Altester Anzeiger des Sauerlandes* Über 100 Jahre HeimatDruck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); Im Textteil 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit) Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird leder Rabatt hinfälllg Gerichtsstand ist Olpe 1. Westr TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung 119. Jahrgang— Nr. 136. Montag, den 14. Juni 1954 und Kreisblatt im Kreise Olpe Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3.50 einschließlich Zustellgeld, bel Postbezlehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf. Einzelverkaufspreis 15 Pf Nach derNiederlage Laniels Coty sucht neue Regierung Finanzminister Faure als Regierungschef genannt- Ruf nach Parlamentsauflösung Paris.(Korr.) Nach der Niederlage des Kabinetts Laniel in der französischen Nationalversammlung und nach dem Rücktrittsangebot der Regierung verhandelt Staatspräsident Coty pausenlos mit allen führenden Politikern, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. Man hört immer wieder den Namen des Finanzministers Faure als möglichen neuen Ministerpräsidenten. Staatspräsident Coty wird erst am heutigen Montagnachmittag mitteilen, ob er den Rücktritt der Regierung Laniel annimmt oder nicht. Seine Fühlungnahmen über das Wochenende dienten in lerster Linie dazu, festzustellen, ob bei einem Rücktritt der Regierung irgendeine Aussicht besteht, daß Frankreich, das vor weittragenden politischen und militärischen Entscheidungen steht, in kurzer Frist eine neue Regierung erhalten kann. die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen erzwingen, wenn die gegenwärtige Krise nicht rasch beigelegt wird. Auch der radikalsozialistische Politiker Mitterand setzte sich für die Auflösung des Parlaments ein. Die radikalsozialistischen und die gaullistischen Minister der Regierung Laniel wollen auf jeden Fall zurücktreten. Politische Kreise in Paris erklären, daß die Regierung unter diesen Umständen, ganz unabhängig von der Entscheidung Cotys. keinesfalls im Amt bleiben kann. Die Bedenkfrist gehe wahrscheinlich auf den Wunsch des Prâsidenten zurück, den Rücktritt der Regierung erst dann offiziell anzukündigen, wenn gleichzeitig ein möglicher Nachfolger bezeichnet werden kann. Lage ungeheuer kompliziert Adenauer, Carlo Schmid und Dehler zur Krise in Paris Verfassungsmäßig könnte die Regierung im Amt bleiben, da sie nicht mit der absoluten Mehrheit von 314 Stimmen unterlegen ist. In der Abstimmung über die Vertrauensfrage, die in Verbindung mit der Indochinapolitik gestellt worden war. stimmten 293 für und 306 gegen die Regierung. Die Vertreter der Volksrepublikaner Teitgens bekräftigten in ihren Unterredungen mit Coty am Sonnabend ihre Entschlossenheit, an keiner Regierung teilzunehmen, die die bisherige Außenpolitik ändern will. Die Volksrepublikaner wollen Bonn.(dpa) Bonner Regierungskreise erklärten gestern zum Rücktrittsangebot des französischen Ministerpräsidenten Laniel, es liege im Interesse aller europäischen Staaten, wenn die französische Regierungskrise so schnell wie möglich überwunden werde. Die schwierige europäische und internationale Lage erfordere ein starkes Frankreich mit einer handlungsfähigen Regierung. Bundeskanzler Dr. Adenauer sagte auf einer CDU-Wahlversammlung in Wuppertal, die französische Regierungskrise habe die politische Lage ungeheuer kompliziert. Angesichts dessen müsse die Bundesrepublik alles vermeiden, was die internationalen Spannungen und die allgemeine Unsicherheit erhöhen könne. In dieses Kapitel gehöre auch die dauernde Betonung der selbstverständlichen Tatsache, daß wir„eines Tages“ normale Beziehungen zur Sowjetunion haben müßten. Für die SPD sagte Prof. Carlo Schmid, die Niederlage des Kabinet Laniel sei bei einer nur einigermaßen EUROPÄISCHE FERNSEH-SPRECHERINNEN Fernseh-Teilnehmer in acht europäischen Staaten werden diese fünf jungen Damen kennenlernen, die als Fernseh-Sprecherinnen in den Europäischen Fernsehwochen die Sender ihrer Länder vertreten. Von rechts nach links, an der Spitze die Sprecherin des Fernsehfunks der Bundesrepublik, Irene Koss, Eve Haeseli, Schweiz, Paula Semer, Belgien(flämisch), Jeannine Lambotte, Belgien(französisch), und Fulvia Colombo, Italien. Aufständische raubten 100 Gewehre Überfall auf britischen Militärstützpunkt in Nordirland Wahlkampfsonntag in NRW Was Schäffer, Mellies, Dehler und Achenbach sagen Düsseldorf.(dpa) Bundesfinanzminister Schäffer drückte gestern auf einer CDU-Wahlversammlung in Burgsteinfurt die Überzeugung aus, daß sich auch in Frankreich der europäische Gedanke durchsetze. Selbst wenn es dort zu Neuwahlen kommen sollte, würden sie zweifellos eine Bestätigung der Europaidee durch das französische Volk bringen. In allen Nachwahlen in Frankreich hätten im letzten Jahre die Anhänger des europäischen Zusammenschlusses gesiegt. Mit den Reden Schäffers und anderer Politiker der verschiedenen Parteien begann die vorletzte Woche des Wahlkampfes zur NRW-Landtagswahl am 27 Juni. Der zweite SPD-Vorsitzende, Mellies, lehnte in einer SPD-Versammlung in Stolberg bei Aachen jede„Politik der Stärke“ ab. Er wies darauf hin, daß der Weg zu einer friedlichen Verständigung nur über Konferenzsäle führe. Der britische Außenminister Eden verdiene Anerkennung, daß er in Genf immer wieder versuche, die Verhandlungen nicht abreißen zu lassen. Der FDP-Vorsitzende Dr. Dehler sagte in Bielefeld, daß es in der Demokratie keinen sozialistischen und auch keinen vom konfessionellen Aufbau her bestimmten christlichen Staat geben könne, sondern nur einen liberalen Staat, der gleichermaßen christlich und sozial sei. Dr. Achenbach, der auf einer FDPVersammlung in Herzogenrath sprach, sieht Gefahren für die Gedankenfreiheit in der Bundesrepublik. Deshalb müsse die CDU„einen Schuß vor den Bug bekommen, denn zuviel Macht verdirbt“. Abwurf von Flugblättern Wien.(Korr.) Die„Österreichische Volksstimme“ behauptet, USA-Flugzeuge hätten in der letzten Woche an der österreichisch-ungarischen und an der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze Flugblätter abgeworfen. In den sowjetisch besetzten Ländern Burgenland und Niederösterreich seien Flugblätter in tschechischer und ungarischer Sprache gefunden worden, die zu Sabotage, Terrorakten und Gewalttaten in Ungarn und der Tschechoslowakei aufforderten. Schreibers Verhalten mißbilligt Bald neues Wohnungsgesetz— Neuordnung von Rheinland-Pfalz DasVerhalten des Berliner Bürgermeisters Dr. Schreiber in der Frage der Wahl des Bundespräsidenten in Berlin ist von der SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses mißbilligt worden. Auch der Landesausschuß der Berliner CDU hat sich dafür ausgesprochen, daß die Neuwahl des Bundespräsidenten in Berlin stattfindet. Der Entwurf für das neue Wohnungsund Familienheimgesetz wird von der Bundesregierung noch Ende Juni dem Bundestag vorgelegt werden, wie Dr. Preusker gestern in Dortmund ankündigte. Das»Bundesmietengesetz soll kurz nach den Parlamentsferien vorgelegt werden. Die SPD Rhein-Hessens ist für Auflösung des Landes Rheinland-Pfalz und für den Zusammenschluß des Rhein-Main-Gebietes, erklärte der Vorsitzende des Bezirks Rhein-Hessen der SPD. Der chinesische Außenminister stattete am Sonnabend in Bern der Schweizer Bundesregierung einen Besuch ab. Das Deutsche Rote Kreuz bereitet gegenwärtig für die Verhandlungen mit dem Sowjetischen Roten Kreuz eine russische Fassung der deutschen Vermißtenlisten vor. Der Umsatz des Eisenwaren- und Hausratshandels in der Bundesrepublik betrug im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Mark. Die Militärbesprechungen in Washington über die strategische Lage in Südostasien wurden beendet. Das Ergebnis der Beratungen wird den fünf Reglerungen der USA, Englands, Frankreiche, Australiens und Neuseelands übermittelt werden. Der südkoreanische Ministerpräsident hat sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Bundesminister Schröder hat alle Dienststellen des Bundes angewiesen, ihre Gebäude am 17. Juni aus Anlaß des Jahrestages des Aufstandes in der Sowjetzone zu beflaggen. Die Vereinigten Staaten wollen sich dafür einsetzen, daß neue Waffenlieferungen aus Östblockländern an Guatemala durch eine Blockade verhindert werden. Die Niederlande haben eine Kürzung der Militärdienstpflicht von 20 auf 18 Monate beschlossen. Gegen 83 Bewacher des KZ Struthof im Elsaß beginnt am Dienstag vor dem Militärgericht Metz ein KriegsverbrecherProzeß. Die Verhandlungen werden etwa drel Wochen dauern. Der südkoreanische Staatspräsident Syngman Rhee hat den Druck von neuen Banknoten im Wert von drei Milliarden Hwan angeordnet. Zu je 25 Jahren Zuchthaus verurteilt wurden in Moskau zwei ehemalige Angehörige der sowjetischen Armee, die in Wien und Berlin stationiert waren. Es wurde ihnen Spionage für den amerikansschen Geheimdienst vorgeworfen. Die Abrüstungsbesprechungen zwischen der Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich, den USA und Kanada in London sind festgefahren. illusionslosen Beurteilung vorauszusehen gewesen. Um so verantwortlicher sei der Verzicht auf eine Alternative zu der in weite Ferne gerückten EVG, den die Bundesregierung zum Prinzip ihrer Außenpolitik gemacht habe. Der FDP-Vorsitzende Dr. Dehler bedauerte den Schwebezustand in Paris, weil die europäische Gemeinschaft auch das deutsche Schicksal entscheide. Belfast.(Reuter) Zwölf Angehörige der illegalen—Irish Republican Army(IRA) überfielen am Sonnabend den britischen Militärstützpunkt Armagh(Nordirland) und entwendeten hundert Gewehre. Sie hatten den Überfall offenbar sorgfältig vorbereitet. Wie bei Unternehmen ähnlicher Art zuvor, hatten sie den Wachposten der Kaserne gefesselt und geknebelt und die Mannschaft des Arsenals mit Feuerwaffen in Schach gehalten. Sport in Kürze Der Gegner des TSV Hüls für das Endspiel um die Deutsche Amateur-Fußballmeisterschaft steht noch nicht fest. VIB Friedrichshafen und SV Neu-Isenburg trennten sich trois Verlängerung 2:2. Bei den westfälischen Meisterschaften der Amateurboxer in Dortmund bezwang im Halbschwergewicht der Wittener Schöppner den Titelverteidiger Horoba (Dortmund). Gestüt Röslers Hengst Blumenprinz gewann in Köln das Union-Rennen, die letzte Derby-Vorprüfung. Sieger in der Italien-Rundfahrt wurde der Schweizer Clerici. Fausto Coppi belegte den 4. Platz. Der Kalifornier Parry O’Brien erzielte mit 18,53 m einen neuen phantastischen Weltrekord im Kugelstoßen. ZEHNKAMPFSIEGER IN HAGEN Trotz stärkster Konkurrenz konnte der Wetteraner Gustav Svensson seinen Titel im Zehnkampf bei den Westfälischen Mehrkampfmeisterschaften in Hagen erfolgreich verteidigen. Unsere Aufnahme zeigt ihn bei seinem kraftvollen Speerwurf.(Foto Lehmacher) Mit sekundengenauer Präzision fuhr darauf ein Lastwagen auf den Kasernenhof, in den die IRA-Männer die Gewehre verfrachteten. Sie fuhren wenige Minuten darauf ungehindert davon. Als die Mannschaft des überfallenen Stützpunktes Alarm geben wollte, stellte sie fest, daß die Telefonleitung durchgeschnitten war. Der Stützpunkt Armagh liegt auf nordirischem Gebiet, etwa 16 Kilometer von der Grenze entfernt. Die Irish Republican Army ist sowohl in Nordirland als auch in der südirischen Republik illegal. Sie will die Vereinigung der jetzt unter britischer Oberherrschaft stehenden sechs nördlichen Grafschaften mit den 26 südirischen Grafschaften mit Gewalt herbeiführen. Fliegende Landungsboote Washington.(NP) Das„fliegende Landungsboot“ ist die neueste Errungenschaft der amerikanischen Luftwaffe. Es kann auf dem Wasser landen und dann wie ein Landungsboot eingesetzt werden. Sobald der Strand erreicht ist, klappt der Bug auf. Eine ganze Kompanie Soldaten kann von dem 24 Meter langen Hauptdeck an Land stürmen. Die Maschine hat einen Aktionsradius von 3200 Kilometer. Sie ist bereits in Massenproduktion. Der Vater verdiente Prügel Chikago.(INS) Ein elfjähriger Junge hat in Chikago gestanden, einen Brand in einem Wohnhaus verursacht zu haben, bei dem sieben Menschen in den Flammen umkamen. Der Junge rauchte und liebte Whisky. In seinem Zimmer fand man fünf leere Whiskyflaschen und Groschenhefte. Der Vater des Jungen sagte der Polizei, er habe seinem Sohn gelegentlich einen„Drink“ gegeben. Propaganda-Instrument der Regierung „Koordinierungsausschuß für Pressefragen“ gebildet— Vorsitzender: Dr. Otto Lenz Bonn.(dpa) Beim Bundeskanzleramt in Bonn ist ein„Koordinierungsaussohuß für Pressefragen“ gebildet worden, der die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen von allgemeiner politischer Bedeutung und gesetzgeberischer Art„der Öffentlichkeit näherbringen“ soll. Dem Ausschuß gehören Vertreter der Rexierungskoalition und der für Pressefragen zuständigen Bonner Dienststellen an. Den Vorsitz wird der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Otto Lenz übernehmen. Der FDP-Vorsitzende Dr. Dehler empfahl in Bremen, die Arbeit des Presseausschusses mit Argusaugen zu verfolgen. Jeder Absicht zu einer Lenkung der Presse oder der etwaigen Einrichtung eines Informationsministeriums werde sich die FDP widersetzen. Auch in SPD-Kreisen Bonns wird die Bildung des„Koordinierungsausschusses“ scharf kritisiert. Die SPD sieht in dieser Neugründung die Wiederaufnahme von Plänen, ein Informationsministerium einzurichten und erklärt:„Gegen den nun mit zynischer Öffenheit zugegebenen Plan der Bildung eines neuen Propagandaministeriums, wenn auch nicht mit diesem belastenden Namen, muß mit größter Schärfe Einspruch erhoben werden.“ Der neue Versuch, zu einer Lenkung aller Publikationsmittel zu kommen, befremde um so mehr, als er unmittelbar auf die Beratungen im Bundestag über die pressepolitischen Pläne der Bundesregierung gefolgt sei. Bei dieser Gelegenheit habe die Bundesregierung alle Absichten, ein Instrument zur Lenkung der öffentlichen Meinung zu schaffen, entschieden dementiert. Presse und Rundfunk sollten sich die Bevormundung und den Angriff auf das Recht zur freien Meinungsäußerung, die in der Gründung des Koordinierungsausschusses zu sehen seien, nicht gefallen lassen. Wie wird das Wetter? Wechselhaft Nach dem Vorüberzug eines Tiefdruckgebiets kommt Westdeutschland in die etwas kühlere Rückseitenströmung. Vorhersage für Montag: Bei Winddrehung auf Nordwest bis Nord überwiegend stark bewölkt mit schauerartigen Regenfällen. Etwas zurückgehende tagsüber etwa 15 bis 17 Grad. Weitere Aussichten: Nur zögernd Besserung. ........... Temperaturen, Ausweg: Wahlen? H. P. Laniel hat in der französischen Nationalversammlung die Vertrauensfrage gestellt. Das Parlament gab ihm die Antwort sozusagen im verschlossenen Kuvert der Indochina-Politik. In Wahrheit ging. und geht es um die Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Darüber dürfen Stimmen, die gegen Pleven laut geworden sind, Kritiken an mangelnder Autorität der Regierung und ein Schuß Wohlwollen für Bidault nicht hinwegtäuschen. Dieses französische Parlament wird weder den Deutschland-Vertrag noch den EVG-Vertrag ratifizleren, denen Laniel und Bidault entgegenstrebten— mit dem Köder der Saar. Nach einjähriger Amtsperiode billigt das Parlament Laniel zu, daß er die chaotischen Verhältnisse in der Finanzwirtschaft bereinigt habe. Damit machte das Parlament klar, daß es angesichts einer gefahrdrohenden Situation auf außenpolitischem Terrain nicht willens ist, einer Regierung um der Stabilität willen— wie auf den Bermudas und in Berlin— Konzessionen zu machen. Wir glauben nicht an einen Zufall, wenn Laniel nicht mit absoluter Mehrheit gestürzt wurde. Acht Stimmen mehr hätten ausgereicht, das Parlament nach Hause zu schicken und in kurzer Zeit Neuwahlen auszuschreiben. Alle Versuche des Staatspräsidenten Coty, durch Versagen seiner Zustimmung, Laniel zu entlassen, können im übrigen wenig an der Situation ändern. Die Radikalsozialisten und Gaullisten haben bereits erklärt, daß sie aus der Regierung unter allen Umständen austreten werden. Die Partei des früheren Außenministers Robert Schuman, die Republikanische Volksbewegung(MRP), wird sich andererseits an keiner Regierung beteieiligen, die den bisherigen außenpolitischen Kurs der Regierung um einige Grade ändern will. Dem derzeitigen Parlament wird Coty kaum eine Regierung empfehlen können, die Aussicht hat, über die erste Runde zu kommen. Angesichts dieser Machtverhältnisse wird es keinen Regierungschef geben, der 314 Abgeordnete für die vorbehaltlose EVG- Politik gewinnen kann. Ein Gegner der europäischen Integration wird ebenso scheitern. Ob die Pariser Farlamentarier es nun wollten oder nicht— das Barometer steht auf Neuwahlen. Wenn der Radikalsozialist Francois Mitterand in einem Zeitungsartikel am Samstag für die Auflösung des Parlaments eintritt, so gilt sein Streben weniger parteipolitischen Zielen; das Bedürfnis, durch innerpolitische Stabilität mehr Gewicht in die Waagschalen außenpolitischer Auseinandersetzungen werfen zu können, ist außerhalb der Nationalversammlung allgemeiner, als es die parlamentarischen Geschehnisse erkennen lassen. In Bonn hält der Kanzler— diesmal ohne gewagte Prognosen— an der EVGKonzeption fest. Offenbar ist sein Optimismus nicht mehr ungetrübt; denn er weiß, daß es Alternativlösungen gibt. Die werden nicht nur in Amerika diskutiert. Die Briten, denen man zu keiner Zeit nachsagen kann, daß sie ihrer realistischen Betrachtungsweise untreu geworden sind, beschäftigen sich nicht nur im„Economist“ und im„Manchester Guardian“ mit Lösungen, die der EVG-Vertrag nicht vorsieht. Übereinstimmend wird in Großbritannien erklärt, daß ein Scheitern der EVG-Politik nicht dazu führen dürfe, ein bewaffnetes Deutschland aus dem NATO-Bereich zu entlassen. Zwischen Befürchtungen und hartnäckigem Werben um einen westdeutschen Wehrbeitrag formieren sich die Gedankengänge— wie in Frankreich auch. Daß die Außenpolitik Adenauers mit Laniels Sturz einen harten Schlag erhalten hat, ist nicht zu leugnen. Eine stärkere Anlehnung an England und die USA— ohne Rücksicht auf Frankreich— kann das Problem des europäischen Zusammenschlusses nicht lösen. Durch unsere Bindung an die Montanunion wird die französische Politik zumindest auf die Dauer von fünfzig Jahren die deutsche konstant beeinflussen. Die Bundesregierung tut gut daran, wenn sie in der Gegenwart Zurückhaltung übt, die Entwicklung in Frankreich abwartet und nicht eigene Alternativlösungen anbietet. Das sollte selbst auf die Gefahr hin geschehen, daß der Bundesregierung Ratlosigkeit vorgeworfen werden könnte. Mit einem bedingungslosen Werben um Frankreich ist nichts gewonnen— auch nicht mit Drohungen. Öst und West an einem Tisch Die Gouverneure des Roten Kreuzes in Oslo— 30 Millionen Dollar für Opfer der Nordseekatastrophe Die Fahnen der 60 Nationen, darunter auch die schwarz-rot-goldene Flagge, die eine Woche lang auf der„Karl Johan“ in Oslo wehten, sind eingezogen. Die Vertreter der Roten-Kreuz-Gesellschaften aus den 60 Ländern haben ihre„Gouverneurratssitzung“, die alle zwel Jahre stattfindet, beendet. Hinter den Reden steckten viele Probleme— und viel Arbeit. Der Gouverneurrat sollte für das weltweite Rote Kreuz Stellung nehmen, und ertates. Wieviel Leid und Schäden in den letzten Jahren viele Länder erlitten haben, ging aus den Dankesworten mehrerer Delegationen zu Beginn des Kongresses hervor. 90 Prozent aller Länder betroffen Der Sprecher des Irak berichtete von der Springflut um Bagdad, die Griechen und Türken von Erdbeben. die Niederländer und Japaner von Flutkatastrophen und die Philippinos vom Taifun. Alle bedankten sich für die Hilfe des Roten Kreuzes. In den letzten vier Jahren wurden etwa 90 Prozent aller Länder der Welt von Unfällen gröBeren Ausmaßes, Erdbeben, Überflutungen, Feuer und anderen Katastrophen, betroffen. Das Rote Kreuz konnte von 1949 bis 1952 mit rund 30 Millionen Dollar helfen. 1953 wurden nach bisherigen Berechnungen infolge der Hilfe für die Opfer der Nordseekatastrophe allein 30 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Neben tagelangen fachlichen Erörterungen trat die Konferenz mit Forderungen an die Staatsmächte heran. Sie sollten unablässig für die friedliche Lösung aller Konflikte arbeiten, Atom-, Gasund Bakterienwaffen verbieten, die Atomenergie kontrollieren und die Bemühungen für eine allgemeine Abrüstung fortsetzen. Das internationale Komitee des Roten Kreuzes in Genf wurde gebeten, eine Änderung der Genfer Konvention von 1949 vorzubereiten, um einen ausreichenden Schutz der Zivilbevölkerung vor Atom-, Gas- und Bakterienwaffen zu gewährleisten. Politische Probleme verfemt Alle Delegierten, ob Russen oder Amerikaner, Tschechen oder Kanadier, Deutsche oder Polen, gingen friedlich auseinander. Dabei hätte man schon „Sprengstoff“ finden können. Zunächst waren die Amerikaner sehr böse auf die Chinesen, weil diese im vergangenen Jahr versucht hatten, politische Probleme in die Sitzungen des Exekutivkomitees der Liga zu bringen. Eine„Verwarnung“ an die Chinesen, die die Amerikaner vorschlugen wurde dann aber in eine Warnung an alle Delegationen abgeändert, politische Probleme in die Diskussionen hineinzutragen. Über der Konferenz hing auch die Frage der noch in der Sowjetunion zurückgehaltenen Kriegsgefangenen. Sie wurde nicht zum Gegenstand von Resolutionen gemacht, was zweifellos zu Spannungen geführt hätte. Diese Frage wurde neben der Tagesordnung erörtert, als der Weltbund der Frontkämpfer in einem Telegramm an die sowjetischen Rot-KreuzDelegierten und die gesamte Konferenz eine schnelle Rückkehr der letzten Gefangenen forderte. Wie einmütig die Rot-Kreuz-Welt sein kann, ging auch aus der Wiederwahl des schwedischen Präsidenten Emil Sandström hervor. Hier wurde überhaupt kein anderer Vorschlag gemacht. Korea-Verhandlungen festgefahren UNO soll entscheiden— Noch Möglichkeiten für Indochina Rhee droht mit Krieg Seoul.(Reuter) Der südkoreanische Staatspräsident Syngman Rhee erklärte am Sonnabend, Korea könne nur mit Gewalt wiedervereinigt werden. Wenn die Zeit komme, so sagte der Präsident, würden die Truppen Südkoreas unter dem Befehl des Kommandeurs der 1. Armee, General Sun Yup Palk, nach Norden marschieren. Der General habe sich verpflichtet, Nordkorea wieder zu erobern und Pjoengjang zu besetzen. Genf.(Korr.) Zahlreiche private Kontakte haben in Genf eine gewisse Klärung gebracht. Der französische Außenminister Bidault wird trotz der Regierungskrise am Montag wieder in Genf erwartet. Das Indochina-Problem soll an diesem Tage in einer Vollsitzung behandelt werden. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Zur Koreafrage nehmen die 16 nichtkommunistischen Delegationen am heutigen Vormittag in einer Sondersitzung Stellung. Wie in Genf verlautet, wollen sie eine Grundsatzerklärung über die festgefahrenen Korea-Verhandlungen ausarbeiten. Ihr wichtigster Punkt wäre die Forderung auf Überweisung des gesamten Komplexes an die Vereinten Nationen. Eden und Bedell Smith sollen sich am Sonnabend bereits darüber einig geworden sein. Der Fünf Heiligsprechungen in Rom 250 000 Menschen aus aller Welt auf dem Petersplatz Vatikanstadt.(Korr.) In einer prunkvollen Zeremonie wurden am Sonnabendnachmittag auf dem Petersplatz in Rom fünf Selige der Katholischen Kirche heiliggesprochen. Etwa 250 000 Gläubige aus aller Welt wohnten der zweistündigen Feier bei. In der vollbesetzten Diplomatenloge saß zum ersten Male seit dem zweiten Weltkriege wieder ein deutscher Botschafter beim Heiligen Stuhl: Wolfgang Jaenicke. Papst Pius XII. machte einen gesunden Eindruck, wenn auch tiefe Falten in seinem Gesicht unverkennbar waren. Er schien von dem herzlichen Empfang, der ihm in allen Weltsprachen bereitet wurde, ergriffen zu sein. Einschließlich der neuen Heiligsprechungen sind von Papst Pius XII. in 19 Heiligsprechungsfeiern bisher 32 Kanonisierungen vorgenommen worden. Nach der Proklamation wurde von der mittleren Loggia der Peterskirche aus ein großer Gobelin mit den Bildnissen der neuen Heiligen enthüllt. Alle Kirchenglocken Roms begannen zu läuten. In seiner Ansprache nach der Erhebung der fünf Seligen zu den Ehren der Altäre der Katholischen Kirche würdigte der Papst das Leben und Wirken der neuen Heiligen. Es sind dies Gaspare del Bufalo, Giuseppe Pignatelli, Pierre Chanel, Maria Crocifissa di Rosa und Domenico Savio. Großfeuer in Potsdam Berlin.(dpa) Ein Großfeuer vernichtete in der Nacht zum Sonnabend ein Textillager der Deutschen Handelszentrale der Sowjetzone im Neuen Palais in Potsdam. Auch größere Warenmengen der staatlichen Handelsorganisation(HO) und des Konsums, die in den Kallerraumen des Schlosses lagerten, fielen den Flammen zum Opfer. Die Feuerwehr konnte den Brand nach mehrstündigen Bemühungen löschen. Der Schaden soll über eine Million Ostmark betragen. Wohnungen für die Besatzung Bonn.(dpa) Die Zahl der von den Besatzungsmächten beanspruchten Wohnungen im Bundesgebiet hat sich in der Zeit vom 31. Dezember 1953 bis zum 31. März 1954 von 77 817 auf 78 543 erhöht. 50 480 der 78 543 beanspruchten Wohnungen sind von den Besatzungsmächten beschlagnahmt worden. Gefängnis für Denunziantin Frankfurt(Main).(dpa) Die Frankfurter Strafkammer verurteilte die 43jährige Susanne Hovemann aus Schmitten im Taunus wegen versuchter politischer Denunziation zu acht Monaten Gefängnis. Die Angeklagte unterhielt engere Beziehungen zu einem in ihrem Haus wohnenden Sowjetzonenflüchtling. Als der 27 Jahre alte Mann seine 22jährige Freundin Lilo aus Ostberlin nachkommen lassen wollte, schrieb Frau Hovemann einen anonymen Brier an die Volkspolizei. Darin teilte sie mit, daß sich Lilo, deren Anschrift sie angab,„nach dem Westen absetzen“ wollte. Den Brief schickte sie einem Bekannten in Frankfurt, der ihn nach Ostberlin absenden sollte. Er wurde jedoch durch die Östberliner Anschrift stutzig und übergab den Brief der Polizei. Vor Gericht erklärte die Frau:„Ich wollte vermeiden, daß das Mädchen nach hier kommt.“ Sie habe aus Eitereuent gehandelt. Status quo in Korea würde von einer solchen Entscheidung nicht berührt. Während man sich in Genf über die Aussichtslosigkeit weiterer Korea-Verhandlungen ziemlich im klaren ist, scheinen sich die verschiedenen Delegationen für den weiteren Gang der Indocnin-- Erörterungen noch gewisse Möglichkeiten zu errechnen. Wenn die Regierungskrise in Paris noch längere Zeit dauern sollte, würden die Indochina-Verhandlungen allerdings voraussichtlich unterbrochen werden. Die militärischen Verhandlungen in Genf, die bereits zu einem Austausch von„Umgruppierungskarten“ geführt haben, würden bei einer Unterbrechung der Konferenz fortgesetzt werden. Hohe Zuchthausstrafen beantragt Berlin.(dpa) Generalstaatsanwalt Dr. Melsheimer(SED) beantragte am Sonnabend im Östberliner Schauprozeß für die Angeklagten Dr. Wolfgang Silgradt und Werner Mangelsdorf je fünfzehn Jahre, für Hans Fueldner zehn Jahre und für Horst Gassa fünf Jahre Zuchthaus. Die Angeklagten, von denen drei aus Westberlin stammen und einer ein Sowjetzonenflüchtling ist, werden beschuldigt, zu den Hauptorganisatoren des „faschistischen Putschversuchs“ vom 17. Juni 1953 zu gehören. Interessantes in Kürze Die sieben Monate alten siamesischen Zwillinge im niederländischen Dorf Molenend wurden am Sonnabend operativ getrennt. Die beiden Mädchen haben die Operation überstanden. 140 000 Kilometer hat in Hopsten im Kreis Tecklenburg ein 29 Jahre altes Pferd zurückgelegt, das 25 Jahre lang einen Milchwagen gezogen hat. Beim Überholen von Kühen auf der Straße von Plettenberg nach Altena streifte ein Motorradfahrer eine Kuh und kam dabei zu Fall. Er erlitt einen Genickbruch und war sofort tot. Sein Soziusfahrer geriet unter einen entgegenkommenden Lastkraftwagen und wurde ebenfalls getötet. Vom Blitz verbrannt wurden in Havixbeck im Landkreis Münster eine Frau und ihre Tochter, die auf dem Feld arbeiteten. Die beiden Frauen kamen jedoch mit dem Leben davon. Ein zweiter Brand brach in einer chemischen Fabrik in Siegburg aus. Der erste Brand ereignete sich am Pfingstsonntag. Ein tragischer Unglücksfall ereignete sich in einem Bonner Wohnbunker. In Abwesenheit der Mutter riß ihr zweijähriges Kind einen Topf vom Tisch und goß sich dabei den heißen Inhalt über Kopf und Brust. Das Kind starb. Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Lehrerverbände wählte in Bielefeld den Darmstädter Regierungsdirektor Plewe erneut zu ihrem ersten Vorsitzenden. Hans Müller-Schlösser, der Dichter des „Schneider Wibbel“, feiert am heutigen Montag in Düsseldorf seinen 70. Geburtstag. Die Neunkirchener Kriminalpolizei beschäftigt sich seit einigen Wochen mit dem rätselhaften Tod mehrerer Tiere im zoologischen Garten. Untersuchungen eines Tierarztes haben ergeben, daß beispielsweise ein Reh, das qualvoll eingegangen ist, mit Arsen vergiftet worden war. Vizekanzler Blücher eröffnete in Essen auf der Gruga die bis zum 21. Juni dauernde schweißtechnische Fachschau „Schweißen und Schneiden“. Neuer Rektor der Technischen Hochschule Aachen wurde Prof. Flegler. Gegen Pocken geimpft wurden im Belgischen Kongo dieser Tage über 113 000 Afrikaner und 5500 Europäer, weil die Blattern ausgebrochen sind. Keine einzige Gefängniszelle ist in Tokio mehr frei, weil im Verlauf einer mehrtägigen Großrazzia gegen die Unterwelt bisher 4886 Personen verhaftet worden sind. Eine 18jährige Witwe in Barmauri im indischen Bezirk Jhanei ließ sich zusammen mit ihrem verstorbenen Gatten freiwillig auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Die Polizei hat den Vater und den Schwager der Frau verhaftet. Mit einem Pontifikalamt im Fuldaer Dom eröffnete der Mainzer Bischof am Sonnabend die Feierlichkeit des Bonifatius-Jubiläums. Durch die mit Blumen und Fahnen geschmückten Straßen der Stadt zogen unabsenbare Pilgergruppen zum Grab des Apostels der Deutschen. Aus der Sowjetzone kamen Tausende von Pilgern nach Fulda. Amerikanisches Ehepaar entführt Die Frau getötet— Ehemann nach Kampf verletzt Bristol(Tennessee). Ein amerikanisches Ehepaar wurde in Tennessee bei einem Picknick am Straßenrand gewaltsam entführt. Das Ehepaar Holm war im Auto von Texas auf dem Wege nach der Ostküste, um von dort zu einer Urlaubsreise nach Schweden zu fliegen. Als sie am Straßenrand rasteten, erschien ein Mann mit einem Revolver und zwang sie, in ihr Auto zu steigen und mit ihm in Richtung Bristol zu fahren. Der Unbekannte steuerte den Wagen mit der einen Hand und bedrohte zugleich mit dem Revolver das Ehepaar. Kurz nachdem der Wagen durch eine Ortschaft gebraust war, schoß der Mann und traf Frau Holm schwer. Ihr Gatte konnte dem Verbrecher nach längerem Kampf den Revolver entwenden, wurde aber selbst vorher durch einen Schuß verletzt. Frau Holm erlag ihrer Verletzung, bevor ein Krankenwagen eintraf. Der Verbrecher entkam in die Wälder. Später nahm die Polizei einen Mann fest, dessen Hemd blutbefleckt war. Der Menschenräuber von Arizona, der für eine geraubte Frau ein Lösegeld von 315 0f0 Mark erpreste, ist wehreenemlich gefaßt worden. Unter den Verhafteten identifizierte die entführte Frau Smith einen Arbeitslosen als ihren Entführer. Dieser hat das Verbrechen bisher weder gestanden noch geleugnet. Funk soll operiert werden Berlin.(dpa) In Westberlin halten sich Gerüchte, wonach der in Spandau inhaftierte ehemalige Reichswirtschaftsminister Walther Funk im Juli zu einer Operation in ein britisches Militärlazarett gebracht werden soll. Funk ist an einem Blasenleiden erkrankt. CDU zu Familienfragen Wuppertal.(lnw) Eine Arbeitsgruppe der Wuppertaler Tagung des Evangelischen Arbeitskreises der CDU, die unter der Leitung des Staatssekretärs Dr. Strauß Familienrechtsprobleme der Gegenwart behandelte, forderte, daß das EheschlieBungs- und Ehescheidungsrecht, das noch auf Besatzungsrecht beruhe, möglichst bald wieder in das Deutsche Bürgerliche Gesetzbuch zurückgeführt werde. Das Ehemündigkeitsalter der Frau sei von 16 auf 18 Jahre heraufzusetzen. Hordas WE Roman von Curt Maronde COPYRIGHT MUNCHNER ROMAN-VERLAG (Schluß) Capri glich jetzt im Frühling wieder einem Maskenball, einem ungefährlichen Irrenhaus voll heiterer Verrückter. Auf der Plazza, vor der Kulisse der Inselkirche, löffelte ich ein Eis und sah zu, wie die Einheimischen mit Grandezza die riesigen Ölflaschen, Kisten und Strohkörbe auf dem Kopf vorbeitrugen. Ich hatte mir eine gestreifte Zipfelmütze und CapriSandalen von abenteuerlich-orientalischer Form gekauft und war überzeugt, daß nur zwei Leute auf Capri manierlich angezogen waren: der Pfarrer in seiner schwarzen Soutane und ich selbst. Franca behauptete allerdings, mein gelbkariertes Hemd, das ich über der Hose trug, sei kein Kleidungsstück, sondern eine Zumutung. Auf dem Weg zur Villa Rubino traf ich ein Capri-Original: Spiegel, den taubstummen exotischen Tänzer, geboren in Berlin W. Er hatte sich ein Fischnetz um den Bauch geschlungen und schmauchte unter dem riesigen Stroh-Sombrero seine Meerschaumpfeife. Spiegel ist nicht der einzige Künstler auf Capri, der von Sonnenschein und Blütenduft lebt. Schließlich fuhr ich doch noch nach Anacapri hinauf. Dort saß ich vor Axel Munthes Villa San Michele, auf der obersten der 777 phönizischen Stufen, die in der Felswand nach Capri hinunterführen. Und da kam, klein wie ein Spielzeug anzuschauen, das Dampfschiff aus Neapel, fuhr in den winzigen Hafen von Marina Grande ein, und der Strom eiliger Touristen überflutete die Mole. Alles strömte zur Zahnradbahn. Wieder mußte ich an Pino Alagna denken. Und eine Ahnung befiel mich wie eine fixe Idee, daß er unter den wimmelnden Ameisen dort unten war, daß er auf diesem Schiff nach Capri kam, daß Franca in Gefahr schwebte. Ich sprang auf, lief nach Anacapri hinein und suchte eine Carozza. Vergeblich. „Jetzt sind sie alle unten, Signore, an der Marina Piccola, mit den Hotelgästen. Fanno i bagni.“ „Und der Bus nach Capri?“ fragte ich den Weinbergbauern. „Sie haben Pech, Signore, der ist vor fünf Minuten weg.“ „Wann geht der nächste?“ „In einer halben Stunde schon“, antwortete der Alte. „Schon ist gut“, rief ich, rannte zu Fuß los und schimpfte über den gemütlichen Verkehrsbetrieb auf der Insel der Seligen. Es ist ein weiter Weg hinunter, all die Serpentinen bis zur Piazza und dann weiter zu unserem Hotel. Kein Wagen überholte mich, den ich hätte bitten können, mich mitzunehmen. Es war wirklich wie verhext. Völlig außer Atem kam ich im Hotel an. Schon von weitem hörte ich den Wirt singen. Er war ein Tenor aus Leidenschaft und pausierte auch nicht, während er die Spaghetti auftrug. Ich kannte schon alle Refrains seiner Lieder. „Ein Signore erwartet Sie“, trällerte er auf dem Weg zur Küche, als er mich hereinstürzen sah. Unter dem Terrassendach mit den Chiantiflaschen saß Rechtsanwalt Lizzani. „Da sind Sie ja“, rief er.„Aber wie sehen Sie aus? Rot wie ein Krebs, und die Augen fallen Ihnen aus dem Kopf. Was ist los?“ „Was los ist? Das frag ich Sie“, rief ich. „Wo ist die Signora?“ „Signora Franca ist zur Plazza rauf, um Sie zu suchen. Ich kam vorhin mit dem Schiff. Die Telefonverbindung mit Capri ist ja reine Glückssache. Da hab ich das Telegramm lieber selbst gebracht. Kaum hatte die Signora es gelesen, da warf sie schnell-- Mantel über und lief los.“ „Ein Telegramm?“ „Ja, aus New York.“ „Und von wem? Was steht drin? Warum reden Sie nicht?“ „Ich glaube... ich könnte mir denken ..daß Signora Franca Ihnen das lieber selbst sagen möchte... Ja, das könnte ich mir denken... in Anbetracht der Tatsachen...“ „Sie haben eine unausstehliche Art, Sie Paragraphenhengst“, rief ich wütend und lief hinaus und keuchte wieder den steilen Weg zur Piazza hinauf. Ich traf Franca unter dem Oleander beim Kloster Certosa, wo ich vor einem halben Jahr auch Vilma Posfay und dem schönen Turi begegnet war, am Tage nach Marias Selbstmord. Francas Gesicht war tränenüberströmt. Ich lief auf sie zu, nahm ihr wortlos das Telegramm aus der Hand und überflog den Text: Hafenpolizei New York an Hafenpolizei Neapel: Pino Alagna mit falschen Papieren von Einwanderungsbehörden New York verhaftet Stop bei Fluchtversuch vor Transport nach Coney Island erschossen. Erwarten Anweisungen. Ich sah Franca an. Noch immer rannen ihr Freudentränen über die Wangen. Ich nahm sie in meine Arme, und merkte erst, daß wir nicht mehr allein waren, als ich einen Puff in die Seite bekam, und eine krächzende Stimme rief:„Capri... romantisch.. Ein kleiner mausgrauer Esel wollte vorbei und wir versperrten den Weg. Auf dem Esel thronte Spiegel, der taubstumme Tänzer. Auf zwei anderen Eseln saßen Touristen in violetten Hemden, mit riesigen Strohhüten und großen Sonnenbrillen. Spiegel machte den Fremdenführer. Er konnte nur diese zwei Worte krächzen. Aber seine stummen Gesten sagten mehr als Worte. Die Touristen lachten. Wir traten beiseite und ließen die Gruppe vorbei. Dann ging ich mit Franca in der Mittagsstille im Schatten des Oleanders weiter. Als ich zurückblickte, erschienen auf dem gewundenen Pfad über uns wieder die Eselchen. Spiegel winkte herunter und schwang kühn seinen Sombrero: „Capri.. romantisch...“ Ende. „Nun, Frau Müller“, sagte Frau Schulze, „wie geht es Ihrer Tochter?“ „Danke, danke, sehr gut! Sie hat eine Seele von einem Mann geheiratet. Er schafft ihr den ganzen Haushalt— wäscht, putzt, spült auf und sorgt für das Kleine, wenn sie ausgehen will— kurzum: er tut alles für sie!“ „Was Sie nicht sagen! Und Ihr Sohn? Wie geht es ihm?“ „Ach, der arme Junge ist schrecklich reingefallen. Heiratet eine Kanaille von einem Weib und muß ihr den ganzen Tag im Haushalt helfen— waschen, putzen. aufspülen, und wenn sie ausgeht, soll er auch noch das Kleine versorgen— Kurzum: er muß alles für sie tun...“ 119. Jahrgang— Nummer 135 Sauerländisches Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Montag, den 14. Juni 1954 Plakate werben für die DB Olpe. Anläßlich des Kongresses der Werbung der Deutschen Bundesbahn, der kürzlich in Frankfurt(Main) tagte, fand die Ausstellung„Das moderne Plakat“ statt, in der etwa 500 Arbeiten aus 25 Nationen gezeigt wurden. Dabei war in der Gruppe Verkehr die Deutsche Bundesbahn mit 19 Plakaten vertreten. Im Gegensatz zu früheren Ausstellungen. wo bei der Bewertung der Plakate vorwiegend von graphischen Gesichtspunkten ausgegangen worden war(wiederholt wurden dabei die DB-Plakate ausgezeichnet), stand bei dieser Schau das werbliche Moment der Käuferlockung und Verbrauchssteigerung(„Werbung nützt dem Verbraucher“) im Vordergrund. Die Anerkennung, die die DB-Plakate auch hier erfuhren, bestätigt, daß die Bundesbahn auf dem Gebiet der Plakatwerbung nach modernen Gesichtspunkten arbeitet und neben dem Erfolg für das eigene Unternehmen auch dazu beiträgt, dem deutschen Plakat im In- und Ausland noch mehr Geltung zu verschaffen. tung hin muß zum Verschwinden des freien, ehrenamtlichen Helfens führen. Nach Mitteilung des Vereins, der sich dieser Frage besonders zuwendet, liegt der Schwerpunkt der ehrenamtlichen Mitarbeit bei der behördlichen Fürsorge im Land Nodrhein-Westfalen, in Berlin und Hamburg. Wegen Vernachlässigung ihrer Sorgepflicht und Mißhandlung ihres Kindes wird sich Frau D., wie wir erfahren, nunmehr vor dem Richter zu verantworten haben. Ueber den höchst bedauerlichen Vorfall im Lager„Elmowa“ haben wir dieser Tage berichtet. Besonderer Wert wird noch auf die Feststellung gelegt, daß es sich bei der betreffenden Familie nicht um eine Flüchtlingsfamilie handelt. Das Ermittlungsverfahren gegen die gewissenslose Mutter ist eingeleitet. Eine Betriebsfeier hielt die Firma Heller& Köster am vergangenen Samstag im Hotel„Kölner Hof“ ab. Die Feier nahm den gewohnten Verlauf im kameradschaftlichen Beisammensein bei angenehmer Unterhaltung. „Tage der Hilfe“ für das DRK. Die Jahressammlung des Deutschen Roten Kreuzes findet in Westfalen-Lippe vom 1. bis einschl. 14. Juli 1954 statt. In dieser Zeit wird eine Haussammlung und eine StraBensammlung durchgeführt. Von dem Ergebnis diese Sammlung wird es abhängen, wie vielen Menschen das Deutsche Rote Kreuz in Westfalen im kommenden Jahr helfen kann. Pfarrer Stehmann feierlich eingeführt In der St. Antonlus-Gemeinde Bochum— Herzliche Begrüßung Wünsche des Bezirksgemeindetages Starker Besuch und Stellungnahme zu aktuellen Fragen Olper Stadtspiegel Unser Wald. Die Beschlagnahme von Waldgebieten, besonders in NordrheinWestfalen, habe ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr hingenommen werden könne, stellt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald auf ihrer letzten Tagung fest. Sie appelliert an die Landesregierung, dieser Entwicklung mit allen Mitteln zu begegnen, um das Land und die Bevölkerung vor schwersten Schäden zu bewahren. In der Kolpingsfamilie spricht heute abend im Rahmen der üblichen Vortragsveranstaltungen der Präses über das Thema„Jugend in Gefahr“. Heimatverein. In der heutigen Versammlung, die um 20 Uhr im Hotel„Zur Kante“ beginnt, berichtet Kreisrechtsrat Hundt über den Heimattag in Marsberg. Alle Fußgänger werden durch die Polizei darauf aufmerksam gemacht, daß das Stehenbleiben an verkehrsreichen Straßenknotenpunkten verboten ist, weil durch das Herumstehen— vor allem in Gruppen— der Verkehr gefährdet und die Uebersicht genommen wird. Dies gilt vor allem für den Olper Brennpunkt des Verkehrs unter der Ampel. Dort finden sich gerade an besonders verkehrsreichen Tagen viele„Schaulustige“ ein, die dann an dieser Stelle länger verweilen. Man möge also in Zukunft zurückhaltender sein und seine Neugierde einschränken! Die Ortsverkehrswacht bespricht heute um 20 Uhr im Hotel„Zur Kante“ aktuelle Verkehrsprobleme. Mitarbeit ehrenamtlicher Kräfte in der behördlichen Wohlfahrt eine Seltenheit? Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn schreibt: Sehr bedenklich muß die Mitteilung des Vereins für öffentliche und private Fürsorge stimmen, daß von 700 Wohlfahrtsbehörden des Bundesgebietes nur 101 eine ehrenamtliche Mitarbeit bei der behördlichen Wohlfahrtspflege melden; also nur 14 Prozent der Wohlfahrtsbehörden haben einen ehrenamtlichen Dienst. Das kann ein Zeichen dafür sein, wie weit die Wohlfahrtspflege in Deutschland auf dem Wege ist, zu verbeamten und zu verbürokratisieren. Eine weitere Entwicklung in dieser RichKreis Olpe. Der am vergangenen Freitag nach Altenhundem einberufene Gemeindetag des Bezirks Arnsberg hatte einen zahlreichen Besuch aufzuweisen. Ueber 500 Vertreter der Gemeinden füllten den großen Saal der Sauerlandhalle, als M. d. L. Wilhelm Otto. Amtsdirektor(Brilon), den als Gast anwesenden Vertreter des Regierungspräsidenten und viele Land- und Bundestagsabgeordnete zu Beginn der Tagung begrüßte. Auch der Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde Kirchhundem, Heimes, hieß die Teilnehmer der Tagung in Altenhundem herzlich willkommen. Verkehrspolitik der Gemeinden Hauptthema der Tagung waren ein Referat des Staatssekretärs im Wirtschaftsund Verkehrsministerium, Prof. Brandt, über„Verkehrspolitik aus der Schau der Gemeinden“, und der Tätigkeitsbericht des Gemeindetages Westfalen, der von Dr. Odenbreit erstattet wurde. Der Fachmann vom Verkehrsministerium erklärte in seinem Referat, daß die Landgemeinden ein besonders gewichtiges Wort in der Frage des modernen Verkehrs mitzusprechen hätten. Mittel und Wege müßten gefunden werden, um es den Gemeinden möglich zu machen, die Unterhaltung und Instandsetzung der Straßen so durchzuführen, daß sie den Anforderungen des immer stärker werdenden Kraftfahrzeugverkehrs auch gerecht werden. Dieses sei aber nur möglich, wenn alle aus dem Verkehrsgewerbe aufkommenden Steuern, wie Treiböl- und Kraftfahrzeugsteuern, den Gemeinden als zweckgebundene Mittel zur Verfügung gestellt würden. Darüber hinaus sei es dankbare Aufgabe der Gemeindebeamten, an das gewissenhafte Verhalten der einzelnen Verkehrsteilnehmer zu appellieren. In der anschließenden Diskussion wurde immer wieder betont, daß die Gemeinden nicht in der Lage seien, mit den ihnen im Polizei gegen Wald- und Flurschäden ÖKD veranlaßt energisches Vorgehen Kreis Olpe. Der OKD als Chef der Kreispolizei hat die Polizeibeamten beauftragt, energisch gegen jeden vorzugehen, der im Wald Schaden anrichtet. Die Schäden in den Fluren und Wäldern, insbesondere an der Listertalsperre, so heißt es in der Begründung, sind so erheblich, daß sie einen goßen Verlust darstellen. Außerdem seien erhebliche Verluste durch Forstdiebstähle zu verzeichnen. Die Beamten sind angehalten, sofort Anzeige zu erstatten. Mädchenbildung in der Schule 60. Hauptversammlung des Vereins kath. deutscher Lehrerinnen Olpe.„Wir sind die Gestrigen— aber wir werden auch morgen noch da sein, wenn die heutigen Zeitströmungen längst vergangen sind“, diese Worte der ersten Vorsitzenden, Frau Elisabeth Mleinek, kennzeichnen den unverrückbaren Standort des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen, dessen Freiburger Hauptversammlung ein eindeutiges, eindrucksvolles Bekenntnis zu christlicher, katholischer Pädagogik war. Bereits die Ankündigung des Themas fand'n weitesten Kreisen ein unerwartet starkev Echo. Immer wieder kam in den zahlreichen Begrüßungsschreiben und -ansprachen oberster Behörden und der Oeffentlichkeit zum Ausdruck, daß der Verein hier ein schwerwiegendes Problem aufgegriffen hat, das von weittragender Bedeutung für Volk und Welt ist Die grundlegende Schau vermittelte Frau Oberschulrätin Schmükker, Düsseldorf, die als Signum unserer Zeit die äußere und innere Heimatlosigkeit des Menschen herausstellte. Nur durch Liebe, Güte, Hingebung kann der Grund der Not erreicht und sie gewendet werden. Die Frau ist in ihrem ganzen Sein fähig und deshalb in besonderem Sinne aufgerufen, sich dieser Aufgabe zur Befriedung der Welt hinzugeben. Eine im Religiösen tief verwurzelte Haltung ist hierzu Voraussetzung. Die Erziehung aber hat die erste Aufgabe, alle Bildungsmöglichkeiten einzusetzen, die der Persönlichkeitsformung Haushalt zur Verfügug stehenden Mitteln die Straßen so instandzuhalten, daß sie dem modernen Verkehr genügen. Für gerechten Finanzausgleich Aus dem Bericht über die Tätigkeit des Gemeindetages Westfalen, über den noch ausführlich berichtet wird, war vor allem die Forderung des Gemeindetages nach einem gerechten Finanzausgleich für die kreiseigenen Gemeinden zu entnehmen. „Wir protestieren“, so heißt es weiter,„gegen die Mindestzahlen bezüglich des Gewerbesteuerausgleichs und verlangen ihre völlige Beseitigung im Namen der Gerechtigkeit.“ Eine weitere Forderung der Gerechtigkeit und Ordnung sei der Jahresfinanzausgleich, selbst wenn er zum Teil auf Kosten der kommunalen Finanzmasse geschehen sollte. Auch dieser Bericht hatte eine lebhafte Aussprache zur Folge. Kreis Olpe. Am Pfingstsonntag konnte Pfarrer Stehmann— bisher Vikar in Neger(Kreis Olpe)— als neuer Pfarrer der St. Antonius-Gemeinde in Bochum feierlich in sein Amt eingeführt werden. Das wiederaufgebaute Gotteshaus war für diesen Tag festlich geschmückt. Es bedarf aber noch mancher Ausstatung, um dio sich nunmehr der neue Pfarrer bemühen wird. Die Einführungsfeierlichkeiten erfolgten in der üblichen Weise unter regster Anteilnahme der Bochumer Pfarrgemeinde der kirchlichen Vereine und Verbände und zahlreicher Ehrengäste. Aus dem Kreise Olpe begleiteten die besten Wünsche den neuen Pfarrer in seinen künftigen Wirkungskreis. Nach den kirchlichen Zeremonien der Pfarreinführung zelebrierte Pfarrer Stehmann ein feierliches Levitenhochamt mit der Ehrenassistenz von Propst und Dechant Vogt sowie der Assistenz von Pfarrer Wurm und von Studienrat Dehn. „Habt Achtung vor denen, die unter euch arbeiten, euch vorstehen, und eure Seelsorger sind. Wegen ihres Amts müßt ihr sie überaus schätzen und lieben.“ Dieser Leitgedanke lag der Festpredigt des Propstes zugrunde, der die Aufgaben des Ehrenmal bald vollender Neuenkleusheim. Die Bevölkerung baut in ihrer Freizeit auf der Linkermicke ein Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege. Der Sockel ist bereits fertiggestellt. In Kürze soll auch das Kreuz errichtet werden. Danach kann die Einweihungsfeier stattfinden. Neuenkleusheim. Am Ortseingang wird z. Z. eine neue Siedlung gebaut. Vier Häuser sind schon fast fertiggestellt. Wenden. Am morgigen Dienstag sind die Büroräume der Amtsverwaltung und Sparund Darlehnskasse in Wenden geschlossen. Pfarrers als Seelsorger umriß. Nach dem sakramentalen Segen Pfarrer Stehmanns wurden ihm vom Propst die Schlüssel zum Pfarrhaus übergeben. Im Antoniussaal fand die offizielle Begrüßung durch die Geistlichkeit, die kirchlichen Körperschaften, die Behörden, die Lehrerschaft und die Vorstände der kirchlichen Organisationen statt. Liebt die Jugend den Schund? Praktische Erfahrungen im Jugendschrifttum— Erfolg der Heftreihen dienen. In einer Reihe von Kurzreferaten wurde die Situation der Mädchenbildung in den einzelnen Schularten von der Volksschule bis zur Universität aufgezeigt, die ja alle in den einzelnen Abteilungen des Vereins vertreten sind. Uebereinstimmend kam zum Ausdruck, daß es zunächst auf die rechte Auswahl des Bildungsgutes ankommt, das Interessen, Anlagen und Aufgabe der Mädchen berücksichtigen muß, aber auch besonders auf die frauliche Atmosphäre der Schulklasse. Sie erfordert als organisatorische Voraussetzung die Schaffung eigener Mädchenschulen, Mädchenklassen, oder, wo diese unter keinen Umständen möglich sind, wenigstens den zeitweiligen Einfluß der Lehrerin in besonderen Stunden. Eine Abrundung der reichen Arbeitsergebnisse bildete der Schlußvortrag von Frau Professor Dr. Schmidt. Paderborn, in dem sie die Forderungen des Vereins zur Sicherung der Mädchenbildung in der Schule wissenschaftlich begründete und durch praktische Vorschläge ausbaute: die psychisch-geistigen Anlagen und Fähigkeiten des Mädchens können am leichtesten und sichersten durch eine eigenständige Mädchenbildung geweckt und gefördert werden, die hausfrauliche Bildung ist dabei besonders wichtig. Entsprechend eingerichtete Unterrichtsräume und die besondere Ausbildung der Lehrerin für die Fächer des Frauenschaffens sind Voraussetzung. Unbedingt erforderlich ist die aktive Mitarbeit der lehrenden Frauen an der Gestaltung der Bildungspläne der Kreis Olpe. In der Zeitschrift“Psychologische Blätter“ wurde kürzlich das Ergebnis einer Umfrage bei jugendlichen Lesern veröffentlicht, das erneut bestätigt, wie stark die sogenannte Schmöker-Literatur noch immer bei den jungen Menschen, Jungen sowie Mädchen, verbreitet ist. Nahezu 90 Prozent ihres Lesestoffes setzt sich aus dieser Art Unterhaltungsliteratur zusammen. Man sollte diese Tatsache nicht übersehen, aber auch keine voreiligen Rückschlüsse daraus ziehen, zumal die ältere Generation sich bestimmt erinnern wird, einst ebenso begeistert nach dieser billigen Lektüre gegriffen zu haben. Wenn die Jugend unserer Zeit in vielleicht größerem Maße nach diesen Heften greift, so muß als eine der Ursachen hierfür unbedingt die heutige Wirtschaftslage, d. h. die Geldknappheit des Einzelnen, angesehen werden. Fragt man nämlich die jungen Leser nach den Gründen der Beliebtheit, so erhält man eine Antwort, die verblüffend einfach und einleuchtend ist. Die 12- bis 14jährigen geben ohne weiteres zu, die Hefte wegen ihres spannungsreichen, dichtgedrängten Inhalts, ihrer reißerischen Umschlagbilder, ihres handlichen Formats und vor allem ihres niedrigen Preises zu lesen und zu lieben. Dazu kommt, daß das häufige Erscheinen der Hefte zum Sammeln und Tauschen reizt. Die Bemühungen, den Jugendlichen anstelle der Schmöker Heftreihen mit ähnlicher Aufmachung, jedoch ungefährlichen Inhalts, schmackhaft zu machen, hat bereits zu einem schönen Erfolg geführt. Auf bestimmte solcher Heftreihen konnte das „S. V.“ schon mehrfach hinweisen. Und heute ist festzustellen, daß sich immer wieder neue Verlage finden, die solche einwandfreie Jugendliteratur zu geringen Preisen mit guter Aufmachung herausgeben. Heinrich Tump vor der Industrie- und Handelskammer in Bochum seine Fachprüfung im Buchhaltungs- und Bilanzwesen. Für Fronleichnam sind die Arbeiten in den vier Toren bereits wieder aufgenommen worden, um den Prozessionsweg um den Stadtwall würdig auszuschmücken. Tierpark erhielt Zuwachs. Zwei Braunbären sind im Tierpark auf der Burg Schnellenberg dieser Tage wieder eingetroffen. Sie waren schon einmal da. mußten aber wieder zurückgeschickt werden, da der Eisenkäfig zu leicht gebaut war. Nun sind aber alle Sicherungsmaßnahmen den Vorschriften entsprechend getroffen, so daß die beiden Tiere ein für die Besucher sicheres Heim haben. Hinterrad lief ab Bilstein. Das Hinterrad eines Lkw der belgischen Besatzungsmacht machte sich in der Kurve unterhalb der Jugendburg selbständig und fuhr die Böschung hoch, wo es liegen blieb. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Kraftfahrzeugdiebe gesucht! Polizei bittet um nähere Angaben Kreis Olpe. In der Nacht zum 11. Juni ereignete sich auf der Straße zwischen Rothemühle und Freudenberg ein Verkehrsunfall. Das am Unfall beteiligte Kraftfahrzeug war in der Nacht zum 7. Juni in Eiserfeld gestohlen worden. Die Insassen des Fahrzeuges müssen aufgrund des beschädigten Wagens erhebliche Verletzungen, u. a. Knochenbrüche erlitten haben.— Wo wurden Personen mit Verletzungen eingeliefert und behandelt? Wo wurden verletzte Personen gesehen? Zweckdienliche Mitteilungen nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.— Die betreffenden Wageninsassen kommen noch für weitere Kraftfahrzeugdiebstähle in Frage. Steinbruch wieder in Betrieb Nach fast 100jähriger Unterbrechung Neuenkleusheim. Im Steinbruch auf der Bromicke klappern nach etwa hundert Jahren wieder die Abbaugeräte. Zwölf Arbeiter einer Firma aus Welschen Ennest sind es, die hier das kostbare Gestein zu Tage bringen. Der Steinbruch wurde früher von den hiesigen Bauern ausgenutzt. Mit einem Öchsenkarren sind von hier aus die Steine über den Engelsberg gebracht worden, wo man sie zum Bau des Tunnels bei Welschen Ennest benötigte. Nach der Fertigstellung des Eisenbahntunnels wurden die Arbeiten auf der Bromicke eingestellt. Der kostbare Besitz der Gemeinde Kleusheim geriet dann in Vergessenheit. Erst jetz: erkannte man wieder, daß hier noch abbaufähiger Felsen vorteilhaft ausgenutzt werden kann. Warenkunde der„Spara“ Grevenbrück. Der warenkundliche Vortrag von H. Leinhos von der Reese-Gesellschaft über Nährmittel und Stärkeerzeugnisse wurde mit großem Interesse entgegengenommen. Anschließend fand ein Probekochen statt, bei dem jeder Teilnehmer auf seinen Geschmack gebracht wurde. Die diesmalige Veranstaltung der Spara-Gruppe Grevenbrück-Olpe darf als besonders gelungen bezeichnet werden! „MGl"-Betriebsfest auf dem Schützenplatz Jubilare der Metallwerke Gustav Imhäuser wurden ausgezeichnet Ohm, U. Döppner und Stadt Attendorn Autobrand. In hellen Flammen stand plötzlich bei Gut Ewig ein Pkw, der durch das Feuer völlig zerstört wurde. Die Insassen konnten sich retten und sind ohne Verletzungen davongekommen. Prüfung bestanden. Mit gutem Erfolg bestand der kaufmännische Angestellte Schulen sowie die Mitarbeit an Lehr- und Lernmitteln und das Bemühen um eine geschlechtsspezifische Methodik. Die Tagung in ihrer Gesamtheit wurde den über 600 Teilnehmerinnen ein aufrüttelndes Erlebnis. Zahlreiche Gäste aus dem Auslande(Oesterreich, Schweiz, Südtirol, Holland, Frankreich, Spanien) brachten ihre Verbundenheit mit dem Wollen des Vereins zum Ausdruck und bekundeten europäische Einheit auf dem Boden der gleichen Weltanschauung. Höhepunkt der Tagung aber war die Verlesung des Originalbriefes von Papst Pius XII., der zum Ausdruck brachte:„Wir erwarten aus den Beratungen klare Schau der beiden Forderungen: Mädchenbildung entsprechend Frauenart und Frauenwürde, einheitliche Erziehung im Geiste des katholischen Bekenntnisses— und vollen Einsatz für diese Forderungen in Schule und Oeffentlichkeit“. Olpe. Im schön dekorierten großen Zelt des Schützenplatzes, auf der Tanzfläche und vor den dichtbelaubten Terrassen wickelte sich am Samstagnachmittag und -abend das diesjährige Betriebsfest der Metallwerke Gustav Imhäuser in vorbildlicher Harmonie und kameradschaftlicher Verbundenheit dieser stattlichen Olper Betriebsgemeinschaft ab, an der auch die Frauen und Kinder der Betriebsmitglieder Anteil hatten. Nach einleitenden Klängen der Heider Musikkapelle und einem Sangesgruß des Werkschores, den Hub. Hilchenbach leitet, hieß Kurt Imhäuser im Namen der Geschäftsleitung alle Festteilnehmer herzlich willkommen. Wieder habe man ein Jahr in Frieden arbeiten können, und dafür sei dem Himmel Dank! Das Werk habe eine weitere erfreuliche Entwicklung genommen. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden gedachte man hierauf der verstorbenen Kameraden Dreher Josef Bender und Gießer Kurt Geck. Sodann wurden den Jubilaren das Diplom der IHK und passende Jubiläumsgeschenke der Firma überreicht mit herzlichem Dank für die geleistete Arbeit und die Treue zum Betrieb: dem Rohrzieher Jos. Schmidt für 50jährige, dem Former Wilh. Gummersbach(Lütringhausen) für 40jährige und der Kontoristin Frl. Maria Vetter für 25jährige Zugehörigkeit zum Betrieb.— Als weitere Jubilare im verflossenen Jahre sind zu nennen: Former Anton Weber(40 Jahre), Kontoristin Elfriede Kämpfer(40 Jahre), Kontoristin Hedwig Spieß, Rohrzieher Hugo Dornseifer, Gießer Jos. Valpertz, Gießer Anton Luke. Gußputzer Josef Stipp, Former Ernst Sassen und Schlosser Jos. Schmidt(sämtlich 25 Jahre). Auch Betriebsobmann Hub. König beglückwünschte die Jubilare. Er forderte alle zu weiterer„Hand-in-Hand-Arbeit“ auf. Dann marschierte der FacharbeiterNachwuchs vor dem Podium auf, das von zwei schmucken Standarten mit dem Zeichen„MGI" wirkungsvoll flankiert war. Drei jungen Facharbeitern, die kürzlich ihre Gesellenprüfung abgelegt haben, wurden die Glückwünsche der IHK übermittelt und die Facharbeiterbriefe überreicht. Von der Firma erhielt jeder ein Buchgeschenk: W. K. Schubert. Wenn Betriebsleiter Dipl.-Ing. Ahlers für die Programmgestaltung verantwortlich zeichnete, so darf man feststellen, daß ihm dieses sehr gut gelungen ist. In rascher Folge wickelten sich alle Darbietungen— auch im unterhaltenden Teile des Festes— ab. Man sah nur frohe Gesichter und verspürte deutlich, daß sich alle in dieser Gemeinschaft wohlfühlten Dazu kam, daß das Wetter sich gut hielt und so die Feier im Freien nicht beeinträchtigt wurde. Aus der Fülle der Darbietungen seien(neben dem gemeinsamen Kaffeetrinken und Abendessen) hervorgehoben: ein urgelungenes Tauziehen, das die Dreher vor den Gießern gewannen, dann das Königsschießen mit Luftgewehren(die Königswürde errang Jos. Hammer), ferner eine hübsche Polcnaise, die humorgewürzte Damenrede von Ingenieur Ahlers, der reiche„Ordenssegen“, der sich über die verdienstvollen Festteilnehmer ergoß, wobei der Seniorchef Paul Imhäuser mit dem„goldenen“ ausgezeichnet wurde und Herr Ahlers eine Kinderrechenmaschine am bunten, Bande erhielt; schließlich noch das allgemeine Tanzvergnügen! Es war ein Betriebsfest, wie es kaum besser geboten werden kann. Und auch hat es sich wieder verlohnt, nicht in die Ferne zu schweifen, sondern auf unserem Schützenplatz zu bleiben, wo sich— mit Unterstützung des Festwirtes Melcher— alles flott und zur vollsten Zufriedenheit abwickelte. Ein Lob für die Firma und für alle, die dort in einer arbeitsfreudigen, unverbrüchlichen Gemeinschaft beschäftigt sind, wie die Jubilare beweisen, vielfach jahrzehntelang in treuer und gewissenhafter Arbeit zu den Metallwerken G. Imhäuser stehen! Totenglocke Olpe. Im 81. Lebensjahre verschied Frau Maria Anna Stühler geb. Griesenbruch, wohnhaft Stötchen 13. R. i. p. Ottfingen. Infolge eines Unglücksfalles verstärb im Alter von 47 Jahren der Schreinermeister Josef Knott. R. i. p. GUT GESEHEN Internationales Menü über dem Nordpol Planmäßiger Flugverkehr Stockholm— Tokio—„Aquatortaufe“ für erste Fluggäste Stockholm.— Genau über dem Nordpol servierte der Steward den Teilnehmern am ersten planmäßigen Passagierflug Stockholm—Tokio das Mittagessen: der Truthahn stammte aus England, die neuen Kartoffeln aus Italien, die belegten Brote aus Schweden, der Aquavit aus Norwegen, das Bier aus Dänemark, der Käse aus der Schweiz und der Wein aus Frankreich. Zufrieden stellte man fest, daß der Direktflug über den Nordpol billiger und kürzer ist als der Weg über Island und daß er nun fest in die Flugpläne der SAS eingebaut werden kann. Das Lama-Rudel im Tierpark steht ja wohl hinter einem Gitter. Das Gitter hat schon manchem Zoobesucher die Aufnahmen verleidet. Aber hier war einer, der aus der Not eine Tugend machte. Wie schön ist die beinahe ornamentale Wirkung der anmutigen Tierköpfe; und wie heiter spielt das Sonnenlicht mit den steil erhobenen sein! Das legt sich später ganz von selbst. Sein Sinn für das Wesentliche erwacht, sein geschulter Blick erkennt im Teil das Ganze. Er will etwas ganz Bestimmtes aussagen, einen bestimmten Eindruck, eine Stimmung wiedergeben.„Ich sah ein Lama-Rudel im vergoldenden Gegenlicht; als der Wärter nahte, erhoben sich gleichartig Lauschern! Niemand wird bei diesem Anblick die Körper vermissen, die — wie wir annehmen dürfen— durch das querlaufende Gitter unterteilt wurden. Ein Ausschnitt spricht für das Ganze! Es muß nur der richtige Ausschnitt sein. Wer zu photographieren beginnt, hat den Hang zum Totalen. Man gebe einem Zehnjährigen eine Camera in die Hand— man wird immer die gleiche Erfahrung machen: auf jedem seiner Bilder ist„alles“ zu sehen; der ganze Mensch, die ganze Straße, die ganze Landschaft. Das ist ganz natürlich, auch wenn es auf Kosten der Bildwirkung geht. Der Anfänger zielt ja gar nicht auf die Bildwirkung. Er kostet noch die Freuden der ihm neu erschlossenen Möglichkeiten aus. Er nimmt auf— es kann gar nicht genug alle Köpfe; viele Seelen— ein Gedanke!" Der Blick für das Wesentliche meistert schließlich auch die räumlichen Schwierigkeiten. Man muß ja, wenn es die Umstände verbieten, nicht ein ganzes Bauwerk, einen ganzen Menschen, eine ganze Gruppe aufs Bild bekommen. Man muß den entscheidenden Ausschnitt anvisieren, den Teil des Blickfeldes, in dem sich ein Vorgang, eine Stimmung verdichtet. Und man muß Herr über das bißchen Technik sein, das uns im Camera-Sucher einen bestimmten Bildrahmen vorschreiben will. Mag doch die Camera mit dem Wesentlichen auch noch Unwesentliches abbilden— wir haben daheim eine Schere, die das Unwesentliche in den Papierkorb befördern kann. Das einmalige Erlebnis begann, als die „Leif Viking“ über der norwegischen Stadt Bodö das europäische Festland verließ und hinaussteuerte in die unendliche Weite des Polarmeeres. Schon nach eineinhalb Stunden kam die Bäreninsel in Sicht, in deren Nähe im Jahre 1897 die Expedition des schwedischen Ingenieurs Andree ihr tragisches Ende fand, der den Nordpol mit einem Luftballon zu überfliegen versuchte. Weitere zweieinhalb Stunden später wurden in 2500 Meter Höhe die in der Sonne leuchtenden Gebirgsketten Spitzbergens überflogen. Im kaum bewegten Meer schwammen riesige Eisberge. In der Ferne sah man, wie sich das Packeis staute, das den Pol umgibt. Telegramme an drei Könige Um 18.30 Uhr ließ der Kapitän die Fluggäste wissen, daß man sich dem Pol nähere. Eine Viertelstunde später war es so weit: der Funker jagte Telegramme an die Könige von Schweden, Norwegen und Dänemark in den Äther, um ihnen zu verkünden, daß das erste planmäßige Verkehrsflugzeug eben den Nordpol passiere. Die Flaggen der drei Länder wurden abgeworfen. Dank der modernen Navigationsausrüstung landeten sie vermutlich näher am Pol als die Flaggen der Forscher, die sich jemals in monatelanger gefahrdrohender Wanderung diesem Punkt genähert hatten. Der Kapitän hielt, während das internationale Menü serviert wurde, eine Art„Aquatortaufe“ ab, indem er alle Beteiligten zu „Rittern des Nordpols“ schlug. Dann wurde der vielen Männer aller Nationen gedacht, die sich um die Erforschung der Arktis verdient gemacht haben. Nach der Überfliegung des Pols erhielt die Flugroute einen kleinen Knick. Denn wäre die„Leif Viking“ weiterhin geradeaus geflogen, hätte sie das Ostkap Sibiriens, nicht aber Alaska angesteuert, wo man auf dem Zwischenlandehafen Fairbanks schon auf sie wartete. Vor der Landung mußten die Uhren um zehn Stunden zurückgestellt werden, so daß es auf einmal wieder Mittag statt Nacht war. Als das Flugzeug auf der Landebahn aufsetzte, waren seit dem Überfliegen von Bodö in Norwegen genau 14 Stunden und 25 Minuten vergangen. Das ganze Städtchen war dabei, als die ersten „Ritter des Nordpols“ die Maschine verließen und mit Blasmusik und vielen Reden empfangen wurden. Zweimal Freitag Bis nach Tokio gab es dann nur noch eine Zwischenlandung in Schemja auf den Aleuten. Von hier bis zum Ziel blieben dann„nur“ noch rund 4000 Kilometer übrig, die ebenfalls glatt durchmessen wurden. In Tokio wurden die Teilnehmer mit Blumen überhäuft, die allerdings schon wieder verwelkt waren, als der Rückflug angetreten wurde. Dieser Rückflug war aus zwei Gründen nicht weniger interessant ais der Hinflug. Er wurde am Freitagnachmittag angetreten. Als die„Leif Viking“ jedoch in Fairbanks landete, war es in Alaska statt Samstag erst Freitag morgen. Ferner wurde der Nordpol diesmal im wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen. Das Flugzeug steuerte direkt Stockholm an, wo es nach 14 Stunden und 37 Minuten auf dem Flughafen Bromma landete: eine erstaunliche Leistung, die erkennen läßt, daß die Luftreise über den Pol eine erhebliche Verkürzung der Verbindung Europa—Fernost mit sich bringt. Aga Khan mietet„Queen Mary" London— Hier werden in aller Stille Verhandlungen zwischen dem Aga Khan und der„Cunard Line“ gepflogen, die darWas Feinschmecker träumen Bern.— Zwei„kulinarische Tage“ bestreitet im französischen Restaurant der Berner Fremdenverkehrsund Gastronomieausstellung„Hospes“ die Air France. Die Gäste können à la carte die verschiedensten Spezialitäten, die auf den einzelnen Flugdiensten der französischen Luftverkehrsgesellschaft serviert werden, bestellen. Oder ganze Streckenmenüs. Wie zum Beispiel das der Südatlantikroute: Gänseleber parfait in Mandeln, Seezungenfilets„Air France“, gebratenes Lammcarré, Kartoffelbrei, lauwarme Spargel in Erdnußöl, französischer Käse, Eisbombe„Superconstellation“, Konfekt, Ananas von der Elfenbeinküste. Besonders bevorzugte Spezialiten waren: Getrüffeltes Geflügel in Aspik, Hors d’oeuvres variés, Langustenmedaillon, Steinbutt vom Grill à la crapandine, Hahn in Wein, Brathuhn in Champagne, Kalbshirn nach Husarenart, Charolais-Ochsenlende in Sauce Béarnaise. auf hinauslaufen, daß der indische„Halbgott“ die Königin der Meere,„Queen Mary“, für drei Wochen für sich allein mieten will. Richtiger: der greise Fürst will seine Karriere als berühmtester Gastgeber der Welt mit einer drei Wochen währenden„party“ beschließen, mit der verglichen das Fest des Marquis de Cuevas in Biarritz eine bescheidene Abendgesellschaft gewesen ist. Aga Khan will seine erlesenen Gäste, die sich aus den Repräsentanten der internationalen Gesellschaft zusammensetzen werden, drei Wochen lang durch das Mittelmeer„spazieren fahren.“ Für die„Queen Mary“, den zweitgrößten Passagierdampfer der Welt, will der Fürst so viel bezahlen, wie die Einnahmen aus zwei Übersee-Reisen des Ozean-Giganten ausmachen.(Skn) Rechtzeitig Kurz bevor man den 55jährigen indischen Anwalt Anopchand Kayasth in Jodphur nach hinduistischem Ritus auf offenem Scheiterhaufen verbrennen wollte, schüttelte der„Tote“ sein Haupt. In Kürze will er seine Anwaltspraxis wieder aufnehmen. Josephine Baker klagt New York.— Die Negersängerin Josechine Baker ist nach New York gereist, um einen Beleidigungsprozeß um 400 000 Dollar auszufechten. Es geht um einen Zwischenfall im„Stork-Club“, wo man sich rassischer Vorurteile wegen 1951 geweigert hatte, sie zu bedienen. Der Prozeß läuft gegen den Journalisten Walter Winchell und seine Verleger, den HearstKonzernen und des King-Features-Syndikat. Sie sollen im Anschluß an den Zwischenfall eine Reihe von bösartigen Angriffen gegen Josephine Baker veröffentlicht haben. Kaffee als Ehekitt Rio de Janeiro.— Das brasilianische Kaffeeinstitut schenkte einer New Yorkerin sechzig Kilo Kaffee. Sie hatte sich bei dem Institut beklagt, daß sie wegen der hohen Kaffeepreise ihrem Verlobten, einem leidenschaftlichen Kaffeetrinker, nicht mehr Kaffee in ausreichenden Mengen vorsetzen könne und daher befürchten müsse, daß ihre Verlobung auseinandergehe. Das Institut gab der Hoffnung Ausdruck, daß die sechzig Kilo Kaffee bis an das Ende der Brautzeit reichen. Kitzlig Elne geräuschlose Armband-Weckuhr wurde in Washington patentiert. Wenn es an der Zeit ist, hämmert ein kleiner Kolben auf das Handgelenk des Trägers. Russin kämpft in Berlin um ihre Che Emigranten im Paragraphennetz— Die Bürokratie liebt den Menschen nicht Berlin.— Ein folgenschwerer Schicksalsschlag traf die in Berlin lebende Russin Ljubowa Slepyan. Sie ist seit 33 Jahren verheiratet, ihr Mann befindet sich in einem sowjetischen Konzentrationslager, und sie hat drei erwachsene Kinder, die als wohlangesehene Bürger in England leben. Aber die Feder eines Polizeibeamten machte mit einem einzigen Strich ihre Ehe zunichte. Frau Slepyan wurde jetzt für ledig erklärt. Ihr Mann sei gar nicht ihr Mann, ihre Kinder müßten als„unenelich“ gelten. 33 Jahre will man mit dem Wort „Irrtum“ auslöschen. Und das nur, weil man herausgefunden hat, daß das Ehepaar Slepyan seinerzeit nur kirchlich getraut worden ist. England besuchen zu können, entdeckte ein Beamter, daß Frau Slepyan gar nicht ordnungsgemäß verheiratet sei und ihren Namen sowie ihren„Stand“ zu Unrecht führe. Er stellte fest, daß die Ehe niemals standesamtlich, sondern nur kirchlich geschlossen wurde. Und in Deutschland sind nur die Ehen gültig, die auf dem Standesamt verbrieft und vom Staat besiegelt worden sind. Nach der russischen Revolution von 1917 flüchtete die Russin nach Deutschland. Sie hatte ihre Heimat verloren, weil die Sowjets ihre Familie verfolgten. Aber sie war zum Glück nicht allein. Mit ihr war ihr späterer Mann nach Quedlinburg geflüchtet. Der betätigte sich im Emigranten-Auffanglager als Dolmetscher. Das junge Paar ließ sich nach heimatlicher Sitte von einem Erzpriester der griechischorthodoxen Kirche trauen. Damals konnten beide nicht ahnen, daß diese Trauung eines Tages angezweifelt würde. Die Ehe war so geschlossen worden wir es für russische Staatsangehörige üblich war: in der Kirche durch den bevollmächtigten Priester. Der Weg zum Standesamt gehörte nicht dazu, der war nur für Deutsche vorgeschrieben. Das junge Paar zog nach Prag, wo zwei Töchter zur Welt kamen. 1928 ging die Familie nach Berlin. Vladimir Slepyan meldete sich selbst, seine Frau und Kinder polizeilich an. Niemand hatte etwas zu beanstanden. 1931 wurde der neugeborene Sohn des Ehepaarés als eheliches Kind in die Polizeiakten eingetragen. Glücklich lebten die Slepyans zusammen in Berlin, bis der Vater Vladimir Slepyan 1946 von den Sowjets verschleppt und in ein Konzentrationslager gesteckt wurde. Seine Frau schickte ihre Kinder nach England. Sie selbst wollte in Berlin abwarten, ob ihr Mann nicht doch wieder entlassen würde. Da brach jetzt das Unglück über die Frau herein: Als sie einen neuen Paß ausgestellt haben wollte, um ihre Töchter in Die verheerend: Plötzlich unehelich? Folgen dieser Entdeckung Frau Slepyan waren erhielt den Ausweis nicht, sie konnte die Unterhaltsbeihilfe, die ihr für den verschleppten Mann zustent, nicht bekommen, sie sollte ihren Namen nicht mehr tragen, und die Kinder sollten plötzlich eine ledige Mutter haben. Die verzweifelte Frau sah keinen anderen Rat, als das Polizeipräsidium zu verklagen. Ihr Mann ist in einem Konzentrationslager der Sowjets, das Ehepaar kann deshalb das„Versäumnis“ nicht nachholen. Frau Slepyan verweist auf die Tatsache, daß auch in Berlin ihre Ehe bis zu der unseligen Entdeckung anerkannt worden war. Die Behörde gibt nicht nach. Vielleicht kann aber doch eine Notlösung gefunden werden. Frau Slepyan will versuchen, den Nachweis zu führen, daß sie selbst und auch ihr Mann zur Zeit ihrer Heirat noch russische Staatsbürger waren und daß damals die Sowjetunion noch gar nicht völkerrechtlich anerkannt war. Wenn ihr das gelingt, muß ihre Ehe anerkannt werden, weil dann die Form der Eheschließung den deutschen Staat nichts angeht. Windschutzscheibe zerschmolz Paris.— Ein neues„WindschutzscheibenWunder“ hat sich in Frankreich ereignet. Diesmal aber zersprang die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos nicht plötzlich aus unerklärlichen Gründen, wie es in England schon über 40mal vorgekommen ist, sondern sie glühte aus.— Roger Paris, ein Industrieller, fuhr mit fünf Bekannten eine Landstraße entlang, mit etwa 85 Stundenkilometern. Plötzlich wurde der Wagen durch eine Explosion erschüttert. Eine blaue Flamme fuhr quer über die Windschutzscheibe. Monsieur Paris spürte einen heißen Windstoß an seinen Beinen. Er hielt und mußte feststellen, daß sich die Scheibe in eine weiche hellblaue Masse verwandelt hatte. Ähnliche Berichte über zerschmetterte oder geschmolzene Windschutzscheiben kommen aus Belgien und Italien. Auch in Deutschland sind solche Fälle schon vorgekommen. Vielleicht ist der geschilderte Vorfall in Frankreich einem Blitz zuzuschreiben. EINE WOCHE Roman von Gertrud von Brockdorff Copyright by Prometheus-Verlag, Gröbenzell (39 Fortsetzung) Frau Ueberweg ist keineswegs eine dervöse Frau. Sie erinnert sich nicht daran, jemals in ihrem Leben gezittert zu haben. Aber jetzt sitzt sie hilflos da und betrachtet ihre zitternde Hand, die sich um die hellblaue Serviette gekrampft hat. „Wie sprichst du denn. Martin?“ fragt sie leise und gewaltsam beherrscht.„Wer denkt denn daran, dich mit Gewalt fortzubringen? Wenn es für deine Arbeit so wichtig ist, dann sollst du selbstverständlich hierbleiben. Wir sind nur ein wenig in Sorge um dich, wir machen uns Gedanken um deine Gesundheit und möchten dir so gerne helfen.“ „Wenn mich der Himmel doch nur vor den klugen Leuten bewahrte, die mir um jeden Preis helfen möchten! Ich habe es bis jetzt allein geschafft und bringe es auch allein zu Ende“, sagt Ueberweg grimmig. Dabei tritt ein wilder und fast böser Zug in sein Gesicht und verwandelt es beinahe bis zur Unkenntlichkeit.„Ich bringe es zu Ende“, sagt er noch ein paarmal rasch hintereinander und ballt dabei ganz sinnlos die Fäuste.„Ich bringe es zu Ende, ich bringe es zu Ende... ich halte aus und kämpfe es durch...“ „Gewiß, Lieber, niemand zweifelt daran“, beschwichtigt ihn seine Frau mit merkwürdig sanfter Stimme.„Aber setz dich doch wieder! Es ist nicht nötig, daß du gleich aufspringst und durchs Zimmer läufst! Willst du nicht noch eine Tasse Kaffee? Nicht? Nun, vielleicht ist es auch besser; der Kaffee scheint mir für dich reichlich stark zu sein, Aber darüber reden wir noch später. Jetzt sollst du mir erst einmal erzählen, was sich inzwischen bei euch ereignet hat.“ Sie spricht zu ihm wie zu einem Kinde, die falsche Heiterkeit in ihrer Stimme tut ihm weh. „Was soll sich bei uns ereignet haben?“ fragt er argwöhnisch.„Es hat sich überhaupt nichts ereignet.“ „Überhaupt nichts? Aber ich bitte dich! Ich war über sieben Wochen fort. Wie war es übrigens Freitag abend bei Professor Dinklage?“ „Freitag abend? Bei Dinklage? Ich bin überhaupt nicht dagewesen, Anita!“ „Martin! Dinklage hatte doch Geburtstag.“ „Ich hatte diesen wichtigen Geburtstag vergessen“, knurrte Ueberweg gereizt.„Ich hatte anderes im Kopf. „Lieber, ich weiß, wieviel du zu tun hattest! Mach dir nur keine Sorgen! Ich rufe nachher den Professor an und bringe alles in Ordnung. „Das ist nett von dir, Anita“, murmelt Ueberweg jäh erleichtert. Eine Minute vorher noch war er tödlich erschrocken, als Dinklages Name fiel. Er hatte den Geburtstag des Professors, mit dem er seit vielen Jahren befreundet war, völlig vergessen. Alles war wie ausgelöscht gewesen, als hätte sein Gehirn an diesem Punkte überhaupt nicht mehr funktioniert.— Plötzlich bedeutete es ihm eine unbestimmte Beruhigung, Anita wieder zu Hause zu wissen. „Ich habe nämlich Freitag einen kleinen Nervenkollaps gehabt“, erzählt er mit veränderter Miene. „Ich weiß“, sagt Frau Ueberweg.„Du hattest einen Unfall mit dem Wagen. Henry schrieb mir davon.“ „Dein Bruder Henry ist sehr tüchtig im Verbreiten von Nachrichten. Unfall ist übrigens zuviel gesagt. Der Wagen fuhr einfach über einen Stein...“ „Über einen Stein? Du meinst: er fuhr gegen einen Prellstein?“ „Ganz recht. So ähnlich war es wohl. Ich besinne mich nicht mehr ganz deutlich darauf. Ich war noch ein paar Minuten hinterher wie im Nebel.“ Hier macht er wieder die kleine charakteristische Bewegung mit der Hand zur Stirn.„Es ist ein scheußliches Gefühl“, sagt er.„Jetzt erlebe ich das alles noch einmal, Anita, jetzt muß ich wieder daran denken! Erzähle mir doch etwas, bitte, damit ich auf andere Gedanken komme...“ „Aber gern!“ stimmt sie fröhlich zu. „Komm, laß uns in dein Zimmer hinübergehen!“ „Hast du die Sessel hier umgestellt, Martin?“ fragt sie beim Betreten von Ueberwegs Zimmer.„Ich weiß nicht, woran es liegt, aber es kommt mir hier bei dir alles so fremd vor. Großer Gott, ist dein Schreibtisch aber unordentlich! Kannst du dich denn überhaupt noch zwischen all dem Zeug durchfinden? All die Zeitungen einfach übereinandergestapelt, zum Lesen bist du wohl gar nicht gekommen? Martin, da liegt ja ein halbes Dutzend Briefe, die noch nicht geöffnet sind! Und hier... was ist denn das?“ Sie hat ein Stück Zeichenkarton hervorgezogen und hält es mit spitzen Fingern gegen das Licht. „Was ist denn das?“ fragt sie noch einmal, sehr wach und aufmerksam. Ueberweg ist fahl geworden, seine Unterlippe zittert schwach. „Eine Zeichnung von Öswald Petruschke“, antwortet er.„Ich habe sie im Büro entdeckt und hielt es für schade, sie zu vernichten.“ „Das ist doch Gunver Sibelin, nicht wahr?“ „Ja, natürlich, du weißt doch, er hatte etwas mit ihr.“ „Leider“, sagt Frau Ueberweg hart und legt die Zeichnung auf den Schreibtisch zurück.„Ist denn das immer noch nicht zu Ende?“ „Doch. Anita, es ist zu Ende“, antwortet Ueberweg mit einer Miene kalter Entschlossenheit.„Fräulein Sibelin ist seit einigen Tagen verschwunden, und die Polizei hat eine große Sache daraus gemacht. Gestern morgen hatten wir einen Kriminalbeamten im Hause.“ „Wir,“ fragt Frau Ueberweg atemlos. „Ja, auch wir. Es handelte sich um Luise, die Fräulein Sibelins Handtasche gefunden und aufs Fundbüro gebracht hatte. Luise wurde verhört, aber es ist wohl nicht viel dabei herausgekommen.“ „Eine merkwürdige Geschichte. Verschwunden, sagst du? Vermutet man denn Verschleppung oder etwas Ähnliches?“ „Ein Verbrechen jedenfalls.“ „Wie unheimlich!“ sagt Frau Ueberweg erschreckt und etwas verstört.„Hat man denn irgendeinen Verdacht?“ Ueberweg ist ans Fenster getreten und sieht nach draußen. „Oswald Petruschke ist gestern nachmittag verhaftet worden“, antwortet er mit beklommener Stimme, ohne sich umzuwenden. „Oswald Petruschke? Aber das ist doch unmöglich! Er hat es doch gar nicht getan!“ flüstert Frau Ueberweg entsetzt. „Bist du so sicher?“ fragt ihr Mann langsam. Er starrt noch immer nach draußen... auf ein Stückchen fahlblauen Himmel jenseits der grauen Steinfronten. Die Stirn hat er fest gegen die Scheiben gepreßt; die Kühle des Glases beruhigt ihn und tut ihm wohl.„Bist du so sicher. daß er es nicht getan hat?“ fragt er noch einmal. „Ganz sicher!“ Jetzt hat Anita wieder ihre alte Entschiedenheit zurückgewonnen.„Das ist doch lächerlich, daran zu glauben; wir kennen ihn seit fünfzehn Jahren, ich mochte ihn immer gern, er war so ein netter Junge. Weißt du noch, wie er den großen schwarzen Käfer aus dem Müllkasten holte, weil er sich ängstigte, er würde darin ersticken? Bitte, Martin, trommle jetzt nicht an die Fensterscheiben! Du machst mich wirklich nervös! Wir müssen überlegen, was zu tun ist. „Verstehst du mich denn nicht, Martin! Wir können das doch nicht einfach geschehen lassen, ohne einen Finger zu rühren. Hast du denn für den armen Jungen überhaupt noch nichts getan?“ „Nein, noch nichts“, erwidert Ueberweg mit schwerer Zunge und kommt sich unsagbar feige und kläglich vor. „Das Bad ist fertig“, meldet Luise von der Tür her. Dreimal hatte sie geklopft, ohne daß man darauf hörte. Nun steht sie da mit ihrem stillen und verschlossenen Gesicht, dunkle Schatten unter den Augen. „Gut, Luise, ich komme“, sagt Frau Ueberweg zerstreut. Sie denkt jedoch nicht daran, zu kommen, sondern wendet sich wieder an ihren Mann.„Liegen denn Verdachtsmomente gegen ihn vor?“ (Fortsetzung folst Deutschland der Weg unter die Teilnehmer am Viertelfinale, kommt der nächste Gegner aus der Gruppe mit Brasilien, Frankreich, Jugoslawien und Mexiko, mit anderen Worten: Es bliebe dem deutschen Fußball, der 1934 in Italien einen großartigen dritten Platz erreichte, nichts erspart... So etwas hat es auch noch nicht gegeben. Die Vorrunde wird in den Gruppen nach Punkten ausgetragen, aber diese Spiele werden 30 Minuten verlängert, wenn sie in der regulären Spielzeit unentschieden enden. Erst nach 120 Minuten kann es einen Punkt geben. In Spiez wartet die deutsche Expedition auf ihr erstes und so wichtiges Spiel: die Türkei in Bern. Es ist erst am 17. Juni, also einen Tag nach dem offiziellen Beginn der Weltmeisterschaft. Unbekannt sind die Türken keineswegs. Das 1:2 in Berlin war für den deutschen Fußball eine bittere Pille. Allerdings gab es in Istanbul als Revanche ein 2:0. 49:22 Tore bei 13 Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen in 19 Spielen lautet die deutsche Bilanz seit 1950. Es ist also auf Schweizer Boden das 50. Tor der Nachkriegszeit fällig. Ein Sieg über die Türkel, deren Torwart Turgay an die Walters, Morlock, Rahn, Schäfer oer Hermann größte Anforderungen stellen wird, wäre der erste große Schritt. Basel ist am 20. Juni das erste ausverkaufte Stadion der Weltmeisterschaft; denn nach dem deutschen 5:3 gegen die Schweiz konnte es keinen größeren Schlager für diese Stadt geben als Deutschland— Ungarn. Wenn man die ungarische Erfolgsserie der letzten vier Jahre bedenkt, das 6:3 und 7:1 gegen England, die große Kunst der Puskas, Cocsis, Boszik und Co., dann spricht alles für eine deutsche Niederlage. Sie würde der Papierform entsprechen und damit am 23. Juni eine Neuauflage Türkei gegen Deutschland erfordern, wenn unsere Mannschaft diese Hürde so nimmt, wie es ihrem spielerischen Können und einer gewissen Erfahrung entspricht. Den Hinkampf in der Vorschlußrunde zur deutschen Ringer- Mannschaftsmeisterschaft gewann Titelverteidiger Heros Dortmund daheim vor 1200 Zuschauern mit 8:0 über den Sowjetzonenmeister Rotation Greiz. Düsseldorf. Meldeschluß für die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 war der 31. Januar 1953. Fast erscheint es unwirklich, daß die Zeit seit dem Tage, da das Rekordergebnis von 40 Nationen bekannt wurde, schon vergangen ist. 38 Nationen blieben nach sorgfältiger Prüfung übrig. Polen und China machten einen Rückzieher. So war das Bild für die Qualifikationsspiele, die am 25. Mai mit dem Spiel Finnland gegen Belgien(2:4 in Helsinki) ihren Anfang nahmen: 36 Teilnehmer, davon kampflos Uruguay(Titelverteidiger), die Schweiz(Veranstalter) und Ungarn(durch den Verzicht Polens) in der entscheidenden Runde auf Schweizer Boden. 33 Länder mußten über die Qualifikation gehen, die— durch Wiederholung Türkei— Spanien in Rom(2:2)— 57 Spiele brachte, bevor das Gesamtbild für die Schweiz vorlag. Sehr gut: Schöppner, Johannpeter Die westfälischen Amateur-Boxmeisterschaften in der Dortmunder Westfalenhalle Aufstieg zur 2. Liga West Duisburg, An Stelle von VfB Marathon Remscheid und Arminia Bielefeld, denen die Vertragsspieler-Lizenz entzogen wurde, spielen im nächsten Fußballjahr Westfalenmeister TSV Hüls der im deutschen AmateurEndspiel steht, und der VfL Benrath als Niederrheinmeister in der 2. Liga West. Damit gibt es erstmalig in der 2. Liga West einen Auf- und Abstieg, nachdem vor zwei Jahren durch die Reduzierung von 2 Gruppen auf 1 Gruppe alle Mannschaften unter dem 8. Tabellenplatz reamateurisiert wurden, Die 10 000 Zuschauer waren beeindruckt von den guten spielerischen Leistungen der Neu-Isenburger, die sich aber in der zweiten Halbzeit durch ihre allzu harte Gangart alle Sympathien verscherzten. Die Folge davon waren Platzverweise des rechten Läufers Tilke in der 75. Minute und des Rechtsaußen Jacob in der 87. Minute. Dazu kam nach ebenfalls grobem Foulspiel ein Elfmeter in der 80. Minute, den der Friedrichshafener Halblinke Langemaier jedoch gegen den Pfosten setzte. Dank großen Einsatzes hielt der VfB die erste Hälfte offen, um dann aber stark ins Hintertreffen zu geraten. Nur ein guter Endspurt brachte ihm noch das 2:2 durch Langemaier 3 Minuten vor Schluß. Die Friedrichshafener Führung von Schiffler in der 5. Minute machte Jacob in der 19. Minute wett, und kurz vor dem Pausenpfiff zogen die Hessen durch Mittelstürmer Müller in Front. Obwohl Neu-Isenburg in der Verlängerung nur neun Spieler auf dem Felde hatte, war die Mannschaft gefährlicher als der VfB, der abgekämpft wirkte und nur mit Mühe ein zweites Spiel erzwingen konnte. HORST JOHANNPETER(HAMM) wurde bei den Westfalen-Meisterschaften in Dortmund überlegener Punktsleger über Freiheit II(Suderwich), der in der zweiten Runde einmal bis acht auf den Brettern war.(Links Johannpeter, rechts Freiheit II.) (Hamm) Punktsieger über Freiheit II(Suderwich), Braun(Mengede) Punktsleger über Stoyke(Dortmund), Freiheit I(Suderwich) Punktsleger über Guder II(Herford), Berg(Menden) Punktsieger über Jekosch(Bochum), Peters(Dorstfeld) Punktsieger über Schubert(Volmarstein), Schöppner(Witten) Punktsieger über Horoba(Hörde), Rosenplänter(Herford) Punktsieger über Löffler(Oeynhausen). Dortmund. Als erster westdeutscher Amateurbox-Verband ermittelte Westfalen seine diesjährigen Meister. Höhepunkt war vor 6000 Zuschauern der Kampf im Halbschwergewicht zwischen dem vorjährigen Mittelgewichtsmeister Schöppner(Witten) und dem Titelverteidiger Horoba(Hörde). Durch klare Vorteile in der letzten Runde kam Schöppner zu einem verdienten Punktsieg. Der deutsche Federgewichtsmeister Schweer(Bochum) holte sich den Titel im Bantamgewicht, da sein Gegner Salewski(Herne) in der Pause zur zweiten Runde wegen einer schweren Mundverletzung aufgeben mußte. Die Westfalenmeister 1954 heißen(vom Fliegengewicht aufwärts): Kruczik (Oeynhausen). Schweer(Bochum), Stahl(Oeynhausen), Johannpeter I (Hamm), Braun(Mengede). Freiheit I(Suderwich), Berg(Menden), Peters(Dorstfeld). Schöppner(Witten) und Rosenplänter(Herford). noch Gelegenheit erhalten, seine Schützlinge für die„Deutsche“ entsprechend vorzubereiten. Nach vorsichtiger Schätzung ist Eder der Meinung, daß er vier oder fünf Kämpfer bis in die Endrunde durchbringen kann. Nach leichten Vorteilen in der ersten Runde, in der Schöppner einmal schwer am Ohr von Horoba landete, wurde der Wittener in der zweiten Runde leichtsinnig. Im Nahkampf war Horoba der klar bessere Boxer, wurde aber dann im Schlußgang von dem angreifenden Schöppner zeitweise schwer eingedeckt. In der letzten halben Minute versuchte Horoba durch einen verzweifelten Endspurt noch eine Wendung herbeizuführen, aber es war zu spät. Sehr gut geflel erneut Johannpeter I im Leichtgewicht. Der älteste der fünf Hammer Boxbrüder glänzte durch seine lusgefeilte Technik. Sein Sieg war gegen Freiheit II nie in Gefahr. Pausenlosen Schlagwechsel sah man im Halbschwergewicht zwischen dem Vorjahrsmeister Braun und Stoyke, der sich in der Schlußrunde kaum noch auf den Beinen halten konnte. Die Ergebnisse(vom Fliegengewicht aufwärts): Kruczik(Oeynhausen) Punktsieger über Harbecke(Bochum), Schweer(Bochum) Abbruchsieger 2. Runde über Salewski (Herne), Stahl(Oeynhausen) Punktsieger über Heide(Dortmund), Johannpeter I Es gab zum großen Teil ausgezeichneten Sport und vor allem spannende Kämpfe. Der Betreuer und Trainer der westfälischen Amateurboxer, Europameister Gustav Eder, freute sich über die gute Form seiner Männen für die Deutsche Meisterschaft in Berlin. Er wird in den nächsten acht Tagen in der Sportschule Hachen ZWEI HARTE GEGNEK Den verbissensten Kampf der WestfalenMeisterschaften in Dortmund lieferten sich die Rivalen im Halbschwergewicht, Horoba(Dortmund) und Schöppner (Witten). In der dritten Runde brachten die klareren Treffer von Schöppner die Entscheidung.(Links Schöppner, rechts Horoba.)(Bilder. Kurt Müller) DEUTSCHE NATIONALELF IN DER SCHWEIZ Die deutsche Fußball-Nationalmannscha ft traf mit einem Sonderwagen des fahrplanmäßigen D-Zuges zur Teilnahme an den Weltmeisterschaftsspielen in der Schweiz auf dem Badischen Bahnhof in Basel ein. Nach einem kurzen Halt wurde die Reise nach dem Standquartier der Deutschen in Spiez am Thuner See fortgesetzt. Unser Bild zeigt die Deutschen in ihrer einheitlichen Kleidung nach der Ankunft in Basel. Von links: Bundestrainer Herberger, die Spieler Biesinger, Mebus, Hermann, Liebrich, Posipal, Klodt, Morlock. Kubsch, Metzner, Bauer, Pfaff, Schäfer, Generalsekretär Dr. Xandry, Rahn, und Dr. Pecco Bauwens. Nürnbergs erste Auf dem Koblenzer Oberwerth sorgte TuS Neuendorf mit dem 4:1(1:0) über den I. FC Nürnberg für die große Überraschung. Der„Club“ enttäuschte die 3000 Zuschauer, da er namentlich im Sturm, sehr wenig zeigte. Das Fehlen von Morlock kann nicht allein als Entschuldigung gelten. Obwohl die Gastgeber bereits in der 14. Minute durch den Halblinken Miltz das erste Tor erzielten, wartete Nürnberg in den ersten 20 Minuten mit einem großartigen Spiel auf. Dann aber kam Neuendorf dank besseren Zusammenspiels auf und die in der zweiten Hälfte sehr müde wirkenden Besucher hatten nicht mehr viel zu bestellen. Nach dem Ausgleich durch Mittelstürmer Schade(61. Min.) waren Mittelstürmer Schmutzler, Linksaußen Warth(Foulelfmeter) und Rechtsaußen Müller erfolgreich. Durch die Nürnberger Niederlage ist in Gruppe 2. Preußen Münster an die Spitze gerückt. Das 1:0(0:0) als Gast von Union 06 Berlin war sehr glücklich, zumal es aus einem Foulelfmeter resultierte, den Lezgus in der 55. Minute verwandelte. Ein verdientes 2:1(1:0) errang der SV Sodingen in Schweinfurt, wo„05“ ohne Stopper Merz nicht so gut war wie in den letzten Wochen. Trotz auffallender Schwächen in der Abwehr hielt Bayern München ein 2:2(1:2) gegen die im Sturm stärkeren Schwarz-Weißen aus Essen. Schädlich(1:0), Zaro(1:1), Kasperski(1:2) und Velhorn erzielten die Treffer. TSV Hüls und VfL Benrath Es hat Proteste gegeben, als die gesetzten Nationen bekannt wurden, Jugoslawien, Belgien, aber auch Deutschland, sich zurückgesetzt fühlten. Schweden und Spanien blieben als die erfolgreichsten europäischen Nationen der Weltmeisterschaft 1950 auf der Strecke. Trotzdem: Wenn man von Südkorea, vielleicht auch(und das muß sich erst zeigen) Mexiko, absieht, spielt die gesamte WeltElite um den fünften Titel. Zweimal hat Uruguay teilgenommen, 1930 und 1950, und beide Male wurde dieses sagenhafte Fußballand Weltmeister. Dazwischen liegen die Titel, die sich Italien 1934 und 1938 sicherte. Die große Frage Uruguay hat die Weltmeisterschaft in Südamerika gewonnen, war dann aber nicht in Italien und Frankreich, so daß sich schwer sagen läßt, ob das Abschneiden auf euroOberliga-Vergleichsrunde mit allerlei Überraschungen Koblenz. Bei den Spielen der Oberliga-Vergleichsrunde fehlte es nicht an Überraschungen. So erlitt der Nürnberger„Club“ seine erste Niederlage gleich mit 1:4 als Gast von TuS Neuendorf, während die westdeutschen Vertreter schöne Erfolge mit dem 2:1 von Sodingen in Schweinfurt, dem 1:1 von Bayer Leverkusen bei Eintracht Braunschweig und dem 2:2 von Schwarzweiß Essen bei Bayern München aufzuweisen hatten. Durch das 1:1 in Braunschweig ist die Frage nach dem Endsieger in Gruppe 4 weiterhin offen, da beide Mannschaften relativ punktgleich stehen und der Rest keine Ansprüche mehr auf den ersten Platz geltend machen kann. Zu den Absteigenden zählte damals auch der VfL Benrath. Die übrigen Bewerbungen um eine Vertragslizenz, u. a. SpVg Röhlinghausen, Eintracht Gelsenkirchen, Dortmund 95, SpVg Sterkrade 06/07 und Duisburg 48/99, wurden abgelehnt. Die beabsichtigte Fusion von SSV Wuppertal und TSG 80 Vohwinkel zu einem neuen Verein konnte durch den Verbandsvorstand nicht bestätigt werden, weil der Lizenzantrag für einen neuen Verein bereits am 15. Mai gestellt sein mußte. SSV Wuppertal und TSG 80 Vohwinkel wurde daher eine getrennte Lizenz belassen. Die übrigen Lizenzen der Vereine der ersten und zweiten Liga wurden vom WFV erneut erteilt. Der erste Nachwuchsländerkampf zwischen Deutschland und Jugoslawien im Tennis nach dem Krieg endete etwas überraschend 8:4 für die Gäste Achtel-Finale Gruppe 1 Brasilien— Mexlko in Genf am 16. Junl. 18.00 Uhr Frankreich— Jugoslawien in Lausanne am 16. Juni, 18.00 Uhr Brasillen— Jugoslawien in Lausanne am 19. Juni. 17.00 Uhr Frankreich— Mexiko in Genf am 20. Juni, 16.50 Uhr Gruppe 2 Ungarn— Korea in Zürich am 17. Juni, 18.00 Uhr Türkel— Deutschland in Bern am 17. Jun!, 18.00 Uhr Ungarn— Deutschland in Basel am 20. Juni, 16.50 Uhr Türkei— Korea ia Genf am 20. Junl, 17.00 Uhr Gruppe 3 Österrelch— Schottland in Zürich am 16. Junt, 18.00 Uhr Uruguay— Tschechoslowaket In Bern am 16. Junl, 18.00 Uhr Österreich— Tschechoslowakei in Zürich am 19. Juni, 16.50 Uhr Uruguay— Schottland in Basel am 19. Junl, 16.50 Uhr Gruppe 4 England— Belglen in Basel am 17. Junl, 18.00 Uhr Itallen— Schweiz in Lausanne am 17. Juni, 17.50 Uhr England— Schweiz in Bern am 20. Juni, 17.10 Uhr Italien— Belgien in Lugano am 20. Juni, 17.00 Uhr päischem Boden genau so erfolgreich wird. Allerdings gewann das Land 1924 und 1928 die olympische Goldmedaille, und damals entsprach dieser Sieg einer Weltmeisterschaft, weil es den Wettbewerb um den Rimet-Cup noch nicht gab. Wird Uruguay Südamerika die dritte Weltmeisterschaft holen? Kann Brasilien den Sieg erringen, den es 1950 im eigenen Lande gegen Uruguay so sensationell verpaßte? Oder wird in Europa für beide südamerikanischen Länder nichts zu holen sein? Die große Frage, die über dieser Weltmeisterschaft liegt. Südamerika schwört auf seine Mannschaften. Aber das ist genau so in Ungarn, selbst in Jugoslawien, wo man an das letzte olympische Finale denkt, in dem— als olympische Amateure!— beide Länder die goldene Medaille ausspielten. Es gibt Leute, die wissen wollen, daß der Ungar Lajos Czeisler ein Wunder vollbracht hat. Ob Italiens Fußball allerdings schon wieder so weit ist wie unter der klugen Regie des einmaligen Vittorio Pozzo, wird sich in der Schweiz zeigen müssen. Trotz des 1:7 von Budapest gibt es noch Leute, die an England glauben, obwohl es unwahrscheinlich ist, daß diese große Fußballnation ausgerechnet in der Schweiz ihre Wiederauferstehung feiert. Seit es in den Trainingsspielen Tore nach Gefallen gab, träumt man in Wien von einer neuen Wundermannschaft. Deutsche Aussichten? Wenn man klar nach der Papierform urteilt, muß Deutschland zwei Spiele gegen die Türkei gewinnen, um unter die letzten Acht zu kommen. Ein Erfolg gegen Ungarn, selbst ein Unentschieden, wäre eine Fußball-Sensation erster Klasse. Gelingt Hüls noch ohne Partner Amateur-Meisterschaft: VfB Friedrichshafen— SV Neu-Isenburg 2:2 Weingarten. Im zweiten Vorschlußrundenspiel der deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft ist die Entscheidung ausgeblieben, denn VfB Friedrichshafen und SV NeuIsenburg trennten sich in Weingarten nach 120 Minuten Spielzeit 2:2. Damit steht der Endspielpartner des Westfalenmeisters TSV Hüls immer noch nicht fest. Wie nach dem Spiel zu erfahren war, soll die Wiederholung am Donnerstag(Fronleichnam) in Offenbach auf dem Kickersplatz steigen. Tankwart Karl sagf: Ungarns Traum: Weltmeisterschaft Der große Außenseiter Deutschland Am Mittwoch beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft- Unsere Vorschau von Hans Körfer Wir sind mächtig stolz auf unser neues esso Durch das Anlaufen unserer neuen Raffinerie, der modernsten des Kontinents, produzieren wir weit mehr hochwertige Kraftstoff- Komponenten. Dadurch können wir ESSO jetzt mit Super- Eigenschaften zum normalen Preis liefern. 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Ludwigshafen. 0:4 Hamborn 07— Lüdenscheid-Höh 6:0 FK Pirmasens— SG Pirmasens. 5:0 Wüsten 09— Schalke 04 1:3 Endrunde sehr verwickelt Deutsche Handball-Meisterschaft: Kiel ausgeschaltet Hamburz. Die Lage in den beiden Gruppen der deutschen Handballendrunde hat sich am vorletzten Spieltag kaum geklärt. Mit dem TV Hassee-Winterbek, der in Kassel beim SV Harieshausen mit 15:17 unterlag, ist zwar eine Mannschaft aus dem Kreis der Endspielanwärter ausgeschieden, aber die Situation in Gruppe B ist weiterhin denkbar verwickelt. Tor des Bayernmeisters eine sehr schwache Partie bot und der gefährliche Halbrechte Loy von Lintforts Deckung gut bewacht war. Endspiel ohne Hamburg Deutsche Handballmeisterschaft der Frauen Opladen. Der süddeutsche Frauen-Handballmeister Post München qualifizierte sich in Opladen vor 2000 Zuschauern durch einen 7:5-Erfolg über Bayer Leverkusen für das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft am 27. Juni. Nationalspielerin Ruth Franke war beim Sieger die überragende Spielerin. Erstmals seit 1950 wird der Handballmeister der Frauen nicht aus Hamburg kommen, da Titelverteidiger Urania Hamburg in Frankfurt überraschend gegen Frankfurt-Bockenheim mit 3:4 unterlag. 2500 Zuschauer hatten trotz regnerischer Witterung viel Freude an dem guten Spiel der Einheimischen, insbesondere an der hervorragenden Leistung der Nationalstürmerin Lisa Müller. DHB-NACHWUCHSPOKAL Niederrhein— Baden 18:11 Da die Reinickendorfer Füchse ihren imposanten Heimrekord auf dem Argus-Sportplatz durch ein 12:10(6:6) gegen den Titelverteidiger Polizei Hamburg verteidigten, sieht es so aus, als sollten in Gruppe A am 20. Juni— also acht Tage vor dem deutschen Endspiel— drei Mannschaften punktgleich sein. Die„Füchse“ treten zum letzten Spiel Freundschaftsspiele beim TSV Zirndorf an und müßten gewinnen. aitsspe Westmeister Tus Lintfort dagegen, der nach SV Wuppertal— Preußen Dellbrück.. 1:3 seinem 18:11 gegen Zirndorf zur Zeit wieder SaienBer Borussia Dortmund— Hessen Kassel.. 1:2 mit zwei Punkten Vorsprung führt, muß noch Borussia Dortmund— Ausw. Gibraltar. 6:3 zum Rückspiel gegen die Polizei nach HamBayer Leverkusen— Hannover 96... 4:1 burg— eine unangenehme Aufgabe für die Arm. Bielefeld— Eintr. Braunschweig. 1:4 Lintforter, die offenbar nicht in bester Form — Hamburger..... 41 spielen. Gewinnt Hamburg dieses wichtige V Waldho— VIB Stuttgart..... 4 Treffen, dann liegen der Titelverteidiger Pforzneim— Altona 93..... 3:4 Polizei Hamburg, Lintfort und die„Füchse“ TB Berlin— Göttingen 05.. 2:1 auf gleicher Höhe. 45... 2:0 In Gruppe B liegen Harleshausens HoffDulshurg 08—Rnungen beim norddeutschen Meister Hassee... Winterbek. Verliert der TuS sein letztes Sterkrade 06/01— anVg Herten 6•2 Heimspiel gegen Göppingen, dann kann TS D tmo)— SIV Horst. 22 uneaueses aurcreien, ond Manden 90— SnVo Frkanschwick a., Rheinhausen nichts mehr erreichen, und der Alem. Aachen— Rhenania Würselen:: 2:3 Südmeister steht als Gruppensieger fest. Eintr. Kreuznach— SV Sodingen.. 1:3 Lintfort ließ nach Eller 04 Düsseldorf— Fort. Düsseldorf. 1:2 Nach einem glänzenden Start ließ Lintfort gegen Zirndorf merklich nach. Über 5:0 und Endspiel Westfalen-Jugendmeisterschaft 15:8 kam der Westmeister trotzdem zu einem VfB Bielefeld— Schalke 04...... 0:8 sicheren 18:11-(11:5)-Sieg, weil Nofzger im Wanderoogel Frankfurt(Main). Ilja Popovic, der durch seine Gastrollen beim VfB Mühlbura. SV Wiesbaden, Mainz 05 und FSV Frankfurt in Deutschland bekannt gewordene jugoslawische Fußballspieler, dürfte seine Fußballaufbahn endaültia beendet haben. Der österreichische Fußballbund will veranlassen, daß Popovic durch die FIFA für alle ihr angeschlossenen Vereine gesperrt wird, nachdem man in Österreich feststellte, das Popovic bereits vor zehn Jahren in cinem österreichischen Verein spielte und seinerzeit unter Hinterlassuna von Schulden spurlos verschwand. Der Jugoslawe hatte auch nach seinem Auftauchen in Südwestdeutschland mit den Gerichten zu tun. In Mainz nahm sich die Kriminalpolizei sciner an, woraut er bei Nacht und Nebel verschwand. Dennoch verpflichtete Mainz 05 den talentierten Spieler für die Saison 1952 1953. Popovic gab damals an, erst 22 Jahre alt zu sein. Wie sich jetzt herausstellte, ist er aber bereits 34 Jahre alt. Popovic spielte in der vergangenen Saison beim FSV Frankfurt, wurde aver bereits in den letzten Meisterschaftsspielen nicht mehr eingesetzt. 1 Schalke 04— Kickers Offenbach. 3:2 1 2 TuS Neuendorf— 1. FC Nürnberg 4:1 1 3 Union Berlin— Preußen Münster. 0:1 2 Bayern München— SW Essen. 2:2 0 5 Mainz 05— FSV Frankfurt 3:2 1 6 Bremerhaven 93— Meidericher SV 1:1 0 7 E. Branschweig— B. Leverkusen. 1:1 0 8 Karlsruher SC— Altona 93.. 5:2 1 9 Schweinfurt 05— Sodingen 1:2 2 10 Bor. M.-Gladbach— TuRa L’hafen 1:1 0 11 1. FC Saarbrücken— Alem. Berlin 4:0 1 12 Spandauer SV— Saar 05 Saarbr.. 5:2 1 13 VfR Mannheim— Bor. Neunkirch. 7:0 1 14 BC Augsburg— Bremer SV... 3:3 0 1 1 1 0 0 Nord-Süd-Block 2 1 0 1 1 2 1 0 Der Titelverteidiger August Tiedtke(Düsseldorf) entschied durch einen 50:42-Sieg über Lütgehetmann in der letzten Partie die Deutsche Billard-Dreibandmeisterschaft zu seinen Gunsten. Zweikampf über 24 Stunden 24-Stunden-Rennen von Le Mans— 36 Fahrzeuge ausgeschieden Le Mans. Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans wurde die argentinisch- französische Ferrari-Mannschaft Gonzales/Trintignant nach einem erbitterten Zweikampf über die gesamte Distanz mit dem englischen Jaguar-Team Rolt/Hamilton. Vor den Augen von 250 000 Zuschauern wickelte sich das mörderische Rennen, in dem von 57 Gestarteten kurz vor Schluß nur noch 21 Fahrzeuge im Wettbewerb waren, teilweise in Regen und wenig vor Ablauf der Zeit in Sturm und Nebel ab. Türkei spielt mit Turgay Drei Spieler der Siegerelf von 1951 noch dabei Istanbul. Ein Probespiel in Istanbul gab dem Türkischen Fußballverband letzte Aufschlüsse über die Nominierung seiner Nationalmannschaft, die am 17. Juni in Bern im Achtelfinale der Weltmeisterschaft auf Deutschland trifft. Von der Elf, die im Juni 1951 im Berliner Olympiastadion überraschend mit 2:1 über Deutschland siegte, sind Torwart Turgay sowie die Außenstürmer Erol und Lefter dabei. Bei der Revanche im November des gleichen Jahres standen auch Turgay und Erol in der türkischen Auswahl, die mit 2:0 geschlagen blieb. Im übrigen stellen die Türken mit Ausnahme von Erol das gleiche Aufgebot, das in der Weltmeisterschafts-Ausscheidung im eigenen Land Spanien mit 1:0 schlug und im Entscheidungsspiel um den Gruppensieg auf neutralem Boden in Rom wiederum gegen Spanien 2:2 spielte und durch Losentscheid die Endrunde erreichte. Die türkische Mannschaft: Turgay; Ridvan, Basri; Mustafa, Cotin, Rober; Erol, Suat, Feridun, Burhan und Lefter. Knapper Sieg der„Knappen“ Schalke 04— Offenbacher Kickers 3:2(1:0) Gelsenkirchen. In der DFB-Vergleichsrunde der Gruppe 1 siegte der FC Schalke 04 vor 15 000 Zuschauern über die Öffenbacher Kickers nach einer 1:0-Halbzeitführung mit 3:2. Beide Mannschaften waren von ihrem Leistungsstandard weit entfernt und lieferten nur ein mäßiges Spiel. Während die Süddeutschen einen frischen und einsatzfreudigen Eindruck hinterließen und nur durch die Verspieltheit ihres Sturmes zu keinem Sieg kamen, wirkten die Schalker nach dem Pokalspiel am Samstag gegen Hüsten 09, das mit 3:1 gewonnen wurde, müde und lustlos. Vor allem die Stürmer Laszig, Kapteina und Piontek waren in ihren Aktionen kraftlos. Borussia unter Form Hessen Kassel— Borussia Dortmund 2:1(0:1) Bad Oeynhausen. In einem Fußball-Freundschaftsspiel in Mennighüffen schlug der süddeutsche Oberligavertreter Hessen Kassel den westdeutschen Exmeister Borussia Dortmund 2:1(0:1). Hessen Kassel mußte auf den zur Weltmeisterschaft abgestellten Metzner verzichten, Borussia Dortmund spielte ohne Schanko, Michallek und Niepieklo. Vor 4000 Zuschauern kamen die Westdeutschen durch ein Tor von Schlebrowski zur 1:0-Führung. Nach dem Wechsel schafften die stark aufkommenden Gäste durch den schnellen Rechtsaußen Siebert den Ausgleich und Siegtreffer. In der süddeutschen Mannschaft konnten Verteidiger Öttler, Mittelläufer Hutfleß und Rechtsaußen Siebert gefallen, in der Mannschaft von Borussia spielten lediglich Sandmann und Flügel in gewohnter Form. Vier Tore von Preißler Borussia Dortmund— Auswahl Gibraltar 6:3(3:1) Dortmund. Beiden Mannschaften war vor 5000 Zuschauern deutlich anzumerken, daß sie schon am Vortage gespielt hatten(Borussia in Mennighüffen gegen Hessen Kassel 1:2, Auswahl Gibraltar bei Fola Esch 4:3). Die Auswahl hielt in den ersten 45 Minuten sehr gut mit, auch in technischer und taktischer Beziehung. Trotz der zahlreichen Ersatzspieler(u. a. fehlten Kwiatkowski, Koschmieder, Michallek, Schanko, Niepieklo) waren die Dortmunder im Sturm sehr durchschlagskräftig. Preißler führte aus halbrechter Position die Regie und zeigte sich torhungrig wie schon lange nicht mehr. Von den sechs Dortmunder Treffern kamen allein vier auf sein Konto. Tod im Stadion Nachdem anfänglich bis zu 189,13 km/st (bisher 181,642) durch Gonzales und seinen Stallgefährten Magliolo gefahren worden waren, sank die Geschwindigkeit des Rennens infolge der übermäßig ungünstigen Witterung so weit, daß die vorjährige Gesamtdistanz nicht erreicht wurde. Am Sonnabendnachmittag schickte Prinz Bernhard der Niederlande das Feld auf die Reise. Zunächst war die Rennstrecke trocken, doch setzte bald leichter Regen ein, der während der ganzen Nacht anhielt. Vom Pech verfolgt waren die deutschen Porsche-Wagen. Die Mannschaft von Frankenberg Glöckler mußte bereits nach einer halben Stunde aufgeben. Dagegen behaupteten Herrmann/ Polensky mit ihrem 1,5-Liter-Wagen einen ausgezeichneten Platz und hatten sich gegen 5 Uhr auf den siebten Platz im Gesamtklassement vorgearbeitet. Nachdem sie knapp 2000 km zurückgelegt hatten, mußten auch sie wegen Maschinenschadens aufgeben. Der im Vorjahr von Weltmeister Ascari mit 181,642 km/st aufgestellte Rundenrekord wurde zweimal verbessert. Maglioli steigerte ihn zunächst auf 185.740 km/st, ehe in Trintignant auf 189,139 kmist schraubte. Trotz des Regens hielten während der Nacht über 100 000 Zuschauer an der 13.492 km langen Rundstrecke aus. „Silberpfeile“ ohne Störung Mercedes mit Versuchsfahrten zufrieden Hockenheim. Seit Samstag mittag befinden sich die neuen Formel-Rennwagen von Mercedes-Benz auf dem Hockenhelmring zu abschließenden Versuchs- und Probefahrten. Selbst am Sonntag gab es keine Pause, und Malland. Sieger der Italien-Rundfahrt 1954 wurde am Sonntag in Mailand nach 22 Etappen Carlo Clerici(Schweiz), der als Sieger im rosaroten Trikot einzog, das man eigentlich auf den Schultern Hugo Koblets oder Fausto Coppis erwartet hatte. Clerici trug dieses Spitzenreitertrikot bereits nach der 7. Etappe Neapel—Aquila und verteidigte es bis zum Schluß erfolgreich. Er zog Mitte Mai als biederer Helfer nach Palermo; 24 Tage später kehrte der chemalige Fensterputzer als Rundfahrt-Sieger heim. Seine Aufgabe hatte eigentlich darin bestanden, den schweizerischen Favoriten Hugo Koblet zu unterstützen. Die 20. Etappe der Italien-Radrundfahrt brachte endlich den lange erwarteten Ansturm des Weltmeisters Fausto Coppi. Nach 152 km von San Martino die Castrozza nach Bozen über drei schwere Alpenpässe hinweg kam Italiens Radsportidol zwar als Sieger ins Etappenziel, jedoch waren seine beiden größten Gegner, Spitzenreiter Carlo Clerici und Hugo Koblet(beide Schweiz), äußerst wachsam. So konnte Coppi nur 1:52 Minuten Vorsprung herausfahren, die ihn nicht wesentlich näher an die Spitze heranbrachten. Tausende Zuschauer waren begeistert von der großartigen Form des Weltmeisters, der auf zwei von den drei Alpenpässen allein an der Spitze ankam. Jedoch folgten ihm die beiden Schweizer wie ein Schatten. Die letzte Etappe von St. Moritz nach Malland gewann der Belgier Rik van Steenberghen im Spurt von rund zwanzig Fahrern. In der Gesamtwertung ergaben sich auf den vorderen Plätzen keine Verschiebungen mehr. Den zweiten Platz hinter Clerici belegte der Schweizer Hugo Koblet, gefolgt von den Italienern Assirelli und Weltmeister Fausto Coppi. Haas fuhr schnellste Runde Unglückszahl 13— Marciano gegen Charles Die bisher schnellste Runde beim Training für die Tourist Trophy auf der Insel Man fuhr in der Viertelliterklasse DoppelWeltmeister Werner Haas(Deutschland) auf NSU-Rennmax mit 145.9 km/st. Die erfolgreichste deutsche Springreiterin nach dem Kriege, Frau Helga KöhlerGohde(Verden/Aller) hat nach ihrem 13. Schlüsselbeinbruch die Absicht, sich zukünftig nur noch der Dressurreiterei zu widmen. Voraussichtlich startet Helga Köhler beim Verdener Turnier(25. bis 27. 6.) zum letzten Male im Jagdspringen. Im 93. Kampf um die SchwergewichtsWeltmeisterschaft der Berufsboxer stehen sich am kommenden Donnerstag im Neuyorker Yankee-Stadion über 15 Runden der Titelverteidiger Rocky Marciano(USA) und der mit 32 Jahren um drei Jahre ältere farbige Ex-Weltmeister Ezzard Charles gegenüber. Erster Mercedes-Start mit Fangio, Kling und Lang am Steuer der neuen Grand Prix-Boliden ist nach Mitteilung des Veranstalters der Große Preis von Frankreich am 4. Juli in Reims. Mercedes hat dazu ebenso wie Ferrari, Maserati und Gordini schon genannt. Die gesamtdeutschen GewichtheberMeistersenaften(mit Saar und Sowjetzone) finden am 3. 4. Juli in Bad Kreuznach statt. Die neuhergerichtete Wuppertaler Weltmeisterschaftsbahn sieht am Fronleichnamstag(17. 6.) Steherrennen mit Martino (Italien). Meier(Schweiz), Holzmann Intra, Schorn, Kittsteiner und Jakobi. Im letzten Vorbereitungsspiel besiegte Jugoslawien in Laibach den Wiener SC mit 8:1(4:0). Das Innentrio mit MiticMilutinovic-Vukas war in ausgezeichneter Form. Mitic schoß allein vier Tore. Für den besten Torschützen der Fußball-Weltmeisterschaft stiftete Mexiko einen prächtig ziselierten Silberbecher mit einem aztekischen Kalender. Der 73fache Internationale Bickel lehnte das Angebot des Schweizer Fußball-Verbandes, den Spielen der Schweiz als Mnrengast belzuwohnen, ab. Bickel ist verbittert, weil man ihn bis zur letzten Minute in dem Glauben beließ. dem WMKader anzugehören. Als siebenfacher Torschütze zeichnete sich der Halblinke Stojaspal beim 14:0(6:0) des österreichischen WM-Kaders im Probespiel gegen den FC Baden aus. 5 EHRUNG NACH FUNFKAMPF Der Vorsitzende des Leichtathletikverbandes, Knubel(Iserlohn), beglückwünscht die Fünfkampf-Siegerin Marianne Bledermann(VfL Gladbeck). Zweite von links Fri. Leifeling(Hagen 1860). Die westfälischen Mehrkampfmeisterschaften wurden in Hagen ausgetragen.(Bild: Lehmacher) und meinte, daß dem Start von Mercedes beim„Großen Preis von Frankreich“ am 4. Juli in Reims kaum noch etwas entgegenstehen dürfte. Weltmeister Manuel Juan Fangio. Fahrer Nummer 1 im MercedesRennstall, wird voraussichtlich am Dienstag auf dem Hockenheimring eintreffen und die ersten Runden mit dem Formelrennwagen von Mercedes drehen. Tips zur Olympiawette Fußballweltmeisterschaft 16. bis 20. Juni 1. Türkei— Deutschland 2 2. Frankreich— Jugoslawien. 2 3. Italien— Schweiz 1 4. Österreich— Tschechoslowakei. 1 5. Brasilien— Jugoslawien 1 6. Ungarn— Deutschland.. 1 7. England— Schweiz 1 8. Italien— Belgien. 1 9. Östereich— Schottland 1 10. England— Belgien. 1 Wettschein zum 20. Juni 1 FK Pirmasens— Schalke 04 2 1. FC Nürnberg— Preußen Münster 3 Jahn Regensburg— 1. FC Saarbrücken 4 Holstein Kiel— Schwarzweiß Essen 5 Saar 05 Saarbrücken— Alemannia Aachen 6 Mainz 05— VfL Bochum 7 Phönix Ludwigshafen— Bayern München 8 VfR Frankenthal— SV Sodingen 9 Eimsbüttel— VfR Mannheim 10 FSV Frankfurt— Göttingen 05 11 Arminia Hannover— Schweinfurt 05 12 Bremer SV— TuRa Ludwigshafen 13 Meidericher SV— Wormatia Worms 14 Preuß. Dellbrück— Borussia Neunkirchen Nur Südwest-Damen Hagen, Vor 500 Zuschauern kam die in der Besetzung Vossebein(Bochum), Harmansa (Bochum), Ilberg(Hagen), Junggeburth (Aachen), Jung(Bonn) und Severin(Hagen) antretende Auswahl des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes zu einem erneuten 10:6Sieg über die Südwest-Vertretung, Nur den Damen des Südwestens gelang in Hagen die Revanche für die im Hinspiel erlittene NfeZum fünften Male in dieser Saison’erwies sich der Deutsche Meister Hans Vollbach (Bayer Leverkusen) als bester deutscher Straßenläufer beim Verbändekampf im Ma- derlage. 7:5 hieß es am Ende. Das Spitzenrathonlauf in Bad Nenndorf. spiel der Herren konnte der Bochumer VosNach 19monatiger Abwesenheit traf Ex- sebein gegen den Wiesbadener Seifert glatt europameister Hein ten Hoff mit seinen beiden amerikanischen Managern Kirsch und Niederreiter am Sonntagnachmittag auf dem Hamburger Flughafen ein. 2:0 für sich entscheiden. Das Spitzenspiel der Damen gewann Frau Gloede(Karlsruhe) gegen die Ranglistenerste des WTTV. Fräulein Capellmann(Aachen). Beste Leistung: Ursel Happe Internationale Schwimmkämpfe in Hamburg Hamburg. Die internationale Premiere der deutschen Freiwassersaison im Hamburger Bad am Kaiser-Friedrich-Ufer verlief leistungsmäßig zwar nicht so, wie man es sich von der glanzvollen Besetzung versprochen hatte, da ein nicht restlos gefülltes Bad die Bahn schwieriger machte, als sie es sonst ist. So gab es eine international wertvolle Zeit nur über 200 Meter Brust durch die deutsche Rekordlerin Ursel Happe-Krey (Dortmund), die mit 2:59,8 Minuten die 14jährige Dresdnerin Helga Voigt(3:04,3) klar hinter sich ließ. Stadtlohn. Ein tödlicher Sportunfall ereig- ununterbrochen jagten die„Silberpfeile“ um nete sich im Stadtlohner Berkelstadion, wo den Ring. Abwechselnd saßen dabei Karl sich in einem Fußball-Freundschaftsspiel Kling, Hermann Lang und Fritz Rieß am zum Besten der Gnadenkapelle vor 2000 Zu- Steuer. Die Rennwagen fuhren 20 und mehr schauern die Mannschaften der Bundespost Runden ohne die geringste Störung. Am und der Stadtverwaltung Stadtlohn gegen- schnellsten war Kling, der einmal acht Runüberstanden, Etwa zehn Minuten vor Spiel- den mit einem Schnitt von 204,6 kmist fuhr. schluß brach ein 36jähriger Postbediensteter Rennleiter Neubauer zeigte sich am Sonninfolge Herzschlags tot zusammen. tag mit den Versuchsfahrten sehr zufrieden Coppis Ansturm vergeblich Schweizer Doppelsieg in der Italien-Rundfahrt durch Clerici und Koblet Die Leistungen in den restlichen Wettbewerben kamen nicht ganz an diese Klassezeit heran, sind aber dennoch für den Saisonbeginn recht vielversprechend. Gleich hinter Ursel Happe muß die 4mal-100-mLagenstaffel der Düsseldorfer„Puten“ genannt werden, die in einem packenden Kampf Hollands Meisterstaffel von Hilversum ZC mit 5:30,7 gegen 5:31.4 Min. schlagen konnte. 400 m Kraul: 1. Lehmann(Aachen 06) 5:02,5, 2. Spengler(Halle) 5:06,7, 100 m Rükken: 1. Dreßler(Gohlis-Nord) 1:10,0, 2. Schneider(Berlin-Treptow) 1:10,3, 3. Strasser (RE Hamm) 1:12,1, 4. Abicht(Magdeburg) 1:12.6, 5. Henschke(Ruhrort) 1:12,6. 100 m Butterfly: 1. Bühre(Berlin-Treptow) 1:10,4, 2. Fritsche(Magdeburg) 1:11,1, 3. Kruschinsky (Gladbeck) 1:12,0. 200 m Butterfly: 1. Lang (Göppingen) 2:45,0, 2. P. Rademacher(Magdeburg) 2:49,5. Wieder Voggenreiter Dortmund. Trotz unsicherer Witterung konnten auf der Dortmunder Hoesch-Bahn vor 5000 Zuschauern die ersten diesjährigen deutschen Radmeisterschaften unter Dach und Fach gebracht werden. Die Steherrennen standen im Zeichen der Rivalität von Holzmann und Meier(Schweiz). Holzmann blieb zum Schluß Sieger. Fliegermeister der Berufsfahrer wurde Georg Voggenreiter vor Jornitz(Münster) und Neumann (Vilshofen). Im Verfolgungsfahren setzte sich mit Reitz(Wiesbaden) ein Nachwuchsmann erfolgreich durch. serlohner Fechtersieg Titelkämpfe der Junioren Wetzlar. Erst im Stichkampf wurde der neue deutsche Florettmeister bei den Junioren-Titelkämpfen in Wetzlar ermittelt als sich der Iserlohner Kiaus Zimmermann mit 5:3 Treffern über Eberhard Mehl(Bonn) durchsetzen konnte. Der Stichkampf wurde erforderlich, weil beide Fechter bei zwei Niederlagen je sieben Siege aufzuweisen hatten. In der Endrunde selbst hatte Mehl seinen Gegner Zimmermann 5:3 geschlagen. Bei den Degenkämpfen kam J. Ronicke(rBemer TV Friesen) mit sieben Siegen und zwei Niederlagen zum Titelgewinn, Im Damenflorett stellte Württemberg mit Margot Knese(Ulm) die neue Meisterin. Phantastischer Weltrekord Los Angeles. Das langerwartete Zusammentreffen von USA-Meister Wes Santee und dem luxemburgischen 1500-mOlympiasieger Josy Barthel im Coliseum von Los Angeles brachte zwar nicht den erhofften neuen Meilen-Weltrekord, da Santee bei seinem klaren Sieg„nur“ 4:00,8 Min. erreichte. Dafür wartete aber KugelstoßOlympiasieger Parry O’Brien mit einer neuen Glanzleistung auf. Mit einer Prachtserie, bei der vier Würfe über der 60-FußGrenze lagen, steigerte sich der 22jährige Student von 18,32 m über 18,29 m und 18,43 m zu dem neuen Weltrekord von 18,53 m, der elf Zentimeter über seinem bisherigen Rekord vom 8. Mai 1954 liegt. Bei dieser Entwicklung des kalifornischen Riesen, der seine Technik als noch verbesserungsbedürftig ansicht, muß man erwarten, daß er auch bald der 19-m-Marke sehr nahe rücken wird, Das 33. Straßenrennen„Rund um Dortmund“ über 166 Kilometer gewann im Schlußspurt einer zehnköpfigen Spitzengruppe Walter Becker(Queidersbach) mit einer Handbreite vor dem Vorjahrsmeister und Östzonenfahrer Schur(Magdeburg) und Gieseler(Münster). Blumenprinz gewann die Union Atatürk wegen Behinderung vom zweiten auf den dritten Platz gesetzt Köln. Gestüt Röslers Hengst Blumenprinz gewann unter J. Starosta am Sonntag in Köln mit dem Union-Rennen(35 000 DM, 2200 m) die letzte Derbyvorprüfung überlegen mit zwei Längen, Der Erlenhofer Henckelsieger Atatürk passierte unter Stalljockey O. Langner zwar als zweites Pferd den Richter, war aber im Kampf mit Ausklang unter der Peitsche nach rechts weggebrochen und hatte den Waldfrieder behindert. Die Rennleitung setzte Atatürk deshalb hinter Ausklang auf den dritten Platz und bestrafte den Jockey Langner vorläufig mit 14tägigem Entzug der Reitlizenz. 1. R.: 1. Matina(A. Dilger), 2. Wendung. 3. Oletta. Sieg 32. Platz 32, 26, 33. Ew. 1060. — 2. R.: 1. Fabier(G. Streit), 2. Neu Eversael, 3. Joker. Sieg 23. Platz 11. 11, 12. Ew. 58. — 3. R.: 1. Fala(A. Lommatzsch), 2. Vigor, 3. Uran. Sieg 90. Platz 30, 58, 35. Ew. 1684. — 4. R.: 1. Blumenprinz(J. Starosta), 2. Ausklang, 3. Atatürk. Sieg 114. Platz 29, 31. 18. Ew. 1520.— 5. R.: 1. Maigraf(G. Klimpel), 2. Teufelswind, 3. Bernadotte. Sieg 101. Platz 13, 11, 11. Ew. 264.— 6. R.: 1. Falke (J. Starosta), 2. Filago, 3. Rittersporn. Sieg 31. Platz 13, 23, 13. Ew. 212.— 7. R.: 1. Dubarry(H. Bollow), 2. Falkenauge, 3. Cavalcante. Sieg 32. Platz 16. 19. 31. Ew. 116.— 8. R. 1. Abt.: 1. Heldenherz(A. Lommatzsch), 2 Maranon, 3. Blaugold. Sieg 35. Platz 18, 37, 22. Ew. 634. 2. Abt.: 1. Lebenswille(W. Krbalek), 2. Abglanz, 3. Verlust. Sieg 47. Platz 18, 36, 16. Ew. 540. Pferdetoto: 1 0 0 2 0 2 1 2 1 2 2 Trabrennen in Gelsenkirchen Sonntag, 13. Juni 1. R.: 1. Hanneken(R. Hartseil), 2. Apoll, 3. Winter. Sieg 46. Platz 13, 15, 14. Ew. 124. — 2. R.: 1. Oleaster(E. Jung), 2. Agria, 3. Pfalzgraf, 4. Truxor. Sieg 68. Platz 22, 40, 40, 30. Ew. 1748.— 3. R.: 1. Elda(A. v. d. Beek), 2. Nettrun, 3. Ulfried, 4. Stella Rosa. Sieg 113. Platz 37, 15, 21, 34. Ew. 548.— 4. R.: 1. Garcon(F. Gruda), 2. Plutaria, 3. Bernina, 4. Martina. Sieg 200. Platz 19, 17, 33, 40. Ew. 644.— 5. R.: 1. Pracht(K. Tomczik), 2. Moritz, 3. Makrone. Sieg 52. Platz 16, 13, 20. Ew 192.— 6. R.: 1. Granus, 2. Immertreu, 3 Apimaid, 4. Baron. Sieg 164. Platz 24, 17, 36 18. Ew. 2816.— 7. R.: 1. Anno(A. Lackmann), 2. Normus, 3. Dyamant. Sieg 119 Platz 26, 17, 17. Ew. 636.— 8. R.: 1. Burgvoigt(A. Forthmann), 2. Tettenborn, 3. Westfalenjunge. Sieg 14. Platz 16, 21, 20. Ew. 84. — 9. R.: 1. Blücher(F. Harms), 2. Bertilo, 3. Gautinger, 4. Diavolo. Sieg 77. Platz 27 56, 24, 20. Ew. 3868. Kühnste Seilbahn der Welt 3000 Meter ohne Stütze— Armdicke Seile— Magnetische Drahtseilprüfung München. Die modernen Drahtseilbahnen haben sich in kurzer Zeit die Berge erobert, allen Protesten zum Trotz. Nicht jeder Alpenwanderer ist ein gewiegter Bergsteiger; kann man es ihm verdenken, daß er trotzdem nicht auf die Sicht vom hohen Gipfel aus verzichten möchte? Die bayerischen Kabinenbahnen befördern jährlich drei bis vier Millionen Reisende ohne Unfall auf die schönsten Aussichtsgipfel, in der Schweiz und in Österreich dürften es nicht viel weniger sein. Man kann die Bergbahn ohne Übertreibung das sicherste Verkehrsmittel der Welt nennen. Im steilen unregelmäßigen Hochgebirgsgelände benutzt man vorwiegend Seilbahnen, die vom Gelände fast unabhängig sind. Das Leben der Passagiere hängt sozusagen nur an einem— Faden, allerdings an unzerreißbaren armdicken Stahlfäden, an Drahtseilen. Diese Seile haben es in sich. Sie sind so konstruiert, daß die Sicherheit der Reisenden vielfach gewährleistet ist. Bei der Zweiseilbahn hängen die Personenwagen an einem festverankerten Tragseil. Das eine Ende ist fest in elnem mächtigen Betonklotz verankert, das andere Ende wird durch ein Gewicht in gleichbleibender Spannung gehalten. Bel den Stützen liegt das Seil in sogenannten„Schuhen“ beweglich auf, damit sich der Durchhang entsprechend der jeweiligen Belastung verändern kann. Der Antrieb der Wagen erfolgt durch ein schwächeres, beweglich umlaufendes(endloses) Zugseil. Bei der Einseilbahn läuft nur ein endloses Seil um, das an den Seilstützen auf Rollen liegt. Jeden Tag vor Beginn der Fahrten werden die Seilvorrichtungen genau überprüft. Die geringsten Veränderungen am Draht- oder Zugseil würden Veranlassung geben, den Betrieb augenblicklich einzustellen. Daß für die Sicherheit der Passagiere nicht eine, sondern mehrere Sicherungen eingebaut sind, versteht sich am Rande. Man kann also auf den modernen Drahtseilen bedenkenlos über dem größten Abgrund schweben. Jetzt hat Dr. Müller(Stuttgart) in der Technischen Hochschule eine elektromagnetische Seilprüfvorrichtung erfunden, die es ermöglicht, dem dicksten Drahtseil bis ins„Herz“zu sehen. Das Seil wird magnetisch aufgeladen; bei dem geringsten Riß im Drahtinnern oder an der Oberfläche wird durch eine sinnvolle Vorrichtung der Magnetstrom unterbrochen, Als die verwegenste Seilbahn der Welt darf eine jetzt in den französischen Alpen erstehende Bahn auf den 3840 Meter hohen Aiguille du Midi bezeichnet werden. Die untere Strecke führt von Chamonix auf ein 2600 Meter hohes Plateau. Das zum Gipfel führende Hauptstück aber läßt den Bau von Stützen nicht zu, da hier der Berg schroff ansteigt. Also müssen die Seile für die je 80 Personen fassenden Kabinen dreitausend Meter lang ohne Zwischenstütze laufen, über tausend Meter tiefe Schluchten hinweg. Wirklich die tollste Seilbahn der Welt! Wunder „Na, Fritz, was ist denn ein Wunder?“ fragt die junge Lehrerin. „Meine Mutter sagt, es wäre ein Wunder, wenn Sie unseren neuen Lehrer nicht heirateten.“ Der Realist Sie:„Hier hast du den Ring zurück. Wir müssen uns trennen. Ich liebe einen anderen.“ „Sag mir seine Adresse.“ „Nein, du willst dich rächen.“ „Quatsch, den Ring will ich ihm verkaufen!“ Erfahrung „Sind Sie sich über die Bedeutung des Eides im klaren, Zeuge?“ „Freili, i hob doch schon amol an Eid abig’sessen!“ Passende Antwort Der Zug ist überfüllt. Krause findet keinen Platz und schimpft:„Ist denn Arche Noah schon ganz voll?“ „Nein, kommense rein, ein Affe noch!“ die fehlt Revolütion um Damenstrümpte Strümpfe werden getragen seit die Frauen weben können. wenigstens in Europa. Bei den Römern ist schon die Rede davon. Nüchtern umschrieben sind dung der Füße und Untersdienkel“. Was aber ist aus den Wickeln um Füße und Unterschienkel der alten Germauen, wie sie heute noch die Landbevölkerung auf dem Balkan trägt, inzwischen geworden! lu 14. Jahrhundert wuchsen sie mit den Hosen zu„Beinlingen“ zusammen, schönen, glatten, dünnen Häuten, die sich um die Waden und Schenkel der Herren schmiegten, während die Damen ihre Strümpfe unter vielen und langen Röcken verbargen. Im 16. Jahrhiundert trennte sich der Strumpf wieder vom Beinling. Die Herren trugen Kuiehosen und Kniestrümpfe. Um die weiblichen Beine kümmerte sich die Mode noch nicht so auffällig. 1868 revoltierte William Cotton, ein Engländer, die Strumpfstrickerei durch die Erfindung des Cottoustuhls. Nun konnten maschinell Strümpfe aus Baumwolle gewirkt werden. Aus dem Cottoustulil wurden Cottonmaschinen, immer schnellere, die immer feinere Gewebe verarbeiten konnten. Um die letzte Jahrhundertwende wagten es die Damen, ihre Beine in schwarzer, hauchdünner Umhüllung zu zeigen, die glatt wie die eigene Haut ausaß. Nun die Beine der Damen einmal entdeckt waren, beeilten sich die Erfinder, den Damen noch feinere Gewebe zu schienken. 1920 gründete der amerikanische Pulverkönig Pierre du Pont mit französisdier Beteiligung eine Kunstseidenfirma. Sie hat heute noch das Monopol für Nylon. Die Deutschen ließ das nicht ruhen. Sie leruten schell, mit den neuen Maschinen die feinsten Strumpfgewebe zu wirken. Die„Sächsischen Strumpfkönige“ erschienen auf dem Weltmarkt mit Damenstrümpfen, die besonderes Entzücken erweckten. Und da die Deutschen nicht nur mitmischen, sondery die Entwicklung auch fördern wollten, stellten sie dem ausländischen Nylon das deutsche Perlon au die Seite. Die neueste Cottoniaschine rieselt 10 000 Nylonoder Perloumaschen in der Sekunde zusammen. In wenigen Sekunden wachsen die Strümpfe aus hauchzartem Gewebe aus den Maschinen. So ein Strumpf wiegt sedis Gramm. Seitdem bewegen sich die Revolutionen um Strümpfe mehr um Formen, Farben, Nälite und Verzierungen. Aus der heutigen Vielzahl der Damen- und Herrenstrümpfe ist sdion zu erkennen, weldie widlitige Rolle sie im Leben spielen. Jüngst hat es zwei Volkserliebungen um Damenstrümpfe gegeben: in Perlonien und Bananien. Ein Film„Die süßesten Frücht-“ beriditet davon. ACHT MUNTERE GESELLEN, DIE WANDERN DURCH DIE WELT ................ Als es zehn Jahie nicht iegnete Wetterberichte seit viereinhalb Jahrtausenden— Das Wetter und die Weltgeschichte Fünf Unschuldige Mailann.— Sechs Angeklagte wurden vor zwei Jahren bei einem Mordprozeß in Ancona zu Gefängnisstrafen von 9 bis 21 Jahren verurteilt. Einer der Angeklagten namens Vincenzo Marconi hatte die anderen fünf als seine„Komplicen“ ausgegeben. Bei einer neuen Verhandlung in Perugia stellte es sich heraus, daß die Aussagen Marconis falsch gewesen sind. Er hatte die anderen nur der„Mittäterschaft“ bezichtigt, um sie ins Gefängnis zu bringen. Auf diese Art versuchte er persönliche Rachegelüste zu befriedigen. Dabei ging er so weit, daß er sich selbst fälschlich als Mörder bekannte. Kino in der Kohlengrube Stockhoim— In einem seit 30 Jahren stillgelegten Stollen des einzigen Steinkohlenbergwerks Schwedens in Häganäs wurde jetzt, 100 Meter unter der Erde, ein Kino eingerichtet. Es mißt zehn mal zehn Meter und hat 60 Sitzplätze. Der an den Zuschauerraum schließende Saal von vier mal zehn Meter ist als Tagungsstätte gedacht. Die Wände beider Räume bestehen aus Kohle. Da der Schacht eine Durchschnittstemperatur von nur zehn bis zwölf Grad aufweist, wurden Kamine eingebaut. Unter den Filmen, die in diesem Sommer für Touristen aufgeführt werden sollen, befinden sich auch deutsche. Wollen Sie wissen, wie das Wetter war, als der Trojanische Krieg ausbrach, und ob der Himmel blau war, als Cäsar den Rubicon überschritt? Interessiert es Sie, zu erfahren, ob es während der Schlacht bei Marathon regnete, oder ob ein Sturmwind herrschte, als Alexander der Große die Perser bei Issus besiegte? Das alles können Sie aus einem bemerkenswerten Buch erfahren, das die Weltgeschichte aus einem neuartigen Gesichtswinkel, sozusagen aus dem„Wetterwinkel“, betrachtet. Zum erstenmal hat ein Forscher Jahrzehnte seines Lebens dazu verwendet, um die Witterungsverhältnisse auf der Erde 4½ Jahrtausende zurückzuverfolgen und uns einen historischen Wetterbericht zu liefern, der bis in das Jahr 2668 vor Christus zurückreicht. Die Geschichtsschreiber und Schriftsteller des Altertums haben dem englischen Meteorologen Prof. Britton das Material zu seiner„Meteorologischen Chronologie“ geliefert. Die seltsamsten Witterungserscheinungen, die in alten Schriften erwähnt sind, werden hier aufgeführt. Wir wissen nun zum Beispiel, daß im Jahre 2668 vor Christus das Wetter ausgesprochen schlecht war. Denn aus diesem Jahr datieren die ersten„Wetterberichte“, die freilich mehr Legenden als meteorologische Angaben sind. Gerade in diesem Jahre, in dem Stürme und Wirbelwinde ungeheure Zerstörungen anrichteten, ereignete es sich, daß es— Blut regnete. Wenigstens kam es den von Angst erfüllten Menschen jener Zeit so vor Die Gelehrten von heute wissen nach 4500 Jahren das vermeintliche Wunder ganz natürlich zu deuten. Der„Blutregen“ entstand durch vulkanischen Staub, der die Luft erfüllte und den Wassertropfen eine rötliche Färbung verlieh, eine Erscheinung, die man gelegentlich auch noch in unserer Zeit antreffen kann. Wir wissen nun auch, daß es 200 Jahre vor dem Trojanischen Krieg ein volles Jahrzehnt gab, in dem auf den heutigen britischen Inseln nicht ein einziger Regentropfen flel. Tausende von Menschen wurden Opfer der Hungersnöte, fast alle Flüsse trockneten aus, und das Vieh verdurstete. Im Jahre 4 nach Christus gingen sogar in Europa vielfach die erwähnten„Blutregen“ nieder. Im Jahre 24 verwüstete ein furchtbarer Sturm ganz Südfrankreich und. einen Teil Italiens, während sich im Jahre 68 nach Christus die britische Insel Wight durch eine gewaltige Überschwemmung vom Mutteriand Britannia loslöste. Im Jahre 120 nach Christus ging über Deutschland ein Hagelwetter nieder, bei dem viele hundert Menschen nach den alten Berichten durch die„straußeneigroßen“ Hagelschloßen getötet wurden. Im Jahre 220 wurde Europa von einer derartigen Kältewelle heimgesucht, daß 5 Monate lang sämtliche Flüsse zugefroren waren. Julius Cäsar hatte seine militärischen Erfolge wiederholt der Witterung zu verdanken. Zum Beispiel konnte er den gallischen Feldherrn Vercingetorix überraschend schlagen, weil er ihn gegen die Gewohnheiten der damaligen Kriegführung während eines Unwetters angriff. Frau Professor hat Schulden Wo ist die Million geblieben?— Sensationsprozeß und Famili entragödie in Graz Wien.— Professor Dr. Spanner wurde freigesprochen. Seine Frau Margarete dagegen, ebenfalls des betrügerischen Bankrotts angeklagt, erhielt fünf Jahre Kerker. Damit fiel— wenigstens vorläufig— der Vorhang über einer Familientragödie, an der die österreichische Öffentlichkeit begreiflicherweise großen Anteil nahm. Denn der Angeklagte war nicht irgendwer, sondern einer der bekanntesten Rechtswissenschaftler, der— bildlich gesprochen— den letzten Kragenknopf verpfänden mußte, um die Millionenschulden seiner Frau tilgen zu können. Das Staatsarchiv in Münster hat die Archivbestände der Domänenverwaltung beim Regierungspräsidenten in Arnsberg übernommen. „Wo ist diese Million geblieben, Angeklagte?“ fragte der Staatsanwalt während des Prozesses mehrfach. Aber Frau Spanner wartete immer nur mit der gleichen Antwort auf:„Es steht in den Akten!“ In den Akten jedoch stand lediglich, daß Frau Spanner nach der Addition des Staatsanwalts 1 115 000 Schilling Schulden gemacht hat, angeblich als Opfer von Erpressern, die um ihre Jugendsünden wußten. Aber wer diese Erpresser waren, wer diese Million geschluckt hat, konnte auch in der Verhandlung nicht geklärt werden. Frau Spanner nahm ihr Geheimnis mit in das Gefängnis. Acht Jahre lang nichts gemerkt Bevor die kaufmännische Angestellte Margarete Postl den um neun Jahre jünDie Todfeinde der Bären Ein Deutscher züchtete den schärfsten Hund— Jagdhunde mit 200jährigem Stammbaum New York.— Wie die amerikanische Zeitschrift„Newsweek“ meldet, können die sogenannten„Plott-Hunde“ auf einen 200jährigen Stammbaum zurückblicken. Ein Deutscher war es, der diese Todfeinde der Bären in den Vereinigten Staaten züchtete. Als Jonathan Plott aus Heidelberg im Jahre 1750 nach Amerika kam, waren drei große, kräftige Jagdhunde das einzige, was er mit sich führte. Und diese Hunde waren es auch, die schicksalbestimmend nicht nur für ihn selbst, sondern auch für seine Nachkommen wurden. Denn bis zu den vier heute noch lebenden Gebrüdern Plott (John 80 Jahre, George 65 Jahre, Sam 60 Jahre und Vaughn 57 Jahre) haben sich sämtliche Nachfahren dieses deutschen Einwanderers, der sich in Waynesville im Staate Nordkarolina ansiedelte, der Aufzucht von Jagdhunden, vor allem für die Bärenjagd, verschrieben. In einem Lande wie Nordkarolina bot sich diese Tätigkeit freilich auch geradezu an. Von kaum einem anderen Geblet der Vereinigten Staaten wird es in bezug auf Zahl und Größe der Bären, die hier in den Wäldern ihr Unwesen treiben, übertroffen, und mancher verwegene Bärenjäger konnte sich hier durch seine tapferen Taten enen unsterblichen Namen schaffen. Ihr Ruhm wurde allerdings in der jüngsten Vergangenheit immer mehr überschattet von den zähen, kräftigen„Plott-Hunden“. Etwa 1000 Exemplare ihrer Gattung sind heute über 18 amerikanische Staaten und bis nach Südamerika verstreut. Mehr als 1200 DM werden für diese Hunde gezahlt, die in Fachkreisen als die besten Bären-Jagdhunde gelten. Eine solche Beurteilung bedeutet viel, denn es sind keine geringen Anforderungen, die bel der Bärenjagd an einen Hund gestellt werden. Der Bär ist durchaus nicht jenes unbeholfene, schwerfällige Zotteltier, für das er oftmals gehalten wird. Viele Jäger bezeichnen ihn auf Grund ihrer Erfahrungen nicht nur als schlauer, sondern auch als flinker als die besten Hunde, die auf seine Fährte gesetzt werden. Er ist ein ausdauernder Schwimmer, auf kurzen Strecken ein besserer Läufer, und er kann mühelos Dickicht durchbrechen, das für Hunde einfach undurchdringlich ist Die Küstensumpfgebiete von Nordkarolina sind wahrhaft ideale Schlupfwinkel für Meister Petz. Das Gestrüpp wächst hier bis zu sechs Meter im Jahr. An manchen Stellen ist es so dicht, daß man sich nicht auf den Boden legen kann; an anderen wieder muß man stundenlang buchstäblich am Boden kriechen. ehe man einen Platz findet, wo man sich aufrichten kann. Für die„Plott-Hunde“ jedoch ist die oft stundenlang dauernde Spürjagd durch eben dieses Gestrüpp lediglich der mühevolle Auftakt zu ihrer eigentlichen Aufgabe: den Bären zu stellen. „Wenn aber ein Bär einen Hund zu fassen bekommt, dann ist es aus mit ihm“, erklärt Vaughn Plott.„Der Bär zermalmt ihn wie nichts zwischen seinen Zähnen und schleudert ihn mit Leichtigkeit fünfzehn Meter weit und mehr.“ Der richtige Hund für die Bärenjagd muß vor allem drei Eigenschaften besitzen: er muß mit elnem ausgezeichneten Spürsinn begabt sein, um beim Aufnehmen der Spur auch die feinsten Gerüche wahrnehmen zu können; er muß sehr flink sein, um die einmal aufgenommene Spur auch wirklich schnell zu verfolgen; und er muß tapfer und angriffslustig sein. Das sind die Vorzüge der„Plott-Hunde“. geren Juristen Dr. Spanner heiratete, war sie zweimal mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Sie hatte es mit fremdem Geld nicht so genau genommen, wie es notwendig gewesen wäre. Die Gefängnisstrafen wußte sie zu verheimlichen. Sie hätten der Frau eines Mannes, der es bis zum Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Graz gebracht hatte, auch schlecht angestanden. Aber andere Leute wußten um diesen„Fleck auf der Ehr““. 1946 traten sie angeblich zum erstenmal an Frau Spanner mit Geldforderungen heran. Ihr Mann saß, weil er Rechtsberater von Seyß-Inquart, dem Reichskommissar Hitlers in den Niederlanden, gewesen war, damals im Lager. Er konnte ihr also nicht beistehen, als sich die Erpresser ihr Stillschweigen mit 250 000 RM abkaufen lieBen. Diese Viertelmillion einer Währung, die in Österreich nicht mehr gültig war, borgte sich Frau Spanner zusammen. Aber damit war die Geldgier der Erpresser keineswegs erschöpft. Sie zwangen sie vielmehr zu immer neuen Zahlungen und brachten sie, wie sie dem Gericht glaubhaft zu machen versuchte, damit in die Zwangslage, zu borgen und immer wieder zu borgen. Bald meldeten sich aber neben den Erpressern auch die Angeborgten, die ihr Geld zurückhaben wollten. Frau Spanner riß zwei Löcher auf, um eines stopfen zu können. Der inzwischen aus dem Lager heimgekehrte Gatte merkte nichts von alledem, acht Jahre lang. Erst im Juli 1950 bekam er den ersten Schuldschein vor die Augen, den seine Frau unterschrieben hatte. Professor Dr. Spanner fiel aus allen Wolken. Nach und nach gestand ihm seine Frau, daß sie am Rand eines Abgrundes lebe und sich kaum noch auf die Straße traue. Die Last war zu schwer In diesem Augenblick tat der Dekan der Universität Graz genau das, was man von einem so bekannten Kenner des Rechts nicht erwartet hätte: er machte sich zum Mitschuldigen, indem er den Gläubigern gegenüber die Verpflichtung einging, die Schulden seiner Frau zahlen zu wollen. 356 000 Schilling— fas“ 60 000 DM— wollte er zurückerstatten. Er verpfändete sein Gehalt, belastete sein Haus und verkaufte alle Wertgegenstände. Aber er schaffte es nicht. Die Last war zu schwer. 120 000 Schilling— 20 000 DM— blieben offen. Das Ergebnis war eine Anklage wegen betrügerischen Bankrotts. Professor Dr. Spanner konnte vor Gericht glaubhaft erklären, seine Frau habe einfach gelebt, keinen Luxus getrieben und keine Leidenschaften gehabt. Sie hätten dank seines Einkommens ein sorgloses Leben führen können. Ob es tatsächlich Erpresser gegeben habe, die seine Frau zu vernichten suchten, und wo die reichliche Million gelandet sei, die der Staatsanwalt ausgerechnet hatte, wußte er allerdings nicht zu sagen. Das Gericht sprach den Angeklagten frei. Trotzdem wird er einen Schlußstrich unter seine Karriere ziehen müssen, denn das, was vor Gericht zur Sprache kam, verträgt sich nicht mit akademischer Würde. Spielzeugprobe Um die neuen Turn- und Spielgeräte auf den New Yorker Kinderspielplätzen einer Zerreißprobe zu unterziehen, wurden Schaukeln, Wippen und Kletterstangen im Zoo installiert. Dort sollen die beiden 200 Kilo schweren Gorillas Carolyn und Joanne das Material strapazieren. Fachleute sind allerdings der Ansicht, daß die Zerstörungswut der Kinder stärker ist als alle Gorillakräfte.(Reta) Lebensabonnement Zeit seines Lebens darf Toma Cesta zwischen Canonja und Tarragona(Spanien) unentgeltlich im Omnibus fahren. Die Direktion der Eusgesellschaft schenkte ihm das Gratisabonnement, als er kürzlich in einem ihrer Omnibusse auf dieser Strecke geboren wurde.(Reta) Wundertapezierer In Chicago(USA) starb der berühmteste Tapezierer und Dekorateur Amerikas im Alter von 73 Jahren. Er war durch seine Unfälle bekanntgeworden, bei denen er sich nach und nach 78 Nähnadeln in den Leib stach. Sie wanderten durch seinen Körper, ohne daß er Schmerzen empfand. Auch sein Tod steht mit dieser Nadelsammlung nicht in Zusammenhang.(Reta) Zehnjähriger Bombenspürer Ein Anerkennungsschreiben vom Stadtschulrat erhielt der 10jährige Günter Wukowitsch aus Wienerneudorf. Er hat schon öfters scharfe Sprengkörper aus dem Krieg im Wald ausfindig gemacht und jedesmal der Polizei gemeldet, die ihn zum„Ehrenbombenspürer“ ernannte.(Reta) Dreis-Tietenbach sicherte den Klassenverbleib Olper Niederlage auf dem Kreuzberg— Jubiläumsfeier in Attendorn Brachbach muß absteigen Im Entscheidungsspiel um den dritten Absteiger in der Bezirksklasse Siegerland kam Dreis-Tiefenbach auf neutralem Platz in Siegen zu einem 3:1-Sieg gegen den SC Brachbach, der damit in die Kreisklasse Siegen zurück muß. Das Spiel hatte verständlicherweise viel Zuschauer gefunden, die einen harten und interessanten Entscheidungskampf serviert bekamen. Dreis-Tiefenbach gewann das Spiel aufgrund der besseren Hintermannchaft verdient.— Unseren interessierten Lesern sei noch mitgeteilt, daß der urprüngliche Beschluß des Verbandsvorstandes(WFV), aus den 17er-Gruppen vier Mannschaften absteigen zu lassen, auf Protest verschiedener Kreiswarte späterhin revidiert wurde. Es bleibt auch in den 17er-Gruppen bei drei Absteigern. Bezirksklasse Siegerland Gerlingen gewann die Revanche Daß die Gerlinger Mannschaft in Olpe mit stärkster Aufstellung und großem Einsatz sich vorstellen würde, war vorauszusehen. Vorauszusehen war nach der 1:6-Niederlage vor acht Tagen aber nicht der knappe Sieg im Revanchespiel. Dieses glückliche 3:2 wurde in der Endphase so erbittert verteidigt, daß dem umgestellten Olper Sturm(Vollmer auf Linksaußen!) keine Chance blieb, bzw. die vorhandenen nicht ausgewertet werden konnten. Dafür sorgten in erster Linie Menne und Jenderny, die in kritischen Situationen und bei klarer Ueberlegenheit der Olper reinen Tisch machten. Mit allem Einsatz wurde der knappe Vorsprung, den HL Avenarlus kurz nach dem Seitenwechsel nach Fehler des Olper Torwarts erzielte, gehalten. Der erhoffte Ausgleich durch einen Beyer-Freistoß blieb mit einem Querlattentreffer aus. Besser gefallen konnte das Spiel in der ersten Halbzeit, die fast ausgeglichen verlief. Olpe hatte in diesen 45 Minuten eine viel beweglichere Mannschaft(mit Nachwuchsspielern) auf dem Plan, die in etwa wegen des guten Verständnisses gefallen konnte. Seidel verhinderto bereits in der 16. Minute den Führungstreffer der Gäste, als er auf der Torlinie klären konnte, nachdem Krutwig nach einem „Ausflug“ nicht früh genug zurück war. In der 20. Minute durch HL Avenarius 0:1 und fünf Minuten später 0:2 durch HR Alfes. Nach einem hoch hereingegebenen Freistoß durch Seidel köpfte Beyer zum HR und dieser mit Kopfball ins leere Tor. 2:2 durch Beyer mit flachem Paß in die lange Ecke. Das Spiel selbst von Anfang bis Ende schnell, aber ohne Linie. Der Schiedsrichter, P. Müller aus Siegen, leitete sicher und korrekt. Grevenbrück nach 0:3 noch 3:3 Die Gäste aus Finnentrop fühlten sich stark genug, den Sieg aus dem ersten Spiel wiederholen zu kónnen, wozu sie auch nach der 48. Minute beim Stande von 3:0 berechtigte Hoffnungen hatten Nach dem ersten Treffer des Ty in der 54. Minute war der Gastgeber dann nicht mehr wiederzuerkennen. Mit Elan und gutem Einsatz wurde in der 62. Minute der Anschlußtreffer erzielt und in der 80. Minute hieß die Partie verdientermaßen 3:3. Ergebnisse vom 12./13. Junt Bezirksklasse Siegerland SG Dreis-Tiefenbach— SC Brachbach 3:1 SpVg Olpe— FSV Gerlingen 2:3 Sportfest in Attendorn SpV 04 Attendorn— Eintr. Siegen 1:6 SpV 04 Attendorn R— Eintr. Siegen R 1:3 SSV Hagen— Spfr. Holthausen 3:6 Pokalspiele SpV 08 Langenau— VfB Altena 4:2 SV Fretter— RW Hünsborn 4:0 VfB Altena— RW Hünsborn 2:1 SV Fretter— SpV 08 Langenau 3:0 Freundschaftsspiele Tv Grevenbrück— SpVg Finnentrop 3:3 FC Altenhof— FC Dahlbruch ausgef. Jugendspiel SpV 04 Attendorn— Spfr. Biggetal der interessanten Pokalspiele, die restlos durchgeführt wurden, obwohl Regenschauer das Spielgeschehen beeinträchtigten. Pokalsieger wurde SV Fretter. Im Werbespiel der Landesligisten SSV Hagen gegen Spfr. Holthausen blieb Holthausen mit 6:3 Sieger. Abends waren alle Sportfreunde in der Schützenhalle versammelt, wo die Siegerehrung stattfand und ein anschließender Festball noch gemütliche Stunden brachte. Zum Tanz und Konzert spielte der Musikzug der Freiw. Feuerwehr Attendorn auf.(Wir werden noch näher berichten.) Bürgergesellschaft feiert auf dem Schützenplatz Olpe. Bei gutem Wetter sollte gestern das traditionelle Waldfest der Bürgergesellschaft auf der Siele stattfinden. Aber das Wetter war nicht danach. Nunmehr beschloß der Vorstand, das Fest als„Sommerfest“ der Bürgergesellschaft am Donnerstag(Fronleichnam) auf dem Schützenplatz durchzuführen. Man ist der Ansicht, daß diese Regelung besser ist und daß sie auch der Olper Bürgerschaft gelegener kommt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Kreis-Jugend-Auswahl besucht Rhein und Mosel Am 20. Juni Gäste beim Fußball-Verband Rheinland— Spiel in Mayen Kreis Olpe. Zum Abschluß der Serie 1953/54 unternimmt die Kreis-JugendAuswahl eine Fahrt an den Rhein und an die Mosel. Mit der Auswahl des Kreises Mayen wurde ein Freundschafts-Spiel vereinbart, daß in der Nettetal-Kampfbahn stattfindet. Mit dem modernen Kleinbus der Kraftverkehr Olpe A.-G. geht die Fahrt über Betzdorf. Wissen, Altenkirchen, Neuwied und Andernach nach Mayen. Nach dem Spiel weiter über Kaisersesch, Landkern nach Cochem. Hier ist eine längere Pause vorgesehen, um die keltischen Bauwerke zu besichtigen: Reste der Stadtmauer, Stadttore und-Türme sowie die St. Martins-Kirche. Auch der alten Reichsburg gilt die Besichtigung. Daß dabei ein alter Olper Landsmann, Stud. Jos. Schmelzer, nicht vergessen wird, ist eine Selbstverständlichkeit. Weiter geht die Fahrt dann nach Gondorf, dem malerischen Winzerdorf mit der einzigsten Wasserburg an der Mosel. Es folgen dann Moselkern, an der Mündung des Elztales gelegen, mit der 6:2 Jubiläum in Attendorn Anläßlich des 50jährigen Bestehens des SpV 04 hatte der Verein zu einem Sportfest eingeladen, das am Samstagnachmittag mit Freundschaftsspielen seinen Anfang nahm. Zu Gast waren die erste und Reservemannschaft von Eintracht Siegen, die gegen die Mannschaften des Jubiläums-Vereins zu Erfolgen kamen. Abends war im Hotel Rauch die offizielle Feier in Anwesenheit der Bundestagsabgeordneten Bruse und Lenze, der Behördenvertreter, der Vertreter der Gelstlichkeit, der geladenen Gäste der befreundeten und mitwirkenden Sportvereine. Innerhalb dieser Feier wurden zwanzig Jubilare geehrt. Der anschließende Kommers nahm einen harmonischen Verlauf. Sonntags stand die Feier nach der Totenehrung auf dem Friedhof im Zeichen Orgeln wurden erprobt Kirchhundem. Dechant Grafe und Lehrer Ruprecht, Albaum, hatten im Namen der „Gesellschaft der Orgelfreunde“ zu einem Treffen aller Orgelinteressenten in der kath. Pfarrkirche eingeladen. Da Dr. Reuter. Orgelsachberater beim Landesdenkmalsschutz- und-pflegeamt Münster, leider verhindert war, um sein Urteil über Orgeln abzugeben, wurden zunächst Probevorträge auf den beiden vorhandenen Orgeln vorgenommen. Man konnte hierbei aber noch kein abschließendes über die zu bevorzugende Orgelart gewinnen. Dennoch gestaltete sich die Diskussion hierüber unter der Leitung des Initiators der Veranstaltung, Lehrer Ruprecht, sehr anregend und fruchtbar. Besonders interessant waren die Ausführungen des Landesvorsitzenden der„Gesellschaft der Orgelfreunde“ Westfalen, Herrn Diekamp, der als staatl. gepr. Orgelsachverständiger in Münster tätig ist. Man kann nicht hinkende Vergleiche aufstellen, sondern muß gleichwertige Instrumente gegeneinander ausspielen. Die gegenwärtige Orgelbaukunst ist in der Lage, Orgeln herzustellen, die mit dem Ohr allein nicht mehr vom Klang alter Schleifladeninstrumente zu unterscheiden sind. Es wurde zur Sachlichkeit und objektiver Kritik ermahnt. Der opferbereiten Pfarrgemeinde wurde Dank ausgesprochen, daß sie sich um die Erneuerung der Schleifladenorgel, die einen Denkmalswert besitzt, bemüht hat. Es wurde aber auch auf die Unterhaltung der elektrischen Orgel hingewiesen. Hierauf führten Herr Diekamp und Kirchenmusikdirektor Gerard Bunk aus Dortmund die elektrische Orgel vor. Beschlossen wurde, in Kürze eine weitere schönen Burg Eltz, Koblenz mit einer Stadtrundfahrt, dem Deutschen Eck am Zusammenfluß der Mosel und des Rheines und Festung Ehrenbreitstein. Wenn noch genügend Zeit zur Verfügung steht, ist eine Besichtigung des Mittelrhein-Museums in der alten Burg vorgesehen. An der Fahrt nehmen außer den Mitgliedern des KJA, Führung K. Nachtigal, folgende Spieler teil: Klein. Kebbekus, Loeser(Olpe), Schulte, Bierwert I und II, Eckert(Attendorn), Kurzenacker(Altenhundem), Böhne, Bischopink(Grevenbrück) und Alfes(Altenhof).— Wir wünschen den Jugendspielern und ihren Begleitern eine frohe Fahrt und spielerischen Erfolg! Veranstaltung folgen zu lassen. In einem gemütlichen Beisammensein fand das von Lehrer Ruprecht in dankenswerter Weise angeregte Treffen seinen Ausklang. Neuer Schützenkönig Berlinghausen. Nach etwa einstündigem hartem Ringen holte beim Vogelschießen während des diesjährigen Schützenfestes Willi Maiworm aus Eichen den Rest des Vogels herunter. Der neue König nahm seine Gattin zur Mitregentin. Dr. med. Giersbach Siegen. Der Senior der Siegerländer Aerzteschaft, Dr. med. Wilhelm Giersbach, hat am 8. Juni im Alter von. 85 Jahren die Augen für immer geschlossen. Seine Verdienste zum Wohle der Allgemeinheit werden unvergessen bleiben. 1869 wurde G. in Hilchenbach geboren und entstammt einer alteingesessenen Siegerländer Familie. Nach seinem Medizinstudium legte er 1892 in Bonn sein Doktorexamen ab, dem zwei Jahre später das Staatsexamen folgte. Als junger Arzt hatte er den Vorzug, bei hervorragenden Professoren der Medizin wirken zu können. Im Mai 1901 kam Dr. med. Giersbach nach Siegen als praktischer Arzt, und von jenem Tage an hat er bis in sein hohes Alter als eine stadtbekannte Persönlichkeit gewirkt. Viele Jahre war er Arzt im Städtischen Hospital am Fischbacherberg, und als Vertrauensarzt der Landesversicherungsanstalt Westfalen übte er eine besonders verantwortungsvolle Tätigkeit aus. 1914 wurde Dr. med. Giersbach als Stabs- und Regimentsarzt zum Militär eingezogen. Dem Siegerländer Aerzteverein gehörte er mehrere Jahre als Vorstandsmitglied an, als das er sich in besonderem Maße für die Belange der Aerzteschaft einsetzte. Hast Du elne Waschfrau gehelratet? Mietwaschküche erleichtert das Waschen Große Entlastung der Hausfrau Olpe. Auf einer Arbeitstagung des Deutschen Wäschereiverbandes berichtete der Präsident des Int. Wäschereiverbandes, van Kappen, über eine Aufklärungsaktion, die der holländischen Hausfrau veranschaulichen soll, daß das Waschen außer Haus billiger und besser sei. Die Ehemänner werden gefragt:„Hast du eine Ehefrau oder eine Wachsfrau geheiratet?“ Durch die Aktion sei der Umsatz in den Wäschereien schon um drei Prozent gestiegen Ein französischer Teilnehmer erklärte, in Frankreich seien viele Betriebe zusammengelegt worden, dadurch sei man zu einer„Volkswäsche“ gekommen, die so billig sei, daß auch die Leute mit kleinem Einkommen erfaßt werden konnten. Auch den deutschen Hausfrauen ist bekanntlich in immer größerem Umfange durch die sog. Mietwaschküchen Gelegenheit geboten, sich ihrer Waschaufgabe in angenehmer und rascher Weise zu entledigen. Seit Mittwoch hat hier der schon seit 20 Jahren bestehende Heißmangelbetrieb Hubert Bleser jun., Westfälische Straße 9, ebenfalls eine Mietwaschküche mit hochmoderner, leistungsfähiger Einrichtung aufgemacht. Eine Miele-Trommel-Waschmaschine, die elektrisch betrieben und mit Gas geheizt wird, besorgt automatisch das Einweichen, Vorwaschen, Kochen, Hauptwaschen und Spülen der Wäsche, wozu nur garantiert einwandfreie Waschmittel verwendet werden. Die Wäsche findet so eines sehr schonende Behandlung. Sie wird in einem Arbeitsgang gewaschen und dann in einer Schleuder zu 80 Prozent getrocknet. Die hier verwendete Miele-TrommelWaschmaschine wurde nach den neuesten Exfahrungen der Technik konstruiert. Unsere Hausfrauen können mithin unbesorgt ihre Wäsche diesem Waschverfahren in der neuen Mietwaschküche Bleser anvertrauen. Tapeten selbstverständlich von Drogerle Frerichmann K.-G. OLPE Farbenabteilung Alles zum Selbstanstrich glich elnige Trop plonc in dle Kopfhaut mossiert. 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Juni, morgens 8.30 Uhr in Ottfingen; anschließend ist das Seelenamt. Übernervös? — bis in die Fingerspitzen— wie so Véle Menschen in unserer unruhigen Zeit? Vorsicht! Allzuleicht greifen nervöse Beschwerden auch aufs Herz Überl Deshalb sollte jetzt jeder schon vorbeugend 3mal täglich den echten KLOSTERFRAU MELISSENGEIST nehmen: seine beruhigende, ausgleichende Wirkung auf Nerven und Herz wird doch seit Generationen gerühmt. Auch Sie sollten ihn einmal erproben! In Apotéken und Drogerien. Nur echt mit 3 Nonnen. Denken Sie auch an Aktiv-Puder zur Pflege der gesunden und kranken Haut Guterhaltenes Motorrad DKW 250 NI preiswert zu verkaufen. Karl Weber, Olpe Olperhütte L (rumo a. Sollo 40 lobes dew. h Pctel, GeeichuAusschlag-Ekzem Haotucten Wundsein usw. Leupin-Joe blutreinigend- abführend. I. Apoth. u. Drogerten Grabplatten schw., m. 23kar. Goldinschr. Neuvergoldung älterer Inschriften Schilder n Emaille, Metall und Glas Karl Stein- Olpe I. W. 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