Sanerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes* Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: Im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); im Texttell 50 Pfg. für 1mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstend ist Olpe 1. Westf TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 9,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 9,54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpo. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe I. Westf 119. Jahrgang— Nr. 172 Mittwoch, den 28. Juli 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Zwanzig Monate nach der Unterzeichnung Agypten erhält Suezkanal England verteidigt Kanalzone im Falle eines Angriffs im Nahen Östen Kairo.(Reuter) Das britisch-ägyptische Abkommen über die Räumung der Suezkanalzone wurdo gestern abend in Kairo paraphiert. Die Hauptpunkte des Abkommens sind: 1. Der Abzug der britischen Truppen aus der Suezkanalzone binnen zwanzig Monaten. 2. Wiederaufnahme des Stützpunktes im Falle eines Angriffes auf die Araberstaaten oder die Türkei. 3. Die Befristung des neuen Abkommens auf sieben Jahre. 4. Die Instandhaltung des Stützpunktes durch eine zivile britische Vertragsfirma. In einem gestern abend herausgegebenen gemeinsamen britisch-ägyptischen Kommuniqué wird festgestellt, zwischen den Delegationen Großbritanniens und Agyptens sei vereinbart worden, daß die britisch-ägyptischen Beziehungen„auf eine neue Grundlage gegenseitiger Verstandigung und fester Freundschaft unter Berücksichtigung ihrer Verpflichtungen nach der UNO-Satzung“ gestellt werden sollen. Zwölf Monate vor Ablauf des Abkommens sollen die beiden Regierungen Beratungen aufnehmen. Im Kriegsfall: alle Erleichterungen In dem Kommuniqué heißt es u. a. „Teile des gegenwärtigen Suezkanalstützpunktes werden in wirksamer Arbeitsbereitschaft in Übereinstimmung mit den im Anhang eins festgelegten Erfordernissen gehalten werden, damit sie im Einklang mit folgenden Bestimmungen sofort in Gebrauch genommen werden können: a) im Falle eines bewaffneten Angriffs einer außenstehenden Macht auf Agypten, auf irgendein Land, das zur Zeit der Unterzeichnung dieses Abkommens an einem gemeinsamen Verteidigungspakt zwischen den Staaten der Araberliga beteiligt ist, oder auf die Türkei, wird Agypten Großbritannien alle Erleichterungen gewähren, die sich als notwendig erweisen, um den Stützpunkt in Kriegszustana zu versetzen una wirksam einzusetzen. Zu diesen Erleichterungen wird die Verwendung ägyptischer Häfen im Bereich der Verteidigung gehören. Abzug der britischen Truppen b) Im Falle einer Angriffsbedrohung gegen einen der oben genannten Staaten sollen sofortige Konsultationen zwischen Großbritannien und Agypten aufgenommen werden. Großbritannien wird das Recht zugestanden, nach eigenem Gutdünken jedes britische Materlal in den Stützpunkt oder aus dem Stützpunkt heraus zu transportieren. Nach einem zu gegebener Zeit aufzustellenden Plan werden die britischen Streitkräfte innerhalb von zwanzig Monaten nach dem Zeitpunkt der Unterzeichnung dieses Abkommens völlig aus dem ägyptischen Gebiet zurückgezogen. Die ägyptische Regierung wird für vorher angekündigte Flüge von Flugzeugen, die der britischen Luftwaffe unterstehen, Erleichterungen beim Überfliegen, der Landung und bei der Bedienung durch Bodenpersonal gewähren. Bei der Abfertigung aller Flüge wird die ägyptische Regierung Großbritannien Meistbegünstigung geben. „Unternehmen Ariana“ in Kraft gesetzt Im Tongking-Delta und in ganz Nordvietnam wurde das Feuer eingestellt Hanoi(Reuter). Entspfechend den Genfer Beschlüssen ist gestern morgen um acht Uhr Ortszeit im Tongking-Delta und in ganz Nordvietnam die Waffenruhe in Kraft getreten. In Mittelvietnam wird der Waffenstillstand am 1. August, in Laos am 5. August, in Kambodscha am 6. August und in Südvietnam am 10. August wirksam. Bevor die Waffen endgültig schwiegen, kam es noch zu kleineren Gefechten. Die französischen Befehlshaber an der ganzen nordvietnamesischen Front 26. Todesopfer des Wormser Unglücks Heute zwei Minuten Arbeitsruhe in allen Wormser Betrieben Worms.(dpa)) Im städtischen Krankenhaus Worms starb gestern in den frühen Morgenstunden der siebzehnjährige Helmut Wagner an einer Querschnittslähmung. Er ist damit das 26. Opfer des Wormser Autobusunglücks vom Sonnabend. Für die übrigen drei noch Verletzten besteht in keinem Falle mehr Lebensgefahr, nachdem sich ihr Zustand in der Nacht zum Dienstag gebessert hat. Die Industrie- und Handelskammer des Bezirks Worms hat im Einvernehmen mit den Firmen beschlossen, heute um elf Uhr zwei Minuten die Arbeit in allen Betrieben runen zu lassen. Zu dieser Zeit beginnt auf dem Zentralfriedhof Hochheimer Höhe die Trauerfeier für die Opfer des Unglücks. Für die Hinterbliebenen der ums Leben gekommenen sind inzwischen Spenden eingetroffen. Der Ortsverwaltung Worms der Gewerkschaft Holz wurden dreitausend Mark zur Verteilung an die Angehörigen der Opfer vom Hauptvorstand der Gewerkschaft in Düsseldorf überwiesen. Der Bezirksverband des Deutschen Roten Kreuzes spendete zweihundert Mark. Außerdem haben fünf Wormser Unternehmen Beträge zwischen 150 und dreihundert Mark gespendet. Zwei neue FDP-Abgeordnete Bonn(dpa)) Die beiden FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Friedrich Middelhauve und Willi Weyen die als nordrhein-westfälische Landesminister auf Grund der nordrhein-westfälischen Verfassung ihre Bundestagsmandate niederlegen müssen, werden durch ihre Nachfolger auf der Landesergänzungsliste der FDP ersetzt: An die Stelle Middelhauves tritt der FDP-Kandidat Fritz Held. Bäkkermeister(Lemgo). Bundestagsabgeordneter Weyer wird durch Professor Dr. Paul Luchtenberg(Burscheid bei Düsseldorf) ersetzt. Letzte Frist für Untergetauchte Bonn.(dpa) Das Bundesinnenministerium wies gestern darauf hin, daß das kürzlich verabschiedete Amnestiegesetz die letzte Chance sei, in der Kriegsoder Nachkriegszeit angenommene falsche Namen bis zum 31. Dezember 1954 durch Selbstanzeige zu berichtigen. Direkte Eisenbahntarife Luxemburg.(Korr.) Die Konferenz der Verkehrsminister der sechs SchumanplanStaaten hat gestern beschlossen, unmittelbar im Anschluß an die Sommerferien, voraussichtlich bereits im September, die endgültigen Beschlüsse über die Einführung direkter Eisenbahntarife für Kohle und Stahl in den sechs Ländern der Montanunion zu fassen. Bis dahin sollen Sachverständige der Regierungen und der Hohen Behörde der Montanunion präzise Vorschläge für die Einführung der neuen Tarife ausarbeiten. Neues Botschaftsgebäude in Washington 15 CDU-Abgeordnete für Todesstrafe— Erdbeben in Chile Die amerikanische Regierung ist ermächtigt worden, der Bundesregierung etwa 1,2 Millionen DM für den Kauf eines Botschaftsgebäudes in Washington zur Verfügung zu stellen. 15 Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU haben die Wiedereinführung der Todesstrafe für Mord und Menschenraub beantragt. Ein Erdbeben erschütterte die Städte Valdivia, Osorno und Puerto Montt in Mittelchile. Eine Person wurde getötet. Die Testamente der in der Sowjetzone enteigneten Großgrundbesitzer, die von „staatlichen Notariaten“ aufbewahrt werden, sollen vernichtet werden. An Bord eines britischen Dampfers trafen in Hongkong drei Deutsche ein, die von den chinesischen Behörden die Erlaubnis bekommen hatten, China zu verlassen. Die katholischen Missionare in dem an die Vietminh abgetretenen Gebiet Indochinas werden an ihren Arbeitsplätzen bleiben, erklärten vatikanische Kreise. Der Bundespräsident hat Dr. Fritz Berndt zum Senatspräsidenten beim Bundessozialgericht in Kassel ernannt. Im Hafen von Amsterdam brach gestern an Bord des über 15 000 Tonnen großen Panama-Tankers„Alkor“ Feuer aus. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Fulda in einem Schreiben gebeten, den nächsten Kirchentag in Frankfurt(Main) abzuhalten. Der südkoreanische Staatspräsident Syngman Rhee traf zu Besprechungen mit Präsident Eisenhower in Washington ein. Das Oberhaupt der koptischen Christen in Agypten, Patriarch Anba Yusaf, der von Anhängern seiner Kirche entführt worden war, ist auf ägyptische Intervention freigelassen worden und in seine Residenz in Kairo zurückgekehrt. öffneten gestern auf einen vom französiSchen Hauptquartier in Hanoi übermittelten telegrafischen Befehl versiegelte Umschläge, die sie vor einigen Tagen bekommen hatten. Das Schreiben lautete: „Unternehmen Ariana in Kraft setzen.“ „Unternehmen Ariana“ war das Kennwort für den Waffenstillstand. Die französischen Unionstruppen müssen einen großen Teil des noch von ihnen besetzten Gebietes im Tongking-Delta bis zum 10. August raumen. Sie werden im Raum von Hanoi zusammengezogen, der bist achtzig Tage nach Inkrafttreten des Waffenstillstandes in französischer Hand bleibt. Die Hafenstadt Haiphong muß 300 Tage nach der Feuereinstellung geräumt werden. Die indische Regierung hat gestern Kanada, Polen, Frankreich, Vietnam, Laos, Kambodscha und Vietminh zu einer Konferenz über das Überwachungssystem für den Waffenstillstand eingeladen. Polen und Kanada sind neben Indien Mitglieder der in Genf beschlossenen internationalen Überwachungskommission. VERSTÄNDIGUNG UBER SOLDATENGRÄBER HINWEG Vier internationale Jugendgruppen aus sieben Ländern, denen jeweils über 100 Jugendliche angehören, betreuen in der Zeit vom 27. Juli bis zum 5. September abwechselnd je eine Woche lang den in der Provinz Antwerpen gelegenen Soldatenfriedhof Lommel, auf dem 40 000 deutsche Gefallene des letzten Krieges ruhen. Mit dem Lied vom guten Kameraden und mit verschränkten Händen(unser Bild) wurde die Arbeit in einer schlichten Feier aufgenommen, an der auch Vertreter des Bundesministeriums, der deuischen Botschaft in Brüssel und der deutsche Generalkonsul in Antwerpen teilnahmen. Gespannte Lage im Südchinesischen Meer Diplomatische Proteste der Vereinigten Staaten, Englands und Chinas Hamburg(dpa). Die USA, die Volksrepublik China und, zum zweiten Male, Großbritannien unternahmen gestern Protestschritte wegen der Flugzeugzwischenfälle bei der Insel Hainan. Der amerikanische Protest in Peking richtet sich sowohl gegen den Abschuß der britischen Maschine als auch gegen das Eingreifen chinesischer Flugzeuge in die amerikanischen Rettungsaktionen. Die Volksrepublik China protestierte Schärfstens gegen den Abschuß der beiden chinesischen Militärmaschinen und gegen das„Eindringen amerikanischer Marineeinheiten in chinesische Hoheitsgewässer“. Der britische Außenminister Eden hat inzwischen im Unterhaus mitgeteilt, daß sich der zweite Zwischenfall nach amtlichen amerikanischen Informationen dreizehn Meilen vor der Küste Hainans, also außerhalb der chinesischen Hoheitsgewässer ereignet habe. Der neue britische Protest wendet sich dagegen, daß die chinesischen Behörden in Kanton nach dem ersten Zwischenfall ankündigten, sie würden nur einem Sunderland-Flugboot den Aufenthalt in der Suchzone erlauben. Die beiden amerikanischen Flugzeugträger, von deren Maschinen die beiden chinesischen Jäger am Montag abgeschossen wurden, kreuzen nach einer Mitteilung aus Washington immer noch in der Südchinesischen See,„um nach etwaigen Überlebenden und nach Wrackteilen zu suchen“. Die Lage im Gebiet von Hainan ist weiterhin gespannt. Arnold wieder Ministerpräsident Neues Kabinett dem Landtag vorgestellt— Regierungserklärung über Außenpolitik Düsseldorf.(dpa) Mit 118 Stimmen wählte der Landtag in Düsseldorf gestern den bisherigen Regierungschef Karl Arnold(CDU) wieder zum Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. Der von der SPD aufgestellte Gegenkandidat Fritz Steinhoff erhielt 75 Stimmen. Nach seiner Vereidigung durch den Landtagspräsidenten Gockeln stellte Arnold dem Landtag das neue Kabinett vor, dem außer ihm sechs Mitglieder der CDU, zwei der FDP und ein Vertreter des Zentrums angehören. In seiner Regierungserklärung versicherte Arnold, an dem bisherigen sozialen Kurs kompromißlos festhalten zu wollen. Behauptungen, er habe einen politischen Gesinnungswandel vollzogen oder das politische Gesicht verloren. könnten ihn nicht treffen. Außenpolitik war entscheidend Bei der Koalitionsbildung sei auf Erwägungen der deutschen Außenpolitik und auf die politische Wechselwirkung zwischen Bund und Land Rücksicht genommen worden. Arnold, der das Fehlen eine: gemeinsamen Außenpolitik von Regierung und Opposition bedauerte, sagte, es schiene ihm in der augenblicklichen Lage geboten, auch vom Blickfeld des Landes aus keinen Vorwand für die Annahme zu geben, als sei die Basis der deutschen Außenpolitik geschwächt worden. Die in der Opposition stehende SPD-Fraktion forderte er auf, mit der Regierung an der Vertiefung eines freiheitlichen, demokratischen und sozialen Staatsbewußtseins mitzuwirken. Dem Bund sicherte der Ministerpräsident auch in Zukunft die volle Unterstützung des Landes zu. Der wiedergewählte Ministerpräsident lehnte eine zentrale Kulturpolitik in Deutschland ab. Das schließe nicht aus, sich auf gewisse Grundsätze zu einigen, die der Kulturpolitik in allen Ländern als Richtlinien dienen könnten. Johns früheres Amt wird überprüft Bundeskanzler verfolgt von Bühler Höhe aus die Untersuchungen Bonn.(dpa) Eine sorgfältige Überprurung der organisatorischen und politischen Verhältnisse im Bundesamt für Verfassungsschutz hat, wie das Bundesinnenministerium gestern bekanntgab, bereits begonnen. Die Bundesregierung sei sich darin einig, daß eine solche Neuorganisation dieser Behörde dringend notwendig sei. Bundeskanzler Dr. Adenauer verfolgt den Fortgang der Untersuchungen des Falles John in seinem Urlaubsort Bühler Höhe mit großem Ernst. Der aug 28 Mitgliedern bestebende Bundestagsausschuß zum Schutze der Verfassung trat gestern nachmittag in Bonn zusammen, um einen Bericht des Bundesinnenministers John entgesenzunehmen. Der Sowjetzonen-Rundfunk wies gestern morgen die Erklärung des Bundesinnenministers zum Fall John ais„vage und völlig haltlos“ zurück. Zu mehreren Gerüchten über eine bevorstehende Pressekonferenz in Östberlin, die sich mit dem Fall John beschäftigen würde, wurde auf Anfrage von zuständigen Stellen mitgeteilt, daß eine solche Pressekonferenz nicht beabsichtigt sel. Der neue Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Middelhauve(FDP) sagte, seine demokratische Grundhaltung sei dieselbe geblieben. Er wandte sich scharf gegen das„in ausländischen Zeitungen auftretende Bestreben“, ihn und seine Freunde ais radikal abzustempeln. Seine Toleranz gebiete es ihm,„auch die andern“, die ehrlich wieder zum Freiheitsgedanken zurückgefunden hätten, in die Arbeit am Staatsleben mit einzubeziehen. Von der SPD-Fraktion wurde die Regierungserklärung Arnolds als„außerordentlich farblos“ bezeichnet. Die SPD sei erstaunt über den Mangel an konkreten Angaben zu den Zielen der neuen Regierung. Es sei von jeder Regierungserklärung zu erwarten, daß sie einen Katalog derjenigen Aufgaben aufstelle, die als die dringlichsten innerhalb der nächsten vier Jahre gelöst werden sollen. Es sei aber u. a. weder für den sozialen Bereich noch für den Bereich der kommunalpolitischen Probleme irgend etwas Greifbares gesagt worden. Wie wird das Wetter? Unbeständig Ein kräftiges Tiefdruckgebiet liegt bei Schottland. Auf seiner Südseite hält die Zufuhr kühler Luftmassen nach Westdeutschland an. Vorhersage für Mittwoch: Bel mäBigen südwestlichen Winden wechselnde, zeitweise stärkere Bewölkung mit einzelnen Regenschauern, kühl, Tageshöchsttemperaturen 16 bis 20 Grad. Weltere Aussichten: Wechselhaft mit Schauern, nur wenig Temperaturänderung. I. Das Wort des Ministers G. St. Der Fall John ist durch die Erklärung des Bundesinnenministers, ein Verrat sei nicht nachzuweisen, nicht vereinfacht worden. Daraus kann Dr. Schröder kein Vorwurf gemacht werden: denn gerade von ihm muß in dieser Angelegenheit die absolute Wahrheit erwartet werden. Wer also diese Erklärung anzweifelt, die sich auf Ermittlungen stützt, mit denen die gesamte Bundesregierung ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt, kann nur folgern, daß der Staat ihn bewußt belügt und hintergeht. Wenn diese Meinung allgemein verbreitet wäre, dann könnte es nur eine Konsequenz geben: die Bundesregierung müßte zurücktreten, und zwar nicht nur der Bundesinnenminister, sondern auch der Bundeskanzler, der ihn deckt, und mit ihm alle Bundesminister, die sich von dieser Erklärung nicht eindeutig absetzen. Da wir keine Veranlassung haben, die Erklärung des Bundesinnenministers anzuzweifeln, müssen wir sie so lange zur Grundlage unserer Betrachtungen machen, bis ihr Gegenteil bewiesen wird. Wir haben bis heute keine Stellungahme zum Fall John veröffentlicht, weil wir in den vergangenen Jahren allzu oft erlebt haben, daß Menschen diffamiert wurden, denen hinterher in einer einwandfreien Untersuchung nichts nachgewiesen werden konnte. Wenn Dr. John heute vorgeworfen wird, daß er den Alliierten nach der Kapitulation Unterlagen für Prozesse gegen militärische und politische Spitzen des Dritten Reiches geliefert habe, dann sollte uns das nicht veranlassen, Haß mit Haß zu vergelten. Indessen ist die Öffentlichkeit sowohl mit Werturteilen bekannter Politiker als auch mit einer Flut von„Enthüllungen“ förmlich zugedeckt worden. Eine große westdeutsche Zeitung schrieb:„Er soll ein Säufer, ein Frauenjäger, ein Knabenverführer gewesen sem... wenn wir dieses und gewichtigeres Material besessen hätten, dann hätten wir davon nicht erst jetzt, sondern schon früher Gebrauch gemacht, spätestens aber zur Bundestagsdebatte über den Verfassungsschutz. Damals hätten Dr. Adenauer und Dr. Schröder noch Gelegenheit gehabt, die Vorwürfe zu untersuchen, Dr. John hätte sich dazu äußern können, und am 20. Juli wäre nicht der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz in den Sowjetsektor gefahren, sondern ein entschärfter Dr. John, nach dessen Entlassung das Amt andere Tapeten bekommen hätte. Wer also erst heute enthüllt, was er seit langer Zeit gewußt hat, macht sich an der Affäre nicht weniger schuldig als Dr. John selbst, vorausgesetzt, daß die gegen John erhobene Verdächtigung des Verrates zutrifft. Wenn es aber im Fall Dr. Johns, der die geheimsten Pläne und Zusammenhänge kennt, schon nicht für notwendig befunden wurde, rechtzeitig aus- und zuzupacken, dann muß angenommen werden, daß noch andere Fälle auf Eis liegen, nur daß die Betreffenden anders heißen. So lange unser politisches Leben mit der Hypothek der Unaufrichtigkeit und persönlichen Feigheit belastet ist, wird der Fall John nicht der letzte sein. Nach der Erklärung des Bundesinnenministers gibt es nur zwei Möglichkeiten: abzuwarten oder dieser Bundesregierung die Gefolgschaft zu versagen. Wir plädieren für das erstere. Der Bundeskanzler wird diesen Fall bestimmt zum Anlaß nehmen, um seine Personalpolitik so gründlich zu überprüfen, daß der Fall John sich nicht wiederholt. Das bezieht sich auch auf die vielen Geheimdienste, die in Westberlin ihr Unwesen treiben und nur dann eine Berechtigung hätten, wenn in Bonn die Absicht bestünde, die Spaltung zu verewigen. Seit Tagen besteht auch die Gefahr, daß der mit dem Fall John in Zusammenhang gebrachte Widerstand gegen Hitler diskreditiert wird und daß Kräfte nach oben drängen, die gerade das bezwecken, wogegen sich der Bundestag bei den Debatten über den Koordinierungsausschuß und über den Verfassungsschutz zur Wehr gesetzt hat. Das Ohr am Staatsfeind Wozu Bundesverfassungs-Schutzamt? Seine Aufgaben, Grenzen und Methoden— Dr. Johns bisheriger Wirkungskreis Wie jedes moderne Land eine Verkehrspolizei braucht, so hat jeder Staat einen Apparat, der ihn und seine Bewohner vor Verfassungsfeinden schützen soll, Für die Bundesrepublik ist dafür das„Verfassungsschutzamt“ vorgesehen. Im Grundgesetz wurde festgelegt, daß Zentralstellen für das polizeiliche Auskunfts- und Nachrichtenwesen, zur Sammlung von Unterlagen für Zwecke des Verfassungsschutzes und für die Kriminalpolizei eingerichtet werden können. Dem Amt stehen für seine Tätigkeit keinerlei Sonderrechte zu. Weder dürfen Telefongespräche überwacht, noch das Briefgeheimnis oder andere Grundrechte und Gesetze verletzt werden. Dem Verfassungsschutz stehen auch keinerlei polizeiliche Befugnisse zu. Der föderalistische Aufbau Während der Verfassungsschutz in anderen europäischen Ländern zentralisiert ist, bestehen in der Bundesrepublik neben dem Kölner Bundesamt in allen Ländern eigene Verfassungsschutzbehörden. Bisherige Erfahrungen haben nach dem Urteil Sachverständiger gelehrt, daß der föderalistische Aufbau die Arbeit des Amtes erscnwert. Im Bundestag wurde dazu einmal gesagt, daß es dem Bundesamt und den Verfassungsschutzämtern der einzelnen Bundesländer nicht immer gelungen sei, die Agentenlisten und die Ermittlungskarteien auszutauschen. Das Resultat sei ein teilweise langsames, teures und unzuverlässiges System. Viele V-Leute sollen für mehrere Ämter arbeiten und jedes Amt gehe von sich aus den Informationen nach. Nicht selten, meinen Eingeweihte, funktioniere das Zusammenspiel mit den Geheimdiensten der Besatzungsmächte besser als das der Landesämter untereinander. Die Affäre„Vulkan“ Das Bundesamt ist daher des öfteren schon von allen politischen Richtungen kritisiert worden. Einer der jüngsten Angriffe richtete sich dagegen, daß beispielsweise in der Affäre„Vulkan“ auf Grund der Angaben einer sehr zweifelhaften„Vertrauensperson“ unbescholtene Kaufleute als spionageverdächtig an das Bundesministerium gemeldet wurden onne daß die notwendigen Beweisstücke vorlagen. Der Bundestagsausschuß zum Schutz der Verfassung beschäftigte sich wiederholt mit diesem Thema. Es wurde bereits vorgeschlagen, das Amt an Stelle des Innenministers dem Oberbundesanwalt zu unterstellen und dem Bundeskriminalpolizeiamt einzugliedern. Der Oberbundesanwalt würde, so wurde dazu gesagt, über den Bundesjustizminister dem Kabinett erneblich sachlicher berichten, als es das Bundesverfassungsschutzamt bisher über den Bundesinnenminister getan habe. Außerdem solle die Nachrichtenbeschaffung auf beamtete Hilfskräfte beschränkt werden, Vor dem Hochaltar überfallen San Franzisko(dpa). Ein katholischer Priester wurde in einer Kirche in San Franzisko von einer Frau durch Messerstiche verletzt. während er die Messe las. Pater Bernard Cronin stand vor dem Altar, als sich ihm eine etwa vierzigjährige Frau näherte und ihm ein sechs Zentimeter langes Messer in den Nacken stieß. Vor den Augen entsetzt starrender Gläubiger brach Pater Cronin zusammen, während die Täterin langsam zu einer der hinteren Bankreihen zurückging. Sie betete dort, als die Polizei sie verhaftete. Pater Cronin wird wieder genesen. Verschärfter Kampf gegen EVG in Paris Eine Entschließung kommunistischer und gaullistischer Parlamentarier DIE MARATHON-DEBATTE Seit dem 21. Juli versuchen einige Senatoren des amerikanischen Repräsentantenhauses die Verabschiedung der Abänderung des Atom-Energie-Gesetzes durch Dauerreden zu verhindern. Unser Bild zeigt von links nach rechts die Senatoren Murray(Demokrat), Wiley(Republikaner) und Beall(Demokrat) in einer kurzen nächtlichen Erfrischungspause während der Marathon-Debatte auf den Stufen des Capitols bei einer Tasse Kaffee. Paris.(Korr.) Die entschlossenen Gegner der europäischen Verteidigungsgemeinschaft in Frankreich verstärken ihren Kampf gegen den EVG-Vertrag immer mehr, zumal die Ratifizierungsdebatte in der Nationalversammlung für Mitte August festgelegt worden ist. In einer gestern veröffentlichten EntschlieBung des„Komitees für eine friedliche Lösung der deutschen Frage“ werden die EVG erneut abgelehnt und Verhandlungen über einen Friedensvertrag gefordert. Unter den 134 Unterzeichnern dieser Resolution finden sich nicht nur die Namen kommunistischer Persönlichkeiten, sondern auch die prominenter gaullistischer Parlamentarier wie Jacques Soustelle und Henry Torres. Auch die eifrigsten EVG-Gegner in der sozialistischen Parlamentsfraktion sollen einen neuen Vorstoß planen. Man schreibt ihnen die Absicht zu, in Kürze ein Manifest veröffentlichen zu wollen, in dem die sozialistischen Gegner des EVGVertrages aufgefordert werden, ohne Rücksicht auf Maßregelungen des Parteivorstandes gegen die Ratifizierung zu stimmen. In politischen Kreisen glaubt man, daß die von dem EVG-freundlichen Guy Mollet geleitete Parteiführung einer solchen offenen Rebellion sicherlich nicht untätig zusehen würde. Ein amerikanischer Angestellter des CJC in Berlin ist erschossen aufgefunden worden. Es handelt sich offenbar um Selbstmord. Die Meinung der anderen: Der Fall John „Journal de Geneve“ „Der Schlag ist schrecklich für die Bonner Republik, die durch einen Skandal von internationalem Ausmaß erschüttert ist. Gewiß, es gibt in anderen Ländern gleiche Vorgänge, doch ist der Verrat Johus nur möglich geworden, weil etwas faul im Staate Dänemark ist. Es ist Zeit, dast die Bundesrepublik wieder zu sich kommt. Sie hat eine Schladit verloren. Hat sie aber nicht mehr als uur eine Sdilacht verloren?" „Der Bund“(Bern) „Es war schlechthin undenkbar, daß John sich freiwillig einer Madit überantworten würde, die sich durch nidits von der Diktatur eines Hitlers unterscheidet. Nun aber, nadidem es dodhi geschelien ist, verlieren die politischen Antriebselemente ilu Gewicht; denn ein Mann, dessen Handlungsweise so kraß im Gegensatz zu seiner politischen Überzeugung stelit, kann, was die politischen Motive aubetrifft, nicht mehr erust genommen werden. Was bleibt, ist die Tatsadie, daß John durch seine Leidenschaften in Gemeinschaft mit seinem labilen Wesen in die Verstrickungen des allzumenschlichen geraten ist." „Basler National-Zeitung“ „Nach den Erklärungen von Innenminister Dr. Schröder zum Fall John bleibt alles so unklar und mysteriös wie zuvor. Die Bonner Regierung hat natürlich ein luteresse daran, die Dinge so darzustellen, als sei John in eine Falle geraten, aber bewiesen ist das durch die Erklärungen Schröders noch keineswegs. Im Gegenteil erinnert man sich jetzt der Affäre jenes Obersten a. D. Heinz, dem früheren Abwehrdef des Amtes Blauk, der vor einigen Monaten entlassen worden war. Sdhion damals hieß es, Heinz sei ein Opfer von Iutrigen geworden, und man nannte in diesem Zusammenhang die Namen John und Gehlen." „Daily Telegraph“ „So Dr. John in Ost-Berlin durch seinen kommunistischen Freund Dr. Wohlgemuth in eine Falle gelockt wurde, ob er unter der geistigen Beherrschung dieses Mannes stand oder ob er von einem plötzlichen Impuls erfaßt wurde, zu den Kommunisten überzulaufen, bleibt dunkel. Sichier ist nur, daß er vorher Angebote erhalten hat, sidi dem kommunistischen Regime in der Ostzone anzuschließen, und daß er sie verworfen, aber nicht seinen Vorgesetzten gemeldet hat. Es ist gegenüber einem Manne mit einem ausgezeichneten Ruf wegen seines Widerstandes gegen die Nazis keineswegs unfair, zu bemerken, daß ein anhaltender freundlider Kontakt mit bekaunten Kommunisten und ein unvorsidtiger Ausflug in den Sowjetsektor von Berlin kaum für die Eignung Dr. Jolius als Chef einer Abteilung spricht." Herzliche Bitte an Patriarchen von Moskau Niemöller für baldige Rückkehr der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen Wilma Montesi wurde vermutlich ertränkt Neue Wendung in einem der größten Skandäle der römischen Gesellschaft Rom.(dpa) Die von dem Untersuchungsrichter Dr. Sepe angeordnete neue Obduktion der Leiche von Wilma Montesi hat ergeben, daß der Tod des 21jährigen Mädchens„durch Ertränken, von dritten verursacht“, eingetreten ist. Die Untersuchung des Montesi-Skandals ist damit in ein neues Stadium getreten. Die chemische Analyse der Sandspuren und Salzrückstände in der Lunge der Toten und die Beobachtung der Meeresströmung dürften laut„II Messagero“ Aufschluß darüber gegeben haben, daß der in den Atmungsorganen gefundene Sand vom Strand von Vaianica, etwa zwanzig Kilometer südlich von Ostia, stammt und daß das Mädchen, das dort am 11. April 1953 aufgefunden wurde, erst am Abend vorher den Tod gefunden hat. Der italienische Journalist Silvano Muto behauptete bekanntlich, Wilma Montesi sei im Verlauf einer Rauschgiftorgie auf dem in der Nähe von Vaianica gelegenen Jagdschloß des Marchese Ugo Montagna gestorben und dann am Strand ausgesetzt worden. Diese Erklärung löste einen Skandal aus, weil bekannte Persönlichkeiten der italienischen Gesellschaft in die Affäre verwickelt sein sollen. Frankfurt(Main).(dpa) Der Leiter des Außenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirchenpräsident D. Martin Niemöller, hat den Patriarchen Alexius von Moskau in einem vom 17. Juli datierten Brief gebeten, sich bei der Regierung der Sowjetunion für die Rückkehr der noch in Rußland zurückgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen einzusetzen. Wie der Evangelische Pressedienst mitteilt, habe Niemöller mit dem Moskauer Patriarchen seit seiner Reise in die Sowjetunion Kontakt Dies wolle er ausnützen, um zu erreichen, daß sich die orthodoxe Kirche Rußlands für die baldige Rückkehr der deutschen Kriegsund Zivilgefangenen in die Heimat verwendet. „Wir sprechen diese herzliche Bitte aus“, heißtes in dem Schreiben,„weil uns die Liebe Christi drängt und weil wir zu Gott hoffen, daß eine solche Tat dem Verstehen unserer Völker und dem Frieden auf Erden einen großen Dienst erweisen würde.“ Niemöller sprach die Hoffnung aus, daß sein Wunsch vom Moskauer Patriarchen günstig aufgenommen werde, zumal seine Anfang 1952 in Moskau persönlich ausgesprochene Bitte zum Teil durch die Heimkehr vieler Gefangener im vergangenen Jahr erfüllt worden sei. KP-Betriebsrat fristlos entlassen Leverkusen.(dpa) Der frühere nordrhein-westfälische KPD-Landtagsabgeordnete Georg Holdenrief ist von den Bayer-Farbenfabriken Leverkusen frist1os entlassen worden. Holdenried, der als Hilfshandwerker beschäftigt war und seit langem dem Betriebsrat angehörte, soll einem Funktionär der Sowjetzonen-Gewerkschaft FDGB eine Liste des Betriebsrats der Farbenfabriken Bayer mit dem Vermerk ihrer Parteizugehörigkeit ausgehändigt haben. Er soll ferner die Arbeiter und Angestellten der Bayer-Werke in einem Flugblatt aufgefordert haben, sich an der Wahl der fünf von der Belegschaft zu stellenden Aufsichtsratsmitglieder nicht zu beteiligen, obwohl die Kandidaten auf der Gewerkschaftsliste standen. Das Bundesverfassungsgericht hat mitgeteilt, daß die mündliche Verhandlung Streit um die Rechtsgültigkeit der deutschalliierten Verträge voraussichtlich Mitte Öktober stattfinden wird. Derungekrönte Herr Schmitf Roman aus unseren lagen von Viktoria Rhen Copyright by Prometheusverlag, Gröbenzell (23. Fortsetzung) „Glaube ich nicht, glaube ich nicht“, gab der Herzog, ein wenig eifriger als es sonst seiner gemessenen Haltung entsprach, zurück.„Im übrigen— eine Frage: Waren Sie nicht selbst der Meinung, daß Frederica dringend Luftveränderung brauche?“ „Gewiß— deshalb wollten wir ja jetzt auch die kleine Reise zu Wilkes Schwester machen“, gab Clemens zögernd zu. „Nun, diese kleine Reise“, meinte der Herzog,„kann man wohl nicht gut als Luftveränderung bezeichnen. Im Alpenvorland aber herrscht ein ganz anderes Klima— und die Ernährung wird auch besser sein als hier. Allein schon Frédericias wegen, für deren Wohl Sie sich dankenswerterweise schon so oft eingesetzt haben, sollten Sie alles tun, um diese Fahrt schnell zustandezubringen.“ An Fredericia hatte Clemens bei dieser Unterredung, die er, wie so vieles andere, bisher nur als„komisch“ empfunden hatte, gar nicht gedacht. Ob der Herzog mit seiner Familie früher oder später oder gar überhaupt nicht zu Tante Leopoldine reisen konnte, das rührte ihn wenig. In dieser harten Zeit mußte jeder selbst sehen. wie er zurechtkam. Aber bei Fredericia war das etwas anderes. Ihr mußte er helfen. Noch zögernd fragte er:„Wieviel Personen sollen denn mitfahren?“ Der Herzog merkte, daß er so gut wie gewonnen hatte.„Außer der Herzogin und mir, unseren drel Kindern und Ihnen, lieber Doktor Schmitt. kämen noch die vier Bedienten dazu. Und, ja, bald hätte ich es vergessen, Fürst Konstantin und Fürstin Charlotta haben auch dringend gebeten, mitreisen zu dürfen. Sie hoffen, von da aus ihre Besitzungen in Tirol leichter erreichen zu können.“ Clemens stöhnte:„Zwölf Personen!— Na. denn man tau!“ Und ohne Abschiedsgruß stürmte er aus dem Zimmer des Herzogs. Clemens Tatkraft, an die der Herzog nicht vergebens appelliert hatte, begann sich auszuwirken. Zuvor jedoch hatte er eine kleine Unterredung mit Fredericia, die nicht ganz ohne Tränen von ihrer Seite abging. „Und was wird nun aus unserer Reise?“ fragte die Prinzessin.„Wir wollten doch morgen zu Wilkes Schwester fahren!“ „Tja, Sissy, daraus wird nun nichts werden. Ich habe deinem Vater versprochen... Fredericia wandte sich ab und schluchzte:„Versprochen— meinem Vater versprochen... Für ihn willst du dich einsetzen— aber was du mir versprochen hast, das hältst du nicht!“ „Was hatte ich dir denn versprochen, kleine Mondscheinprinzessin?“ fragte Clemens, halb belustigt und halb gerührt, zurück. „Daß du mit mir endlich einmal allein verreisen willst— das hast du mir versprochen! Hier habe ich überhaupt nichts von dir. Tagsüber stichst du Torf, im Schloß ist die ganze Familie um uns herum— und wenn man endlich einmal mit dir allein ist, kommt diese Donata dazwischen und macht alles kaputt!“ Bei diesen letzten Worten war Fredericia heftig geworden und hatte sogar mit dem Fuß aufgestampft. „Aber Sissy!“ konnte Clemens nur antworten. Er fand das ihm nun wieder voll zugewandte Gesicht Fredericias in seiner Zornesröte hinreißend schön. Dann fuhr er ungewohnt leise fort:„Glaube nur nicht, daß ich den Plan unserer schönen Reise leichten Herzens aufgebe. Ich tue es doch nur für dich!“ „Für mich?“ fragte Fredericia schnell versöhnt.„Was tust du für mich?“ „Daß ich die Fahrt nach Bayern organisiere. Das tue ich nur für dich und für deine Gesundheit. Die anderen, die könnten von mir aus hier sitzen, bis sie schwarz werden...“ „Du sprichst nicht sehr höflich von deinen neuen Verwandten!“ sagte Fredericia lächelnd. Und wieder fand Clemens, daß es schön sein müßte, dieses in seiner Zartheit um so anziehendere Gesicht immer wieder zu betrachten. Wohin verirrte er sich? Wenn Fredericia mit Hilfe der bayerischen Luft und der bayerischen Küche soweit gekräftigt war, daß sie seiner nicht mehr bedurfte, würde es Zeit für ihn sein, aus ihrem Leben zu verschwinden. Bis dahin aber galt es, Haltung zu bewahren. Seine Stimme klang rauh und fast unhöflich, als er jetzt, ein wenig unmotiviert, sagte:„Nun aber Schluß mit dem Gerede! Ich versäume hier kostbare“ Zeit. Ich fahre jetzt in die Stadt und besuche gleich mal einige Firmen, die Fernlaster haben. Vielleicht Als Clemens am Seehafen entlangging, kam ihm ein neuer Gedanke. Vielleicht konnte Molch, der Mann mit der„Schwarzhändlerehre“, ihm helfen. Ohne Zögern ging er in die schlechtberufene Straße und betrat das rote Backsteinhaus. Er stieg die windschiefe, halsbrecherische Treppe empor, die ihn schon einmal zum„Kameraden“ Molch geführt hatte. Drinnen war Kundschaft.„Ich halte auf Ehre und Anstand“, hörte Clemens gerade wieder Molchs biedermännische Stimme. Auch diesmal tätigte er seine Geschäfte vom Bett aus. Als er Schmitt in der Tür erblickte, rief Molch:„Kommense rein, Herr Doktor! Freut mich, Sie wiederzusehen. Ich sage ja immer: Anständige Bedienung schafft treue Kundschaft!“ Er lachte selbstgefällig.„Moment, Herr Doktor, der Herr ist gleich fertig.. Einige Geldscheine wechselten den Besitzer, ein Päckchen, das wohl Speck enthielt, wurde sorgfältig in einer alten Mappe versteckt— die Polizei war noch sehr neugierig— und dann verabschiedete sich der Kunde mit kurzem Gruß. „Na, Herr Doktor“, lachte Molch jovial, „haben die Fettigkeiten bei der Frau Gemahlin schon angeschlagen? Ich hab' wieder prima Ware, und gar nicht mal teuer. Sie kennen ja meinen Grundsatz: Kleine Preise— großer Umsatz.“ Er lachte dröhnend. „Heute will ich nichts kaufen“, erklärte Clemens.„Aber Ihr Rat und Ihre Hilfe wären mir auch was wert... Und er erzählte dem„ehrbaren Schwarzhändler“ von seinen Sorgen. „Mit zwölf Mann wollen Sie auf die Reise gehn, und auch noch gleich bis nach Oberbayern?“ Molch war einen Augenblick sprachlos. Dann schüttelt» er den Kopf: „Warum nicht gleich mit'ner ganzen Kompanie zum Nordpol?“ Wieder lachte er laut. Das alte Eisenbett krachte in allen Fugen. Clemens meinte ungerührt:„Na, so ein tüchtiger Kaufmann wie Sie, Kamerad Molch, der hat doch allerlei Verbindungen, wie?" „Hat er, hat er“, posaunte Molch, stolz über Clemen“ Lob.„Aber gleich zwölf Personen mit Gepäck— das wird'ne schöne Stange Geld kosten. Oder noch besser: Ware! Englische Zigaretten, Speck, Kaffee— darauf hüpfen die Fernfahrer. Könnense alles von mir haben, Herr Doktor, billigst. Beauftragen Sie mich mit der Transaktschon?“ Auf dieses etwas mühsam und auch nicht ganz richtig herausgebrachte Fremdwort schien Molch ungeheuer stolz zu sein. Clemens fühlte es, und wendig genug, sich, wenn er wollte, jeder Lage anzupassen, sagte er pathetisch:„Sehen Sie, Kamerad Molch, Sie sind der richtige Mann. Ich beauftrage Sie mit der Transaktschon!“ Molch legte sich mit befriedigtem Grinsen in seine Kissen zurück:„In Ordnung, Herr Doktor, kommense in drei Tagen wieder. Bis dahin habe ich das Ding geschaukelt.“ Clemens atmete befreit auf. Das ging ja wider Erwarten schnell und glatt. Er mußte lachen bei dem Gedanken, wie wenig Tatkraft doch im Grunde notwendig war, um so ein„Ding zu schmeiBen“. Auf die richtigen Verbindungen kan es an... (Fortsetzung folgt) Emil Jannings erhielt von einem Friseur aus einer Provinzstadt einen Brief, in dem stand, daß er dem Meister noch 60 Pf schulde für Haarschneiden und Rasieren im Jahre 1933. Jannings amüsierte sich darüber und schickte dem Gläubiger sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift. Darauf kam von dem Barbier ein Antwortschreiben, in dem der Haarkünstler seinen Dank für das Autogramm sagte und weiter schrieb:„Ich habe es für 10 Mark verkauft. Für den verbleibenden Rest von RM 9,40 erlaube ich mir, Ihnen 2 Rasierabonnements meiner Firma baizu lUaane 119. Jahrgang— Nummer 172 Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Mittwoch, den 28. Juli 1954 Für volksnahes Recht Aufgabe des Bundessozialgerichtes Olpe. Wir berichteten schon, daß der frühere OKD des Landkreises Olpe, Ministerialdirektor Joseph Schneider(Bonn), seine offizielle Ernennung zum Präsidenten des Bundessozialgerichtes erhalten hat. Zu Senatsprasidenten wurden gleichzeitig Abteilungspräsident Dr. Fritz Berndt, Ministerialrat Kurt Brackmann, Senatspräsident Dr. Gustav Brockhoff, Regierungsdirektor Dr. Paul Weiß und Kammergerichtsrat Franz Krause ernannt. Das Gericht wird Ende Juli in Kassel seine Arbeit aufnehmen. Bundesarbeitsminister Storch sagte, er hoffe, daß das Gericht ein im Sinne der Gesetzgebung volksnahes Recht walten lassen werde. Präsident Schneider antwortete hierauf, das Gericht werde bemüht sein, sich der Tradition des Reichsversorgungsgerichts und des Reichsversicherungsamtes würdig zu erweisen. Das Bundessozialgericht soll über Revisionen in Streitfällen aus der Sozialversicherung, der Arbeitslosenversicherung und der Kriegsopferversorgung entscheiden. Das Fehlen eines solchen Gerichts hat bisher in vielen Fällen zu unterschiedlichen Rechtsauslegungen geführt. Ergänzend dazu sei noch erwähnt, daß neuerdings auch unser schöner Stadtwald Hardt“ von Motorradfahrern immer mehr als Durchfahrt benutzt wird. Die Belästigung, die dadurch für die Spaziergänger entsteht, ist am besten durch folgenden Vorfall gekennzeichnet: Als vor etwa acht Tagen ein alter Herr, der sich mit seinem Schäferhund an der Leine auf seinem täglichen Spaziergang im Stadtwald befand, wurde er durch einen Motorradler vom Wege abgedrückt. Der Spaziergänger kam dabei so zu Fall, daß er einige Tage das Bett hüten mußte. Man sollte behördlicherseits gegen alle Motorradfahrer, die sich mit ihren Motorrädern von der Landstraße ab auf Fahrt in die Wälder begeben, energisch vorgehen! Achtung, Schachfreunde! Die am Schachspiel interessierten sind für heute um 20 Uhr zu einer Besprechung in den Gasthof Hetzel, Agathastraße, eingeladen, Wenn es möglich ist, soll die Gründung einer Olper Ortsgruppe vorgenommen werden. Gemeinderatssitzung Rhode. Eine öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung von Rhode findet am Dienstag, dem 3. August, um 17 Uhr in der Wirtschaft Schnüttgen statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Genehmigung der Niederschrift der letzten Sitzung, 2. Landschaftsschutzgebiet Biggetalsperre, 3. Antrag des Bullenhaltungsvereins Griesemert auf Bewilligung einer Beihilfe, 4. Genehmigung überplanmäßiger Ausgaben, 5. Verschiedenes. Dank für die Mitarbeit im DRK Der Landesverband hielt seine Jahresversammlung In Altena ab Bundessiegerin: Hannelore Neufeld Stark besuchtes Wettkochen mit Flüssiggas im großen Schwanensaale Olper Stadtsplegel Die nächste Stadtverordnetensitzung findet, wie wir erfahren, am kommenden Montag um 17 Uhr im Sitzungssaale des Rathauses statt. Die Tagesordnung wird noch bekanntgegeben. St.-Anna-Tag auf der Dörnschlade. Am kommenden Sonntag feiern die Ostvertriebenen des Dekanates Olpe auf der Dörnschlade den St. Anna-Tag. Für den Wallfahrtstag ist folgendes Programm vorgesehen: Nach dem feierlichen Hochamt in der Wallfahrtskapelle findet bei gutem Wetter im Freien und bei schlechtem Wetter im Saale der Gastwirtschaft Schlimm eine Versammlung aller Ostvertriebenen statt. Um 15 Uhr ist eine Muttergottesandacht. Der Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten teilt mit: Am Samstag, dem 31. Juli, findet um 20 Uhr im Hotel„Zum Schwanen“ eine wichtige Versammlung statt, wozu alle Mitglieder herzlich einvorsitzende Remmel, sowie der Bezirksvorsitzende Rommel, sowie der Bezirksgeschäftsführer Willi Ehlscheid. Ab 18 Uhr hält Bezirksgeschäftsführer Ehlscheid im„Schwanen“ Beratungsstunden ab Die Beratungsstunden am Freitag fallen daher aus. Motorradgeknatter auch im Stadtwald. In unserer Montagsausgabe erschien bekanntlich ein Hinweis des Olper Verkehrsvereins„Das lästige Geknatter“. Dieser Artikel fand allgemeine Zustimmung. Olpe. Das Flüssiggas-Bundeswettkochen der Landfrauenschulen, das am Montagnachmittag im großen Schwanensaale durchgeführt wurde, hatte einen derart starken Besuch aufzuweisen, daß der Saal von interessierten Hausfrauen bis auf den letzten Platz besetzt war. An sieben Herden, die auf der Bühne aufgestellt waren, wurde das Wettkochen durchgeführt. Jedermann konnte es leicht verfolgen, denn ein Ansager vermittelte durch Lautsprecher alle erforderlichen Angaben und den Verlauf dieses einmaligen Wettbewerbs, der sich mit großer Spannung voilzog. Zunächst erfolgten der Einmarsch und die Vorstellung der sieben Wettkampf-Teilnehmerinnen, die genauestens vom Conferencier Heinz Zensen unter die Lupe genommen wurden. An kleinen Scherzen zur Auflockerung des ganzen Geschehens fehlte es nicht! Dann war Begrüßung der Gäste(u. a. Frau Behrendt vom Bundesernährungsministerium und Frl. Groepper von der Landwirtschaftskammer Münster) und schließlich der Start zum Wettkochen. Im Auftrage der Veranstalter: Zentrale für Gasverwendung e. V., Frankfurt/Main, und Westfälische Ferngas A.-G., Dortmund, richtete Direktor Dr. Messerschmidt einen herzlichen Willkommensgruß an alle Anwesenden, indem er zugleich auf die Bedeutung dieser außergewöhnlichen Veranstaltung hinwies, die auf internationaler Ebene ihre Fortsetzung finden wird. Frl. Bolle erläuterte als leitende Gasberaterin der W.F.G. die Wettkampf-Aufgaben, während Frl. Dottermuschke, Gasberaterin der W.F.G., einen belehrenden Kurzbericht über„Flüssiggas im Landhaushalt“ gab. An den Zwischenberichten zum Stand des Wettkampfes, der reibungslos abgewickelt wurde, beteiligten sich Heinz Zensen und Frl. Vogel. Bald durchzogen angenehme Kochdüfte den Saal und alles war gespannt darauf, wer nun die in Olpe zu ermittelnde Bundessiegerin der Landfrauenschulen werden würde. Die Jury hatte keine leichte Arbeit, aber schließlich konnte sie nach ein26 junge Engländer zu Besuch in Olpe Gäste der Don Bosco-Gruppe— Freundschaftlicher Empfang Olpe. Immer lebendiger werden unsere Beziehungen zum Ausland, immer stärker kommt der Wille zur neuen europäischen Gemeinschaft zum Ausdruck! Davon zeugt augenblicklich der Olpebesuch von 26 Engländern— Jungen und Mädchen— des Jugendclubs Wombwell, die hier bei der Don Bosko-Gruppe zu Gast weilen. Mitglieder von„Don Bosco" begrüßten schon am Sonntag die englischen Gäste herzlich, als diese auf dem hiesigen Bahnhof eintrafen. Sie brachten sie dann in die Privatquartiere, die ihnen von der Olper Bevölkerung in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt worden sind. Vierzehn Tage werden nun die jungen Engländer in Olpe verweilen. Von der Kreisstadt aus werden sie Ausflüge Ins Sauerland unternehmen und auch einen Abstecher an den Rhein machen. Daß sie alle in Privatquartieren untergebracht werden konnten, ist ein besonders schôhes Zeichen für die Olper Gastfreundschaft! Schon in den ersten Tagen ihres hiesigen Aufenthaltes konnten die englischen Gäste die hier vorhandene freundschaftliche und kameradschaftliche Verbundenheit stark empfinden. Sie waren daher auch alle sehr aufgeräumt und froh gestimmt, als sie am Montag zum offiziellen Begrüßungsabend durch die Stadt und die Don BoscoGruppe Olpe in den Saal des„Kölner Hof“ eingeladen waren. Einige Engländer sah man wieder, die bereits bei einem früheren Austausch von Jugendgrupper nach Olpe gekommen waren. Diese fühlen sich hier offenbar ganz heimisch und erleichtern so ihren Kameraden und Kameradinnen, die erstmalig in Olpe weilen, das ungezwungene Sicheinleben und die rasche Beziehungnahme zur heimischen Bevölkerung und Don Bosco-Gruppe. Welch großen Anklang übrigens der damalige Austausch und Besuch in Olpe gefunden hatte, geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß es diesmal 26 Gäste sind, während es beim ersten Besuch nur acht waren. Der Begrüßungsabend im„Kölner Hof“ hatte Format und nahm einen sehr schönen Verlauf. Vor dem gemeinsamen Imblß gehender Beratung und Bewertung der Leistungen das Ergebnis des Wettkochens mit Flüssiggas bekanntgeb Siegerin wurde Hannelore Neufeld aus Hademarsche. Sie wird nunmehr die Bundesrepublik beim internationalen Wettstreit in London vertreten. Für die zum Teil hervorragenden Leistungen wurden den Wettbewerbsteilnehmerinnen schöne und wertvolle Geschenke überreicht, u. a ein Gasherd, ein Boiler, Stoffe, Pralinen und Blumen. Die Grüße und Glückwünsche der Stadt und des Kreises Olpe überbrachte Kreisrechtsrat Hundt. Ferner sprachen Frau Jansen von der hiesigen Landwirtschaftsschule und für die Zentrale Gasverwendung Dr. Wolff. Vom großen Erfolg und den Möglichkeiten des Kochens mit Flüssiggas konnten sich während des Wettbewerbs alle Anwesenden überzeugen. Als sommerliche Speisenfolgen wurden zubereitet: Fischrollen mit Tomaten und Sahne, Gemüseplatte mit geformtem Butterreis, als Nachtisch: Kirschen-Nester und als Getränk: Eisgekühlter Kirschsaft. Dem Preisrichterkollegium gehörten an: Frl. Bolle von der W.F.G., Dortmund, Frau Schneider als Lehrfrau im Kreise Olpe und Frau Dr. Aus dem Sauerland. Die Jahres-Mitgliederversammlung des Deutschen Roten Kreuzes, Landesverband Westfalen-Lippe, zu der die Vertreter aus 54 Kreisverbänden recht zahlreich erschienen waren, fand in Altena statt. In seiner Eröffnungsansprache hieß der Präsident, Landeshauptmann a. D. Dr. Salzmann, die Teilnehmer und Gäste und insbesondere auch die Oberinnen der DRK-Schwesternschaften in Westfalen-Lippe auf das herzlichste willkommen. Ein herzliches Grußwort widmete der Präsident den noch von den Gewahrsamsmaciten zurückgehaltenen Deutschen und den aus ihrer Heimat im Osten Vertriebenen, derer sich anzunehmen, für das Deutsche Rote Kreuz eine ganz besondere Landgrebe-Wolff, Frau Behrendt, Frl. Groepper und Frau Direktorin Jansen. Die Preisverteilung nahm Oberingenieur Schuster von der Zentrale Gasverwendung vor. Für die Besucher der Veranstaltung wurde außerdem noch ein PublikumsWetthewerb in Form eines Ratespiels veranstaltet. Die Gewinner bei diesem Wettbewerb erhielten ebenfalls schöne Preise. Obwohl das Wettkochen sich über drei Stunden erstreckte, hielten doch alle wacker bis zum Schluß der Veranstaltung aus. Das Ziel des Wettkochens wurde hier mit der Demonstration im Schwanensaale zweifellos erreicht. Das Interesse der Schülerinnen unserer Landfrauenschulen an rationeller Arbeit in der Gasküche wurde ebenso sichtbar wie der Erfolg einer engen Zusammenarbeit zwischen den Gasversorgungsunternehmen und Schulen. * Am Vormittag hatte die Arbeitsgruppe „Sauerland“ im Verband der deutschen Gas- und Wasserwerke (VGW), Landesgruppe Westfalen, anläßlich des nach Olpe verlegten Wettbewerbs im Flüssiggaskochen eine Sitzung im „Kölner Hof“ abgehalten. Dort kamen wichtige aktuelle Fragen zur Sprache, die in verschiedenen Referaten eingehend behandelt wurden. U. a. befaßte man sich mit dem Ablese- und Inkassoverfahren, mit den Wassererzeugungs-, Förderungsund Verteilungskosten, ferner mit der Beratungstätigkeit der Gasversorgungsunternehmen im derzeitigen Wohnungsbauprogiumm. Verpflichtung ist. Den Geschädigten der Hochwasserkatastrophe in Bayyern, Sachsen, Oesterreich und Ungarn sprach er herzliche Anteilnahme aus. Sein besonderes Gedenken galt den im letzten Johr Verstorbenen, wobei der Präsident dem leider allzufrüh aus dem Leben geschiedenen Schatzmeister des DRKLandesverbandes Westfalen-Lippe, Generaldirektor Otto Schmidt, Worte des Dankes und der Verbundenheit widmete. Als Vertreter des gastgebenden DRKKreisverbandes Altena richtete Oberkreisdirektor Feuering an die Versammlung herzliche Worte der Begrüßung und dankte dem DRK-Landesverband, daß er diese bedeutungsvolle Tagung nach Altena einberufen habe. Im Anschluß hieran zeichneten Präsident Dr. Salzmann und Vizepräsidentin Else Weecks eine Anzahl verdienter DRK-Mitarbeiter mit cem DRK-Ehrenzeichen aus. Nach Erläuterung des Geschäftsberichtes 1953 durch Landesgeschäftsführer Ebel und der einstimmigen Entlastung des Vorstandes für das Rechnungsjahr 1952 kam der Haushaltsplan 1954 zur Abstimmung, der mit einer Stimmenthaltung angenommen wurde. Bei den Ergänzungswahlen für den Vorstand wurde der bisherige kommissarische Schatzmeister des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe, Landesbankdirektor Boegemann, Münster, einstimmig zum Schatzmeister sowie Lehrer Petersmann, Dortmund, einstimmig als Vertreter des Jugendrotkreuzes gewählt. Eine wertvolle Bereicherung der Mitgliederversammlung war der Vortrag von Prof. Goecke, Universitäts-Frauenklinik Münster, über Krebserkrankungen, der von den Anwesenden mit großem Interesse und viel Beitall aufgenommen wurde. Mit den Berichten der Leiter der DRK-Fachausschüsse, die bereits am Tage vorher zusammengekommen waren, fand die Versammlung ihren Abschluß. In einem Schlußwort stellte der Präsident noch einmal die Schwerpunkte der heutigen DRK-Arbeit heraus und dankte allen für die so offene und bereitwiilige Mitarbeit. Mit einem„Glückauf“ für die weitere Rotkreuz-Arbeit appellierte er zugleich an alle DRK-Mitglieder, sich auch in Zukunft ganz für das große Hilfswerk, zum Besten derer, die seine Hilfe gebrauchen, einzusetzen. Günstige Arbeitsmarktlage hält an Fach- und Hilfskräfte weiterhin gefragt— Junge Kräfte bevorzugt richtete Bürgermeister I. Müller einen herzlichen Willkommensgruß namens der Stadt Olpe und ihrer Bevölkerung an die englischen Gäste. Der Gedanke des Austausches finde, so führte er u. a. aus, durch diese erneute Begegnung zwischen Engländern und Deutschen eine erfreuliche Fortsetzung.„Ich freue mich, daß Sie eine so warme Aufnahme in Olpe gefunden haben, und ich bin überzeugt davon, daß wir Ihnen alles bieten werden, was wir Ihnen in unserer Heimat zu bieten vermögen!“. Bürgermeister Müller berichtete dann den Gästen einiges über Olpe. Er erinnerte an das vor Wochen hier stattgefundene internationale Jugend-Fußballtreffen, das auf der gleichen Ebene liege, und stellte den völkerverbindenden Wert dieser Begegnungen heraus. Wenn eine solche Jugend einmal ans Ruder komme, könne das Unheil vermieden werden, das in den vergangenen Jahrzehnten uns mehrfach so schwer heimgesucht hat. Es sei dies eine notwendige und erfreuliche Erkenntnis, die jeder in sich tragen müsse! Auch an die verbindlichen, offenen Worte der Prinzessin Margaret-Rose bei ihrem jüngsten Deutschlandbesuch erinnerte das Stadtoberhaupt und an die Bestätigung ihrer Worte durch den englischen Premier Churchill. Der Bürgermeister bekundete unsere Hochachtung vor dem englischen Volk und lehrte sein Glas auf die englische Königin und das englische Volk. Ein lautes„Okay!“ aus dem Munde aller Gäste bestätigte Bürgermeister Müller, daß seine Ausführungen den rechten Widerhall gefunden hatten. Und es war nicht ganz leicht, denn die deutschsprachliche Rede mußte von einem Dolmetscher (Schuwirth jr.) übersetzt werden, was begreiflicherweise bei einigen bodenständigen Begriffen wie„Panneklöpper“ usw. gewisse Schwierigkeiten bereitete. Aber im ganzen klappte es tadellos. Schöne Gastgeschenke Die Engländer erwiderten durch ihren Sprecher, Mr. J. R. Powell, ebenso herzlich die Willkommensgrüße. Der Vertreter des englischen Jugendclubs überbrachte dem Olper Bürgermeister eine Rolle mit einem sehr vorbildlich sehalteOlpe. Im Kreise Olpe war der Arbeitsmarktverlauf im vergangenen Monat erwartungsgemäß weiterhin recht günstig. Bausektor und Industrie konnten viele Arbeitskräfte aufnehmen. Daher waren sowohl Fach- als auch männliche und weibliche Hilfskräfte, insbésondere Jugendliche sehr gefragt. Im Vordergrund der Kräfteeinstellung stand der Eisen- und Metallsektor, dessen Aufnahmefähigkeit die übrigen Wirtschaftszweige übertraf. Auch hier war die Nachfrage vor allem nach jüngeren Arbeitskräften so rege, daß sie nicht ganz befriedigt werden konnte. Unterschiedlich und bei einigen Betrieben nicht ganz befriedigend war die Beschäftigungslage in der Textilindustrie, ebenso in der Elektround Radioindustrie. Die positiven Tendenzen in Industrie und Handwerk waren jedoch so stark, daß insgesamt ein weiterer Rückgung der Arbeitslosiskeit erreicht wurde So wurden gezählt am 36. Juli(in Klammern die Zahlen vom 31. Mai) an männlichen Arbeitslosen 315(371), an weiblichen Arbeitslosen 341(406), so daß sich nen Schreiben des Bürgermeisters der englischen Stadt Wombwell, während der Don Bosco-Gruppe als Geschenk ein schön geformter, silberner Bierkrug überreicht wurde. Man bekundete gegenseitig den Dank für diese Aufmerksamkeiten und prostete sich herzhaft zu, denn am„Prost“ hatten die englischen Gäste sichtlich besondere Freude! Auch an manch anderem, wie zum Beispiel dem Olper Schützenlied und dem Schunkelwalzer. Es war ein kameradschaftliches, freundschaftliches Zusammengehen mit viel Humor und echter Jugendfreude. Für das Arrangement der Begegnung, das die Don Bosco-Gruppe— vornehmlich die Mitglieder Viedenz und Hunold— getroffen hatten, wurde ihnen aufrichtiger Dank gesagt. Und starken Beifall ernteten die„Don Bosco-Sänger“ mit ihren flotten Liedvorträgen unter der Leitung des Kameraden Vierschilling. Auch die englischen Gäste hatten manches in burschikoser und ungenierter Weise zum Besten zu geben. Man unterhielt sich vortrefflich und schwang vergnügt— mit moderner Vehemenz— das Tanzbein. Während es draußen in Strömen goß, wünschte man sich für die nächsten Tage besseres Wetter, um das vorgesehene Programm der Besichtigungsfahrten und Spaziergänge abwickeln zu können... Kriegsgräberfürsorge Altenhundem. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge führt Ende August eine Autobusfahrt zu den Kriegerfriedhöfen der Eifel durch. U. a. geht die Fahrt nach Hürtgenwald, Vossenack, Gemünd und Kloster Steinfeld, Wer auf einem der Eifelfriedhöfe einen Angehörigen ruhen hat, möge möglichst umgehend Mitteilung an Konrektor Volmar insgesamt ein Rückgang von 121(15,6 Prozent) ergibt. Von den jetzt noch vorhandenen 656 Arbeitslosen, beziehen 433 Arbeitslosenunterstützung. Der Arbeitslosigkeitsgrad(Anteil der Arbeitslosen in der Gesamtzahl der Arbeitnehmer) betrug Ende Juni 2,1 Prozent. Der Umgang der Kurzarbeit hat sich in dem vergangenen Monat wenig verändert und im Verhältnis zu den Gesamtbeschäftigungszahlen mit 81 Kurzarbeitern in 6 Betrieben keine besondere Bedeutung. Das Schwergewicht der Kurzarbeit liegt weiterhin bei der Textilindustrie. Frühkartoffeln— gut und billig Kreis Olpe. Die kalten regenreichen Wochen machen sich beim Gemüse deuilich bemerkbar. Die hohen Anfangspreise haben sich ungewöhnlich lange gehalten. Obgleich die Gemüseerzeuger mehr als im vergangenen Jahr angebaut haben, legt sich der Verbraucher noch eine gewisse Zurückhaltung auf und sucht nach einem Ausweg. Glücklicherweise kann er auf die jetzt sehr preiswerten Frühkartoffeln ausweichen, deren Preise mit späteren Kartoffelsorten verglichen werden können. Ihre Qualität ist für diese Jahreszeit besonders gut, denn sie sind voll ausgereift, fest in der Schale und lassen sich gut kochen. Die frischen Kartoffeln sind jetzt reich an Vitaminen und Mineralstoffen und sie helfen uns die Zeit überbrücken, bis uns das Gemüse etwas günstiger entgegenkommt Zusammenschluß der Kinderrelchen Neue Ortsgruppe in Grevenbrück Grevenbrück. Um den berechtigten Forderungen an Staat, Politik und Wirtschaft Nachdruck zu verleihen, haben sich die kinderreichen Familien von Grevenbrück und Umgebung in einer Ortsgruppe des Bundes der kinderreichen Familien zusammengeschlossen. Die Gründungsversammlung fand am Sonntag im Gasthof Boerger statt. Kreisvorsitzender Solbach aus Oipe zeigte in seinem Referat die Aufgaben des Bundes der kinderreichen Familien auf. Er forderte Erleichterungen auf dem Gebiete der Besteuerung, der Sozial- und Wohnungsbaupolitik und der Rechtsprechung. Familiengerechte Wohnungen müßten endlich gebaut werden. Ein gewisser Prozentsatz der öffentlichen Mittel sei für Wohnungen kinderreicher Familien zu sichern. In dieser Hinsicht genügend Wohnraum zu schaffen, betrachte der Bund der Kinderreichen als als seine wesentlichste Aufgabe. Von der gesunden Familie hänge es ab, ob unser Volk gesund bleibe. In seinem Referat kam Solbach auch auf die Maßnahmen des Sozial-, Kultur- und Erholungswerkes des Bundes der kindereichen Familien zu sprechen. Weitere Aktionen würden folgen. Für die neue Ortsgruppe wurde ein vorläufiger Vorstand gebildet, dem Josef Sternberg als Vorsitzender, Heinrich Kreutz als Geschäftsführer und Paul Böhler als Kassierer angehören. Zum Schluß wurde bekanntgegeben, daß jeder in den Genuß von Mietbeihilfen für Neubauwohnungen gelangen kann, wenn er einen diesbezüglichen Antrag stellt. Kongregation fuhr ins Hessenland Das Wissen um christliches und heimatliches Erbe bereichert Welschen Ennest. Die Marianische Kongregation der St. Johannes-Gemeinde Welschen Ennest hatte für ihre Mitglieder in diesem Jahre ein besonders lohnendes Ausflugsziel. Galt es doch, im benachbarten Hessenland den Spuren des hl. Bonifatius ein wenig zu folgen uud in der Stadt der hl. Elisabeth sich Anregung zu holen für die weitere Jahresarbeit. Diese Fahrt wurde frühzeitig mit Unterstützung des Verkehrsvereins der schönen Lahnstadt Marburg gründlich vorbereitet. Einige Tage vorher hielt Pfarrer Lohmann als Präses der Kongregation einen Lichtbildervortrag. Der Reisetag seibst brachte als Höhepunkt den Besuch der Elisabethkirche mit dem Sarkophag der großen heiligen Frau und mit den Grabern der Landgrafen; ferner eine geruhsame Wanderung durch die alten, winkligen Gassen der Stadt und einen Aufstieg zum Landgrafen-Schloß, Besuch der Universität(ehemaliges Dominikanerkloster) und der heutigen katholischen Kugelkirche. Günstiges Wetter lohnte Fleiß und Ausdauer. Einheimische Führerinnen wußten die historisch bedeutsamen Stätten zu erläutern. Dann ging's durch fruchtbares Land über Mardorf zur hochgelegenen Amöneburs, die im Frühmittelalter die „Königliche“ genannt wurde. Hier gab es einen Imbiß. In Mardorf führte der Heimatforscher und feinsinnige Hauptlehrer des Ortes ein in die wundersamen Trachten der Frauen und Mädchen. Ferner erklärte er seinen aufmerksamen Zuhörerinnen die barocke Schönheit der dortigen Pfarrkirche mit dem mächtigen Wehrturm. Wenn es auch für manche vielleicht ein anstrengender Tag wurde, so fand er doch Beifall und Anerkennung, weil er das Wissen um das christliche Erbe unserer deutschen Heimat vertiefte. Und darum ging es bei diesem Ausflug. Nicht Autoraserel, sondern Besinnung und Freude aus den verborgenen Quellen der engeren Heimat zu schöpfen. Nach einigen gemütlichen Stunden in Kloster Grafschaft wurde der Ausflug mit froher Fahrt durch las obere Sauerland beendet. K. L. Zur gefälligen Beachtung! Der heutigen Gesamtausgabe liegen 2 amtliche Wettscheine der Westdeutschen Fußball-Toto G. m. b. H., Köln (West-Süd-Block) bei. Wir bitten, diese auszufüllen, sie werden von jeder Annahmestelle des Toto West angenommen. An Hundem und Lenne Landschaftsschutzkarten Grevenbrück. Die höhere Naturschutzbehörde der Regierung in Arnsberg beabsichtigt, den Landschaftsteil„Homert“ im Bereich der Gemeinden Plettenberg(Kreis Altena), Allendorf, Hagen, Stockum, Endorf, Meinkenbracht, Grevenstein, Linnepe, Altenhellefeld, Visbeck(Kreis Arnsberg), Schönholthausen, Eslohe, Schliprüthen, Wenholthausen, Oedingen, Calle(Kreis Meschede) und Elspe(Kreis Olpe) in die Landschaftsschutzkarten der Landkreise Altena, Arnsberg, Meschede und Olpe einzutragen und damit dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes zu unterstellen. Die Landschaftsschutzkarte liegt zwei Wochen lang bei der Amtsverwaltung Bilstein in Grevenbrück während der Diensistunden von 8 bis 13 Uhr zur öffentlichen Einsicht aus. Einsprüche gegen die Eintragung in die Landschaftsschutzkarte können bis zum Ablauf der Auslegungszeit schriftlich bei dem Leiter der höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung in Arnsberg oder bei der Amtsverwaltung Bilstein in Grevenbrück erhoben werden. Grevenbrück. Der nächste Heimabend der Kolpingsfamilie ist am 30. Juli um 20 30 Uhr. Meggen. Die Grubenstraße von der Lennebrücke bis zur Einmündung in die Hauptstraße(Bundesstraße 55) wird an der Tankstelle der Gaststätte Vetter demnächst eine Teerdecke erhalten. Zuvor soll das Pflaster entfernt werden. Der Auftrag hierzu ist erteilt. MGV fuhr an die Lahn Altenhundem. Mit zwei Reiseomnibussen starteten am vergangenen Sonntagmorgen die aktiven Sänger des MGV „Concordia“ mit ihren passiven Mitgliedern und den Angehörigen zur Sommerfahrt. Der Wettergott meinte es gut mit den Sängern und trug dazu bei, daß die Fahrt zu einem schönen Erlebnis wurde. Ueber den Rhein-Weserturm, Laasphe, Wetzlar ging es nach Braunsfeld, wo eine Frühstückspause eingelegt wurde. Einige Liedvorträge fanden dort den Beifall der Zuhörer. Zum Mittagessen traf man am Ziel des Ausflugs, im schönen Weilburg a. d. Lahn, ein. Nachmittags hatten die Sänger im Schloßpark dankbare Zuhörer. Man besichtigte hierauf die Sebenswürdigkeiten der Stadt. Auf der Weiterfahrt wurde bei der„Waldschänke“ unweit von Eiserfeld ein Vogelschießen veranstaltet. Der erfolgreichste Schütze war Bernhard Rump, der mit seiner Königin Marlies Gehrig die Regentschaft übernahm. Einige Lage des Handwerks im 1. Quartal 1954 Olpe. Die handwerkliche Exporttätigkeit hat sich nach den Berichten der Ausfuhrförderungsstelle des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und der Handwerkskammern auch weiterhin im allgemeinen befriedigend entwickelt. Trotz wachsender Schwierigkeiten im Ueberseegeschäft und teilweise verschärfter Importrestriktionen konnten zahlreiche Handwerksbetriebe ihren Export ausweiten bzw. erstmalig Verbindungen mit dem Ausland aufnehmen. Der jahreszeitlich bedingte Rückgang der Beschäftigung im Handwerk gab dem 1. Vierteljahr 1954 das Gepräge, wobei die Materialversorgung der handwerklichen Betriebe im allgemeinen zufriedenstellend war. Die Preise für Roh-, Halb- und Fertigfabrikate blieben im Berichtszeitraum im allgemeinen stabil. Die Preise für handwerkliche Erzeugnisse und Dienstleistungen sind nicht gestiegen. Die durch den Kälteeinbruch im Januar und Februar bedingte überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit machte sich auch im Handwerk bemerkbar, blieb jedoch zum großen Teil auf das Bau- und Ausbauhandwerk beschränkt. Eine Besserung der angespannten Kreditlage im Berichtszeitraum war nicht zu verzeichnen. frohe Stunden verbrachte man am Abend noch im Gasthof Höfer in Welschen Ennest, bis die Omnibusse um Mitternacht wieder im Heimatort eintrafen. Wallfahrt nach Werl Altenhundem. Der katholische Frauenbund führt am 4. August eine Wallfahrt nach Werl durch. Die Abfahrt erfolgt um 6.30 Uhr. Es können auch Mitglieder des kath. Müttervereins daran teilnehmen. Teilnahmemeldungen sind bis Ende dieser Woche erbeten. Altenhundem. Die Gruppe Kolping ist zu einer wichtigen Versammlung eingeladen, die heute um 20 Uhr im Jugendheim stattfindet. Altenhundem. Heute kann Franz Hebbecker, Lennestraße, in guter Rüstigkeit sein 75. Lebensjahr vollenden. Das 77. Lebensjahr vollendete gestem Wilhelm Lewe. Unseren Glückwunsch! Sonntag feiert Marmecke Marmecke. Erstmalig im vergangenen Jahr feierte der St. Antonius-Schützenverein nach seiner Neugründung wieder Schützenfest. Auch in diesem Jahre wollen die Schützen ihr Fest begehen und zwar im Gegensatz zu anderen Orten nur an einem Tage. Am Sonntagmorgen ist zunächst Schützenhochamt mit anschlieBender Gefallenenehrung. Dann wird der letztjährige König abgeholt. Nach dem Königsschießen erfolgt im Festzelt die Königsproklamation. Um 15.30 Uhr ist Festzug. Die Musikkapelle der Freiw. Feuerwehr Kirchhundem spielt zum Konzert auf. Eine Kinderbelustigung ist ebenfalls vorgesehen. Der Abend klingt mit einem Festball aus. Das Plakat für den 76. Deutschen Katholikentag 1954 in Fulda stammt von Edzard Seeger, Tuttlingen. Die Farben sind schwarz und gelb. So sieht die Masse der Menschen aus, die zwischen Christus und der Kirche steht. Eine Anzahl Lebewesen. Eines wie das andere. Stumm, schwarz, hilflos. Die Gesichter nur umrissen, aber nicht ausgeprägt. Ihnen gibt Christus sein Gesicht. Jedem aus der Masse, die so oft vom Antichrist mißbraucht wird. Jedem, der den Auftrag Christi annimmt:„Ihr sollt Mir Zeugen sein!“ gibt er dieses Gesicht. Zu jedem spricht Christus. Und jeder sollte bereit sein, Gottes Ebenbild an sich sichtbar werden zu lassen. Wie der Name Trockenbrück entstand Vor 130 Jahren im Volksmund„droige Brügge“ genannt Trockenbrück. Seit 130 Jahren führen die nach 1820 entstandenen Häuser oberhalb der sogenannten Grafenmühle im Elspetal beiderseitig der jetzigen Bundesstraße 55 die Ortsbezeichnung„Trockenbrück“ innerhalb der Gemeinde Elspe. Recht interessant ist die Entstehung dieses Ortsnamens. Irrig ist die immer wieder auftauchende Meinung, daß ein Zusammenhang oder gar ein Gegensatz zwischen der Entstehung der beiden Ortsbezeichnungen„Trockenbrück“ und„Grevenbrück“ besteht. Seit dem im Jahre 1825 vollendeten Straßenbau— der jetzigen Bundesstraße 55— wurde damals bei der Durchführung der Straßenbauarbeiten der Melbeckebach vor seiner Mündung in den sogenannten „Stuhlborn“ durch einen Kanal unter der Straße hergeleitet. Vor dem Straßenbau war an derselben Stelle zwischen Grevenbrück und Elspe anstatt des jetzt für unaufmerksame Passanten unsichtbaren Aquäduktes eine Holzbrücke über den Melbeckebach. Am Auslauf des Melbecketales befinden sich in dem Kalksteingebirge unterirdische Höhlen, wodurch das Wasser des Baches bei niedrigem Wasserstand und Trockenheit in diesen Höhlen verschwindet und dann unterirdisch weiterfließt. Weil nun die Brückenpassanten vor mehr als 130 Jahren an dieser Stelle zwar eine Brücke, aber nur wenig Wasser vorfanden, so hieß diese Brücke im Volksmund„droige Brügge“, auf hochdeutsch „trockene Brücke“. Die nach 1820 dort entstandene kleine Ortschaft hat fünf Jahre später diese Bezeichnung, unabhängig von der Lennebrücke, unter dem Namen „Trockenbrück“ angenommen und bis auf den heutigen Tag behalten. Wann gibt es Geld? Kirchhundem. Die Auszahlung der Fürsorgeunterstützung, der Unterhaltshilfe und die Ausgabe der Kohlengutscheine für August erfolgt im AmtsbeErfolge der Kriegsgräberfürsorge Rückblick des Landesverbandes- Nur durch Opfer der Bevölkerung Olpe. Vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird mitgeteilt: Der Landesverband Nordrhein-Westfalen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge versammelte am 24. Juli in Essen die Delegierten seiner Bezirksverbände, Kreisverbände und Ortsgruppen zum Landesverbands-Vertretertag. Der Arbeitsbericht über die Jahresarbeit 1953 spiegelte die mannigfaltige und erfolgreiche Tätigkeit des Landesverbandes wieder. Im letzten Jahre konnten in unserem Lande weitere 25 Ehrenanlagen und Soldatenfriedhöfe ausgebaut werden, zu 8 Ehrenanlagen wurden erhebliche Zuschüsse gegeben. Die Gesamtzahl der in Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Volksbundes ausgebauten Soldatenfriedhöfe und Ehrenanlagen beträgt damit 155, am Ausbau von weiteren 100 Ehrenanlagen war der Volksbund maßgeblich beteiligt. Zur Zeit befinden sich nicht weniger als 61 Ehrenanlagen im Bau, die aus Regierungsmitteln finanziert werden. In 41 dieser Fälle haben die Gemeinden dem Volksbund die Durchführung der Ausbaumaßnahmen übertragen. Von den Sachverständigen des Landesverbandes wurden im Jahre 1953 84 Ehrenanlagen besichtigt und in 225 Fällen Ausbau- und Detailfragen begutachtet. Die Hilfe für die Familien der Gefallenen konnte mit guten Erfolgen fortgesetzt werden. Beim Landesverband gingen 30 232 Anfragen und Anträge von Angehörigen ein. 6760 Fahrpreisermäßigungen zum Besuch der Gräber, 2358 Fotos und Kränze wurden vermittelt. 1043 unbekannte Soldaten konnten im letzten Jahre identifiziert werden, und 1638 Umbettungen wurden im Zuge des Ehrenstättenbaues ausgeführt. Aus der Organisationsarbeit ist bemerkenswert, daß 79% aller Schulen und 76.5% aller Gemeinden des Landes Mitglieder des Volksbundes sind. Der Landesverbandsvorstand wurde auf der Tagung einstimmig wiedergewählt, die Jahresabrechnung bestätigt und der Haushaltsplan genehmigt. Eingehend wurden die Maßnahmen der Mitgliederwerbung beraten. Als Ziel der Werbung wurde die Forderung erhoben, daß hinter jedem Kriegsgrab in der Heimat und in der Fremde ein Mitglied mit seinem persönlichen Opfer stehen muß. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist der sichtbar gewordene Dank des deutschen Volkes an seine Kriegstoten. Sie haben das höchste Opfer gebracht, das ein Mensch für sein Volk bringen kann. Es ist nur ein weniges, was wir tun, was wir ihnen an Dank zurückgeben können. Aus dieser inneren Verpflichtung hat der Landesverband mit allen seinen Mitarbeitern und Helfern auch im Jahre 1953 sein Werk getan. Er konnte nur so erfolgreich arbeiten, weil auch die Bevölkerung des Landes Nordrhein-Westfalen in ehrlicher Anerkennung dieser unserer Arbeit ihr Opfer gab. Vieles konnte damit getan werden, mehr, viel mehr muß noch getan werden, bis auch das letzte Grab in fremder Erde von unserer Dankbarkeit umsorgt ist. Der Volksbund richtet an alle Männer und Frauen, vor allem an die Jugend unseres Landes die herzliche Bitte: Helft uns weiter, den Kameradendienst an unseren Kriegsgräbern zu erfüllen, helft uns, daß immer mehr Menschen sich dem Gedanken verpflichtet fühlen:„Begraben in fremder Erde, lebendig in unseren Herzen!“ reich Kirchhundem wie folgt: Am Montag, 2. August, für Altenhundem von 8.30 bis 10 Uhr; Langenei und Kickenbach von 10.15 bis 10.45 Uhr, Saalhausen von 11 bis 11.30 Uhr; Lenne und Hundesossen von 11.45 bis 12.15 Uhr; Brachthausen von 14 bis 14.15 Uhr; Silberg und Varste von 14.30 bis 15 Uhr: Hofolpe und Heidschott von 15.15 bis 16 Uhr.— Am Dienstag 3. August, für Würdinghausen von 8.30 bis 9 Uhr; Marmecke von 9.15 bis 9.30 Uhr; Rinsecke von 9.45 bis 10 Uhr; Oberhundem von 10.15 bis 10.45 Uhr; Schwartmecke von 11 bis 11.15 Uhr; Selbecke, Erlhof und Stelborn von 11.30 bis 11.45 Uhr; Heinsberg von 13 bis 13.30 Uhr; Albaum von 13.45 bis 14.15 Uhr; Kirchhundem, Herrntrop und Flape von 15 bis 16.30 Uhr.— Die Auszahlung der Unterstützung u. Ausgabe der Kohlenscheine für Unterstützte erfolgt nur an den Empfangsberechtigten oder bei Verhinderung durch schriftliche Vollmacht. Wegen der Ausgabe der Kohlenscheine an Nichtversicherte wird auf die besondere Bekanntmachung hingewiesen. Werden die Kohlenscheine an den genannten Tagen nicht abgeholt, kann die Ausgabe noch bis zum 10. August durch das Sozialamt erfolgen. Scheine, die bis zum genannten Tage nicht abgeholt sind, verfallen und können nicht mehr ausgegeben werden. Ueberweisungen erfolgen nicht mehr. Prof. Dr. Hermann Budde t Förderer des SGV und der Volksbildung Plettenberg. Ein tragisches Geschick hat Professor Dr. Hermann Budde, der als eifriger Förderer des Heimat- und Naturschutzgedankens sowie als Dozent der Volkshochschule bekannt ist, plötzlich abberufen. Prof. Budde, dessen Gesundheitszustand in letzter Zeit angegriffen war, hatte abends in leichter Bekleidung una mit Hausschuhen sein Haus Hinterm Österhagen verlassen, vermutlich um noch etwas Luft zu schöpfen. Hierbei muß ihn wohl ein Schwächezustand betroffen haben, denn er ist in den Oesterbach gestürzt und dort ertrunken. Professor Budde, der im 64. Lebensjahr stand, hat den größten Teil seiner wissenschaftlichen Tätigkeit an der Pädagogischen Akademie in Dortmund verbracht, daneben aber auch regelmäßig Gastvorlesungen an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster gegeben. Als er nach dem Kriege in seine Heimatstadt Plettenberg zrückkehrte, widmete er sich aktiv der Förderung des Sauerländischen Gebirgsvereins, dem Natur- und Heimatschutz, sowie auch der Erwachsenenbildung im Rahmen der Volkshochschule Plettenberg. Seine Liebe zum Wald, seine Begeisterung für die schöne sauerländische Heimatnatur ließen ihn zu einem Kämpfer gegen jede Verschandelung des heimatlichen Landschaftsbildes werden. Wer diesen natürlichen und aufrichtigen Menschen, diesen echten Naturfreund und wissensreichen Forscher gekannt hat, wird ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. Besuch aus Schweden Siegen. Gegenwärtig weilen im Siegerland eine ganze Anzahl schwedischer Jugendlicher, die im Rahmen des Schüleraustausches höherer Schulen mit Schweden nach hier gekommen sind. Sie gehören zu einer Gruppe von rund 80 Mädchen und Jungen im Alter bis zu 18 Jahren, die vier Wochen Ferien in der Bundesrepublik zubringen. Sie kehren gegen Ende dieses Monats gemeinsam mit den deutschen Schülern und Schülerinnen ihrer Gastgeber und Betreuer in ihre Helmat zurück. Auf diese Weise lernen die Siegerländer die schöne schwedische Landschaft der Seen und ausgedehnten Wälder im Norden und Süden des Landes kennen und knüpfen zugleich Bande der Freundschaft mit den allen Deutschen aufgeschlossenen Schweden. Die Auzwahl war von dem Leiter der Aktion, Studienrat Euler-Kirchen/Betzdorf, so getroffen,. daß möglichst gleichaltrige junge Menschen in einen ihnen gewohnten Lebenskreis kommen. Kurzberichte aus Neue Schützenkönige Kreis Olpe. Bei den Schützenfesten am vergangenen Wochenende wurden noch folgende neue Majestäten unter der Vogelstange ermittelt: In Biekhofen holte der Attendorner Franz Arens, Kampstraße, mit sicherem Schuß den Vogel vor einem Biehhofener Schützenbruder von der Stange. Zur Mitregentin erwählte sich der neue König seine Frau.— Beim Gerlinger Schützenfest konnte der Schreinergeselle Eduard Ridder um 11.30 Uhr den Rest des Vogels herunterholen. Der neue König wurde gebührend gefeiert.— Hermann Hardenacke holte sich beim Königsschießen in Neuenkleusheim die Königswürde. Zur Königin nahm er seine Frau. Deutsches Jugendherbergs-Verzeichnis Olpe. Wer auf große Fahrt geht, möchte sicherlich vorher wissen, wo er übernachten kann. Darüber gibt ausführlich dus „Verzeichnis der deutschen Jugendherbergen im Bundesgebiet“ Auskunft. Es enthält die Anschriften von über 650 Jugendherbergen mit allen wissenswerten Einzelangaben wie Anzahl der Tagesräume, der Schlafräume, der Betten, der Bahnstation, der Bus-Verbindung. Man erfährt, ob warme Mahlzeiten ausgegeben werden und ob man selbst sein Essen bereiten kann. Es ist angegeben, ob sich im Hause eine Bücherei befindet oder auch ob Musikinstrumente vorhanden sind. Der Wasserwanderer findet eine Anmerkung, ob er in der Nähe eine Möglichkeit zum„Landgang“ hat. Schulklassen und Jugendgruppen werden darüber unterrichtet, ob das Haus für einen Daueraufenthalt geeignet ist. Kurz, die Angaben sind so ausführlich wie nur möglich, so daß sich jeder Gast im voraus genau über alle Einzelheiten unterrichten kann.— Das Herbergsverzeichnis ist gegen Voreinsendung von DM 1,— portofrei zu beziehen durch: Deutsches Jugendherbergswerk, Hauptverband, Detmold, Bismarckstraße 21, Postscheckkonto Dortmund 557 69. Goldene VdK-Nadel verliehen Versammlung im„Westfalenhof“ Meggen. In einer gut besuchten Versammlung der VdK-Ortsgruppe im Hotel „Westfalenhof“ sprach Ehrenvorsitzender Giebeler über„Die Sozialreform und die Renten in der heutigen Zeit“. Er zeigte die ernste Lage des gesamten Kriegsopferproblems auf. Im Verlauf der Versammlung wurde zwei Mitgliedern für mehr als 25jährige Zugehörigkeit zum Kriegsopferverband die goldene VdK-Ehrennadel verliehen. Es sind dies die Mitglieder Karl Schuhmacher(Meggen) und Franz Schmidt dem Kreise Olpe (Maumke). Ferner faßte man den Beschluß, den diesjährigen Ausflug an die Sorpeund die Möhnetalsperre zu unternehmen Der Fahrpreis soll nach Möglichkeit nicht mehr als 5 DM betragen. Wer an diesem Ausflug, der für den 5. September vorgesehen ist, teilnehmen will, kann sich bei der nächsten Kassierung der Beiträge in die vorgelegte Teilnehmerliste eintragen Burbecke. Zur Vermeidung von künftigen Hochwasserschäden werden hier an verschiedenen Stellen 80er Rohre gelegt und zwar in einer Gesamtlänge von etwa 65 Meter. Möllmicke. Sein 72. Lebensjahr vollendet heute der Rentner Otto Wirts. Wenden. Zum ersten Bundesfest der katholischen Jugend fährt am Sonntag um 5.30 Uhr von Wenden ein Autobus. 14 Interessenten können sich noch beim Senior des Jungmännervereins, Aloys Clemens, melden. STADT ATTENDORN Die Jugendvertreter der IG-Metall weilten vor einigen Tagen in der Jugendherberge in Littfeld, um sich vom Gewerkschaftssekretär H. Faust über gewerkschaftliche Fragen beraten zu lassen. Gleichzeitig sollte dieser Ausflug für die Jungen eine wohltuende Ausspannung nach arbeitsreicher Woche bedeuten. Sie hörten im Verlauf einer Vormittagsschulung u. a. ein Referat„Wo und wann hat der Jugendvertreter seinen Mann zu stellen?“ Ferner wurde den aufmerksamen Zuhörern die Zugehörigkeit zum Betriebsrat erklärt und ihnen an verschiedenen Beispielen aufgezeigt, wie man am besten das notwendige Vertrauen finden kann. An einer Aussprache über Beschwerden im Betrieb beteiligten sich die Jungen senr lebhaft. Der„Speckpater“ dankt. Pater Weerenfried van Straaten hat ein Dankesschreiben an die hiesige Bevölkerung gerichtet. Das Schreiben wurde am Sonntag von der Kanzel verlesen. Darin heißt es, daß er sich freue, in Attendorn eine so große Opferbereitschaft vorgefunden zu haben. Insgesamt wurden in Attendorn 330 DM in den„Millionenhut“ des Paters geworfen. Daneben wurden viele Gold- und Silberwarenteil: argegeben. Unbefugtes Plakatieren. Die Stadtverwaltung weist noch einmal darauf hin, daß das Plakatieren an den Bäumen verboten ist. Diese Unsitte hat in den vergangenen Wochen wieder überhand genommen. 2um Plakatanschlag stehen bekanntlich die Anschlagtafeln im Stadtgebiet zur Verfügung. Blick in die Nachbarschaft Kind im Bach ertrunken Littfeld. Einem bedauerlichen Unfall fiel die 1¾/ Jahre alte Carole Katz zum Opfer. Sie hatte vor dem Elternhaus in der Grubenstraße in einem Sandkasten gespielt und war, kurz nachdem ihre 5jährige Schwester noch einmal nach ihr gesehen hatte, zu dem nahegelegenen Bach gelaufen und hineingefallen. Der Bach ist an dieser Stelle nur 30 bis 40 cm tief, hat aber eine reißende Strömung. Einige Schüler, die kurze Zeit später über die Heimkausebrücke gingen, entdeckten die Kleine an einem Brückenpfosten. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche durch einen Arzt mußten nach fast zwei Stunden erfolglos eingestellt werden. Moped-Fahrerin verunglückt Dahlbruch. Eine Moped-Fahrerin aus Ferndorf, die aus Richtung Kreuztal kam und in die Müsener Straße einbiegen wollte, hatte ihre Fahrtrichtungsänderung zu spät angegeben und wurde von einem nachfolgenden Pkw erfaßt. Sie mußte mit einem Unterschenkelbruch, einem Schulterbruch und anderen schweren Verletzungen in die Dahlbrucher Klinik eingeliefert werden. Tödlicher Betriebsunfall Siegen. Ein langsam sich senkender Zangenarm einer Blockziehmaschine erfaßte im Betrieb der Firma Dango& Dienenthal den 30ährigen Schweißer Günter Schenk aus Weidenau, als er gerade Werkzeuge einsammeln wollte. Der Unglückliche wurde auf der Stelle getötet. Neuer Kreishaus-Sitzungssaal Siegen. Der neue Sitzungssaal des Kreistags, der im Erweiterungsbau des Kreises seiner Vollendung entgegengeht, wird 10 mal 15 Meter groß sein. Die Sitzanordnung für die Vertretungskörperschaft wird ähnlich wie im Siegener Rathaus geregelt werden. Insgesamt 52 Abgeordnetenplätze an langen Tischen im Karree sind vorgesehen. Der„Regierungstisch“ wird an einer Schmalseite Platz finden, unter dem Wappen des Kreises und dem Fahnenständer, während die Gegenwand so eingerichtet wird, daß auf ihr Lichtbilder gezeigt werden können. Kreisbaurat Kienzler unterrichtete den Kreistag über die geplante Ausstattung des Saales, dem die Farbtöne blau, elfenbein, braun und goldene Leuchter die Note geben sollen. Auf eine gute Be- und Entlüftung wird Wert gelegt. Anschlußmöglichkeiten für Mikrophon usw. werden vorgesehen. Der Sitzungssaal nimmt in einer etwa 45 qm zusätzlich ausmachenden Ausbuchtung am Eingang 40 Publikumsplätze auf und noch einmal dieselbe Zahl auf der darüber liegenden Empore. Die Kosten für die Innenausstattung des neuen Kreishaus-Sitzungssaales wurden mit 46 000 DM veranschlagt. 14jähriger gestand 21 Diebstähle Iserlohn. Der 14jährige Hilfsschüler Manfred Sch. hat, wie die Polizel mitteilt, bei seiner Festnahme 21 Diebstähle gestanden, bei denen er rund 700 Mark erbeutet habe. Die Beute habe er fast restlos für Süßigkeiten, Romane und Wildwestfilme verbraucht. Seit Ostern habe er seine Hilfsschule nicht mehr besucht. Wenn er bei Diebeszügen in den Wohnungen überrascht worden sei, habe er kaltblütig behauptet, leere Flaschen zu sammeln, um mit dem Erlös seiner Mutter ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Wie die Polizei mitteilt, soll der Schüler in eine Fürsorgeanstalt gebracht werden Tödliche Verbrennungen Freudenberg. Der 27jährige Theo Knie, verheiratet und Vater eines Kindes, stand im Betrieb der Firma Siebel, Bruch& Co. plötzlich in Flammen, als er im Innenraum eines Kessels elektrische Schweißarbeiten ausführte. Er erlitt so schwere Verbrennungen, daß er im Krankenhaus Bethesda starb. Kettenfahrzeug stürzte 7,50 m tief Balve. Auf der Hönnetalstraße zwischen Balve und Sanssouci ereignete sich ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein belgisches Kettenfahrzeug mit Anhänger, das in einer Kolonne fuhr, stürzte aus bisher ungeklärten Gründen in Höhe der Kalkwerke die etwa 7,50 m hohe Böschung hinunter. Ein Soldat der fünfköpfigen Besatzung wurde vom Fahrzeug erdrückt und auf der Stelle getötet. Zwei weitere Soldaten wurden mit schweren Verletzungen in das Balver Krankenhaus eingeliefert. Bei einem von ihnen besteht akute Lebensgefahr. HEIMATSPORT Tisch-Tennis-Turnier in Meggen Meggen. Am kommenden Wochenende setzt der TTC„Libelle“ mit dem„Glückauf“-Turnier seine Tradition fort, die seit Bestehen mit der jährlichen Veranstaltung des Kreisturniers gepflegt wird. Das Turnier geht erstmalig über den Rahmen des Westdeutschen TT-Verbandes hinaus. Bekannte Spieler der Oberliga und Liga werden am Start sein und spannende, schöne Spiele gewährleisten. Die Veranstaltung findet in der Meggener Schützenhalle statt mit folgenden Spielen: Herren-Klasse(A, B und C), Damen-Klasse, Jugendklasse und Mädchenklasse(Einzel und Doppel), MixDoppel und Jugend-Mix-Doppel. In den Einzelwettbewerben wird das doppelte K.o.-System, in den Doppelwettbewerben das einfache K.o.-System, jeweils mit zwei Gewinnsätzen, angewandt. Startgeld: Herren und Damen DM 1.30 für die erste und DM 0,50 für jede weitere Nennung: Jugend DM 0.70 und DM 0.30 für jede weitere Nennung. Beginn der Spiele am Samstag um 15 Uhr. Die Nennungen nimmt Hubert Beckmann, Meggen, Altestraße 5, entgegen. Die Auslosung findet am Freitag um 20 Uhr im Hotel„Westfalenhof“ statt. Nachnennungen sind in beschränktem Maße möglich.— Ein wertvoller Wanderpreis steht für die A-Klasse zur Verfügung außerdem schöne Einzelpreise für die erfolgreichen Endspielteilnehmer. Die drei Ersten jeder Klasse erhalten Urkunden — Das Turnier findet an zwölf Platten statt und dürfte durch die große Zahl der Teilnehmer zu einer einmaligen Werbung für den TT-Sport in unserem Helmatkreis werden. durch Milch kein Dickerwerden eines erwachsenen Organismus stattfindet; im Gegenteil ist reichlicher Milchgenuß ein guter Regulator für das Körpergewicht. Mit keinem anderen Nahrungsmittel kann die Mutter auf der anderen Seite ihren Ein neugeborenes Menschenkind muß mit Das Neugeborene hat ein Recht, unter den Milchmenge hervorbringen zu können; sie ungenbedart an iwen, ett Tahanhainmdan whrand Noc wara daduroh auf Die richtige Ernährung von Mutter und Kind Von Obermedizinalrat Prof. Dr. Graser. Städt. Gesundheitsamt Frankfurt der arteigenen Nahrung, d. h. in der ersten besten Lebensbedingungen während des werde dadurch aufgeschwemmt und dick Lebenszeit mit Muttermilch, ernährt wer- gefährlichen Lebensabschnittes völliger den. Sicher haben wir Menschen es mit der Hilflosigkeit sich entwickeln zu können künstlichen Ernährung junger Säuglinge in den letzten Jahren sehr weit gebracht; es stens drel Monaten, dam sterben heutzutage nur noch wenige an ling Schritt für Schritt abgesetzt und mit sein ganzes Leben, einerlei, welches Dasein künstlicher Nahrung weiter aufgezogen Wir fordern eine Stilldauer von wenig- die stens drei Monaten; dann kann der Säug- der andere Mensch ist dick und bleibt es decken wie mit Kuhmilch; ausreichend Die Entwicklung der körperlichen Er- frisches Obst dazu ergänzt die während der scheinung ist grundsätzlich bedingt durch Stillzeit nötige zusätzliche Nahrung der die Erbanlage; der eine Mensch ist schlank, Mutter. ihren Ernährungsstörungen. Der Rückgang der Säuglingssterblichkeit werden. Zahlreiche Einwände bringen die wegen Durchfall ist aber das Ergebnis modernster Heilmethoden nach aufgetretener Erkrankung. Unverändert hoch liegt Mütter immer wieder dem Arzt entgegen, der das Stillen ihrer eigenen Kinder fordert. Die Ergiebigkeit ihrer Brust lasse keitsbedarf mit Milch! er führt. Darum der Rat an die werdende und stillende Mutter: Decke deinen Flüssigdie Zahl der leichten und schweren Er- nach dem ersten Aufstehen vom Wochen- Der eine Liter Milch, den eine stillende nährungsstörungen, d. h. der Krankheiten bett und mit Übernahme des Haushaltes Frau benötigt, kann irgendwie in der tägdie mit starkem Durchfall der Säuglinge nach. Der wichtigste, uneingestandene Ein- lichen Speisefolge untergebracht werden. einhergehen und ihre Widerstandskraft wand ist der, daß die Figur der Mutter Die Deckung des Bedarfs der werdenden schnell herabsetzen. Die Garantie, daß ein durch das Stillen verdorben würde. Jede und stillenden Mutter mit allen NahrungsSäugling gut gedeihe, liegt nur dann stillende Mutter müsse sehr viel Flüssigkeit stoffen durch Milch ist deswegen anzuweitestgehend vor, wenn das Kind gestillt zusätzlich trinken, um die erforderliche raten, weil wir mit Sicherheit wissen, daß Im Rahmen des Wuppertaler Stadtjubiläums wurde die Gemäldegalerie des Städtischen Museums wieder eröffnet. Das Gebäude war durch Bombenangriffe völlig ausgebrannt, die Bestände waren aber zum überwiegenden Teil gerettet worden. Der bei der Feier anwesende, in der Schweiz lebende Wuppertaler Ehrenbürger Eduard Baron von der Heydt, dessen Vater das Museum gegründet hatte, hat dem Museum Werke im Werte von etwa dreiviertel Millionen DM geschenkt, darunter in den letzten Monaten einen Tintoretto. wird, und zwar ausreichend gestillt wird, Die gefährlichen drei ersten Lebensmonate sind nur bei natürlicher Ernährung glatt zu überwinden. Auch das teilweise Stillen, so sehr wir dabei unterstützend eingreifen, langt nicht voll aus für das beste Gedeihen des Säuglings. Zu leicht wird die Mutter verführt, fehlende Nahrungsmengen, die sich in Unkenntnis der an der Brust getrunkenen Muttermilchmengen nicht exakt bestimmen lassen, nach Gutdünken und daher häufig in zu großen Mengen oder gar in immer wechselnder Zusammensetzung ihrem Kind zu geben. Wir fordern also für den Säugling als Ärzte unbeirrt die Ernährung des jungen Säuglings mit Muttermilch und wünschen von der Mutter das zeitweise Aufsichnehmen der Unannehmlichkeiten, die das Stillen als Mehrleistung mit sich bringt. Kleine Geschichten um Mark Twain Ehe der amerikanische Schriftsteller Mark Twain eine Weltberühmtheit wurde, Als Redaktionsvolontär hatte Mark Gefäß mit Pulver aufzutauen. Seine trauent wurde. Twain einen Vorgesetzten, dem die Be- ernde Witwe zieht zu ihrer Schwester nach mußte er manche Wege gehen, auf denen richte über lokale Angelegenheiten nie Blacktown.“ es mehr Unannehmlichkeiten als Erfolge kurz genug waren. Immer wieder strich Einer, der sich für einen Dichter zu halgab. So war er eine Zeitlang Redakteur er die Arbeiten seines Volontärs auf we- ten schien, hatte ein fürchterliches Macheines kleinen Provinzblattes in Arkansas, nige Zeilen zusammen. Einmal aber war werk eingeschickt, ein seitenlanges Gedicht wo er auch die Funktion des geplagten an dem Bericht Mark Twains wirklich mit dem Titel:„Warum lebe ich!?“ Briefkastenonkels innehatte. Täglich liefen Dutzende von Anfragen ein, und die„undie,. Ber Dummheit mancher von ihnen regte ihn Corny versuchte, auf dem Küchenherd ein er:„Weil Sie nicht persönlich hergenichts mehr zu streichen, denn er lautete: Mark Twain schickte es ohne weitere Er„Buffalo, 10. 2. 1853.— Der Farmer Mac- klärung zurück, nur unter den Titel schrieb meist zu bissigen oder schalkhaften Antworten an. So schrieb einmal ein treuer Leser: „Herr Redakteur! Ich habe ein Pferd, ein sehr schönes Pferd! Manchmal ist es ganz normal, dann aber auch wieder sehr schwach und lahm. Was soll ich tun?“ Mark Twain erteilte folgenden Rat: „Lieber Leser! Wenn Ihr Pferd nächstens wieder einmal normal ist, verkaufen Sie es— aber schnell!“ Ein anderer Leser fragte nach einem sicher wirkenden Mittel gegen Schlafwandeln. Mark Twains Auskunft lautete: „Man kaufe in einem Eisenwarengesieben gehäufte Eßlöffel davon rings um das Bett!“ Eines Tages ging folgende Anfrage eines jungen Mannes ein:„Bitte, teilen Sie mir doch mit, warum die jungen Mädchen immer die Augen schließen, wenn ich sie küsse.“ Die Zeitung antwortete:„Wenn Sie uns Ihr Bild schicken, sind wir vielleicht imstande, Ihre Frage zu beantworten.“ UNSER an Die Bände sind so zu ordnen, daß zuweilen waagerecht ein Spruch abgelesen werden kann. Auflösung des letzten Rätsels Tief und ernstlich denkende Menschen haben gegen das Publikum einen bösen Stand. kommen sind!“ Ein Kollege glaubte es klüger anzupacken und kam gleich persönlich. „Darf ich mich erkundigen, wie Ihnen meine Frühlingsgedichte gefallen haben, die ich Ihnen kürzlich einsandte?“ Mark Twain blickte ihn freundlich an: „Lieber junger Mann, Ihre Gedichte sind sehr schön. Sie sind aber so zart, daß sie leider keinen Druck aushalten.“ Als Chefredakteur des„Arizona Kicker“ gab Mark Twain einem Schriftsteller ein Manuskript mit folgenden Zeilen zurück: „Lieber Freund! Die Naturforscher empfehlen den Schriftstellern, Fisch zu essen, weil dieses Nahrungsmittel dem Hirn Phosphor zuführt. Ich kann Ihnen im Augenblick nicht genau sagen, wieviel Fisch Sie essen müssen. Aber wenn das Manuskript, das ich soeben mit Vergnügen zurückgebe, ein getreues Spiegelbild dessen ist, was Sie für gewöhnlich schreiben, glaube ich behaupten zu dürfen, daß ein paar Walfische mittlerer Größe nicht zu viel wären.“ Kulturnotizen Eine international einheitliche BlindenNotenschrift soll auf einer Konferenz von Blindenschrift-Fachleuten entwickelt werden, die auf Einladung der UNESCO in Paris begann. „Isabella“, ein neues Werk des Operettenund Filmkomponisten Friedrich Schröder. wurde im Mannheimer Nationaltheater mit Erfolg uraufgeführt. Das aus Mitteln der amerikanischen McCloy-Spende modern ausgebaute Institut für Kindesbeobachtung in Paderborn wurde während der Libori- Kulturwoche vom nordrhein-westfälischen Kultusministerium übernommen. Vom Publikum stürmisch gefeiert, dirigierte Wilhelm Furtwängler als erste Oper der Salzburger Festspiele Webers„Freischütz“. Der Erzähler und Dramatiker Hans Franck vollendet das 75. Lebensjahr. Schlank, aber weiblich ist die Silhouette der neuen Herbst- und Wintermodelle, die zum ersten Male in London gezeigt wurden. Breitere Schultern, Röcke drei Zentimeter kürzer, hochgeschlossene Halsausschnitte und Knöpfe an ungewöhnlichen Stellen— dies sind einige charakteristische Merkmale der neuen Londoner Damenmode. Der internationale Kongreß für Gynäkologie und Geburtshilfe, an dem rund 2000 Gynäkologen und Geburtshelfer aus 35 Ländern teilnehmen, wurde in Genf eröffnet. Die Gruppe aus der Bundesrepublik ist mit 200 Teilnehmern die stärkste. Die Westdeutsche Rektorenkonferen: wurde in der Frankfurter Universität eröffnet. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Punkte„Hochschule und Öffentlichkeit“, das Problem der Flüchtlingsstudenten und Fragen der Prüfungsordnung und akademischen Grade. Mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und des Westfälischen Heimatbundes sollen die Werke des westfälischen Dichters Peter Hille demnächst neu erscheinen. Der in Erwitzen (Kreis Höxter) Geborene schrieb vor allem Gedichte und Aphorismen. Das Paderborner und Corveyer Land feierte in diesem Jahr zugleich den 100. Geburtstag und den 50. Todestag des Dichters. Der Filmschauspieler Gregory Peck erhielt jetzt in Hollywood den deutschen „Bambi“, eine Auszeichnung, die ihm auf Grund einer Rundrrage unter deutschen Kinobesuchern nach dem beliebtesten ausländischen Darsteller zugesprochen worden war. Der amerikanische Forscher John Libby glaubt, auf dem türkischen Berge Ararat (5300 Meter) Überreste der ArcheNoah gefunden zu haben. Nach türkischen Presseberichten hat er mehrere fotografische Aufnahmen gemacht, konnte aber das„Wrack“ nicht genauer untersuchen, weil es von Eisblöcken umgeben war. Wie es heißt, will Libby Mitte August noch einmal versuchen, Genaueres über die angebliche Arche zu erkunden. Wetterkatastrophen geben Rätsel auf Die Natur ist unberechenbar. Seit ein paar Jahren verläuft das Wetter in Extremen. In völlig undurchschaubarer Folge treten abnorm kalte oder milde Winter auf, und die Sommer sind einmal heiß und trocken, zum anderen wieder regnerisch und kalt. Auch der Sommer 1954 ist ungewöhnlich. Es ist kühl, und der Himmel ist fast immer wolkenverhangen. Trotzdem wird vielerorts über Regenmangel geklagt. In anderen Gebieten aber öffnen die Wolken ihre Schleusen. Es kam zu den Hochwasserkatastrophen in Süddeutschland und Österreich. Sie sind nach Ansicht der Meteorologen darauf zurückzuführen, daß auf kalte Luftmassen aus dem Norden, die sich im Alpenvorland gestaut haben, feuchtwarme Luft aus Afrika und den Mittelmeergebieten gestoßen ist, die durch die Gebirgstäler nach Norden vordrang. Worauf diese Wetterkapriolen in letzter Ursache jedoch zurückzuführen sind, kann niemand sagen. Fest steht zunächst nur, daß nicht die Atombombenexplosionen unseren Wetterhaushalt in Unordnung gebracht haben. Schon bevor auf der Erde mit Atombomben experiMi Die Filme der Deutschen London Film 1954/55 „Ewiger Walzer“ mit Hilde Krahl, — Friedl Loor, Eva Kerbler, Bernhard= = Wicki, Regisseur: Paul Verhoeven.—= — Ceza von Cziffras Revue„anz in der= = Sonne“ mit Cécile Aubry, Rudolf= — Platte, Hans Olden. Schlager von Lotar= = Olias.— Der zweite Cziffra-Film„Geld= = aus der Luft“ mit Lonny Kellner, Josef= = Meinrad, Ursula Justin, Grethe Weiser,= — Rudolf Platte, Paul Westermeier, Bruce= = Low, Ilja Glusgal, Friedl Hensch und= den Cypris. Auch hier schrieb Lotar= = Olias die Musik.—„Ein Herz kehrt heim“= — mit Willy Birgel, Anne-Marie Blanc.= =— Rolf Hansen dreht mit Ruth Leuwe-= = rik„Gehepte Feindin“.— Der Hilde= = gard-Knef-Film„Unter vier Augen“— = mit Carl Raddatz, Ivan Desny, Werner= = Hinz.— Paula Wessely in„weg in die= = Vergangennen— Luise Ullrich in= =„Bevor dein Tag beginnt“. Regie:= = Rudolf Jugeri—„Rittmeister Wronski“= mit Willy Birgel, Margot Trooger, Ilse= = Steppat, Irene von Meyendorff.— Die= = erneute Verfilmung des Romans„Der= = Eid des Stefan Huller“ unter der Regie= von Curt Neumann:„Drei vom Varieté“. =— Die Graham-Greene- Verfilmung= „Das Herz aller Dinge“ mit Maria= Schell, Trevor Howard.— Erich Käst= ners„Drei Männer im Schnee.— Der = Moira Shearer-Film„Die Frau mit den = roten Haaren“.—„Vatertag“ mit = Grethe Weiser, Lucie Englisch, Paul = Westermeier, Beppo Brehm.—„Früh= lingslied“ mit Sigmund, Oliver Grimm, = Anne-Marie Blanc, René Deltgen, = Heinrich Gretler.—„Annchen von — Tharau“ mit Ilse Werner, Heinz Engelmann, Helmuth Schneider.— Engli= scher Abenteurer-Film„Feuer über = Afrika“.— Der dänische Film„Die Verführten— Im Sonderverleih: „Unternehmen Edelweiß“. eine Episode = aus dem Norwegen-Feldzug.— Für = Theater mit anspruchsvollstem Be= sucherkreis in Sondervorstellungen der = Charles-Laughton-Film„Herr im Haus bin ich!“ mmmmm Unn mentiert wurde, gab es kühle, regenreiche Sommer und völlig aus dem Rahmen fallende Winter. Die Sonnenflecken Natürlich ist die Sonne für den irdischen Wetterablauf verantwortlich. Ihre Strahlung liefert hierfür die Energie. So wird gerade im Hinblick auf die gegenwärtigen Unwetterkatastrophen begreiflicherweise oft gefragt, wie weit Sonnenflecken für schönes oder schlechtes Wetter verantwortlich seien. Eine solche Auswirkung der Sonnenfleckentätigkeit wird aber von der Wissenschaft bestritten. Denn ganz offensichtlich sind Jahre eines maximalen oder minimalen Auftretens von Sonnenflecken nicht gleichbedeutend mit trokkenem, feuchtem oder kühlem Wetter, Beobachtungen haben verraten, daß die Sonnenstrahlung bei großer Fleckenzahl keinesfalls am schwächsten ist. Sie ist vielmehr bei mittlerer Fleckenzahl am größten und bei kleiner und großer Fleckenzahl jeweils am unbedeutendsten. Wohl folgen dem Auftreten von Protuberanzen auf der Sonne, den mitunter viele hunderttausend Kilometer hoch in den Weltraum hineingeschleuderten glühenden Wasserstoffmassen, fast stets starke Störungen. Sie sind aber wesentlich elektrischer Natur. Zum Beispiel wird der Funk- und Telegraphenverkehr für längere Zeit unterbrochen. Auch Polarlichter und magnetische Gewitter treten auf. Mitunter beobachtet man auch magnetische Störungen, die sich in Fehlweisungen der Kompaßnadeln äußern. Im Augenblick ist die Sonnenscheibe jedoch makellos rein. Ein Umstand, der kurz vor dem für 1958 erwarteten Sonnenfleckenmaximum verhältnismäßig ungewöhnlich ist. Wie weit dringen die Sonnenstrahlen? Ein anderes Moment für die Betrachtung etwaiger Zusammenhänge zwischen Sonnenaktivität und Wetter ist die Frage, wie weit öie Sonnenstrahlung in die Erdatmosphäre eindringt. Dank langjähriger Untersuchung wissen wir, daß an der Obergrenze der Erdatmosphäre rund zwei Kalorien Wärme je Quadratzentimeter und Minute Strahlung aufgenommen werden, eine Energiemenge, die im Laufe eines Jahres genügen würde, um eine 50 Meter dicke Eisschicht auf der ganzen Erde zum Abschmelzen zu bringen. Die Sonne schickt uns verschiedene Strahlenarten: Lichtund Wärmestrahlen, deren Frequenzen über das Ultraviolett bis in das Gebiet der Röntgenstrahlen reichen, und eine Korpuskularstrahlung, das heißt eine massereiche Materiestrahlung. Eine andere wichtige Strahlung der Sonne kommt mit einer Wellenlänge, die im ultravieletten Teil des Spektrums liegt, und zwar in jenem Teil, der auf der Erdoberfläche nur unter besonders günstigen Umständen, zum Beispiel während einer totalen Sonnenfinsternis, beobachtet werden kann. Anscheinend stammt diese Strahlung aus dem Coronagebiet der Sonnenatmosphäre, aus der überhitzten Schicht, für die man eine Temperatur von mindestens 1 Million Grad errechnete, während sich aus der normalen Licht- und Wärmestrahlung nur eine Temperatur von rund 6600 Grad ergibt. Die Tiefe des Eindringens dieser Strahlungen in die Atmosphäre hängt von ihren joweiligen Frequenzen ab. Deshalb ist ihre Wirksamkeit wahrscheinlich auch auf verschiedene Höhen beschränkt. Ebbe und Flut Hinzu kommt noch, daß von der Sonne auch eine atmosphärische Ebbe- und Flutwirkung erzeugt wird. In den Tropengebieten beträgt diese Gezeitenwirkung mehrere Millimeter Unterschied im barometrischen Druck. In unseren Breiten ist nur eine Schwankung von einigen Zehntelmillimetern feststellbar. Diese Gezeiten sind jedoch nach Meinung der Meteorologen so unbedeutend, daß sie niemals Hoch- und Tiefdruckgebiete hervorrufen können. Schließlich ist zu berücksichtigen, daß das Wettergeschehen auf der Erde nicht gleichmäßig verläuft. Die einzelnen Mechanismen des Wetterablaufs greifen sehr kompliziert ineinander. In den gemäßigten Zonen sind die Zusammenhänge längst nicht so gut durchschaubar wie in den Aquatorgebieten. Darum zeigen sich Schwierigkeiten über Schwierigkeiten, wenn man eindeutige Beziehungen zwischen solaren Vorgängen und dem Wetter erkennen will. Störstrahlungen Die Sonnenstrahlung trifft ja stets die gesamte Erdhalbkugel und im Verlauf eines Tages die ganze Erde, auch eine Störstrahlung, die z. B. von den Sonnenflecken ausgeht. Ist eine solare Störstrahlung mit Korpuskularstrahlen verbunden, dann gelangt sie allerdings hauptsächlich zu den Polargebieten, deren Einfluß auf unser Wettergeschehen besonders groß ist. Erwähnt seien in diesem Zusammenhang russische Beobachtungen. Sie deuten eine merkwürdige Beziehung zu den Sonnenflecken an, die den Zentralmeridian der Sonne überqueren, und die erfahrungsgemäß mit starker Korpuskularstrahlung verknüpft sind. Demnach folgen den Flecken immer nach 27, 54 oder 81 Tagen Kaltluftvorstöße aus der Arktis. Es muß also betont werden, daß stets nur weltweite Phänomene entstehen, wenn sich die Strahlung der Sonne verändert, sei es durch innere Vorgänge oder durch Sonnenflecken. Die atmosphärische Zirkulation in den hohen und höchsten Schichten der irdischen Lufthülle sorgt dafür, daß die Wirkungen der Sonneneinstrahlung weitgehend und schnell auseinandergetragen werden. Selbst 150 Jahre Sonnenbeobachtungen reichen nicht aus, die Tendenz des Wetterablaufes in Sonnenfleckenminimum- oder-maximumjahren klar erkennen zu lassen. Vergleiche unserer Wetteraufzeichnungen mit denen anderer Länder verraten einen so verschiedenartigen Wetterablauf, daß man nicht die Sonnenflecken oder einen anderen kosmetischen Einfluß dafür verantwortlich machen sollte, sondern irdische Ursachen, z. B. die wärmende Wirkung des Golfstromes und seine beobachteten Strömungsänderungen. Arthur Lange Alles wird zerredet. Und was gestern noch zu hart war für die Zeit selber und ihren Zahn: heute hängt es zerschabt und zernagt aus den Mäulern der Heutigen! Nietzsche Nehmt irgendeine Demokratie. Unterdrückt jede Art von Humor, sowohl in ihrem täglichen Leben— Widerspenstigkeit des Staatsbürgers — wie in ihrem eigentlichen Leben — Farce der Parteien—, und ihr werdet am Schluß der Operation, wenn sie energisch durchgeführt wird, den totalitären Staat in seiner ursprünglichen Pracht haben! De Rougemont Herms Niel ohne Paukenschläge Ohne Schlußakkord ist Herms Niels Leben verklungen. Die große Pause nach seinem Schaffen war jedoch längst eingetreten. Es war eine Pause, in die er keine damals keiner nach. Und das brachte ihm sogar den Titel Professor ein. Nicht einmal in seinen Jungenträumen hätte Herms Niel das zu träumen gewagt. Paukenschläge setzen konnte wie in seine. Damals hieß er noch Hermann Nielebock. Märsche Sie überstanden nicht das Jahr 1945 wie Norbert Schultzes„Lili Marleen“. Verklungen ist das Engellandlied, das die U-Bootfahrer auf ihre Todesfahrt begleitete. Verblüht ist das kleine Blümelein, von dem die Landser sangen. „Ein Lied! Drei— vier...“ Dann kamen Erika und andere Blumen und Mädchen auf alle Lippen. Dazwischen: Bum— bum — bum. Das war der Rhythmus der Zeit. Herms Niel spürte ihn in der Luft. Er haute ihn auf die Pauke. Das machte ihm Im Boot rund um die Reichenau Besuch beim Inselparadies im Bodensee Das kleine Inselparadies Reichenau im Bodensee, diese friedvoll blühende Au im üppigen Garten des Landes um den Untersee, ist fast nur Ufer und daher am eindruckvollsten vom Boot aus zu erleben. Man mietet sich an einem schönen Sommermorgen in Mittelzell auf ein paar Stunden ein Ruderboot und rudert sich gemächlich in eine bezaubernde Welt von Glanz und Stille hinein. Der Sommer hat die Landschaft weit und duftig gemacht. Hinter dünne Schleier von blaßblauem Licht entrückt er die Fernen und taucht die Ufer in silbrigen Glanz. Bald verschwimmen die ländlichen Häuser der Reichenau mit dem zarten Pastell der zwischen blauem Himmel und dunkel aufgekräuseltem Wasser hingemalten Rebberge, und aus der unnachahmbar gezeichneten Uferlinie steilen die grünen Vertikalen der schlanken Pappeln auf. Ganz fern wächst hinter Lichtschleiern die schmale Kontur von Konstanz mit dem Münster aus dem Wasser. Und jenseits des Seerheins läßt der schweizerische Thurgau mit seinen Wäldern, Bergzügen, Schlössern und friedlichen Uferdörfern von Ermatingen bis Berlingen hinab den Frieden des begnadeten Landes ahnen. Es ist beglückend, zwischen Wasser und Wind durch dieses sonnenumstrahlte Seenland zu bummeln. Hinunter zum weißen Kieselstrand des Gänslihorns wo die Türme des uralten Niederzeller Kirchleins mit den hohen grünen Pappeltürmen im Himmelwärtssteigen wetteifern. Dort öffnet sich der Blick in die blaue Ferne des Steckborner Sees und hinüber zur Halbinsel Höri, die wie ein Fata Morgana im Lichtnebel aufschimmert. Fröhlich weiße Segel kreuzen in der Radolfzeller Bucht und vor den Schilfufern der Halbinsel Mettnau. Möwen schwärmen ums Horn hinüber in den glatten, glänzenden, stillen Gnadensee mit seinen ländlichen Ufern, deren dunkel bewaldete Hügel sich von Markelfingen her und hinter Allensbach vorbei niedrig am Himmel hinbewegen. In diesem stillen Seewinkel geben sich der Ruf der Reichenauer Hähne, der Knall der bäuerlichen Vogelflinten und das Gebell der Hofhunde von Allensbach ein lustiges Stelldichein. Es ist eine Wonne, sich in diesem sonnigen Frieden einfach treiben zu lassen, bis die Glocken des Mittelzeller Münsters die Mittagsstunde schlagen und der Magen sein Recht verlangt. Dagegen gibt es allerdings keine Argumente. Aber wenn das Boot wieder gut vertäut am Ufer liegt, geht man hinauf ins Dorf mit dem guten Gefühl, dem Land am Untersee ein paar Stunden lang wirklich ins Herz geschaut zu haben. Als„kleiner Mann“ war er im April 1888 in der Provinz Sachsen zur Welt gekommen. Als„kleiner Mann“ fühlte er sich während seiner Lehrzeit bei der Genthiner Stadtkapelle. Und ein„kleiner Mann“ blieb er im Grunde, selbst als das viele„Lametta“ auf seine Uniform genäht wurde. Das erste Gold und Silber hatte er sich „bei Preußens“ geholt. Er schlug die Trommel im ersten Weltkrieg. Die Männer des Infanterie-Regiments 423 waren die ersten, die nach seinem Takt raarschierten. Hermann Nielebock ahnte selbst nicht, daß ihnen Millionen von Arbeitsmännern und Soldaten in die Fußstapfen treten würden. Das Jahr 1919 schien den letzten Beckenschlag hinter seine Militärmusik gesetzt zu haben. Nielebock stellte sich um. Er dirigierte Privatkapellen, besonders gern Bauernorchester. Lange genug hatte er „Kohldampf geschoben“ in den Kriegsjahren. Und auf Bauernhochzeiten ließ es sich damals wie heute gut leben. Erika und die anderen Blumen blühten noch ungepflückt am Wege, als der Marschtritt des Arbeitsdienstes zu hallen begann. Hermann Nielebock zog Schaftstiefel an Den Reichtum eines Menschen beurteilt man am besten danach, wieviele Dinge es gibt, die ihn nicht zu interessieren brauchen. und wurde zum„Führer“. Zum Musikzugführer zunächst, später zum Leiter des Musikzuges des„Reichsschule des Reichsarbeitsdienstes“ in Potsdam. Die letzten Sohlen der Schaftstiefel trat Niel nach dem Kriege ab, als Landhelfer auf einem Gut bei Osnabrück. Das Frageund Antwortspiel der Entnazifizierung hatte ihn zwar nur als Mitläufer eingestuft, aber wenn er irgendwo ein Konzert gab, strömten die Menschen, als ob die Erika schon wieder in voller Blüte stünde. Das Amt Blank hat längst entschieden: Mit dem Heideröschen ist's ein für allemal vorbei. Gesungen soll werden. Auch ohne Mädchennamen wird man nicht auskommen. Aber Erika wird nicht dabel sein Die Blume ist verblüht La * A 4 1 Fensterputzer mit Fahrstuhl Fensterputzen an hohen Gebäuden ist geführlich. Um diesen Gefahren zu begegnen, hat eine Duisburger Maschinenfabrik einen Aufzug zum Fensterputzen konstrulert (Bild). Dieser vollelektrisch betriebene Aufzug besteht aus einem Traggestell und dem Korb. Das Traggestell läuft auf einer Fahrschiene, die längs der Traufe rings um das Dach führt. Der Tragkorb hängt an zwei Stahlseilen, und eine besondere Fangvorrichtung verhindert das Abstürzen des Korbes, falls das Hubseil des Elektrozuges reißen sollte. Bei den einzelnen Fenstern wird der Korb durch ausfahrbare Gummipuffer gegen die Wand gestützt. Durch Bedienen zweier Druckknöpfe kann der Fensterputzer den Aufzug in horizontaler und vertikaler Richtung bewegen und auf diese Weise bequem und ohne Gefahr auch das höchste Fenster errelchen. Tragisches Schicksal eines Volkes Gebetsmühlen in der Wohnküche Reste der Kalmücken leben in einer Siedlung vor den Toren Münchens— In Sibirien verschollen Münenen— Alle Straßen dieser Flüchtlings- und DP-Siedlung in Ludwigsfeld vor München haben„glitzernde“ Namen: Diamant-, Rubin-, Opal-, Smaragdstraße. Sie sehen auch sehr sauber aus, mit gepflegten Grünflächen und kleinen Bäumchen vor den weißen Häuserblocks. An den Klingeltafeln der Haustür stehen fast nur fremdländisch klingende Namen.—„Ko’st net Obach gebn, du Depp!“ schreit ein kleiner Bub mit straffem, schwarzglänzendem Haar einem Mäderl nach, das ihn mit dem Roller fast umgefahren hätte. Seine schräggestellten Augen blitzen aus dem gelblichen Gesicht. Der Bub und auch das Mädchen gehören zu den 120 Kalmücken, die hier seit Ende 1952 eine neue, aber wahrscheinlich noch keine endgültige Heimat gefunden haben. Eine vierzigjährige Frau erschossen Mord im Steinbruch Der Ehemann wurde von der Polizei verhaftet und verhört Giengen-Bren=— Die 40jährige Elisabeth Böhler aus Burgberg im Kreis Heidenheim wurde am Montag in der Nähe der Stadt Giengen-Brenz bei einem ehemaligen Steinbruch mit schweren Schußverletzungen tot aufgefunden. Wie die Ermittlungen der Mordkommission ergaben, ist die Frau durch zwei Bauchschüsse getötet worden. Frau Böhler soll am Sonntagabend bei einem Spaziergang zum letzten Male gesehen worden sein. Der Mann der Toten wurde am Nachmittag von der Polizei festgenommen und verhört. Über das Ergebnis des Verhörs wurden bisher keine Mitteilungen gemacht. Mit Pflanzenschutzmittel Ehemann umgebracht Bottron.— Die Kriminalpolizei in Bottrop klärte am Montag einen neuen Mord mit einem Pflanzenschutzmittel auf. Eine Frau hatte, wie die Polizei mitteilt, ihrem Mann am Sonntag das Gift in eine Medizinflasche geschüttet, aus der er täglich seinen Hustensaft einzunehmen pflegte. Die Tat sei durch die Aufmerksamkeit des Arztes entdeckt worden, der die Todesursache nicht einwandfrei feststellen konnte. In ihrem Geständnis vor der Polizei habe die Frau als Motiv für ihre Tat zerrüttete Eheverhältnisse angegeben. Einbrecher rief um Hilfe Wipperfürth.— Laut um Hilfe rief in der Nacht zum Dienstag ein junger Einbrecher, der sich stark am rechten Arm verletzt hatte, als er fünf wertvolle Photoapparate hinter einer eingeschlagenen Schaufensterscheibe hervorholen wollte. Leute führten den blutenden Dieb zur Polizeiwache. Dort saß bereits sein ebenfalls verletzter Komplice, der von beherzten Einwohnern ergriffen worden war. Die beiden Einbrecher hatten eine geladene und entsicherte Pistole und ein Klappmesser bei sich. Blumen für die Braut: Zwei Monate Gefängnis Düsseldorf.— Das Düsseldorfer Amtsgericht verurteilte einen 31jährigen, gutsituierten Kaufmann zu zwei Monaten Gefängnis, weil er in einem öffentlichen Park 20 Tulpen gestohlen hatte. Die Blumen wollte er seiner Braut schenken. Das Gericht lehnte eine Bewährungsfrist ausdrücklich ab, weil„die Strafvollstreckung im öffentlichen Interesse“ liege, wie der Richter sagte. Der Angeklagte nahm das Urteil an. „In unserer Heimat hatte jede Kalmükkenfamilie 12 bis 16 Kinder“, erzählt Dr. Stepanow, der Wortführer der Münchner Kalmücken.„Leider sind fast immer mindestens zehn davon gestorben. Hier in Deutschland haben unsere Familien nur vier bis sechs Kinder, aber die bleiben alle am Leben. Sie gehen in die Volksschule am Ludwigsfeld und die Lehrer sagen, daß sie sehr gut lernen. Alle sprechen deutsch und—„bayerisch“.— Dr. Stepanow macht da einen feinen Unterschied. „Um die Helmat zu befreien.. Das Schicksal des Kalmückenvolkes, das aus Zentralasien stammt und in seinen Liedern und Sagen noch die Erinnerung an den großen Mongolenfürsten Dschingis Khan wachhält, ist traurig genug. Die Kalmücken lebten zuletzt in Rußland zwischen Astrachan, Rostow und dem Nordkaukasus. Schon während der russischen Revolution wurden sie in den Kämpfen gegen den Bolschewismus stark dezimiert, im zweiten Weltkrieg wurden 1943 etwa 175 000 Kalmücken, die ihre Heimat nicht zusammen mit den deutschen Truppen verlassen konnten, nach Ostsibirien deportiert. Dort sind sie verschollen. Von den wenigen, die sich rasch nach Westen gerettet hatten, leben etwa 600 in den Vereinigten Staaten, ebensoviele in Frankreich und rund 270 in Westdeutschland. Etwa 4000 kalmückische Soldaten, die auf deutscher Seite gekämpft hatten, wurden in Kroatien von den Engländern gefangengenommen, an Tito übergeben und von ihm den Russen ausgeliefert. Auch sie verschwanden in der Unendlichkeit Sibiriens. „Unsere jungen Leute haben am Kriege teilgenommen, um die Heimat zu befreien, nicht, um Hitler zu helfen.“ Hauptziel: Auswanderung „Unser Hauptziel ist nach wie vor die Auswanderung nach Amerika“, sagt Dr. Britischer Hochkommissar in Iserlohn Stepanow, und zeigt auf die Stöße von Papieren, die über den kleinen Tisch in seiner Wohnküche quellen. Er erledigt für seine Landsleute den ganzen umfangreichen Papierkrieg mit den deutschen und amerikanischen Behörden.„Fast alle unsere Leute haben schon Verwandte drüben. Die Kalmücken in Philadelphia haben bereits für 35 000 Dollar ein Grundstück Der Richter glaubt Wontorra nicht gekauft, auf dem sie ein Kalmückendorf aufbauen wollen. Sie warten auf uns. Es ist einer der Wesenszüge unseres Volkes, daß es zusammen leben und beisammenbleiben will. Keine Angst ist größer als die, auseinandergerissen zu werden.“ „Sie fühlen sich als Europäer“ Fast 70 Jahre alt ist der buddhistische Oberpriester der Münchner Kalmücken. In seiner Wohnküche hält er morgens und abends die Andachten ab, bei denen sich die Gebetsmühlen mit den eingravierten Schriftzeichen„om mani padne hum“ drehen und die Räucherkerzen über den Getreidekörnern auf der Opferschale verschwelen. Bis vor kurzem besaßen die Kalmücken eine eigene Kirche in einer Lagerbaracke. Aber sie konnten die dreißig Mark monatliche Miete nicht aufbringen, weil die meisten Männer arbeitslos sind und zy Pflichtarbeiten für das Wohlfahrtsamt her angezogen werden. Fälschungen bei Brieftaubenflügen Angeklagter widerrief vor dem Landgericht Bochum sein Geständnis Bochum.— Vor der Zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Bochum begann am Montag der Prozeß gegen den 51jährigen Bergmann Wilhelm Wontorra aug Wanne-Eickel. Ihm wird vorgeworfen, bei Wettflügen der Reisevereinigung Wanne-Eickel 1900, der 47 Brieftaubenzüchtervereine angehören, in 117 Fällen Einsatzlisten gefälscht zu haben, um sich in den Besitz wertvoller Preise zu setzen. Dem Gericht liegen die Einsatzlisten vor, in die der Paß der Tauben, die laufende Nummer und die Mitgliedsnummer des Vereins eingetragen werden. Sie werden nachher mit den Ringen, die in die Konstatieruhr gesteckt werden, verglichen. Vor der Polizei hatte Wontorra zunächst gestanden, 1952 und 1953 Gummiringe an sich genommen und Listen gefälscht zu haben. Am nächsten Tage erschien Wontorra erneut bei der Polizei und widerrief sein Geständnis. Vor Gericht beantwortete er die Frage des Vorsitzenden, ob er sich unschuldig fühle, mit ja. Der Gerichtsvorsitzende bezeichnete die Listen als gefälscht und vermutete, daß Wontorra sie abgeändert hat, nachdem der Geschäftsführer des Vereins sie kontrolliert hatte. Wontorra bestritt das. Der Prozeß wird fortgesetzt. Selbstmord vor Gerichtsverhandlung Oberhausen— Ein 23jähriger Oberhausener Rundfunkmechaniker, der sich wegen Unterschlagung von 20 000 DM zu Lasten einer Düsseldorfer Rundfunkgroßhandlung vor dem Oberhausener Amtsgericht verantworten sollte, beging am Dienstag unmittelbar vor der Verhandlung Selbstmord. Der Mann hatte als Vertreter der Großhandlung Rundfunkgeräte auf Teilzahlung verkauft und die Abzahlungsraten in die eigene Tasche kassiert. Neue Fahnen für altes Regiment Weihe vor tausend Öffizieren— Alte Fahnen Beute der Japaner Iserionn— In Gegenwart des britischen Hochkommissars, Sir Frederic Hoyer-Millar, und des Kommandeurs des I. britischen Corps in Deutschland, General Cassels. überreichte der Ehrenoberst des Royal Leicestershire Regiments, General Callander, am Dienstag in Iserlohn zwei neue Fahnen an das Der Dust reinen Tabaks verbürgt reinen Genuß Für die Red Rock werden nur naturwürzige VirginiaTabake ausgewählt. In ihrer ursprünglichen Reinheu- onne tabakfremde Zusätze und ohne kün liche Aromastoffe- bietet Ihnen diese Ciga rette einen reinen Genuß. Auch ihre Bekömmlichkeit ist in ihrer Reinheit begründet. I. Bataillon dieses Regiments. Die alten Fahnen des Bataillons waren 1941 in Malaya in die Hände der Japaner gefallen. Die auf einem Podest aus sieben Trommeln des Regimentsmusikzuges gekreuzt liegenden Fahnen waren vorher durch den britischen Generalkaplan, Reverend Maystone, geweiht worden. Vor 1000 britischen Offizieren und Gästen, darunter auch die Bürgermeister von Leicester und Iserlohn, vollführten die britischen Truppen die Übergabe-Zeremonien nach dem uralten Reglement ihres 1688 gegründeten Regiments. Sie wurden begleitet von einem Regimentsmusikkorps in bunten Uniformen, dessen Trommler die aus der Indien-Dienstzeit des Regiments stammenden echten Tigerfelle trugen. Zu wenig Lehrer an Berufsschulen Siegen.— Die Siegerländer Unternehmerschaft forderte am Montag in Siegen durchgreifende Maßnahmen der Iandesregierung gegen den katastrophalen Lehrermangel an den Berufsschulen. Statt der vorgeschriebenen 1526 Unterrichtsstunden werden von den gewerblichen Berufsschulen im Siegerland jährlich nur 885 erteilt, davon nur 640 durch hauptberufliche Lehrkräfte. Bei der kaufmännischen Berufsschule werden statt 737 nur 406 Unterrichtsstunden erteilt.— Gegenwärtig fehlten im Siegerland fast die Hälfte der erforderlichen Berufsschullehrer. Diese Tatsache wird auf die schlechte Besoldung zurückgeführt.— Die Siegerländer Unternehmer wollen jetzt die Ausbildung in den Betrieben intensivieren. Sie bildeten sieben Arbeitskreise zur Schulung der betrieblichen Ausbilder. Ein Institut stellt fest Hundert Dolmetscher zum Katholikentag in Fulda Fulda.— Rund hundert Dolmetscher sollen zum Katholikentag in Fulda eingesetzt werden. Im einzelnen sind folgende Sprachen vertreten: Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Tschechisch, Polnisch, Ungarisch, Portugiesisch, Holländisch, Flämisch, Lateinisch sowie alle slawischen Sprachen und Esperanto. Vom 31. August bis 4. September halten sich je zwei Dolmetscher für Englisch, Französisch und Italienisch am Bahnhof auf. Schülerlotsen übernehmen die Weiterleitung der ankommenden Gäste zum Empfangsbüro des Katholikentages. Im Empfangsbüro halten sich für jede Sprache zwei Dolmetscher und zwei Dolmetscherinnen bereit. Auch im Treffpunkt-Lokal der ausländischen Gäste, dem„Europahaus“, wird für Dolmetscher gesorgt sein. Direktor Beckhäuser Dortmund.— Im 69. Lebensjahr starb am Montag in Dortmund der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Dortmund, Direktor Eduard Beckhäuser. Beckhäuser, gebürtiger Saarländer, der 1911 ins Ruhrgebiet kam, war von 1948 bis 1953 Präsident dieser Kammer. Er war außerdem Geschäftsführer der Werkzeugmaschinenfabrik Wagner& Co. in Dortmund, Vorstandsmitglied der Rhein-Stahl-UnionMaschinen- und Stahlbau-AG(Düsseldorf) sowie des Vereins Deutscher Maschinenbauanstalten und der Fachgemeinschaft Werkzeugmaschinen. Die gute Tat Ibbenburen— In einer Betriebsversammlung der Preuß AG(Ibbenbüren) wurde beschlossen, für vier schwerbeschädigte Arbeitskameraden Selbstfahrerwagen anzuschaffen. Die Bergleute gaben ihre Zustimmung, daß ihnen die Anschaffungsbeträge vom Arbeitsiohn abgehalten werden. „Gewürzte" Revierluft Monatlich drei Pfund Staub auf 100 Quadratmeter in Duisburg Duisburz.— Durchschnittlich 1651 Gramm Staub auf 100 om Fläche gehen monatlich in Duisburg-Hamborn nieder. Im Süden Duisburgs beträgt der Staubniederschlag 1535 und in der Innenstadt nur 860 Gramm. Dies stellte das Berliner Institut für Wasser-, Boden- und Lufthyglene bei Luftuntersuchungen fest, die seit September 1953 in Duisburg durchgeführt werden. Auf Grund eingehender Windbeobachtungen nimmt das Institut An, daß ein großer Teil des über Dulsburg niederrieselnden Staubes aus Nachbarstädten herübergeweht wird. So führt es z. B. den hohen Staubgehalt der Luft in Hamborn weniger auf die Arbeit der August-Thyssen-Hütte und der PhönixHütte alg auf die Oberhausener Industrie zurück. In Oberhausen wurden monatlich Staubniederschlage von 3844 Gramm auf 100 qm Fläche, in Essen von 1583 und in Herne von 1774 Gramm gemessen, Diebstahl— Fremdenlegion— Strafe Düren.— Nach einem Diebstahl von einem Kilo Kupfer flüchtete ein junger Mann 1950 zur Fremdenlegion und kehrte nach zweieinhalbjährigem Aufenthalt vor kurzem verwundet und malariakrank aus Indochina zurück. Er mußte sich am Dienstag in Düren vor dem Richter verantworten.„Ich bin nicht nach Deutschland zurückgekommen, um das Leben fortzusetzen, das ich damals führte“, sagte er dem Richter, der ihn zu drei Monaten Gefängnis, der Mindeststrafe für Diebstahl im Rückfall, verurteilte. „Expottauftrag" Einen nicht alltäglichen„Exportauftrag" erhielt die sieben Jalire alte Heidi Seuf. ferle am Montag in Lunebura. Das Kind hutte vor einigen Wochen einen Reklamebalion mit selner Adresse von Lüneburg aufsteigen lassen. Jetzt meldete sid der polnische Tisdiler Stauislaw Grarla aus einem Derf bei Lodz, wo der Luftpostgrust aus der Lüneburger Helde nadi einem Rekordflug von über 600 Kilometern in einem Roggenfeld gelandet war.„Meine Teure", sdirled der Fiuder,„ich habe hier Schwierigkeiten, einen Glassdmeider zu bekommen, sdilcke mir dodi bitte einen". Heldis Vater hat den Wuusdi sofort mit einem Pädedien durdi den Eisernen Vorhang erfullt. Westsälisch destumsest E Solange noch die Eichen rauschen... Solange noch die Eichen rauschen in alter Kraft um Hof und Haus, solange stirbt bei uns Westfalen das deutsche Turnertum nicht aus! Hagen soll ein doppeltes Bekenntnis werden: Turnertum und Volkstum. Die deutschen Turner stehen im Deutschen Sportbund in Reih und Glied. Jeder Verband hat seine eigene Stellung und eigene Aufgabe im großen Kranz der Leibesübungen— so auch die deutsche Turnerei als Bewahrer Jahnschen Ideengutes. Jahn war in völkischer Notzeit der Rufer zu Einheit und Freiheit der deutschen Nation, ein entschiedener Verfechter des deutschen Volkstums und der Schöpfer der deutschen Turnkunst.„Turnen“ bedeutete für inn jedwede Leibesübung, nicht nur das Gerätturnen, zu dem es am Ende des vorigen Jahrhunderts erstarrte. Westfälischer Turnerbund Bis vor etwa 20 Jahren zersplitterte sich die Turn- und Sportbewegung. Nach 1933 kam die zwangsweise Uniformierung zu einem bestimmten Zweck. Diese Unfreihelt ist nicht mehr, aber auch die alten Kräfte der Trennung sind weitgehend überwunden. Die Zusammenführung der früheren Deutschen Turnerschaft und des ehemaligen ArbeiterTurn- und Sportbundes war eine Tat. Der Westfälische Turnerbund ist auf diesem Weg der Einheit bewußt vorangegangen. In seinen Reihen stehen heute 115 000 Turnerinnen und Turner. Man sprach vor nicht gar langer Zeit von dem„Bund der Greisen“, der sich wieder DER STOLZ DER WESTFALEN: DAS BUNDESBANNER Das im Jahre 1956 geweihte Bundesbanner des Westfälischen Turnerbundes wird am 29. Juli in Hagen feierlich eingeholt. Unser Bild zeigt das Banner im Festzug des Deutschen Turnfestes 1953 in Hamburg. Die Fahnenbänder tragen die Aufschrift der zehn Gaue und werden von Turnerinnen des jeweiligen Gaues gehalten. nähere. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß der Westfälische Turnerbund zu fast 60 v. H. aus Jugendlichen besteht. 1952 schuf sich der WTB durch den Ausbau des verfallenen Schlosses Oberwerries bei Hamm zur Jugendburg eine ideale Turnschule. Der Rheinisch-Westfälische Turnverband wurde 1860 gegründet, seit 1867 bestand der Kreis 8 der Deutschen Turnerschaft, der im Jahr 1899 geteilt wurde; Westfalen bildete fortan den Kreis 8a. In Westfalen waren Festorte der rheinisch-westfälischen bzw. westfälischen Turnfeste: Bochum 1863, Iserlohn 1870. Hagen 1877, Bielefeld 1879, Dortmund 1883, Bielefeld 1893, Bochum 1900, Lüdenscheid 1904, Bielefeld 1907, Hamm 1910, Münster 1914. Hagen 1924, Dortmund 1927, Hamm 1930, Minden 1934, Hamm 1960. Das Kreisturnfest 1924 in Hagen ist den Alteren noch in bester Erinnerung, es verregnete weitgehend. Vorsitzender des Hauptausschusses war Alfred Bettermann. Oberbürgermeister Cuno lieh dem Fest weitgehende Unterstützung. Das erste westfälische Turnfest nach dem zweiten Weltkrieg in Hamm 1950 nahm mit genau 9133 Wettkämpfern bei herrlichem Wetter einen prächtigen Verlauf. Am Festnachmittag füllten 20 000 Zuschauer die Jahnkampfbahn. Die Turnvereins-Meisterschaft wurde vom TC Herne gewonnen, der Deutsche Zwölfkampf von Adalbert Dickhut(Eintracht Dortmund), der Neunkampf der Turnerinnen von Ursula Hauth(Tg Bielefeld). Und nun in Hagen Der Hauptfestplatz, die städtische Kampfbahn Höing, wurde durch Erweiterungsbauten und durch Aufstellung von Tribünen auf ein Fassungsvermögen für etwa 25 000 Zeitplan Donnerstag, den 29. Juli, 21.00 Uhr: Feierliche Eröffnung des Bundesturnfestes 1954 und Empfang des Bundesbanners vor dem Rathaus. Freitas. 30. Juli, 7.00 Uhr: Beginn der Wettkämpfe auf den verschiedenen Wettkampfplätzen; 21.00 Uhr: Turnfestspiel„Zu neuen Ufern“(Städtische Kampfbahn Höing). Samstag. 31. Juli, 7.00 Uhr: Fortsetzung der Wettkämpfe; Gruppenwettstreit der Turnerjugend(Städtische Kampfbahn Höing); 10.30 Uhr: Proben der Gemeinschaftsübungen; 16.30 Uhr: Deutsches Vereinsturnen (Städtische Kampfbahn Höing); 17.00 Uhr: Tag der Leichtathletik(Kampfbahn Boelerheide); 18.30 Uhr: Feierstunde der Turnerinnen (Kaufmannsschule); 19.30 Uhr: Großkonzert der vereinigten Spielmannszüge und des Bundesmusikkorps(Volkspark); 21.00 Uhr: Turnfestspiel„Zu neuen Ufern“(Städtische Kampfbahn Höing). 21.00 Uhr: Feierstunde der Turnerjugend(Zeltlager). Sonntag. 1. August, 7.00 Uhr: Gottesdienste; 8.00 Uhr: Deutsche Turn-VereinsMeisterschaft(Städtische Kampfbahn Höing); 11.30 Uhr: Antreten zum Festzug; 12.30 Uhr: Beginn des Festzuges; 14.30 Uhr:„Das Hohelied der Leibesübungen“(Städtische Kampfbahn Höing),. Siegerehrung. Festlicher Ausklang. Neuen Lebensmut anfachen! Pfarrer Karl DREWER, Kulturwart des Deutschen und Westfälischen Turnerbundes Wenn das Feuer erlischt, stirbt die Wärme. Wenn das Licht verlöscht, bricht Eiseskälte an. Das ist hausbackene Weisheit. Im Alltag richten wir uns nach ihr. Ungern hingegen sind wir bereit, solche Grundgesetze auch im Bereich unseres geistigen Lebens geiten zu lassen. Das führt weithin zu seelischer Erstarrung. Allenthalben aber bricht auch das herzliche Verlangen auf, im Leben und Streben Licht und Wärme zu empfangen. Bei denen, die des Geistes glühenden Hauch in sich tragen, wird auch die Verpflichtung lebendig, Licht und Wärme ausstrahlen zu lassen. Sie sind die rechten, fröhlichen Geber, die unser Geschlecht braucht. Wir Turner und Turnerinnen müssen zu ihnen gehören und von ihrer Art sein. Es gilt, neuen Lebensmut anzufachen. Also geht es um Wiedergeburt. Sie verlangt weniger den Kopf, viel mehr fordert sie das Herz. So notwendig es gewiß ist, daß wir irrige Ansichten berichtigen, so unbedingt notwendig ist es, daß wir unsere Gesinnung wandeln. Das mutige Herz Das wollen wir uns gut eingehen lassen auf dem Wege nach Hagen woselbst wir uns zum Bundesturnfest 1954 vereinigen werden. Ein Turnfest muß den Gluthauch der an Leib und Seele gewollten Wiedergeburt verspüren lassen. Dazu bedarf es keiner großartig angelegten Reden, wiewohl ein herzhaft kühnlich Wort auch eine gute Wanderkost ist; dazu ist die rechte Einstimmung aller Festgenossen erforderlich. Ich wähle bewußt dies heute nicht mehr gebräuchliche Wort„Festgenossen“. Wir genießen miteinander die lieblich schöne Anmut des Leibes, die tüchtige und tapfere Haltung in Wettkampf und Spiel— bei all dem und in allem muß aber das mutige Herz den ersten Rang haben. Wir wollen nach Hagen kommen in dem Bewußtsein, die Tage und Stunden dazu zu nutzen, Menschenherzen mit neuem Licht und lebensfroher Wärme zu beschenken. Das ist ein großes und würdiges Vorhaben. Verdirb es dir nicht durch klügliche Überlegungen und säuberlich bereitete Maßnahmen. Komm so, wie du bist! Daß du dein Turnzeug bestens gefaltet und verwahrt hast, erwartet man von dir ohnehin. Aber du sollst mehr sein und mehr tun. Du sollst die letzte Falte deines Herzens offenlegen und dich in deiner ganzen turnerischen Freundlichkeit und Herzlichkeit den anderen, also deinen Festgencssen, hingeben. Dann erst kann unser Bundesturnfest zu einer Wiedergeburt lebensstarken, turnerischen Geistes werden. Ich meine, wir alle müßten uns einströmen lassen in den Glutstrom hohen Festbekenntnisses. Die große Sonnenuhr Es gibt Uhren mit leuchtenden Ziffern. Nicht immer gelingt es uns, bei Nacht die richtige Zeit von unseren Taschenuhren abzulesen. Die Leuchtziffern sind undeutlich Das hat seinen Grund. Eine Uhr, die immer in der Tasche steckt, kommt nicht ans Sonnenlicht. Aiso kann der Phosphor der Ziffern die Sonnenstrahlen nicht auffangen. Ohne das Licht der Sonne gibt es kein Strahlen in Finsternis und Dunkelheit. Sie muß spenden. Unser Bundesturnfest ist die große Sonnenuhr, die den turnerischen Alltag und Sonntag erleuchtet, die auch Licht schenkt in die dunklen Stunden unseres Daseins. Davon darf man offen reden. Mancher von uns hat es schwer im Leben. Es sind allerlei Sorgen in den Winkeln der Mäuser und Herzen. Darum müssen wir die Sonne genießen—, Stunden und Tage festlicher Gemeinschaft, die unser Leben wieder leuchten lassen! Neuen Lebensmut anfachen! Dann ist das Leben nützlich und wertvoll. Neu Licht und Wärme ausströmen, dann regen sich die frohen Kräfte. Möge solcher Frohsinn die Festtage erfüllen und uns alle glücklich und zufrieden machen. Wenn dann der Klang der Freude hell ertönt, dürfen wir wissen:„Und wenn wir marschieren, dann leuchtet ein Licht, das Dunkel und Wolken strahlend durchbricht.“ Zuschauer gebracht. Die Jugendkämpfe finden in der Kampfbahn Boelerheide statt, in deren Nähe auch das Zeltlager für die Turnerjugend errichtet ist. Die Schwimmwettkämpfe werden im neuen Freibad Ischeland und im neuen Hallenbad Haspe ausgetragen. Am Donnerstag treffen fünf Sonderzüge in Hagen ein. Abends wird in der Eröffnungsfeier das Bundesbanner an die Stadt Hagen übergeben. Der Freitag ist der Tag der Wettkämpfe; abends(und am Samstag) wird das Turnfestspiel„Duneuen Ufern" von Heinz Steguweit aufgeführt. Am Samstag werden die Wettkämpfe beendet und mehrere Sonderveranstaltungen durchgeführt. Der Sonntag bringt die Turnvereins-Meisterschaft, den Festzug und den Festnachmittag unter der Losung„Das Hohelied der Leibesübungen“. Der Vorsitzende des Deutschen Turner-Bundes, Dr. Walter Ko1b. hat sein Erscheinen zugesagt. R. H. DIE 4-F-FAHNEN GRUSSEN Bei den festlichen Vorführungen am 1. August in Hagen zeigen die Turnerinnen eine Keulengymnastik mit Fahnenschwingen. (Aufnahmen: Hessenbruch, Koschnitzke Fest dor Hemeinschalt Vor vier Jahren feierten wir das erste Bundesturufest nadhi dem Kriege, nadidem sich die Turner und Turnerinnen Westfaleus wieder um die weißrote Turnerfahne gesammelt hatten. In diesem jetzt zurüdegelegten Zeitabsdmitt waren wir um die tunere Festigung des Bundes besorgt, wir suchiten das turnerische Können zu mehren und mühten uns um die Verbreitung unserer turnerisdien Idee. Deswegen sind unsere turnerischen Feste Erutetage, Ernten der turnerisdien Saaten, die Tausende der ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen mit nimmermüdem Fleiß und mit vorbildlicher Treue in die Krume des turnerischen Bodens gesät haben. Unsere Feste sind aber audi der Ausdruck unseres turnerisdhen Wolleus in der Auffassung von der Leibesübung, in dem Streben nach einer festen und sauberen inneren Haltung und in einem straffen, disziplinierten Auftreten nach außen. Unsere Feste sind weiter auci Feler und Freude. Feier und Freude erhebt uns über den Alltag und bringt unsere Seele zum Sdiwingen, so daß das erkeunende Erleben des inneren Angesprochenseins strahlende Augen und glühende Herzen erzeugte und nachhaltige liebe Erinnerungen bleiben und dadurch zu einem dauernden Ansporn zu eifrigem turuerischem Tun werden. Nidht zuletzt ist es das Fest walirer Gemeinschaft, das alt und jung, Männer und Frauen, 2 gleich welchen Standes in Reih und Glied; stellt, wo alte Freunde ein fröhliches Wiedersehen feieru und neue Freundschaften geschlossen werden. Beweist eud als treue Jünger Jalins, ilir westfälische Burschen und Männer, ihr westfälischen Frauen und Mädel, und seid damit? Flammenhüter Jahusdien Geistes! J. Uberkoff, 1. Bundesvertreter des Westfälischen Turnerbundes. Steckbrief 22. Wir tippen im Wesf-SUd-Block Termine der Handball-Oberliga Staffel West beginnt am 22. August Es geht wieder los! Wie überall ist auch im Toto aller Anlang schwer. Die Mannschaften haben ein neues Gesicht bekommen, und der Wetter tappt zum Teil im dunkeln. Aber das erhöht ja den Reiz— und die Aussicht auf hohe Quoten. Übrigens hat der Wettschein ein anderes Aussehen bekommen, er wird jetzt als Durchschreibeschein geliefert. Bisher mußten A- und B-Schein jeder für sich ausgefüllt werden. Jetzt wird durchgepaust, so daß Ubertragungsfehler wegfallen. 1. Schalke 04— 1, FC Nürnberg. Die Schalker teigten sich daheim gegen große Gegner stets von der besten Seite. Im Jubiläumsspiel werden sie alles aufbieten. Unser Tip: 1. 2. Preußen Münster— Hannover 96. Der Deutsche Meister hat in Freundschaftsspielen wiederholt enttäuscht. Münsters Elf ist noch ein Fragezeichen. Unser Tip: 1. 3. VfB Stuttgart— Rotweiß Essen. Die Stuttgarter sollen einige Sorgen haben, während bei Rotweiß alles in Ordnung ist, Unser Tip: 0. 4. Duisburger SV— 1. FC Kaiserslautern. Hier hängt alles davon ab, ob die Lauterer die Schweizer Spiele und die Nachfeiern überwunden haben. Unser Tip: 2. 5, SV Waldhof— VIR Mannheim. Die Waldhofer sind Zweitligist geworden, aber das bedeutet im Lokalderby nichts. Unser Tip: 0. 6. Borussia Neunkirchen— 1. FC Saarbrücken. In der Vergleichsrunde hinterließ Neunkirchen keinen besonderen Eindruck, Unser Tip: 2. 7. Wormatia Worms— SSV Reutlingen. Der Oberliga-Neuling Reutlingen versteht zu kämpfen. Platzvorteil beachten! Unser TIp; 1. 8. FK Pirmasens— Karlsruher SC. Die Pirmasenser haben Carlier und Frey verloren. Das Spiel findet auf neutralem Platz in Kandel (Pfalz) statt. Unser Tip: 1. 9. Hamborn 07— Meidericher SV. In diesem Lokaltreffen wird die Tagesform entscheiden. Unser Tip: 0. 10. Singen 04— Eintracht Frankfurt, Gegen den Südzweiten wird Singen kaum bestehen können. Unser Tip: 2. 11. Eintracht Braunschweig— Schweinfurt 05. Die verstärkte Braunschweiger Elf gilt als Fayorit. Unser Tip: 1. 12. SV Wiesbaden— Tus Neuendorf. Die Koblenzer sind höher einzuschätzen, Unser Tip: 2. 13. 1. FC Kôin— Berliner SV 92(In Paderborn), Unser Tip: 1. 14. TuRa Ludwigshafen— Ulm 46. Unser Tip: 1. Rote Erde vertritt West Wasserball-Sieben für Heidelberg Düsseldorf. Der neue westdeutsche Meister Rote Erde Hamm stellt den Kern der Wasserball-Sieben, die beim Verbändekampf Süd-Nord-West am Wochenende in Heidelberg den Westen vertritt, da die Nationalspleler von Duisburg 98 wegen der Vorschlußrunde zur„Deutschen“ in München fehlen. Aufgeboten wurden neben dem Nachwuchstorwart Spiewack(Düsseldorf 09) und Nationalspieler Jansen(Ruhrort 09) die Hammer Deuerlein, Meierkordt, Schepers, Franke und Wolff. Die Spiele der westdeutschen Wasserball-Landesliga werden am 1. August mit vier Turnieren abgeschlossen. In Bonn kämpfen SSF Bonn, Krefeld 09, TuRa Holthausen und Werne 03 um die durch den Abstieg von Düsseldorf 09 und Rheydt freigewordenen Plätze in der Oberliga. In Bochum geht es zwischen Blauweiß Bochum, Neptun Lüdenscheid, Iserlohn-Schleddenhofen und Brungsdorfer SG um die Plätze 5 bis 8, in Bocholt zwischen WSV Bocholt, SV Hamborn, PSV Duisburg und Rhenus Köln um die Plätze 9 bis 12 und in Wuppertal zwischen SW Wuppertal, Neptun Erkenschwick, Aegir Essen und Borussia Düsseldorf um den Klassenverbleib. UM VELEGRAMMSTIL Bundespräsident Heuß hat den Kanuweltmeistern Miltenberger und Steinhauer des Silberne Lorbeerblatt verliehen. Der Kontrollausschuß des Deutschen Fußballbundes verweigerte folgenden Spielern die Anerkennung des Vereinswechsels: Schadly von Hannover 96 zum Hamburger SV, Krieger vom VfB Stuttgart zum 1. FC Saarbrücken, Schmidt von Hessen Kassel zu Preußen Münster. Das Dortmunder Südbad soll mit einem Kostenaufwand von etwa 4 Millionen DM wieder aufgebaut werden. Die Segelflugkommission des Internationalen Flugverbandes beschloß in Great Hucklow(England), den russischen Segelflugmeister Victor Iltschenko mit der Lilienthal-Medaille für 1953 auszuzeichnen. Er war von Moskau uber 837 km nach Stalingrad geflogen. Deutschlands Länderkampfgegner vom 16. August, Hollands Leichtathletik-Auswahl, kam in Rotterdam mit 216:195 P. zu einem überraschenden Erfolg über Belgien. Hollands Sprint-As Saat lief 100 Meter in 10,5 und 200 Meter in 21,4 Sek., Brocken gewann 110 m Hürden in 14,7 Sekunden Der Essener Mittelgewichtler Leo Starosch unterlag bei einer Berufsboxveranstaltung in Bedworth dem englischen Titelanwärter Les Allen hoch nach Punkten. DEUTSCHE TENNISMEISTERIN Die nationale deutsche Tennismeisterin Inge Pohmann aus Düsseldorf(unser Bild) verteidigt bei den bevorstehenden Titelkämpfen am Rothenbaum in Hamburg ihre Meisterschaft gegen Erika Vollmer-Obst aus Mönchen-Gladbach. Gutbesetzter Ausgleich Glockner vier Kilo über Blitzlicht Düsseldorf. Das Mittwochprogramm auf dem Grafenberg sieht sechs Flach- und ein Jagdrennen vor, von denen zwei Prüfungen mit nur je drei Pferden zahlenmäßig schwach besetzt sind. Dafür entschädigt aber mit dem Start von Bernadotte und Arrak, einem rechten Bruder des Derbysiegers von 1953, Allasch, die Klasse der Teilnehmer. Mittelpunkt des Tages ist der Preis von Lohausen(6000 DM, 2800 Meter). In diesem Ausgleich II muß der Hamburger Sieger Glockner(A. Lommatzsch) unter 63,5 Kilo an so treffliche Steher wie Blitzlicht(H. Hiller) und Groschen(W. Held) acht, den Erlenhofer Nektar(O. Langner) und Mamertus(H. Grotjahn) zehn und an den Derbyfünften Levantos(F. Drechsler) sogar 14 Pfund geben. Voraussagen: 1. R.: Fernando, Silberpfeil, Escamillo. 2. R.: Bernadotte, Ave Cäsar. 3. R.: Arrak, Marconi. 4. R.: Rosette, Drohne, Regulus. 5. R.: Bonus, Leopard, Marquise. 6. R.: Joker, Musikant, Fanal. 7. R.: Blitzlicht, Levantos, Glockner. 8. R.: Casper, Anaconda, Rose. 22. August: Eintracht Hagen— TuS Holsterhausen, TuS Ferndorf- Friesen 60 Haspe, TVS Schalksmühle— TuS Hohenlimburg-Oege, TV Wassenscheid— TuS Hattingen, Sportfr. Gevelsberg— Sportfr. Neheim. 29. August: Holsterhausen— Gevelsberg, Haspe— Wattenscheid, Oege— Ferndorf, Hattingen— Schalksmühle, Neheim— Hagen. 5. September: Hagen— Schalksmühle, Ferndorf— Holsterhausen, Wattenscheid— Oege, Gevelsberg— Hattingen, Neheim— Haspe. 12. September: Schalksmühle— Holsterhausen, Hattingen— Ferndorf, Haspe— Hagen, Wattenscheid— Neheim, Oege— Gevelsberg. 19. September: Holsterhausen— Wattenscheid, Hagen— Ferndorf, Gevelsbers— Haspe, Schaiksmühle— Neheim, Hattingen — Oege. 26. September: Ferndorf— Wattenscheid, Neheim— Hattingen, Gevelsberg— Hagen, Oege— Holsterhausen, Haspe— Schalksmühle. 3. Oktober: Wattenscheid— Gevelsberg, Schalksmühle— Ferndorf, Holsterhausen— Neheim, Hattingen— Haspe, Hagen— Oege. 10. Oktober: Hattingen— Hagen, Ferndorf — Gevelsberg, Wattenscheid— Schalksmühle, Neheim— Oege, Haspe— Holsterhausen. 17. Oktober: Hagen— Wattenscheid, Neheim— Ferndorf, Gevelsberg— Schalksmühle, Holsterhausen— Hattingen, Oege— Haspe. Schuldige nicht ermittelt Noch keine Klarheit über Dopingfälle Köln. Bei der Untersuchung der in den Monaten Mai und Juni festgestellten sechs Dopingfälle bei Rennpferden haben sich für das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen neue Gesichtspunkte ergeben. Es handelt sich nach den Ausführungen des beauftragten Tierarztes Dr. Hauser um positive, chemisch nachgewiesene Dopingfälle durch synthetische Weckmittel, die nicht im Futter enthalten, sondern nur von Menschenhand den Pferden beigebracht sein können. Ein Schuldiger wurde bisher noch nicht ermittelt. Durch einen Direktoriumsbeschluß wurden die betroffenen Pferde Blaugold, Claretta, Tamara, Nardus, Ama und Cousinchen für einen Monat von der Teilnahme an Rennen ausgeschlossen. In wenigen Zeilen Die 18. Etappe der Tour de France von Grenoble nach Briancon, die erste Alpenetappe, wurde von dem Franzosen Bobet gewonnen, der auch in der Gesamtwertung 12 Minuten vor dem Schweizer Kübler liegt. Die Daimler-Benz-Werke in Untertürkheim meldeten dret ihrer Formel-Rennwagen für den Großen Prats der Schweiz, der am 22. August im Berner Bremgarten ausgefahren wird. Beim Centropa-Tennisturnier der Junioren in Lyon war Italien mit elf Punkten die erfolgreichste Mannschaft vor drei französischen Vertretungen. Die deutsche Mannschaft kam mit vier Punkten auf den fünften Platz. 22 Runden gilt es beim Kampf der FormelRennwagen um die Welimeisterschaft auf dem Nürburgring zurückzulegen, wobei jedes Fahrzeug insgesamt rund 4000 schwere und schwerste Kurven zu meistern hat. In der Sowjetzone sollen künftig hervorragende Leistungen auf dem Gebiet von Körperkultur und Sport mit den staatlichen Ehrentiteln„Verdienter Meister des Sports“ und„Meister des Sports“ gewürdigt werden. IMMER NOCH DABEI Kurz vor Schluß des internationalen Luftrennens in Italien wurde die deutsche Besatzung unter dem chemaligen deutschen Jagdfliegergeneral Galland, die auf Piaggio 149 gestartet war, von dem Italiener Guagnellini verdrängt. Galland und Neumann hatten während aller Konkurrenzen in Führung gelegen, Beim Dreieckrennen erhielt Guagnellini nach der Formel sieben Minuten Vorgabe, die Galland(unser Bild) trotz kühnen Fliegens nur bis auf 30 Sekunden ausgleichen konnte. 1. Sehr gut erhaltener KUCHENHERD preiswert zu verkaufen. Lange, Olpe, Wilhelmstr. 1 Welcher Teppich pahi dazu? Diese Frage beantwortet Ihnen beim sehenswerte Teppichschau die in allen Preislagen eine Vielzahl von Anregungen bringt. So können Sie Ihre komplette Wohnung bei uns zusammenstellen und auf Wunsch auch ganz bequem teilzahlen! 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Juli Olpe, Welschen Ennest, Ahausersee, Attendorn, Listertalsperre Abfahrt jeweils ab Olpe(„Kölner Hof“) 12.45 Uhr Fahrpreis DM 4,— für Erwachsene, DM 2,— für Kinder Ganztagesfahrt Donnerstag, den 29. Juli Olpe, Attendorn, Bilstein, Altenhundem, Hochsauerland Abfahrt ab Olpe(„Kölner Hof“) 8 Uhr, Attendorn (Marktplatz) 8.40 Uhr, Bilstein 9,20 Uhr Fahrpreis ab Olpe DM 7,50, Attendorn DM 7,00 Bilstein DM 6,50. Kinder die Hälfte Anmeldungen und Kartenvorverkauf bei unseren Vorverkaufsstellen. Verlangen Sie kostenl. unseren Prospekt über unsere Sauerland-Rundfahrten! Blumen i hervorasender Gärtnerel Olpe, Westföllsche Stroße 17 Fornsprocher 294 für Grabbepflenzung zu billigen Preisen. 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