Altester Anzeiger des Sauerlandes* Über 100 Jahre HeimatTAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreiss: im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); im Textteil 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bel Ewangsvorgleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf und Kreisblatt im Kreise Olpe Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPF Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, be! Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschaftsstelle: Olpe, Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe I. Westf. 119. Jahrgang— Nr. 138 Freitag, den 18. Juni 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Adenauer zum 17. Juni Wiedervereinigung unverzichtbares Recht Gedenkfeier der Bundesregierung in Bonn Bonn.(dpa) In einer Gedenkfeier der Bundesregierung zum Jahrestag des Volksaufstandes in der Sowjetzone vom 17. Juni 1953 stellte Bundeskanzler Dr. Adenauer gestern im Plenarsaal des Bundeshauses fest: Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit ist für uns eine Gewissenspflicht und unser unverzichtbares Recht. In seiner Ansprache vor den höchsten Repräsentanten des staatlichen Lebens in der Bundesrepublik, darunter Bundespräsident Heuß, stellte der Bundeskanzler die Frage,„ob wir wirklich alles getan haben, was in unseren Kräften steht, um die Einheit, die Wiedervereinigung der Deutschen in Freiheit, herbeizuführen“. Da den 18 Millionen Deutschen, die noch in Not und Bedrängnis lebten, so wenig staatliche Hilfe gewährt werden könne, müsse sich jeder fragen, ob er irgendeinem Freund oder Bekannten in der Sowjetzone alles das getan habe, was er ihm an Liebe und Treue zeigen konnte. Macht der Wahrheit Der CDU-Bundestagsabgeordnete Prof. Böhm sagte, die Ereignisse am 16. und 17. Juni vergangenen Jahres hätten bewiesen, welche Macht vom gewaltlosen Wort der Wahrheit ausgehen könne. Der kurz davorsvollzogene Übergang der Sowjets und ihrer Befehlsempfänger zum „neuen Kurs“ habe gezeigt, worin die stärkste und zugleich einzige offensive Waffe der Bundesrepublik gegen die bolschewistische Weltmacht bestehe: In der Anziehungskraft der Daseinsformen. Es habe sich erwiesen, daß die bolschewistische Ideologie keinerlei werbende Kraft mehr besitze, wo sie auf die Bevölkerung hochindustrialisierter und voll entwickelter Staaten treffe. Mit ihrem Bekenntnis zur Freiheit von sozialer Unterdrückung und zur nationalen Einheit habe die Bevölkekrung der Sowjetzone gleichzeitig bekundet, wie sie sich die Lösung des Deutschlandproblems denke. Bidault gegen Konferenz-Abbruch Fortführung der Verhandlungen durch Außenminister-Stellvertreter Genf.(Korr.) Bidault ist nach Genf zurückgekehrt. Bevor er in Paris das Flugzeug bestieg, erklärte er, er werde versuchen, eine„zu hastige“ Beendigung der Genfer Konferenz zu verhindern. In Genf besteht das Bestreben, die Verhandlungen über Indochina durch Stellvertreter der Außenminister fortführen zu lassen. Mit dieser Lösung könnte eine Suspendierung der Konferenz verhindert werden. Großbritannien hatte sich mit Unterstützung der USA am Montag für eine Suspendierung für den Fall ausgesprochen, daß die Indochina-Sitzung am Mittwoch keine Fortschritte in der Regelung der Frage Laos und Kambodscha mache. Die amtierende französische Regierung hat ihre Alliierten jedoch gebeten, nicht auf eine Vertagung zu drängen, weil die neue französische Regierung an der Fortsetzung der Verhandlungen interessiert sein würde. Aus Washington wird berichtet, daß Eisenhower den Genfer USA-Delegationsführer Bedell Smith nächste Woche in Washington zurückerwartet. fraktion nur eine vorläufige Entscheidung sein„könne“. Die Bildung des Ausschusses werde dadurch nicht beeinträchtigt. Buu Loc zurückgetreten Saigon.(Reuter) Die vietnamesische Regierung unter Prinz Buu Loc ist zurückgetreten. Der Rücktrittsbeschluß wurde nach einer zwanzigstündigen Kabinettsitzung in Saigon bekanntgegeben. Prinz Buu Loc hat sein Rücktrittsgesuch Staatschef Bao Dai übermittelt. Buu Loc ist ein Vetter Bao Dais und war seit Januar im Amt. Sein Kabinett war bemüht, die Verwaltung zu reorganisieren, einen Volksgesundheitsdienst zu schaffen, die Unterstützung des Volkes zur Führung des Krieges zu gewinnen und die Korruption zu bekämpfen. Unterrichtete Kreise in Paris sind der Auffassung, daß Buu Loc insbesondere an der letzten Aufgabe scheiterte. Bao Dai hat den Nationalisten Ngo Dinh Diem aufgefordert, die Regierung zu übernehmen. 17. JUNI 1953 Nach Unterlagen d.Bundesmin. f. gesamtdeutsche Frogen DIE AUSDEHNUNG DES AUFSTANDES Aus einer Fülle von Flüchtlingsberichten und sowjetzonalen Pressemeldungen hat das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen ein abgerundetes Bild der Vorgänge in der Sowjetzone vor einem Jahr erhalten. In 237 Städten und Gemeinden kam es demnach zu Arbeitsniederlegungen, Demonstrationen und offenem Aufruhr, wogegen 117mal sowjetische Truppen eingesetzt wurden. Südkorea verlangt freie Hand Genf.(Korr.) Der südkoreanische Außenminister Pyun Yung Tai erklärte in Genf, nach dem Scheitern der Koreakonferenz sei Südkorea in keiner Weise menr an die Bedingungen des Waffenstillstands-Abkommens gebunden. Sein Land habe die volle Handlungsfreiheit wiedererlangt. Dies bedeute allerdings nicht unbedingt, so sagte der Minister, daß Südkorea jetzt oder später zu Aktionen schreiten müsse. Wenn es das täte, fielen solche Aktionen aber auf keinen Fall in die gleiche Kategorie wie die chinesische Aggression, da sich Südkorea gegen kommunistische Kolonisierungsversuche verteidigen müsse. Pyun vertrat die Ansicht, daß der Waffenstillstand ohnehin längst annulliert sei. Der südkoreanische Außenminister sagte, er halte weitere Verhandlungen über Korea auch im Rahmen der UNO für zwecklos. Seine Delegation werde so schnell wie möglich nach Seoul zurückkehren. Auf Fragen von Pressevertretern sagte Pyun, Südkorea werde nach dem Scheitern der Korea-Konferenz„etwas Bestimmtes unternehmen“ müssen. Verdienstkreuz für Ärztin Braunschweig.(dpa) Für ihre Verdiensie um die deutsche Bevölkerung in Königsberg nach der Besetzung durch die Sowjets wurde gestern die Arztin Dr. Erna Führer in Braunschweig mit dem Steckkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublick ausgezeichnet. Dr. Führer arbeitete bis 1948 im Königsberger Krankenhaus der Barmherzigkeit. Es gelang inr immer wieder, in dem von den sowjetischen Truppen übernommenen Krankenhaus Deutsche aufzunehmen oder deren Aufenthalt zu verlängern. Dadurch rettete sie vielen von Hunger und Seuchen bedrohten Menschen das Leben. Ihre Arbeit leistete sie unter größten Schwierigkeiten und Entbehrungen. Besuch in Moskau Berlin.(dpa) Eine Gruppe von evangelischen Theologen aus dem Bundesgebiet und der Sowjetzone fliegt auf Einladung der russisch-orthodoxen Kirche zu einem mehrwöchigen Besuch in die Sowjetunion. Zu den Teilnehmern an der Reise gehören auch Dr. Heinemann und der Darmstädter Studentenpfarrer Herbert Mochalski. Wahllisten der Wirth-Partei beanstandet NRW-Landeswahlausschuß stellt fest: Listen sind weitgehend gefälscht Düsseldorf.(Inw) Eine Beschwerdesitzung des Landeswahlauschusses wurde am Mittwoch in Düsseldorf dem antragstellenden Bund der Deutschen zum Verhängnis: Statt ihre auf örtlicher Basis abgelehnten Wahlvorschläge zur Landtagswahl am 27. Juni durchzubekommen, mußten die Vertreter des Bundes der Deutschen das Verdikt über sich ergehen lassen, daß die Listen weitgenend geralscht seien. schläge aus den beiden Mindener Wahlkreisen anerkannt, die der örtliche Wahlausschuß zurückgewiesen hatte, weil einige Unterschriften nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprachen. Britische Panzer verschwunden Hamburg.(dpa) Zwei Schützenpanzerwagen einer britischen Panzerdivision, die in Hamburg stationiert ist, werden seit Dienstag nach Manövern in der Lüneburger Heide vermißt. Die britischen Militärbehörden vermuten, daß sich die Panzerfahrzeuge in der Nähe der Zonengrenze verirrt haben. Dehler bei Adenauer Bonn.(dpa) Der FDP-Vorsitzende Dr. Dehler hat Bundeskanzler Dr. Adenauer um eine Aussprache gebeten, um Fragen des neu gebildeten„Koordinierungsausschusses für Verlautbarungen“ zu erörtern. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß der Bundeskanzler und Dr. Dehler am Freitag zusammentreffen. Regierungsstellen betonen, daß die ablehnende Haltung der FDP-BundestagsUmsatzsteuer des Großhandels Bonn.(dpa) Abgeordnete der CDU, FDP und DP haben den Entwurf einer Novelle zum Umsatzsteuergesetz im Bundestag eingebracht, die dem Großhandel Vergünstigung bringen soll. Die Bundesregierung soll künftig geringfügige und auf der Großhandelsstufe übliche Bearbeitungen und Verarbeitungen bestimmter Gegenstände nicht mit einem Umsatzsteuersatz von vier Prozent, sondern nur mit dem besonderen Großhandelssatz von in Prozent belasten. Dies soll zulässig sein, wenn dadurch schwerwiegende Nachteile für den betroffenen Wirtschaftszweig vermieden werden. Nach den Plänen der Bundesregierung (Steuerreform) ist allerdings die Umsatzsteuer für den Großhandel vom nächsten Jahr an von einem auf eineinhalb Prozent zu erhöhen. Tunesisches Kabinett zurückgetreten Tunis.(Reuter) Der Minister für Moslem-Angelegenheiten in der tunesischen Regierung, Mohammed Saadallah. ist zurückgetreten. Er begründet seinen Schritt mit den„Schwierigkeiten bei der Erfüllung der tunesischen Anliegen“. Später trat das gesamte Kabinett zurück. Die Schwierigkeiten in der Regierung wurden zu dem Zeitpunkt bekannt, da französische Truppenverstärkungen nach Tunesien gebracht wurden, um der wachsenden Unruhe zu begegnen. Marokkanische Truppen eroberten nach dreistündigem Kampf das Hauptquartier der tunesischen Terroristen in der Nähe von Naktar. Die Verluste der Terroristen werden mit 13 Mann angegeben. Fünf Gefangene wurden eingebracht. Außerdem wurden Waffen, Munition und ein Funkgerät sichergestellt. Der Landeswahlausschuß faßte dann den Beschluß, die durch Schriftsachverständige als Fälschungen erkannten Fälle der Staatsanwaltschaft zur Prüfung des strafrechtlichen Vorgehens zu übergeben. Darüber hinaus sollen jedoch alle eingereichten Listen des Bundes der Deutschen, also auch die auf örtlicher Ebene anerkannten, nachträglich nunmehr durch Schriftsachverständige überprüft werden. Bei der Behandlung der Beschwerdefälle stellte sich übrigens noch heraus, daß nach Feststellung der Kriminalpolizei in der westfälischen Stadt Witten Unterschriften unter BdD-Kandidaturen zur Landtagswahl durch falsche Angaben der Unterschriftensammler erschlichen worden sind. Der Landeswahlausschuß verhandelte über 23 Beschwerden gegen Entscheidungen der Kreiswahlausschüsse. Eine Zentrumsbeschwerde wurde zurückgewiesen, weil Zentrumsmitglieder, die nicht aus dem betreffenden Wahlkreis stammten, den Wahlkreiskandidaten gewählt hatten. Eine BHE-Beschwerde wurde abgewiesen, weil Unterschriften von Leuten auf der Liste waren, die nicht im Wahlkreis wohnten. Dagegen wurder zwei BHE-WahlvorLenz will sich stellen Bonn.(dpa) Dr. Lenz hat die Einladung der Bundespressekonferenz in Bonn angenommen, sich der Presse zu stellen. Die Konferenz soll am Montag stattfinden. Hohe Kommissare für Berlin-Wahl „Symbol der Hoffnung auf Wiedervereinigung“ Bonn.(dpa) Die drei alliierten Hohen Kommissare haben, entgegen der ursprünglichen Befürchtung amtlicher Bonner Stellen, erklärt, daß sie keine Einwande gegen eine Wahl des Bundespräsidenten in Berlin erheben werden. Da es klar sei, daß die Entscheidung des Bundestagspräsidenten Dr. Ehlers den besonderen Status Berlins nicht verändere, hätten die Hohen Kommissare festgestellt, daß keinerlei Eingriff ihrerscits nötig sei, heißt es in einer offiziellen Verlautbarung. Die Entscheidung des Bundestagspräsidenten, so betonen die Hohen Kommissare, müsse vor allem als ein Symbol der Hoffnung des deutschen Volkes auf die Wiedervereinigung Deutschlands in Freiheit betrachtet werden. Beschuldigung gegen Oppenheimer Washington.(INS) Der ehemalige Sekretär des Atomenergieausschusses des USAKongresses, Borden, sagte vor dem Sicherheitsausschuß der amerikanischen Atomenergiekommission aus, daß der Atomforscher Dr. Oppenheimer haufig mit Sowjetagenten in Verbindung gestanden habe. Oppenheimer sei wahrscheinlich selbst ein Agent der Sowjets gewesen. Er habe nur Kommunisten zu engen Freunden gehabt. UNO berät über Thailand DGB fordert Sonderfreibetrag— Niemöller 30 Jahre Pfarrer Der Sicherheitsrat der UNO beriet in New York über das thailändische Ersuchen auf Entsendung einer BeobachterGruppe an die thailändisch-indochinesische Grenze. Die Verhandlungen sollen am Freitag fortgesetzt werden. Der DGB-Bundesvorstand verlangt eine einheitliche Bundesfinanzverwaltung. Ferner fordert er einen Sonderfreibetrag von 1200 Mark jährlich für Lohnsteuerpflichtige. Martin Niemöller blickt am 24. Juni auf ein 30jähriges Wirken als Pfarrer zurück. Er wurde in Münster zum Pfarrer ordiniert und war bis zu seiner Berufung als Gemeindepfarrer nach Berlin-Dahlem im Jahre 1931 als Geschäftsführer der westfälischen Inneren Mission tätig. Aus Werl entlassen wurde der wegen Mißhandlung alliierter Kriegsgefangener zu 20 Jahren Gefängnis verurteilte Hermann Wink. Niedersachsen hat den britischen Landeskommissar um Aufklärung über den erneuten Beschluß von Gebäuden auf der Nordseeinsel Borkum gebeten. Wegen Bestechung angeklagt wurde der Generalsekretär der Liberalen Partei Japans. Lohnstreiks brachen am Mittwoch in mehreren Städten Italiens aus. In Rom streikten die öffentlichen Verkehrsbetriebe und die Zeitungsdruckereien. Die Zahl der Rundfunkgenehmigungen hat sich im Bundesgebiet auf 11 775 000 erhöht. Die Zahl der Fernsehgenehmigungen stieg auf 27 592. In Paketen an Kriegsgefangene in der Sowjetunion dürfen keinerlei Tuben enthalten sein. Die Gefangenen haben mitgeteilt, daß Zahnpasta-, Creme- und Senftuben nicht ausgehändigt werden. Dagegen sind jetzt Rasierapparate und Klingen sowie Uhren zum Versand zugelassen. 1000 volksdeutsche Umsiedler aus dem europäischen Südosten sollen im Juli in Bad Reichenhall eintreffen. Der österreichische Bundeskanzler Raab flog am Mittwoch zu einem Staatsbesuch nach London. Kyffhäuser-Bund und Verband deutscher Soldaten haben einstimmig beschlossen, sich organisatorisch zu vereinigen. 110 verwundete Vietminh- Gefangene wurden am Mittwoch nordöstlich von Hanoi von französischem Sanitätspersonal dem Vietminh übergeben. Ein Hubschrauber-Landeplatz wird in London auf dem Südufer der Themse gegenüber Westminster eingerichtet. Die indische Regierung verhandelt gegenwärtig mit deutschen und britischen Firmen über die Möglichkeit, Panzer in Indien herzustellen. Der Stadtrat von Coventry hat beschlossen, die Stadt Stalingrad zu einem gemeinsamen Appell beider Städte an die UNO-Abrüstungskommission für ein Verbot der Wasserstoffbombe aufzufordern. In Östberlin standrechtlich erschossen Wir besuchten Frau Olga Goetling Kleine Wohnung in einem Hamburger Siedlungshaus— Variety-Club übernahm Patenschaften Ein schwarzes Namensschild an der Tür des zweistöckigen Siedlungshauses vor den Toren Hamburgs weist den Weg.„O. Goettling“ steht in weißen Buchstaben am Eingang zu der kleinen Wohnung im ersten Stockwerk. Dort hat die leidgeprüfte Berlinerin mit ihren Kindern seit etwa einem halben Jahr eine neue Unterkunft gefunden.„Aber keine Ruhe“, sagt die dunkelblonde, zarte Frau, während ihr Blick zu dem übergroßen Bild ihres Mannes auf dem kleinen Tisch am nahen Fenster hinübergleitet.„Er lebte nur für seine Familie“. Was ist geblieben? G. St. Zwei Bilder stehen, ein Jahr nach dem Volksaufstand in Ostberlin und Mitteldeutschland, vor unseren Augen: die Jungen und Mädchen der FDJ. die während ihres Pfingsttreffens auch Westberlin besucht haben, und das vor einigen Tagen in Bad Neuenahr konstituierte Kuratorium der„Volksbewegung“ für die Wiedervereinigung Deutschlands. Allein diese kaum noch auszugleichenden Kontraste beantworten die Frage, welche Verpflichtung der globale und der deutsche Westen aus den Ereignissen vor einem Jahr gezogen haben, aus der lodernden Begeisterung, mit der Millionen ostdeutscher Menschen auf die Straßen gegangen waren, Steine gegen Panzer geworfen, Gefängnisse gewaltsam geöffnet und die schwachen Fundamente einer Diktatur erschüttert haben. Diese Frage wird zu einer Anklage, wenn wir am„Tag der Einheit“ die Opfer defilieren lassen, die Hingerichteten, die zu lebenslänglichen oder hohen Zuchthausstrafen Verurteilten, die ohne Urteile in die Sowjetunion Verschleppten, die Internierten, die Geflohenen und die Familien. Was habt ihr aus unserem Opfer gemacht? Einen nationalen Feiertag? Ein Kuratorium? Naßforsche Aufforderungen über den Ather? Reden mit Fackeln und Großem Zapfenstreich? Die westliche Welt, die vor einem Jahr ihre atemberaubenden Sensationen hatte, würde erschrecken, wenn sie heute, am Jahrestag, ihr Ohr an das leise Flüstern der 18 Millionen legen würde, die ja weiterleben, arbeiten und verdienen mußten, nachdem die Rote Armee die Revolte niedergeschlagen hatte. Sie haben sich an jeden Strohhalm geklammert, an jede Hoffnung und Möglichkeit. Aber nun sind sie müde geworden. Nun richten sie sich ein. Was können sie auch sonst noch tun? Noch einmal mit Steinen nach russischen Panzern werfen? Wir blättern in einem Bericht über Gespräche, die Westberliner Politiker mit FDJlern Pfingsten in Westberlin geführt haben:„Westberlin hat seine Anziehungskraft auf ausreichend ernährte und bekleidete Jugendliche aus der Sowjetzone eingebüßt. Die Kritik am SEDRegime läßt nach. Die Skepsis gegenüber der westdeutschen Wiedervereinigungspolitik nimmt dagegen zu. Das Hauptinteresse am deutschen Westen konzentriert sich auf die sozialen Verhältnisse und die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten im Bundesgebiet.“ Der Extrakt? Die Auseinandersetzung hat sich vom Argument des höheren Lebensstandards auf die Frage nach der besseren Ideologie, vom Materiellen ins Geistige verlagert. Der Entschluß, die Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten nach Westberlin einzuberufen, wird eine Demonstration ermöglichen, die die Staatsmänner in West und Öst nicht überhören werden. Es ist auch lobenswert, wenn einige mehr oder weniger beleibte Männer sich in Bad Neuenahr zusammensetzen und ein Kuratorium bilden. So aber ist noch niemals eine Volksbewegung entstanden! Und die wird doch wohl in Westdeutschland vermißt, nachdem die Östdeutschen vor einem Jahr bewiesen haben, daß sie dazu fähig sind. Mit Demonstrationen, Reden und Broschüren kann allerdings nur dann etwas erreicht werden, wenn ein westdeutscher Bundeskanzler die Fähigkeit besitzt, auf mehreren Klavieren zu spielen, und wenn er einmal, statt nach Washington, nach Moskau fliegen würde. Worauf warten wir noch? Wir hätten eine inoffizielle Delegation nach Moskau schicken sollen, ohne viele Worte zu verlieren. Der Kontakt mit dem Westen wäre dadurch nicht berührt worden. Für die Wiedervereinigung gibt es nur eine Alternative: den Weg eines Krieges mit Atom- und Wasserstoffbomben oder Verhandlungen. Es hat schon einmal mit der Parole„Heim ins Reich!“ begonnen und mit 55 Millionen Toten in der Welt aufgehört. Wenn dieses Grauen sich nicht noch furchtbarer wiederholen soll, dann kann es nur einen Weg geben: mit einer besseren Diplomatie an den grünen Tisch! Für Olga Goettling gibt es keinen Zweifel daran, daß ihr Mann unschuldig sterben mußte. Sein Lebensweg glich dem von vielen tausend anderen Männern: Aus dem Beruf in den Krieg, verwundet, britische Gefangenschaft, Zusammenbruch, Arbeitslosigkeit. „Mein Mann war unschuldig! Sofort ist die Erinnerung wach an jenen Tag vor einem Jahr, an dem Nachbarn ihr die Rundfunknachricht brachten, daß ihr 35jähriger Mann Willi Goettling durch ein sowjetisches Standgericht in Ostberlin als angeblicher Provokateur verurteilt und sofort hingerichtet wurde. „Es ist eine glatte Lüge, wenn die Sowjets behaupten, mein Mann habe im Dienst einer ausländischen Macht gestan Metz.(Korr.) Am Mittwoch, dem zweiten Verhandlungstag im Prozeß gegen die Wachmannschaften des elsässischen Vernichtungslagers Struthor vor dem Militärgericht in Metz, begann die Vernehmung der Angeklagten, Als erster Angeklagter wurde der ehemalige Lagerführer Wolfgang Seuß vernommen, der seit 1932 der SS angehörte, zuerst in Dachau Dienst tat und 1942 nach Struthof versetzt wurde. Seuß wird auf Grund von Zeugenaussagen und DoLumenten als besonders brutaler Schläger und als der brecken des Lagers bezeichnet. Neber efangenenmißhandlung wirft men ihm vor, das Hinrichtungskommando in mehreren Fällen befehligt zu haben. Der Angeklagte stritt jede Gefangenenmißhandlung ab. Er habe als Lagerführer die Pflicht gehabt, bei den Hinrichtungen anwesend zu sein. In den Falien, in denen er das Hinrichtungskommando selbst komHannover.(epd) Weshalb ist in Südafrika unter den Zulug noch keine eigene junge Kirche entstanden? Diese Frage behandelte Missionar Welke aus Natal, der 21 Jahre auf der Missionsstation Elem gearbeitet hat, auf dem hannoverschen Missionsfest. Seine Gemeinde umfaßt 500 Gläubige, hat eine schöne Kirche aus dem Jahre 1886 und eine Schule für 120 Bibelschüler mit drei schwarzen Lehrkräften. Aber der Zulu, einem kriegerischen, hartnäckigen Volke entstammend, steht dem Christentum abwar end gegenüber. Anders ist das Bild von der Leipziger Mission in Neu-Guinea, das Pastor Lippky gab. Neu-Guinea mit seinem alten deutschen Kolonialgebiet„KaiserWilhelms-Land“ steht vor einem wirtschaftlichen Aufschwung. Aber gerade, weil dort jetzt Menschen hinkommen, die nur verdienen, aber nicht dienen wollen, hat die Mission unter den Papuas einen großen Auftrag. Die Neuendettelsauer Mission, eine australische und eine amerikanisch-lutherische Missionsgesellschaft haben bereits viel Gutes gewirkt. Von den 480 000 Papuas an den Küsten sind bereits 85 Prozent getauft. Im Innern des Landes leben im Urwald weitere Tausende den“. Noch heute ist es für sie ein Rätsel, unter welchen Umständen Willi Goettling festgenommen wurde. Der Östberliner Oberbürgermeister Friedrich Ebert läßt alle Anfragen unbeantwortet. Sehnsucht nach Reinickendorf Frau Ölga Goettling hat Sehnsucht nach Berlin, wo sie seit ihrem neunten Lebensjahr aufgewachsen ist. Es fehlt ihr die Geschäftigkeit der Berliner Straße in Reinickendorf, ihrer letzten Wohnung im Nordwesten Berlins, bevor sie nach Hamburg kam. Der Variety-Club, ein Zusammenschluß führender Männer von Film, Theater, Musik und Varieté, hatte sie nach Hamburg eingeladen und gleichzeitig die Patenschaft für die 6jährige Renate und die 7jährige Inge mandierte, sel es auch seine Aufgabe gewesen, den Hingerichteten den Gnadensenuu zu geben. Als zweiter Ang:klagter wurde der ehemalige Arbeitseinsat leiter Robert Nitsch vernommen. Er bestritt die Teilnahme an Hinrichtungen, Vergasung von Häftlingen und Mißhandlungen Seine einzige Funktion sei gewesen, die Arbeitskommandos zu stellen. T.ß er sich an viele Einzelheiten nicht nehr erinnern könne, begräudete Nitschmit Gedächtnisschwund wegen einer Kopfverletzung. Selbstmord eines Parteisekretärs Reims.(ArP) Der kommunistische Parteisekretär in Reims. Jear Pelle, verübte Selbstmord. Er hat sich mit Gas vergiftet. Pelle ist der zweite kommunistische Funktionör, der in Frankreich in de gangenen drei Monaten Selbstmord übt hat. bis zur Volljährigkeit übernommen. Hundert Mark steuert der Club monatlich für jedes Kind zu den Unterhaltskosten bei. Blumen an ein Denkmal Die beiden Töchter sind heute der ganze Lebensinhalt von Frau Goettling, „So soll es auch bleiben“, sagt die 33jährige Witwe. Aber sie hat den Wunsch, irgendwo eine Stätte zu haben, an der sie stumme Zwiesprache mit ihrem Mann halten und wie tausend andere Frauen ein paar Blumen niederlegen kann. In BerlinWedding soll ein Denkmal für die Opfer des Juniaufstandes enthüllt werden. Darauf hofft sie Dorthin will sie gehen. Aber sie mochte nicht in Berlin bleiben, solange Deutschland nicht wieder vereinigt ist. „Kalte Meinungsdiktatur“ Bern.(dpa) Zur Gründung eines„Koordinierungs-Ausschusses für Pressefragen“ in Bonn schreibt der Berner„Bund“, die neue Institution drohe, eine unmittelbare Gefahr für die verfassungsmäßig garantierte Pressefreiheit zu werden. Wenn eine Bundesregierung daran gehe, ein Monopol für die Auswahl, Stilisierung und Ausgabe von Nachrichten zu schaffen, dann sei sie unzweifelhaft auf dem besten Wege, die Informations- und Meinungsfreiheit abzuwürgen. Mit anderen Worten: Man errichtet die kalte Meinungsdiktatur. In China festgehalten Kanton.(Reuter) Neun seit Pfingstsonntag vermißte britische Matrosen sind vor der chinesischen Küste festgenommen worden und werden in China gefangengehalten. Das Motorboot mit den neun Matrosen ankerte am Abend des 1. Juni in chinesischen Hoheitsgewässern 200 Meter vor der Küste der Insel Sanmen. Der chinesische Küstenschutz nahm die Seeleute fest. Die neun Engländer waren von Hongkong aus zu einer Vergnügungsfahrt gestartet. Die Meinung der anderen: Genfer Fiasko Times Es scheint jetzt für sicher gehalten zu werden, daß die Geufer Kouserenz über Südostasien vor dem Wodienende vertagt wird. Zugegebenermaßen gibt es eine selir große Gefahr, daß die Vertagung sich nur als neuer Name für eine Art verzögerten Zusammenbruchs erweisen wird. Die Zeit ist jedoch offensichtlich gekommen, die alliierte Politik erneut zu überprüfen, sei es, um später die Verhandlungen in Genf wieder aufzunehmen, sei es, um sich mit dem Fehlsdlag abzufinden. Olne Zweifel werden die amerikanisdien Politiker vorschlagen, daß Verhandlungen auf breiter Basis über die Bildung eines südostasiatisclien Verteidigungspaktes oline Verzögerungen aufgenommen werden. Neue Zürcher Zeitung Daß Churchill und Eden sich auf Einladung Eisenhowers in zehn Tagen nach Washington begeben und daß der britisdie Staatssekretär schon am nächsten Dienstag vor dem Parlament in Loudon einen umfassenden Bericht ablegen wird, ist cin sidieres ludiz dafür, daß die amerikanische und britisdie Politike jetzt die Bilanz ihrer Genfer Erfahrungen aufstellen. Die Wendung bedeutet, daß die britisdie Regierung den Versuch einer Verständigung über Indochina als gescheitert betrachtet und offensichtlich daran geht, mit den Beratungen in Washington das Versprechen zu erfüllen, Großbritannien werde au der Organisierung eines Sidierliet, systems für Südostasien mitwirken, sobald einmal das Resultat der Genfer Konferenz feststelie. Basler Nachrichten Churchills Besorguis über die Entwicklung der Lage wird audi von der britisdien Opposition geteilt. Eine Politik der bloßen Negation, wie sie Fraukreich bisher der EVG gegenüber betrieben liat, kaun nach Ausicht der englischen sozialistischen Kreise für die Verteidigung Europas ganz einfach nidit genügen. Es gibt, da in einer gespaltenen Welt ein unbewaffnetes, neutrales Deutschiland auf die Dauer ein Ding der Unmöglichkeit ist, nur drei Alternativen zur EVG: Erstens ein souveräues Deutschla d mit eigener Armee innerhalb der NATO, zweitens ein unabhängiges Deutschland, das mit den USA verbündet ist, oder drittens ein Deutschland, das eines Tages aus eigener Kraft rüstet, europafeindlich gestimmt ist und sich möglicherweise mit den Russen verbindet. Was gibt es also besseres als die EVG. Meinung sind. derinnere Verbrauch in Deutschland sollte gesteigert werden, statt die gesteigerte Produktion ganz oder zum größten Teil in den Export zu leiten. Laniels Bruder unter Verdacht Paris.(Korr.) Der französische Senator René Laniel, der Bruder des amtierenden französischen Ministerpräsidenten, wurde von den französischen Zollbehörden an seiner Abreise nach Caracas gehindert. Das Flugzeug flog nach dreistündiger Wartezeit ohne den Senator nach Südamerika ab. Dieser Zwischenfall wird mit den finanziellen Schwierigkeiten in Verbindung gebracht, in denen sich die von René Laniel geleitete Industriefirma befindet. Noch am Montag dieser Woche war der Bruder des gestürzten Regierungschefs von seiner Fraktion im Rat der Republik„wegen ehrenrührigen Verhaltens“ zum Ausscheiden aus der Fraktion genötigt worden. Divisionen statt Bataillone Saigon.(AFP) Der indonesische Staat Vietnam will seine 330 000 Mann starken Streitkräfte zu Kampfdivisionen von je zehntausend Mann zusammenfassen. Bisher bestand die vietnamesische Armee zumeist aus Bataillonen, die 700 Mann zählten und für größere Operationen zu schwach waren. Es wird auch mit einer Entsendung amerikanischer Öffiziere nach Indochina gerechnet, die in enger Zusammenarbeit mit Frankreich an der Aufstellung der Divisionen mitarbeiten sollen. Mission unter Menschenfressern Im Bann der Blutrache— 450 Morde an einem Tag gebeichtet von Eingeborenen, die heute noch Menschenfresser sind. Die Mission steht mit über 30 000 Eingeborenen in Verbindung, die mit dem Christentum bekannt werden möchten. Die Blutrache spielt eine bedeutende Rolle. Fast kein Papua stirbt eines natürlichen Todes. Bei den Taufen werden Beichten abgelegt, bel denen an einem einzigen Tage 450 Morde bekannt wurden! Indischer Protest in Paris Wegen Landung„französischer Truppen“ in Pondicherry Neu Delhi.(Reuter) Die indische Regierung forderte gestern die sofortige Zurückziehung französischer Truppen, die in den frühen Mergenstunden in der französischen Besitzung Pondicherry gelandet sein sollen. Die Truppen sollen Munition und Waffen mit sich führen. In Paris wurde gestern betont, es seien nur 50 Polizisten in Pondicherry gelandet worden. Sie seien zur Vermeidung von Zwischenfällen nicht auf einem Kriegsschiff, sondern auf einem Handelsschiff nach Pondicherry gebracht worden. USA kritisieren deutschen Export Wettbewerb in Lateinamerika wird Washington unbequem Washington.(INS) Die USA-Regierung bemüht sich, die deutsche Konkurrenz für die amerikanischen Erzeugnisse 2 den Weltmärkten, vor allem in Lateinamerika, abzuschwächen, wird in Washington mitgeteilt. Die amerikanische Regierung versuche, die Bundesregierung davon zu überzeugen, daß es notwendig sei, Schritte zu einer Erhöhung des Verbrauchs im Lande seipst zu ergreifen, um einen wesentlichen Teil der ausgedehnten Produktion abzuschöpfen. Der stellvertretende Direktor des Amtes für Auslandshilfe. Fitzgerald, sagte vor dem Außenpolitischen Ausschuß des Repräsentantenhauses: Wir haben deutsche Beamte darauf hingewiesen daß wir der Die indische Regierung lehnt die Verantwortung für die Besetzung der französischen Besitzung Yanaon durch Mitglieder des indischen Befreiungsausschusses ab. Sie ist, wie gestern in Neu Delhi verlautete, gegen einseitige Regelungen und ist bestrebt, alle Streitfragen mit Frankreich auf friedlichem Wege zu lösen. Die Regierung des Befreiungsausschusses ersuchte den indischen Ministerpräsidenten Nehru in einem Telegramm, ohne Volksabstimmung das Gebiet von Yanaon sofort an Indien anzuschließen. Struthoff-Lagerführer vernommen Hinrichtungskommandos befehligt und Gnadenschuß gegeben EINE WOCHE Roman von Gertrud von Brockdorff Copyright by Prometheus-Verlag, Gröbenzell 2))1190900000000000000000000000000000000030000000 (42. Fortsetzung) Frieda nickte und schloß die Tür; sie wußte, daß Frau Ueberweg noch etwas Besonderes auf dem Herzen trug. „Wie ist das eigentlich mit der Neuen, Frieda? Ist sie immer so still?“ „Ziemlich still, jawohl, Frau Doktor, aber doch nicht so wie heute.“ Frieda zögerte und hing eines von Frau Ueberwegs Nachmittagskleidern auf einen Bügel. „Nicht, daß ich gegen Luise viel sagen will, Frau Doktor, aber etwas verdächtig vorkommen tut sie mir schon.“ „Verdächtig?“ „So anders als die andern. Vornehmer, möcht' ich sagen, und dabei auch wieder so heimlich. Hat nur eine einzige Stelle gehabt, sagte sie, aber sie rückt nicht recht mit der Sprache heraus über sich, und ihren Koffer hat sie in den Schrank gestellt, und den Schrankschlüssel trägt sie immer bei sich, das ist doch verletzend für mich, Frau Doktor „Sie meint es wahrscheinlich nicht so böse. Frieda“, sagt Frau Ueberweg mit leichtem Lächeln „Wie sie es meint, ist mir ganz egal, ich sage nur immer wieder, sie ist eine Heimliche, und vor denen muß man sich hüten. Gegen ihre Arbeit ist nichts einzuwenden; ich möchte nur noch bemerken, daß mit Herrn Doktor, seitdem wir sie hier im Hause haben, etwas vorgegangen ist...“ Frau Ueberweg zuckte ganz wenig mit den Brauen und legte die Hände fest um die Sessellehnen. „Was wollen Sie damit sagen, Frieda?“ fragte sie streng. „Oh, nichts Besonderes, eben nur so. Es ist mir nur aufgefallen, wie ich Freitag abend das Szegediner Gulasch gehabt habe, das ist doch immer ein Leibgericht von Herrn Doktor, nicht wahr? Kaum ein paar Bissen hat er heruntergebracht, so daß ich mir gesagt hab', vielleicht ist er krank, und ich hab' angefangen, mich zu beunruhigen. Und nach Tisch ist die Luise fort, Frau Petruschke hat sie eingeladen, sagt sie, und ich gehe nach vorn und frag' Herrn Doktor, ob ich ihm noch was bringen soll, und er sitzt da in seinem Stuhl und fährt zusammen, wie ich ihn anrede, und schreit mich an, ich soll ihn in Ruhe lassen. Nun, ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll, schließlich bin ich es nicht gewöhnt, so unfreundlich behandelt zu werden, und das Gulasch war wirklich ausgezeichnet gewesen, Frau Doktor! Ich gehe nachher zu Bett und gräme mich und kann nicht einschlafen, und ich höre Herrn Ueberweg ins Schlafzimmer gehen und höre auch die große Uhr im Eßzimmer zehn schlagen; darauf höre ich nichts mehr. Vielleicht bin ich inzwischen eingeschlummert, aber auf einmal fahre ich wieder hoch; denn da ist ein Geräusch auf der Hintertreppe. Ich will gerade aufstehen und nachsehen, da höre ich draußen Stimmen, und eine davon ist die Stimme von Herrn Doktor.„Still, damit Frieda nichts merkt“, sagt Herr Doktor zu Luise; denn es war Luise, zu der er sprach; ich hörte sie hinterher in ihre Kammer gehn. Frieda hielt inne. Sie hing Kleider auf Bügel und trug sie in den Schrank, während Frau Ueberweg still in ihrem Sessel sitzenblieb. Es war ihr nichts anzumerken, nur ihre Hände klammerten sich etwas fester um die Sessellehnen als vorher. „Warum erzählen Sie mir das alles, Frieda?“ fragt sie nach einer Weile. „Nur so“, antwortete Frieda verlegen, während eine dunkle Röte in ihr breites Gesicht stieg.„Und weil ich mir über Herrn Doktor seitdem meine Gedanken mache. Und vielleicht wäre es besser, die Neue lieber zu entlassen. Nicht, daß ich was Böses gegen sie sagen wollte; eben nur, weil sie so eine Heimliche ist, und man könnte ihr jetzt noch ein gutes Zeugnis geben, das könnte man wirklich tun, Frau Doktor, das wäre nur gerecht.“ Frau Ueberweg drehte langsam den Kopf ins Licht. Obwohl sie lächelte, sah sie dabei alt aus, viel älter, als sie in Wirklichkeit war. „Nein“, sagte sie,„es wäre bestimmt nicht bessor, Luise zu entlassen, Frieda. Man vürle damit vielleicht ein Unrecht tun... Sie können den Koffer wieder nach oben bringen, Frieda, ich brauche ihn vorläufig nicht mehr; denn ich werde so bald nicht wieder abreisen.. „Ich rufe jetzt Professor Dinklage an, und nachher mache ich vielleicht noch einen kleinen Spaziergang“. fügte sie nach kurzem Überlegen hinzu. Spazierengehen bedeutete für sie immer ein gutes Mittel, um ihre Gedanken zu ordnen. In der Küche räumte indes Frau Petruschke das Geschirr weg, während Luise mit verschlossener Miene Silber putzte. „Wie ich sie Donerstag abend zusammen gesehen hab', da hab' ich mir gleich gedacht, mit den beiden ist was los“, sagte Frau Petruschke dumpf in das Klirren der Teller hinein.„Sie haben die Sibelin also Freitag mittag bestimmt erkannt, Luise?“ „Ganz bestimmt, Frau Petruschke!“ „Wenn Sie das beschwören, dann muß Oswald doch freikomemn.. „Ich glaube nicht“, flüsterte Luise mutlos.„Wir stehen ja beide im Verdacht, nicht objektiv zu sein.“ „Was ist das für ein Verdacht?“ „Ich meine“, verbesserte sich Luise hastig.„man würde glauben, wir hätten uns etwas ausgedacht, um Oswald zu retten und den Verdacht auf Herrn Ueberweg zu lenken“ „Aber wenn sie hier Haussuchung halten, dann müssen sie doch die Brieftasche und die andern Sachen finden, von denen Sie mir erzählt haben.“ „Vielleicht hat er das alles längst vernichtet. Ich kann mir nicht denken, daß er es aufbewahrt hat. Die Schreibmappe lag heute früh freilich noch in der Schublade; ich hab' es gesehen, als er sie aufzog und den Revolver herausnahm. Wahrscheinlich aber ist die Schreibmappe leer. Die Polizei würde nichts finden, Frau Petruschke, und wir hätten für Oswald alles noch viel schlimmer gemacht.“ Frau Petruschke dreht sich ab und arbeitet in verbissenem Schweigen weiter. Seit gestern abend sind ihre Gedanken unaufhörlich im Kreis gelaufen. Oswald ist unschuldig verhaftet worden, und Doktor Ueberweg ist der Schuldige. Alle Beweise scheinen gegen Oswald zu sprechen; wenn man Oswald retten will, muß man Beweise gegen Ueberweg herbeischaffen, greifbare und unwiderlegliche Beweise, wie etwa die Brieftasche oder die Puderdose, von denen Luise gesprochen hat. Wenn sich diese Dinge noch in Ueberwegs Schreibtisch befinden, ist alles gewonnen. Plötzlich beginnt Frau Petruschke wieder zu sprechen.„Der Munk, was bel mir wohnt“, sagt sie mit eintöniger und abwesender Stimme,„der hat mir neulich die Kommode aufgemacht. Er hat was dazu, ein ganz einfaches Ding... er hat früher in Amerika geschlossert.“ Sie hält inne, um eine Sekunde später rasch und geheimnisvoll fortzufahren.„Wenn man das bei sich hat, Luise, dann kann man einfach den Schreibtisch aufmachen und nachsehen.. Luise starrt Frau Petruschke an und wird blaß.„Ja“, nickt sie und wartet. Frau Petruschke erwidert ihren Blick. Beide denken genau das gleiche.„Man muß es bald tun“, sagt Luise schließlich. „Morgen ist es vielleicht schon zu spät.“ „Bleibt Frau Ueberweg heut den ganzen Nachmittag zu Haus?“ fragt Frau Petruschke halblaut. „Ich weiß es nicht“, antwortet Luise ebensc.„Aber Frieda ist jedenfalls immer da.“ Natürlich, Frieda ist immer da; sie gehört zu den rätselhaften Naturen, die sich wohl dabei fühlen, wenn sie tage- und wochenlang nicht ins Freie kommen. Sie klagt über die Treppen und rührt ihre zwei Zentner nur unter besonderen Umständen aus der Wohnung fort; dabei hat sie Augen und Ohren wie ein wachsamer Hofhund. Frau Petruschke und Luise sehen sich immer noch an; mehrere Minuten lang ist es sehr still zwischen ihnen. (Fortsetzung folgt) Der Filmstar Stewart Granger saß mit einer nicht mehr ganz jungen Schauspielerin zusammen.„Ach ja“, seufzte sie,„wie die Zeit dahinfliegt! Nun komme ich auch schon bald in die Dreißiger.. Granger maß sie einen Augenblick von Kopf bis Fuß. Dann sagte er:„Soso?— Und aus welcher Richtung?“ 119. Jahrgang— Nummer 138 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Freitag, den 18. Juni 190. Das Prämiensparen Zahl der Teilnehmer weiter gestiegen Olpe. Das von den öffentlichen Sparkünftig nur noch n Richtung Vellmicke zu befahren und sie zur Einbahnstraße zu erklären. In verstärktem Maße soll dann die Schwanenstraße zum Parken benutzt werden. Wann wird die 2. Rate gezahlt? In der Versammlung der Ortsgruppe der Fliegergeschädigten wurde unter anderen aktuellen Angelegenheiten auch die Ausführungen des Lastenausgleichsgesetzes besprochen. Die Hausratsgeschädigten aber möchten gern einmal wissen, wann sie mit Auszahlung der zweiten Entschädigungsrate für alle Geschädigten rechnen können. kassen in Westfalen und Lippe im Jahre 1952 eingeführte Prämiensparen(PS) erfreut sich immer größerer Beliebtheit. An der in den letzten Tagen stattgefundenen Auslosung für den Sparmonat Mai 1954 haben insgesamt 182 075 Prämiensparer gegenüber 174 569 im Vormonat teilgenommen. Bei der unter notarieller Aufsicht vorgenommenen Auslosungshandlung wurden insgesamt 21 676 Gewinne im Gesamtbetrage von DM 108 943 gezogen, darunter befanden sich 34 Gewinne zu DM 1 000. Die bisherige günstige Entwicklung des Prämiensparens läßt den Olpe ais Feststadt berechtigten Schluß zu, daß diese neue e dis reststadt Sparform der öffentlichen Sparkassen immer mehr an Boden gewinnt. Neben dem monatlich angesparten Betrag von 8 DM jährlich 96 DM, die dem Prämiensparer in jedem Falle verbleiben, noch die Chance zu haben, jeweils monatlich Gewinner einer Prämie bis zum Betrage von DM 1000 werden zu können, stellt eine gut gelungene Lösung der Verbindung von Sparen und Spielen dar, die in der Bevölkerung stets besonderes Interesse finden wird. Die Mittel sind nach Meinung der Geschädigten nach dem bisherigen finanziellen Aufkommen aus dem Lastenausgleich vorhanden. „Die Arbeit für die deutsche Heimat“. In dieser Broschüre sind die Reden und Vorträge auf der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Heimat-, Wanderund Naturschutzbünde am 22. März 1954 im Bundesratssaal in Bonn zusammengefaßt. Die Broschüre, die 50 Seiten umfaßt, wurde jetzt von der genannten Arbeitsgemeinschaft(Stuttgart N, Dillmannstraße 10) herausgegeben. Der Bierverbrauch. Das Statistische Bundesamt gibt bekannt: Mit fortschreitendem Frühjahr erhöhte sich der Bierausstoß im April auf 2,6 Mill. hl. Wie aus der im Statistischen Bundesamt geführten Biersteuerstatistik zu entnehmen ist, sind das 10 v. H. mehr als im Vormonat und 4 v. H. mehr als vor Jahresfrist. In West-Berlin erhöhte sich der Bierausstoß um 14 v. H. auf 89 211 hl und übertraf damit das Ergebnis vom April 1953 um 9 v. H. Große Verdienste um die Heimat Jos. Schmelzer, Oberhundem, fand dankbare Anerkennung Am Sonntag Kreistreffen des CVJM Kundgebung auf dem Marktplatz- Festveranstaltung auf dem Schützenplatz Olper Stadtspiegel Erfolgsplan der Stadtwerke. Wie der Leiter der Olper Stadtwerke, Oberinspektor Braun, in der letzten Stadtvertretersitzung bekanntgab, schließt der Erfolgsplan des Jahrs 1954— das ist der Teil des Wirtschaftsplanes, der die Erträge des Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerkes sowie die Aufwendungen für die notwendigen Instandsetzungsarbeiten enthält— auf beiden Seiten mit 897 720 DM ab. Gegenüber dem Vorjahr erhöht sich damit der Umfang des Erfolgsplanes um 47 720 DM. Das Gas- und Wasserwerk arbeiten zur Zeit noch mit Verlust, während das Elektrizitätswerk Ueberschüsse abwirft. Der Finanzplan 1954— der Plan, in dem die Mittel für Anlageveränderungen ercheinen— konnte mit 425 213 DM ausgeglichen werden. Segelflieger beim Seifenkistenrennen. Auch die Olper Segelflugfreunde werden sich am Sonntag beim großen Seifenkistenrennen in Olpe aktiv beteiligen. Auf dem Feuerwehrplatz an der Bruchstraße werden sie ihren„Doppelraab“ ausstellen, den sie zur Zeit bauen. Einbahnstraßen. Im Ortsausschuß der Verkehrswacht wurde in Erwägung gezogen, den unteren Teil der Frankfurter Straße in Zukunft wieder nach beiden Richtungen befahren zu lassen, da die Voraussetzungen, die seinerzeit zur Errichtung einer Einbahnstraße führten, heute hinfällig seien. Die Aenderung würde, wie betont wurde, eine fühlbare Entlastung der Straßenkreuzung unter der Ampel mit sich bringen Dagegen soll angestrebt werden, die Schwanenstraße Olpe. Für dieses Jahr findet hier dieerste große Veranstaltung, deren Besucherkreis weit über unsere engere Heimat hinausreicht, am kommenden Sonntag statt. Schon seit langem ist das„Kreistreffen des CVJM“ angekündigt und mit größter Sorgfalt vorbereitet. Man darf daher mit Fug und Recht erwarten, daß es einen eindrucksvollen Verlauf nehmen wird. Und dazu ist ihm entsprechend gutes Wetter zu wünschen. Olpe gilt wieder einmal als Feststadt! Und diesmal steht die Stadt im Zeichen des CVJM. Namhafte Redner werden zu diesem Treffen der vereinigten Posaunenund Männerchöre erscheinen. Es handelt sich hierbei um das 61. Jahresfest der Kreisverbindung Lüdenscheid Ev. Jungmännervereine, die sich für ihr großes Treffen die Parole gegeben haben:„WER EUCH HORT. DER HORT MICH!“. Das Programm des Festtages sieht um 9.30 Uhr den Abmarsch der Teilnehmer von der ev. Kirche aus mit Fahnen und Posaunen zum Schützenplatz vor. Dort beginnt um 10 Uhr der Festgottesdienst unter Mitwirkung der Posaunen- und Männerchöre. Die Festpredigt hält Pfarrer J. Berewinkel. W.-Barmen. Um 12.15 Uhr ist dann auf dem Marktplatz eine große öffentliche Kundgebung der ev. Jungmännervereine. Nach dem Mittagessen, das um 13 Uhr auf dem Schützenplatz eingenommen wird, folgt um 14 Uhr eine„Stunde der Begegnung“ und um 15 Uhr die Festversammlung mit Goldene Hochzeit Kirchhundem. Heute können die Eheleute Franz Hanke und Frau Emma geb Mittmann das Fest ihrer goldenen Hochzeit feiern. In der Nachkriegszeit kamen sie als Östvertriebene aus dem Kreise Breslau ins Sauerland und wohnen hier seit Jahren am Flaper Schulweg. Jubelpaar, das noch sehr rüstig ist. ten unsere besten Glückwünsche! Jugendschutz auch beim Camping Praktische Vorschläge der Hauptarbeitsstelle Sektion Jugendschutz Aus dem Sauerland. Das mit dem Campingwesen verbundene hohe Maß an Ungezwungenheit und Freiheit könne erhebliche Gefährdungen von Jugendlichen mit sich bringen, heißt es in einer Erklärung der Hauptarbeitsstelle Aktion Jugendschutz. Es sei unbedingt zu fordern, daß durch Ordnung des Campingwesens und Anwendung der Jugendschutzbestimmungen Gefahren möglichst vermieden werden. Die Hauptarbeitsstelle schlägt daher vor: 1. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen auf Campingplätzen, die für Erwachsene bestimmt sind, nur in Begleitung von Erziehungsberechtigten zugelasen werden. 2. Die für das Hotelgewerbe geltenden Unterbringungsbestimmungen und-geflogenheiten müsen auch auf Campingplätzen Anwendung finden. 3. Die für die Ordnung auf dem Campingplätzen verantwortlichen Personen haben dafür zu sorgen, daß durch das Verhalten Erwachsener weder Kinder noch Jugendliche gefährdet, insbesondere aber zumindest die Bestimmungen des Gesetzes zum Schutze der Jugend in der Oeffentlichkeit vom 4. Dezember 1951 eingehalten werden. Dies gilt insbesondere für den Schutz gegen sittliche Gefährdung. dem auch hier schon bekannten und geschätzten Redner Pfarrer Paul Deitenbeck, Lüdenscheid. Diese Versammlung soll zu einem machtvollen Bekenntnis der männlichen evangelischen Jugend werden. Sie wird sich umso eindrucksvoller gestalten, als zu dem Treffen in Olpe etwa 600 Mitglieder des CVJM erwartet werden, wenn nicht ihre Zahl— bei günstiger Witterung— noch erheblich größer wird. Der Christliche Verein Junger Männer, der zu dieser seltenen Veranstaltung in Olpe eingeladen hat, schließt seine Einladung mit den Worten an seine Mitglieder: „Wir freuen uns mit Dir, einmal in so großer Gemeinschaft unser Christsein bekennen und mit den Bläsern und Sängern in das Lob Gottes einstimmen zu dürfen!“ Neuer Sportplatz Stade. Ihre neue Sportplatzanlage werden die Sportfreunde Biggetal am kommenden Sonntag im Rahmen eines großen Sportfestes einweihen, bei dem u. a. die SpVg Olpe und der VfL Klafeld spielen. Oberhundem. Wir berichteten schon kurz darüber, daß unserem verdienstvollen altbewährten Heimatfreund, Gutsbesitzer Josef Scchmelzer das Bundesverdienstkreuz überreicht wurde. Der festliche Akt fand im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten im Gasthof Brüggemann statt, wo am vergangenen Montag der Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Peters, im Auftrage von Ministerpräsident Karl Arnold die ehrenvolle Auszeichnung an J. Schmelzer übergab. Der Minister sowie die anderen prominenten Gäste, die an der Veranstaltung teilnahmen, würdigten dabei die Verdienste, die sich J. Schmelzer als früherer Reichstagsabgeordneter und Mitglied des Landtages in einer schweren Zeit um das öffentliche Leben, vor allem aber um seine sauerländische Heimat und die Belange der Land- und Forstwirtschaft dieser Heimat erworben hat. An sich, so führte der Minister u. a. aus, hätte er den Auftrag des Ministerpräsidenten, das von Bundespräsident Prof. Heuss verliehene Verdienstkreuz zu überreichen, lieber beim Waldbauerntag ausgeführt. Trotz seiner mehr als 70 Jahre stehe Josef Schmelzer noch heute da als Kämpfer für die Belange des Bauerntums im politischen Leben. Er erinnerte an die Tätigkeit im Reichstag unter Br'ining und im Landtag 1945. Stets habe sich Schmelzer dabei für die sauerländische Land- und Forstwirtschaft eingesetzt. Mit seinem Namen, der überall bekannt sei, verbinde sich die Gewähr der Erfahrung, des Wissens und des Könnens.„Wir wissen, was wir an Ihnen haben. Möge Gott Sie uns noch lange erhalten.“ Die Grüße und Glückwünsche der Landwirtschaftskammer in Münster überbrachte der Präsident des WestfälischLippischen Landesverbandes. Hollmann. Man dürfe sich darüber freuen, daß der Staat die Leistungen eines Menschen anerkenne und auszeichne. Es sei für ihn eine besondere Freude, daß diese Auszeichnung einem Angehörigen seines Berufsstandes verliehen werde Dadurch werde erwiesen, daß die Landwirtschaftskammer recht daran getan habe, schon vorher die Verdienste J. Schmelzers offiziell anzuerkennen. In dem gleichen Sinne sprach auch Landrat Metten, der den Dank des Wieder Cäcilienfest in Attendorn Gemeinsame Feier der Kirchenchöre auf den 26. September festgesetzt Dem gelwie er im§ 1 dieses Gesetzes niedergelegt ist. 4. Diese Bestimmungen müssen den für die Ordnung auf den Campingplätzen verantwortlichen Personen bekannt sein. Sie sind außerdem in die Lagerordnung aufzunehmen oder in sonst geeigneter Form bekanntzugeben. 5. Das Zelten außerhalb zugelassener Camping- oder Lagerplätze ist durch Anordnungen der zuständigen Behörden auf solche Jebiete zu beschränken, wo eine Ueberwachung im Sinne des§ 1(2) des Gesetzes zum Schutze der Jugend in der Oeffentlichkeit durch die dafür vorgesehenen Organe(Polizei— Jugendamt) möglich ist. 6. Das Zelten Judendlicher ohne Begleitung von Erziehungsberechtigten sollte auf solche Zeltplätze beschränkt werden, welche von Jugendämtern, anerkannten Jugendpflege- cder Jugendorganisationen eingerichtet uni verantwortlich betreut werden. Zur Aufrechterhaltung eines geordneten Lagerbetriebes sind dabei die Zeltplätze für Jungen und Mädchen in geeigneter Weise getrennt zu halten und, besonders zur Nachtzeit, gegen das Eindringen Fremder zu sichern. Attendorn. Die in früheren Jahren übliche Feier des„Cäilien-Festes“ der Kirchenchöre soll nach zwangsläufiger Unterbrechung in diesem Jahre zum ersten Male wieder durchgeführt werden. Man hat dafür als Zeitpunkt den 26. September und als Ort Attendorn gewählt. Der Ausrichter hat inzwischen schon mit den Vorbereitungen begonnen und von allen in Frage kommenden Kirchenchören eine zusagende Antwort erhalten. So werden sich beteiligen aus dem Dekanat Elspe die Chöre aus Altenhundem, Meggen, Kirchhundem und Oedingen, aus dem Dekanat Olpe die Chôre aus Drolshagen, Hünsborn, Ottfingen, Freudenberg und Olpe und aus dem Dekanat Attendorn die Chöre aus Finnentrop, Dünschede und Attendorn. Das Programm sieht einen vierstimmigen Chor, einen Choral, eine Messe und ein Kirchenlied vor, die alle auf das Marianische Jubeljahr ausgerichtet sind. STADT ATTENDORN Unter Teilnahme weitester Kreise der Bevölkerung wurde der Fabrikant Robert Scherer zu Grabe getragen. Die Freiw. Feuerwehr mit ihrem Musikkorps schritt dem Trauerzuge voran, gehörte doch der Verstorbene über 60 Jahre der Silbernes Dienstjubiläum von Kreisamtmann R. Schmidtke, Olpe Olpe. Gestern konnte Kreisamtmann Reinhold Schmidtke. wohnhaft Rochusstraße 5, sein 25jähriges Dienstjubiläum begehen. Der Jubilar ist seit einigen Jahren bei der hiesigen Kreisverwaltung tätig und als gewissenhafter, umsichtiger Beamter geschätzt. Schmidtke war früher bei der Stadtverwaltung in Insterburg tätig, wohin er nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1947 nicht mehr zurückkehren konnte. Er wurde dann bel der Kreisverwaltung Olpe eingestellt und hier im Jahre 1951 mit der Leitung des Hauptamtes beauftragt. Seine Leistungen fanden kürzlich mit der Beförderung zum Kreisamtmann ihre verdiente Anerkennung. Zum Dienstjublläum gelten ihm nachträglich unsere besten Glückwünsche! Kreises Olpe für die von J. Schmelzer besonders nach 1945 hier gezeigte Initiative zum Ausdruck brachte. Landrat Luster-Haggeney, Beckum, erinnerte in seinen Auführungen an seine frühere Zusammenarbeit mit Josef Schmelzer. Hierauf bedankte sich J. Schmelzer für die Ehrung. Er sei sich keiner großen Tat bewußt, so sagte er dabei, sondern habe stets in dem Bewußtsein gehandelt, seine Pflicht zu tun. Aber wenn man ihn nun seines guten Willens wegen ehre, dann sei er dafür dankbar. Gleichzeitig verpflichtete er sich aber auch, mit der ganzen ihm verbliebenen Kraft mitzuhelfen, ein Staatsgefüge zu schaffen, das fest im Volke verankert sei. Zusammen mit den Gästen, unter denen sich auch ÖKD Zimmermann, Amtsdirektor Großheim, die GemeindebürgerEs geht ums Haar! Worüber wenige Männer nachdenken Womit ich mir das Haar wasche, ist doch ganz egal ...denkt mancher Mann und greist zum guten alten Seifenstück. Für die Hautreinigung ist Seife unentbehrlich; Haar und Haarboden aber wollen anders gewaschen sein. Der bei der Kopfwäsche mit Seife entstehende Seifenkalk setzt sich nämlich am Haar bis an die Kopfhaut fest und läßt sich nicht wieder herausspülen. Dem gesunden Haarwuchs ist das nicht gerade förderlich. Wissen Sie, daß moderne Haarwaschmittel, wie zum Beispiel Schauma, keinen Seifenkalk entwickeln? Der Schauma-Schaum wäscht rückstandslos; die Kopfhaut atmet frei. Schauma, das bequeme, sparsame, seifenfreie Tuben-Schaumpon von Schwarzkopf gibt es in jedem Fachgeschäft. Die kleine Tube(ab 35 Pfg.) reicht bei Männern für zwei Wäschen. meister Schöttes und Brüggemann sowie Dr. Arnoldi und Rickers, Hundesossen, befanden, erzähte J. Schmelzer anschlieBend in gemütlicher Runde noch manche Erinnerung an seine frühere Tätigkeit. Amn Abend brachten der Männergesangverin und der Musikverein J. Schmelzer ein Ständchen, zu dem sich fast die gesamte Dorfbevölkerung eingefunden hatte. hiesigen Wehr an, die ihn zum Ehrenmitglied ernannte. Unter den Trauergästen sah man Bürgermeister Albus und Stadtdirektor Dr. Weber, sowie viele andere Persönlichkeiten. Robert Scherer war lange Jahre in der Stadtvertretung und Magistrat tätig; zeitweilig fungierte er als stellvertretender Bürgermeister. Heimatverein, Obst- und Gartenbauverein, Karnevals- und Bürgergesellschaft besaßen in ihm ein eifriges Mitglied. Vertreter all dieser Verbände gaben dem Verstorbenen das letzte Geleit. Am Grabe würdigte Bürgermeister Albus die Verdienste des Verstorbenen um die Stadt Attendorn. Sein Andenken werde hier stets lebendig bleiben. Nachdem der Bürgermeister einen großen Kranz am Grabe niedergelegt hatte, folgten weitere schöne Kranzspenden durch Verbände und Organisationen, u. a. auch einen Vertreter der FDP. Richtfest konnte der Dentist Heinz Kost in der Hofestadt feiern. Kost hat dort ein Haus erbaut mit Wohnung und Praxis. Der Kirchenchor unter Leitung von Paul Siepe wird demnächst ein Herbstkonzert durchführen. Der Erlös soll der Beschaffung neuer Kirchenfenster dienen. Ein Schauturnen wird die erste Riege des Turnvereins 1900 am Samstag im Rahmen einer Werbeveranstaltung in Halberbracht zeigen. 79 Jahre alt wurde gestern August Andrischak, wohnhaft Im Tangel. Urlaub in der Heimat Oberhundem. Eine Tochter der Familie Dörrenbach von hier, die seit 20 Jahren als Schwester in Amerika weilt, traf jetzt zu einem mehrwöchigen Urlaub in ibrem Heimatort ein. Sie wurde von ihren Angehörigen und den Ortsbevölkerung herzlich empfangen. Am Abend brachten ihr der Gesangverein und der Musikverein ein Begrüßungsständchen. Altersjubilarin Maumke. Am Fronleichnamstage konnte die Witwe Theresia Schröder ihren 80. Geburtstag feiern. Die rüstige Altersjubilarin kann man noch täglich bei Feldund Gartenarbeiten beobachten; ebenso ist die Versorgung des Viehes ihr besonderes Anliegen. Der langjährigen Leserin unserer Heimatzeitung nachträglich herzlichen Glückwunsch! Benolpe b. Welschen Ennest. Das Schützenfest wird hier am kommenden Sonntag und Montag gefeiert. Für warme Tage: Poloblusen in sehr großer Auswahl, alle Größen und wieder so preiswert Kinder-Poloblusen ab DM 1,95 Herren-Poloblusen ab DM 3,95 Kebbekus& Eibach- Olpe Chronik des Standesamtes Grevenbrück. Im Monat Mai wurden beim Grevenbrücker Standesamt folgende Personenstandsfälle beurkundet: Geburten: Maria Theresia Pöggeler, Bonzeler Hammer; Rainer Peuker, Grevenbrück: Hubert Koch, Grevenbrück.— Ehescnliebungen: Manfred Dziallas und Adelheim Riedels; Wilhelm Asseburg und Maria Duwe.— Sterberal!: JosefJohann Tigges(73 J.). Wahlbezirke im Amt Wenden Wenden. Die Einwohner der einzelnen Ortschaften haben am 27. Juni in folgenden Lokalen zu wählen: Wenden-Schlägelsberg im Amtshaus Wenden; Möllmicke in der Gastwirtschaft Rütting; Elben-Scheiderwald in der Elbener Schule; Gerlingen-Gerlinger Mühle in der Gastwirtschaft Avenarius; Schönau-Altenwenden in der Schönauer Schule; Hünsborn mit Löffelberg im Pfarrheim; Ottfingen-Wilhelmsthal in der Ottfinger Schule: Lager Brün— Hoffnung— Vahlberg in der Hünsborner Schule; Hillmicke-Wendenerhütte-Büchen in der Hillmicker Schule; Rothemühle-Rothenborn im Saal Solbach; Römershagen-Dörnscheid-Döingen in der Schule in Römershagen; Heid-Trömbach-HuppenbebingenSchwarzbruch in der alten Schule in Heid OORerobert dieRüche! sen in einzigartiger Weise und bringt ihren natürlichen Eigengeschmack zur vollen Entfaltung. Dabei ist es so einfach, mit Fondor zu kochen; nur mitkochen, abschmecken, nachsalzen! Bitte probieren Sie das folgende Rezept. Auf Wunsch erhalten Sie aucn gern eine Probe und weitere guie Rezepte von MAGGIA Frankfurt/Main, Postfach 1/188 frische Kröuter, Selz, Muskatnuß. Aus der Margarine, dem Mehl“ Ltr. Flössigkeit unter Zugabe von 2 Würfeln MAGGIS Fonder, eine helle Soße bereiten, mit einer Messerspitze Salz und etwos geriebener Muskatnuß abschmecken. Die Rindfleischreste in kleine Stöcke schnaiden und hineingeben. Mit den feingehockten Kröutern onrichten, dozu Kartoffein. & Würfel m 30 Pfg. An Hundem und Lenne Kurzberichte aus dem Kreise Olpe Grevenbrück. Aus unerklärlichen Gründen fuhr ein Motorradler auf den Sommerweg an der Bundesstraße und verletzte hierbei eine Fußgängerin. Trockenbrück. Die von der Gemeindeverwaltung eingebrachte Vorschlagsliste der Schöffen und Geschworenen fand die Billigung der gesamten Gemeindevertretung. Noch nicht beschlossen... Elspe. Hier eine Gemeinschaftswäschereianlage einzurichten und diese mit dem bestehenden Kindergarten zu kombinieren, hatte die Kreisverwaltung angeregt. Die Gemeindevertretung, die sich mit dieser Angelegenheit in der letzten Sitzung befaßte, stellte die Verhandlung dieser Anregung vorläufig zuruck. Maumke. Gegen die Erneuerung des Holzfußbodens in zwei Räumen des Gemeindehauses erhoben die Gemeindevertreter keinerlei Bedenken. Meggen. Die Kolpingsfamilie feiert am kommenden Sonntag das 25jährige Bestehen. Besonders preiswerfe Saccos! Aus guten, tragfähigen Stoffen Neueste Muster und Farben Gute Verarbeitung u. Paßform DM 64.50 59,00 49,00 39,00 Rundbundhosen aus Gabardine in allen Farben und Größen DM 49,00 42,00 34,50 29,50 26,50 Kebbekus& Eibach- Olpe der Anschluß an die Kanalisation für die Bredde- und Kampstraße. Da mit den zur Verfügung stehenden Mitteln des diesjährigen Haushaltsplanes nicht alle Vorhaben durchgeführt werden können, faßten die Gemeindevertreter den Beschluß, die vorgesehenen Projekte zunächst durch das Bauamt ausarbeiten zu lassen und entsprechende Kostenanschläge anzufordern. Erst dann will man eine Entscheidung über die Ausführung treffen. Sportfest in Halberbracht Halberbracht. Aus Anlaß des 30jährigen Bestehens des Turn- und Sportvereins Halberbracht begeht der Verein am 19. und 20. Juni ein Sportfest. Samstags sind Spiele der Jugend und der Alten Herren vorgesehen. Abends ist in der Gemeinschaftshalle ein Schauturnen unter Mitwirkung der Turnriegen des Tv Attendorn. Nach der Ehrung der Jubilare ist ein Kommers mit Tanz und Unterhaltung. — Am Sonntagmorgen ist ein Festgottesdienst. Ab 14 Uhr sind Pokal- und Diplomspiele unter den Mannschaften VfB Meggen, SuS Elspe, FC Oberelspe und VfL Heinsberg. Abends ist Gemütliches Beisammensein und Tanz in der Gemeinschaftshalle. Altenhundem. In der Nacht zum Dienstag wurde von unbekannten Tätern die Schaufensterscheibe im Kolonialwarengeschäft Schröder an der Hagener Straße eingeschlagen. Es wurden vier Flaschen mit Spirituosen entwendet. Saalhausen. Das Tambourkorps fährt am kommenden Sonntag zum Lenneringtreffen nach Elspe. Interessenten, die an diesem Treffen teilnehmen wollen, können sich noch bei den Mitgliedern melden Langenei-Kickenbach. Der Sportverein Langenei-Kickenbach unternimmt am kommenden Sonntag seinen Vereinsausflug. Abfahrt mit Sonderomnibus morgens 6 Uhr ab Langenei. Die Fahrt geht nach Stockum, wo am Nachmittag zwei Spiele ausgetragen werden. Anschließend ist gemütliches Beisammensein mit dem Sportverein Stockum. lehrmeisterin Natur! ge. schlackeBlut,Darm,Säfte.Dein wirksamer Helfer-: Dr. Schieffers Stoffwechselsolz Dreister nächtlicher Ladeneinbruch Nachrodt. Nachts schlugen unbekannte Täter, die einen schwarzen Opel-Kapitän mit sich führten, an einem Te ilwarengeschäft in Nachrodt eine Seitenscheibe ein, stiegen durch das Fenster und öffneten mit einem von innen steckenden Schlüssel die Ladentür. Er wurden Textilien im Werte von ca. 8000 DM entwendet. Der Einbruch wurde von zwei Männern ausgeführt, die graue Anzüge trugen und ctwa 30 bis 35 Jahre alt waren. salen, Beschaffung von Ersatzurkunden, Auffindung von Zeugen für den Lastenausgleich, Vermittlung von Anschriften an Spätheimkehrer und dergleichen. Heimatortskarteien befinden sich für Östpreußen in Neumünster/Holst., Beethovenstr. 15—19; Deutschbalten in München 13, Elisabethstr. 5/1(Lettl., Esti., Lit.); Danzig-Westpreußen in Lübeck, Lindenplatz 7; Pomern in Lübeck, Lindenplatz 7; Mark Brandenburg in Augsburg, Volkhartstr. 9; Wartheland und Polen in Hannover-Linden, Falkenstr. 20; Niederschlesien in Bamberg, Obere Königstraße 4; Oberschlesien in Passau, Innbrückgasse 9; Groß-Breslau in Recklinghausen, Schaumburgstr. 2; Sudetendeutsche in Regensburg/Opf., von der Tannstr. 7; Deutsche aus Süd-Osteuropa in Stuttgart-O, Neckarstr. 222; Ostumsiedler in Stuttgart-S, Archivstr. 16—18. Die Zentralstelle befindet sich bei der Hauptvertretung des Deutschen Caritas-Verbandes in München, Lessingstr. 1. Widerspenstiger Gast Sundern. Ein Elektriker mußte in polizeiliche Verwahrung genommen werden, weil er seine Angehörigen tyrannisierte und bedrohte. Die Arrestzelle, in die er eingeliefert wurde, beschädigte er, indem er Ziegelsteine aus der Wand ausbrach und gegen die Zellentür trat. Gegen den Beschuldigten ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Wallfahrt des St. Hedwigswerkes Kreis Olpe. Zur vierten und letzten Wallfahrt dieses Jahres hat das St. Hedwigswerk nunmehr die Heimatvertriebenen aus Nordostdeutschland, Danzig, Pommern, Schneidemühl und Berlin, sowie die Sowjetzonenflüchtlinge aus Mitteldeutschland zur Gottesmutter in Werl aufgerufen, die am kommenden Sonntag, dem 20. Juni, stattfindet. Am Vorabend ist um 20.30 Uhr in der Wallfahrtsbasilika Marienandacht und Begrüßung der Wallfahrer. Am Sonntagmorgen um 10 Uhr beginnt in der Basilika das feierliche Levitenamt mit Predigt, das der Kapitelsvikar Polzin, Berlin, früher Schneidemühl, hält. Während der Mittagsstunden Treffen der Heimatgemeinden. Am Nachmittag findet auf dem Kreuzwegplatz um 15 Uhr eine Glaubenskundgebung statt. In der Marienfeierstunde um 16 Uhr in der Wallfahrtsbasilika spricht Konsistorialrat Dr. Behrendt, Münster-Gremmendorf, früher Danzig. STADT OLPE Halteverbot wird geändert. Im Ortsausschuß der Verkehrswacht wurde vom Vorsitzenden Hüpper jun. mitgeteilt, daß demnächst eine Neuordnung des Halteverbotes in der Westfälischen Straße erfolgen wird. Irgendwie will man dabei den inzwischen aufgetauchten Beschwerden Rechnung tragen. Aber auch dann wird es keine Patentlösung sein, denn es bleibt weiterhin die Tatsache bestehen, daß nun einmal die Westfälische Straße zugleich Bundesstraße und Hauptdurchgangsstraße ist und in dieser Hinsicht den Forderungen des modernen Verkehrs nicht entspricht. Das Halteverbot soll von der linken auf die rechte Straßenseite verlegt werden und zwar von der Ampel bis zur Rochusstraße. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es dann nur noch ein Parkverbot, das an der Schützenstraße beginnt und sich bis zur Schulstraße(Sparkasse) erstreckt; der untere Teil der Straße bis zur Ampeel erhält auch auf dieser Seite Halteverbot. Viel wird es bei dieser Regelung auf die allgemeine Verkehrsdisziplin ankommen, damit nicht wieder„Verstopfungen“ eintreten, und der„flüssige Verkehr“ durch parkende Fahrzeuge behindert wird. Zu diesem Zwecke dienen auch die Hinweisschilder auf die Parkgelegenheiten in den Seitenstraßen, die hoffentlich wahrgenommen werden! Saßmicke feiert Schützenfest Saßmicke. Def St. Johannes-Schützenverein hat sich für die Feier des diesjährigen Schützenfestes gerüstet, die am Wochenende in althergebrachter Weise durchgeführt wird. Der Tanzboden wird sich diesmal im Festzelt befinden, so daß die Tanzlustigen bei ungünstiger Witterung nicht in ihrem Vergnügen beeinträchtigt werden. Außerdem wird während des Vogelschießens konzertiert. Das Königsschießen beginnt am Samstag um 16.30 Uhr. Während des Schießens sind der Weg unterhalb des Beul sowie die Höhenwege im Eimen und Ziegennacken gesperrt. Sonntag ist um 7.30 Uhr Festgottesdienst mit anschließender Gefallenenehrung. Um 15 Uhr beginnt der Festzug durch den Ort und um 17 Uhr die Polonaise. Die Musik wird vom Musikverein Gerlingen ausgeführt unter Leitung von Paul Wurm; die Festwirtschaft liegt in Händen von Stahlhacke, Beul. Schützenfest Römershagen. Das Schützenfest wird hier am Samstag und Sonntag, dem 19. und 20. Juni gefeiert. Die Festmusik wird ausgeführt vom Musikverein Niederfischbach; Festwirt ist Heinrich Wurm Auch hier soll es wieder ein frohes Schützenfest werden, an dem die gesamte Bevölkerung und auch Gäste gern teilnehmen. Geistesgegenwärtig. Wegeringhausen. Beim Ueberqueren des Fahrdammes der Bundesstraße 54/55 durch ein siebenjähriges Kind mußte ein Personenkraftwagen so stark bremsen, daß der Beifahrer mit dem Kopf gegen das Verdeck des Fahrzeuges geschleudert und hierbei erheblich verletzt wurde. Der Geistesgegenwart des Fahrers aber war es zu verdanken, daß das Kind nicht überfahren wurde. Silbernes Schützenjubiläum Hülschotten. Der hiesige Schützenverein konnte in schöner, stimmungsvoller Weise sein silbernes Jubelfest feiern. Beim Schießen der alten Könige hielt man an der Gepflogenheit fest, den Vogel nicht mit Gewehren, sondern durch wohlgezielte Steinwürfe zu erledigen. Bester Werfer war jetzt Winfried Bayer, der damit die Würde des Jubelkönigs errang. Er war damit auch Hauptperson des Sonntags, als sich die Nachbarvereine aus Landemert, Heggen, Lichtringhusen, Grüne, Ennest, die Ennester brachten ihre Musik mit, Langenholthausen u. Windhausen einfan den und unter den Klängen der Feuerwehrkapelie aus Plettenberg und des Landemerter Tambourkorps durchs Dorf zum Zelt marschierten. Hier nahm der Jubelverein die Glückwünsche seiner Gäste entgegen und verlebte mit ihnen einen frohen Abend bei Konzert und Tanz.— Beim Königsschießen am Montagvormittag, das mit Gewehren durchgeführt wurde, errang Rudolf Schulte die Königswürde. Zu seiner Mitregentin erwählte er sich Frl. Jlse Heseler. Auch der zweite Festtag verlier in der schönsten Harmonie. Erholungsplätze für Berliner Kinder gesucht Kreis Olpe. Erstaunlich ist es deshalb nicht, daß von den rund 397 000 Berliner Schulkindern und Jugendlichen, die im Häusermeer der großen Stadt eingeschlossen sind, nach amtsärztlicher Untersuchung rund 52 000 gesundheitsgefährdet und erholungsbedürftig sind, wie ein Aufruf des„Hilfswerks Berlin“ feststellt. Hinzu kommen aber noch die gesundheitsgefährdeten Flüchtlingskinder in den Berliner Lagern. Das freiheitliche Westberlin hat durch seine Insellage keine Verschickungsmöglichkeit und ist auf die Hilfe der Bevölkerung der Bundesrepublik angewiesen. Rundbundhosen aus Gabardine in allen Farben und Größen DM 49,00 42,00 34,50 29,50 26,50 Kebbekus& Eibach- Olpe Um die Finanzierung von Ehrenmälern Meggen. In der Sitzung der Gemeindevertretung verfiel ein Antrag des Ortsverbandes Grevenbrück der Heimkehrer auf Bewilligung einer Beihilfe für die Errichtung eines Ehrenmals, das auf dem Boergerschen Grundstück in Grevenbrück errichtet werden soll. Die Gemeindevertreter waren der Ansicht, das die Errichtung von Ehrenmalen nur eine Angelegenheit der betreffenden Gemeinden sei. Da die Gemeinde Elspe selbst in absehbarer Zeit vor die Frage der Errichtung mehrerer Mahnmäler gestellt werde, bestehe keine Aussicht, von den benachbarten Gemeinden einmalige Zuschüsse dafür zu erhalten. Wegebauprojekte Meggen. Wie der Bürgermeister im Gemeinderat mitteitle, sind nach Prüfung der Verhältnisse folgende Projekte in diesem Jahre von dem Wegeausschuß zur Durchführung vorgeschlagen worden: in Sporke die Verrohrung zur Ableitung von Abwässern auf einer Strecke von etwa 180 Metern, die Teerung des letzten Stückes der Thetener Straße, die Entwässerung der Straße in der Bermke und der Schönfeldstraße in Elspe, Rohrlegungen in Altenvalbert und Burbecke sowie in Meggen Auch ein Suchdienst des Caritas-Verbandes Nachforschung nach Zivilisten durch den„Kirchlichen Suchdienst“ Aus dem Sauerland. In der Oeffentlichkeit ist noch wenig bekannt, daß es neben dem Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes auch einen kirchlichen Suchdienst gibt, der vom Caritas-Verband 1945 gegründet wurde und seitdem über 3 Millionen durch die Kriegsereignissc auseinander gerissene Menschen wieder zusammengeführt hat. Nach einer Vereinbarung zwischen Bundesregierung. Rotem Kreuz und kirchlichem Suchdienst sorgt sich das Rote Kreuz um die Nachforschung nach vermißten Militärpersonen und den Kindersuchdienst, während der„Kirchliche Suchdienst“ die gesamte Nachforschung nach Zivilpersonen übernommen hat. Als Unterlagen hierfür dienen die sogenannten 12 kirchlichen Heimatortskarteien des Caritas-Verbandes und der Inneren Mission, bei denen auf 6 Millionen Karten ca 10 Millionen Heimatvertriebenc nach ihren früheren und jetzigen Wohnungen erfaßt sind. Da keine staatliche oder andere Stelle vorhanden ist, die über ein solches karteimäßiges Adreßbuch der Heimatvertriebenen verfügt, gewinnt die kirchliche Heimatkartei immer mehr an Bedeutung. Ihr Schriftverkehr belief sich im Jahre 1953 auf 1,2 Millionen Vorgänge. Die Heimatortskarteien sind gleichsam zentrale Auskunftsstellen für alle Vertriebenenangelegenheiten geworden. Die Haupttätigeit der Heimatortskarteien erstreckt sich auf Suche nach Angehörigen, Klärung von VermißtenschickDiese regulieren Verdauung und Gewicht auf gebunde AArt? DM 2,75 St. Sebastianus-Schützenverein Olpe Unser diesjähriges Schützenfest wird am 17., 18. und 19. Juli 1954 in althergebrachter Weise gefeiert Die Musik wird ausgeführt von der Paderborner Reiterkapelle unter Leitung des Stabsmusikmeisters a. D. Gerlach, Paderborn Neuanmeldungen zum Verein sind an den Rendanten Herrn Helnrich Siepe, Olpe, Löherweg, zu richten, wo auch die Jugendkarten abgeholt werden können. Eintrittsgeld DM 1.-; Jahresbeitrag DM 12,-; Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren DM 3,-. LICHTSPIELTHEATER OLPE Martinstr. 24 Fernruf 249 Von Freitag bis Montag 7 Sonder-Veranstaltungen Harry Piels bester und schönster Film! 4 TTER (DIE ELEFANTEN SIND LOS) Ein atemberaubender Spielfilm um die Erlebnisse eines Großwildjägers Die Abenteuer eines Tierfängers im afrikanischen Busch und bei einer Brandkatastrophe im Tierpark einer Millionenstadt Ein Film, der die Bezeichnung Großfilm ohne Einschränkung verdient! Im Vorprogramm: FOX TÖNENDE WOCHENSCHAU Jugendfrei ab 10 Jahren! Beachten Sie bitte die Anfangszeiten! Freitag und Montag 18.30(Hauptfilm 19 Uhr) Samstag 14, 18 und 22.15 Uhr Sonntag 14 und 22.15 Uhr Zu der Vorführung Samstag 14 Uhr zahlen Schüler DM 0,50 Durch unsere moderne Klima-Anlage bieten wir Ihnen auch an den heißen Tagen ungenchmen Aufenthalt! Bauschuff hat abzugeben Rüblinghausen Nr. 41 Der überzeugende Beweis und die eindeutige Anerkennung des Werbewertes des Sauerländischen Volksblattes im helmischen Raum Ist die Kleinanzeige. Als untrüglichen Barometerstand der Erfolgskraft finden Sie echte Kleinanzelgen aus dem Olper Raum überwiegend In der über 100 Jahre alten Helmatzeitung „Sauerländisches Volksblatt", dem altangestammten ( 20%+ mehrVerdienst d. Verk. v. Kattee usw., an Priv. Aust Mit Renate istgui Kirschen essen Sie sollten sich zur Kirschenzeit einmol von Renate einladen lassen- zu einem feinen Püdding mit Kirschen-oder zu einer Kirschtorte.. Aber was Renate kann, könner Sie auch. Ein feiner Dr. Oetker Vanille-PuddingmitKirschen-oder eine Kirschtorte nach einem Dr. Oetker-Rezept mit den bewährten Dr. Oetker-Backzutatendamit legt man immer Ehre ein. Kuchen und Puodingso eintach mit „mectasse mit dem Fahrrad verfolgt Unheimliche Flugmaschinen in nur 30 m Entfernung Neue Berichte aus Südengland London.— Während sich die angeblich über Düsseldorf, Hamburg, Darmstadt und Nordbayern gesichteten„Fliegenden Untertassen“ größter Eile befleißigten, haben die Insassen eines gleichen unheimlichen Fluggeräts über Büdengland offenbar in aller Ruhe unsere Mutter Erde betrachtet. Wohl zum erstenmal ist es vorgekommen, daß ein Mensch eine„Untertasse“ aus nur 30 m Entfernung gesehen hat— oder wenigstens gesehen haben will. Es war der 18jährige Fabrikarbeiter Nigel Frapple, der dieses einmalige Erlebnis angeblich gehabt hat. Von einem Tanzvergnügen in Wincanton, Somerset, fuhr er gegen 2 Uhr morgens— keineswegs betrunken— mit dem Fahrrad nach Hause. Plötzlich sah er über einem nahen Feld ein gleißendes Licht.„Etwa 25 bis 30 Meter entfernt hüpfte ein gewaltiges Objekt nur sechs Meter über dem Erdboden dahin“, berichtete er später.„Das Ding schien aus Metall zu ein, und es waren auch Zeichen darauf zu erkennen. Allerdings hinderte mich das blendende Licht daran, sie zu lesen. Dann entfernte es sich in nordwestlicher Richtung. Ich versuchte, es mit meinem Rad zu verfolgen, aber es vergrößerte seine Geschwindigkeit und erhob sich hoch in die Luft.“ In derselben Nacht, nur drei Stunden früher, machte Miß Doreen Heffer weiter östlich in Shobley, Hampshire, eine ähnliche Beobachtung. Sie wollte gerade zu Bett gehen, da lockte sie ein Lichtschein ans Fenster.„Zuerst dachte ich an einen Waldbrand“, erzählte sie,„aber als ich aus dem Fenster sah, entdeckte ich ein großes Objekt, das hundert Meter entfernt über den Bäumen auf und ab schwebte. Ich konnte ihm eine beträchtliche Zeit zusehen, bis es sich plötzlich blitzschnell davonmachte.“ Interessant ist, daß beide Beobachter unabhängig voneinander die„Untertasse“ gleichlautend beschreiben. Nach ihren Aussagen war die Flugmaschine rund und hatte einen Durchmesser von mindestens 15 Metern. In der Mitte der Scheibe war eine Kanzel, die ein helles, flammendes Vielseitiger Zucker Das Weltüberangebot an Zucker bringt zwangsläufig eine Erweiterung des bisherigen Anwendungsbereiches dieses Produktes mit sich. Neben seiner bekannten Verwendung als Nahrungsmittel wird der Zucker in den Vereinigten Staaten beispielsweise als Dynamitzusatz benutzt. Er dient darüber hinaus zur Herstellung von Leim, von Metallüberzügen und Insektenbekämpfungsmitteln, zum Entblättern der Baumwolle vor der Ernte, zum Stärken junger Tomatenpflanzen, als Sandbindemittel in Gießereiformen und— in bestimmten Verbindungen— sogar als Zünder sowie zum Vergällen von Alkohol.. Licht ausstrahlte. Über eine Minute lang hüpfte die Maschine gemächlich dahin, um dann schnell davonzuschießen. Von einem leisen Zischen abgesehen, gab sie in keinem Fall ein Geräusch von sich. Und irgendwie war sie mit einem etwas weiter entfernt schwebenden kleineren Licht verbunden. Auch über Zürich will man jetzt eine leuchtende„Untertasse“ gesehen haben. Das Schweizer Luftfahrtministerium prüft bereits die Vielzahl der darüber eingelaufenen Berichte. 50 Bewohner der Industrievorstadt Oerlikom haben darüber ausgesagt. Das„Objekt“ soll mit beträchtlicher Geschwindigkeit Kreise gezogen haben. Dollarsegen in der Todeszelle Kidnapper-Autor Chessman verdiente schon 40 000 Dollar— Doch am 30. Juli wartet die Gaskammer Neuvora.— In der Todeszelle des Gefängnisses von St. Quentin in Kalifornien sitzt der Kidnapper Caryl Chessman und liest die Kritiken über sein Buch „Todeszelle 2455“. Der 33jährige Autor hat nur noch wenig Zeit zu leben. Am 30. Juli wird auch der bisher letzte ihm noch gewährte Aufschub abgelaufen sein, und dann öffnen sich für ihn die Türen der Gaskammer. Es sei denn, daß es seinem Anwalt Berwyn Rice gelingen sollte, den Fall noch einmal aufrollen zu lassen. „Sichst du- so meinte ichdas!" Lebende Goldhamster- hartgefroren Kühnes Experiment britischer Wissenschaftler zum Leben erweckt Vereiste Tiere wieder London.— Das wohl sensationellste Experiment des Jahres gelang Wissenschaftlern des britischen„Staatsinstituts füir Medizinische Forschung“ in London. Sie froren warmblütige Tiere so weit ein, daß sie fast steinhart waren, und anschlieBend riefen sie ihre„Opfer“ wieder ins Leben zurück. Es stellte sich heraus, daß die Tiere nicht den geringsten Schaden durch diese Behandlung erlitten hatten. Die unter der Leitung von Dr. A. S. Parkes arbeitenden Forscher benutzten Goldhamster für ihre Versuche. In einem Spezialapparat wurden die Hamster schmerzlos eingefroren. Am Ende waren die Tiere hart wie Holz. Die Atmung hörte auf, der Herzschlag und alle anderen Lebenszeichen schwanden dahin. Nachdem sich die Hamster etwa eine halbe Stunde in diesem Zustand befunden hatten, mit einer Körpertemperatur von weit unter null Grad, erwärmte man die Tiere, indem man ihnen einen warmen Lichtstrahl auf die Brust richtete. Das Herz begann wieder zu schlagen; auch die Atmung stellte sich wieder ein. Schon nach wenigen Minuten liefen die Hamster wieder normal in ihren Käfigen herum. Seit diesem Experiment sind mehrere Wochen vergangen, aber die Versuchstiere leben immer noch, und es sind an ihnen weder Mr. Counsell kann kein Bier schmecken 18 700 Mark Schadenersatz für verlorene Sinne— Niemals wieder Freude an Rosenduft Der Arzt Dr. Spillane aus Cardiff sagte als Sachverständiger aus, daß er an eine Wiederherstellung der zerstörten Sinne nicht glaube. Dann erhob sich der Richter zur Urteilsverkündung.„Dieser Mann“, sagte er,„hat eine der großen Freuden des Lebens verloren. Ich halte es für einen sehr schwerwiegenden Verlust.“ Und er entsprach der Schadenersatzforderung des Mannes, der niemals im Leben wieder spüren wird, wie ein Braten schmeckt oder welch herrlicher Duft von einer taufrischen Wiese kommt. London—„Mein Mandant kann sein Bier nicht mehr schmecken, und er riecht nicht mehr den Duft der Rosen.“ Mit diesen Worten begründete der Anwalt E. W. Eveleigh die Schadenersatzklage des 38jährigen Autobusfahrers Alonzo Owen Counsell aus Pontypool bei Cardiff. Counsell war von einem Motorrad angefahren worden und hatte dabei den Geruchs- und Geschmackssinn verloren. Als Entschädigung forderte er 1592 Pfund Sterling, das sind rund 18 700 Mark. Besonders die Tatsache, daß er keinen Genuß am Bier mehr hat, macht dem Verunglückten viel Kummer. Er geht nicht mehr in seinen Klub, denn er meint:„Es ist eine Verschwendung, Geld für Bier auszugeben, wenn man doch nichts davon schmeckt.“ Auch der Anwalt hob diesen Punkt hervor.„Es ist schon besonders wichtig“, betonte er.„Biertrinken war eine der großen Freuden seines Lebens, wenn er sich auch niemals betrank. Er kann auch nicht mehr unterscheiden, ob er Zucker im Tee hat oder nicht.“ „Geben Sie dreimal X!" Zine Seetragödie in Funksprüchen— Die Rettung der„Greenville“ Livernobi.—„Geben Sie dreimal X!“, befahl Captain Potamianos von der „Greenville“ am 20. September 1953 seinem Funkoffizier Theodossiou. Dieser fragte nicht lange, er war seit sechs Jahren bei der Marine und wußte, was das Zeichen zu bedeuten hatte: Alle Schiffe werden aufgefordert, ihren Funkverkehr einzustellen, und gebeten, die kommenden Zeichen der„Greenville“ zu beachten! Der unter liberischer Flagge fahrende griechische Frachter war mit einer Ladung Korn von Montreal nach England unterwegs und in einen der schwersten atlantischen Stürme geraten. „Die Brücke ist zerschlagen, ein Mast gebrochen, wir nehmen Wasser über“, erklärt der Captain trocken dem Funker. Um 15.50 gibt er Befehl, SOS zu senden. Theodossiou hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Funkantenne befand sich an dem zerstörten Mast, und das Gerät kann jeden Augenblick aussetzen. Die Kontrollampe flackert nur noch schwach, und er weiß nicht, ob die Notzeichen aufgefangen werden. Doch schon die ersten hat der amerikanische Passagierdampfer„United States“ registriert. Er fängt auch die 1lgenden Sprüche auf:„Brücke zerschlage.— Ruderschaden— SOS-Position 50 Gre d nördlicher Breite 228,51 westlicher Länge— Rettungsboote zerstört— SOS— Bitte SOS weitergeben!“ Der Kapitän stellt fest, daß der französische Passagierdampfer„Ile de France“ in der Nähe der„Greenville“ liegen muß. Um 16 Uhr hört Theodossiou das Kodezeichen der„Ile de France“ und die Antwort:„Wir stehen in zehn Meilen Entfernung und kommen!“ Er hat inzwischen am Schornstein unter Einsatz seines Lebens eine Notantenne angebracht, da ohne FunkVerbindung ein Rettungsmanöver in dem Sturm undenkbar ist. Die„Ile de France“ tauscht Funksprüche mit einem Dutzend in der Nähe befindlicher Schiffe aus, die sich alle zum Eingreifen bereit halten. 19.20 wird die Stimme der„Greenville“ unmer schwächer. Die Captain von der„Ile Frostwunden noch Erkrankungen oder sonstige Nachwirkungen festzustellen, wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift „Nature“ berichten. Dicse Forschungen können für die Behandlung von Frostwunden bei Menschen von größter Bedeutung sein. Selbsimörder„verteilte" seinen Leib Die Augen der Augenbank, der Körper für medizinische Forschung— aber der Schuß ging fehl Paris.— Entsetzt starrte ein Pariser Hauswirt auf den Eilbrief eines seiner Mieter. Darin stand:„Schicken Sie schnell die Polizei zu mir und benachrichtigen Sie die Augenbank, damit die Ärzte rechtzeitig meine Augen entfernen können.“ Schon wenige Minuten später donnerten der Hauswirt und die Polizei an die Haustür des 59jährigen Louis Parisot, der den Brief geschrieben hatte. Im gleichen Augenblick fiel drinnen ein Schuß. Man fand Monsieur Parisot in seinem Blute liegend. Er hatte eine Pistolenwunde am Kopf, lebte aber noch.„Ich habe vorbeigeschossen“, sagte er mude. Auf dem Wege zum Krankenhaus erklärte er, daß er mit dem Schießen gewartet hatte, bis jemand an seine Tür klopfte. Er wollte auf jeden Fall seine Augen für die Pariser Augenbank erhalten. Auf seinem Schreibtisch lagen einige Briefe. In dem einen hatte Parisot seine Augen der Augenbank vermacht. In dem anderen hinterließ er seinen Leib für medizinische Forschungen, der dritte war an seinen Sohn adressiert, und der vierte endlich war für die Polizei bestimmt. Louis Parisot lebte seit dem Tode seiner Frau vor drei Jahren in bedrückter Stimmung. Chessmans Autobiographie aber nähert sich schon der Best-Seller-Klasse. Der Autor versucht darin zu erklären, warum er zum Verbrecher geworden ist: er deckt die Hintergründe aller seiner Untaten auf, die sich vom einfachen Einbruch bis zur Vergewaltigung und Entführung staffeln. Auch Raubüberfälle fehlen nicht, und vielleicht hat er sogar einen Mord auf dem Gewissen. Natürlich versucht Chessman, der menschlichen Gesellschaft klarzumachen, daß es ein Fehler wäre, sein Leben auszulöschen. Er hat das Buch während der sechs Jahre geschrieben, die er im Gefängnis zugebracht hat— ständig im Kampf um Berufungsverhandlungen und Aufhebung seines Todesurteils. Verurteilt wurde er nach einem Gesetz, das nach der Entführung und Ermordung des Lindbergh-Kindes erlassen wurde und das für Entführung den Tod vorsieht. Von dem vor etwa vier Wochen erschienenen Buch sind schon über 25 000 Exemplare verkauft worden, und der Neuyorker Verleger erklärte:„Es sieht so aus, als würden wir im Verlauf dieses Sommers noch weitere 25 000 absetzen.“ Eine Hollywood-Gesellschaft bemüht sich schon um die Filmrechte. Bis jetzt hat Chessman an seinem Werk annähernd 40 000 Dollar verdient. Wenn das Filmgeschäft abgeschlossen ist, werden noch 10 000 bis 20 000 Dollar hinzukommen. Was geschieht mit dem Geld, wenn Chessman doch hingerichtet werden sollte? Darüber äußerte sich ein Sprecher des Verlages.„In diesem Fall“, erklärte er,„sollen die Einkünfte aus den Büchern dazu dienen, die Kinder eines guten Freundes Chessmans zu erziehen. So hat es der Autor in seinem Testament bestimmt. Die Mutter dieser Kinder, eine Witwe, hat sich in den letzten Jahren um Chessmans kränklichen Vater gekümmert und ihm den Haushalt geführt, während der Sohn schon im Gefängnis war.“ Der Best-Seller-Autor sitzt nicht zum erstenmal hinter Gittern. Schon bevor er vor sechs Jahren zum Tode verurteilt wurde, hat er anderer Delikte wegen sechs bis acht Jahre in Strafanstalten zugebracht. Chessman wünscht, daß die in seinem Testament bedachten Kinder bessere Chancen im Leben haben sollen, als ihm m Schwefel aus Polen Nach einer Meldung des polnischen Pressedienstes sollen die neu aufgefundenen Schwefelvorkommen Polen zum leistungsfähigsten Erzeugerland machen. Die Lager seien reicher als die bekannten Vorkommen auf Sizilien und in Spanien. Gegenwärtig werden entsprechende AufschlieBungsarbeiten durchgeführt. Die Ausbeutung soll bereits 1955 beginnen. Damit würde der einheimische Bedarf vollständig befriedigt werden können und entsprechend der Entwicklung der Ausbeutung auch ein bedeutender Export möglich sein. selbst das Schicksal gewährte. Allerdings werden die Erben bei weitem nicht alles Geld bekommen. Gewaltige Anwalthonorare warten auf ihre Bezahlung. Seit sechs Jahren kämpfen die Anwälte um sein Leben, und Berwyn Rice will noch einmal Berufung einzulegen versuchen. Er hofft neues Beweismaterial für seinen Klienten sammeln zu können, das eine neue Verhandlung ermöglichen würde WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG Ultraschall-Bohrmaschine Eine neuartige, in ihren Anwendungsmöglichkeiten einzigartige UltraschallBohrmaschine brachte die Firma Dr. Lehfeld& Co. unter der Handelsbezeichnung DIATRON heraus. Ein durch Ultraschallwellen zu Schwingungen in seiner Längsrichtung angeregter Bohrer aus weichem Stahl oder Messing bohrt und schleift mittels einer Dispersion von Borkarbid oder Diamantstaub in Wasser die härtesten Werkstoffe, wie gehärteten Werkzeugstahl, Hartmetall, Glas, Porzellan, Edelsteine und dergleichen. Es lassen sich Bohrungen mit großer Präzision erzielen. Hartmetall-Matrizen zum- Stanzen kleiner Zahnräder sind in einem einzigen, nur wenige Minuten dauernden Arbeitsgang herzustellen. Bunte Röntgen-Bilder Der Radiologe Dr. Louis J. Bonann von der Medizinischen Akademie in Los Angeles entwickelte ein neuartiges Verfahren zum Anfärben frisch entwickelter Röntgenfilme. Durch die Anfärbung werden die Schattenunterschiede der Aufnahmen verstärkt und dadurch die diagnostische Auswertung der Bilder erleichtert und verbessert. Wasserdichte Dachhaut Zur Ausführung wasserdichter Bedachungen usw. wurde nach einer Meldung aus„Technik und Forschung“ eine Dachhaut entwickelt, die aus einer hauchdünnen, beiderseitig mit Jutegewebe kaschierten Kunststoff-Folie besteht, die— eingebettet in einer Spezialmasse— auf dem Dach nahtund fugenlos verlegt wird. Das Material ist so modellierfähig, daß sich damit sogar sämtliche Anschlüsse, Rinnenauskleidungen usw. herstellen lassen. Die Dachhaut kann auch bei steilen Flächen ohne Rücksicht auf den Neigungswinkel verlegt werden. Das Material eignet sich auch zur Herstellung von Grundwasserisolierungen, da die Isolierhaut einem Wasserdruck von über 7 atü standhält. Die KunststoffFolieneinlage ist widerstandsfähig gegen konzentrierte und verdünnte Säuren und Laugen sowie gegen Ole, Alkohole und Treibstoffe. Selbstmord im Hotel unerwünscht Die Formosanische Hoteliervereinigung hat in allen Hotels auf Formosa folgenden Anschlag anbringen lassen:„Sollten Sie Veranlassung haben, Ihrem Leben ein Ende zu setzen, dann tun Sie es, bitte, außerhalb des Hotels. Selbstmord innerhalb der Hotelräumlichkeiten verursacht der Hotelleitung nicht bloß erhebliche Kosten, sondern betrübt sie auch.“(lid) de France“ gibt an alle Schiffe weiter: „Wir suchen vergebens, aber wir suchen weiter!“ Auf ihm lastet eine schwere Verantwortung. Er hat 2000 Passagiere an Bord und muß die Verzögerung vor seiner Gesellschaft rechtfertigen. Um 22.22 Uhr meldet sein Funker Morsezeichen von dem bedrohten Schiff und die genaue Position. Dann kommt der Spruch:„Zweiter Offizier tot. Sind in kritischer Lage. Wie lange braucht ihr noch?“ Der zweite Offizier der „Greenville“ hatte einen Herzschlag erlitten und war von Bord gespült worden. Eine kritische Wendung tritt ein, als Captain Potamianos sein Schiff nicht aufgeben, sondern in Schlepptau genommen werden will. 6.10 funkt„Ile de France“ an „Greenville“:„Es besteht Gefahr, daß Ihr Schiff kentert!“ Und dann folgt ein Spruch, daß er nicht warten kann, sondern sofortige Entscheidung verlangt. Alle drei Minuten kommt diese Aufforderung. Doch erst 13.31 entscheidet man sich auf der „Greenville“:„Wir geben auf!“ Das Rettungsmanöver setzt ein. Um 14.20 sendet Theodossiou seine letzte Botschaft:„Alle Mann über Bord. Schalte ab.“ Die Matrosen mußten ins Wasser springen und wurden von Rettungsbooten aufgefischt, Nur einen 19jährigen Schiffsjungen, der nicht schwimmen konnte, spülten die Wellen fort. Um 17.18 Uhr hören alle wartenden Schiffe, daß die Rettungsaktion glücklich beendet sel. Der Duft reinen Tabaks verbürgt reinen Genuß Für die Red Rock werden nur naturwürzige VirginiaTabake ausgewählt. In ihrer ursprünglichen Reinheit- ohne tabakfremde Zusätze und ohne künstliche Aromastoffe- bietet Ihnen diese Ciga rette einen reinen Genuß. Auch ihre Be kömmlichkeit ist in ihrer Reinheit begründet A 4 SOS aus Florenz für Mario Muriconi Funk-Amateur rettete italienischen Jungen Friedrich Hörning aus Steinheim(Kreis Höxter) rettete bereits mehrere Menschen aus Todesgefahr Notruf nach Medikamenten auf Ultra-Kurzwelle Höxter(Weser).— Das Hospital Massa bei Florenz hat dem deutschen Amateurfunker Friedrich Hörntng aus Steinheim(Kreis Höxter) für seine Hilfe bei der Errettung des lebensgefährlich erkrankten sechsjährigen Knaben Mario Muriconi aus Florenz gedankt. Wie die Funküberwachungsstelle Mönkeberg bei Altenbeken am Dienstag bestätigte, hatte Hörning vor einigen Tagen einen dringenden ärztlichen Notruf aufgefangen, der alle italienischen Funkamateure aufforderte, zur Rettung des Knaben ein bestimmtes Serum zu beschaffen. Hörning erkundigte sich sofort beim nächsten Apotheker nach der Herstellerfirma. Wenige Stunden später ging das Serum von Marburg nach Frankfurt und auf dem Luftweg weiter nach Florenz. Der Junge wurde, wie der Brief aus Massa jetzt bestätigte, gerettet. Prof. Dr. Robert Ellscheidt in der neuesten Ausgabe der Werkszeitung „Rheinrohr“ derRheinischen Röhrenwerke AG in Mülheim(Ruhr) mit, er sei von Fritz Thyssen seinerzeit zu dieser Erklärung ermächtigt worden. Dieses Angebot habe jedoch in jener Zeit keinen Widerhall finden können, da damals kein Gesprächspartner vorhanden gewesen sei, der die Stimme eines deutschen Unternehmers berücksichtigt haben würde. Hörnig hatte bereits 1952 einem Menschen das Leben gerettet. Damals fing er einen Funkspruch aus Tanger(Nordafrika) auf. Er konnte innerhalb von zwei Tagen von einer Hamburger Firma ein Mittel gegen eine schwere Gehirnhautentzündung per Flugpost nach Innerafrika vermitteln. 1953 half er einer Frau aus Witten(Ruhr), der er ein Präparat gegen Krebs aus Wien verschaffen konnte. Nur einmal, vor etwa zwei Jahren, war die Hilfe des Steinheimer Amateurfunkers umsonst: ein in Afrika angefordertes Medikament konnte nicht geliefert werden, weil es in der damaligen Form für die Krankheit noch nicht vorgesehen war. Dasein noch schwerer als es ohnehin sei. Bedrohlich sei bei dieser Entwicklung vor allem, daß die Strafanstalten bequem die Preise unterbieten können. So seien es also ausgerechnet Sträflinge, die dem blinden Handwerker das Brot und den Lebensinhalt raubten, die Sträflinge könnten sehen, seien zu Betriebsgruppen zusammengeschlossen und hätten Anschluß an die Industrie und eigene Werkstattmöglichkeiten. Sie seien wahrhaftig nicht auf das Bürstenmachen angewiesen. DRK Westfalen-Lippe betreute 43 000 Menschen Fritz Thyssen wollte Vermögen opfern Münster.— 43 418 Hilfsbedürftige wurden im vergangenen Jahr in der offenen Fürsorge in den Beratungsstellen der Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes in WestfalenLippe betreut. Wie es in einem am Mittwoch in Münster veröffentlichten Rückblick des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe für 1953 heißt, waren 60 Prozent der Betreuten Flüchtlinge. Auf die allgemeine wirtschaftliche Fürsorge des DRK-Landesverbandes kamen fast 113 000 Hilfsbedürftige, die mit Sach- und Geldspenden im Wert von zusammen fast 1,3 Millionen Mark unterstützt wurden. Sträflinge nehmen Blinden das Brot Bielereiu.— Das in Bielefeld erscheinende Verbandsorgan des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands,„Der Kriegsblinde“, hat am Mittwoch gegen den zunehmenden freien Verkauf von Matten und Bürsten durch die Strafanstalten protestiert. Die Strafanstalten machten hiermit den blinden Handwerkern das Mülheim(Runri.— Der 1951 in Argentinien verstorbene deutsche Großindustrielle Dr. Fritz Thyssen wollte, wie erst jetzt bekannt wird, nach dem Kriege auf sein gesamtes Vermögen verzichten und seine Beteiligung an den Vereinigten Stahlwerken zur Verfügung stellen, wenn dadurch die Demontage der August-Thyssen-Hütte in Duisburg-Hamborn hätte vermieden werden können.— Als damaliger Vermögensverwalter und Testamentsvollstrecker teilt der Kölner Rechtsanwalt Mörder schlief im Haus seines Opfers Heide.— Der nach mehrtägiger Fahndung Schornstein fiel ins Ehebett Glückim Unglück hatte das Ehepaar Peek in Luthe bei Hannover. Der Schornstein ihres baufäiligen Fachwerkhauses wurde on einem Windstoß umgeworfen, stürzte durch das Hausdach, durchschlug den Dachboden und fiel im Schlafzimmer des Ehepaares genau ins Ehebett. Zehn Zentner etwa wog der Koloß aus Backsteinen. Glücklicherweise war das Ehepaar eine halbe Stunde vorher aufgestanden... Verkaufserlöse für sich verbraucht Millionen-Betrag aus alten Säcken Geschäftsführer der Emballagen-Gesellschaft im Gerichtssaal verhaftet Düsseidori.— Vor der Dritten Großen Strafkammer am Landgericht Düsseldorf hat am Dienstag der Prozeß gegen den 47 Jahre alten Adolf Endler aus Ratingen, Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma Emballagen-Verwertungsgesellschaft in Ratingen, begonnen. Ihm war von 1947 bis 1949 die treuhänderische Erfassung der im Bundesgebiet anfallenden und aus Globaleinfuhren der Ernährungswirtschaft stammenden Gewebesäcke und Gewebeumhüllungen übertragen worden. Laut Anklageschrift hat er die von den Sacksammelstellen an seine Firma gesandten Verkaufserlöse in Höhe von rund 1,6 Millionen Mark nicht bei der Bank deutscher Länder abgeliefert, sondern sie für eigene Zwecke verbraucht. Der Angeklagte gibt an, verschiedentlich Versuche zur Abrechnung unternommen zu haben, er habe jedoch nicht feststellen können, welche Behörde oder Bank dafür zuständig war. Zeugen aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft und der Konkursverwalter der seit 1952 im Konkursverfahren stehenden Firma Adolf-Endler-GmbH legten dem Gericht Aktennotizen und Kontoauszüge vor, nach denen der Angeklagte den Verkaufserlös als„außerordentlichen Ertrag zur Hebung der Kreditwürdigkeit seines Unternehmens“ umgebucht hat. Endler wurde am Schluß der Verhandlung wegen Verdunkelungsgefahr im Gerichtssaal verhaftet. Der Prozeß wird am Freitag fortgesetzt. Montag unter heftigen Krämpfen gestorben. Eine Obduktion der Leichen und die Untersuchung des Inhalts von Gewürzflaschen soll jetzt nähere Aufschlüsse geben. am Dienstagabend bei Lüdersbüttel im Kreis Norderdithmarschen unter Mordverdacht festgenommene Landarbeiter Willi Janssen hat zugegeben, die 78jährige Witwe Auguste Holtorf in seinem Heimatort Österborstel ermordet zu haben. Am Freitag voriger Woche ist er in den spöten Abendstunden durch das offenstehende Speisekammerfenster in das Haus der Witwe eingestiegen, weil er sich Geld und Lebensmittel verschaffen wollte. Mit den Händen erwürgte der Neunzehnjährige die schlafende Frau und verbarg sein Opfer dann im Keller in einer als Kartoffelkiste dienenden Truhe. Aus den Lebensmittelvorräten der Ermordeten bereitete sich Janssen eine Mahlzeit aus 6 Eiern, Schmalz und Brot. Dann schlief er auf dem Sofa im Wohnzimmer bis zum nächsten Vormittag. Bevor er floh, stahl er ein Sparkassenbuch und 21 Mark Bargeld. Zeugenaussagen im Merck-Prozeß: Unterschriften unter Druck Um die Enteignung der Tochtergesellschaft in Barcelona Explosion im Speditionslager Einbeca.— Eine Explosion von etwa hundert Sauerstoff- und Propangasbehältern verursachte am Dienstagabend im Lager einer Speditionsfirma in Einbeck(Niedersachsen) einen Großbrand. Ein Feuerwehrmann, ein junger Mann und drei Frauen wurden leicht verletzt. Der Feuerwehr gelang es, den Brand nach eineinhalb Stunden einzudämmen und die alten in der Nähe befindlichen leicht brennbaren Häuser zu retten. Die Ursache des Explosionsunglücks ist noch ungeklärt. Der Umfang des Schadens ist noch nicht zu übersehen. Wallfahrt nach Werl der Heimatvertriebenen Werl.— Das St.-Hedwigswerk der Erzdiözese Paderborn unternimmt am 20. Juni eine Wallfahrt zum Gnadenbild der Muttergottes in Werl für Heimatvertriebene aus Nordostdeutschland, Danzig, Pommern, Schneidemühl und Berlin und für Sowjetzonenflüchtlinge. Das feierliche Levitenamt und die Predigt hält der Kapitelsvikar Polzin(Berlin), früher Schneidemühl. Darmstan— In dem Schadenersatzprozeß, den sieben spanische Aktionäre gegen die Chemischen Werke E. Merck in Darmstadt führen, wurde am Montag vor der ersten Darmstädter Zivilkammer beim Landgericht in Darmstadt mit der Beweisaufnahme begonnen. Die spanischen Aktionäre erklären ihren Anspruch auf Schadenersatz damit, daß die spanische Regierung die frühere Merck-Tochtergesellschaft in Barcelona mit der Begründung enteignen will, daß die Merck-Werke im Jahre 1946 amerikanischen Beauftragten erklärt hätten, daß die Gesellschaft in Spanien noch nach dem Kriege deutsches Eigentum gewesen sei. Am Montag erklärte der Oberbürgermeister von Darmstadt, Dr. Ludwig Engel, als Zeuge, daß der amerikanische Vertreter Irving Schiffman 1946 durch sein robustes Auftreten keinen Zweifel darüber habe aufkommen lassen, was geschehen würde, wenn die den Merck-Direktoren vorgelegten Dokumente ohne Unterschrift blieben. Der Amerikaner Schiffman hatte von den Merck-Direktoren Dr. Otto Henkel und Dr. Leichspanische Firma Productus Quimico-Pharmazeuticos S. A., Barcelona, die den Klägern gehört, gefordert und erhalten. Der damalige Anwalt der Merck-Direktoren, Dr. Engel, bestätigte als Zeuge vor Gericht, daß in der damaligen Situation eine Verweigerung der Unterschrift zwangsläufig eine Verhaftung der Direktoren zur Folge gehabt hätte. Der Prozeß, der im Januar 1953 begonnen hat, wird vermutlich noch mehrere Monate dauern. Selbstmord im Lunapark senring eine Generalvollmacht für die Essen.— Im Lunapark des Stadtteils Essen-Borbeck wurde am Mittwochabend die Leiche eines unbekannten, etwa 35 bis 38 Jahre alten Mannes aufgefunden. Nach Mitteilungen der Polizei liegt Selbstmord durch Erschießen vor. Neben der Leiche lagen eine 7,65-mm-Pistole und ein schwarzlackiertes Damenfahrrad. Der Tote, der weder Papiere noch Geld bei sich trug, konnte bisher noch nicht identifiziert werden. Die Polizei bittet die Bevölkerung auch in den Nachbarstädten, bei der Aufklärung des Leichenfundes mitzuhelfen. Alef:„Lebensversicherung“ abschließen Was wird aus Bonn am„Tag X"? Vorsorge für ungewisse Zukunft (VON UNSEREM BONNER IP Wunsch der Wirtschaft: eine kommunale Union KORRESPONDENTEN) Raubüberfall mit Pistolen Uelzen.— Zwei bewaffnete Männer überfielen in der Nacht zum Mittwoch in Schickau im Kreis Uelzen einen Gastwirt und raubten aus der Kasse seines Lokals 90,— Mark. Nach der Tat flüchteten sie mit einem Motorrad. Die etwa 30 bis 40 Jahre alten Räuber waren abends in die Gastwirtschaft gekommen und hatten mehrere Glas Bier getrunken. Als die übrigen Gäste das Lokal verlassen hatten, zogen sie plötzlich Pistolen und forderten die Herausgabe der Kasse. Bonn.— Der kluge Mann baut vor— zumal dann, wenn es um Existenzfragen geht. Zu diesen klugen Männern, die nicht nur an das Heute, sondern auch an das Morgen und sogar schon an das Übermorgen denken, gehört in Bonn der Syndikus Dr. Hermann Alef, Hauptgeschäftsführer der Bonner Industrie- und Handelskammer. Seine Sorge und— aus dieser erwachsend— sein Wunsch nach Vorsorge gilt der Frage: Was wird aus Bonn, wenn der„Tag X“, der Tag der deutschen Wiedervereinigung, Wirklichkeit wird und die Liquidierung der Bundeshauptstadt die Bonner Wirtschaft etlicher ihrer belebendsten Kräfte beraubt? Und nicht nur in der Wirtschaft— bis zur letzten Zimmervermieterin hinunter würde das Ende der Regierungskonjunktur, das große Kofferpacken sich gehörig bemerkbar machen. — 2) Zum Sonntag wöscht mon gern das Haar Elido wäscht es wunderbar FLIDA Spezial Shampoo für helles und dunkles Hoor Doppel-Giftmord in Walporzheim Ahrweiler.— Die 48 Jahre alte Julia Monreal aus Walporzheim(Kreis Ahrweiler) wurde am Dienstagabend unter dem Verdacht verhaftet, ihren Mann und ihre Schwiegermutter vergiftet zu haben. Beide waren am Das ökonomische Rezept, mit dem Dr. Alef die Geister einer ungewissen Zukunft bannen zu können hofft, ist nun allerdings weniger seinen Mitbürgern als vielmehr den Lokalpatrioten der Bonn umgebenden Gemeinden zur Befolgung anempfohlen. Er wendet sich an die Stadtväter Godesbergs, des am jenseitigen Rheinufer gelegenen Städtchens Beuel und anderer landeinwärts und rheinaufwärts befindlicher Orte mit dem Appell, sich mit Bonn zu einer„Not- und Gefahrengemeinschaft“ zu vereinigen, zu einer„kommunalen Union“ oder, wie Dr. Alef das befürwortete Gebilde noch nannte, zu einer„Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit“. „Ein Statut müßte geschaffen werden“, argumentierte der vorausblickende Wirtschaftsmann,„das die dem erweiterten Bereich Bonns gestellten Aufgaben festhält, sie in Verbindung zueinander setzt und ihre Durchführung der Finanzkraft aller beteiligten Gemeinden anvertraut. Die Regie solch eines Ineinanderspiels aller Kräfte zu einem Ziel hin, nämlich dem Raum der Haupstadt größere kommunalwirtschaftliche Tragfähigkeit zu geben, kann allerdings nur einer übergeordneten Stelle übertragen werden.“ Der Gedanke Dr. Alefs, der von der Tatsache ausgeht, daß Bonn seine wesentliche Wirtschaftskraft nicht aus der Produktion, sondern aus dem Verbrauch bezieht, ist nun keineswegs neu. Ähnliche Bestrebungen, in einem Falle jedoch sehr viel mehr von kommunalpolitischen Erwägungen bestimmt, zielen seit Jahr und Tag aus den Bonner Rathauszimmern auf die Eigenständigkeit der bundeshauptstädtischen Randgemeinden, die sich bisher gegen derlei Aspirationen jedoch mit Erfolg verwahrten. Sie wollen, so scheint es, wohl von der vergänglichen Blüte Bonns profitieren, nicht aber in einen gemeinsamen Stadttopf zahlen und sich auf Gedeih und Verderb mit dem Schicksal der provisorischen Metropole verbinden. Vielleicht, daß sie der jetzt von einem nüchternen Wirtschaftssprecher unterbreitete Kompromiß einer ökonomischen Zweckgemeinschaft unverdächtiger dünkt— das wird sich zeigen, wenn die Gemeinderäte den Vorschlag Dr. Alefs unter die kommunalpolitischen Brillengläser genommen haben. Sprengstoffattentat in Nürnberg aufgeklärt München.— Das Sprengstoffattentat in einem Nürnberger Tanzlokal, das am 20. Februar drei Todesopfer forderte, ist nach einer Mitteilung des Bayerischen Landeskriminalamtes von dem 25jährigen Geisteskranken Horst Schlenk verübt worden. Schlenk wurde am 12. April getötet, als er in seinem Zimmer in Nürnberg mit einer anderen Granate hantierte. Damit wurde vom Landeskriminalamt ein Verbrechen aufgeklärt, des monatelang die Nürnberger Bevölkerung beschäftigte. „Bruch“ = An die falsdie Adresse geriet ein 31jähriger =** Manu, der in der Nacht zum Mittwoch in Haiburg-Altona zwei Zivilfahnder der Polizei für„Zunftkollegen“ hielt und sie aufforderte, gemeinsam mit ilim in eine Gastwirtschaft einzubredien. Er war den Beamten durch sein verdädtiges Verhalten vor der Gastwirtschaft aufgefallen. Nachdem sie den Mann fast drei Stunden beobachtet hatten, später auch melrere Male an ihm vorbeigegangen waren, sprach er sie au und meinte:„Na, ilr wollt gewiß auch einen Bruch machen!" Er zeigte ilinen Brecheisen und Dietriche, mit denen er in die Gastwirtschaft eindringen wollte. Die „Zunftkollegen“ nahmen ihn fest. Stadiverwaltung requiriert Wasser Behörden streiten sichder Gast ist der lachende Dritte Lüdenscheid.— Im Juli 1953 hatte das Stadtparlament die Aufhebung der Getränkesteuer beschlossen. Diesen Beschluß beanstandete der Oberstadtdirektor in Lüdenscheid mit der Begründung, daß die Gemeinde nicht ohne weiteres auf Einnahmen verzichten könne, weil die gesetzlich vorgesehenen Rücklagen noch nicht aufgefüllt seien. Der Reglerungspräsident in Arnsberg als Aufsichtsbehörde erklärte den Beschluß des Stadtparlaments für ungültig und verlängerte ohne Beschluß des Rates die Getränkesteuerordnung der Stadt Lüdenscheid, die am 31. März 1954 abgelaufen wäre, bis zum 31. Mai 1955. Dageger hat der Rat der Stadt Klage beim Verwaltungsgericht in Arnsberg erhoben. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Außerdem haben die Wirte in Lüdenscheid gemeinsam Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Reglerungspräsidenten beim nordrhein-westfälischen Innenminister eingelegt. Auch darüber ist noch nicht entschleden. Die Wirte haben nun erklärt, daß sie keine Getränkesteuer mehr an die Stadt zahlen und haben die Preise für steuerpflichtige Getränke entsprechend gesenkt. Wie die Stadtverwaltung in Lüdenscheld am Dienstag erklärte, wird sie aber weiterhin die Zahlung der Getränkesteuer fordern. Hannover.— Eine Wasserader, die bei Ölbohrungen auf dem Grundstück einer Bäuerin in Bergkirchen(Kreis Grafschaft Schaumburg) entdeckt worden war, ist jetzt zum Streitobjekt zwischen ihr und der Stadtverwaltung der einen Kilometer entfernt liegenden Stadt Sachsenhagen geworden. Auf die Kunde von der Entdeckung der Wasserader hatte die Stadtverwaltung sofort einen Arbeitstrupp an die Bohrstelle geschickt, der eine Rohrleitung auf ein städtisches Grundstück legte, um das kostbare Naß für Sachsenhagen nutzbar zu machen. In Sachsenhagen herrscht gegenwärtig außerordentlich großer Wassermangel.— Die Bäuerin ist mit dem Vorgehen der Stadtverwaltung nicht einverstanden. Sie hat Klage vor dem Verwaltungsgericht Hannover erhoben, weil sie das Wasser zum Tränken ihres Viehs verwenden will. Rat und Verwaltung von Sachsenhausen glauben sich zu der Wasserentnahme wegen eines „akuten öffentlichen Notstandes“ berechtigt. S Er340 C a0 Überall und jederzeit schafft SUNLICHT SEIFE Sauberkeit! lstzt auch in Ihrem Haushaft gründliche Reinigungskroft, schonende Milde, sonnenfrischer Ooft der voll schoumenden Senlicht Seife Favoritensiege- aber mit viel Mühe Auftakt zur Fußball-Weltmeisterschaft— Siege durch Uruguay, Brasilien, Österreich und Jugoslawien DER WELTMEISTERPOKAL Unser Bild zeigt den Cup Jules Rimet, der dem Sieger der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz überreicht wird. Der Pokal befand sich seit 1950 im Besitz Uruguays, das ihn im Endspiel gegen Brasilien gewann. Er hätte den FIFA-Satzungen gemäß bis zum 31. Dezember 1953 zurückgegeben werden müssen. Doch die Uruguayer brachten ihn erst bei ihrer Ankunft in der Schweiz mit. Ein Vertreier der uruguayischen Fußballer soll geäußert haben, eine Rückgabe sei eigentlich nicht notwendig, da Uruguay den Pokal mit Sicherheit wiedererringen würde. Die neue Landesliga Es bleibt bei 5 Staffeln Kaiserau. Nach Durchführung des Auf- und Abstiegs sieht die westfälische Landesliga im kommenden Spieljahr folgende Einteilung: Staffel 1: SpVg Beckum, VfJ Paderborn, VfB Bielefeld, VfB Herford, Borussia Lippstadt, Westfalia Brackwede, SVA Gütersloh, TSV Detmold, SpVg Rheda, VfL Geseke, Fichte Bielefeld, SC Oelde, SG Bünde und SV Brackel. Staffel 2: Spfr Siegen, Menden 09, SSV Niederschelden, TuS Eiringhausen, RSV Höh, Hüsten 09, Lüdenscheid 08, Jahn Werdohl, ASSV Letmathe, RSV Eiserfeld, Spfr Neheim, Spfr Holthausen, SV Brilon 20 und VfL Klafeld-Geisweid. Staffel 3: VfB Habinghorst, Eintracht Gelsenkirchen, SpVg Röhlinghausen, ArminiaIckern, SV Langendreer 04, Wanne-Eickel 28, SV Höntrop, Castrop 02, SSV Hagen, Union Günnigfeld, Spfr Wanne-Eickel, TuS Ennepetal, SV Ehrenfeld, SV Langendreer 07, Fichte Hagen. Staffel 4: SV Ibbenbüren, SC Buer-Hassel, TuS Haltern, SV Zweckel, Germania Datteln, SpVg Marl, Union Recklinghausen, Spfr Gladbeck, BV Selm, BV Rheine 10, Eintracht Ahaus, SpVg Emsdetten 05, SV Erle 08, SC Greven 09. Staffel 5: TuRa Bergkamen, SV Herringen, Dortmund 95, FV Hombruch 09, Eving-Lindenhorst, SV Bockum-Hövel, SuS Kaiserau, VfL Altenbögge, SV Schüren, TBV Mengede, Germania Hamm, BV Brambauer, SG Massen und VfL Hörde. Zürich. Der erste Tag der Fußballweltmeisterschaft 1954 brachte am Mittwoch in vier verschiedenen Städten der Schweiz Siege der Favoriten, wenn auch mit Frankreich eine der„gesetzten“ Nationen durch Jugoslawien eine 0:1-Niederlage erlitt. Die Ergebnisse vom Mittwoch: Frankreich—Jugoslawien 0:1(0:1) Österreich—Schottland 1:0(1:0) Uruguay—Tschechoslowakei 2:0(0:0) Brasilien—Mexiko 5:0(4:0) Am Donnerstag beginnt auch Deutschland seine Spiele. In Bern ist die Türkei der erste Gegner. Die übrigen Paarungen für Donnerstag: Italien—Schweiz, Ungarn gegen Korea, England—Belgien. Nicht überzeugend Jugoslawien— Frankreich 1:0(1:0)) Lausanne. Mit der feierlichen Eröffnung im Olympischen Stadion La Pontaise von Lausanne begann die Weltmeisterschaft. Zu den vier Vorrundenspielen kamen insgesamt 83 000 Zuschauer. Das 1:0 der Jugoslawen kommt keineswegs überraschend. Es gab einige wenig schöne Szenen. Beide Mannschaften spielten kompromißlos hart, aber der Walliser Schiedsrichter Griffiths griff sehr scharf durch. Die stark verjüngte französische Elf, die von zahlreichen Landsleuten stürmisch angefeuert wurde, verlegte sich zu sehr auf Einzelaktionen, die bei der aufmerksamen Deckung der Jugoslawen mit dem riesigen Stopper Horvat als Mittelpunkt keine Aussicht auf Erfolg hatten. Aber auch die Jugoslawen überzeugten nicht. Sie hatten zwar in Cajovski einen Aufbauläufer, der mit seinem Aktionsradius einfach überall war, aber die beiden Außen hielten schlecht Platz. Im Tor der Franzosen erwies sich Remetter als sehr zuverlässig. Das Tor fiel in der 14. Minute durch Vukas. Knapper Sieg Österreichs Schottland 1:0(1:0) geschlagen Zürich. Österreich hatte in fünf Länderspielen mit Schottland noch keine Niederlage erlitten, und es konnte diese Tradition auch am Eröffnungstag behaupten. Österreichs knapper Sieg war auf Grund der besseren Leistung in der zweiten Halbzeit verdient, während vorher die Schotten das Übergewicht Von Buchwaldt absolvierte im Stechen als einziger den Parcours fehlerfrei. Orient unter H. G. Winkler machte zwar vier Fehler, doch reichte es noch zum zweiten Platz vor dem Engländer Robertson auf Graven. Der Sieg von Buchwaldts wurde von Tausenden von Zuschauern begeistert bejubelt. Franco, der der Veranstaltung mit dem ganzen Kabinett beiwohnte, überreichte dem Sieger unter den Klängen des Deutschlandliedes den Pokal, der seinen Namen trägt. Die Prüfung wurde als Springen der Klasse S ausgetragen. hatten, aber an ihren schußschwachen Stürmern scheiterten. Insgesamt sahen die 18 000 Zuschauer kein Spiel von Klasse. Das siegbringende Tor des österreichischen Halblinken Probst fiel in der 33. Minute, zu einem Zeitpunkt, als die Schotten klar überlegen spielten und kurz hintereinander drei Torchancen verpaßten. Bis dahin wirkten die Schotten konzentrierter und sachlicher. Die zweite Halbzeit sah dann die Österreicher immer stärker im Angriff, bis sich in den letzten Sekunden eine große Chance für die Schotten ergab, die Torwart Schmied zunichte machte. Die besten Spieler Österreichs waren der Verteidiger Hanappi, Mittelläufer Happel, linker Läufer Koller und im Sturm der unermüdliche Schleger. Bei den Schotten zeichneten sich der überragende Kapitän Cunningham(Verteidiger) und Fernie(Halbrechter) aus. Favorit nervös Brasilien— Mexiko 5:0(4:0) Genf. Die vielen brasilianischen Schlachtenbummler unter den 13 000 Zuschauern waren mit dem Start ihrer Mannschaft keineswegs zufrieden. Die Südamerikaner begannen ausgesprochen nervös und konnten manche Chance nicht zu Toren verwerten, weil die Stürmer schlecht schossen. So war es ein Glück, daß die Hintermannschaft bei den gefährlichen Steildurchbrüchen der Mexikaner die Ruhe behielt. In der zweiten Hälfte kamen die Mexikaner stark auf, spielten aber zu planlos. Uruguay nicht meisterlich 2:0(0:0) gegen die Tschechoslowakei Bern. Der Start des Weltmeisters vor 25 000 Zuschauern war keineswegs weltmeisterlich. Uruguay tat sich gegen die Tschechen ungemein schwer, und es sah weit über eine Stunde nach einer Überraschung aus. Erst nach dem Führungstor des Mittelstürmers Miguez kamen die Südamerikaner besser zum Zuge und dann zum klaren 2::0-Erfolg. Man sah einige schöne Kombinationszüge, ohne daß der Gesamteindruck allzu imponierend war. Die überragenden Spieler bei Uruguay waren Santamaria(rechter Verteidiger), Vaela (Mittelläufer) und im Sturm der großartige Techniker Schiafino(halblinks). Die Tschechen stellten eine sehr nüchtern spieiende Mannschaft, die ganz auf Abwehr eingestellt war und ihre Aufgabe lange Zeit glänzend erledigte. Die überragenden Spieler waren Mittelläufer Hledik und der rechte Läufer An dem ersten Durchgang beteiligten sich 33 Reiter aus fünf Nationen. Nur sechs Teilnehmer beendeten den schweren Kurs fehlerlos, darunter auch von Buchwaldt und Winkler. Das Stechen hätte kaum dramatischer sein können, Von Buchwaldt gelang als einzigem hinter dem Portugiesen Almeida ein fehlerfreier Ritt. Der Olympiasieger D'’Oriola gab auf, nachdem er mit Charleston ein Gatter gerissen hatte. H. G. Winkler ritt als letzter Teilnehmer des Stechens noch bis zum vorletzten Hindernis fehlerfrei, dann riß Orient mit der Hinterhand die Stange. Tranka. Die Tore fielen in der 70. Minute durch Miguez mit Kopfball und in der 84. Minute durch Schiafino mit 25-Meter-Freistoß. Klar für neue Saison Tischtennisklassen und Ranglisten Düsseldorf. Auch in der kommenden Saison wird in der Tischtennis-Oberliga West in zwei Gruppen gespielt, da sich sämtliche Vereine für deren Beibehaltung aussprachen, Gruppe Ost: VfL Bochum, TTV Metelen, Preußen Lünen-Horstmar, ETuS Wanne. VfL Hagen, Schalke 04, SSV Hagen, TTC Asseln, ESV Hamm und Rotweiß Bottrop. Gruppe West: TTF Poppelsdorf, DTC Kaiserberg, Alemania Aachen, SW Wuppertal, Borussía Düsseldorf, Roland West Köln, Rheydter SV, TB Oberhausen, TuSa Düsseldorf und Remscheid 61. Damen: TTC Bottrop-Eigen, DTC Kaiserberg. Union Wuppertal, Preußen Krefeld, SG Dülken, Borussia Düsseldorf, VfL Solingen-Gräfrath, Blau-Weiß Krefeld. Blau-Gelb Überruhr und SuS Bielefeld. Die westdeutsche Tischtennis-Rangliste hat folgendes Aussehen: 1. Vossebein(Bochum), 2. Straub(Poppelsdorf), 3. bis 5. Braun (Wanne), Harmansa(Bochum), Junggeburth (Aachen), 6. bis 8. Ilberg(Hagen), Hoffmann (Poppelsdorf), Schippers(Rheydt). Damen: 1. Capellmann(Aachen), 2. bis 3. Kraska, Kazmierczak(Bottrop), 4. Schlerth(Wuppertal), 5. Schweinsmann(Wuppertal), 6. Beurschgens(Dülken). Vertreter von 25 europäischen FußbailLandesverbänden gründeten in Basel die Europa-Fußball-Union. Zweiter NSU-Sieg Auf dem nach etwa 30stündigem Regen trotz leichten Windes noch nassen und schlüpfrigen Clypse-Kurs fuhr Hollaus im Kampf gegen den Weltmeister von 1951, den MVAgusta-Werkfahrer Carlo Ubbiali, das Rennen seines Lebens und kam damit nach seinem Sieg im Eifelrennen zu seinem zweiten diesjährigen Erfolg. Nach dem Massenstart der 18 Fahrer setzte sich zunächst Werner Haas mit seiner NSU-Fox an die Spitze des Feldes, wurde jedoch schon in der ersten Runde beinahe ein Opfer der widrigen Straßenverhältnisse. In der spitzwinkligen Kurve bei Governors Bridge rutschte ihm die Maschine weg und Haas stürzte. Unverletzt nahm er jedoch unverzüglich das Rennen wieder auf, verlor die Führung aber an Hollaus. Haas vermochte auch in den beiden nächsten Runden nicht mehr in den Spitzenkampf zwischen Hollaus und Ubbiali einzugreifen, die sich von der vierten Runde ab in der Führung abwechselten und sich begeisternde Rad-an-Rad-Kämpfe lieferten. Eine schwierige S-Kurve wurde Haas zum Verhängnis. Er kam auf dem schlüpfrigen UM TELEGRAMMSVIL Der FC Schalke 04 hat die Verträge mit allen Spielern erneuert. Neue Verträge erhielten weiterhin vom eigenen Nachwuchs: Cornelissen, Piontek, Jagielski, Fatter, Hoelzermann und Zank. Der Zweitligist Wattenscheid 09 hat am 15. Juni, dem Stichtag für Vertragsabschlüsse, Teschner von Eintracht Gelsenkirchen, Halwas von Düren 99 und Meier von STV Horst neu unter Vertrag genommen. Zum Stichtag des 15. Juni hat der abgestiegene Oberligist Horst- Emscher die Kündigung von folgenden Spielern erhalten: Kelbassa, Reimann, Kempchen und Meier II. Vom Horster Vorstand sollen Kelbassa und Reimann keine Freigabe erhalten. Die Verträge mit Torwart Flotho, Lewandowski, Sense, Wieding und Meyer wurden nicht erneuert. Aus Anlaß des 80jährigen Jubiläums der deutschen Traberzucht und des deutschen Trabersportes haben der Westdeutsche Traber- Zucht- und Rennverein Gelsenkirchen und der Traberrennverein Recklinghausen ein„Deutsches- Traber- St.Leger“ ausgeschrieben, das am 12. September 1954 auf der Trabrennbahn Gelsenkirchen erstmals entschieden werden wird. Die durch Regen mehrfach unterbrochene Davispokal- Begegnung der Europazone wurde in Kopenhagen von Dänemark mit 4:1 gegen Ungarn gewonnen. Am sechsten Tag der Fechtweltmeisterschaften in Luxemburg fielen die Entscheidungen im Damen-Mannschaftswettbewerb auf Florett zugunsten Ungarns, während Italien, Frankreich und Deutschland die nächsten Plätze besetzten. Im MannschaftsDegenfechten wurde Italien wieder Weltmeister, nachdem Frankreich beim Stande von 1:9 im Endkampf aufgegeben hatte. auf der Insel Man Kurs erneut von der Straße ab und stürzte Haas blieb auch bei diesem zweiten Zwischenfall unverletzt, mußte jedoch aufgeben, da die Maschine stark beschädigt war. Nach H. P. Müller, der bereits in der dritten Runde aufgab, war somit das NSU-Werkteam auf zwei Fahrer zusammengeschrumpft. An der Spitze lieferten sich dagegen weiter Hollaus und Übbiali spannende Duelle. Mit nur wenigen Metern Abstand durchrasten diese beiden Fahrer die 17,3 km jeder Runde, wobei der Österreicher in den Kurven meist einige Meter gewinnen konnte. Auf den Geraden hingegen schien die italienische MV Agusta schneller. Wenige Kilometer vor dem Ziel löste sich Hollaus aus dem Windschatten Übbialis, den er dann schließlich im Ziel noch um rund 45 Meter schlagen konnte. Von den 18 gestarteten Fahrern beendeten nur sieben dieses Rennen. 10 Runden gleich 173,64 km: 1. Hollaus (Österreich) auf NSU 1:33:03,4 Stunden, gleich 111.96 km/st; 2. Ubbiali(Italien) auf MV 1:33:07,4, gleich 111,88 km/st; 3. Sandford (England) auf MV 1:37:35,8, gleich 106.77 km/st; 4. Baltisberger(Deutschland) auf NSL 105,86 km/st. Franco gratulierte v. Buchwaldt Ehrenpreis des spanischen Staatschefs— Zwei Deutsche erfolgreich Madrid. Zum ersten Male während des Internationalen Reitturniers in Madrid stieg die deutsche Flagge am Siegesmast empor: nach dem Sieg von Buchwaldts mit Jaspis im schweren Jagdspringen um den Ehrenpreis des Staatschefs Franco, der zum zwölften Male ausgeritten und zum ersten Male von einem Deutschen gewonnen wurde. Diesmal gewann Hollaus— Haas durch Sturz ausgeschieden Douglas(Insel Man). Das Rennen der Ultra-Lightweight-Maschinen(125 com) bei der Tourist Trophy auf der Insel Man endete am Mittwoch auf dem erstmalig befahrenen Clypse-Kurs(17,360 km) mit einem Sieg des österreichischen NSU-Werkfahrers Hollaus, der nach scharfen Zweikampf den italienischen Ex-Weltmeister Carlo Ubbiali mit seiner MV Agusta auf den zweiten Platz verwies.— Nach dem Sieg von Werner Haas(Deutschland) am Montag in der Lightweight-Trophy kam damit das Neckarsulmer Werk zu einem zweiten großen Erfolg bei diesem wohl schwersten Motorradrennen der Welt. WIRVSCHAFV UND ARBEIT Fleischwaren-Export stark vermehrt Sonnemann: Ausschlaggebend für Rentabilität der Landwirtschaft Hamburz— Bei der Bedeutung des Fleischwarenexports für die Volkswirtschaft der Bundesrepublik könne die deutsche Fleischwarenindustrie auch in Zukunft damit rechnen, daß das Bundesernährungsministerium gemeinsam mit den Betrieben der Fleischwarenindustrie Wege suchen werde, um den Export aufrechtzuerhalten, erklärte Staatssekretär Dr. Sonnemann(Bundesernährungsministerium auf der Jahresversammlung der Fleischwaren-Export-Gesellschaft(FEG) in Bad Neuenahr. Die Bemühungen des BEM gingen besonders dahin, die deutschen Exportbedingungen denen der anderen Länder anzupassen. Sonnemann wies daraufhin, daß bei der weitgehenden Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung in der Bundesrepublik der Bedarf der Bevölkerung auf dem Gebiete von Vieh und Fleisch nahezu aus der eigenen Erzeugung gedeckt werden könne. Handelsvertragliche Verpflichtungen machten es aber notwendig, trotzdem aus dem Auslande einzuführen. Eine um so größere Bedeutung komme deshalb dem Export von veredelten deutschen Fleischwaren zu. Für die Rentabilität der deutschen Landwirtschaft sei die Pflege und Erhaltung der Auslandsmärkte von ausschlaggebender Bedeutung. Der Fleischwarenexport der Bundesrepublik hat sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres weiter aufwärts entwickelt und den Umfang der vorjährigen Vergleichszeit erheblich überschritten. Allein der Hauptexporteur, die FEG, der 50 namhafte Betriebe der deutschen Fleischwarenindustrie angehören und auf die rund 75 Prozent der deutschen Fleischwarenausfuhr entfallen, konnte von Januar bis Mai dieses Jahres 82 200 Kisten Fleischwaren exportieren gegenüber 53 300 Kisten in der gleichen Zeit des Vorjahres. Wie auf der Jahresversammlung der Gesellschaft zum Ausdruck kam, ist trotz der ständig zunehmenden Schwierigkeiten im Ausfuhrgeschäft, die in dem verschärften Wettbewerb auf den Auslandsmärkten und vor allem in der starken Exportförderung durch Dänemark und Holland begründet sind, mit einer günstigen Entwicklung im laufenden Jahr zu rechnen. Der Hauptgeschäftsführer der FEG, R. Drews. teilte mit, daß die deutschen Fleischwarenexporteure bestrebt sind, über die bisherigen Großabnehmer— die USA und Großbritannien— hinaus alle Märkte zu erschließen, die Absatzmöglichkeiten für Fleischwaren bieten. Dabei handele es sich um eine sehr langwierige Aufgabe, die nur langsam gelöst werden könne. Die Bereinigungsstelle für deutsche Dollarbonds in New York gab amn Sonntag bekannt, daß weniger als ein Prozent der zur Bereinigung angemeldeten Bonds ungültig selen, Illegale Bonds hätten kaum Chance, die Kontrolle zu bassieren. Amerikanische Bankiers gewännen zunehmend die Überzeugung, daß Kapitalanlagen in Deutschland ebenso sicher seien wie in den USA. Steuerfreiheit für kommunale Betriebe? Mannheim.— Die Steuerfreiheit für Betriebe, die öffentlichen Belangen dienen, wurde in der diesjährigen Hauptversammlung des Vereins für Kommunalwirtschaft und Kommunalpolitik am Dienstag in Mannheim gefordert. Der Direktor der Elektrizitäts-AG Mitteldeutschland, Heinrich Treibert (Kassel), begründete diese Forderung damit, daß eine Besteuerung der Elektrizitäts-, Gasund Wasserwirtschaft eine zusätzliche Belastung des Verbrauchers darstelle. In der Schweiz und in den USA seien solche Betriebe steuerfrei. Treibert sprach sich ferner für neue Unternehmensformen aus, da die kommunalen Wirtschaftsbetriebe, die in den meisten Fällen Regiebetriebe seien, schwerfällig und deshalb nicht konkurrenzfähig gegenüber den Betrieben der Privatwirtschaft seien.— Der Generaldirektor des Mannheimer Großkraftwerks, Professor Dr.-Ing. F. Marguerre, betonte, daß der weitere Ausbau der überkommunalen Zusammenschlüsse von Betrieben der öffentlichen Hand anzustreben sei. Zusammenschlüsse dieser Art führten zu Einsparungen an Kohle und Wasser. Essen.— Direktor Dr. Franz Große von der Gemeinschaftsorganisation Ruhrkohle („Georg“) in Essen setzte sich am Dienstag in der Zeitung„Bergbauindustrie“ dafür ein, daß dem Ruhrbergbau eine zentrale Verkaufsorganisation erhalten bleiben müsse. Das Sortenproblem schreibt der ehemalige Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der IG Bergbau in dem Gewerkschaftsorgan, sei ohne einheitliche Freisgestaltung nicht zu lösen. Vom Sortenproblem hänge die Lösung des Beschäftigungsproblems ab.„Gerade um das Beschäftigungsproblem zu lösen, ist eine einheitliche zentrale Organisation mit den Funktionen, die sie augenblicklich ausübt, notwendig. An den Funktionen kann im Prinzip nichts Entscheidendes geändert werden.“ Es sei sogar die Frage aufzuwerfen, ob die jetzt bestehende Aufteilung bei„Georg“ in sechs Verkaufsgruppen wirtschaftlich sinnvoll ist und nicht eine unnütze, den Verbraucher belastende Verteuerung darstellt. Wenn die Juristen der Hohen Behörde feststellen sollten, daß eine zentrale Lösung mit dem Vertrag über die Montan-Union nicht vereinbar sei, dann müßten alle verantwortlichen Mitglieder der Hohen Behörde offen Süßwaren für 1,4 Milliarden setzten die über 800 Betriebe der Süßwarenindustrie im Jahre 1953 ab. Die Produktion dieses Industriezweiges, der 55 000 Menschen beschäftigt, ist heute um über die Hälfte größer als 1936. Dies kommt auch im Verbrauch je Kopf zum Ausdruck, der erheblich über dem Stande von 1936 liegt und damit auch ein Zeichen des erhöhten Lebensstandards ist. aussprechen, daß man sich bei der Abfassung des Vertrages getäuscht habe und es ein Kardinalfehler des Vertrages sei, daß für Kohle, Eisen und Stahl dieselben Vertragsbestimmungen gelten sollten. Ein Vertrag, der sich auf wirtschaftliche Fragen erstreckt, sei kein Gesetzbuch, das man dem Buchstaben entsprechend auslegt.„Er kann nur aus der Sache heraus unter Berücksichtigung der wirklichen ökonomischen Gegebenheiten interpretiert werden.“ Viehmarkt Dortmund Dortmund. 16. Juni.(lnw)— Zum Dortmunder Nutz-, Zuchtvieh- und Ferkelmarkt wurden am Mittwoch 35 Stück Großvieh, 307 Ferkel und drei Kälber aufgetrieben. Es wurden notiert: Kühe Klasse I 1000 bis 1120 DM, Klasse II 825 bis 975 DM, Klasse III 675 bis 775 DM: Rinder nicht notiert. Tendenz: Marktverlauf schleppend, Qualität mittel, Die Notierungen für Ferkel(In DM): bis zu sechs Wochen 45,(6 bis 8) 47 bis 60,(8 bis 10) 60 bis 70,(10 bis 12) 70 bis 85. (12 bis 14) 85 bis 97. Läuferschweine 40 bis 50 Kilogramm 1,32 bis 1,38 DM. Tendenz: Marktverlauf mittel, Qualität gut, geräumt. Nächster Nutz-, Zuchtvieh- und Ferkelmarkt am 23. Junl. „Georg"-auch ein Beschäftigungsproblem Große: Zentrale Verkaufsorganisation für Steinkohle muß bleiben Bayer AG. exportiert 30,8 v.H. der Gesamtproduktion Anhaltende Umsatzsteigerung— 450,6 Millionen 1953 investiert Bei steigenden Rohstoffpreisen Fabrikationskosten gesenkt Leverkusen. Die Farbenfabriken Bayer-AG., Leverkusen, haben 1953 ihre Umsätze(alle Beträge in Millionen DM) auf 1025,1 gegenüber 866,9 im Geschäftsjahr 1952 erhöht, wird im Geschäftsbericht 1953 mitgeteilt. In den ersten fünf Monaten 1954 sind die Verkaufsergebnisse, wie Generaldirektor Professor Haberland ergänzend bekanntgab, gegenüber 1953 erneut um 10 Prozent gestiegen. 1953 wurden neue Farbstoffe, Pharmazeutika und Pflanzenschutzmittel auf den Markt gebracht und bestehende Produkte wesentlich verbessert. Auf dem Gebiet der Chemiefasern wurde Ende 1953 die Produktion von Perlonseide aufgenommen. Im April des neven Jahres liefen im Werk Dormagen nede Produktionsstätten zur Herstellung von Chemie-Acetat-Seide und Acryyl-Fasern an. Die Farbenfabriken Bayer beschäftigen jetzt fast 40 000 Menschen, davon mehr als 22 700 im Werk Leverkusen. 36,8 Prozent der Gesamtproduktion werden gegenwärtig exportiert. Im Interesse der Weiterführung bestehender Geschäfte müssen vielfach, wie im Jahresbericht hervorgehoben wird, Produktions- und Fertigstufen in die betreffenden Abnehmerländer verlagert werden. Im Berichtsjahr wurden bei allen Bayergesellschaften 98,8 investiert. Für 1954 sind Investitionen in noch größerem Umfang vorgesehen. Für die Beschaffung der Mittel wurde Vorsorge getroffen, an eine Kapitalerhöhung wird nach den Ausführungen Haberlands vorläufig nicht gedacht. Von der Währungsreform bis Ende 1953 haben die Farbenfabriken Bayer 450,6 investiert und 321,6 abgeschrieben. Die Ertragslage der Gesellschaft wird dadurch bestimmt, daß einige Kosten weiter angestiegen und die Preise für die Erzeugnisse rückläufig sind, aber die Fabrikationskosten pro Einheit gesenkt werden konnten. Der Jahresgewinn hat sich dementsprechend von 15,6 auf 27,2 erhöht. Für 1953 wird die Verteilung einer auf 7 Prozent erhöhten Dividende(im Vorjahr 4 Prozent) vorgeschlagen. Der Rohüberschuß nach Organschaftsabrechnung betrug am Berichtsjahr 461,6. Die gleichzeitig vorgelegten Geschäftsberichte der Agfa-AG., Leverkusen, und der Agfa-CameraWerk-AG., München, lassen eine günstige Geschäftsentwicklung mit steigenden Umsätzen erkennen. Bayer errichtet Fabrik in Argentinien Buenos Aires.— Die Farbenfabriken BayerAG., Leverkusen, werden nach Berichten aus Buenos Aires gemeinsam mit einer argentinischen Firma rund 650 000 Dollar zur Errichtung einer Farbenfabrik in Argentinien investieren. Ein entsprechendes Dekret ist im Amtsblatt der argentinischen Regierung im Einklang mit dem Gesetz zum Schulz ausländischer Kapitalanlagen veröffentlicht worden. Dem Dekret zufolge werden die Farbenfabriken Bayer 45 Prozent und der argentinische Partner 55 Prozent zum Kapital beisteuern. Das Werk soll in 18 Monaten produktionsbereit sein. Rheinisch-Westtälische Börse Düsseldorf, 16. Juni. Tendenz: Nach unsicherem Beginn lebhaft und fest. Industrie-Aktien Kaufhof 153 bz G Accu-Hagen 154 bz Krefft 59 bz Br AEG 129½ bz Mannesmann 1201 bz Allg. Hoch-& Ing. 101 G Mülheimer Berg 97½ bz Badische Anilin 145 bz Rhein. Braunkohle Balcke Maschinen 136 bzG 149% bz Bergbau Ewald Ludwig Rheinstahl 189½ bz 115 bz GRWE 143 bz BMW 86 bz Br Rheinmetall 17½ bz Bemberg 72 bz Rheinpreußen 119½ bz Beton-& Monier 132 G Rheinstahl-Union 133bzG Bosw.& Knauer 103 G Salzdetfurth 142½ BI Buderus 140 bz Br Burbach 122 Br Busch Jaeger 176 G Cassella 185 bz G Conti-Gummi 164 bz. Consolidation 104½ bz Daimler 127 bz G Demag 164½ bz G Dt. Conti Gas 145 b7. Dt. Erdól 119 bz Didier 154 bz G Dortm. Akt. Br. 168 G Dortm, Ritter Br.—G Dortm. Union 163 bz Dynamit Nobel 152 bz Schering 244 Br Schiess 122 bz Schwabenbräu 127 bz Siem. Stämme 154¾ bz Siem. Vorzüge 153¼ bz Stamag 115½ bz G Ver. Dt. Nickel 133 bz Ver. Rumpus 78 bz Ver, Stahlwerke 203½ bz Wasser-Gelsenk. 142½ bz Wintershall 140 bz G Zellwald 111 bz G Bank-Aktien Commerzbank Liqui 6¼ G Essener Steinkohle 98½ bz Bankverein Westd. 134 G Farbenf. Bayer 149 bz Deutsche Bank Liqui I.G. Farben Liqui 29¼ bz 9½ bz Br Feldmühle 195 G Rhein.-Westf. Bank Felten 120½ bz 135 bz G Goldschmidt 90 bz Dresdner Bank Liqui 9bz Harpener 90 bz Rhein-Ruhr-Bank Hindrichs Auff.— 133½ bz G Hochtlef 104 G Freiverkehr Hoechster Farben 145¼ bzChemie-Faser Inh. 79-83 Hoesch 268 bzG Eisenhütten Köln 116-120 Kabel Rheydt 163 bz Gutehoffnungshütte— Kali-Chemie 147 bz Phrix-Inh. 38-42 Phrix Namens-Akt. Rhein. Kunstseide 72-76 34½-38½ Schulth, Stämme Karstadt— 211/-22½ Elsen- und Hüttenwerke 79. Stahlwerke Bochum 871/, Bergbau Neue Hoffnung 96, Betelligungs-Jes, Ruhrort 176½, Gutehoffnungshütte Aktienv. 133, Hüttenwerke Oberhausen 96½, Altenessener Bergwerks 90¼, Hoesch-Werke 95¼, Industriewerte 97, Bergwerke Königsborn-Werne 97, Klöckner-Humboldt-Deutz 136%, Nordwestdeutsche Hütten 101½, Stahlwerke Südwestfalen 113. August-Thyssen-Hütte 91½, Deutsche Edelstahlwerke 141, Dortmund-Hörder Hütten 86¼, Gelsenkirchener Bergwerks 90½. Gußstahl Bochumer Verein 98½, Gußstahl Witten 144, Hamborner Bergbau 85, Handelsunion AG 137¼, Hüttenwerke Phoenix 106¼, Hüttenwerke Siegerland 97¼, Nlederrheinische Hütte 110, Rhelnische Röhrenwerke 119¼, Rhein.-Westf. Eisen 123, Ruhrstahl 123, Zeche Erin 145. Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt Main), 16. Juni(vwd)— Die Wechselstuben kaufen 480 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost für 22,12 DM-West. Tnsesg Ueme a. Selle 40 Jahre bew. b. Pickel, HaurJucken-Ekzem besichts-Ausschlag, Wundsein usw. Leupin-Tee blutreinigend- abführend. I. Apoth. U. Orogerien AaRausFa1tg er Drogerle Wurm, Olpe, Westtälische Strahe 22 DIE KATHOLISCHE EHE durch Briefbund Dolsburg, Posttach 330 Unverbindliche Avskunkt Der quee Wueß durch Donpel-Seppler von KuKhorstmann Cdelbranntwein-und Steinhägerbrennere Maͤnsterwestt. nimm Rheila WERBERING Bulg. Pflaumen Schwertblank„ 86 guie Oualltäf 500 DN 0 Grieh-Band-Nudeln k0 500 DN Grieß-Maccaronl-Nudeln„ 57 500% DM JL Auf zum Schützen- u. Volksfest nach Altenkleusheim am Samstag und Sonntag, 19. und 20. Juni auf dem neuangelegten Schützenplatz Festordnung: Samstag: 16 Uhr Abholung des Königs, Gefallenenehrung und anschließend Vogelschießen, Konzert und Tanz. Sonntag: 9 Uhr Schützenmesse; 14.30 Uhr Antreten zur Abholung des neuen Königs und der Königin, Festzug, Konzert und Tanz. Die Musik wird ausgeführt vom Musikverein Neuenkleusheim. Es ladet herzlichst ein: Der Festwirt Kaufmann, Neuenkleusheim Öffentliche Ausschreibung Die Maurer-, Zimmerer-, Dachdecker-, Klempner-, Installations-, Schreiner- und Plattenarbeiten für die Errichtung eines Aufenthalts- und Waschraumes im städt. Schlachthof in Olpe sollen vergeben werden. Die Formulare dazu sind beim Stadtbauamt. Rathaus, Zimmer 21. zu haben. Abgabe der Angebote bis Donnerstag, den 24. Juni. mittags 12 Uhr, an das Stadtbauamt. Olpe. den 15. Juni 1954 Der Stadtdirektor: I. V. gez. Fritz Wosterten Clpezlg. Weetf. Olpe, Bruchstraße 30 Ruf Olpe 236 Altenhundem, Hagener Straße, Ruf Kirchhundem 268 Unsere Sauerland- Rundfahrten ½-Tagesfahrten Dienstag, den 22. Juni Olpe, Bilstein, Ahausersee, Attendorn, Listertalsperre Mittwoch, den 23. Juni Olpe, Welschen Ennest, Ahausersee, Attendorn, Listertalsperre Abfahrt jeweils b Olpe(„Kölner Hof“) 12.45 Uhr Fahrpreis DM 4.— fir Erwachsene, DM 2.— für Kinder 1-Tagesfahrt Donnerstag, den 24. Juni Olpe, Attendorn, Bilstein, Altenhundem, Hochsauerland Abfahrt ab Olpe(„Kölner Hof“) 8 Uhr, Attendorn (Marktplatz) 8.40 Uhr, Bilstein 9.20 Uhr Fahrpreis ab Olpe DM 7,50, Attendorn DM 7,00 Bilstein DMM 6,50. Kinder die Hälfte Anmeldungen und Kartenvorverkauf bei unseren Vorverkaufsstellen. Verlangen Sie kostenl. unseren Prospekt über unsere Sauerland-Rundfahrten! 22 De 4 Erfahrene Tierhalter bevorzugen den antirachitisch wirkenden Brockmanns Futterkalk „Zwergmarke mit D-Vltamin“ Seine Beifütterung macht sich durch gesunde Aufzucht, kräftige Knochen, abgekürzte Mostdauer und hohe Leistung bezahlt. Wollen Sie Ihr FAHRZEUG zu einem marktgerechten Preis bar verkaufen? Donn bringen Sie Ihren PKW oder LKW b. 2 To noch vor der VERSTEIGERUN G am 23. Juni zu uns Automobu Heyde K. C. Vorstoigerung Hommer Str. 151, Münster(Westf.), Teleton 41856 in der weißen Halle auf dem Schützenhofgelönde Beifahrer für Lkw. gesucht. Stadtmühle Olpe Guterhaltene Eichentruhe abzugeben. Zu erfragen unter Nr. 1768 beim Sauerländ. Volksblatt Olpe. chützenfest 33 in Saßmicke Am Samstag und Sonntag, dem 19. und 20. Juni, feiert der St. Johannes-Schützenverein Saßmicke sein diesjähriges Schützenfest FESTPROGRAMM Samstagnachmittag: 15.00 Uhr Antreten des Schützenvereins beim Vereinslokal 15.15 Uhr Abholen des Schützenkönigs 16.30 Uhr bis 19 Uhr Vogelschießen Anschließend KONZERT und TANZ Sonntagvormittag: 7.30 Uhr Antreten zum Gottesdienst 9.30 Uhr Gefallenenehrung, Kranzniederlegung am Ehrenmal Anschließend Frühschoppen im Festzelt Sonntagnachmittag: 15.00 Uhr Antreten des Schützenvereins Abholen des neuen Königspaares Anschließend Abholen des St. Antonius-Schützenvereins Gerlingen FESTZUG 17.00 Uhr Königspolonaise Anschließend TAN2 Die Musik wird ausgeführt von der Musikkapelle Gerlingen Leitung: Paul Wurm Festwirtschaft: Stahlhacke. Beul Während des Vogelschießens sind die Wege unterhalb des Beul und am Elmen gesperrt, sowie die Höhenwege am Elmen und Ziegennacken. Es ladet ein DER VORSTAND Nimm Einsichtsvolle Männer sind stets aut des Wohlbefinden ihrer Frauen bedacht. Sle sorgen deshalb vor, sie schenken FRAUENGOLO- jenos Frauen-Tonikum, das die Frau auf nafûrliche Weise von innen heraus gesund ethölt und Ihr zu elnem ausgeglichenen, llebenswerten Wesen und harmenischer Schönhelt verhilft. .. und für Mann und Kind Eidran, die wirkseme Gehirnund Nervennahrung. Schützenfest in Wenden Samstag und Sonntag, 19. und 20. Juni feiert die St. Severinus-Schützenbruderschaft Wenden ihr diesjähriges Schützenfest Samstag, den 19. Juni 15.00 Uhr Antreten, Abholung des alten Königs, anschließend Vogelschießen, danach Tanz im Festzelt Sonntag, den 20. Juni 9.15 Uhr Schützenhochamt— Gefallenenehrung anschließend Frühschoppen mit Konzert im Festzelt 15.00 Uhr Antreten und Abholung des neuen Königs, anschließend Tanz im Festzelt Die Musik wird ausgeführt vom Musikverein Frenkhausen unter der bewährten Stabführung von Obermusikmeister a. D. Fritz Simon und der Mitwirkung des Trommler- und Pfeiferkorps Wenden. Festwirt Aloys Arens, Wenden Es ladet herzlichst ein Der Vorstand Während des Vogelschießens sind die Höhenwege Wenden—Ottfingen, Wenden—Brün und Gerlingen— Brünerhöh— Eichertshof— Dörnschlade polizeilich gesperrt.