fast immer zunächst einen Verdienstausfall. Wenn man das Stehen bei der Arbeit aurch Sitsen ersetzen will, gelingt das meist nur dann, wenn man die Neulinge von vorneherein zur Arbeit im Sitzen anlernt und damit den Aelteren beweist, daß es auch so geht. Durch weitgehende Spezialisierung und Unterteilung der Arbeit im modernen Betrieb, durch die Arbeit am Fließband und in der Gruppe und durch die Erhöhung des Arbeitstempos sind die Anforderungen an den Einzelnen immer mehr gestiegen. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die besonderen Berufsanforderungen und Arbeitsüberlastungen vielfach Fußschäden verursachen oder zur Verschlimmerung von bereits in der Anlage vorhandenen Fußschwächen führen. Untersuchungen in zwei größeren Betrieben ergaben in dem einen mit 3 591 Beschäftigten anatomische Fußverbildungen mit 64,2%, in dem anderen sogar mit 81,7%, und zwar wurde eine Zunahme der Zahl der Fußveränderungen mit steigendem Lebens- und Berufsalter festgestellt, besonders bei Stehberufen. Glückwünschen erhielten die Jubilare einen größeren Geldbetrag, der in einer schlichten Feier überreicht wurde Die Meisterprüfung als Landwirt bestand Herbert Laufer von Gut Ewig. Herzlichen Glückwunsch zu diesem seltenen Meistertitel! Zu Boden geschlagen und schwer verletzt wurde in der Bahnhofstraße der 56jährige H. Sch. von einem 20jährigen Burschen. Der Verletzte mußte das Krankenhaus aufsuchen Neue Hinweisschilder Attendorn. In Stadt und Amt Attendorn mußten aufgrund neuer Bestimmung der Straßenverkehrsordnung mehrere Hinweisschilder angebracht werden. Bei einer gemeinsamen Besichtigung durch Polizei, Ordnungsamt und Verkehrswacht konnte man sich von der Notwendigkeit der neuen Beschilderung überzeugen. Olpe. Kinder treiben oft ein gefährliches Spiel. Einmal gefährden sie sich selbst und zum anderen auch die mehr oder weniger beteiligten Spielkameraden. Des öfteren sieht man Halbwüchsige, wie sie mit Luftgewehren und-pistolen die Gegend nach Spatzen durchstreifen. Andere wiederum ziehen das Fußballspielen auf den Bürgersteigen vor, wobei häufig auch die Fahrbahn herhalten muß. So beliebt wie bei einigen der Fußball, sind bei den kleinen Wild-West-Jägern Pfeil und Bogen. Natürlich muß es dann auch ein Bogen sein, der schießt. Gegen das Spiel der Kinder ist im allgemeinen nichts einzuwenden, aber immer wieder wird festgestellt, daß sich sehr viele Eltern über die gesetzlich verankerte Erziehungs- und Aufsichtpflicht ihren Kindern gegenüber nicht im klaren sind, vor allem aber nicht über die möglicherweise daraus erwachsenden Folgen und die finanziellen Schäden. Irrtum der Eltern Die Eltern meinen vielfach, daß man sie für Schäden, die ein„unvernünftiges Kind“ anrichtet, nicht haftbar machen könne. Wen aber solle man dann wohl haftbar machen? Das Kind vielleicht? Oder etwa denjenigen, der durch das Kind zu Schaden kommt und der dann den ihm zugefügten Schaden selbst tragen solle? Dazu ist grundsätzlich festzustellen, daß die Eltern zur Aufsicht verpflichtet sind und alle Schäden tragen müssen, die ihr Kind anrichtet. Da kann es, um ein Beispiel zu nennen, vorkommen, daß Frau Schulze und Frau Schmidt vor einem Ladenfenster stehen und sich unternalten. Die dreijährige Erika von Frau Schulze, die neben ihrer Mutter: stand, läuft plötzlich auf die Fahrbahn der Straße, direkt vor ein Motorrad, das in mäßigem Tempo herankam. Der Tahrer muß aber sehr plötzlich stoppen, um das Kind nicht zu überfahren, er stiirzt dabei unglücklich und bleibt schwerverletzt Abteilwagen verschwinden endlich Bundesbahn mit neuem Reisekomfort auf der Ruhr-Sieg-Strecke Kreis Olpe. Nach einer Mitteilung der Bundesbahn sollen auf der Siegstrecke die letzten Abteilwagen nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden und in neu aufgearbeiteter Form dem Berufsund Nahverkehr wieder zur Verfügung gestellt werden. Die aufgearbeiteten Wagen zeichnen sich auch in der dritten Klasse durch große Räumlichkeit, durchgehende Polsterung und große Fenster aus. Jeweils zwei Wagen sind zu einer Einheit kurz zusammengekuppelt und, wie die neuen Leichtbaumetallwagen, mit staubdichten Gummiwülsten versehen, so daß der Durchgang von einem zum anderen Wagen kaum zu bemerken ist. Neue Sitzplatzanordnung Ein besonderes Merkmal sind die Mitteleinstiege. Die Wagen erhalten die neue Sitzplatzanordnung, d. h., je zwei Sitzplätze zu beiden Seiten des Mittelganges, anstatt bisher zwei und drei. Sie haben trotzdem in der 3. Klasse noch 82 gepolsterte Sitzplätze. Weniger als bisher werden die Reisenden bei diesem Wagentyp künftig die Fahrgeräusche wahrnehmen. Das liegt zum Teil an der guten Isolierung dieser Wagen, vor allem aber an den neuartigen Drehgesellen, die mit ihren reibungslosen Schrauben und schräg angeordneten OelVikar Ammermann versetzt Drolshagen. Vikar Ammermann, der besonders für die seelsorgerische Betreuung der Jugendgruppen viel getan hat, verläßt in kurzer Zeit Drolshagen. Sein Weggang wird sehr bedauert. Auch die Sportjugend verliert in ihm einen eifrigen Förderer. Seine Stelle wird von Vikar Schäfer aus Kirchhundem besetzt werden. dämpfern nach Autoart den Wagen ausgezeichnete Laufeigenschaften verleihen. Warmes Wasser zum Waschen Das Innere der Wagen ist mit allem Komfort ausgestattet. Als Neuerung wird von den Reisenden besonders begrüßt werden, daß man sich künftig in den Toiletten mit warmem Wasser waschen kann. Jeder Fensterplatzinhaber der Wagen wird weiter die Möglichkeit haben, die Heiztemperatur für seinen Sitz selbst regeln. Doppelglasfenster verhüten ein Beschlagen der Scheiben. Stadttell im Dunkel Olpe. Freitagabend rammte ein Lkw beim Einbiegen auf den Marktplatz einen Lichtmasten. Dadurch wurde die Oberleitung abgerissen und ein Ortstail vollkommen in Dunkel gelegt. Um Unfälle zu vermeiden, bewachte die Polizei die unter Strom stehende Leitung bis Arbeitskräfte der Stadtwerke den Schaden repariert hatten. Das neue Constanze-Modeheft ist mit 188 Seiten Umfang das stärkste aller bisher erschienenen. Fast 400 Modelle präsentiert diese bezaubernde Schau der Herbst- und Wintermode, in der außer Paris vor allem Berlin, München und Rom mit ihren schönsten Couture-Schöpfungen vertreten sind. Der große Schnittmusterteil des Heftes bringt als überraschende Neuheit Schnitte auf Stoff, nach denen man sich in wenigen Stunden schicke Modelle preiswert selbst anfertigen kann. Praktisch, gut informierend und von kultiviertem Geschmack, ist das Constanze-Modeheft ein unentbehrlicher Ratgeber für jede Frau. Es kostet einschließlich Schnittbogen nur 3 Mark und reicht für die ganze Halbjahres-Saison. Legefutter für Hühner während der Mauser Wichtigste Aufgabe: Beim Federwechsel bestes, eiweißhaltiges Futter Der sechste Verkehrstote in 14 Tagen! Dillenburg. Auf der Landstraße zwischen Amdorf und Uckersdorf fuhr der aus Erdbach stammende Gundolf Michel in einer Straßenkurve mit seinem Motorrad gegen den Anhänger eines Lastzuges. Der auf dem Sozius sitzende Bruder des Fahrers, der 20 Jahre alte Former Hans Michel wurde mit dem Kopf gegen das Fahrzeug geschleudert und auf der Stelle getötet. Der Fahrer selbst erlitt erhebliche Verletzungen und wurde in das Krankenhaus Herborn gebracht. Das ist bereits der sechste tödliche Verkehrsunfall im Dillkreis seit 14 Tagen. Olpe. Auch heute noch hört man auf vielen Bauernhöfen u. ländlichen Hühnerhaltungen auf die Frage, ob die Hünner während der Mauser Legemehl bekommen, die Antwort:„Legemehl für die Hühner? Die mausern doch jetzt, mithin brauchen sie auch kein Legefutter!" Die Meinung, daß nichtlegende Hühner auch kein eiweißhaltiges Futter benötigen, ist noch stark verbreitet. Dieser Irrtum hat nicht nur schon zum Ausfall vieler Einnahmen an Eiergeld geführt, sondern schadet auch manchen Hühnern für ihr zweites Legejahr derart, daß ihre Haltung praktisch unwirtschaftlich bleibt. Die Mauser, der Wechsel des Federkleides, ist ein ganz natürlicher Vorgang und stellt keine Krankheit dar. Dieser Vorgang kann nun einmal leider unseren Haushühnern nicht abgezüchtet werden. Es ist nun nicht so, wie auf dem Lande vielfach angenommen wird. daß die Hühner nicht mehr legen, um sich in der Mauser eine Runepause zu gönnen, sondern so, daß der Federwechsel den Organismus so in Anspruch nimmt, daß für die Elerproduktion keine Reserven übrig bleiben. Auch spielen besondere hormonale Einwirkungen eine Rolle. Es ist möglich, die Mauser gut und schnell vonstatten gehen zu lassen, d. h., die Zeit, in der die Tiere keine Eier legen, weitgehend abzukürzen. Auch hier ist der wichtigste der Nährstoffe, der für- alles Wachstum und für jegliche Leistung ausschlaggebend ist— das Eiweiß. Außerdem sind für den Organismus der mausernden Henne natürlich Vitamine, Minerallen und andere Stoffe wichtig. Auch der größte Auslauf bietet schon im Frühjahr nicht genug tierische Eiweißnahrung, um eine hohe Eierproduktion zu gewährleisten. Im Herbst aber— also in der Mauserzeit— versiegt diese schwache Eiweißquelle ganz, so daß zu dieser Zeit mehr denn je die Zurverfügungstellung eines eiweißhaltigen Legemehls erforderlich ist. Der landwirtschaftliche Betrieb ist in der Regel nicht in der Lage, alle erforderlichen Stoffe einem etwa selbstgemischten Futter beizufügen. Man verfüttert daher das fertige Markenfutter deuka Legemehl und zusätzlich Körner aus der eigenen Wirtschaft, wobei dem liegen. Frau Schulze bemerkt den Vorfell erst, als die Bremsen kreischen und die Straßenpassanten aufschreien. Einer Ohnmacht nahe, kann Frau Schulze ihr Kind wohlbehalten in die Arme schließen und mit nach Hause nehmen. Der Motorradfahrer ist glücklicherweise nicht lebensgefährlich verletzt, aber Herr Schulze muß recht tief in den Säkkel greifen, um die berechtigten Schadenersatzansprüche für Behandlung, Schmerzensgeld, Reparaturkosten für das Motorrad usw. zu erstatten. Er wollte es nicht glauben, daß er dazu verpflichtet war, aber das Gericht belehrte ihn eines Besseren. Er wurde zur Erstattung allen angerichtten Schadens verpflichtet, weil sein in diesem Augenblick unbeaufsichtigtes Kind schuld an dem Unfall war. Genau so läge der Fall, wenn beispielsweise ein Kind seinem Spielgefährten mit einer Luftpistole ein Auge ausschießen oder auf eine andere Weise beim Spiel verletzen würde. Die Eltern müßten für das geschädigte Kind in vollem Umfange eintreten, ihm sogar eine lebenslängliche Rente zahlen. Später. wenn er erwachsen ist und selbst Einnahmen hat, müßte der Uebeltäter dann persönlich weiterzahlen. Eine Verletzung der Aufsichtspflicht kann für die Eltern verheerende Folgen, insbesondere finanzieller Art, haben. Das sollten sich Eltern, insbesondere die Mütter, immer vor Augen halten. Aus dem Kreisgebiet Mittwoch ab 10.30 Uhr geschlossen! Olpe. Von der Städtischen Sparkasse Olpe wird uns mitgeteilt, daß am Mittwoch, dem 8. September, die Schalterräume ab 10.30 Uhr wegen des Betriebsausfluges geschlossen bleiben. Heinrich Lütticke Festwirt Drolshagen. Die Festwirtschaft für das Erntefest des Landwirtschaftlichen Lokalvereins am 21. September hat Gastwirt Lütticke aus Bühren übernommen. Kaum zu glauben Oberveischede. In der Nacht machten sich mit Fahrzeugen etwa 15 junge Burschen auf den Weg, überfielen zwei zeltende Ehepaare bei Schmellenberg und schlugen mit Knüppeln zu, so daß die Zeltenden verletzt wurden. Die Polizei konnte die Täter schnell ermitteln. Heute Dienstabend des DRK Heggen. Heute abend um 8 Uhr ist im Saale der Gastwirtschaft Herweg Dienstabend des DRK. Um rege Beteiligung der Frauengruppe wird gebeten. Tödlicher Verkehrsunfall Hofolne. In der Nacht von Freitag auf Samstag verunglückte der 25jährige Motorradfahrer Heinz Greve aus Hofolpe, etwa 500 m vor der Abzweigung der Provinzialstraße nach Kirchhundem, nach einem Zusammenstoß mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Pkw tödlich. Gesang im Festgottesdienst Altenhundem. Die Männergesangvereine Altenhundem, Maumke und Kickenbach singen im Festgottesdienst in der kath. Kirche am„Tag des deutschen Liedes“ drei Teile aus der Deutschen Messe von Schubert. Die Leitung hat Paul Gastreich. An der Orgel Gerhard Schulte aus Meggen. Wird die Hallenfrage entschieden? Kirchhundem. Heute abend beraten die Vorstände des Heimatschutzvereins und der Soldatenkameradschaft wieder einmal über das Schicksal der Halle. In den vorausgegangenen Beratungen hatten beide Beteiligte den Willen gezeigt, eine der Bevölkerung angenehme Lösung zu zu finden. Hoffentlich kommen die Verhandlungspartner heute zu einer Einigung im Hallenproblem. Weizen gerade in der Mauserzeit eine besondere Bedeutung zukommt. Man unterstützt die Futteraufnahme bei mausernden Hühnern dadurch, daß man ihnen einen Teil des Legemehls in Form von Weichfutter gibt. Schlechte Leger mausern stets früh und sehr lange. Ihre Haltung lohnt sich nicht. auch das beste Futter kann aus diesen Tieren keine guten Leistungstiere machen Man schlachtet also solche Hühner nach dem ersten Legejahr ab, die bereits im Juli mit der Mauser beginnen. Gute Leger dagegen sind früh reif und mausern trotzdem erst spät. Beste Hühner legen noch im September, ohne gemausert zu haben. Mit Sicherheit kann man hiernach die besten Leger heraussuchen. Es muß die wichtigste Aufgabe und stete Sorge des Geflügelhalters sein, diese besten Tiere gerade in der Zeit des Federwechsels mit bestem eiweißhaltigem Futter — deuka Legemehl— zu unterstützen, um von ihnen auch im folgenden Jahr wieder hohe Eiererträge zu erhalten. Denke nicht erst lange nach kaul' alles ein bel Menzebach Fuldaer Tage auf dem Höhepunkt Kardinal Frings:„Laßt enden die Spaltung, laßt heimkehren die Brüder und Schwestern“ Der Fuldaer Katholikentag hat seinen Höhenunkt erreicht. Vor über hunderttausend Andächtigen aus der Bundesrepublik und aus der Sowjetzone empfahl der Erzbischof von Köln, Kardinal Frings, in einem weihevollen Gebet am Samstagabend vor dem Fuldaer Bonifatiusdom das deutsche Volk der Obhut der Gottesunseres Vaterlandes, laßt heimkehren Der Glaube schwindet A. W. D. Kürzlich jährte sich der Tag. an dem Marokkos rechtmäßiger Sultan Sidi Mohammed Een Yussef von den Franzosen in die Verbannung geschickt wurde und seinen Platz Mohammed Ben Mouley einnahm. Für Marokko und ganz Nordafrika hatte dieser Eingriff der französischen Kolonialherrscher weittragende Folgen, Mit Mißtrauen blickte die mohammedanische Welt nach Paris, In den Herzen der Moslems wuchs der feste Wille, eines Tages Ben Yussef zurückzuholen. Als Pierre Mendès-France seine Vorgänger Laniel und Bidault ablöste, sympathisierten die Marokkaner ehrlich mit dem quicklebendigen Intellektuellen. Ihr Wohlwollen wandelte sich jedoch in Enttäuschung, als der französische Ministerpräsident den Bewohnern in Tunis gewisse Freiheiten gab, Marokko dagegen links liegen ließ. In den großen Städten Nordafrikas erzählte man sich sogar, daß Mendès-France bis wenige Tage vor der Debatte in der „Nationalversammlung die Akte Marokko nicht einmal eingesehen habe. Wer, wie der Verfasser, schon einmal mit Mohammedanern zusammenlebte, war sicherlich beeindruckt von der tiefen Gläubigkeit dieser Menschen. Sie schämten sich nicht, in exklusiven Restaurants mit Schweinefleisch angerichtete Speisen abzulehnen und die Einladung weißer Freunde zu einem Cocktail auszuschlagen. Auch genierten sich die Anhänger des Propheten nicht, ihre Gebete offen zu verrichten. Christen, die zunächst hochnäsig auf die Moslems niederschauten, waren fasziniert. Dieser Glaube geriet während des letzten Jahres in Französisch-Marokko ins Schwanken. Zahlreiche Mohammedaner stellten sich auch die bei uns in anderem Zusammenhang bekannte Frage: Wie konnte Allah es zulassen, daß Fremde den Sultan verbannten? Die einfachen Menschen fühlten sich betrogen. Wie Schnee vor der Sonne schmolz das Vertrauen zu ihrem Gott. Anklagend standen sie vor einer unsichtbaren Mauer, und niemand konnte ihnen die befreiende Antwort geben. Betrübt notierten die strengen Moslems, daß in diesem Jahr zum erstenmal viele Gläubige zum Festtag Aid el-Kebir das gewohnte Opfer nicht brachten. Wenn ein Volk aber seinen Glauben verliert, wird es anfällig für äußere und innere Gefahren. Gewiß, der reine Islam ist mit dem Kommunismus unvereinbar. Wie steht es aber mit einem ausgehöhlten Islam? Kenner Nordafrikas halten es durchaus für möglich, daß sich die ausgeleerten und zweifelnden Marokkaner eines Tages dem Kommunismus zuwenden können. In Europa wird durch eine geschickte Propaganda der Eindruck erweckt, als sei die Bevölkerung Marokkos in ihrer Haltung zum jetzigen Sultan gespalten. Da hört man von Wüstenstämmen, die für Ben Mouley ihr Leben wagen wollen und, bis zu den Zähnen bewaffnet, die Bewohner der Städte in Angst und Schrecken jagen. Das stimmt. Jedoch drohen die Berber nicht aus eigenem Antrieb. Hinter ihnen steht jemand, der sie seit Jahren nach dem bekannten Motto„divide et impera“ gegen die übrigen Marokkaner einsetzt. Nach zuverlässigen Angaben erkennen höchstens 10 v. H. den im vorigen Jahr von den Franzosen erhobenen Sultan als rechtmäßiges Oberhaupt an. Alle anderen lehnen ihn als williges Werkzeug der Kolonialherrscher ab. Wohl oder übel wird Mendès-France in nächster Zeit trotz der Billigung seiner bisherigen Nordafrikapolitik durch die Nationalversammlung das heiße Eisen Marokko anpacken müssen. Unter der Voraussetzung, daß er Ben Mouley abruft und den rechtmäßigen Sultan Sidi Mohammed Ben Yussef aus der Verbannung holt, kann er Ruhe und Ordnung wiederherstellen. Schließlich wird der Ministerpräsident auf die Dauer auch nicht daran vorbeikommen, das Versprechen des US-Präsidenten Roosevelt einzulösen, der den Marokkanern 1943 die Unabhängigkeit versprach. mutter:„Laßt enden die Spaltung unsere Schwestern und Brüder, die noch Dann geleitete eine Lichtprozession durch die überfüllten Straßen der Barockstadt die Reliquien des heiligen Bonifatius, der heiligen Lioba und des heiligen Sturmius zum Festplatz vor der Stadt. Pontifikalamt in der Johannisau Dort in der Johannisau zelebrierte gestern morgen der apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Aloysius Muench, eine Pontifikalmesse vor der unübersehbaren Gemeinschaft der Gläubigen. Die Kette der großen Kundgebungen hatte am Freitag begonnen. Alle Glocken der Bischofsstadt läuteten am Abend die erste öffentliche Kundgebung ein, die vor den angestrahlten Barocktürmen des Domes über fünfzigtausend Menschen vereinte. Es war das erstemal in der Geschichte der deutschen Katholikentage, daß die Jugend als Gestalterin einer solchen Veranstaltung hervortrat. Die verlorene Heimat in Gott Am Sonnabend riefen die Heimatvertriebenen zum Gottesdienst. Der Würzburger Bischof Dr. Julius Döpfner schritt, geleitet von heimatvertriebenen Geistlichen, zum Altar unter dem 25 Meter hohen Holzkreuz Sie sollten erkennen, rief er den 35 000 Gläubigen zu, daß sie in Gott und der Kirche ihre Heimat haben. Auf dem überfüllten nachtlichen Domplatz beantwortete Professor Friedrich Dessauer die Frage nach der christlichen Haltung in unserer Zeit.„Bete durch deine Arbeit“, so formulierte Frankfurt am Main.(dpa) Bundeswirtschaftsminister Erhard anerkannte gestern in einer Rede zur Eröffnung der Frankfurter Messe die Forderungen auf Lohn- und Gehaltserhöhungen auf Grund der höheren Produktivität der Wirtschaft. Eine expansive Lohnpolitik sei das gesunde Gegenstück zu einer expansiven Wirtschaftspolitik. Jedoch lehne er Lohnforderungen ab, die über dem Maß der höheren Produktivität lägen. Zur Verwirklichung der wirtschaftlichen Ziele der Bundesregierung, so fuhr Erhard fort, sei es auch notwendig, die in ihrem Ausmaß in der Öffentlichkeit oft kritisierten Investitionen der Unternehmer verstärkt fortzusetzen.„Wenn gesagt wird, die deutschen Unternehmer hätten einen Investitions-Rausch, so kann ich sagen, daß sie noch nicht einmal angeheitert sind.“ Alles deute darauf hin, daß die Zeichen der Konjunktur auch in diesem Jahr auf„schön Wetter“ stünden. Die schlechte Ernte brauche das deutsche Volk nicht ernstlich zu beunruhigen, versicherte Erhard. Es seien genügend Reserven vorhanden, um das Loch zu stopfen. Für die Volkswirtschaft und die Ernährung und den Lebensstandard des deutschen Volkes bedeute die schlechte Ernte keine Gefahr. Adenauer: Europa-Politik fortsetzen Bonn.(dpa) Die Bundesrepublik werde ihre Europapolitik fortsetzen, sagte Bundeskanzler Adenauer am Sonnabendabend im Rundfunk. Der große historische in der Fremde sind!“ er die Haltung, aus der das Zeugnis hervorgeht. In der Auseinandersetzung mit den Gewalten der Nntur und der Gesellschaft könne sich der Mensch vielleicht selbst helfen, aber im Kampf mit dem eigenen Ich rette nur die Gnade. Vorher hatte auf dem Domplatz der Präses der deutschen katholischen Jugend. Willy Bokler. 15000 Jungen und Mädel in einem Jugendgottesdienst zur Zeugenschaft für Christus aufgerufen. Die Arbeiter auf dem Katholikentag Die Arbeiter sollten vom Katholikentag heimkehren mit einem Bewußtsein des Stolzes, sagte der Kartellvorsitzende der Katholischen Arbeiterbewegung(KAB) Deutsenlands, Landtagspräsident Gokkeln:„Wir spüren mit euch den Schmerz, Gelsenkirchen.(lnw) Die große Tarifkommission der Industriegewerkschaft Metall für Nordrhein-Westfalen stimmte in Gelsenkirchen mit Mehrheit den neuen Lohn- und Gehaltsvereinbarungen zu, die am 28. August vereinbart worden waren. Die Arbeitgeberverbände der nordrheinwestfälischen Metallindustrie hatten bereits im Laufe der Woche die Vereinbarungen gebilligt. Der Ende 1953 begonnene Lohnkonflikt in der westfälisch-lippeschen Holzverarbeitungsindustrie ist beendet. Die SozialPlan einer europäischen Einigung könne nicht durch die geschäftsordnungsmäßige Behandlung des EVG-Vertrages in einem der beteiligten Parlamente getötet werden. Er sei auch zutiefst davon überzeugt, daß eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland das absolut notwendige Fundament jeder Europapolitik sein müsse. Preissenkungen in HO-Läden Berlin.(dpa) Sowjetzonen-Ministerpräsident Grotewohl gab bei Eröffnung der Leipziger Messe eine Reihe von Preissenkungen bei den staatlichen HO-Verkaufsstellen in der Sowjetzone bekannt. Danach sollen vom heutigen Montag an die Preise in den HO-Läden für Margarine durchschnittlich um 31 Prozent, für Schlachtfette um 40 bis 50 Prozent und für Speiseöle um 45 Prozent ermäßigt werden. Zuckerwaren, Bier, Leder, Schuhe und bestimmte Gruppen von Textilien und Industriewaren sollen um 10 bis 33 Prozent billiger werden. Auch die Post- und Fernmeldegebühren sollen vom 1. Öktober an herabgesetzt werden. Demokraten gegen Eisenhower Washington.(INS) Die Demokratische Partei der USA warf der Regierung Eisenhower am Sonnabend vor, sie verfolge eine unausgeglichene Politik gegenüber dem Kommunismus und gab ihr die Schuld, daß die Entwicklung„unbarmherzig auf einen umfassenden Krieg hintreibe“. der in eurem Ruf nach Einheit liegt“, rief er den aus der Sowjetzone gekommenen zu. Kardinal Frings forderte die Arbeiter auf, auch auf die sozialpolitischen Erkenntnisse der Kirche stolz zu sein. Vorstände und Delegierte der KAB verlangten in einer Erklärung eine umfassende Sozialreform für die Bundesrepublik. Sie müsse eine völlige Neuordnung des gesellschaftlichen Aufbaues und der sozialen Gliederung nach den Grundsätzen der katholischen Soziallehre bringen. Den Bundestag forderte die KAB auf, unverzüglich die Gesetze über die Familienausgleichskassen und über die Erhöhung der Altrenten zu verabschieden. Sympathie-Botschaft Churchills London.(Korr.) Der britische Hohe Kommissar Hoyer-Millar hat Bundeskanzler Dr. Adenauer eine Botschaft Churchills übermittelt. Sie ist persönlicher Natur, aber bringt dem Bundeskanzler die Sympathie und Unterstützung des Premierministers zum Ausdruck. partner haben den Vermittlungsvorschlag des Schlichters angenommen. Damit erhöhen sich die Stunden-Ecklöhne der 45 000 Arbeiter dieser Berufsgruppen in den Ortsklassen I und II um je 11 Pfennig auf 1,68 bzw. 1,60 Mark. Die gegenwärtige Lohn- und Gehaltssituation in Hessen kennzeichnet nach Mitteilung der Gewerkschaften die Forderung von etwa 295 000 Arbeitnehmern auf Lohn- und Gehaltserhöhungen. Die Gewerkschaften Metall, Textil. Chemie und Gartenbau haben die alten Tarifverträge gekündigt. Dibelius: Lektion gelernt Washington.(INS) Bischof Dibelius sagte in Washington, die Gefahr, daß ein wiederbewaffnetes Deutschland einen neuen Krieg wünsche, sei sehr, sehr fern. Er sei davon überzeugt, daß„die Lektion, die wir in der Nazi-Zeit und in den letzten zehn Jahren lernen mußten, so bitter war, daß die Gefahr neuer deutscher Kriegsbestrebungen sehr weit entfernt ist“. Solange die Deutschland-Politik der anderen Staaten nicht allzu übel sei, brauche keine Nation eine deutsche Gefahr zu fürchten. Taipeh(Formosa). Chinesische Küstenbatterien in der Nähe des Hafens Amoy setzten gestern die Beschießung der dem Festland vorgelagerten und von Truppen Tschiangkaischeks besetzten Inselgruppe Quemoy mit kurzen Unterbrechungen fort. Nationalchinesische Geschütze erwiderten das Feuer. Flugzeuge der nationalchinesischen Luftwaffe versuchten, die Küstenbatterien des Gegners mit Bomben und Raketen niederzukämpfen. In Taipeh auf Formosa verlautet, daß dabei drei Maschinen durch Flakfeuer abgeschossen wurden. Das Artillerie-Duell, das schon am Freitag begann, ist das schwerste seit dem Rückzug Tschiangkaischeks nach Formosa. Bei dem ersten Feuerüberfall auf Quemoy am Freitag wurden auch zwei amerikanische Öffiziere getötet. Die USA haben sich verpflichtet, jeden Angriff der chinesischen Kommunisten auf Formosa mit Waffengewalt abzuwehren. Interessantes in Kürze Der Wuppertaler Freiballon„Wicküler“ stürzte gestern über einem Sportplatz in Köln-Buchforst ab. Der Ballonführer Stüber erlitt einen Knöchelbruch, während die dre Fahrgäste nicht verletzt wurden. Eine Explosion ereignete sich in einem Schuppen der Stahlwerke„Südwestfalen“ in Geisweid im Kreis Siegen. Ein Arbeiter wurde getötet, fünf wurden verletzt. Die Arbeiter hatten in der Nähe einer Karbidtonne mit einem Schneidebrenner gearbeitet. Im Karbidbetrieb der Knapsack-Griesheim AG bei Köln ereignete sich eine Explosion. Zwei Arbeiter wurden schwer und vier leicht verletzt. Ein Waldbrand wurde in Neustadt in der Oberpfalz durch einen amerikanischen Panzer verursacht. Der Panzer war in Brand geraten und setzte die umliegenden Bäume in Brand. In dem brennenden Fahrzeug explodierte ständig Munition, so daß erst nach vielen Stunden mit den Löscharbeiten begonnen werden konnte Drei Personen wurden getotet bei einem Verkehrsunglück auf der Bundesstraße zwischen Koblenz und Bingen. Ein Personenwagen raste mit hoher Geschwindigkeit gegen einen haltenden Lastzug. Das erste Landarbeiter-Wohnheim in der Bundesrepublik hat die westfälische Gemeinde Westrup im Kreis Lübbecke gebaut. Das Heim ist für die Aufnahme von 30 ledigen Landarbeitern eingerichtet. Tödlich verunglückt ist ein 19jähriger Oberschüler aus Castrop-Rauxel, der in der Nähe von Dillenburg von einem Pkw mitgenommen worden war. Der Wagen fuhr gegen einen entgegenkommenden Lastzug aus Bayern. Der Pkw-Fahrer erlitt einen Schädelbasisbruch. Der Schüler war auf der Reise nach Italien. In Ermangelung eines Krankenwagens brachte in Dortmund ein Funkstreifenwagen ein einjähriges Kind zum Krankenhaus. Das Baby hatte einen Gummisauger verschluckt und war am Ersticken. Bei den Überschwemmungen in der Sowjetzone hat die Industriestadt Zwickau am schwersten gelitten, wie das Genfer Rote Kreuz mitteilt. Sich vom Eiffelturm gesturzt hat ein französischer Marineoffizier. Er war Kommandant eines französischen Kreuzers. 41 Fluggäste eines britischen Passagierflugzeugs brachten sich auf dem Londoner Flughafen bein Landen der Maschine durch einen Sprung aus dem brennenden Flugzeug in Sicherheit. Fünf bis sieben Kilometer lange Autoschlangen waren am vergangenen Wochenende vor und auf der Autobahnbrücke über die Agger im Siegkreis keine Seltenheit. Wegen Ausbesserungsarbeiten ist dort die Autobahn über eine Strecke von mehreren Kilometern nur einseitig befahrbar. Selbstmord verübte in Dortmund ein dreiBigjähriger Arbeiter, indem er sich in den Hochofen eines Hüttenwerks stürzte. Die Kölner Haushalts- und Eisenwarenmesse wurde gestern eröffnet. Neben deutschen Firmen sind 35 ausländische Aussteller vertreten. Diese Garantie schließt jedoch nach Washingtoner Meinung nicht den Schutz der kleinen, unmittelbar des Festland vorgelagerten Inseln ein. Quemoy liegt nur wenige Kilometer von der Küste entfernt, direkt vor dem großen Festlandhafen Amoy. Polizeichef verurteilt Schwäbisch-Hall.(dpa) Das Gericht von Schwäbisch-Hall verurteilte am Wochenende den Polizeioberkommissar Albig zu 600 Mark Geldstrafe, weil er ihn als verantwortlich für den Einsturz eines Kettenstegs über die Kocher ansah. Bei dem Einsturz der Brücke am 19. Juni während eines Sommerfestes wurde ein junger Mann getötet, 84 Menschen verletzt. Das Gericht erklärte in seiner Pegründung, Albig habe durch seine Anordnung, den Zugang zum Kettensteg freizugeben, das Unglück herbeigeführt. Erhard: Gute Konjunktur bleibt „Expansive Lohnpolitik Gegenstück zur expansiven Wirtschaftspolitik“ NRW-Metallöhne erhöht Gewerkschaft und Arbeitgeber stimmten Vereinbarung zu Artillerie-Duell vor Amoy Chinesische Küstenbatterien beschießen Stützpunkt Tschiangkaischeks (9. Fortsetzung) Man sollte es kaum für möglich halten — da steht Frühlingsanfang im Kalender, und was geschieht gegen drei Uhr nachmittags? Es hagelt! Wahre Prasseischauer jagen über den Gorch-Fock-Wall, jagen im scharfen Nordost über den Stephansplatz, über die Dammtorstraße, über die Colonnaden, und Frau Maria Hornung, die Seniorchefin von Hornungs Gaststätte, die mal eben ihre kleine Stupsnase aus der Tür steckt, schlägt in heller Empörung Über den unzuverlässigen Petrus die Hände zusammen:„Dascha wohl ganz unwahrscheinlich, ischa das!“ In diesem Augenblick biegt von der Staatsoper her ein schweres Motorrad in die Große Theaterstraße ein. Vorn sitzt ein Beamter vom Streifendienst und läßt vorsichtig beide Füße über den spiegelglatten Asphalt schleifen. Hinten sitzt der Polizelmeister Cordua.„Fahr langsam, Otto!“ schreit der mahnend gegen den Wind.„Dann kommen wir schneller hin!“ Denn vor ihnen glitscht ein Volkswagen noch gerade so um einen parkenden„Kapitän“ herum. Beinahe hätte es gebumst. Der Oberwachtmeister Baldux dreht nun das Gas weg, bremst vorsichtig, hält wischt sich den geschmolzenen Hagel aus den tränenden Augen und sagt:„Geh schon vorweg, Hannes. Ich schiebe nur schnell meine eilfertige Pauline ins Trokkene. Die mag das nicht gern, wenn ihr was Naßkaltes auf die heißen Motorrippen zischt!“ Drinnen aber sagt Frau Hornung strahlend zu Lotte Cordua, die gerade an ihrem Wermut nippt:„Ich glaube, jetzt kommt er!“ Nein, da ist er schon. Hagelnaß zwar, aber fröhlich und guter Dinge. Frau Lotte überlegt schnell, ob sie ihren Hannes zur Feier des Tages mit einm Kuß begrüßen soll. Sie könnte das ruhig, denn zu dieser stillen Nachmittagsstunde sitzt nur noch ein Pärchen hinten in der Ecke und ist restlos mit sich selbst beschäftigt. Aber dann tut sie es doch nicht. Hannes schätzt keine Zärtlichkeit in der Öffentlichkeit. Also streichelt sie ihm nur in einer zärtlichen Aufwallung die kalten Hände, sagt leise, aber sehr glücklich:„Ich gratuliere, lieber Hannes!“ Und gleich darauf brennend interessiert:„Aber nun erzähle mal! Wie war es denn? Und wollen sie den Titus in der Nacht in der Bereitschaft behalten? Ach, Hannes, ich bin richtig stolz auf dich!“ Dabei beugte sie sich zu ihm vor, um ihm recht nahe zu sein, ihrem lieben Hannes. Und nun kommt ihr Ausschnitt zur Geltung. Folglich antwortet Hannes Cordua nicht gleich auf alle ihre Fragen, sondern blickt seine Lotte sinnend an. Sehr sinnend und in einer Mischung von chrlicher Besitzerfreude und sanfter Strafe im blinzelnden Auge. Dann erst sagt er halblaut:„Den Ausschnitt hätte Frau Bober doch etwas diskreter machen sollen. Ich möchte ja nur, daß du dich nicht erkältest, Lotte. Draußen hagelt es nämlich!“ Lotte Cordua nestelt sofort, während ihre kleinen Ohren sanft rosa anlaufen, ein bißchen an dem Ausschnitt herum und lächelt unsicher zum nahen Büfett hinüber, ob die kleine Frau Hornung das wohl gehört hat. Aber Frau Hornung hat ausnahmsweise mal nicht zugehört. Sie ist eine„Waage“ und muß mal eben sehr intensiv über die seelische Wetterlage, die ihr das Zeitungshoroskop verrät, nachdenken.„Es stellt sich vielleicht heraus“, steht da,„daß man falsch und unehrlich an Ihnen handelt!“ Nun möchte Frau Hornung ja wohl mal wissen, wer sich so viel Schlechtigkeit ihr gegenüber auf sein Gewissen laden will: die Küche, die Bedienung oder einer ihrer Lieferanten? Nein, Frau Hornung hat nicht gehört, was der Polizeimeister über den offenherzigen Ausschnitt zu seiner Frau gesagt hat. Sie sinniert und sinniert und geht zuerst mal fix in Gedanken ihr Stammpersonal durch, ehe sie sich sehr intensiv dem weit größeren Kreise ihrer Lieferanten widmet. Sie ist gerade beim Fischhändler, da kommt Baldux rein, und der bringt sie erst mal wieder aus der Reihe.„Tag, Frau Hornung!“ trompetet der fröhlich und schlägt sich dabei die Tropfen vom Wettermantel.„Sie haben wohl heute mittag mal wieder Ihren Suppenteller nicht brav ausgelöffelt? Oder warum kriegt es unsereiner gleich schöpfkellenweise von oben?“ Frau Hornung kneift ordentlich ein bißchen verliebt die Augen zu. Sie mag den netten Oberwachtmeister gern.„Och, Sie!“ — Damit schlägt sie ihm lachend auf die zum Gruß über die Theke gestreckte Hand.„Immer will er mich für seine eigenen Dummheiten verantwortlich machen! Dabel hat er bestimmt was Süßes versetzt, und dafür haben wir nun die Bescherung!“ Aber der Oberwachtmeister Baldux lacht glücklich und überlegen.„In ganz Hamburg“, sagt er strahlend.„gibt es für mich nur eine Süße, und eher beiße ich mir den linken Daumen vom Handschuh, che ich die versetze. Das sollten Sie eigentlich wissen, Frau Hornung!“ „Die ist ja aber auch bildhübsch!“ lobt Frau Hornung diese Süße.„Da passen Sie man gut auf, Herr Baldux!“ „Brauch ich nicht!“ strahlt der.„Die Katja ist eisern!“ Und nun ist er bei Corduas am Tisch.„Habt ihr das gehört? Ich soll meine Katja versetzt haben! Na, so was!“ Er lacht fröhlich wie über einen guten Witz; Freund Hannes lacht fröhlich mit. „Und ob die Katja eisern ist! Aber nun sag mal, wo steckst du denn so lange?“ Otto Baldux begrüßt indessen erst einmal Frau Lotte, ehe er Hannes antwortet. „Alles nach Vordringlichkeit und Gebüihr!“ schmunzelt er und drückt ihr mit staciler Herzlichkeit die Hand:„Also hören Sie mal, Frau Cordua, daß Sie sich auf so was eingelassen haben, wundert mich ja nun mächtig: Die ganze Polizei dippt heute vor Hannes die Flagge, und Sie sitzen hier und warten?“ „Du hast mir noch immer nicht gesagt!“ fährt Hannes das Thema mißbillngend, dazwischen,„wo du eben noch so lange gesteckt hast! Und was magst du denn? Darfst du Bier, oder möchtest du lieber 'n Kaffee?“ Otto Baldux hat sich nun seines regennassen Fahrermantels entledigt und sagt dabei gelassen:„Alles hübsch nacheinander, Hannes. Zuerst mal habe ich inzwischen was Neues erfahren. Wessel kam gerade vorbei. Müßtest seine Zwitscherpfeife ja eigentlich gehört haben. Soll eine große Sache am Kochen sein. Alle hohen Herren sind im„Ring“ und palavern mit dem Alten!“ „Wessel ist unser schnellster Flitzer!“ sagt Hannes Cordua mit leichter Mißbilligung zu seiner Frau.„Aber er sabbelt ’n bißchen viel!“ „Muß trotzdem was dran sein!“ sagt Baldux nachdenklich.„Wenn Wessel schon 'n Tasse Kaffee ablehnt und sagt, er hat keine Zeit, dann ist was fällig!“ „Da werden doch nicht etwa wieder die Studenten...?“ zieht Cordua nun doch die Stirn in steile Falten. Aber Baldux sagt ärgerlich:„Unsinn, die wollen mit uns nichts mehr zu tun haben! Es muß was ganz anderes sein! Was Abendfüllendes und Weiträumiges, auch nichts gegen„Koks'-Brüder oder sowas. Wessel sagt, Rauschgiftdezernat und ,Sitte' sind nicht dabei!“ Nun beugt er sich etwas vor und sagt noch leiser als bisher:„Wißt ihr, was ich glaube? Ich glaube, da ist was Großes gegen die falschen Hunderter“ im Gange. Wessel glaubt auch, daß es was mit„Blüten' zu tun hat. Das Falschgelddezernat soll jedenfalls bis auf den letzten Knopf vertreten sein!“ „Ob wir hier jetzt lieber Schluß machen?“ fragt Cordua ebenso leise.„Ich möchte wenigstens mal in Hammerbrook anrufen, ob dort schon was vorliegt.“ „Ich denke, du hast heute Sonderurlaub?“ sagt Frau Lotte enttäuscht.„Und wenn Wessel gesagt hat, sie beraten erst? Du hast mir doch versprochen, daß wir heute zusammen ausgehen wollen?“ „Tun wir auch!“ sagt Oberwachtmeister Baldux energisch. (Fortsetzung folgt) „Nun, was sagen Sie zu Wien?“ fragte Willy Forst einen Filmkollegen, der sich zum ersten Male in der Praterstadt aufhielt.„Ist's nicht herrlich hier?— Grinzing, der Ballhausplatz, das Burgtheater, die vielen hübschen Mädchen und unsere schöne blaue Donau.. „Aber“, wagte der Kollege einzuwenden „die Donau? Die ist doch gar nicht blau!" „Stimmt schon“, gab Forst zu.„Aber der Dreck ist nicht von hier. Der kommt von Linz herunter!“ r 119. Jahrgang— Nummer 206 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Montag, den 6. September 1954 III Hanimnimn mun Hiun Nachtschmetterlinge Ob man sich abends beim offenen Fenster am Tisch niederläßt oder ob man draußen beim Windlicht erholsame Entspannung nach der Tagesarbeit sucht— immer sind sie da. Die Nachtschmetterlinge nämlich, deren Zahl Legion zu sein scheint, vom zartesten Gebilde bis zum plumpen Falter, der immer wieder irgendwo anschlägt. Es ist schwer, mit ihnen gut Freund zu werden, denn wir empfinden es immer wieder, daß es Geschöpfe sind, die nur mit der Nachtseite unseres Lebens etwas zu tun haben. Merkwürdig nur, daß diese seltsamen Gebilde, denen das Licht feindlich ist, das Licht doch immer wieder suchen— und sei es auch nur, um daran zu verbrennen. Es liegt wie eine stille Tragik über diesen Geschöpfen der Nacht, die aus ihrer stillen nächtlichen Ruhe herausdrängen. Vielleicht gelingt es uns aber, die natürliche Scheu zu besiegen, die wir vor ihnen im Herzen tragen, und wir werden ein Wunder erleben an Schönheit und Feinheit der Zeichnung. Unsere Nachtfalter sind die Graphiker unter den Schmetterlingen. Was ihnen an leuchtenden Farben abgeht, ersetzen sie in Weiß und Braun durch die Schönheit der Zeichnung. Es lohnt sich schon. sie der Dunkelheit zu entreißen und sich der Zartheit der Gebilde zu erfreuen, die sich in der lauen Sommernacht offenbart. iunnuitiun nicht vorgehen, die sich dieser Ordnung fügen wollen. Die im Zuge der Errichtung der Tankstelle Siepe an der Bruchstraße entfernte elektrische Straßenleuchte soll nach dem Abbruch der Baracke wieder in Betrieb genommen werden. Bundestreffen der Mitteldeutschen am 11. und 12. September in Bochum. Die mitteldeutschen Landsmannschaften der Sachsen und Thüringer und die Landsmannschaften Provinz Sachsen und Anhalt verbinden ihre Bochumer Arbeitstagungen mit einer Gesamtdeutschen Großkundgebung der Mitteldeutschen am 12. September in der Halle des Bochumer. Vereins. Auf dieser Kundgebung, an der viele Tausende mitteldeutscher Menschen teilnehmen, werden Ministerpräsident Arnold, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Dr. Schreiber, und der Staatssekretär im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen, Thedieck, in grundlegenden Ausführungen über die Probleme der Wiedervereinigung und über die sozialpolitischen Fragen der Sowjetzonenflüchtlinge sprechen. Bereits am Sonnabendnachmittag spricht im großen Rathaussaal zu Bochum auf dem Mitteldeutschen Kongreß der Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegssachgeschädigte, Prof. Dr. Dr. Oberländer. Eltern haften für ihre Kinder „Fletschen“, Luftgewehre, Pfeil und Bogen kein Spielzeug Verkehrsumleitungen in Attendorn Dringende Straßenarbeiten auf der Kölner Straße Olper Stadtspiegel Die Bereitschaft des DRK und das Jugend-Rot-Kreuz ist zu einem Dienstabend morgen um 8 Uhr im kleinen Schwanensaal eingeladen. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Auf die Veranstaltung des Felke-Vereins heute um 20 Uhr im Café Gastreich, Frankfurter Straße, wird noch einmal empfehiend hingewiesen. Ein namhafter Redner ist verpflichtet. Planung auf lange Sicht. Die Stadt hat zur Zeit Maßnahmen in Angriff genommen, um für das Stadtgebiet und die Ortschaften Rüblinghausen und Lütringhausen einen neuen Kanalplan anfertigen zu lassen. Bei der fortschreitenden baulichen Entwicklung der Stadt und er genannten Ortschaften bedarf der alte Plan einer gründlichen Ueberholung. Der neue Plan soll auf die nächsten 40 bis 50 Jahre ausgerichtet sein. Eine neue Verbindungsleitung für Gas und Wasser wurde von der Gartenstraße entlang der neuen evangelischen Volksschule bis zum Hause Muckenhaupt „Auf dem Gallenberg“ in Arbeit genommen. Die Erweiterung der Gas-, Wasserund Stromleitung am Hang, bis zum Neubau Pascheke, wurde jetzt in Angriff genommen. Keine Hunde auf dem Markt. Wiederholt hat die Polizei darauf aufmerksam gemacht, daß Hunde nicht mit auf den Markt genommen werden dürfen. Sie wird in Zukunft gegen alle Personen Attendorn. Ab heute werden in der Kölner Straße ab Marktplatz neue Wasserleitungsrohre sowie Rohre für die Gasversorgung und Stromkabel verlegt. Anschließend erhält die Straße im Zuge der neuen Fluchtlinien eine neue Pflasterung. Die Arbeiten sind so umfangreich, daß eine völlige Sperrung der Kölner Straße in beiden Richtungen erforderlich ist. Die entsprechenden Verkehrsumleitungen sind wie folgt vorgesehen: Aus Richtung Olpe werden die Fahrzeuge wie bereits seit einigen Wochen am Werk Hommerich über die Tränke—Südwall—Wasserstraße—Bahnhof abgeleitet. Der Verkehr aus Richtung Finnentrop nach Olpe und Meinerzhagen geht über die Ennester Straße —Feuerteich—Westwall bis zum Kölner Tor. Für die Dauer der Umleitungen verlegt die Kraftverkehr Olpe A.-G. ihre Haltestelle vom Wochenmarkt an den Bahnhof für die Omnibusse in Richtung Finnentrop. Die Omnibusse in Richtung Olpe halten am Feuerteich gegenüber der Sonnenschule und am Kölner Tor. Der Omnibus der Bundesbahn muß ebenfalls während dieser Zeit auf die Haltestelle am Wochenmarkt verzichten und hierfür den Bahnhof bzw. den Feuerteich wählen. Am Wochenmarkt verbleibt vorerst lediglich die Haltestelle des Kraftverkehr Alte—Valbert.— Für ausreichende Beschilderung ist gesorgt. Die Bevölkerung wird gebeten, für diese Maßnahmen Verständnis aufzubringen und den Westwall wegen der engen Fahrbahn nur in Richtung Kölner Tor zu benutzen. Neues aus Attendorn Einen neuen Bürgersteig erhielt die Hansastraße von der Windhauser Straße bis zum Wohnhaus J. Viegener. Die Arbeiten wurden von der Firma E. Marsch durchgeführt. Augenblicklich sind noch Arbeiten an der Straßendecke zugange Der„Brunabend“, ein heimatgeschichtliches Buch von Lehrer Boos, ist bald druckreif. Augenblicklich werden noch Manuskripte und Angaben bearbeitet, die noch vorhandene Forschungslücken schließen sollen. Jubilare beim Hüttenwerk Siegerland. Ausgezeichnet wurden für eine 25jährige Tätigkeit: Heinrich Tielke, Anton Wellniak, Julius Schwenzfeier, Franz Rüsche und Hans Bauernschmitt. Neben den Schont die Füße- auch bei der Arbeit! Von Dr. med. H. Groetschel— Fußschäden verhütung in den Betrieben Kreis Olpe. Gesunde Füße sind für den arbeitenden Menschen besonders wichtig. Sehr viele Arbeiten müssen unbedingt im Stehen verrichtet werden, z. B. das Stanzen und Drehen in der Eisenindustrie, das Weben, das Verlesen im Bergbau, das Steinformen in den Schamottefabriken, das Gießen und Drehen in der Porzellanindustrie und das Polieren in den Möbelfabriken. Auch Kellner, Bäcker, Büglerinnen, Handsetzer, Verkäufer, Chirurgen und Zahnärzte müssen viel stehen. Bei den beiden letzteren Berufsgruppen bürgert sich erfreulicherweise für verschiedene Operationen das Arbeiten im Sitzen immer mehr ein. Freilich wird in den Betrieben aber vielfach auch dort im Stehen gearbeitet, wo Sitzen ebenso gut möglich oder vielleicht sogar noch besser wäre. Wenn Arbeiten jahrelang im Stehen verrichtet wurden, dann wollen aber weder die Arbeiter selbst, noch die Arbeitgeber von dieser Gewohnheit abgehen. Seitens des Unternehmers hört man immer wieder den Einwand, daß die Arbeit im Sitzen nicht verrichtet werden könne, weil sonst die Gefahr des Einschlafens bestehe. Dieser Einwand ist ganz unzutreffend; Im Gegenteil, das Stehen bedeutet eine unnötige Kraftverschwendung, und der Arbeiter bleibt länger leistungsfähig, wenn er sitzen kann. Die Arbeiter ihrerseits lehnen das Sitzen ab, wenn sie bisher eine Tätigkeit im Stehen verrichtet haben, weil sie sich dann völlig umstellen müssen. Das ist besonders bei Akkordarbeit lästig und bedeutet fast immer zunächst einen Verdienstausfall. Wenn man das Stehen bei der Arbeit Gurch Sitsen ersetzen will, gelingt das meist nur dann, wenn man die Neulinge von vorneherein zur Arbeit im Sitzen anlernt und damit den Aelteren beweist, daß es auch so geht. Durch weitgehende Spezialisierung und Unterteilung der Arbeit im modernen Betrieb, durch die Arbeit am Fließband und in der Gruppe und durch die Erhöhung des Arbeitstempos sind die Anforderungen an den Einzelnen immer mehr gestiegen. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die besonderen Berufsanforderungen und Arbeitsüberlastungen vielfach Fußschäden verursachen oder zur Verschlimmerung von bereits in der Anlage vorhandenen Fußschwächen führen. Untersuchungen in zwei größeren Betrieben ergaben in dem einen mit 3 591 Beschäftigten anatomische Fußverbildungen mit 64.2%, in dem anderen sogar mit 81,7%, und zwar wurde eine Zunahme der Zahl der Fußveränderungen mit steigendem Lebens- und Berufsalter festgestel't, besonders bei Stehberufen. Glückwünschen erhielten die Jubilare einen größeren Geldbetrag, der in einer schlichten Feier überreicht wurde Die Meisterprüfung als Landwirt bestand Herbert Laufer von Gut Ewig. Herzlichen Glückwunsch zu diesem seltenen Meistertitel! Zu Boden geschlagen und schwer verletzt wurde in der Bahnhofstraße der 56jährige H. Sch. von einem 20jährigen Burschen. Der Verletzte mußte das Krankenhaus aufsuchen Neue Hinweisschilder Attendorn. In Stadt und Amt Attendorn mußten aufgrund neuer Bestimmung der Straßenverkehrsordnung mehrere Hinweisschilder angebracht werden. Bei einer gemeinsamen Besichtigung durch Polizei, Ordnungsamt und Verkehrswacht konnte man sich von der Notwendigkeit der neuen Beschilderung überzeugen. Olpe. Kinder treiben oft ein gefährliches Spiel. Einmal gefährden sie sich selbst und zum anderen auch die mehr oder weniger beteiligten Spielkameraden Des öfteren sieht man Halbwüchsige, wie sie mit Luftgewehren und-pistolen die Gegend nach Spatzen durchstreifen. Andere wiederum ziehen das Fußballspielen auf den Bürgersteigen vor, wobei häufig auch die Fahrbahn herhalten muß. So beliebt wie bei einigen der Fußball, sind bei den kleinen Wild-West-Jägern Pfeil und Bogen. Natürlich muß es dann auch ein Bogen sein, der schießt. Gegen das Spiel der Kinder ist im allgemeinen nichts einzuwenden, aber immer wieder wird festgestellt, daß sich sehr viele Eltern über die gesetzlich verankerte Erziehungs- und Aufsichipflicht ihren Kindern gegenüber nicht im klaren sind, vor allem aber nicht über die möglicherweise daraus erwachsenden Folgen und die finanziellen Schäden. Irrtum der Eltern Die Eltern meinen vielfach, daß man sie für Schäden, die ein„unvernünftiges Kind“ anrichtet, nicht haftbar machen könne. Wen aber solle man dann wohl haftbar machen? Das Kind vielleicht? Oder etwa denjenigen, der durch das Kind zu Schaden kommt und der dann den ihm zugefügten Schaden selbst tragen solle? Dazu ist grundsätzlich festzustellen, daß die Eltern zur Aufsicht verpflichtet sind und alle Schäden tragen müssen, die ihr Kind anrichtet. Da kann es, um ein Beispiel zu nennen, vorkommen, daß Frau Schulze und Frau Schmidt vor einem Ladenfenster stehen und sich unterhalten. Die dreijährige Erika von Frau Schulze, die neben ihrer Mutter stand, läuft plötzlich auf die Fahrbahn der Straße, direkt vor ein Motorrad, das in mäßigem Tempo herankam. Der Tahrer muß aber sehr plötzlich stoppen, um das Kind nicht zu überfahren, er stürzt dabei unglücklich und bleibt schwerverletzt Abteilwagen verschwinden endlich Bundesbahn mit neuem Reisekomfort auf der Ruhr-Sieg-Strecke Kreis Olpe. Nach einer Mitteilung der Bundesbahn sollen auf der Siegstrecke die letzten Abteilwagen nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden und in neu aufgearbeiteter Form dem Berufsund Nahverkehr wieder zur Verfügung gestellt werden. Die aufgearbeiteten Wagen zeichnen sich auch in der dritten Klasse durch große Räumlichkeit, durchgehende Polsterung und große Fenster aus. Jeweils zwei Wagen sind zu einer Einheit kurz zusammengekuppelt und, wie die neuen Leichtbaumetallwagen, mit staubdichten Gummiwülsten versehen, so daß der Durchgang von einem zum anderen Wagen kaum zu bemerken ist. Neue Sitzplatzanordnung Ein besonderes Merkmal sind die Mitteleinstiege. Die Wagen erhalten die neue Sitzplatzanordnung, d. h., je zwei Sitzplätze zu beiden Seiten des Mittelganges, anstatt bisher zwei und drei. Sie haben trotzdem in der 3. Klasse noch 82 gepolsterte Sitzplätze. Weniger als bisher werden die Reisenden bei diesem Wagentyp künftig die Fahrgeräusche wahrnehmen. Das liegt zum Teil an der guten Isolierung dieser Wagen, vor allem aber an den neuartigen Drehgesellen, die mit ihren reibungslosen Schrauben und schräg angeordneten OelVikar Ammermann versetzt Drolshagen. Vikar Ammermann, der besonders für die seelsorgerische Betreuung der Jugendgruppen viel getan hat. verläßt in kurzer Zeit Drolshagen. Sein Weggang wird sehr bedauert. Auch die Sportjugend verliert in ihm einen eifrigen Förderer. Seine Stelle wird von Vikar Schäfer aus Kirchhundem besetzt werden. dämpfern nach Autoart den Wagen ausgezeichnete Laufeigenschaften verleihen. Warmes Wasser zum Waschen Das Innere der Wagen ist mit allem Komfort ausgestattet. Als Neuerung wird von den Reisenden besonders begrüßt werden, daß man sich künftig in den Toiletten mit warmem Wasser waschen kann. Jeder Fensterplatzinhaber der Wagen wird weiter die Möglichkeit haben, die Heiztemperatur für seinen Sitz selbst regeln. Doppelglasfenster verhüten ein Beschlagen der Scheiben. Stadttell im Dunkel Olpe. Freitagabend rammte ein Lkw beim Einbiegen auf den Marktplatz einen Lichtmasten. Dadurch wurde die Oberleitung abgerissen und ein Ortsteil vollkommen in Dunkel gelegt. Um Unfälle zu vermeiden, bewachte die Polizei die unter Strom stehende Leitung bis Arbeitskräfte der Stadtwerke den Schaden repariert hatten. Das neue Constanze-Modeheft ist mit 188 Seiten Umfang das stärkste aller bisher erschienenen. Fast 400 Modelle präsentiert diese bezaubernde Schau der Herbst- und Wintermode, in der außer Paris vor allem Berlin, München und Rom mit ihren schönsten Couture-Schöpfungen vertreten sind. Der große Schnittmusterteil des Heftes bringt als überraschende Neuheit Schnitte auf Stoff, nach denen man sich in wenigen Stunden schicke Modelle preiswert selbst anfertigen kann. Praktisch, gut informierend und von kultiviertem Geschmack, ist das Constanze-Modeheft ein unentbehrlicher Ratgeber für jede Frau. Es kostet einschließlich Schnittbogen nur 3 Mark und reicht für die ganze Halbjahres-Saison. Legefutter für Hühner während der Mauser Wichtigste Aufgabe: Beim Federwechsel bestes, eiweißhaltiges Futter Der sechste Verkehrstote in 14 Tagen! Dillenburg. Auf der Landstraße zwischen Amdorf und Uckersdorf fuhr der aus Erdbach stammende Gundolf Michel in einer Straßenkurve mit seinem Motorrad gegen den Anhänger eines Lastzuges. Der auf dem Sozius sitzende Bruder des Fahrers, der 20 Jahre alte Former Hans Michel wurde mit dem Kopf gegen das Fahrzeug geschleudert und auf der Stelle getötet. Der Fahrer selbst erlitt erhebliche Verletzungen und wurde in das Krankenhaus Herborn gebracht. Das ist bereits der sechste tödliche Verkehrsunfall im Dillkreis seit 14 Tagen. Olpe. Auch heute noch hört man auf vielen Bauernhöfen u. ländlichen Hühnerhaltungen auf die Frage, ob die Hünner während der Mauser Legemehl bekommen, die Antwort:„Legemehl für die Hühner? Die mausern doch jetzt, mithin brauchen sie auch kein Legefutter!“ Die Meinung, daß nichtlegende Hühner auch kein eiweißhaltiges Futter benötigen, ist noch stark verbreitet. Dieser Irrtum hat nicht nur schon zum Ausfall vieler Einnahmen an Eiergeld geführt, sondern schadet auch manchen Hühnern für ihr zweites Legejahr derart, daß ih:e Haltung praktisch unwirtschaftlich bleibt. Die Mauser, der Wechsel des Federkleides. ist ein ganz natürlicher Vorgang und stellt keine Krankheit dar. Dieser Vorgang kann nun einmal leider unseren Haushühnern nicht abgezüchtet werden. Es ist nun nicht so, wie auf dem Lande vielfach angenommen wird. daß die Hühner nicht mehr legen, um sich in der Mauser eine Runepause zu gönnen, sondern so, daß der Federwechsel den Organismus so in Anspruch nimmt, daß für die Eierproduktion keine liegen. Frau Schulze bemerkt den Vorfell erst, als die Bremsen kreischen und die Straßenpassanten aufschreien. Einer Ohnmacht nahe, kann Frau Schulze ihr Kind wohlbehalten in die Arme schließen und mit nach Hause nehmen. Der Motorradfahrer ist glücklicherweise nicht lebensgefährlich verletzt, aber Herr Schulze muß recht tief in den Säkkel greifen, um die berechtigten Schadenersatzansprüche für Behandlung, Schmerzensgeld, Reparaturkosten für das Motorrad usw. zu erstatten. Er wollte es nicht glauben, daß er dazu verpflichtet war, aber das Gericht belehrte ihn eines Besseren. Er wurde zur Erstattung allen angerichtten Schadens verpflichtet, weil sein in diesem Augenblick unbeaufsichtigtes Kind schuld an dem Unfall war. Genau so läge der Fall, wenn beispielsweise ein Kind seinem Spielgefährten mit einer Luftpistole ein Auge ausschießen oder auf eine andere Weise beim Spiel verletzen würde. Die Eltern müßten für das geschädigte Kind in vollem Umfange eintreten, ihm sogar eine lebenslängliche Rente zahlen. Später. wenn er erwachsen ist und selbst Einnahmen hat, müßte der Uebeltäter dann nersonlich weiterzahlen. Eine Verletzung der Aufsichtspflicht kann für die Eltern verheerende Folgen, insbesondere finanzieller Art, haben. Das sollten sich Eltern, insbesondere die Mütter, immer vor Augen halten. Aus dem Kreisgebiet Mittwoch ab 10.30 Uhr geschlossen! Olpe. Von der Städtischen Sparkasse Olpe wird uns mitgeteilt, daß am Mittwoch, dem 8. September, die Schalterräume ab 10.30 Uhr wegen des Betriebsausfluges geschlossen bleiben. Heinrich Lütticke Festwirt Drolshagen. Die Festwirtschaft für das Erntefest des Landwirtschaftlichen Lokalvereins am 21. September hat Gastwirt Lütticke aus Bühren übernommen. Kaum zu glauben Oberveischede. In der Nacht machten sich mit Fahrzeugen etwa 15 junge Burschen auf den Weg, überfielen zwei zeltende Ehepaare bei Schmellenberg und schlugen mit Knüppeln zu, so daß die Zeltenden verletzt wurden. Die Polizei konnte die Täter schnell ermitteln. Heute Dienstabend des DRK Heggen. Heute abend um 8 Uhr ist im Saale der Gastwirtschaft Herweg Dienstabend des DRK. Um rege Beteiligung der Frauengruppe wird gebeten. Tödlicher Verkehrsunfall Hofolpe. In der Nacht von Freitag auf Samstag verunglückte der 25jährige Motorradfahrer Heinz Greve aus Hofolpe, etwa 500 m vor der Abzweigung der Provinzialstraße nach Kirchhundem, nach einem Zusammenstoß mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Pkw tödlich. Gesang im Festgottesdienst Altenhundem. Die Männergesangvereine Altenhundem, Maumke und Kickenbach singen im Festgottesdienst in der kath. Kirche am„Tag des deutschen Liedes“ drei Teile aus der Deutschen Messe von Schubert. Die Leitung hat Paul Gastreich. An der Orgel Gerhard Schulte aus Meggen. Wird die Hallenfrage entschieden? Kirchhundem. Heute abend beraten die Vorstände des Heimatschutzvereins und der Soldatenkameradschaft wieder einmal über das Schicksal der Halle. In den vorausgegangenen Beratungen hatten beide Beteiligte den Willen gezeigt, eine der Bevölkerung angenehme Lösung zu zu finden. Hoffentlich kommen die Verhandlungspartner heute zu einer Einigung im Hallenproblem. Reserven übrig bleiben. Auch spielen besondere hormonale Einwirkungen eine Rolle. Es ist möglich, die Mauser gut und schnell vonstatten gehen zu lassen, d. h., die Zeit, in der die Tiere keine Eier legen, weitgehend abzukürzen. Auch hier ist der wichtigste der Nährstoffe, der für alles Wachstum und für jegliche Leistung ausschlaggebend ist— das Eiweiß. Außerdem sind für den Organismus der mausernden Henne natürlich Vitamine. Minerallen und andere Stoffe wichtig. Auch der größte Auslauf bietet schon im Frühjahr nicht genug tierische Eiweißnahrung, um eine hohe Elerproduktion zu gewährleisten. Im Herbst aber— also in der Mauserzeit— versiegt diese schwache Eiweißquelle ganz, so daß zu dieser Zeit mehr denn je die Zurverfügungstellung eines eiweißhaltigen Legemehls erforderlich ist. Der landwirtschaftliche Betrieb ist in der Regel nicht in der Lage, alle erforderlichen Stoffe einem etwa selbstgemischten Futter beizufügen. Man verfüttert daher das fertige Markenfutter deuka Legemehl und zusätzlich Körner aus der eigenen Wirtschaft, wobei dem Weizen gerade in der Mauserzeit eine besondere Bedeutung zukommt. Man unterstützt die Futteraufnahme bei mausernden Hühnern dadurch, daß man ihnen einen Teil des Legemehls in Form von Weichfutter gibt. Schlechte Leger mausern stets früh uno sehr lange. Ihre Haltung lohnt sich nicht. auch das beste Futter kann aus diesen Tieren keine guten Leistungstiere machen Man schlachtet also solche Hühner nach dem ersten Legejahr ab, die bereits im Juli mit der Mauser beginnen. Gute Leger dagegen sind früh reif und mausern trotzdem erst spät. Beste Hühner legen noch im September, ohne gemausert zu haben. Mit Sicherheit kann man hiernach die besten Leger heraussuchen. Es muß die wichtigste Aufgabe und stete Sorge des Geflügelhalters sein, diese besten Tiere gerade in der Zeit des Federwechsels mit bestem eiweißhaltigem Futter — deuka Legemehl— zu unterstützen, um von ihnen auch im folgenden Jahr wieder hohe Eiererträge zu erhalten. Denke nicht erst lange nach kaul' alles ein bet Palette gegen den grauen Ultag Farben für Lukull und Stachanow— Farbpsychologie praktisch angewandt Sie fängt schon beim Essen an, die Wissenschaft von der Farbe. Ein Eintopf aus Kohl und Kartoffeln, womöglich noch aufgewärmt und von undefinierbarer Farbe, ist nicht gerade appetitanregend. Kartoffeln und Kohl getrennt serviert, mit frischer Petersilie und Tomate garniert, wirken daneben direkt wie aus der Werkstatt Lukulls. Das Auge ißt mit, heißt eine alte Hausfrauenweisheit, die vor kurzem ein schwedischer Wissenschaftler zu untermauern versuchte, indem er in seinem Eßzimmer das Licht so filtrierte, daß nur rote und grüne Strahlen sichtbar wurden. Allen seinen Gästen wurde übel, weil die Speisen und Getränke von so ungewöhnlicher Farbe waren, daß sie Ekel davor empfanden. Der Mensch ist im allgemeinen unsicher, wenn es sich darum handelt, Farben zu erfassen und sie richtig anzuwenden. Doch ist man jetzt so weit, der Farbe in der Industrie, der Architektur und auch in der Mode größere Beachtung zu schenken, da man dank der Untersuchungsergebnisse der Farbenpsychologen bis zu einem gewissen Grade in ihr Mysterium einzudringen vermag. In einigen Betrieben strich man zum Beispiel die Arbeitsräume in Pastellfarben, vornehmlich gelb, wodurch der Eindruck einfallenden Sonnenlichtes erweckt wurde. Die Maschinen verloren ihr bedrückendes, eintöniges, graues Aussehen und erhielten einen lichtgrünen Anstrich, Gefahrenpunkte wurden rot markiert. Das Ergebnis: Die Arbeiter fühlten sich wohler und zu höheren Leistungen fähig, sie wurden fröhlicher und ermüdeten weniger leicht bei der Arbeit. Auch in der Architektur fängt man langsam an, mit der Farbe zu arbeiten. Als Beispiel sei die neu erstandene Gartenstadt Hohnerkamp in Hamburg angeführt, wo man die stufenartig angelegten Gebäude in vier verschiedenen Pastellfarben— Rosa, Hellblau, Hellgrün und Gelb—, die Türdämmerigen, teilweise düsteren Wohnungseinrichtungen der vergangenen Jahrzehnte die Farbskala heute sehr viel heller und bunter geworden. In der Mode spielt die Farbe natürlich eine besonders wichtige Rolle. Augen-, Haut- und Haarfarbe lassen sich entscheidend von der Farbe des Kleides beeinflussen, sogar die Figur läßt sich durch geschickt gewählte Farben(zum Beispiel Schwarz für Vollschlanke) vorteilhaft korrigieren. Man bedient sich vorzugsweise neutraler Farben wie Weiß, Schwarz und Grau, zu denen man die Zutaten dann in gegensätzlichen Farben wählt Auch hier zeigt es sich, daß erst der Kontrast die richtige Wirkung schafft. Bekanntlich gibt es warme und kalte Farben. Blau zum Beispiel ist die kälteste, Rot und Orange die wärmste Farbe, was dazwischen liegt, ist eine Wissenschaft, in die man sich wirklich ein wenig vertiefen sollte, ehe man sich eine Wohnung einrichtet oder seine Kleidung zusammenstellt Was nun die Farbe in Zusammenhang mit der Charakterdeutung betrifft, so dürfte man sie vielleicht ein wenig zu wichtig nehmen. Zu behaupten, wie es vielfach geschieht, die Lieblingsfarbe eines Menschen sei ein Spiegel seines Charakters, geht wohl ein bißchen zu weit. In einem Menschen, der beispielsweise Grün gerne leiden mag, gleich„einen guten Geschäftsmann, der den Wohlstand liebt“ oder in Blau das Symbol für Tüchtigkeit, Geduld und innere Festigkeit zu sehen, hieße, die Sache etwas zu großzügig auszulegen. Gewiß, der Einfluß der Farbe auf die Stimmung des Menschen ist nicht zu unterschätzen, aber dieser Einfluß ist ein rein äußerlicher und— soweit es den Raum betrifft— von optischer Wirkung. Und von da bis zur Charakterdeutung ist noch ein weiter Weg. Katrin Renard Asiatische Räuber in Cucopa Wollhandkrabben werden jetzt elektrisch hingerichtet Ist’s so nur in Hollywood? Ein französischer Journalist fragte den amerikanischen Regisseur Preston Sturges, was er über Hollywood denke. „Stellen Sie sich eine Gruppe von Schwer-Industriellen vor mit Gesichtern wie biedere Familienväter“, erwiderte der Amerikaner,„eine dicke Zigarre in der Hand, über Börsenkurse sich unterhaltend, Prozente, Verdienste, Gewinn... Stellen Sie sich ferner vor, daß diese Männer verheiratet sind mit Alkoholikerinnen. Epileptikerinnen, Hysterischen, Morphinistinnen, die in der Meinung der großen Masse als Künstlerinnen gelten,— und Sie haben Hollywood.“ und Fenstereinfassungen weiß strich. Dadurch betonte man die reizvolle stufenartige Anlage und hat nebenbei den Eindruck, als ob dort auch an trüben Tagen die Sonne scheint. An anderer Stelle hat man an einem Wohnblock die Balkons an der Südfront alle in verschiedenfarbigen, aufeinander abgestimmten zarten Tönen gestrichen und dadurch die nüchterne Fassade belebt. Der moderne Innenraumgestalter ist im allgemeinen neutral in der Farbgebung, das heißt: Holz und Stein behalten die natürliche Färbung, Möbelbezüge dagegen wählt er gern in den leuchtenden Grundfarben Schwarz, Blau, Gelb, Grün und Rot, wodurch er reizvolle Kontraste hervorruft. Überhaupt ist im Vergleich zu den Im Jahre 1922 entdeckte man an der Nordseeküste beim Reinigen von Schiffswänden kohlkopfgroße Krabben, die chinesische Frachtschiffe hier eingeschleppt hatten. Leider ließ man die Tiere am Leben. In einigen Jahren entwickelten sich diese„Asiaten“ zu gefährlichen Schädlingen in unseren Binnengewässern. Etwas später wurden in der Unterelbe die ersten Wollhandkrabben von Fischern gefangen, ein Jahr später gab es schon Zehn- und Hunderttausende dieser Krebse, deren Gliedmaßen stark behaart sind. Ihre Heimat sind die chinesischen Gewässer und sandige Flußmündungen, sie leben in Meer-, Brack- und Süßwasser. Die Chinesen schätzen diesen Krebs ob seines delikaten Fleisches, aber bei uns hat er keine natürlichen Feinde. Elbe, Weser und Havel sind schwer verseucht. Öft waren die Wehre völlig verstopft von Wollhandkrabben, in den Havelniederungen behinderten sie sogar die Mähmaschinen. Wenn diese Schädlinge auch nur kranke Fische töten, so gefährden sie doch die Uferböschungen durch ihre Gänge und zerreißen die Netze der Fischer. Der gefährliche Fremdling vermehrt sich ungeheuer rasch. Im September und Oktober wandern die geschlechtsreifen Tiere dem Meere zu, um sich im Winter an den Mündungsgebieten der Flüsse fortzupflanzen und zu laichen. Einen Tag nach der Paarung treten beim Weibchen gegen 300 000 befruchtete Eier aus. Die ausschlüpfenden Larven wandern dann in Massen den Fluß aufwärts. An den Wehren fängt man Millionen von ihnen, einmal 1700 Zentner. Hindernde Wehre umgehen sie. Jetzt bekämpft man diesen Feind der Fischerei mit dem elektrischen Strom. Man hat große Sperrketten errichtet, um die jungen, aufwärts wandernden Krabben mit Stromstößen von 30 Volt in Massen zu vernichten. ihren ersten Film„Fanfaren der Liebe“, der den Titel„Liefdeskaskenades“ trägt, gezeigt. Wie Direktor Passage von der Continental- Film- Gesellschaft erklärte, sollen möglichst zwölf europäische Spitzenfilme pro Jahr in Afrikaans synchronisiert werden. In den Kritiken heißt es, das wohlgelungene Experiment werde zweifellos großen Anklang unter den Südafrikanischen Filmfreunden finden und möglicherweise auch dazu beitragen, das Niveau der in der Union gedrehten Filme positiv zu beeinflussen. Die bekanntesten südafrikanischen Schauspieler wurden von der Continental-Film-Gesellschaft für die Synchronisierung verpflichtet. „Herr Kapitän, gehen solche großen modernen Dampfer oft unter?“ fragt eine ängstliche Passagierin. „Nein“, ist die Antwort,„nur einmal!“ GUTGESEHEN Das ist eine Aufnahme vom Turm eines berühmten Münsters. Manch einer hat ihn mit umgehängter Camera erstiegen, manch einer ist wieder herabgekommen, ohne ein einziges Mal geknipst zu haben. Denn, nicht wahr, der großartige Rundumblick da oben ist etwas fürs Auge, aber nichts für die Camera, die nur Ausschnitte, nur eng umgrenzte Bilder sieht. Das hat man sich vorher nur nicht überlegt. Hätte man sich nicht etwas anderes überlegen können? Es ist ja wohl klar, daß das eigentliche Turmerlebnis photographisch nur auf einer Panorama-Aufnahme festzuhalten wäre, die man mit den üblichen Bord-Mitteln nicht zustande bringt. Man sollte aber photographische Expeditionen überhaupt nicht mit vorgefaßten Absichten unternehmen, mit der Absicht, diese eine gedachte Aufnahme oder gar keine heimzubringen. Man sollte sich nicht sagen: dies und das werde ich dort oben sehen, das will ich photographieren. Sondern: da oben müssen sich meiner Camera zahllose Motive anbieten, die schönsten sollen ihr gehören! Dem Amateur, dem auf dem Münsterturm diese schöne Aufnahme. gelang, schwebte sie ja auch nicht vorher vor. Er hat das Motiv entdeckt, als er im Emporsteigen im Ausschnitt der Schallöffnung den zierlichen Dachreiter gewahrte. Und seine Entdeckerfreude war wohl größer als die Freude eines Mannes, der nur das findet, was er schon vermutet hat. Wie viele mögen an diesem Bild vorbeigeschritten sein, ohne ihm auch nur einen Blick zu schenken, weil das Ziel ihres Aufstiegs höher lagl Wer photographiert, hat aber deshalb„mehr vom Leben“, weil seine Augen wacher sind, weil seine Camera einen leisen Zwang zu steter Bereitschaft auf ihn ausübt. Er will sich kein Bild entgehen lassen. Und also muß er Bilder sehen, wo andere nur einen Weg sehen. Das kann nachgerade zum „Tick“ werden. Aber gewiß einer von der liebenswürdigen Art. Tepozteco der Rachegott/ Erzählung von Gustav Regler In Afrikaans synchronisiert Die deutsche Continental-Film-Gesellschaft in Pretoria, die europäische— dabei in erster Linie deutsche— Filme in Afrikaans, der Nationalsprache des Burentums, synchronisiert, hat in einer Probeaufführung vor Parlamentsangehörigen, Stadtverordneten, Pressevertretern und namhaften Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in Pretoria mit großem Erfolg Goethes Lieblingstrank Weder Trinker noch Abstinent— Dem einen nützet, dem andern schadet er „Sende mir noch einige Würzburger, denn kein anderer Wein will mir schmekken, und ich bin verdrießlich, wenn mir mein gewohnter Lieblingstrank abgeht.“ So schrieb Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1806 aus Jena an seine Frau. Er verstand etwas von Würzburger Steinwein, denn an manchen Abenden muß er— seinen Weinrechnungen nach— mindestens zwei Bocksbeutel geleert haben. Auch die medizinische Wissenschaft hat sich mit dem Thema„Goethe und der Alkohol“ befaßt und festgestellt, daß der Dichter nie ein Trinker, aber auch nie Abstinenzler war. Als Student widerte ihn das sinnlose Kneipen an. Auch als er an den Herzogshof nach Weimar kam, trank er nur gelegentlich einen Schluck Wein. Erst in seinen Vierziger Jahren, als Goethe vlele gesellschaftliche Verpflichtungen hatte, floß in seinem Hause der Wein reichlich. Die Weinrechnungen des großherzoglichen Ministers wurden so hoch, daß er sie in Raten bezahlen mußte. Daß eine so spannungsreiche Natur im Wein einen Ausgleich fand, ist begreiflich, wenn Goethe auch einmal niederschrieb: „Wenn ich den Wein abschaffen könnte, wäre ich glücklich“. Er hat ihn erst in seinen letzten Lebensjahren abgeschafft, als er auch innerlich ruhiger geworden war. Noch als Sechziger, als er seine Gedichte für Marianne von Willemer, die Suleika im„West- Östlichen Divan“, schrieb, pries er das Trinken:„Wenn man getrunken hat, weiß man das Rechte“, und fügte hinzu:„Es liegen im Wein allerdings produktiv machende Kräfte sehr bedeutender Art, aber es kommt dabei alles auf Zustände, Zeit und Stunde an, und was dem einen nützet, schadet dem andern.“ Am 27. August 1818 ließ sich der Neunundsechzigjährige morgens in Karlsbad zwei Flaschen Rotwein aufs Zimmer bringen. Als er sie gerade leerte, kam Hofrat Dr. Rehbein herein.„Sie haben wohl meinen Geburtstag vergessen?“, schmunzelte Goethe der natürlich wußte, daß er erst am nächsten Tag Geburtstag hatte, und fügte entschuldigend hinzu:„Donnerwetter, da habe ich mich ja ganz umsonst besoffen!“ „Denke Dir, Else, ich habe einen fabelhaften Vortrag über die Entfernung der Fixsterne gehört.“ „Na, wie entfernt man sie denn?“ Der Paul-List-Verlag erlaubte uns, die folgende Erzählung aus Reglers„Mexikobuch“ zu veröffentlichen. Es war in der Zeit, als ich meine Gladiolenfarm in Mexiko aufbaute. Wir hatten von der Hauptstadt einige Maurer ins tropische Tal heruntergebracht. Wir schafften Bäume von den Bergen, als eines Morgens ein Zug von Bauern uns überraschte; sie baten um Wasser. Ich ging selbst, sie zu grüßen, und erfuhr, daß sie den Weg durchs Dorf in gemeinsamer Arbeit verbessern wollten, ehe die Regenzeit ihn ganz verdürbe. Ich bot meine Hilfe an, aber sie erklärten, daß ihnen Geld für einen Lastwagen lieber wäre. Ich gab es ihnen, und sie gingen ans Steinesammeln unten in der Schlucht Es waren dreißig junge und viezehn alte Männer. Plötzlich hörten meine Arbeiter einen scharfen Wortwechsel, der schon ausgeartet schien, als ich auf das Gerüst kletterte um hinabzuschauen. Ein seltsamer Anblick bot sich uns; es sah wie ein öffentlicher Mord aus. Einer der jüngeren Männer hatte gegen die Schinderei des Steineschleppens protestiert. Der älteste cer Männer hatte ihn daran erinnert, daß dies eine gemeinsame Arbeit sei, daß solche Regel schon seit Jahrhunderten das Leben des Dorfes bestimme, daß Tepotzlan eine freie Kommune sei und daß er, der junge Fant, dies nicht ändern würde. Die beiden standen sich gegenüber wie Stiere, eh sie die Hörner ineinanderstoßen; mir schien fast, daß sie mit den Füßen Sand aufwürfen. Und dann geschah das Unerwartete: Die ganze Schar hörte auf zu arbeiten und stellte sich wie ein Chor um die Hauptakteure herum; der alte Mann aber stürzte sich auf den jungen Mann, fällte ihn mit einem wuchtigen Hieb und schlug dann unbarmherzig auf den am Boden Liegenden ein; es war eine stumme Exekution. Der junge Mann, der zweifellos stärker war als der alte, hob nur die Hände vors Gesicht; alle andern standen herum und rührten sich nicht. Unten erhob sich der junge Mann ächzend aus dem Staub, stolperte dann zum Bach und wischte sich Blut vom Mund. Alle gingen wieder schweigend an die Arbeit. Einige Tage später kam ein Peon aus dem Dorf und erzählte, daß der junge Bauer in der Nacht verhaftet worden sei. Er habe einen Kameraden, mit dem er seit langem verfeindet war, betrunken und schlafend an einer Straßenecke liegen sehen und habe ihn mit der Machete in Stücke gehauen; er sei erst geflüchtet, aber dann zurückgekehrt, und man habe ihn mit Blutflecken an seinen Sandalen überführt und ihn der Polizei der nahen Gouverneurstadt ausgeliefert. Als ich nach einer Woche fragte, was mit dem Mörder geschehen sei, antwortete man, daß er tot sei.„Er ist am Schrecken gestorben. Am Kummer. An Scham.“ Sie gebrauchten verschiedene Worte. Ich forschte weiter. Es gab ganz alte Sitten. Über dem Dorf auf einem bizarren Felsen reckt sich die Pyramide von Ome Tochtli, des Gottes der Trunkenheit. Wer im Rausch starb, war gezeichnet gewesen von diesem Gott, auch Gott Tepozteco genannt; man gab ihm ein langdauerndes Fest. Der aber, der jemand im Schlaf umbringt, ist ein Feigling, wie er schlimmer nicht auszudenken ist. Dies verstand wohl auch der Mörder in seinem Gefängnis, und es befiel ihn mit solcher Gewalt, daß er das Dunkel der Nacht nicht überstand und starb. Ob dazu die Angst vor dem Gericht kam, ob die Polizei ihm zu heftig seine Schuld einredete, ob er den Strick zu Hilfe nahm, mit dem die Hose um die Hüften festgehalten war, hat niemand untersucht und wird niemand je wissen. Aber daß ihn die Götter der alten Azteken töteten, ist gewiß. Im Dorf lebt noch Tepozteco, obschon der spanische Bischof damals sein Bild in die Baranca warf, wo es in tausend Stücke zerschellte. Man nennt den Rachegott kurzerhand„miedo“, Angst, Schauer vor dem Unbekannten; ich aber fragte mich, wieweit die Demütigung unten in meiner Baranca bei diesem Mord die Hand im Spiel hatte, denn dieser Jüngling, der sich aufbäumte, sozusagen in ein anderes freieres Jahrhundert hinüber, war unter meinem Haus sicher nicht nur in seinem Fleisch gezüchtigt worden; und solche Seelen zwischen den Jahrhunderten brennen wie Zunder, wenn der Funke einmal in sie fiel. Meine Maurer sprachen noch lange von ihm, wenn sie unter der tausendjährigen Föhre um das Feuer saßen und den Pulquekrug herumreichten.„Man schlägt keinen erwachsenen Menschen“, sagten sie. Die Peones aus dem Dorf saßen dabei, drehten ihre Tacos um im Holzfeuer und schwiegen. (Aus Reglers„Mexiko") Auch das ist Fahrerflucht Die Entscheidungen der Gerichte zeigen immer mehr die Tendenz, den Begriff der „Fahrerflucht“ oder„Verkehrsunfallflucht“ auf Tatbestände auszuweiten, bei denen der juristische Laie schon kaum noch den Eindruck einer„Flucht“ hat. Eines der letzten Urteile auf diesem Gebiet ist eine Revisionsentscheidung des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts. Der Fahrer eines Lieferwagens hatte nach dem Genuß von einigen Gläsern Kognak nachts beim Überholen einen anderen VerkehrsteilnenGefährlich ist es, dem Menschen zu zeigen, wie sehr er den Tieren gleicht, ohne ihn an seine Größe zu erinnern. Noch gefährlicher ist es, ihn zu oft seine Größe ohne seine Niedrigkeit sehen zu lassen. Am gefährlichsten aber ist es, ihm das eine wie das andere zu verschweigen. Dagegen ist es ungemein vorteilhafi ihn beides kennen zu lehren. Pascal mer angefahren. Er hielt sofort, schaffte den Verletzten in seinen Lieferwagen und fuhr zur nächsten Klinik. Dort wartete er, bis ihm der Arzt nach der Untersuchung bestätigte, daß kein Anlaß zu Besorgnis bestehe. Bis dahin hatte er sich unstreitig einwandfrei verhalten. Eine strafbare Handlungsweise sah das Oberlandesgericht jedoch in einem anderen Punkt. Der Lieferwagenfahrer hatte sich nämlich, nachdem ihn der Arzt über den Zustand des Verletzten beruhigt hatte, nicht sofort zur Polizei begeben, um dort eine Blutprobe zu veranlassen. Er befürchtete, wahrscheinlich mit Recht, daß er zuviel Alkohol genossen hätte und daß man ihm deswegen den Führerschein entziehen würde. Um eine Blutprobe zu vermeiden, fuhr er nicht nach Hause, sondern in einen Nachbarort, wo er in einer Gastwirtschaft weitere Kognaks hinter die Binde goß. Erst am Morgen gegen 4 Uhr kam er nach Hause zurück und erfuhr, daß die Polizei schon am Abend nach ihm gefragt hatte. „Der Angeklagte hat sich nach einem von ihm mitverursachten Verkehrsunfall der Feststellung der Art seiner Beteiligung vorsätzlich durch Flucht entzogen“, erklärte das Oberlandesgericht in Bestätigung der Verurteilung des Lieferwagenfahrers wegen Unfallflucht.„Ihm war bekannt, daß er vor dem Unfall Alkohol genossen hatte und daß dies wegen des von ihm ausgehenden Alkoholgeruchs von Dritten bemerkt worden war. Er rechnete damit, daß seitens der bald zu erwartenden Polizei zwecks näherer Feststellung der Art seiner Beteiligung am Unfall(Grad etwaiger Trunkenheit) bei ihm eine Blutprobe veranlaßt werden würde. Um eine solche Maßnahme, vor der er sich fürchtete, unmöglich zu machen, hat er sich aus der Klinik fortbegeben, um sich zunächst unauffindbar zu machen.“ Entscheidend kreidete das Gericht dem Angeklagten nicht etwa an, daß er nicht selbst bei der Polizei die Untersuchung herbeigeführt habe sondern nur, daß er sich den zu erwartenden Maßnahmen der Polizei entzogen habe. bren Monn eiwos enn man 50 50 richtig. Cenn non de Pr Alsdie GrafschaftMark„k.k.“war Maria Theresia und ihre Landesadministrationskommission während des Siebenjährigen Krieges Nachdem in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach dem langwierigen Jülich-Klevischen Erbfolgestreit die Grafschaften Mark und Ravensberg und das Herzogtum Kleve an die Kurfürsten von Brandenburg, die späteren Könige von Preußen, gelangt war, ist die Regierung dieses Herrscherhauses in der Folgezeit zweimal unterbrochen worden, und zwar jedesmal für sieben Jahre. Allgemein bekannt ist nur die zweite dieser„Zwischenregierungen“, die Franzosenzeit von 1806 bis 1813, während man es kaum in einschlägigen Darstellungen erwähnt findet, daß genau fünfzig Jahre vorher ebenfalls eine Fremdherrschaft bestanden hatte. Dieser erste Zeitraum umfaßt die Jahre des Siebenjährigen Krieges(1756—1763), des letzten der drei Kriege, die König Friedrich II. von Preußen um den Besitz der schlesischen Herzogtümer führte. Mit Österreich verbündet war damals Frankreich, das ein starkes Heer gegen die westfälischen Besitzungen Preußens und gegen dessen Verbündete, vor allem Hannover und Braunschweig. in Marsch setzte. Von vornherein war dabei Friedrich II. sich darüber klar, daß er nicht in der Lage war, einen Zweifrontenkrieg zu führen, und daß er deshalb seine Besitzungen zwischen Weser und Rhein dem Gegner überlassen mußte. Von Kleve nach Holland Schon am 2. März 1757 hatte er dem Präsidenten der Kleve-märkischen Kriegs- und Domänenkammer in Kleve. von Bessel, Verhaltungsmaßregeln für diesen Fall zukommen lassen: Der Kammerpräsident sollte sich mit einigen Räten nach Holland zurückziehen und die Akten und Archive nach Amsterdam gebracht werden, während ein Kammerdirektor und zwei Räte der Garnison Wesel unter dem General de la Motte zugeteilt werden und sich nach dessen Anweisungen richten sollten. Mit dem General sollte auch die Zeit des Aufbruches von Kleve vereinbart werden. Dann hieß es weiter: „Geruhigt und stille verhalten" „Bevor solches geschiehet, sollet Ihr den dortigen Ständen und Edelleuten insinuiren (= mitteilen) und zu erkennen geben, daß, da die Umstände nicht füglich litten, sie gegen eine so überwiegende Macht zu protegiren(- schützen), sie zwar in der Mir und Meinem Hause schuldigen Treue und Pflicht verbleiben müssen, da Ich Mich zu seiner Zeit ihrer gewiß annehmen und alles gegen sie erkennen würde.“ Überdies sollten„sie sich geruhigt und stille verhalten“ und die feindlichen Forderungen„nach Möglichkeit erfüllen“, da Widerstand ja doch von keinem „Effekt“(d. h. Wirkung, Nutzen) sei. Französischer Einmarsch Offenbar sah Friedrich II. voraus, wie die Verhältnisse sich zwischen Rhein und Weser entwickeln würden. Nachdem er nach seinem Einmarsch in das Kurfürstentum Sachsen (1756) dort alsbald eine preußische Landesregierung eingerichtet hatte, mußte er damit rechnen, daß seine Gegner in den von ihnen besetzten Gebieten ebenso verfahren würden. Und er hatte sich darin nicht getäuscht. Im Frühjahr 1757 räumten die preußischen Truppen die westfälischen Gebiete vor den Franzosen, die am 22. April in Hamm einzogen, und am folgenden Tage, am 23. April, wurde eine„K. k. Administration“ für das Herzogtum Kleve und die Grafschaften Mark und Mörs eingerichtet; zu ihrem Bevollmächtigten ernannte die Kaiserin Maria Theresia den Grafen Anton von Pergen. Der„Administration“(= Verwaltung) unterstand„alles, was sowohl in das politicum als militare und camerale einschlägt“. Eine sogenannte Landesdeputation(Ausschuß) übernahm die Verwaltungsgeschäfte; sie bestand aus Mitgliedern der Regierungen in Kleve und Mörs, aus einigen Räten der Preußischen Kriegsund Domänenkammer und aus einigen Vertretern der Landstände.— Die verwaltungsBeeren leuchten am Waldesrand Der Mensch nutzt Gaben des Waldes/ Vögel äsen die Beerenbüsche kahl Der Spätsommer ist die Zeit der Reife und Vollendung. Nicht mehr bescheren bunte Blüten dem Landschaftsbild den üppigen Farbenreichtum, sondern die Beeren der Bäume und Sträucher in Wäldern. Gebüschen und Hecken leuchten in verschiedenen Farben. Jetzt ist die Zeit, da Stare und Drosseln in großen Scharen in die Gebüsche einfallen und oft stundenlang unter Geplauder und Geschwatz von den reifen Beeren naschen. Seltsam ist, daß hier die Vögel und die Menschen sich so ergänzen, daß die Vögel die einen, die Menschen die anderen Beeren vorziehen. Nur bei den Wildkirschen überschneiden sich die Gelüste der Dorfburschen und der Stare. Die leuchtend roten Beeren des Schneeballs aber, die in herrlichen Trugdolden angeordnet sind, erfreuen oft das Auge des Wanderers bis tief in den Herbst und sogar Frühwinter hinein. Daraus aber erkennt man, daß die Beeren weder bei Menschen noch bei Vögeln in hohem Kurs stehen. Tatsächlich greifen die Vögel in der allergrößten Not einmal auf die Schneeballbeeren zurück, die zwar recht schön aussehen, aber keineswegs gut schmecken. Ganz anders ist es bei den Beeren des Vogelbeerbaums oder der Eberesche.(Die Eberesche hat übrigens nichts mit dem männlichen Schwein zu tun, sondern Eber“ bedeutet so viel wie„falsch", wie Aberglaube ein„falscher“ Glaube ist.) Die Beeren der Eberesche aber heißen im Volksmund„Vogelbeeren“, und sie heißen nicht nur so, sondern sind auch in der Tat die Beeren, die von den meisten Vogelarten vorgezogen werden. Besonders die Drosseln bevölkern in großer Zahl die Vogelbeerbäume, die im Spätsommer ein herrlicher Schmuck unserer Wälder und Gehölze sind, und äsen sie oft schon bis zum Frühwinter völlig kahl. Etwas später als die Vogelbeeren färben sich die Holunderbeeren. Erst im September werden sie schwarz und reif. Den Holunderstrauch hat sich der Mensch schon früh zu seinen Hütten geholt, weil er erkannt hatte, daß dessen sämtliche Teile verwertbar sind. Noch heute bereitet man aus den Blüten des Holunderstrauches— Holunder bedeutet wörtlich übersetzt„Baum der Holla“— den heilkräftigen„Fliedertee“ gegen Erkältungen aller Art. In manchen Teilen Deutschlands wird nämlich der Holunder„Flieder“ genannt, obwohl dieser Name eigentlich einem anderen Baum zukommt. Aus den Beeren wird Mus oder Schnaps bereitet, und aus dem Holz basteln die Kinder Flöten und anderes Spielzeug. Die Heckenrosen, deren Früchte der Volksmund„Hagebutten“ nennt, leuchten jetzt ebenfalls bereits in ihrer Farbenpracht. Meistens sind sie zu groß, als daß die kleineren Singvögel sie verzehren können. Der Mensch aber bereitet aus den Hagebutten ein vorzügliches Kompott.— Die Traubenkirsche oder Ahlkirsche hat schwarze Beeren, die in der Arznei Verwendung finden, ebenso wie die grünen Beeren und die fleckige Rinde des Faulbaums. Manche Vögel hingegen haben die Beeren der Ahlkirsche als Lieblingsnahrung erkoren. Schließlich ist noch die große Zahl der Beerensträucher und kleinen beerentragenden Stauden am Waldboden zu nennen. Da ist zunächst die Blaubeere, die im Sauerland binnen kurzer Zeit Kahlschläge vollkommen überzogen hat. Ebenso wie die Preiselbeere zählt sie die Menschen wie die Vögel zu ihren Freunden. In den sauerländischen Bergen werden alljährlich stattliche Mengen Heidel- und Preiselbeeren gesammelt und auf den Märkten der Städte zum Verkauf angeboten. Ähnlich wie bei diesen Zwergsträuchern werden die Himbeeren und Brombeeren geerntet. Durch diese Beerensträucher bietet der Wald einzelnen Bevölkerungskreisen willkommene Einnahmequellen. Schließlich grüßen jetzt noch die Beeren mäßigen Verhältnisse in der Grafschaft Mark während des Siebenjährigen Krieges hat dargestellt Dr. Franz Böckenholt(aus Hamm) in seiner Doktorarbeit„Zur Geschichte der Königlich Preußischen Verwaltungsbehörde der ehemaligen Grafschaft Mark zu Hamm (Westf.)“(Münster 1912). Störungen und Unterbrechungen Im September 1757 wurden indessen Regierung und Kammer wieder eingesetzt, sie sollten gemäß einer Anordnung der k. k. Administration die Geschäfte fortsetzen, während die Deputation sich nur alles vorbehielt, was mit den Besatnungstruppen in Zusammenhang stand. In dieser Weise wurde die Verwaltung von Kleve-Mark bis 1763 geführt, allerdings nicht ohne Störungen und Unterbrechungen. die mit der Kriegslage zwischen Rhein und Weser zusammenhingen. Nachdem am 28. März 1758 die preußischen Verbündeten unter Herzog Ferdinand von Braunschweig in Soest ein großes französisches Magazin erbeutet hatten und die Franzosen aus Hamm abgerückt waren, befahl die oberste preußische Finanzverwaltung, das Generaldirektorium, in Berlin am 19. Juni 1758 die Aufhebung der Landesdeputation und Wiederherstellung der alten Verwaltung, aber im Herbst waren die Franzosen schon wieder in der Grafschaft Mark(am 7. Oktober Einzug in Hamm). Ähnlich wechselten die Truppen in den folgenden Jahren immer wieder, und man suchte die Lage dadurch zu verbessern, daß für die Grafschaft Mark eine besondere Deputation der Kriegs- und Domänenkammer eingerichtet wurde. „Fliegende“ Regierung Sie nahm ihren Sitz in Hamm im Nassauer Hof, dem alten Adelssitz an der Nassauerstraße, der 1932 dem Erweiterungsbau des Marienhospitals weichen mußte, konnte sich aber hier keine bleibende Stätte schaffen, sondern war sozusagen eine„fliegende“ Deputation, denn sie erließ z. B. am 29. Juli 1760 eine Verordnung aus Lippstadt, und am 11. November 1761 ist die Rede von der„allhier(d. h. in Hamm) wieder angekommenen Deputation“. Es wurde damals auch für die Grafschaft Mark je eine besondere Obersteuer- und Landrentei-Kasse eingerichtet; beide wurden nach 1763 als„Interims-(d. h. Zwischenzeit-) Kassen“ bezeichnet. Sieben Jahre dauerte diese Zwischenregierung, dieses Nebeneinander der KaiserlichKöniglichen und der Königlich-Preußischen Verwaltung. Nachdem aber am 15. Februar 1763 der Friede zu Hubertusburg geschlossen war, wurde sieben Tage später, am 22. Febr. 1763, die k. k. General-Administration aufgehoben und durch die Regierung und die Kriegs- und Domänenkammer zu Kleve die Landesverwaltung von Kleve-Mark wieder ganz übernommen. Noch mehr als vor dem Kriege ergab sich aber in den ersten Nachkriegsjahren die Notwendigkeit, für die Grafschaft Mark eine besondere Verwaltungsbehörde zu errichten, und am 6. November 1766 wurde durch Friedrich II. die Schaffung einer besonderen Kriegs- und Domänenkammer für die Grafschaft Mark, Lippstadt(das unter preußisch-lippischer Gemeinschaftsregierung stand), Soest und die Börde genehmigt. Die Eröffnung sollte am 1. Juni 1767 erfolgen, doch wurde zunächst nur eine Kammerdeputation in Hamm errichtet, eine Zweigstelle der Kammer in Kleve, und erst 1787 erfolgte die Erhebung zu einer selbständigen Kammer, die dann bis in die Franzosenzeit 1806 13 hinein bestanden hat. fjw. mmmmmmmmmmm einiger frühblühender Waldblumen den Wanderer mit ihren herrlichen Farben. Weithin sind z. B. die Beeren des Maiglöckchens und des Aronstabes sichtbar, deren kräftiges, frisches Rot zum Naschen einladen möchte, während tatsächlich die Beeren widerlich von Geschmack und giftig sind. So hält der Wald unserer Heimat im Spätsommer nicht nur eine üppige Farbenpracht für das Auge des Wanderers, sondern mit seinen vielen wohlschmeckenden Beeren auch einen Genuß für seinen Gaumen bereit. Wie in allen seinen anderen Lebenserscheinungen ist auch hier der Wald reich und überschwenglich. Den ganzen Herbst hindurch und bis tief in den Winter hinein versorgt er die„Vögel des Himmels, die nicht säen und nicht ernten“. W. St. Während im Jahre 1353 Graf Engelbert III. von der Mark, der von 1347 bis 1391 regierte, eine Pilgerfahrt nach Palästina und anschließend eine Kreuzfahrt nach Preußen unternahm, erbaute sein Landdrost Gerhard von Plettenberg an der Hönne die Grenzfesten Neuenrade und Klusenstein, beide zunächst gegen die Grafschaft Arnsberg gerichtet. Sie erhielten indessen erhöhte Bedeutung, als im Jahre 1368 die Grafschaft Arnsberg in den Besitz des Kurfürsten von Köln übergegangen war, dem gegen die märkischen Grafen weit größere Machtmittel zu Gebote standen als dem Grafen von Arnsberg, dessen Gebiet nur ungefähr die heutigen Kreise Arnsberg und Meschede umfaßt hatte. Immer wieder aber kam es in diesem Grenzland an der Hönne zu Grenzstreitigkeiten. Ein recht langwieriger Grenzstreit spielte sich um die Mitte des 16. Jahrhunderts ab; es ging dabei um einen Teil der Waldungen Im Grenzland an der Hönne. Damals saßen auf Haus Brüninghausen im Kirchspiel Ohle (Kreis Altena) die Brüder Hermann und Johann von Rüspe, zu deren elterlichem Erbteil u. a.„etlich Gebirg und Gehölz, Eicken im Berg genannt“, gehörte. Hier beanspruchten aber auch die Einwohner der kurkölnischen Freiheit Affeln(im heutigen Kreis Arnsberg) markengenossenschaftliche Rechte, die sie teils dadurch geltend zu machen suchten, daß sie mit bewaffneten raufen in das streitige Gehölz eindrangen. „Mörderischer Weise überfallen“ Das war auch im Oktober 1549 geschehen, und zwar hatte dazu der Bürgermeister von Affeln, Gerhard Helwig, seine„Untertanen“ aufgeboten. In dem Gehölz stießen sie aber auf„drel arme, unschuldige, minderige Kinder, so deren von Rüspe Schweine Urf Ihrem Gebirg und Gehölz gewartet“. Dlese Jungen wurden nun von den Affelnern„gewaltiglichen mörderischer Weise n und verfolgt, der eine Junge merlich mit Zerspaltung seines Hauptes stordet, der andere Junge auf den Todt wundet und dann vor todt liegen lassen: der dritte Junge ist den von Affoln entloffen“ In dieser Form schilderten die Herren von Rüspe den Vorfall in der Klageschrift, die sie dem Gogrefen zu Altena als dem zuständigen Richter einreichten. Sie warteten jedoch den Ausgang des gerichtlichen Verfahrens nicht erst ab, sondern suchten sich aus eigner Kraft ihr Recht sowie Genugtuung zu verschaffen. Dabel gelang es ihnen, den Affelner Gemeindeboten Johann Stummel „im Land von der Mark und Amp: Neuenrade zu betreten“, d. h. zu fassen, und sie brachten ihn nach Altena, wo er in Haft gesetzt wurde. Vor dem gräflichen Richter erklärte er zu seiner Rechtfertigung:„Daß er die Zusammenberufung derer von Affeln auf Befchl des Bürgermeisters Gerhard Helwig getan hätte“, dem er habe gehorchen müssen. Man konnte ihn ja auch schließlich nicht für den Überfall nur deshalb verantwortlich machen, weil er die„Gestellungsbefehle“ zugestellt hatte. Altena war Ausland Auf Grund der Aussagen des Gemeindeboten wurde dann aber der Bürgermeister aufgefordert, der Verhandlung gegen Johann Stummel beizuwohnen, die auf den 3. Juni 1551 angesetzt wurde, und sich gegen die von dem Verhafteten erhobenen Beschuldigungen zu verteidigen. Nun war aber der Bürgermeister als kurkölnischer Untertan nicht verpflichtet, der Vorladung eines märkischen, also ausländischen Richters Folge zu leisten; andererseits mochte er auch wohl Gefahr für sich und seine Freiheit befürchten, und so bat er die Drosten von Neuenrade und Altena, durch deren Gebiete er reisen mußte um freies Geleit, das ihm und seinen Begleitern auch durch einen Geleitbrief bewilligt wurde. So erschienen der Bürgermeister und eine Anzahl Affelner Bürger in Altena vor Gericht. Dort wurde aber von dem Richter und den Beisitzern„mit gutem zeitigen Rath nach dero Land Art und Gerichtsgewohnheit mit Urteil und Recht erkannt, daß genanter Bürgermeister Gerhard Helwig als angezogenen mörderischen Handels Verursacher solle instatt des beklagten Boten stehen und angehalten werden und seine Not leiden“. So wurde trotz der Geleitbriefe der Bürgermeister in Haft gesetzt, während die übrigen Affelner mit dem Gemeindeboten heimkehren durften. Da überdies das Urteil durch die kleve-märkische Landesregierung zu Kleve bestätigt wurde, kam eine Freilassung des Bürgermeisters nicht in Frage, zumal er geständig war, die Affelner zu dem Einfall in das Gehölz aufgeboten zu haben. Seine„Untertanen“ aber wandten sich an ihren Landesherrn, den Kölner Kurfürsten und Erzbischof Adolf III. Grafen von Schaumburg(1546-56), der alsbald das höchste Gericht in deutschen Landen anrief. das Kaiserliche Kammergericht. Kaiserliches„Poenalmandat" Von dort erging unter dem 1. Juli 1551 ein „Poenalmandat“, d. h. eine Verfügung mit Strafandrohung, an den Herzog von Kleve und Grafen von der Mark und dessen Drosten zu Altena und Neuenrade. Herzog-Graf war damals Wilhelm der Reiche(1539—92), über den wir am 10. April ausführlich bee Schloß Darfeld(Kreis Coesfeld) Innerhaib schöner Parkanlagen, umgeben von breiten Gräften, liegt nahe der uralten Straße Coesfeld—Rheine das Schloß Darfeld. Durch ein neues Torhaus gelangt man auf den ersten Hof, der von Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden umschlossen ist. Eine Bogenbrücke führt dann zu dem inneren Hof, den die Wohngebäude und die Kapelle umschließen. Der größte Teil der Gebäude wurde im Jahre 1899 durch Feuer zerstört. Von dem Mittelflügel blieben jedoch die prächtigen Renaissance-Arkaden erhalten, die in zwei Geschossen von je dreizehn Jochen offene Hallen bilden. Der Bau wurde 1612 durch den Münsterer Bildhauer Gerhard Gröninger begonnen. Nach dem ursprünglichen Plan sollten acht Flügel einen gleichmäßig gehaltenen Innenhof umrahmen, doch sind nur zwel Flügel ausgeführt worden. 1680 ist Schloß Darfeld in den Besitz der gräflichen Familie Droste zu Vischering übergegangen. Urnenfunde in Sendenhorst Siedlung Martiniring steht auf einem Gräberfeld In Sendenhorst(Kreis Beckum) wurde vor einigen Tagen bei Kanalisierungsarbeiten auf dem Brink eine Anzahl Reste uralter Urnen zutage gefördert, die eine Fortsetzung der vielfachen Urnenfunde bedeuten. die in den letzten Jahren auf Sendenhorster Gebiet gemacht wurden. Besonders bemerkenswert war der Fund, der vor einigen Jahren gemacht wurde, als man die Ausschachtung für die Siedlung Martiniring vornahm. Damals wurden zehn Urnen gefunden, deren Inhalt menschliche Knochen sowie Erde und Asche waren. Zwei der damals gefundenen Urnen wiesen Verzierungen auf, die mit allereinfachsten Werkzeugen, namentlich mit dem Knochenkamm, hergestellt worden waren. Die neuerlichen Funde, leider nur Urnenstücke, keine vollständig erhaltenen Urnen, sind aus rotem Ton hergestellt, der mit einer gelbbraunen Schicht überzogen ist. Ebenso wie die früheren Funde stammen auch die jetzt entdeckten Urnenreste aus der frühen Eisenzeit, sind also etwa 2800 Jahre alt. Sie sind ein weiterer Beweis dafür, daß die jetzige Siedlung Martiniring auf einem vorchristlichen Friedhof, einem Urnengräberfeld. errichtet worden ist. Die Feuerbestattung ist ja erst in christlicher Zeit durch die Erdbestattung ersetzt worden, wobei vor allem auf die Verordnung Karls des Großen zu verweisen ist, die besagt:„Wer eines Toten Körper verbrennt und dadurch die Knochen in Asche verwandelt, sol es mit dem Leben büßen.“ Die neuerlichen Funde, die eine wertvolle Ergänzung zu den früheren bedeuten, verweisen darauf, daß die Sendenhorster Gegend Jahrtausende früher besiedelt war, als sich urkundlich belegen läßt. Die urkundlichen Nachrichten über Sendenhorst setzen überhaupt erst im 12. Jahrhundert ein. Die Pfarre z. B. ist sogar erst 1230 bezeugt, obwohl sie wahrscheinlich vom Bischof um die Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet wurde. Ihr Gebiet wurde größtenteils der Pfarre Albersloh entnommen, die auch erst 1230 genannt ist, obwohl sie als eine Gründung St. Ludgers, des ersten Bischofs von Münster(† 809), gilt. De sick met'n Igel in't Bedde lägg, mott sick nich wünnern, wenn he stiäken wärt. Sölws den Düwel siene Beßmoer was schön, as se mo’ne junge Deern was. Kleve-Mark und Kurköln an der Hönne Grenzstreitigkeiten nötigten das Kaiserliche Kammergericht zum Eingreifen richtet haben. An ihn und seine beiden Drosten erging die Aufforderung, bei Strafe von„zwanzig Mark löthigen Goldes“ den gefangenen Bürgermeister„uff eine alte gewöhnliche Urfehde, jedoch anderst nit, dann uff wiederstellen, im Fall solches für Recht erkannt würde“, auf freien Fuß zu setzen und wegen des eigermächtigen Vorgehens, das ein Verstoß gegen das Reichsrecht war, sich vor dem Kammergericht zu verantworten. Diese Anordnung des Kammergerichts gründete sich auf einen Beschluß des Augsburger Reichstags vom Jahre 1548, daß kein reichsunmittelbarer Stand durch sich selbst oder seine Leute einen andern reichsunmittelbaren Stand oder dessen Leute„pfänden, vergewaltigen, fahen oder verstricken“ dürfe, sondern jeder den Ausgang eines gerichtlichen Verfahrens abzuwarten habe. Gegen die Anordnung erhoben indessen die Betroffenen den Einwand, daß es sich in diesem Fall um eine„malefizische Sache“, eine Freveltat, handelte, für die das Kaiserliche Kammergericht überhaupt nicht zuständig sel; zudem sei der Bürgermeister auch nicht durch den Drosten widerrechtlich in Haft gesetzt worden, sondern auf Grund eines Erkenntnisses in einer Kriminalsache. Spitzfindige Auslegung Als aber der kurkölnische Bevollmächtigte darauf entgegnete, die Gefangennahme des Bürgermeisters sei eine Verletzung des gewährten freien Geleites, da ließen die Drosten dagegen erklären: sie hätten ihn„nit mehr Geleites denn allein zum Rechten“ (d. h. zum Gericht) bewilligt,„daß er aber auch wieder vom Rechten vergeleitet worden, das befindet sich aus den Copies der Geleit gar nit“, wie sie aber auch das Urteil des Gerichts nicht hätten ändern können. Da wollten aber auch die Affelner noch die Unschuld ihres Bürgermeisters beweisen. und so brachten sie vor:„Wie es des Orts in Westphalen jedermann kundig, wahr und offenbar, daß einer aus den kölnischen Untertanen aus Affeln, Thonis Brocker, des erschlagenen Hirten halber gefänglich eingenommen und uff das Schloß zu Arnsberg geführet worden, daselbst er des Todtschlags geständig gewest und uff solcher Bekanntnuß verharret bis in seinen Todt, deswegen er auch gebührliche Straff gelitten und empfangen haben sollte, wenn er nit nach dem Willen Gottes in seiner Gefängnis mit Todt unversehentlich abgangen wäre.“ Das märkische Gericht wußte aber, was sich inzwischen abgespielt hatte, und brachte das offen zum Ausdruck: Der Thonis habe nicht gesast, daß er„an begangenem Todtschlag allein Ursacher“ sei, sondern einen „Lübschilling“ erhalten, damit er die ganze Schuld auf sich nahm; das habe ihm aber später leid getan, und als er wieder nach Affeln gekommen sei,„ist er zur Red gestellet worden: was er so bald wieder zu Affeln thue; er werde sie noch alle in Last führen. Hat er sich darauf vernehmen lassen: Warum er sich dann mehr als andere und sonderlich sein Bürgermeister, der ihn zu solchem Werk durch den Boten berufen lassen, fürchten solle“. Darauf sei er dann festgenommen und nach Arnsberg abgeführt worden,„den Namen und Schuld begangener Mißhandlung allein zu tragen und die übrigen zu entschuldigen“. Flucht aus der Haft Auf märkischer Seite sah man also in dem verhafteten Bürgermeister den wirklich Schuldigen, aber man war doch zu einem gewissen Entgegenkommen bereit: Man wollte ihn in Altena„in einer leidlichen Verwahrung“ halten, ihm also Erleichterungen in der Haft gewähren, und man war auch nicht abgeneigt,„ihn uff gebührliche Caution der Haft zu entlassen“, aber der Herzog war—„deshalb nie ersucht worden“, und man konnte doch schließlich nicht mehr zugestehen, als das, was die Gegenselte verlangte! Die Sache nahm aber einen anderen Ausgang, als man in Altena erwartet hatte, wenn auch die Lösung den Märkern nicht unerwünscht gewesen sein dürfte. Es gelang nömlich eines Tages dem Bürgermeister,„aus solcher milder Erhaltung eigner That zu entkommen“. In Altena suchte man allerdings diese Flucht. diese Selbstbefreiung als eine Selbstbeschuldigung des Entflohenen zu deuten, aber der Bürgermeister von Affeln sorgte dafür, nicht mehr ins mürkische Gebiet zu kommen, so daß das Gerichtsverfahren gegen ihn„zu den Akten gelegt“ werden mußte. 1. FC Köln allein ungeschlagen Rotweiß Essen nach Sieg über Sodingen dichtauf- Schalke enttäuschte in Meiderich beim 2:1 In der ersten Fußball-Liga West ist nach dem dritten Wettkampftag der neuen Saison nur noch der Titelverteidiger 1. FC Köln ohne Verlustpunkt und damit Tabellenführer. Die Kölner gewannen das Lokalderby gegen Preußen Dellbrück sicher mit 4:1. Überraschend kommt die erste Niederlage des bisher führenden ETB Schwarzweiß Essen durch den Neulina Duisburger SV, der sich mit 2:0 durchsetzte. Auch der SV Sodingen bezog seine erste Niederlage mit 2:4 auf eigenem Platz gegen die Rotweißen aus Essen. Die nur mit einem Verlustpunkt belasteten Rotweißen übernahmen den zweiten Tabellenplatz vor Preußen Münster, das sich mit 3:1 über Fortuna Düsseldorf behauptete. Schwarzweiß Essen ist Vierter und Sodingen Fünfter vor Borussia Möncnen-Gladbach. Die Gladbacher schlugen den Neuling Westfalia Herne 3:1. Meiderich setzte sich zu Hause gegen Altmeister Schalke 04 mit 2:1 durch. Nach vergeblichen Anstrengungen kam Baver Leverkusen mit 3:1 über Borussia Dortmund zum ersten Sieg. Der VfL 48 Bochum unterstrich seine Kampfkraft mit 2:2 bei Alemannia Aachen. Herne und Fortuna sind noch ohne Gewinnpunkt und bilden den Schluß der Tabelle. Schwarzweiß Essen zu selbstsicher Schwarzweiß Essen— Duisburger SV 0:2(0:1) Die Duisburger Gäste waren den Platzherren keineswegs technisch überlegen, gewannen dennoch klar und verdient. Der Erfolg resultierte aus einem schnellen und kraftvollen Spiel, das zwar nicht gerade gut aussah, aber in jeder Phase gefährlich blieb. Duisburg hielt das Tempo bis zum Schlußpfiff mühelos und blieb immer um eine Nuance schneller als die Gastgeber. Schwarzweiß Essen: Höger; Gommans, Mikuda; Büttner, Knoll, Burghardt; Zerres, Keus, Kasperski, Schieth, Müller. Duisburger SV: Eiteljörge; Josten, Weskamp; Bermel, Koll, Lohmann; Frymark, 2ühl, Hoffmann, Frey, Wechselberger. Schiedsrichter: Marenbach(Ohligs). Zuschauer: 25 000. Tore: 14. Min. Wechselberger 0:1, 72. Min. Frey 0:2. Nach der Pause war Sodingen zunächst im Angriff. Durch zwei Tore der Westfalen geriet der Vorsprung der Essener noch einmal in Gefahr. Sie dauerte allerdings nur wenige Minuten. Durch einen Alleingang erzielte Rechtsaußen Rahn ein viertes Tor und stellte damit den Essener Sieg sicher. Die rotweiße Mannschaft spielte teilweise in Meisterschaftsform. Sodingen verriet vor allem im Sturm Mängel. SV Sodingen: Sawitzki; Nowack, Konopczinski; Gerner, Edler, Harpers; Linka, Demski, Blatt, Wenker. Rotweiß Essen: Herkenrath: Göbel, Schaffner; Jahnel, Wewers, Wientjes; Rahn, Vordenbäumen, Grewer, Islacker, Termath. Schiedsrichter: Hüren(Krefeld). Zuschauer: 18 000. Tore: 18. Minute 0:1 Islacker, 22. Minute 0:2 Grewer, 29. Minute 0:3 Grewer, 55. Minute 1:3 Harpers, 57. 2:3 Wenker, 61. Minute 2:4 Rahn. Dellbrück vorzeitig müde 1. FC Köln— Dellbrück 4:1(1:0) Klarer und überzeugender als erwartet schlug der 1. FC Köln seinen Lokalrivalen Die Dellbrücker bauten am Schluß stark ab und vermochten von ihren vielgerühmten Steherqualitäten kein Zeugnis abzulegen. Dellbrück hatte nicht ohne Absicht Frantzen und Quarz auf die rechte Seite gestellt. Sie sollten mit ihrer bekannten Härte und Kompromißlosigkeit den Flügel Schäfer-Stollenwerk an der Entwicklung hindern und lahmlegen. Die beiden„Preußen“ gingen an ihre schwere Aufgabe mit viel Bravour, ohne sie jedoch lösen zu können. Köln: Hartenstein; Goffard, Graf; Dörner, Hartmann, Hirche; Müller, Stelzner, Breuer, Stollenwerk, Schäfer. Dellbrück: Rennen; Frantzen, Kaiser; Quarz, Schlömer, Meiß; Müller, Hardt, Lorenz, Becker, Schemmerling. Zuschauer: 25 000. Schiedsrichter: Häckel(Essen). Tore: 22. Min. 1:0 Stollenwerk, 47. Min. 1:1 Lorenz, 59. Min. 2:1 Schäfer, 80. Min. 3:1 Müller, 85. Min. 4:1 Müller. Dortmunds Abwehr nicht fest Bayer Leverkusen— Borussia Dortmund 3:1(1:0) Rahns Alleingang entschied SV Sodingen— Rotweiß Essen 2:4(0:3) Das Spiel wurde von den technisch klar Es sah in der ersten Viertelstunde auf auf rechtsaußen. Bereits in der 47. Minute beiden Seiten recht harmlos aus. Wohl spielte, fiel das 2:0 durch Bering. der Borussen-Sturm etwas zwingender, ohne ge dayer e p de s Min ver jedoch die Bayer-Deckung auszuschalten. ringerte Burgsmüller auf 2:1. Ein Glück, daß Nur einmal hatte Leverkusen Glück, als der Bayerelf in dieser Drangperiode der Sandmann in der 28. Minute den Ball frei- Dortmunder das 3:l durch Zesar gelang. -p stehend über die Latte hob. Auf der anderen Damit war Borussia geschlagen, und den besseren Rotweißen verdient gewonnen. Die Seite spielte der Bayerangriff ohne Kraft Rest der Spielzeit verteidigte sie nur noch, Gastgeber zeigten zwar gute Ansätze, ihr und Linie, und doch kam in der 32. Minute um den Vorsprung nicht größer werden zu Sturm war ohne Adamik aber doch zu harm- überraschend das 1:0 durch Schultz, der flach jassen, Beste Spieler bei Bayer: Schultz, los, um Essens Abwehr schlagen zu können. an Rau vorbeischoß. Von nun an geriet die Flohr. Mutz; bei Borussia; Koschmieder bis Als die Gäste sich von einem etwa viertel- Borussen-Deckung stark in Verwirrung. Vor zur Verletzung, Schanko und Flügel, stündigen Druck freigemacht hatten, zog dem Dortmunder Tor spielten sich brenzlige — Szenen ab. Zweimal rettete Burgsmüller auf Bayer Leverkusen: Mutz; Habets, Kalfder Torlinie, einmal war Koschmieder Retter haus; Flohr, Röger, Papenhoff; Vögele, Nußin höchster Not. Pech hatte Borussia, als baum, Schultz, Zesar, Bering. Koschmieder kurz vor dem Halbzeitpfiff verletzt wurde, als er mit seinem Torwart Rau zusammenprallte. Borussia erschien in der zweiten Halbzeit mit veränderter Aufstellung. Sandmann verteidigte und Burgsmüller ging größte Gefahr für die Platzleute auf. Der gut zusammenspielende Essener Sturm überwand die Abwehr von Sodingen bis zur Pause schließlich glatt dreimal. Einmal hatte Islacker mit einem Schrägschuß Erfolg, der von der Innenseite des Pfostens ins Tor sprang. Die beiden anderen Treffer erzielte der junge, talentierte Mittelstürmer Grewer. Einen Punkt vom Tivoli Alemannia Aachen— VfL Bochum 2:2(2:1) seinem Latein im Meidericher Strafraum zu Ende. Die besonders gute Tagesform des Meidericher Torwarts Pajonk tat ein übriges, dem Schalker Angriff— in dem Klodt und Bochum gewann verdient den einen Punkt. Was die Elf trotz mehrfacher Umstellung so sehr gefährlich machte, war das. blitzschnelle Vorstoßen mit wenigen Spielern. Obwohl bei Bochum u. a. Schulze-Frieling, Bunzendahl und Bernahl wegen Verletzungen nicht zur Verfügung standen, hatten die Alemannen Mühe, den Ausgleich sicherzustellen. Sie konnten es nicht verhindern, daß trotz zweimaliger Führung die Bochumer stets wieder gleichziehen konnten. Aachen spielte im Angriff viel zu umständlich. Beste Spieler waren in der Fünferreihe Vigna und Roßbach, in der Abwehr stand Cönen unerschütterlich. Bei Bochum geflelen vor allem Außenläufer Kalinka und im Sturm der junge Pawlak. Torwart Tiedtke verhinderte in den letzten Minuten, als die Aachener noch einmal mit allen Kräften stürmten, eine mögliche Niederlage. Auch Stopper Schnieder verhinderte in der 40. Minute ein sicheres Tor für Aachen, als er den Ball von der Linie zurückschlug. Aachen: Schiffers; Metzen, Cönen; Pfeisfer, Jansen, Richter; Hecht, Martinelli, Schmidt, Roßbach, Vigna. Bochum: Tiedtke; Sturm, Hillemann: Kalinka, Schnieder, Drangwitz; Attern, Henke, Pawlak, Schirrmacher, Bühner. Schledsrichter: Röder(Düsseldorf). Zuschauer: 7000. Tore: 16. Min. 1:0 Vigna, 30. Min. 1:1 Attern, 38. Min. 2:1 Roßbach, 49. Min. 2:2 Pawlak. Borussia nicht überzeugend M.-Gladbach— Westfalia Herne 3:1(2:1) Borussia Dortmund: Rau; Burgsmüller, Falke; Michallek, Koschmieder, Schanko; Sandmann, Peters, Preißler, Luckenbach, Flügel. Schiedsrichter: Hoffmann(Essen). Zuschauer: 6000. Tore: 32. Min. 1:0 Schultz, 47. Min. 2:0 Laszig am besten geflelen— schon bald den Bering, 56. Min. 2:1 Burgsmüller, 61. Min. 3:1 Schneid abzukaufen. Die geringe FeldüberZesar. legenheit, die die Platzbesitzer in den ersten 45 Minuten trotz aufopfernder Schalker DekEangio siegte in Monza kungsarbeit herausspielen konnten, fand ransihren Ausdruck in den beiden Toren TrappMonza. Sieger im Großen Preis von hoffs, die bereits den Sieg bedeuten sollten. Italien wurde am Sonntag auf der Rennstrecke Pajonk verhinderte in der ersten Halbzeit in von Monza der Mercedes-Benz-Spitzenfahrer vier Fällen sogenannte sichere Gegentore und Weltmeister Juan Manuel Fangio(Ar- Nach der Pause übernahm Schalke für die gentinien). Fangio gewann diesen achten und erste Viertelstunde das Kommando, aber Borussia M.-Gladbach konnte trotz des vorletzten Lauf zur Automobil-Weltmeister- dann verflachte das Spiel beiderseits sehr Sieges über den Neuling nicht überzeugen. schaft 1954 in 2:47:47,8 Stunden= 180,218 stark. 9:1 Ecken für die Gäste waren beDie Mannschaft wies in der Abwehr, vor km/st für die 80 Runden(304 km) vor dem zeichnend für das Unvermögen der Schalker, allem aber im Lauf, bedenkliche Schwächen Engländer Mike Hawthorn, der mit aus den günstigen Situationen Treffer zu erauf. Der Sturm, in dem erstmalig wieder seinem Ferrari mit einer Runde Rückstand in zielen. Auch Meiderich hatte noch zweimal Reh eingesetzt war, war auf sich allein an- 2:48:11,0 Stunden auf dem zweiten Platz die Gelegenheit zur Resultatserhöhung durch gewiesen. Durch den wirbelnden Einsatz von folgte. Den dritten Platz belegte Maglioli Carel, der jedoch im entscheidenden Moment Nienhaus und Jansen reichte es gegen eine(Italien) mit zwei Runden Rückstand auf versagte. Linksaußen Küppers war diesmal harte Herner Abwehr aber doch zu einem seinem Ferrari vor dem deutschen Sport- ein völliger Ausfall. Schalkes Ehrentor kam Sieg. Die Gäste spielten einen unkompli- wagenmeister Hans Herrmann, der den zierten Fußball und versuchten mit weiten zweiten Mercedes-Benz-Wagen mit vier RunSchlägen aus der Verteidigung heraus zum den Rückstand auf den vierten Platz brachte. Erfolg zu kommen. Daß es nicht gelang, war ein Verdienst von Mittelläufer Dr. Wichelhaus und Torwart Grunert. Bel Herne gefielen Hesse und Overdiek. Borussia M.-Gladbach: Grunert; Dohmen, Jedanowski; Schicks, Dr. Wichelhaus, Wuttke; Jansen, Göbels, Reh, Nienhaus, Fischermann. Westfalia Herne: Hondtke; H. Rappenberg, Wydra; Pyka, Hesse, Bothe; Illmer. Overdiek. Pühl, Soppard, Grandt. Schiedsrichter: Schreiber(Eschweiler). Zuschauer: 10 000. Tore: 6. Min. 1:0 Jansen, 13. Min. 1:1 Overdiek, 15. Min. 2:1 Nienhaus, 70. Min. 3:1 Jansen. Mit einem schwererkämpften 4:2-Sieg setzte sich der Vorjahrszweite Rotweiß Essen an die zweite Stelle der Tabelle. Hier klären Wevers und Essens Torhüter Herkenrath vor den angreifenden Sodingern. Schalker Sturm enttäuschte Meidericher SV— Schalke 04 2:1(2:0) Schalke war gut im Schuß. verfiel aber allzu Czayka; Neumann I, Matzko, Schmidt; Trapprasch in die gewohnte Tändelei und war mit hoff, Carel, Hetzel, Mühlenberg, Küppers. Schalke 04: Orzessek; Garten, Brocker; Eppenhoff, Matzkowski, Zwickhofer; Klodt. Laszig, Sadlowski, Piontek, Zang. Schiedsrichter: Guizetti(Opladen). Zuschauer: 20 000. Tore: 13. Minute Trapphoff 1:0, 32. Minute Trapphoff 2:0, 90. Minute 2:1 Matzkowsk' (Handelfmeter). Giovanni gewann Rheingold-Pokal Düsseldorf. Mit einem leichten Sieg des dreijährigen Mydlinghoveners Giovanni unter H. Just endete am Sonntag in Düsseldorf das Rennen um den Rheingold-Pokal(12 000 DM, 1600 Meter). Zweiter wurde mit zwei Längen Rückstand Flügelmann vor Valentino. Der,hohe Favorit Gabor endete ebenso wie die Schlenderhanerin Bella Donna und Röttgens Usurpator im geschlagenen Feld. Giovanni kam bei schönem Start als Erster aus der Maschine, blieb auch an der Spitze. Im Schlußbogen wurde Flügelmann von Bollow nach vorn gebracht, aber Mitte der Geraden faßte Giovanni den wieder nachMeidericher SV: Pajonk; Neumann II, lassenden Flügelmann und gewann noch leicht. in der Schlußminute durch Handelfmeter Matzkowskis zustande. Fortuna im Endspurt geschlagen Preußen Münster— Fortuna Düsseldorf 3:1(0:1) Ursula Happe Europameisterin Schnellste über 200 m Brust- Bodinger Meister in 2:40,9- Im Wasserball 6. Platz Turin. Dramatischer Höhepunkt für die deutsche Expedition waren bei den 19:16.5 Minuten einen neuen deutschen ReTuriner Europameisterschaften im Schwimmen die Endläufe über 200 m Brust, die kord auf. mit großartigen Siegen von Ursula Happe(Dortmund) und Claus Bodinger (Leipzig) endeten. Ursula Happe schwamm in einem Bombenrennen vom Start wez Bronzene für Deutschland auf Vorsprung, war in 1:20,7 nach 100 Meter fast eine Sekunde schneller als die un Am Schlußtag der Europameisterschaften garische Favoritin Killermann, lag bei 150 Meter fast zwei Meter vor der Weltelite der Schwimmer ging in Turin noch einmal und gewann im Ziel nach enormer Energieleistung in 2:54,9 Minuten mit Handschlag Deutschlands Fahne am Mast empor, nachvor der dänischen Olympiafünften Jytte Hansen(2:55,0) und der Ungarin(2:55,8). dem es den deutschen Schwimmerinnen geDie dritte Entscheidung des Samstags erreichte die deutsche Meisterin Lilo Fortuna Düsseldorf spielte einsatzfreudig und kämpfte um jeden Ball. Es reichte trotzdem nicht zu einem Sieg. Die Hintermannschaft verteidigte geschickt. Mauritz und Derkalh A Weiteren großartigen Erfolg, als der 21jährige Leipziger Claus Bodinger stilistisch nach guter kämpferischer Einzelleitsung zwei hervore end die 200 m Brust in 2:40,9 ge10r. wann und damit so starke Schwimmer wie brachte dem deutschen Schwimmsport einen Schlonagel den vierten Flatz. Fürwahr ein schöner Abschluß mit 34 Jahren nach einer 20jährigen Praxis. Fortuna: Turek; Hoffmann, Borkenhagen; wall waren über weite Strecken Herr des Mauritz, Jäger, Derwall; Schwahn, Juskowiak, Mittelfeldes und fütterten die Fünferreihe Kern, K. Gramminger M. Gramminger. mit brauchbaren Vorlagen. Im Sturm war Preuß. Münster: Prott; Jenatschek, Plawky; der linke Flügel mit den Gebrüdern Gram- Schulz, Lesch, Lezgus; Lammers, Rachuba, Seemann, Rey, Hardtke Schledsrichter: Fink(Bonn) Zuschauer: 16 000 Tore: 29. Minute K. Gramminger 0:1, 62. Minute Lezgus 1:1, 80. Minute Lammers 2:1, 83. Minute Lammers 3:1. Heinz Neuhaus traf Dan Bucceroni Essen. Im Boxring des Essener Kleinring auf dem Hof der Mittelschule in Steele trafen sich Europameister Heinz Neuhaus und Dan Bucceroni(USA), die beiden Gegner für den Kampftag in der Dortmunder Westfalenhalle am 12. September zum ersten Male. Unter der Assistenz des als Ringrichter stürmisch begrüßten Max Schmeling gab es einen freundlichen Händedruck, aber auf beiden Seiten keineswegs lächelnde Gesichter. Weiterhin im Ring vorgestellt wurde auch der USA-Neger Art Henri, der im Rahmen zu Neuhaus— Bucceronl auf Hugo Salfeld trifft. H. G. Winkler Im Stechen geschlagen Rotterdam. Weltmeister H. G. WInkler, der am dritten Tag mit Orient als'einziger fehlerfreier Reiter im Stechen das Barrierenminger sehr gefährlich, es fehlte aber bei den Springen gewonnen hatte, belegte am 4. Tag vielen Chancen ein beherzter Vollstrecker, des internationalen Rotterdamer Reitturniers Bei Münster konnten lediglich Verteidigung im Jagdspringen um den Großen Preis der und Läuferreihe befriedigen. In der ersten Stadt Rotterdam mit Alpenjäger den 3. Platz. Halbzeit spielte die Fünferreihe lustlos und Im Stechen über 390 Meter mit 8 Hinderohne Einsatz. Sichtlich fehlte Regisseur und nissen mußte er sich gegon den Iren Barry Triebfeder Gerritzen. Nach der Düsseldorfer und den Engländer Dallas geschlagen die Welt- und Europarekordler Petrusiewics(Polen) und Minaschkin(UdSSR) klar hinter sich ließ. Die Siegerzeiten bedeuten neue Europameisterschaftsrekorde. Auch im Frauen-Turmspringen durften die deutschen Schwimmer einen schönen Erfolg verbuchen. Hinter der Russin Karatschjans, der Schwedin Hansson und der Wienerin Pfarrhofer Nachdem der deutsche Protest wegen des im Spiel gegen Holland nicht gegebenen Ausgleichstreffers abgelehnt worden war, bestritt die deutsche Wasserballmannschaft ihr erstes Spiel gegen Spanien und gewann 4:1(1:0). Damit erreichte Deutschland den sechsten Platz in der Europameisterschaft der Wasserballspieler. lungen war, in der 4mal-100-m-Staffel einen ehrenvollen dritten Platz hinter Ungarn und Holland zu belegen. Die deutsche Staffel schwamm in der Besetzung Jansen, von Netz Klomp und Rechlin. Silberlorbeer für Ursula Happe Düsseldorf. Ursula Happe(Dortmund), die am Sonnabend in Turin Europameisterin im 200-m-Brustschwimmen wurde, erhielt für ihre hervorragende Leistung die höchste Auszeichnung des deutschen Sports. Im let ten Spiel der deutschen Wasserball- den Silberlorbeer, gab der Präsident des Strahlende Europameisterin von Turin: Manster.. e. Miaten na es Gure ga Ursula Happe, die in 200 m Brust der einer Energieleistung auf: Nach dem Aus- das Amazonenspringen fehlerfrei in 95 Sek. Frauen mit 2:54,9 den Titel für Deutschland s den 1 Platz belegte. holte. Halbzeitführung durch K. Gramminger raffte geben. Einen weiteren deutschen Sieg gab sich Münster in den letzten 20 Minuten zu es durch Helga Köhler, die auf Armalva gleich mit einem 20-Meter-Schuß von Lezgus Sieben bei den Europameisterschaften in Turin buchte die UdSSR am Sonntag in der Halle des Schwimmstadions einen überlegenen 9:1-(5:1-)Erfolg. Vor dem Kampf tauschten die Spielführer der beiden Mannschaften Erinnerungswimpel aus. Die Sowjets haben seit Helsinki viel hinzugelernt und sind heute ein starker Vertreter der europäischen Spitzenklasse. Sie waren den Deutschen in diesem fairen Kampf der Trostrunde um eine Klasse überlegen. Sieger über 100 m Rücken der Herren wurde der hervorragende französische Olympiazweite Gilbert Bozon in 1:05,1 vor dem ungarischen Star Magyar(1:05,3). Der deutsche Europameister Hans-Günther Lehmann schwamm am Samstagmorgen bei seinem Vorlaufsieg zur 1500-m-Europameisterschaft über 800 m mit der Zwischenzeit von 10:14.9 Minuten einen neuen deutschen Rekord. Die alte Bestleistung wurde von Lehmann selbst(10:15,6) gehalten und 1953 in Übach-Palenberg aufgestellt. Neuer Europamelster im 1500-m-Kraulschwimmen der Herren wurde der Ungar Gyorsy Czordas, der bereits in Turin über 400 m Kraul gewann. Czordas siegte überlegen in 18:57,9 Minuten vor seinem Landsmann Schuster und Lawrenkow. Der Titelverteldiger und deutsche Meister Heinz Günther Lehmann, der bel den Vorläufen die zweitschnellste Zeit geschwommen hatte, wurde nur Vierter, stellte aber mit Deutschen Sportbundes, Willi Daume, Sonntag bekannt. Mnmmn Seballtes Runde drei. Der erste Spreu sondert sich— das ist nicht neu— von dem Weizen, der in diesen Tagen nirgendwo gepriesen. Dennoch waren tolle Stürze dieses Fußballsonntags Würze. Also brachen sch die Ohren: Dortmund, Schalke. Mit vier Toren setzten sich die Kölschen Jungen an 2 Spitze. Gut gelungen ist der Streich am Uhlenkrug Aber damit nicht genug, kc. man in beiden Fäll Hern lange inchen stellen. Damit ruht die Fuß-ballade sieben Tage. Ist das schade? Petz mmnmnmmmmnmmmmmmmmmmmmnn Auf einen Blick Haas nur„offizieller" Sieger österreicher Hollaus Schnellster im Feld der 125-ccm-Klasse- H. P. Müller wie erwartet Hannover. Über hunderttausend motorsportbegeisterte Anhänger umsäumten den 4,8 km langen Dreieckkurs in der Hannoverschen Eilenriede, auf dem am Sonntag das 21. internationale Eilenriederennen als sechster und letzter Lauf um die deutsche Motorradmeisterschaft 1954 ausgetragen wurde. Von 140 Fahrern, die für dieses Rennen gemeldet hatten, wurden nach den Trainingsläufen am Freitag und Sonnabend etwa 100 zugelassen, unter ihnen die Werksmannschaften von NSU und DKW. Unmittelbar nach dem Start übernahm die NSU- Werksmannschaft mit Weltmeister 22 Fahrer starken Feldes. Hollaus setzte sich Rupert Hollaus(Östereich), Werner Haas und H. P. Müller die Spitze des von der zweiten Runde an vor seine Werkskameraden Haas und Müller und ließ sich nur in der fünften Runde von Werner Haas, dem Favoriten des Rennens, die Führung nehmen. Das übrige Feld fiel stark zurück und wurde in der zehnten Runde von den NSU-Matadoren überrundet. Dem Sieger des Vorjahres, Werner Haas, gelang es in der zehnten Runde, seinem schärfsten Konkurrenten, Hollaus, die Führung zu nehmen. Doch in der zwölften Runde mußte er sie wieder an den Österreicher abgeben.. Das Rennen steigerte sich zu einem dramatischen Zweikampf zwischen Haas und Hollaus. Dabei fuhr Hollaus mit 124,8 km/st die schnellste Runde. In den letzten drei Runden setzte sich Hollaus endgültig vor Haas. Da er als Osterreicher für die Deutsche Meisterschaft nicht gewertet wird, sicherte sich Werner Haas durch seinen zweiten Platz engültig den Titel in der 125-ccm-Klasse. Ergebnis 125 ccm(20 Runden gleich 96,0 km): 1. R. Hollaus(NSU) 47:27,4 Min.= 121,3 km/st, 2. W. Haas(NSU) 47:27,8= 121,3 km/st, 3. H. P. Müller(NSU) 48:49,6= 118,0 km'st. Eine Überraschung gab es bei Beginn des Rennens der 350-com-Klasse, als die DKWWerksmaschinen, die bei den Trainingsläufen erstmalig vollverkleidet waren, am Start wieder ohne„Stromliniengehäuse“ erschienen. Das starke NSU-Team startete mit den aufgebohrten 288-ccm-,Rennmäxen“ mit Vollverkleidung. Vom Start weg legten sich die NSU-Werksmannschaft mit Haas, H. P. Müller und Hollaus an die Spitze. Der Trainingsschnellste und in der Punktwertung führende DKW-Fahrer Sissi Wünsche lag in den ersten fünf Runden vor dem britischen Weltmeister Ray Amm (Norton) an vierter Stelle. Der Engländer Godwin Roy(Norton) schied bereits in der dritten Runde wegen Motordefekts aus. Wünsche konnte das mörderische Tempo der blauen NSU-Maschinen nicht halten. Die ersten Fahrer wurden bereits in der siebenten Runde überholt. In der Verfolgergruppe mit Wünsche und Hobl behauptete Ray Amm seinen Platz und wurde hinter den NSUFahrern vierter. Hollaus schied in der 17. Runde aus, während H. P. Müller, der Anwärter auf den Meisterschaftstitel, vor Werner Haas, Ray Amm und Sissi Wünsche die Spitze übernahm. Nach wechselnder Führung siegte H. P. Müller vor Werner Haas und wurde damit deutscher Meister in der 350-ccm-Klasse. Deutscher Meister der Privatfahrer wurde Hans-Günter Jäger auf AJS. Ergebnis 350 ccm(30 Runden= 144,0 km): 1. H. P. Müller(NSU) 1:03:52,3= 135,1 km/st, Klar für Raffelberg und Uhlenhorst Hockey-Turnier in Duisburg mit internationaler Besetzung 1. Liga West 1. Liga Südwest 1. FC Kaiserslautern— S. 05 Saarbrück. 4:1 Ph. Ludwigshafen— Bor. Neunkirchen. 1:0 Wormatia Worms— Eintracht Trier.. 3:0 FK Pirmasens— VfR Kaiserslautern. 6:1 I. FC Saarbrücken— Spfr Saarbrücken 2:0 Mainz 05— Eintracht Kreuznach. 4:1 VfR Frankenthal— TuRa Ludwigshafen 2:1 Tus Neuendorf— FV Speyer 2:1 1. Liga Süd Handball Staffel West Eintr. Hagen— TSG Schalksmühle.. 11:15 TuS Ferndori— TuS Holsterhausen. 12:13 TV Wattenscheid— Hohenlimb.-Oege 8:14 Spfr Gevelsberg— TuS Hattingen.. 11:14 Spfr Neheim— Friesen 60 Haspe.. 8:7 Duisburg. Das Einweihungsturnier des Clubs Raffelberg brachte für die Hockeymannschaften von Uhlenhorst Mülheim, Club Raffelberg und Etuf Essen vor rund 1000 Zuschauern schöne Siege. Der deutsche Meister Uhlenhorst schlug den Racing Club Brüssel mit 2:0(1:0), Club Raffelberg gewann gegen Harvestehude Hamburg 3:1(1:0) und Etuf Essen siegte gegen Stade Français Paris mit 5:1(3:1). Uhlenhorst Mülheim brauchte nicht voll aufzuspielen, um den Brüsseler Club. der sich wiederum zu sehr auf Einzelaktionen beschränkte, auszuspielen. In verhaltenem Stil kam der Mülheimer Sturm durch Herbert Mohr und Nonn II zu den beiden Treffern. Eines der interessantesten Spiele des Turniers lieferten sich der Gastgeber Raffelberg und Harvestehude Hamburg. Nach hervorragenden Leistungen in der ersten Halbzeit, in der Raffelberg durch Dollheiser I zur 1:0-Führung kam, fielen die Leistungen im zweiten Abschnitt, durch Konditionsmängel bedingt, wesentlich ab. Trotzdem erzielten Buschmann und Hidding für Raffelberg noch zwei weitere Tore. Der Treffer für Harvestehude flel beim Stande von 3:0. In hervorragender Form präsentierte sich wiederum Etuf Essen. Durch die beiden wendigen Halbstürmer Räsing und Schörling kamen die Essener schon in der ersten Halbzeit zu einer 3:0-Führung. Nach dem Wechsel waren Winters und Tillmarin die Torschützen zum 5:1. Stade Français hatte deutliche Konditionsmängel. Ewald Erkeling Westfalenmeister Bei den Kunstkraftsportmeisterschaften in Hohenlimburg konnten die jungen Kunstkraftsportler des TuS 59 gute Erfolge erzielen. In einer Einergruppe konnte sich Ewald Erkeling(TuS 59 Hamm) mit 30,8 Punkten knapp vor Rosel Ernst vom TV Jahn Siegen mit 30 Punkten und Otto Neumann(TuS 59 Hamm) mit 28,5 Punkten durchsetzen. In der Zweiergruppe belegte der TV Jahn Siegen mit 33,50 Punkten vor der Gruppe Ulla Neukirch-Otto Neumann und der Gruppe Hansi Meyer und Otto Neumann den ersten Platz. Die TuS-Gruppe Ulla Neukirch-Neumann lag nur knapp mit 30,75 hinter den starken sicheren Siegenern. Ulla Neukirch-Neumann ließen die letzte Sicherheit vermissen. In der Dreiergruppe siegte die gemischte Gruppe vom TV Jahn Siegen mit 36,55 Punkten vor der TuS-59-Gruppe mit Neumann, Erkeling und Meyer. Die Belastung war für Otto Neumann etwas zu groß. Walsum erneut deutscher Meister Walsum. Die ERSG Walsum verteidigte am Sonntag auf eigener Bahn den Titel eines deutschen Rollhockey-Meisters mit Erfolg. Der erneute Titelgewinn wurde den Walsumern allerdings recht schwer gemacht. Nach einem 2:2-(1:1-) Unentschieden gegen die SpVg Herten blieb die Mannschaft aus dem kleinen Ort am Niederrhein gegen den süddeutschen Meister REV Heilbronn mit 5:3(2:1) und gegen den deutschen Altmeister SSRC Stuttgart mit 5:2(3:0) erfolgreich. Damit erreichte Walsum 5:1 Punkte. Stuttgart belegte durch 9:2(5:1) und 3:2(0:0) über Heilbronn bezw. Herten mit 4:2 Punkten den zweiten Platz. Driter wurde die SpVg Herten 3:3 Punkte) durch ein 7:2(1:1) über den REV Heilbronn(0:6 Punkte).— Die deutsche Jugendmeisterschaft fiel ebenfalls an die ERSG Walsum. Die Neulinge Schalksmühle und Holsterhausen sorgten in der Staffel West für die ersten Sensationen. Beide Mannschaften brachten in fremder Umgebung zwei Altmeister zu Fall. Der dritte Altmeister, der geschlagen wurde, war Meister Gevelsberg. der in TuS Hattingen seinen Bezwinger fand. Dadurch sind die Ruhrstädter und alleiniger ungeschlagener Tabellenführer. Das Spitzentreffen zwischen Spfr Gevelsberg und TuS Hattingen hatte ein großes Echo gefunden. Es gab hier einen Kampf auf Biegen und Brechen. Im Feld waren sich die Mannschaften gleichwertig, nur gab es zwischen den orhütern Unterschiede, die sich spielentscheidend auswirkten. So war Schmidt bei Hattingen ganz groß, und Stankewitz im Gevelsberger Tor ließ haltbare Bälle passieren. Die Hattinger lagen immer vorn und gewannen schließlich 14:11. Eintracht Hagen war anscheinend gegeni Schalksmühle zu siegessicher. Der Neuling verlegte sein Spiel auf den Freiwurfspezialisten van Open. Dieser Spieler traf dreizehnmal ins Schwarze. Damit war die 1. R.: 1. Signore(E. Aichinger), 2. Freischärler, 3. Jary. Sieg 47, Platz 24, 37, 29. Ew. 704.— 2. R.: 1. Ibert(E. Aichinger), 2. Grunador, 3. Cora T., 4. Markgraf. Sieg 42. Platz 11, 12, 11, 12. Ew. 212.— 3. R.: 1. Justus(X), 2. Lot, 3. Vedda Busch. Sieg 108. Platz 20, 16, 14. Ew. 696.— 4. R.: 1. Puramus(Kl. Dickmann), 2. MacKinley, 3. Horrido, 4. Honeymoon. Sieg 97. Platz 14, 13, 11, 14. Ew. 318.— 5. R.: 1. Luberto(A. v. d. Beek), 2. Freund Hans, 3. Witz, 4. Roman. Sieg 115. Platz 22, 13, 15, 14. Ew. 492.— 6. R.: 1. Alligator(Th. Lehmkuhl), 2. Glindfeld, 3. Kronos, 4. Irodes. Sieg 200. Platz 19, 11, 14, 20. Ew. 1148.— 7. R.: 1. Eidam(H. Könches), 2. Ruppsack, 3. Evangor, 4. Aldus. Sieg 26. Platz 17, 20, 28, 26. Ew. 260.— 8. R.: 1. Maurus(K. Hörmann), 2. Dymant, 3. Heideprinzeß. Sieg 13. Platz 12, 21, 16. Ew. 64.— 9. R.: 1. Cydonie(E. Gerbaulet), 2. Brilon, 3. 2. W. Haas(NSU) 1:03:52,5= 135,1 lonist, 3. R. Amm(Norton) 1:04:04,9= 132,8 km/st, 4, Wünsche(DKW) 1:04:47,8= 132,6 km/st, 5. A. Hobl(DKW) 1:05:31,9= 139,7 km/st, 6. W. Reichert(NSU), 7. Hofmann(DKW), 8 Ahearn(Norton), 9. Jäger(AJS)(bester Privatfahrer), 10. Kläger(Horex). Haas wiederholte 250er-Vorjahrssieg In der 250-ccm-Klasse, in der die„Blauwale“ der NSU-Werke wieder den Ton angaben, bahnte sich wie beim 350-ccm-Rennen bald die Entscheidung zwischen den Favoriten Werner Haas und H. P. Müller an, die in der Wertungstabelle punktgleich liegen. In der 12. Runde mußte der führende Haas seine Spitzenstellung an den erbittert kämpfenden H. P. Müller abgeben. Auf den ersten acht Plätzen lagen zeitweise sieben NSU-Maschinen. Der Zweikampf zwischen den NSU-Spitzenfahrern erreichte seinen Höhepunkt, als in der 22. Runde Werner Haas erneut an H. P. Müller vorbeizog, während der Dritte, der Privatfahrer Wolfgang Brand(Hannover), seinem ärgsten Verfolger, Walter Reichert, mit einem immer größer werdenden Abstand davonfuhr. In den letzten acht Runden ließ sich Haas die Führung nicht mehr nehmen und wiederholte damit seinen Vorjahrssieg mit einem Rundendurchschnitt von 133.1 km/st. Als bester Privatfahrer fuhr Wolfgang Brand vor dem deutschen Meister Walter Reichert und Fritz Kläger(alle auf NSU) durch das Ziel. Damit haben die NSU-Werke sämtliche Meistertitel ir den Klassen 125 ccm, 250 ccm und 350 com des Jahres 1954 nach Neckarsulm geholt. Ergebnisse 250 ccm(30 Runden= 144.0 km): 1. W. Haas, NSU-Rennmax 1:04:56,4= 133,1 km/st; 2. H. P. Müller, NSU-Rennmax 1:04:56,6= 133,1 km/st. Zum Abschluß lieferten die Fahrer der 500-ccm-Klasse einen spannenden Kampf. Weltmeister Ray Amm auf Norton(England), der ebenso wie der Australier Jack Ahearn(Norton) außer Konkurrenz fuhr, schoß vom Start weg dem übrigen Feld davon. In der 18. Runde stoppten die Zeitnehmer bei ihm mit 141,0 kmist eine Rekordrunde. Der erste Deutsche Hans Bartl (BMW) folgte mit 100 m Abstand. Er konnte sich in der elften Runde nach einem Zwischenspurt vor den Engländer setzen, dieser machte ihm aber den ersten Platz sehr bald wieder streitig und beendete von der 15. Runde an unangefochten als überlegener Sieger das Rennen. 15:11-Niederlage der Eintrachtler besiegelt. Der Sturm war weit von seinem sonstigen Können entfernt. TuS Ferndorf hatte sich die Sache sicher leichter vorgestellt. Die Elf lag gegen Holsterhausen auch fast immer vorne, verstand es aber nicht, den Endspurt der Gäste abzufangen, der zum 13:12-Sieg der Holsterhausener führte. Für eine weitere Überraschung sorgte Hohenlimburg-Oege bei Wattenscheid 09. Die Oeger legten eine 8:2-Halbzeitführung vor, die zum 14:8-Sieg reichte. Verbissen wurde im Spiel der Neulinge Spfr Neheim und Friesen Haspe gekämpft. Beide Mannschaften standen sich nichts nach, und nur das Glück entschied für den 8:7Erfolg der Platzherren. Eine Punkteteilung wäre gerechter gewesen. Nachdem Neheim eine 5:2-Führung vorlegte, hatte Haspe einen guten Zwischenspurt, der die Elf 6:5 nach vorne brachte. Dadurch hatten sich die Friesen aber verausgabt, so daß Neheim wieder in Führung ging und diese knapp halten konte. Zeus, 4. Externe, 5. Diener. Sieg 37. Platz 16, 30, 102, 23, 18. Ew. 476. Galopprennen Düsseldorf-Grafenberg 1. R.: Scheherezade(J. Starosta), 2. Flegel, 3. Silver City. Sieg 13. Platz 14, 23, 17. Ew. 328. 2. R.: 1. Tudor(P. Fuchs), 2. Ostasiate. Sieg 30. Platz 14, 13, 20. Ew. 60. 3. R.: 1. Verlust(F. Drechsler), 2. Almeido, 2. Heldenherz. Sieg 32. Platz 18, 10, 10. Ew. Almeido-Heldenherz 60, Heldenherz-Almeido 68. 4. R.: !. Giovanni(H. Just), 2. Flügelmann, 3. Valentino. Sieg 74. Platz 22, 16, 16. Ew. 606 5. R.: 1. Artwin(G. Broda), 2. Gigerl, 3. Abraxas. Sieg 139. Platz 37, 33, 80. Ew. 1028. 6. R.: 1. Liebeswalzer(G. Schirge), 2. Augur, 3 Geisterstunde. Sieg 47. Platz 16, 16, 21. Ew. 114. 7. R.: 1. Tamara(E. Wedderin), 2. Langschnabel, 3. Palisander. Sieg 40. Platz 17, 31, 21. Ew. 368. Pferdetoto: 0 1 2 2 1 2 0 0 2 0 2 2 0. Eintracht Hagen überfahren Neulinge sorgten für Überraschungen in der Handball-Oberliga Trabrennen Recklinghausen Dickhut wieder weit überlegen Bantz und Gaumann klar geschlagen- Verletzte Assel holt im Neunkampf den Titel Augsburg. Vor 4000 Zuschauern bei herrlichem Sonnenwetter, ausgezeichneter Organisation unter Teilnahme von 441 Wettkämpfern in 61 Riegen im Augsburger Rosenstadion brachten die siebenten Deutschen Volksturnmeisterschaften in der Entscheidung der insgesamt 22 Einzelmehrkämpfe zwar eine Reihe von Überraschungen, da sich weder Günter Langrock noch Doris Bethe oder Thea Nocke durchsetzen konnten. Im Hauptkampf des Tages aber holte sich Adalbert Dickhut zum fünften Male hintereinander den Titel eines Meisters im Deutschen Zwölfkampf, und zwar so überlegen, daß er mit 115,60 Punkten nicht nur weit vor den Konkurrenten blieb, sondern auch in drei leichtathletischen Übungen die beste Leistung erzielte und an den Geräten zweimal die volle Wertung turnte. ebenso wie sein schärfster Rivale, Horst Gaumann, der gleich am Anfang zurückhel, so konnte auch der erstmals in einem Mehrkampf startende Kunstturnmeister Helmut Bantz im Volkstümlichen Neunkampf nicht in die Entscheidung eingreifen, obwohl er nach vier Übungen noch führte. Im chwimmen aber verlor er so stark an Boden, daß er über den fünften Platz nicht hinauskam. Ein großes Talent Während Wigo Biffart im Deutschen Sechskampf der Turner, in der die Leicht-Asse nicht starteten, mit 495,50 cen seinen Titel erfolgreich verteidigte, sen im Deutschen Neunkampf der Tursen sowohl Thea Nocke als Meisterin als auch Doris Bethe, Turnfestsiegerin 1953, klar geschlagen. Die frühere deutsche Jugendmeisterin im Fünfkampf, Hannelore Assel, mußte zwar mit verstauchter Hand antreten und blieb im Gerätturnen weit unter dem„Schnitt“, holte sich aber in den leichtathletischen Übungen(u. a. Schleuderball 47,33 m!) so viele Punkte, daß sie mit 83,40 vor Irmlind Lücke(83,00), Doris Bethe(80,60) und Thea Nocke(80,35) noch sicher den Titel gewinnen konnte. Die Ergebnisse: Männer: Deutscher Zwölfkampf: 1. Dickhut(Köln) 115,60(100 m 11,7, Hoch 1,60, Weit 6,22, Kugel 12,06, Schleuderball 50,98. Bodenkür 10, Reckküf 10, Bodenpflicht 9,85, Barrenpflicht 9,75, Seitpferdpflicht 9,30, Pferdsprungkür 9,75, schwing. Ringe 9,65); 2. Wasgindt(Stuttg.-Feuerbach) 109,40; 3. N. Kiefer(Landau) 106,80; 4. Hemmer (Wiesbaden) 104,50; 5. Deutsch(Salzgitter) 103,98; 6. Falz(Bad Kreuznach) 102,90; 7. März (Kottern) 102,35); 8. Gaumann(Niederschelden) 101,95; 9. Zacheren(Heinenkirchen) 101,70; 10. Horch(Heusenbaum) 101,25 Punkte. Volkstümlicher Neunkampf(Gerätturnen, Leichtathletik, Schwimmen): 1. Tietze(Münchberg) 83,63); 2. Schneider(Bad Kissingen) 83,22; 3. Schlott(Fulda) 82,39; 4. Langrock (Süchteln) 82,26; 5. Bantz(Köln) 81,61; 6. Kosel(Köln) 79,43 Punkte.— Deutscher Sechskampf: 1. Biffart(Neustadt) 495,50; 2. Glotzbach(Fulda) 471,50; 3. Stegmaier(Heubach) 471,00; 4. Peters(Minden) 464,50 Punkte. Deutscher Neunkampf, Frauen: 1. Hannelore Assel(Bad Kissingen) 83,40(100 m 13,2, Weit 5,39, Schleuderball 47,33, Pferdsprung 8,30, Barren 7,80, Boden 9,30, Gymnastik 9,05, Ringe 8.60. Barrenkür 8.00): 2. Irmlind Lücke (Ösnabrück) 83,00; 3. Doris Bethe(Sachsenhausen) 80,60; 4. Thea Nocke(Essen-Kupferdreh) 80,35; 5. Erika Blum(Eltville) 79,25; 6. Kruthmeyer(Düsseldorf) 76,60 Punkte. Deutscher Dreikampf: 1. Gerd Baumberger (TV Bad Vilbel) 263.5, 2. Siegfried Maier(TV Stockach) 258,5, 3. Wilheim Reimann(TV 1860) 254,0. Deutscher Dreikampf— Junioren: 1. Kurt Hantke(VfL Bochum) 278,5. Mehrkampf— Turnerinnen: Deutscher Neunkampf: 1. Hannelore Assel(TSV Bad Kissingen) 83,40, 2. Irmelind Lücke(CV Osnabrück) 83,0, 3. Doris Bethe(TSV Sachsenhausen) 80,6. Volkstümlicher Neunkampf: 1. Renate Sieber (MTV Braunschweig) 75,09, 2. Lore Imhoff(TV Offenburg). 74,86, 3. Suse Teckentrupschäfer (Eintracht Dortmund) 74,46. Deutscher Fünfkampf- Schwimmen: Edith Ringelhan(Hessen-Kassel) Platzziffer 9. Deutscher Vierkampf: 1. Christiane Knacknuß (Bünder TV) 344,5, 2. Isolde Beichler(Schwaben Augsburg) 341,5, 3. Trudl Berchtold(Schwaben Augsburg) 339,5. Leichtathletik-Dreikampf: 1. Helga Perschmann(1863 Hagen) 247,5. Jugendbestenkämpfe: a) Turner— Deutscher Sechskampf: 1. Otto Wagner(ATV Berlin) 56,10. Volkstümlicher Sechskampf: 1, Werner Kern (Freiburg) 57,23. Leichtathletischer Fünfkampf: 1. Franz Josef Edelkötter(Tus Hamm) 498, 2. Arthur Brauß(TSV Schwaben Augsburg) 483,5. Schwimmen— Dreikampf: 1. Dieter Frank(04 Leverkusen) Platzziffer 4 b) Turnerinnen: Deutscher Sechskampf: 1. Trudi Dilcher(TSV Spanberg) 57,15. Volkstümlicher Sechskampf: 1. Elisabeth Pabst (TSV Bad Kissingen) 53,18. Leichtathletik-Vierkampf: 1. Antonia Vehoff (TV Emsdetten) 396. Schwimmen, Dreikampf: 1. Hilke Jessien(04 Leverkusen) Platzziffer 3. Trabrennen in M.-Gladbach 1. Rennen: Sachsenspiegel(P. Büchel) vor Alma Spencer und Ironal. Toto: 35/15, 18, 25, Ew. 428. 2. Rennen: Hassia(A. C. van Yperen) vor Christa v. Lauersfort und Diogenes. Toto: 21/10, 11, 11, Ew. 100. 3. Rennen: Ginz(K. Reuter) vor Alwynore, Eegelgard und Senior. Toto: 19/12, 16, 18, 16, Ew. 96. 4. Rennen: Humbert(J. Reiner) vor Lügenanton und Binolein. Toto: 12, 11, 11, 13, Ew. 36. 5. Rennen: Denkmünze(C. Thielen) vor Tarzan, Muskateller und Edi Spencer. Toto: 36/27, 14, 14, 21, Ew. 516. 6. Rennen: Heinrich D.(W. Höninger) vor Souvenir und Intimus. Toto: 12/11, 19, 14, Ew. 76. 7. Rennen: Adrian(H. W. Röhlen) vor Oskar, Landluft und Racu. Toto: 262/48, 70, 35, 42, Ew. 4327. 8. Rennen: Astrid(A. Steuke) vor Sieger, Harry Roy und Elwynore. Toto: 154/28, 19, 44, 24, Ew. 1084. Herpersdorf fuhr Rekordzeit Augsburg. Einen neuen deutschen Rekord im 100- km- Vierermannschaftsfahren mit 2:16:38 Stunden stellte am Sonntag der RC Expreß Herpersdorf(Nürnberg) bei der Meisterschaft der bayerischen Amateur-Radsportler auf. Das Rennen wurde unter nahezu idealen Bedingungen bei fast völliger Verkehrs- und Windstille in den frühen Morgenstunden auf der Strecke Augsburg— Schongau—Augsburg ausgefahren. Für den RC Expreß fuhren Neuser, Winkelmann, Löw, Weltrowski, Renn und Gömel. Alle sechs Fahrer erreichten das Ziel. Den alten Rekord hielt der deutsche Meister RV Schweinfurt 89 mit 2:19:02 Stunden, der in diesem Rennen mit über drei Minuten Rückstand Zweiter wurde. Ergebnisse: 1. RC Expreß Herpersdorf 2:16:38 Stunden, 2. RV Schweinfurt 89 2:19:43, 3. RV Wanderer Augsburg 2:26:30. 1 VfR Mannheim— Eintr. Frankfurt 3:3 0 2 Meidericher SV— Schalke 04.. 2:1 1 3 FSV Frankfurt— VfB Stuttgart. 5:2 1 4 Bayer Leverkusen— Bor. Dortmd. 3:1 1 5 1. FC Nürnberg— Jahn Regensburg 7:0 1 6 Pr. Münster— Fort. Düsseldorf.. 3:1 1 7 Schw. Augsburg— Schweinfurt 05 0:0 0 8 SV Sodingen— Rotw. Essen.. 2:4 2 9 Stuttg. Kickers— BC Augsburg.. 6:3 1 10 Schwarzw. Essen— Duisburger SV 0:2 2 11 Frankenthal— TuRa Ludwigshafen 2:1 1 12 Wormatia Worms— Eintr. Trier. 3:0 1 13 1. FC Köln— Preußen Dellbrück. 4:1 1 14 Hessen Kassel— SpVg Fürth. 1:1 0 Nord-Süd-Block: 1 1 2 0 0 2 0 1 0 1 0 1 1 1. Wettschein für den 12. September 1 Schalke 04— Preußen Münster 2 Eintracht Frankfurt— 1. FC Nürnberg 3 TuRa Ludwigshafen— 1. FC Saarbrücken 4 VfL Bochum— Schwarzweiß Essen 5 Jahn Regensburg— Kickers Öffenbach 6 Westfalia Herne— 1. FC Köln 7 FV Speyer— FK Pirmasens 8 VfB Stuttgart— Karlsruher SC 9 Duisburger SV— Bayer Leverkusen 10 Eintracht Trier— TuS Neuendorf 11 BC Augsburg— VfR Mannheim 12 Preußen Dellbrück— Meidericher SV 13 Rotweiß Essen— Alemannia Aachen 14 SSV Reutlingen— Kickers Stuttgart Gruppe 1(Ost) Olpe ohne Verlustpunkte an der Spitze Erster Punkt für Oberveischede— Meggen verlor knapp in Hemer Mlt Ausnahme der Spielvereinigung Olpe rangieren sämtliche Mannschaften der Tabelle mit Verlustpunkten. Die Olper hatten zwar nicht den Mumm der Vorsonntage, aber immerhin konnten zwei Punkte gesichert werden, die die Tabellenführung bedeuteten. Oberveischede holte den ersten Punkt und rückte damit vom Tabellenende weg, das jetzt von Meggen und zwei anderen Leidensgenossen gebildet wird. Ueberraschend kommen die Ergebnisse aus Iserlohn (Niederlage auf eigenem Platz) und Grüne, die dem FC Fröndenberg remis boten. Hartes Kreuzbergsplel Mit einem Eckenverhältnis von 8:3 ist die deutliche Ueberlegenheit der Olper am besten gekennzeichnet. Beide Mannschaften begannen zunächst zügig und mit dem festen Willen, für sich die Punkte einzuheimsen. Die Platzherren hatten in der 15. Minute Glück, daß Erfolge der Gäste verhindert werden konnten. Nach einem Foul an Beyer erzielte Niklas nach dem fälligen direkten Freistoß das 1:0. Danach lag die gesamte Elf der Olper dauernd im Angriff. Bis zum Seitenwechsel hätte eine einwandfreiere Führung der Gastgeber erzielt werden können. In der 50. Minule 1:1 durch den RA aus einem Gedränge heraus. Olpe mußte dann auf Necke verzichten, der des Feldes verwiesen wurde(Beleidigung des Schiedsrichters?). 15 Minuten später mußte der HL von Grünewald auf Geheiß des Schiedsrichters den Platz verlassen, weil er gegenüber Seidel tätlich wurde, an dem dieser nicht ganz schuldlos war. In der 73. Minute endlich der verdiente Siegtreffer durch Niklas auf Vorlage von Beyer. Die Olper Mannschaft erreichte nicht die gewohnte Form. Schuld daran war wahrscheinlich der harte und nicht immer faire Einsatz der Gäste. Der Schiedsrichter manchmal unsicher. Meggener Torwart sehr gut bei einer Offensive nach dem zweiten Tor vollkommen aus dem Konzept geraten. So verteidigte Meggen und gab damit dem Gegner Gelegenheit, sofort wieder die Initiative zu übernehmen, die er bis zum Schluß nicht wieder abgab. Beinahe wäre dieses schief gegangen, aber eine Seitlvorlage an den Meggener Stürmer auf einsamem Posten blieb zum Glück des Gastgebers in der Hintermannschaft hängen. In der 8. Minute Handelfer 1:0, 15 Minuten später durch den LA(Kopfball) 2:0. Meggen hatte in der 50. und 53. Minute gute Momente, die auch erfolgreich ausgenutzt wurden, so daß der Ex-Landesligist sichtlich erschüttert war, was aber eben von dem VfB nicht ausgenutzt wurde. Der Gleichstand konnte gegen den agilen Sturm des Gegners nicht gehalten werden, der in der 70. Minute den Siegtreffer erzielte. Unter Schiedsrichter Heidemann ein faires Spiel. Oberveischede mit Einsatz Oberveischede holte sich in Meinerzhagen einen Punktegewinn, der recht glücklich und in erster Linie dem guten Einsatz der gesamten Mannschaft zu verdanken war. Die erste halbe Stunde gehörte dem Gastgeber, der in der 10. Minute mit einem Foulelfmeter durch MST Östermann in Führung ging. Nach einer Verletzung des HL Schön, der bis zur Pause beim RSV nicht mehr mitmichte, bekam Oberveischede leichtes Oberwasser und markierte auch in der 31. Minute den Ausgleich. Nach der Pause wirkte Schön wieder mit(war aber nur Statist). Die Torgelegenheiten waren wieder eindeutig bei Meinerzhagen, die aber nur noch einen Treffer, wiederum durch Östermann, erzielten. Ausgleich in der 80. Minute. Was die Gastgeber in technischer Hinsicht voraus hatten, mach: Oberveischede mach de 30. Spielminute durch hervorragenden Finsatz bei fairem Spiel wieder wett. Die gute Schiedsrichterleistung ist besonders hervorzuheben. Die Festlichkeiten am Wochenende Ueberall schönster harmonischer Verlauf bei gutem Wetter Meggen hatte im Auswärtsspiel gegen Hemer eine schwierige Aufgabe zu lösen, die aber beinahe erfolgreich gelöst worden wäre, wenn nach dem 2:2 die Mannschaft nicht mit voller Deckung gespielt hätte, denn der Gastgeber wäre Staffel 18— Sauerland 2 Staffel 15— Siegerland In der Siegerlandstaffel hat sich RotWeiß Hünsborn ein wenig saniert mit Sieg gegen Dreis-Tiefenbach. Altenhof war nicht so glücklich und mußte wiederum eine Niederlage einstecken, die das Ergebnisse vom 5. September Siegerlandstaffel RW Hünsborn— SG Dr.-Tiefenbach 2:1 VfB Weidenau— FC Altenhof 3:2 TuS Eisern— TuS K.-Marienborn 2:1 VIR Siegen— Eintracht Siegen 1:1 SV Netphen— SpV 08 Langenau 2:3 Tus Hilchenbach— TuS Feudingen 2:1 TuS Erndtebrück— Germ. Mudersbach 5:2 Sauerlandstaffel Hemer 08— VfB Meggen 3:2 SpVg Olpe— TuS Grünewald 2:1 RSV Meinerzhagen— SpV O’veischede 2:2 SG Grüne— FC Fröndenberg 2:2 TuS Iserlohn— SV Plettenberg 1:2 SpVg Finnentrop— SV Nachrodt 6:4 VfB Altena— Alem. Menden 1:3 I. Kreisklasse SV Hillmicke— FSV Gerlingen 2:0 II. Kreisklasse— Gruppe A SV Lichtringhausen— SV Ottfingen 4:1 FC Altenhof R— TuS Drolshagen R 6:1 Spfr. Biggetal— SnV 04 Attendorn R 5:1 SV Hützemert— RW Hünsborn R 2:5 SC Listernohl— SpVg Olpe R 4:1 TuS Drolshagen— SpV O'veischede R 9:0 VfL Heinsberg— TuS Halberbracht 2:2 (Ergebnis v. 29. August) Schlußlicht bedeutet. Weidenau führt jetzt die Tabelle an vor Hilchenbach und Altenseelbach, die einzigsten Mannschaften ohne Verlustpunkte. Auch hier Ueberraschungen: Mudersbach verlor in Erndtebrück 2:5 und Langenau gewann in Netphen(!) 3:2. Die Ortsrivalen in Siegen trennten sich unentschieden. Hünsborn siegte 2:l Die Rot-Weißen holten sich gegen einen unnötig hart und unfair spielenden Gegner(besonders die zweite Halbzeit war gespickt von Hinterhältigkeiten der Siegerländer) die ersten Punkte. HR Halbe sorgte für das 1:0. Ausgleich der Gäste nach vielen verpalten Torchancen der Rot-Weißen kurz vor Halbzeit. In der zweiten Halbzeit in etwa ausgeglichen mit besseren Torchancen der Gastgeber, die durch MST H. Rasche in der 65. Minute den Gewinn der beiden Punkte sicherten. Altenhof knapp 2:3 Altenhof kam an einer knappen Niederlage gegen Weidenau nicht vorbei, obwohl sich die Mannschaft in kämpferischer Hinsicht viele Sympathien erwarb. Das unkomplizierte Spiel mit langen Vorlagen war dem Gastgeber nicht angenehm. Ihr Spiel verzettelte sich zunächst im Mittelfeld und erst nachdem Altenhof nach einem Erfolg ins lange Eck in Führung ging, wurde die Mannschaft auf aktiv umgestellt. Dies machte sich im zweiten Durchgang zum Vorteil bemerkbar. Rahn II verwandelte einen Handelfer und Heck sowie nochmal Rahn II erhöhten auf 3:1. Großen Beifall fand der weiterhin unermüdliche Einsatz der FCer, deren Einsatz sich auch noch einmal zahlenmäßig lohnen sollte. Nach einem direkten Freistoß hart an der 16-mKreis Olpe. Der vergangene Samstag und Sonntag brachte bei herrlichem Wetter im Kreisgebiet wieder verschiedene Veranstaltungen, die zum Teil nach alter Tradition fällig waren oder bei dem, wie beim Fest der Feuerwehr in Maumke, ein Jubiläum Pate stand. 25jähriges in Maumke Am Samstag begannen um 19 Uhr die Feierlichkeiten in Maumke, wo zu Ehren des 25jährigen Bestehens der Feuerwohr das diesjährige Kreisfest der Feuerwehren stattfand, mit der Gefallenenehrung am Ehrenmal. Selten hat ein Fest eine so würdige Ausgestaltung des Gedenkens unserer teuren Gefallenen erfahren. Nach einem Choral und dem Lied vom guten Kameraden ging es geschlossen zur Festhalle, wo das Konzert des Musikzuges der Freiw. Feuerwehr Olpe unter K. Kretschmer begeisterte Beifallsstürme hervorrief. Zuvor hatte Karl Mertens im Auftrage des Amtes alle Anwesenden begrüßt.— Am Sonntag war der Festzug der Höhepunkt. Hieran nahmen Abordnungen der Wehren des ganzen Kreises Olpe teil, darunter auch die Musikkapellen und Spielmannszüge. Morgens nach einem Ständchen bei der Geistlichkeit war Platzkonzert und zwischendurch die Tagung der Brandmeister unter Vorsitz von Kreisbrandmeister H. Heller, Olpe Abends Konzert und Tanz bis zu später Stunde. Das Gänseköppen Auf der Höhe nach Bühren hatte sich viel Volk aus dem Ort und der Umgebung eingefunden, die wieder einmal frohe und stimmungsvolle Stunden beim Bührener Gänsereiten und Gänseköppen erlebten. Das Wetter war dazu angetan, recht gute Laune bei lustigen Spielen aufkommen zu lassen, so daß die Bührener Reiter mit ihrem Fest auch in diesem Jahre zufrieden sein können. Einer der Linie wurde ein Eckbal erzwungen, der mit Kopfball verwandelt werden konnte. Beide Mannschaften lieferten sich eine sportlich vorbildliche Auseinandersetzung. Gerlingen verlor in Hillmicke Es klingt unwahrscheinlich, daß der FSV in Hillmicke bei einem Eckenvorteil von 9:1 doch noch die Punkte lassen mußte. Das lag daran, daß die ausgezeichnete Hintermannschaft der Gastgeber nicht zu überwinden war. RL Klein(74. Minute) und HR Straße(76. Minute) sorgten dafür, daß der Nachbar im Nachteil blieb. Ansonsten ein laues Sommerspiel. Spiel auf neuem Platz Drolshagens erste Garnitur markierte im ersten Spiel auf dem erweiterten Platz gegen die Reserve aus Oberveischede einen klaren Erfolg, der besonders in der zweiten Halbzeit mit sechs Toren sichergestellt wurde. Im ersten Durchgang leisteten die jungen Gäste beträchtlichen Widerstand(0:3). Höhepunkte war der Festzug mit dem Anbringen der Erntekrone im Festzelt. Und auf dem Uemmerich? Daß hier die Oelper das nachholten, was an den verregneten Schützenfesttagen versäumt wurde, war bei dem Sommertag im September etwas Selbstverständliches. Munter knallten die Büchsen und mancher Preis konnte verteilt werden. Zwischendurch sorgte die Saßmicker Kapelle unter der Leitung ihres bewährten Dirigenten Becker für gekonnte Unterhaltungsmusik. Auch für den Nachwuchs der Schützenbrüder wurde gesorgt. Am Spätnachmittag kamen dann die Tanzlustigen zu ihrem Vergnügen. Es ging noch munter zu auf dem Uemmerich und es soll sehr spät geworden sein für einige Unentwegte. (Ueber den Verlauf der Veranstaltungen werden wir noch näher berichten. D. Schr.) Drei Tote— zwei Verletzte Gleierbrück. Am Samstag, gegen 19.30 Uhr, kam es in Gleierbrück zu einem folgenschweren Verkehrsunfall, dem drei Menschenleben zum Opfer fielen. Außerdem gab es noch zwei Verletzte. Eine Beiwagenmaschine(BMW) fuhr in voller Fahrt gegen einen Eisenzaun. Hierbei wurden der Fahrer, der Sozius und seine im Beiwagen sitzende Ehefrau gegen den Zaun geschleudert. Zwei Personen waren auf der Stelle tot, während die dritte im Krankenhaus verstarb. Es handelt sich um den 30jährigen Bergmann Alfred Reuter, der die Maschine fuhr, aus Halberbracht, und das Ehepaar Hermann Hubschmied. Durch diesen Unglücksfall wurde noch ein zweiter ausgelöst. Ein überholendes Motorrad prallte mit der Seitenwagenmaschine zusammen. Fahrer und Sozius wurden verletzt. Schachclub auch in Olpe Olpe. Am vergangenen Dienstag wurde von Freunden des königlichen Spiels im Gasthof„Zum Rathaus“ ein Schachclub gegründet. Der Verein trägt den Namen „Schachfreunde Olpe“. Er hat bereits 16 Mitglieder. Die Spielabende finden regelmäßig jeden Dienstagabend im Gasthof„Zum Rathaus“ statt. Es wäre wünschenswert, wenn noch mehrere Interessenten, vor allem auch Jugendliche, dem Schachclub beitreten würden. Die Spiele um die Vereinsmeisterschaft haben bereits begonnen. Doch Bezirksklasse Attendorn. Durch den Rücktritt des TTC Eiserfeld stieg TTC„Tornado“ Attendorn nun doch in die Bezirksklasse auf. So werden die Attendorner Tischtennisfreunde Gelegenheit haben, gute auswärtige Mannschaften in der Hansestadt spielen zu sehen. Der erste Kampf gegen den Tv Neunkirchen findet am Sonntag, dem 12. September, in der Schützenhalle statt. „wirken günstig auf die Tätigkeit von Leber. Galle. Magen und Darm- DM 2.75 Leerzimmer (evtl. möbliert) 18 qm, mit fl. Wasser und Heizung in Stadtmitte Olpe sofort zu vermieten. Angebote unter Nr. 1001 an Sauerländisches Volksblatt Olpe. Grabplatten schw., m. 23kar. Goldinschr. 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September um 10.30 Uhr wegen des Betriebsausfluges geschlossen. Städtische Sparkasse Olpe Familien-Drucksachen wie Geburts-Anzeigen Verlobungskarten Vermählungskarten Dankkarten aller Art Trauerkarten Trauerbriefe und Totenzette fertigt schnellstens in bekannter, guter Ausführung an Verlagsenstalt F.X. Ruegenberg Olpe Das leistungstählge Haus für moderne DRUCKARBEITEN Ein treues Mutterherz hat aufgehört zu schlagen. Gott, dem Allmächtigen, hat es in seinem unerforschlichen Ratschluß gefallen, heute abend 8.45 Uhr meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Josef Schröder Berta geb. Bott Mitglied des III. Ordens zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach kurzer, schwerer Krankheit, gestärkt durch den Empfang der hl. Sterbesakramente, im Alter von fast 68 Jahren. Wir empfehlen die Seele unserer lieben Verstorbenen dem hl. Opfer der Priester am Altare und der frommen Fürbitte der Gläubigen. In tiefer Trauer: Josef Schröder sen. Josef Schröder jun. und Frau Anni geb. Dorn Alfons Schröder und Frau Lisbeth geb. Sodemann Paul Köster und Frau Gertrud geb. Schröder und 7 Enkelkinder Olpe i. W. und Coburg, den 4. September 1954 Das Seelenamt ist am Mittwoch, dem 8. September 1954, um 8 Uhr in der St. MartinusPfarrkirche; anschließend die Beerdigung vom Sterbehause, Kortemickestraße 16, aus. Montag und Dienstag wird um 19 Uhr in der Kapelle des Mutterhauses für die liebe Verstorbene gebetet. Trauerspenden in erstklassigen Ausführungen bei mäßigen Preisen liefert Gärtnere Olpe. Westlälische Straße 77 Fernsprecher 294 Auch Vermittlung nach auswärts Gerbermann