Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeizen-Grundpreise: Im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); im Texttell 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bel Ewangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gertehtsstand ist Olne 1. Westf TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Eustellgeld, bel Postbeziehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe I. Westf 119. Jahrgang— Nr. 143 Donnerstag, den 24. Juni 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Nach der Berner Konferenz Mendès-France glaubt an Entspannung Öffene Aussprache mit Tschou en Lai Bern.(Korr.). Der französische Ministerpräsident Mendes-France und der chinesische Ministerpräsident Tschou en Lai hatten gestern nachmittag eine Unterredung über Indochina, über deren Verlauf sich Mendes-France optimistisch äußerte. Mendès-France sagte: Wir haben im Beisein unserer engsten Mitarbeiter eine ganz offene Unterhaltung über die Angelegenheiten gehabt, die mit der IndochinaFrage zusammenhängen. Sie wurde in völliger Öffenheit geführt und erlaubt die Hoffnung, daß die Indochina-Konferenz glückliche Fortschritte macht. Mendès-France betonte, daß das Indochinaproblem der einzige Gegenstand der Unterhaltung mit Tschou en Lai gewesen sei. Die Erörterung anderer Themen sei weder geplant gewesen noch im Laufe der Begegnung erfolgt. Es sei jetzt zu hoffen, daß sich die Begegnung als nützlich für die Wiederherstellung des Friedens in Ostasien erweisen werde. Mit seinem Hinweis, daß sich die Aussprache ausschließlich auf Indochina erstreckt habe, trat Mendès-France Gerüchten entgegen, daß auch die Frage der diplomatischen Anerkennung der Volksrepublik China durch Frankreich bei dem Treffen in Bern berührt worden sei. Frankreich und die Volksrepublik China unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Kirchentagsplaketten für Leipzig Berlin.(dpa) Eineinhalb Millionen Plaketten für den Evangelischen Kirchentag in Leipzig werden zur Zeit in der Sowjetzone umgesetzt. Auch im Bundesgebiet haben die Sammlungen zum Leipziger Kirchentag begonnen. Zur Unterstützung des Kirchentages hat die Regierung von Nordrhein-Westfalen öffentliche Sammlungen und den Verkauf von Plaketten am 26. und 27. Juni genehmigt. Deutschland- Türkei 7:2(3:1) Zürich,(dpa) Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewann gestern vor rund 18 000 Zuschauern das Entscheidungsspiel gegen die Türkei mit 7:2(3:1) und qualifizierte sich damit für das Viertelfinale der Fußball- Weltmeisterschaft. Hier ist Jugoslawien am Sonntag in Genf der Gegner. LAKSCHMI PANDIT BESUCHT JUGOSLAWIEN Lakschmi Pandit, die Präsidentin der UNO-Vollversammlung, ist zu einem mehrtägigen Besuch Jugoslawiens in Belgrad eingetroffen. Sie ist Gast Titos. Unser Bild zeigt von links nach rechts: Dr. Bebler, Lakschmi Pandit und Außenminister Popovic. Eden will nach Genf zurückkehren Befriedigung über die Verbesserung der Beziehungen zu China— Locarno und NATO Deutschland in NATO Paris.(Korr.) Der französische Senat will noch vor den Parlamentsferien eine Ersatzlösung für die EVG erörtern. Der französische Ministerpräsident Mendès-France vertritt die Auffassung, daß eine Mehrheit von zwei oder drei Stimmen für die EVG-Ratifizierung in Frankreich nicht genüge. MendèsFrance hat den Amerikanern versichert, daß er persönlich die Notwendigkeit einer deutschen Aufrüstung bejahe. Er ist angeblich für die Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO eingetreten. London.(Korr.). Außenminister Eden erklärte sich gestern im Unterhaus dazu bereit, zur Asienkonferenz nach Genf zuruckzukehren. Er wies darauf hin, daß die zur Zeit beratenden militärischen Ausschüsse bis zum 10. Juli berichten sollen. Dann wollten die Außenminister miteinander Fühlung nehmen und über die Art der Weiterführung der Konferenz entscheiden. Wenn er, so sagte Eden, einen wirklichen Beitrag leisten könne, dann wolle er nach Genf zurückkehren. Eden stellte fest, daß die Konferenz ein Ergebnis bereits erreicht habe, nämlich die Verbesserung der britisch-chinesischen Beziehungen. Eine Einigung über den Waffenstillstand in Indochina hänge aber nicht nur von den Westmächten ab. Er habe selten eine Lage erlebt, in der die Risiken eines„größeren Brandes“ offenkundiger gewesen seien. Eden sagte, er müsse leider berichten, daß in den Korea- Besprechungen kein wirklicher Fortschritt gemacht worden sei. Aber das Angebot zur Fortsetzung der Verhandlungen bleibe offen. WährendPresse-Protest hatte Erfolg Adenauer will die Lenz-Ausschuß-Pläne überprüfen Bonn.(dpa) Der Bundeskanzler hat gestern dem Vorstand der Bundespressekonferenz in einer fast einstündigen Unterredung zugesagt, daß in der Frage des Koordinierungsausschusses zunächst nichts geschehen soll. Der Bundeskanzler will, ehe er seine endgültige Entscheidung trifft, in der zweiten Hälfte der nächsten Woche noch einmal mit dem Vorstand der Bundespressekonferenz sprechen. Auf die Bitte der Journalisten, ihre Bedenken zu berücksichtigen, gab der Bundeskanzler wörtlich die Zusicherung:„Meine Herren, ich werde Sie nicht enttäuschen.“ Der Vorstand der Bundespressekonferenz gab im Anschluß an die Unterredung eine Mitteilung heraus, in der es heißt: Der Vorstand legte dem Bundeskanzler die Bedenken der Bundespressekonferenz dar. Der Bundeskanzler nahm von dieser Auffassung mit großem Interesse Kenntnis. Er sagte dem Vorstand zu, daß er diese Bedenken in seiner endgültigen Entscheidung berücksichtigen wolle. dessen bleibe der Waffenstillstand in Kraft. Der Minister sprach dann über Mißverständnisse, die über den südostasiatischen Sicherheitspakt entstanden seien. Großbritannien habe sich bereiterklärt, an der Prüfung der Möglichkeiten für einen solchen Pakt teilzunehmen. Es habe aber abgelennt, vor dem Ende der Genfer Konferenz entscheidende Besprechungen zu führen. Eden sagie, er hoffe, daß es möglich sein werde, sowohl einen Vertrag vom Typ Locarno, als auch ein System nach dem NATO-Prinzip nebeneinander zu schaffen. Die Zusammenarbeit mit den USA und mit Frankreich in Genf, so sagte Eden, sei im übrigen eng gewesen und werde auch fortgesetzt. Über den Eeginn von Militärbesprechungen über Laos und Kambodscha sagte der Minister, die Militärkommission solle über die Zurückzichung „fremder Streitkräfte“ aus Laos und Kambodscha beraten. Man sei allgemein der Auffassung gewesen, daß damit auch französische Truppen gemeint seien. einer eigenen Sparleistung der jungen Eheleute von mindestens 500 Mark sein. Die Darlehen sollen auf 1500 Mark begrenzt werden. Vor einer Triest-Lösung Rom.(Korr.) Der italienische Ministerrat billigte gestern einstimmig die außenpolitische Erklärung, die Außenminister Piccioni im italienischen Senat abgab. In unterrichteten Kreisen hieß es gestern, daß die Verhandlungen über Triest in ihre entscheidende Schlußphase eingetreten seien. Man sei am Vorabend einer Lösung. „Philosophie“ des Aga Khan London.(Reuter) Das Oberhaupt der Ismailisekte, der Milliardär und Rennstallbesitzer Aga Khan, trat in London zum erstenmal in einer Fernsehsendung auf. In einer Unterhaltung mit Journalisten antwortete er auf die Frage, wie sich seine Stellung als religiöser Führer mit der Existenz eines reichen Lebemannes vereinen lasse:„Solange man niemandem etwas Böses zufügt, kann man sich aller schönen Dinge erfreuen, die Gott gibt. Warum sollten wir auf den Gedanken kommen, daß Gott die schönen Dinge in diesem Leben nur den schlechten Leuten gibt?“ Aga Khan bestritt, daß er zu den sechs reichsten Männern der Welt gehört. Bestialitäten in Struthof Paris.(Korr.) Im Prozeß gegen die Bewachungsmannschaften des Lagers Struthof sagte ein elsässischer Zeuge aus, der Lagerführer Seuß habe einen Gefangenen lebendig begraben lassen, weil er angeblich zu wenig arbeitete. Auch habe er einmal seinem zehnjährigen Sohn das Lager gezeigt und ihm gesagt:„Das ist alles Vieh. das ausgerottet werden muß.“ Der Straßburger Professor Simonin, bezeichnete Struthof als ausgesprochenes Vernichtungslager. Außer dem schnellen Tod durch Erhängen, Erschießen oder Einspritzungen hätte allen Lagerinsassen der langsame Hungertod gedroht. Manche Häftlinge hätten bei der Übernahme des Lagers durch die französischen Behörden rur noch 30 Kilo gewogen. Unklare Berichte aus Guatemala Die Aufständischen aus Puerto Barrios„verdrängt“ Bellze(Brit. Honduras). Über die militärische Lase in Guatemala lagen gestern einander widersprechende Berichte vor. Die Aufständischen behaupten, sie hätten die Städte Gualan(nordöstlich von Zacapa) und Chiquimula(südlich von Zacapa) erobert. Die Regierung hingegen Drei Wochen Unterwasserfahrt Sieben Tote bei Busunglück— Teurer Föderalismus Mit einem„Sainorchel“ legte das britische Unterseeboot„Tailly Ho“ in drei Wochen Unterwasserfahrt die Strecke von den Bermudas nach dem Kanal zurück. Sieben Personen wurden getötet beim Zusammenstoß zweier Autobusse in der Nähe der belgischen Stadt Löwen. Der eine Autobus brachte Bergleute zur Arbeit,, der andere war mit jungen Fabrikarbeiterinnen besetzt. Einige hundert Meter vom Bundeshaus in Bonn wird im nächsten Monat mit dem Bau eines Dienstgebäudes für den Bevollmächtigten Bayerns beim Bund begonnen werden. Der Bayerische Landtag hat dafür„zunächst“ 850 000 Mark bewilligt. Bundespräsident Heuß überreichte gestern in Bonn zehn Bergleuten von der Ruhr das Grubenwehr-Ehrenzeichen. Der NRW-Ministerpräsident Arnold hat den britischen Hohen Kommissar gebeten, die Verordnung 118 über die Gründung des Nordwestdeutschen Rundfunks aufzuheben. Der Schauspieler Werner Krauß, der gestern das 70. Lebensjahr vollendete, hat das Große Bundesverdienstkreuz erhalten. 13 Heimkehrer aus polnischer Kriegsgefangenschaft sind im Grenzdurchgangslager Friedland eingetroffen. Es sind In der Hauptsache ehemalige Kriegsgefangene der Engländer und Amerikaner, die an Polen ausgeliefert worden waren. Ein Tintenfisch, dessen Fangarme über sechs Meter lang waren, ist dieser Tage bei Skagen von einem dänischen Fischkutter gefangen worden. Der Bund der Deutschen will die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen anfechten, weil eine Anzahl seiner Wahlkreisvorschläge vom Landeswahlausschuß beanstandet worden ist. Die Zahl der Beschäftigten in Österreich hat mit 1,98 Millionen fast den Höchststand aus der Zeit der KoreaHaussee im Jahre 1951 erreicht. Der irakische Generalstabschef ist gestern auf Einladung der amerikanischen Armee in Washington eingetroffen. Der amerikanische Atomphysiker Compton, der maßgeblich an der Entwicklung der ersten Atombombe beteiligt war. ist im Alter von 66 Jahren in New York gestorben. Christel Schaack, die am Sonntag in Vichy zur„Miß Europa“ gewählt wurde, hat ihren Titel wieder verloren, nachdem sich herausgestellt hat, daß sie seit zwei Jahren Witwe ist. Nach den Vorschriften des Komitees für Schönheitswettbewerbe dürfen nur unverheiratete Frauen an den Konkurrenzen teilnehmen. Graham in Frankfurt Frankfurt am Main.(dpa) Amerikas Massenprediger Billy Graham hielt gestern vor einer großen amerikanischen Zuhörerschaft in Frankfurt am Main seinen ersten Gottesdienst auf deutschem Boden. In der Frankfurter Christ Chapel sprach er zu 2000 amerikanischen Zuhörern über die christliche Glaubenskraft. Der dritte Weltkrieg könne der Welt nur erspart bleiben, wenn die Menschheit zu Gott fände. Die amerikanische Kirche war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Aus allen Garnisonstädten des Rhein-MainGebietes waren die Soldaten in Omnibussen und mit ihren eigenen Autos, begleitet von ihren Familien, zusammengeströmt. Ford in Deutschland Bonn.(dpa) Henry Ford. der Leiter der Detroiter Ford-Automobilwerlee, ist in der Bundesrepublik eingetroffen. Er wird in Köln Besprechungen über eine Kapazitätsausweitung der dortigen Ford-Werke führen. Am Donnerstag wird er von Bundeskanzler Dr. Adenauer in Bonn empfangen werden. Donnerstag abend wird Ford mit Bundespräsident Heuß und voraussichtlich auch mit den Bundesministern Erhard und Schäffer zusammentreffen. Würmeling fordert Heiratsdarlehen Bonn.(dpa) Bundesfamilienminister Würmeling hat beim Sparkassen- und Giroverband angeregt, Kredite an junge Ehepaare zur Gründung eines Hausstandes zu erleichterten Bedingungen auszugeben. Nach den Anregungen des Ministers soll die Voraussetzung für die Gewährung eines Hausstandskredite der Nachweis behauptet, ihre Truppen hätten die Aufständischen bei den genannten Städten umzingelt. Die Aufständischen erklären ferner, sie hätten die Eisenbahnverbindung zwischen dem Hafen Puerto Barrios und GuatemalaStadt überschritten. Die guatemaltekische Regierung gibt zu, daß die Eisenbahnverbindung unterbrochen ist. Die Regierung meldet, daß die Rebellen aus dem Hafen Puerto Barrios nach Santo Thomas verdrängt wurden, wo sie„in eine neue Falle“ gehen. Das Gebiet von Puerto Barrios sei gesäubert. Die chilenische Abgeordnetenkammer billigte mit 34 gegen 15 Stimmen eine Entschließung, in der die Aggression in Guatemala verurteilt wird. Auch in Rio de Janeiro(Brasilien) ist man über die Haltung der USA sehr beunruhigt. FDP gegen Lenz-Ausschuß Warstein.(dpa) Der FDP-Bundestagsabgeordnete Mende gab in Warstein bekannt, daß der Vorstand der FDP-Bundestagsfraktion am Dienstag erneut beschlossen habe, sich nicnt an dem Koordinierungsausschuß des ehemaligen Staatssekretärs Dr. Lenz zu beteiligen. Wenn man schon etwas für die Information der Öffentlichkeit tun wolle, dann müsse in einem solchen Ausschuß, wie etwa in der Zentrale für Heimatdienst, auch die Opposition vertreten sein, 41 : MARGRETS BESUCH Bei ihrem Besuch in Bonn am 12. Juli wird die britische Prinzessin Margret Gast des Bundespräsidenten Heuß sein. Am 14. Juli wird die Prinzessin an einer Panzerübung im Sennelager teilnehmen. USA sammeln Material München.(dpa) Der Ausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses zur Untersuchung der kommunistischen Aggression nahm gestern im amerikanischen Generalkonsulat in München seine Tätigkeit in Deutschland auf. Es wird angenommen, daß sich der Ausschuß auch mit den Massenaustreibungen der Deutschen aus dem Osten beschäftigen wird. Wie wied das Wetter? Leicht unbeständig Vom Atlantik her setzt sich ein Hochdruckgebiet nach Süddeutschland durch, an dessen Nordflanke vorerst noch die Zufuhr kühler und feuchter Luftmassen anhält. Vorhersage für Donnerstag: Schwache bis mäßige Winde aus westlichen Richtungen. Wechselnd wolkig. Gelegentlich geringe Schauer. Temperaturen tagsüber 17 bis 20 Grad. Weltere Aussichten: Wenig Anderung. Ein böhmisches Dorf WV. I..„Mögen sich manche Kreise in Frankreich. Deutschland oder Italien auch noch so sehr dagegen wehren: Europa wird kommen. Der Zusammenschluß der europäischen Staaten ist eine zwangsläufige und unaufhaltsame Entwicklung nach dem Gesetz der Geschichte.“ Rund ein Jahr ist vergangen, seit eine führende Schweizer Wochenzeitung diese Sätze schrieb. Und was ist von Europa schon da? Von der Politischen Gemeinschaft spricht gegenwärtig kaum noch jemand. Der Verteidigungs-Gemeinschaft geben selbst die größten Optimisten nur wenig Chancen. Bleibt die Wirtschafts-Gemeinschaft, die MontanUnion. Sie ist da, und sie ist heute schon gewichtig genug. Aber mit der MontanUnion hat sich eine Wandlung vollzogen. Zum ersten Male seit Beginn der„Integration“ schreibt heute die Wirtschaftspresse etwas freundlicher über Luxemburg. Gleichzeitig aber zeigt sich, daß die Einstellung der deutschen Öffentlichkeit, vor kurzem doch europabegeistert, sehr viel skeptischer, ja vielfach geradezu ablehnend geworden ist. Woran liegt das? Zwei Jahre lang, von dem Tage im Jahre 1950 an. als Schuman seinen großen Plan verkündete, den gefährlichen Reibereien zwischen Deutschland und Frankreich den Boden durch einen einfachen Trick zu entzichen, indem er ihre Kohle und ihren Siahl„poolte“, zusammenlegte, bis zu dem Tage der Ratifizierung, wurde die Idee der europäischen„Integration“ von Parteien und Verbänden bis ins letzte Dorf getragen. Kaum aber, daß 1953 die Hohe Behörde in Luxemburg ihre praktische Tätigkeit aufnahm, wurde es still, gleich, ob sie den großen„gemeinsamen Markt für Kohle eröffnete oder jene kleinen Schikanen beseitigte, die die europäischen Wirtschaftsministerien im Kampf um eine bessere Devisenbilanz seit einer Generation praktizierten. Dann las man:„Hausbrandkohle wird teurer“, aber weder Parteien noch Verbände erklärten, daß der Kohlenpreis in Deutschland seit dreißig Jahren künstlich und eigentlich verlogen war. Der Leser vernahm von einem deutschfranzösischen Steuerstreit und glaubte Deutschland hereingelegt— und niemand aus den Parteien gestand, daß bisher höchstens ein halbes Dutzend Fachleute verstehen, worum es wirklich geht. Auch der Abgeordnete kann nicht von dem Vorwurf befreit werden, daß er das Gestrüpp der verschiedenen Gesetzes- und Wirtschaftssysteme der sechs Montanstaaten lieber von außen betrachtet, statt einzudringen. Wer während der kürzlichen Tagung des Montan-Parlamentes in Straßburg die deutsche Delegation systematisch befragte, mußte feststellen, daß nur drei von achtzehn zum deutsch-französischen Steuerkrach überhaupt eine Stellungnahme hatten. Ein einziger ging in die Bibliothek, um sich in die ebenso heiße Frage der deutschen und französischen Kartelle einzulesen. Der gleiche Vorwurf trifft die europäischen Verbände in der Bundesrepublik. Ihr Verdienst, durch ihre zahlreichen persönlichen Kontakte den Wiederanschluß Deutschlands an die Völkerfamilie gefördert zu haben, kann ihnen niemand nehmen. Aber uns scheint, daß sie allzusehr auf ihren Lorbeeren ausgeruht haben und die Fauteuils der internationalen Kongresse oder Ministervorzimmer dem Rednerpodium auf dem Dorfe vorziehen. Dort aber gehören sie hin. Ihre Broschüren und Wandzeitungen sind noch immer voll weltverbessernder Parolen. Daß wir seit zwei Jahren bereits mitten in praktischer Arbeit stehen, ist ihnen entgangen. Fragt man sie, ob man als europabejahender Deutscher für oder gegen die von der Montan-Union geforderte Auflösung der deutschen Kartelle entscheiden soll, oder ob die beanstandeten Kokshalden auf hohen Gasverbrauch in unserer Küche oder auf die Montan-Union zurückzuführen sind, bekennen sie sich als„überfragt“. Durchgangsbahnhof: Ministerpräsidium Paris 110 Regierungskrisen seit 1871 Poincaré war am längsten französischer Ministerpräsident— Eine vielsagende Chronik der Politik 110 Regierungen mit 50 Ministerpräsidenten hat Frankreich verschlissen, seitdem cs 1871 Republik wurde, davon 19 Regierungen und 12 Ministerpräsidenten seit 1944. Am längsten hielt sich Raymond Poincaré, der binnen reichlich sechs Jahren siebenmal Regierungschef war. Clemenceau, der„Tiger“, brachte es insgesamt auf nur fünf Jahre. Die Nachkriegs-Kabinette Frankreichs waren erheblich kurzlebiger. Am längsten blicb Henri Queuille an der Macht, nämlich 390 Tage. Der letzte Ministerpräsident, Joseph Laniel, hätte diesen Rekord nur brechen können, wenn ihn die Nationalversammlung bis zum 1. August im Amt gelassen hätte. Nach der Invasion Erster Nachkriegspremier war General de Gaulle. Er stand an der Spitze von zwei Kabinetten, von denen das erste vom 9. September 1944 bis 21. November 1945, das zweite bis zum 20. Januar 1946 an der Macht blieb. De Gaulles Nachfolger war der Sozialdemokrat Felix Gouin, der am 1. Juni 1946 wieder gehen mußte, weil er in eine große Schiebung mit Algierwein verwickelt war. Als Nummer 4 tauchte Georges Bidault auf, der eine neue Verfassung durchdrückte und nach der Neuwahl des Parlaments am 28. November 1946 von dem Sozialistenführer Leon Blum abgelöst wurde, der Frankreichs einzige Einparteienregierung bildete. Sie lebte bis zum 16. Januar 1947. Ihr folgte eine Linkskoalition unter dem Sozialdemokraten Paul Ramadier, die während der Streikunuvhen im Herbst 1947 gestürzt wurde. 7. Ministerpräsident wurde der Linkskatholik Robert Schuman, der sich bis zum 19. Juli 1948 im Sattel halten konnte. Rekord mit 390 Tagen Ein neuer Abschnitt im politischen Leben Frankreichs begann am 26. Juli 1948, als mit Andre Marie die Radikalsozialisten zum Zug kamen. Marie regierte 33 Tage. Ministerpräsident Nr. 9. war Robert Schuman. Zwei Tage nach der Regierungsumbildung, am 8. September 1948, wurde er schon wieder gestürzt. Als Nummer 10 versuchte der Radikalsozialist Henri Queuille sein Glück. Er erzielte mit 390 Tagen Regierungszeit einen Nachkriegsrekord. Am 5. Oktober 1948 mußte war Henri Queuille, der einen neuen Rekord aufstellte, diesmal nach der anderen Seite: er war keine zwei Tage am Ruder. Vorgänger wurde Nachfolger Mit dem 13. Ministerpräsidenten Rene Pleven kam eine gewisse Stetigkeit in den politischen Kurs, aber der„ewige Verteidigungsminister“ konnte sich auch nur vom Juli 1950 bis Februar 1951 halten. Vom März bis Juli 1951 v ar wieder Henri Queuille an der Reihe. Sein Vorgänger war gleichzeitig sein Nachfolger: Rene Pleven als Nr. 15 konnte zwar etwas gegen die Inflation unternehmen, wurde aber im Januar 1952 gestürzt. Wiederum hatten die Sozialisten dem Premier die Gefolgschaft versagt. Die 16. Regierung unter Edgar Faure war die umfangreichste. Sie zählte 40 Minister und blieb auch 40 Tage am Ruder. Als Nr. 17 tauchte der bis dahin unbekannte Rechtspolitiker Antoine Pinay im Elysee auf. Er versuchte, ein umfassendes Reformprogramm durchzusetzen, stolperte jedoch im Dezember 1952 über den Versuch, die Alkoholsteuer zu erhöhen. Sein Nachfolger, der Radikalsozialist Rene er abtreten, weil die Sozialisten die Koa- Mayer, stürzte, weil ihm das Parlalition verließen. Nach 23tägiger Krise war Georges Bidault wieder am Zuge. Auch ihn stürzten die Sozialisten durch den Austritt aus der Koalition. Nummer 12 Volksbefragung unter Zwang Westdeutschland hat Verständnis für die Sowjetzonen-Bevölkerung Bonn.(dpa) Der Bundestagsausschuß für gesamtdeutsche Fragen versicherte gestern der Sowjetzonen- Bevölkerung, daß die freie Welt das Ergebnis der„Volksbefragung“ in der Sowjetzone niemals als Abstimmung anerkennen wird. Die Fragestellung, Friedensvertrag und Abzug der Besatzungstruppen oder EVGVertrag und Fortdauer der Besatzung auf 50 Jahre, sei verlogen. In der Stellungnahme heißt es:„Ihr wollt für eure Freiheit stimmen. Dafür gibt diese Abstimmung keine Möglichkeit. Prüft und entscheidet im Abstimmungslokal, wie ihr euch verhalten könnt. Wer sich nicht gefährdet fühlt, kreuze keinen der beiden Kreise an. Wir Deutschen in der Bundesrepublik wissen, daß ihr unter Zwang steht. Deshalb werden wir auch verstehen, wenn ihr euch anders zu handeln gezwungen fühlt.“ Der Ausschußvorsitzende Wehner bezeichnete diese Stellungnahme als einen Versuch, den Menschen in der Sowjetzone cine Gevissenserleichterung zu verschaffen. Sein Ausschuß sei aus zahlreichen Briefen aus der Sowjetzone gebeten worden, sich zu der Volksbefragung zu äußern.„Wir erwarien nicht. daß jemand an der Urne etwas tut. was Leben und Freiheit gefährdet.“ Es sei zu erwarten, daß in zahlreichen Fällen unter Druck von oben geschlossen zur Abstimmung marschiert werde. Es seien keine Umschläge für die Stimmzettel vorgesehen und nicht überall Abstimmungskabinen vorhanden. den sibirischen Lagern äußerst mangelhaft sei. Die meisten stammten noch aus deutschen Heeresbeständen. Viele der in den Arbeitslagern Inhaftierten hätten Selbstverstümmelungen begangen, um nicht zur Arbeit herangezogen zu werden. Weil sie aus politischen Gründen verurteilt worden waren, wollten sie sich so der Arbeit für die sowjetischen Machthaber entziehen. Im Bezirk Karaganda leben nach Angaben der Arztin außerhalb der Arbeitslager sogenannte„freie Verbannte“. Das sind Verurteilte, die ihre Strafe verbüßt haben. aber nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren, sondern sich nur in den ihnen zugewiesenen Bezirken im Umkreis von 50 Kilometer frei bewegen dürfen. An eine selbständige Erhebung der Sowjetbevölkerung, so sagte die Arztin, sei nicnt zu denken, obwohl politische und religiöse Widerstandsgruppen vorhanden seien, denen jedoch eine einheitliche und starke Führung fehle. ment die Sondervollmachten verweigerte, die er zur Ratifizierung des EVG-Planes gefordert hatte. Der 20. nach dem Kriege Joseph Laniel, der normannische Textilmillionär, ergriff am 26. Juni 1953 das Ruder, nachdem vier andere Kandidaten im Parlament keine Mehrheit gefunden hatten. Inzwischen hat Staatspräsident Coty in Pierre Mendès-France einen Politiker gefunden, der bereit ist, sich als 20. Ministerpräsident die Lasten aufzubürden, denen seine Vorgänger nicht gewachsen waren. Oie Meinung der anderen: Churchills Reise „Times“ Eisenhower wuid Dulles werden sast mit Sicherheit auf sdinelle Verhandlungen zur Erriditung rines südostasiatischen oder pazifischen Verteidigungspaktes drängen. Die brittsdien Minister werden über jeden Zweifel klarstellen, daß sie keineswegs in dem Eutschluß zurückstelen, einer Aggressiou Widerstand zu leisten. Aber da sie vernünftigerweise gesagt haben, daß sie keine offenkundigen Maßnalunen zum Abschluß eines Verteidigungspaktes treffen wollten, bis die Ergebuisse von Geuf bekaunt sind, so scheint es, daß bei dem fortdauernden Schwebezustand ein Mittelweg gesudit werden muß. Bei jedem Versuch, in diesem Stadium ein umfassendes Paltsystem aufzubauen, würde es nicht gelingen, viele der unabhängigen asiatischien Länder einzubeziehen ie erste Notwendigkeit ist deshalb für die USA und Großbritannien, zusammen mit Australien und Neuseelana zu entscheiden, weldie unverrückbaren Iuteressen sie in Südostasien verteidigen müssen und dann einen klaren Hinweis auf ihre Entscheidung zu geben. Soweit die Washingtouer Besprediungen Europa betreffen, müssen sie mit der Prüfung von Alternativen für die EVG beginnen. Frankreich und Italien mit der Verringerung von Unterstützung zu drohen, wird beide Länder nidit zur Ratifizierung des Vertrages bewegen. Deutsche Mitgliedschaft in der NATO schiene als der sidierere Kurs, falls die EVG unglücklicherweise beiseitegelegt wird. „Manchester Guardian“ Dulles vertritt die Ansicht, daß so gut wie jedes Übereinkommen mit den Kommunisten über ludodiina eine beschämende Kapitulation wäre. Hier liegt Edens delikate Aufgabe. Er muß Dulles zu überzeugen versudien, daß weitere Verhandlungen eine moralisdie Notwendigkeit sind. Die Verhandlungen mögen aue Ende scheitern, aber für die Welt sollte es daun so offenkundig wie möglich sein, daß das nicht unsere Schuld ist. Eden kann natürlich nicht hoffen, Dulles zur Wiederaufnahme seiner Rolle in den Verhandlungen zu bewegen. Er kaun nur akzeptieren, daß Dulles' Abwesenheit von Genf ein Vorteil ist, nachidem dieser glaubt, man müsse beim Verhandeln ein Gewehr mitführen. Gefängnis für Tolsdorff Wegen Totschlags verurteilt— Kesselring als Zeuge Traunstein.(dpa) Das Schwurgericht Traunstein verurteilte den Generalleutnant a. D. und Brillantenträger Theodor Tolsdorff gestern wegen Totschlags zu dreieinhalb Jahren Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte viereinhalb Jahre beantragt. Tolsdorff hatte am 3. Mai 1945 in Eisenärzt(Oberbayern) den auf Urlaub befindlichen Hauptmann Holzhey erschießen lassen, weil er eine Rot-KreuzTafel vor dem Dorf aufgestellt hatte, um das Ausweichskrankenhaus vor Feindbeschuß zu bewahren. Holland: Keine Klein-EVG Niederlande lehnen USA-Vorschläge ab In den sibirischen Gefangenenlagern Bonn.(dpa) Über die Verhältnisse in den sowjetischen Arbeitslagern berichtete in Bonn eine kürzlich nach jahrelanger Gefangenschaft aus Sibirien zurückgekehrte Ärztin. In dem Bericht heißt es, daß die Versorgung mit Medikamenten in Den Haag.(Korr.) Die zweite Kammer des niederländischen Parlaments sprach sich gegen amerikanische Pläne aus, die die Bildung einer neuen Verteidigungsgemeinschaft zwischen den Benelux-Ländern und der Bundesrepublik Deutschland vorsehen sollen. In der Aussprache über die Verteidigungspolitik kam der Vorschlag des demokratischen USAKongreßabgeordneten Richards zur Sprache, daß die vier Staaten, die der Ratifizierung des EVG-Vertrages bisher zugestimmt haben, nur dann auf weitere amerikanische Waffenhilfe rechnen können, wenn sie eine Organisation zur kollektiven Verteidigung bilden oder ein Programm für eine gemeinsame Verteidigung entwickeln, das die Billigung Eisenhowers findet. Obgleich die Niederlande zu den stärksten Befürwortern eines deutschen Verteidigungsbeitrages gehören, hält man im Haag die Zeit für eine Ersatzlösung der EVG noch nicht für gekommen, ehe das Schicksal der EVG in Frankreich und Italien nicht völlig geklärt ist. Abgeordnete sämtlicher Parteien betonten, die drei Beneluxländer seien allein nicht in der Lage, ein Gegengewicht gegenüber der wiederbewaffneten Bundesrepublik zu bilden, Die niederländische Regierung hat die USA um eine Erläuterung des RichardsPlanes ersucht. Sie hofft noch immer, daß es trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten um die EVG zu einer Ratifizierung des Vertrages durch Frankreich und Italien kommt. Generalfeldmarschall Kesselring hatte als Zeuge ausgesagt, daß Tolsdorff kaum enders gegen Holzhey hätte vorgehen können. Verantwortlich könne man nur diejenigen machen, die diese Befehle gegeben hätten, nicht die Unglücklichen, die in der Gewissensnot standen, sie zu vollziehen. Kesselring bezog sich damit auf den sogenannten Flaggenerlaß, der für das Zeigen von Kapitulationszeichen Erscnießung befahl. Tolsdorff war gemeldet worden, Holzhey habe eine weiße Fahne gehißt. Der Verwaltungsgerichtsrat Dr. Gerd Müller sagte:„Ich habe damals als Jurist lediglich Zweifel hinsichtlich der Zweckmäßigkeit der Exekution, nicht wegen ihrer rechtlichen Seite gehabt. Diese war durch den sogenannten Flaggenerlaß klar gegeben.“ Mehrere als Zeugen geladene ehemalige Offiziere konnten nicht angeben, ob der Flaggenerlaß in ihrem Bereich jemals angewendet wurde. Kontakt mit Moskau Würzburg.(dpa) Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Dr. Reinhold Maier, sagte in Würzburg. Deutschland müsse um die Einheit noch viel entschiedener kämpfen. Das Problem der Wiedervereinigung müsse eine ureigene Angelegenheit der Deutschen bleiben. Um es zu lösen, sei ein direkter Gedankenaustausch der Bundesrepublik mit der Sowjetunion wünschenswert. Damit würde keinem künftigen Verhältnis vorgegriffen. EINE WOCHE Roman von Gertrud von Brockdorff Copyright by Prometheus-Verlag, Gröbenzell „Wie ich dazu komme?“ fragte sie drohend.„Luise hat doch die Sachen gesehen, eine rote Brieftasche und eine Puderdose und solch Zeug und alles mit dem Namen von der Sibelin. Sie sind hier aus der Schreibmappe gefallen, wie er sie in den Koffer legen wollte. Luise hat es doch geschen.... und Luise hat auch gesehen, wie er Freitag mit der Sibelin weggefahren ist, und nachher hat kein Mensch mehr was von ihr gehört, und was mein armer Junge ist. der hat in der Anlage auf sie gewartet, bis der Schauer kam und er fort mußte, sonst hätte er vielleicht bis zum Abend dagestanden.. Frau Petruschke schwieg plötzlich. In Frau Ueberwegs blutlosem Gesicht war etwas, das sie innehalten ließ. Sie holte tief Atem und sah alle an, einen nach dem anderen. „Wegen meiner“, sagte sie mit schwerer Zunge,„wär' mir egal, was Herr Ueberweg mit der Sibelin hatte. Aber jetzt, wo sie meinen Jungen festgenommen haben.. Sie verstummte zum zweiten Male. „Sie können mich ja wegen Einbruch festsetzen lassen“, sagte sie dann,„das macht mir jetzt auch nichts mehr aus.“ Niemand antwortete ihr; alle standen betroffen und stumm um sie her. Plötzlich setzte sich Frau Petruschke in Bewegung und ging auf Ueberweg zu, der während der ganzen Zeit regungslos dabeigestanden hatte, den Revolver in der echlaff herabhängenden Rechten. „Sie müssen ja wissen, was Sie zu tun haben“, sagte sie ganz ruhig.„Die Beweise sind weg, und wenn Luise auf der Polizei was erzählt, dann glaubt ihr keine Menschenseele. Aber ich lasse Ihnen jetzt keine Ruhe mehr, darauf können Sie sich verlassen, ich will meinen Jungen wiederhaben, ich laß das nicht auf ihm sitzen... ich nehme mir einen Rechtsanwalt, wenn Sie mich einsperren lassen!“ schrie sie plötzlich heraus. Es war, als schleudere sie damit ihren allerletzten Trumpf vor ihn hin. Ueberweg trat einen Schritt zurück; unwillkürlich duckte er sich vor diesem Ausbruch, der wie ein heißer Wirbel über ihn hinwegbrauste. Das war nicht mehr die Frau Petruschke, die er seit fünfzehn Jahren kannte, das war ein fremder Mensch; alle Menschen schienen ihm in dieser Stunde fremd und neu geworden zu sein. Sie hatten Schmerzen und Leidenschaften, von denen er nichts geahnt hatte. Er blickte auf seine Frau und dann wieder auf Frau Petruschke, und plötzlich schien auch in ihm eine dieser schlummernden Eigenschaften aufzubrechen. Er hob den Revolver, aber er drückte ihn nicht an die Schläfe, sondern legte ihn ruhig auf die Schreibtischplatte. Dann trat er zu Frau Petruschke, die nach dem jähen Ausbruch wieder in sich zusammengesunken war und jetzt unaufhörlich hart und trocken aus sich herausschluchzte. „Ich lasse Sie nicht einsperren, Frau Petruschke, und Sie brauchen sich auch keinen Rechtsanwalt zu nehmen“, sagte er und lächelte sogar dabei.„Es kommt alles in Ordnung. Ich gehe morgen früh auf die Folizei und gebe alles zu Protokoll. Jawohl, ich weiß, was mit Fräulein Sibelin geschehen ist, jawohl, ich habe die Sachen in meiner Schreibmappe gehabt und habe sie gestern nachmittag in der Fabrik vernichtet... ich bin schuldig, Frau Petruschke, wenn auch nicht so, wie Sie vielleicht denken... es war ein Unglück, das ich vertuschen wollte... ich hätte es niemals zugelassen, daß Ihr Sohn wirklich verurteilt worden wäre.. Er hielt inne. Seine Kraft war zu Ende, obwohl er sich noch verzweifelt darum bemühte, sein Lächeln festzuhalten. Frau Petruschke schluchzte noch immer. „Bringen Sie sie in ihre Wohnung, Luise“, sagte Frau Ueberweg mühsam gefaßt.„Ich gebe Ihnen etwas mit, was sie beruhigen wird. Und bleiben Sie eine Zeitlang bei ihr. Ich möchte Frieda nicht wecken, es ist ein wahres Glück, daß sie überhaupt noch schläft. Ich halte es für das beste, möglichst wenig Aufsehen zu erregen.“ Frau Ueberweg sprach leise. Es tat ihr dabei wohl, Luises stilles Gesicht vor sich zu sehen. Luise wandte sich Frau Petruschke zu, die ihr ohne Zögern folgte. Frau Ueberweg schloß die Tür hinter beiden und kehrte dann zu ihrem Manne zurück. Er hatte sich inzwischen setzen müssen, um sein Herzklopfen niederzukämpfen. Jetzt wandte er ihr sein verstörtes und zuckendes Gesicht entgegen. Sie trat schnell zu ihm hin.„Es kommt alles in Ordnung, es kommt alles in Ordnung“, wiederholte sie seine eigenen Worte und nahm ihn fest und tröstend in ihre Arme. * Als Luise Frau Petruschke ausgekleidet und zu Bett gebracht hatte, wurde gegen die Küchentür gepocht, und Munks notdürftig bekleidete Gestalt erschien auf der Schwelle. „Was ist denn los?“ fragte Munk. „Frau Petruschke fühlt sich nicht woh!“, sagte Luise. Es war für ihre Nerven vielleicht ein bißchen viel... das alles in den letzten Tagen.“ „Sie meinen also“, fragte er schnell.„es hängt vielleicht mit ihrem Sohn zusammen?“ „Natürlich“, sagte sie und wunderte sich über den Eindruck ihrer knappen Antwort. Munk wechselte die Farbe, was bei seinem verwitterten Gesicht merkwürdig aussah; er schien plötzlich von geheimer Unruhe ergriffen. Luise betrachtete ihn ernsthaft und prüfend. Er wandte sich ab, als verrnöchte er ihren Blick nicht zu ertragen. „Gestern abend“, sagte er heiser,„hat sie sich einen Dietrich von mir geborgt. Es kam mir gleich nicht recht geheer vor. Es war hoffentlich nichts Schlimmes. Fräulein Luise... ich müßte mir sonst Vorwürfe machen.. „Ich glaube nicht“, sagte Luise und schaute in ihre leeren, geöffneten Hände. „Ich glaube, es wird sich alles zum Guten wenden. Frau Petruschke hat vorhin mit Herrn Ueberweg gesprochen, und Herr Ueberweg will heute auf die Polizei gehen...“ „Herr Ueberweg?“ fragte er in einem so heftigen Ton, daß sie wieder zu ihm aufblickte. „Ja, Herr Ueberweg wird auf die Polizei gehen, und er wird Öswald freibekommen... ganz bestimmt.. „Hat er das gesagt?“ „So ähnlich.“ Munk sah ihr mit einem seltsamen Ausdruck in die Augen, bevor er eine Bemerkung machte, die Luise nicht verstand. „Die Sache ist ihm über den Kopf gewachsen“, sagte er,„nun wächst sie auch mir über den Kopf.“ Damit verließ er die Küche. Aber es dauerte nicht lange, da klopfte er schon wieder an die Küchentür. Er war jetzt vollständig angezogen und auch frisch rasiert; er trug einen neuen Mantel und hielt den Hut in der Hand. „Kann ich noch einmal für einen Moment zu Ihnen kommen, Fräulein Luise? Es handelt sich nämlich... ich möchte Ihnen nämlich gern Lebewohl sagen.“ „Wollen Sie denn fort?“ fragte sie erschrocken. „Jawohl, mein Fräulein, Sie finden mich im Begriff abzureisen“, antwortete er mit einem Anfluge seines gewohnten spöttischen Lächelns.„Mein Koffer ist gepackt, meine Miete ist bis zum Wochenende bezahlt. Es gibt also nichts mehr, was mich noch länger zurückhalten könnte.“ „Ganz fort... und für immer?“ „Ganz und für immer. Ich hatte gehofft, hier so etwas wie eine Heimat zu finden, aber mein Schicksal scheint es anders zu wollen. So gehe ich eben wieder auf die Wanderschaft, Geld habe ich noch, es wird ja jetzt auch wärmer, da kann man schon eher im Freien schlafen.“ „Oh, Herr Munk, was wird bloß Frau Petruschke dazu sagen!“ „Keine Illusionen, mein Kind! Frau Petruschke wird wahrscheinlich ganz froh sein, wenn sie mich los wird. Und Sie... wahrscheinlich auch...“ „Herr Munk, ich war neulich leider nicht nett zu Ihnen.. Hübsch von Ihnen, daß Sie es wenigstens einsehen“, sagte er, und sein spöttisches Lächeln vertiefte sich.„Da Sie aber so brav sind, möchte ich Ihnen zum Abschied gern ein Geschenk machen.“ (Fortsetzung folgt) Abraham a Santa Clara hatte gehört, daß ein junger Mönch Zweifel an der Richtigkeit des Satzes„Bete und arbeite“ geäußert habe. Er lud ihn zu einer Kahnpartie ein und ergriff selbst die Ruder. Nach einer Weile schüttelte das Mönchlein den Kopf und sagte lachend:„Aber Nochwürden, so kommt Ihr doch nicht vom Fleck! Wir fahren ja dauernd im Kreis herum. Ihr müßt beide Ruder bedienen“ „Siehscht, Kerle, so ischt's“, sagte der Hofprediger.„Das linke Ruder heißt Beten und das rechte Arbeiten. Wer's net weiß, kommt net vom Fled“ 119. Jahrgang— Nummer 143 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzelger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Donnerstag, den 24. Juni 1954 Sonderzählungen bei den bevorstehenden Landtagswahlen Bei den bevorstehenden Landtagswahlen am 27. Juni werden wieder in repräsentativ ausgewählten Stimmbezirken Sonderzählungen vorgenommen werden. Dadurch soll festgestellt werden, welchen Einfluß das Alter und Geschlecht des Wählers auf Wahlbeteiligung und Ars der Stimmabgabe hat. Selbstverständlich werden diese Feststellungen ohne jede Beeinträchtigung des Wahlgeheimnisses getroffen, indem lediglich gruppenweise Ergebnisse gesammelt und veröffentlicht werden. Bereits bei den Bundestagswahlen haben sich dabei interessante Aufschlüsse ergeben, die vor allem die Einstellung der jüngeren Jahrgänge zu den politischen Parteien erkennen ließen. Die für die Landtagswahlen vorgesehene Aufgliederung erfaßt darüber hinaus besonders die 30 bis 40 Jahre alten Wähler, d. h. die Geburtsjahrgänge 1915 bis 1924. Man will hierdurch besondere Aufschlüsse auch über die politische Einstellung der Kriegsgeneration des zweiten Weltkrieges erhalten. Die Ergebnisse werden vom Statistischen Landesamt gemeinsam mit den örtlichen Wahlbehörden nach der Wahl gesammelt und ausgewertet. Für den Wähler und die örtlichen Wahlbehörden ergeben sich daraus keine Schwierigkeiten bei dem Wahlgeschäft, da die Sonderauszählungen lec lich die Ausgabe von Stimmzetteln nach dem Alter und Geschlecht des Wählers erfordern. Olper Stadtspiegel Wichtig für die Landtagswahl am kommenden Sonntag ist es zu wissen. daß entgegen der früheren Gepflogenheit diesmal Anträge auf Ausstellung von Wahlscheinen nur bis zum dritten Tag vor der Wahl, also bis Donnerstag, den 24. Juni, einschließlich entgegengenommen werden. Wer also einen Wahlschein beantragen will, kann dies noch heute tun, darf aber nicht bis zum Samstag warten. der früher letster Termin war. Die Freiw. Feuerwehr nahm am vergangenen Sonntag am 75. Stiftungsfest der Feuerwehr in Hilchenbach teil, wozu sie von der ihr befreundeten Wehr herzlich eingeladen war. Am Vormittag gab der Musikzug unserer Feuerwehr unter Leitung von Stabsmusikmeister a. D. Kretschmer ein Platzkonzert, das großen Beifall fand. Bisher 51 000 Kirchentagsplaketten. Zur Unterstützung und im Hinblick auf die Bedeutung des vom 7. bis 11. Juli in Leipzig stattfindenden Evangelischen Kirchentages hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen am 26. und 27. Juni den öffentlichen Straßenverkauf der Kirchentagsplaketten genehmigt. Damit soll nicht nur die Kirchentagsarbeit als solche gefördert, sondern gleichzeitig auch die Verbundenheit aller evangelischen Christen von Ost und West bekundet werden. In westfälischen Kirchengemeinden wurden bisher rund 51 000 Plaketten verkauft. Fortführung der Befragungsaktionen des DRK-Suchdienstes. Im Anschluß an eine für die Monate August, September und Öktober 1954 vorgesehene Heimkehrerbefragung zur Aufklärung des Schicksals von verschleppten deutschen Zivilpersonen plant das DRK für den Spätherbst 1954 die Fortführung seiner Befragungsaktion zur Gewinnung von Nachrichten über den Verbleib vermißter Wehrmachtsangehöriger. 250 000 ehemalige Soldaten, die bisher noch keine Gelegenheit hatten, die Vermißtenlisten ihrer früheren Wehrmachtseinheiten einzusehen, sollen im Rahmen dieser Aktion befragt werden. Neue Bausaison. Gegenüber dem Tiefstand der Bautätigkeit im Februar mit 24 Mill. Arbeitsstunden ermöglichten der hohe Ueberbang an nicht fertiggesteilten Bauten aus dem Jahre 1953 und die zahlreichen Genehmigungen von Neubauten zu Beginn dieses Jahres dem Baugewerbe Nordrhein-Westfalens mit einer 76prozentigen Steigerung der arbeitstäglichen Stundenleistung im März einen schnellen Start in die neue Bausaison. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, ergab sich im April mit 49,8 Mill. Arbeitsstunden eine weitere Erhöhung um 16 v. H. gegenüber März. Das Bauvolumen erreichte damit im März und April ungefähr den gleichen Umfang wie in den Vergleichsmonaten des Vorjahres, in denen die Belebung der Bautätigkeit besonders kräftig war. Zugeflogen ist vorgestern einem Einwohner in der äußeren Westfälischen Straße ein beringter Kanarienvogel. Der rechtmäßige Besitzer, der sich entsprechend auszuweisen vermag, möge sich auf dem Rathaus, Fundbüro, melden. Qualitätsarbeit ist erstes Erfordernis Belegschaftsversammlung der Hüttenwerke Siegerland, Abt. Attendorn Eisenbahnerfragen Altenhundem. Zu einer Aussprache über alle Fragen, die die Eisenbahnbediensteten allgemein und auch in örtlicher Hinsicht betreffen, waren die Eisenbahnbedienstetan aus dem hiesigen Bezirk im Gasthof Max Cordes am Sonntagnachmittag eingeladen. In der Versammlung sprach der Bundestagsahgeordnete O.-Insp. Brück von der Bundesbahn in Köln. An seinen Vortrag schloß sich eine rege Diskussion an. Franziskanerinnen im neuen Heim Die ersten Kurse der Näh- und Handarbeitsschule haben begonnen Grevenbrück. Inzwischen sind die Ordensschwestern— Olper Franziskanerinnen— in das neuerbaute Scchwesternhaus in der Lehmbergstraße eingezogen und haben sich dort wohnlich eingerichtet. Im Erdgeschoß befindet sich der große Nähsaal, an den sich der gesonderte Zuschneideraum anschließt. Hier finden die Nachmittags- und Abendkurse im Nähen und Handarbeiten statt, die jeweils ein halbes Jahr dauern. Eifrig schnurren hier ununterbrochen die Nähmaschinen in dem Raum, in den durch viele Fenster das Licht hereinflutet. Im Stockwerk darüber liegen die Hauskapelle und— durch den Flur getrennt— das Refektorium der Ordensfrauen. Im Dachgeschoß ist die Klausur der Schwestern. Unter der Leitung der Schwester Cyrilla lernen die Mädchen in der Näh- und Handarbeitsschule alles, was später eine Frau und Mutter an Näh- und Handarbeitskenntnissen haben muß. Mädchen jeden Alters, die schulentlassen sind, nehmen an den Halbjahreskursen teil. Künftig sollen auch Kurse für Frauen und Mütter eingerichtet werden. Hell und schlicht sind Anstrich und Einrichtung des Hauses, seiner Bestimmung entsprechend. Das wahrhaft nicht kleine Unternehmen des Neubaues war nur durch die Hilfsbereitschaft der hiesigen Bevölkerung möglich. Die großen und kleinen Geldspenden waren wirkliche Opfer, die man freiwillig auf sich genomProzession mit relchem Festschmuck Altenhundem. Einen schönen Verlauf nahm am Sonntag die Fronleichnamsprozession über die Uferstraße, Hütten- und Lindenstraße zurück am Beul und die Kampstraße. Die Straßen hatten reichen Grün-, Blumen- und Fahnenschmuck angelegt. Besondere Sorgfalt hatte man auf die einzelnen Segenssationen verwendet. Gegen 9.45 Uhr zog die Prozession aus und kehrte gegen 12 Uhr in die Kirche zurück.— Auch in diesem Jahre wurde wieder von einem großen Teil der Prozessionsteilnehmer der Wunsch geäußert, die Prozession zu früherer Stunde ausziehen zu lassen, da namentlich für die älteren Prozessionsteilnehmer bei der später auftretenden starken Sonnenhitze der Weg zu beschwerlich wird. Olper Kreisverwaltung flog aus... Fröhlicher Betriebsausflug brachte allen schöne Erlebnisse Olpe. Wenn auch ein großer Teil unserer Kreisverwaltung inzwischen die schönen Arbeitsräume im Neubau an der Seminarstraße beziehen konnte und dort, wie man annehmen darf, die Arbeit besser schmeckt, so haben doch die Männer und Frauen der Verwaltung— wie alle anderen Betriebsgemeinschaften— innerhalb eines Jahres irgendwie das Bedürfnis zu einer ganz besonderen Ausspannung. Diese brachte ihnen der gemeinsame Ausflug, der am Dienstag mit mehreren Omnibussen unternommen wurde. Die fröhliche Fahrt ging unter munteren Reden und mit Liedern oder Lautsprechermusik zunächst nach Altenberg, wo man das kunsthistorische Bauwerk des ehrwürdigen Domes besichtigte. Wer diesen Dom bisher noch nicht kannte, war erstaunt über seine Eleganz und stimmungsvolle Gestaltung. Zuvor hatte man im Freien einen kleinen Imbiß am Waldesrand eingenommen. Zu Mittag fand man sich dann in Burg an der Wupper ein. Dort sorgte der den Olpern bestens bekannte Wirt Rothhaupt für ein schmackhaftes Essen. Nachher vergnügte man sich vor allem mit den verlockenden Liftfahrten zur Burg, die den einzelnen große Freude bereitete. Die Weiterfahrt ging an der sehenswerten Müngstener Brücke vorbei zur Nordhelle. Man rastete am Fuße der Nordhelle im Grünen. Die letzte Station der wohlgelungenen Fahrt war dann die Schützenhalle in Weschede bei Kraghammer, sozusagen vor den Toren der Heimatstadt Olpe. Nun konnte man sich nach dem erlebnisreichen Tag ganz der geselligen Unterhaltung widmen. OKD Zimmermann und Landrat Metten wünschten der Betriebsgemeinschaft recht frohe und angenehme Stunden. Und ihre guten Wünsche gingen in Erfüllung! Für Humor sorgte in origineller, zügiger Weise der als Gast anwesende Günther Ohm; für Musik eine Blaskapelle. Als Ueberraschung gab es einen„Toto-Wettbewerb“ mit vielerlei Gewinnen. Alle Teilnehmer am Ausflug befanden sich in bester Stimmung und kehrten in vorgerückter Stunde wieder in die Kreisstadt zurück. An den Ausflug 1954 werden sie gern zurückdenken! Sauerland-Höhenstraße Kreis Olpe. Das Hauptproblem, mit dem sich die Lnadesplanungsgemeinschaft derzeitig beschäftigt, ist der geplante Bau einer Sauerland-Höhenstraße, die von Hagen aus über Lüdenscheid und Olpe nach Siegen führen und das Ruhrgebiet mit dem Land Hessen verbinden soll. Neuer Wasserpreis Kirchhundem. In einer früheren Gemeinderatssitzung wurde bekanntlich der Beschluß gefaßt, in der Gemeinde Kirchhundem den Wasserpreis pro Kubikmeter auf 45 Pfg. zu erhöhen. Die Satzung und Gebührenordnung über die Abgabe von Wasser in der Gemeinde Kirchhundem ist nunmehr preis- und aufsichtsbehördlich genehmigt und wird am 30. Juni veröföffentlicht. Der neue Wasserpreis tritt ab 1. April 1954 in Kraft. men hatte. Nun ist es geschafft! Wer aber weiter helfen will, der soll es tun, denn schuldenfrei ist das Haus noch nicht. Wie wir erfahren, soll zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Haushaltungsschule im Schwesternhaus eingerichtet werden. Wann das jedoch der Fall sein wird und ob überhaupt der Gedanke hier verwirklicht werden kann, bleibt abzuwarten. Hühnerhaltung lohnt sich Hoher Produktionswert Auf der in Duisburg vom 27. Mai bis 7. Juni durchgeführten Ausstellung„Das E i“ traten zum erstenmal die Rasse- und Wirtschaftsgeflügelzüchter gemeinsam an die Oeffentlichkeit, um auf den wirtschaftlichen und ideellen Wert der Geflügelzucht hinzuweisen. Die Ausstellung gab einen zusammenhängenden Ueberblick der züchterischen u. fütterungstechnischen Grundlagen der Geflügelwirtschaft. Außerdem wurden die besten und leistungsfähigsten Rassen ausgestellt. Auch die FutermittelAttendorn. Die Belegschaft der Hüttenwerke Siegerland, Werk Attendorn, fand sich am Wochenende zusammen, um den Rechenschaftsbericht des Betriebsrates und den Geschäftsbericht des Arbeitsdirektors über das erste Quartal 1954 entgegenzunehmen. Wie der Vorsitzende des Betriebsrats, Karl Horn, berichtete, fanden in der fraglichen Zeit drei Betriebsratssitzungen, zwei Hauptbetriebsratssitzungen und verschiedene Besprechungen mit den Kollegen statt. Weiter teilte der Vorsitzende mit, daß verschiedene Akkordsätze verbessert werden konnten. Zur Gesundheitsbetreuung der Belegschaftsmitglieder führte der Vorsitzende aus, daß die Erholungsaktion auch in diesem Jahr wieder laufe und im Quartalabschnitt 17 Belegschaftsmitglieder zur Kur gewesen seien. Auch die Kinder von Belegschaftsmitgliedern seien in diesem Jahr wieder zur Erholung geschickt worden. Im übrigen würde der Gesundheitszustand der Belegschaftsmitglieder und deren Angehörigen dauernd durch den Werksarzt überwacht. Auf dem Gebiete des Wohnungsbaues seien ebenfalls gute Fortschritte zu verzeichnen. So werden bis Juli dieses Jahund Geräteindustrie waren vertreten. Ferner wurde gezeigt, wie die geflügelwirtschaftlichen Erzeugnise, vor allem die Eier, gewerblich und im Haushalt verwendet werden. Den volkswirtschaftlichen Wert der Geflügelhaltung und ihre Bedeutung als landwirtschaftlichen Betriebszweig unterstrich Reg.-Direktor Dr. Rinecker vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Danach übertrifft der Produktionswert der Geflügelwirtschaft mit etwa 1.2 Milliarden DM jährlich noch den der Weizenernte oder der Zuckererzeugung Die inländische Eierproduktion beläuft sich jetzt auf etwa 5.6 Milliarden Stück jährlich. Die Leistung pro Henne beträgt im Durchschnitt 122 Eier, mit denen gegenüber der Vorkriegszeit(90 Stück im Jahresdurchschnitt) beachtliche Fortschritte erzielt wurden. Der Eierverbrauch in der Bundesrepublik erreicht jetzt 142 Stück pro Kopf und Jahr gegen 120 in der Vorkriegszeit. Ministerialdirigent Tillmann vom nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium erklärte, daß der Eierverbrauch im Inland noch steigerungsfähig sei und somit die bäuerliche Geflügelhaltung gute Aussichten habe.(AID) res weitere 16 Wohnungen bezugsfertig. Ferner konnten noch vorhandene Schwierigkeiten für den geplanten Neubau von Siedlungshäusern beseitigt werden. Mit den Bauarbeiten soll in Kürze begonnen werden. Der Vorsitzende forderte die Belegschaft auf, auch weiterhin im Interesse des Betriebes zu arbeiten und für Qualitätsarbeit und Ordnung innerhalb des Betriebes zu sorgen, damit die Leistungsfähigkeit des Betriebes Hand in Hand gehe mit den sozialen Leistungen. Arbeitsdirektor Kerkmann gab einen umfassenden Geschäftsbericht, aus dem hervorging, daß im letzten Vierteljahr 1953 eine sinkende Absatztendenz zu verzeichnen war. Dieses sei hauptsächlich auf die Weltmarktlage und die Einfuhren der Montan-Union aus den westlichen Ländern zurückzuführen. Es bedürfe der gemeinsamen Anstrengung aller Belegschaftsmitglieder, die für die Zukunft gestellten Aufgaben zu bewältigen. Die Ausführungen des Arbeitsdirektors wurden von dem an der Versammlung teilnehmenden Oberingenieur Kniep unterstrichen. Er bat die Belegschaft ebenfalls, auf Qualitätsarbeit ein wachsames Auge zu haben, damit der Betrieb den an ihn gestellten Anforderungen jederzeit gerecht werden könne. „Nur mit Gott zurück in die Heimat" Letzte Vertriebenen-Wallfahrt 1954 zur Werler Gnadenmutter Aus dem Sauerland. Bei der letzten Vertriebenen-Wallfahrt dieses Jahres zur Muttergottes in Werl, die am vergangenen Sonntag stattfand, betonte Kapitelvikar Polzin(Berlin, früher Schneidemühl): Die Gottesmutter helfe den Vertriebenen bei ihrem Verlangen, in die Heimat zurückzukehren. Diese Hilfe aber schließe die Gewalt aus. Unmöglich könne die Königin des Friedens durch Bomben und Granaten helfen; ihre Waffen seien vielmehr Werke der Sühne, des bewußten Opfers und der Pflichterfüllung. Der Kapitelvikar erinnerte an die drei Erscheinungen der Gottesmutter auf Erden im letzten Jahrhundert und betonte, daß Maria auffallend zu Werken der Liebe und der Gerechtigkeit gemahnt habe. Vor seiner Predigt in der Basilika gedachte Kapitelvikar, Polzin des im Februar verstorbenen Kapitularvikars Haartz, der in den vergangenen Jahren immer an den Wallfahrten nach Werl teilgenommen hatte. Um das Anliegen der kath. Heimatvertriebenen erwarb sich Kapitularvikar Haartz außerordentliche Verdienste. Der Prediger fand dann noch sehr zu Herzen gehende Worte für die katholischen Heimatvertriebenen. Er wies darauf hin, daß sich die kath. Heimatvertriebenen im Marianischen Jahr in ganz besonderer Weise der vielen»Wallfahrtsorte in Östdeutschland erinnerten. Jetzt lebten dort Menschen, die sich gleichfalls zum Christentum bekennen. Auch sie beteten zur Königin des Friedens. Maria werde denen helfen, die die besseren und ehrlicheren Christen seien. Der Prediger gab eine Antwort auf die Frage, warum Gott die unendlichen Unglücklicher Sturz eines Radfahrers Affeln. Ein 19jähriger junger Mann, der sich mit seinem Fahrrad unterwegs zur Sorpetalsperre befand, stürzte, als ihn plötzlich während der Fahrt ein starkes Unwohlsein befiel, so unglücklich mit seinem Rad, daß er eine Gehirnerschütterung erlitt und Schürfwunden im Gesicht davontrug. Er wurde vom Krankenwagen in das Plettenberger Krankenhaus gebracht. Auf dem Wall überfallen! Soest. Gegen 20.45 Uhr wurde eine Frau, die auf einer Bank auf dem JalobiNötten-Wall saß, von zwei angetrunkenen Männern, die aus Richtung Nöttentor kamen, grundlos angegriffen und zu Boden gestoßen. Einer der Männer, die süchsische Mundart sprachen, ergriff die auf der Bank stehende Handtasche und entwendete aus der darin befindlichen Geldbörse 65 DM und ein Paar Ohrringe. Bei den Tätern handelte es sich um Männer im Alter von 25 bis 30 Jahren. und einLeiden der Vertreibung zuließ, erklärte, daß Gott seinen geliebten zigen Sohn zur Erde und in das Leid geschickt habe. Auch die Menschen des deutschen Ostens habe Gott geliebt und sie dennoch in die Verbannung gehen lassen. Er, der Schöpfer allen Lebens, wisse allein, was er damit gewollt habe. Die Heimatvertriebenen dürften hoffen, sagte Kapitelvikar Polzin, daß Gott ihnen die irdische Heimat wiederschenke. Nicht Menschen, sondern der Allmächtige sllein könne die Vertriebenen zurückführen. Menschen vermöchten dabei nur zu helfen. Die ostdeutschen Christen sollten auf Gott vertrauen und ernst machen mit dem Gebet und dem bewußten Opfer. Nachmittags vereinten sich die Wallfahrtsteilnehmer zu einer Glaubenskundgebung, auf der auch Konsistorialrat Behrendt(Münster, früher Danzig) sprach. Besuch aus Milwaukee Der 79jährige F. Scheele kam in die alte Heimat Rüblinghausen. Am vorvergangenen Wochenende traf in der sauerländischen Heimat ein lieber alter Landsmann, der Deutschamerikaner Franz Scheele ein. Er hielt sich zunächst bei Verwandten in Alperscheid auf und kam dann in seinen Heimatort Rüblinghausen. Die Fahrt nach Deutschland hatte er mit der iom verwandten, ebenfalls in Amerika anssigen Familie Emil Wigger aus Frenkausen angetreten. Welch herzliche Aufnahme er in Rublinghausen fand, bewies ein Ständchen, das ihm am Dienstagabend hier gebracht wurde. Der Vorsitzende des Gesangvereins begrüßte den Gast und wünschte ihm recht gute Erholung im Sauerland und einen frohen Aufenthalt. Mit bewegten Worten dankte Franz Scheele und erzählte später im Vereinslokal von seinen Erlebnissen im fernen, großen Erdteil. Interessiert lauschten alle seinen zum Teil recht humorvollen, urwüchsigen Ausführungen. Es zeigte sich, daß Franz Scheele das Sauerländer Platt noch geläufig spricht. Auch am Gesang beteiligte er sich und man war erstaunt über seinen hellklingenden, kräftigen Tenor. Obgleich Franz Scheele bereits 79 Jahre alt ist, erfreut er sich doch noch einer beneidenswerten Gesundheit und Frische. Während seine Freunde noch länger in der alten Heimat verbleiben werden, will Franz Scheele Mitte August wieder die Rückreise nach Amerika antreten. Bis dahin hat er aber noch Zeit. die Schönheiten seiner alten Heimat gründlich auszukosten. Auch das„S. V.“ wünscht ihm hierzu alles Gute! Grevenbrück. Die Frauen- und Müttergemeinschaft und der St. Elisabethverein unternehmen am 2. Juli eine Wallfahrt zur Gottesmutter in Werl. Anmeldungen nehmen die Bezirksvorsteherinnen entgegen. Meggen. Beim Postamt werden am 28. Juni die Versorgungsrenten, am 29. Juni die Angestellten- und Invalidenrenten und am 1. Juli die restlichen Invaliden- und Unfallrenten von 8 bis 11.30 Uhr gezahlt Landkreistag für kommunale Selbstverwaltung Fine Entschließung zur Finanzreform— Klare Forderungen Kreis Olpe. Von der Kreisverwaltung werden wir um Veröffentlichung der nachstehenden Entschließung des Hauptausschusses des Deutschen Landkreistages zur Finanzreform vom 31. Mai 1954 gebeten: „Die Deutschen Landkreise haben die bisherigen Verhandlungen über die Finanzreform aufmerksam, aber zugleich mit gewisser Sorge verfolgt. Ihre im Hauptausschuß des Deutschen Landkreistages versammelten Vertreter geben daher der Auffassung der Landkreise noch einmal Ausdruck. Wir stellen fest, daß unter den kommunalen Gebietskörperschaften aller Gruppen volle Uebereinstimmung über folgende Forderungen besteht: 1. Steuerverbund. Die kommunalen Gebietskörperschaften werden in ihrer Gesamtheit an den gemeinschaftlichen Steuern(Einkommen- und Körperschaftssteuer) entsprechend ihren Aufgaben beteiligt; der Bund gewährleistet dies im Grundgesetz. Die Höhe der Anteile und ihre Verwendung im kommunalen Finanzausgleich werden weiterhin von den Ländern. bestimmt. 2. Realsteuergarantie. Der Bund weist verfassungsrechtlich die Realsteuerertragshoheit den Gemeinden(Gemeindeverbänden) zu. 3. Sicherungsklausel. Die Gemeinden (Gemeindeverbände) werden ebenso wie die Länder gegen finanzielle Ueberlastung durch Bundesaufgaben verfassungswirksam geschützt. Diese Wünsche haben nicht nur bei dem Herrn Bundesminister des Innern, sondern auch in der Bundesregierung Verständnis gefunden. Die Aufnahme, die das Anliegen der kommunalen Selbstverwaltung bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs im Bundestag gefunden hat, erfüllt uns mit Zuversicht. Mit den Sprechern aller Parteien halten wir eine Finanzverfassungsreform für Stückwerk, wenn sie der kommunalen Selbstverwaltung als dem tragenden Unterbau des gesamten Staatsgefüges nicht auch verfassungsrechtlich die Stellung gibt, die sie nach der Verfassungswirklichkeit hat. Wir vertrauen darauf, daß sich diese Erkenntnis durchsetzen wird.“ Sportverein auf froher Fahrt Langenei. In der Frühe des letzten Sonntags stand der große Reiseomnibus „Suerlänner“ startklar, um die 60 Mitglieder mit Frauen des Sportvereins Langenei-Kickenbach zum Vereinsausflug aufzunehmen. Ueber Rönkhausen, den Hohen Lenscheid und Allendorf ging es durch das Hönnetal zur Balver Höhle. Ar der Sorpesperre stand das Frühstück bereit. Eine Bootsfahrt über den See war für viele ein besonderes Erlebnis. Zum Mittagessen traf man in Stockum ein. Nachmittags trugen die Jugendmannschaft. die bereits am Vortage von Langenel nach hier auf Schusters Rappen gewandert war und unterwegs gezeltet hatte, und die erste Mannschaft gegen den Sportverein Stockum ein Freundschaftsspiel aus. Das Jugendspiel endete mit einem Unentschieden 1:1; die Langeneier 1. Mannschaft verlor 3:5. Im Anschluß an das Spiel fanden sich die Fahrtteilnehmer mit dem Sportverein Stockum in dessen Vereinslokal zusammen, wo man einige gemütliche Stunden verlebte. Besorgniserregende Sorglosigkeit: Tollwütiges Wild gefährdet Menschen Die Tollwut holt sich ihre Opfer— Über 600 Tiere abgeschossen— Bei Kleiderreparatur infiziert Von PETER POPP Nienburg(Weser).— Die Wälder im Westen der Weserstadt Nienburg gehören zu den größten und schönsten Forstgebieten Norddeutschlands, Aber in ihnen ist es nicht geheuer. Dort lauert tödliche Gefahr für spielende Kinder, harmlose Spaziergänger, beerensuchende Frauen, ackernde Bauern und Waldarbeiter. Die Wälder um Nienburg sind verseucht von tollwutkranken Tieren. Vor ungefähr einem Jahr wurde der erste kranke Fuchs in diesem Revier abgeschossen. Wenige Wochen später fanden Beerensammler ein verendetes Reh: Tollwut. Sofortige Serumbehandlung in einem hannoverschen Krankenhaus rettete jene Am 30. Juni von 12—15 Uhr Warum die Sonne sich verfinstert, veranschaulicht in schematischer Darstellung unsere Zeichnung. Der Mond schiebt sich genau zwischen Erde und Sonne, und die Bahn seines Schattens führt von Mittel-USA bis nach Indien. Die Zone, in der der Mond die Sonne völlig zu verdecken scheint, ist nur etwa 150 Kilometer breit und ist am größten westlich von Skandinavien. In der Bundesrepublik ist— günstige Sichtverhältnisse vorausgesetzt— eine Teilverfinsterung von 70 bis 90 Prozent zu beobachten. Der Durchgang des Mondes durch die Sonnenscheibe dauert von der ersten bis zur letzten Berührung etwa zweidreiviertel Stunden und spielt sich zwischen 12 und 15 Uhr ab. Waldgänger, die mit dem Tier in Berührung gekommen waren, Wie die Pest, so unheimlich hat sich seitdem die Seuche in den Wäldern ausgebreitet. Es mußte zu einem drastischen Mittel gegriffen werden. sie einzudämmen: 610 Füchse und 40 Dachse wurden vom Herbst vergangenen Jahres bis zum 1. Juni dieses Jahres abgeschossen. Das kommt einer Ausrottung gleich. Bevölkerung passiv Dutzende von Rehen wurden gebissen und infiziert und verendeten qualvoll. „Die Füchse“, sagen die Leute,„haben jeden Verstand verloren“. Gemeint ist, daß die Tiere, vor Wut toll, alle Gefahr mißachten, in die Gehöfte einbrechen, die Hofhunde anfallen, sich verbeißen und sich eher mit Knüppeln totschlagen lassen, als daß sie flüchten. Es geht dabei auch für die Menschen nicht immer ohne Wunden ab. Trotzdem: die Bevölkerung ist besorgniserregend sorglos. Es geschieht, daß die Schilderung der Gefahr mit einer Handbewegung abgetan wird. Warnungen scheinen in den Wind gesprochen zu werden. Schutzvorkehrungen begegnen einer unverständlichen Passivität. Es wurde eine Hunde- und Katzensperre verhängt. Aber Hunde und Katzen streunen weiter durch die Gegend. Insbesondere die Katzen sind in letzter Zeit häufig tollwutkrank. Nur mit Mühe konnte sich dieser Tage ein Briefträger im Kreise Neustädt eines solchen angreifenden Tieres erwehren. „Nur Scherereien. Deswegen wird jetzt rücksichtslos abgeschossen, was sich an Hunden und Katzen im Sperrbezirk zeigt. Manches wertvolle und gesunde Tier endet dabei gleichfalls durch eine Kugel. Aber wie ist die Passivitat der gefährdeten Menschen zu erklären, die soweit geht, daß sogar das Auffinden und Beobachten kranker Tiere verschwiegen wird?„Das macht sonst nur Scherereien“, sagte jemand allen Ernstes. Mit den Scherereien sind die Serumspritze, die Krankenhausbehandlung, die Behördenwege und überhaupt das Ämtliche gemeint. Wozu das führen kann, zeigt die Geschichte eines Spaziergängers, der von einem Fuchs angefallen wurde. Der Mann konnte wohl seine Haut. nicht aber sein Hosenbein retten. Die zerfetzte Hose brachte er in eine Kunststopferei. Eine Arbeiterin infizierte sich an dem KleiEine Feier für Christian Hülsmeyer RADAR war nicht gefragt Haus der Technik ehrte den Vater der Funkmeßtechnik Essen.— Der Erfinder der Funkmeßtechnik(RADAR), der Düsseldorfer Ingenieur Christian Hülsmeyer, wurde am Mittwoch in einer Feierstunde des Hauses der Technik in Essen geehrt. Vor nunmehr 50 Jahren startete Hülsmeyer mit einer heute sehr provisorisch anmutenden Apparatur von der Kölner Hohenzollernbrücke aus seine erste Funkmessung nach einem Schlepper. Die historische Apparatur soll im Deutschen Museum in München aufgestellt werden. Staatssekretär Professor Leo Brandt vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr sagte, die verantwortlichen öffentlichen Stellen sollten aus der Tragik Hülsmeyers, dessen Erfindung damals verkannt und vergessen wurde, die Lehre ziehen, den Erfindern der Gegenwart mehr AufmerkKein Fluchtverdacht bei Kever samkeit zu schenken. Professor Esau von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Mülheim(Ruhr) betonte, mit dieser Feierstunde werde gegenüber Hülsmeyer eine Pflicht der Dankbarkeit erfüllt. Die Feierstunde solle die Aufmerksamkeit Deutschlands und der Welt auf eine fast vergessene deutsche Leistung lenken und für den Nachwuchs ein Ansporn zu ebenso großen Taten sein. Hülsmeyer selbst ließ in einer kurzen Ansprache noch einmal die technischen Schwierigkeiten um seine Versuche und seine Bemühungen aufleben, seiner Erfindung zum Durchbruch zu verhelfen. Er schilderte in lebhaften Worten die furchtbare Enttäuschung, die ihm als Patrioten das damalige Reichsmarineamt bereitete, als es sein Angebot mit der Bemerkung ablehnte, es habe bessere Sachen(!) in Arbeit. „Vulkan"-Verfahren eröffnet Haftbefehl aufrecht erhalten, aber nicht mehr in Haft Karlsruhe.— Nach einem Beschluß des Sechsten Strafsenates des Bundesgerichtshofes bleibt der Haftbefehl gegen den in die„Vulkan“-Affäre verwickelten kaufmännischen Angestellten Wilhelm Kever aus Homberg- Niederrhein aufrechterhalten. Der Vollzug der Haft wird „Oienstsch as lohut sich nicht mehr, in dret Minuten= ist mein Dienst sowieso zu Ende", sagte= der ehemalige 35jährige Polizeiwaditmeister= Erwin Plessow nad einem Blick auf die= Armbanduhr und ließ einen Dieb entkommen,= der im Oktober vorigen Jahres mit einem= halben Pfund Butter und drei Tafelu Schoko-= lade aus einem Lebensmittelgeschäft in West-= berlin flüditete. Der Polizist stand nur wenige Sdiritte von dem Geschäft entfernt und sal den von mehreren Verkäuferinnen verfolgten Dieb aus dem Laden stürzen. Aber auch die Ruse der Verkäuferinncn:„Da läuft ein Dieb, halten Sie thu dochl" konnten ihn nicht aus der Ruhe bringen.— Scine lakonische. nidit gerade von Diensteifer zeugende Antwort bracte ihm die fristlose Entlassung aus dem Poltzeidienst ein. Am Dienstag verurteilte ihn ein Schöffengericht wegen Begünstigung im Amt zu zieben Wochen Gefängnis bei dreijähriger Bewährungsfrist. jedoch ausgesetzt, da nach Ansicht des Gerichts kein Fluchtverdacht mehr besteht. Kever, der unter der Anklage der Beihilfe zum Landesverrat steht, muß sich dreimal wöchentlich bei der Polizei melden. Von den 38 Männern und Frauen, die bei der Aktion„Vulkan“ im April 1953 unter dem Verdacht, für eine sowjetzonale Spionageorganisation gearbeitet zu haben, verhaftet wurden, befindet sich jetzt lediglich noch der Chemiker Dr. Franz Hendgen aus Koblenz in Untersuchungshaft. Gegen Kever ist das Hauptverfahren inzwischen vom Bundesgerichtshof eröffnet worden. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Gift vor der Verhaftung Herne.— Während einer polizeilichen Vernehmung wurde am Mittwoch in Herne ein 40jähriger Versicherungsvertreter aus Hamburg plötzlich von Krämpfen befallen und starb innerhalb von wenigen Minuten. Die Ermittlungen ergaben, daß der Vertreter, der unter dem Verdacht umfangreicher Betrügereien von der Staatsanwaltschaft Hamburg gesucht wird, in seinem Herner Mietzimmer beim Eintreffen der Polizei unbemerkt ein tödlich wirkendes Gift zu sich genommen haben muß. In dem Zimmér wurde ein leeres Giftfläschchen gefunden. dungsstück. Ohne zu ahnen, daß sie lebensgefährlich erkrankt war, kam sie erst dann in die Hände eines Arztes, als es zu spät war. Blitzschlag tötet Soldaten Weiden.— Zwei amerikanische Soldaten wurden in einem Wald in der Nähe des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr(Oberpfalz) durch Blitzschlag getötet und mehrere verletzt. Das Unglück ereignete sich schon am Montag, wurde jedoch erst am Mittwoch bekanntgegeben. — Amerikanische Einheiten waren dort bei einer Übung, als sich plötzlich ein schweres Gewitter entlud. Einige Soldaten scharten sich um ein Funkgerät, zwei suchten unter einem Baum Schutz vor dem Unwetter. Der Blitz schlug in diesen Baum, tötete die beiden Soldaten und sprang dann auf das Funkgerät über. Dadurch wurden drei Soldaten schwer verletzt. Düsenjäger abgestürzt M.-Glaanacn— In der Nähe des britischen Hauptquartiers ist in diesen Tagen, wie der deutschen Polizei am Dienstag bekannt' wurde, ein englischer Düsenjäger abgestürzt. Der Fallschirm des Flugzeugführers öffnete sich nicht, der Pilot stürzte aus etwa 150 Meter Höhe ab und wurde getötet. US-Kraftfahrer verbrannt Bad Kreuznacn— Der Fahrer und der Beifahrer eines amerikanischen Sattelschleppers kamen am Dienstagnachmittag bei einem schweren Verkehrsunfall in der Nähe von Bad Kreuznach ums Leben. Aus bisher nicht geklärter Ursache war das amerikanische Fahrzeug mit einem entgegenkommenden Lastzug zusammengestoßen und in Brand geraten. Von den zwei Insassen des deutschen Lastzuges wurde der Fahrer erheblich verletzt. Beide Fahrzeuge brannten total aus. Störchin fand Beschützer Helmstedt.— Zu der auf einem Bauernhof in Wahrstedt(Kreis Helmstedt) nistenden Störchin, deren „Gatte“ vor einigen Tagen von mehreren Jungstörchen nach einem heftigen Kampf getötet worden war, hat sich jetzt ein anderer Storch gesellt. Er hat den Schutz der brütenden Störchin übernommen. Das alte Storchenpaar, das seit Jahren in Wahrstedt nistete, hatte längere Zeit mit Erfolg die Angriffe der Jungstörche, die auf das Nest reflektierten, abgewehrt. Als die Störchin auf den Eiern im Nest saß, hatten aber die plötzlich aufgetauchten jungen Störche den alten bei der Futtersuche überfallen und ihn so übel zugerichtet, daß er bald darauf verendete. Fischsterben bei Bünde Bünge— Ein großes Fischsterben, dem Tausende von Fischen zum Opfer fallen, herrschte seit Dienstag in der Else bei Bünde. KPD-Fähnchen von Schülern zerfetzt Detmomn— Vor einer Detmolder Schule kam es am Dienstag zwischen einer Funktionärin der Kommunistischen Partei und älteren Volksschülern zu einer„handfesten Auseinandersetzung“, als die Frau an die aus dem Schultor herausströmenden Schüler der unteren Klassen KPD-Fähnchen verteilte. Die älteren Jugendlichen rissen ihren jüngeren Schulgefährten die Fähnchen aus der Hand, zerbrachen sie und warfen sie auf die Straße. Schließlich entrissen sie auch der Funktionärin ihre Fähnchenbündel und verstreuten sie auf der Straße. Noch am Abend war der Vorplatz, der Schule mit den Resten der„Fähnchen-Propaganda“ bedeckt. Brandgänse in Gefahr Bremerhaven.— Rund 100 000 Brandgänse, die sich in jedem Jahr im Juli und August zur Mauser auf dem Großen Knechtsand einfinden, sind in Gefahr, den Bombenabwürfen der englischen Luftwaffe zum Opfer zu fallen. Die Brandgänse sind während der Mauser nicht flugfähig. Die. Mitglieder des Heimatbundes„Männer vom Morgenstern“ im Kreis Wesermünde haben deshalb an das Internationale Komitee für Vogelschutz, an die Bundesstelle für Naturschutz und Landschaftspflege und den Deutschen Naturschutzring in München appelliert, die Brandgänse zu schützen. Im Küstengebiet hofft man, daß die Royal Air Force im Juli und im August ihre Übungswiirfe auf den Großen Knechtsand einstellt. Ein Vorschlag der britischen Luftwaffe, die Gänse von den Bombenabwurfübungen durch PhosphorLichtsignale zu vertreiben, wird als nicht ausreichend angesehen. Der größte Teil der zur Mauser auf den Knechtsand kommenden Vögel stammt aus Dänemark, England, Schottland, Frankreich, Holland, Schweden und Norwegen. Feuerwehr gegen Raupenplage Ausgedehnte Baumbestände wurden in diesen Tagen in Norddeutschland in großem Ausmaß von Raupen befallen. Nach Mitteilung des Leiters des Pflanzenschutzamtes Bremen handelt es sich um eine bisher unbekannte Raupenart, die vermutlich aus südosteuropäischen Ländern eingeschleppt wurde. Millionen von Exemplaren dieser Raupengattung sind aufgetreten. Um eine völlige Vernichtung der befallenen Baumbestände zu verhindern, mußten die bremischen Behörden alle verfügbaren Leiterund Kübelwagen der Feuerwehr einsetzen. Die Bäume wurden mit E 605 bespritzt. Unser Bild zeigt einen Leiterwagen der Feuerwehr bei Spritzarbeiten auf der Bundesstraße 75 zwischen Bremen und Delmenhorst, die während der Durchführung der Aktion für den Verkehr gesperrt wurde. Wette um ein Faß Bier Glassplitter als Nachtisch Porzellanarbeiter Mäurer führte ein Yogi-Stückchen auf Rehau.— 50(fünfzig!) gekochte Eier mit Schale verzehrte der 46jährige Porzellandreher Hans Mäurer in dem oberfränkischen Städtchen Rehau bei einer Wette in zwei Stunden und gab anschließend noch Proben anderer erstaunlicher Fähigkeiten. Sein Wettpartner, ein Reisender, machte große Augen, als der Porzellanarbeiter nach zwei Maß Bier als„Nachtisch“ noch ein zertrümmertes Trinkglas und einen Aschenbecher verschluckte. Dann hob er einen drei Meter langen Tisch mit den Zähnen auf und bog mit den Fingern einen zwischen die Zähne geklemmten Kupferpfennig. Die Siegesprämie war ein Faß Bier. Daumen drückenCoca-Cola trinken.. ... denn am Sonnabend, dem 26. 6. 54, 20.00 Uhr, ist es soweit,- dann erreicht die„Glücksflaschenpost“ ihre Hauptgewinner! Die unerwartet große Menge von eingesandten„Glöcksflaschenpost“-Karten liegt in der größten Halle Deutschlands, der Dortmunder Westfalenholle, zur feierlichen Auslosung bereit. Im Rahmen einer großen Veronstaltung unter dem Motto„Glückliche Reise" erleben 14000 Zuschauer spannende Minuten, wenn Fortuno Antwort gibt auf die Frage: Wer gewinnt die Reise? Wer darf ins Land seiner Träume reisen?- Vier Wochen lang als Gost der Coca-Cola Gesellschaft in die Welt hineinund wo es am schönsten ist, sich einmal sorglos seines Lebens freven! Wer gewinnt die Volkswagen? Während der letzten Wochen wurden bereits gebietsweise in ganz Deutschland 6250 Freunde von„Coca-Cola" mit wertvollen Preisen überrascht. Die drei Hauptgewinne aber hält das Clück noch für jeden bereit. Wo sind Sie am 26., Punkt 20.00 Uhr? Was sagt Ihnen Ihr Gefühl? Werden Sie Glück haben?- Dann wäre es vielleicht gut, Sie blieben zu Hause-bei einer Flasche.Coco-Colo", versteht sich. Es könnte ja immerhin möglich sein, daß Sie telegrafisch oder telefonisch ous Dortmund verlangt werden- doß 14000 Menschen in der Westfalenhalle Ihre Stimme hören wollen und Ihnen zurufen möchten: „Glückliche Reise!" Wieviel Vergnögen dis„Glöcksfloschenpost“ ollen Freunden von„Coco-Colo bereitete, zelgte die ungewöhnlich große Beteiligung. Do wir Seim besten Willen nicht jedem ontworten können, sogen wir auf diesem Wege allen Einsendern herzlichen Dankt Ue9 Magier in Hermelin und Lumpen Erwin Piscator inszenierte mit großem Erfolg die Eröffnungsvorstellung(Shaws „Cäsar und Cleopatra“) des„HollandFestival“. * Der Farbfilm„Die Wüste lebt“. der erste abendfüllende Dokumentarfilm der Walt-Disney-Produktion, erzielte auf den! Berliner Filmfestspielen den bisher stärksten Erfolg. Es gab über vierzigmal Szenenapplaus und am Schluß stürmische Ovationen. * Ein Radioteleskop von gigantischen Ausmanen— mit einem inneren Durchmesser vun rund 85 Meter und einer Tiefe von 21 Meter das größte der Welt— soll Ende 1955 in Jodrell Bank in der englischen Grafschaft Cheshire in Betrieb genommen werden. Das Gerät soll in erster Linie zur Erforschung der aus dem Weltraum kommenden Radiostrahlung dienen. * Über ein neues Anästhetikum, das vollkommene Schmerzfreiheit auch bei gröBeren chirurgischen Eingriffen erzeugen soll, ohne das klare Bewußtsein und die Willenstätigkeit des Kranken zu beeinträchtigen, berichtete Professor Lundy in San Franzisko. Lundy, Leiter der Abteilung für Anästhesiologie der berühmten Mayo-Klinik, erklärte, er habe das neue, „Dolitrone“ genannte Mittel an über hundert Patienten erprobt und dabei keine störenden Nebenerscheinungen beobachtet. Das Präparat wirke wie ein LokalanästheAkum, nur erstrecke sich seine Wirkung auf den gesamten Organismus. Nach Lundys Ansicht eignet sich das„Dolitrone“ genau so gut für die Zahn- und Kieferbehandlung wie für die Chirurgie und geburtshilfliche Eingriffe. * Zum erstenmal wird in der kommenden Herbstsaison modische Strickkleidung aus Strickgarn, dem Perlon beigemischt ist, in größeren Mengen in den Handel kommen Wie die Perlon-Industrie mitteilt, macht der Perlonanteil das Strickgarn außerordentlich verschließfest, formbeständig und sehr praktisch im Tragen. Für das Selbststricken komme außerdem perlonveredeltes Handstrickgarn in allen modischen Farben auf den Markt. Die akuten Mittelohrentzündungen mit ihren früher gefürchteten Begleiterscheinungen treten in der letzten Zeit viel seltener auf. Nach Angaben der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik Gießen verliefen die Mittelohrentzündungen von Anfang an, ehe noch die chemotherapeutische Behandlung begonnen hatte, viel gutartiger. Über die Ursache dieses günstigeren Krankheitsverlaufes sei man sich noch nicht im klaren. * In einer Pressekonferenz legte Intendant Hans Schalla den Spielplan für die Bochumer Theatersaison 1954/55 vor: Shakespeares„Die Zähmung der Widerspenstigen“ und„Julius Cäsar“(oder„Antonius und Cleopatra“), Schillers„Don Carlos“, Grabbes„Don Juan und Faust“, Nestroys„Die beiden Nachtwandler“, Ostrowskys„Wölfe und Schafe“, Hauptmanns„Fuhrmann Henschel“, Anouilhs „Rendezvous in Senlis“, Millers„Hexenjagd", Wolfes„Herrenhaus“, Williams „Camino Real“, und Patricks„Das kleine Teehaus“. Ein deutscher Autor befindet sich nicht darunterDer Schauspieler Werner Krauss wurde siebzig Jahre alt Ein Kenner des Okkultismus, Jugendpfarrer Dr. Koch(Mannheim), warnte in Mülheim(Ruhr) nachdrücklich vor den Gefahren des Okkultismus. Wie er mitteilte, werden die Anhänger des Spiritismus in der Welt auf siebzig Millionen geschätzt. Es gebe Gebiete, in denen vierzig bis sechzig Prozent der Bevölkerung okkultistisch infiziert seien. In manchen Großstädten bilde der Spiritismus in aller Form Gemeinden mit eingeschriebenen Mitgliedern und Gottesdiensten. Die Gesellschaft zum Studium der öffentlichen Meinung habe nachgewiesen, daß sich mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung mit der Astrologie beschäftige. Die Hingabe an Okkultismus und Aberglauben sei eine furchtbare Hemmung, die einer positiven Aufnahme der christlichen Verkündigung entgegenwirke. Bei den okkulten Phänomenen stehe man vor einer Grenzsituation des wissenschaftlichen Denkens, bei der für den Christen mitunter die Dimension des Dämonischen auf breche. Als Axel von Ambesser im vergangenen Jahr von der Tournee mit Shaws„Don Juan in der Hölle“ Leseprobe hielt, erschien der Interpret des Widersachers mit bereits auswendig gelernter Rolle: Werner Krauss. Er hatte sich des schwierigen Parts mit seinen schillernden Dialogen über Kosmos und Eros, Lebensanbetung und Macht der Zerstörung mit der gleichen Besessenheit bemächtigt, wie er sich fünf Jahrzehnte vorher vom Breslauer Lehrerseminar weg auf den Leiterwagen einer Wanderschmiere geschwungen hatte. Und er meisterte ihn mit der Reife des großen Mimen, den der Verzicht auf Maske und Kostüm der dekorationslosen Inszenierung nicht anfechten, allenfalls anspornen konnte zur vollkommenen, inneren Verwandlung. Das hat an Krauss immer fasziniert: wenn er auf der Bühne steht,, rührt seine Selbstentäußerung an die Grenzen des Unfaßlichen. Er beseelt seine Gestalten in Hermelin, Gehrock oder Lumpen, und muß er sie gleich aus den Grüften der Theaterarchive zitieren. Es machte ihn nicht verlegen, daß er den Geheimrat Clausen in Hauptmanns„Vor Sonnenuntergang“ vor den Londonern in der Sprache des Gastlandes spielen sollte, deren er nicht mächtig war. Bei der Aufführung beherrschte er den englischen Text so einwandfrei, daß die britische Bühnengenossenschaft ihn zum Ehrenmitglied ernannte. Als Virchow für den Film„Robert Koch“ verpflichtet, soll er sich bei Wanderungen durch Litetarische Begegnungen Von Paul Schallück. Mein erstes Erlebnis während einer deutsch-französischen Schriftstellertagung in Paris war nur zur Hälfte literarischer Natur. Mein erstes Erlebnis war Mäurice. Maurice ist ein Clochard. Wie soll man das Wort übersetzen? Landstreicher, Penner? Jedenfalls lag Maurice auf dem Bürgersteig vor einer Kneipe und schlief, drei Schritte neben unserem Tisch, und es war Nacht. Maurice war bärtig, braunhäutig und alt, er lag, Zeitschriften, Bücher und einen alten Hut unter dem Kopf, auf einem Abzugsschacht der Untergrundbahn. Er ließ sich von den Dünsten, die aus den Kanälen aufstiegen, bis in seinen Traum hinein erwärmen. Aber er ließ sich weder durch unsere mitleidigen Gespräche noch durch den erheblichen, wirklich ohrenbetäubenden Autolärm auf dem Boulevard in seiner Nachtruhe stören. Ich habe leider nicht erkennen können, auf welchem Buch sein greiser, schöner Kopf lag. Am zweiten Tag des Pariser Kongresses streikte die Pariser Untergrundbahn, am dritten wurde die Regierung gestürzt. Aber glauben Sie, die tagenden Schriftsteller, Verleger, Lektoren, Kritiker und Zeitungsleute hätten sich auch nur einen Augenblick in ihrer Tätigkeit stören lassen? Nicht im geringsten. Die Klärung der Frage, wie ein moderner Roman aufgebaut sein soll, oder ob ein Gedicht neben seiner künstlerischen auch noch eine soziale Aufgabe haben kann, war bedeutend wichtiger als ein Regierungssturz. Das mag auf den ersten Blick grotesk erscheinen. Dennoch war im Verhalten dieser Männer etwas von der Wahrheit jener Anekdote, die über Karl Kraus erzählt wird. Zu der Zeit, als Schanghai beschossen wurde und ein Weltkrieg auszubrechen drohte, führte Karl Kraus mit einer Wiener Zeitung eines Kommas wegen einen ernsthaften Prozeß. Auf die Seltsamkeit seines Tuns aufmerksam gemacht, gab er zur Antwort:„Hätten die Leute, die dazu verpflichtet sind, immer darauf geachtet, daß alle Beistriche am richtigen Platze stehen, so würde Schanghai nicht brennen.“ Berlin in der gebeugten Haltung seines Vorbeides geubt haben. Der Nachfahr eines alten Pastorengeschlechtes, im westerwäldischen Gestungshausen geboren, hatte er sich nur über wenige Bühnen in Max Reinharuts„Deutsches Theater“ in Berlin hinaufgespielt, als Charge zunächst, bis Wedekind ihm 1915 in seinem Drama „Musik“ eine tragende Rolle gab. Dann prägte er— auch bei Jeeßner und Gründgens und an vielen anderen Theatern— jahraus, jahrein die großen Dramenfiguren des klassischen und des modernen Spielplans: das Scheusal Richard III. und den armselig-pfiffigen Schuster Voigt, den umdüsterten Wallenstein oder den geistreich zungenfertigen Cyrano, Jago, Falstaff und John Gabriel Borkman. Wohl in sechs verschiedenen Inszenierungen erschütterte sein König Lear. Der Film ging begreiflicherweise an Krauss nicht vorbei. Er brachte ihm neue, glänzende Aufgaben— und das Verhängnis.„Das Kabinett des Dr. Caligari“,„Der Student von Prag“,„Danton“,„Die Entlassung“,„York“ und„Paracelsus“ trugen seinen Namen weit über die Theaterzirkel seines bisherigen Wirkens hinaus. Aber auch„Jud Süß“. Seine Beteiligung an diesem Film war heftig umstritten und führte 1950 in Berlin, lange nach dem„Ich schäme mich“ vor der Spruchkammer, zu einem Theaterskandal. Heute ist die Erregung verebbt. Es wurde Krauss nicht vergessen, daß er während der Goebbels-Ara, die den„Jud Süß“ diktierte. in Wien 1935 hinter dem Sarge Alexander Moissis, des Juden, schritt, daß er Max Reinhardt die Treue hielt und unter seiner Regie noch 1937, im freien Österreich, auf den Salzburger Festspielen den Mephisto gab, und wie er Bedrängten beistand, Carl Zuckmayer über die Grenze half. Als der Widerstreit der Meinungen noch kaum verklungen war, stand der Künstler einmal nach einer Aufführung des„Hauptmann von Köpenick“ allein unter dem wiedergeöffneten Vorhang des Hamburger Schauspielhauses und verneigte sich dankend nach der rechten Loge hin. Dort applaudierte der Bundespräsident, den Frieden eindrucksvoll besiegelnd. Das Phänomen Krauss! Umjubelt, verwöhnt, beschrien und an der Schwelle zum achten Lebensjahrzehnt noch gar nicht müde, gefeiert wie je. Unter ein paar Worten und Gesten kann die mittelgroße, untersetzte Gestalt noch immer zu unnachahmlicher Größe und Würde wachsen, Muntere blaue Augen und eine gewaltige Stimme scheinen dann den weißen Haarschopf Lügen strafen zu wollen. Nun hat auch Berlin seinen alten Bürger von neuem in die Arme geschlossen. Bei Barlog, der vor sechs Jahren so eindringlich um„Nachsicht“ für ihn appellierte, spielt Krauss wieder den Geheimrat Clausen, den er seinerzeit in Berlin kreierte. Auch Clausen feiert seinen 70. Geburtstag. Aber es hätte dieser letzten äußeren Vermählung zwischen Schauspieler und Rolle sicher nicht bedurft; die innere Identifikation bleibt bei Krauss souverän. Das Erbe der Kainz, George, Jannings, Klöpfer und Wegener ist in den besten Händen. Karl Heinz Rieger. Mit Tränen in den Augen verbeugte sich Ingrid Bergman vor einem glanzvollen Pariser Premierenpublikum, das in der Großen Oper der Aufführung von „Johanna auf dem Scheiterhaufen“(Text: Paul Claudel, Musik: Arthur Honegger) beiwohnte. Die Inszenierung lag in Händen ihres Mannes Roberto Rossellini. Staatspräsident Coty zeigte sich sehr ergriffen von dieser Aufführung, die er als eine der besten bezeichnete, die er je erlebt habe. Die Premiere war gleichzeitig eine Augenweide für Bewunderer der„eleganten Welt“, die in Fracks und kostbaren Abendroben Ingrid Bergman zujubelte. Unser Bild zeigt während einer Probe von links: Paul Claudel, der Tänzer Serge Lifar(dahinter), Arthur Honegger, Ingrid Bergman und Rossellini. Buͤcherecke arnolt bronnen gibt zu protokoll. beiträge zur geschichte des modernen schriftstellers. 495 S. 12,80 DM. Rowohlt-Verlag, Hamburg Ei, wer tommt denn da: Der Arnolt ists, der Bronnen! Natürlich, er durfte nicht fehlen, wenn es Mode ist, die Wohn- und nicht zuletzt Schlafzimmertüren zu öffnen und einem mehr oder weniger staunenden Publikum zu zeigen, was für ein Teufelskerl man einmal gewesen ist. Allerdings scheint Herr Bronnen übersehen zu haben, daß sich seit seinen zweifelhaften literarischen Erfolgen im Berlin der zwanziger Jahre die Welt ein bißchen gedreht hat und er kaum noch jemanden interessiert. Seine scheinbar schonungslose Lebensbeichte berührt peinlich. Sein permanentes Sich-wichtig-Nehmen desgleichen. Eines nur gelingt ihm vortrefflich: uns zu beweisen, daß mit ihm keinerlei Staat zu machen ist, weder mit dem Menschen, noch mit dem Schriftsteller. FS Dr. Micklinghoff-Malten: Neuzeitliche Diät für Zuckerkranke. 100 S., 5,— DM. WalterHädecke-Verlag, Stuitgart. Daß man auch als Diabetiker recht abwechslungsreich essen kann, wird in diesem Kochbuch nachdrücklich erwiesen. Es sind 271 erprobte und ärztlich geprüfte Speisefolgen aufgezeichnet, die dem Kranken die notwendigen Einschränkungen gewiß weniger füihlbar werden lassen A H. UNSER Hände/ Von Nino Erné Wenn die Finger des Geigers sich über die tiefen Saiten beugen, gleicht seine Hand dem Zauberschlüssel vor der schwarzen Vogelschar der Noten, die auf fünf kleinen Telegraphendrähten hocken. Die geballte Faust des Propheten stößt, Stein der Empörung, durch finstere Wolkendecken. Und die Hände des Heiligen, da er betend die Spitzen der Finger zusammenfügt, sind das Bild seiner Kirche, mahnender Pfeil des Glaubens. Schwer wiegt der Apfel der Welt in den Händen des Mächtigen, schwerer der Hirtenstab, den ein Priester trägt, schwerer noch in den Händen des Bettlers die Kappe, darein die Kupfermünze fällt. Kühle Hände der Braut, überspült von weißen Wellen des Kleides, bereit für eines Menschenlebens goldenen Ring. Kraftvoll erregte, schlanke Hände des Künstlers, sprungbereit auf dem noch weißen Feld der Leinwand, wo das geträumte Bild sich aus dem Leeren hebt. Schwere Hände des Bauarbeiters, groß, viereckig und rot wie der Ziegelstein, den er packt. Hände des Arztes, die den Pulsschlag des Kranken bewachen, wenn auf der Fieberschwelle lautlos schattenhaft der Tod noch zögert. Winzige Hände des Kindes in seinem Korb, weich, glatt und schimmernd vom zarten Blut, wie knochenlos, doch mit Fingern, schon zornig geballt oder zierlich gespreizt, als hielten sie ein Täßchen aus Porzellan. Sprache der Hände zur Nacht, wenn die anderen Stimmen schweigen und selbst der Blick, von Dunkelheit verhüllt, erloschen isi. Hand eines Freundes; schmale Urne, darinnen alles menschliche Vertrauen ruht. Waagerecht: 1. Sportlicher Ausdruck, 3. Vereinigte Staaten, 6. pers. Fürwort, 7. Tierprodukt, 9. Teil einer Fußballmannschaft, 11. ist auf unserer Zeichnung zu sehen, 13. Geltung, 16. zwischen Verteidigern und Stürmern, 19. spanischer Küstenfluß, 20. franz.„Gold“, 22. ist auch auf unserer Zeichnung zu sehen. Senkrecht: 1. Fußballausdruck, 2. Wetteinrichtung, 4. Teufel, 5. Schmuckstück, 6. Zahl der Spieler einer Fußballmannschaft. 8. Verhältniswort, 10. Herrenmantel, 12. Spielfläche, 14. Messergriff, 15. engl. Motorradmarke, 17. griech.„Luft“, 18. Schwung, 21. Umstandswort. Auflösung des letzten Rätsels 1. Denunziant 2. Emblem. 3. Resultante, 4. Wasserfioh, 5. Exzenter, 6. Granada, 7. Zillertal, 8. Unterhaus, 9. Meineid, 10. Zarathustra, 11. Idealismus, 12. Eminenz, 13. Larifari. 14. Insulinde, 15. Suezkanal. — Der Weg zum Ziel ist mehr als das Ziel! Fräulein, etwas Aufatmen/ Von Hans Liepmann „Unmöglich!“ sagte der Allgewaltige und legte sein Manuskript auf den Konferenztisch. Es war eine einmalige Geste von bezwingender Dramatik. Der Gewaltige steckte es in die hierzu bestimmte Aktentasche. Die drei Ratgeber schlossen die Tasche. Die ganze Delegation verließ erhobenen Hauptes den Saal. Die Partner blieben zurück. Sie machten ein bekümmertes, selbstbewußtes oder gar kein Gesicht. Allen war klar: Morgen eine eisige Schluß-Sitzung, und die Konferenz ist geplatzt! In seinem Hotel sagte der Allgewaltige zum Gewaltigen:„Ich bitte in zwei Stunden um die ausgearbeiteten Vorschläge für meine letzte Rede morgen, abschließend mit dem von mir geprägten Wort:„Unmöglich“. Bereiten Sie unsere Abreise vor!“ Der Gewaltige verlangte von seinen drei Mitarbeitern getrennte Abfassung des bedeutungsvollen Schriftstückes. Er beabsichtigte, daraus das endgültige Dokument zu kristallisieren. Die drei Mitarbeiter versammelten ihre Stäbe um sich. Der Jüngste von ihnen war eigentlich nur durch Zufall zur Konferenz mitgekommen, weil der eigentlich dazu Vorgesehene in letzter Minute lebensgefährlich an einer Austernvergiftung erkrankt war. So war auch der„Stab“ dieses Jüngsten verwunderlich einfach zusammengestellt: Er bestand nur aus einer einzigen, allerdings erstaunlich charmanten jungen Dame. „... aus diesem Grunde blieb zum Wohle der freiheitlichen und friedliebenden Menschheit nur die eine Möglichkeit bestehen. Und diese Möglichkeit heißt: Unmöglich... Aber was haben Sie denn, Fräulein Eva? Sie machen ja ein so trauriges Gesicht! Freuen Sie sich denn nicht darauf, morgen Abend in unsere schöne Hauptstadt zurückzufliegen?“ „Das schon... aber... also, ganz offen: Ich hab' mir doch bei Madame Madeleine das neue Abendkleid bestellt. Ein Gedicht! Was sage ich: Ein Feentraum! Morgen ist es fertig. Übermorgen wollte ich es zur Gala-Soirée anziehen. Nun ist alles unmöglich. Und es wäre ja gar nicht ,unmöglich“, wenn die anderen ein ganz klein bißchen einlenken würden!“ „Also, Fräulein Eva... Ihnen zuliebe... also bitte schreiben Sie:„... und diese Möglichkeit heißt: Unmöglich! Sofern nicht in letzter Stunde die Andeutung einer Spur von Verhandlungsbereitschaft bei den anderen Teilnehmern zu erahnen wäre“.“ * Aus dem vier Seiten langen Referat des jüngsten, zufälligen Mitarbeiters war dies die einzige Zeile, die der Gewaltige übernahm und dem Allgewaltigen mit dem fertigen Vorschlag unterbreitete. Dieser runzelte dié Stirn und sagte verhalten:„Ich werde es reiflich erwägen, ob Wenn Sie mich fragen... .. dann muß ich es einmal ganz offen sagen: ich bin gekränkt! Sie haben mich dumme Zlege genannt, als ich gestern mit dem Fahrrad die Hauptverkehrsstraßle kreuzte 1 war dazu keine Veraulassung, denn... und— natürlich, ich weiß. Sie hoben mich nidit erkannt. Aber madit der höfliche Meusch wirklich einen Unterschied zwisdhen Peisonen, die er kenut und die er nidit kennt? Darf man Unbekannt ungestraft beleidigen? Was halten Sie zum Beispiel von dem Motorradfahrer, der seine Sozia hinten auf dem Rad in Lebensgefahr bringt, weil er die Hand von der Leukstange reistt und so lange mit dem Finger gegen seine Stirn tippt, bis der ihn überholende Autofahrer das Feuster heruntergekurbelt und sein „Idiot" herausgebrüllt hat. Tausend ähnlidhe sastige Liebenswürdigkeiten bleiben, von Winde verwelit, auf der Strecke liegen. Ich weiß nidit, warum unsere motoristerten Mitmensdien sidi dieser drastischen Zeichen- und ich dem von mir geprägten Schlußwort diesen Nachsatz anfüge.“ Der Gewaltige verbeugte sich:„Ich habe es gewußt, Exzellenz!“ Am nächsten Tage fand die nun wohl allerletzte Sitzung statt: Der Allgewaltige sprach kurz. Die Rede schloß mit dem erwarteten, niederschmetternden, hoffnungslosen: Unmöglich! Aber anstatt die Konferenz nun endgültig zu sprengen, machte er eine Pause von genau sechs Sekunden. Die Versammlungsteilnehmer, nein, die Welt hielt den Atem an. Dann fügte er grollend hinzu:„Sofern nicht in allerletzter Minute.. Die Welt atmete auf. Die Konferenzteilnehmer atmeten auf. Und Fräulein Eva atmete auf. Lautsprache bedienen, sobald sie auf den Gasliebel drücken. Vielleidt sind es unverbrauchte Reste aus den Flegeljaliren? Wie anders wäre cs zu erklären, daß sogar mein Freund Anton neulidi einer Dame am Steuer zurief:„Menschenskind, zurück an den Kochtopf!" Er ist dodi soust so höflich. * ... dann möchte ich Raucher(und Raudierinnen) bitten, beim gemütlichen Zusammensein ihre niditrauchenden Mitmenschen nidht zu vergessen und nach der fünften Zigarette oder der zweiten Zigarre eine kleine Pause einzulegen. So wie der leidenschaftliche Raudier es als eine Verletzung seiner persönlichen Freiheit betradtet, wenn ihm das Raudien verwelirt wird, so empfindet es audi der Nichtraucher als eine Beeinträdtigung seines Wohlbefindens, wenn er gezwungen ist, mit Hustenreiz und brennenden Augen in elner Wolke von Rauch auszuharren. Die Toleranz der Niditraudier wird selbstverständlich erwartet. Wo aber bleibt der Grosmut der Raucher? beliebt, bekannt im ganzen Land! Der künstliche Mond kommt! Ab Herbst 1954 umkreist er die Erde— Nur hundert Gramm schwer und nachts leuchtend— Versuch des astrophysikalischen Instituts Pasadena Nur am Teleskop zu erkennen Zürich.— Noch in diesem Jahr wird der erste künstliche Mond unsere Erde umkreisen. Das Institut für Astrophysik der Universität Pasadena in Kalifornien wird ihn mit Hilfe einer besonders konstruierten V2-Rakete abschießen. Mit bloßem Auge wird man den Erdtrabanten allerdings nicht erkennen können, denn er wird nur einhundert Gramm schwer sein. Dies teilte der schweizerische Astronom Dr. Fritz Zwicky mit, Professor der Universität Pasadena und Leiter ihres astrophysikalischen Institutes, als er an seiner Heimatuniversität, der Technischen Hochschule Zürich, einen Vortrag über die neuesten Ergebnisse der amerikanischen Astrophysik hielt. Schon Dezember 1946 hatte Prof. Zwicky versucht, mit einer„V 2“ einen Miniaturmond abzuschießen. Sie sollte ihn bis zum Scheitelpunkt ihrer stratosphärischen Flugbahn tragen und dann mit Hille einer Sprengladung abstoßen. Dieser erste Versuch gelang aber nicht. Inzwischen wurde die Raketenanlage verbessert und in geringerer Höhe über der Erde Experimente mit künstlichen Meteoren unternommen, die befriedigend verliefen. Im Herbst 1954 will Prof. Zwicky den ersten künstlichen Mond um die Erde rotieren lassen. Daß er nur so klein ist und ein geringes Gewicht besitzt, liegt in der Tragfähigkeit der heute benutzbaren Stratosphärenraketen begründet. Immerhin reicht der 100-Gramm-Mond für wissenschaftliche Zwecke aus und wäre für Teleskope noch bis auf eine Entfernung von 100 000 Kilometern sichtbar. Die von Prof. Zwicky konstruierten Miniaturmonde werden durch innere chemische Reaktion geheizt und dadurch leuchtend. Sie sind am Teleskop nur bei Nacht zu erkennen. Er erblickt in ihnen die Vorläufer größerer Monde, die später abgeschossen werden sollen, wenn die Technik Raketen von größerer Trag- und Steigfähigkeit erzeugen kann. Dies wäre der zweite Schritt in der Entwicklung künstlicher Trabanten. In der dritten Phase würde man sie mit Instrumenten ausrüsten, um die Verhältnisse der obersten Atmosphäre zu erforschen und ohne ihre störenden Einflüsse astronomische Beobachtungen vorzunehmen. Der vierte und letzte Schritt wäre schließlich, Menschen auf einen entsprechend großen künstlichen Mond zu bringen. Prof. Zwicky machte auch Mitteilung über die von ihm entdeckten„Lichtbrikken“ zwischen den einzelnen Milchstraßen oder Nebeln, d. h. den kosmischen Weltinseln, die wie unsere Milchstraße aus Millionen von Sternen und Sternensystemen bestehen. Immer ein Nebelpaar ist durch einen„Lichtfaden“ verbunden. der beiderseitig über die spiraligen Nebel hinausragt. Auch die Milchstraße, zu der unser Sonnensystem gehört, ist mit dem benachbarten Nebel, der Magellanschen Wolke, durch einen solchen Lichtfaden verbunden. Nach Prof. Zwicky besteht er aus alten, d. h. nur noch schwach oder nicht mehr leuchtenden Sternen. Sein Vorhandensein wurde durch die Radioastronomie bestätigt. Der schweizerische Astronom hat bei Tausenden von Nebelpaaren Lichtbrücken festgestellt. Da bei jedem Glied eines Nebelpaares die Fluchtgeschwindigkeit in den Weltraum verschieden ist, hält Zwicky die Annahme Hubbles für widerlegt, daß sich der Kosmos ständig ausdehne. Nach seiner Auffassung ist die kosmische Welt ein statisches, in Ruhe befindliches Gebilde. Wissen Sie daß kein Tier so unbarmherzig ausgerottet worden ist wie der Bison? Als der weiße Mann nach Nordamerika kam, lebten dort vermutlich etwa 75 Millionen Bisons. Öft hat man versucht, das gewaltige Tier zu zähmen, aber diese Versuche blieben erfolglos. Statt dessen fing man dann einen Ausrottungskrieg an. Um das Jahr 1800 war die Anzahl der Bisons auf 40 Millionen reduziert, und im Jahr 1895 waren nur noch 800 dieser Tiere am Leben. Eine sehr unsympathische Seite dieses Massenmordes war die Tatsache, daß die Bisons nicht des Fleisches oder der Felle wegen erschossen wurden. Die meisten blieben einfach als Futter der Wölfe oder anderer Tiere liegen. Großmama fangt Lówen! 70jährige Witwe als Großwildjägerin— Schon tausend Tiere an europäische Zoos verkauft Paris.— Großmutter Le Bouedec ist mit ihren 70 Jahren noch immer Groliwildjägerin. Mit ihrer Tochter Henriette lebt sie in Kamerun in einem kleinen Blockhaus fern von aller Zivilisation. In dieser Hütte hat sie weitab von der Heimat, einem friedlichen Dorf in der Bretagne, ihre Tochter großgezogen und dazu viele Löwenkinder und Affenbabys. Regen durch Schallwellen Wie man heute das Wetter beeinflußt— Die neuesten Experimente zur Klimaverbesserung Die Wetterlenkung ist zweifellos ein interessantes und wichtiges Zukunftsgebiet der meteorologischen Wissenschaft. Zwar kann der Mensch nicht das Wetter„machen“. obwohl man die Meteorologen mitunter scherzhaft„Wettermacher“ nennt, aber man hat gerade in letzter Zeit gewisse physikalische Grundlagen für eine Art von künstlicher Klimaverbesserung erforscht. BUNTE WELT Fisch mit Ausweis An der Atlantikküste Kanadas fing ein Fischer einen Kabeljau, in dessen Magen sich eine Brieftasche befand. Sie enthielt einen Ausweis auf den Namen Fred Codfish(Kabeljau). Das Dokument war, wie es sich für einen Fisch gehört, von der USMarine ausgestellt. Rekordgemälde Brüssel.— Den Schnelligkeitsrekord im Malen von Ölbildern stellte ein belgischer„Künstler“ auf. Innerhalb von zweieinhalb Tagen malte er 82 Bilder. Anschließend brach er den Verkaufsrekord und schlug 75 von seinen 82 Gemälden los. Nordluft erhält jung London.— Norwegische, dänische und schwedische Frauen wirken meistens vier Jahre jünger, als sie sind, stellte ein Kosmetikinstitut in London fest. Die Schottin und Isländerin wirkt um zwei Jahre jünger, das Aussehen der Französinnen und Deutschen entspricht ihrem wirklichen Alter, während Italienerinnen und Polinnen meistens älter aussehen. Blindengarten Clacton.— Einen botanischen Garten mit nur duftenden Blumen und Sträuchern hat die Stadt Clacton(England) für Blinde angelegt. Tafeln mit dem Namen der Pflanzen in Blindenschrift geben Auskunft über Aussehen und Farbe. Worauf kommt es denn bei einer Beeinflussung des Wetters durch Menschenhand in erster Linie an? Man müßte vor allem das Auftreten besonders harter Winter zu verhindern wissen. Nun, gegen die Naturgewalten eines strengen und frostreichen Winters läßt sich nicht ankämpfen. Aber man könnte doch den Ursachen eines solchen Winters zu Leibe rücken. Eine dieser Ursachen ist ein schlechter und regnerischer Herbst, dem fast stets ein harter Winter folgt. Denn wenn es bis tief in den Oktober hinein regnet und dabei kalt ist, hat die Erde keine Möglichkeit, sich durch Sonnenstrahlung zu erwärmen und Wärme für die ersten Wintermonate aufzuspeichern. Desgleichen sind die Luftmassen abgekühlt, und die kalte schwere Luft bildet einen unbeweglichen Block über Mittel- und Nordeuropa, den die vom Özean heranströmenden warmfeuchten Luftmassen nicht zu überwinden vermögen. Es ist also wichtig, den herbstlichen Dauerregen zu bekämpfen. Man hat die Regenwolken durch das sogenannte„Gewitterschießen“ zu vertreiben versucht, dabei aber nur Teilerfolge errungen, denn die dadurch entstehenden Luftwirbel erzeugen unter Umständen sogar durch Zusammenprall der regenschweren Wolken erneute Regenfälle. Besser erscheint das sogenannte Kälteverfahren. Durch Ausstreuen von feinsten Eiskörnchen mit Hilfe von Flugzeugen in warmfeuchten Luftschichten erreicht man, den Regen bereits über dem Ozean oder in Landstrichen herniederfallen zu lassen, die ihn dringend benötigen. Damit verlieren die gegen Östen vorrückenden Luftmassen einen Teil ihrer Feuchtigkeit, und der Dauerregen in diesen Gebieten, der zu einer zwangsläufigen Abkühlung der Erde führt, wäre verhindert. Man hat errechnet, daß man mit einem einzigen vom Flugzeug abgerieselten fein zerstäubten Liter Kältestoff einen ganzen Landstrich beregnen kann, vorausgesetzt, daß hier warmfeuchte Luftschichten lagern. Dabei soll erwähnt sein, daß auch bereits sehr interessante Versuche mit Infra- und Ultraschallwellen unternommen wurden, um jenen Gebieten Europas Regen zu bringen, die ihn brauchen, und andererseits, andere Gebiete vor dem abkühlenden herbstlichen Dauerregen zu bewahren. Bestimmte tiefste Tonschwingungen führen zu einer Kondensation des Wasserdampfes und zur Bildung größerer Regentropfen, während hohe Töne und Schwingungen große Tropfen in kleine Stäubchen auflösen, die in der Luft hängenbleiben oder von warmer Luft aufgesaugt werden. Im ersteren Falle führt das zu einer künstlichen Herbeiführung von Regen, im letzteren zu einer künstlichen Verhinderung des Regens. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie in Netz und Falle Tiere gefangen und an die Zoos in aller Welt geschickt. Als ihr Mann starb, kehrte sie nicht in die Bretagne zurück, sondern blieb Afrika und seinen wilden Tieren treu. Sie ging allein auf Jagd und hat innerhalb von drei Jahren über tausend Löwen, Affen, Strauße Krokodile, Riesenschildkröten und seltene Tropenvögel gefangen. Für eine Frau in ihrem Alter ist das eine respektable Leistung. Seit kurzer Zeit wird sie auf den Safaris von ihrer Tochter Henriette begleitet, die ebenfalls den Beruf der Großwildjägerin ergriffen hat. Beide lieben die Tiere sehr und wissen viel über sie zu erzählen. Stets fällt ihnen der Abschied schwer, wenn sie ihre Zöglinge an einen Zoo abgeben müssen. Öft begleiten sie ihre Transporte selbst, und auch dabei geht es nicht ohne Abenteuer ab. Einmal fuhr Madame Le Bouedec mit ihrer Tochter Henriette und vier Löwen nach Le Havre. Während die beiden Damen im Salon Patiencen legten, ging der Erste Offizier auf Deckkontrolle. Er sah aus einem Rettungsboot eine komische Quaste heraushängen, ergriff sie und zog daran. Höchst erschrokken fuhr er zurück, denn die Quaste war ein Löwenschwanz, und an ihm„hing“ noch ein quicklebendiger junger Löwe. Es war schwer festzustellen, wer mehr Angst hatte: der Offizier oder der Löwe. Der Kapitän wollte seinem Offizier die Entdeckung nicht glauben und ging selbst auf Deck. Er fand nicht nur einen jungen Löwen, sondern auch Mutter Löwin mit Sohn ünd zwei Töchtern. Die Mutter schlief ganz hinten im Rettungsboot, während die lieben Kinder auf Deck herumtollten und Versteck spielten. Der Kapitän forderte die sofortige Entfernung der Raubtiere, aber den Umgang mit Bestien hatte der Offizier auf der Marineschule nicht gelernt. Großmama Le Bouedec wurde schließlich als Schuldige zitiert. Als die Löwen sie kommen sahen, zeigten sie ein schlechtes Gewissen und gingen sofort in den Käflg zurück, der unter Deck seinen Platz hatte. Aber nicht nur die Löwin Susi rückte gerne mit ihren Kindern aus, die Bouedecs haben mit Schlangen und anderen Tieren oft die gleiche Erfahrung machen müssen. Leider haben nicht alle Menschen dafür Verständnis, und es gibt auch Großmütter, die beim Anblick eines Löwen in Freiheit in Ohnmacht fallen. Madame Le Bouedec tut es jedenfalls nicht, sie will sich nicht eher zur Ruhe setzen, bis ihre Tochter geheiratet hat, und dafür kommt natürlich auch nur ein Großwildjäger in Frage. Aber Henriette will nicht, sie ist der Meinung, daß Löwen treuer sind als Männer. Dabei möchte Madame so gern wirkliche Großmutter werden und statt Affenbabys auch einmal Enkelkinder mit der Flasche aufziehen. „Fliegende Ligarre" über Halle Vor 200 Jahren von Tausenden gesichtet Leeuwarden(Holländisch-Friesland).— Die „fliegenden Untertassen“ sind das große Mysterium unserer Zeit. Sind es Flugkörper, die von anderen Sternen kommen, sind es optische Täuschungen oder unbekannte elektromagnetische Wesen? Niemand weiß eine Antwort darauf. Nur soviel ist sicher, das Mysterium ist nicht neu. Schon vor 200 Jahren hat man„fliegende Untertassen“ beobachtet; zu einer Zeit also, als kein Mensch an Flugmaschinen dachte. Erst kürzlich hat die holländische Grenzzeitung„Leeuwarder Courant“, die seit etwa 250 Jahren besteht, aus ihrem Archiv einen Beweis dafür erbringen können. In einer 200 Jahre alten Nummer des„Courant“ fand der Archivar einen Bericht, der vom 15. April 1754 aus Halle datiert war und merkwürdige Dinge enthielt. Ein hell leuchtender„Himmelskörper“ von fast runder Form hatte sich nahezu anderthalb Stunden über dem Saaletal gezeigt. Er war viel größer als der Mond gewesen und wurde von Tausenden beobachtet. Wohlgemerkt: im Jahre 1754. Der Berichterstatter von damals hielt die Erscheinung für eine Art Nordlicht. Dagegen spricht aber die genaue Schilderung dieser„seltsamen Lufterscheinung“. Sie war an der Spitze und am Heck zugespitzt wie eine Zigarre und„in der Mitte durchaus rund“. Schlagkräftiger“ Polizist Eine ruhmreiche Laufbahn— Er fing den Lindbergh-Kidnapper 19 Bankraub in der Hypnose? Kopenhagen.— Vier Wochen wird ein Prozeß in der zweiten Instanz dauern, in dessen Mittelpunkt Palle Hardrup steht, der vor drei Jahren bei einem Bankraub zwei Angestellte des Instituts erschossen hatte. Hardrup behauptet, er sei von seinem Freund Schouw-Nielsen dazu angestiftet worden, der ihn hypnotisiert habe. In erster Instanz waren beide zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt worden. Jetzt sollen die Sachverständigen entscheiden, ob eine solche Tat in der Hypnose möglich ist. Einer der populärsten Polizeibeamten Amerikas starb in Neuyork im Alter von 72 Jahren. Es war James J. Finn, der einst den Entführer des Lindberghkindes nach zweieinhalbjähriger Jagd verhaftete. Leutnant Finn wurde zum Leibwächter Lindberghs bestimmt, als dieser 1927 von seinem Özeanflug nach Neuyork zurückkehrte. Als dann am 1. März 1932 das eineinhalbjährige Kind des Fliegers geraubt wurde, bat Lindbergh darum, daß Finn den Fall übernehme. Von diesem Augenblick an war Leutnant Finn auf der Suche nach dem Verbrecher, bis zum 19. September 1934, als er Bruno Hauptmann an einer Tankstelle im Neuyorker Stadtteil Bronx stellte. Vorher hatte der Ire Finn schon in Neuyorks Gangsterviertel mit Erfolg aufgeräumt. Um gefährlichen Banden wie die „Gophers“, die„Hudson-Dusters“ und die „Terrible Nine“ zu erledigen, organisierte er„Massage-Trupps“. Er durchstreifte die gefährlichen Stadtviertel, und sobald irgendwelche Dunkelmänner beleidigende Bemerkungen machten, griff er mit irischer Schlagkräftigkeit an und„massierte“ die Gangster zusammen mit blitzschnell auftauchenden anderen Beamten kräftig durch. Mit manchen Ehrungen ausgezeichnet, zog er sich 1946 aus dem Polizeidienst zurück. Kinderwünsche Eine Überraschung brachte das erste Kinder-Wunschkonzert des Senders Saarbrücken. Die Kleinen wünschten sich nicht etwa Kinderlieder oder Volksgesänge, sondern vorwiegend Schlager und Jazzmusik. Gern hab' ich die Fraun geküßt“, wollte ein Neunjähriger hören. Ein Elfjähriger erbat sich sogar:„Bier her, Bier her, oder ich fall' um!“ Alles blinkt heller RAUSCHGIFT unter Erz Scotland Yard führte einen schweren Schlag gegen Rauschgiftschmuggler Erfolg nach 3 Monaten Rund 1,2 Millionen DM war die Ladung indischer Hanf wert, die den Beamten von Scotland Yard in die Hände fiel. Sie lag unter einem Berg von Manganerz an Bord eines Schiffes, das in Tilbury in der Themsemündung vor Anker gegangen war. Mit diesem Fund krönte die Londoner Polizel ihre wochenlange Suche nach den Quellen der Hersteller von Marihuana-Zigaretten, durch die Zehntausende von Londonern rauschgiftsüchtig geworden sind. Drei Monate lang waren Dutzende von Beamten unterwegs, um diese Quellen aufzuspüren. Die ersten Anhaltspunkte lieferten Detektive, die in verdächtigen Nachtklubs die Rolle von Angestellten gespielt hatten. Nach der Festnahme einiger Verkäufer von Marihuana-Zigaretten konnten zunächst die wichtigsten Zwischenhändler ermittelt und ebenfalls verhaftet werden. Ihre Aussagen führten auf die Spur der Hersteller. Die jedoch hielten dicht. Die Lieferanten des indischen Hanfes, der das Rohmaterial für die Zigaretten bildet, konnten erst aufgestöbert werden, als Scotland Yard in einer sechsstündigen Rezzia ganz London durchkämmte. Mehrere hundert Verdächtige wurden verhört. Das Ergebnis führte denn nach Tilbury, wo man viele Tonnen Manganerz umschaufeln mußte, um die Ladung Hanf beschlagnehmen zu können. Sie war in Tanger an Bord geschmuggelt worden. Inzwischen ist in Scotland Yard aus Amerika die Meldung eingegangen, in den nächsten Wochen sei mit dem Versuch zu rechnen, eine umfangreiche Ladung Opium nach England einzuschmuggeln. Hinter diesem Versuch steht ein Ring, der seinen Sitz in Italien hat und die Hälfte der 1500 Tonnen Opium vertreibt, die jährlich in der Welt illegal erzeugt und vertrieben werden. Für medizinische Zwecke braucht man vergleichsweise nur 500 Tonnen. Scotland Yard hat nun eine strenge Überprüfung aller Einwanderer aus Westindien angeordnet. Bei der Razzia hat sich nämlich herausgestellt, daß die Neubürger meist mit der Absicht nach England kommen, Rauschgifthandel zu betreiben. Eine Handvoll indischer Hanf, die leicht im Gepäck versteckt werden kann, genügt zur Herstellung von mehreren tausend Marihuana-Zigaretten, die in den Londoner Nachtlokalen zum Preise von fünf bis zehn Shilling je Stück gehandelt werden. Schwieriger wird es sein, den illegalen Herstellern von Heroin auf die Spur zu kommen, das ebenfalls in Massen vertrieben wird. Im Stadtteil West End zahlt man für eine Tablette rund sechs DM. Es besteht kaum ein Zweifel, daß auch dieses Rauschgift nach England eingeschmuggelt wird, denn die Eigenerzeugung steht unter so scharfer Kontrolle, daß Durchstechereien nach Ansicht von Scotland Yard unmöglich sind. Die Londoner Polizel will auch diese unterirdischen Quellen aufdecken, denn der zunehmende Genuß von Rauschgiften hat die Zahl der Gesetzesübertretungen erheblich nach oben getrieben. Prüfen Sie das neue Fex! Fex-Glanz wird auch Sie begeistern. Ein wenig Fex ins Wasser, und schon sind Teiler, Gläser. Tassen strahlend sauber. Blinde Stellen. Ferfilm. Wascerpuren gibt's nicht mehr. Selbet ohne Abnocknen iet Ihr Geschirr jederzeit servierbereit Fex Ist so wirksam, so mild... ... es ist ein ideales Feinwaschmintel. Pflegen Sie jerat auch Ihre zarten und feinen Gewebe immer mit Fex. Gleich morgen besorgen! tür Qualltät Fritz Walter überragender Dirigent Wie die Türkei 7:2 ausgespielt wurde— Trotzdem Schwächen in der deutschen Deckung Zürich. Herbergers Taktik auf dem Weg in das Viertelfinale der Weltmeisterschaft hat zahlenmäßig einen höheren Erfolg gehabt, als man erwarten konnte. Die deutsche Mannschaft spielte die Türkei mit einer großen Angriffsleistung nach allen Regeln der Kunst aus. Dieser Sturm war so stark, daß er selbst die Mängel im Abwehrspiel verdeckte, die in geradezu erschreckendem Maße in der deutschen Elf zutage traten. Wäre die deutsche Mannschaft nicht so stark feldüberlegen gewesen, wer weiß, welche Überraschung wir in Zürich erlebt hätten. Nach der Fußballpause Kaiserau. Der Fußball-Verband Westfalen hat die wichtigsten Termine 1954/55 wie folgt bekanntgegeben: 8. August: 1. Pokalsonntag der Kreisklassen; 15. August: 2. Pokalsonntag der Kreisklassen; 15. August: Meisterschaftssonntag der Landesliga; 22. August: 1. Meisterschaftsspieltag der Bezirks- und Kreisklassen; 26. September: Vorrunde um den Amateur-Länderpokal; 3. Öktober: 1. Pokalsonntag der Bezirksklassen; 28. November: Zwischenrunde um den Amateur-Länderpokal; 2. Januar 1955: 1. Pokalsonntag der Landesliga; 6. März: Vorschlußrunde um den Amateur-Länderpokal; 20, März: Letzter Meisterschaftsspieltag der Landesliga; 27. März: 1. Ausscheidungstag um die Westfalenmeisterschaft. Die folgenden Ausscheidungstage um die Westfalenmeisterschaft sind 3. April, 11. April, 17. April, 24. April. Malbzeit des Spiels beim Titelverteidiger als Außenseiter nach Stuttgart fahren. Auch in den beiden anderen Endspielen wird eine Mannschaft den Vorteil haben, vor eigenem Publikum anzutreten, da im FrauenFinale der Endrunden-Neuling Vorwärts Frankfurt gegen Post München in Öffenbach und die Niederrhein-Elf in der Entscheidung des DHB-Nachwuclis-Pokals gegen Westfalen in Remscheid-Lennep spielen. Mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren stellt FA Göppingen die jüngste Elf, die in den letzten Jahren in das Endspiel vordrang. Neben Deutschlands großartigem SturmfühMaskotichen : Lausanne. Für uus Westeuropäer als 2 Zaungäste der Fußball-Weltmeisterschaft gav: es in Lausanne eine besondere Überraschung. Alles haben wir sdion erlebt, Umzüge vor? dem Spiel mit Trausparenten, Falnen, Lärm- 3 instrumenten. Aber Brasilien bradite etwas ganz Neues: Vor dem Spiel zog eine Gruppe. um die Laufbahn, vorwiegend Frauen! Es 3 war nidit ganz ersichtlich, was sie ausgereainer mit der Natioualmannschaft ilires Landes. zu tun haben. Aber sie nahmen ilire Aufgabe sehr ernst, schwenkten Falinen, riefen mit großem Stimmaufwand ihr„Brasil, Brasil!". Sie fanden sogar auf der Pressetribüne Hilfe,; denn die brasilianischen Journalisten hatten zum großen Teil ebenfalls weibliche Unter- 2 stützung mitgebradit. Man kaun nur hoffen, daß so etwas nidit? in Europa Schule madhit. Es wäre nicht auszudenken, wenn etwa bei uus Vereine aur den Gedanken kämen, für weiblidie Maskott- 2 dien in entsprechender Aufmachung zu sorgen. Zum Glück für den Fußball wird man es allerdings nidit so weit kommen lassen. 3 Die 18 000 Zuschauer, zum größten Teil mit Omnibussen und Kraftwagen aus Deutschland gekommen, wurden in ihren Erwartungen nicht enttäuscht. Deutschland begann in großem Stil, und selbst als nach dem 2:0 durch einen groben Deckungsfehler die Türkei auf rer Bernhard Kempa stehen im Angriff mit Pohl(20), Singer(19), Weiß(19) und Jetter (19 Jahre) vier große Talente, die vor einem Jahr noch in der Junioren- oder Jugendelf spielten, heute aber bereits so gefährlich sind, daß der Göppinger Sturm die stärkste Waffe ist. Wenn es der Lintforter Deckung (Hermanik gegen Kempa) nicht gelingt, den Kombinationsfluß der Kempaelf zu zerstören, dann dürften die Göppinger nach der Hallen- auch die Feldhandball-Meisterschaft erringen. Kondition und Kampfgeist von Vorwärts Frankfurt waren beim 4:3-Sieg über den Titelverteidiger Urania Hamburg so gut, daß man dem Endspielneuling auch gegen den Meister 1950, Post München, mit den Nationalstürmerinnen Framke und Rückriem eine gute Chance geben muß. Der Niederrhein- Angriff, in dem Nationalstürmer Ingversen vor allem von seinem Mülheimer Klubkameraden Haas und dem Hamborner Torjäger Schmitz übertroffen wurde, zeigte in den Spielen auf dem Weg ins Endspiel des DHB-Nachwuchspokals so gute Leistungen, daß die schußstarken Westfalen in Remscheid-Lennep vor einer sehr schweren Aufgabe stehen werden. Fangio auf Mercedes Die Probefahrten in Reims Reims. Die ersten Probefahrten des neuen Mercedes-Benz-Rennwagens(Formel I) für den Großen Automobilpreis von Frankreich am 4. Juli auf der Dreiecksstrecke bei Reims verliefen sehr zufriedenstellend. Auf dem für die Fahrten freigegebenen kleinen Kurs von Gueux(7,150 Kilometer) erreichte der Argentinier Fangio eine Zeit von 2:15,6 Min., was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 194 km/st entspricht. Fachleute errechneten, daß Fangio bei gleicher Fahrweise auf dem 8,347 Kilometer langen Rennkurs einen Durchschnitt von knapp über 200 km/st erreicht haben würde. Karl Kling fuhr die beste Runde in 2:19.0 Min. 2:1 herankam, war das Mittelfeld schon in einem so starken Maße gewonnen, daß sich zwangsläufig die Torchancen ergaben. Allerdings hatte die Türkei das Pech, daß ihr ausgezeichneter Mittelläufer Cetin schon vor der Pause verletzt wurde; er begann in der zweiten Hälfte auf rechtsaußen, schied aber aus, als er über eine Flanke von Lefter trat und sich offensichtlich einen Muskelriß zuzog. Das deutsche Angriffsspiel war ohne Einschränkung Klasse. Fritz Walter dirigierte prachtvoll aus dem Hinterhalt. Die Strapazen des Ungarnspiels schienen ihn zwar zeitweise zu beeinflussen, aber im Verlauf des Spiels wurde er immer mehr zum großen Dirigenten. Und als er in den Schlußminuten das siebente Tor nach Umspielen von vier Gegnern vorbereitete, so daß Schäfer nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte, gab es im weiten Rund einen Jubelsturm selbst der Schweizer, die zeitweise zur Türkei zu stehen schienen. Neben Fritz Walter ist vor allem der großartig startende Kölner Schäfer zu nennen, der erst gegen Schluß nach einer Verletzung etwas nachließ. Berni Klodt übertraf auch diesmal Rahn, wenn ihm auch nicht die möglichen Torschüsse gelangen. Morlock und Otmar Walter paßten ausgezeichnet in ein Angriffsspiel, das streckenweise geradezu klassisch lief und die türkische Abwehr einfach aufriß. Bester deutscher Läufer war Eckel, während Posipal nicht die Leistung seiner groBen Spiele erreichte und sogar einige Duelle gegen den türkischen Mittelstürmer verlor. Mai war im Abwehrspiel zeitweise gut, aber nicht so stark wie in der ersten Begegnung. Die deutsche Verteidigung einschließlich Turek war nicht frei von Schwächen. Die Türken hatten ihre besten Leute in Erol und Lefter. Torwart Sükrü machte bei Schweiz— Italien 4:1 Azzuri scheiterten an der Deckung Basel. Durch einen zweiten Sieg über Italien mit 4:1(1:0) im Entscheidungsspiel in Basel erreichte die Schweiz das Viertelfinale der Fußball- Weltmeisterschaft. Die Eidgenossen kamen damit nach ihrem Sieg von 2:1 über Italien im Achtefinalspiel in Lausanne zu einem zweiten beachtenswerten Erfolg über die Azzuri. Die Schweizer Elf hat nun im Viertelfinale am Sonnabend in Lausanne gegen Österreich anzutreten. Vor 35 000 Zuschauern hatten die Italiener oft mehr vom Spiel, scheiterten durch ungenaues Zuspiel jedoch immer wieder an der aufmerksamen Hintermannschaft der Eidgenossen. Neury und Bocquet zeichneten sich neben Torhüter Parlier, der durch glänzende Paraden gefiel. Westfalens Jugendmeister im Handball wird am 27. Juni, 11 Uhr, in Ahlen zwischen Grünweiß Dankersen und Eintracht Hagen ermittelt. einigen Toren nicht die beste Figur. Die Abwehr, die in der zweiten Halbzeit unter dem Ausfall Cetins litt, war nicht auf der Höhe. Auch in der Zusammenarbeit waren die Türken der deutschen Elf klar unterlegen. 3:1 bis zur Pause Die schnellen Türken stießen bei ihrem Blitzstart auf eine aufmerksame deutsche Abwehr. Besonders Posipal und Eckel beherrschten zunächst die Situation. In der 6. Minute gelang Otmar Walter auf Vorlage Schäfers der Führungstreffer, er erwischte den türkischen Torwart Suekrue in einem schwachen Moment. Gegen das planmäßige deutsche Angriffsspiel hatte die türkische Abwehr in der ersten Viertelstunde einen schweren Stand. Gerade hatte Turek einen Scharfschuß Coskuns gemeistert, als Schäfer (10. Minute) auf 2:0 erhöhte. Bei verschiedenen türkischen Angriffen zeigte sich die deutsche Abwehr nicht auf der Höhe. So fiel in der 17. Minute nach einem Fehler des deutschen Mittelläufers ein Tor, das jedoch wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Auch in der Folge spielten sich mehrere gefährliche Situationen vor dem deutschen Tor ab. Gegen die zu langsam reagierende Deckung schaffte Mustafa in der 21. Minute den Anschlußtreffer, Nach einer halben Stunde erhöhte Morlock nach einer genauen Vorlage Fritz Walters mit einem Sechs-MeterSchuß auf 3:1. Glänzende zweite Halbzeit Die deutsche Elf lief in der zweiten Halbzeit zu glänzender Form auf. Sie konnte sich um so besser entwickeln, als der türkische Mittelläufer Cetin schon bald nach der Pause mit einer Meniskusverletzung ausschied und die Türken bis zum Schluß des Spieles mit zehn Mann durchhalten mußten. Die türkiIn Rheinhausen spielen: Duisburg 98. Düsseldorf 09, SV Rheinhausen und Altenessen 26. In Duisburg: SSF Barmen, Amateur Duisburg, ASV 06 Aachen und SV Rheydt. In Hamm: Rote Erde Hamm, Ruhrort 09. Wasserfreunde Wuppertal und Poseidon Köln. Die Leistungen in der Winterrunde lassen nur bedingt einen Schluß auf das Abschneiden der Vereine im Freiwasser zu, da die Wassertiefe in den Hallenbädern meist geringer ist und vor allem auch die Spielfelder kleiner sind. Die schwimmerischen und taktischen Anforderungen im Freiwasser sind größer, so daß sich das Leistungsbild der Winterrunde durchaus verschieben kann. Dennoch kann man damit rechnen, daß so bewährte Mannschaften wie Duisburg 98, Rote Erde Hamm, Wasserfreunde Wuppertal und SSF Barmen auch im Freiwasser die Entscheidungsrunde erreichen werden. UnklarTrabrennen in Gelsenkirchen Donnerstag, 24. Juni. 17 Uhr Gelsenkirchen. Der letzte Renntag vor dem Elite-Rennen steht bereits im Bann des kommenden internationalen Großereignisses, denn zahlreiche Pferde von auswärtigen Trainern, die im Elite-Rennen starten oder die für den Westdeutschen Pokal vorgesehen sind, greifen bereits in die Ereignisse ein. Der diesmal im Mittelpunkt des Programms stehende Albrecht-Dürer-Preis ist hervorragend besetzt. Voraussagen: 1. R.: Permits Erster— Apoll— Edda— Fortuna; 2. R.: Tarzan— Naturmädel— Miranda— Czardasfürstin; 3. R.: Oleaster— Dianus— Zeitgeist— Lot; 4. R.: Jagretto— Benno— Maurus— Michelangelo; 5. R.: Noster— Alkestis — Herzbube— Oehmes; 6. R.: Forstmann— Isländer— Pfingstjunge— Midas; 7. R.: Maud Hanover— Baron— Oxiane Hanover — Revue; 8. R.: Urquell— Michelangelo— Luise Marie— Polfeuer; 9. R.: Marokkaner — Blücher— Magowan— Thuja. sche Deckung wehrte sich nach Kräften bis zur 60. Minute, brach dann aber zusammen. In der 61. Minute setzte Fritz Walter einem aussichtslosen Ball nach und spielte ihn zu Morlock, der zum 4:1 einschoß. Zwei Minuten später erhöhte der deutsche Mannschaftsschaftskapitän nach Zusammenspiel mit seinem Bruder Otmar auf 5:1. Zwölf Minuten vor Schluß schoß Morlock sein drittes Tor in diesem Spiel. Mit der 6:1-Führung einem sicheren Sieg entzegengehend, zog die deutsche Mannschaft Fritz Walter zurück. Schäfer(81. Minute) verwertete einen Paß zum 7:1. Die unentwegt angreifenden Türken wurden für ihre Bemühungen in der 84. Minute durch ein zweites Tor belohnt, das ihr bester Spieler Lefter erzielte. Deutschland: Turek: Laband, Bauer: Eckel, Posipal, Mai; Klodt; Morlock, O. Walter, F. Walter, Schäfer. Türkei: Suekrue; Ridvan, Babri; Nacl, Cetin. Tober; Epol, Lefter, Negmettin, Mustafa, Coskun. heit herrscht aber darüber, wer die weiteren Endrundenteilnehmer sein werden. Auch sind Überraschungen nicht ausgeschlossen. Rennen in Krefeld Mittwoch, 23. Juni 1. R.: 1 Valentino(Fuchs), 2. Tanger. Sleg 39, Platz 22, 16. Ew. 142.— 2. R.: 1. Florero (Look), 2. Angolo, 3. Maskenprinz. Sieg 19, Platz 12, 21, 16. Ew. 266.— 3. R.: 1. Belmonte (Held), 2. Feuerperle, 3. Helote. Sieg 21, Platz 14, 24, 18. Ew. 186.— 4. R.: 1. Prinzregent (Chapman), 2. Toupet Bleu, 3. Maigraf. Sieg 66, Platz 16, 21, 17. Ew. 532.— 5. R.: 1. Blaugold(Held), 2. Lebenswille, 3. Aristo. Sieg 48, Platz 15, 14, 22. Ew, 148.— 6. R.: 1. Cousinchen(Schultz), 2. Ura, 3. Delta. Sieg 1355, Platz 141, 24, 20. Ew. 6724.— 7. R.:: 1. Pfälzer (Krbalek), 2. Röslein, 3. Fagus. Sieg 44, Platz 17, 15, 19. Ew. 172. Endspiele ohne Favoriten Handball: Frischauf Göppingen will Doppelmeister werden Stuttgari.— In den drei Handball-Endspielen, die das letzte Juni-Wochenende bringt, fehlen klare Favoriten, wenn auch allgemein Frischauf Gönpingen im MännerEndspiel als die aussichtsreichere Mannschaft gilt. Bernhard Kempas Regie und der Vorteil, im Stuttgarter Neckarstadion, also vor Tausenden von Anhängern spielen zu können. spricht für die Göppinger. Am letzten Sonntag zeigten die Lintforter in der zweiten eine so starke Leistung, daß sie keineswegs Start zur Wasserball-Meisterschaft Drei Vorrundenturniere in Hamm, Rheinhausen und Duisburg Duisburz.— Mit drei Vorrundenturnieren in Rheinhausen, Duisburg und Hamm wird am Wochenende die Westdeutsche Wasserballmeisterschaft 1954 gestartet, an der alle Oberligamannschaften teilnehmen. In den Turnieren spielt jeder gegen jeden. Die beiden besten Mannschaften eines jeden Vorrundenturniers kommen in die Entscheidung, die vom 16. bis 18. Juli in Wuppertal-Elberfeld fällt. WIRTSCHAFT UND ARBEIT Der„Tag X" für die Angestelltenversicherung 1,3 Millionen Menschen sollen aus der Versicherung in die Versorgung abgeschoben werden (KOM) Die Deutsche Angestelltengewerkschaft hat sich in den letzten Wochen intensiv mit den Fragen einer Neuordnung der Angestelltenversicherung beschäftigt. Dem deutschen Angestelltentag, der demnächst in Hamburg stattfinden wird, soll dazu ein Plan vorgelegt werden, der alle Wünsche der— gegenwärtig sehr aktiven— DAG an den Gesetzgeber enthält. Dieser dürfte weit über die Forderung nach sofortiger Rentenaufbesserung hinausgehen, auf die sich die Gewerkschaft in den letzten Tagen offiziell festlegte. Der sozialpolitische Ausschuß der DAG hat vielmehr Gesichtspunkte für die Neuordnung erarbeitet, die in ihrer Radikalität alle bisher geäußerten Vorstellungen übertreffen. Die wichtigsten sing nunmehr bekanntgeworden. Die Schwierigkeiten der Angestelltenversicherung sollen durch einen entscheidenden Schnitt beendet werden: Ähnlich wie bei der Währungsreform wird durch Gesetz ein Tag X bestimmt. Alles, was vor diesem Tag liegt, aus Rechtsansprüchen erwachsen und durch zusätzliche öffentliche Leistungen ergänzt worden ist, gilt als„alte Last“. Diese„alte Last“ wird vom Bund übernommen und geht die Rentenversicherung nichts mehr an. Diese verzichtet ihrerseits auf die Wiedergutmachungsforderungen gegen den Staat. Die Diskussion über den Ersatz verlorengegangener Kapitalien ist erledigt. Darauf beginnt die eigentliche Neuordnung. Alle Verpflichtungen, die nach dem Tage X entstehen, übernimmt voll die Angestelltenversicherung. Sie kann das, weil sie auf eine neue Grundlage gestellt wird, denn alle in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst tätigen Angestellten sollen in sie einbezogen werden. Der Eintritt erfolgt ausschließlich und automatisch durch die Aufnahme einer Tätigkeit als Angestellter. Es gibt keine VersicherungsKohlenförderung gestiegen Haldenbestände nehmen ab Essen.— Im westdeutschen Steinkohlenbergbau wurden in der Woche vom 14. bis 19. Juni an fünf Arbeitstagen 2 049 794 t Steinkohle gefördert gegenüber 2 035 526 t in der Vorwoche bei ebenfalls fünf Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Durchschnittsförderung stieg in der gleichen Zeit von 407 105 t auf 409 969 t. Wegen Absatzmangels wurden am 18. und 19. Juni auf einigen Schachtanlagen im Dortmunder Raum Tellfeierschichten eingelegt. Infolge einer Schachtstörung auf einer Anlage des Ruhrgebietes fielen in der vergangenen Woche arbeitstäglich 3000 t Steinkohlen aus. Die Haldenbestände der westdeutschen Steinkohlenzechen haben sich weiterhin etwas vermindert. Sie betrugen am 18. Juni 4,72 Millionen t, davon 3,41 Millionen t Koks. Am 12. Juni hatten die Gesamthaldenbestände noch 4,77 Millionen t betragen. Textildrucker verlangen Freimarkt Den Haag.— Mit einer Empfchlung an die Regierungen der OFEC-Länder, die Einfuhrzölle und Einfuhrbeschränkungen für bedruckte Stoffe abzuschaffen, schloß in Den Haag am Mittwoch die zweitägige Versammlung des Internationalen Verbandes der Textildrucker. An der Tagung nahmen französische, deutsche, itallenische, schweizerische, österreichische, englische und die Teytilfachleute der Beneluxländer teil. Die britischen Teilnehmer unterstützten den Antrag nicht. Die Textildruckereien sollen durch die Abschaffung der Einfuhrbeschränkungen und der Exportprämien in die Lage versetzt werden, größere Serien Stoff zu niedrigen Kostenpreisen herzustellen und die Position der westeuropäischen Textildruckereien auf dem Weltmarkt zu verstärken. Der Vorschlag zu dieser Empfehlung war von dem Direktor des niederländischen Wirtschaftsinstituts für die Textilindustrie, Prof. J. Wisselink, ausgegangen. PIOM WELTMARKT1954— JAN. JUNI pilichtgrenze, alle sind versicherungspflichtig, unabhängig vom Einkommen. Unter dieser Voraussetzung kann natürlich rasch wieder ein Versicherungskapital angesammelt werden. Es lassen sich sogar noch Leistungsverbesserungen einführen. Die Finanzierung dieser neuen Angestelltenversicherung, die mit der gegenwärtigen kaum noch vergleichbar wäre, soll ausschließlich durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge erfolgen. Da dann die beträchtlichen Staatszuschüsse wegfallen würden, müßten die Beiträge gegenüber dem derzeitigen Stand ernöht werden. Dem Angestellten ist das zuzumuten, sagt die DAG, weil ihm größere Sicherheit gegen die Risiken des Alters und der Berufsunfähigkeit geboten wird, und die Wirtschaft zeige mit ihren freiwilligen Sozialleistungen ohnehin, daß sie mehr zahlen könne als bisher. Der Staat aber habe die Leistungsfähigkeit der Angestelltenversicherung insgesamt zu garantieren; das sei das mindeste, was man von ihm erwarten könne. So der Plan der Deutschen Angestelltengewerkschaft. 1,3 Millionen Menschen, Altrentner, Berufsunfähige, Witwen und Waisen, werden aus der Versicherung in die Versorgung abgeschoben. Woher die 1,5 Milliarden DM, die sie gegenwärtig beziehen, kommen sollen, wird nicht gesagt. Wer bis zum Tage X noch keine Rente bezog, verbleibt im höheren Stand der Versicherten. Neu tritt jeder hinzu, der Angestellter ist, bis hinauf zum Generaldirektor. Welche Wirkung verspricht sich die DAG eigentlich für einen solchen Plan? Sparkassen gegen Zinssenkung Heute und morgen Entscheidung über Habenzinsen steht bevor Beratungen noch Steuersenkung EINZELHANDELS PREISE för Rostkoft Durchschnitt, mittiere Sorte Kaffee und Kakao In den letzten Monaten vollführten Rohkaffee und Rohkakao auf dem Weltmarkt Preissprünge, die jetzt auch in den Einzelhandelsgeschäften der Bundesrepublik spürbar werden. Seit Januar vorigen Jahres ist der Preis für Rohkaffee um 60 und der Preis für Rohkakao um fast 100 Prozent gestiegen. Der Verbraucherpreis für Kaffee ist in den ersten Monaten dieses Jahres schon einmal etwas angestiegen. Die neue Preiserhöhung ab Juli trägt dazu bei, daß die Verbilligung, die von der Steuersenkung im Vorjahre ausging, zu fast einem Drittel wieder aufgehoben wird. Bonn— Am 24. und 25. Juni findet in Berlin eine Plenarsitzung des Sonderausschusses Bankenaufsicht statt, in der in Anwesenheit von Vertretern der Spitzenverbände der westdeutschen Kreditinstitute über eine Senkung der Höchstsätze für Soll- und Habenzinsen beraten wird. Maßgebliche Regierungsvertreter rechnen damit, daß sich die Kreditinstitute über die Neugestaltung der Soll- und Habenzinsen einigen werden. Von Sparkassen wird dagegen betont, daß man an dem bisherigen Standpunkt festhalten und freiwillig keiner Zinssenkung zustimmen werde. In unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß der Zins für täglich fällige SparWeniger neue Kraftfahrzeuge im Mai zugelassen Flensburg.— Nach der Rekordzulassung von einhundenttausend fabrikneuen Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern im April erhielten im Mai nach Mitteilung des Kraftfahrt-Bundesamtes nur 86 240 Kraftfahrzeuge im Bundesgebiet erstmals die Verkehrserlaubnis. Die Zahl der neu zugelassenen Krafträder ging um 22,1 Prozent auf 45 393 und die der neu zugelassenen Personenkraftwagen um 7,4 Prozent auf 26 502 zurück. Bei den Lastkraftwagen wurden 8,7 Prozent und bei den Zugmaschinen 4,5 Prozent weniger zugelassen als im April. In Westberlin kamen im Berichtsmonat insgesamt 1892 Kraftfahrzeuge erstmals in den Verkehr gegenüber 2067 im April. Deutsche Werften bis 1955 voll beschäftigt Bilanz 1953: 200 000 BRT mehr als 1938 Ein Drittel für das Ausland— An zweiter Stelle in der Welt Bonn.— Die Werften der Bundcsrepublik haben nach Mitteilung des Bulletins der Bundesregierung im vergangenen Jahr mit dem Bau von 700 000 BRT das Bauergebnis von 1938 um rund 200 000 BRT übertroffen. Mehr als ein Drittel der Neubauten war für das Ausland bestimmt. Nach ihrem Anteil an der Bruttoregistertonnenzahl der Stapelläufe stand die Bundesrepublik mit 16,1 Prozent unmittelbar hinter Großbritannien an zweiter Stelle in der Welt. Wie das Bulletin weiter berichtet, verfügen die deutschen Werften heute über einen Auftragsbestand aus dem In- und Ausland, der rund 70 000 Arbeitskräften bis 1955 eine Beschäftigung sichert. Trotzdem hat die westdeutsche Handelstonnage erst einen Stand von knapp zwei Millionen BRT erreicht, während die des Deutschen Reiches vor dem Kriege bei vier Millionen BRT lag. Die Ferrostaal AG gab bekannt, daß die Hauptversammlung am 21. Juni eine Erhöhung des Kapitals von vier auf zehn Millionen DM beschlossen hat. Wie Generaldirektor von Menges ergänzend mitteilte, erhöhte sich der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr von 289 Millionen DM auf 353 Millionen DM. An dem Umsatz war die Gutehoffnungshütte knapp zur Hälfte beteiligt. Im laufenden Geschäftsjahr wird etwa mit dem gleichen Umsatz gerechnet. Der Gewinn, der an die Gutehoffnungshütte abgeführt wird, erhöhte sich von 0.6 Millionen DM auf 1,4 Millionen DM. Der bisherige deutsch-japanische Handelsplan läuft am 30. Juni aus. Es werden zur Zeit bei den beteiligten Ressorts in Bonn die in absehbarer Zeit in Toklo beginnenden Verhandlungen über den Abschluß neuer Vereinbarungen vorbereitet. Wie das Bundesernährungsministerium mitteilt, wird die Bundesrepublik an Agrarprodukten vor allem wieder Walól aus Japan beziehen.(Im Jahre 1953 waren 51 000 t Walöl aus Japan eingeführt worden.) Zur Verabschledung des neuen Wirtschaftsstrafgesetzes im Bundestag erklären die Spitzenverbände des Handels, damit habe sich die Auffassung durchgesetzt, daß sich die Preise allein durch einen gestelgerten Wettbewerb und durch eine intensive Rationallsierung auspendeln können. einlagen unverändert bei drei Prozent bleiben wird, daß dagegen Spareinlagen mit sechs- bis zwölfmonatiger Kündigungsfrist eine Zinssenkung um 1/ auf 31/ Prozent und Spareinlagen mit jährlicher oder noch längerer Kündigungsfrist eine Zinssenkung von 1 auf 4 Prozent erfahren werden. Viehmarkt Dortmund Dortmund, 23. Juni(lnw).— Zum Dortmunder Nutz-, Zuchtvieh- und Ferkelmarkt wurden am Mittwoch 224 Stück Großvieh, 372 Ferkel und 16 Kälber aufgetrieben. Es wurden notiert: Kühe: Klasse I 1000—1150 DM, Klasse II 850—1000 DM, Klasse III 675— 750 DM: Rinder: Klasse I nicht notiert, Klasse II 750—850 DM, Klasse III nicht notiert. Tendenz: Marktveriauf mittel, Qualität mittel, geräumt. Die Notierungen für Ferkel(in DM): bis zu sechs Wochen 45, (6—8) 45—60.(8—10) 60—70,(10—12) 70—80, (12—14) 82—92. Läuferschweine 40 bis 50 kg 1.35—1.38 DM. Tendenz: Marktverlauf rege, Qualität gut, geräumt. Nächster Nutz-, Zuchtvieh- und Ferkelmarkt am 30. Juni. Rheinisch-Westlälische Börse Düsseldorf, 23. Junf 1954 Tendenz: Nachgebend. Industrie-Aktien Karstadt 151 bz Accu Hagen 152 bz Kaufhof 160 bz G rep. AEG 127½ bz Krefft 57 G Allg. Hoch& Ing. 100 bz Mannesmann 116½ bz G Bad. Anilin 145 bz. Mülh Berg 101¾ bz Br Balcke Masch. 138 G Rh.Braunkohle 150½ bzG Bergb. Ew. Ludw.— Rheinstahl 191 bz BMW 85 bz G. RWE 147 bz G Bemberg 72 bz Rheinmetall 17½ G Beton& Monier 132 G Rheinpreußen 122½ b2 Boswau& Knauer103½bzG Rheinstahl-Union 133bzG Buderus 139 bz Salzdetfurth 142 bz Burbach 121¼ bz Schering 260 bz G Busch Jaeger 182 G Schiess 123 bz Cassella 191 bz G Schwabenbräu 128¼ bzG Conti-Gummi 164 bz Consolidation 100 bz Daimler 137½ bz G Demag 165½ bz Dt. Conti Gas 146 bz Dt. Erdöl 116¼ bz Didier 154½ G Dortm. Aktien 171 G Dortm. Ritter— G Dortm. Union 170 bz G Dynamit Nobel 153 bz Essener Steink. 95 bz Siemens St. 155 bz G Siemens Vorz, 154½ bz Stamag 112½ bz Ver. Dt. Nickel 135½ bz Ver. Rumpus 82 bz Ver. Stahlwerke 205 bz Wasser-Gelsk. 141 G Wintershall 139 bz Zellwald 113½ bz Bank-Aktien Commerzb. Liqui 6 G Farbenf, Bayer 151½ 52Bankv. westd. 1.6 bz 1G Farben Liqui 31¼ b2 Deutsche B. Liqui 9 bzG Rh.-Westf. B. 138 bz G Dresdner Bank Liqui 8½ bz G Rh,-Ruhr-B. 136½ bz G Freiverkehr Chemie-Faser Inh. 82 Br 122 Br Feldmühle 195 bz G Felten 118½ bz. Goldschmidt 90 bz G Harpener 87 bz Hindrichs Auff.— Hochtlef— Höchster Farben 145 bz Eisenh. Köln Hoesch 277 Br Guteh.-Hütte— Kabel Rheydt 164 bz Phrix-Inh. 421/-44 Kall-Chemie 150½ bz G Rh. Kunstseide 72-76 Phrix Namens 35-37 Schulth. St. 221/-24 Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main), 23. Junt 1954(vwd).— Die Wechselstuben kaufen 485,— DM-Ost für 100.— DM-West und verkaufen 100.— DM-Ost für 21,89 DM. Welschen Enniest felert das Patronatsfest Am kommenden Sonntag— Rückblick auf die Fronleichnamsprosession Welschen Ennest. Ergänzend zu unserm gestrigen kurzen Bericht über die hlesige Fronleichnamsprozession ist noch folgerdes in Hervorhebung ihres schönen und eindrucksvollen Verlaufs mitzuteilen: Auch in diesem Jahre war die Fronleichnamsprozession, die hier am Sonntag in der Festoktav gehalten wird, ein machtvolles und gläubiges Bekenntnis zum Eucharistischen Christkönig. In der Frühe, als die Morgensonne eben über das Wolfshorn gestiegen war, mischten sich in das Festgeläute der vier Glocken die lauten Böller. Nach dem Festhochamt zog die Prozession den alten Weg, den der frühere um die Pfarrerhebung verdiente Seelsorger Pfarrer Peitz eingeführt hatte. Wie in jedem Jahre so besonders heuer bedeckten prächtige Blumenteppiche den Weg des Heilandes. Es war, als ob die Natur ihre schönsten Blüten und Blumen geopfert habe, aus denen fleißige Hände in immer wieder neuen Mustern und künstlerischen Formen Teppichmuster gewirkt hatten. Ueberhaupt offenbarte der ganze Prozessionsschmuck vom Hochaltai bis zu den einzelnen Segensaltären und Triumphbögen gediegenen Geschmack, jede Uebertreibung vermeidend. Originell in seiner Art war der„Berufsaltar“ der Kolpingsfamilie, der in schlichten Bildern Religion, Handwerk und Bauorntum symbolhaft deutete. Seine Erhöhung soll die Eucharistische Festoktav am nachsten Sonntag finden, dem Patronatsfest! St. Johannes der Täufer ist Schutzpatron der hiesigen Pfarrfamilie. Pastor Lohmann lud im Familienfest des MGV„Concordia“ Altenhundem. Ein fröhliches Leben und Treiben herrschte beim Familienfest des MGV„Concordia“, das am vergangenen Sonntag im Freien abgehalten wurde. Der„Müllers Kamp“ ist ideal für ein solches Fest unter schattigen Bäumen. Auch das Wetter begünstigte die Veranstaltung, die eine sehr abwechslungsreiche Unterhaltung brachte und alle zufriedensteilte. Am Abend leuchteten unter den Bäumen Lampions auf und es war ein besonderes Vergnügen, in ihrem magischen Schein zu tanzen. Hochamt die ganze Gemeinde und alle Verwandten und Freunde von Welschen Ennest zu diesem hohen Festtag, an dem der künstlerisch geformte Johanneskopf aus der alten Kapelle ausgestellt wird, herzlich ein. Die hl. Messen sind: 7.15 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion der Jungmänner, 10 Uhr Levltenhochamt mit Festpredigt, 14.30 Uhr Festandacht. Ein bekannter Organist und der Männergesangverein von Welschen Ennest werden den Festtag durch ihre Mitwirkung als ein würdiges Bekenntnis zur hl. Mutter Kirche ausgestalten helfen. Altenhundem. Der Turnverein weist darauf hin, daß sich alle Teilnehmer für das am 11. Juli stattfindende Gillerbergfest bis zum 24. Juni während der Uebungsabende oder bei Hermann Schulte angemeldet haben müssen. Grevenbrück. Am letzten Februarsonntag dieses Jahres fand in Fretter eine Verlosung statt, deren Reinertrag für die dortige Kirchengemeinde bestimmt war. Die nicht abgesetzten Lose waren in der Garderobe der Schützenhalle, in der die Feier stattfand, zur Aufbewahrung abgegeben worden. Wie sich später bei der Nachprüfung herausstellte, fehlten 75 Lose, deren Verbleib bis auf den heutigen Tag ungeklärt blieb. Die Lose waren einfach spurlos verschwunden. Wie die Verhandlung vor dem hiesigen Amtsgericht ergab, waren zwei Ehemänner mit ihren Frauen für die Annahme und Ausgabe der Garderobe an diesem Tage verantwortlich. Einer von den beiden hatte durch seine Tochter 14 Gewinne abholen lassen, obwohl er keln Los erworben hatte. Auf ihn fiel daher der Verdacht des Diebstahls, da er nach Schluß der Veranstaltung die nicht verkauften Lose mit nach Hause nahm. Der Angeklagte gab an, vier Nieten, von denen ja genügend auf dem Boden herumlagen, gegen vier Gewinnlose umgetauscht Bilstein. In den Vorstand der neugegründeten Kolpingsfamilie, deren Präses Pfarrer Niehörster ist, wurden Paul Blume als Senior, Leonhard Metz als Schriftführer und Dieter Kaufmann als Kassierer gewählt. Grevenbrück. Die Gemeindevertretung beschloß einstimmig, einen Fluchtlinienplan für die Ortsdurchfahrten der Bundesstraßen 55 und 236 innerhalb des Gemeindegebietes aufzustellen und die dadurch entstehenden Kosten zu übernehmen. Altenhundem. Aus einem Abstellraum wurde nachts ein neues Fahrrad Marke „Drei-Stern“ Nr. 85 386 gestohlen. Langenel. Gestern gab eine bayrische Theatergruppe in der Schützenhalle einen Gastspielabend. Kirchhundem. Heute hält die Ortsgruppe des Bundes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen im„Kaiserhof“(Droste) von 14 bis 18 Uhr Sprechstunden ab. zu haben. Die Gewinne waren eine Flasche Wein, oin Messer und zwei Gutscheine über 1 DM. Zur Entschuldigung bemerkte er, daß seine Tochter auch vier Gewinnlose für seinen Schwager einlösen mußte. Mithin waren es also Gewinnlose. Ueber die weiteren sechs Gewinne konnte der Angeklagte keine Auskunft geben. Dem Gericht gelang es nicht, Klarheit in diese mysteriöse Gewinnangelegenheit zu bringen, obwohl Zeugen in dieser Sache vorgenommen wurden. Der Angeklagte gestand die acht, ihm nicht zustehenden Gewinne ein, leugnete aber die weiteren sechs, die ihm nicht nachgewiesen werden konnten. Er wurde zu einer Geldstrafe von 80 DM und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt, weil durch das Vertauschen der Lose die Allgemeinheit geschädigt worden war und unbeteiligte Personen in einen üblen Verdacht kamen. Eine Geldstrafe wurde für ausreichend erachtet, da der Angeklagte bisher nicht vorbestraft ist. Neues aus „Und die gute Erziehung?“ Täglich kann man beobachten, daß die Insassen von Omnibussen auf den Parkplätzen Butterbrotpapiere, leere Flaschen, Obst- und Eierschalen liegen lassen. Die Plätze machen dann einen sehr unschönen Eindruck. Sehr lobenswert war es daher, als sich am Dienstag ein Lehrer aus Siegen mit seiner Klesse auf dem Klosterplatz bemühte, den Parkplatz zu säubern. Ein nachahmenswertes Beispiel! Das erste Konzert des Jugendorchesters, das in der Aula des Gymnasiums zusammen mit der Klavierklasse von Musiklehrerin Luise Frey veranstaltet wurde, ließ eine vorbildliche Musikerziehung erkennen. Nach zweijähriger Probezeit wurde, wie Dr. Kaltenmorgen in seiner Begrüßungsansprache hervorheben konnte, Erstaunliches erreicht. Diese erfreuliche Feststellung wurde hierauf durch den exakten, werkgerechten, Vortrag der einzelnen Musik- und Konzertstücke bestätigt, wobei sich herausstellte, daß sich die jungen Musikliebhaber bei Edwin Roth in besten Händen befinden und daß sie es an Fleiß und Liebe zur Musik nicht fehlen lassen. Es erübrigt sich, hier aus dem vielfältigen Programm einzelne Leistungen hervorzuhêben. Der reiche Beifall, den das Publikum spendete, war vollauf verdient und soll dem Jugendorchester und allen Musikausübenden ein Ansporn sein, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen! Gasfernleitung. Mit den Ausschachtungsarbeiten für die Verlegung der Gasleitung wurde nun auch in der Ennester Straße begonnen. Zur Bildung von ehrenamtlichen Beratungsausschüssen im Rahmen der Selbstverwaltung veranstaltete die Deutsche Angestelltenkrankenkasse Attendorn am 15. Juni im Café Biergans eine Mitgliederversammlung. Robert Schmidt, Mitglied des bisherigen Beratungsausschusses, leitete die Versammlung, in der Herr Külpmann u. a. ausführte, daß die DAK als genossenschaftliche Selbsthilfeeinrichtung von dem Willen ihrer Mitglieder bestimmt wird. Er sprach die Bitte aus, daß im Beratungsausschuß solche Mitglieder tätig werden, die vom Geiste echter Selbsthilfe beseelt sind und der DAK Attendorn in kollegialer und sachlicher Mitarbeit dienstbar sein wollen. Dem neuen Beratungsausschuß gehören an: Robert Schmidt(Vorsitzender), J. Hormes, W. Saure, W. Grage, W. Gothsch und E. Groos. Anschließend berichtete der Geschäftsführer der DAK Attendorn, Kossatz, über die Mitgliederentwicklung, sowie über die Kinder- und JugendlichenEntsendung. Ferner wurden Fragen in bezug auf Kuren Erwachsener beantwortet. Ein„Forschungspfennig“ Kreis Olpe. Die landwirtschaftlichen Forschungsstätten verdanken ihr Entstehen überwiegend der Tatkraft und dem Opferwillen landwirtschaftlicher Kreisvereine. Die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten brachte es mit sich, daß die Unterhaltung dieser Forschungseinrichtungen mehr und mehr auf die öffentliche Hand verlagert wurden. Der mit anderen Aufgaben schwer belastete Staatshaushalt wird jedoch den Erfordernissen der Landbauforschung nicht in dem Umfang gerecht, wie es im Interesse der Praxis notwendig wäre. Der Verband der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten schlug deshalb dem Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor, die Landwirtschaft selbst wieder, wie früher, an der Unterhaltung der für sie tätigen Forschungsstätten direkt zu beteiligen. Schon ein einziger„Forschungspfennig“, auf den Doppelzentner Dünger und Futtermittel erhoben, würde es der Landbauwissenschaft möglich machen, die Arbeiten durchzuführen, mit denen sie die pflanzliche und tierische Erzeugung sichern und verbilligen kann. Bundesminister Dr. h. c. Lübke nahm die Vorschläge des Verbandes mit großem Interesse entgegen. Er betonte, daß die Landbauforschung sich noch stärker mit den Schwierigkeiten und Sorgen unserer Betriebe befassen müsse. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollten noch schneller als bisher für die Praxis nutzbar gemacht werden. Dadurch würde unsere Landwirtschaft auch eine wertvolle Hilfe im Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt für Agrarerzeugnisse erhalten.(AID) Nieten verwandelten sich in Gewinne Mysteriöse Angelegenheit bei einer Verlosung nicht ganz geklärt Fast neuwertige Mähmaschine mit oder ohne Vorderwagen sowie Pferd 6jährig, 14 Zentner, zu verkaufen. Josef Wacker Gastwirt, Brün Alleinstehende Frau sucht kleines unmöbliertes Zimmer in Olpe. Angebote unt. Nr. 1782 an das Sauerl. Volksblatt Olpe. Miele-Waschmaschine m. Motor, fabrikneu, preisgünstig zu verkaufen. Zu erfragen unter Nr. 1781 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Kinderbelt mit Matratze billig abzugeben. Olpe, Maria-Theresia-Str. 23 ONNER vacoron Inatromonte Birte, verlangen Sie meinen rten Gratts-Katalog! Hottonetr. 872 größtes Muslkversendheus Sie euf Wünsch mit Auswehlsendung Jausende rufriedene Kunden Möbel, billig und gut! Kostenlos mit Postk. Angebot mit aust. Abzehlungsbedingungen" anford. Kleine Raten, Lief. so fort. 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