Sanerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes* Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anseigen-Grundpreise: Im Anzeigenteil 8 Pfr. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(23 mm breit); im Textteil 50 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preis liste Nr. 4. Bel Ewangsvergleich oder in Konkursrallen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S V.“ erscheint täglich(außer sonntaga). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 elnschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe I. Westf 119. Jahrgang— Nr. 155 Donnerstag, den 8. Juli 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Evangelische Christen aus ganz Deutschland in Leipzig 200000 erleben Kirchentag Unübersehbare Menschenmenge lauscht der Rede D. Dr. von Thadden-Trieglaffs Leipzig.(dpa) Mit einem zehn Minuten langen Geläute aller Leipziger Kirchenglocken und einem Festgottesdienst unter freiem Himmel wurde gestern nachmittag der 6. Deutsche Evangelische Kirchentag, der erste im sowjetischen Besatzungsgebiet, eröffnet. Die Beteiligung der Bevölkerung übertraf alle Erwartungen. Eine unübersehbare Menschenmenge füllte den riesigen Platz am neuen Leipziger Rathaus, auf dem etwa 200 000 Menschen Platz finden, und die anliegenden Straßen. Außer vielen Bischöfen, an der Spitze der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Bischof D. Dr. Dibelius, waren auch zahlreiche führende Vertreter des öffentlichen Lebens erschienen, u. a. Bundestagspräsident Dr. Ehlers, der stellvertretende Ministerpräsident Nuschke und andere Mitglieder des Bundestages und der Volkskammer. Probe sachlicher Begegnung Mit dem gemeinsamen Gesang des Chorals„Lobe den Herrn“. der liturgischen Predigt von Landesbischof Lilje und der Predigt des sächsischen Landesbischofs Gottfried Noth wurde der Festgottesdienst eingeleitet. Das Eröffnungswort sprach Kirchentagspräsident D. Dr. von Thadden-Trieglaff, der zur Vertiefung der Zusammenarbeit aller Deutschen mahnte. Dr. von Thadden-Trieglaff sagte, man möge im Rückblick auf die Ergebnisse mancher politischer Konferenzen mit dem Ziel einer west-östlichen Annäherung Zweifel hegen, ob es bereits gelungen sei, der ersehnten friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands näher zu kommen. Aber auf der bescheidenen Ebene unserer vereinten Anstrengungen für den Leipziger Kirchentag haben wir doch die Probe einer durchaus möglichen sachlichen Begegnung erleben dürfen. Und das mag uns eine Verpflichtung sein, auf dem eingeschlagenen Wege weiter voranzuschreiten und noch stärkere Möglichkeiten zu entdecken. Dr. von Thadden-Trieglaff wandte sich gegen alle„weit verbreiteten Spekulationen“, die dem Tun des Kirchentages einen unbiblischen und damit falschen Sinn unterstellen wollten.„Wir sind keine politische, keine kirchliche und keine religiöse Kundgebung von imponierender,„kraftvoller“ Eindrücklichkeit. Wir haben auch nichts mit dem höchst unchristlichen Bestreben zu tun, irgendwo entlehnte Meinungen wirtschaftspolitischer, sozialpolitischer, weltpolitischer und weltanschaulicher Art mit frommen Worten herauszuputzen und den zusammengeströmten Scharen als neueste Heilsbotschaft anzubieten. Wir haben nur einer Stimme zu folgen, die uns ruft, uns rettet und bindet. Wir sind darum Menschen, die es einmal wagen dürfen, die ungeheure Bedeutung der„Wahrheitsfrage“ nicht nur für unsere Erkenntnis, sondern auch für unsere gesamte Existenz, die gewaltige Tragweite der Suche des Menschen nach Recht und Freiheit im Leben des einzelnen wie des Volkes, zu unterstreichen.“ Der Kirchentagspräsident sagte, in diesen Tagen sollten die eigentlichen Ursachen erkundet werden, die diesseits und jenseits der Zonengrenzen und Ozeane die ewige Heimat droben fragwürdig machten und gerade darum die irdische Heimat gerährdeten. Das Verhalten aller Christen würde von der Umwelt sehr scharf beobachtet werden. Das Urteil werde wesentlich von dem Eindruck bestimmt, ob die Christen selber etwas von ihrer Sache hielten oder nicht, ob sie wirklich mit ihrem Leben die Gesinnung verträten, die mit den Worten proklamiert werde, oder ob das nicht der Fall sei. Londoner Beratungen vor Abschluß Eden berichtet Unterhaus über europäische und asiatische Studiengruppen London.(Korr.) Außenminister Eden teilte gestern im Unterhaus mit, daß die Besprechungen der anglo-amerikanischen Studiengruppe in London über EVG und deutsche Souveränität wahrscheinlich nech in dieser Woche abgeschlossen werden. Der Außenminister, der ebenso wie Premierminister Churchill bei seinem ersten Erscheinen im Unterhaus nach der Washingtoner Reise mit Beifall begrüßt wurde, kündigte die Wiederaufnahme der Genfer Verhandlungen über Indochina„In Kürze“ an:„Wenn ich von irgendeinem Nutzen sein kann, bin ich bereit, nach Genf zu gehen.“ Nach der Art der in London und Washington fortgeführten britisch-amerikanischen Besprechungen befragt, wies Eden auf die Einsetzung der Studiengruppe für Südostasien, die in Washington arDienstpflichtige Jahrgänge für Indochina? Mendes-France: Schwierigste Probleme werden erst in letzter Minute gelöst Paris.(dpa) Für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen über eine Waffenruhe in Indochina forderte der französische Ministerpräsident MendèsFrance gestern vor der Nationalversammlung die Zustimmung zur Entsendung der militärpflichtigen Jahrgänge nach Indochina. Das Parlament solle sofort nach dem Stichtag des 20. Juli— bis zu dem Mendès-France eine Waffenruhe in Indochina erreichen will— über diese Frage abstimmen. Die kurze Erklärung des französischen Regierungschefs wurde von der Nationalversammlung mit starkem Beifall aufgenommen. Mendès-France begründete seinen Antrag mit dem Hinweis, daß die Ausfälle in Indochina durch freiwillige und Berufssoldaten allein nicht ausgeglichen werden könnten. Die Regierung habe bereits die Vorbereitungen zum Abtransport dieser Einheiten, zu ihrer Einkleidung und Ausrüstung getroffen. Der Ministerpräsident unterstrich, daß seine Regierung„die Friedenskarte ausspielt“. Die Erfahrung beweise, daß die schwierigsten Probleme bei internationalen Verhandlungen meist erst in der allerletzteen Stunde gelöst würden. ( Rhee droht mit völliger Vernichtung „Engel von Dien Bien Phu“ nach Washington eingeladen Der südkoreanische Staatspräsident Syngman Rhee schlug vor, die freie Welt solle die Kommunisten in Nordkorea in einem Ultimatum auffordern, das Land zu verlassen oder mit völliger Vernichtung zu rechnen. Der amerikanische Kongreß hat den „Engel von Dien Pien Phu“, die französische Krankenschwester Genevieve de Galard-Terraube, offiziell zu einem Besuch nach den USA eingeladen. Gestern begannen in Washington britisch-amerikanische Verhandlungen über die Pläne für einen Verteidigungspakt in Südostasien. Den Abschluß eines Kulturabkommens mit Griechenland hat Bundeskanzler Dr. Adenauer in einem Interview angekündigt. Die neue Landtagsfraktion der FDP hat gestern Dr. Friedrich Middelhauve einstimmig wieder zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Zum 2. Vizepräsidenten des Landtags soll Lothar Steuer vorgeschlagen werden. Der Entwurf eines Bundesgesetzes über die Ladenschlußzeiten ist dem Kabinett zur Beschlußfassung zugegangen. Er sleht einen verkaufsfreien Mittwochnachmittag vor. Theodor Blank, der Sicherheitsbeauftragte der Bundesregierung, besichtigte gestern mit Fachleuten seiner Dienststelle britische Militärflugzeuge auf dem Flughafen Wahn bei Bonn Über das Thema„Der 20. Juli“ führt die Evangelische Akademie am 17. und 18. Juli im Haus der Wirtschaft in Berlin-Steglitz eine Tagung durch, bei der Sozialpfarrer Dr. Poelchau und Professor Rothfels referieren werden. Der amerikanische Heeresminister Stevens traf gestern zu einem kurzen Besuch amerikanischer Truppen in Berlin ein. Bei seiner Ankunft erklärte er, es sei geplant, weitere Atomwaffen nach Deutschland zu bringen. Eine Übung für den Ernstfall wird der NATO-Generalstab in der letzten JuliWoche durchführen. Sie trägt den Namen „Try out 3“. Als völlig„unbefriedigend“ bezeichnete der Sowjetzonenminister für Schwerindustrie, Fritz Selbmann, die Erfüllung des Energieprogramms im ersten Halbjahr. Volkskammerpräsident Dr. Dieckmann hat als Termin für die Neuwahl der Volkskammer der Sowjetzone den 17. Oktober bestimmt. Zwei Besatzungs-Angehörige des polnischen Passagierschiffes„Batory“ ersuchten die dänische Polizei um politisches Asyl. Die belden Polen verließen ihr Schiff, als es für einige Stunden in Kopenhagen anlegte. Zwanzig Millionen Francs(2,4 Millionen DM) wurden der französischen Nachtklubsängerin Marise Helly als Schadenersatz für eine gebrochene Nase zugesprochen. beitet, und auf die in London arbeitende Studiengruppe für westeuropäische Fragen hin. Es sollten die Folgerungen aus den Washingtoner Erklärungen besprochen werden, sagte Eden. Die Londoner Studiengruppe befaßte sich mit dem internationalen Status der Bundesrepublik Deutschland. Sie arbeite unter der Annahme, daß ein Verteidigungsbeitrag der Bundesrepublik im Rahmen der EVG geleistet werde. Frankreich sei von der Bildung der Studiengruppe unterrichtet worden und werde auch die Ergebnisse der Beratungen erfahren. Eine„Fliegende Untertasse“ London.(dpa) London hatte gestern seine eigene„Fliegende Untertasse“. Tausende blieben in den Straßen stehen, um ein bewegungslos in großer Höhe am Himmel schwebendes, birnenförmiges Objekt zu beobachten. Bei den Zeitungsredaktionen, den Polizeiwachen und den meteorologischen Amtern rasselte das Telefon pausenlos. In acht Fällen erhielt die Polizei Notrufe für Soforteinsatz. Nach über einstündigem amtlichen Schweigen wurde schließlich bekanntgegeben, daß die„Untertasse“ ein Ballon sei, den die Universität Bristol zur Messung kosmetischer Strahlungen aufgelassen hatte. Knigge für Auslandsreisende Bonn.(dpa) Die Bundestagsfraktion der CDU/CSU hat sich mit der Frage befaßt, wie das Verhalten deutscher Reisender im Ausland gebessert werden kann. Lehrer, Jugendführer, Vereinsvorstände und die Verantwortlichen in den verschiedensten Organisationen sollten unverzüglich angesprochen werden, damit sie in geeigneter Form auf ein verantwortungsbewußtes Verhalten aller, die ins Ausland reisen, hinwirken. IN LETZTER MINUTE Buchstäblich in letzter Minute rettete ein Hamburger seinen dreijährigen Sohn vor dem sicheren Tode des Ertrinkens. Der Vater hatte seinen Kraftwagen für kurze Zeit auf einem Parkplatz in der Nähe der Hamburger Stadthausbrücke abgestellt. Für die Dauer einer kurzen Besorgung ließ er seinen Sohn Michael im Fahrzeug zurück. Während seiner Abwesenheit machte sich das Fahrzeug selbständig und rollte in ein Fleet. Der Besitzer des Fahrzeugs sah gerade noch das Dach seines Autos in den Fluten verschwinden. Sofort sprang er nach und zog sein Kind an den Füßen durch das offene Wagenfenster. Während Michael in das Hafenkrankenhaus transportiert wurde, zog die Feuerwehr das Fahrzeug aus dem Wasser. Auch Rechtsausschuß gegen Ratifizierung des EVG-Vertrages Paris.(dpa) Nach dem außenpolitischen und dem Verteidigungsausschuß der franvösischen Nationalversammlung sprach sich gestern auch der Rechtsausschuß gegen eine Ratifizierung des EVG-Vertrages aus. 23 Abgeordnete stimmten gegen, 15 für cine Ratifizierung. Außerdem wurde der sozialistische ehemalige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Max Lejeune, ein entschiedener EVG-Gegner, gestern zum Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses der französischen Nationalversammlung gewählt. Er tritt an die Stelle von General König, der Verteidigungsminister in der Regierung MendèsFrance geworden ist. Der außenpolitische Ausschuß der französischen Nationalversammlung hat gestern von Ministerpräsident Mendès-France oder Staatssekretär de Beaumont Aufklärung über die Art der Kopplung zwischen EVG- und Deutschlandvertrag, über die zur Zeit in London geführten britischamerikanischen Verhandlungen über die deutsche Souveränität, über den abgesagten Besuch de Beaumonts in Bonn und über das Saarproblem gefordert. Der Ausschuß sprach den Wunsch aus, daß er morgen über diese Punkte unterrichtet wird. Gespräch Arnold— Ollenhauer Bonn.(dpa) Mehr als drei Stunden dauerte das Gespräch, das Ministerpräsident Karl Arrold gestern im Hause der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens in Bonn mit dem SPD-Vorsitzenden Erich Ollenhauer und dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Fritz Steinhoff über die Bildung einer neuen Koalitionsregierung in Nordrhein-Westfalen hatte. Die Gesprächspartner lehnten nach der Unterredung die Bekanntgabe von Einzelheiten ab und teilten nur mit, daß vereinbart worden sei, die Gespräche fortzusetzen. Ein neuer Termin ist noch nicht vereinbart worden. Kältester Sommer seit 21 Jahren Heftiges Schneetreiben in Tirol— Hitze in Moskau und Archangelsk Hamburg.(dpa) Der Kälteeinbruch im Ferienmonat Juli hat in vielen westeuropäischen Reisebüros zu einem starken Rückgang in der Nachfrage nach Ferienplätzen geführt. Viele Urlauber bestellten ihre bereits gebuchten Reisen ab oder verkürzten sie erheblich. Aus Paris wird der zweitkälteste Sommer seit 21 Jahren gemeldet. Im Haag wurde der kälteste Juli seit 1903 registriert. Nur aus Wien, Stockholm, Kopenhagen und Rom wurde gestern Sonnenschein gemeldet. Alle Wetterstationen der österreichischen Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg berichten von starken Regenfällen. Auf dem Patscherkofel setzte bei minus zwei Grad heftiges Schneetreiben ein. Über Mailand ging gestern mittag ein heftiges Unwetter mit Windgeschwindigkeiten von 75 Stundenkilometern nieder. Aus mehreren Stadtteilen werden Überschwemmungen und Brände gemeldet. Aus dem europäischen Teil der Sowietunion meldete der Moskauer Rundfunk gestern eine Hitzewelle. In Moskau wurden 34 Grad gemessen, während es in Archangelsk, hoch im Norden, 33 Grad waren. MAROKKANISCHER WIDERSTAND GEGEN FRANKREICH Eine Kette von Attentaten kennzeichnet gegenwärtig die Lage in FranzösischMarokko. Vor einigen Tagen standen Teile der Hafenanlagen von Casablanca in Flammen, wobei 50 000 Tonnen Kork vernichtet wurden. Dies war der zweite Großbrand innerhalb von drei Tagen, der in Marokko gelöscht werden mußte. Unser Bild zeigt die Bekämpfung des Brandes im Korklager von Casablanca. Kanzler gegen Nationalarmee Bonn.(dpa) In einer außenpolitischen Aussprache billigte das Bundeskabinett gestern die vom Bundeskanzler in seinem Rundfunkinterview vertretene Außenpolitik. Wie nach der Sitzung verlautet, betonte der Kanzler vor dem Kabinett nochmals seine Bereitschaft, jederzeit mit einem Vertreter der französischen Regierung über das deutsch-französische Verhältnis zu sprechen. Er trat insbesondere der Auffassung entgegen, daß er eine Nationalarmee gefordert habe. Das Gegenteil sei der Fall. Er habe sich adrücklich gegen eine deutsche Nationalarmee ausgesprochen und die EVG als die beste Form eines deutschen Verteidigungsbeitrages bezeichnet. SPD besteht auf Debatte Bonn.(dpa) Die SPD-Bundestagsfraktion besteht darauf, daß ihr Antrag zur Auflösung des Koordinierungsausschusses der Bunderegierung morgen im Plenum behandelt wird. Nach Mitteilung eines SPD-Sprechers hat Sonderminister Dr. Tillmanns im Auftrage des Bundeskanzlers die SPD-Fraktion ersucht, ihren Antrag von der Tagesordnung zurückzuzienen. Wie wird das Wetter? Langsame Wetterbesserung Druckanstieg über West- und Mitteleuropa führt zum Aufbau eines Hochdruckkeils über Süd- und Westdeutschland, doch setzt nur langsam Wetterbesserung ein, da sich die Kaltluft, welche auf der Rückseite des bisher unser Wetter bestimmenden Nordseetiefs nach Westdeutschland vorgedrungen ist, nur allmählichwärmt. Vorhersage für Donnerstag: Meist schwache Winde um West, wolkig, teils aufheiternd und nur geringe Schauerneigung. Etwas wärmer als bisher. Weitere Aussichten: Vorübergehend freundlicher und etwas wärmer, aber noch nicht beständig. .......... Kanada— NATO-Land ohne Wehrpflicht Heißestes Kapitel kanadischer Geschichte— Lieber Industrieproduktion als Soldaten Ein Wort vermeiden alle Politiker in Kanada:„Conscription“—„Allgemeine Wehrnflicht“. Kanada ist, neben Island, das keinerlei Streitkräfte unterhält, das einzige NATO-Land onne Wehrpflicht. Verteidigungsminister Claxon machte dieser Tage vor dem Unterhaus klar, daß man nicht daran denkt, die Friedenswehrpflicht in diesem Lande einzuführen. Der Minister nahm zu einer Bemerkung seines Generalstabschefs Stellung, der in Neubraunschweig gesagt hatte, er würde es begrüßen, wenn jeder junge Kanadier eine zweijährige militärische Ausbildung bekäme. Botschaft von Caux A. W. D. Warum scheitern heute die meisten politischen Konferenzen? Das fragen sich viele— und mit Recht!— denn wir stecken in einer politischen Sackgasse. Ein tiefer Riß teilt die Welt. Sehnsüchtig blicken die Menschen von einer Konferenz zur anderen in dem stillen Verlangen, daß. wenn schon keine Lösung, wenigstens ein Status quo herauskommen möge. Aber auch ein Status quo taugt nichts, wenn seine Paten ständig von Mißtrauen gepeinigt werden. Noch bevor Politiker in prunkvollen Sälen Friedensbeteuerungen in die geängstigte Welt hinausposaunen, können sie getrost ihre Koffer für die Abreise wieder packen, sofern sie nicht gewillt sind, statt Mißtrauen zu verspritzen, dem Partner Vertrauen zu schenken. Gibt es überhaupt Vertrauen? Nicht weit von Genf entfernt liegt an dem gleichen See ein bedeutungsvoller Ort, in dem erneut Menschen aller Nationen, Rassen und Religionen zusammengekommen sind, um weit ab von dem in Mode gekommenen militanten Denken gemeinsam nach einer Lösung der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen zu suchen: Caux, das Zentrum der„Bewegung für moralische Aufrüstung“. Nehru, der kluge Regierungschef Indiens. sprach schon vor Jahren davon, daß der Westen das Herz des Ostens gewinnen müsse. Das ist auch das Bestreben jener Menschen, die in der moralischen Aufrüstung die Rettung für die gespaltene Welt sehen. Nicht warten, bis sich der andere(oder das andere Volk) ändert, sondern bei sich selbst(oder im eigenen Lager) anfangen und ein gutes Beispiel geben. Darf der Östen gewiß sein, daß es die Westmächte ehrlich meinen, wenn sie von Frieden reden, wird er ohne Wasserstoffbomben einsehen, daß eine Einigung über alle Fragen erreicht werden kann. Wer, wie der Verfasser, an einer.Weltkonferenz für moralische Aufrüstung“ teilgenommen hat und sah, wie sich ein amerikanischer Atomwissenschaftler bei einem japanischen Großindustriellen für alles Leiden, das die Bomben über Hiroshima und Nagasaki brachten, öffentlich entschuldigte, der spürt die Kraft der Ideologie von Caux. Christen, Moslems, Buddhisten und Hindus tragen diese Ideologie der vier absoluten moralischen Maßstäbe in gleicher Weise: Ehrlichkeit, Reinheit. Selbstlosigkeit und Liebe. Absolut sind diese Maßstäbe deshalb, weil nur eine Autorität, die für jedermann gültig ist, die Welt zügeln kann. Die Anhänger Frank Buchmanns, ces Begründers der Caux-Bewegung, sind sich darüber klar, daß alle Völker miteinander auskommen müssen— oder miteinander umkommen. Deshalb lehren sie die Anwendung der absoluten moralischen Grundsätze für alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens. Ihre Stimme ist nicht mehr zu überhören, mag sie den Skeptikern auch utopisch klingen. Wie das Schlechte seine Zeit braucht, um sich fortzusetzen, wächst auch das Gute nicht in einem Tag. Überzeugt jedenfalls ist man auf jenem Berg über dem Genfer See, daß Menschen, die vom Geist und nicht vom Materialismus geführt werden, die Welt ändern können. Ob das Werk gelingt, liegt bei den Menschen selbst. Man kann zu der Bewegung für moralische Aufrüstung stehen wie man will, sie ist dem augenblicklichen Wettlauf um todbringende Waffen bestimmt vorzuziehen. Wir wissen heute, daß verbitterte Menschen keine soziale Gerechtigkeit aufbauen und solche, die unmoralisch leben, sich nicht für andere einsetzen können. Eine dauerhafte Lösung aller Probleme kann nur aus einer grundlegenden Änderung im Charakter der Menschen und Völker kommen. Caux zeigt den Weg, Rassengegensätze zu überwinden, Ursachen des Klassenkampfes zu beseitigen und der ganzen Welt eine moralische Wiedergeburt zu bringen. Damit steht fest, daß Kanada, räumlich das großte Land der atlantischen Gemeinschaft, seine kleine Streitmacht von knapp 115 000 Mann beibehalten wird, solange der Friede in der Welt gewahrt bleibt. Im Falle eines dritten Weltkrieges — das hat der Premier wiederholt klargemacht— werde Kanada allerdings die Wehrpflicht einführen. Aus politischen Gründen Viele Beobachter sind der festen Überzeugung, daß Kanada die Wehrpflicht aus politischen Gründen nicht einführt. Welche Partei auch immer an der Macht wäre, keine würde sich trauen, eine so unpopuläre Maßnahme einzuführen. Sprecher des Verteidigungsministeriums sagen aber, daß ein so gering bevölkertes Land wie Kanada seiner Pflicht am besten durch Industrieproduktion geBonn.(NP) Morgen wird die erste Lesung der vom Bundeskabinett eingebrachten Verkehrsgesetz-Entwürfe im Bundestag stattfinden. In Kreisen der Parlamentarier wird eine heftige Debatte für und gegen die Vorlagen des Bundesverkehrsministers erwartet. Der CDU-Abgeordnete Müller-Hermann hat mit 130 anderen Bundestagsabgeordneten der CDU/ CSU eigene Initiativgesetzentwürfe eingebracht. Es hat den Ansche.n, als ob die Mehrheit des Bundestages die Entwürfe des Bundesverkehrsministers in der vorgelegten Fassung nicht billigen wird, wobei insbesondere die vorgesehene Verbotsgesetzgebung im Straßenentlastungsgesetz heftig angegriffen wird. Der Bundeskanzler hat seinen Fraktionskollegen Müller-Hermann zu veranlassen gesucht, seine Gesetzesvorlagen wieder zurückzuziehen. Dies dürfte MüllerHermann jedoch ablehnen. Die zweite und dritte Lesung der Verkehrsgesetze wird erst nach den Parlamentsferien erfolgen, so daß Lösungen in diesem Jahr nicht mehr erwartet werden können. Wie verlautet, plant ein Gremium der Wirtschaft, über Möglichkeiten zu beraten, wie auf dem Wege über Investitionen schneller Hilfe geleistet werden kann als über den langwierigen Weg über Bundestag und Bundesrat. Der BundesHanoi.(dpa) Während die französischen Truppen ihre neuen Verteidigungsstellungen um Hanoi und Haiphong ausbauen und dabei starkem Druck der Vietminh-Streitkräfte ausgesetzt sind, hat der Bürgermeister von Hanoi gestern die Bevölkerung zur Bildung einer freiwilligen Bürgerwehr für die Verteidigung der Stadt aufgerufen. In Hanoi verlautet, daß die Waffenstillstandsverhandlungen in Trung Gia sich gunstig entwickeln. Die Verhandlungen werden, wie in Genf vereinbart wurde, unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführt. Sollte in Genf ein Beschluß über die Teilung Indochinas gefaßt werden, hätten die dreizehn Delegiernügen könne; alle Länder der Atlantikgemeinschaft hätten das anerkannt. Die Einführung der Wehrpflicht für die Dauer des letzten Krieges war eines der heißesten Kapitel kanadischer Geschichte. Als der Krieg ausbrach, rekrutierte man Freiwillige. Auf junge Leute, diemit ihrer Meldungzögerten, übten Arbeitgeber und„Gemeinschaftsgeist“ einen immer stärkeren Druck aus. Aber viele entzogen sich immer noch dem Dienst, so daß die Regierung schließlich eine Kompromißlösung zustande brachte, nach der wehrfähige Kanadier eingezogen, aber nicht nach Übersee entsandt werden konnten. Die Pflicht-Soldaten Diese Pflichtsoldaten bekamen den Namen„Zombies“(ein der Mythologie entnommener Ausdruck, der Menschen bezeichnet, die körperlich weiterleben, nachverkehrsminister hatte bereits vor dem Schreiben des Bundeskanzlers an MüllerHermann dessen Vorlagen als undurchführbar apgelehnt und ebenfalls gefordert, die Vorlagen zurückzuziehen. Der persönliche Berater des Bundeskanzlers, Bankier Dr. Pferdmenges. der bereits seine Unterschrift zu den Vorlagen MüllerHermanns gegeben hatte, hat diese nunmenr zuruckgezogen, obwohl er im Grundsatz weiterhin die Vorlagen MüllerHermanns unterstützt. Korealösung durch Verhandlungen? Pyöngyang.(Reuter) Der norckoreanische Außenminister Nam I1 erklärte gestern im Rundfunk, man könne immer noch Wege finden. Korea trotz des Scheiterns der Genfer Korea-Besprechungen auf dem Verhandlungswege zu einigen. Öhne nordkoreanische Teilnahme werde es aber ebenso wenig eine Lösung des KoreaProblems geben wie eine Lösung der asiatischen Probleme ohne Beteiligung der Volksrepublik China. Nam Il machte die Vereinigten Staaten und die von ihnen „abhängigen Länder“ für das Scheitern der Korea- Konferenz verantwortlich. Trotzdem hätten die Genfer Besprechungen die Möglichkeit einer begrenzten Einigung über einige Grundzüge des Problems erkennen lassen. ten in Trung Gia die Aufgabe, die Durchführungsbestimmungen auszuarbeiten. Der Vietminh-Führer Ho Tschiminh hat an die Bevölkerung des von den französischen Unionstruppen geräumten Südteils des Roten-Fluß-Deltas eine Botschaft gerichtet. Er forderte sie auf, Einigkeit und Ruhe zu bewahren. Den Katholiken erklärte er, sie könnten der Politik der Glaubensfreiheit der Vietminh-Regierung Vertrauen schenken. Den ehemaligen Beamten und Soldaten der„Kolonisten“ versprach Ho Tschi-minh „Milde der Regierung und des Volkes“, wenn sie den„geraden Weg“ wählen. dem ihre Seele gestorben ist). Sie hatten einen denkbar schlechten Ruf, bis sie später auch auf den europäischen Kriegsschauplatz entsandt werden konnten. Einige der„Zombie“-Einheiten machten sich bei der Invasion dann schließlich doch einen sehr guten Namen. Den entgegengesetzten Standpunkt zu dem des Stabschefs General Simmonds vertreten einige Kanadier, die dafür sind, daß Kanada seine ganze Wehrmacht einfach apschaffen solle. Kanada würde mehr für den Frieden tun, behaupten sie, wenn es die zwei Milliarden Dollar, die es jetzt für Rüstung in jedem Jahr ausgibt, den Ländern Südostasiens zur Verfügung stellte. Beide Extreme haben aber nicht die Zustimmung der Mehrheit des kanadischen Volkes. Jeder ist glücklich, daß die Dinge so bleiben werden, wie sie sind. Keine Zwangsarmee, aber aich nicht ohne Armee, auf die man stolz ist. Niemand stört sich daran, daß auf 30 Quadratmeilen kanadischen Festlandes nur ein Soldat kommt, der sie verteidigen kann. Wem die Stunde schlägt Düsseldorf.(lnw.) Vor dem Rhein-RuhrKlub in Düsseldorf sagte der französische Publizist Universitätsprofessor Raymond Jean Guiton, daß der deutsch-französische Gegensatz sachlich beseitigt und durch die Fortsetzung der Europa-Politik zum Verschwinden gebracht werden könne. Diese Einigung werde nur so lange nicht zustande kommen, als sich die verantwortlichen Politiker davon abhalten ließen, die unerläßlichen Zugeständnisse zu machen. Die öffentliche Meinung in Frankreich betrachte die deutsche Frage objektiver und gerechter als die Nationalversammlung. Vor diesem Vortrag erklärte der Sprecher des Rhein-Ruhr-Klubs, Dr. Loeb-Caldenhof, der Rhein-Ruhr-Klub sei eine neutrale una unabhängige Stelle, bei der Meinungen frei geäußert und unvoreingenommen diskutiert werden könnten. Das Wort„Debattier-Klub“ erschöpfe seine Aufgabe so wenig, wie ihm auch ein Gewinnstreben nie in den Sinn gekommen sei. Der Klub lasse sich keine politische Richtung aufzwingen. Er bleibe lieber arm, als zweckgebundene Mittel von irgendeiner Seite anzunehmen. Billy Grahams Erweckte London.(epd) Nach Billy Grahams Abreise aus England stellen verschiedene Blätter die Frage, was nun aus den Menschen werden solle, die sich nach den Die Meinung der anderen: Wieder Sand in der Maschine? „Basler Nachrichten“ „Bereits hört man, noch bevor Churcill und Eden ihre Plätze auf der Regierungsbank im engliscken Unterhaus wieder eingenommen haben, jene störenden Nebengeräusdie, aus denen man schließsen muß, daß schion wieder Sand in die Maschine geraten ist... daß sie(die englisdiamerikanischen Gegensätze) wieder aufzuflackern beginnen, während Churchill und Eden noch auf der Rückreise nach Großbritannien waren. Man braucht nur die Außerungen des Vizepräsidenten Nixon und des amerikanischen Senators Kuowland über die englische Einstellung gegenüber China zu lesen, um zur unerbaulichen Feststellung zu kommen, daß die Gereiztheit amerikanisdier Kreise über die britische Haltung im Südostasien-Problei nach wie vor ankält.“ „Manchester Guardian“ „Können wir weiterhin ein Kompromiß mit der amerikantschen Politik finden? Es ist schwer zu selien, wenn der Präsident keine stärkere Rolle spielt. Seit der Waskingtoner Konferenz ist eine Wodie vergangen, in der es klar wurde, daß ein Übereinkommen mit Eisenhower(wenn es dazu kam) einfach nicht genügte. Der Präsident spricht nidit mehr für dic USA. Wenn er die Ausichten seiner Kongreßführer akzeptiert oder es durdi Untätigkeit ilinen überläßt, die amerikanische Politik zu formen, dann besteht wenig Wahrscheinlidkeit, daß sich Großbritannien weiterkin mit den USA in eine gemeinsame Politik teilen kann. Die Kluft eröffnet erschreckliche Möglich keiten— darunter die Auflösung der NATO. Die Begegnung in Wuhan „Combat“ „Die Reise Tschiou En-lais nimmt den Charakter einer Dewarche Chinas beim Vietminh au, un dessen Haltung festzulegen. In welcher Riditung? lin ersten Augenblick ist man zu sagen versudt: In der Riditung der Mäßigung, d. k. im Sinne einer weniger starken Unversöhulidkeit bei der Festlegung der Bedingungen zu einer Regelung in Indochina. Was würde Peking zu einer solchen Haltung veraulassen? Die gegenwärtigen Erfolge des Vietminh in Tonking und seine unbestreitbaren Erfolgsmöglichkeiten in der unmittelbaren Zukuuft haben das allgemeine Verhandlungsklima in Geuf in der gleichen Weise vergiftet, wie dies zuvor durch das Drama von Dien Bien Phu der Fall war. Es liegt deshalb Grund zu der Annahme vor, daß der Vertreter Pekings in Wuhan die Spradhe der Mäßigung gesprochen hat.“ Graham-Versammlungen öffentlich als Erweckte“ bekannten. Im„British Weekly“ bezweifelt ein Pfarrer, daß eine größere Zahl Kirchenfremdèr durch Billy Graham für Christus gewonnen worden sei.„Vor allem frage ich mich“, so schreibt er,„wie tief diejenigen, die sich entschieden haben, davon betroffen sind.“ In vielen Fällen gehörten sie bereits irgendeiner Kirche an oder weigerten sich, später der Einladung zu einer Nacharbeits-Zusammenkunft zu folgen. Der Verfasser fordert die baldige Bekanntmachung von Tatsachen, damit ein richtiges Bild von den Ergebnissen des Missionsfeldzuges entstünde. Hessens Wahlgesetz angenommen Wiesbaden.(dpa) Der hessische Landtag verabschiedete gestern mit großer Mel heit das im wesentliechn nach Vorschlägen der SPD-Fraktion geänderte Landeswahlgesetz. Für die Änderung stimmten Abgeordnete aller Fraktionen. Die Zahl der Landtagsabgeordneten erhöht sich von 80 auf 96. 48 werden in Wahlkreisen und 48 über die Landesergänzungsvorschläge gewählt. Die Verteilung der Sitze auf die Parteien erfolgt nach dem Höchstzahlverfahren im Verhältnis der Stimmen, die im ganzen Lande abgegeben wurden. Die Landtagswahl in Hessen findet voraussichtlich Ende November statt. Vor scharfer Kritik an Seebohm Morgen erste Lesung der Verkehrsgesetzentwürfe— 1954 keine Lösungen Bildung einer Bürgerwehr in Hanoi Aufruf Ho Tschi-minhs an die Bevölkerung der ihm zugefallenen Gebiete Öffentlichkeit objektiver als Parlament Französischer Universitätsprofessor vor dem„Rhein-Ruhr-Klub“ Derungekrönte HerrSchmitf Roman aus unseren lagen von Viktoria Rhen Copyright by Prometheusvorlag, Gröbenzell (6. Fortsetzung) Clemens blätterte die Seite seines Buches um. Er las... Und diese stumpfsinnige Kellerwelt wurde von ihm für Stunden vergessen. Daß er dabei die Frau vergaß, die da drüben auf ihrem Lager dämmernd lag, während sie sich in ihre belanglosen Träume einspann, erschien ihm selbstverständlich. Denn wenn ihn manchmal unbeabsichtigt jener unwillkürliche, anerzogene Hochmut dieser Prinzessin von Geblüt traf, so quittierte er diesen Abstand bewußt mit jener geistigen Herablassung des auf eine intellektuelle Vorherrschaft stolzen Mannes, der sich überdies mit Problemen auseinanderzusetzen hatte, die weit über„entschwundene Fürstenherrlichkeiten“ hinausgriffen. Er hatte mit dieser jungen Frau, deren Schönheit er wohl sah, aber nicht empfand, nichts zu tun. Er wollte nichts mit ihr zu tun haben. Er hatte ihr seinen Namen gegeben, wie ein anderer Mensch einem zweiten ein Streichholz leiht, weil er es gerade braucht und eine Hilfe sich nicht umgehen ließ. Er hatte auch das lediglich um seiner Eltern willen getan, zu denen er eine sehr innige Beziehung hatte. Die Liebe spielte für diesen Mann, der alles andere als ein Romantiker war, keine tragende und gewichtige Rolle. Er hatte sich vor zwei Jahren mit der unangenehmen Erfahrung auseinandersetzen müssen. daß ihn das Mädchen, das er zu lieben glaubte, mit einem Kameraden betrogen hatte. Dieser Kamerad hatte Grüße von der Front gebracht und das Mädchen allzu nett gefunden... Das hatte ihn getroffen. Ja. Natürlich. Aber den Menschen in ihm mehr als den Mann. Und wahrscheinlich war es ihm schlimmer erschienen, daß der Kamerad, mit dem er schon bei El Alamein und bei Charkow gekämpft hatte, sein Vertrauen täuschte, als daß dies Mädchen sich anders besann. Das aber hatte ihn nur dazu geführt, sich intensiver und entschiedener mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Er hatte kühl und klar die Umstände und seine eigenen Fehler geprüft, die zu dieser Tatsache führten. Auf diese Weise versuchte er, sein Lebenskonto auszugleichen und die Schramme zu überwinden, mit der ihn Menschen und Schicksal verletzt hatten. Das war alles. Es war daher kein Wunder, daß er den geistigen Abstand zu der Prinzessin Elisabeth Fredericia, Tochter eines Herzogs des Landes, durchaus auf seine Weise als unüberbrückbar empfand. „Meinen Sie, daß wir noch lange Zeit in diesem Keller zubringen müssen?“ sagte Prinzessin Sissy. Sie sagte noch immer „Sie“ zu ihrem„Mann“. Mit irgendeinem Satz wollte sie diese lähmende Stille durchbrechen. Doch Fredericia hätte sich diese Mühe gar nicht zu machen brauchen, denn in jenem Augenblick hob Clemens überrascht den Kopf, ohne zu antworten. Sein durch viele Patrouillengänge geübtes Ohr hatte Stimmen gehört, die über ihnen anscheinend zu einem erregten Wortwechsel anschwollen. „Psst.. Seien Sie ruhig!— Verhalten Sie sich bitte ganz still...!“ Fredericia sah, wie in sein Gesicht ein äußerst gespannter Ausdruck kam. Dann hörte auch sie die Stimme von Dr. Schmitt. Unverkennbare Angst sprach aus ihr. Das andere Organ schimpfte in slawischem Tonfall Clemens sprang auf: „Um Gottes willen, ein Russe..!“ Unwillkürlich griff er in alter Gewohnheit nach der Pistole, die er für alle Fälle auf dem Fenstersims liegen hatte. „Ich fürchte, man hat uns entdeckt! Stehen Sie sofort auf. Prinzessin. Jetzt kann es ernst werden!“ Fredericia fühlte, wie sie am ganzen Körper flog. Man hatte sie aber nicht umsonst ein Leben lang gelehrt, in jeder Situation Haltung zu bewahren, und so beherrschte sie auch in diesem entsetzlichen Augenblick ihre Glieder genau wie ihre Miene, die nur wenig Erregung verriet. „Legen Sie erst ihren Revolver weg, Clemens“."sagte sie mit großer Ruhe. „Wenn sie uns entdeckt haben, verschlimmern Sie mit der geringsten Dummheit nur die Situation, und Ihre Eltern müßten es büßen. Wir werden uns eben in das Unvermeidliche schicken müssen...“ Zum erstenmal in diesen Tagen sah Clemens sie bewundernd an. Sie war also doch mehr als ein kleines Mädchen... Sie dachte an seine Eltern... Und nicht nur an sich... Das würde er nicht vergessen. Außerdem hatte sie recht. Er legte den Revolver sofort zurück. Seine Gedanken suchten nach einem anderen Ausweg. Inzwischen rollte oben ein Gespräch ab, das in der Tat um Tod und Leben ging. Der Russe, der vor Dr. Schmitt stand, hielt seine Maschinenpistole drohend auf ihn gerichtet: „Nix nicht wissen— Du lügen— Hier sein Frau!— Ruski alles wissen— Du hier verstecken Tochter von Herzog.“ Er hielt dem Arzt ein Bild von Fredericia vor. Man hatte ihn also denunziert! „Ich aberrr werrrde finden, du kannst glauben... Und dann.. Der Russe grinste in asiatischer Undurchdringlichkeit und die Vorfreude auf den künftigen Genuß malte sich auf seinem breiten Gesicht. Dr. Schmitt wurde blaß. Er dachte nicht nur an Fredericia. Wenn sie Clemens fanden... Er fühlte seine Knie weich werden und wußte nicht, wie er seine Züge bezwingen sollte, damit die Angst ihn nicht verriete. Frau Schmitt kam blaß, aber beherrscht zur Tür herein. In ihren Händen trug sie, jedoch so schwankend, daß die Gläser klirrten, die letzte gehütete Flasche „Napoleon“. Sie versuchte lächelnd, den Russen zum Trinken zu bewegen. Der starrte der noch immer gut aussehenden Frau frech ins Gesicht: „Du auch Frau... Gut, sehrrr gut...!“ Frau Schmitt wußte, daß sie sich in Gefahr begeben hatte, aber sie wäre zu allem bereit gewesen, um den Russen abzulenken und Clemens und Fredericia Gelegenheit zur raschen Flucht zu geben. Der Russe trank und trank... Beim fünften Glas erinerte er sich jedoch auf den eigentlichen Grund seines Kommens und an sein Vorhaben. Er lachte die zu Tode geängstigten Menschen nur an, während er hervorstieß: „Nun erst suchen... Ich werrrde finden—! Dann erst Prinzessin.. Und dann kommst du, mein Täubchen—!“ „Du, Doktor, mitkommen!“ Wieder drohte er mit der Maschinenpistole. Er öffnete jeden Schrank, jede Tür, jede Kiste. Er suchte treppauf, treppab... Clemens hatte überstürzt nach elnem rettenden Gedanken gesucht. Plötzlich fiel ihm der dunkle Schacht im Hause ein, den sie als Kinder zum Verstecken benutzt hatten. Er selbst war darin einmal einen halben Tag verschwunden gewesen, und keiner hatte ihn entdecken können. Dieses Abenteuer hatte er beinahe mit dem Leben bezahlt. Denn wenn die Tür zuschnappte und niemand das Versteck fand, war es mit Sicherheit zu Ende. Dieser Schacht war so klein, daß er für zwei Personen kaum Raum bot... Aber es mußte versucht werden! Er warf in großer Hast mit Fredericias Hilfe ihre Sachen so durcheinander, daß bei einer Kellerdurchsuchung nicht der Verdacht aufkommen konnte, daß hier Menschen hausten. Dann zog er Fredericia in das stockdunkle und feuchte Verlies. Tatsächlich konnten sie hier kaum stehen und mußten sich dicht aneinanderdrängen. „Halte dich so ruhig, wie du kannst!“ sagte er und umfaßte Fredericia zum erstenmal. Er spürte die Wärme ihres Körpers. er spürte ihr Zittern und das Schutzsuchen der Frau, die sich im Moment der Gefahr voller Entsetzen an ihn drückte. Weder er noch sie hatten gemerkt, daß in dieser Sekunde die Schranke des „Sie“ gefallen war... Sie waren beide einem gemeinsamen Schicksal anheimgegeben, das in wenigen Minuten über Tod und Leben, Freiheit oder Gefangenschaft entscheiden würde. (Fortsetzung folgt) Die an der Wiener Oper wirkende Sängerin Maria Wilt war eine richtige Walküre von Gestalt. Einmal mußte sie, als Königin auf dem Throne sitzend, hinausgetragen werden. Da sagte sie zu den Bühnenarbeitern:„An mir habt Ihr aber schwer zu tragen!“ Worauf einer von ihnen treuherzig antwortete:„Aber, bitt' schön, gnä' Frau! Dös macht uns halt gar nix, denn mir haben ja schon amal im Zirkus Renz an Elefanten außi s’tragen.“ 119. Jahrgang— Nummer 155 Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Üher 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt Im Kreise Olpe Donnerstag, den 8. Juli 1954 Spruch des Tages Wärst du so klug, die kleinen Plagen Des Lebens willig auszustehn, So würdest du dich nicht so oft Die großen Uebel zu ertragen. genötigt sehn Sonne im Herzen Die Sonne, die uns, wenn sie am Himmel steht, so festlich und erwartungsfroh stimmt, sollte uns immer daran erinnern, daß wir auch im Herzen Sonne tragen sollten und nicht nur im äußeren Gebaren. Es gibt Menschen, die scheinen glücklich zu sein. Sie lachen und sie scherzen. Aber man fühlt schon dabei, daß alles gekünstelt und nicht echt ist. Es bleibt dann immer ein schaler Geschmack von der Begegnung zurück, die richtige Freude fehlt und das herzliche, das einer Begegnung erst die Würze gibt, ist nirgends zu fühlen. Es fehlt die„Sonne im Herzen“. Wer Sonne im Herzen hat, der braucht nicht verzagen. Er meistert auch die schwierigsten Situationen und er wird niemals untergehen. Mit dem inneren Humor überwindet ein solcher Mensch jede schwierige Situation, das Lachen wirkt ansteckend und herzlich und die dargebotene Freundschaft bleibt immer echt.— Sonne im Herzen kann jeder speichern. Er muß nur bereit dazu sein und darf sich nicht zu sehr von dem Kieinkram der Alltäglichkeiten unterkriegen lassen. Vorführungen und Karl Bott, Düsseldorf, „Pädagogische und gewerkschaftliche Gesichtspunkte bei der Erwachsenenbildung in den DAG-Schulen“. Schlesische Kulturtagung. Trotz der erfreulich fortschreitenden Eingliederung der Heimatvertriebenen in Leben und Wirtschaft der Bundesrepublik sind sich maßgebende Kreise darüber einig, daß das eigenständige Kulturgut der deutschen Östprovinzen erhalten bleiben und gefördert werden muß. In diesem Zusammenhang steht auch die Kulturtagung, auf der innerhalb des Nordwestdeutschen Schlesiertreffens am Samstag, dem 10. Juli, um 15 Uhr im Festsaal des Alten Rathauses in Hannover der Bundeskulturreferent der Landsmannschaft Schlesien, Rektor a. D. Stumpe, über„Unsere nächsten Aufgaben und Sorgen“ sprechen wird. Weitere Referenten sind der Landeskulturreferent der Landesgruppe Niedersachsen, Erich Zabel, und der 1. Vorsitzende des ehem. Schlesischen Sängerbundes, Stud.-Rat a. D. Fuchs, der die„Tradition des Schlesischen Sängerbundes“ behandeln wird. Zur Teilnahme an dieser Kulturtagung sind die Kulturwarte der Kreis- und Ortsgruppen der LS Schlesien, sowie die Leiter der Singe-, Spiel- und Volkstanz- sowie der Trachtengruppen und die Angehörigen des ehem. Schlesischen Sängerbundes aufgefordert. Olper Film-Club. Heute um 21.10 Uhr wird im hiesigen Filmtheater der französische Film„Ohne Angabe der Adresse“ gezeigt. Die Regie dieses Filmes führt Jean-Paul Le Chanois. Der Film-Club weist ferner darauf hin, daß sich seine Geschäftsstelle jetzt in der Bruchstraße 3 (Telefon 279) befindet. * Eine Stunde länger schlafen... Der Vorstand des St. Sebastianus-Schützenvereins teilt mit, daß die traditionelle Schützenmesse am Montagmorgen diesmal von 7 auf 8 Uhr verlegt ist. Man kann also am Schützenfestmontag(19. Juli) eine Stunde länger schlafen! Nach den vorausgegangenen zwei„angestrengten“ Schützenfesttagen wird diese Tatsache wohl allgemein von den Schützenbrüdern begrüßt werden. Kurzberichte aus dem Kreise Olpe „Die Acht vom Sauerland" Ein Werbeprospekt hat beste Wirkung— Auch Olpe mit einbezogen Olper Stadtpsiegel Achtung! Neuer Schuttabladeplatz! Die Stadtverwaltung teilt mit, daß auf der Schuttabladestelle auf dem Gelände der Ziegelei im Österseifen ab sofort keinerlei Schutt und Müll mehr angeschüttet werden darf. Für die Dauer von etwa acht Tagen kann die Schingeskuhle am Bratzkopf als Schuttabladeplatz in Anspruch genommen werden. Die endgültige Schuttabladestelle für den Bereich der Stadt Olpe wird in Kürze bekanntgegeben. Heute ist Dienstabend des JRK. Bei günstiger Wetterlage findet eine Einsatzübung im Freien statt. Beginn des Dienstabends ausnahmsweise 19.30 Uhr. Um pünktliches Erscheiner wird gebeten. Das St. Hedwigswerk Olpe teilt mit: Wir fahren am Sonntag, dem 1. August, nach der Dörnschlade. Um 10 Uhr ist dort feierliches Hochamt, das der Dekanatspräses Vikar Pallus halten wird. Nachmittags ist Marienfeierstunde. Der Fahrpreis beträgt 1,— DM. Um baldige Anmeldung auf dem Pfarrbüro wird gebeten. Die 3. Berufspädagogische Tagung der DAG findet am 2. und 3. August in Königswinter statt. Folgende Referate werden gehalten: Am 2. August Prof. Dr. Schelsky, Hamburg,„Die Berufsproblematik der industriellen Arbeitswelt“ und Ministerialrat Dr. Steuer, Bundesarbeitsministerium, Bonn,„Berufsnachwuchspolitische Probleme der deutschen Angestelltenschaft“. Am 3. August Roland Oettling, Stuttgart— M. Dreesbach, Bonn,„Physiologische und methodische Betrachtungen zur Technik im Büro“ mit praktischen Olpe. Holländer Gäste kamen dieser Tage zu uns und wollten wissen, wie sic das schöne Sauerland mit ihrem netten, lindgrünen Pkw„erobern“ könnten. Die jungen Leute sahen recht unternehmungslustig aus. Irgendwie wollten sie die Sehenswürdigkeiten des Sauerlandes kennenlernen und sich— nebenbei— noch recht gut unterhalten. Die Tagestouren sollten außerdem nicht zu weit gehen. Man wollte sich eben nicht strapazieren, sondern nur etwas erleben... Die Auskunft, die so oder so möglich war, wurde uns leicht gemacht. Kürzlich hatten wir uns nämlich einen feinen Prospekt zurückgelegt, der nach dem Kriege wieder neu erschienen ist:„Die Acht vom Sauerland“ steht auf dem Umschlag! Gemeint sind damit acht namhafte Gaststätten und Hotels des Sauerlandes, die sich zu einer solchen Gemeinschaftswerbung zusammengetan haben. Vertreten sind in dem handlichen Faltblatt die Orte bzw. Ausflugsziele: Altena, Arnsberg. Fredeburg, Olpe, Iserlohn, Jagdhaus, Laasphe und Oberkirchen. Der Prospekt ist überraschend gut aufgezogen. U. a. enthält er eine Uebersichtskarte mit den erwähnten acht Punkten und den Straßenverbindungen, die zu diesen Punkten führen. Illustrationen machen deutlich, welche Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten neben den aufgezählten acht Gaststätten und Hotels im vorerwähnten Bereich vorzufinden sind. Dazu knappe Angaben über die Steigungen, Kurven, Höhen und Talsperren, sowie über die genannten Orte. Die Rundfahrtstrecke ist mit roten Linien deutlich eingezeichnet. Bequemer kann es der Autotourist nicht haben! Er weiß sogleich über alles Bescheid, insbesondere über die aufgezählten Unterkünfte, die durch wohlgelungene Fotomontagen im Innern des Faltblattes hervorgehoben sind. Einen solchen Prospekt drückten wir unseren holländischen Gästen in die Hand und waren froh darüber, daß wir ihnen derart behilflich sein konnten. Die Gäste aus dem benachbarten Holland nahmen denn auch das Faltblatt dankbar entgegen. Sie fühlten sich ausreichend unterrichtet und begaben sich sofort auf die Rundfahrt! Nur Gemeindeväter können entscheiden Kartoffelkäfer verhalf einer Gemeindevertretung zum Recht Kreis Olpe. Der Fall eines Landwirtes gegen die Stadtverwaltung Essen sah durchaus nicht danach aus, eine„Sensation“ zu werden. Aber schon nach wenigen Minuten der Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster wußte jeder, es ging hier nicht mehr um die 45 DM, die der Landwirt für die durchgeführte Kartoffelkäferbekämpfung nicht zahlen wollte, sondern um die grundsätzliche Frage, darf die Verwaltung einer Gemeinde die Belastung eines Bürgers im Verwaltungswege festsetzen, oder muß dieses der Rat der Gemeinde beschließen. Der Kläger weigerte sich, die Gebühren von 45 DM, zu der er für die Kartoffelkäferbekämpfung von der Stadt herangezogen war, zu zahlen. Er beanstandete nicht die Höhe oder die rechtliche Grundlage der Verfügung, sondern erklärte, man habe auf seinen Kartoffeläckern mangelhaft gespritzt, deshalb wolle er nicht zahlen. Als im Verlaufe der Verhandlung das Gericht feststellte, daß die Verwaltung von sich aus die Höhe der Belastungen festgesetzt hatte, bekam der Prozeß eine völlig andere Wendung. Man interessierte sich nicht mehr für die angeblich mangelhafte Bespritzung, sondern stellte die einfache Frage: Konnte die Verwaltung die Höhe der Gebühren festsetzen? „Nein“, entschied das Gericht,„dieses stand nur dem Rate zu.“ Das Gericht begründete auch seine Entscheidung. Die Verordnung des Ministers für Ernährung und Landwirtschaft über die Bekämpfung des Kartoffelkäfers von 12. Mai 1947 gebe im§ 8 nur den Rahmen, in dem gesagt sei, die Gemeinden könnten die Kosten für die Kartoffelkäferbekämpfung von den Besitzern der Kartoffelfelder Zu den„Acht vom Sauerland“ gehört übrigens, wie abschließend noch erwähnt sein soll, in Olpe das bekannte Tillmanns Hotel in der Kölner Straße. Und wir dürfen auch verraten, daß es Hotelier Deimel von hier gewesen ist, der uns, als der Prospekt„Die Acht vom Sauerland“ in Neuauflage herauskam, auf dieses Faltblatt aufmerksam machte. Schließlich kann Olpe stolz darauf sein, daß es stets„mit von der Partie“ ist und sich demgemäß auch in dem genannten Rundfahrt-Prospekt vorfindet. Auswärtige und Einheimische werden das Vorhandensein eines solchen Reiseführers sicher begrüßen, zumal das originelle Faltblatt, wie schon gesagt, recht geschickt angepackt ist, und seinen Zweck in der besten Weise erfüllen kann. Dafür war uns die Begegnung mit den Holländern und ihr rasches Zugreifen zu dem Rundreise-Führer„Die Acht vom Sauerland“ mit der beste Beweis!(r) Wichtig für Theaterfreunde! Wenden. Die Theaterfreunde aus dem Amte Wenden werden gebeten, jetzt schon sich für das Abonnement des Theaterbesuchs für die Spielzeit 1954/55 bei Herrn Schrage in der Amtsverwaltung anzumelden. Es werden auch 2. und 3. Platzkarten verfügbar sein, so daß Jugendliche leichter an den Theaterfahrten teilnehmen können. Wenden. Helmut Feldmann von hier bestand an der Universität in Köln sein philologisches Staatsexamen mit dem Prädikat„Gut“. Wir gratulieren! Prozession am 10. Juli Drolshagen. Die katholische Pfarrei teilt mit, daß am Samstag, dem 10. Juli, nach der Schulmesse eine Prozession nach Marienheide stattfindet. In der Nacht zum Sonntag fährt um 4 Uhr ein Omnibus nach Marienheide. Die Abfahrt erfolgt vom Marktplatz aus. Auf der Trotzenburg findet eine Jstündige Pause statt. Gemeinsam wird am Abend nach Drolshagen zurückgekehrt, wo die Prozession mit einer feierlichen Schlußandacht endigt. Anmeldungen für die Omnibusfahrt nimmt der Transportunternehmer Josef Heuel bis Samstag 20 Uhr entgegen. Bürgersteige werden angelegt Drolshagen. Im Zuge der Bauarbeiten an der Bundesverkehrsstraße 54/55 wird die Stadt Drolshagen an der oberen Hagener Straße bis zum Essinghauser Weg beiderseitig Bürgersteige anlegen lassen. Die Anlage der Bürgersteige wurde auf Beschluß der Stadtvertretung genehmigt mit der Begründung, den gerade auf diesem Teil der Straße sehr regen Fußgängerverkehr zu sichern. Fünfzig Prozent der entstehenden Kosten werden von der StraBenbauverwaltung getragen. In 8 Tagen Baubeginn Drolshagen. Mit einem Baggergerät wurde jetzt an die Aushebung der Baugrube für den Neubau der katholischen Volksschule auf dem Buscheid herangegangen, nachdem die umfangreichen Planierungsarbeiten in den letzten Tagen beendet werden konnten. In etwa acht Tagen können die Maurer mit dem Bau des Kellergeschosses beginnen. Die Arbeiten sollen so vorangetrieben werden, daß im Herbst dieses Jahres der Rohbau steht. Neben sieben Klassenräumen werden im Schulgebäude ein Werkraum, eine LehrNeue Schützenplakette in Olpe findet sich die schon bekanntgegebene Widmung: Dem St. Sebastianus-Schützenverein Olpe gewidmet von dem Schützenkönig Fritz Niemand 1953.— Das silberne Schmuckstück wurde vom Juweliergeschäft Schulte, Frankfurter Straße, angefertigt. Es ist mit dem gesamten Königsadler des St. Sebastianus-Schützenvereins seit einigen Tagen im Schaufenster des genannten Geschäftes ausgestellt. zurückverlangen. Da mangels fehlender Durchführungsverordnung des Ministers nur der gesetzliche Rahmen gegeben sei, so erklärte das Gericht, müsse die Durchführung dieser Verordnung durch Ortsrecht geschaffen werden. Ein solches Ortsrecht aber könne niemals durch die Verwaltung geschaffen werden, es stehe nur dem Rate zu. Außerdem müsse dieses dann auch in ortsüblicher Weise bekanntgegeben werden. So müssen wohl oder übel in Zukunft in zahlreichen Gemeinden des Landes die Gemeindeväter sich näher mit dem Kartoffelkäfer befassen, um ihre Rechte zu wahren und nach dem Urteil darüber befinden, welche Belastung dem einzelnen Bürger zugemutet werden kann oder nicht.M Fest der blauen Kittel Oberhundem. Das„Fest der blauen Kittel“, das immer eine große Anziehungskraft auf auswärtige Gäste ausübt, begann am Samstagabend mit einem Fakkelzug und anschließendem Konzert und Tanz auf dem Festplatz. Am Sonntagnachmittag war Festzug unter Vorantritt der Heinsberger Musikkapelle durch den Ort mit anschließender Gefallenenehrung am Ehrenmal. Nach der Schützenmesse am Montagmorgen begann bei der Vogelstange der Kampf um die neue Königswürde, den Eugen Gefröhr aus Rinsecke gewann. Der neue König wählte sich Frl. Hetty Kaiser, ebenfalls aus Rinsecke, zur Mitregentin. Am Nachmittag wurde das neue Königspaar mit dem Hofstaat abgeholt und noch einmal ging es im Festzug zum Festzelt, wo mit Konzert und Tanz das Fest seinen fröhlichen Ausklang fand. Olpe. Während der traditionellen„Bierprobe“ auf dem Schützenplatz, die alljährlich dem großen Olper Schützenfest vorausgeht, überreichte bekanntlich der derzeitige Olper Schützenkönig Fritz Niemand die von ihm gestiftete Königsplakette 1953. Im Bilde sehen wir die Schauseite der schmucken, und für künftige Generationen interessanten Plakette, die eine fein gravierte Abbildung des neuen, augenblicklich im Entstehen begriffenen Olper Kolpinghauses zeigt. Das Motiv des Kolpinghauses wurde vom Schützenkönig gewählt, weil er auch ein treuer und eifriger Anhänger von Kolping ist. Auf der Rückseite der Plakette beTalsperre und Heimatschutz Heimatverein befaßte sich mit wichtigen Problemen Olpe. In der letzten Zusammenkunft des Heimatvereins berichteten Lehrer Bergmann(Rhode) und Kreisrechtsrat Hundt über den Verlauf des Tages der westfälischen Geschichte am 3. und 4. Juli 1954 in Münster. Auf dieser Tagung wurden außerordentlich interessante Referate zur Sachsenfrage, sowie zur allgemeinen Frage der alten deutschen Stämme gehalten durch den Vorgeschichtler, Museumsdirektor Dr. Tischler(Duisburg-Köln), und die Universitätsprofessoren Dr. Aubin (Freiburg) und Dr. Grundmann(Münster). Besonders bedeutungsvoll für das kurkölnische Sauerland war darüber hinaus der Vortrag von Prof. Dr. Braubach(Bonn) über die geistlichen Fürstentümer in Westfalen in der Zeit nach dem 30jährigen Krieg.— Des weiteren befaßte sich der Heimatverein in seiner letzten Zusammenkunft mit den Problemen des Biggetalsperrenbaues, wobei Kreisoberinspektor Hesse auf die Bedeutung des Landschaftsschutzes im Zusammenhang mit einem Talsperrenbau hinwies und darlegte, wie die im Interesse der Bewohner des vorgesehenen Talsperrenbaues getroffenen Schutzmaßnahmen aus den verschiedensten Gesichtspunkten heraus vielfach mißverstanden worden sind. Drei Festtage in Würdinghausen Sänger und Schützen werden feiern Würdinghausen. Unserm Ort stehen zum Wochenende drer große Festtage bevor. Zunächst ist es der Männergesangverein, der am Samstag und Sonntag sein 30jähriges Stiftungsfest feiern will. Alle Vorbereitungen hierzu sind bereits getroffen. Ein stattliches Festzelt kann zahlreiche Festbesucher aufnehmen. Am Samstag um 20 Uhr ist Dorfabend, in dessen Mittelpunkt die Jubilarehrung steht. Tanz beschließt den ersten Festtag. Während des Festhochamtes am Sonntagmorgen singt der Männergesangverein die „Deutsche Messe“ von Schubert unter Leitung des Dirigenten Chr. Treude, Altenhundem. Um 14 Uhr werden die auswärtigen Vereine empfangen, die um 15 Uhr mit je zwei Liedvorträgen das Freundschaftssingen im Festzelt bestreiten. Das Freundschaftssingen klingt mit einem Massenchor„Am Adriatischen Meer“ aus. Dann spielen wieder die Langeneier Musiker zum Konzert und abschließenden Tanz auf.— Der Montag gehört den Würdinghauser Schützen, die erstmalig wieder nach einer Pause von 15 Jahren ihr Schützenfest feiern. Der Festtag beginnt mit einem Wecken und der Schützenmesse um 7 Uhr. Um 8.30 Uhr marschieren die Schützen zur Vogelstange, wo das Vogelschießen einsetzt. Nach dem Vogelschießen ist Frühschoppen. Der Festzug findet um 14 Uhr statt. Während des Schützenfestes spielt die Amtsfeuerwehrkapelle Kirchhundem. Und wieder knallen die Büchsen Brün. Am Samstag und Sonntag feiert der St. Mathias-Schützenverein, der auch in diesem Jahre wieder den Nachbarverein Hillmicke zu Gast hat, sein Schützenfest. Die Musik wird ausgeführt von der „Seemannskapelle Hillmicke“. Die Festwirtschaft liegt in den Händen des Gastwirtes Emil Valpertz, Iseringhausen. Gleich beim Festplatz befindet sich die Eisenbahnhaltestelle. Am Samstag ab 16.30 Uhr ist Vogelschießen. Wegen der hiermit verbundenen Gefahr sind die von Hillmicke, Büchen und Rothemühle in Richtung zum Hillmicker Sportplatz führenden Wege für diese Zeit(16.30 bis 19.30 Uhr) gesperrt. Kirchhundem, Das Schützenfest wird am 7., 8. und 9. August in der Festhalle gefeiert. Zu dem Fest wurde das Deisenrot’sche Orchester verpflichtet. küche, eine Hausmeisterwohnung sowie eine Duschanlage und Wannenbäder vorhanden sein. Die Bausumme beträgt 565 000 DM. wozu die nicht unerheblichen Grundstücks-, Aufschließungs- und Inventarkosten hinzukommen. Verkabelung Drolshagen. Das Elektrizitätswerk beabsichtigt, einen Teil der Lichtleitung am Marktplatz zu verkabeln. Durch diese Maßnahme wird der Verteilermast, der auf dem Marktplatz steht, entfernt. Ein großes Verkehrshindernis wird damit verschwinden. Drolshagen. Der Mütterverein wallfanrtet im Laufe dieses Monats nach Waldenburg. Teilnehmerinnen können sich bei den Bezirksvorsteherinnen oder bei der Präfäktin anmelden. Stadt Attendorn Ausklang des Schützenfestes. Die Hauptveranstaltung des Schützenfestes am Montagnachmittag war das große Festbankett. Schützenhauptmann Siepe gab in seiner Ansprache dem Wunsche Ausdruck, die Attendorner Schützenbruderschaft möge ein Hort echt menschlicher Gemeinschaft bleiben. Dann wurde die Jubilarehrung vorgenommen. Besonders geehrt wurden Schützenbruder Felix Stumpf, der im vergangenen Jahre sein 25jähriges Jubiläum als Vogelkönig und in diesem Jahr sein 25jähriges als Scheibenkönig feiern konnte; weiter Gottfried Frey— bekannt als Freys„Hoppit“—, der jetzt 25 Jahre dem Vorstand der Schützengesellschaft angehört, und Schützenhauptmann Siepe selbst, der nun ebenfalls 25 Jahre lang im Vorstand tätig ist. Bürgermeister Albus überbrachte den Schützen persönlich die Glückwünsche der Stadt und trank aus dem rosenbekränzten alten Humpen aus dem Jahre 1751 auf das Wohl des Vereins und der Stadt Attendorn. Am Abend herrschte wieder Fröhlichkeit in der Halle, wo sich auch eine freundlich begrüßte Abordnung des Olper Schützenvereins eingefunden hatte. Theaterverein Heggen 30. Stiftungsfest und Theaterwettstreit Heggen. Der Theaterverein, der sich seit langem großer Beliebtheit erfreut und der Einwohnerschaft schon viele frohe Stunden bereitet hat, entwickelt sich weiterhin sehr günstig, wie aus den Beratungen in der letzten Generalversammlung hervorging. Nachdem der Jahresund Kassenbericht erstattet waren, wurde der alte Vorstand einstimmig wiedergewählt. Hauptprogrammpunkt der Versammlung war jedoch ein Beratung über eine Veranstaltung aus Anlaß des 30jährigen Bestehens des Theatervereins. Einstimmig wurde beschlossen, das Stiftungsfest am 17. Oktober zu veranstalten. In der„Jubiläumsaufführung“ werden noch einmal die Gründer des Vereins auftreten. Das Jubiläum soll dann mit elnem großen Festball ausklingen. Weiter beschloß die Versammlung, im März des kommenden Jahres einen Theaterwettstreit durchzuführen, zu dem bereits Theatervereine und Laienspielscharen der näheren und weiteren Umgebung ihr Erscheinen zugesagt haben. Heggen. Das DEK teilt mit, daß bei günstiger Witterung jeden Mittwoch um 18.45 Uhr ein Rettungsschwimmen am Stausee Ahausen durchgeführt wird. Heggen. Die Kolpingsfamilie hat ihre nächste Zusammenkunft heute um 20.30 Uhr im Lokal Josef Wilmes. 70. Geburtstag Röllecken. Ihren 70. Geburtstag begebt am Freitag die Witwe Iaria Hesseler geb. Wüfel. Der Altersjubilarin gelten unsere besten Glück- urd Segenswünsche! Prof. Dr. Boerger wird Ehrendoktor Am 12. Juli feierliche Ernennung in Bonn Grevenbrück. Die Landwirtschaftliche Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn nimmt am kommenden Montag, dem 12. Juli, um 18 Uhr im Senatssaal der Universität durch den Dekan Professor Dr. Braun die Promotion des Professors Dr. Dr. h. c. Albert Boerger zum Ehrendoktor vor. Anschließend findet um 19 Uhr im Festsaal der Universität ein feierlicher Empfang aus diesem Anlaß statt. Professor Dr. Albert Boerger war nach seiner Gymnasialzeit in Attendorn Student der Naturwissenschaften an der damaligen Landwirtschaftlichen Akademie in Bonn-Poppelsdorf und gleichzeitig Student der Staatswissenschaften an der Bonner Universität. Schon zu dieser Zeit gehörte er zu den engsten Mitarbeitern seines Lehrers, Geheimrat Professor Dr. Remy, der Direktor des Institutes für Boden- und Pflanzenbaulehie war. Am 15. Juli wird Professor Dr. Albert Boerger die Rückreise mit dem Flugzeug von Frankfurt a. Main über Barcelona nach Südamerika antreten. Nach 27 Jahren hat er jetzt erstmalig wieder die alte Heimat besucht. Wallfahrt Bilstein. Am 26. Juli ist die Wallfahrt nach Kleinenberg bei Scherfede zum Gnadenbild der Muttergottes. An diesem Wallfahrtstage, dem„Tag der Mütter“, wollen unsere Frauen und Mütter der Gottesmutter Maria ihre Anliegen vorbringen und sie um Fürsprache bei ihrem himmlischen Sohne bitten. Die Abfahrt nach Kleinenberg erfolgt um 5.30 Uhr: der Fahrpreis beträgt 7,— DM. Nachmittags wird die Fahrt nach Paderborn fortgesetzt Bilstein. Von der Polizei wurde ein Lodenmantel sichergestellt. Wer ist der Verlierer oder wem wurde er entwendet? Ein Weinberg will sich selbständig machen Geologen an der Arbeit— Sandschicht ist an allem schuld— Regierung muß zwei Dörfern helfen Telefonnummer der Feuerwehr war falsch Zell.— In Zell(nicht zu verwechseln mit dem Moselstädtchen) und Mölsheim ist die Freude seit Jahren nicht mehr zu Gast gewesen. Denn der Boden, der den Winzern jene köstlichen Trauben wachsen ließ, war gleichzeitig zum erbittertsten Feind beider Dörfer und ihrer Menschen geworden. Der Boden, auf dem fleißige Hände Tausende von Rebstöcken angepflanzt und gepflegt hatten, verschlang diese Stöcke zu Tausenden wieder und mehr noch: Mit unheimlicher Ausdauer und Gewalt brach er Mauer um Mauer, Haus um Haus, bis in zwei schiefwändigen, balkengestützten Dörfern die Menschen der letzten Verzweiflung nahe waren. Der Berg„lief“ nicht, wie man oft hören konnte— er kroch, schlich, kam aber nie zum Stillstand. Wenn der Himmel seine Schleusen öffnete, wenn die Frühjahrssonne Eis und Schnee zu schmelzen begann, wurden die Menschen am Zeller Berg noch ernster als sie sonst schon waren. Sie wußten um das kommende Unheil una sie behielten recht: Kaum hatte sich das Wasser verlaufen, war es, als ob es den Berg den Bächen und Rinnsalen nach zu Tal zöge: Leise, schweigend setzte er sich in Bewegung. Nicht viel jedesmal, aber immer wieder. Und am Morgen war der Riß in der Wand wieder breiter geworden, ließ sich die Haustür noch schlechter schlieBen als gestern, war die Straßenfront beim Nachbarn endgültig reif fürs Abstützen. Ein Ende war nicht abzusehen Was war zu tun? Die Zellerer und Mölsheimer waren ein zühes Geschlecht. Sie nahmen den Kampf mit dem Berg auf. Sie stützten ab, rissen ein, bauten auf, pflanzten neu und— hofften. Hofften, daß der Berg endlich zur Ruhe käme, ehe er die letzte Mark vom Ersparten gefressen hätte. Aber der Berg ruhte nicht: Er nahm das Spargeld und brachte die Schulden. In dieser Situation, der nur noch der totale Zusammenbruch beider Dorfgemeinschaften folgen konnte, entschloß sich die Regierung von Rheinland-Pfalz zum Eingreifen, Zunächst wurden die Spähtrupps der Wissenschaft ins Leichter Bodenfrost in Quickborn „Kampfgebiet“ entsandt: Die Geologen. Sie nahmen den Berg genau unter ihre Lupen und eines Tages fanden sie das, was für ihre Kollegen vom Bergbau auch immer Alarmstufe eins bedeutet: Eine Schleichsandschicht, an die 120 Meter unter der Erdoberfläche, die ungefähr parallel zum Hang verläuft. Diese Sandschicht, so lautete es in ihrem Gutachten, saugt sich bei Regen und Schneeschmelze voll wie ein Schwamm, quillt auf, hält aber das Wasser nicht. Läuft dieses ab, dann verschwindet die Sandquellung wieder. Es entMandant schlug Anwalt nieder Gelsenkirenen— Am Dienstagnachmittag ereignete sich in GelsenkirchenBuer ein ungewöhnlicher Überfall. Der 33 Jahre alte Eduard Kersten, der sich angeblich von seinem Rechtsanwalt Johann Klosak, einem 63 Jahre alten, erfahrenen Juristen in einem Prozeß benachteiligt fühlte, schlug seinen Anwalt auf offener Straße mit einer Eisenstange nieder. Der Rechtsanwait brach bewußtlos und blutüberströmt zusammen. Der Täter stellte sich kurze Zeit später der Polizei. Der Überfallene wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht. Die Verletzungen erwiesen sich als nicht lebensgefährlich. Kälteeinbruch im Ferienmonat Tiefste Julitemperaturen dieses Jahres— Hochwassergefahr in Bayern Hamburg. Der Ferienmonat Juli war bisher mit sommerlichem Wetter recht sparsam. Von einem über der Nordsee liegenden Tief in das Bundesgebiet einströmende Kaltluft verursachte in der Nacht zum Mittwoch einen Temperatursturz, der sich am„Nordpol“ des Bundesgebiets, in Quickborn bei Hamburg, sogar als leichter Bodenfrost auswirkte: Auf der Nordseeinsel Borkum sank die Temperatur am Dienstagabend auf sieben Grad, nachdem ein schweres Gewitter mit Hagelschlag niedergegangen war. Der Hagel richtete in den Gärten schwere Schäden an. Das Frankfurter Wetteramt verzeichnete mit 9.8 Grad die bisher tiefste Julitemperatur dieses Jahres. Der Frankfurter Flughafen meldete sogar nur sieben Grad. Im Harzer Bergland wurden in der Nacht zum Mittwoch nur fünf Grad über Null gemessen. Gleiche Werte wurden auch aus Göttingen und Hannover gemeldet. Die Nachttemperatur in Stuttgart betrug elf Grad. München verzeichnete noch Mittwochmittag zehn Grad und Oberstdorf im Allgäu sieben Grad. In Südbayern fallen noch immer starke Niederschläge, die in Lagen über 1600 Meter als Schnee niedergehen. Die Hochwassergefahr in Bayern hält an. Nur Nordrhein-Westfalen und das Rheingebiet werden diesmal vom Wetter etwas begünstigt. Düsseldorf meldete mittlere Temperatur, meist Sonnenschein und nur verschiedentlich Schauer. Staublawine tötet Bergsteiger Garmisch. Eine Staublawine forderte am Mittwoch an der Zugspitze zwei Menschenleben. Vier jugendliche Touristen befanden sich trotz des für Hochtouren ungeeigneten Wetters am Höllentalaufstieg zum Zugspitzgipfel, als plötzlich die Lawine niederging und sie achtzig Meter in die Tiefe riß. stehen Hohlräume, in die der darüberliegende Boden nachrutscht: Der Berg„schlich“ zu Tal. Mit diesem Untersuchungsergebnis der Geologen hatte man gleichzeitig den„Schlachtplan“ gegen den Berg im Konzept vorliegen. Man mußte zu verhindern suchen, daß Regenund Schmelzwasser die gefährliche Sandschicht im Berg erreichten. Man mußte entwässern. Das hieß Gräben ziehen und nochmals Gräben ziehen. Ein dichtes Netz von Ableitungen anzulegen, die das Wasser rasch und sicher zu Tal brächten. Friedliche Schützengräben Aber Kriegführen kostet Geld, auch wenn der Kampf nur einem Berg gilt. RheinlandPfalz mußte tief in den Staatssäckel greifen: Fast 300 000 Mark sind es bis jetzt. Dafür zogen aber auch die Schaufelkompanien gegen den Berg in Stellung. Seit Mitte Mai wird unermüdlich gegraben und schon bedeckt ein planvolles System dieser friedlichen„Schützengräben“ den unheimlichen Berg. In die Menschen von Zell und Mölsheim ist neue Hofinung eingekehrt. Da sie nun ein Ende des Schreckens absehen können, soll auch die Arbeit wieder mit Freude getan werden. Viel ist aufzubauen in den Dörfern und an den Rebenhängen. Aber der Staat hilft auch hier, Über eine halbe Million Mark hat er an Krediten gewährt und mit diesem Geld soll eine Viertelmillion Quadratmeter Weinberg wieder neu aufgestockt werden. Und wenn in drei Jahren der neue Wein zum ersten Male durch die Kelter rinnt, wird es in Zell und Mölsheim ganz sicher ein ebenso dankbares wie fröhliches Winzerfest geben. Hundertjahrfeier des Vereins für christliche Kunst Köin.— Mit einem vom Kölner Erzbischof Kardinal Joseph Frings zelebrierten Pontifikalamt im Kölner Dom wurde am Mittwoch die Hundertjahrfeier des Vereins für christliche Kunst im Erzbistum Köln und dem Bistum Aachen eröffnet. Kardinal Frings warnte in einer Ansprache die christliche Kunst vor zwei Extremen. Er sagte, die christliche Kunst dürfe nicht im sinnlichen, süßlichen, allzu humanen und allzu realistischen stecken bleiben. Andererseits dürfe sie die Natur nicht verneinen und vergewaltigen, um ganz im abstrakten aufzugehen. Dies würde die Leugnung der Menschwerdung Christi badeuten. Christliche Kunst sei kein Widerspruch in sich, sondern es sei ihre Aufgabe, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Dies sei das Höchste und Schwierigste, was Menschenkunst leisten könne. Das neue Schwimmbad von Bad Kissingen darf wohl als das schönste und modernste Deutschlands angesprochen werden. Die etwa 60 000 Quadratmeter große Anlage schmiegt sich an einen sanften Hang, der von amerikanischen Truppen mit modernen Räummaschinen kostenlos zu Terrassen umgestaltet wurde. Umkleideräume reichen für viertausend Badegäste. Die eigentliche Schwimmanlage hat ein Sprungbecken mit Zehn-Meter-Turm, ein großes Schwimmbecken sowie Plantsch- und Nichtschwimmerbecken. Die erste große Bewährungsprobe bei Sportveranstaltungen wird das„Terassenschwimmbad“ vom 20. bis 22. August bei den Deutschen Schwimmeisterschaften ablegen, für die noch eine Tribüne für 8000 Zuschauer errichtet wird. Grenzverkehr Aachen. Im Juni haben über 1,7 Millionen Reisende die Grenzen im Bereich des Paßkontrollamtes Aachen überschritten. Wie das Amt am Mittwoch mitteilte, hat sich damit der Reiseverkehr im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres verdreifacht. Im ersten Halbjahr 1954 passierten nach Mitteilung des Paßkontrollamtes über 6,7 Millionen Reisende die Schlagbäume an der Aachener Grenze, Gegenüber dem ersten Halbjahr 1953 hat sich der Reiseverkehr um 165 Prozent erhöht. In den Zahlen des Paßkontrollamtes sind alle Ein- und Ausreisenden— das Gewaltsamer Sturz der Bundesregierung geplant Gefängnis für FDJ-Angehörige Kreisverband in Recklinghausen gegründet— Versammlungen abgehalten Dortmunn— Fünfzehn FDJ-Angehörige aus dem Raum Recklinghausen wurden am Mittwoch nach sechswöchiger Verhandlung von der Dortmunder Strafkammer für politische Delikte zu Gefängnisstrafen von zwei Monaten bis zu einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Ein Der Duft reinen Tabaks Mädchen erhielt vier Monate Jugendgefängnis. Für sechs Angeklagte wurde die Verbüßung der Freiheitsstrafen mit Bewährungsfrist ausgesetzt. Das Gericht sah bei den Angeklagten die Mitgliedschaft in einer verfassungsfeindlichen Vereinigung als erwiesen an. Ferner hätten die Angeklagten in staatsgefährdender Absicht illegal eingeführte Schriften verbreitet. Der Hauptangeklagte, der 25jährige Werner Zachau aus Recklinghausen, wurde zu einem Jahr und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Sämtliche Angeklagten hatten trotz des Verbots der kommunistischen freien Jugend einen Kreisverband in Recklinghausen gegründet sowie geheime und öffentliche Versammlungen abgehalten und Demonstrationen durchgeführt. Schließlich gaben sie eine eigene Kreiszeitung heraus und verteilten illegal eingeführtes Schulungsmaterial aus der Sowjetzone. Am 8. Januar 1953 flog der Kreisverband auf. Zwei der damals festgenommenen FDJ-Sekretäre sollen, wie in Dortmund mitgeteilt wurde, wegen Verdachts des Hochverrats vom Oberbundesanwalt in Karlsruhe unter Anklage gestellt werden. Aus dem beschlagnahmten Material ergab sich einwandfrei, daß sich die FDJ als„junge Garde des Proletariats“ und als„Vortrupp der Weltrevolution“ ansieht. Als Ziel betrachtet sie den gewaltsamen Sturz der Bundesregierung. Verhältnis ist etwa 50:50— erfaßt. An der Spitze stehen die Deutschen mit rund 930 000 Reisenden. Es folgen die Holländer mit 278 000 und die Belgier mit 260 000 Reisenden. Rund 42 000 Engländer, über 12 000 Amerikaner und 11 000 Franzosen wurden an der Aachener Grenze gezählt. „Haus zu verschenken“ Berleburg.— In Berleburg, der Kreisstadt des westfälischen Landkreises Wittgenstein, wurde ein Schild mit der Inschrift „Haus zu verschenken“ angebracht. Der Besitzer des alten, schieferbeschlagenen Hauses erklärte auf Anfrage, das Haus habe ihm nur Ärger gebracht. Er könne nicht einig werden mit dem Mieter und der Mieter nicht mit ihm. Unter der Überschrift„Haus zu verschenken“, schildert dann ein Vers auf dem angebrachten Schild, welch große Unstimmigkeiten auch über den Mietpreis herrschten. Bisher ist noch nicht bekannt geworden, ob sich jemand um die Schenkung bemüht hat. Mord auf offener Straße Garmisen— Eine Schreckensszene spielte sich am Mittwochmorgen auf einer Straße in Garmisch-Partenkirchen ab. Der 24 Jahre alte Zugschaffner Franz Ingrisch gab zwei Pistolenschüsse auf die 21 Jahre alte Sparkassenangestellte Maria Magdalena Handlmair ab. Als die Schüsse das flüchtende Mädchen verfehlten, lief Ingrisch hinter ihm her und schlug es mit dem Pistolenknauf nieder. Bevor noch die durch Schüsse und Hilfeschreie alarmierten Passanten Hilfe bringen konnten, tötete Ingrisch das Mädchen mit einem Schuß in die Schläfe. Mit einer zweiten Pistole brachte er sich selbst einen tödlichen Kopfschuß bei. Ingrisch soll der Sparkassenangestellten seit langem nachgestellt haben, ohne auf Gegenliebe zu stoßen. Auf Betreiben ihres Vaters war er nach Rosenheim versetzt worden. Am Mittwochmorgen trafen sich die beiden zufällig in Garmisch-Partenkirchen. „eienangskrieg“ am schleichenden Berg verbürgt reinen Genuß Für die Red Rock werden nur naturwürzige VirginiaTabake ausgewählt. In ihrer ursprünglichen Reinheit- ohne tabakfremde Zusätze und ohne künst liche Aromastoffe- bietet Ihnen diese Cigarette einen reinen Genuß. Auch ihre Bekömmlichkeit ist in ihrer Reinheit begründet Feueralarm mit Hindernissen Bekämpfung eines Großbrandes erschwert— Fabrik bis auf Grundmauer niedergebrannt Bad Linnspringe.— Die in der vergangenen Woche eingeäscherte große Möbelfabrik in Bad Lippspringe ist, wie der Besitzer am Dienstag mitteilte, beson ders unglücklichen Umständen zum Opfer gefallen. Als die Flammen aus dem Lacklerraum der Fabrik schlugen, rannte der Besitzer zum Telefon, um die Feuerwehr zu alarmieren. Er wählte die seit vier Jahren im amtlichen Telefonbuch angegebene Nummer der Bad Lippspringer Feuerwehr. Immer wieder aber meldete sich eine falsche Stelle. In höchster Not fuhr ein Arbeiter zum Spritzenhaus der Lippspringer Feuerwehr, wo er niemanden antraf. Anschließend jagte er zur Polizelwache. Er traf nur mehrere ortsfremde Polizisten an, die für ihre auf Betriebsausflug nach auswärts gefahrenen ortsansässigen Kollegen die Wache übernommen hatten. Die auswärtigen Polizisten wußten nicht, wo der Alarmknopf für die Feuerwehr war. Der zu Rate gezogene Hausmeister des Rathauses fand zwar den Knopf, konnte aber auch nur den Dauerton für Probealarm geben. Dann holte man Feuerwehrhilfe aus Paderborn heran. Als die Wehr anrückte, fand sie den nächsten Hydranten über 800 Meter von der Brandstelle entfernt. Der von der Paderborner Feuerwehr eingesetzte Tankwagen hatte die mitgeführten 2400 Liter Löschwasser innerhalb kürzester Zeit verspritzt, so daß die Bekämpfung des immer mehr um sich greifenden Großbrandes durch Wassermangel äußerst erschwert wurde. Die Fabrik brannte bis auf die Grundmauern nieder NININNIINININ Kaffeekochen — = Cin grosses Kaffeekochen wurde am Dienstag in einem Saal des Westberliner Kriminalgeridhtes veraustaltet. Zwölf Tassen standen auf dem Richtertisch. Der Justizwachtmeister machte Wasser heiß, der Vorsitzende scüttete Kaffeebolnen in die Mühle, der Verteidiger drehte sie durdhi, und bald darauf war das Getränk fertlg. Teilweise mit widerstrebenden Mienen bedienten sich die Mitglieder des Geridits und der Staatsauwalt. Bei einem Kaffeehändler waren auf Grund von Beschwerden mehrere Packungen Kaffee besdilagnahmt worden. Nun sollte das Gericht feststellen, ob wirklich ein Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz vorlag. Die Kaffeeprobe fiel zwar nidit gerade zur vollen Zufriedenheit der Prüfer aus. Immerkin erwies sich das Gebräu nidit, wie von den Kunden behauptet worden war, als ungentessbar. Der Kaffeehändler wurde freigesprochen. 1 So leben Ingrid Bergmans Kinder Der italienische Lebensstil ist anstrengend- Nur nicht zuviel Grie chisch und Latein... Schwarzwald pleisen Vuemeltiere Ein Geschenk der Schweiz an die deutsche Jagdbehörde— Mit Gemsen aus der Steiermark begann die Besiedlung der Hochweiden Freiburg.— Zu den Gemsen aus der Steiermark, die in den dreißiger Jahren im Schwarzwald angesiedelt wurden, haben sich nun sechs Murmeltiere gesellt, die ebenfalls im Feldberggebiet heimisch werden sollen. Die scheuen Gesellen, fünf „Bären“ und eine trächtige„Katze“, sind ein Geschenk des Schweizerischen Kantons Graubünden. Auf einer einsamen Hochweide fanden sie ihre erste Wohnstätte, einen von Menschenhand gegrabenen Kunstbau. Die Jagdbehörde in Freiburg konnte mit Freude die Tatsache verzeichnen, daß die Gemsenfamilie von 21 Köpfen, die sie einst aus der Steiermark holte, nun auf mehr als 250 Tiere angewachsen ist. Einen ähnlichen Erfolg hofft sie auch mit den Murmeltieren zu erzielen, diesen scheuen Nagetieren des Hochgebirges. Sie finden im Schwarzwald Verhältnisse vor, die sich kaum von denen ihrer schweizerischen Heimat unterscheiden. In einer Hinsicht werden sie es sogar besser haben als zu Hause, denn im Schwarzwald gibt es keine Adler. Ihre schrillen Warnungspfiffe könnten also nur dem Fuchs gelten, der auch Mumeltiere als Festtagsbraten nicht verschmäht. Die Neusiedler im Schwarzwald lieben Ruhe, Sonne und Schlaf. Wenn der Winter besonders lang und streng ist, bringen sie es fertig, zwei Drittel des Jahres in tiefen, selbstgegrabenen Bauten zu verschlafen. Sie polstern sich kesselrunde Höhlen mit Heu aus, auf dem die ganze Familie, bis zu 15 Köpfen stark, Leib an Leib schläft. Im Sommer fressen sich die Murmeltiere an Kräutern und Wurzeln kugelrund. Sobald jedoch der erste Frost eintritt, verschwinden sie in der Tiefe ihrer Höhlen und stellen die Nahrungsaufnahme ein. Sie geben dann kaum noch Lebensäußerungen von sich, ausgenommen die 15 Ata die sie in der Stunde tun. Sie sind natürlich sehr mager, wenn sie im Frühjahr von den ersten warmen Sonnenstrahlen wieder ins Freie gelockt werden. In den Alpen werden die Murmeltiere im Winter ausgegraben oder in Fallen gelockt. Man tut es aber nicht des Fleisches oder des Felles wegen, sondern in dem Glauben, daß dem Fett der Tiere allerlei heilende und stärkende Kräfte innewohnen. Der Aberglaube will auch wissen, daß die Herzen einzelner Murmeltiere(und Biber) ein knöchernes Kreuzchen enthalten. Wer es findet soll in seinem Leben ganz besonders vom Glück begünstigt sein. Nackte Neger unerwünscht Laxos.— Den Negern im östlichen Nigeria ist von der Bezirksverwaltung verboten worden, weiterhin nackt herumzuaufen. Schon 1935 wurde im Parlament von Lagos beantragt, ein Gesetz zu erlassen, das die„unsittliche Nacktheit“ der Einwohner verbietet. Die Regierung wandte dagegen ein, daß es schwer sein werde, das Volk daran zu hindern, ebenso nackt herumzulaufen, wie es seine Vorfahren taten. Der Antrag wurde daraufhin zurückgezogen. Die jetzt für den Ostteil des Landes geltende Vorschrift hat zum Ziel, den Negern deutlich zu machen. daß der Sittlichkeitsbegriff von Hosen und Röcken nicht zu trennen sei. Alles blinkt heller Spülen geht schneller 2Kein Abwaschgeruck Spart das Trockentuch Fex-Glanz wird auch Sie begeistern. Ein wenig Fex ins Wasser, und schon sind Teller, Gläser, Tassen strahlend sauber. Blinde Stellen, Fettfilm, Wasserspuren gibt's nicht mehr. Selbst ohne Abtrocknen ist Ihr Geschirr jederzeit servierbereit. Fex ist so wirksam, so mild... ... es ist ein ideales Feinwaschmittel. Pflegen Sie jetzt auch Ihre zarten und feinen Gewebe immer mit Fex. Gleich morgen besorgen! 66 Pi Sunlicht garantiert für Oualität Rom.— Ingrid Bergman stellte uns ihre Kinder vor. Soweit es die Schönheit betrifft, stehen die Kleinen ihrer Mutter gewiß nicht nach. Da ist der vierjährige Robertino, ein schlanker großer Junge mit dunklem Haar und intelligenten Augen. Die kleinen Zwillinge Isabella und Ingrid sehen noch ein wenig verwundert in die große bunte Welt, aber auch ihr Selbstbewußtsein zeigt schon, daß ihre Mutter als Jungfrau von Orleans in die Filmgeschichte eingegangen ist. „Für Kinder kann ich mir kein besseres Land denken als Italien“, erzählte Ingrid Bergman.„Die Italiener verwöhnen ihre Kinder schrecklich. Jeder hier hat mindestens drei Sprößlinge, und sie alle verbringen ihr Leben zwischen Sonne, Eiskrem und Zärtlichkeiten. Hier in Italien braucht ein Kind erst ins Bett zu gehen, wenn es Lust dazu hat. Niemals wird man eine italienische Mutter finden, die der Meinung ist, es sei zu spät, um die Kleinen zu wecken und zu tätscheln. Und wenn noch lange nach dem Abendessen Besuch kommt — nun, dann werden die Kleinen eben aus dem Bett geholt, herumgereicht und abgeküßt.“ „Ich selbst“, gestand Ingrid,„habe zu Hause lieber eine große Familie als ein gepflegtes Kinderzimmer mit einem einzigen gestriegelten Baby. Ich liebe den Lärm; ich habe es gern, ins Kinderzimmer zu kommen und Spielzeug durch die Luft segeln zu sehen. Dort amüsiert sich das eine Kind königlich, dort heult das andere, weil es den Baustein an den Kopf bekomBunte Welt Literatur In einer Ausstellung von 65„Lesezeichen“, die man in zurückgegebenen Büchern einer Leihbibliothek der englischen Stadt Stafford fand, kann man bewundern: ein Aufnahmegesuch für ein Entbindungsheim, ein Stück Fahrrad-Bremsgummi, Haarklammern und Lockenwickler, Päckchen mit Süßstofftabletten und Feuersteinen, Kragenknöpfchen, Münzen— und ein richtiges Lesezeichen(NP) Blinder Passagier Eine Eule, die sich hinter dem Instrumentenbrett eines Meteor-Düsenjägers verkrochen hatte, machte unfreiwillig auf dem Flugplatz der britischen Fliegerschule von Little Rissington vier Flüge bis in 7500 Meter Höhe mit. Durch Sauerstoffmangel völlig erschöpft, wurde sie dem Tierschutzverein übergeben, in dessen Obhut sie sich wieder erholte.(NP) Ordnungsliebend Ein verhinderter Einbrecher, der in einer Wohnung in der französischen Hafenstadt Brest kein Geld gefunden hatte, hinterließ dem Inhaber einen Zettel:„Ich komme zurück. Entschuldigen Sie die Unordnung!“(NP) Gewohnheit Die Redaktion der amerikanischen Zeitung„Angolite“ beklagt sich bitter darüber, daß im Kiosk von 100 Exemplaren 46 gestohlen werden. Die Zeitung wird von Insassen des Staatsgefängnisses von Louisiana in Angola herausgegeben und ist für die Häftlinge bestimmt.(NP) Rekord Einen Rekord seltsamer Art meldet das Londoner Schnellgericht in der Oldstreet: Zum erstenmal seit 1939 wurden an einem Tage keinerlei Trunkenheitsfälle verhandelt.(NP) Faruk an Faruk Kairo.— Ex-Königin Narriman von Agypten hat versucht, von den zum Verkaufe angebotenen Gegenständen aus dem Besitze Ex-König Faruks einige zu erwerben, die sie besonders interessieren. Vor allem ging es ihr um ihre Liebesbriefe an Faruk. Ein ausländischer Sammler war ihr jedoch zuvorgekommen und hatte sie im geheimen Auftrage Faruks für diesen erworben.(lid) men hat. Dann sage ich mir immer: Das ist eine richtige Familie. Und noch etwas: In Italien gehen die Kinder nicht von Hause fort, wenn sie heiraten. Das junge Paar zieht in die Wohnung gleich nebenan; immer haben sie die Schwiegereltern um sich herum, und das scheint niemandem etwas auszumachen.“ Und wie steht es mit den Kindermädchen?„Ich habe jetzt zwei Nannies“, erzählte Ingrid.„Es hat recht lange gedauert, bis ich die richtigen Mädchen gefunden hatte. Die Schweizerinnen sind zu streng und zu energisch, die deutschen Mädchen zu eifrig, und sie sehen die Kinder zu sehr als ihr eigen an. Die italienischen Nannies — nun, sie sind süß, aber sie haben keine Spur von Disziplin. Vielleicht wärę eine Engländerin die richtige. Auf jeden Fall glaube ich, daß es gut für die Kinder ist, wenn das Kindermädchen ab und zu wechselt. Vielleicht wäre es sogar nützlich, wenn sie von Zeit zu Zeit eine andere Mutter hätten.“ „Meine Kinder werden in Italien erzogen“, erklärte Frau Rosellini auf meine letzte Frage.„Meiner Meinung nach ist ein bißchen Bildung für Kinder ganz gut, aber es darf nicht zuviel sein. Das macht ihnen den Kopf nur schwer. Das Lernen in italienischen Schulen ist schrecklich anstrengend. All dies Griechisch und Latein... Meine Grundauffassung ist: Man kann den Kindern einen oder zwei gute Ratschläge fürs Leben geben. Und dann muß man für sie beten.“ MORD ohne Reue Skandal in der Pariser Gesellschaft— Brutale Bluttat eines Fabrikantensohnes— Sekretärin des Vaters mit Brecheisen erschlagen Paris. Einen überaus brutalen und fast motivlosen Mord gestand Alain Monteverdi, der 19jährige Sohn eines reichen Pariser Industriellen. Alain ermordete die hübsche 40jährige Sekretärin seines Vaters in einem Auto bei Paris. Als Grund gab er an:„Sie versuchte mich zu bevormunden, und sie hat mich ins Gesicht geschlagen.“ Eiskalt, ohne jede Gemütsbewegung, erzählte der kleine untersetzte Mörder der Polizei, wie er die Sekretärin JeanneRose Schaeffer mit einem Brecheisen erschlug. Anschließend stahl er seinem Opfer die Ersparnisse in Höhe von umgerechnet 4200 Mark, und dieses Geld gab er zwei Freunden, 18 und 20 Jahre alt, damit sie die Leiche fortschafften. Vor wenigen Tagen fischte man die Erschlagene aus der Marne. Sie war gefesselt und geknebelt und steckte in einem Sack. Alains Vater hatte sie schon vor drei Monaten als vermißt gemeldet. Die Kriminalbeamten fragten den Mörder:„Was haben Sie zuerst gedacht, ais Sie die Frau nach dem Streit ermordet hatten?“ Alain zeigte keine Spur von Reue.„Ja, was soll ich schon gedacht haben? Die Leiche wollte ich loswerden. Ich warf sie auf den Rücksitz des Wagens unc fuhr zurück zur Wohnung meines Vaters in Paris. Dann kämmte ich mich und band mir eine andere Krawatte um, weil die andere beim Kampf schmutzig geworden war. Anschließend ging ich zu meinen Freunden Jean-Paul und Hugues und bot ihnen das Geld an. Sie sollten die Leiche verschwinden lassen. Sie warfen sie in die Marne.“ Jean-Paul und Hugues werden jetzt von der Polizei gesucht.„Seid vorsichtig!“ warnte der Mörder grinsend die Beamten.„Die Jungen haben eine Pistole!“ Als man Alain in Gegenwart seines Vaters verhörte und ihm sagte, er käme ins Gefängnis, da sagte der hoffnungsvolle junge Mann gleichgültig:„Okay, gehen wir. Also bis dann, Papa.“ Der Vater biß sich auf die Lippen.„Armes Kind“, murmelte er.„Er und ich— wir müssen jetzt den Preis zahlen.“ Prinzessin bleibt dem Film treu Nach der Hochzeit stieg die Gage auf anderthalb Millionen Lire je Woche Rom.— Der römische Adel hat wieder einmal Grund, die Nase zu rümpfen. Prinz Vittorio Massimo, der seine Millionen aus einer großen Brauerei bezieht, hat sich zu einer Mesalliance herbeigelassen, indem er das Filmsternchen Dawn Addams heimführte. Die frischgebackene Prinzessin filmt trotzdem weiter. Nur verlangt sie jetzt je Woche nicht mehr 100 000 Lire wie vor der Hochzeit, sondern eineinhalb Millionen. Ihrer Gesellschaft ist der Titel so wertvoll, daß sie die Forderung bewilligte. Dawn Addams stand vor ihrem Wägelchen auf der Via Appia, dessen Motor streikte. Der Prinz, der ihre Hilflosigkeit beobachtete, fand sie so„süß“, daß er sich auf den ersten Blick in sie verliebte. Als seine Heiratsabsichten bekannt wurden, verlangte die Verwandtschaft, daß die künftige Prinzessin Massimo selbstverständlich das Filmen einstellen müsse. Dawn ging scheinbar auf diese Forderung ein, unterzeichnete jedoch schon am Tage nach der Hochzeit einen Vertrag, der ihr je Woche anderthalb Millionen Lire einbringt. Die Forderung der Gesellschaft, daß der Prinzessinnentitel mit auf dem Vorspann erscheinen müsse, bewilligte sie ohne Bedenken. Dawn hat ausgerechnet, daß der Film — er soll„Menschenschatten“ heißen— rund zwölf Millionen Lire(80 000 DM) einbringt, also mehr als das Bierbrauen des fürstlichen Gatten in der gleichen Zeit. Dafür lohne es sich, den ersten Ehekrach in Kauf zu nehmen. Weltmeister im Rasieren Amsterdam— Ganze 18 Jahre alt ist der neue Weltmeister im Rasieren, Peter Heldens aus Heerlen. Vor einer sachverständigen Jury nahm er einem Kunden den Bart mit sieben Messerstrichen in 37,2 Sekunden ab. Im Training hatte er es sogar auf 29 Sekunden gebracht. Das Einseifen wurde nicht mitgestoppt. Heldens Vorgänger im Rekordrasieren war eine junge Österreicherin, die den Titel in 42,4 Sekunden errungen hatte. Engrid Bergmans Kinder mit den beiden Kindermädchen Guillaume und Bella. Links Robertino, rechts die Zwillinge Isabella und Ingrid. Gerichtlich zur Heirat verurteilt Entweder Familie gründen oder keine Erbschaft— Die Testamentsbestimmungen des Onkel Thomas Dubiin.— John Coghlan wird bis zum 12. November heiraten müssen. Versäumt er das, dann darf er eine Erbschaft in Höhe von etwa 33 000 Mark nicht antreten. So hat es sein im vergangenen Jahr verstorbener 82jähriger Onkel Themas Coghlan bestimmt, und ein Dubliner Gericht hat es bestätigt. Onkel Thomas, ein dickschädliger alter 1re, hatte nur eine große Sorge: Er war Witwer, und als nächster Erbe seines Hofes kam eben nur sein Neffe in Frage, der gar so wenig Neigung zeigte, in seine bäuerlichen Fußtapfen zu treten. John wohnt in Summerhill, Südirland, und er ist trotz seiner 33 Jahre immer noch Junggeselle. „Der Junge muß unter die Haube kommen“, sagte sich Onkel Thomas.„Dann wird er vielleicht bodenständig.“ Und er setzte in seinem Testament folgende Bedingung fest: John Coghlan bekommt meinen Hof, aber nur unter zwei Bedingungen: 1. Er muß ein Jahr nach meinem Tode verheiratet sein. 2. Er muß mit seiner Frau auf dem Hof wohnen. Am 12. November 1953 starb Onkel Thomas. Jetzt war für John guter Rat teuer. Sehr teuer sogar, denn wie gesagt: der Hof mit allem Drum und Dran ist seine 33 000 Mark wert. Und zum Heiraten hatte John noch gar keine Lust. Er sah nur noch einen Ausweg.„Mich kann man nicht zum Heiraten zwingen“, sprach er, lief zum Kadi und focht das Testament an. Johns Anwalt John Glesson legte sich schwer ins Zeug. Es se' doch nicht erstrebenswert, sagte er, daß man einen Mann verlockt oder gar zwingt, innerhalb einer bestimmten Zeit zu heiraten. Man dürfe ihm doch nicht einfach die Pistole auf die Brust setzen. Der Richter aber war anderer Meinung. Er sehe keinen Grund, erklärte er, warum die Bedingung des Testaments nicht gültig sein sollte. Das verstoße nicht gegen allmeine Ansichten, es sei vielmehr ganz. klar und verständlich. Nur die Bestimmung, daß John mit seiner Frau auf deri Hof leben muß, wurde für nichtig erklär. Also wird sich John schleunigst eire Frau suchen müssen. Der einzige wirklich Leidtragende bei der ganzen Sache aber ist der tote Onkel. Sein Herzenswunsch wird nun doch nicht erfüllt, denn was nützt schon die Heirat seines Neffen, wenn dieser trotzdem nicht auf dem Hof leben will. Zu viele Verbrecher Rio de Janeiro.— Wie die brasilianische Regierung offiziell mitteilt, befinden sich im Lande 15 000 Verbrecher auf freiem Fuß, weil die Gefängnisse nicht ausreichen, um sie aufzunehmen. Skn Ein Heldentenor liebte den Wein Jan Kienura auf dem Bildschirm— Sohn Tadeusz perfekt in vier Sprachen „Wenn wir in Deutschland filmen können, sind alle anderen Angebote uninteresant. Am liebsten möchten wir wieder nDeutschland ansässig werden.“ Wir, das sind Jan Kiepura und Martha Eggerth, die nach dem Kriege schon mehrfach in das Land gekommen sind, in dem sie beide die Zeiten größter Erfolge erlebten. Jetzt verhandelt Jan Kiepura, der „Polnische Caruso“, wie ihn die Amerikaner genannt haben, in Berlin mit der Berolina-Filmgesellschaft über die Herstellung von 26 Fernsehstreifen. In strahlenden Operetten-Uniformen, mit der kräftigen, um nicht zu sagen robusten Stimme, so kannten wir vor zwanzig Jahren den aus Südwestpolen stammenden Tenor. der ursprünglich Jura studiert hatte und einem Zufall seinen ersten Erfolg auf der Bühne verdankte. Er hatte als Student oft die Gesetzestexte beiseite gepackt und sich der Ausbildung seiner Stimme gewidmet. Ein kleines Engagement an der Warschauer Oper war dabei herausgekommen, nicht mehr. Eines Tages, nach einer sehr alkoholischen Nacht, war der Heldentenor, der eigentlich die Hauptpartie singen sollte, stimmlich so indisponiert, daß der Spielleiter hell verzweifelt war. Das war Jan Kiepuras Chance, und er nutzte sie, und das Publikum applaudierte enthusiastisch Lion Feüchtwanger 70 Jahre Der Dramatiker und Romanschriftsteller Sion Feuchtwanger, der 1933 in die Vereinigten Staaten emigrierte und seitdem in Kalifornien lebt und schreibt, wurde siebzig Jahre alt. Er begann seine schriftstellerische Laufbahn mit dem Schauspiel„Der Fetisch“ und dem Roman„Der tönerne Gott“, die um 1910 entstanden. Bekannt wurde er vor allem durch den Roman„Jud Süß“, der in England und Amerika eins der meist gelesenen deutschen Bücher wurde. Unter seinen Schauspielen wurde„Vasantasena“, das er während des ersten Weltkrieges als Zivilinternierter in Tunis geschrieben hatte, am häufigsten aufgeführt. Ihm folgten.Der Friede des Aristophanes“, „Die Kriegsgefangenen“,„Der holländische Kaufmann“,„Eduard II.“(mit Bert Brecht als Mitverfasser) und die Trilogie um Warren Hastings„Kalkutta, 4. Mai“,„Die Petroleuminsel“,„Wird Hill amnestiert?“ Kurz vor seiner Vertreibung aus Deutschland brachte der Propyläen-Verlag den historischen Roman„Der jüdische Krieg“ heraus, in dessen Mittelpunkt die Gestalt des jüdischen Geschichtsschreibers und Chronisten der Zerstörung Jerusalems Flavius Josephus steht. Das Buch wurde zum größten Erfolg des Jahres. Im kalifornischen Exil entstanden der Romanzyklus „Der Wartesaal“,„Unholdes Frankreich“, das viele autobiographische Züge aufweist, „Die Brüder Lautensack“,„Marianne in Indien“ und„Die Söhne“.„Der jüdische Krieg“ wurde neu bearbeitet und ausgeweitet und er mien unter dem Titel„Josephus und de Kaiser“. In denselben Themenkreis gehört das Buch„Der falsche Nero“, dem ein weiterer historischer Roman aus der neueren Geschichte folgte:„Waffen für Amerika“, der Benjamin Franklin zum Helden hat. Ins Deutsche übersetzt wurde auch das 1948 erschienene dreiaktige Stück „Wahn oder der Teufel in Boston“, das zur Zeit der Hexenverbrennungen in Amerika spielt. In Deutschland noch nicht bekannt ist der Roman„Simone“ von 1944. Kurze Zeit später: Debut in Wien! „Tosca“ stand auf dem Programmzettel, und Kiepura sang kraftvoll. vielleicht ein wenig zu selbstbewußt für das Wiener Publikum, aber der Erfolg war ihm sicher. Und so beschleunigte sich das Tempo seines Aufstieges immer mehr. „Ich liebe alle Frauen“ sang er, und ganz Europa sang mit. Richard Tauber mußte damals Deutschland verlassen, und so wurde Jan Kiepura der erste Operettentenor in Deutschland. 1936 heiratete er die blonde temperamentvolle Budapesterin Martha Eggerth, die seither mit ihm zahllose Tourneen durch die ganze Welt machte. Der Krieg kam, Jan Kiepura war in Paris, meldete sich zu. polnischen Legion, wurde aber nach Amerika geschickt, wo er an der Metropolitan Opera in der„Lustigen Witwe“ Publikum und Presse entzückte. Daß er sich, obgleich Polen von Deutschen besetzt war, nicht in politischer Propaganda engagierte, sei nur nebenbei bemerkt. Jan Tadeusz, der älteste Sohn wurde geboren, der heute mit seinen zwölf Jahren bereits vier Sprachen beherrscht. Marjam, der Bruder, kam erst vor zwei Jahren in der Pariser Klinik Boulogne-sur-Seine zur Welt, gerade in dem Augenblick, als durch die Presse die Meldung ging, Jan Kiepura und Martha Eggerth wollten sich scheiden lassen. Aber daraus ist nichts geworden. Jan Kiepura und Martha Eggerth haben einmal eine kleine Differenz gehabt, aus der sie, wie Martha Eggerth sagte,„vernünftiger“ hervorgegangen sind. Hörspiel aus dem Stegreif 2 Wes der Mann da knipst. Können Sie nicht erkennen und weiß er selbst auch nur, weil man es ihm gesagt hat. Es ist Helgoland. Aber die Camuera versteht erst recht nichts von Geographie. Für sie ist und bleibt das Ding am ternen Horizont allemal nur ein blasser Strich. Und aus einem blassen Strich wird auch beim besten Willen der Optik, des Films und des Entwicklers immer noch kein Bild des Felseneilands: sondern nur ein rätselhaftes Gebilde, das einer umständlichen Erklärung bedarf:„Und sehen Sie, da hinten tauchte es rötlich schimmernd aus den Meeresfluten auf..." Bilder sollen aber ihre eigene Sprache sprechen und nicht erst durch einen dicken Zeigefinger zum Leben erweckt werden. Vlele Enttäuschungen kommen daher, daß man der Camera mehr zumutet als dem eigenen Auge. Man weiß ja, daß jener blasse Strich Helgoland ist. daß die gezackte Linie in fernen Dünsten der Zugspitze angehört. Und die Phantasie hilft tüchtig mit, ein Bild zu malen, das dem Auge allein gar nicht sichtbar würde. Die Camera hat aber auch nur ein Auge und ganz gewiß kein Wissen und keine Phantasie. Man soll nur solche Bilder aufnehmen, die man wirklich sieht. Was man sieht, ist aber immer nur dann ein„Bild“, wenn den sichtbaren Raum eine Idee beherrscht. Die Idee„Helgoland“ ist der aus der Brandung ragende Fels. Solange er nicht ragt, bleibt alles graue Theorie. Er kann aber nicht ragen, solange er sich nicht über den Standpunkt des Betrachters erhebt Die Gesetze der Perspektive werden erst in relativer Nähe wirksam. Nahe herangehen!— bleibt das A und O der Bildgestaltung, ganz gleich, ob es sich um einen Menschen oder um ein Gebirge handelt. Den richtigen Abstand bestimmen die Dinge ganz von selbst. Tritt man ihnen zu nahe, so passen sie nicht mehr in den Sucher. Der Südwestfunk Baden-Baden überträgt am 13. Juli erstmals ein StegreifHörspiel„Es liegt was in der Luft“. Der Hörspielautor Christian Bock schrieb zu diesem Experiment eine knappe Schilderung des Handlungsablaufs. Die Schauspieler müssen nun das Szenarium mit den Mitteln der Improvisation verlebendigen. Diese Neuheit in der Geschichte des Hörspiels soll den Mangel an Ursprünglichkeit und darstellerischer Echtheit vor dem Mikrophon auszugleichen versuchen. Nach den Erfahrungen bei der Einstudierung (Spielleiter Dr. Biltz, Regie Christian Bock) soll es vorläufig bei diesem Versuch bleiben. Man will abwarten, ob die Hörer und die Kritik in ihm einen zukunftsversprechenden Typus des Hörspiels erkennen. Den Konfliktstoff der Handlung liefert eine Parfümflasche. Sie zerbricht auf einem Postamt, und der Inhalt durchtränkt zahlreiche Briefe. Der Wohlgeruch der Briefe schafft bei den Empfängern größte Verdächtigungen und launige Verwicklungen. UNSER ten— ben— o- soll— ben— man— le— nach— im— stets— trach nicht— darf— ten— und— ten— da — un— ver— das— bei— ach ge— es— ein— ten— muß— un— ben— ein— o— ben— und ben— gen— le— teil— der— nicht — kopf— ge— ste— ne— oh— kann — klüg In jeder Reihe sollen die Silben so geordnet werden, daß sich ein Vierzeiler von Fred Endrikat ergibt. Auflösung des letzten Rätsels Glocke, Apfel, Leiter, Gans. Eichel, Vase Ohr, Gießkanne, Ei, Löwe.— Galgenvogel. ... und ein Buch inger: Der maßlose Ozean. keln. DM 11,80. Paul List VerHerbert Rittlir 313 S., 8 Bildtafel lag. München. Herbert Rittlinger hat es sich ein wenig bequemer gemacht diesmal: Nicht mit dem Faltboot— wie bisher— sondern auf Oltankern und Koprafrachtern ist er unterwegs im„maßlosen Özean“. Wer will, lernt belm Lesen eine ganze Menge. Denn technische Einzelheiten und geographische Bestimmungen sind mit fast übergroßer Sachlichkeit behandelt. Die Abenteuerlustigen aber werden ganz glücklich sein auf dieser Reise zu den Inseln der Südsee, deren Bewohner so fremd und doch so liebenswert sind. Landschaft und Menschen werden in der Schilderung zu einem schönen Bild, greifbar, in warmen Farben, unaufdringlich und nie zu bunt. A. H. Kleiner Auto-Knigge. Vom ersten Kratzer (am nagelneuen Auto) bis zur Meisterschaft KLEINE GESCHICHTEN VOM THEATER Der Schauspieler Albert Bassermann erzählte aus seiner Anfängerzeit folgende Anekdote: In einem kleinen Städtchen gab die Truppe, der er angehörte, ein Gastspiel:„Die Zauberin Sidonie“. In dem Stück wird in einer Gerichtsszene die der Hexerei angeklagte Heldin vorgeführt. Der Gerichtsvorsitzende fragt:„Ist sie schuldig?“ Darauf ertönt aus dem Publikum der Ruf:„Jawohl, mir 18 Groschen. Sie hat sich gestern Torte mit Sahne holen und anschreiben lassen.“ * Adolf von Sonnenthal. ein gefeiertes Mitglied des Wiener Burgtheaters, verliebte sich trotz hohen Alters in eine kleine, reizende Elevin. Einmal flirtete er mit ihr besonders heftig im Konversationszimmer. Da trat ein Kollege zu ihm und fragte diskret:„Und was machst du, wenn das Mädchen ,ja' sagt?!“ * Komiker Lang sollte in einem Ritterstück erstochen werden. Der Statist, der die Tat zu vollbringen hatte, bemühte sich vergeblich, das verrostete Schwert aus der Scheide zu bringen. Geistesgegenwärtig warf sich Lang zu Boden und rief röchelnd: „Du siehst, mich tötet bereits die Angst...“ Der Vorhang fiel, und das Publikum applaudierte begeistert. * Der durch seine Grobheit bekannte Theaterdirektor Rinselhardt sagte einmal zu einem Tenor:„Herr, es ist allerdings eine ausgemachte Sache, daß die Tenoristen das Vorrecht haben, furchtbar dumm zu sein, aber, weiß Gott, Sie mißbrauchen Ihre Rechte.“ * Wenn Iffland bei guter Laune war, reizte es ihn, seine Partner durch Extemporieren zum Lachen zu bringen. Ein Kollege wollte sich einmal für den Schabernack rächen und extemporierte:„Da stehen wir nun wie ein paar Affen am Berge!“ Iffland verzog keine Miene, griff nach dem nächsten Sessel setzte sich und sprach salbungsvol!: Tob aitze!“ (im Fahren). Von Thaddäus Troll. Sanssouci-Verlag, Zürich. Der Verfasser plaudert in liebenswürdiger Form über die ganze Kraftfahrerei, über die ersten Fahrstunden und die Prüfung(vielleicht das beste Kapitel!), über die Radfahrer (natürlich die Radfahrer!), über die Liebe am Steuer(die nicht ungefährlich ist), über Parkwächter, die Beifahrer(männliche und vor allem weibliche Anhalter), die Weißen Mäuse und noch vieles andere, was dem Autofahrer zuweilen einen Gallenanfall verursachen könnte, wenn— ja wenn Thaddäus Troll nicht alles mit seinem Humor vergoldete. Dietsche KULTURNOTIZEN Die Entdeckung eines 160 Kilometer langen Kanalsystems, durch das ein Teil des vorgeschichtlichen Mesopotamiens bewässert wurde, wurde bekanntgegeben. Diese Kanäle, die vor etwa 6000 Jahren angelegt worden seien, hätten den Anstoß zur Entwicklung einer der ersten großen Zivilisationen auf der Erde gegeben. Gleichzeitig habe man mehrere vorgeschichtliche Städte entdeckt. Der Generalpostulator des Franziskanerordens, Pater Scipioni, überreichte in Aachen die päpstliche Vollmacht zur Führung des apostolischen Prozesses über die Wunder der Ordensstifterin Mutter Franziska Schervier aus Aachen. Damit ist der seit längerer Zeit anhängige Seligsprechungsprozeß der Franziska Schervier, die vor rund 100 Jahren in Aachen den Orden der armen Schwestern vom heiligen Franziskus stiftete, in sein Endstadium getreten. Das Fuldaer Lokalkomitee zur Vorbereitung des 76. Deutschen Katholikentages (31. August bis 5. September) hat an über 10 000 katholische Pfarreien die Katholikentags- Abzeichen versandt, die eine Weltkugel mit Kreuz zeigen. Nach Mitteilung des Komitees hängt die Finanzierung des Katholikentages maßgeblich vom Verkauf der Abzeichen ab. Die Jahrestagung des Internationalen Büros für Erziehung(IBE) und der UNESCO, die sich mit der Ausbildung und Rechtsstellung der Lehrer an höheren Schulen befassen will, wurde in Genf eröffnet. Dabei erklärte der Generaldirektor der UNESCO, Luther Evans, mehr als 275 Millionen Kinder auf der Erde genössen keinerlei Erziehung. Picasso-Ausstellung vorzeitig geschlossen Paris.— Eine Ausstellung früher Picasso-Werke, die von Museen in Moskau und Leningrad überlassen worden waren, ist in aller Eile vorzeitig geschlossen worden. Frau Tschoukine, die Tochter eines russischen Emigranten, hat vor dem Pariser Zivilgericht eine Klärung der Eigentumsrechte an den Werken beantragt. Sie erklärt, die Sowjetunion habe die Bilder 1918 unrechtmäßig bei ihrem Vater beschlagnahmt, der als einer der ersten Kunstsammler die Öffentlichkeit für Picasso interessiert habe. Frau Tschoukine hat das Gericht ersucht, zu veranlassen, daß die Bilder bis zu einer Klärung der Eigentumsfrage in das Louvre- Museum gebracht werden. Die Bilder sind, wie inzwischen bekannt wird, aus dem„Maison de la pensée Francaise“, wo sie noch bis Ende September : gezeigt werden sollten, entfernt worden. Sie sollen in Wagen mit Diplomatenkennzeichen zur sowjetischen Botschaft gebracht worden sein. Das„Haus des französischen Gedankens“, das von einer mit den Kommunisten sympathisierenden Organisation verwaltet wird, teilte die Schließung der Picasso-Schau mit dem Bemerken mit, daß die Streitsache„den internationalen Kunstaustausch beeinträchtigt und die Pariser daran hindert, Meisterwerke zu sehen, die sowjetische Museen übersandt haben“. Sergej Tschoukine, der Vater der Klägerin, war vor 1914 oft nach Frankreich gekommen und hatte bei diesen Besuchen die frühen Picasso-Werke erworben. 1920 ließ sich Tschoukine ganz in Frankreich nieder. Seine Tochter ist französische Staatsangehörige. Kultur und Kirchentag Leipzig.— Eine Fülle kultureller Veranstaltungen— Kirchenmusiken, Rezitationen, Theateraufführungen, Laienspiele, Vorträge, Filmvorführungen und Ausstellungen— begleitet den 6. Evangelischen Kirchtentag. Das etwa 200 Veranstaltungen umfassende Programm steht unter dem Leitmotiv„Brücke zur Kirche— Brücke zur Welt“. Aus eigenen Werken lesen u. a. Rudolf Alexander Schroeder, Hans Franck, Albrecht Goes, Manfred Hausmann, Kurt Ihlenfeld, Ernst Penzoldt und Johannes Günther. Die Leipziger Spielgemeinde bringt Ernst Barlachs„Sündflut“ und Christopher Frys„Der Erstgeborene“. Die Berliner Vaganten spielen Frys„Schlaf der Gefangenen“. Auf dem Theater-Programm stehen außerdem Jan de Hartogs „Schiff ohne Hafen“, Ladislaus Fodors „Gericht bei Nacht“ und Hugo von Hofmannsthals„Jedermann“. Auch eine Uraufführung fehlt nicht. Walther Keßler schuf die„Flucht zum Altar“, in der er an eine altjüdische Legende aus der Zeit der babylonischen Gefangenschaft anknüpft. Einen besonders breiten Raum nehmen die musikalischen Veranstaltungen ein. Unter den Mitwirkenden ist der Dresdner Kreuzchor, auch die Thomaner singen. Zusammen mit bekannten Solisten und dem GewandhausOrchester führt Prof. Ramin die JohannesPassion auf. Reichhaltig ist das Programm: an Orgelmusiken, Kantaten, Posaunenchören und Motetten, an offenem Singen, 3 Oratorien und philharmonischen Kon? zerten. Filmvorführungen finden in den. Messehallen und— da andere Säle fehlen vor dem Altar statt. Gezeigt werden u. a.„Nachtwache“,„Der gehorsame Rebell“,„Station Afrika“(Missionsarbeit in Afrika) und„Eine Handvoll Reis“(Reisbauern im siamesischen Dschungel). Die„biganten der Landstraße“ Frankreich im Tour de France-Fieber— Das gelbe Trikot des Siegers—„Domestiken“ und„Gesetzte“ Bis zum ersten August rollt wieder einmal die„Tour de France“. Es ist das erste Mal in den 51 Jahren ihres Bestehens, daß sie ihren Anfang im Ausland, nämlich in Amsterdam genommen hat. Ein Artikel in der Zeitschrift„hobby— das Magazin der Technik“ berichtet über dieses bedeutendste, schwierigste und interessanteste Radrennen, das die Geschichte des Berufssports kennt. Der Geburtstag der Tour de France war der 1. Juli 1903, ihr Vater der Chefredakteur der damaligen französischen Sportzeitung„L’Auto', Henri Desgrange. Seither hat sich an der Struktur der FrankreichRundfahrt laufend etwas geändert. Natürlich war man bestrebt, die Schwierigkeiten von Jahr zu Jahr zu steigern. 1906 passierte das Fahrerfeld erstmals ausländischen Boden. 1907 war die Gesamt-Kilometerzahl von 2500 auf 5000 gestiegen; drei Jahre später führte die„Tour“ bereits über die Pyrenäenpässe, und 1911 mußten die ersten Alpenübergänge bezwungen werden. Wurde die Gesamtwertung von 1905 bis 1912 nach den Punkten berechnet, die der Fahrer auf Grund der täglichen Placierung erhielt, so wurde ab 1913 der auch heute noch übliche Modus eingeführt, die genauen Zeiten jeder Etappe zusammenzurechnen. Erst seit 1919 trägt der jeweilige Spitzenreiter in der Gesamtleistung das„maillot jaune“, das„gelbe Trikot“. In jenem Jahr wurde nämlich das Marken-Mannschaftsrennen zugunsten des Einzelfahrers aufgegeben, und seit 1930 kennt man schließlich außer dem immer im Vordergrund des Interesses stehenden Einzelrennen auch die Wertung nach National- bzw. Regionalmannschaften. Allerdings darf der Begriff des„Einzelgängers“ nicht wörtlich genommen werden. Selbst die berühmtesten„Giganten der Landstraße“ Coppi, Bartali, Koblet, Kübler und Bobet hätten— allein auf sich gestellt— niemals eine Tour de France gewinnen können. Die aussichtsreichsten Fahrer werden vielmehr zu „Kapitänen“ ihrer Mannschaft ernannt, während die übrige Equipe in erster Linie zu Hilfeleistung für den oder die „Gesetzten“ mitfährt. Diese„Domestiken“ haben im Falle eines Defektes ihrem „Herrn“ sofort die eigene, intakte Maschine abzutreten, falls kein Materialwagen zur Stelle ist; sie müssen lädierte Schlauchstreifen auswechseln und zuweilen auch für den Nachschub an Verpflegung oder Getränken sorgen. Auch in taktischer Hinsicht haben sie ihren Kapitän jeweils zu unterstützen— als Vorhut, Schrittmacher oder als Bremser der Verfolger. Die entscheidenden Auseinandersetzungen finden gewöhnlich in den Bergen statt. Hier sprengen die großen Kletterer das Feld. Selten ist die in den Bergen gefallene Entscheidung auf den letzten Etappen nach Paris noch anzufechten, und der letzte Träger des„gelben Trikots“ kann dann seinen triumphalen Einzug in die französische Metropole halten. Doch mehr als den Ruhm erntet der Sieger zunächst nicht. Vor allem die Italiener haben es nämlich unterstützt, daß alle Geldpreise, die es gibt, in einen Topf geworfen und zu gleichen Quoten unter die Mannschaft verteilt werden. Und der eigentliche„Tour“-Gewinner geht sogar leer aus— er muß nun die Hilfe seiner„Domestiken“ bezahlen. Aber auch er kommt noch zum Verdienen, denn ein Tour-Sieg wiegt im internationalen Ansehen so schwer, daß sich wenigstens ein Jahr lang alle Veranstalter um den Gewinner reißen und ihm ein Vielsches von den sonst üblichen Gagen zahlen Im letzten Jahr wurden fast 30 Millionen Francs an Preisen ausgesetzt, das sind rund 350 000 DM. Davon erhielt beispielsweise der Einzelsieger etwą 12 000 DM, die siegreiche Mannschaft das Doppelte. Für die Finanzierung einer solchen MonstreVeranstaltung sorgt die Pariser Sportzeitung„L’Equipe“(früher„L’Auto“). Jede Stadt, die Etappenzielort werden will, muß einen ansehnlichen Betrag in die TourKasse zahlen. Die zweite finanzielle Säule ist die Reklame-Karawane, die etwa eine Stunde vor der Fahrerspitze mit Lärm und Musik dahinbraust. Der Erfolg ist immer sicher, denn überall, wo die Tour vorbeiführt, hält der Franzose so etwas wie„nationalen Feiertag“ und säumt die für den Gegenverkehr gesperrten Straßen. Die bei der Tour de France benutzten Rennmaschinen sind natürlich viel leichter als die zivilen Touren-Fahrräder. Sie haben ein Gesamtgewicht von 10 bis 11 kg, während die deutschen Fabrikate heute immer noch 2 bis 2,5 kg mehr wiegen. In Frankreich und Belgien wird nämlich für den Rahmen das leichtere englische Rohr und für das Zubehör Leichtmetall verwendet. Die Reifen haben nur ein Gewicht von 300 bis 325 Gramm. In einer zusammengenähten Leinwandhülle steckt ein sehr dünner Gummischlauch, der aufgepumpt wird oder bei einer Panne während des Rennens mit der neuen, von den Fahrern mitgeführten Preßluftpatrone gefüllt werden kann. Die interessanteste Einrichtung der heutigen Rennräder ist aber die Gangschaltung, die den Berggang, den Normalgang für die Ebene und den Schnellgang für Abfahrten und kräftigen Rückenwind zuläßt. Es werden bei der„Tour“ Maschinen mit bis zu zehn Gängen gefahren. Mag man über die Tour denken, wie man will; eines steht fest: es war ein Verdienst der Tour de France, daß das Fahrrad eine Vervollkommnung erfuhr, die erstaunlich ist. Die Erfahrungen, die man aus dieser Zerreißprobe sammelte, waren für die Fahrrad-Entwicklung von entscheidender Bedeutung. B. Schmidt-Hillebrandt CleverStolz beliebt, bekannt im ganzen Land! Sieg der sportlichen Idee Echte Volksbewegung—- Zum Triumph des deutschen Fußballs R. H. So einmalig der Triumph der deutschen Fußballelf in der Sportgeschichte dasteht, ebenso beispiellos ist auch die Begeisterung, die den Siegern entgegenschlägt. Wer es noch nicht verstanden hat, dem ist in diesen Tagen aufgegangen: der Sport ist eine echte Volksbewegung, mit der sich keine irgendwie geartete Gemeinschaftsäußerung messen kann. Der Sport beweist nicht nur seine volksverbindende Kraft, die über alle Tren'nungen hinwegschreitet, sondern auch seine völkerverbindende Idee. Allerdings müssen wir darum besorgt sein, daß vaterländische Freude nicht in nationalistische Überheblichkeit umschlägt; es gibt Deutsche, die nicht wissen, wie man sich im Ausland zu benehmen hat. Die Spieler wurden überreichlich beschenkt. Hier scheint uns manchmal des Guten zu viel zu sein; die Zuwendungen lassen manchmal die Absicht der Eigenreklame für den Spender erkennen. Man vergißt, daß viele Sportvereine im Lande Not leiden. Wie wäre es, wenn man der deutschen Sportjugena aus Anlaß des Weltmeisterschaftssieges ein allgemeines Geschenk zukommen lassen würde? Herberger und seine Schützlinge hätten daran gewiß ebensoviel Freude wie an den Bergen von Käse! Staat und Gemeinden haben die Bedeutung des Sports erlebt, mögen sie die Folgerungen ziehen. In den Bundes- und Landesjugendplänen ist der Sport kümmerlich bedacht worden. Die Sportjugend erhält nur einen Bruchteil der Zuwendungen, die an andere Verbände ausgeschüttet werden, obwohl die Sportjugend die höchsten Mitgliederziffern nachweist. Wie unterschiedlich gemessen wird, dafür ein Beispiel: Zum Sporttreffen eines kleinen Verbandes in Köln erhielten beteiligte Lehrer und Schüler mit Empfehlung des Kultusministeriums Sonderurlaub. Ein gleicher Antrag des Westfälischen Turnerbundes zum Bundesturnfest in Hagen wurde abgelehnt. Dabei bezog sich der Antrag lediglich auf den letzten Schultag vor den Sommerferien, an dem ohnehin nichts mehr geleistet wird. Mag durch gewisse Amtsstuben ein frischer Wind wehen— das wäre eine erfreuliche Wirkung des Sieges von Bern. Großer Preis mit Mercedes Erstmalig nach dem Krieg auf dem Nürburgring am 1. August Adenau. Noch niemals in der Geschichte des Nürburgringes ist es vorgekommen, daß vier Wochen vor einer Veranstaltung sich die Kartenvorbestellungen in einer solchen Fülle häuften, daß mit dem Versand kaum Schritt gehalten werden kann. Das soll aber kein Kassandraruf sein, denn es stehen genügend Karten für alle Plätze mit bester Sichtmöglichkeit zur Verfügung. Wieviel Zuschauer können überhaupt einem Nürburgring-Rennen beiwohnen? Nun: 4 500 auf der Haupttribüne, der Promenaden- und Boschtribüne, 6 000 auf dem Promenadenplatz, 5 000 auf dem Terrassenplatz, 20 000 auf den Südkehreplätzen, 100 000 auf den Plätzen Quiddelbacher Höhe, Wehrseifen, Karussell und Schwalbenschwanz, 500 000 auf den Waldplätzen. Wenn man den Ursachen der überraschenden Kartenbestellungen nachgeht, dann dürften es in der Hauptsache zwei Momente sein: Das erstmalige Auftreten von Mercedes nach dem Kriege und das überraschende Engagement von Alberto Ascari, Weltmeister und Meister des Nürburgringes, durch Maserati. Es gibt zweifellos einen Kampf auf Biegen und Brechen zwischen Mercedes, Ferrari, Maserati und Gordini. Immertreu, Lot, Forstmann. 7. R.: Landois, Csardasfürstin, Prinzeß Gudrun, Waldläufer. 8. R.: Miß Marlies, Benno, Jagretto, Major. 9. R.: Orkan, Maud Hanover, Olona, Willie Hermann. Wintersporttermine Die westdeutschen Meisterschaften Hohenlimburg. Die Vertreter von 125 westdeutschen Skivereinen legten in Hohenlimburg die Termine für die Verbandsmeisterschaften des kommenden Winters fest. Danach findet in Winterberg vom 21. bis 23. Januar 1955 die westdeutsche nordische Meisterschaft statt, während die westdeutschen alpinen Meisterschaften eine Woche später am 28. und 29. Januar ebenfalls in Winterberg folgen. Neuastenberg übernimmt die westdeutschen Jugendwettkämpfe am 5. und 6. Februar. Der 30-Kilometer-Dauerlauf und die Frauenstaffel wurden für den 13. Februar nach Girkhausen vergeben. Das einzige DSV-offene Skispringen in Westdeutschland mit internationaler Besetzung wurde auf den 22. Februar nach Willingen verlegt. Im Löwenbräukeller Fritz Walter zum Ehrenspielführer ernannt München. Fritz Walter, der Spielführer der deutschen Fußball-Weltmeisterelf, wurde von Dr. Peco Bauwens, dem Präsidenten des Deutschen Fußballbundes, im Münchener Löwenbräukeller zum Ehrenspielführer ernannt. Dieser Titel wurde damit zum ersten Male in der deutschen Fußballgeschichte verliehen. Gleichzeitig zeichnete Bauwens Bundestrainer Sepp Herberger und seine Schützlinge mit der goldenen Ehrennadel des Deutschen Fußballbundes aus. Mit diesen Ehrungen im Münchener Löwenbräukeller fanden die Feierlichkeiten, die' München der zurückgekehrten Meistermannschaft bereitete, ihren Abschluß. Im Löwenbräukeller spielten sich die gleichen Szenen ab wie in den Nachmittagsstunden auf den Straßen Münchens. In einem ungeheuren Menschengewühl gingen die übermüdeten Spieler fast unter, und sie konnten sich kaum noch der Autogrammjäger erwehren. Todmüde fuhren sie in den späten Nachtstunden zur Sportschule Grünwald zurück. Einen Begriff vom Kameradschaftsgeist der deutschen Mannschaft vermittelte Dr. Bauwens. Unmittelbar vor Beginn der schweren Spiele gegen Jugoslawien, Österreich und Ungarn hätten sich die Spieler in den Umkleidekabinen zu einem Kreis zusammengeschlossen, bei den Händen gefaßt und„geschworen“, bis zum Umfallen zu kämpfen. Weltmeisterschaft in Zahlen 5,38 Tor-Durchschnitt in 26 Spielen Bern. Die endgültigen Zahlen über die 5. Fußball-Weltmeisterschaft liegen noch nicht vor, aber es steht fest, daß die 880 000 Zuschauer, die den 26 Spielen beiwohnten, für die FIFA und die Schweiz einen finanziellen Erfolg gebracht haben. Wie großen Anteil aber die gesamte Welt an diesem Ereignis genommen hat, zeigen die Zahlen der anwesenden 1398 Berichterstatter(1054 Reporter. 129 Fotografen sowie 215 Sprecher für Radio und Fernsehen) aus 44 Nationen, Wie stark die Angriffsformationen bei dieser Weltmeisterschaft in den Vordergrund getreten sind, ergibt sich aus den insgesamt erzielten 140 Treffern in 26 Spielen, von denen vier Selbsttore waren. Der Durchschnitt pro Spiel beträgt damit 5,38 Tore. Mit 25 geschossenen Toren steht die deutsche Weltmeisterelf unmittelbar hinter Ungarn(27) an der Spitze, hat allerdings auch als einzige Nation sechs Spiele ausgetragen. Die Schlußtabelle des Turniers hat folgendes Aussehen: TRIUMPHZUG DER MEISTERMANNSCHAFT DURCH MUNCHEN Hunderttausende umjubelten die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei ihrem Einzug in München. Unser Bild: Mannschaftsführer Fritz Walter, der immer wieder den Weltmeisterschaftspokal zeigen mußte, und Trainer Sepp Herberger an der Spitze der Autokolonne. Start im Sportpalast Titelkämpfe der Amateurboxer— Meister Breil bekam Fehlurteil Berlin. Im Berliner Sportpalast begannen die deutschen Meisterschaften der Amateurboxer vor 3000 Besuchern mit den ersten Vorrundenkämpfen.Halbmittelgewichtsmeister Breil(Trier), der als erster der fünf Titelverteidiger in den Ring kletterte, kam nur durch ein Fehlurteil mit einem Punktsieg über den geschickt abfangenden Hamburger Hanff in die zweite Runde. Die technisch beste Leistung zeigte der ehemalige Juniorenmeister Rudhoff(Rüsselsheim), der den Konstanzer May II mit seiner ausgezeichneten Linken klar beherrschte. Den einzigen entscheidenden Sieg holte sich der schlagstarke Hamborner Kleine, der Im Mittelgewicht zum gefährlichsten Gegner für Europameister Wemhöner werden könnte. Feder: Stahl Rennen in Dortmund 1. R.: 1. Toskana(Dünschede), 2. Bologna Sieg 19, Pl. 14, 20, Ew. 88.— 2. R. 1. Feuerherd(Biermann), 2. Offida, 3. Sawanne. Sieg 25, Pl. 12, 11, 13, Ew. 58.— 3. R.: 1. Turnierfalke(Tress), 2. Pik Bube, 3. Cinzano. Sieg 26, Pl. 14, 18, 24, Ew. 106.— 4. R.: 1. Valentino (Fuchs), 2. Fala. Sieg 15, Pl. 11, 19, Ew. 50.— 5. R.: 1. Spirito(Deschner), 2. Pfalzgold, 3. Samos. Sieg 30, Pl. 13, 11, 28, Ew. 42.— 6. R.: 1. Fra Diavolo(Held), 2. Silberstreif, 3. Aristo. Sieg 57, Pl. 18, 27, 16, Ew. 598.— 7. R.: I. Glücksstern(Held), 2. Heidejäger, 3. Energie. Sieg 96, Pl. 30, 31, 67, Ew. 810.— 8. R.: 1. Balan(Bollow), 2. Zorika, 3. St. Georg. Sieg 46, Pl. 15, 34, 14, Ew. 538. Trabrennen in Recklinghausen Donnerstag, 8. Juli, 17 Uhr Recklinghausen. Die gerade in den Sommermonaten so beliebten Abendrennen werden auch dieses Mal sicher wieder viele Besucher anziehen, zumal die Beleuchtung durch die 240 Tiefstrahler ein sehr reizvolles Bild ergibt und jede Phase des Rennens wie am hellen Tag zu beobachten ist. Im Mittelpunkt der Tageskarte steht der der besten Klasse vorbehaltene„Preis der Nordseebäder“, eine über 2000 Meter führende Prüfung, in der 11 Pferde an den Start gehen. Voraussagen: 1. R.: Maienglück, Mutwille, David Spencer. 2. R.: Silberkorn, Diana H., Räuber, Mignon. 3. R.: Dyamant, Heli, Marokkaner, Efendi. 4, R.: Marlies, Tarzan, Mohr, Siegismund. 5. R.: Epilonus, Irondes, Austernfischer, Papeli. 6. R.: Hesta, Japans Kunstturner sind Klasse 23. Länderkampf mit fünfter Niederlage?— Japanische Kürübungen eine Augenweide Krefeld. Der 23. Länderkampf der deutschen Kunstturner am Sonntag im Krefelder Hallenstadion, der zum ersten Male gegen Japan führt, dürfte nach den je zwei Siegen der Schweiz und Finnlands die fünfte deutsche Niederlage bringen. Denn so jung die Japaner auch als Turnnation sind: Seit Helsinki und besonders seit dem großartigen zweiten Platz in Rom bei den Weltmeisterschaften sind die Japaner nicht nur bis zur Spitzenklasse vorgedrungen, sondern werden auch von europäischen Beobachtern als die besten Kürturner der Welt angesehen. Da aber wie üblich auch dieser 23. Länderkampf im Olympischen Kürsechskampf abgewickelt wird, wobei im Gegensatz zu sonst lediglich Siebenerriegen antreten— Japan entsandte nur sieben Turner nach Rom— bleibt es den Bantz, Dickhut, Gebr. Wied, Överwien, Klein und Nieling gegen die Kono, Ono, Takemoto, Nabeya, Kaneko, Kubota und Öshima voraussichtlich nur vorbehalten, eine Niederlage so knapp wie möglich zu halten. Japan ist nun die neunte Nation, gegen die Deutschlands Kunstturner nach Ungarn, Finnland, der Schweiz, Italien, Polen, der Slowakei, Frankreich und Österreich antreten. Schwungvoll und dynamisch Die Japaner waren es, die bei den Weltmeisterschaften in Rom den krassen Unterschied zwischen schwungvollem, dynamischem und sportlichem Turnen gegenüber der exakten, absolut sicheren russischen Arbeit klar machten. Die kleinen, leichten Japaner turnen so, wie es den deutschen, finnischen und Schweizer Turnern seit langem als Ideal vorschwebt: gelockert, gelöst und rhythmisch beschwingt. Eine wahre Augenweide für die Zuschauer, sind die Gäste aus Asien in diesem Punkte klar überlegen. Da die Kampfrichter im Gegensatz zu Rom wohl nicht den letzten Maßstab an die exakte Durchführung legen, dürfte Deutschland, das aus der Weltmeisterschaftsriege Kiefer und Schnepf ersetzte und Nieling auf Platz 7 nominierte, nur am Seitpferd einen knappen, zum Sieg aber kaum ausreichenden Vorsprung herausturnen. Bantz besser ais Kono Vielleicht sind es lediglich Bantz und Dickhut, die in ihrer eleganten Turnweise den Japanern gleichkommen. Nicht umsonst haben sie auf ihrer„Lehrtournee“ im Vorjahre die Augen offengehalten und viel gelernt. Da sie darüber hinaus selbst den Kono und Ono sowie Takemoto in der Sicherheit der Ausführung und in der Komposition der Übungen ein Stück voraus sind, ist es durchaus möglich, daß trotz eines japanischen Erfolges die ersten Plätze in der Einzelwertung an die beiden deutschen Sp't enturner gehen. Auch das„Rahmenprogramm“ mit je zwei Turnerinnen verspricht ausgezeichnetes Turnen. Deutscherseits treten Hanna Grages und Wolfgard Voß an. Japan bringt die Achte der Gesamtwertung und Weltmeisterin am Schwebebalken, Keiko Tanaka, und Mitsuko Ileda an den Start. (Oeynhausen) Punktsieger aber Pack(Saarbrücken). Rund um Scholz— Milazzo Dortmunder Boxkämpfe am 11. Juli Dortmund. Kommenden Sonntag, 11. Juli, 17 Uhr steigt nunmehr die vom 4. Juli verlegte große Boxveranstaltung der Westfalenhalle. Das gesamte Programm mit Scholz— Milazzo im Hauptkampf wird unverändert durchgeführt, es umfaßt 58 Runden. Die bereits für den 4. Juli gelösten Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit für den 11. Juli. Hoepners Gegner, der spanische Schwergewichtsmeister Jose Gonzales, traf mit seinem Landsmann Lopez, der gegen den Stuttgarter Höhmann boxt, in Dortmund ein. Die Spanier trainieren täglich in der Dortmunder Sportschule Otto Bürger. Für den internationalen Hauptkampf Scholz gegen Milazzo wurde Otto Nispel als Ringrichter verpflichtet. Der Franzose Milazzo hat seine Ankunft in Dortmund zum Donnerstag mitgeteilt. Gustav Scholz trifft am Freitag in Dortmund ein. Revision verworfen Zweijährige Sperre bleibt Hannover. Hier fand die Revisionsverhandlung in der Angelegenheit Lohmann, Kilian, Weckerling und Bund Deutscher Radfahrer statt, der die Bestraften mit ihren Rechtsvertretern beiwohnten. Nach langen Besprechungen wurde die Revision verworfen, so daß die seinerzeit ausgesprochene zweijährige Sperre für Lohmann, Kilian und Weckerling bestehen bleibt. Das der Öffentlichkeit übergebene Kommuniqué über diese Verhandlung hat folgenden Wortlaut:„Die Revision der Beschwerdeführer gegen die Entscheidung des Sportausschuß-Vorsitzenden des Bundes Deutscher Fadfahrer vom 24. April 1954 wird als unbegründet verworfen. Die Kosten des Verfahrens werden den Beschwerdeführern als Gesamtschuldnern auferlegt. Diese Entsche'dung ist rechtskräftig.“ Beim Mendener Abendsportfest gewann Werner Lueg die 800 Meter nach einer verbummelten ersten Runde in kraftvollem Endspurt mit 1:56,6 vor dern Mendener Hans Walter Friedrich in 1:56,9. Rolf Lamers war über 1500 Meter in 3:58,8 vor Helmut Gude (3:59,6). Aus Westfalen wurden zu den Kanuweltmeisterschaften in Macon(Südfrankreich) gemeldet: Kleine(Lünen), Miltenberger(Herdecke), Wittgens/Borgardt(Linden-Dahlhausen) sowie von den Frauen Jordan(Herdecke) und Hartmann(Herford). Der Östzonenmeister im Wasserball, Aufbau Börde Magdeburg, spielt am kommenden Samstag in Bönen pei Hamm, am Sonntag In Ennigerloh und am Montag in Hamm. Das 16. Provinzialturnier Westfalen in Hamm(3. bis 5. September) umfaßt 23 Konkurrenzen, darunter je eine S-Dressur und ein Sa-Jagdspringen. Höhepunkt ist der Wettkampf um die Provinzial-Reiterstandarte. Nach dem großen Weltmeisterschaftssieg weist die deutsche Bilanz bei 223 Spielen 118 Siege, 67 Niederlagen und 38 Unentschieden bei einem Torverhältnis von 601:399 Toren auf. WIRTSCHAFT UND ARBEIT Kohlenabgabe soll bis 1957 bleiben Bauprogramm von 40 000 Bergarbeiterwohnungen wäre sonst gefährdet Bonn.— Die Bundesregierung hat jetzt dem Bundestag die Novelle zum Bergarbeiterwohnungsbaugesetz zugeleitet und dabei den Vorschlag des Bundesrates abgelehnt, die Kohlenabgabe nur noch bis Ende 1956 zu erheben. Sie beharrt auf ihrem Standpunkt, daß die Abgabe zur Hälfte der bis Ende Oktober dieses Jahres geltenden Sätze bis zum 31. Dezember 1957 weiterhin abgeführt werden müsse, weil sonst das Bauprogramm von 40 000 Bergarbeiterwohnungen nicht erfüllt werden könne. Die Bundesregierung lehnte es auch ab, im Gesetz die Möglichkeit zu schaffen, daß die Kohlenabgabe durch Rechtsverordnung vorzeitig ermäßigt oder aufgehoben wird, soweit die Kohlenmarktlage dies erfordert oder eine ausreichende Finanzierung des Wohnungsbaus über den Kapitalmarkt möglich ist. Schichtleistung erhöht Gelsenkirenen— Über eine Erhöhung der Schichtleistung von 1340 kg im Januar auf 1368 kg im März 1954 berichtete am Montag die zur GBAG-Holding gehörende„RheinElbe Bergbau AG.“, Gelsenkirchen. Nach einem ständigen Rückgang im zweiten Halbjahr 1953 sei diese Steigerung erfreulich, die Schichtleistung liege aber noch um rund 35 kg unter der Nachkriegshöchstleistung vom Februar 1953. Im Durchschnitt des ersten Vierteljahres 1954 sei aber eine um 2,6 Prozent höhere Schichtleistung erzielt worden im Vergleich zum letzten Vierteljahr 1953. Hamburg für Bau von Passagierschiffen Hamburs— Der Hamburger Bürgermeister Dr. Kurt Sieveking befürwortete am Montag vor Journalisten den Bau deutscher Passaglerschiffe. Er wies zwar darauf hin, daß Hamburg an Özeanriesen von der Größe der „United States“ weniger interessiert sel, weil solche Schiffe nicht die Elbe aufwärts is Hamburg fahren können. Für die Hansestadt seien jedoch Passagierschiffe zwischen 20 000 und 30 000 Tonnen geeignet. Dr. Sieveking betonte, daß auf keinen Fall nur aus Prestigegründen an den Bau von Passagierschiffen gedacht werden dürfe. Zinssatz für Exportkredite gesenkt Frankfurt(Main).— Die Ausfuhr-KreditAktiengesellschaft, Frankfurt(Main), hat am Dienstag den Zinssatz für Exportkredite aus dem A-Plafond von 7 Prozent auf 6¼ Prozent gesenkt. Der A-Plafond der AKA wird aus Mitteln der an der Ausfuhr-Kredit-AG. beteiligten Konsortialbanken gebildet. Die aus ihr gewährten Ausfuhrkredite sind daher teuerer als die aus dem B-Plafond gegebenen Kredite, der die seinerzeit von der Bank deutscher Länder übernommenen Ausfuhrkreditmittel in Höhe von 600 Millionen DM enthält. Der Zinssatz für Kredite aus dem B-Plafond liegt jeweils um 1½ Prozent über dem jeweiligen Diskontsatz und beträgt zur Zeit unverändert 4½ Prozent. Haldenbestände sinken weiter Essen.— In der Woche vom 28. Juni bis 3. Juli förderten die westdeutschen Steinkohlenzechen 2 478 759 t Steinkohle gegenüber 2 483 159 t in der Vorwoche. Die arbeitstägliche Durchschnittsförderung betrug 413 127 t (Vorwoche 413 860 t). Die Haldenbestände an Steinkohle und Koks sind in der Berichtswoche weiterhin langsam zurückgegangen. Am 4. Juli lagerten auf den Halden 4,59 Millionen t Steinkohle und Koks, davon 3,3 Millionen t Koks. Am 27. Mai waren es 4,63 Millionen t. Urabstimmung empfohlen München.— Die große Tarifkommission der Industriegewerkschaft Metall in Bayern hat zur Lohnbewegung in der bayerischen Metallindustrie demVorstand eine Urabstimmung über gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen empfohlen. Die IG Metall fordert, den Ecklohn um 12 Pfennig, den Gehaltstarif für Angestellte um 12 Prozent und die Lehrlingsvergütung um 10 Mark monatlich zu erhöhen. Außerdem wird eine 15prozentige Zulage für Zeitlöhne verlangt. Von der Lohnbewegung sind rund 236 000 Arbeiter und Angestellte in der bayerischen Metallindustrie betroffen. Vier Verhandlungen zwischen den Sozialpartner sind bisher ergebnislos verlaufen. Unübersichtliche Lage am Eiermarkt Deutsche Produktion kann Nachfrage nicht decken— Konsum geht zurück Höhere Ausfuhr von Schneidwaren Köln.— Die Ausfuhr der Schneidwaren- wurde um 9,5 Prozent überschritten. Im industrie in der Bundesrepublik hat sich von Durchschnitt des vergangenen Jahres wurden April zum Mai von 8,33 Millionen auf 9,04 monatlich für 13,63 Millionen DM Werkzeuge Millionen DM erhöht. Der Ausfuhrwert der ausgeführt. ersten fünf Monate dieses Jahres war mit— 40,81 Millionen DM um 5,44 Millionen DM höher als im Zeitraum Januar bis Mai 1953. Der Vorsitzende des Ausstellungs- und Der Auftragseingang aus dem Ausland hat Messeausschusses der deutschen Wirtschaft, sich im Juni bei der Schneidwarenindustrie Dr. Tigges, teilte ain Montag in München mit, auf der bisherigen Höhe gehalten. Bel anhal- daß 80 Prozent der auf der Deutschen Indutendem Preisdruck konnte im Export eine strieausstellung in Mexiko erteilten Aufträge wesentliche Preisaufbesserung bisher nicht ausgeführt worden neien, nachdem die Auferzielt werden. Die Produktion war im Juni tragenotierungen zum größten Teil rückgängig leicht rückläufig. Die Nachfrage aus dem gemacht wurden. Inland hat etwas nachgelassen, und das Ge- Auf dem deutschen Brauertag in Düsseldorf schäft ist im allgemeinen stiller geworden, kritisierte der Präsident des Deutschen Im Mai wurden für 16,37 Millionen DM Brauerbundes, Direktor Lüdtke, die unfairen Werkzeuge aus der Bundesrepublik aus- Wettbewerbsmethoden beim Bierabsatz und geführt. Dies ist das höchste Monatsergebnis forderte eine Ordnung, die den Leistungsdes bisher abgelaufenen Teils dieses Jahres. wettbewerb unverfälscht zum Zuge kommen Die Aprilausfuhr von 14.95 Millionen DM läßt. Münster— Wic die Marktabteilung der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mitteilt, ist die Lage am Eiermarkt unübersichtlich. Der Konsuri ist zurückgegangen. Die deutsche Produktion wird ständig kleiner und reicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Da Anlieferungen aus Dänemark, Schweden, Jugoslawien, Bulgarien und Polen nur in geringer Höhe hereinkommen und den Markt nicht beeinflussen, hängt die Preislage weitgehend von der holländischen Haltung ab. Holland versucht, seine Forderungen auf dem hohen Niveau der Vorwoche zu halten, obgleich der abnehmende deutsche Verbrauch eigentlich keine Grundlage für diese Haltung bietet. Die Verbraucher bevorzugen unverändert ungekennzeichnete Eier möglichst im Erzeuger-Verbraucher-Direktverkehr. Sie zahlen bis zu drei Pfennig mehr als für gestempelte Eier in gleichen Größenklassen. Unter der als „deutsche Frischeier“ angebotenen Ware befinden sich mehr und mehr Eier, die aus Spekulationsgründen vor 6 bis 8 Wochen, als die Preise sehr niedrig lagen, eingekühlt wurden. Die gekennzeichneten Eier werden durch diese Manipulation eindeutig trotz Eierverordnung vor dem Verbraucher deklassiert. Gurken, Tomaten und Möhren fanden überall gute Nachfrage. Angebote in dicken Bohnen und Buschbohnen wurden flott aufgenommen, während Erbsen bei starkem Angebot schwieriger unterzubringen waren. Kirschen reichlicher angeliefert und im allgemeinen gut abgesetzt. Für Erdbeeren und Stachelbeeren gute Nachfrage. Erste Anlieferung in Johannisbeeren wurde flott verkauft Auf Grund der guten Auftragslage könnten verschiedene Betriebe ihre Arbeiten nur noch auf lange Sicht abwickeln. Die Lage sei aber weiterhin gekennzeichnet durch angespannte Liquidität und den„Schrei“ nach preiswerten Krediten. Hauptursache seien die täglich ansteigenden hohen Außenstände. Rheinisch-Westtälische Börse Düsseldorf, 7. Juli 1954. Krefft 59 bz G Mannesmann 130½ bz Mülheimer Berg 107 bz Br Rh. Braunkohle 160 bz b2 Tendenz: Uneinheitlich. Industrie-Aktien Accu-Hagen 154 bz AEG 144 bz Allg. Hoch-& Ing. 100 G Badische Anilin 158½ bz Rheinstahl 197 Balcke Maschinen 135 G RWE 157 bz Bergb. Ew. Ludwig— G Rheinmetall 17½G BMW 93 bz Rheinpreußen 130¼ bz Bemberg 84½ bz Rheinstahl-Union 142 bz Beton-& Monier 137 G Salzdetfurth 1521 bz Bosw.& Knauer 109 bz G Schering 292 bz Buderus 147 bz Schiess 129 bz Burbach 129½ bz Schwabenbrau—G Busch Jaeger 189½ bz G Siem. Stämme 168½ bz Gute Beschäftigungslage im ostwestfälischen Handwerk Bielefein.— Im ostwestfälischen Handwerk herrschte im zweiten Quartal 1954 eine überaus gute Beschäftigungslage, die nach Mitteilung der Handwerkskammer Bielefeld vom Dienstag auch bis in den Spätherbst anhalten dürfte. Vor allem im Bauhaupt- und im Ausbaugewerbe sel zum Teil bereits eine fühla Knappheit an Fachkräften eingetreten Cassella 215 bz Conti-Gummi 171½ bz Consolldation 118¼ bz Daimler 144 bz Demag 120 G Dt. Conti Gas 151 bz Dt. Erdöl 123¼ bz Didier 159 G Dortm. Akt. Br. 170 G Dortm. Ritter Br.— G Dortm. Union 170 C Dynamit Nobel 167 Br Essener Stelnkohle 99 bz Farbenf. Bayer 168 bz IG Farben Liqui 34 bz Feldmühle 188 bz Felten 120 bz Br Goldschmidt 95 bz. Harpener 108 bz Hindrichs Auff. 49 G Hochtief 115 Br Hoechster Farben 157 bz Hoesch 302 C Kabel Rheydt 165 5z Kall-Chemie 165 bz Karstadt 158¼ bz Kaufhof 171½ bz Siem. Vorzüge 166½ b2 Stamag 123 bz Ver Dt. Nickel 136½ bz Ver. Rumpus 82 bz Ver. Stahlwerke 224 bz Wasser-Gelsenk, 143½ b2 Wintershall 152 bz G Zellwald 114 bz Br Bank-Aktlen Commerzb. Liqui 6b2 Bankverein Westd. 146 bz Deutsche Bank Liqui 8½ bzG Rhein.-Westf. Bank 150 bz G Dresdner Bank Liqui 8½ bz C Rh.-Ruhr Bank 146 bz G Freiverkehr Chemie-Faser Inh. 76-80 Eisenhütten Köln 127-132 Gutehoffnungshütte— Phrix-Inh. 44-48 Rhein. Kunstselde 72-76 Schulth. Stämme 27½ Br Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-OSt Frankfurt(Main), 7. Jull.(vwd) Die Wechselstuben kaufen 477,50 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost fûr 22.24 DM-Went. 1 An Hundem und Lenne Neue Majestäten Bilstein. Das Schützenfest nahm hier unter Mitwirkung des Musik- und Tambourkorps Kirchveischede einen schönen Verlauf. Die Königswürde errang Josef Rath nach hartem Kampfe um den Abschuß des Vogels. Zu seiner Mitregentin wählte sich der neue König Frau Ingeborg Teipel. Meggen. Neuer Schützenkönig wurde hier Robert Stahl. Das Schützenfest nahm in allen Teilen einen recht fröhlichen Verlauf und konnte— trotz der teilweise ungünstigen Witterung— programmäßig abgewickelt werden. Oberelspe. Schützenkönig wurde in dieem Jahre Heinrich Hanfland, der sich Frl. Pick aus Obervalbert zur Mitregentin erkor. Grevenbrück. In der am Freitag stattfindenden Sitzung der Gemeindevertretung soll auch über eine Aenderung der Satzung über die Entwässerung der Grundstücke beraten werden. Grevenbrück. In zwei Sonderbussen unternahmen am vergangenen Freitag die Frauen und Mütter der Pfarrgemeinde eine Wallfahrt nach Werl. Konzert auf Tonband Grevenbrück. Am Montagabend hatten die Mitglieder des Männer- und Frauenchors des MGV„Concordia-Förde“ im Saale der Gastwirtschaft Otto Boerger Gelegenheit, als„Gäste“ am Lautsprecher ihr eigenes Konzert zu hören, das sie am 12. Juni zu Ehren von Prof. Dr. Boerger in der Schützenhalle gaben. Auch die Ansprachen anläßlich der Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes an Dr. Boerger waren aufgenommen. Mit großem Interesse wurde die dreistündige Wiedergabe vom Tonband verfolgt. Vorsitzender Engelbert Kruse dankte dem Ehrenmitglied Dr. Boerger für seine Liebe zur Heimat und ihrem Liede. Sowohl der Männer- als auch der Frauenchor erfreuten hierauf den Gast mit einem Liedvortrag. Ein geselliges Beisammensein beschloß den wohlgelungenen Abend. Marmecke. Am Kirchturm unserer Kirche hat man jetzt eine neue Uhr angebracht. Maumke. In den letzten Wochen hat das Elektrizitätswerk Siegerland umfangreiche Verstärkungen des Ortsnetzes durchgeführt, da der Stromverbrauch gestiegen ist. Meggen. Einen Lichtbildervortrag über Rom und die Heiligsprechung des Papstes Pius X. hielt am Donnerstag vor Frauen und Müttern und am Freitagabend vor Mädchen und Jungfrauen im großen Saale des neuen kath. Jugendheimes Vikar Böger, der erst kürzlich von einer Romreise zurückkehrte. An beiden Tagen waren zahlreiche Zuhörer erschienen. In seinem Vortrag schilderte Vikar Böger besonders die feierliche Heiligsprechung von Papst Pius X. Zahlreiche Sauerlandgäste Altenhundem. Die Konsumgenossenschaft des Bezirks Dortmund-Hamm hatte mit ihren Angestellten und Verkäuferinnen ihren diesjährigen Ausflug am vergangenen Sonntag nach Altenhundem unternommen, wo sie mit Sonderzügen eintrafen. Unter Vorantritt einer Musikkapelle marschierten sie zur Sauerlandhalle. Der Vorsitzende des Verkehrsvereins Altenhundem, Theo Simon, hieß sie dort herzlich willkommen. Die weiteren Stunden waren der frohen Unterhaltung gewidmet. Zwischendurch gab es ein Fußballspiel auf dem TuRa-Sportplatz zwischen einer hiesigen u. der Gästemannschaft. Schließlich hörte man noch die Uebertragung des Endspieles um die Fußballweltmeisterschaft, die große Begeisterung wachrief. Für die güte Verpflegung der etwa 2000 Gäste hatte der Vereinswirt des Schützenvereins, Heinz Wiethoff, bestens Sorge getragen. Die Gäste werden gern an den Besuch in Altenhundem zurückdenken, wenn ihnen auch für ihren Ausflug kein besonders günstiges Wetter beschert war. Altenhundem. Die Jugendgruppe des St. Hedwigskreises unternahm am Sonntag mit nahezu 50 Teilnehmern einen Austlug nach Bad Wildungen und Waldeck. Die Omnibusfahrt wurde für alle Teilnehmer zu einem schönen Erlebnis. Kickenbach. Das für letzten Sonntag vorgesehene Waldfest des Männergesangvereins wurde wegen der schlechten Witterung verschoben. Es wird voraussichtlich am Sonntag, dem 18. Juli, stattfinden. Haus- und Grundbesitzerverein Altenhundem. In der am Samstag im Gasthof Cordes stattgefundenen Generalversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins wurde für den zurückgetretenen bisherigen Vorsitzenden, Amtsgerichtsrat Kirschner, Rendant Wandersleben zum neuen Vorsitzenden gewählt. Für den verstorbenen Rudolf Wagner wurde Josef Ludwig Beisitzer. Der neue Vorsitzende hielt sodann einen Vortrag über die zinsverbilligten Darlehn, Blick In die Nachbarschaft St. Johanniskirche Kreuztal. Die katholische Diaspora-Gemeinde Kreuxtal stand am Samstag an einem bedeutungsvollen Wendepunkt ihrer Geschichte. Mitten im freigelegten Mauergewirr der bald nach Pfingsten bis auf Chor und Glockenturm abgebrochenen St. Johanniskirche am Dörnberg wurde gegen Abend in einem feierlichen Weiheakt unter starker Anteilnahme der Gemeinde der Grundstein zu dem neuen Erweiterungsbau gelegt. Berliner Ferlenkinder am Rhein Siegen. Die 40 Berliner Kinder, die seit drei Wochen in Siegen zur Erholung weilen, fuhren auf Einladung der Stadt an den Rhein. Die Fahrt führte durch das die für den aufgestauten Reparaturbedarf bei Altwohnungen bestimmt sind. Antragsformulare wurden verteilt; sie liegen auch bei den örtlichen Kreditinstituten aus. Ferner sprach Amtsgerichtsrat Kirschner noch über die Bestimmungen des neuen Landeswohnungsgesetzes. Abschluß der Marianischen Woche Kohlhagen. Der Abschluß der Marianischen Woche gestaltete sich in der Wallfahrtskirche recht feierlich und würdig. Trotz der ungünstigen Witterung waren am letzten Sonntag viele Wallfahrer zum Kohlhagen gekommen, um die Marienfeiern mitzuerleben. Waren schon die am frühen Morgen stattgefundenen hl. Messen gut besucht, so war das Gotteshaus beim Levitenhochamt dicht gefüllt. Von Brachthausen aus setzte sich am Nachmittag die Wallfahrtsprozession zum Marienberg in Bewegung. Eine festliche Marienfeier beschloß hier die Marianische Woche. Bergische Land zunächst nach Koln, damit die Kinder das Symbol des Rheines, den Kölner Dom, besichtigen konnten. Die Fahrt ging weiter nach Bonn. Hier waren die Kinder Gäste des Bundeshauses, dessen Direktor zu einem Mittagessen eingeladen hatte. Nachmittags wurde die Weiterfahrt zum letzten Ziel. nach Linz, angetreten. Voll Freude über das, was ihnen geboten worden war. kehrten sie abends wohlbehalten nach Siegen zurück. Volkswagen fuhr gegen Eisenmast Eiserfeld. Ein folgenschwerer Verkehrsunfall, der ein Todesopfer forderte, ereignete sich in den späten Abendstunden auf der Siegener Straße in der Nähe des Bahnhofes. Dort geriet ein Volkswagen, der nach Siegen unterwegs war, ins Schleudern und fuhr gegen einen Eisenmast. Durch die Wucht des Anpralles wurde eine neben dem Fahrer sitzende Fau, Irmgard Koob aus Siegen, Johannishütte 13, schwer verletzt. Die 43jährige verschied kurz nach dem Unfall. Zwei weitere Insassen des Wagens wurden so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Der Fahrer erlitt leichtere Verletzungen. Die Ursache des Unfallhs konnte noch nicht geklärt werden. Barocker Turm gerichtet Meschede. In der vergangenen Woche wurde der neue barocke Turm der St. Walburga-Kirche, die bekanntlich in den Kriegstagen schwere Beschädigungen erlitten hatte, nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten gerichtet. Die Planung der Instandsetzung sowie die Bauaufsicht obliegt dem Warsteiner Architekten Heinz Stiegemann. Möbel ohne Anzahlung Lieferung nach 1. Rate. Teilzahlung bis 20 Monate. Z. B. Schlafzimmer mit 180er Schrank nur 495,— DM 26 MR. Herde, Oefen, Waschmaschinen, Kühlschränke, Federbetten, Teppiche, Nähmaschinen, Kinderwagen usw. Keine Wechsel! Unverbindliche Beratung! Vertreter gesucht. Möbelversand Werner A. Hollmig, Lippstadt i. W. 2 gebrauchte Nähmaschinen 1 Phoenix- Schwingschiff, versenkbar, DM 110,—, 1 Rundschiff- Nähmaschine auf Eisengestell, preiswert zu verkaufen durch Helmut Rölle Nähmaschinen-Fachgeschäft Olpe, Am Markt KONSUMGenossenschaft e. G. m. b. H. 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DM 1,00 Matjesheringe, große 1 St. DM 0,25 Jaffa-Apfelsinen, das Aller beste 7 St. DM 1,0 Albert Feldmann Oloe Fernruf 515 Industrie-Unternehmen in Olpe stellt intelligente Stenotyplstin Statt Karten Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung danken wir recht herzlich. GUNTER FREISEWINKEL UND FRAU Elfriede geb. Gipperich Olpe. im Juli 1954 Für die vielen Beweise überaus großer Teilnahme sowie für die vielen Meß- und Kranzspenden beim Heimgange meiner lieben Frau und meiner guten Mutter sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Otto Schröder und Kind Thieringhausen, im Juli 1954 Verding Zum Anbau und Umbau des Bürogebäudes der Kreishandwerkerschaft in Olpe, Martinstraße 10, sollen vergeben werden: 1. Maurer- und Stahlbetonarbeiten, 2. Zimmerarbeiten, 3. Dachdeckerarbeiten. Angebotsformulare können, soweit vorrätig, durch den Architekten BDA Sondermann in Olpe bezogen werden. Die Angebote sind bis zum 15. Juli 1954, mittags 13 Uhr, an den Unterzeichneten einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Olpe, den 7. Juli 1954 P. Sondermann, Architekt BDA deka-BlockEmmentaler 45% 100g 0,46 0,40 0,40 0,95 1,14 vom EDEHA Kaufmann Orig. holl. Gouda 45% 100 s Heringstilet in Tomaten mit Oel in Senf- und in Holsteiner Tunke 200 g Dose 2 Dosen DelikateßSchweinskopfsülze 360 g Dose die gute Zeugnisse besitzt, ein. Schriftl. Bewerbungen werden zur Weiterbeförde rung unter Nr. 1800 an Sauerl. Volksblatt Olpe er beten. Neuwertiger Korbkinderwagen sowie kleine Zentrifuge preiswert zu verkaufen. Kinderbett zu kaufen gesucht. Zu erfragen unter Nr. 1796 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Schnelligkeit ist keine Hexerei Ihre Anzelge, die Sie nachmittags bel uns aufgeben, lindet am onderen Morgen schon den Weg zu den Interessenten. Bedienen Sie sich zwechmößigerweise des Telefons zur Übermittlung des Anzeigentextes. 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