Altester Anzeiger des Sauerlandes* Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung 119. Jahrgang— Nr. 181 Samstag, den 7. August 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Druck u. Verlag: -r VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: Im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); im Textteil 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit) liste Nr. 4. Bel Bwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig Gertehtsstand ist Olpe 1. Westf Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S V." erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugsprels: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bel Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe, Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe I. Westf. Endlich ein Lichtblick Sowjetzone nimmt USA-Hilfe an Für die Opfer der Überschwemmungskatastrophe Bonn.(dpa). Die Sowietzonenregierung hat das amerikapische Hilfsangebot für die Opfer der Überschwemmungskatastrophe in der Sowietzone angenommen. Wie die amerikanische Hohe Kommission gestern in Bonn mitteilte, hat der sowjetische Hohe Kommissar, Puschkin. an seinen amerikanischen Kollegen einen Brief des Ministerpräsidenten der Sowietzone. Grotewohl, übersandt, in dem dieser dem Präsidenten der USA für das Angebot dankt. Die Regierung der Sowjetzone erklärt ihre Bereitschaft, dieses Angebot anzunehmen. ( In dem Schreiben Puschkins an Conant, dem das Schreiben Grotewohls beigefügt ist, teilt Puschkin mit, daß er die Regierung der Sowjetzone von dem Inhalt des Angebots in Kenntnis gesetzt habe. Die Regierung der Sowjetzone habe ihn gebeten, Conant das Schreiben Grotewohls zu übermitteln Der Brief Puschkins, der am Donnerstag dem amerikanischen Hohen Kommissar übermittelt wurde, ist von Conant gestern beantwortet worden. Conant drückt seine Genugtuung darüber aus, daß die Sowjetzone das Hilfsangebot annimmt. Die amerikanische Regierung beabsichtige, die Abwicklung des Hilfsprogramms privaten Wohlfahrtsorganisationen zu übertragen. Die Liga der Rotkreuzgesellschaften sei gebeten worden, diese Aufgabe zu übernehmen. Sicherlich seien ihre Vertreter gerne bereit, schreibt Conant, die nötigen Maßnahmen mit jeder von Puschkin bestimmten Persönlichkeit zu erörtern. Er sei überzeugt, daß diese Maßnahmen ohne unangebrachte Verzögerung ausgearbeitet werden könnten, um die Opfer der Überschwemmungskatastrophe so bald wie möglich in den Genuß der Hilfe kommen zu lassen. *) Bedauerlich bleibt, daß vor einigen Tagen der bayerische DGB und die Münchener Staatsregierung nicht dieselbe menschliche Haltung aufbrachten als Vertreter des sowjetzonalen FDGB aus welchen Gründen immer Hilfe für die Gedenkfeier in Hiroshima Mrnshima.(Reuter) Die Einwohner der japanischen Stadt Hiroshima gedachten gestern der 200 000 Männer, Frauen und Kinder, die vor neun Jahren dem ersten Abwurf einer Atombombe über der Stadt zum Opfer fielen. 30 000 Verwandte der Atombomben-Opfer hatten sich an cem Gedächtnismal versammelt. Bei den Gedächtnisfeierlichkeiten sang die Menge das„Lied vom Frieden“. 500 weiße Tauben stiegen als Friedensboten auf. Der Bischof von Nagasaki(wo durch die zweite Atombombenexplosion etwa 23 000 Menschen ums Leben kamen) weihte gestern in Hiroshima eine Gedächtniskirche ein. Die Kirche war mit Spenden aus aller Welt gebaut worden. bayerischen Hochwasseropfer anboten. Hilfe geben und Hilfe annehmen sind die vornehmsten Attribute menschichen Seins. Pankow war jedenfalls weniger kleinlich als München. Dionne-Fünfling Montreal.(Reuter) Emilie Dionne, einer der weltberühmten kanadischen Fünflinge, ist gestern am Herzschlag gestorben. Der Vater der zwanzigjährigen Fünflinge erklärte, Emilie sei nicht ernstlich krank gewesen. Der Tod des Mädchens sei überraschend gekommen. Von den am 28. Mai 1934 geborenen kanadischen Fünflingen galt die gestern gestorbene Emilie als Spiegelbild der. jüngsten und schwächSten, Marie. Emilie ist in einem Kloster(St. Agathe) bei Quebec gestorben, in dem sie einen Teil ihrer Sommerferien verbrachte. Man vermutete, daß sie im Herbst in dieses Kloster als Nonne eintreten wollte. Beratungen der ÖTV Kampfmaßnahmen im öffentlichen Dienst Hamburger Schiedsspruch abgelehnt Frankurt/Main.(dpa). Der Hauptvorstand der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr(ÖTV) ist gestern in Frankfurt zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten, um über Kampfmaßnahmen im öffentlichen Dienst im Bundesgebiet zu beraten, nachdem die Lohnverhandlungen am 2. August in Stuttgart ergebnislos verlaufen sind. ) Der Hauptvorstand hat den Schiedsspruch im Hamburger Streit abgelehnt. Der Schiedsspruch sieht eine Erhöhung der Stundenlöhne bei den Hamburger Versorgungsbetrieben(Verkehrsmittel, Gaswerke, Wasserwerke) um fünf Pfennig und der Gehälter um drei Prozent „Johns Übergang erschreckend“ Bundeskanzler Adenauer: Schaden nicht so groß, wie ursprünglich angenommen Bonn.(dpa). Der Übergang des Präsidenten des Verfassungsschutzamtes, Dr. John, in die Sowjetzone sei erschreckend, sagte Bundeskanzler Dr. Adenauer gestern in einer Rundfunkansprache. Man dürfe aber überzeugt sein, daß der Schaden, den er anrichte, nicht so groß sei, wie sich mancher zunächst gedacht habe. John eine Belohnung von Million Mark ausgesetzt. einer halben Adenauer sagte dann, daß es keinen wiedererstandenen Nationalsozialismus in Deutschland gebe und daß er auch nicnt wiedererstehen werde. Ein Zusammenschluß der wenigen fanatischen Anhänger des Nationalsozialismus zu irgendwelchen gefährlichen Organisationen werde nicht geduldet werden. Das deutsche Volk wolle weder den Linksnoch den Rechtsradikalismus. Adenauer hofft, daß die Ermittlungen des Oberbundesanwalts im Fall John in kürzester Zeit ein klares Bild des Falles ergeben. Johns Außerungen in der Sowjetzone trügen den Stempel der Unwahrhaftigkeit auf der Stirn. So gebe es, im Gegensatz zu Johns Behauptungen, keine Geheimabreden zur EVG. Dr. Johns Wissen beschränke sich auf die Beobachtung von linksradikalen und rechtsradikalen Elementen. Mit militärischen Angelegenheiten hätte das Amt überhaupt nichts zu tun.„Wenn John sagt, daß er vom Östen her den Kampf gegen die Neonazisten führen wolle, so kann man darüber nur die Achseln zucken.“ Der Kanzler kündigte eine sorgfältige Überprüfung des Bundesamtes für. Verfassungsschutz durch politisch unabhängige Persönlichkeiten an. In diesem Zusammenhang ging der Kanzler auch auf den 20. Juli und die Frage der Emigranten ein.„Wir dürfen auf keinen Fall in einen Kampf aller gegen alle verfallen und eine politische Schnüffelei treiben. die das gegenseitige Vertrauen zerstört.“ Die Opfer des 20. Juli seien der Hochschätzung und Verehrung aller würdig. Wer damals in die Emigration gegangen sei, habe, wenn er ein ehrlicher Deutscher war, ebenfalls schwer gelitten. Seltsame Note Bonns Bonn.(dpa) Die Bundesregierung hat gestern an die Alliierte Hohe Kommission die Bitte gerichtet, bei den sowjetischen Stellen Schritte zu unternehmen, um die„Freilassung des in Ostberlin verschwundenen Präsidenten des Bundesverfassungsschutzamtes, Dr. John. zu veranlassen“. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wurde, wird in der Note an die Hohe Kommission betont,„es bestünden Gründe zu der Annahme“, daß Dr. John von den Behörden der Sowjetzone gegen seinen Willen zurückgehalten werde. Bundesinnenminister Schröder hat für die restlose Aufklärung des Falles Sintflut in Bombay Bombay.(Reuter) Sintflutartiger Regen ergoß sich gestern über die indische Stadt Bombay und lähmte den gesamten Verkehr. Arbeiter und Angestellte, die auf Verkehrsmittel angewiesen sind, kamen mit vielen Stunden Verspätung an ihren Arbeitsstätten an. sowie Zulagen für die Fahrer der Hochbahngesellschaft vor. Die Gewerkschaft erklärt, diese Empfehlung sei von der Gewerkschaft vor etwa vierzehn Tagen angenommen, von den Arbeitgebern aber damals abgelehnt worden. Die Gewerkschaft fordert jetzt eine Lohnerhöhung um 10 Pfennig und eine Gehaltserhöhung um sechs Prozent. Der Hamburger Senat hat den Schiedsspruch am Freitag angenommen. Wenn der Schiedsspruch von den streikenden ÖTVMitgliedern in der für Samstag festgesetzten Urabstimmung mit Mehrheit abgelehnt werden sollte, will der ÖTVVorsitzende Kummernuß selbst die Streikleitung in Hamburg übernehmen. Gas für’s Mittagessen Die Hamburger Streikleitung hat gestern zugestimmt, daß in den nächsten Tagen von 10.30 Uhr bis 13 Uhr für die Haushalte und Krankenhäuser Gas mit erhöhtem Druck bereitgestellt wird. Die Wasserversorgung soll während dieser Zeit ebenfalls verbessert werden. Die Industrie bleibt jedoch von diesen Vergünstigungen ausgenommen Freitag: Keine Streikabsprachen DGB will mit Arbeitgeberverbänden weiter verhandeln Düsseldorf.(dpa) Der DGB-Vorsitzende Freitag bestritt gestern in Düsseldorf, daß bei den Gewerkschaften Abreden bestünden, die Lohntarife zu kündigen und in eine große Lohnbewegung einzutreten. Die jetzigen Streiks seien vielmehr darauf zurückzuführen, daß EVG-Dehatte festgelegt Abzug britischer Truppen— Heuß bei Francois-Poncet Die EVG-Debatte in der französischen Nationalversammlung wird am 24. August beginnen. Wegen der Wirtschaftsfragen will Mendès-France im Parlament die Vertrauensfrage stellen. Das I. Bataillon des britischen SuffolkRegiments wird aus Triest abgezogen und nach Wuppertal verlegt Bundespräsident Heun war am Donnerstagabend Gast beim französischen Hohen Kommissan Francois-Poncet in Remagen An dem Essen nahm auch Conant teil. Die Industrie- und Handelskammer Solingen hat ihren Mitgliedern anheimgestellt. die Kammer zu unterrichten, wenn die Besatzungsmächte Auskünfte über Kaikulationen und technische Einzelhelten von den Betrieben verlangen. Der Präsident des Bundessozialgerichte in Kassel, Schneider, hat gestern seine Dienstgeschäfte übernommen. Verschwunden ist an der Zonengrenze in Berlin der 52jährige Karl Tlemann, der wahrscheinlich als„Nachrichtenhändler“ „Opter seines Berufes“ geworden. Die Niederlande verbieten vom 1. Juli 1966 an die Fabrikarbeit für Mädchen bis zu 14 Jahren. Zugleich wird die Nachtarbeit für Frauen und Jugendliche untersagt. Die britische Regierung hat in NeuDelhi die Hoffnung zum Ausdruck bringen lassen, daß im Konflikt um die portugiesische Besitzung Goa keine Gewalt angewendet wird. Attlee und die britische Labour-Delegation werden auf ihrer Reise nach China vom Dienstag bis Donnerstag kommender Woche in Moskau Station machen. Zu einer Balkan-Konferenz trafen der türkische und der griechische Außenminister im slowenischen Kurort Bled ein, wo sie vom jugoslawischen Außenminister Popovic empfangen wurden. Am Sonnabend sollen die Texte des Balkanpaktes endgültig formuliert werden. Churchill wird während der Urlaubsreise Edens nach Kärnten das britische Außenministerium leiten. Der USA-Kongreß empfahl, daß die Wirtschaftshilfe im Rahmen des Auslandshilfegesetzes am 30. Juli 1955 eingestellt werden soll. In Laos ruhen seit gestern morgen auf Grund des Waffenstillstandsabkommens die Waffen. Eine heftige Explosion ereignete sich in den Dünen der französischen Stadt Boulogne-sur-Mer, als zwei Männer, die Altmetall aus dem zweiten Weltkrieg bargen, auf eine Mine stießen. Einer der Altmetallsammler kam ums Leben, der andere wurde schwer verletzt. 28 deutsche Gemälde, die amerikanischen Truppen als Kriegsbeute in die Hände gefallen sind, wurden von den USA der australischen Regierung überreicht. Die Gemälde stellen Landschaften dar. in denen australische Truppen im zweiten Weltkrieg kämpften. MIT MISTFORKEN GEGEN DIE POLIZEI In Bremerhaven wurde Polizei, die für Grundstücks- und Gebäudeschätzen den Zutritt zu Grundstücken erzwingen wollte, von den Bewohnern mit Knüppeln und Mistforken empfangen. Der Ehemann der Miteigentümerin dieses Grundstückes ist selbst Polizeibeamter und beteiligte sich an den Angriffen gegen seine Kollegen. Die Polizeiaktion wurde abgebrochen und den Grundstücksbesitzern Bedenkzeit eingeräumt. Die Bauarbeiten für die Amerikaner mußten an anderer Stelle unter starkem Polizeischutz durchgeführt werden. Auch in Bayern wird gestreikt Ausstand in 600 Betrieben der Metallindustrie München.(dpa) Die Vermittlungsbemühungen des bayrischen Arbeitsministers Dr. Öchsle zwischen den Tarifparteien der bayerischen Metallindustrie sind, wie das bayerische Arbeitsministerlum gestern abend mittellte, endgültig gescheltert. Dr. Öchsle bemühte sich den ganzen Freitag über vergeblich, den von der IG Metall für Montag angekündigten Streik zu vermeiden. Damit wird der Streik in rund 600 Betrieben der Metallindustrie in Bayern mit Ausnahme der von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebiete um Mitternacht zum Montag beginnen. Der Münchener Polizeipräsident ordnete Urlaubssperre auf zunächst unbestimmte Zeit an. Der Polizeipräsident befürchtet tätliche Auseinandersetzungen. innerhalb des Arbeitgeberlagers Vereinbarungen bestünden, keine höheren Löhne zuzulassen. Freitag vermutet, daß entsprechende Anweisungen der Bundesregierung an die Arbeitgeber vor liegen. Freitag sagte dann, um Lohnfragen zu regeln, müßten sich vernünftige Leute zusammensetzen. Wenn die Arbeitgeber erst immer nur unter Zwang nachgäben, dann müßten sie sich nicht wundern, wenn die Arbeiter zum Streik griffen. Als die ersten Forderungen nach Lohnerhöhung kamen, hätten die Arbeitgeber damit argumentiert, daß zunächst einmal durch Investierungen wieder aufgebaut werden müsse. Die Gewerkschaften hätten sehr große Zurückhaltung bewiesen. Die Löhne seien jetzt auf einem ganz geringen Niveau. Dieser Zustand könne nicht für ewig andauern. Der DGB-Vorsitzende wies mit Nachdruck die Behauptung zurück, die Streiks und Lohnforderungen hingen mit dem bevorstehenden Bundeskongreß des DGB zusammen. Freitag drückte seine Bereitschaft aus, die Gespräche mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, wie vorgesehen, Ende des Monats fortzusetzen. Arbeitgeber: Inflationistische Folgen Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände betont, daß sich die Arbeitgeber Lohnforderungen in einzelnen Betrieben und Wirtschaftszweigen nicht widersetzten, wenn die Lohnforderungen volkswirtschaftlich zu verantworten seien. Solche Lohnerhöhungen seien in letzter Zeit erfolgt. Die Lohnerhöhungen in dem jetzt geforderten Ausmaß müßten aber zu Preissteigerungen und inflationistischen Folgen führen. Wie wied das Wetter? Vorübergehend leichte Abkühlung Ausläufer eines westlich der Britischen Insel liegenden Tiefs greifen auf Westdeutschland über, bringen aber nur vorübergehend leichten Temperaturrückgang. Voraussage für Samstag: Wechselnde, zeitweise starke Bewólkung, strichweise Regen oder gewittrige Schauer. Leichter Temperaturrückgang. Höchsttemperaturen 22 bis 25 Grad. Schwache, zeitweise auffrischende Winde um Süd bis Südwest. Weitere Aussichten: Einzelne gewittrige Schauer, aber im ganzen freundliche und erneute Erwärmung. Wieder Ol aus Abadan G. St. Das Abkommen der persischen Regierung mit acht internationalen Olgesellschaften, das soeben in Teheran, London und Washington verkündet wurde. korrigiert einen Fehler, der das persische Volk viel empfindlicher getroffen hat als die Rebellion Mossadegs gegen den Schah. Der Schah konnte abdanken und zurückgerufen werden, aber das von den Engländern aufgebaute Ölgeschäft konnte nicht einfach verstaatlicht und mit dem alten Kundenkreis fortgeführt werden; denn die alten Abnehmer, an ihre Spitze England selbst, sahen keine Veranlassung, die Vertreibung der Anglo-Iranian Oil Company auch noch zu sanktionieren. Außer einigen Tankern, die wegen der persischen Staatsschuld in den Durchgangshöfen des Roten Meeres beschlagnahmt wurden oder unter falscher Flagge die Bestimmungsländer erreichten, haben die Raffinerien von Abadan den Persern kein Glück gebracht. So sympathisch auch das Bestreben eines Volkes ansprechen mag, sich von fremden Einflüssen befreien zu wollen, so muß es doch rechtzeitig mit den vorauszusehenden Folgen abgestimmt werden. Als der Schah nach Teheran zurückkehrte, stand fest, daß die Nachfolger Mossadegs sich nur halten würden, wenn sie eine für England und Persien erträgliche Beilegung des Ölkonfliktes finden würden. Nach außen hin hat England auch diesmal zurückstecken müssen; es wäre nur billig gewesen, wenn es sein Eigentum ungeschmälert zurückerhalten hätte; denn hier handelt es sich nicht um Kolonien, sondern um Konzessionen, die eine demokratische Regierung ohne Zwang vergeben hatte. Eden ist aber so klug gewesen, zu erkennen, daß eine Kapitulation in solcher Dosis weder dem Madschlis, dem Parlament, dem Mullah Kaschani und seinen einflußreichen Anhängern noch der breiten Masse zugemutet werden konnte. Es mußte ein Kompromiß gefunden werden, das jetzt nach langen Verhandlungen erreicht worden ist: England wird, wenn auch nicht ausreichend, entschädigt, und das persische Volk wird besser leben. Doch das sind nur die sichtbaren Auswirkungen. Entscheidender ist, daß Persien nach dem Sturz Mossadegs nun auch einen ersten Schritt zu einer engeren Zusammenarbeit mit den westlichen Großmächten getan hat. Wenn sich auch einige amerikanische Ölgesellschaften an den Abkommen beteiligt haben, so ist es doch wieder das Verdienst der besonnenen Außenpolitik Edens, einen Beitrag zur Stabilität des Nahen Östens geleistet zu haben, der auch in New Delhi und Rangun so gesehen wird. In Persien sind sich immer wieder englische und russische Interessen begegnet. Als die türkische Kadscharen-Dynastie gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Pfauenthron regierte, fand sie in Petersburg den Ausgleich gegen die englische Infiltration in Südpersien. Eine nach russischem Reglement ausgebildete und von russischen Öffizieren geführte persische Kosakenbrigade sicherte noch bis in den zweiten Weltkrieg die russische Einflußzone in Nordpersien. Aus dieser Brigade war Reza Khan hervorgegangen, der Vater des jetzigen Regenten, der die Wirren des Jahres 1921 ausnutzte und sich gleich zum Schah von Persien proklamieren ließ. Der Kadscharen-Schah Nasir ed-Din hatte 1890, weil auch das damalige Persien unter ständiger Finanznot litt, einer englischen Gesellschaft das Tabakmonopol verkauft und damit die Voraussetzungen für eine englische Einflußzone im Süden geschaffen. Als Reza Khan während des zweiten Weltkrieges seine Sympathien für Deutschland nicht verhehlte, mußte er gehen. Die Rote Armee und die Engländer besetzten ihre Zonen. Erst der Abzug der englischen Truppen veranlaßte auch die Sowjets, Nordpersien wieder zu räumen. Dennoch hinterließen beide ihre Stützpunkte: die Sowjets die weitverbreitete kommunistische Tudehpartei und die Engländer ihre Raffinerien. Wie wird Moskau auf das Abkommen reagieren? Die französischen Besitzungen in Indien Goubert holte die Trikolore nieder Frankreich wünscht Volksabstimmungen— Indien besteht auf bedingungsloser Rückgabe In Paris mußten jetzt Verhandlungen zwischen Frankreich und Indien abgebrochen werden, die über das Schicksal der französischen Enklaven aufindischem Gebiet entscheiden sollten. Es handelt sich um Pondichéry, Karikal, Yanaon und Mahé, die 450 gkm und 257 000 Einwohner umfassen. Nach indischer Ansicht müßten die fraglichen Gebiete von Frankreich be dingungslos abgetreten werden, nach dem französischen Standpunkt sollen Volks abstimmungen entscheiden, ob die umstrittenen Gebiete bei Frankreich bleiben oder an Indien zurückgegliedert werden wollen. Den Hintergrund bildete das Treiben eines gewissen Edouard Goubert, der mit indischen Freiwilligen versucht, diese Enklaven mit Gewalt der Indischen Union anzugliedern. Goubert riskiert dafür, eines Tages vor ein französisches Gericht gestellt zu werden, weil er als einziger Abgeordneter dieser Besitzungen im französischen Parlament sitzt. Ein Franzose gegen Frankreich Der Aufstand des Abgeordneten gegen Frankreich begann am 20. März dieses Jahres. Mit einer Schar seiner Anhänger bemächtigte er sich an diesem Tag dreier Gemeinden der Enklave Pondichéry, ließ die französische Flagge von den Dienstgebäuden entfernen und dafür die Fahne der Indischen Union hissen. Unterstützt wurde er dabei von dem 1. Bürgermeister der Stadt Pondichéry, Moutoussamy. Seitdem gährt es in den französischen Besitzungen. Der Konflikt begann mit dem Tag der indischen Unabhängigkeitserklärung. Stolz auf seine Souveränität forderte Indien, daß auch Frankreich auf seine Enklaven in Indien verzichten sollte. Dementsprechend wurde bereits 14 Tage später am 28. August 1947, eine gemeinsame indisch- französische Erklärung veröffentlicht, nach der die beiden Staaten mög300 DELMI . BENARES NDSCHE BARODA BOMBAV NAGPUR UN0N CUTTACK 9Vanaon(Franz) (rmnz) COLOMBO In einer Note vom 29. Juni 1948 teilte Frankreich der indischen Regierung mit, daß es in der Stadt Chandernagor eine Volksabstimmung über die künftige Zugehörigkeit dieses Gebietes durchführen werde. Die indische Regierung stimmte noch am gleichen Tage zu. Den Wählern wurde folgende Fragen gestellt:„Billigen Sie den Verbleib der freien Stadt Chandernagor bei der Französischen Union”“ Mit„ja“ stimmten 114, mit„nein“ 7 4 7 3 Personen! Entsprechend diesem Abstimmungsergebnis trat Frankreich die Stadt Chandernagor an Indien ab. Frankreich erklärt sich nach wie vor bereit, auch in den übrigen vier Enklaven— Pondichéry, Karikal, Yanaon und Mahé— ähnliche Volksabstimmungen durchzuführen. Indien steht jedoch nach den Ergebnissen in Chandernagor auf dem Standpunkt, in den übrigen Enklaven erubrigten sich nunmehr Volksabstimmungen, diese Gebiete müßten deshalb von Frankreich onne weitere Formalitäten abgetreten werden. 19. August Brüsseler Konferenz Bonn. Zwischen den Regierungen der sechs EVG-Partner fand gestern ein Meinungsaustausch über den Termin der Brüsseler Konferenz statt. Der Bundeskanzler, der gegenwärtig auf Bühler Höhe zur Erholung ist, hat auf Anfrage von Mendès-France zugestimmt, am 19. August nach Brüssel zu kommen. Änderungen des EVG-Textes vor der Ratifizierung werden sowohl von deutscher Seite als auch von den Beneluxstaaten und Italien abgelehnt. Diese EVGVertragspartner befürchten, daß Änderungen ai Vertragstext neue, langwierige Verhandlungen auslösen, die zu einem erheblichen Zeitverlust führen können. Man ist jedoch geneigt, durch Zusatzprotokolle den französischen Änderungswünschen entgegenzukommen. MendèsFrance soll die Möglichkeit gegeben werden, in der EVG-Debatte vor der Nationalversammlung konkrete Änderungen in Aussicht zu stellen. Die französischen Änderungswünsche sind im einzelnen noch nicht bekannt. Den bisherigen Außerungen ist zu entnehmen, daß Frankreich Änderungen in über 20 von den 132 Artikeln des EVG-Abkommens wünscht. Sie beziehen sich sowohl auf die Dauer des Vertrags als auch auf die Erhaltung nationaler Hoheitsrechte. Wieder„Deutsche Lufthansa Die Luftag umbenannt— In Erwartung der Lufthoheit lichst rasch das Problem der französischen Enklaven im Sinne der beiderseitigen Interessen lösen wollten. Nation als sittliche Gemeinschaft Deutliche Worte auf dem Deutschen Evangelischen Studententag Heidelberg.(epd) Gott habe die Nation verordnet, damit die in ihr lebenden MenSchen sie zu einer sittlichen Gemeinschaft machen, sagte der Freiburger Prof. Ritter vor dem 3. Deutschen Evangelischen Studententag in Heidelberg. Würde in einem Land nicht nach diesen Prinzipien gehandelt, so bestünde für den Christen die Pflicht zum„Hochverrat“. Prof. Ritter trat für eine starke Beteiligung evangelischer Laien in öffentlichen Angelegenheiten ein, weil sie als Christen von Gnade und Buße wüßten und daher mehr als andere befähigt seien, zwischen nationalem Selbstbewußtsein und nationalen Minderwertigkeitskomplexen die richtige Mitte zu finden. Die Macht derdeutschen Nation sei gebrochen. Eine deutsche Machtpolitik nationalistischer Prägung könne es deshalb nicht mehr geben. Dozent Dr. Kräme: (Dortmund) charakterisierte das bisher in Deutschland übliche Nationalbewußtsein als eine„Gesinnung, die zur Norm für das Urteilen“ erhoben worden sei. Das Nationalbewußtsein in Deutschland habe die klaren Denker als„Intelligenzbestien“ diffamiert, die unabhängigen Geister verdächtigt und damit die Barbarei erôffnet. Da es seine eigenen Grundlagen nicht positiv bestimmen konnte, habe es sich damit begnügt, negative Eigenschaften anderer Menschen und Völker zu behaupten. Dr. Krämer wandte sich gegen die Auffassung, die Forderung deutscher Wiedervereinigung müsse als eine Angelegenheit der„nationalen Ehre“ betrachtet werden. Als Christ könne man sie nur verlangen, weil es ein Verstoß gegen göttliches Gebot sei, Menschen ihr Eigentum, ihr Land und ihre Freunde zu nehmen. Köln.(dpa) Deutschland hat wieder eine Lufthansa. Die Hauptversammlung der Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf(Luftag) hat gestern in Köln die Firma in Deutsche Lufthansa-AG umgeändert. Das Grundkapital von bisher 25 Millionen Mark wurde auf 50 Millionen Mark erhöht. Man erwartet, den Flugdienst auf den europäischen Linien am 1. April nächsten Jahres beginnen zu können. Die Nordatlantik-Linie zwischen Hamburg und New York soll vom 1. Juli an beflogen werden. Bisher sind von der Luftag in Amerika acht Flugzeuge bestellt worden, vier zweimotorige„Convair 340“ für den europäischen und vier viermotorige SuperConstellation für den Nordatlantik-Verkehr. Die Lieferung der ersten Convair wird Ende August erwartet. Wenn bis dahin die Bundesregierung weder die Lufthoheit noch eine Sondergenehmigung für die Einfuhr und den Betrieb der Flugzeuge erhalten hat, müssen die Maschinen von einer ausländischen Gesellschaft gechartert werden oder in Amerika bleiben. Direktor Bongers erklärte, eine Luftflotte von etwa 20 Flugzeugen sei der deutschen Verkehrspotenz angemessen. Die ersten Flugzeuge der Lufthansa werden unter deutscher Flagge und mit deutscher Besatzung fliegen. Jedoch werden in den ersten Monaten ausländische Piloten am Steuerknüppel sitzen, die von deutschen Piloten begleitet werden. SPIEL MIT DEM FEUER(Zeichnung: Illingworth, Daily Mail) John in der Stalinallee Berlin.(dpa) Der Sowjetzonen-Rundfunk sendete gestern eine Reportage über den Besuch einer Bauausstellung in der Ostberliner Sporthalle in der Stalinallee durch Dr. John. In der Sendung war die Stimme Johns zu hören, der über die Bauwerke ab und zu„wunderbar“ und„das ist ja großartig“ sagte. Strang für dreifachen Mörder Quebec.(Reuter) Ein Gericht in Quebec verurteilte den 34 Jahre alten Kanadier Wilbert Coffin zum Tode durch den Strang. Coffin wurde schuldig befunden, drei amerikanische Jäger auf der Jagd erschossen und sie den Bären zum Fraß überlassen zu haben. Die drei Amerikaner sollen eine größere Geldsumme bei sich gehabt haben. Ehrenburgs Gepäck durchsucht Santiago de Chile.(Reuter) Der sowjetische Schriftsteller Ilja Ehrenburg mußte sich am Donnerstag trotz seiner Proteste und seines Diplomatenpasses auf dem Flughafen von Santiago de Chile eine Durchsuchung seines Gepäcks gefallen lassen. Das chilenische Innenministerium begründete die Durchsuchung gestern mit Informationen, daß die Sicherheit des Landes gefährdet sei. Die bei Ehrenburg beschlagnahmten Dokumente werden zurückgegeben werden, sobald sie übersetzt worden sind. Düsenbomber abgestürzt London.(Korr.) Zum zweitenmal binnen drei Wochen stürzte gestern ein Düsenbomber der amerikanischen Luftstreitkräfte in Großbritannien ab. Die vier Besatzungsmitglieder fanden den Tod. Das Flugzeug hat schon in der Luft Feuer gefangen. Derungekrönte IerrSchmitf Roman aus unseren lagen von Viktoria Rhen Copyright by Prometheusvurlog Gröbenzell (32. Fortsetzung) In Donatas Augen schimmerte es grau und grün. Sie saß wie eine Katze auf dem Sprung.„Aber ich mußte. Ich dachte an Ihren Gruß in der Kirche. Ich sah Ihren schwebenden braunen Handschuh, und unwillkürlich fiel mir ein: Unter Larven die einzige fühlende Brust.. „Bitte“, sagte Donata,„reden Sie, wie Ihnen ums Herz ist oder auch nicht ist. Schimpfen Sie, toben Sie, schreien Sie. Zuzeiten braucht man so etwas. Es muß manchmal sein. Genieren Sie sich nicht, Clemens!“ Clemens schritt in dem engen Raum wie ein Tiger im Käfig auf und ab. Er war sehr erregt. Langsam ging die Dämmerung des Nachmittags in Dunkel über. Donata warf ein orangefarbenes Chiffontuch über ihre kleine Stehlampe. Diese kleine schleierliche Verzauberung der Lampe war nicht ganz von ungefähr. Immerhin war dieser Dr. Schmitt, zu dem Donata eben erst nur„Clemens“ gesagt hatte, ein anziehender Mann. Und Donata war nicht ohne Mitgefühl für ihn. Er war ihres Trostes, ihres Verständnisses und vielleicht auch— das würde sich bald erweisen— ihrer Hilfe bedürftig. Das orangefarbene Licht legte sich sehr weich über das jagdgrüne Kleid, das Donata trug. Clemens Schmitt sah es nicht. Er sprach erregt, viel und lange. Alles brach aus ihm heraus, was sich an Unmut in ihm aufgestapeit hatte. Alles— bis auf das Wichtigste— seine Liebe zu Fredericia. „Ich mußte das alles einmal zu einem Menschen sagen, der ungefähr in der gleichen Richtung denkt wie ich und noch nicht zu einer Mumie geworden ist. Dieser Herzog Ludwig.“ „Ich kann verstehen, daß Sie ihn hassen, Clemens. Er ist Ihr Feind...“ „Sie irren sich, Donata“, fiel Clemens ihr rasch in die Rede,„er ist nicht mein Feind. Er ist mein Gegner. Das ist ein Unterschied.“ „Ich verstehe nicht ganz.. „Wenn Sie diese Menschen heute gesehen haben, dann müssen Sie doch selbst zugeben, daß alles gespenstisch wirkte. Wenn ich nur an diese langweilige blonde Belanglosigkeit des Erbprinzen Johann denke...“ Donata unterbrach ihn, nahm das Büttenblatt von ihrem Schreibtisch und überflog es... „Ah...“, sagte sie,„Sie meinen jenen Prinzen, der Ihre Frau führte. Übrigens sah sie aus wie ein Gemälde. Der Neid muß es ihr lassen.“ Clemens überhörte den letzten Satz. „Eine Belanglosigkeit.... setzte er seine Gedanken fort,„die man lediglich ertragen kann, weil sie gut gewachsen und tadellos gezüchtet ist.“ „Seien Sie doch nicht so boshaft, Clemens“, ermahnte Donata. „Ich bin nicht boshaft. Ich bin im Innersten angerührt, aufgerührt. Alles, was Sie wollen... Aber bosha“ hin ich nicht. Ich will es wenigstens nicht sein, denn dahinter steckt eine Tragödie. Die Tragödie, in die unser Land bereit ist zu fallen, weil das Gestrige ein Verbrechen und ein Desaster war! Ich sagte Ihnen schon— ich bin gar nicht gegen die Monarchin— aber soll so wie dieser Prinz der Weg in unsere Zukunft aussehen?“ „Ach Gott... Zukunft! Das ist heute ein seltsames Wort“, meinte Donata und sann nach:„Glauben Sie denn im Ernst, daß wir überhaupt noch eine Zukunft haben, Clemens? Es ist alles so undurchsichtig.“ „Alles ist Zukunft. Ich bin fest davon überzeugt, daß diese Krämpfe, in denen wirklich die Erde bebte, nicht von ungefähr gewesen sein können. Das sind Geburtswehen einer neuen Zeit, eines neuen Stils, neuer Erkenntnisse, neuer Lebensund Daseinsformen. Wir müssen sie nur finden... Aber wir finden sie nicht, indem wir das Heute leugnen und uns in das Vorgestern verkriechen. Die Tradition hochhalten? Schön! Aber wo gibt es noch eine wirkliche Überlieferung? Wir müssen ganz neue Traditionen schaffen! Da liegt es...“ Er hatte sich in Eifer und Feuer geredet. Donata betrachtete ihn mit wachsender Freude. Sie war eine kluge Frau, und es gefiel ihr sehr, was er sagte. Noch mehr jedoch fesselte sie, wie er es sagte. Sie sah hauptsächlich den Mann, der in der geistigen Leidenschaft des Erkennenwollens aus sich herauswuchs und seine Form zu sprengen schien. „Ich habe kein Vorurteil gegen einen bestimmten Kreis von Menschen“, fuhr Clemens fort.„Uberall gibt es starke Persönlichkeiten. Gewiß sind manche Menschen zum Herrschen geboren, aber ich halte es für schwierig, die richtigen herauszufinden. Jeder Herrschaftsanspruch muß in der Person dessen, der ihn erhebt, gerechtfertigt sein. Der Knabe Aleandei zum Beisplal, dieses sich selbst leidenschaftlich hingebende Kind, das mit dem Fuß aufstampft, weil es die Wahrheit finden möchte... Um solche Naturen ist es schade, sehr schade.“ „Geht es Ihnen in der Tat bei Ihrer Erregung so sehr um diese Probleme, Clemens?“ Die Frage Donatas traf. Sie traf sogar das Zentrum seines Bewußtseins. Zum Teil... war es ihm darum zu tun. Aber seine Empörung hatte doch auch sehr persönlich gefärbte Gründe. Deutlich sah er, auch in dieser Minute, den Erbprinzen Johann vor sich, der sich mit zärtlicher Bewunderung zu Fredericia neigte... „Ja“, sagte er.„Es geht mir darum. Lediglich darum!“ Aber er wußte, daß er log, und schämte sich vor sich selbst. Donata versuchte aus persönlichen Motiven, ihn abzulenken. Er tat ihr leid. Aber vor allem fesselte er sie als Mann. Sie wußte, daß sie in dem ungewissen und weichen Licht gut aussah. Ihr Haar leuchtete kupfern, ihre Haut hob sich hell aus dem Halbdunkel. Sie trat dicht zu Clemens heran. Ihr Arm legte sich um seinen Nacken, wie um ihn zu trösten. Clemens griff nach der Hand, die sich um seinen Hals gelegt hatte, und sagte: „Donata... Sie sind eine zauberhafte, eine wirklich sehr zauberhafte Frau.. Donatas Augen schwammen. „Aber bitte... setzen Sie sich wieder in Ihren Sessel, Donata. Wir wollen ehrlich miteinander reden. Es könnte sehr schön sein, Ihr Freund zu werden. Und wenn ich vor ein paar Wochen so vor Ihnen gestanden hätte, wäre ich dankbar und glücklich gewesen. Heute“— er machte eine kleine Pause—„würde ich Sie betrügen. Das will ich nicht. Vor allem würde ich mich selbst betrügen. Und das will ich noch weniger! Ich weiß jetzt, daß ich Fredericia liebe... Vielleicht empört mich das alles nur so maßlos ihretwegen. Wahrscheinlich sogar. Nein— sicher. Der Satz hing in der Luft. Donata hatte sich auf ihren Sessel gesetzt und trank das Glas Sherry hastig aus. Ihre Kehle war trocken geworden. In ihr kämpfte verletzte Eitelkeit und Scham mit einer angeborenen Großzügigkeit. Für einen Augenblick verschwand ihr Gesicht im Schatten ihrer Hände. Sie sagte nichts. „Donata..., fing Clemens noch einmal an,„ich schätze Sie, ich bewundere Sie. Möglicherweise hätte ich Sie sogar geliebt. Sie dürfen jetzt nicht böse sein wie ein kleines Mädchen. Das tun Sie mir, bitte, nicht an! Verwischen Sie nicht das Bild, das ich von Ihnen in Gedanken trage. Es ist schön, dieses Bild... Ich bin nicht prüde, und ich bin kein Moralist. All diese Dinge sind wahrscheinlich sehr viel weniger wichtig, als die Idealisten glauben, aber doch auch wichtiger, als die Zyniker meinen.“ Donata reichte ihm die Hand herüber. Er nahm sie und küßte sie. (Fortsetzung folgt) Ilho, lachen wis mal Schubert, liebenswürdig wie immer, war einmal für einen befreundeten Organisten eingesprungen. Im Spiel vergaß er alles ringsumher und schwelgte in Tönen und Improvisationen, bis schließlich mit einem Male der Orgel die Luft wegblieb. Erzürnt wandte er sich zum Balgetreter:„Wie können Sie sich unterstehen, mitten im Gloria aufzuhören?“ Aber der Luftmacher brummte:„Fünfundzwanzig Jahr lang tret ich die Orgel. Da weiß ich wohl besser als solch windiger Kompositeur, wieviel Wind so ein Gloria braucht.“ 119. Jahrgang— Nummer 181 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Samstag, den 7. August 1954 „Pforte zum Sauerland" Der neue„Westfalenspiegel“ berichtet Ein besonders schönes und reichhaltiges Heft heimatlicher Betrachtungen und Berichte legt der„Westfalenspiegel“ mit seiner neuesten Nummer(8/54) jetzt vor. Ein großer Teil dieses Heftes ist der Stadt Hagen, der„Eingangspforte zum Sauerland“ mit vielen bebilderten und beachtenswerten Aufsätzen gewidmet. Die wirtschaftliche und kulturelle Situation dieser Stadt wird an markanten Beispielen hervorgehoben. In diesem Zusammenhang interessiert auch der Rückblick auf die Tage des diesjährigen Westfälischen Turnfestes in Hagen:„Turnfest aus westfälischem Volkstum“.— Weiter finden wir im vorliegenden Heft noch folgende bemerkenswerten Beiträge:„Die Autobahnlücke Ruhrgebiet-Bremen“,„Westfälische Bibliotheken“, Goldschmiedarbeiten von Karl Schrage, eines Künstlers aus dem Lande der roten Erde,„Ein Leben für das Plattdeutsche: A. H. Blesken“, Ruhr-Festspiele 1954, Kunstausstellungen, westfälisches Schrifttum u.„Westfälisches Mosaik“. Abschließend kredenzt Dr. W. Warnung der Leserschaft des Heftes den originellen Aufsatz„Dauerwürste im Poststempel: Tersmold".(r) schen Tuberkulose-Ausschuß Münster in Verbindung mit dem Gesundheitsamt in Olpe vorgenommen. Wir werden rechtzeitig vor Beginn der Untersuchungen darauf zurückkemmen. Wer fährt mit nach Holland? Interessenten, die mit der Olper Feuerwehrkapelle zum Weltmusikwettstreit nach Holland fahren wollen, müssen sich sofort beim Vorstand der Feuerwehr melden. Das Orb'sche Haus in der Frankfurter Straße, das jetzt abgebrochen wird, um für den ev. Kindergarten Platz zu schaffen, hat eine wechselvolle nicht uninteressante Geschichte. Der Erbauer war Joh. Westhoff. Dann kam das Anwesen an die Familie Clemens gen. Ciches(spâter Martinstraße, neben Gebr. Kemper). Seit 1850/51 gehörte das Anwesen Karl Josef Zimmermann(vordem Winterbergstraße), danach Schneidermeister Franz Zimmermann, dem Vater von Anton Zimmermann, Tapetengeschäft in der Vellmickestraße 1. Letzterer verkaufte das Anwesen im Jahre 1903 an die ev. Ffarrgemeinde, die es als Küsterwohnung benutzte. Franz Zimmermann erwarb gleichzeitig das Hesse'sche Stammhaus in der Vellmickestraße 1. Nach dem Auszug der Familie Zimmermann bewohnte bis 1952/53 die Familie Orb das Haus, ursprünglich Georg Orb als langjähriger Küster der ev. Pfarrgemeinde, und schließlich Bauunternehmer Orb, der inzwischen einen Neubau in der Rochusstraße bezogen hat.— Vor dem großen Stadtbrande von 1795 stand hier das Pförtnerhaus, das sich im Besitze der Familie Genne(Jenne) befand. Das Haus zeigte früher die Hausnummer 223, während es heute mit der Hausnummer 34 (Frankfurter Straße) versehen ist. „Paulchen" unterhielt die Hirnverletzten Ein fröhllcher Nachmittag und Abend auf der Hohen Bracht Religiöse Woche in Olpe beginnt Vorbereitung auf die Weihe der Mariae-Himmelfahrtskirche in der Günse Olper Stadtspiegel Ein lebhafter Fremden- und Durchgangsverkehr ist seit Beginn des schönen Wetters hier zu verzeichnen. Auf Schritt und Tritt begegnen einem die fremden Gäste in den Straßen der Stadt. Sommerlich gekleidet und frohgestimmt sind die Durchreisenden: Radler und motorisierte Wanderer. Manche nehmen die Gelegenheit wahr, Olpe eingehender zu besichtigen. Aber das Wichtigste für alle ist, daß sie endlich das Ausflugs- und Ferienwetter haben, das man sich seit langem gewünscht hat.— Auch gestern war es wieder sehr warm und sogar schwül, so daß mancher sich an einem kühlen Trunk in unseren freundlichen Gaststätten labte oder auch das Freischwimmbad im Dohm aufsuchte. Hoffentlich hält die hochsommerliche Wetterlage noch länger an! Olpe. Tag und Stunde der Weihe unserer neuen Mariae-Himmelfahrtskirche in der Gunsestraße sind nun ganz nahe herangerückt. Damit wird endlich die St. Martinus-Pfarrgemeinde aufhören, eine der„Mammutpfarreien“ in der Erzdiözese Paderborn zu sein. Damit wird Olpe seelsorgerisch besser und durchgreifender betreut werden können, als es in der vergangenen Jahren infolge des ständigen Wachstums der Pfarrei mit ihren Filialgemeinden möglich war. Damit wird aber auch ein Werk gekrönt, das aus Opferbereitschaft und Hilfsbereitschaft der Gemeinde in Verbindung mit den unermüdlichen, heißen Bemühungen des Pfarrers der Gemeinde, Geistl. Rat Menke, zustandegekommen ist. Die Pfarrmitglieder wissen wohl restlos dieses Ereignis zu schätzen! Sie sollen sich nunmehr auch seelisch auf die Kirchweihe vorbereiten. Deshalb und im Hinblick auf das gegenwärtige Marianische Jahr hat die Olper Pfarrgeistlichkeit zu einer religiösen Woche eingeladen, die jetzt beginnt. Alle Gläubigen sind hierzu herzlich eingeladen. Die religiöse Woche(vom 8. bis 15. August) wird von den Volksmissionaren Pater Bronstering und Pater Frings gehalten, beide hier bekannt seit der letzten Volksmission in Olpe. Die Weihe der Mariae-Himmelfahrtskirche findet am Mittwoch, dem 18. August, statt. Von der Pfarrgeistlichkeit wurde in diesen Tagen ein gedrucktes Rundschreiben(Einladung) an alle Mitglieder der Olper Pfarrgemeinde gerichtet. Darin heißt es u. a.: Das Wohnungsamt ist in der Zeit vom 9. bis 21. August einschließlich wegen Abwesenheit des Sachbearbeiters geschlossen. Bund der Kinderreichen. Auf die heutige Versammlung um 20 Uhr im„Kölner Hof“ wird nochmals hingewiesen. Es wird u. a. über das„Sozialwerk“ gesprochen. Außerdem hält Dr. Kessel einen Vortrag „Die Sorge um unsere Kinder“. Eine Chorprobe findet, wie schon mitgeteilt, heute abend im kath. Vereinshaus für die männlichen Mitglieder des Kirchenchores statt. Röntgen-Schirm-Untersuchungen werden im Monat September für einen Teil des Kreises Olpe durchgeführt und zwar für Stadt und Amt Olpe, Drolshagen, Wenden, sowie Stadt und Amt Attendorn. Diese Untersuchungen, von denen später auch der übrige Teil des Kreises Olpe erfaßt werden soll, werden vom WestfäliWombweller verabschieden sich von Olpe Erlebnisreicher Aufenthalt bei der Don Bosco-Gruppe— Grüße ausgetauscht Olpe. Die 26 jungen Engländer, die 14 Tage lang bei der hiesigen Don BoscoGruppe zu Gast weilten, werden heute wieder von Olpe Abschied nehmen, um in ihre englische Heimatstadt Wombwell zurückzukehren. Schöne Erinnerungen werden sie begleiten, denn der hiesige Aufenthalt war für die englischen Jungen und Mädchen sehr abwechslungsreich und brachte mancherlei Erlebnisse. Als die Gäste vor zwei Wochen hier eintrafen und im„Kölner Hof“ offiziell begrüßt wurden, übergaben sie dem Bürgemeister unserer Stadt ein Grußwort des Vorsitzenden der Ratsversammlung der Stadt Wombwell, Mr. Pickering, das — in deutscher Uebersetzung— folgenden Wortlaut hat: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Im vergangenen Jahr hatte mein Vorgänger das Vergnügen, dem Leiter des Jugendclubs(Don Boso-Gruppe) von Olpe einen Freundschaftsbrief der Wombweller Bevölkerung mitzugeben. Der Ueberbringer dieses Briefes ist der Führer der Wombweller Jugend im Jugenclub und durch ihn übergebe ich Ihnen recht herzliche Grüße von den Mitgliedern des Wombweller Rats, der Bewohner der Stadt und von mir persönlich. 26 Mitgieder des Wombweller Jugendclubs fahren nun nach Olpe, um 14 Tage Gäste der Don Bosco-Gruppe zu sein und ich bin überzeugt, daß sie die im letzten Jahre während der Treffen angebahnten herzlichen Beziehungen mit der Olper Bevölkerung erneuern und neue Freunde finden werden. Ich hoffe, daß unsere Gruppe mit vielen schönen Erinnerungen an diesen Besuch zurückkommt und daß dauernde Freundschaft grundgelegt wird. Es ist sehr zu bedauern, daß nicht mehr Gelegenheiten solcher internationaler Besuche wahrgenommen werden, die— dessen bin ich sicher— dauernden Frieden befestigen und viel mehr Verständigung zwischen Völkern und Nationen begründen würden. Sie mögen davon überzeugt sein, daß ich alles tun werde, was in meinen Kräften steht, um einer Gruppe Ihrer Stadt, wenn sie Wombwell besucht, den Aufenthalt angenehm und interessant zu gestalten. gez. Pickering g. P.“ Das obige Schreiben beantwortet unser Bürgermeister mit dem nachstehenden Brief, den die jungen Engländer mit nach Wombwell nehmen werden: „Sehr geehrter Herr Pickering! Ueber Ihren Brief vom 19. Juli dieses Jahres habe ich mich sehr gefreut. Ich danke Ihnen herzlich für die freundlichen Grüße, die Sie mir persönlich, vom Rate Ihrer Stadt und von den Einwohnern Wombwells übermittelten. Ich erwidere diese Grüße ebenso herzlich und versichere Ihnen, daß auch der Rat unserer Stadt und die ganze Bevölkerung von Olpe Ihre freundlichen Worte mit Freude und Genugtuung aufgenommen haben und Ihren Gedanken voll und ganz zustimmen. Ich habe Ihre jungen Leute kurz nach ihrer Ankunft in Olpe im Namen der Bedet zu Christus und in ihm zum wahren Frieden und zum Heil für den Einzelnen und die menschliche Gesellschaft.“ Könnten wir etwa das Marianische Jahr begehen ohne religiöse und sittliche Erneuerung des Tugendstrebens? Dann wären wir allerdings noch weit entfernt von dem Anliegen, das der Heilige Vater Papst Pius XII. in seinem Rundschreiben uns allen zur Herzenssache machen wollte: „Das sittliche Leben der Christen muß sich dem Bilde dieser Jungfrau soweit wie möglich gleichgestalten.“ Könnten wir da einen günstigeren Zeitpunkt wählen als die Woche unmittelbar vor dem für eine Gemeinde so seltenen Ereignis der Einweihung einer neuen Mariae-Himmelfahrtskirche? Das soll und muß der Höhepunkt des Marienjahres werden.„Laßt Euch als lebendige Steine zu einem geistigen Tempel aufbauen!“ (I. Petrusbrief). Was wird von Euch erwartet? 1. Bereitschaft und Aufgeschlossenheit jedes einKreis Olpe. Nachdem im vorigen Jahr der Nachmittag auf der Burg Schnellenberg bei Attendorn soviel Anklang gefunden hatte, war für den diesjährigen Ausflug der Hirnverletzten wieder einer der schönsten Punkte unseres Kreises ausgewählt worden. In einer Sternfahrt brachten Omnibusse die Hirnverletzten des Kreises Olpe auf die Hohe Bracht, wohin sie der 1. Vorsitzende Bernhard Arendt mit ihren Frauen eingeladen hatte. Bei dem schönen Sommerwetter herrschte schon in den Omnibussen eine frohe Stimmung. Nachdem der 1. Vorsitzende die Versammelten in einer kurzen. Ansprache herzlich begrüßt hatte, gab der erste Landesvorsitzende Müller(Essen) kurz Hinweise zur Erholungsfürsorge. Als sich alle an Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, war in einer ½stündigen Pause jedem Gelegenheit gegeben, sich die nähere Umgebung anzusehen. Für den Nachmittag war der bereits bei anderen Anlässen bekannt gewordene Vortragskünstler Paulchen Gramsch(Olpe) verpflichtet worden. Dieser stellte rasch den Kontakt mit seinen Zuhörern her. Ob er nun die„Parade mit den Milchflaschen“ vorführte oder die„Geschichte mit den zwei Brötchen“— um nur einiges aus seinem reichhaltigen Programm herauszugreifen— immer ging das Publikum begeistert mit.„Paulchen“ hat es verstanden, für ein paar Stunden die Sorgen seiner dankbaren Zuhörer zu verscheuchen. Und nicht nur der Hirnverletzte, der an seinem Leiden schwer zu tragen hat, braucht solche Stunden der Entspannung und Erholung, sondern auch seine Frau. Dem Vortragskünstler, sowie den Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes m Altenhundem, die sich selbstlos in den Dienst der guten Sache gestellt hatten, sei an dieser Stelle herzlich gedankt! Ebenso A. Bruse und R. Schwan, die eifrig zum Tanze aufspielten. Wer in den Tanzpausen noch genügend Atem hatte, stieg die 100 Stufen des Turmes empor, um durch das Fernglas einen Rundblick über die schönen Sauerlandberge zu tun. Als es dann Zeit zum Aufbruch war und „Paulchen“ zum letzten Male in Aktion trat, da hörte man von allen Tischen nur Ausrufe des Bedauerns. Der zweite Vorsitzende von Eichel-Streiber(Olpe) dankte zum Schluß dem ersten Vorsitzenden für die Mühe und die Arbeit, die er gehabt hatte, damit dieser Nachmittag stattfinden konnte, der allen soviel Freude gebracht habe. Die Begeisterung, die er bei allen wahrnehme, gebe seinen Kameraden und ihm den Mut, sich im nächsten Jahre an ein größeres Unternehmen heranzuwagen. Mit dem Bewußtsein, einen selten schönen und frohen Nachmittag im Kameradenkreise verlebt zu haben, nahm man Abschied von der Hohen Bracht. zelnen für das Wort der frohen Botschaft. Wo diese Voraussetzung vorhanden ist, werden alle auftretenden inneren und àuBeren Schwierigkeiten und Vorurteile überwunden. 2. Apostolisches Beten. Ohne den Segen Gottes ist jedes menschliche Bemühen umsonst. 3. Verantwortung füreinander.„Der Meister ist da und ruft Dich.“(Joh.-Evangellum 11, 28). Möge doch dieses Gnadenangebot des Heilandes von keinem verscherzt werden! Während der religiösen Woche sind die hl. Messen an den Wochentagen: 5.30, 6.30, 7.30, 8.30 Uhr; die Predigten: 6 und 8 Uhr(dasselbe Thema); 16.30, 18.30 und 20 Uhr(dasselbe Thema). Eine viertel Stunde vor der Nachmittags- und Abendpredigt wird der Rosenkranz gebetet. Schützenfest in Helden Helden. Die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Helden e. V. feiert am Sonntag und Montag ihr Schützenfest. Nach dem Schützenhochamt am Montag ist Vogelschießen. Die Feuerwehrmusik Heggen spielt während der Festtage zum Konzert und Tanz auf. Stadt Attendorn Der BVD teilt mit, daß wegen Erkrankung des Vorsitzenden K. Grehl die regelmäßigen Sprechstunden(mittwochs) vererst ausfallen. Auskunft erteilen die übrigen Vorstandsmitglieder. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat für heute 20 Uhr eine Monatsversammlung:m,Kaiserhof“ angeretzt. Kreisbrandmeister Heller 50 Jahre alt Große Verdienste am Aufbau der heimischen Feuerwehren Liebe Pfarrkinder der St. Martinusgemeinde! Vor fast vier Jahren haben wir das Heilige Jahr mit unserer großen Volksmission beschlossen. Haben wir alle die Vorsätze auch gehalten? Es gehört nun zur außerordentlichen Seelsorgsaufgabe, daß nach geraumer Zeit eine Missionserneuerung stattfindet. Nicht um politische Fragen, nicht um Staat und Kirche, nicht um Dinge, die an der Oberfläche und am Rande liegen, geht es dabei, sondern um die persönliche Entscheidung für oder gegen Christus, um die Grundrichtung unseres Lebens— ob auf Gott zu oder von Gott weg. Es geht darum, daß wir wirklich bessere Christen werden! Weisung soll uns das Wort unseres Hochwürdigsten Herrn Erzbischofs sein, das er in seinem Hirtenbrief an uns gerichtet hat:„Das ist die große Hoffnung und das ernste Anliegen des Marienjahres, daß nach dem Beispiel und auf die Fürbitte Mariens die Welt zurückfinOlpe. Zu den prominenten 50ern in unserer Stadt gesellt sich am heutigen Tage Kreisbrandmeister Heinrich Heller, der bereits am 1. April dieses Jahres sein silbernes Arbeitsjubiläum in der von ihm mitgeleiteten Firma Heller& Köster, Eisenwarenhandlung in der Martinstraße 23, im internen Kreise begehen konnte. Der Altersjubilar hat sich um Olpe und den Kreis Cipe große und bleibende Verdienste erworben. Nicht nur als derzeitiger Kreisbrandmeister, sondern schon früher, als er u. a. nach dem Kriege von der Besatzungsmacht vorübergehend zum Polizeichef in Olpe ernannt worden war. Vor allem ist noch in lebhafter Erinnerung, daß Heinrich Heller 1949 Schützenkönig in Olpe war und der St. Sebastianus-Schützenverein seinerzeit stolz auf diesen König sein konnte! Mit der ständigen Aufwärtsentwicklung der Firma Heller& Köster hat Heinrich Heller in der Nachkriegszeit zugleich viel zum Wiederaufblühen unseres heimischen Geschäftslebens beigetragen. Am heutigen Tage sei daran erinnert! Insbesondere aber an den Aufbau der Freiw. Feuerwehr in Olpe und im Kreise Olpe. Diese schwierige Aufgabe hat Hch. Heller mit großer Energie und Umsicht erfolgreich durchgeführt und vollauf gemeistert. Jedermann weiß, was er damit für die Oeffentlichkeit unseres ganzen Heimatkreises getan hat! Heinrich Heller ist am 7. Aug. 1904 in Hannover geboren. Als er in der Kreisstadt Olpe ansässig geworden war, trat er am 20. Mai 1930 in die hiesige Freiw. Feuerwehr ein. Am 1. Mai 1935 wurde er zum Oberfeuerwehrmann, am 1. April 1937 zum Löschmeister, 1939 zum stellv. Wehrführer, und 1942 zum Oberzugführer befördert. Gleichzeitig wurde er mit der Führung der Freiw. Feuerwehr in Olpe betraut. Durch die Teilnahme an zahlreichen Lehrgängen hat er sich in den zurückliegenden Jahren das Rüstzeug für einen erfahrenen und tüchtigen Feuerwehrmann und Wehrführer geholt. Er beteiligte sich an folgenden Kursen: 1935 für Löschmeister, 1941 für Maschinisten, 1942 für Wehrführer, und 1943 für Bereitschaftsführer, 1945 wurde Heinrich Heller zum Kreisbrandmeister ernannt. Ein erfolgreiches halbes Jahrhundert hat der Jubilar hinter sich gebracht. Und so darf man Heinrich Heller, der im besten Mannesalter steht, noch manches Jahr in gleicher Gesundheit und Schaffenskraft für sich selbst und für seine bedeutungsvolle Aufgabe wünschen! Zu seinem heutigen Ehrentage werden ihm zahlreiche Glückwünsche mit der Anerkennung für seine großen öffentlichen Verdienste zugehen und die hiesige Feuerwehr wird es sich nicht nehmen lassen, den Jubilar in besonderer Weise zu ehren. Auch wir schließen uns diesen Glückwünschen an. Die gesamte Bevölkerung des Kreises Olpe aber dankt dem Jubilar herzlich für das in ihrem Interesse und zu ihrem Schutze bisher Geleistete! Der Geräte-Wettkampf der Turner aus Holland(W. I. K. Den Haag) gegen den Turnverein Attendorn 1000 findet heute in der Schützenhalle statt. Die Turnerinnen treten um 16 Uhr und die Turner um 19.30 Uhr an. Die ausländischen Turner unternahmen inzwischen Wanderungen in die Umgebung von Attendorn. Sie sind begeistert iiber die Schönheiten unserer Heimat. Die Krankentransportstation wurde im Monat Juli zu 259 Fahrten herangezogen. Wallfahrt nach Werl Altenhundem. Nahezu 60 Mitglieder des kath. Frauenbundes und des Müttervereins bestiegen in der Frühe des Mittwochs den großen Reiseomnibus, der sie zu einer Wallfahrt nach Werl brachte. Hier nahmen sie vormittags am Hochamt und nachmittags an der Andacht teil. Auf der Rückfahrt wurde noch kurze Erholungsrast gemacht. In den frühen Abendstunden landete man wieder im Heimatort. Geburtstagskinder. Ottilie Fricke geb. Schmidt, Kampstraße, wird heute 75 Jahre und Martha Heinisch geb. Hauck, Kehlberg, 74 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Die VdK-Ortsgruppe veranstaltet morgen eine Omnibusfahrt. Aus diesem Grunde ist bereits um 5 Uhr in der Franziskanerkirche eine hl. Messe. Abfahrt 5.45 Uhr ab Marktplatz. Totenglocke. Im Alter von 63 Jahren verstarb Wilhelm Jüntgen, wohnhaft Grünerweg. R. i. p. Stromversorgung der entlegensten Orte Umfangreiche Maßnahmen der EWS im Kreise Olpe Meggen. Das Elektrizitätswerk„Siegerland“ versorgt bekanntlich den östlichen Teil des Kreises Olpe mit elektrischer Energie; ferner mit einer 50 000 Voltleitung zum Teil auch das westliche Gebiet des Kreises Olpe und zwar über die Transformatorenstation in Ahausen bei Heggen. bach zu einem Ring verbunden werden. Im Störungsfalle ist bekanntlich eine Ringverbindung von besonderer Bedeutung, da durch schnelles Umschalten die Versorgung mit Strom nur für kurze Zeit unterbrochen wird. Im hiesigen Umspannwerk des EWS wird der Strom von 50 000 Volt auf 10 000 Volt über eine erst kürzlich aufgestellte Großanlage transformiert. Die Weiterleitung des Stromes geht über Kabel und Freileitungen bis in die entlegensten Ortschaften des Versorgungsgebietes. Praktisch steht daher jedem Stromabnehmer die Energie, die er benötigt, in ausreichender Menge zur Verfügung. Der Energiebedarf, so wurde uns bei einer Besichtigung der hiesigen Anlage erklärt, ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen, während der Ausbau des Versorgungsnetzes mit dieser Entwicklung aus zeitbedingten Gründen zunächst nicht Schritt halten konnte. Alle noch vorhandenen Gleichstromnetze sollen im Laufe der Zeit auf Wechselstrom umgestellt werden. Diese Umstellung für das Ortsnetz Altenhundem erfolgte bereits. Die Umstellungsarbeiten in Grevenbrück werden nunmehr auslaufen u. in Theten aufgenommen werden. Für die Orte Melbecke, Obernielbecke, Hespecke und Sporke wurde zu diesem Zweck von Trockenbrück aus eine 4,5 Kilometer lange 10 000-Volt-Leitung gebaut. Auch die Ortsnetze der genannten Ortschaften werden demnächst vollkommen neu angelegt, so daß bereits Ende dieses Jahres die unwirtschaftliche Gleichstromversorgung aufhören wird. völkerung begrüßt und dabei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß diese Jugend, die sich über Ländergrenzen hinweg kennenlernt und Freundschaften anknüpft, später sicherlich Garant und Hüter eines dauerhaften Friedens unter den Völkern werden wird. Im Namen der Stadtvertretung und der Bevölkerung von Olpe wünsche ich Ihnen und Ihrer Stadt von Herzen alles Gute und grüße Sie als Ihr ergebener gez. Ignatz Müller, Bürgermeister.“ Augenblicklich wird aber das nördl1che Gebiet des EWS in seiner Stromversorgung auf einen modernen Stand gebracht. Neue Hochspannungsleitungen werden gebaut; so von Meggen nach Halberbracht und von dort weiter über Ernestus nach Burbecke, wo überall neue Trafostationen errichtet werden. Die Leitung nach Oberelspe soll als Ringleitung weitergeführt werden, wo sie den Anschluß an das 10 000-Volt-Kabel des Elspetales finden wird. Darüber hinaus müssen an sämtlichen Ortsnetzen laufend die notwendigen Verstärkungs- und Ueberholungsarbeiten durchgeführt werden, um diese auf einem leistungsfähigen Stand zu halten. Das EWS ist, wie man uns versicherte, bemüht, alle seine Abnehmer stets zufrieden zu stellen, so daß jeder Haushalt in die Lage versetzt wird, elektrische Energie zu verwenden. Außerdem wird eine 10 000-Volt-Leitung von der Ortschaft Wirme bei Brachthausen über Emlinghausen, Berghof, Flape und Kirchhundem gebaut, um auch dort eine Rinsverbindung ins Hundemtal und nach Hofolpe hin zu schließen. Die Leitungskabel im Hundem- bezw. Lennetal sind augenblicklich noch sog. Stichkabel, deren Enden jedoch durch eine Verbindungsleitung zwischen Selbecke über Stelborn und Alpenvereinshaus MilchenSuchsi Du elwas, denksi Du nach denkst Du gleich an Meuzevack 4 R 1 An Hundem und Lenne Kurzberichte aus Beitragsrückgewährung beim Deutschen Ring Kreis Olpe. Der„Deutsche Ring“, Krankenversicherungsverein, bringt in diesen Tagen insgesamt 1,2 Millionen DM als Beitragsrückgewähr zur Auszahlung. Einzelmitglieder erhalten drei Monatsbeiträge, Ehepaare vier Monatsbeiträge zurück. Der Deutsche Ring zählt mit 480 000 Versicherten und einer Beitragseinnahme von über 30 Millionen DM zu den größten Unternehmungen der privaten Krankenversicherung. Fußgänger wurde angefahren Drolshagen. Am 4. August wurde um 21 Uhr auf der Bundesstraße nach Hützemert der Fußgänger Anton Gamalla aus Wegeringhausen von einem Motorradler von hinten angefahren. Fußgänger und Fahrer wurden verletzt; Gamalla trug u. a. einen Beinbruch davon. Das Motorrad wurde beschädigt. Die Verletzten wurden von einem vorbeikommenden Lastzug aufgenommen und nach Meinerzhagen gebracht, wo sie der Polizei übergeben wurden. Der verletzte Gamalla mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Anhänger löste sich Petersburg. Als sich von einem Holzfahrzeug der Anhänger löste, wurde ein alter Mann davon erfaßt und verletzt. Er mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Heid feiert Schützenfest Heid. Am Wochenende werden die Schützenfreunde das letzte Schützenfest Im Amte Wenden, das Fest des St. Antonius-Schützenvereins Heid, aufsuchen, um noch einmal frohe Schützentage mitzuerleben. Das Fest wird in althergebrachter Weise gefeiert. Am Samstagnachmittag findet das Vogelschießen statt; anschließend folgen Konzert und Tanz auf dem Festplatz, zu denen der Musikverein Elspe aufspielt. Die Festwirtschaft hat Valpertz, Iseringhausen, übernommen. So ist für die Verpflegung und Unterhaltung aller Gäste bestens gesorgt. Am Sonntag ist um 8 Uhr Schützenhochamt, danach Gefallenenehrung. Um 15 Uhr wird zum Festzug angetreten. Mit der Königspolonaise geht es dann fröhlich weiter. Konzert und Tanz beendigen auch den zweiten Tag der Schützen. Möge das Fest in allen Teilen einen recht frohen und stimmungsvollen Verlauf nehmen. Wenn es obendrein noch der Wettergott gut mit den Heider Schützen meint, dann werden wohl alle, auch die erwarteten auswärtigen Festteilnehmer, restlos zufriedengestellt werden. dem Kreise Olpe Aepfel wird auf 38.2 kg gegen 28,2 kg im letzten Jahr geschätzt. Eine besonders reiche Apfelernte erwartet man in BadenWürttemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Etwas größer als im Vorjahr sind voraussichtlich die Erträge in Hamburg und Nordrhein-Westfalen. In SchleswigHolstein und Niedersachsen rechnet man mit einer nur geringfügig größeren Ernte. Die höchsten Baumerträge werden aus den Kreisen Stade, Elbmarschen und Bodenseegebiet gemeldet. Für Birnen rechet man mit Minderertrö en in BadenWürttemberg. Rheinland-Pfalz und Bayern. Etwa die gleichen oder etwas höhere Erträge als im letzten Jahr werden wahrscheinlich Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hessen und Niedersachsen haben d Neues Jugendheim Schönau. Die Grundsteinlegung für die neue Kirche und das neue Jugendheim für die Kapellengemeinde Schönau-Altenwenden findet am Sonntag um 15 Uhr statt. HEIMATSPORT Freundschaftsspiele SpVg Olpe— SV Netphen Zwei alte Bekannte, die in den Punktespielen der Siegerlandstaffel immer interssante und an Höhepunkten reiche Kämpfe zu verzeichnen hatten. Auch in Freundschaftsspielen wurden die Zuschauer nicht enttäuscht. Auf dem Kreuzberg kann auch morgen wieder ein Maßstab angelegt werden, mit weichen Chancen die Mannschaften in die kommende Meisterschaft gehen. FC Langenei— Spfr. Niederwenigern Eine spielstarke Kreisklassen-Mannschaft aus dem Kreise Essen ist in Langenei und verbindet mit dem Freundschaftsspiel gleichzeitig einen Ausflug ins Sauerland. Spieler aus dem Ruhrgebiet sind überhaupt häufig im Hundemtal und haben bisher nicht enttäuscht. Langenei wartet mit einer Mannschaft, auf die den „letzten Schliff“ für den Beginn der Saison 1953/54 erhalten soll.— Das Vorspiel bestreiten die Reservemannschaften. FC Altenhof— RW Hünsborn Nachbarschaft verpflichtet! Unter dieser Devise steht auch am Sonntag das Freundschaftsspiel der beiden heimischen Vertreter in der Siegerlandstaffel. Die Sportfreunde aus dem Wendener Land werden dem Vergleichskampf das Interesse nicht versagen. Anstoß 15.30 Uhr.— Vorher spielen die Reserven. Jungtauben starten Grevenbrück. Am morgigen Sonntag fäßt der Brieftaubenzüchterverein„Sauerland“ nunmehr die Jungtauben zum Vorflug ab Gießen starten. Der erste Preisflug für Jungtauben ist am 15. August ab Friedberg(Hessen). Am 22. August fliegen die Tiere ab Hanau und am 29. August ab Aschaffenburg. Am 5. September soll der Preisflug ab Würzburg stattfinden und am 12. September der letzte Flug ab Würzburg II. Auf den einzelnen Flügen werden mehrere 3-Serien ausgeflogen, so ab Aschaffenburg und Würzburg II um je zwei Silberplaketten. Aber schon auf den Flügen ab Friedberg, Hanau und Würzburg werden diese 3-Serien ausgeflogen. Reisevereinsmeister wird wie bei den Alttieren auch bei den Jungtauben der Besitzer der fünf besten Tauben. Grevenbrück. Die SGV-Abteilung wandert am Sonntag in die Rüspe. Treffpunkt gegen 11 Uhr am Bahnhof. Grevenbrück. Die Haushaltssatzung für 1954 liegt bis 9. August auf Zimmer 14 der Amtsverwaltung öffentlich aus. Grevenbrück. Am Donnerstag trat der vom Kreisvertriebenenbeirat bestellte Amtsflüchtlings- und Vertriebenenbeirat des Amtes Bilstein zu seiner ersten Sitzung zusammen. Grevenbrück. Die Gemeinde will für das laufende Rechnungsjahr einen außerordentlichen Haushaltsplan aufstellen. Maumke. Der Schützenverein St. Sebastian e. V. bittet die Bewohner des Ortes, an allen drei Schützenfesttagen vom 7. bis 9. August ihre Häuser zu beflaggen. Maumke. Der vor wenigen Wochen gegründete Jugendchor der kath. Pfarrgemeinde, den Lehrer Beckmann leitet, zählt bereits 40 Mitglieder. Meggen. Der neue Leiter der kath. Volksschule, Rektor Heinemann, ist unter der Rufnummer 416 an das Ortsfernsprechamt Grevenbrück angeschlossen. Meggen. Heute hält der Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten im GastFILMSCHAU Olpe:„Frauenraub in Marokko“;„Mit eiserner Faust“ Attendorn:„Komm zurück“;„Im Reiche des goldenen Kondor“ Grevenbrück:„Blume von Hawaii“;„Gefährliche Jagd“ Altenhundem:„Rosen-Resli“ Kirchhundem:„Südliche Nächte“;„Die Dschungelgöttin“ Meggen:„Untergang der Titanic“;„Das war unser Rommel“ Meschede:„Eine Frau von heute“ Fredeburg:„Schlagerparade“ Bestwig:„Hochzeitsglocken“ Siegen:„Konsul Strotthoff“(Apollo);„Der Arzt und das Mädchen“(Central);„Marihuana“(Charlotten);„Rosen aus dem Süden“(Roland) hof Vetter ab 19 Uhr eine Beratungsstunde ab; anschließend ist Versammlung. Meggen. 45 Jungen der kath. Pfarrjugend Dortmund-Suitbertus statteten am Mittwoch Vikar Böger einen Besuch ab. Sie wanderten dann weiter ins Veischedetal, wo sie ein 14tägiges Zeltlager beziehen. Meggen. Die dem Schützenverein gestohlenen Degen konnten von der Polizei wieder herbeigschafft werden. Die Angelegenheit soll für die Täter noch ein gerichtliches Nachspiel haben Eisenbahnstrecke Altenhundem— Erndtebrück Altenhundem. Die Geschäftsführung der Industrie- und Handelskammer Siegen ist erneut bei dem Präsidenten der Bundesbahndirektion Wuppertal, Herrn Wintgen, wegen der Wiederherstellung der Eisenbahnstrecke Altenhundem—Erndtebrück vorstellig geworden. Der Präsident hofft, daß die Kosten- und Rentabilitätsrechnungen seiner Direktion im Laufe des September abgeschlossen werden können. Es werden dann neue Verhandlungen stattfinden. Die Kammer wird sich für die Wiederherstellung der Strecke weiterhin energisch einsetzen. Es ging an die Lahn Altenhundem-Meggen. Die Sänger des ev. Kirchenchores Altenhundem-Meggen unternahmen einen schönen Ausflug zur Lahn. Schon in aller Frühe ging es mit dem großen Reiseomnibus über Rhein-Weserturm bis Laasphe, wo die Sänger einen Morgengruß entboten. Es ging weiter bis Leidenhofen. Hier verschönerte der Kirchenchor den Gottesdienst mit seinem Gesang. Nach dem Mittagessen fuhr die Sängerschar nach Marburg, wo man die Sehenswürdigkeiten besichtigte. Auf der Rückfahrt wurde noch in Battenberg Halt gemacht. Altenhundem. Die Sprechstunde des VdK fällt am Dienstag, derr'10. August, aus. Heute beginnt das Schützenfest Kirchhundem. Heute beginnen die drei frohen Schützenfesttage mit dem Antreten der Schützen um 19.30 Uhr zum Aufsetzen des Vogels. Anschließend ist in der Festhalle Konzert des Deisenroth“schen Orchesters. Sonntagmorgen treten die Schützen um 11 Uhr zur Gefallenenchrung an. Danach ist Platzkonzert. Nachmittags folgen Festzug, Konzert und Tanz und um Mitternacht ist großer Zapfenstreich am Platz bei der Kreuzung. Nach der Schützenmesse am Montagmorgen geht es zur Vogelstange. Ein froher Frühschoppen schließt sich an und dann herrscht nach dem Festzug und Abholung des neuen Königspaares wieder frohes Leben und Treiben in der Festhalle. Gottesdienste Sonntag, den 8. August Katholischer Gottesdienst St. Martinus-Pfarrei Olne: 6 Uhr, 6.45 Uhr und 8 Uhr hl. Messen; 9 Uhr Schulmesse; 10 Uhr Hochamt; 11.15 Uhr letzte hl. Messe. 14 Uhr und 20 Uhr Andacht.— Auf den Beginn der religiösen Woche in Olpe ist an anderer Stelle in unserer heutigen Ausgabe näher hingewiesen. Ev. Gottesdienst Olne: 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, 10.45 Uhr Kindergottesdienst, 15 Uhr Gottesdienst in Heid.— Mittwoch: 15 Uhr Frauenhilfe Rothemühle-Brün-Heid in Heid (Neue Schule).— Donnerstag: 15 Uhr Frauenhilfe Drolshagen(St. Johannes-Kapelle). Attendorn: 9.30 Uhr Gottesdienst, 11 Uhr Kindergottesdienst; in Papiermühle 13.30 Uhr Kindergottesdienst, 14.30 Uhr Gottesdienst.— Mittwoch: 20 Uhr Bibelstunde in Biggen. Grevenbrück. 8 Uhr(eine Stunde früher als üblich) Gottesdienst mit Pastor Rohde, Finnentrop; 9.15 Uhr Kindergottesdienst. In Bilstein in der Dorfkirche um 15.15 Uhr Gottesdienst(Pastor Rohde, Finnentrop). In Grevenbrück ist kein Gottesdienst. Altenhundem. 9.30 Uhr Altenhundem. 10.45 Uhr Kindergottesdienst, 15 Uhr in Oedingen, 17 Uhr in Hofolpe, 8.30 Uhr in Maumke, 10 Uhr in Lutrop, 13.30 Uhr in Saalhausen, 15 Uhr in Langenei. Aerztliche Vertretung Sonntag, 8. Aug., in Olpe: H. Fertmann, Auf der Fohrt(Telefon 640). Die Vertretung beginnt bei Verhinderung des Hausarztes am Samstag um 13 Uhr und endigt am Montag um 7 Uhr. Bereitschaftsdienst der Apotheken Dienstbereit ist in Olpe sonntags und nachts ab Samstag, dem 7. Juli, 19 Uhr, die Adler-Apotheke(Telefon 433). Termin-Listen werden erstellt Kreis Olpe. Am Montag werden die Terminlisten der Kreisklasse erstellt. Die Vereine werden letztmalig gebeten, interne Veranstaltungen, die bereits geplant, aber noch nicht gemeldet sind, sofort dem Kreisvorsitzenden fernmündlich zu melden (Olpe 345). Meldungen von ReserveMannschaften sind ebenfalls abzugeben. Spätere Wünsche der Vereine können in Anbetracht der reibungslosen Durchführung der Punktespiele nicht mehr berücksichtigt werden. Seit 170 Jahren Welschen Ennest. Auf ein 170jähriges Bestehen kann die Weingroßhandlung Gebrüder Limper zurückblicken. In der Bilsteiner Fuhrmannsgilde fuhren durch Jahrhunderte die Limper's aus Welschen Ennest auf den alten Handelsstraßen zwischen Rhein und Weser Kaufmannsgut, Tabak und Wein. Im Jahre 1784 gründete Damian Limper mit seinen Brüdern die Firma, die sich in 170 Jahren Ruf und Anerkennung erwarb. Mehr Aepfel— weniger Birnen Kreis Olpe. Nach den Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes über die voraussichtliche Ernte an Aepfel und Birnen nach dem Stande vom Monat Juli kann in diesem Jahr mit einer guten Apfelernte gerechnet werden. Dagegen wird die Birnenernte voraussichtlich geringer sein als im Vorjahr. Der Baumertrag für TuS Drolshagen— Alem. Dortmund Eine weitere Mannschaft aus dem Ruhrgebiet ist in Drolshagen zu Gast. Die Elf aus der Metropole am Hellweg spielt in der Bezirksklasse. Auf dem Sportplatz „Buscheid“ müssen sich die Einheimischen schon groß in Szene setzen, um ein achtbares Ergebnis herauszuholen.— Das Spiel findet bereits heute nachmittag statt. Wir kaufen saubere Weintlaschen Schnapsflaschen, sowie groBe und kleine Sektflaschen. Drogerie Frerichmann- Olpe Möbl. Limmer an berufstätigen Herrn zu vermieten. Zu erfragen unt. Nr. 1849 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. 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Während dieser Zeit und auch nachmittags von 17 bis 18 Uhr sind wir telefonisch unter Nr. 241 für die Aufgabe von Anzeigen zu erreichen. Unsere werktägliche Geschäftszeit ist begrenzt von 8 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr; Samstags von 8 bis 13 Uhr Sauerländisches Volksblatt LPE Frankfurter Straße 16 „Kredite bis zu 2000,— DM werden laufend an alle Lohn- und Gehaltsempfänger zum Kauf von Möbeln und Polstermöbeln ausgegeben. Anfragen an Rumpen& Co., Einrichtungshaus, Hamburg 36, Neuer Wall 41“ Großversteigerung! Kraftfahrzeuge aller Art. Auto-Veiling, Ruhrschnellweg, Wattenscheid, Tel. 8795, nächsten Mittwoch 11 bis 19 Uhr. Große Ausstellungshalle. Bargeld lacht- Verstelgerung Ihres Kfz. durch Au to-Veiling. Ruhrschnellweg Wattenscheid Tel. 1795 Gebrauchte Bandsäge sowie Hobelbank günstig zu verkaufen. Josef Häner Stellmachermeister Gerlingen Dipl.-Ing. in leit. Stellung, 41 J., wünscht Heirat durch Eheanbahnungs-Institut FRAU DOROTHEA ROMBA, Dortmund, Wilhelmstraße 76- Ruf 21 984 Iwangsverstelgerung Am 9. August, 10 Uhr werden in der Garage des Finanzamtsgebäudes in Olpe folgende Gegenstände meistbietend gegen Barzahlung öffentlich verstelgert: 7 Mantel- und Anzugstoffe 1 Klavier 2 Photoapparate 1 Kühlschrank 4 Radioapparate 1 Polstersesse) 1 Oberfräse O1pe. den 6. August 1954 Finanzamt Olpe Geht's sparsamer? Geht's weisser? BOTIL hilft doppelt sparen: 1. durch kleinen Preis und große Waschkraft, 2. durch wirkliches Schonen der Wäsche. BOTIL mit der grossen Waschkraft DAIII.WERKE SIOIBERG/RNID. Normalpaket 45Pf. Doppelpaket 85Pf. FÄSSER für Most, Säfte, Wein, Obst, aus Kastanien- oder Eichenholz, 30 bis 700 Ltr., reparaturfrei, à DM—,05 bis—,15 je Ltr. Inhalt, sofort lieferbar, abzugeben. Anfragen unter Nr. 1846 an Sauerl. Volksblatt Olpe. 00 Ankordel am Lager. MONNEI andere Marken. sowi anderen Instrum Farbkatalog BEQUEME TEILZAN sseldert, Hältens größtes Musikvorsen grobres Muslkverse besucht Sie auf Wunsch mit Auswahls Klug ausgesuchte Kleinigkeiten Kein Kleid wirkt für sich allein. Es braucht das modische Zubehör als Rahmen und Blickfang. Das kann eine originelle kleine Schmucknadel, das können elegante Schuhe sein. Sie sind unentbehrlich für die Harmonie des äußeren Eindrucks. Jdem älteren Kleid, jedem schlichten Pullover und Rock können sie eine überraschende neue Note verleihen. Modische Kleinigkeiten können billig sein, ohne so zu wirken, und sie können ebensoviel oder mehr kosten als ein ganzes Kleid, ohne daß man es ihnen ansieht. Alle gutangezogenen Frauen nehmen sich für den Einkauf der Schuhe, der Handschuhe und der Handtasche, des Modeschmucks oder eines winzigen Krägelchens ebensoviel Zeit wie bei der Auswahl des neuen Kostüms. Tun Sie es auch, es lohnt sich! Da sind zuerst einmal die Handschuhe, die man auch an heißen Sommertagen überstreift. Sie brauchen nicht aus Leder zu sein, müssen aber immer farblich mit dem Kleid, Komplet oder Kostüm übereinstimmen. Man kann sie aus dem Stoff des Kleides, aus schwarzer oder weißer Spitze selbst nähen, mit langen Stulpen, Rüschen und sogar einer reizenden Stickerei versehen, in der sich das Motiv des Kleidschmucks wiederholt. Die meisten unserer schlichten einfarbigen Kleider und Pullis verlangen gebieterisch nach einer Aufhellung, einem belebenden Schmuck. Wie leicht läßt sich mit Hilfe einer Kette nebst passendem Öhrgehänge das Vormittagskleid so verwandeln, daß es einer festlichen Stunde angemessen ist. Der Schmuck braucht nicht aus Gold und Silber zu sein— Modeschmuck aus Metall oder Porzellan, aus gefärbtem Viskosegummi oder präpariertem Naturmaterial betont die sommerliche Buntheit. Zum strenggeschnittenen Kostüm wird man natürlich eine Ledertasche tragen. Wie wär’s mit einem weichen Wildlederbeutel mit Bambusgriff? Zu den luftigen Strand- und Waschkleidern, den bunten Röcken und hellen Blusen kann man sich dagegen unbesorgt ein winziges Köfferchen aus Plastik über den Arm hängen, vielleicht uch ein langgezogenes Körbchen aus Weiden- oder Strohgeflecht. Zu einem Prinzeßkleid, das die Erinnerung an die Biedermeierzeit wachruft, würde ein zur Handtasche avanciertes Handarbeitskörbchen recht gut stehen. 21 Ein Wort an überängstliche Mütter: Mehr Vertrauen zur Natur! Sie sind gar nicht so extravagant, wie sie auf den ersten Blick vielleicht erscheinen, diese hellen, bunten Schirmchen mit den interessant geschwungenen Griffen. Einen Sonnenschirm trug schon die Großmama, und sie wußte ihn graziös zu handhaben. Damals waren die Schirme rund, heute sind sie auch oval oder sogar viereckig. Für die durchsichtigen Sommerkleider mit den großen Dekolletés und den schwingenden Röcken sind sie eine scharmante Ergänzung. Farbig, sehr farbig sind die Schuhe dieses Sommers. Wer sich das empfindliche Weiß nun endlich übergetragen hat, kann in gelben, roten, maisfarbenen oder grünen, hellblauen oder altrosa Sandalen laufen. Hochhackige Pantöffelchen sind ebenso schick wie die saloppen Slipperformen, mit denen die Zeltfrau zum Champing fährt. Sogar Schuhe mit Nylonspitze gibt es— die Füße haben es gut in diesem Sommer. * Zum Schluß noch einen Blick auf die echten Winzigkeiten, die Schleifen und Schleifchen, Blütentuffs und Blüten, die zarten Kragen und Krägelchen. Sie können einem älteren Kleid neuen Glanz schenken und machen eine strenge Bluse zärtlicher. Probieren Sie einmal aus, wieviel Licht von einem zarten Batistkragen auf das Gesicht fällt. Vielleicht werden Sie sogar die Frisur ändern, wenn Sie einen Kragen aus grober Spachtelspitze auf das schlichte Tageskleid heften. Entdecken Sie den Reiz der modischen Kleinigkeiten und verwenden Sie klug die kleinen Dinge— am richtigen Platz und zur richtigen Stunde. LEBENSKUNSI am Frühstückstisch Nur ein Rezept: Den Tag immer mit einer Freude für den anderen beginnen Wandbilder muß man pflegen! Oas Staubtuch allein genügt nicht immer Der Feind unserer Bilder ist der Neubau, dessen Wände noch nicht ausgetrocknet sind. Darum fügt man zwischen Wand und Bild einen Korken ein, damit die Luft hindurchstreichen kann und das Bild sich nicht wirft. * Ungepflegte Bi'der mit Fliegenflecken und Fingerabdrücken werfen ein schlechtes Licht auf die Hausfrau. * Zur täglichen Säuberung benutze man das einwandfreie fettlose Staubtuch, wische damit Bilderglas und Rahmen ab. Wöchentlich einmal ist es ratsam, die Glasscheiben mit einem feuchten Fensterleder kräftig abzureiben. Nur strichweise, nicht rundum wischen! Das Nachreiben erübrigt sich dann. Anläßlich der Stöberei werden die Bilder, auch die großen, von der Wand genommen, von rückwärts feucht gesäubert, wobei man gleichzeitig die Nägel auf ihre Festigkeit hin prüfen sollte. * Polierte Rahmen benötigen im allgemeinen nur das Staubtuch zur großen Reinigung. Petroleum, Terpentin usw. schaden der Politur. * Goldrahmen müssen, falls geschnitzt, zunächst mit einem weichen Pinsel vom Staub befreit werden. Dann reibt man sie lose mit einem in Essig getränkten Schwamm ab. Einige Minuten später wird mit kaltem Wasser nachgespült und mit weichem Tuch trockengerieben * Daß Bilder in Augenhöhe angebracht werden sollen, also nicht zu hoch, gebietet der gute Geschmack, ebenso wie er das Überladen der Wände verbietet. Nichts gegen die moderne Hygiene! Ihr haben wir den überwältigenden Rückgang der Säuglingssterblichkeit zu verdanken, sie hat das Wochenbettfieber und die Ausbreitung von Seuchen über ganze Kontinente zum Stillstand gebracht. Aber lassen wir doch die Bazillenfurcht nicht ausarten, züchten wir doch nicht künstlich die Anfälligkeit zu Krankheiten heran. Wie viele Mütter gibt es, die aus lauter Sorge um ihre Lieblinge die Widerstandskraft des gesunden, menschlichen Körpers unterschätzen. Habt doch ein wenig mehr Vertrauen zur Natur! Hat sie Euer Kind so schön und gesund zur Welt kommen lassen, so hat sie ihm auch die Fähigkeit mitgegeben, in dieser Welt zu bestehen: die Luft dieser Welt zu atmen, Kosmetischer Unterricht für Negerinnen In Paris sind 179 Negerinnen aus den Vereinigten Staaten angekommen, die als„Studentinnen der Kosmetik“ praktischen Unterricht in den berühmtesten Schönheitsinstituten und bei den bekanntesten Friseuren der französischen Hauptstadt nehmen werden. Selbst die im allgemeinen sehr strenge Universität von Paris, die ehrwürdige Sorbonne, hat theoretische Kurse für Kosmetik eingerichtet. Die Negerinnen können spezielle Vorlesungen hören über die Geschichte der Schönheitspflege von den alten Babyloniern bis zur modernen kosmetischen Chirurgie. das Wasser dieser Welt zu trinken und mit den Bazillen dieser Welt fertig zu werden. Laßt die Reaktionsfähigkeit des kleinen Körpers nicht erlahmen; gebt ihr Gelegenheit zur Ausübung. Sie schwindet sonst dahin, wie ein Muskel lahm und kraftlos wird, der nur drei Wochen nicht bewegt wird. Immer wieder hört man von überängstlichen Müttern:„Ich weiß nicht, anderer Leute Kinder, die sie nicht halb soviel in acht nehmen, wie unsereiner, sind nie krank und unser Kind...“ Ja, eben, deshalb! Zieht Eure Babys nicht zu warm an! Auch ganz vernünftige Mütter versagen in diesem Punkt. Da liegen sie dann, die armen, kleinen Würmchen, blaß, verschwitzt und ganz ermattet von der Anstrengung, die der Körper machen muß, um seine Temperatur auf 37 Grad zu halten, im überhitzten Zimmer, dick bekleidet und dazu noch wollig zugedeckt. Zieht das Kindchen nicht dicker an, als ihr selbst angezogen seid: der kindliche Kreislauf funktioniert ebensogut, ja besser als Was auch immer die Mode ge- und verbieten mag, sie läßt uns die Hemdbluse: korrebt. scharmant und unentbehrlich. der des Erwachsenen. Nur in den ersten drei Lebensmonaten, wenn das Baby noch ruhig liegt, braucht es mehr Wärme. Dafür genügt aber schon normale Zimmertemperatur, eine leichte Wolldecke bis unter die Arme gebreitet oder ein ganz dünnes Deckbettchen. Der beste Maßstab für die richtige Temperatur ist der Säugling selbst. Fühlt mit den Lippen seine Bäckchen und Händchen, ob sie warm genug sind. Und dann im Freien! Habt doch nicht Angst vor jedem Windhauch und jedem Regentropfen. Regenluft ist immer noch besser als Zimmerluft. Große Fehler werden auch mit den Ohren gemacht. Bis tief in den Sommer hinein sind sie in Wollhäubchen verpackt. Nie darf ein Lüftchen sie berühren. Kein Wunder, daß beim ersten Windhauch die Mittelohrentzündung da ist. Deshalb: Härtet eure Kinder ab! Und zwar beizeiten. Wärmt für das gesunde Baby keine Jäckchen vor und tragt das Kind ruhig über den kalten Gang, ohne ihm für die paar Schritte gleich etwas überzuhängen. Wascht das Hinterteilchen nur mit kaltem Wasser. Wenn das Baby auch ein bißchen meckert, bald zuckt es nicht mehr mit der Wimper. Kaltes Wasser entfettet die Haut nicht und erhält die ihr eigenen Schutzstoffe. Es regt den Kreislauf an und kräftigt: also eine Kneippkur im Kleinen. Solche Maßnahmen haben nichts mit Spartanismus zu tun und kommen auch nur für gesunde Babys in Frage. Sie behüten unser Kind vor Anfälligkeit und all den kleinen Wehwehchen, unter denen die ängstlich bewachten und verwöhnten Kinder zu leiden haben. Das wäre nicht nur betrüblich, sondern auch der Rede wert. Wir wollen das Problem— auf ärztlichen Rat hin— von einer neuen Seite betrachten. Also: Warum werden wir dicker?— Weil wir zu viel essen. Warum essen wir zu viel?— Weil wir Hunger haben. Warum haben wir Hunger?— Bei gesunden Menschen entsteht das Hungergefühl durch einen Mangel an Zucker im Blut. Welches ist das schnellste und sicherste Mittel, das„Zuckerniveau“ zu heben? — Der Zucker— ganz einfach. Soweit wäre alles logisch und klar. Die neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Ernährungslehre klären uns tatsächlich darüber auf, daß wir auf dieser Basis die Möglichkeit haben, unseren Appetit— und damit unser Gewicht— zu kontrollieren. Wenn das Blut nicht mehr genug Zucker enthält, spüren wir das Bedürfnis, zu essen. Sobald dieser Mangel ausgeglichen ist, schwindet das Hungergefühl. Diese Erkenntnis scheint von großer Bedeutung für alle, die um ihre„schlanke Linie“ besorgt sein müssen. Es liegt bei uns, den Zuckergehalt des Blutes auf einem normalen Stand zu halten und dadurch jederzeit unseren launenhaften Appetit zu bändigen: wir brauchen in solchen Augenblicken nur ein zuckerhaltiges Nahrungsmittel zu essen oder zu trinken. Der Zucker wird sofort vom Blut zu Energie verarbeitet— viel schneller und gründlicher als irgendein anderes Nahrungsmittel. Das ist eine besondere Fähigkeit, die den Zucker berechtigt, die Rolle des„Hungerregulators“ in unserem Organismus zu spielen. Eine viel längere Zeitspanne und viel größere Mengen an Nahrungsmitteln sind erforderlich, um— wenn wir den Zucker ausschalten— den unwiderstehlichen Wunsch,„schnell etwas zu essen“. verschwinden zu lassen. Das heißt mit anderen Worten, daß ein einfaches Stück Zucker(das nicht mehr Unserer Zeit droht einer neuer, schmerzlicher, nicht wieder zu ersetzender Verlust: Das Frühstück ist in Gefahr! Das gemeinsame Frühstück vor allem, ohne das weder unsere Gemeinsamkeit noch der Tag selber einen richtigen Anfang finden können. Diesem, angeblich zeitbedingten, Übelstand gilt es, durch ein bißchen Lebenskunst am Frühstückstisch abzuhelfen. Es ist im Grunde alles ganz einfach— bitte überzeugen Sie sich selber(und machen Sie dann ruhig auch die Probe aufs Exempel!): Für Verliebte ist die Lebenskunst am Frühstückstisch keine Frage. Erinnern Sie sich noch daran? War das ein Fest, als man morgens zusammen in der Sonne auf der Terrasse des kleinen Gasthofs saß und als 18 Kalorien enthält), das Hungergefühl in gleichem Maße verringert, wie ein Nahrungsmittelquantum mit einem Kalorienwert von 100. Eine leichte Mahlzeit, die Sie durch einen zuckerhaltigen Nachtisch abrunden, richtet also gegen den Hunger ebensoviel aus wie ein reichhaltiges Essen, dem dieser Zusatz fehlt. Wenn der Mensch— und auch die Tiere - Zucker und Süßigkeiten so besonders herzlich lieben, so ist das nicht nur Geschmacksache— eine Sache des Gaumens also. Der Organismus meldet— auf mehr oder weniger diskrete Weise— seine Bedürfnisse. So reinigt man Holzgerät Holzgegenstände für den Küchengebrauch werden meistens aus harten, einheimischen Hölzern, also aus Ahorn oder Buche, hergestellt. Nur die großen Nudelbretter machen eine Ausnahme, Alles Holzgerät darf nur lauwarm, niemals heiß gewaschen werden. Die Hitze öffnet nämlich die Poren, so daß die Schmutzteilchen eindringen können. Seife zieht ebenfalls in das Holz ein und verdirbt dann den Geschmack der Nahrungsmittel, mit denen die Gegenstände in Berührung kommen. Natürlich wird die Hausfrau auch nicht gerade den hölzernen Löffel im Rotkohl stecken lassen, der auf dem Herd schmort. Bei der Reinigung von Holzgerät setzt man dem Wasser ein schmu zlösendes Mittel zu. Außerdem kann man eine Bürste und ganz feines Scheuerpulver benutzen. Soda darf nicht verwendet werden, denn es macht die Gegenstände grau. Man bürstet das Holz mit der Maserung, damit es nicht rauh wird, und spült tüchtig nach, um allen Scheuersand zu entfernen. Holzgerät soll an der Luft trocknen. Stellt man es feucht in den Schrank, so bekommt es Stockflecke und nimmt einen muffigen Geruch an. Am warmen Ofen darf man die Holzsachen nicht trocknen, weil sie sich dann werfen. die dicke Wirtin den duftenden Kaffee auftrug. Und die knusprigen Brötchen. Und die leckere Butter. Und das heiße, wachsweich gekochte Ei, an dem man sich die Finger verbrannte, ehe man es kunstgerecht köpfte. Wie das schmeckte! Und gegenüber ER. Und gegenüber SIE. Und ab und zu ein zärtliches Streicheln, nur so darüber hingehuscht wie ein Schmetterling über die Blumen in der schmalen Vase auf dem Tisch. Und dann die Zigarette. Kringelte der blaue Rauch nicht in lauter ineinanderverschlungenen Herzchen über den See? Und wieder ein Schluck Kaffee und Ja, so war das damals: Die schönste Stunde des Tages, der sich eben mit dem Frühstück erst wie eine Blume entfaltete und noch voller nie erlebter Wunder war. Für ganz frisch Verheiratete ist die Lebenskunst am Frühstückstisch ebenfalls keine Frage. Endlich im eigenen Nest. Allein. SIE bringt auf einem kleinen Tablett die Kaffeekanne, die Sahne, die Marmelade, den Honig. Er ordnet die Blumen in der Vase, stellt die Tassen auf den Tisch, schenkt ein.„Aber bitte laß doch— ich...“—„Aber wo denkst du hin— ich...“ Ganz am Anfang reicht eine Stunde nicht hin, dann wird eine halbe Stunde daraus, dann immer öfter eine Viertelstunde und dann... „Zum Donnerwetter! Schon wieder der Kaffee nicht rechtzeitig fertig! Du weißt doch, wie es wieder pressiert!“ Oder: „Uuuach, Schatz, sei mir nicht bôse— aber in der Küche steht alles; du brauchst ja nur den elektrischen Kocher anzustecken...“ Oder:„Nein, Else, pack die Stullen ein, vielleicht habe ich nachher im Geschäft Zeit dazu...“ Ja— und nun? Zwischen Tür und Angel wird irgend etwas Heißes hinuntergeschütEine anscheinend unausrottbare Neigung verwickelt viele Menschen immer wieder in unerquickliche Streitereien, die viel Energie kosten. Sie wollen und müssen unter allen Umständen recht behalten, und kein Anlaß ist ihnen zu gering, um das, was sie für richtig halten, bis zum bitteren Ende zu vertreten. Die Sache fängt ganz harmlos an. Er behauptet, ihr neuer Hut sei zu teuer, sie erklärt, daß er geradezu lächerlich billig sei. Jeder führt zunächst sachliche Argumente an. Wenn der Vorrat an guten Gründen erschöpft ist, ohne daß der andere überzeugt werden konnte, wird schweres Geschütz aufgefahren: man geht zu persönlichen Angriffen über. Der Kampf endet dann meistens mit Tränen und Türenschlagen. Wie anders würde diese Unterhaltung verlaufen, wenn einer der beiden Streithähne die Kunst verstünde, unrecht zu behalten. Wer diese Kunst beherrscht, weiß. daß billig und teuer relative Begriffe sind, die sich nicht absolut feststellen lassen. Er weiß ferner, wie belanglos im Grunde der Anlaß ist und daß es sich nicht lohnt, deswegen eine Mißstimmung heraufzubeDie unsichtbare Hilfe Wenn unser Sommerkleid richtig sitzen soll Auf die Wäsche kommt es an Der gute Sitz unserer luftigen Sommerkleider hängt nicht allein von ihrem guten Schnitt ab, sondern zum großen Teil von dem Unterkleid, das wir darunter tragen. Leider glauben viele Frauen, darauf verzichten zu können, sehr zum Schaden des Kleides— und ihrer Figur, denn wenn der moderne weit schwingende Rock richtig fallen und die Schönheit des Stoffes voll zur Geltung kommen soll, braucht er als unsichtbare Hilfe einen steifen Halbrock, der seine Weite stützt und so auch die Taille seiner Trägerin schmaler erscheinen läßt. Solche weiten Halbröcke können aus den verschiedensten Materialien in Bahnen-, Volants- oder auch Krinolinenform gearbeitet sein. Am einfachsten ist vielleicht ein Rock aus Vlieseline, der ohne weitere Zutaten Stand hat. Aber natürlich kann man auch rauschenden Taft, hauchzarten Perlon, Baumwolle oder Leinen dazu nehmen, wenn man sie unten durch Vlieseline oder Säumę aus Plissee oder Volants versteift. Aber nicht nur die weiten, sondern auch die modernen schmalen Röcke brauchen einen Unterrock(geschlitzt oder mit Gehfalte), der noch ein wenig enger gehalten ist als die Oberkleidung. So wird nämlich verhindert— und das ist sehr wichtig—, daß der Stoff ausbeult. Diese Unterkleider oder Halbröcke müssen darum aus unnachgiebigem Material— wie Satin oder Taft— gearbeitet sein. Vergessen wir außerdem nicht, daß wir für die in dieser Saison so beliebten großen Aussschnitte und Dekolletés vor allem gut sitzende Mieder und ebenso gut geschnittene Wäsche brauchen, die oft trägerlos ist. Pinsel zum Pudern Wußten Sie schon, daß Puder sich am besten mit einer weichen Kinderhaarbürste oder einem Rasierpinsel auf dem Gesicht verteilen läßt? Zuerst wird er mit der Puderquaste oder einem Wattebausch so dick aufgetragen, daß Sie fast wie ein Clown aussehen. Dann nehmen Sie mit Bürste oder Pinsel alles Überflüssige weg. Auf diese Weise erreichen Sie, daß sich das make-up ganz gleichmäßig verteilt und daher besonders„echt“ und unauffällig wirkt. Da sich ein Rasierpinsel leichter und schneller reinigen läßt als eine Haarbürste, ist er besonders zu empfehlen. Aber mißbrauchen Sie bitte nicht den Rasierpinsel Ihres Gatten für diesen Zweck. Schaffen Sie sich selbst einen an, er kostet nur ein paar Mark und halt jahrelang. tet und rasch etwas Weiches geschluckt und gewürgt und Hals über Kopf davongelaufen. Gleichgültige, verärgerte, böse Worte... Und warum alles? Nur weil man ganz vergaß, eine Viertelstunde wenigstens früher aufzustehen. Am Abend vorher die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Eine frische Tischdecke aufzulegen. Ein kleines Sträußchen duftender Blumen mitzubringen. Den Kaffee mit der nötigen Liebe anzurichten. Sich ein bißchen nett zu machen. Ein fröhliches Gesicht zu zeigen. Zu sagen: „Schau nur, was für ein schöner Tag drauBen!“ Oder:„Wie gut, daß du bei diesem Regen doch den wetterfesten neuen Mantel hast!“ Verstehen wir uns recht: Man kann nicht ein Leben lang am Frühstückstisch sein Gesicht in duftenden Haaren verbergen, ihre Händchen um seinen Hals legen. Jedes zu seiner Zeit. Aber man kann ein Leben lang nett zueinander sein, liebenswürdig, zuvorkommend herzlich— auch wenn man im Augenblick eigentlich nicht gerade gut aufgelegt ist. Zeigt man das etwa seinem Chef? Na also— und dabei ist man mit diesem doch nun wirklich nicht verheiratet. Für das Frühstück und für den Frühstückstisch selber gibt es viele gute Rezepte. Für die Lebenskunst am Frühstückstisch aber gibt es nur ein Rezept: Den Tag immer mit einer Freude für den anderen, oder für die anderen, die mit am Frühstückstisch sitzen, beginnen. Dann bekommt man am Abend nämlich die Freude immer doppelt wieder zurück. Vielleicht ist deshalb unsere Zeit auch so freudlos geworden, weil sich immer weniger Menschen Zeit für die Lebenskunst am Frühstückstisch nehmen. Wollen Sle es nicht einmal probieren? schwören. Schließlich empfindet er noch den Reiz der Überlegenheit, den man immer dann verspürt, wenn man sein Recht freiwillig aufgibt. Menschen, die unter allen Umständen recht behalten wollen, sind in der Regel unsicher. Sie bekommen Minderwertigkeitskomplexe, wenn sie in einer ernsthaften Diskussion mit ihrer Ansicht nicht durchdringen. Sie wehren sich verzweifelt dagegen, in einem Redekampf zu unterliegen, weil sie nicht wissen, daß eine Niederlage keineswegs beweist, daß sie mit ihrer Anschauung tatsächlich im Unrecht sind. Goethe sagt einmal:„Laß dich nur zu keiner Zeit zum Widerspruch verleiten, Weise fallen in Unwissenheit, wenn sie mit Unwissenden streiten.“ Der Unwissende führt mitunter Argumente an, auf die der Wissende nur mit Schweigen antworten kann. Ist der andere jedoch wirklich besser unterrichtet, so wird er mit Grazie zugeben, unrecht zu haber. Wie unwiderstehlich sind Menschen, die sich frisch und fröhlich zu ihrem Unrechthaben bekennen. Sie verleiden auch dem hartnäckigsten Rechthaber seine Rechthabare. Verzeihen Sie die Frage: Werden-Sie zu dick? Die Kunsi, unrecht zu behalten Kluge Leute verstehen es, ihr Recht freiwillig und mit Grazie aufzugeben 2500 Pesos für sechs Morde Blutige Wette um eine Tänzerin— Menschenleben als Opfer einer Schnapslaune Mexiko City.— Zweifacher Mord auf Grund einer Schnapswette war Anlaß cmnes sensationellen Prozesses in Mexiko City, der für den Hauptangeklagten Remigio Pastieros mit dem Urteil auf achtzehn Jahre Zuchthaus endigte. Sein früherer Freund Leon Candiz und dessen Geliebte Milla Tesforos erhielten je vier Jahre, weil sie das Vorhaben begünstigt hatten und Anlaß des Doppelverbrechens gewesen waren. Die 19jährige Tesforos, eine Tänzerin, hatte die beiden Männer kennengelernt, als sie mit einigen Ersparnissen aus den USA zurückgekommen waren. Bald begann der Streit um sie. Pastieros und Candiz suchten sich durch Geschenke und renommierende Erzählungen gegenseitig zu übertreffen. Schließlich behauptete Pastieros, es sei ihm ein leichtes, sechs Menschen zu ermorden, ohne daß ihm die Polizei auf die Spur käme. Halb betrunken wurde eine Wette abgeschlossen. Pastieros verpflichtete sich zur Ausführung von sechs Morden, wofür ihm Candiz 2500 Pesos zahlen wollte. Bei Mißlingen der Verbrechen oder bei Festnahme sollte Pastieros 2500 Pesos Candiz und 500 Milla Tesforos geben. Das Geld wurde am nächsten Tag bei einem Vertrauensmann deponiert, der aber von dem Sachverhalt keine Ahnung hatte und im Prozeß freigesprochen wurde. Pastieros fuhr nach den USA zurück und kam nach zwei Monaten nach Neuyork. Hier wollte er zunächst einen Gastwirt ermorden, doch vor der Ausführung der Tat verließ ihn der Mut. Als er dann in Harlem eine Auseinandersetzung mit einem Neger hatte, zog er seine Waffe und schoß den Mann nieder. Er entkam unerkannt und schickte die Zeitung mit der Nachricht von dem Verbrechen an Candiz. In Boston wollte er sein zweites Opfer erlegen, doch wieder wurde er unsicher und reiste nach Mexiko zurück. Dort wandte er sich zuerst nach Tampico, wo er im Hafen zwei Arbeiter anschoß, von denen einer starb. Um sein Versprechen ganz zu erfüllen, kaufte er sich Zeitungen mit anderen Mordmeldungen und übergab sie bei seiner Rückkehr Candiz, der aber sowohl die ausgeführten wie die erlogenen Verbrechen nicht glaubte und die Auszahlung des Geldes verweigerte. Es kam zu einer Schlägerei, bei der Milla Tesforos Pastieros anzuzeigen drohte, wenn er nicht seine Wettschuld begleichen würde. Pastieros schoß auf sie und Candiz, verletzte beide aber nur leicht. Er floh und wurde verhaftet, bevor er sich selbst eine Kugel in den Kopf jagen konnte. Bei dem polizeilichen Verhör gab die Tänzerin den Anlaß der Schießerei preis und erzählte von der blutigen Wette. Vor Gericht hatte sich Pastieros nur wegen des Mordes und des Mordversuches an den Arbeitern in Tampico zu verantworten, da das erste Verbrechen im Ausland begangen worden war. In der Urteilsbegründung wurden die drei Angeklagten als„hemmungslose Menschen ohne Gewissen“ bezeichnet. Wissen Sie ... daß über die Opiumraucher Indiens eine Kartei geführt wird? Im Jahre 1946 wurde Opiumrauchen in Indien gesetzlich verboten. Atomlok vor den Toren Kurz vor der Erprobung— Eisenbahner mit Sicherheitssorgen Der amerikanische Atomwissenschaftler Lyle Benjamin Burst hat die erste AtomLok entworfen und ihre praktische Verwendung im Verkehr als in kurzer Zeit möglich bezeichnet. Für diejenigen, bei denen eine Entwöhnungskur als hoffnungslos betrachtet werden mußte, wurde jedoch eine Ausnahme gemacht. Diese Menschen wurden nach Bescheinigung eines Arztes in einer Opiumkartothek registriert. Sie erhalten bis zu ihrem Tod das notwendige Quantum Opium. Als die erste Eisenbahn auf ihrem Schienenweg dahindampfte, war sie vielen ein furchterregendes Werk des Teufels. Als die ersten Dampfbahnen wieder verschwanden und die Züge elektrisch rollten, gab es nur Beifall und den Wunsch, daß bald alle Strecken elektrifiziert sein möchten. Aber noch ehe die elektrische Lokomotive ganz die Herrschaft angetreten hat, ist die Entwicklung schon wieder weitergegangen. Aus Amerika wird die Konstruktion der ersten Atom-Lok gemeldet und ihr Vater, der Atomwissenschaftler Lyle Benjamin Borst, wehrt immer wieder die Behauptung ab, daß erst in einem Menschenalter die praktische Einführung der neuen Lok, die ein ganzes Jahr mit elf Pfund Uranium betrieben werden kann, möglich sei. Die Arbeit an der Atom-Lok ist bereits jetzt so weit fortgeschritten, daß in naher Zukunft der Verkehr auf der Schiene atomkraftgetrieben rollen kann. Der dunkelhaarige, mittelgroße Professor von der Universität Utah, der die Kosten Großmutter des Vergnungens in London „Klatschtante Nr. 1“ kassierte 36 000 DM- Nagellackprobe im Londoner„Claridge“ London.„Weder ein Erdbeben noch eine Sintflut kann mich am Kommen hindern!“ sagte Amerikas Klatschtante Nr. 1, die jetzt 71jährige Elsa Maxwell, als sie von Prinzessin Margaret eingeladen wurde, an einer Wohltätigkeitsvorstellung in der Londoner„Scala“ mitzuwirken. Ganz besonders war die„Großmutter des Vergnügens“ erfreut, daß ausschließlich der britische Hochadel geladen war.„Also ein Fürstentreffen im Kleinen!“ stellte Elsa fest und richtete sich in einer Zimmerflucht des Claridge-Hotels häuslich ein. Elsa Maxwell, die vor Jahrzehnten einmal Schauspielerin war, brauchte nur an einer Pantomime mitzuwirken. Ihre Gesangsrolle übernahm ein Grammophon. Trotzdem war die Vorstellung ein voller Wildwestkomödie in Paris Autokauf endete mit wilder Schießerei— Raymond mußte die ganze Zeche bezahlen Paris.— Ein Auto und eine Pistole sollte man nicht gleichzeitig kaufen. Diese Erfahrung machte der 25jährige Pariser Arbeiter Raymond Jeanne, der heute noch nicht genau weiß, auf welche Weise er zu der Anklage gekommen ist, er habe in einer einzigen Nacht mehr Gesetzesparagraphen übertreten, als es anderen Menschen im Verlauf ihres ganzen Lebens gelingt. Die Geschichte dieser wilden Nacht begann mit der Freude über den Kauf eines gebrauchten Autos. Jeanne hatte es für 50 000 Francs, also rund 560 DM, erwerben können. Das war natürlich ein Grund zum Feiern. Etliche Gleichgesinnte, die seine Freude teilen wollten, waren schnell zur Stelle. Bis 2 Uhr morgens hatte Jeannes Spendierhose so manche Kneipe erlebt. Trotzdem staken in der Brieftasche noch etliche tausend Francs, von denen er 2000 abzweigte, als ihm ein Zechkumpan eine schießbereite Pistole zum Kauf anbot. Den ersten Gebrauch von ihr machte Jeanne, als er auf die Straße hinaustrat. Fünf Marokkaner waren eben dabei, mit drei nächtlichen, aber friedlichen Spaziergängern anzubinden. Mit vier Schüssen in die Luft brachte Jeanne das Kolonialvolk zum Laufen. Dieser Erfolg ermutigte ihn zu weiteren Heldentaten, vor allem aber zur Fortsetzung des Trinkgelages. Denn n Neue Wollstoffe bestimmen die Herbst-Winter-Mode Düsseldori.— Die Mode hat sich für die kommende Herbst- und Wintersaison 1954/55 keine extravagenten Sprünge vorgenommen, sie wird aber stark von neuen Stoffschöpfungen bestimmt. Dies teilt das internationale Wollsekretariat in Düsseldorf mit. Die Modeschöpfer hatten sich darauf eingestellt, den Charakter ihrer Modelle vornehmlich von der Wirkung der Stoffe abhängig zu machen, mit denen sich die großen Webereien des In- und Auslandes außerordentlich Mühe gegeben haben. Eindrucksvoll präsentieren sich die Wollgewebe die für Mäntel, Kostüme und Complets, aber auch für Kleider bis zum großen bodenlangen Abendkleid verwendet wurden. Beim Abendkleid wird man neben reinen Seidenstoffen auch mattschimmernde, geschmeidige Wollstoffe sehen. Neuartig sind Stoffe für Mäntel und Kostüme mit einer eigenwillig gefleckten, manchmal wie getigert wirkenden Oberfläche, die dadurch entsteht, daß man auf komplizierten Jacquardwebstühlen unregelmäßige, vornehmlich schwarze Muster in sowohl glatte als auch langhaarige Wollstoffe einwebt. Die langhaarigen, wie mohair-flanelle, mohair-flausche(mohair: Haar einer südamerikanischen Ziegenart) und Zibeline (langhaarige zobelpelzähnliche Wollstoffe) sind weiter modern, obwohl sich auch leichtere glatte Stoffe stärker in den Vordergrund gespielt haben. Die glatten Gewebe verwendet man am häufigsten für strenge Stadttailleurs und Tageskleider. Aber auch sie haben insofern eine Wandlung durchgemacht, als sie trotz ihrer glatten Wirkung vielfach in sich gemustert, zumindest aber meliert sind. Eine Sonderstellung nehmen die Tweeds ein, die sich als ebenso dankbare wie gefällige Stoffe für die zahlreichen sehr aktuellen Reiseensembles oder für die Sportkostüme mit hüftlanger, gerader, loser Jacke erwiesen haben. Weiterhin sind in der Wollmode der kommenden Saison u. a. aktuell: Angora, Bouclé(Gewebe mit genoppter Oberfläche). Duvetine(ein samtähnlicher feiner wollflausch), Flammé(Wollstoffe, die durch Effektgarne wie geslammt aussehen), Flanell, Fresko(leichtes, strapazierfähiges Gewebe aus scharf gedrehten Garnen), Gabardine, buntgenoppte„Konfetti-Tweeds“. Velour, Vigoureux(Garn-Melange-Effekt), Wolljersey(gewirkter Wollstoff, auf Wirkmaschinen hergestellt: besonders weich, schmiegsam und elastisch), wolltaft(feiner Wollstoff für Kleider in Taftbindung). die Geretteten wollten sich dankbar zeigen. Um 5 Uhr morgens waren alle Teilnehmer bis zur Unkenntlichkeit blau, erreichten jedoch noch ein kleines Hotel auf de Rue Nicolas Flamel, vor dem man zwei Mädchen aufgabelte. Um ihnen zu beweisen, was eine gute Pistole zu leisten vermag, schoß Jeanne wild um sich. Dabei hatte er Glück: er traf weder Mensch noch Tier. Seine Zechkumpane wollten sich nicht weniger heldisch zeigen. Da sie jedoch keine Pistole zur Hand hatten, rissen sie die Gardinen herunter und zertrümmerten die Möbel. Die beiden Damen schrien laut um Hilfe. Jeanne erwachte mit schwerem Kopf in einer Zelle der Polizeiwache. Er konnte sich an nichts mehr erinnern. Lediglich den Autokauf als Urbeginn des Ubels vermochte er noch zu Protokoll zu geben. Dieses Auto wurde jedoch trotz eifrigem Suchen nicht mehr gefunden. Die Zechkumpane— Namen und Anschrift unbekannt— waren mit ihm davongefahren. Zur Gerichtsverhandlung, die demnächst stattfindet, wird Jeanne zu Fuß gehen müssen. Erfolg. Die Geladenen zahlten Phantasiepreise für die Eintrittskarten. Prinzessin Margaret stand eine Stunde hinter dem Loch im Vorhang und beobachtete das Brodeln der Vornehmheit im Zuschauerraum. Das war ihr Beitrag zum Gelingen des Festes. Nach Abzug aller Unkosten konnten 132 000 DM für die Armen abgeführt werden. Unter den übrigen Ausgaben rangierte das Honorar für Elsa Maxwell an erster Stelle. Sie strich 36 000 DM für ihre Mitwirkung ein. Tanz ums goldene Kalb Nach dem ersten Weltkrieg begann die heutige„Großmutter des Vergnügens“ sich auf ihre Rolle als„Tochter des Vergnügens“ vorzubereiten. Sie war damals eine mittelmäßige Schauspielerin, aber eine Kapazität auf dem Gebiet der Parties. Sie wußte, was den Dollarmillionären Spaß macht. Sie ließ sie um das goldene Kalb tanzen und tanzte selbst mit. Auf diese Weise wurde sie mit allen bekannt, die in Amerika etwas zu sagen hatten. Als sie viele Jahre später an der Riviera auftauchte, um auch hier ihre rege Tätigkeit zu entfalten, war sie bereits zur „Mutter des Vergnügens“ geworden. Regierende und abgedankte Könige gehörten zu ihrem täglichen Umgangskreis. Industriemagnaten aus aller Welt beauftragten sie, Parties zu arrangieren. Viel Geld floß durch Elsa Maxwells Hände. Aber stets blieb nur so viel an ihnen hängen, daß sie vergnügt in den Tag hineinleben konnte. Die Könige von Schweden, Dänemark und Spanien waren ihre„lieben Freunde“. Sie spielten mit, als Elsa Maxwell ihre berühmten Strohhutfeste veranstaltete. Eines ihrer Protektionskinder, eine Fabrikantenwitwe, hatte etliche 90 000 Strohhüte geerbt, die sich als unverkäuflich erwiesen. Elsa setzte sie ab. Auf diesen Festen erschien alles in Strohhüten. Man bot Sandwichs in Strohhüten an, man trank aus Strohhüten und benutzte Hunderte von Strohhüten als Blumenvasen. Nach dem vierten Fest war das Lager der Witwe geräumt. Plauderstündchen dauert zwei Wochen Heute ist Elsa Maxwell längst zur „Großmutter des Vergnügens“ geworden. Sie geht nur noch selten auf Reisen, sondern sitzt lieber hinter ihrem Schreibtisch und verfaßt Skandalgeschichten, die reißend Absatz finden. Stoff dazu liefert ihr bewegtes Leben. Trotz ihrer 71 Jahre legt sie Wert darauf, extravagant zu erscheinen. Während ihres Londoner Aufenthaltes versammelte sie ein Dutzend Zimmermädchen und Pikkolos im„Claridge“ um sich und strich ihnen 25 verschiedene Lacke auf die Fingernägel, um eine für die Wohltätigkeitsvorstellung passende Farbe auswählen zu können Nach einer Woche reiste Elsa Maxwell wieder ab. Richtung Paris. Madame Coty, die Gattin des Staatspräsidenten, hat sie zu einem Plauderstündchen ins Elisée eingeladen. Man darf sicher sein, daß dieses Stündchen zwei Wochen dauert. Die„Großmutter des Vergnügens“ ist nun einmal so... seiner Atom-Lok mit 1,2 Millionen Dollar angibt, ist Spezialist auf dem Gebiet der Verwendung der Atomkraft für friedliche Zwecke. Nachdem er viele Jahre Physik und Mathematik studiert hatte, nachdem er bereits 1942 dabei gewesen war, als Professor Compton am Metallurgischen Institut der Universität Chikago die erste Kettenreaktion durchführte, arbeitete er jahrelang in Oak-Ridge, dem amerikanischen Atom-Zentrum, und trat auch vor dem amerikanischen Kongreß als der Sprecher der Oak-Ridge-Wissenschaftler auf. Nach dem Ende des Krieges baute er einen Atom-Reaktor, der 1950 in Betrieb genommen werden konnte. Durch sechs Stockwerke seines Forschungsinstitutes erstreckt sich der Körper seines Atommeilers, in dem die Kettenreaktionen gestartet und gesteuert werden können. 25 Millionen Dollar hat dieses Versuchs-Kraftwerk gekostet, das der Vorläufer der Energieerzeuger der Zukunft sein soll und wird. Der Plan einer Atom-Lok war schon viel diskutiert worden, aber immer mit dem Hinweis, daß es noch sehr lange dauern würde, ehe man an den Bau der ersten Maschine gehen könnte. So kam die jüngste Erklärung Professor Bursts überraschend, daß die Eisenbahner sich sehr bald auf Atom-Betrieb umstellen werden müssen. Die Atom-Lok in der gegenwärtig entworfenen Art hat einen 90 cm langen und hohen„Kessel“, genauer gesagt, einen „Reaktor“, in dem mit Atomkraft der Dampf erzeugt wird, der dann eine Turbine treibt, die ihrerseits wieder einen Generator in Bewegung setzt, Ein dicker Stahlpanzer von 200 Tonnen Gewicht fängt die Strahlung ab, die außerordentlich gefährlich werden könnte. Die Lok soll doppelt so viel kosten wie eine Dieselmaschine, aber viermal so viele PS entwickeln wie diese. Der Betrieb soll nach der Ansicht von Prof. Borst nicht teurer als der einer normalen Lokomotive sein. Die Aufnahme dieser Ankündigungen in den Kreisen von amerikanischen Eisenbahnern war sehr skeptisch. Vor allem wird das Problem der Verkehrssicherheit auf ganz neue Art durch die Einführung einer Atom-Lok brennend. Noch sagen die amerikanischen Verkehrsspezialisten„abwarten“. Aber Professor Borst ist der Ansicht, daß es nicht mehr viel zu warten gibt. Die Atom-Lok ist aus dem Stadium theoretischer Planungen in die Phase praktischer Erprobung weitergerollt. KURZ BERICHTET Hechtsprung Oignon.— Kein Anglerlatein: Im Oignon bei Dijon bekam ein Pariser einen 18 Pfund schweren Hecht an die Angel. Dabei rutschte er am Ufer aus und fiel ins Wasser. Beinahe wäre er ertrunken. Ein anderer Angler sprang hinterher und holte ihn im letzten Augenblick heraus. Gemeinsam brachten sie dann den Hecht an Land und verzehrten ihn zum Abendbrot. Geduldsprobe Trient.— Die Leute in Trient behaupteten immer, daß Attilio Dalpiaz keine Geduld habe. Jetzt hat der 63jährige Attilio Selbstmord begangen, indem er zwei Dynamitpatronen an seinem Kopf festband und dann eine Zündschnur mit dauer ansteckte. 15 Minuten BrennZwei Jahre in der Eiswüste Luftbrücke beendet britische Arktis-Expedition- Forschungsstation im„Königin-Lovise-Land“ London.— In der schweigenden Eiswüste der Arktis, nur etwa 1200 km vom Nordpol entfernt, sehen 21 britische Forscher einem lange ersehnten Tag entgegen. Die Zeit läßt sich schon in Stunden ausrechnen— dann wird sich Motorengebrumm vom Horizont her nähern, und Sunderland-Flugboote der RAF werden die Männer befrelen aus ihrem eisigen Asyl, in dem sie freiwillig zwei Jahre zugebracht haben. Die britische Nordgrönland-Expedition geht ihrem Ende entgegen. Bis zum 19. August will sie wieder in der Heimat sein. Ein Vorkommando von vier Mann ist bereits in London eingetroffen. Auf unseren Landkarten ist Grönland die größte Insel der Welt. Es besteht aber die Hoffnung, das Commander Simpson und seine Wissenschaftler Beweise für eine überraschende Theorie heimbringen. Vielleicht ist Grönland gar kein einziger Landblock, sondern eine Serie von kleineren Inseln, die sich um ein uns bisher unbekanntes Meer gruppieren, bedeckt von einer urzeitlichen ungeheuren Eisschicht, bis zu 1000 km breit und an der dicksten Stelle 3000 m tief. Gesamtkosten: 1,2 Millionen Mark Es war der junge Marineoffizier Commander C. J. W. Simpson, den die Idee packte, diese Regionen mit modernsten Methoden zu erforschen. Aus der Idee wurde ein Plan, der Plan wollte Wirklichkeit werden. Zuerst fiel es Simpson schwer, das nötige Geld zusammenzubringen. Selbst wohlwollende Förderer der Wissenschaft schreckten davor zurück, sich an einem Unternehmen zu beteiligen, das voraussichtlich 100 000 Pfund Sterling verschlingen würde— also etwa 1,2 Millionen Mark. Doch auch diese Schwierigkeit war Kleinstadt New York.—„Eine Kleinstadt ist ein Ort, an dem niemals ein Kind unerwartet zur Welt kommt“, schreibt die„Saturday Evening Post“. überwunden, nachdem der Commander es geschafft hatte, die„großen Tiere“ für eeinen Plan zu begeistern, die Admirale, die Großkaufleute und Staatsmänner. Sir Winston Churchill war einer der ersten. Er griff tief in die Tasche, zahlte 1000 Pfund Sterling in die Expeditionskasse und wurde zweiter Schirmherr des Unternehmens. Als erster Schirmherr stelle sich niemand anders als Königin Elisabeth selbst zur Verfügung. Sie empfing auch die Forscher vor der Abreise. Aus dem Traum des jungen Offiziers wurde jetzt eine gigantische kombinierte Aktion von Luftwaffe, Heer und Marine. Als Ausgangspunkt wurde ein See im Königin-Louise-Land(Nordgrönland) ausersehen. Hier setzten die SunderlandFlugboote die Forscher ab, flogen Lebensmittel und Ausrüstungsgegenstände im Gewicht von 150 Tonnen heran. Das mußte bis zum nächsten Somer reichen, denn erst dann wieder würde der See eisfrei sein, so daß neuer Nachschub geliefert werden konnte. Stammlager am See Der See war erst 1951 durch Commander Simpson bei einem Erkundungsflug entdeckt worden. Anfang August 1952 landeten fünf Sunderlands ohne Schwierigkeiten auf dem sechs Kilometer langen Gewässer, das den Namen„Britannia Lake“ bekommen hat. Die Flugzeuge brachten Lebensmittel, Schlitten und Schlittenhunde. Seismographen, Motorschlitten, die unter dem Namen„Wiesel“ bekanntgeworden sind, Baumaterialien und tausend andere wichtige Ausrüstungsgegenstände. Am Britannia Lake errichtete die Expedition ihr Stammlager. Ohne die Sunderlands wäre das gesamte Unternehmen nicht möglich gewesen. Man hätte die Ausrüstung mit keinem anderen Mittel heranschaffen können, denn ein unüberwindlicher 30 km breiter Gletscher trennt das Binnenland von der Küste. Nachdem das Lager am See aufgerichtet war, zogen die Forscher mit ihren„Wieseln“ 400 km weit ins Land hinein. Sie bauten eine winzige wissenschaftliche Station an einer Stelle, wo die Eisdecke über 2400 m dick ist— nicht weit vom Zentrum der Eiskappe entfernt. Es war ein Wettlauf mit dem nahenden Winter, denn in der Arktis dauert der Sommer nur sechs Wochen. Durch Abwurf von Baumaterialien erleichterte die RAF den Männern die schwere Arbeit.„Nordeis“ hieß der Vorposten am Rande der Welt. Ein Gletscherforscher, ein Meteorologe und ein Funker blieben hier zurück in der kleinen Hütte, die bald unter den Winterstürmen ächzte und von den Schneemassen zugedeckt wurde. Den ganzen Winter lang waren die drei Männer von aller Welt abgeschnitten. Ein Todesopfer So oft es die Wetterlage zuließ, fuhren die Expeditionsmitglieder mit ihren Motorschlitten weit übers Eis und leisteten wissenschaftliche Arbeit. Dramatische Ereignisse spielten sich ab. Commander Simpson verlor fast sein Leben, als er bei einem plötzlich ausbrechenden Sturm mit einem Boot auf dem See umkippte. Ein dänischer Forscher stürzte auf einem Gletscher zu Tode. Erfrierungen waren an der Tagesordnung. Zwei Jahre im ewigen Eis gehen ihrem Ende entgegen. Großbritanniens Militärbefehlshaber aber haben neue wichtige Erfahrungen gewonnen für einen möglichen Krieg in der weiten weißen Arktis. Hundsgemein New Brighton.— Von der Strandpromenade des britischen Seebades New Brighton, gegenüber Liverpool, sprang Arthur Mellor in den hochgehenden Mersey, um seinen Hund zu retten. Ein Küstenwächter sprang hinterher, um Arthur zu retten. Spaziergänger warfen ihnen Rettungsringe zu, um beide zu retten. Arg zerschunden wurden sie herausgeholt. Am Strande wartete schweifwedelnd der Hund, der sich inzwischen selbst gerettet hatte. Landelichter Kalamazoo.— Als George Gruchacz am dunklen Abend in seinem kleinen einmotorigen Flugzeug über Kalamazoo im USA-Staat Michigan ilog, glaubte er, sich verflogen zu haben. Plötzlich sah er Lichter unter sich und beschloß zu landen. Er legte eine tadellose Landung hin— mitten auf einem von Scheinwerfern angestrahlten Sportplatz, auf dem gerade ein abendliches Baseballspiel ablief. Undank San Diego.— 3000 Dollar hat Tommy, eine braun-weiße Promenadenmischung, von seiner Herrin, Mae Murry Green aus San Diego(Kalifornien), geerbt. Außerdem darf er laut Testament in ihrem Bett schlafen. Mrs. Green war an Wundstarrkrampf gestorben. Tommy hatte sie gebissen. Wertvolles„Glubschooge“ Hollywood.— Aufsehen erregte bei einer Hollywooder Party Amerikas bekannte Juwelierin Joan Castell. Sie trug eine schwarze Augenkappe, auf der Brillanten und Saphire ein offenes menschliches Auge darstellten. Der Schmuck verbarg ein echtes„blaues“ Auge, das sich Joan bei einem Autounfall zugezogen hatte. Reta. Kein Inkognito Olten.— Stutzig wurde die brave Wirtin eines Landgasthauses bei Olten (Schweiz), als sich am Abend bei ihr ein Herr Bischof ins Gästebuch eintrug. Vor ihm hatten schon ein Herr Abt und ein Herr Papst bei ihr Zimmer gemietet. Das vermutete InkognitoTreffen geistlicher Würdenträger war jedoch ein Zufall, den Papst, Bischof und Abt nach Aufklärung der Wirtin unter schallendem Gelächter feierten. Reta. Daniel in der Löwengrube Kirkburton.— Eine Verfügung, daß er im Grabe seiner Frau beigesetzt werden möchte und man auf dem Grabstein die Inschrift:„Daniel in der Löwengrube“ anbringen sollte, war im Testament von Septimus Daniel Gilbert aus Kirkburton(England) enthalten. Reta. Ein 770-Millionen-Projekt vordringlich Nordseedeiche der See nicht gewachsen Bundesverkehrsminister Seebohm: Nicht nur Schaffung von Wohnungen, auch Tiefbauarbeiten wichtig VON UWE HALLSTEIN Emden— Es sei schwierig zu entscheiden, welche baulichen Maßnahmen künftig den Vorrang haben sollen, die Schaffung von Wohnraum oder aber Tiefbauarbeiten wie beispielsweise Ausbau der Verkehrswege oder— noch wichtiger — Schutz der deutschen Küsten, meinte Bundesverkehrsminister Seebohm, der sich Anfang August auf den Baustellen der Mittelweser-Kanalisierung umsah, nachdem er bei Leer das neue Leda-Sperrwerk eingeweiht hatte. In der ersten Zeit nach der Währungsreform hatte der Wohnungsbau unbedingten Vorrang. Jahrelang wurden Häuser aus dem Boden gestampft, entstanden ganze Siedlungen für Heimatvertriebene, oft ohne Rücksicht darauf, ob die hier untergebrachten Flüchtlinge an ihrem neuen Wohnort auch die entsprechenden Arbeitsplätze fanden. Dieser„Bau-Boor“, der beträchtliche öffentliche Mittel beanspruchte, zwang aber auf der andern Seite dazu, wichtige Tiefbauvorhaben zurückzustellen. Allein im norddeutschen Raum, an Weser und Elbe und andern Flüssen, sind umfangreiche wasserwirtschaftliche und landeskulturelle Arbeiten erforderlich, die nicht auf unbegrenzte Zeit hinausgeschoben werden können. Einmal müssen die tiefer als der Meeresspiegel liegenden Gebiete vor plötzlichen Überschwemmungen geschützt werden, und zum andern muß den Marschbauern geholfen werden, weite Flächen Grünland in fruchtbaren Ackerboden zu verwandeln. Nicht minder wichtig ist indessen der Schutz der Deiche. Zu deutlich hat die holländische Flutkatastrophe des vergangenen Jahres mit über tausend Toten und Sachschäden im Werte von einer Milliarde Gulden gezeigt, was auf dem Spiele steht. Auch die deutschen Nordseedeiche hätten einer solchen Belastung nicht standgehalten. Wie rasch kann aber der„Blanke Hans“ auch einmal zu uns kommen und in wenigen Sturmnächten alles das vernichten, was Menschenhand in jahrzehntelangem Fleiß geschaffen hat! Die Fachleute sind sich seit langem darüber klar, daß ganze Arbeit geleistet wer„Fliegende Holländerin" in Düsseldorf den muß, um die deutschen Küstengebiete vor einer ähnlichen Katastrophe zu bewahren, 770 Millionen Mark wären nach einem vom niedersächsischen LandwirtNach dem Streit um das Erbe schaftsministerium ausgearbeiteten Plan nötig, um die Nordseedeiche einschließlich der landwirtschaftlichen Folgeeinrichtungen in den Zustand zu versetzen, der nach menschlichem Ermessen Sicherheit gewährt. Das ist gewiß eine große Summe, aber darf man— mit gutem Gewissen— noch länger zögern, die benötigten Gelder für diesen Zweck einzusetzen? Die Aufwendungen im Falle einer Katastrophe würden— von den nicht wiedergutzumachenden Opfern an Menschenleben einmal abgesehen weitaus größer sein. Vater und Bruder ermordet Schütt:„Bestände die Todesstrafe, hätte ich es nicht getan“ sprach Düsseidori— Im Angesicht des Todes im KZ habe sie 1944 den Entschluß gefaßt, nach ihrer eventuellen Rettung als evangelische Missionarin durch die Welt zu reisen und in Holland ein Haus für Menschen, die in seelischer Not sind, zu eröffnen. Dies sagte am Donnerstagabend die„fliegende Holländerin“ Corrie ten Boom vor einer evangelischen Gemeinde in Düsseldorf. Sie sei wegen Unterstützung von Juden und politisch Verfolgten ins KZ gekommen und habe menrere Verwandte verloren. Nach ihrer Rettung habe sie das„Haus der offenen Tür“ in Harlem eröffnet und reise seit neun Jahren in der Welt herum Sie stehe mit 13 000 Menschen in zwölf Ländern in regelmäßigem Briefverkehr, um sie zu Jesus Christus finden zu lassen. Bonn.— Die Ermittlungen gegen HansGünther Schütt aus Euskirchen, der des Doppelmordes an seinem Vater und an seinem Bruder beschuldigt ist, stehen nach Mitteilung der Bonner Staatsanwaltschaft kurz vor dem Abschluß. Die Anklage ist in Kürze zu erwarten. Schütt gab im Verlauf der Ermittlungen zu, am 7. Juli 1954 seinen 51jährigen Vater Josef und am 28. Juli seinen 22jährigen Bruder mit elnem schnell wirkenden Gift getötet zu haben. „Wenn die Todesstrafe bestanden hätte, hätte ich meinen Vater und meinen Bruder nicht vergiftet“, sagte der 23jährige in der Vernehmung durch den Staatsanwalt. Nähere Einzelheiten aus den Ermittlungen kennzeichnen die Systematik, mit der Hans-Günther Schütt bei seinen Giftmorden vorgegangen ist. Er selbst hat sowohl die Totenbriefe für seinen Vater als auch für seinen Bruder verfaßt. Unter einem Kreuz auf diesen Totenbriefen ließ er den Ausspruch aufdrucken:„Es ist vollbracht!“ Für seinen Bruder Franz-Josef hatte er ein weißes Totenhemd und einen weißen Sarg bestellt. Zwischen der Vergiftung von Franz-Josef und dem Tod des Vaters war es zwischen den Brüdern zu Streitigkeiten über den Nachlaß des Vaters, der aus einem Haus und Ländereien bestand, gekommen. Hans-Günther hatte dabei das Haus verlangt, während der Bruder sich dem widersetzte, weil der Realwert des Hauses erheblich größer war als der der Ländereien. sichtlich hinter zwei Schulklassen aus Melbeck(Kreis Lüneburg) hergefahren. Dabei hatte er die Kinder, die sich mit ihrem Lehrer auf einem Ausflug befanden, bedrängt. Die Kinder konnten sich nur durch Flucht in Sicherheit bringen. Der Fahrer ließ erst von seinen Attacken ab, als Dorfbewohner den verängstigten Kindern zu Hilfe eilten. Der Name des Soldaten wurde nicht bekannt gegeben. „Jawohl, Herr Zivilist!" Ein Zivilist nimmt den Uniform-Appell ab— kein Bild aus einer „demokratisierten“ Armee, sondern ein Schnappschuß von den Münchener Dreharbeiten zu dem neuen Farbfilm„Hoheit lassen bitten“, ein Lustspiel in der Atmosphäre von 1910, bel dem Paul Verhoeven — wie man sieht— sehr handgreiflich Regie führt. Nur für einwandfreie Waidmänner Simon vermittelt Jagd in aller Welt Büro„Hubertus“ bringt auf Wunsch auch Tiger und Elefanten vor die Büichse Beratung über Ausrüstung und nationale Jagdbräuche Stade— Hätten Sie Lust, einen Tiger oder einen Büffel zu erlegen? Vielleicht begnügen Sie sich auch mit einem Seehund oder einer spanischen Bergziege? Telefonanruf genügt. Verlangen Sie„Horneburg über Stade, Anschlußnummer 395“. Dort meldet sich das„Jagdbüro Hubertus“ unter dem Namen des Holzhändlers Rudolf Simon, der Jagden und Expeditionen in alle Teile dieser seltsamen Welt vermittelt und das einzige Büro dieser Art innerhalb der deutschen Grenzen besitzt. Dort können alle Ihre Wünsche in Erfüllung gehen, sofern Sie ein geübter Waidmann sind und die Vermittlungsgebühr bezahlen können, die sich nach der Art des Wildes richtet. und einwandfreier Jäger ist! Er übernimmt den Jagdherren im In- und Ausland gegenüber die Garantie, daß der vermittelte Jagdgast die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze innehält, die in den einzelnen Ländern gültig sind. Sie werden dem Kunden ebenso mitgeteilt wie Hinweise auf die geeignete Ausrüstung oder Mitführung von Spezialwaffen. Kanadier degradiert Er gefährdete Schulkinder Soesi— Weil er durch rücksichtsloses Fahren das Leben deutscher Schulkinder gefährdete, wurde ein Unteroffizier der kanadischen Armee degradiert. Wie das Hauptquartier der kanadischen NATOTruppen am Freitag in Soest mitteilte, war der Unteroffizier am 13. Mai bei Manövern in der Lüneburger Heide wiederholt abRunderlaß des NRW-Wiederaufbauministers: Zur Behebung der Parknot Parkplätze und Garagen Voraussetzung für Baugenehmigung Behörden wird Beispiel erwartet Von Düsseldorf.(nws)- In einem Runderlaß wurden die Baubehörden des Landes Nordrhein-Westfalen vom Wiederaufbauminister verpflichtet, in Zukunft nicht eher eine Baugenehmigung zu erteilen, bis rechtsverbindlich festgelegt sei, wo und wie die erforderlichen Abstellplätze und Garagen bei Bauten geschaffen werden, die einen erheblichen zusätzlichen Kraftverkehr durch Bewohner oder Besucher erwarten lassen. Künftig soll jeder Bauantrag genau geprüft werden, ob Kraftwagen bei den vorgesehenen Hausbewohnern, den Betrieben und deren Belegschaft vorhanden oder zu erwarten seien. Die Parkplätze und Garagen sollen nach Möglichkeit auf dem Grundstück selbst untergebracht werden, in Geschäftsgebieten im Keller oder im unterkellerten Hof. Unzulässige Befreiungen ließen oft die letzte Gelegenheit versäumen, so heißt es in dem Erlaß, die durch parkende Autos belasteten und eingeengten Stadtstraßen für den fließenden Verkehr freizuhalten. Gegebenenfalls soll auf Grund der noch geltenden Reichsgaragenordnung der Bauherr verpflichtet werden, in nächster Nähe ausschließlich ihm und seinen Besuchern zur Verfügung stehende Park- und Abstellplätze zu schaffen oder sich an elner Gemeinschaftsanlage zu beteiligen. Nicht nur bei Neubauten, sondern auch beim Wiederaufbau zerstörter Häuser soll diese Auflage gemacht werden. Den Behörden macht es der Minister zur Pflicht, mit gutem Beispiel bei der Schaffung von Parkplätzen und Garagen voranzugehen. Inder auf Gemsenjagd Simon, ein vierzigjähriger, smarter Deutsch-Österreicher, ist selbst begeisterter Nimrod und jagte vor dem zweiten Weltkrieg in allen Teilen des In- und Auslandes, wo er sich die nötigen„Beziehungen“ für sein späteres Vorhaben erwarb. Das heißt zunächst wollte er— nach dem Kriege in den Kreis Stade verschlagen— seinen Holzhandel neu aufbauen; als aber immer mehr Anfragen kamen, die um Vermittlung von Jagden baten, beschloß er, sich auf diesem Gebiet zu spezialisieren. Mit dem Erfolg, daß er bereits seit kurzem einen Auslandskorrespondenten beschäftigt. Eisbären und Elche Was Simon vermittelt?— Da melden sich Jäger aus dem Bundesgebiet, die auf einen Bock ansitzen oder einmal vor Büsum Seehunde schießen möchten. Sie werden genau so gut bedient, wie jene, die in den Alpen Gemsen, Elche in Schweden, Braunbären in Finnland oder— noch höher hinauf!— Eisbären erlegen wollen. Jagdwünsche auf Büffel in Kanada sind ebenso in den Briefmappen und in der Kartei Simons zu finden, wie auf Elefanten oder Tiger im indischen Dschungel. Gerade in diesen Tagen erreichten das Büro zwei beachtliche Anfragen. Einige indische Kunden möchten auf Gemsen ansitzen und mehrere schwedische Jäger wollen auf der Nordseeinsel Juist wilde Kaninchen schießen. Ausgerechnet wilde Kaninchen, die es in ihrem Heimatland in Hülle und Fülle gibt. Dort sind sie aber in die Schonzeit für Hasen einbezogen. Garantie für jeden Jäger Als wir den Chef des„Hubertus“ nach den Namen prominenter Kunden fragen, wird sein Mund sehr verschlossen. Niemand ist unter ihnen, der sich nicht durch die Liebe zur Kreatur und die Freuden des Waidwerks auszeichnet. Denn das ist das einzige, was Simon vor Beginn seiner Vermittlertätigkeit verlangt— den Nachweis darüber, daß der Kunde ein geübter Schwimmet = Lin 26jähriger Hilfsarbeiter aus Otten= Cheim(Baden) hat seine Augehörigen und = die Polizei genarrt. Man glaubte, daß er er= trunken sei, als vor zehn Tagen seine Kleide = am Rheinufer gefunden wurden. Drei Tag: = später kelirte er, nur mit einer Badehose be= kleidet, wieder zu seinen Angehörigen zurück, = die bereits Trauerkleider angelegt hatten. Vor = der Polizei gab er au, daß ilin ein franzö= sischer Zollbeamter am elsässischen Ufer fesr= genommen und in das Spritzenhaus des Do = fes Gerstheim gesperrt habe. Der Bür= germeister des Dorfes, dem die Geschichte zu = Olren kam, teilte aber mit, daß ilim von dem = Vorfall nichts bekannt sei. Er habe sich auch = bei den Zollbeamten erkundigt. Der Mann = gab jetzt zu, daß er gelogen hatte. Er hatte = sich am französischen Ufer mit einer Freun= din aus dem elsässischen Dorf Boofsheim = getroffen und mit ilir drei Tage verbracht. Die = Festualme durch den Zollbeamten erfand er, = damit seine Angehörigen nichts von deu = Abenteuer erfahren sollten. Gewerkschaftssekretär zu Gefängnis verurteilt Siegen.— Das Landgericht Siegen verurteilte am Freitag den 30jährigen Gewerkschaftssekretär Erwin Heupel aus Siegen wegen fortgesetzter Untreue, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu zwei Jahren Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe. Heupel hatte nach der Beweisaufnahme als Geschäftsführer und Kassierer der Verwaltungsstelle Siegen der IG Metall seit 1949 38 500 Mark in seine eigene Tasche gewirtschaftet. Heupel hatte schon bei seiner Festnahme am 6. März 1954 die Verfehlungen offen eingestanden. Er hatte in den letzten fünf Jahren niemals Urlaub genommen, um keinem in seine Kassengeschäfte Einblick zu geben. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldorf, 6. August 1954. Tendenz: Uneinheitlich. Industrie-Aktien Phrix Namens 37-39½ Accu-Hagen 126 bz G Karstadt 160 G AEG 158 bz Kaufhof 162 G Allg. Hoch& Ing. 105 G Krefft— Bad. Anilin 173 bz Mannesmann 128¾ bz Balcke Masch. 142¼ bz Mulh. Berg 115 bz G Bergb.Ew.L.— taxe 105 Rh. Braunkohle 167 bz G BMW 105 bz Br Bemberg 95 bz G Beton& Monier 150½ bz G rep Boswau& Knauer— Buderus 147 bz Burbach 133½ bz G Busch Jaeger 192½ G Cassella 212 bz Conti-Gummi 171 bz Consolidation 120½ bz Daimler 155 bz G Demag 175½ bz In Gelsenkirchen durchgeführt Sparkasse senkt Kreditzinsen Bei zwei bis zehn Jahren Laufzeit 7½ Proz. Zinsen einschließlich Tilgung Gelsenkirenen— Die Stadtsparkasse Gelsenkirchen hat nach einem Beschluß ihres Vorstandes den Zinssatz für Kredite und Darlehen von 8¾ auf 7½ Prozent gesenkt. Der Vorstand ist der Ansicht, daß der dadurch entstehende jährliche Zinsausfall von rund 350 000 Mark im Interesse der Kredit- und Darlehensnehmer in Kauf genommen werden muß. Wie die Sparkasse am Freitag ferner mitteilte, wurden für mittelfristige Darlehen mit gleichbleibenden Zins- und Tilgungsleistungen an Handwerk, Handel, freie Berufe und sonstige Mittelbetriebe fünf Millionen Mark bereitgestellt. Die Darlehen können in Anspruch genommen werden für Investitionen, zur Rationalisierung des Betriebes, zur Produktionssteigerung und zur Verstärkung der Betriebsmittel, Für den Erwerb von Wohngebsuden, für Instandsetzungsarbeiten und Rheinstahl 215 Br RWE 161 bz Rheinmetall 20¼ bz G Rheinpreußen 127½ bz Rheinst.-Union 145 bz G Salzdetfurth 165 bz Schering 291 bz Br Schiess 137 bz Schwabenbräu— G Siemens St. 172½ bz Siemens Vorz. 168 bz Stamag 124 bz G Ver. Dt. Nickel 144 G Dt. Conti Gas 172 bz GVer. Rumpus 87 G Dt. Erdöl 1301 bz Ver. Stahlw. 233 bz Didier 163 G Wass.-Gelsk. 148½ bz Dortm. Aktien 175 bz G Wintershall 158 bz Dortm. Ritter— G Zellwald 121½ bz Dortm. Union 170 G Bank-Aktien Dynamit Nobel— G Essener Steink. 103 bz Sankue Westdhz Farbent, Bayer 1701. b2Deutsch B. Li 11b2 e953/8 02Rh.-Westf. B. 149 bz C Felten 121 bz Dresdi.. Bank Li 12 bz G Gol schmidt 106 bz G re-Rh.-Ruhr-B. 148 bz C Harpener 103 bz Freiverkehr Hindrichs Auff. 48 G Chemie-Faser Inh. 82 G Hochtief 117 bz Eisenh. Köln 144 G Höchster Farb. 173 bz Phrix-Inh, 38-40 Kabel Rheydt 168 Rh. Kunstseide 78-80 Kali-Chemie 163 bz Schulth. Stämme 27-29 Eisen- und Hüttenwerke 95¼; Stahlwerke Bochum 101½; Bergbau Neue Hoffnung 109; Betelligungs-Ges., Ruhrort 192 G; Gutehoffnungshütte Aktienv. 145 bz; Hüttenwerke Oberhausen 118: Altenessener Bergwerks 108½; Hoesch-Werke 120½; Industriewerte 110; Bergwerke Königsborn-Werne 114½; Klöckner-Humboldt-Deutz 143½; Nordwestdeutsche Hütten 121¼; Stahlwerke Südwestfalen 127½; August-ThyssenHütte 107½; Deutsche Edelstahlwerke 138; Dortmund-Hörder Hütten 103½; Gelsenkirchener Bergwerks 105½; Gußstahl Bochumer Verein 111; Gußstahl Witten 195; Hamborner Bergbau 102½; Handelsunion AG 163; Hüttenwerke Phoenix 121: Hüttenwerke Siegerland 121; Niederrhelnische Hütte 121¼; Rheinische Röhrenwerke für Finanzierung von Erbauseinandersetzungen werden sie nicht gewährt. Der Zinssatz beträgt bei einer Laufzeit zwischen zwei und zehn Jahren 7½ Prozent jährlich einschließlich Tilgungsbeträgen. Als Höchstbetrag für Einzeldarlehen ist eine Summe von 25 000 Mark vorgesehen, Brand bei der„Ruhrchemie“ Oberhausen— Im Stickstoffwerk der „Ruhrchemle“ in Oberhausen-Holten entstand am Freitag ein Schadenfeuer, Die Werkfeuerwehren der Ruhrchemie, der Gutehoffnungsdsfeuren vot b Rheinisch-Westf. Elsen 146; Ruhrstahl 148; nausen und Duisburg-Hamborn konnten den Zeche Erin 156 Brand nach drei Stunden löschen. Personen kamen nicht zu Schaden. Der Sachschaden Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland t bet Dle Produktion konnte wie DM-West- DM-Ost der aufgenommen werden. Das Feuer ist nach Angaben der„Ruhrchemie“ durch Defekt„Fran. furt(Maln), 6. August 1954(vwd).— Die sG Wechselstuben kaufen 497,50 DM-Ost für 100.— Schaden ist durch vesarutes entstanden. Der DM-West und verkaufen 100,— DM-Ott für Schaden ist durch Versicherung gedeckt. 21.34 DM-West. 6K 1420 Man wirkt sympathischer Besonders im Sommer braucht Ihr Haar regelmäßig Brisk. Mit Brisk sind Sie sicher, daß Ihr Haar trotz Wind, Wasser und Sonnenhitze elastisch und immer tadellos in Form bleibt. Sie sehen gepflegter aus und das macht Sie Ihren Mitmenschen sympathischer. klebt nicht überfettet nicht BRISK-Männer haben mehr Erfolg otkrobatim enderaum/ Von Simon Carmiggelt UNSER „Sind Ihnen von diesem Schloß historische Ereignisse bekannt?“ „Natürlich. Mein Vorgänger soll einmal von einem Herrn 10 Mark Trinkgeld bekommen haben.“ Der Portier hatte„Studio 3“ gesagt, aber als ich eintrat, erblickte ich keine Menschenseele. Beim Rundfunk darf man daraus allerdings nicht folgern, daß man allein ist. Ich brauche nur in ein Mikrophon zu hüsteln, um den Beweis für die Allgegenwart der Technik aus heiterem Himmel fallen zu lassen, denn ein Lautsprecher fragte schroff:„Ja?“ „O, ich sollte eine lustige Geschichte vorlesen“, sagte ich ins Nichts.„Richtig. Sie stehen auf meiner Liste“, erwiderte der Unsichtbare sachlich.„Nehmen Sie bitte den ganzen Text durch. Lassen Sie sich Zeit, denn wir senden erst in einer Stunde. Übrigens ist der andere Herr noch ger nicht da...“ „Wer?“ fragte ich, denn ich hatte keine Ahnung von einem anderen Herrn. „Der mit Ihnen für die Sendung angesetzt ist“. erklang es.„Sein Name steht hier nicht. aber... nun ja, er macht auch etwas Amüsantes.“ Die Stimme verstummte. Nur die Geringschätzung von„Amüsantes“ blieb zurück. Nicht sehr ermutigt stand ich in dem hohen leeren Raum, betrachtete wie ein Karriere mit Peisen Sackgasse Hollywood— Ilse Werner: Sehnsucht nach dem Salon Amerika scheint den deutschen Filmschauspielerinnen nicht das erhoffte Glück zu bringen. Hildegard Knef machte in Hollywood Probeaufnahmen und kehrte bald darauf wieder zurück, nachdem sie keine Starrolle hatte erhalten können. Jetzt ist auch Ilse Werner wieder ganz in Deutschland. In den nächsten Tagen wird sie den Tanzkapellmeister und Rundfunkkomponisten Josef Niessen heiraten. Ilse Werners Karriere hatte großartig im Jahre 1938 begonnen. Die Tochter eines holländischen Kaufmanns in Indonesien, die in Batavia geboren und auch dort zur Schule gegangen war, hatte schon mit 15 Jahren Unterricht im Max-ReinhardtSeminar in Wien gehabt. Schnell erhielt sie ein Engagement an die Josefstädtische Bühne in Wien, wurde ebenso schnell für den Film entdeckt und stand, knapp 18 Jahre alt, in Hauptrollen vor der Kamera der UFA. Ein Film folgte auf den anderen: „Die unruhigen Mädchen“,„Bel ami“, „Bal Paré“,„Wir machen Musik“,„Münchhausen“ und viele andere bis zu dem Farbfilm„Figaros Hochzeit“, dessen Kopien die Rote Armee erbeutete. Dann kam das Kriegsende, das Ilse Werner in Berlin erlebte und das ihr wie vielen anderen den Verlust der Wohnung kostete. Sie ging im Herbst 1945 nach Westdeutschland. Sie war in Münchner Theatern zu sehen, synchronisierte amerikanische Filme, sang und pfiff auf Schallplatten, bis die ersten Nachkriegsfilme wieder mit ihr erschienen. Und dann kam der Tag, an dem sie den Verwaltungschef der„Neuen Zeitung“ in München, den Amerikaner John de Forest, kennen lernte, und aus der ersten Bekanntschaft wurde sehr schnell eine Verlobung und aus der Verlobung noch schneller eine Hochzeit. Amerika brachte kein Glück. Zwei Kinder starben. Die Probeaufnahmen in Hollywood waren bereits der Endpunkt der künstlerischen Erfolge in der Neuen Welt, und daß Ilse Werner jedes Jahr mehrere Monate nach Europa fuhr und hier an deutschen Bühnen spielte und auch filmte, machte die Ehe nicht haltbarer. 1952 hieß es noch:„Ich fühle mich in Amerika sehr wohl, und vor allem sind wir beide sehr glücklich, daß wir uns gefunden haben.“ Aber kurze Zeit später war Ilse Werner wieder allein in Deutschland. Ihr neuester Film heißt„Annchen von Tharau.“ In der Milchbar unterhielten sich zwei Schüler über Schwimmen. Fragte der eine: „Wie bringt man einem jungen Mädchen das Schwimmen bei?“ Sagte der andere:„Du legst die Arme um ihre Hüften und hältst sie gut fest.“ „Aber es ist meine Schwester.“ „Na, dann brauchst du sie bloß kopfüber ins tiefe Wasser zu schubsen.“ Provinzler den Sturmapparat und klopfte mit den Fingerknöcheln gegen das Hufgetrappel. „Was machen Sie da?“ rief die Stimme streng.„Essen Sie, oder so etwas Ahnliches?“ „Nein, ich stieß versehentlich gegen das Hufgetrappel“, sagte ich schuldbewußt. „Ach so“, ertönte es. Es folgte eine Pause.„Sie sollten doch das Ganze einmal vorlesen“, begann die Stimme wieder mit nachdrücklicher Geduld. „Ach ja“, rief ich. Und ich fing an:„Das Männchen, das in die Kneipe kam, glich einer Fledermaus, die von ihrer Mutter gelernt hatte, daß...“ „Einen Augenblick“, sagte die Stimme. „Kommen Sie etwas näher. Und sprechen Sie nicht am Mikrophon vorbei. Noch einmal: Das Männchen...“ Ich machte einen Schritt nach vorn und sagte:„Das Männchen..“ „Sie knistern“, erklang es.„Halten Sie das Papier still. Sie machen einen furchtbaren Krach. Ja, noch einmal...“ „Das Männchen“ Während ich weiter las, allein und doch nicht ohne seltsames Lampenfieber, öffnete sich die Tür des Studios, und ein dicker Herr mit schelmischem Clowngesicht kam herein. Er trug ein Futteral, das der Form nach einen ansehlichen Liliputaner enthalten konnte, und zwinkerte mir kollegial zu, als wollte er damit ausdrücken:„Machen Sie nur ruhig weiter. Lassen Sie sich durch einen Spätkömmling nicht stören...“ „..einer Fledermaus, die von ihrer Mutter gelernt hatte, daß in der Nacht alle Katzen grau sind“, beharrte ich.„Er steuerte auf...“ Der Mann stand nun vor mir und betrachtete meine Füße mit dem abschätzenden Blick eines Akrobaten, der seinen Partner in die Luft heben soll. Dann ging er auf Zehenspitzen weiter und verschwand hinter meinem Rücken, wo er knisterte, ohne daß ich erraten konnte. womit. Beim Lesen dachte ich: Was wird er nachher wohl zum besten geben? Ein Lied? Aber was soll das Futteral? Anscheinend ein Blasinstrument. Er sieht aus. als ob er Tubabläser wäre. In diesem Augenblick kroch der Mann plötzlich auf allen vieren in mein Blickfeld. Er sah mich flüchtig an und zwinkerte wieder. Dann schob er sich unverdrossen vorwärts. „Durch den unwirschen Ton beleidigt, den der Wirt anschlug...“ las ich noch, aber länger konnte ich meine Aufmerksamkeit dem Zettel nicht widmen. Ich stockte, starrte bestürzt den kriechenden Mann an und fragte:„Was für eine Nummer machen Sie eigentlich?“ die „Ist das noch Ihr Text?“ fragte Stimme im Lautsprecher eisig „Nein“, rief ich hilflos,„aber hier taucht plötzlich ein Kerl auf allen vieren auf...“ „Na, na, ein Kerl...“ sagte der über den Boden gekrümmte Mann,„konnten Sie sich nicht etwas höflicher ausdrücken?“ „Also gut— ein Herr“, sagte ich erschöpft..Aber wenn Sie schon mit mir für dieselbe Sendung angesetzt sind, darf ich doch wohl fragen, was diese KriechNummer zu bedeuten hat...“ „Wie ist das eigentlich, lesen Sie noch oder nicht?“ rief die Stimme bissig von Gott-weiß-woher. Immer noch auf dem Boden kniend, zuckte der Mann mit dem Clowngesicht die Achseln.„Mensch, ich habe hier schon vor einer Stunde gesendet“, sagte er abfällig.„Ich bin nur zurückgekommen, weil...“ er fuhr mit der Hand suchend über den Boden,„... ich meine Krawattennadel verloren habe!“ Ein Schotte auf der Sommerreise Waagerecht: 1. Kurort am Fuße des Matterhorns, 5. von der Decke herabhängender Leuchter(ü= ue), 8. höchste Begeisterung, 11. Ausruf. 12. orientalischer Männername, 13. französisch„König“. 14. Gebirge in Syrien. Senkrecht: 1. Beliebtes Reiseziel in Tirol, 2. seemännisches Kommando zum Wenden, 3. Teil des Baumes, 4. aus Nadelhölzern gewonnener Balsam, 6. lustiger Unfug, 7. Göttin der Morgenröte, 9. Anrede der Inder an die Europäer, 10. Laubbaum. Auflösung des letzten Rätsels Lotterie— Bariton— Darlehen— Wendelstein— Badewanne— Aktuar— Ziegeldach— Standesamt— Mannheim— Greifswald— Stoppuhr— Kapital— Bielefeld— Aargau— Magdeburg— Haselnuß.— Till Eulenspiegel. HIER WIRD GELACHT Im Vorzimmer wartet Herr Mozart VonFranz Baumer „Wie können Sie Ihre Wirtschaft„Zur schönen Aussicht' nennen, wo es hier doch tiberhaupt keine Aussicht gibt?“ „Ja, gibt es denn im Gasthaus„Zum Löwen' einen Löwen?“ „Im Vorzimmer wartet Herr Mozart“, flüstert der Diener dem großen Dirigenten aufgeregt ins Ohr. „Herr Mozart? Mozart, der Komponist?“ „Ja, Mozart!“ „Soll warten“, bestimmt der große Dirigent.„Ich kann mich im Diktat nicht stören lassen“ Und weiter eilt der Stift der Sekretärin über den dickgefüllten Stenoblock„... für Südamerika nur dann zusagen, wenn die Bedingungen noch wesentlich verbessert werden.“ Dann folgen weitere Briete in alle Welt. Im Vorzimmer wartet Mozart. Er wartet mit heiterem Lächeln. Seitdem er über den Sender Olymp die Übertragungen seiner Werke von der Erde hört, ist in ihm der Wunsch aufgestiegen, nochmals eine Oper dort unten selbst zu dirigieren. So ist er gleich zu dem großen Dirigenten gekommen, der sich, wie er glaubte, über seine persönliche Bekanntschaft freuen würde. Doch er wird nicht vorgelassen. Der große Dirigent hat zunächst noch mehrere Ferngespräche zu führen. Dann betritt ein elegant gekleideter Herr mit Hornbrille und Schweinsledermappe den Warteraum. Ehrerbietig komplimentiert ihn der Diener und weist ihn zur Tür des großen Dirigenten. „Ich warte schon eineinhalb Stunden“, meldet sich Mozart freundlich, fast schüchtern zu Wort. „Bedaure, der Herr ist von der Konzertdirektion.“ Bald darauf kommt wieder ein Herr, der sogleich Einlaß erlangt. Er ist von der Presse. Nach weiteren zwei Stunden erhebt sich Mozart. Er lächelt immer noch. Jetzt aber über seine Einsicht, daß es doch besser sei, zu gehen. Vielleicht wäre er tatsächlich noch vorgelassen worden, und man hätte ihm seinen Wunsch am Ende gar noch erfüllt. Wie sollte er sich dann davor schützen, plötzlich ebenso berühmt zu werden wie der große Dirigent? Als er die Tür des Vorzimmers behutsam hinter sich geschlossen hat, lächelt er noch immer. Und denkt: Wie schön ist es doch auf meinem Stern! Wie gern gehe ich dorthin zurück! Sterne und Stars halten einen Vergleich nicht aus! Straßenhändler „Was sind Sie von Beruf?“ „Straßenhändler.“ „Interessant! Was kostet denn heutzutage eine mittelgroße, schöne Straße in ruhiger Gegend?“ Nachtruhe „Können Sie bei Ihren Schulden überhaupt noch ruhig schlafen?“ „Warum nicht? Die Gläubiger kommen ja nur bei Tag.“ Baby „Zum Geburtstag wünsche ich mir eine neue Puppe“, sagt die vierjährige Inge zu ihrer Mutter. „Aber Inge, deine Puppe ist doch noch gut!" „Ich bin ja auch noch nicht abgenutzt— und du hast doch ein neues Baby bekommen!“ Die Meinung Eine Mutter spricht zu ihrer Tochter: „Wenn sich noch einmal ein Herr dir nähert und anfängt, zudringlich zu werden, dann mußt du ihm tüchtig die Meinung sagen.“ „Aber welche, Mutter? Deine oder meine?“ Die wahre Liebe „Ach, Geliebter, mir wäre wohler, wenn ich nicht so reich wäre. Ich habe immer Angst, daß ich des Geldes wegen begehrt bin.“ „Sei unbesorgt, ich würde dich auch heiraten, wenn du noch reicher wärest!“ Angenehme Gewohnheit Sie„Ich kann meine Mädchengewohnheiten nicht so schnell aufgeben.“ Er:„Ja, laß dir ruhig noch weiter von Papa Taschengeld geben.“ Der Unterschied Sie:„Wenn man dir etwas sagt, geht es zum einen Ohr hinein und zum anderen heraus.“ Er:„Wenn man dir etwas sagt, geht es zu beiden Ohren hinein und zum Mund wieder heraus.“ Diisentänzer Bei einem Ball in Östende bemühte sich ein verliebter junger Mann um eine reizende junge Dame, die aber nur ungern mit ihm zu tanzen schien. Beim Tanz sagte er:„Ich bin übrigens Düsenflieger.“ „Ah“, sagte seine Partnerin kühl,„dann verstehe ich auch, weshalb Sie schneller tanzen als der Schall.“ Tausendfüßler Heulend kam ein kleiner Tausendfüßler zu seiner Mutter gerannt. „Was hast du denn?“ fragte die erschreckte Mama. „Ein böser Mann hat mir auf ein Füßchen getreten!“ „Auf welches denn?“ „Weiß ich nicht, kann doch nur bis zehn zählen, Mutti!“ Beefsteaks Bei Schmollers gab es Krach. Das Mittagessen war angebrannt. Schmoller schalt. Seine Frau rief:„Erlaube mal, ich habe schon Beefsteaks gebraten, als du noch in kurzen Hosen herumgelaufen bist.“ „So!“ schnaubte Schmoller wütend.„Und weshalb bringst du sie erst jetzt auf den Tisch?“ Lieblingswort „Kennen Sie das Lieblingswort der Frau?“ „Nein. Welches ist es denn?“ „Das letzte.“ Zu jung Ein Sommergast, der mit hochgeschlagenem Mantelkragen mißmutig unter einer Dachtraufe stand und in den Regen blickte. fragte einen Fischerjungen:„Sag mal. Kleiner, wie lage regnet es hier schon?“ „Das weiß ich nicht“, antwortete der Junge,„ich bin erst elf Jahre alt.“ Das Herz Der Patient fragte ängstlich den Arzt: „Ist mit meinem Herzen etwas nicht in Ordnung?“ „Es ist ein bißchen überanstrengt, aber so lange Sie leben, wird es noch gehen.“ DAS RONIGIICHE SPIEL veranderter Blutdruck-Adernverkalkung und vorzeitiges Altern sind häufige Erscheinungen, bei denen Sie Hämoskleran nenmen sollten. Quälen Sie Müdigkeit, Benommenheit, vom Herzen ausgehendes Unbehagen, Schwindel- und Angstgefühl, Öhrensausen, Atemnot. Gedächtnisschwäche, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, dann Hämoskleran, immer wieder Hämoskieran, das sinnvolle, hochwirksame Spezifikum. Das Mittel, welches völlig unschädlich ist, enthält eine bewährte Blutsalzkomposition, angereichert mit herzstärkenden, blutdruckregulierenden Pflanzenstoffen. Auch wurde neuerdings Rutin beigefügt, das die Adernwände elastischer macht. Packung mit 70 Tabletten DM 2,15— nur in Apotheken. Verlangen Sie interessante Druckschrift H kostenlos von Fabrik pharmaz. Präparate Carl Bühler, Konstanz Im Europa-Zonenturnier Ost, das in Prag and Marienbad ausgetragen wurde, siegte der tschechische Meister Pachmann mit 15 Punkten vor dem favorisierten Szabo(Ungarn) 14½, Sliwa(Polen) 13, Stahlberg(Schweden) und Dr. Filip(CSR) mit je 12½ Punkten. Stahlberg und Filip haben noch einen Stichkampf um den wichtigen 4. Platz auszutragen, der für die Teilnahme am Kandidatenturnier entscheidend ist. Wir bringen eine Partie des Siegers gegen den Isländer Olafsson, der erst im zweiten Teil des Turniers nachließ Königsindisch Weiß: Pachmann Schwarz: Olafsson 13.Tdi-g1(besser Thgl) Sa6—c5 14. Ld3—c2 a7—a6 15. 82—g4 f5:g4 16. f3:g4 Sh5—f4 17 Sc3—e4 Sc5:e4 18. Lc2:e4 c7—c6 19. Kcl—bl b7—b5 20. Dd2—c2 h7—h6 21. Tgi—e1.. Mit diesem feinen Zuge erzwingt Pachmann den Abtausch des lästigen Springers; denn es droht nun 22. Sf4: ef4: 23. Lf4:! Tf4:? 25. Lh7+ mit Damengewinn. 21.... Sf4:e2 22. Dc2: e2... Beide Spieler haben das Läuferpaar, aber die weißen Läufer sind mächtiger, da sie beide den schwachen Königsflügel unter Feuer halten, während die schwarzen Läufer von ihren eigenen Bauern behindert werden. 22.... c6:d5 23. c4:d5... Auf Ld5: gewinnt Weiß zwar die Qualität, aber Schwarz 1. d2-d4 Sg8—f6 2. c2—c4 g7—g6 3. Sbl—c3 hat nach 23.... Le6 24. Las: gutes Gegen18—g7 4. e2—e4 d7—06 5. f2—f3.... Von L18—g7 dem Vierbauerspiel(f4) ist man heute abgekommen, da diese Bauernfront zu große Angriffspunkte bietet. 5.... 0—0 6. Lcl-e3 0— 7, d4—d5 Sf6—h6. Nach bekanntem Muster, der Schwarz den Königsangriff vorschreibt, während Weiß auf dem Damenflügel zum Gegenspiel ansetzt. 8. Ddi-d2 f7—f6 9. e4:f6.... Damit gibt Weiß seine Absicht kund, das Steuer herumzuwerfen und auf Königsangriff zu spielen. 9... g6:f6 10. 0—0—0 Sb8--a6. Über d7 läßt Sich der Springer nicht entwickeln, da dann sofort der Vorstoß g2—g4 möglich ist. 11. Lfl-d3 Lc8—d7 12. Sgl—e2 Dd8—e8. Schwarz gruppiert seine Figuren zum Königsangriff um. Damit beginnt der alte Wettlauf: Wer kommt zuerst? spiel 23... Dd6—c8 24. De2—d2.... Weiß gibt den g-Bauer natürlich gern, um dafür den h-Bauer zu gewinnen und den schwarzen Königsflügel ganz zu öffnen. 24... Ld7:g4 25. Le3:h6 Ta8—a7 26. Thi-g1 Lg4—f5. 27. Lh6:g7 Lf5:e4+ 28. Tel:e4 Ta7:g7 29. Tal:g7+ Kg8:g7. 30. Dd2—g5+ Kg7—f7. Fast sieht es so aus, als ob Weiß nach dem Läufertaumsch mit seinem Latein zu Ende ist, findet aber ein geniales Turmmanöver, durch das der schwarze König doch noch abgefangen wird. 31. Te4—h41 Tf8—h8 32. Th4—g4 Dc8—f8 33. Tg4—g1 Kf7—e8. 34. Tgl—c1! Df8—h6 36. Tcl—c8+ Ke8-d7 36. Dg5—f5+ und Schwarz gibt auf, da matt in spätestens 3 Zügen nicht zu decken ist. Kunden suchen und Kunden finden Sie durch regelmäßiges Werben In dieser seit Generationen fest verankerten und anerkannten Heimatzeltung Fürden Magen Ein bowährtes NEUMAN N-Hellmittel mit Dauerwirkung Ihre Hand bestätigt es: „fit“-gepflegtes Haar fühlt sich an wie frisch gewaschenes Haar.. und doch fliegt es nicht, sondern sitzt tadellos. Das Geheimnis?„fit“ zieht in Ihr Haar ein und gibt ihm von innen her Halt. Darum erkennt man die„fit“-Frisur nur am guten Sitz und am natürlichen Glanz des Haares. In Tuben ab 85 Pf. und in Tiegeln -und Ihr Haar sitzt ohne zu fetten- ohne zukleben Auch die Möwen warten... Kurzbesuch in Norderney- Der„Gläserne Triebwagen“ braucht nur 4 Stunden für die Fahrt Jede Woche einmal läßt die Bundesbahn ihren„Gläsernen Triebwagen“ zu einer Sonderfahrt nach Norderney starten. Nach Norddeich, richtiger gesagt; denn hier müssen sich die Fahrgäste der Reederei „Frisia“ anvertrauen, die sie mit hübschen Schiffen in 40 Minuten zur Nordseeinsel hinüberbringt. Die Zeit, die man für die Reise braucht, ist erstaunlich kurz. Aus dem Ruhrgebiet trägt dieses moderne und bequeme Glashaus auf Schienen seine Reisenden in knapp vier Stunden durch die satte, reiche Ebene Norddeutschlands. Nach keiner Seite hin bietet sich dem Auge ein Hindernis. Es kann ausruhen von dem ermüdenden Grau der Städte. Das Gefühl, einen unmittelbaren Kontakt zu haben mit der Landschaft und allem Leben draußen vor der durchsichtigen Wand, ist merkwürdig und neu. Trotz der großen Schnelligkeit der Fahrt kommt kein Gedanke an„Eile“ auf. Es ist, als ginge man durch das Land spazieren. Als könne man, wenn man wollte, die Bäume berühren und den großäugig staunend auf ihrer Koppel stehenden Pferden in einem Anfall von Kühnheit und Naturverbundenheit den Hals klopfen. Es ist alles nah, wirklich. Und es ist ganz anders, als man es kannte. Der blanke Schienenstrang voraus scheint in gerader Linie auf das Meer zuzulaufen. An seinem Ende steht ein Schiff, das wartet, und über dem Schiff sind die Möwen. Sie warten auch. Daß sie das zweifellos beste und müheloseste Geschäft mit dem Fremdenverkehr machen, sieht man ihnen an. Sie sind fett, frech und gefräßig. Die Möwen, treu, futtertreu, begleiten das Schiff bis zum Inselstrand. Sie bringen den braungebrannten„Alteingesessenen“ ihre sonne- und wasserhungrigen weißen Brüder von„drüben“ und entlassen sie ungern, ewig unzufrieden klagend, in diese neue kleine Welt hinein. Neu? Ja, denn das Alte, fast Vergessene hat alle Reize des Unbekannten. Es ist nicht nur anders, es ist neu, wenn man etwa die Straßenbahn oder das Auto mit einem der wackligen Pferdeomnibusse vertauscht, die wartend am„Bahnhof“ stehen, wenn man bedächtig und ohne Lärm mit ihnen ganz nah am Strand entlang fährt, in die Stadt hinein oder ans Meer, in die Dünen... Die Bewohner von Norderney und die Oirektion des Bades haben sich allerlei Sorgen machen müssen in den letzten Jahren. Öffenbar verspürte ihre Insel immer nachdrücklicher den Drang, zu wandern, rücksichtslos, von Westen nach Östen. Sie gab ihren Westrand langsam dem Meer zurück. Ein merkwürdiger Einfall, zweifellos. Und ein gefährlicher dazu. Aber die Menschen wußten sich zu helfen. Wenn man den Öststrand betrachtet, wie er so weiß und breit und einladend hinter der weißen Düne liegt, dann muß man zufrieden sein. Ein schönerer Badestrand läßt sich kaum denken. Alles konzentriert sich also nun notgedrungen, aber sehr glücklich geordnet, im Osten. Der Golfplatz, die Campingplätze, das Segeln und Reiten. So ist alles leicht erreichbar, nahe beieinander— und doch in gehöriger Entfernung von der Stadt. Denn hier ist die Welt der„Kurgäste“, der Menschen also, die im Gegensatz zu den„Badegästen“ eine Krankheit mit hierher gebracht haben und sie nicht wieder mitnehmen wollen, wenn sie abreisen. Die hier in der hübschen und modernen Trinkhalle des Kurhauses in bunten Sesseln sitzen, frischgezapftes Meerwasser trinken und hinausschauen auf die Blumen vor den Fenstern, das bunte Durcheinander der Gäste ir Bademänteln, Strandanzügen, hellen Kleidern. Oder die ins Wellenbad gehen, um sich vom„Meer im Hause“ behandeln, von den Wellen massieren und treiben zu lassen. Es ist das einzige Wellenbad Europas, das richtiges Seewasser hat. Wer dann— frisch gebadet, gut massiert— Lust auf einen Waldspaziergang hat, auf einer kleinen Brücke stehen und Schwäne füttern möchte, der braucht nicht weit zu gehen: gleich hinter dem Kurhaus werden 200 Morgen Mischwald sorgsam gepflegt und gehegt— als Seltenheit auf einer Nordseeinsel. Abends wartet das Kurhaus mit Konzerten, Theatervorstellungen, kleinen und großen Bällen auf seine Gäste. Es sieht so aus, als sei wirklich„für jeden etwas“ da. Seit der Freigabe des Kurhauses und vieler großer Hotels durch die Engländer ist eine Menge Geld verbraucht worden, um Norderney so anziehend zu machen, wie es jetzt ist. Eine Menge Geld und sehr viel Mühe. Und man möchte wünschen, daß auch die letzten Schilder, die an den Fenstern der Hotels und Pensionen darauf hinweisen wollen, daß„Zimmer zu vermieten“ sind, recht bald verschwinden. Daß der Strand sich richtig belebt, so wie er es verdient, und daß die Pferdeomnibusse von Fahrgästen so belagert werden, daß sie in Versuchung kommen, gegen Sitte und Gesetz ein wenig schneller zu fahren. Daß also der sichtbare und in den Kassen des Bades spürbare Erfolg die Mühe lohnt. A. H. Jedem sein eigenes Atomkraftwerk Tauziehen um ein Wrack Wer hat die„Mildrid“ geborgen?— Heißer Kampf in der Nordsee zwischen Briten und Franzosen London— Eine„Seeschlacht“ vor der Südküste Englands hat ihr vorläufiges Ende gefunden. Britische und französische Seeleute kämpften um ein brennendes verlassenes Wrack. Es ging um den handfesten Preis, der für die glückliche Bergung des Schiffes zu erwarten ist. moil“, der um die Jahreswende 1951/52 bei dem Kampf um die sinkende„Flying Enterprise“ eine hervorragende Rolle gespielt hat. Das Rennen machte die„Jim M“. Sie nahm die„Mildrid“ in Schlepp, aber nicht für lange. Kurz darauf erschien auch die „Gai Floreal“ auf der Bildfläche. Zwei Mann der Besatzung stiegen an Bord und hißten, wie es laut Seerecht vorgeschrieben ist, die französische Flagge. Ob sie auch das Tau der„Jim M“ gelöst haben, ist nicht erwiesen. Jedenfalls sah sich das britische Boot plötzlich von dem Wrack abgehängt. Die Franzosen hatten somit alle Bedingungen erfüllt, die zur Beanspruchung des Bergungspreises notwendig sind. Doch ehe sie sich der Vorfreude hingeben konnten, war auch der Hochseeschlepper„Turmoil“ schon da. Seine Besatzung ging ebenfalls Bord, hißte die britische BergungsDas ist der breite, neugewonnene Badestrand auf der Ostseite der Insel, gleich hinter der„Weißen Düne“. Das Drama begann kurz vor Mitternacht. Der norwegische 2055-Tonnen-Dampfer „Mildrid“ ging sieben Meilen vor der Küste von Suffolk durch eine Explosion im Maschinenraum in Flammen auf. Besatzung und Passagiere, zusammen 29 Personen, konnten sich in den letzten beiden noch nicht verbrannten Booten retten. Sie wurden von dem britischen Dampfer„Corfen“ aufgenommen. Die Notsignale der„Mildrid“ hatten aber auch andere Schiffe herbeigerufen. Mit Volldampf näherten sich das kleine englische Motorschiff„Jim M“, das französische Fischereifahrzeug„Gai Floreal“ und der britische Hochseeschlepper„TurKein Märchen, sondern Wirklichkeit— So groß wie eine Autobatterie an Washington.— Die Zeit, in der man elektrische Energie direkt aus dem Atom gewinnen kann, ist nach meiner Meinung nicht fern!“ Diese Ankündigung machte der amerikanische Senator Edward C. Johnson. Er muß es wissen, denn er ist Mitglied der Atomenergiekommission. In Laboratorien der freien Wirtschaft seien Entdeckungen gemacht worden, auf die er nicht näher eingehen könne, erklärte Johnson. Das sei der Grund, weswegen es im Senat eine so lange Debatte um das neue Atomgesetz gegeben habe. Nach diesem Gesetz erhält das freie Unternehmertum das Recht, die Atomenergie auf wirtschaftlicher Grundlage zu entwickeln.„Sie können es mir glauben“, betonte Senator Johnson,„daß man nicht so lange über das Gesetz debattiert hätte, wenn nicht etwas wirklich Revolutionäres im Busch wäre.“ Ein jungverheiratetes Paar wird, so sieht es Johnson voraus, künftig in einen Laden gehen und sich ein Miniatur-Atomkraftwerk kaufen, das nicht größer als eine Autobatterie ist. Dieses Heimkraftwerk wird allen benötigten Strom für die Beleuchtung, den Kochherd und die Zentralheizung liefern. Seine Energie wird ausreichen, so lange das Haus steht. „Höflichkeits-Bons“ Laboe.— Die Kurgäste des Ostseebades Laboe bei Kiel erhalten bei ihrer Ankunft„Höflichkeits-Bons“, mit denen die höflichsten Gastgeber und ihr Personal festgestellt werden sollen. flagge, begann das Feuer zu löschen und vertäute das Schiff an dem Schlepper. Die Franzosen sprachen kein Wort mit den Engländern. Im Bewußtsein ihrer älteren Rechte saßen sie eiskalt abwartend an Deck des Wracks und spielten Karten. Die„Mildrid“ hing jetzt an zwei Tauen. Es kam nur darauf an, ob die Briten oder die Franzosen stärkere Motoren hatten. Natürlich war der Schlepper stärker. Langsam zog er das Wrack und damit den Fischkutter näher der Küste entgegen. Die „Gai Floreal“ versuchte das mit voller Motorenkraft zu verhindern, aber es war vergeblich. Am Strand von Felixstowe versammelten sich Tausende von Urlaubern, die dem„Kampf um die Beute“ gespannt zusahen. Es gelang den Männern der„Turmoil“, das Feuer weitgehend einzudämmen. Die beiden Franzosen taten keinen Handschlag. Erst als der Schlepper vor Harwich vor Anker gegangen war, traten sie wieder in Aktion. Sie verließen das Schiff und lieferten bei der Versicherungsgesellschaft Lloyd einen genauen Bericht über die Bergung(ihre Bergung, natürlich) ab. Damit haben sie alles getan, was sie konnten. Sie können wieder den Fischgründen zusteuern. Das letzte Wort müssen die Gerichte sprechen. Niemand wollte Sheilas Mann Fünfjähriger Kampf mit der Bürokratie— Happy end für Sowjetoffizier London.— Nach fünfjährigem Kampf mit den Behörden hat es die Engländerin Sheila Walker-Ulanow durchgesetzt, mit ihrem Mann in England leben zu dürfen. Sie lernte ihn 1949 in Wien kennen, wo sie bei der britischen Kommandantur beschäftigt war, während er Öffiziersdienst in einem Sowjetregiment leistete. Serge Ulanow hatte genug von Stalins Herrschaft und desertierte. Da aber damals noch das Auslieferungsabkommen für rusICH REISE der Sonne entgegen Aus dem Lehmhütten-Dorf nach Cambridge/„Das Leben ist ein Staffellauf“ Von Tom Stacey Brazzaville(Aquatorial-Afrika).— Wie kann man nur Erisa, dem zweiten Mann meiner kleinen Expedition, das dauernde Teetrinken abgewöhnen? Hier in Brazzaville unter der Glutsonne Afrikas sind doch andere Getränke üblich. Die französischen Beamten halten sich an Schnaps und Wasser, die Eingeborenen ziehen Palmwein vor, und ich trinke literweise Orangeade, Für meinen schwarzen Freund Erisa aber muß es Tee sein.„China, s’il vous plaît, avec ein bißchen Milch und zwei Stück Zuckel...“ So ging es während der ganzen Reise von London bis hierher. Wo immer wir auch Zwischenlandungen machten, in Amsterdam, Rom oder Kano— überall verschwand er vorübergehend heimlich aus meinem Blickfeld. Einmal mußte er über die Lautsprecher gerufen werden, er hätte sonst den Start verpaßt. Und wo war er jedesmal? Natürlich im Restaurant vor einer Teetasse. Vier Studienjahre in England haben Erisa teesüchtig gemacht. Doch ich glaube. es ist jetzt an der Zeit, meinen Freund vorzustellen. Lesen Sie bitte die folgenden Zeilen recht aufmerksam, denn jetzt wird es kompliziert. Also: Erisa Kironde ist ein reinrassiger Neger, ein Muganda. Genau genommen ist er Mitglied des Stammes der Baganda, der in Buganda lebt, einer Landschaft in Uganda. Die Landessprache heißt Luganda. Lehmhütte mit Wellblechdach Nachdem wir das verdaut haben, wollen wir fortfahren. Erisas Lebensgeschichte ist so außergewöhnlich, daß es sich wirklich lohnt, sie aufzuzeichnen. Als er in einer Klinik zu Mukono in Uganda das Licht der Welt erblickte, verdiente sein Vater als kleiner Hilfslehrer nicht mehr als zwölf Mark im Monat. Eine Woche lang durfte sich die Mama von der Geburt erholen; dann band sie sich den kleinen Erisa auf den Rücken, und ein Bekannter fuhr sie in einer Art Rikscha nach Hause. Es war ein 15 km langer holpriger Wen nach dem Dörfchen Busozibulongo(350 Einwohner), wo der Vater auf der Türschwelle stolz auf sein Weib wartete. Auch er konnte mit einer frohen Nachricht aufwarten: Man hatte ihn zum Schulinspektor ernannt. Jetzt konnte die Familie aus der Lehmhütte mit dem Wellblechdach ausziehen. Das war im Jahre 1926. Erst 32 Jahre vorher waren die ersten britischen Missionare in dieses Land eingedrungen und hatten ihre Stationen errichtet. Der Junge wuchs in einer Atmosphäre primitiven Christentums auf, ergänzt durch Geschichten und Legenden von der einstigen Macht und Größe des stolzen BagandaStammes. Vor etwa 400 Jahren, als im Östen des schwarzen Erdteils arabische Sklavenjäger und Zwistigkeiten der Stämme untereinander ein chaotisches Geschichtsbild formten, da lebten die Bagandas in einer Art demokratischer Regierungsform. Das„Eton“ Ostafrikas Erisas Mutter starb, sein Vater heiratete erneut und arbeitete schwerer und schwerer. Unter dem Einfluß der Missionare lebte sich die Familie mehr und mehr in die westliche Gedankenwelt hinein. Als siebenjähriger Junge stieg Erisa auf den Rücksitz des väterlichen Motorrades, und der Vater fuhr ihn zur Schule— nach dem Kings College in Budo. Man nennt diese Anstalt das ostafrikanische Eton. Tatsächlich besteht der Unterschied zwischen dieser englischen Oberschule und ihrem afrikanischen Gegenstück hauptsächlich in einem Punkt: Wenn man einen Jungen für ein Jahr nach Eton schicken will, muß man 400 Pfund Sterling aufbringen— das sind rund 4800 Mark. Budo aber kostet nur 19 Pfund, also etwa 225 Mark. Darum war Erisas Vater in der Lage, den aufgeweckten Jungen dort ausbilden zu lassen. Trotzdem mußte der Alte verzweifelt sparen, um auch nur dieses wenige Geld zusammenzubringen. Erisa war 19 Jahre alt und gerade reif, in die afrikanische Universität Makerere einzutreten, als der erschöpfte Vater von einer Lungenentzündung befallen wurde und starb.„Geh nach England, mein Junge“, waren seine letzten Worte. Und Erisa schwur, den Wunsch des Vaters zu erfüllen.„Das Leben ist ein Staffellauf“, hat er mir oft gesagt.„Jeder Mensch hat einen Stab, und seine Pflicht ist es, zu laufen und zu laufen, und am Ende seines Lebens den Stab seinen Kindern weiterzugeben!“ Nach Cambridge Erisa wußte, daß er jetzt den Stab hielt. In Makarere lernte er mit glühendem Eifer; nebenbei wurde er Kapitän der Universitäts-Fußballmannschaft und einer der besten Schwimmer. Und dann kam der große Tag, da man u. a. ihn aus den 400 Studenten auserwählte, um in Cambridge weiterzustudieren. Zugleich mit dieser Ehrung zog ein neuer Ehrgeiz, ein Wunschbild in Erisas Seele ein: Er wollte in der Fußballmannschaft von Cambridge mitspielen. Wenige Monate später kam in der britischen Universität ein kluger kräftiger Negerstudent mit guten Aussichten an. Vielleicht auch ein künftiger Fußballstar? Nein, damit war es vorbei. Kurz nachdem er für Cambridge ausersehen worden war, hatte er durch eine Blutvergiftung ein Bein verloren. Heute ist er ganz glücklich darüber.„Weißt du, Tom“, sagt er,„was würde ich jetzt tun, wenn ich mein Bein noch hätte? Gewiß wäre ich nicht hier.“ Und das freut auch mich— es ist diese wunderbare Kameradschaft, die unsere Expedition so vollkommen macht. Wir werden uns den Weg durch Afrika nach Uganda bahnen, und dort wird sich Erisa dann als Kaufmann niederlassen. Mit seinen Fähigkelten wird er es wenigstens auf diesem Gebiet bald zum„Mittelstürmer“ bringen. In England hat er viele Freunde zurückgelassen, aber auch viel an Wissen und Erinnerungen mitgenommen nach dem heimatlichen Afrika. Geblieben ist ihm auch die Freude am Teetrinken.„China, s’il vous plaît, avec ein bißchen Milch und zwei Stückchen Zucker (Wird fortgesetzt) sische Deserteure eingehalten wurde, gab er sich als Pole aus und kam nach England in ein DP-Lager. Man beschäftigte ihn als Geschirrwäscher in einer Schule. Hätte er diese Stelle drei Jahre lang beibehalten, wäre er britischer Staatsbürger geworden. Aber er gab sie auf, um als Journalist tätig zu sein. Bald darauf traf er Sheila Walker wieder und verlobte sich mit ihr. Bei einer Cocktailparty wurde er von einem sowjetischen Agenten wiedererkannt. Die Russen stellten einen Auslieferungsantrag. England begnügte sich aber mit einer Deportation nach Österreich, wo Ulanow Unterkunft in einem Lager fand. Sheila folgte ihm und heiratete ihn 1951. Da er keine Geburtsurkunde besaß, gab es nur eine kirchliche Trauung. Diese erkannten die Behörden nicht an, als Sheila von Botschaft zu Botschaft und von Konsul zu Konsul lief, um ein Land zu finden, das sie beide aufnahm. Russische Überläufer waren damals noch nicht so gefragt. Erst mit Hilfe des Abgeordneten Cyrill Black gelang es ihr jetzt, die Ziviltrauung vor einem österreichischen Standesamt nachzuholen und die Einreiseerlauonis für ihren Mann nach England zu erhalten. Der fünfjährige Kampf mit der Bürokratie hatte sich gelohnt. BUNTE WELT Verborgte Touristen Battice.— Bei Battice(Belgien) hatte ein niederländischer Reiseomnibus eine Panne. Der Chauffeur telefonierte nach Maastricht um einen Ersatzwagen. Die Zollbeamten ließen ihn jedoch nicht über die Grenze, da er keine Fahrgäste hatte. Erst nachdem ihm ein anderer Omnibus Touristen gepumpt hatte, durfte der Ersatzwagen den Schlagbaum passieren. Gehirn-AG. Cases Hill.— 750 Dollar zahlte Dr. John M. Kelling aus Cases Hill(USA) als erste Dividende an seine„Aktionäre“ aus. Als er sein Studium begann, hatte er keinen Cent und gab an zwarzig Mäzene Aktien auf seine Person aus, mit denen er seine ärztliche Laufbahn finanzierte. Verschmähte Liebe Toronto.— Die 16jährige Kellnerin eines Restaurants in Toronto(Kanada) verriet drei 14jährigen Jungen das Stichwort zur Einstellung des Geldschrankschlosses ihres Arbeitgebers und ließ die Kasse ausplündern. Die erbeuteten 1273 Dollar wurden gerneinsam durchgebracht. Vor Gericht gab sie an, der Einbruch sei ein Racheakt gewesen, weil der Lokalbesitzer ihre Liebe verschmäht habe. Winnetou war kein Fälscher Tennessee.— Wegen Scheckfälschung wurde in Tennessee(USA) ein Indianer verhaftet. Er hatte achtzehn Schecks ausgestellt, aber jeden mit einem anderen Namen unterschrieben. Nach drei Tagen ließ man ihn frei, er besaß tatsächlich achtzehn Stammesnamen. Kavalier auf Abwegen Rom.— In großen Körben ließ Pietro Dossi aus Rom tausend rote Rosen in das Hotelzimmer der von ihm leidenschaftlich verehrten Tänzerin Marina Sedia schaffen und wurde verhaftet. Sämtliche tausend Rosen waren gestohlen. Entschuldigungszettel Paris.— Weil sie nach einem abendlichen Kinobesuch nicht mehr in ihr verschlossenes Haus kam, wandte sich eine jungverheiratete Pariserin an einen Polizisten. Er gab ihr den Rat, in einem Hotel zu übernachten, und stellte ihr auf Verlangen für den Ehemann einen Entschuldigungszettel aus, auf dem die Sachlage bescheinigt wurde. Reta. Das Hotel der Babys Säuglinge reisen mit dem Klapperstorch— Hotelgäste Schreiende und strampelnde Godesberz.— In Bad Godesberg wurde das erste Kleinstkinder-Hotel in Westdeutschland eröffnet. Das alte Märchen vom Klapperstorch ist in Bad Godesberg am Rhein Wirklichkeit geworden. Dort reisen die Babys zwar nicht mit dem langbeinigen Vogel persönlich, dafür aber in einem bequemen Kraftwagen mit Liegebett und Pflegerin, der an beiden Seiten sein Abbild trägt. Ehepaar Niemöller kam auf die gewiß nicht alltägliche Idee, das erste Kleinstkinder-Hotel in der Bundesrepublik zu eröffnen. Es werden dort nur Babys im Alter bis zu einem Jahr aufgenommen, deren Eltern sich vorübergehend oder für längere Zeit von ihren Lieblingen trennen müssen. Ihre Abholung erfolgt, soweit die Säuglinge nicht direkt in das Hotel gebracht werden, mit dem erwähnten„Klapperstorchwagen“. Die Nähe der Bundeshauptstadt Bonn ist für das originelle, neue Unternehmen natürlich von großem Vorteil. Es leben dort viele Diplomaten, Politiker, Journalisten und Regierungsbeamte, die froh sind, wenn sie ihre Kleinstkinder in guter Obhut wissen. Doch auch unter den Industriellen des Ruhrgebiets hat sich die Einrichtung des Baby-Hotels„Gisi“ bereits herumgesprochen. Es ist also eine internationale Elite der Schreihälse, die sich in dem Baby-Hotel von Bad Godesberg versammelt hat. Sie kann sich dort der Segnungen der modernsten Hygiene auf den Gebieten der Belüftung, Ernährung und Körperpflege erfreuen. Bakterien und andere Krankheitserreger würden sofort durch Fluten von Wasser hinweggespült oder von der neuzeitlichen Luftentkeimungsanlage abgesaugt, die man in den hell und freundlich wirkenden Zimmern eingerichtet hat. Die Besitzer und ihre Helferinnen wissen, daß die moderne Säuglingspflege eine ganze Wissenschaft ist. Es gilt dabei, nicht nur auf die Gesundheit der Kleinstkinder, sondern auch auf die normale Entwicklung ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten zu achten. Ein neuer Beruf London.— Fünfundzwanzig englische Mädchen sind als„Eierbrecherinnen“ in einem Campingplatz an der Kanalküste beschäftigt. Sie haben dort täglich nicht weniger als achttausend Hühnereier für die Lagerküche aufzuschlagen. cep. Der richtige Mann Stockholm.— Der Vorsitzende der schwedischen Vereinigung der Vogelliebhaber heißt Sven Nachtigall cep. Viele Menschen standen rings um das Schloß herum, bis an die Fenster hinauf, um zu sehen, wie die Königstochter die Freier empfing, aber wie einer von ihnen den Saal betrat, versagte ihm sein Mundwerk vollkommen.„Taugt nicht“, sagte die Königstochter,„weg damit“. Nun kam der von den Brüdern, der das Lexikon konnte, aber das hatte er ganz und gar vergessen, els er in Reih und Glied dastand und der Fußboden knarrte und die Decke war aus Spiegelglas, und an jedem Fenster standen drei Schreiber ,die schrieben alles auf, was gesagt wurde, damit es gleich in die Zeitung kommen konnte. Das war schrecklich. Und dabei hatten sie dermaßen eingeheizt, daß der Öfen glühendrot war.„Hier ist eine entsetzliche Hitze“, sagte der Freier. „Das kommt, weil mein Vater heute junge Hähne brät“, sagte die Königstochter. Bäh, da stand er, auf die Rede war er nicht gefaßt gewesen. Auch nicht ein Wort wußte er zu sagen, denn etwas Witziges mußte es durchaus sein. Bäh.„Taugt nicht“, sagte die Königstochter,„weg damit.“ Und dann mußte er hinaus. Nun kam der andere Bruder.„Hier ist eine entsetzliche Hitze“, sagte er.„Ja, wir braten heute junge Hähne“, sagte die Königstochter.„Wie be-, wie?“ sagte er.„Taugt nicht“, sagte die Königstochter,„weg damit.“ Nun kam Tölpel-Hans. Er ritt auf dem Ziegenbock gerade in den Saal hinein.„Ist das eine Mordshitze“, sagte er.„Jawohl, ich brate heute junge Hähne“, sagte die Königstochter.„Das ist ja herrlich“, sagte Tölpel-Hans,„dann kann ich mir wohl eine Krähe mitbraten.“„Das können Sie gern tun“, sagte die Königstochter,„haben Sie aber etwas, worin Sie sie braten können, denn ich habe weder Topf noch Tiegel.“ „Ja, das hab ich“, sagte Tölpel-Hans, und damit zog er den alten Holzschuh aus der Tasche und legte die Krähe hinein.„Das ist ja eine ganze. Mahlzeit“, sagte die Königstochter,„aber wo nehmen wir die Tunke her?“„Die hab ich in der Tasche“, sagte Tölpel-Hans,„ich habe so viel, daß es nicht darauf ankommt, wenn etwas verschüttet wird.“„Das gefällt mir“, sagte die Königstochter,„du kannst doch antworten. Dich will ich zum Mann haben. Weißt du aber, daß jedes Wort, was wir sagen und gesagt haben, aufgeschrieben wird und morgen in die Zeitung kommt? An jedem Fenster stehen, wie du siehst, drei Schreiber.“„Das ist also die Herrschaft“, sagte Tölpel-Hans,„nun will ich denen das Beste geben.“ Und dann warf er ihnen den Schlamm ins Gesicht.„Das war fein“, sagte die Königstochter,„das hätte ich nicht tun können, aber ich werde es schon lernen.“ Und damit wurde Tölpel-Hans König und bekam eine Frau und eine Krone und saß auf einem Thron. Wer spielt mit? Besuch beim Mann im Mond Was wir durch astronomische Riesenfernrohre sehen können Eine wunderbare Welt erschließt sich uns, wenn wir mit einem Fernglas den abendlichen Himmel betrachten, den Mond, die vielen tausend Sterne und das riesige Band ler Milchstraße. Und doch ist so ein Fernglas ein winziger Zwerg, wenn man die Fernrohre der Sternwarten damit vergleicht, die zehn und zwanzig Meter lang und, und deren Linsen einen Durchmesser von über einem Meter haben. Je größer eine solche Linse ist, um so mehr Strahlen können aufgenommen werden. Die Bilder werden mit der zunehmenden Größe der Linsen deutlicher und heller. Es ist aber echnisch sehr schwierig, solche Rieseninsen fehlerfrei herzustellen, so daß dem „Blick in die Welt“ der Menschen doch gewisse Grenzen gezogen sind. Und doch gibt es heute schon Riesenfernohre, mit denen man z. B.„Dinge“ auf lem Mond ausmachen kann, die kaum 200 Heter Durchmesser haben. Wenn es also auf dem Mond ein Dorf gäbe, würden wir es noch deutlich— wenn auch als Punkt— erkennen. Und kleine Planeten lassen sich heute von der Erde aus beobachten, selbst wenn sie in riesigen Entfernungen daherziehen. Neben den Fernrohren zum„Durchsehen“ benutzt man auch solche zum„Draufsehen“, sogenannte Spiegelteleskope(Weitseher) und Reflektoren(Rückstrahler). Dabei werden die Strahlen nicht in einer Objektivlinse gesammelt, sondern sie gehen ungehindert durch das Rohr. Am Grunde des Rohres aber treffen sie auf einen Hohlspiegel, der die Strahlen zurückwirft. Diese werden von einem kleinen Flachspiegel inmitten des Rohres aufgefangen, und dort erscheint so das zweimal widergespiegelte Bild des Sternes, das man durch eine seitlich am Rohr angebrachte Linse vielfach vergrößert betrachten kann. Das größte Fernrohr der Erde befindet sich auf dem Mount Palomar bei Pasadena in Amerika. „Leinwand stehlen“, ein Spiel im Freien Alle Mitspieler stehen in einer langen, langen Reihe. Sie haben sich bei den Händen gefaßt. Das ist die ausgerollte Leinwand. Der Händler steht dabei. Nun kommt der Leinwandkäufer und will die Leinwand sehen. Da läßt sich allerlei Schabernack treiben. Was, das bleibt der Phantasie des Leinwandkäufers überlassen. Jedenfalls sagt er nach einer Weile, daß er nun die Rolle wieder zusammenlegen möchte. Er nimmt also den Leinwandhändler an der Hand und rollt mit ihm die Leinwand ein. Das geschieht durch immerwährendes Laufen im Kreis um den Händler herum, so daß er im Mittelpunkt steht und sich alle um ihn herum aufrollen. Nun bricht der Dieb aus dem Versteck hervor und packt sich von der äußeren Reihe soviel Leinwandfetzen(Mitspieler) auf, als er erwischen und fortzerren kann. Der Leinwandhändler wird wild, will aus dem Knäuel heraus, aber die eigene Leinwand hindert ihn daran. Schließlich aber bricht er mit viel Kraft doch durch, muß aber erst seine Leinwand wieder aufrollen. Dann aber verfolgen alle den Dieb und versuchen, ihn einzufangen. Wie die Marienkäfer Rolf halfen Siebenpunkt, der kleine Marienkäfer, flog vergnügt im Garten umher. Es ging ihm gut, er hatte keine Sorgen, und die Sonne schien so herrlich wie nie. Aber auch ein Marienkäfer hat Feinde, und wenn er unvorsichtig ist, kann es ihm genau so ergehen wie einem Kind, das unbedacht über die Straße läuft, ohne auf den Verkehr zu achten. Und Siebenpunkt achtete auf gar nichts. So saß er mit einem Male in dem dicken, festgeknüpften Netz der Spinne Fliegentot. Frau Fliegentot schlief in der Mitte ihres Netzes. Als es aber plötzlich einen Ruck gab, erwachte sie sofort, hielt Umschau, und schon hatte sie unseren Siebenpunkt entdeckt. Sicherlich wäre es ihm im nächsten Augenblick an den Kragen gegangen, wenn nicht ein kleiner Junge, der dicht dabei gerade einige Stachelbeeren pflückte, das Unglück des kleinen Marienkäfers beobachtet hätte. Ehe noch die Spinne Fliegentot zur Stelle war, hatte Rolf, so hieß der Junge, den Marienkäfer befreit, der jetzt ganz ängstlich auf seiner Hand saß und kaum glauben konnte, daß er dem Tode entronnen war. Siebenpunkt aber war nicht nur ein reizender kleiner Käfer, er war auch dankbar, und das sollte Rolf sogleich erfahren. An den Blättern von Rolfs Sträuchern und Obstbäumen saßen nämlich dicht an dicht die Blattläuse, die durch ihr Saugen die Pflanzen so sehr schädigen. Man konnte sie nicht absammeln, so viele waren es, und Rolf sah mit Trauer, wie sich die Blätter zusammenkrümmten. Sicher würde er eines Tages nichts mehr ernten können. Auch Siebenpunkt sah die Blattläuse, als er auf Rolfs Hand saß, und er sah auch den Kummer, den Rolf hatte. Konnte er da nicht helfen wie man ihm geholfen hatte? Siebenpunkt hatte einen Einfall. Plötzlich faltete er seine Flügel auseinander und startete hinein ins Grüne. Er flog von Busch zu Busch, von Strauch zu Strauch und überall erzählte er den Marienkäfern seine Geschichte. Immer mehr fanden sich, die nun schon von Garten zu Garten flogen. Nach einer Stunde kehrten sie in Rolfs kleinen, von den Blattläusen so arg mitgenommenen Garten zurück Wie eine Wolke umschwirrten sie den erstaunten Jungen, der nun sah, wie sich die Marienkäfer mit Siebenpunkt an der Spitze auf die Blattläuse stürzten und sie sogleich zu Hunderten vertilgten. Ein Blatt nach dem anderen wurde leergefressen. Die Käfer gaben keine Ruhe. Die Frauen der Käfer legten außerdem noch ihre kleinen Eierhäufchen an die Blätter. Wenn wirklich noch neue Blattläuse kommen sollten, dann würden schon die Larven der Marienkäfer dafür sorgen, daß sie keinen Schaden mehr anrichten konnten. Selbst die Spinne Fliegentot bekam Angst, als sie diese Wolken von Käfern sah. Sie verkroch sich schleunigst unter einem Blatt und kehrte nicht mehr in ihr ohnehin schon beschädigtes Netz zurück. Siebenpunkt und die Seinen feierten einen großen Sieg. Rolf aber beschloß, in Zukunft immer auf die kleinen Marienkäfer zu achten, die nicht nur so hübsch anzusehen sind, sondern auch so nützliche Arbeit verrichten. Wie gut war es doch, daß er den kleinen Siebenpunkt befreit hatte, sonst wäre es seinen Pflanzen sicherlich schlecht ergangen, denn er hatte einmal gelesen, daß sich die Blattläuse in wenigen Monaten millionenfach vermehrten. Das wäre sicherlich auch hier geschehen, wenn nicht Siebenpunkt gewesen wäre. Guten Abend, Herr Igel Wir schließen Freundschaft mit einem seltsamen Tier Kennt ihr das Märchen vom Igel, der mit dem flinken Hasen Wettlauf hielt und dabei gewann, weil seine Frau ihm half? Sicherlich! Aber habt ihr schon einmal einen Igel gesehen? Nein, so pfiffig, wie er in dem Märchen geschildert ist, zeigt sich das Stacheltier nun gerade nicht, aber er ist trotz seiner rauhen Schale doch ein braver, kleiner Kerl, der Larven aller Art, Käfern und Mäusen nachjagt. Gerade an schönen Sommertagen kann man ihn ab und zu einmal treffen, wenn er im Dämmern seinen Abendspaziergang macht. Meist lebt der Igel unter Gestrüpp und an Stellen, die ruhig und abgelegen sind. Er schätzt die Einsamkeit sehr, trägt in mühsamer Arbeit Blätter und Heu zusammen und richtet sich an solchen stillen Stellen ein bequemes Lager ein, auf dem er den ganzen Tag herumliegt, schläft und richtig faulenzt. Erst wenn die Abenddämmerung kommt, wird der Igel munter, schüttelt energisch seine Stacheln, schnüffelt und trippelt los. Auf seine Nase und sein Gehör kann er sich verlassen, sehen kann er nämlich nicht gerade gut. So macht unser Herr Igel also seinen Abendspaziergang, und was ihm dabei an Kleintieren in den Weg läuft, wird sein Abendessen. Der stachlige Kerl ist äußerst vorsichtig bei seinen abendlichen Spaziergängen, er achtet auf jedes verdächtige Geräusch, und sobald er Verdacht schöpft, rollt er sich zusammen und„igelt sich ein“, Dann wird er zu einer Kugel, deren Stacheln abwehrbereit nach allen Seiten in die Luft starren. Das ist freilich auch seine einzige Waffe, aber sie genügt gegen seine Feinde auch vollkommen. Denn wenn ein Igel in dieser Stellung bleiben kann, ist er gegen jeden Angriff geschützt. Das wissen natürlich seine Feinde sehr gut. Und darum rollen der Fuchs oder der Dackel des Försters die stachlige Kugel einfach in den nächsten Tümpel oder Bach. Herr Igel ist nämlich arg wasserscheu, gibt sofort seine Verteidigungsstellung im feuchten Element auf und rollt sich auseinander. Und damit liefert er sich seinem Schicksal aus, seine Feinde beißen ihn tot. Wir aber wollen dem seltenen Tierchen nichts zuleide tun, wenn wir ihm wirklich jetzt im Garten einmal begegnen. Mit einem freundlichen„Guten Abend, Herr Igel!“ wollen wir den Gast vorübertrippeln lassen, denn wer weiß... vielleicht hat er gerade eine Verabredung mit Meister Lampe, ihr wißt schon... Wegen des Wettlaufs. Aus unserer Rätselkiste Was ist das? Es fließt ein Mühlenstein auf dem Wasser, da saßen drei Männer auf. Der eine war blind, der andere lahm, der dritte nackend. Der Blinde sah einen Hasen, der Lahme lief ihm nach und haschte ihn, der Nackte steckte ihn in die Tasche. Was ist das? ) Ein Tal voll und ein Land voll, am End' ist’s keine Handvoll. (IN J) Das Erste ißt das Zweite, es ist ihm Wurst, das Ganze neckt alle Leute und hat viel Durst. (sanM-sueH) Wann ist der Himmel viereckig? ( Regelmäßige Sendungen der Mittelwelle(außer sonntags): Nachrichten. Wetter: 5.00 6.00 7.00 8.00, 8.55 13.00, 17.00, 19.00 21.45 24.00— 4.55 Choral 5.05 Frühmustk. 5 50 Marktrundschau, 6 05 Frühmusik. 6.50 Morgenandacht. 7.05 Gymnastik, 7.10 Frühmusik 7 50 Programmhinweise, 7.55 Wasserstände. 8.10 Dialektsendung 8 45 Für die Frau, 9.00 Schulfunk, 12.35 Landfunk. 12.50 Presseschau. 14 00 Schulfunk. 15.30 Kurszettel. 15.40 WIrtschaftsfunk 15.50 Suchdienst, 18.30 Echo des Tages 19 15 Hier spricht Berlin. 1.00 Seewetterbericht Wir schalten uns ein Programmdes Nordwestdeutschen Rundfunks Regelmäßige Sendungen auf UKW(außer sonntags): 6.45 Morgenlied. 6.50 Wetter, Marktberichte, 7.00 Herzlichen Glückwunsch. 7.30 Nachrichten. 8.00 Gymnastik, 8.30 Nachrichten, 8.35 Morgenandacht. 9.30 Kleine Musikrundschau, 10.30 Schulfunk, 12.30 Nachrichten, Presseschau, 14.00 Sendepause, 17.45 Westdeutsche Nachrichten, 19.15 Zwischen Rhein und Weser. 19.45 Nachrichten, 19.55 Von Tag zu Tag. 22.10 Die Welt am Abend. 23.00 Nachrichten Sonntag, 8. August 1954 Montag 9. August 1954 Dienstag, 10. August 1954 Mittwoch, 11. August 1954 Donnerstag, 12. August 1954 Freitag, 13. August 1954 Samstag, 14. August 1954 8.00 Orgelkonzert 8.45 Kirchl. Nachrichten 9.00 Nachrichten 9.10 Musik am Sonntag 10.00 Evangel. Gottesdiens 11.00 Dle stille Stunde 12.00 Sang und Klang 13.00 Nachrichten 13.10 Sang und Klang 14.00 Kinderfunk 14.30 Der Hörer hat das Wort 15.00 Was ihr wollt 16.30 Tanztee 17.00 Sportberichte 18.15 Musik von W. A. Mozar! 18.40 Loewe-Balladen 19.00 Nachrichten, Sport 20.00 Eln bunter Strauß bellebter Melodlen 21.45 Nachrichten, Sport 22.15 Von Melodie zu Melodle 22.45 Combo-Rhythmen 8.15 Heitere Porträts 9.00 Kleines Unterhaltungskonzert 9.30 Der Zauberring 10.00 Lleder und Cellomusik 12.00 Hermann Hagestedt spielt 13.10 Musik am Mittag 4.00 Europäische Kolontalprobleme 14.15 Schallplattenmustk 15.00 Liberla 16.00 Nachmittagskonzert 17.05 Westd. Kultursplegel 17.35 Die Frau in unserer Zelt 17.45 Zum Felerabend 19.15„Die Macht des Schicksals“ — Oper von Verdi 22.10 Nachtprogramm 23.30 Klaviermusik 0.25 Zum Tanzen und Träumen 1.15 Musik bis morgen früh 8.15 Heut bin ich gut gelaunt 9.00 Ländliche Szenen 9.30 Der Zauberring 10.00 Musik von Beethoven 12.00 Klingende Modenschau 13.10 Musik am Mittag 14.00 Hans Hass berichtet 14.15 Heitere Weisen 15.00 Bummel durch Kopenhagen 16.00 Hans Bund spielt 16.45 Für Schule u. Elternhaus 17.05 Buch des Tages 17.35 Junge Generation 17.45 Wiederhören macht Freude 19.15 Amerikanische Blasmusik 20.00 Hörspiel: Der Teufel fährt in der dritten Klappe 20.50 Bilder einer Ausstellung 21.30 Aus der Neuen Welt 22.10 Der Jazz-Club 8.15 Kleine Stücke 9.00 Volkstänze und Splelmusiken 9.30 Der Zauberring 10.00 Kleine Tanzmelodie 12.00 Musik zur Mittagspause 13.10 Zur Unterhaltung 14.15 Musik. Miniaturen 15.00 Niederdeutsche Fabeln 16.00 Tanzrhythmus 16.30 Kinderfunk 17.05 Berliner Feullleton 17.45 Singt mit! 19.15 Musik. Delikatessen 19.45 Unverlierbare Helmat 20.15 Salzburger Festspiele 1954: Mozart-Serenade 21.30 Für und Wider zu neuen Büchern 22.10 Musikalische Fantasien 23.00 Das gläserne Meer 8.15 Volksmusik 9.00 Konzert am Morgen 12.00 Musik zur Mittagspause 13.10 Musik am Mittag 14.00 Der christliche Gedanke in unserer Zeit 14.15 Melodische Erfrischungen 16.00 Filmmusik 16.25 Kammermusik 17.05 Lebendige Jugend 17.35 Die Frau in unserer Zeit 17.45 Schallplatten aus aller Welt 19.15 Aus der Schallplattentüte 20.00 Interview mit einem Stern Roman eines Fluges um die Erde 23.20 Tanzmusik 0.25 Silhouetten von Anton Arensky 0.40 Marc Hendriks spielt 8.15 Fröhl. Handwerkslieder 8.30 Gerh. Gregor an der Orgel 9.00 Blasmusik 9.30 Don-Juan-Fantasien 10.00 Deutsche Volkslieder 12.00 Hermann Hagestedt spielt 13.10 Romantische Musik 14.00 Die grüne Union 14.15 Musik nach Tisch 16.00 Kammermusik 16.30 Kinderfunk 17.05 Forum der Wissenschaft 17.25 Junge Generation 17.35 Zum Feierabend 18.10 Aus d. Welt d. Judentums 19.15 Operetten-Revue 20.45 Der Filmspiegel 21.15 Harry Hermann spielt 22.10 Nachtprogramm 23.30 Musik von Reger 0.25 Nächtliches Gastspiel 8.15 Musik am Morgen 9.00 Heiterkeit und Lachen 9.30 Musik von Mendelssohn 10.00 Aus unterhaltend. Suiten 12.00 Frohes Wochenende 13.10 Bunte Melodienkette 14.00 Am Samstag um zwel 15.00 Volkslieder u. Männerchor 15.30 Alte und Neue Helmat 16.00 Bunter Nachmittag 17.30 Aus der Welt der Arbeit 18.00 Heitere Melodien 18.55 Glocken und Chor 19.20 Arbeitsamtsdurchsagen 19.25 Aktuelles vom Sport 19.35 Chormusik 20.00 Treffpunkt Grömitz 22.10 Melodien von Mac Bruch 22.35 Tanzmelodien zur Nacht 23.30 Adrian und Alexander 0.15 Tanzmusik 8.00 Zum Sonntag 8.30 Nachrichten 9.00 Orgelmusik 9.30 Posaunenkonzert 10.00 Unterhaltungskonzert 11.00 Schöne Stimmen 11.30 Konzert 12.00 Internat. Frühschoppen 12.30 Nachrichten 12.35 Musik v. hüben u. drüben 13.15 An der engl. Riviera 14.00 Hans Bund spielt 14.30 Kammermustk 16.15 Scharmante Kleinigkeiten 15.30 Kinderfunk 16.00 Sport und Musik 18.00 Hermann Hagestedt splelt 19.00 Mustk von Max Bruch 19.55 Sport, Nachrichten 20.15 Abendkonzert 22 00 Das Gewissen der Schriftsteller 23.15 Musik im Schloßpark 15.00 Deutsche LeichtathletikMeisterschaften 1954 20.00 1:0 für Sle— von und mit Peter Frankenfeld 8 05 Gut gemischt 8.45 Volksmusik 9.00 Klaviermustk 10.00 Dle Kapelle Raimund Rosenberger spielt 11.00 Über Länder und Meere 11.20 Musik von Haendel 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Männerchor 13.00 Tanz im Dorfkrug 16.00 Eulenspiegeleien 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.50 Vesco D'Orlo spielt 18.15 Volksmustk 18.30 Musik zum Felerabend 20.15 Lernt englisch von amerikanischen Schallplatten 21.30 Bellebte Künstler 22.00 Sportsplegel 23.05 Das Alt-Saxophon 16.30 Kinderstunde 16.50 Wochenspiegel 20.00 Tagesschau 20.20 Buntes Fernseh-Magazin 21.00 Liebeslegende aus der Südsee 8.05 Unterhaltungsmusik 8.45 Ein Jäger aus Kurpfalz 9.00 Kammermusik 9.40 Kleine Liedkantaten 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 In buntem Wechsel 11.40 Kammermusik 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Französische Lieder 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.55 Zur Dämmerstunde 18.15 Über Lessings„Minna von Barnhelm“ 18.30 Unterhaltungskonzert 20.15 Musik zur Unterhaltung 21.00 Tageszeiten der Liebe 22.10 Heltere Welt der Mustk 23.05 Musiker von heute 16.30 Kinderstunde 17.00 Für die Frau 20.00 Zeltgeschehen— ferngeschen 20.25 Rendezvous in Paris 21.25 Mensch und Gestalt 21.50 Tagesschau UKW.WEST 8.05 Unterhaltungsmusik 8.45 Das Mädchen vom Lande 9.00 Orgelmusik 9.40 Sommerlleder 10.00 Kreuz und quer 11.00 Musik von César Franck 11.45 Unterhaltungsmusik 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Musik am Mittag 16.00 Kammermusik 16.40 Das neue Buch 17.00 Tanztee 17.50 Hans Bund spielt 18.15 Für Schule u. Elternhaus 18.30 Schallplattenmusik 20.15 Europäische Hauptstädte 22.00 Vagabunden d. Kurzwelle 23.05 Das zärtliche Klavier 23.15 Gruß von Wien nach Köln FERNSEHEN 16.30 Jugendstunde 17.10 Für die Frau 20.00 Tagesschau 20.15 Hollywood-Melodle 20.35 Der gefesselte Blltz 21 00 Klavler zu verkaufen 8.05 Gut gemischt 8.45 Volksmusik 9.00 Musik von Mendelssohn 9.40 Mörike-Lieder 10.00 Kunterbuntes 11.00 Heltere Klänge 11.40 Kammermusik 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Kunterbunte Mittagsstunde 16.00 Der geliebten Frau gewidmet 16.40 Das neue Buch 17.00 Tee.nusik 17.55 Saitenspiel 18.15 Rund um den Sport 18.30 Abendkonzert 20.00 Sinfoniekonzert 22.15 Frauenfragen— Männersorgen 22.35 Hans Bund spielt 23.05 Kammermusik 16.30 Kinderstunde 17.00 Für die Frau 20 00 Das Gästebuch 20.25 Lustiges Schul-Quiz 21.00 Blick auf das Buch 21.15... und abends 1m Strandcafé 8.05 Unterhaltungsmusik 8.45 Sommer und Sonne 9.00 Kammermusik 9.40 Lieder aus Ostpreußen 10.00 Zur Unterhaltung 11.00 Musik von Benatzky 11.15 Konzertante Musik 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Marienlob 16.40 Das neue Buch 17.00 Promenadenkonzert 17.50 Ein kleines Konzert 18.15 Wie wir leben 18.30 Leichte Mischung 19.00 Achtung! Aufnahme! 20.15 Männerchor 20.30 Stammtisch 21.00 Die tönende Palette 21.30 Neues aus Schilda 23.05 Kleinkunst überall 16.30 Kinderstunde 17.05 Frankf. Nachmittagsstudio 20.00 Tagesschau 21.15 Spring-Derby 20.30 Der dritte Strom 21.00 Die Generalprobe 8.05 Unterhaltungsmusik 8.45 Kölsche Lieder 9.00 Heitere Musik 9.40 Marlengruß 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Melodien am laufenden Band 11.40 Musik aus Böhmen 12.00 Blasmusik 12.45 Operettenmelodien 14.00 Ballett in der Oper 15.00 Kinderfunk 15.30 Hörerwünsche 17.00 Theater um Theater 17.30 Unterhaltungskonzert 18.15 Zum Abend 18.45 Musik von Wilh. Fr. Bach 19.00 Sport am Wochenende 20.15 Am runden Tisch in Bonn 20.45 Tanzmusik 21.15 Der Rindfleischkontrakt 22.00 Der Spion Richard Sorge 23.05 Für Kenner u. Liebhaber 16.30 Kinderstunde 17.00 Im Fernsehzoo 18.00 Abendgebet der Jugend 20 00 Musikalische Grüße 21.35 Wochensplegel Steherausscheidung neu Auf der Wuppertaler Stadionbahn Solingen. Das deutsche Steheraufgebot für die Radweltmeisterschaften wird endgültig erst am 11. August auf der Wuppertaler Stadionbahn ermittelt, nachdem die vor wenigen Tagen erfolgte namentliche Meldung von fünf Fahrern durch den BDR an die UCI annulliert wurde. Als maßgebend für diese Änderung wird vom BDR-Sportausschuß herausgestellt, daß die schlechten Bahnverhältnisse in Köln-Riehl bei der deutschen Meisterschaft das wahre Können der Fahrer nicht richtig zur Geltung kommen ließen. Auf der Weltmeisterschaftsbahn starten in einem 100-km-Lauf: Meister Kittsteiner, Jacoby(beide Nürnberg), L. Hörmann(München), Schorn, Holzmann(beide Köln), Günther Schulz(Berlin) und Petry(Wiesbaden). Als Ersatz wurden Holthöfer(Bielefeld) und Schiller(Nürnberg) genannt. Seinen 14. Sieg aus 15 Kämpfen als Professional errang Amerikas Halbschwergewichts-Hoffnung Floyd Patterson in New York bereits in der ersten Runde gegen den Weltranglisten-Achten im Schwergewicht, Tommy Harrison. Hamburg: Generalprobe für Bern Leichtathleten müssen Farbe bekennen— Deutsche Meisterschaften im Altonaer Volksparkstadion Hamburg. Wohl selten gab es vor Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften so viele offene Fragen wie vor den Titelkämpfen von Hamburg. Unsere besten Athleten hielten sich zumeist stark zurück, sie mieden Auslandsreisen oder harte Auseinandersetzungen. Man denke nur an unsere in die Weltklasse vorgestoßenen 800-m-Hoffnungen Friedel Stracke und Olaf Lawrenz, an Werner Lueg und Günther Dohrow oder an Herbert Schade und Heinz Laufer. In Hamburg aber werden sie alle Farbe bekennen müssen; denn die 54. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Bahrenfelder Stadion bringen die unerbittliche Auslese für die Berner Europameisterschaften vom 25. bis 29. August. Sport am Wochenende Fußball. Jubiläumsturnier bei Schalke 04 Handball. Westfälisches Pokalspiel in Hagen: Eintracht Minden gegen TuS Hattingen. Leichtathletik. Deutsche Meisterschaften in Hamburg. Wasserball. Deutsche Meisterschaft in Hannover. Tennis. Internationale Meisterschaften von Deutschland in Hamburg. Rudern. Deutsche Frauenmeisterschaften und Jugendbestenkämpfe in Duisburg Kanusport. Länderkampf Deutschland— Frankreich— Österreich in Hannover. Radsport. Großer Ruberg-Prels in Hagen. Rund um die Schloßstadt Bernsberg. Meisterschaften der Solidarität in Bielefeld. Motorsport. Schottenringrennen. Großer Rheinpreis(Motorboote) in Düsseldorf. Pferdesport. Galopprennen in Düsseldorf und Köln. Trabrennen in Recklinghausen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im übrigen Europa wird man die Hamburger Titelkämpfe im Hinblick auf die großen Augusttage von Bern mit starkem Interesse beobachten. Das gilt namentlich für die Wettbewerbe, in denen deutsche Athleten einen Platz in der Europabestenliste behaupten. Hierzu zählt ohne Zweifel das Sprinter-Duell zwischen dem vorjährigen Doppelmeister Heinz Fütterer(Karlsruher SC) und dem wiedererstarkten Benjamin unseres OlympiaTeams, Peter Kraus(VfB Stuttgart), der seine Saison sehr gut aufgebaut hat und über 200 Meter die Europabestenliste mit 21,3 Sekunden anführt. Da wird Fütterer schon seine Vorjahrsform(100 Meter siebenmal in 10,4 Sekunden!) brauchen, um erneut zur DoppelMeisterschaft zu kommen. Vertrauen zu Haas Zu keinem deutschen Läufer haben wir so viel Vertrauen wie zu Karlfriedrich Haas (1. FC Nürnberg). Der intelligente ElektroStudent brauchte bisher in diesem Jahre noch in keinem Rennen zu kämpfen. Sein international wertvoller 300- Meter- Rekord von 33,0 Sekunden ist der beste Ausdruck einer Leistungskraft, die über 400 Meter zur Verbesserung der Europabestzeit des Russen Ignatjew(46,9 Sekunden) reichen müßte, zumal Hans Geister(Crefeld 10) wohl ein stärkerer Gegner ist, als seine 48,3 Sekunden versprechen. Über 800 Meter, 1500 Meter und Schalke mit Europa-Elite Fußball privat auf vollen Touren— Ausländische Gäste Düsseldori.— Es ist nicht möglich, auf alle Spiele einzugehen, die am Wochenende geboten werden, denn die Vereine überbieten sich teilweise geradezu in der Verpflichtung erstklassiger Partner. Südwest startet zudem die Meisterschaft, teilweise am Samstag, nicht ohne daß es z. B. eine private Paarung Phönix Ludwigshafen— 1. FC Kaiserslautern gibt, die im Südwest-Stadion großen Besuch bringen dürfte. Alles überstrahlt der Jubiläums- Ausklang beim sechsmaligen Deutschen Meister FC Schalke 04, zu dem Stade Reims, Hajduk Split und Rapid Wien, also ausnahmslos Meistervereine ihrer Länder, kommen. Schalke selbst spielt gegen Split und Rapid, aber das verwöhnte Ruhrpublikum erlebt dazu mit Rapid— Reims und Split— Reims noch weitere Delikatessen. Racing Straßburg ist bei Borussia Dortmund angesagt, also eine französische Mannschaft, die gerade im letzten Jahre eine gute Rolle gespielt hat und sich für diese Saison durch einen Spieler verstärkte, der Weltruf hat: Stojaspal(bisher Austria Wien). Der norddeutsche Rekordmeister hat kein gutes Jahr hinter sich. Um so mehr interessiert, ob der Hamburger SV mit Seeler und Stürmer im Angriff wieder neuen Schwung gewonnen hat. Der 1. FC Köln ist zu Hause wirklich ein guter Prüfstein. Sodingen— Karlsruher SC, Alemannia Aachen— Feijenoord Rotterdam, Borussia M.-Gladbach— Willem II Tilburg schließen sich im Westprogramm an. Fortuna Düsseldorf mit Turek und Derwall am Samstag, tags darauf der Belgrader SK in Singen sind die Wochenendgäste des 1. FC Nürnberg, der alles tun wird, sich vor allem dem heimischen Publikum in bester Spiellaune vorzustellen. Der VfB Stuttgart hat Chaux-de-Fonds verpilichtet, den Schweizer Meister und Pokalsieger. Austria Wien, immer noch eine der technisch besten europäischen Mannschaften, ist bei Bayern München und der SpVg Fürth zu Gast, die beide Mühe haben werden, zu einem guten Ergebnis zu kommen, obwohl Stojaspal den Wiener Gästen sehr fehlen dürfte. Fortuna Düsseldorf sucht auf der Rückreise von Nürnberg die Frankfurter Eintracht auf, mutet sich also an diesem Wochenende sehr viel zu. Rotweiß Essen ist neben einem Spiel gegen die Stadtelf Mülheim noch bei Eintracht Braunschweig angesagt, ein Beweis, daß Reisen heute keine Rolle mehr spielen. 5000 Meter ergibt sich die gleiche Frage: Tempolauf(Olaf Lawrenz, Günther Dohrow und Herbert Schade) oder Spurtkraft(Friedel Stracke, Werner Lueg und Heinz Laufer)? Mit dem Blick über Hamburg hinaus nach Bern interessieren von den technischen Wettbewerben die Hammerwurf-Leistung von Karl Storch und das Weitsprung-Duell zwischen dem beständigen Dieter Richter(Eintracht Frankfurt) und dem unberechenbaren Günther Jobst(Düsseldorf 99). Bestleistungen der Frauen? Das Zusammentreffen vieler gleichwertiger Athletinnen dürfte in Hamburg bei den Frauen einige Jahresbestleistungen von internationalem Format bringen. Von unseren im olympischen Kampf bewährten Frauen haben Maria Sander(80 Meter Hürden), Anneliese Seonbuchner(80 Meter Hürden und Weitsprung), Helga Erny(100 Meter und 200 Meter), Irmgard Schmelzer(Weitsprung) und Marianne Werner(Kugelstoßen und Diskuswerfen) immer noch hervorragende Aussichten, aber es gibt viele junge Athletinnen. dotierte internationale Stichfahren ist das bedeutendste seiner Art in Westdeutschland. Den vier westdeutschen Kandidaten treten mindestens. fünf Berliner und Hamburger und ein holländischer Gegner gegenüber. Die Situation erscheint offener denn je, da das Können fast aller Teilnehmer gleich groß ist. Von den westdeutschen Pferden besitzt wohl nur Honeymoon eine wirkliche Siegchance. Der holländische Gast Notekraker S bewies seine große Form in Hamburg, als er nur mit Kopflänge von Horrido geschlagen wurde. Champion Gerhard Krüger nimmt Berliner Interessen wahr mit der hier bereits bekannten Rhapsodie, die augenblicklich die schnellste deutsche Stute ist. Voraussagen: 1. R.: Melodie, David Spencer. 2. R.: Laurel Bush, Irenlied, Cydonie, Carmen Watts. 3. R.: Ibert. Infant, Dyamant, Duett. 4. R.: Honeymoon, Mac Kinley, Ortello, Rhapsodie, Notekraker S. 5. R.: Roman, Pracht, Makrone, Noster. 6. R: 2. Stechen des Großen Preises, 7, R.: Hesta, Immertreu, Dorfprinz. Vedda Bush. 8. R.: 3. Stechen des Großen Preises. 9. R.: Stall Ellen, Minerva, Nettrun, Tettenborn. 10. R.: Entscheidungslauf, 11. R.: Orkan, Seebär, Agele, Nebelwerfer. In wenigen Zeilen Mit den Fahrern Ascari, Villoresi, Taruffi, Mieres und Manzon ist Lancia auf dem Nürburgring zu einem am 6. August beginnenden mehrtägigen Vortraining zum ADAC1000-km-Rennen am 29. August eingetoffen. Lebens- und Invaliditäts-Vesicherungen hat der Niederländische Berufsfußball-Bund bereits vor dem offiziellen Start seiner Spiele für die ihm angeschlossenen Klubs(etwa 10 bis 15) abgeschlossen. Interessant sind dabei die unterschiedlichen Quoten für Vollinvalidität: für Spieler 30 000 Gulden, für Trainer 50 000 und für Vorstandsmitglieder 100 000. UM TELEGRAMMSTII Das Endspiel der Tennismeisterschaften in Hamburg erreichten Budge Patty(USA) mit 6:4, 6:3, 6:0 über Bergelin(Schweden) sowie Sven Davidsson(Schweden) mit 6:1, 6: 6:4 über Stewart(USA). Beim Training auf dem Schottenring unterboten am Freitag Hollaus, Werner Haas und H. P. Müller die Vorjahrsrekorde. Fritz Walter, der Kapitän der deutschen Fußball-Weltmeisterelf, war Gast des Kultusministers von Rheinland-Pfalz zu einer längeren Aussprache u. a. auch über die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und Sportverbänden. Den deutschen 400-Kraulrekord unterbot die Ostzonenmeisterin Jutta LangenauGroßman(Erfurt) bei den Budapester „Weltjugendspielen“ mit 5:17,8 Min. um 5,3 Sekunden. Die Mannschaftsmeister des Deutschen Schwimmsports sind Aachen 06 mit 24 378 Punkten bei den Herren und Düsseldorf 98 mit 14 343 Punkten. Der deutsche Mittelgewichtsboxer Leo Starosch(Essen) unterlag in Liverpool dem 22 Jahre alten Engländer Pat McAteer nach Punkten. Bei der UCI gingen bisher 116 namentliche Meldungen für die Amateur-Straßenweltmeisterschaft am 21. August auf dem Solinger Klingenring ein. Rekordschnitt für die Tour de France erreichte der Franzose Louison Bobet bei seinem diesjährigen Sieg mit 34,639 km. Den bisherigen Rekord hatte Bobet im Vorjahr mit 34,605 km/std aufgestellt. Gerlin-Preim mit Giovanni Lauffeuer im Oppenheim-Rennen Köln. Mit einem Renntag erster Ordnung wartet der Kölner Rennverein am Sonntag auf der Bahn im Weidenpescher Park auf. Die höchste Dotierung trägt der GerlingPreis(20 000 DM, 2200 m), in dem wir dem Derbyzweiten Blumenprinz(A. Lommatzsch) den Vorzug geben vor dem Waldfrieder Baal (G. Streit). Falls der Winterfavorit Giovanni (H. Dünschede) in Bestform an den Start kommt, verdient er bei seinem günstigen Gewicht größte Beachtung. Züchterisch wertvoller aber ist das klassische Oppenheim-Rennen(12 000 DM, 1 200 m) für Zweijährige. Lauffeuer(A. Lommatzsch) ist der Crack des Röslerschen Stalles. Voraussagen: 1. R.: Berberfürst— Arco— Vesuv; 2. R.: Jamaica— Pförtnerin — Grolldochnicht; 3. R.: Glockner— Levantos— Wildbahn; 4. R.: Blumenprinz— Giovanni— Baal; 5. R.: Alameda— Mikra— Asta; 6. R.: Lauffeuer— Scheherezade— Masetto; 7. R.: Clavigo— St. Georg— Viktoria Luise; 8. R.: Walküre— Dubarry— Gohort. Tips zum Pferdetoto: 1. Mio(2. R.) 0; 2. Glockner(3. R.) 2; 3. Wildbahn(3. R.) 2; 4. Baal(4. R.) 2; 5. Blumenprinz(4. R.) 1; 6. Alameda(5. R.) 1; 7. Amern(5. R.) 0; 8. Masetto(6. R.) 2; 9. Spala(6. R.) 0; 10. Agonist(7. R.) 0; 11. Preuße(8. R.) gestrichen; E 1. Minora(8. R.) 0; E 2. Viktoria Luise (7. R.) 2; E 3. Berberfürst(2. R.) 0. Trabrennen in Recklinghausen Sonntag, 8. August, 15 Uhr Recklinghausen. Am Sonntag erreicht das Rennjahr der Trabrennbahn R.-Hillerheide seinen Höhepunkt mit dem Großen Preis von Recklinghausen, Dieses erstmalig mit 15 000 DM Kernproblem Spielplatznot Fußballverband Westfalen gab 6,5 Millionen DM für Sportanlagen aus Frankiurt— Der Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes hat sich mit einem Problem beschäftigt, das sich mehr und mehr zu einem Kernproblem des deutschen Fußballsports zu entwickeln scheint. Es ist die für die Vereine zweifellos bedeutsame Frage der Spielplatznot. Die Verbände sind nicht untätig geblieben, von sich aus die Spielplatznot lindern zu helfenn. Die Verbände sind nicht untätig geblieben, von sich aus die Spielplatznot lindern zu nelen. Ihr Bemühen ging hier nach zwei Seiten: erstens in der Eigenplanung und-durchführung und zweitens in Bezuschussung von Vereinsvorhaben. Im Verhältnis zu dem festgestellten Mangel an Spielplätzen erscheint die Tatsache nicht im vollen Licht, daß seitens der Verbände in Zusammenarbeit mit den Vereinen, als den Zellen der sportlichen Arbeit, viel getan worden ist. Zumal man dabei berücksichtigen muß, daß sich die Verbände durch die Schaffung und den Unterhalt der Heime und Sportschulen, deren Wert und Bedeutung längst allgemein anerkannt worden sind, noch andere Aufgaben gestellt haben. Sehr stark ist der Einsatz der Selbsthilfe im Westen, wo der Fußballtoto in der Regie des Westdeutschen Fußball-Verbandes ist. Fast 6,5 Millionen DM hat der Fußball-Verband Westfalen aufgewandt, 5,2 Millionen sind es beim Fußball-Verband Niederrhein und rund vier Millionen DM beim Fußball-Verband Mittelrhein. Der Bayerische Fußball-Verband rangiert mit 3,9 Millionen DM, für welchen Betrag mehr als 1700 Spielplätze neu geschaffen bzw. verbessert wurden, knapp dahinter. In weiterer Reihenfolge mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein zwei Verbände, die einen stark ländlichen Einschlag haben. Auch auf dem flachen Lande ist die Spielplatznot groß. Hamburg hat für 66 Neuanlagen und Verbesserungen 2,4 Millionen DM zur Verfügung gestellt. Weit über eine Million DM weisen auch die FußballVerbände von Südwest und Rheinland aus. Es lohnte sich schon! Goldener Hintergrund der Tour Paris. Die Strapazen, die an die Teilnehmer der Tour de France gestellt werden, sind gewaltig. Aber alle Anstrengungen haben schließlich doch ihr Ende, und amn Schluß dieser größten Radrundfahrt der Welt erwartet die Teilnehmer die angenehmere Seite der Angelegenheit: Antreten zum Geldempfang. Sieger Bobet konnte einen Scheck über rund 35 000 DM in Empfang nehmen, Kübler erhielt 29 000 Mark, Schär 13 000 Mark, Ockers 12 500 Mark. Selbst die letzten im Klassement stecken noch eine ganz schöne Summe ein. Dazu kommen dann noch die Gelder aus dem Martini-Preis(Mannschaftswertung): Frankreich 70 000 Mark, Schweiz 68 000 Mark, Belgien 40 000 Mark, Holland 33 000 Mark usw. Eine Tour der Leiden— mit goldenem Hintergrund. WIRYSCHAFT UND ARBEI Hohe Behörde studiert Ausbildungsfragen Ein Triumvirat im Bauernverband? Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband rechnet mit Rücktritt von Hermes Münster— Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband rechnet damit, daß der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Reichsminister a. D. Dr. Andreas Hermes, auf dem diesjährigen deutschen Bauerntag, Ende September in Stuttgart, sein Amt zur Verfügung stellen wird. Hermes würde dagegen Präsident des Raiffeisenverbandes bleiben und auch weiterhin die internationalen Beziehungen der deutschen Landwirtschaft betreuen. Wie der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband am Mittwoch in Münster mitteilte, seien die Gründe des Rücktritts rein privater Natur und dürften sich durch die Überlastung mit den vielen Ämtern, die Hermes innehabe, erklären. Hermes, der sich als Präsident des Deutschen Bauernverbandes außerordentlich bewährt und als Gründer der Einheitsorganisation des Bauernstandes große Verdienste erworben habe, sei nur schwer zu ersetzen. Die nächste Auktion, für die die vorgesehenen Wollen bis 29. September angeliefert werden müssen, findet am 7. Oktober statt. Handelskammer Bochum kritisiert Ausfuhrverfahren Bochum.— Der Außenhandelsausschuß der Industrie- und Handelskammer Bochum kritisierte nach einer veröffentlichten Mitteilung das für den 1..Oktober vorgesehene neue Ausfuhrverfahren. Das neue Ausfuhrverfahren sei kaum unter dem Einfluß der geplanten Rückkehr zur Konvertibilität der Währungen entwickelt worden. Sie müsse die Aufhebung aller Verfahrensvorschriften und der gesamten Devisenwirtschaft zur Folge haben. Luxemburz— Vom 13. bis 25. September werden bei der Hohen Behörde in Luxemburg Sachverständige der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Organisationen aus den sechs Montanunionsländer über Fragen der Berufsausbildung in der Eisen- und Stahlindustrie beraten. Die Tagung wird sich vor allem mit den in Deutschland und Frankreich entwickelten Methoden der Berufsausbildung beschäftigen. Für die Eisen- und Stahlindustrie der Länder, in denen die systematische Berufsausbildung weniger entwickelt ist, sollen Anregungen und Hinweise erarbeitet werden. Die Hohe Behörde hat eine zusammenfassende Darstellung der gegenwärtigen Lage in der Berufsausbildung vorbereitet, die als Grundlage der Untersuchungen dienen soll. Zwischen Ungarn und der Sowjetzone wurde ein Zusatzprotokoll zum Waren- und Zahlungsabkommen für 1954 unterzeichnet, das eine Steigerung des Warenaustausches zwischen beiden Ländern um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorsieht. Auf der Utrechter Herbstmesse ist die Bundesrepublik mit 614 Ausstellern unter den ausländischen Beteiligungen am stärksten vertreten. Die Präsidenten der Deutschen Bauernverbände hätten bereits intern über die Nachfolge von Minister Hermes verhandelt, ohne zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen. Man habe die Einrichtung, eines „Triumvirates“, bestehend aus den Präsidenten Rothermel(Bayern). Rehwinkel(Niedersachsen) und Bauknecht (Württemberg-Hohenzollern), erörtert. In den letzten Tagen seien jedoch Zweifel darüber aufgekommen, ob ein solches Triumvirat eine glückliche Lösung wäre und ob es nicht besser sei, daß ein Präsident als Sprecher für den deutschen Bauernstand herausgestellt werde. Preisrückgang auf Paderborner Wollbörse Paderborn.— Zum ersten Male seit über einem Jahr gab es bei der deutschen Wollverwertung West in Paderborn am Donnerstag einen leichten Preisrückgang, der im Durchschnitt vier bis fünf Prozent betrug. Schuld an diesem Rückgang war das schlechte Wetter, das der Schafwollzucht geschadet hat. Es wird allerdings bald mit einem Preisanstieg gerechnet, da das gute Wetter für qualitativ bessere Wollen sorgen werde. Die Preise(je Kilo): Merino-Vollschurwollen im Schweiß durchschnittlich 5 Mark(reingewaschen ohne alle Spesen im Schnitt 13 Mark). Merino-Lammwollen im Schweiß 4,80 Mis 5,50 Mark(reingewaschen 11,20 Mark), Schwarzkopf-Vollschurwollen im Schweiß 3,60 bis 4,.60 Mark(reingewaschen 9,00 bis 9,30 Mark), grobe Keuzungswollen im Schweil 4,80 bis 5,50 Mark(reingewaschen 8.00 bis 8.40 Mark), weiße und graue SchnuckenWollen im Schweiß 3,00 bis 3,60 Mark(reingewaschen 5,50 bls 6,30 Mark). Ist Europa schon krisenfest? Keine Auswirkung der wirtschaftlichen Depression in den USA auf unseren Kontinent Die„National City Bank of New York“ hat in ihrem Juni-Bericht die Gründe angeführt, warum die wirtschaftlichen Rückschläge in den USA ohne Einfluß auf Europa blieben. Als erstes wird, nach einem Auszug aus dem Bericht in den„Bonner Heften“, ausgeführt, daß die Größe der Depression in Europa übertrieben worden sei. Als zweiten und wichtigeren Punkt führt die Bank aus, daß die Stabilisierung der Währung in Westeuropa erheblich besser sei als im Jahre 1949, dem Jahre also, in dem sich in den USA die ersten Krisenerscheinungen durch einen Importrückgang bemerkbar machten. Auch sind heute die Reserven, auf die sich die europäischen Währungen stützen können, erheblich gestiegen, das Geld ist also„gesunder“ geworden. Im nächsten Punkt führt die„National City Bank of New York" aus, daß die Produktion Europas heute auf breiterer Basis ruhe als vor und kurz nach der Koreakrise, als der Aufbau der Konsumgüterindustrien durch die Notwendigkeit, bestimmte Produktionen zu bevorzugen, gehemmt worden ist. Das dürfte allerdings nur bedingt richtig sein. Denn auch heute ist die latente weltpolitische Krise noch nicht abgeflaut. Als Punkt 4 führt die Bank auf, daß die europäischen Länder weniger abhängig von den USA-Importen und Exporten geworden sind. Allein der Außenhandel Großbritanniens konnte den Rückgang seiner Exportenach den USA ausgleichen. Während der intereuropäische Handel stieg, sind zwar die Exporte nach den USA leicht erhöht, doch gingen die Importe aus den USA stark zurück. Im nächsten Punkt wird festgestellt, daß die Preise für Fertigwaren höher gewesen sind als die für Rohstoffe und Lebensmittel. Damit habe sich die Spanne zwischen Kosten zugunsten Europas entwickelt. Preiskrisen, die in den Jahren 1951 und 1952, also nach dem Koreaboom in Europa auftraten. konnten wieder ausgeglichen werden. Als letzten und vielleicht wichtigsten Punkt bezeichnet die„National City Bank of New York“ die ständige Dollarhilfe der USA für Europa sowie auch die militärische Hilfe, die gerade in den letzten Jahren aus den USA in das westliche Europa geflossen sind. Trotz gewisser Kürzungen dieser Auslandshilfe würden die dollarschaffenden Transaktionen im ersten Quartal 1954 auf rund 4,7 Milliarden Dollar gegenüber 4,8 Milliarden Dollar im ersten Vierteljahr 1953 geschätzt. Von europäischer Seite muß zu dieser Untersuchung gesagt werden, daß sicherlich einige der aufgeführten Tatsachen die westeuropäische Wirtschaft vor Rückschlägen bewahrt haben. Eine wirkliche umfassende Wirtschaftskrise in den USA wird aber keinesfalls vor Europa haltmachen. Die monetären und handelspolitischen Verflechtungen der westlichen Welt mit den USA sind so groß, daß kein Land von einer Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten unbetroffen bleiben würde. Landwirtschaft wird Marktforschung empfohlen Arbeitstagung der NRW-Arbeitsgemeinschaft für Rationalisierung Düsseldorf.—— Der Ausschuß„Land- und Ernährungswirtschaft“ der NRW-Arbeitsgemeinschaft für Rationalisierung hat auf einer Arbeitstagung die Rationalisierung des Warenweges landwirtschaftlicher Produkte vom Erzeuger zum Verbraucher erörtert. An der Tagung nahmen Sachverständige der Landwirtschaft, des Lebensmitteleinzel- und Großhandels, der Konsumvereine, des Nahrungsmittelhandweris. der Ernährungsindustrie und der Wissenschaft teil. Wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Landesernährungsministeriums hervorgeht, müsse sich die Landwirtschaft mehr als bisher mit den Faktoren des Marktes beschäftigen. Neben der Erzeugung sei die Pflege des Absatzes von größtem Wert. Dazu zwinge die Entwicklung des europäischen Marktes. Eine genaue Kenntnis der Verbraucherwünsche und Gewohnheiten sei erforderlich. In der Aussprache wurden zuverlässige Qualität und Standardisierung der Erzeugnisse als Voraussetzungen für eine Verbesserung des Warenweges und für eine Senkung der Verteilungskosten bezeichnet. Der innerbetrieblichen Rationalisierung beim Handel müsse erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zur Klärung von Einzelfragen wurden Arbeitskreise gebildet. Steinkohlenförderung im Juli 1,33 Millionen t mehr als im Juni Essen.— Im Juli sind in der Bundesrepublik 11,20 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert worden gegenüber 9,87 Millionen Tonnen im Juni. Die arbeitstägliche Förderleistung war mit 414 700 Tonnen um 3 400 höher als im Vormonat und um 15 600 Tonnen höher als im Juli 1953. Die Leistung je Mann und Schicht unter Tage war im Juli mit 1 517 Kilo um 21 Kilo höher als im Juni. Von den 143 größeren Zechen des Bundesgebiets legten im Juli nur elf Zechen wegen Absatzmangels Feierschichten ein. An Rohbraunkohle sind im Juli 7,49 Millionen Tonnen gefördert worden gegenüber 6,68 Millionen Tonnen im Juni. Die Herstellung von Braunkohlenbriketts war im Juli mit 1,47 Millionen Tonnen um 0,18 Millionen Tonnen höher als im Juni. 750 Zollsätze sollen gesenkt werden Bonn.— Die Bundesregierung hat dem Bundestag einen Gesetzentwurf zur individuellen Zollsenkung zugeleitet, der über 750 Zollsätze des Zolltarifes senkt. Damit wird der starken Gläubigerstellung entsprochen, die die Bundesrepublik in der Europäischen Zahlungsunion infolge ihrer gestiegenen Ausfuhr errungen hat. Die Senkung der Zollsätze soll in erster Linie die deutsche Einfuhr aus den Mitgliedsländern der EZU steigern. Sie kommt auf Grund der Meistbegünstigungsklausel jedoch auch allen anderen Staaten zugute, die mit Deutschland Handel treiben. Im Juni wurden mit 3,5 Milliarden kWh zwei Prozent Strom weniger aus dem öffentlichen Netz der Bundesrepublik verbraucht als im Mai, Gegenüber Juni 1953 betrug die Verbrauchszunahme fast 16 Prozent. Im Stromaustausch mit dem Ausland, dem Saargebiet und der Sowjetzone stieg die Nettoeinfuhr durch erhöhten Strombezug aus Österreich auf rund 293 Millionen kWh. Die neuen Autobahn-Strecken Nach dem Beschluß des Bundeskabinetts sollen innerhalb von sechs bis sieben Jahren 590 Kilometer neue Autobahnstrecken fertiggestellt werden. Dadurch wird das bisherige Autobahnnetz der Bundesrepublik von 2120 Kilometer auf 2700 Kilometer vergrößert. (Im gesamten Reichsgebiet wurden bis zum Kriege 3900 Kilometer Autobahnen gebant.) An erster Stelle der beschlossenen Neubauten stehen die Strecken Hamburg-Northeim und Hs.mm—Remscheld(—Köln.) 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SPORTPLATZ KREUZBERG Sonntag, den 8. August Freundschaftsspiel SpVg Olpe SV Netphen Anstoß 15.00 Uhr Vorher Spiel der Reserve-Mannschaften 90 mmeraugem Hornhaut, Schwielen und Warzen beseitigt schmerzlos und unblutig Kukirol in der Tobe(wirkt ols Schölkurf 1.20 DM. Kukirol-Pfloster 90 Dpf. 100 000 DM durch ein Klassenlos. Und er kann immer wieder dabei seinSechzehnmal in sechs Monoten ist Ziehung mit mehr als 13 Millionen DM Gewinnen. Am 12. August beginnt das neue Spiel. Nordwestdeutsche Klassenlotterie 13. Nordwestdeutsche Klassenlofterie Liehung der I. Klasse am 12. 19. und 26. August Lose noch zu haben bei Wilh. Büdenbender, Olpe, Bahnhofstr. 8 Tabakwaren- Groß- und Kleinhandel Die Karles! (Zahnfäule), denn besonders während der Nachtruhe ontwickelr. sich aus Speiseresten zahnzerstörende Bakterien. 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