Sauerländisches Volksblach Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG ÖLPE Anzeigen-Grundpreise: Im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); im Textteil 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Ewangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig Gertchtsstand ist Olpe 1. Westf TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3.54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 119. Jahrgang— Nr. 118 Samstag, den 22. Mai 1954 Binzelverkaufspreis 15 Pf Bundesinnenminister Dr. Schröder Freiheit der Presse ist ein Grundrecht Pressepolitische Aussprache im Bundestag Bonn.(dpa)„Die Bundesregierung hat keine Pläne, die geeignet sind, die Unabhängigkeit und die Freiheit der Presse zu beeinträchtigen.“ Mit diesen Worten nahm Bundesinnenminister Dr. Schröder gestern im Bundestag abschließend zu einer großen sozialdemokratischen Anfrage über die pressepolitischen Pläne der Bundesregierung Stellung. Zuvor hatten Sprecher der SPD, der CDU/CSU, der FDP, des BHE und der DP übereinstimmend ein Bekenntnis zur Pressefreiheit abgelegt und das Recht der Presse auf Kritik verteidigt. Bundesinnenminister Dr. Schröder hatte zu Beginn der Aussprache betont, daß keine Pläne bestünden, die Presse künftig nur noch durch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung zu unterrichten. Im späteren Verlauf der Aussprache wies Schröder darauf hin, daß die Pressefreiheit ein Grundrecht sei. Dem Problem des Pressegesetzes nähere sich die Bundesregierung„mit großer Bedächtigkeit“. „Siamesische Zwillinge“ In seiner Begründung der SPD-Anfrage hatte Kalbitzer Parlament und freie Presse als„siamesische Zwillinge“ bezeichnet.„Wenn nicht dagegen protestiert wird, wird uns die Freiheit und Unabhängigkeit der Presse auf leisen Sohlen abhanden kommen“. Ins Vertrauen ziehen Der Sprecher der CDU/CSU, Dr. Dresbach, betonte, die Presse als selbständige dritte Kraft sei nicht nur eine Dienerin auf dem Markt der Eitelkeiten und der Böswilligkeiten. Das Volk habe ein Recht darauf, zu hören, was geschehe, auch nachrichtlich. Die Presse ins Vertrauen zu zienen, sei eine größere gesellschaftliche Anerkennung als Pressebälle oder ähnliches. Zur Frage eines Pressegesetzes sagte Dresbach, die Stellung der Presse in der Öffentlichkeit sei kein Rechts-, sondern ein gesellschaftliches Problem. Frei und wahrheitsgemäß berichten Für die FDP bekannte sich Prinz Hubertus zu Löwenstein ebenfalls zur Aufgabe der freien Presse, frei und wahrheitsgemäß zu berichten. Die Presse sei ein Teil der allgemeinen Meinungsfreiheit. Löwenstein setzte sich besonders für eine materielle Besserstellung der Journalisten ein. „Freiwillige Beschränkung“ Für die Fraktion des BHE forderte Feller die Journalisten auf, sich die freiwillige Beschränkung aufzuerlegen, nur das mitzuteilen, was im Interesse der Öffentlichkeit mitgeteilt werden dürfe und musse. Becker(DP) schlug vor, der Bundesregierung im Rundfunk und in der Presse einen festen Platz zur Äußerung ihrer Meinung einzuräumen. 40 neue Generale Paris(Korr.). Die Zahl der Generaie der französischen Armee soll durch die Schaffung von 40 neuen Planstellen für Brigadegenerale von bisher 165 auf 205 erhöht werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde von Verteidigungsminister Pleven der Regierung vorgelegt und von dieser genehmigt. Frau Rommel in El Alamein El Alamein(Reuter). Frau Rommel besuchte gestern die Schlachtfelder von El Alamein in Nordwest-Agypten. Auf den deutschen, italienischen und britischen Soldatenfriedhöfen legte sie Blumen nieder. Keine bindenden Vereinbarungen Paris distanziert sich von Saar-Kompromiß Merkwürdiges Dementi des Außenministeriums Paris.(Korr.) Vom französischen Außenministerium wurde gestern abend eine scharfablehnende Stellungnahme gegen„in der Presse erschienene Verlautbarungen über das Ergebnis der Saarbesprechungen zwischen dem Bundeskanzler und dem stellvertretenden französischen Ministerpräsidenten Teitgen“ herausgegeben. Es seien keinebindenden Vereinbarungen erfolgt. Solche„ungenauen und übertriebenen Darstellungen“ dienten nicht der von Frankreich erstrebten Saar-Verständigung mit Deutschland, sondern müßten sich im gegenteiligen Sinne auswirken. STRASSBURGER EINIGUNG Bundeskanzler Adenauer und der französische Minister Teitgen(rechts) haben in Genf den Entwurf zu einer gemeinsamen deutsch-französischen Saar-Erklärung fertiggestellt, der nun von den Kabinetten gebilligt werden soll, bevor er unterzeichnet wird. Das französische Außenministerium erwähnt nicht die Zeitungen, die mit dieser Verlautbarung gemeint sind. Die Saarbesprechungen Adenauers und Teitgens waren in der Pariser Presse entweder überhaupt nicht oder nur bagatellisierend erwähnt worden. Der stellvertretende französische Ministerpräsident Teitgen hat seinerseits eine Erklärung abgegeben, in der er darauf hinwies, daß in der von ihm in Straßburg geführten Unterhaltung keinerlei schriftliche Verlautbarungen erfolgt seien. Er persönlich hoffe, daß diese Unterhaltung dazu dienen werde, eine europäische Lösung der Saarfrage zu erleichtern. Auch in der deutschen Presse war darauf hingewiesen worden, daß das Ergebnis der Straßburger Besprechungen erst von den Kabinetten in Paris und Bonn gebilligt werden müsse. Gegen wen also ist die Stellungnahme des französischen Außenministeriums gerichtet? Jedenfalls sieht sie wie eine starke Distanzierung aus. In einer Meldung der französischen Agentur AFP wird erklärt, es stimme nicht, daß die Saarfrage als gelöst betrachtet werden könne. Die Straßburger Besprechungen hätten nicht eine Lösung herbeiführen, sondern nur die Herbeiführung der Lösung der Saarfrage erleichtern können. Evangelische Kirche für Atomvereinbarungen Dibelius verliest Erklärung—„Auf daß Friede werde, bevor es zu spät ist“ Berlin.(dpa) Für internationale Vereinbarungen über die Verwendung der Atomkraft hat sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland in einer Erklärung eingesetzt, die Ratsvorsitzender Dr. Dibelius gestern vor der in Spandau tagenden Brandenburgischen Provinzialsynode bekanntgab. In der von Bischof Dibelius und Landesbischof Lilje unterzeichneten Verlautbarung heißt es, die Entwicklung der Atomwaffen habe mit der Erfindung und Erprobung der Wasserstoffbombe nun einen Höhepunkt erreicht. Auch wenn man sich von allen Übertreibungen freihalte, bleibe der Gedanke an das, was der Menschheit bevorstehen könnte, grauenvoll. 159 Verwundete abtransportiert Die Franzosen bombardieren weiter Hanoi.(dpa) 159 Verwundete sind bis Donnerstag 24 Uhr aus Dien Bien Phu herausgeflogen worden. Die französische Luftwaffe setzte trotzdem ihre Angriffe auf die Provinzialstraße 41 zwischen Dien Bien Phu und Sonla fort. Es wurden auch Bomben mit Zeitzündern geworfen. Die französische Kommission unter Leitung des Generalstabschefs der französischen Streitkräfte. Ely, hat ein Vierpunkte-Programm ausgearbeitet, in dem die Absetzung des Oberkommandierenden in Indochina, General Navarre, gefordert wird. Außerdem will die Kommission eine Änderung der Kriegführung in Indochina vorschlagen. Der Krieg in Indochina soll nicht mehr nach den Regeln eines Kolonialkrieges, sondern nach den Erkenntnissen des Koreakrieges mit entsprechenden Truppen und schweren Waffen geführt werden. Vier Stunden dauerte gestern in Genf die Geheimsitzung über Indochina. Heute nachmittag findet eine öffentliche Sitzung über Korea statt. C Studiensaal brach zusammen Eine Million Einwanderer— Zusammenstöße in Mailand Schwerverletzt wurden sieben Schüler, als im mittelalterlichen Studiensaal einer Schule in der französischen Stadt Bourges der Fußboden zusammenstürzte. 90 Schüler fielen dadurch in die darunter liegende Turnhalle, Feuerwehr mußte die Verunglückten aus den Trümmern bergen. Eine Million Einwanderer haben sich seit Ende des Krieges in Kanada niedergelassen. Die stärkste Gruppe stellen die englischsprechenden Einwanderer. Zu blutigen Zusammenstößen zwischen 3000 Demonstranten und Polizei kam es gestern in Mailand, Metallarbeiter hatten auf dem Domplatz demonstriert. Die Gesamtdeutsche Volkspartei wird sich an den Landtagswahlen in NordrheinWestfalen nicht beteiligen. Die Partei will gegen das Wahlgesetz Klage erheben. Der CDU-Abgeordnete von Brentano ist In Straßburg zum Vizepräsidenten des Europarats gewählt worden. Hermann Buhl. der Bezwinger des Nanga Parbat, hat zum Training bei Berchtesgaden wieder eine schwierige Bergtour unternommen. Bei der Himalaja-Expedition waren ihm, wie erinnerlich, die Zehen eines Fußes erfroren. Der Bundesrat billigte gestern den Gesetzentwurf über den Beitritt der Bundesrepublik zum Genfer Rot-Kreuz-Abkommen von 1949. Haile Salassi, der Kaiser von Abessinien, ist in der französischen Hafenstadt Le Havre eingetroffen, um an Bord der „United States“ nach New York zu fahren. Der Negus wird zu einem Staatsbesuch in Washington erwartet. Verhaftet wurden in Dacca in Ostpakistan 118 Personen im Zusammenhang mit den schweren Zusammenstößen in der vergangenen Woche, wobei 380 Personen ums Leben gekommen waren. Der italienische Schriftsteller Guareschi hat den Wunsch geäußert, seine Gefängnisstrafe in Parma statt in Mailand absitzen zu dürfen,„weil er sich dort wohler fühle“. „In solcher Lage kann die Christenheit nicht stumm und untätig bleiben. Um der Verantwortung willen, die ihr von Gott Wie wird das Wetter? Leicht unbeständig In der von Nordwesten weiter zuströmenden kühlen Meeresluft setzt sich vorübergehend leichte Wetterbesserung durch Vorhersage für Sonnabend: Bei schwachen bis mäßigen Winden aus Nordwest bis West wechselnd bewölkt und höchstens geringfügiger Regen. Zeitweilig Tageshöchsttemperaturen Weitere Aussichten: Wechselhaft und verhältnismäßig kühl. auferlegt ist, muß sie alle, denen hier Macht und Einfluß gegeben ist, dazu aufrufen, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.“ Es gehe nicht darum, der wissenschaftlichen Forschung Schwierigkeiten zu bereiten, es gelte jedoch, der elementarsten Rücksicht auf die Menschheit zu ihrem Recht zu verhelfen. Der Rat der Kirche bittet die Leitungen aller christlichen Kirchen, sich bei den Regierungen der Länder, zu denen sie Zugang haben, mit Nachdruck dafür einzusetzen, daß die internationalen Gespräche Andrang zur Fremdenlegion Landau(dpa). Etwa 65 Prozent der französischen Fremdenlegion sind nach Angaben kirchlicher Kreise deutsche Freiwillige. Während von den Annahmestellen der Legion noch vor einem Jahr von etwa hundert Bewerbern nur zehn bis zwölf angenommen wurden, kommen heute nach neuesten Beobachtungen auf hundert Bewerber etwa 20. Der Andrang bei den Annahmestellen sei gegenwärtig so groß, daß sich die Legion die besten Kräfte aussuchen könne. Nach vorsichtigen Schätzungen informierter kirchlicher Stellen seien über 500 000 Deutsche seit Bestehen der Fremdenlegion refallen über die Verwendung der Atomkraft fortgesetzt und daß Vereinbarungen getroffen werden, um die ungeheure Sorge von der Menschheit zu nehmen, die jetzt auf ihr liege. Die Ratserklärung wendet sich abschlieBend an die Kirchenleitungen mit den Worten: Wir bitten Sie, sich mit uns in dem Gebet zu Gott zu vereinigen, daß die jetzige Bedrohung alles menschlichen Lebens und aller menschlichen Zukunft gebannt und daß Frieden werde, bevor es zu spät ist. Waffen aus dem Ostblock Washington.(INS) Die USA haben dieschwedische Regierung um Hilfe für die Untersuchung eines Waffentransports aus cinem Ostblockstaat nach Guatemala gebeten, verlautet in Washington. Die Waffen wurden auf dem schwedischen Schiff„Alfhelm“ nach dem guatemaltekischen Hafen Puerto Barrios gebracht. Das Schiff fährt unter britischer Charter. Guatemala soll 2000 Tonnen Waffen, darunter Panzerfäuste, automatische Gewehre, Maschinengewehre, Panzerspähwagen und Munition erhalten haben. Politische Kreise in Washington äußern, es sei möglich, daß der Beschluß der Caracas-Konferenz gegen Guatemala angewandt wird, der sich gegen Ausweitung des Kommunismus in der westlichen Hemisphäre wendet. „Grüße aus Dien Bien Phu“ Paris.(Korr.)„Jetzt habt ihr wohl die Schnauze voll“ und„Richtet beste Grüße aus Dien Bien Phu aus“ waren die letzten Worte, die der Fremdenlegionär Hans Hein vor seinem Abflug aus Dien Bien Phu hörte. Hans Hein hat beide Arme und ein Bein verloren. Er berichtete nach seiner Ankunft in Hanoi, daß sich unter den Vietminh-Öffizieren auch Europäer befunden hätten. Zweifellos seien es, da sie perfekt deutsch sprachen, übergelaufene ehemalige Fremdenlegionäre. Einer von ihnen habe sogar Majorsrang gehabt. Vorbereitung der Sozialreform Altrentengesetz soll im Juli dem Kabinett vorgelegt werden Bonn.(dpa) Die Arbeiten an der Neuordnung der sozialen Leistungen sind in vollem Gange, erklärte Bundesarbeitsminister Storch gestern im Bundestag. Der Entwurf über die Altrenten-Angleichung werde im Juli dem Kabinett vorgelegt. Storch warnte davor, die Sozialreform so vorzunehmen,„daß man alle Mittel in einen Pott schmeißt und dann jedem seine Kelle daraus gibt“. Unter Altrentenerhöhung, so führte Storch aus, verstehe er, daß der Mann, der Geldbeiträge in Goldmark geleistet hätte, seine Rente in der D-Mark-Währung entsprechend erhalte. Eine Deckung dieser Ausgaben aus teuergeldern sei jedoch nicht möglich. Prof. Schellenberg forderte als Sprecher der SPD, daß die Mittel für die geplante Erhöhung der Altrenten aus dem allgemeinen Steueraufkommen aufzubringen seien. Leider warte man seit fünf Jahren au die Sozialreform, erklärte der FDP-Abgeordnete Dr. Atzenroth. Die FDP sieht die Altrentenerhöhung nicht als einer Rechtsanspruch an. Zur Sozialversicherung forderte Atzenroth, die Beiträge in eine echte Relation zu den Leistungen zu bringen. Eine Beitragserhöhung ließe sich dabei ailerdings nicht vermeiden. Der CDU-Abgeordnete Arndgen wie. die SPD-Angriffe scharf zurück. Für die sozialen Verhältnisse, die das Dritte Reich hinterlassen habe, könne nicht der Bundesarbeitsminister verantwortlich gemacht werden. Hochbetrieb bei Professor Eden (Mänchester Guardian) Bei den Uranarbeitern in Aue: „Wenn schnell roboti- guter Mann" Bei Uransuche auf Goldadern gestoßen— Stollen bis Chemnitz und Plauen vorgetrieben Täglich steht auf den Gleisanlagen des Güterbahnhofs Aue in Sachsen eine 6000PS-Schnellzuglokomotive unter Volldampf. Schwerbewaffnete Rotarmisten lassen keinen Unbefugten herankommen. Die Kugeln in ihren MP-Magazinen sitzen locker. Es ist die Maschine, die jeden Tag mit drei uranzesten-beladenen hochmodernen, vierachsigen Güterwagen, von zwei Panzerwagen flankiert, im 120Kilometer-Tempo von dem kleinen Erzgebirgsortch Osten jagt. Der Eisenbahnverkehr ist auf den Strecken, die der„Atomzug“ passiert, für Stunden vollig lahmgelegt. Die Jagd nach dem Krleg G. St. Nach den letzten Berichten über den Abschluß eines südostasiatischen Verteldigungspaktes ist es den Vereinigten Staaten schon jetzt gelungen, ihren alten Grundsatz durchzusetzen: nicht in Genf zu verhandeln, sondern in Indochina einen neuen Kriegsschauplatz zu errichten, zunächst in Indochina. Ihre Diplomaten und militärischen Sachverständigen hasten von Land zu Land, nachdem die Regierung Laniel dem amerikanischen Druck nachgegeben und um militärische Resonanz gegen die Taktik der Ostblockstaaten in Genf gebeten hat. Es ist denkbar, daß die knappe Mehrheit der französischen Regierung den Bemühungen der amerikanischen Botschaft in Paris zuzuschreiben ist, weil eine Kabinettskrise in diesem Zeitpunkt die ostasiatischen Pläne des Weißen Hauses durchkreuzt hätte. Hierbei ist eine derartige Eile entfaltet worden, daß die englische Regierung über die amerikanischfranzösischen Besprechungen nicht rechtzeitig unterrichtet worden war und nun eilfertig und dienstbeflissen hinterherlaufen muß, wenn sie verhindern will, daß Australien und Neuseeland auch in dieser entscheidenden Stunde ohne das Mutterland entscheiden. Wohin die Entwicklung geht, zeigt sich in der Entsendung des amerikanischen Generals Fleet nach Ostasien, der in aller Öffenheit erklärt, daß es für ihn nur die konsequente Fortsetzung der damaligen Strategie General McArthurs gebe, zu der sich auch der Chef des amerikanischen Generalstabes, General Bradford, bekennt, der das uneingeschränkte Vertrauen Eisenhowers genießt: Ausweitung der ostasiatischen Kriegsschauplätze auf das Gebiet der Chinesischen Volksrepublik. Dio Amerikaner wissen, daß Peking mit Moskau und mit den anderen Ostblockstaaten durch militärische Beistandspakte verbunden sind, und daß ein Angriff auf China eine Kette von Explosionen auslöst, die den dritten Weltkrieg zwangsläufig von Asien nach Europa tragen muß. Daß es sich hierbei nicht um die Privatmeinung des Verfassers handelt, beweist eine öffentliche Erklärung des von den Amerikanern eingesetzten südkoreanischen Staatspräsidenten Syngman Rhee, der unter dem Eindruck der amerikanischen Vorbereitungen in Ostasien am Donnerstag die USA und die anderen Westmächte aufforderte eine„härtere“ Politik gegen den Kommunismus einzuschlagen,„selbst wenn diese Politik das Risiko eines atomaren Weltkrieges einschließt“. Er sagte weiter: wenn die Kommunisten in Korea und Indochina nicht halt machten, dann solle die westliche Welt„mit allem, was wir haben, und unter dem Einsatz aller Waffen— den Krieg beginnen“. Angesichts dieser Zuspitzung sind die Divisionen des Generals Giap natürlich nicht in Dien Bien Phu stehen geblieben, um auf einen amerikanischen Gegenschlag zu warten. Hanoi, die Hauptstadt im Delta des Roten Flusses, in der der französische Generalstabschef Ely und andere Generale aus Paris mit dem Oberbefehlshaber von Indochina über die aussichtslose Lage beraten, ist unmittelbar bedroht. Die Behauptung, die Verluste in Dien Bien Phu hätten nur vier Prozent der gesamten Truppenstärke betragen, hat sich als falsch erwiesen. Frankreich hat mit der Dschungelfestung seine gesamte operative Reserve in Indochina verloren. Und nun erwartet es von Amerika und den in einem südostasiatischen Verteidigungspakt vereinigten Staaten, daß sie die verfahrene Situation retten. Nach der französischen Verfassung darf kein französischer Wehrpflichtiger, Rekrut oder Reservist, ohne Zustimmung der Nationalversammlung in Indochina eingesetzt werden. Dieses Vergnügen ist bisher nur Berufssoldaten, Freiwilligen und Fremdenlegionären vorbehalten geblieben. Und da in Paris keine Neigung besteht, diese Bestimmung aufzuneben, werden die Wehrpflichtigen aus anderen Ländern in den Dschungeln sterben müssen. Warum? Weil die Delegierten in Genf, sowohl die des Ostens als auch die des Westens, nicht den Weg zueinander finden wollten. Beschränkte sich das Sperrgebiet bis vor einigen Monaten noch auf die Orte Aue, Johanngeorgenstadt, Eibenstock und Annaberg, so greift die sowjetstaatliche Schürfgesellschaft Wismut jetzt über die Grenzen des Erzgebirges hinaus. Im Norden werden die unterirdischen Stollen bis hart an die Stadtgrenzen von Chemnitz, Zwickau und Plauen getrieben. Alkohol und leichte Mädchen Bei diesem Run nach Uran entdeckte man nebenbei auch einige Blei-, Silberund Goldadern. Eine GoldsucherHongkong.(Reuter) Der Vietminh-Führer Ho tschi Minh hat der französischen Krankenschwester Geneviève de Gallard in einem Schreiben mitgeteilt, daß sie frei ist, sobald der Abtransport der Verwundeten aus Dien Bien Phu beendet ist. Der Schwester war die Freilassung bereits vor einigen Tagen angeboten worden. Sie hatte sich jedoch entschlossen, bis zur Beendigung des Abtransports der Verwundeten in Dien Bien Phu zu bleiben. Der Vietminh-Sender behauptet, Schwester Geneviève habe Ho tschi Minh vor einigen Tagen zum Geburtstag gratuliert und in ihrem Brief die Hoffnung ausgesprochen, daß„unsere beiden Länder sobald wie möglich freundliche Beziehungen zueinander in einer Welt aufnehmen, Berlin(epd). Die Schule in der Sowjetzone sei nunmehr auch rechtlich und gesetzlich eine Bekenntnisschule der marxistischen Weltanschauung geworden, heißt es in einem Bericht, den der Ständige Erziehungsausschuß der Berlin-Brandenburgischen Provinzialsynode auf der Tagung in Spandau vorlegte. Der Bericht weist nach, daß die nach dem 10. Juni 1953 zunächst eingetretenen Erleichterungen wieder fallengelassen worden seien. Aufgrund der letzten Gesetze und Verfügungen des Volksbildungsministeriums der Sowjetzone, muß jeder Lehrer ein Funktionär der SED sein. Auch von den Schülern werde eine klare Parteinahme und Parteilichkeit im Sinne der SED gefordert. Die FDJ habe bei Versetzungen und Zulassungen zu Prüfungen ein ausschlaggebendes Wort mitzusprechen. Sämtliche Prüfungen hätten das Ziel, die Schüler auf ihre Eignung als Aktivisten zu prüfen. Angesichts dieser Entwicklung richtet der Erziehungsausschuß an die Kirchenleitung und an die Synode die Frage, ob diese Schule der marxistischen Weltanschauung noch in der Lage sei, Nachwuchs für kirchliche Berufe zu erziehen, oder ob es nicht an der Zeit sei, in größerem Umfang als bisher kirchliche Proseminare einzurichten, in denen der Nachwuchs für die verschiedenen kirchlichen Berufe herangebildet werden kann. Ebenso müsse man fragen, ob die Zulassung zum Studium der Theologie noch von der Reifeprüfung einer so ausgerichteten staatlichen atmosphäre liegt über dem gesamten Gebiet. Zweifelhafte Vergnügungs-Etablissements schießen aus dem Boden. Leichte Mädchen überschwemmen das Land, und König Alkohol schwingt sein Zepter. Die einst sauberen Bahnhöfe sind verschmutzt. Bahnsperren existieren nicht mehr. Jeder kann vom Zug aus über die Schienenanlagen in alle Richtungen gehen. Das ist ein Zugeständnis an den„Herrscher“ dieses Gebietes, den Uranarbeiter. Er kann sich, wenn er sein Soll erfüllt oder sogar überfüllt hat, so ziemlich alles in der es keinen Krieg mehr gibt“. Schwester Geneviève habe außerdem ihrer Freude über Ho tschi Minhs Entscheidung, sie nach Frankreich zurückkehren zu lassen, Ausdruck gegeben. Frau de Castries fliegt nach Paris Die Frau des ehemaligen Kommandanten Dien Bien Phus, General de Castries, wird sich morgen auf dem Luftwege von Indochina nach Paris begeben. Sie will dort, wie sie sagte, Ministerpräsident Laniel über die wirkliche Lage in Indochina unterrichten. Sie wolle die französische Regierung über alle Mitteilungen ihres Mannes informieren, die dieser ihr während des Kampfes um die Festung täglich telefonisch habe zukommen lassen. Oberschule abhängig gemacht werden dürfe. Auf dem Gebiet der Christenlehre hat der Erziehungsausschuß erneut zahlreiche Behinderungen, vor allem in den Oberschulen, festgestellt. Aus den verschiedensten Gründen werde den Katecheten das Betreten der Schulen verboten. Die Bundesregierung soll nach einer vom Bundesrat befürworteten Generalklausel auf Antrag des Wirtschaftsministers dann einen Vertrag erlauben können, wenn sie der Ansicht ist, daß ausnanmsweise die Beschränkung des Wettbewerbs zur Wahrung eines besonderen öffentlichen Interesses unerläßlich ist. Der Regierung wurde außerdem empfohlen, das Gesetz durch Maßnahmen zum Schutz des Leistungswettbewerbs zu ergänzen oder ein entsprechendes neues Gesetz einzubringen. Das Kartellgesetz jetzt an den Bundestag Im zweiten Durchgang des Bundeshaushalts für das Rechnungsjahr 1954 verzichherausnehmen. Er braucht weder der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft anzugehören noch über die neuesten Molotow-Vorschläge zu diskutieren. „Wenn schnell roboti, dann guter Mann.“ Und arbeiten können und müssen sie. Unter den primitivsten Bedingungen vollbringen sie unvorstellbare Leistungen. Sie besitzen weder Schutzanzüge gegen die Radium-Ausstrahlungen noch haben sie genügend Holzmaterial, um die vorgetriebenen Stollen einigermaßen abstützen zu können. Todesopfer durch Einbrüche oder Steinschlag sind an der Tagesordnung. Seit Jahren in Baracken Monatseinkommen von 3000 bis 4000 Östmark sind keine Seltenheit. Was sollen sie aber mit dem vielen Geld anfangen? Die meisten von ihnen sind junge Menschen, die schon jahrelang in Baracken leben. Seit Beginn des„Neuen Kurses“ können sie sich in einem HO-Geschäft ein Motorrad für 6000 Mark, einen Fotoapparat für 500 Mark und ein Radio für 700 Mark kaufen. Doch dann ist ihr Bedarf gedeckt. Das andere Geld geht drauf für Alkohol und Mädchen, Selbst Familienväter, die sich auf ein Jahr verpflichteten und sich fest vornahmen, eisern zu sparen, kommen oit onne einen Pfennig zurück. Madrid.(Korr.) Als Erwiderung auf Churchills Unterhauserklärung vom Donnerstag, er habe Gibraltar während des Krieges niemals den Spaniern versprochen, veröffentlichte das spanische Außenministerium gestern sechs Dokumente, die nach spanischer Auffassung das Gegenteil beweisen. Das erste Dokument ist ein Schreiben Churchills an Eden vom 26. Juni 1940. Das zweite ein Telegramm des damaligen spanischen Botschafters in London, Herzog von Alba, über eine Unterhaltung mit dem britischen parlamentarischen Staatssekretär im Juli 1940. Das dritte ist ein Telegramm Albas vom 14. September 1940 über eine Äußerung des britischen Kolonialministers, daß Spanien nach seiner persönlichen Meinung nicht nur Gibraltar, sondern auch FranzösischMarokko als Preis für seine Neutralität erhalten sollte. Das vierte Dokument tete der Bundesrat darauf, den Vermittlungsausschuß anzurufen. Er betonte jedoch, dies könne nicht als Zustimmung dazu angesehen werden, daß der Bundesanteil an der Einkommen- und Körperschaftssteuer auf 42 Prozent festgelegt werden soll. Dem Regierungsentwurf für ein Wohnungsbau- und Familienheimgesetz stimmte die Ländervertretung nur teilweise zu. Sie behielt sich eine Stellungnahme zu wichtigen Bestimmungen der Novelle für den zweiten Durchgang vor und machte eine Reihe von Abänderungsvorschlägen. Besonders die Frage, ob im sozialen Wohnungsbau die Richtsatzmieten durch Kostenmieten ersetzt werden sollen, SPD gegen Saar-Kompromiß Straßburg(Korr.). Der Vorsitzende der SPD. Ollenhauer, erklärte gestern in Straßburg, für die SPD sei jede wie immer geartete Regelung der Saarfrage auf der Basis des Naters-Planes unakzeptabel, da auch die Verwirklichung eines modifizierten Planes die Abtrennung des Saargebietes von Deutschland zur Folge haben würde. In Kreisen der SPD wird zu dem Ergebnis der Saarverhandlungen weiter erklärt, daß es oftenbar übertrieben sei, von einer Einigung über die Grundsatzerklärung zu sprechen, wenn nichts weiter geschehen sei, als daß den Kabinetten ein Verhandlungsprotokoll zur Kenntnisnahme überreicht werde. Nach den bisherigen Meldungen über den Inhalt der Saargespräche solle offenbar nach wie vor so verfahren werden, daß das Saargebiet einseitig europäisiert und daß von der Bundesrepublik zudem noch ein freiwilliger Verzicht auf die Saar verlangt werde. Die Formulierung, daß mit dem Fortschreiten der wirtschaftlichen Integration die Bundesrepublik etappenweise ähnliche wirtschaftliche Regelungen mit dem Saargebiet treffen dürfe wie Frankreich, sei so dehnbar, daß sie als wertlos bezeichnet werden könne. Auch der FDP-Vorsitzende Dr. Dehler erklärte zu den Straßburger Saargesprächen, daß seine Partei nicht bereit sei, die Saar zu opfern. Sie erkenne die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs an. Materielle Opfer seien möglich, nationale Opfer aber ausgeschlossen, da es keine französischen nationalen Interessen an der Saar gebe. Bundesrat billigt Kartellgesetz Für Verbotsgesetzgebung mit Ausnahmen— Schutz des Wettbewerbs gefordert Bonn.(dpa) Der Bundesrat nahm gestern den Kartellgesetzenwurf der Bundesregierung mit zahlreichen Änderungsvorschlägen an. Er sprach sich damit für die im Regierungsentwurf vorgesehene Verbotsgesetzgebung und gegen die von seinem Wirtschaftsausschuß vorgeschlagene Mißbrauchgesetzgebung aus. Rückgabe Gibraltars wurde versprochen Spanien veröffentlicht Dokumente—„Erster Platz im Mittelmeer“ zitiert Churchill in einer Geheimsitzung des Unterhauses am 9. Oktober 1940. Churchill soll bei dieser Gelegenheit versprochen haben, daß Spanien Großmacht des Mittelmeeres werden solle. Der britische Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare, teilte diese Rede noch 1940 dem spanischen Außenminister mit. Das fünfte Dokument ist ein Bericht Albas vom 2. Oktober 1941 über ein Essen mit Churchill, wobei der britische Premierminister versprochen habe, daß Spanien nach dem Krieg auf Kosten Frankreichs und Italiens den ersten Platz im Mittelmeer erhalten solle. Das letzte Dokument zitiert eine Erklärung Churchills vom 26. November 1942 gegenüber Alba. In dieser Erklärung soll Churchill das Versprechen auf Rückgabe Gibraltars an Spanien wiederholt haben. muß nach Ansicht des Bundesrats noch eingehend geprüft werden. „Leiter einer Mördergruppe“ Washington(INS). Der„ehemalige sowjetische Geheimagent Chochlow sagte gestern in Washington, der frühere Sowjetbotschafter in den Vereinigten Staaten. Panjuschkin, sei der Leiter einer„besonderen Mörder- und Sabotagegruppe“ gewesen. Panjuschkin war von 1947 bis 1952 Sowjetbotschafter in Washington. Bundespräsident Heuß und Bundeskanzler Dr. Adenauer empfingen gestern den spanischen Landwirtschaftsminister Cavestany. Ho tschi Minh an Schwester Geneviève Nochmaliges Angebot der sofortigen Freilassung „Bekenntnisschule des Marxismus“ Neue Behinderung kirchlicher Arbeit in der Sowjetzone Roman von Curt Maronde COPYRIGHT MUNCHNER ROMAN-VERLAG 50000000000 42. Als man Turi verhaftet hat, bin ich gleich in Ihr Hotel gestürzt, Fred. Niemand wußte, wo Sie waren. Aber im Büro des American Expreß hatten Sie sich erkundigt, wie man am besten den Vesuv besteigt...“ „Turi?“ rief ich,„verhaftet hat man ihn?“ „Ja, denken Sie sich, von meiner Seite weg.“ Die Erregung über das Erlebte klang aus ihrer Stimme.„Wir kamen aus der Middleton-Bar. Zwei Männer in Zivil waren plötzlich neben uns. Kriminalbeamte, ihr Wagen hielt an der Ecke. Ebenso plötzlich waren zwei Carabinieri da. Ich machte eine Szene, sie blieb wirkungslos.“ „Das ist mir unbegreiflich.“ „Man bugsierte Turi in den Wagen. Ich wollte unbedingt mitfahren, doch davon wollten sie nichts wissen, ich war einfach Luft für sie.“ „Ja, es sind unhöfliche Brüder.“ „Jetzt bin ich hier und bitte Sie einmal um Rat, Fred. Was kann man für Turi tun? Was meinen Sie?“ Ich zuckte die Achseln.„Ja, was kann man für ihn tun? Nicht viel, fürchte ich. Er ist vom Dienst weggeblieben, man könnte es auch Desertieren nennen, und nun hat man ihn geschnappt. Er hat das ja wirklich herausgefordert.“ Vilma fröstelte. Sie schloß den weiten Mantelkragen enger um den Hals. „Hier oben ist es elend kalt, Fred. Fahren wir schnell hinunter.“ Wir kletterten in die Taxe. Vilma sah in ihrer Ecke wie ein Häufchen Reue und Ratlosigkeit aus.„Wenn ihm nun was passiert“, sagte sie leise, „dann bin ich schuld. Ganz gewiß bin ich schuld.“ „Unsinn, Vilma. Das muß Tur., nun selbst ausbaden. Er mußte diese Möglichkeit einkalkulieren. War es nicht Ihr Wunsch, ihn endlich los zu sein? Ging er Ihnen nicht mächtig auf die Nerven?“ Ihre Stimme klang brüchig und unsicher.„Ja, Fred. Aber jetzt tut er mir schrecklich leid. Wenn sie ihm nun was tun? Wir müssen ihn befreien.“ „Befreien.“ Ich mußte lachen.„Wie Sie sich den Polizeibetrieb vorstellen. Sie haben wohl zu viele Wildwestfilme gesehen.“ „Aber er hat doch nichts Boses getan, Fred. Ich habe Einfluß auf der Questura. Wie schnell war Ihr Ausweisungsbefehl annulliert, erinnern Sie sich?“ „Ich fürchte, die Marine läßt sich von der Questura nicht dreinreden.“ „Wenigstens soll man ihn nett behandeln.“ „Man wird ihn vor ein Militärgericht stellen. Wie nett man ihn dort behandeln wird, ist schwer vorauszusagen.“ Wir ließen die Taxe an der Hauptpost von Neapel halten. Gegenüber liegt die Questura. Die Fahrt kostete ein schônes Stück Geld. Der Fahrer grinste zufrieden. „Danke schön“, sagte er in akzentfreiem Deutsch. Wir fuhren den ganzen Abend herum, von der Questura zum Gefängnis Peggloreale, zum Marine-Kommando, hierhin und dorthin. Wo Turi nun war, erfuhren wir nicht. „Mir kommt eine Idee, Vilma“, sagte ich, als wir die Sache aufgegeben hatten.„Die beiden Herren, die Turi in ihr Auto verfrachteten, waren falsche Polizeibeamte.“ Vilma sah mich mitleidig an, wahrscheinlich zweifelte sie an meinem Verstand. „Was waren sie denn, wenn nicht Polizisten?“ „Sehr einfach. Camorra-Leute zum Beispiel. Irgendein Ehrenhandel, ein Racheakt, das kommt hier täglich vor. Hatten Sie Turi auf Capri nicht mit Pino Alagno zusammen gesehen? Er hat also Verbindung zu gewissen Kreisen..“ Vilma schüttelte den Kopf.„Ich glaube nicht daran. Die Sache war zu echt. Aber ich sehe ein, heute können wir nichts mehr unternehmen. Morgen früh werde ich ganz Neapel auf den Kopf stellen.“ Am nächsten Vormittag, als ich mit den beiden Prokuristen die Post durchging, rief Vilma an. „Nun“, sagte ich,„haben Sie ganz Neapel auf den Kopf gestellt?“ „Ja, denken Sie nur, Fred, ich habe Turi gefunden.“ „Wie haben Sie das angefangen?“ „Können Sie gleich ins Excelsior kommen? Ich erzähle Ihnen alles, und anschließend können wir zusammen essen.“ „Unmöglich, Vilma. Ich habe hier ja eine kleine Nebenbeschäftigung.“ „Wie langweilig, Fred. Also hören Sie zu. Die Polizisten, die Turi verhafteten, waren echt. Keine Camorra, wie sie glaubten. Beim Marine-Kommando hab ich Turi wiedergesehen.“ „Hat man ihn dort nett behandelt?“ fragte ich. „Spotten Sie nicht. Er hat unverschämtes Glück gehabt. Ein anderes Schiff fährt heute nach Sizilien, das nimmt ihn nit.“ „Na also. Keine Rede von Militärgericht, aufhängen und dergleichen.“ „Er war inzwischen befördert worden, er wußte es noch gar nicht. Damit ist es nun aus, die goldenen Streifen sind hin. Und natürlich bin ich wieder schuld. Er hat mich angebrüllt und gräßlich beschimpft. Eine fürchterliche Szene. Ich erkannte ihn nicht wieder.“ „So endete eine große Liebe.“ „Männer sind doch wirklich gemein.“ „Man soll nie verallgemeinern, Vilma.“ „Sie werden sich nun Weihnachten um mich kümmern müssen, Fred. Wollen Sie?“ „Aber Vilma, Sie wissen doch: meine kleine Nebenbeschäftigung.“ „Dann lassen Sie’s bleiben. Ich kündige Ihnen hiermit die Freundschaft. Ich will von Männern nichts mehr wissen.“ Ich warnte vor voreiligen Entschlüssen, bekam aber keine Antwort. Die Leitung war unterbrochen. Vilma hatte eingehängi 20. So wurde es Weihnachten. Wie traurig ist der Heiligabend in Neapel. Keine Weihnachtsbäume hinter erleuchteten, schneeverwehten Fenstern. Keine andächtig zitternden Kinderstimmchen, die alte Weihnachtslieder singen. Keine tanzenden Schneeflocken in den Straßen. Nur der Vesuv hatte sich über Nacht in einen Zuckerhut verwandelt und glich dem Fujijama auf japanischen Tuschzeichnungen. Berkovics kam aus dem IRO-Lager und brachte mir einen bunten Teller: Zimtsterne, Marzipan-Kartoffeln, MandelSpekulatius, Schokoladentrüffel, Haselnußmakronen und Lebkuchen. Ich war gerührt.„Aber Berkovics“, rief ich,„Sie kommen ja als regelrechter Weihnachtsmann. Wo haben Sie das denn alles aufgetrieben?“ Er lachte zufrieden.„Hat meine Rosa organisiert, zum Teil selbst gebacken. Sie sollen sich doch am Weihnachtsabend ein bißchen wie in der Heimat fühlen, Signor Martisen. Und schönen Dank für Ihr Panettone.“ In Neapel ist das traditionelle Weihnachtsgeschenk ein Panettone, ein Kuchenbrot mit Rosinen. Ich hatte Carlo und Berkovics ein Panettone geschickt, und bei mir war eine ganze Fuhre von Panettoni eingetrudelt, darunter eins von Franca. Dr. Lizzani hatte mich eingeladen, den Heiligabend mit ihm und Freunden in Torre del Greco zu verbringen, doch ich war nicht neugierig darauf. Ich wußte, das bedeutete eine ausgedehnte Fresserei, und dann wurde bis zur Mitternachtsmesse Karten gespielt. Aber in den ersten Januartagen traf ich mich mit Lizzani. Er hatte mich angerufen und sehr geheimnisvoll getan. Wir saßen an einem kleinen Blechtisch vor der Osteria an der hohen, aus dem Felsen gemeißelten Küstenstraße nach Positano. Über die niedrige Steinbrüstung leuchteten die gewölbten, weißgetünchten Hausdächer, die Kirchenkuppel, Ölbäume und Weingärten. Die Felsenstraße, eine von Orangen und Zitronen leuchtende Schlucht, war belebt vom Gebimmel der Ziegen und Maulesel, vom Knarren und Achzen hoher Räder und dem gemächlichen Geklapper zahlloser Hufe. Oben auf dem Karren lagerte der Fuhrmann wie eine schläfrige Katze auf Körben voll Mandarinen. Fortsetzung folgt Der alte Fritz konnte das, was wenig Staatsmänner können: er wußte zu schwelgen. Seinen Generalen brannte es manchmal auf der Seele, zu erfahren, wie sich ihr König aus einer Affäre herauszlehen würde. So auch Ziethen.„Was gedenken Eure Majestät jetzt zu tun?“ fragte er in einer verfänglichen Situation. Der alte Fritz schaute ihn groß an. „Kann er schweigen?“ „Wie das Grab“, nickte Ziethen. „Schön“, bagte darauf der alte Fritz. „Ich auch.“ Wie einst im Mai... Froher Nachmittag im Atersheim Olpe. Eine große Freude bereitete unseren Alten am Mittwochnachmittag im Altersheim beim Mutterhaus der armen Franziskanerinnen Paulchen Gramsch mit seinem kleinen Ensemble. Das Programm rief herzliche Erinnerungen an die „gute alte Zeit“ wach und war so recht für unsere Hochbetagten angetan, die hier ihren Lebensabend verbringen. Der Vinzenzverein hatte in anerkennenswerter Weise für die Durchführung einer gemeinsamen Kaffeetafel gesorgt. Die Unterhaltung, die„Paulchen“ in seiner urgelungenen, deftigen Art als Komiker und Imitator bot, bereitete allen größtes Vergnügen. Die Alten hörten ihn gern zu und spendeten, freudig bewegt, lebhaften Applaus. Die beiden Aeltesten des Hauses— eine 88jährige Oma und ein 84jähriger Opa— wurden mit einem Blumenstrauß geehrt. Dem bekannten Humoristen Paulchen Gramsch, ferner Doris Wacker und der Drei-Mann-Kapelle Gummersbach, die sich unentgeltlich für diesen Zweck zur Verfügung stellten, gebührt ganz besonderer Dank. An der wohlgelungenen Veranstaltung nahmen neben den Schwestern auch Vertreter der caritativen Verbände teil. Allen hat dieser fröhliche Nachmittag mit unseren lieben Alten große Freude bereitet. Und das Thema war wirkich gut gewählt: „Wie einst im Mai“. Das verrieten die stillen Freudentränen, die mitunter vergossen wurden, das verrieten auch die frohen Gesichter und die leuchtenden Augen! gegenüber der Schule, insbesondere gegenüber dem Religionslehrer Studienrat Dähn, dem Initiator der religiösen Schülerwoche, und dem Leiter der Woche, Pater Pereira S. J.(Godesberg) für diese Bereicherung und Vertiefung des Lebens unserer heranwachsenden höheren Schuljugend. Auf den vor der Elternschaft gehaltenen Vortrag von Pater Pereira kommen wir noch an anderer Stelle zurück. Die Olper SGV-Abteilung wandert morgen nach Waldenburg. Die Wanderfreunde treffen sich nach der ersten hl Messe gegen 6.30 Uhr am Markt. Die Rückfahrt erfolgt mit der Bundesbahn. Gegen 12 Uhr sind die Teilnehmer wieder in Olpe.— Am nächsten Sonntag, dem 30. Mai, ist Bezirkswanderung nach Meggen(SGV-Blockhütte). Näheres hierzu wird noch bekanntgegeben. Der inzwischen aufgestellte Wanderplan für die Sommermonate Juni, Juli und August 1954 sieht eine Reihe von Morgen- und Abendwanderungen, sowie zwei Tageswanderungen vor. Auf die einzelnen Termine wird rechtzeitig hingewiesen. Der Städt. Kultur-Ausschuß kommt am Dienstag, dem 1. Juni, um 17 Uhr im Sitzungssaale des Rathauses zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Die Termine für den Kulturwinter 1954/55 sollen festgelegt werden. Konzert der Feuerwehr auf dem Schützenplatz. Am 27. Mai— Himmelfahrt und Vatertag— erfreut uns das Musikkorps der Freiw. Feuerwehr mit einem großen Konzert auf dem Schützenplatz mit anschließendem Tanz. Das Konzert beginnt um 15.30 Uhr. Die Wirtschaft liegt in Händen des bewährten Schützenwirtes Carl Melcher. Der Schützenplatz ist zum ersten Fest gestellt. Die gesamte Bevölkerung wird herzlich gebeten, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Die Plaketten für das Olper Seifenkistenrennen sind eingetroffen. Sie zeigen einen Seifenkistenfahrer unter dem Zeichen des Olper Hexenturmes und tragen die Inschrift:„Erstes Olper Seifenkistenrennen 1954“. Wer eine solche Plakette tragen will, kann sich an die Mitglieder des ADAC wenden. Wieder neue Patente im Kreise Olpe Erfindergeist weiterhin lebendig- Sieben Patentverleihungen Olper Stadtspiegel Wanderung der SGV-Jugend. Morgen unternimmt die SGV-Jugend Olpe eine Gemeinschaftswanderung mit der SGVJugend Ferndorf nach Müsen im Siegerland. Treffpunkt bei guter Witterung un 7 Uhr auf der Fohrt. Mitzubringen ist Marschverpflegung, Eßgeschirr und gute Laune. Rückfahrt erfolgt 19.30 Uhr mit dem Omnibus ab Kreuztal. Das Gnadenlicht, das vermittels einer Lichtstafette von Lourdes durch ganz Europa getragen wird, wird von der katholischen Jungschar des Dekanates Olpe am morgigen Sonntag um 15 Uhr in Listernohl abgeholt. Die Fahrradstafette übergibt das Licht in Rhode einer Läuferstafette, die es zur Olper Pfarrkirche bringt und von da weiter nach Drolshagen, Wenden usw. Im gegenwärtigen Marianischen Jahre kommt dieser religiösen Bekundung europäischer Zusammengehörigkeit im Geiste des Christentums besondere Bedeutung zu. Industriegewerkschaft Metall, Ortsgruppe Olpe. Für die invaliden Mitglieder der Industriegewerkschaft Metall findet am Montag, dem 24. Mai, um 10 Uhr eine Versammlung statt. Vor der Versammlung und im Anschluß daran werden die Invalidenunterstützungen ausgezahlt. Die alten Kollegen werden gebeten, vollzählig teilzunehmen. Stark besucht waren die Vorträge für die Elternschaft im Rahmen der religiösen Schülerwoche des Städt. Gymnasiums Man bemerkte hierbei, daß die Eltern regsten Anteil nehmen an der geistigen und religiösen Betreuung ihrer Kinder, die das Gymnasium besuchen. Zum Ausdruck kam auch die große Dankbarkeit Kreis Olpe. In fast regelmäßigen Zeitabständen kann von neuen Erfindungen in unserem Heimatkreise berichtet werden. Diese Tatsache ist überaus erfreulich und läßt auf den weiterhin hier sehr lebendigen und auch erfolgreichen Erfindergeist schließen. Für die Monate März und April 1954 liegen weitere Patentverleihungen an Firmen im Kreise Olpe vor. Vom Patentamt wurden folgende sieben Patentverleihungen vorgenommen: Nr. 909 531, elktrohydraulischer Verstellantrieb, Erfinder: Dr. Ing. Otto Grebe, Olpe, Inhaber: EMG Wendenerhütte. Nr. 909 961, Endlagenschaltung für Fernverstellantriebe: Erfinder: Dipl.-Ing. Walter Sussebach, Gerlingen, Inhaber: AEG, Berlin-Grunewald. Nr. 912 480, Einrichtung zum Einstellen kleinster Geschwindigkeiten oder kleinster Verstellwege für Antriebe mit Drehstrommotoren, Erfinder: Dr. Ing. Otto Grebe, Olpe. und Dipl.-Ing. Walter Sussebach, Gerlingen, Inhaber: EMG Wendenerhütte. Nr. 912 237, Anordnung zur Fernsteuerung mehrerer Verstellgegenstände durch einen gemeinsamen Geber, Erfinder: Dipl.Ing. Walter Sussebach, Gerlingen, Dr. Ing. Otto Grebe, Olpe, und Max Scheichert. Inhaber: AEG BerlinGrunewald. Nr. 911 753, Vorrichtung zur Ablenkung eines magnetisierten Flüssigkeitsstrahls, Erfinder: Dr. Ing. Otto Grebe, Olpe, Inhaber: EMG Wendenerhütte. Nr. 913043, Vorrichtung zum Doppeln von Blechen, Erfinder: Bernhard Stuff, Heggen, Inhaber: Mannesmann-Hüttenwerk A.-G., Duisburg. Nr. 912515, Schweröl-Brennkraftmaschine mit seitlich neben dem Arbeitszylinder stehend angeordneten Ventilen. Erfinder: Fritz Beller, Kassel, Inhaber: Heinrich Josef Becker, Olpe, Dr. Ing. Erwin Ades, Kassel, Fritz Beller, Kassel, und Otto Brandenburger, Derschlag. de, dann den Rhein entlang über Remagen nach Neuenahr und zur„Bunten Kuh“, einem bekannten Ausflugsziel, wo man herrliche Stunden erlebte. Davon zeugt auch ein Kartengruß an das„S. V.“ mit allerlei ulkigen Anmerkungen. Die „Bunte Kuh“ hatte es in sich und die Schleusen der guten Laune waren ganz aufgedreht, als man anschließend Maischoß, den größten Weinkeller an der Ahr, besuchte. In Altenahr wurde zu Abend gegessen und getanzt. Ueber Much ging es dann wieder zurück nach Olpe.„Wir hatten keinen Tropfen Regen, aber um so mehr wohlschmeckende Tropfen, die wir uns auf dieser köstlichen Fahrt einverleiben konnten. Und alle waren sehr fröhlich“, berichteten uns einige Fahrtteilnehmer. Noch heute erzählt man sich von der wohlgelungenen Fahrt und bedaucrt es, daß nicht alle mit dabei sein konnten! Das nächste Mal werden es wieder andere sein, und so soll keiner in dieser humorvollen, geselligen Gemeinschaft zu kurz kommen! Schützenfest am 29./30. Mai Thieringhausen. Am 29. und 30. Mai feiert der Schützenverein St. Hubertus der Schulgemeinde Thieringhausen in althergebrachter Weise sein diesjähriges Schützenfest. Die Musik wird von der Musikkapelle Frenkhausen unter der bewährten Stabführung von Obermusikmeister a. D. Fritz Simon ausgeführt. Die Festwirtschaft übernimmt Emil Valpertz, Iseringhausen. Die gute Ova! machen hien beide Reklame fur die gute Ova! Freundschaftssingen in Listernohl Anläßlich des 50jährigen Bestehens des MGV„Liederkranz“ Listernohl. Der MGV„Liederkranz“ kann auf eine 50jährige Tätigkeit im Dienst des deutschen Liedes zurückblikken. Aus dissem Anlaß soll in Kürze ein großes Freundschafssingen veranstaltet werden. Bereits im Jahre 1897 setzten sich Bürger des damaligen noch kleinen Dörfleins Listernohl zusammen und gründeten eine lose Vereinigung mit dem Namen„Quartett Listernohl“. Erster Dirigent war Lehrer Karl Hußing. Noch heute leben von den Gründern Karl Wurm (Maiwormshammer) und Franz Wurm (Repe). Die spätere musikalische Leitung des Vereins übernahmen Wilh. Hennemann(nachmals Bürgermeister von Attendorn), Pet. Hüttemann(nachmals RekKraftverkehr im Sommerfahrplan Einige Aenderungen- Gültig vom 23. Mai bis 2. Öktober 1954 Die„Chaussee" flog aus Fröhliche Fahrt an Rhein und Ahr Olpe. Wie schon kurz berichtet, hatte sich die„Nachbarschaft“ der mittleren „Chaussee“(Westfälische Straße) wieder einmal etwas vorgenommen, und zwar eine Frühlingsfahrt an den Rhein und ins schöne Ahrtal. Die Fahrt ging am vergangenen Dienstag flott und stimmungsvoll vonstatten. Nicht alle konnten „abkommen“. Immerhin waren 23 Mitbewohner der genannten Straße mit von der Partie! Die Fahrt ging zunächst nach Bonn, wo das Bundeshaus besichtigt wur„Wir sitzen so fröhlich zusammen. Olper Frauenjahrgang 1904 feierte das Fünfzigjährige Kreis Olpe. Die Kraftverkehr Olpe A.-G. gibt gleichzeitig mit der Deutschen Bundesbahn und der Kraftpost am Sonntag, dem 23. Mai, ihren Sommerfahrplan heraus. Im großen und ganzen sind die Pläne des Winter-Halbjahres bestehen geblieben Aenderungen sind folgende eingetreten: An den Werktagen Werktags fährt der bisherige Omnibus 18.20 Uhr ab Olpe in Richtung Drolshagen—Meinerzhagen und in Richtung Drolshagen—Herpel jetzt schon um 18.08 Uhr ab Olpe, Kölner Hof. Außerdem fahren noch früher: Olpe, Wenden, Kreuztal bisher 7.55 Uhr, jetzt 7.51 Uhr: Olpe, Bilstein, Grevenbrück bisher 13.10 Uhr, jetzt 13.00 Uhr; Olpe, Attendorn, Finnentrop, Altenhundem bisher 18.35 Uhr, jetzt 18.25 Uhr; Altenhundem, Finnentrop, Attendorn, Olpe bisher 5.10 Uhr, jetzt 5.05 Uhr; Altenhundem. Finnentrop, Attendorn bisher 5.25 Uhr. jetzt 5.22 Uhr; Altenhundem, Welschen Ennst, Olpe bisher 17.20 Uhr, jetzt 17.10 Uhr. sowie bisher 6.45 Uhr, jetzt 6.43 Uhr. besteht. Dadurch ist jetzt sonntags eine Verbindung 13.05 Uhr ab Altenhundem über Finnentrop, Attendorn, Listernonl, Viadukt nach Meinerzhagen gegeben, wo der Wagen um 15.34 Uhr eintrifft. Der Wagen von Olpe über Wegeringhausen, Schreibershof, Viadukt nach Meinerzhagen fährt auch sonntags um 18.08 Uhr ab Olpe und nicht wie bisher um 18.20 Uhr. Dafür ist der Plan 17.20 Uhr ab Kreuztal nach Olpe auf 17.15 Uhr werktags sowie sonntags vorverlegt worden. Der Wagen Olpe. Wenden, Kreuztal um 15.12 Uhr ab Olpe ist ausgefallen und fährt jetzt erst um 16.05 Uhr, und von Kreuztal um 17.15 Uhr zurück. Der Wagen(Kinowagen) 22.20 Uhr ab Olpe fährt jetzt über Gerlingen, Wenden nach Hünsborn und von dort um 22.53 Uhr über Rothemühle, Gerlinger Mühle zurück. Der Wagen Olpe, Bilstein, Grevenbrück, Altenhundem fährt auch jetzt wie werktags schon um 13.00 Uhr ab Olpe und nicht um 13.10 Uhr. Die Aenderungen haben sich größtenteils dadurch ergeben, daß die Hauptanschlüsse der Deutschen Bundesbahn in den Orten Kreuztal, Finnentrop, Grevenbrück. Altenhundem und Meinerzhagen errreicht werden können. tor in Olpe) und Anton Wippermann, Lehrer in Klinke. Am 1. April 1902 kam Lehrer Hch. Voß nach Kinke. Bereits in der ersten Woche seines Hierseins wurde er für die Leitung des Quartetts gewonnen. Im Winter 1903 bis 1904 gab sich der Verein in der Generalversammlung ein Statut und führte fortan den Narnen: „Männergesangverein Liederkranz Listernohl“. Somit ist das Jahr 1904 a Gründungsjahr des heutigen MGV„Liederkranz“ anzusehen. Gleichzeitig wurde eine Fahne angeschafft. Ein großer Tag in der Geschichte des MGV„Liederkranz“ war die Feier seines silbernen Jubiläums. An diesem Tage wurde ein Gesangwettstreit ausgetragen, an dem sich 28 Gesangvereine des Kreises Olpe mit rund 800 Sängern beteiligten. Landrat Dr. Freusperg hielt die Festansprach und überreichte dem MGV„Liederkranz“ eine Silbermedaille mit Widmung. Nachdem Hauptlehrer Voß nach fast 25jähriger erfolgreicher Dirigententätigkeit sein Amt niederlegte, übernahm Chorleiter Franz Schulte aus Plettenberg die musikalische Leitung. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde zunächst Lehrer Wörenkämper aus Dumicke als Chorleiter gewählt. Am 1. Januar 1949 übernahm Joh. Schmidt aus Attendorn, den Dirigentenstab, den er auch heute noch mit sichtbarem Erfolg inne hat. Anläßlich seines 50jährigen Ortsjubiläums wurde im Jahre 1952 der frühere, langjährige Chorleiter des Vereins, Hauptlehrer i. R. Hch. VoB, zum Ehrendirigenten ernannt. Den Vorsitz des Vereins führten Jos. Lütticke und Alois Müller. Zur Zeit ist Franz Poppe Vorsitzender. Der MGV„Liederkranz“ hielt mit den Gesangvereinen der näheren und weiteren Umgebung stets gute Beziehungen. Er wirkte bei vielen Sängerfesten, Freundschaftssingen. Wertungssingen und Wettstreiten mit. Von seinem Können und seiner Einstellung zum deutschen Lied zeugen die vielen ansehnlichen Preise und Pokale, die errungen wurden. Mit berechtigem Stolz kann der Verein auf die vergangenen Jahre zurückblicken Silberhochzeit des Kreishandwerksmeisters Zugleich Geschäftsjubiläum von Bäckermeister Karl Huppertz Olpe. Die Frauen des Jahrgangs 04 bewiesen am vergangenen Donnerstag, daß sie in nichts ihren männlichen Kollegen dieses Jahrgangs nachstehen. Zum mindestens nicht in der Art und Weise, wie man das 50jährige Jubiläum begeht! Auch von auswärts hatten sich Teilnehmerinnen dieses Olper Jahrgangs eingefunden. Selbstverständlich hatte man auch die frühere Lehrerin Frl. Weber miteingeladen, der man vor Jahren einmal in der Schule brav folgen mußte. Gemeinsame Erinnerungen beherrschten das Wiedersehen des weiblichen Jahrgangs 1904 in den Mauern der Kreisstadt. Um 8 Uhr morgens war Gottesdienst in der Pfarrkirche. Danach trafen sich die Frauen im Café Gastreich in der Frankfurter Straße zum gemeinsamen Kaffeetrinken, das sehr angeregt verlief. Weil aber viele Frauen häusliche Verpflichtungen haben, das fröhliche Beisammensein gegen s unterbrochen werden. Nach dem Mittagessen setzte man dann die gemeinsame Veranstaltung fort. Um 14 Uhr fuhren die Frauen mit dem Bus hinauf zur Griesemert, wo im Gasthof Albus dicke„Schinkenbutters“ und schmackhafte Waffeln verzehrt wurden. Die Unterhaltung war so lebhaft, wie sie unter Evastöchtern sein kann! Für die erforderlichen lustigen Einfälle sorgte besonders Langemanns Agnes die mit ihrem prächtigen Humor das Feld beherrschte und alle Kameradinnen ansteckte. Die fröhliche Laune hielt vor, bis man wieder aufbrach, um nach Olpe ins Hotel„Zum Schwanen“ zurückzukehren, wo das Abendbrot eingenommen wurde. Besonders reizvoll war hier die lustige Polonaise mit Fahne und Königin. Den ganzen Tag über wurden Lieder gesungen:„Wir sitzen so fröhlich zusammen“ und anderes mehr! Die Herzen weiteten sich und das Gefühl einer besonderen Zusammengehörigkeit erfüllte alle! Ihre Ferienreise durch TOUROPA- SCHARNOW- HUMMEL DFG-HAPAG- LLOVD Anmeldung bei Reisebüre Sauerland Olpe, Bahnhofstraße 7- Fermui 9808 So vergaß man einmal die Alltagssorgen und stürzte sich„mitten hinein ins Vergnügen“, das für unsere Frauen nichts anderes als eine schöne und übrigens auch wohlverdiente Ausspannung bedeutete. Alle Teilnehmerinnen werden gern an diesen wohlgelungenen Tag der 50er zurückdenken. Sie sind— mit voller Berechtigung— stolz darauf, daß sie es verstanden haben, ein unvergeßliches Fest nach ihrer Weise im trauten Verein der Jahrgangsangehörigen zu feiern! Auf der Strecke Altenhundem, Oberhundem haben sich folgende Aenderungen ergeben: Bisher 5.20, jetzt 5.15 Uhr; bisher 6.25, jetzt 6.20 Uhr; bisher 13.45, jetzt 13.22 Uhr; bisher 15.15, jetzt 15.10 Uhr; bisher 18.33, jetzt 18.05 Uhr; außerdem ist jetzt noch ein Omnibus um 19 05 Uhr ab Altenhundem eingelegt worden. Von Meinerzhagen nach Schreibershof ist der Wa17.55 Uhr ausgefallen, dafür fährt jetzt bereits schon der Wagen um 17.45 Uhr ab Meinerzhagen und außerdem noch einer um 18.31 Uhr. Von Attendorn nach Meinerzhagen ist der Wagen 15.50 Uhr ausgefallen, dafür fahren jetzt zwei Wagen, und zwar um 14.20 Uhr und 16.20 Uhr ab Attendorn, außerdem um 18.25 Uhr von Attendorn bis Viadukt und um 19.14 Uhr ab Viadukt nach Attendorn zurück, welcher am Viadukt Anschluß von Meinerzhagen hat. Außerdem fahren werktags noch einige Omnibusse einige Minuten spärer. An den Sonntagen Sonntags fährt jetzt zusätzlich noch ein Omnibus um 17.45 Uhr von Meinerzhagen, Hunswinkel, Viadukt, Wegeringhausen nach Olpe und um 22.20 Uhr ab Olpe bis Herpe zurück. Außerdem besteht an den Omnibus 13.20 Uhr ab Meinerzhagen nach Olpe am Viadukt um 14.15 Uhr Anschluß nach Listernohl und fährt von dort um 14.35 Uhr zurück, so daß am Viadukt um 14.53 Uhr Anschluß nach Meinerzhagen Rhode. Kreishandwerksmeister Karl Huppertz kann heute mit seiner Gattin Hulda geb. Neu im Kreise seiner Familie das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Das Ehepaar erfreut sich einer guten Gesundheit und allgemeiner Beliebtheit. Am gleichen Tage begeht der Jubilar, der von Beruf Bäckermeister ist, das 60jährige Bestehen seines Geschäftes. Dieses doppelte Jubiläum in der Familie Huppertz findet die freudige Antellnahme der gesamten Bevölkerung, nicht nur in der Gemeinde Rhode, sondern darüber hinaus auch im Kreise Olpe, denn Kreishandwerksmeister Huppertz ist allenthalben geschätzt und geachtet. Er ist weit über die Grenzen unseres Heimatkreises hinaus bekannt. Infolge seines lauteren Charakters und wegen seiner nunmehr 20jährigen erfolgreichen Organisationsarbeit im Interesse des gesamten Handwerks fühlt man sich dem derzeitigen Kreishandwerksmeister eng verbunden und möchte hoffen, daß er noch recht lange sein verantwortungsvolles Amt zum Segen des Handwerks, insbesondere auch zur Förderung des handwerklichen Berufsnachwuchses ausüben kann. Der Jubilar war lange Jahre Obermeister der Bäckerinnung Olpe; seit 1950 hat er das Amt des Kreishandwerksmeisters inne. Der umsichtigen Führung des Kreishandwerksmeister hat sich das heimische Handwerk gern anvertraut, und es konnte in den zurückliegenden Jahren immer wieder festgestellt werden, daß er es in der denkbar besten Weise betreut. Sowohl bei ernsten internen Beratungen, als auch bei öffentlichen Anlässen, bei Festveranstaltungen, Jubiläumsfeiern usw. tritt diese umsichtige Führung durch den Kreishandwerksmeister deutlich in Erscheinung. Dafür gelten dem Jubilar am heutigen Tage ganz besonderer Dank und ganz besondere Anerkennung. Zur silbernen Hochzeit und zum Geschäftsjubiläum auch unsere besten Glück- und Segenwünsche. Versammlung der DZP Welschen Ennest. Der Vorstand der Kreiszentrumspartei Olpe teilt mit, daß am Sonntag hier um 20.30 Uhr im Gasthof Höfer eine Wahlversammlung stattfindet Parteifreunde und Interessenten sind dazu herzlich eingeladen. Sollgwood UND DAS FERNSEHEN) Spielfilme mußten in den Hintergrund treten-„Kleinvieh macht auch Mist“ Hollywonu.— Noch vor einem Jahr betrachtete der Film das Fernsehen als seinen schärfsten Konkurrenten Er wollte ihn mit allen Mitteln niederkämpfen. Der Feldzug endete jedoch mit einer empfindlichen Schlappe für die Filmgewaltigen. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich umzustellen und den Konkurrenten zu ihrem Verbündeten zu machen. Heute dreht Hollywood mehr Fernseh- als Spielfilme und bestreitet damit 80 Prozent der Fernsehprogramme. Die Unterwerfung führte zu einer erheblichen Umstellung der technischen und der Produktionsmethoden. Während ein Spielfilm von einer Stunde Laufdauer eine Million Dollar auffrißt, darf der Fernsehfilm von einer halben Stunde Laufzeit nicht mehr als 15 000 Dollar kosten. Seitdem sich erwiesen hat, daß„Kleinvieh auch Mist“ macht, dreht der Produzent Jerry Fairbanks an die 50 Fernsehfilme im Monat. In den Studios der Sender nimmt man ihm alles ab, denn Filme sind billiger als Direktsendungen. Teilweise ein Millionengeschäft Fairbanks kann so billig produzieren, weil er die Aufnahmetechnik radikal umgestellt hat. Er läßt drei Kameras in verschiedenem Abstand und aus verschiedenem Winkel arbeiten. Ihre Aufnahmen werden dann zu einem Film vereinigt, der binnen zwei Tagen gedreht sein muß. Die Kosten kommen zu 75 Prozent durch die Erstaufführungen herein, den Rest erbringen die Reprisen. Über Absatzschwierigkeiten wird man auch in derZukunft nicht zu klagen haben, da es in den USA bereits jetzt 200 Fernsehstationen gibt. In fünf Jahren werden es nach den Berechnungen der Fachleute 1500 sein. Hollywood hat also ein weites Arbeitsfeld vor sich. Fernsehfilme, die vor einem Jahr gelaufen sind, kann man heute schon für 100 Der Filmproduzent Domnick hat den in Hollywood lebenden Regisseur John Brahm eingeladen, bei seinem neuen Film„Straßburger Konzert“ Regie zu führen. Mit Brahm ist der Träger eines berühmten deutschen Theaternamens nach Deutschland zurückgekehrt. Sein Vater war der 1928 verstorbene Hamburger Schauspieler Ludwig Brahm, sein Onkel der berühmte Berliner Theaterleiter und Regisseur Otto Brahm, der Gerhart Hauptmanns erste Bühnenwerke aufführte. Otto Brahm war es auch, der Max Reinhardt in Salzburg entdeckte und als Schauspieler nach Berlin verpflichtete. Otto Brahms Lieblingsneffe machte sich vor der Hitlerzeit in Wien und Berlin einen Namen als Regisseur und ging dann nach Hollywood, wo er eine Anzahl bedeutender Filme schuf, u. a. „Der Dieb von Venedig“,„Der verrückte Magier“ und„Das Wunder von Fatima“. Neue Filme in Geiselgasteig:„Lola Montez“,„Attentat“,„Der Fall Canaris“, „Hoheit lassen bitten“,„Meine kleine Familie“, eine Jochen-Huth-Komödie, ein Vico-Torriani-Film.„Nick Knatterton“,„Wir machen wieder Musik“, Ludwig Thomas'„Moral“ und ein Östermayr-Lustspiel. Fast eine Million mehr Kinobesucher gegenüber dem Jahr 1952 wurden in England im letzten Quartal des vergangenen Jahres gezählt. 305 Millionen Menschen gingen in diesem Zeitraum in England ins Kino. REISENV- kreuz und quer Zwei Frauen allein durch Afrika Kapstadt.— Zwanzigtausend Kilometer legten zwei alleinstehende Frauen bei der Durchquerung des afrikanischen Kontinents im Auto zwischen Tanger und Kaptadt zurück. Die beiden Damen, Frl. Prolessor Dr. Louise Ostberg vom PhysikaliWISSEN SIE.... daß nur 1 v. H. unserer Nahrungsmittel aus dem Meere geholt wird, obwohl mehr als die Hälfte des Erdballs von Wasser bedeckt ist? Im Norden wird verhältnismäßig viel Fisch gegessen, weil die Fischerei hier sehr ergiebig ist. Während ein Fischer in Island durchschnittlich 38 Tonnen Fisch im Jahr fängt, beträgt der Fang seines Kollegen auf Ceylon nicht mehr als eine halbe Tonne im Jahr. Dieser geringe Erfolg hängt u. a. mit dem primitiven Zustand der Geräte zusammen. Bis 1950 war zum Beispiel kein einziges Boot auf Ceylon mit Motor ausgestattet. schen Institut der Universität Neuyork und ihre Reisegefährtin Dr. Dorothy Rogers, Professorin für Psychologie in Neuyork, erklärten in Kapstadt, sie seien langsam der ewigen Frage, ob eine solche Expedition ohne männliche Begleitung nicht sehr gefahrvoll sei, recht überdrüssig. „Die Frage ist doch sehr töricht“, sagte die Psychologin,„eine Frau kann nämlich genau so mit derartigen Schwierigkeiten fertig werden wie ein Mann.“ Am meisten beeindruckt zeigten sich die beiden tatenfrohen Professorinnen von der Sahara.„Wir schliefen im Wagen auf Gummimatratzen oder unter freiem Himmel, und es ergab sich nicht die geringste Störung.“ An wilden Tieren kam ihnen nur ein Flußpferd zu Gesicht, das nachts plötzlich vor dem Kraftwagen stand und sich für die Maschine interessierte. Sonst hätte nur die große Zahl der wilden Kaninchen Eindruck auf sie gemacht. Als bemerkenswerte menschliche Begegnung verzeichnete die amerikanische Physikerin einen Empfang bei einem schwarzen Stammesfürsten in Kamnerun.„Er empfing uns in Anwesenheit seiner 31 Ehefrauen und beschenkte uns mit je einem lebenden Huhn und vier Eiern, die wir jedoch selbst zu kochen hatten. Er war ein reizender Mann.“ Vergnügungsreise in die Arktis Neuyork.— Ein kühles Vergnügen erwartet Touristen, die sich einem neuen amerikanischen Reiseprogramm anschließen. Die Fahrt geht nach Point Barrow, einem öden sturmgepeitschten Tundrastreifen hoch im Norden von Alaska am Rande des arktischen Ozeans. Geboten wird den Reisenden u. a. ein Spaziergang auf dem Packeis, ferner dürfen sie einer Waljagd zusehen. Im Juni und Juli, wenn die Reise unternommen wird, geht in diesen Regionen die Sonne niemals unter. Aber schwitzen werden die Reisenden nicht. Die Durchschnittstemperatur beträgt dort im Juli 4 Grad Celsius. DER OBERPRIMANER „Sie werden entschuldigen, Herr Direktor“, sagte die einfach gekleidete Frau zum Oberstudiendirektor,„wenn ich Sie in einer Sache belästige, die vielleicht... Ich meine. es könnte ja schließlich sein, daß Sie etwas viel Wichtigeres.. „Nein, durchaus nicht!“ sagte der Herr Direktor.„Bitte, nehmen Sie Platz. Meine Sprechstunde steht jedem offen, falls es sich um schulische Belange handelt.“ „Doch, darum handelt es sich schon, Herr Direktor. Ich möchte mich nämlich gerne einmal nach dem Oberprimaner Kaltwasser erkundigen.“ Der Kaltwasser, Albert Kaltwasser? Oh, das ist einer meiner besten Oberprimaner. Ruhig, sehr vernünftig in seinen Ansichten, fleißig, was man bei überdurchschnittlich Begabten selten antrifft, und auch rein menschlich sehr sympathisch, hilfsbereit— cin prächtiger Bursche.— Sie sind wohl seine Mutter, Frau Kaltwasser?“ Nein. Herr Direktor, das nicht!“ wehrte die Frau ab.„Es ist so: Dieser Albert Kultwasser ist der Freund meiner Tochter, und da ist man als Mutter natürlich in Sorge. Ja, und deshalb wollte ich mich einmal bei Ihnen erkundigen, was so ein Oberprimaner eigentlich im Monat verdient.. Dollar erwerben. Damit besteht z. B. für einen Schneidermeister die Möglichkeit, sich einen passenden Film auszusuchen und als Reklame für sich über den Ortssender laufen zu lassen. Mit manchen Fernsehfilmen können aber auch Millionengeschäfte zu machen sein. Die Schau„Ich liebe Lucy“ hat nicht weniger als acht Millionen Dollar eingespielt, in die sich Produzent und Darsteller teilen. Der bekannte Komiker Red Skelton erhielt im neuen Vertrag ein Honorar von 1,5 Millionen Dollar garantiert. Fernsehbrücken oder Filmexport Recht gut ins Geschäft gekommen sind auch die Wochenschauen. In Hollywood gibt es bereits mehrere Firmen, die ausschließlich„News“ für die Fernsehsender drehen, darunter tägliche Dienste bis zu acht Minuten Dauer. Interessant ist, daß sich die große amerikanische Nachrichtenagentur United Press in das Geschäft eingeschaltet hat. Sie stellte zusammen mit der Fox-Produktion eine Organisation auf die Beine, die einen höchst aktuellen Tagesbildbericht garantiert. Zu klären bleibt jetzt die Frage, ob es sich bei der Umstellung von der Direktauf die Filmsendung noch lohnt, Fernsehbrücken über die Grenzen Amerikas oder gar über den Özean zu schlagen. Sie würden eine Reihe von teuren Zwischenstationen notwendig machen, während der Ankauf der Fernsehfilme viel billiger käme, auch wenn man sie in Europa synchronisjeren müßte. Die Erfahrungen von Hollywood dürften auch den Europäern zu denken geben. Clara Mansfeld. MORGENS AUF DER KOPPEL MUTTERSPRACHE Eine Liebesgeschichte' in Belgien Brüssel.— Der Eric-Pommer-Film„Eine Liebesgeschichte“ ist bei seiner Erstaufführung in Belgien von der Filmkritik unterschiedlich beurteilt worden. Der sozialistische„Peuple“ bezeichnet den Film als ein„trotz seiner germanischen Schwere wertvolles Werk“ und hebt besonders die Rolle Hildegard Knefs hervor.„Die Knef beweist erneut, daß sie die größte Schauspielerin des deutschen Films ist.“ Die christliche Antwerpener„Metropole“ lehnt dagegen vor allem den— wie sie schreibt —„Geist des preußischen Militarismus“ ab, der„gefährlicher Sirenengesang sei“. Der flämische„Standard“ hält den Film für „bombastisch-sentimental“. Er könne auch durch das Talent von Hildegard Knef und O. W. Fischer nicht gerettet werden. Berlin.— Dieser Tage sprach in einer Westberliner kaufmännischen Berufsschule der Lehrer zu den 16—18jährigen Schülern und Schülerinnen darüber, daß auch die meisten Lehrherren ein Steckenpferd hätten. Die 40 Schüler schauten ihn verständnislos an.„Wißt ihr etwa nicht, was ein Steckenpferd ist“, fragt der Lehrer. Darauf minutenlanges Schweigen. Endlich ruft ein Mädchen erlöst aus:„Ach, ick weeß! Det is’ een hobby“. Heimatkunde bei den„Preußen“ Berlin.— Vor einer Westberliner Klasse von rund 40 kaufmännischen Berufsschülern und Schülerinnen im Alter von 16—18 Jahren wird in„Heimatkunde“ der S-Bahnhof„Hohenzollerndamm“ erwähnt. „Warum heißt die Station so“, fragt der Lehrer.— Allgemeines Schweigen.—„Wer sind die Hohenzollern“, will nun der Lehrer wissen.— Schweigen.—„Nun, habt ihr noch niemals etwas über die Könige von Preußen gehört?“— Allgemeines Ja.— „Wo ist das Königreich Preußen?“—„In Pommern“, ruft einer. Ein anderer widerspricht:„Nein, in Brandenburg.“— Der Lehrer erklärt es und fragt dann weiter: „Was waren die Könige von Preußen noch?“— Schweigen.— Keiner wußte etwas vom Deutschen Kaiserreich und wann es entstand. Der Krieg von 1870—71 und die Kaiserproklamation zu Versailles waren ganz unbekannt. Nur ein Schüler hatte mal etwas darüber gehört, daß der Gründer des Deutschen Reiches Bismarck hieß. Und angesichts solcher Tatsache kann man in den Zeitungen mitunter noch von „Preußen“ und sogar von Berlin als der „Preußenstadt“ lesen. Preußen gibt es heutzutage anscheinend nur noch in Oberbayern, wo sie unter Naturschutz stehen. Rätselhafte 87er-Regel Ihrem sechsten Zwillingspaar schenkte eine Frau aus der kanadischen Provinz Quebec das Leben. Ihr Fall ist keineswegs einzigartig. 1947 erblickte das siebente Zwillingspaar einer Italienerin das Licht. der Welt, und im Jahre zuvor gebar eine sizilianische Mutter ihr elftes Zwillingspaar. Sobald eine Mutter einmal Zwillinge gehabt hat, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, daß sie weitere Mehrgeburten haben wird. In den Statistiken über solche Geburten spielt die rätselhafte„87er-Regel“ eine Rolle. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß auf 87 einfache Geburten eine Zwillingsgeburt, auf 87 Zwillingsgeburten eine Drillingsgeburt und auf 87 Drillingsgeburten eine Vierlingsgeburt entfällt. Mütter mußten se sein Von Eugen Skasa-Weiß Hustentee und„klingende Datteln“ für prominente Söhne Man muß nämlich wissen, daß die Mütter großer Talente diese für Geschöpfe hielten, die unaufhörlich auf dem Sprung waren, sich zu erkälten, sich zu überarbeiten, sich auf der Reise etwas stehlen zu lassen, ihre Zukunft zu zertrümmern, vom Kinderglauben abtrünnig zu werden und Nebendinge zu treiben. Gewöhnlich hatten sie recht. „Paul, behalte die schöne Kamelhaarweste an, die Frühjahrssonne gibt noch nicht die rechte Wärme“, schreibt die Mutter an den berühmten Sohn de Lagardes, der gerade dabei ist, an den Grundfesten der Welt zu rütteln. In einer Atempause setzt er sich folgsam hin und berichtet:„.. und dann schaffte ich mir ein Flanell-Leibchen an, Unterhosen und Überschuhe, weil das Wetter hier immer naß und kalt ist.“ Die Mutter Hölderlins beispielsweise sendet ihrem titanischen Sohn„anbey ein Wämmesle und 4 Paar strümpf und 1 Paar Hundschuh— ich bitte dich aber, daß du die Wollene Strümpfe auch trägst. Uhlands Mutter fragt, nach einer langen Epistel über den Charakter ihres Ludwig, am Briefende beiläufig:„Eines noch— aus welchen Gründen gehst du nicht mehr zur Kirche und zum Abendmahl?“ Eines noch — hier wird alles vorher Geschriebene unwesentlich, ein banges forschendes Auge blickt über die beiläufig gestellte Frage. Dieser Mutter war himmelangst, bevor sie die Feder nur berührte. Das dringliche:„Ich bitte dich, sieh auf deine Gesundheit“ wiederholt sich in allen Briefen kleiner Mütter an große Söhne ungezählt. Die unglückliche Mutter Lenaus schreibt es, die Mutter Ludwig Büchners, Gottfried Kellers, Anselm Feuerbachs, Hans von Bülows, Liliencrons und Dehmels. „Wenn Du kömmst“, schreibt die Mutter des letzteren in einem PS.,„so wünscht der Vater, daß Du die Studentenmütze nicht trägst, daß er es sieht, er kann selbe nicht leiden. Tue es mir zuliebe und laß sie fort.“ Und an den 37jährigen Gustav Freytag schreibt die Mutter nach zwei Zeilen über seine„hibschen Bücher“:„Emchen schrieb mir, daß du so oft den Husten bekämst. Da habe ich dir ein Pfund von den lieberschen Kräutern besorgt. Die dich schon einmal gesund gemacht haben...“ und nun ein langer Plausch über Hustenkräuter und Ärzte. Manchmal verraten diese prominenten Söhne ihre Saloppheiten irgendwo schwarz auf weiß.„Die Stelle vom Ausgestrecktliegen auf dem Grase“, entsetzt sich Viktor von Scheffels Mutter brieflich,„ist hoffe ich reinste Dichtung— in Wirklichkeit ausgeführt möchte es der Gesundheit sehr schädlich sein, da dieß für Stubenleute nur im Hochsommer thunlich ist.“ Wir sind überzeugt, daß der Stubenmensch Scheffel zu jener Zeit umherlungerte wie ein Handwerksbursch. Diesem Brief war übrigens ein Päckchen beigepackt, in dem die Mutter zu den Datteln einige„klingende Datteln“ legte. Im Postskriptum versicherte sie ihm, daß die Buchhändlerrechnungen morgen berichtigt würden... Der berühmte Schauspieler Josef Kainz muß um die Geburtszeit der Fotografle nicht besonders fotogen gewesen sein: „...wenn ich nicht den Trost haben würde“, jammert seine Mutter,„daß die Fotografen manchmal Scheußliches liefern, so müßte ich aufgeschrien haben vor Seelenschmerz, denn du siehst hier jammervoll angegriffen aus!“ Es ist nicht wenig amüsant, was die berühmten Söhne ihren besorgten Müttern dafür zu bieten hatten. Sie fachsimpelten vor diesen einfachen, guten Herzen, was das Zeug hielt. Friedrich der Große skizzierte einen Feldbericht, Haeckel befaßte sich ausführlich mit Salamandern, Robert Blum politisierte, und die Philosophen, Dichter, Musiker und Maler allesamt verteidigen ausschweifend die Besonderheit ihrer Mission. Bei Gustav Mahler und Leibl findet sich haargenau derselbe Ausdruck, mit dem sie öffentliche Befeindungen— die eine Mutter natürlich bestürzen— zu erklären suchen: das ist nur, weil sie den herkömmlichen Schlendrian nicht mehr mitmachten. Siehst du, liebe Mutter, so ist das eben, wir legen lobende Rezensionen bei, und gestern hat mich eine Prinzessin extra begrüßt, auch habe ich mit meinem Buch mehr verdient denn als Jurist das ganze Leben lang— so geht das. Sehr nette, sehr naive, sehr beschwichtigende, sehr prominente Prahlereien. Vorher haben sie das so mit ihren Zensuren gemacht, ein paar Jahre später mit dem Zarathustra oder der Walküre. Selbst Napoleon war da nicht anders— seine Mutter war sehr stolz auf ihn, aber sie konnte nicht glauben, daß das lange gut ging, was er da anstellte. Sie legte beizeiten zurück. Und Treitschke versucht Mama zu beruhigen, daß es mit seinem Unglauben nicht so schlimm stehe, wie die Welt behaupte. Jean Paul aber gehört zu jenen verlorenen Söhnen, die ihre Mutter ab und zu um einige Taler anpumpen mußten, und jeder Brief versucht der alten Frau verständlich zu machen, daß ein Mensch wie er spaßhafte Bücher schreiben müsse— sie seien viel schwerer als die Bußpredigten, die sie von ihm verlange. tspannt das Wasser. die Spülkraft entscheidet! Kein Wunder, daß Millionen Frauen Pril vertrauen- denn Das ist das Geheimnis seiner großen Spülkraft Pril macht das Wasser nasser und dadurch wirksamer. Mit Pril„entspanntes Wasser“ schiebt sich spielend unter Fett und Schmutz und spült alles weg. Eine Prise Pril genügt und Teller, Tassen, Töpte, Gläser, Messer, Gabeln, Löffel werden in einem Abwaschen sauber, von selbst trocken und glanzklar. Wenn Linder Grimascen schneiden Kein Grund zur Besorgnis— Zwangshandlungen und„sportlicher Ehrgeiz“ UNSER „Da! Eine Sternschnuppe! Schnell, Inge, wünsch dir was!“ „Bezahlst du es denn auch?“ Perlon-Pelz mit Warenzeichen Krefein.— Für den neu auf dem Markt erschienenen„Perlonpelz“ hat der Perlon-Warenzeichenverband dem Produzenten die Genehmigung erteilt, das„Perlon“-Warenzeichen zu führen. Dies bedeutet, daß Mäntel, Apres-Skikleidung oder mit„Perlon-Pelz“ gefütterte Schuhe mit entsprechendem Etikett ausgezeichnet werden. In Kürze soll die erste Modenschau mit Perlonpelzen stattfinden, die im Herbst und Winter erstmals getragen werden sollen. Das neue Perlonmaterial zeichnet sich durch Leichtigkeit, Wärmehaltevermögen, Waschbarkeit, Mottensicherheit und Feuerfestigkeit aus. Es ist schweiß- und wasserunempfindlich und hat bei den jetzt von einer Textilprüfungsanstalt durchgeführten wissenschaftlichen Scheuerversuchen auch seine Zerreißprobe bestanden. Es kann sehr verschiedene Gründe haben, wenn sich ein Kind im Grimassenschneiden gefällt. Einer davon ist ganz einfach der Wunsch, Aufmerksamkeit zu erregen. Das Kind fühlt sich einsam und unbeachtet, es möchte irgendwie eindringen in den Kreis der Erwachsenen, und es greift zu so derben Mitteln, weil es keine anderen kennt. Es gibt ein einfaches Gegenmittel: Man vermittle dem Kind das Bewußtsein, daß es auch so unsere Beachtung genießt. Manchmal ist das etwas unbequem, aber es hilft. Wenn Besuch kommt, lasse man den Sprößling Kekse oder Zigaretten herumreichen oder ihn auf eine andere Weise an der Geselligkeit teilnehmen. Wenn er trotzdem anfängt, Gesichter zu schneiden, dann vermeide man es, darüber Staunen oder Überraschung zu zeigen. Eine Leserin machte den Vorschlag, das grimassenschneidende Kind„besorgt“ zu fragen:„Was fehlt dir denn?“ Dabei ist allerdings ein kleines Risiko. denn ihm fehlt wirklich etwas. Es weiß oder spürt sen wir der Möglichkeit ins Auge sehen unbewußt, daß es„unwichtig“ ist, eben daß der Fehler sehr wohl bei uns selbst nur ein Kind, und diesen„Minderwertig- liegen kann. Wahrscheinlich braucht das keitskomplex“ versucht es durch auffälli- Kind mehr Liebe, mehr Kameradschaft und ges Gebaren aufzuheben. Man versuche mehr Ermutigung. Natürlich müssen wir es zart und freundlich durch heitere Spiele den Sprößling streng zurechtweisen, gleichvon den„komischen Gesichtern“ abzu- zeitig aber ist es nötig, die Ursache des bringen. Vielleicht hilft ein guter Rat:„bösen Gesichts“ aufzuspüren und den ver„Nun zeichne doch mal die komischsten borgenen Kummer ans Licht zu bringen. Gesichter, die du dir vorstellen kannst. Ich Die Androhung schrecklicher Strafen nützt werde dir nachher sagen, welches am meisten zum Lachen ist.“ Oder man lasse das Kind ein wenig Theater spielen. Das„böse Gesicht“ Etwas anders ist es mit„bösen Gesichtern“, die sehr bewußt aufgesetzt werden, um die Eltern zu ärgern und zu beunruhigen. Diese Ungezogenheit weist auf etwas hin, was schwerwiegender sein und tiefer liegen kann als alles vorher Gesagte. Wenn sich das Kind dauernd brummig und ungezogen benimmt, dann müsDAS RONIGLICHE SPIEL Eine Landschaft des Pariser Malers Georges Braque wurde auf der Frühjahrsversteigerung im Stuttgarter Kunstauktionshaus Ketterer für 21 000 Mark verkauft. 6800 Mark brachte ein Gemälde„Häuser mit Fahnen“ von Paul Klee. Für Chagalls Aquarell„Mann und Frau mit Hahn“ wurden 4000 Mark gezahlt. Der Leipziger Thomanerchor wird in den nächsten Tagen in die Sowjetunion reisen, um in Moskau, Leningrad und anderen Städten der UdSSR Konzerte zu geben. Das Repertoire umfaßt neben der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach und den BachMotetten a-capella-Werke alter Meister wie Schütz, Schein und Gabrieli. Der Chor wird von einem Bach-Orchester begleitet, das aus Mitgliedern der Berliner Staatskapelle besteht. Genau so wie vor zwei Jahren Bronstein, so erreichte auch Smyslow 12 Punkte, aber der Titel blieb in der Hand des Weltmeisters, der in diesem schweren Gigantenkampf tonangebend war und nur einmal in der 11. Partie die Führung an den Herausforderer abgab, um sie aber in den beiden folgenden Partien wieder an sich zu reißen. Auch im Endkampf verlor der um 10 Jahre ältere 43jährige Botwinnik die Nerven nicht. Gerade, als viele schon glaubten, es sei vorbei mit ihm, bot er in der 12. Partie wieder eine so imponierende Leistung, daß für den Kundigen sein Erfolg nicht mehr in Zweifel stand. Damengambit Weiß:Botwinni«— Schwarz:Smyslow 1. d2-d4 d7—d5 2. c2—c4 c7—c6 3. Sgl—f3 Sg8—f6 4. Sbl—c3 c5:d4. Das Hauptspiel der zwar seinen Damenläufer ins Spiel, aber Weiß droht nach Aufgabe des Zentrums durch Schwarz mit dem Vorstoß e2—e4 sich eine starke Mitte zu schaffen. 5. a2-a4... der Vorstoß b7—b5 muß verhindert werden. Die Gambitfortsetzung e2—e4 ist umstritten. 5.... Lc8—f5 6. e2—e3... Stark ist auch 6. Se5 mit der Folge f2—f3 nebst e3—e4, womit Weiß den Stier bei den Hörnern faßt. 6.. e7—e6 7. Lfl:c4 Lf8—b4 8. 0—0 Sb8 —d7 9. Sf3—h4! Die geistreiche Neuerung des Weltmeisters, die den Abtausch des Läufers erzwingt und den Vormarsch der Mittelbauern durchsetzt. 9.. 0—0 10. f2—f3 Lf5—g6 11. e3—e4 e6—e5. Schwarz sucht sich dem weißen Vormarsch entgegenzustemmen, schwächt aber das Feld f7. 12. Sh4:g6 h7:g6 13. Lcl—e3 Dd8—e7 14. Ddl—e2 e5:d4 15. Le3:d4 Lb4—c5 16. Ld4:c5 De7:c5+ 17. Kgl—hl g6—g5. Damit will Smyslow den Vorstoß des f-Bauern unterbinselten etwas und ist auch nicht ratsam. Dadurch verängstigt man das Kind, oder es entwickelt einen noch stärkeren Trotz. Manche Kinder schneiden krampfartig Grimassen oder machen ebensolche Bewegungen. Sie blinzeln oder zucken mit den Mundwinkeln schlagen vielleicht im Schlaf rhythmisch mit dem Kopf gegen die Bettstelle. Das sind Zwangsbewegungen, denen wir größte Beachtung schenken müssen. Verbote nützen nichts, denn das Kind kann gar nicht anders handeln. Ein bekannter Wissenschaftler stellte einmal die Theorie auf, ein mit dem Kopf gegen das Bett schlagendes Kind sehne sich nach der Geborgenheit des Mutterleibes zurück; die rhythmischen Erschütterungen im Kopf seien gleichsam ein Ersatz für das Pochen des mütterlichen Herzens. Auf jeden Fall sind alle diese unter einem unwiderstehlichen Zwang ausgeführten Bewegungen die Symptome einer inneren Spannung. Die Ursachen dafür müssen wir herauszufinden versuchen, wenn wir das Kind von seinem Leiden heilen wollen. Besonders neigen kluge Kinder dazu. Wir wollen nachprüfen, ob sie in der Schule zu sehr strapaziert werden. Oder ist es vielleicht Eifersucht gegenüber dem„neuen“ Baby? Verhält sich der Vater zu gleichgültig? Es gibt so viele Möglichkeiten. Zu übermäßiger Besorgnis ist allerdings auch hier kein Anlaß. Jedes gesunde Kind, wenn man es nicht durch Schimpfen weiter ängstigt, wächst aus diesem Stadium heraus. Das„physische Experiment“ Es gibt noch eine Art von Grimassenschneiden, aber sie hat mit den anderen recht wenig gemein. Nicht innere Spannung ist der Grund. Es ist einfach nur ein physisches Experiment. Ein Siebenjähriger entdeckt z. B., daß er schielen kann. Natürlich muß er sofort seine Schulkameraden mit diesem neuen Trick begeistern. Wahrscheinlich bewirkt das eine„Schielseuche“ in der ganzen Klasse— sehr zum Entsetzen der Eltern. Mit den Ohren oder der Kopfhaut zu wackeln, ist auch nichts Waagerecht: 1. Insektenfressende Pflanze, 7. Betriebsamkeit. 8. Widerwillen, 10. brasilianischer Staat am Amazonas. 12. Alkohollokal. 13. Leitung, 14. Bodensenke, 15. russisch-mongolisches Grenzgebirge. 17. Angehöriger eines mächtigen Göttergeschlechts, 19. Teil des Gewehres, 20. Blutgefäß. 21. Frucht, 22. Nadelbaum. Senkrecht: 1. Küchengerät, 2. holländischer Landschaftsmaler. 3. afrikanischer Strom, 4. Königreich im Himalaja, 5. Gangart des Pferdes, 6. europäisches Grenzgebirge, 9. Stubenpflanze, 11. Ortsveränderung, 13. Hafenmauer, 14. festlich gedeckter Tisch, 15. jeder, ohne Ausnahme. 16. Behältnis, 17. arabische Hafenstadt, 18 Laubbaum, 20. Papagei. Auflösung des gestrigen Rätsels 1. weil er leichter als Wasser ist, 2. der Sperling, 3. im Riesengebirge, 4. Gletscher. 5. drei: Kupplung, Fußbremse, Gaspedal (dazu z. T. Abblendknopf), 6. Tomahawk, 7. ein Segelschiff mit zwei Masten. 8. in Syrien. weiter als eine vergnügliche Spielerei. Wir wollen die Klenen gewähren lassen, denn diese Scherze stehen auf der gleichen Stufe wie Purzelbäume und Handstände. Und schließlich: Warum sollen die Kleinen nicht genau so die Kopfmuskeln beherrschen lernen wie Arme und Beine? Es schadet nicht und geht von selbst vorüber. Es hat recht wenig Zweck, so schöne Drohungen auszustoßen, wie es einst mein Kindermädchen zu tun pflegte:„Wenn du Grimassen schneidest und die Uhr schlägt, dann bleibt dein Gesicht so stehen!“ Ach, wie haben wir Kinder darauf gewartet, daß doch die Uhr schlagen möge! Dr. Blandine E.ern Slawischen Verteidigung ist für beide Teile den. Eine verständliche Maßnahme. aber Botschwierig zu behandeln, Schwarz bekommt winnik weiß sie zu seinem Vorteil umzuINNNN HIER WIRD GELACHT Deutlich „Nun, wie war dein Schäferstündchen?“ „Das Schaf ist nicht gekommen!“ Bescheidenheit Glauben Sie mir, der wahre Künstler ist bescheiden. Es gibt Augenblicke, da zweifle ich, ob ich wirklich der größte Filmstar des Jahrhunderts bin.“ Die Erbtante Der vierjährige Horst fragt:„Sag mal Tante Anna, fällst du wirklich in sieben Teile auseinander, wenn du stirbst?“ Keine Haftpflicht Mr. Smith tritt zu seinem Chef ins Kontor und bittet um Gehaltzulage, da er in acht Tagen heiraten will. Der Chef schiebt den Kaugummi von der rechten in die linke Backe, zuckt die Achseln und erklärt:„Für Unglücksfälle außerhalb des Betriebes kommen wir nicht auf!“ Er weiß es Richter:„Angeklagter, Sie haben zwei silberne Eßbestecke gestohlen. Wissen Sie auch, was darauf steht?“ Angeklagter:„Jawohl, Hotel Deutsches Haus.“ Wunschkonzert „Herr Rechtsanwalt, fügen Sie am Schluß meines Testamentes noch hinzu, daß ein Orchester an meinem Grabe spielen soll.“ „Aber selbstverständlich, und was möchten Sie hören?“ Nicht zuständig Patient:„Früher hatte ich einen Bärenhunger, arbeitete wie ein Öchse, war abends müde wie ein Hund und schlief nachts wie ein Murmeltier.“ Arzt:„Ja, da sind Sie bei mir aber an der falschen Stelle. Sie müssen zu einem Tierarzt gehen.“ Ungezogen „Mutti, der Günther ist so ungezogen. Er pustet immerfort aufs Thermometer. Wir können's vor Hitze kaum noch aushalten!“ Der Durchfall Wie bringe ich meinen Eltern nur bei, daß ich auch dieses Mal wieder im Examen durchgefallen bin?“ „Ganz einfach. Telegraphiere: Im Examen nichts Neues.“ Montags „Na, Max, bist du von der Sonntagstour gestern gut'nach Hause gekommen?“ „ ja, aber als ich die Treppe heraufging, muß mir doch so ein Betrunkener auf die Hand getreten sein!“ Die andere Seite Einem Mann war bei einem Verkehrsunfall das Bein abgefahren worden. Er verlangte 100 000 Mark. Entschädigung von dem schuldigen Autobesitzer. Der war entgeistert:„Halten Sie mich etwa für einen Millionär?"= fragje er. „Halten Sie mich für einen Tausend= füßler?“ war die Antwort.= Immer im Beruf Der Mathematiklehrer ist krank.= „Jetzt atmen Sie tief und sagen drei= mal neunundneunzig“, gebietet der= Atzk. Der Mathematiklehrer holt tief Luft= and sagt dann:„297“. Ersatzteile Der kleine Willi betrachtet das neue= Brüderchen mit allen Zeichen des Miß-= trauens. Keine Haare hat es, keine= Lähne. „Mutti“, fragt er schließlich nach= denklich,„hat denn das Baby gar keine= Ersatzteile mitgebracht?“= Die Schöpfungsgeschichte Der Religionslehrer nimmt die Schöpfungsgeschichte durch. „Herr Lehrer“, meldet sich Bob,„mein Vater sagt immer, daß wir vom Affen= abstammen." „Meinetwegen“, antwortet der Lehrer= sehr scharf.„Aber merke dir, daß eure Familienverhältnisse uns in der= Schule nicht interessieren. Per Post Der junge Soldat erhielt von seiner Frau ein Telegramm: „Zwillinge angekommen. Mehr per Post.“ Die lange Nacht Erster Eskimo:„Was ist denn mit dir los? Die letzten sechs Monate hast du dich gar nicht sehen lassen!“ Zweiter Eskimo:„Ja, meine Frau war nicht auf dem Posten, und da habe ich die halbe Nacht bei ihr sitzen müssen.“ münzen. Er öffnet sich die g—Linie und erzwingt dadurch die Partieentscheidung. 18. g2—g3 Ta8—48 19. Lc4—a2! Verhindert indirekt Sb6, denn auf 19.... Sb6 20. a5 Da5:? folgt 21. Lf7:+! 19..... Tf8—e8 20. Tal—dl Sd7—f8? Eine unglückliche Idee, den Springer ins Spiel zu bringen, die sich verderblich auswirkt. Mehr Aussicht bot 22. f4 gr4: 23. gf4: Sg4 24. Tgl Dh5! 25. e5 Te8, 26. Dg2? h4! nebst Sf2+!! 21. Tdl:d8 Te8:d8 22. e4—e5 Sf6—d5 23. Sc3:d5 c6:d5 24. De2—d2 Sf8—e6.(De7 scheitert an 25. Ld5: De5: 26. Lf7:+!) 25. f3—f4! g5:f4 26. g3:f4 Dc5—c6 27. f4—f5 Se6—c5 28. Dd2-g5 Td8—d7 29. Tfl-g1 f7—f6. Ein letz16 500 Mark für Lehmbruck-Gemälde Stuttgart.— Gute Kaufstimmung kennzeichnete die Auktion im Stuttgarter Kunstkabinett Ketterer. Einen Höhepunkt bildete der Zuschlag des Gemäldes„Martha“ von Wilhelm Lehmbruck bei 16 500 Mark. Das eher maniriert als verinnerlicht wirkende Bild des als Maler weniger bekannten, 1919 20.... Se5! 21. Td8: Td8: gestorbenen Bildhauers hing lange in der af4: Sod 94 ToI Dh5! 95 e5 Städtischen Kunstsammlung Mannheim, ehe es 1939 als„entartete Kunst“ in die Schweiz verkauft wurde. Teurer als im vorigen Jahr wechselten die Arbeiten Emil Noldes die Besitzer. Sein schönes Aquarell„Aufgehende Sonne“ erzielte 720 Mark und sein Gemälde „Heuwiese“(1907) 2150 Mark. Viel Interesse ter Rettungsversuch, der aber von Botwinnik fand auch der Bauhaus-Maler Oskar Schlemfein widerlegt wird. mer. Sein Aquarell„Frauenkopf“ wurde 30. e5:f6 Sc5—e4 31. f6—f7+! Td7:f7 32. 600 Markhocge Dg5-d8+ Kg-h7 33. Lazid.Danachst steiger Favard Muncks bekannte Lithograder Springer verloren, das Spiel ist aus. urSlevogt typische Pastell,Paula Busch mit 5.... Se4—f2+ 34. Khl—82 Dc6—f6 35. ihren Löwen in der Manege“ 880 Mark. Sehr e so. Agzit2 Ti f5+ 31. Ld5—13 gut wurde für die Arbeiten Schmidt-RottTf5—f4 38. Tgl—g4, aufgegeben. luffs geboten, dessen ehemals in der Staatlichen Gemäldegalerie Dresden hängendes Gemälde„Lupinen in Vase“ 3200 Mark erzielte. Hoch bezahlt wurde auch Paul Signacs Aquarell„L’ile de la cité“ mit 4150 Mark, während ein für 6500 Mark angebotener Liebermann(Zimmermannswerkstatt) zurückging. Fünf Filme werden bei den vierten internationalen Filmfestspielen im Juni in Berlin uraufgeführt. Japan entsendet„Die junge Mäherin“, Amerika den Cinemascope-Farbfilm„Der Garten des Bösen“, Großbritannien„Was jede Frau sich wünscht“(Das Leben einer Familie in einer Industriestadt mit ihren Alltagsnöten und-freuden), Itallen den Film„Die große Hoffnung“, der fünfte Film ist ein abendfüllender Dokumentarstreifen von Curt Ortel„Unbekannte neue Welt“, der während eines zweijährigen Aufenthalts Ortels in den USA entstand. A Fusspilz ZwischenzehenEkzem vorursacht Bläschen, schmerzhafte Risse und Juckreiz an und zwischen den Zehen. Efasit-Fußbalsam, das bestens bewährte, neuartige Spezial-Desinflziens schützt zuverlässig vordiesenlästigen und schmerzhaften Beschwerden. DM 2.25. In Apoth. Togal-Werk München 27 Dauerwerbung Ist erfolgreich Bei Kleingärtners Bommels haben seit kurzem einen Garten. Eines Tages kommt Bommel aufgeregt ins Haus gelaufen und berichtet stolz:„Liebling,, unser erster Spargel ist reif. Willst du ihn selbst ernten?“ „Nein, Theo, das machen wir gemeinsam. Du kannst ihn pflücken, und icl. halte dir dabei die Leiter!“ Es ist ja nicht viel... Franz verbrachte den Urlaub bei seiner Tante. Morgens bringt sie ihm den Kaffee ans Bett und dazu ein winziges Schüsselchen Honig. „O, liebe Tante Amalie, eine Biene hast du auch?“ ruft Franz erfreut. Kleine Verwechslung Eine reichlich korpulente Dame probierte im Schuhgeschäft ein Paar nach dem anderen.„Das sind die ersten, die mir richtig passen“, rief sie schließlich beglückt. „Verzeihen Sie, meine Dame“ entgegnete der junge Verkäufer,„es ist ein Irrtum; Sie stehen in der Schachtel des letzten Paares. Hauc läßt sick schönpflegen Tokalon Jeden Abend die biocel-haltige Tokalon-Nachtcreme auf Gesicht und Hals verteilen. 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Das innerdeutsche Netz der Fernschnellzüge und Fernschnelltriebwagen wird durch ein neues FT-Paar(Dortmund—Frankfurt—Würzburg—München) abgerundet und um eine dritte F-Verbindung zwischen Köln und Hannover in der Mittagszeit vermehrt. Eine Fernverbindung Hamburg— Frankfurt(F 4/3) wird bis Stuttgart verlängert. Die Zuschläge für D-Züge werden in allen Wagenklassen nach allen Entfernungen künftig zwei Mark betragen. Fernschnellzüge(F-Züge) kosten zusätzlich vier Mark Zuschlag. Zeitkarten für Personenzüge dritter Klasse gelten künftig auch in Eilzügen. Bei Zeitkarten zweiter Klasse gelten neue Preise für Monatskarten, Arbeitermonatskarten, Schülermonatskarten und Teilmonatskarten in zuschlagfreien Zügen. Diese Karten sind ohne Zuschlagzahlung auch für die Fahrten in der dritten Klasse der Schnellzüge gültig. Bei Bezirks-, Anschlußbezirks- und Bezirkswochenkarten sowie bei Netz- und Anschlußnetzkarten treten Verbesserungen zur Benutzung höherer Zuggattungen ein. Die Preise der Netzkarten sind in allen Wagenklassen mit Beginn des Sommerfahrplans verbilligt. Spur Cin Dieb, der in dunkler Nacht einem Bauern in Bad Durrheim(Sdiwarzwald) einen Sack Gerste aus der Sdieune holte, zog selbst die Spur, die ilin verriet. Als er mit dem Sack heimwärts stapfte, alinte er nämlich nicht, daß der Sack ein kleines Loch hatte, durch das die Getreidekörner auf die Straße rieselten und so seinen Weg genau nachzeicheten. Die Polizei hatte leicte Arbeit. Sack und Dieb waren schnell gefunden. Um die Wirtschaftszentren der Nachbarländer schneller und bequemer an die Zentralen des deutschen Handels und der deutschen Industrie anzuschließen, hat die Bundesbahn die Laufzeit des„Paris-Ruhr“ (Dortmund—Köln—Paris) für die Strecke Köln—Paris auf fünfeinhalb Stunden gesenkt. Der„apnir“(Dortmund—Köln -Östende) ermöglicht in Verbindung mit dem„ern-Main“ eine Tagesreise von Frankfurt nach London in etwas mehr als 13 Stunden. Der„Tuckauf“, der bisher Essen mit Frankfurt verband, wird über Würzburg— Nürnberg—Passau nach Linz mit Kurswagen nach und von Wien verlängert Für Würzburg besteht Anschluß an den „Blauen Enzian“. Diese Verbindung ermöglicht zum ersten Male nach dein Krieg eine Tagesreise von den Nordseehäfen oder aus dem Ruhrgebiet nach Wien. Die neue F-Verbindung„Mozart“ von Salzburg nach Straßburg mit Anschluß nach Paris erlaubt eine Tagesreise von Wien nach Paris. Das„Blaue Rend“ Das„Blaue Band“ der Bundesbahn im Sommer-Fahrplan hat als schnellster Zug der Fernschnelltriebwagen„Schauinsand" zugeteilt bekommen. Er durchmißt die 373 Kilometer lange Fahrstrecke von Basel nach Frankfurt in drei Stunden und 36 Minuten. Ihm steht der„Helvetia-Expreß“ (Basel—Hamburg) kaum nach, obwohl er auf seinem 870 Kilometer langen Weg beträchtliche Steigungen zu überwinden hat. 28 Züge des Sommerfahrplans fahren mit einer Reisegeschwindigkeit von über 75 Stundenkilometer, in die alle Aufenthalte eingerechnet sind. Neuer Stadtteil Dortmunds: 800 Bergarbeiter-Häuser Dortmund.— 700 Häuser der neuen MSASiedlung für Bergleute in DortmundDerne wurden in diesen Tagen im Rohbau fertiggestellt. Weitere 100 zu der aus Marshallplan-Geldern finanzierten Siedlung gehörenden Häuser sind noch im Bau. Wie die Bauleitung am Donnerstag mitteilte, sollen die ersten Häuser im Herbst bezogen werden. Da in der Siedlung ein Ladenzentrum, eine Schule, ein Ledigenheim, ein Kindergarten, ein Kino und andere Gemeinschaftseinrichtungen errichtet werden, entsteht in Derne ein vollkommen neuer Stadtteil Dortmunds. Jedes der Einfamilien-Siedlungshäuser erhält etwa 300 Quadratmeter Gartenland und wird an das Fernheizungsnetz der Stadt angeschlossen. Katholische Jugend baut Siedlerstellen Münster.— Die Katholische Landjugendbewegung will eine Siedlung von etwa 20 Vollbauernstellen in der Größe eines Familienbetriebes errichten. Eine Gruppe von Jugendlichen wird zwei Jahre lang an diesen Siedlungsvorhaben arbeiten. Die Teilnehmer erwerben sich dadurch den Anspruch auf eine Siedlerstelle. Die Siedlung soll eine Gemeinschaftsleistung einheimischer und vertriebener Jungbauern sein. Die Katholische Landjugendbewegung hat sich bereiterklärt, zur Einrichtung der Höfe durch Sozialaktionen beizutragen. Die armen Richter und die noch ärmeren Steuerzahler! Goldmedaille und Anklagebank Mit Wein und Kräutern beinahe neues Volksgetränk— Eine Art Apéritif, billig und schmackhaft, wird laut Kräuterweinverordnung Anno 1936 recht teuer Karlsrun-— Was für München das Bier, für Hamburg der s-teife Grog und für die zünftigen Wein,,—kauer“ das„Viertele“ bedeutet, ist für Frankreich schlechthin der Apéritif. Ohne je im„Journal officiel“ ausdrücklich dazu ernannt, darf er für sich in Anspruch nehmen, ein Nationalgetränk der Franzosen zu sein. Was wäre ein Bistrot ohne Pernod, Cap Corse, Dubonnet, Berger oder Martini und wie sie alle heißen mögen— sec ou à l’eau? Eine glatte Unmöglichkeit für alle Zungen und Kehlen, die einen guten Tropfen gewohnt sind. auch noch den Bundesgerichtshof beschäftigen. Und wer bezahlt das alles? Um für nicht eingeweihte Bürger keinen Zweifel aufkommen zu lassen: Der Steuerzahler— natürlich! Zweifellos kam man daher. vor fünf Jahren auch den deutschen Kennern französischer Apéritifs entgegen, als man Getränkeeinfuhren dieser Art„von drüben“ in die Bundesrepublik amtlich genehmigte. Dadurch angeregt, widmeten sich bald darauf zuerst die beiden brüderlichen Inhaber einer Firma in Rastatt und später auch andere deutsche Weinkellereien im gesamten Bundesgebiet der Herstellung weinhaltiger Getränke in der Art des französischen Apéritifs. Bei der zeremonielosen Taufe erhielten sie auch diesen Namen. Vornehmlich in Aufgaben „Apéritif“ bürgerte sich viel schneller als gedacht auch in deutschen Konsumentenkreisen als Begriff ein. Fachleute äußerten sich zustimmend, die Winzer, intensiv nach neuen Absatzmöglichkeiten suchend, atmeten auf, die breiten arbeitenden Bevölkerungsschichten— vornehmlich im Ruhrgebiet— wurden zu begeisterten Konsumenten, nicht zuletzt auch wegen der günstigen Preislage, und die Rastatter„Erfinder“ des Deutschen Apéritifs steckten mit Recht tiefbefriedigt Urkunden und Goldmedaillen großer Fachausstellungen wegen der anerkannten Hochwertigkeit ihres neuen Erzeugnisses in die Aktentasche. Der Deutsche Apéritif war auf dem besten Wege, ebenfalls Volksgetränk zu werden. Es schien alles in bester Ordnung. Bis vor Jahresfrist Das Ordnungsamt der Hansestadt Hamburg machte plötzlich Einwendungen rechtlicher Art geltend. Es berief sich dabei auf das Weingesetz und eine Kräuter„Bester und zuverlässigster Fahrer“ verordnung aus dem Jahre 1936. Und nun begann sich Justitia im Kreise zu drehen. Und der Krautergeist, worunter man in bestimmten Gegenden des Kohlenpotts Unentschlossenheit, Sturheit und kleinliche Begriffsauslegungen versteht, feierte fröhliche Urständ. Der Hamburger Strafanzeige folgte Verhandlung vor dem Amtsgericht Rastatt gegen die Rastatter Apéritif-Hersteller. Lakonische Feststellung seitens dieser Instanz: Die Produktion verstoße gegen kein gesetzliches Verbot. Bis zum Bundesgericht Diesem Verfahren folgten weitere. Als Revisionsinstanz wurde nunmehr auch das Oberlandesgericht Karlsruhe bemüht. Es verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Amtsgericht Rastatt zurück. Rechtsanwälte fertigten seitenlange Schriftsätze an, Experten erstatteten Gutachten,„ganz hinten“ liegen sich Verwaltungsstellen untereinander in den Haaren, weil sie sich über die jeweiligen Rechtsstandpunkte nicht einigen können— und das alles wegen eines offensichtlich„alten Zopfes“, Jahrgang 36. Zu jener Zeit bildete„Deutscher Apéritif“ noch keinen Begriff. Folglich fehlte er in der oft zitierten Wermut- und Kräuterweinverordnung. Apéritif ist weinhaltig. Aus Kräutern allein läßt er sich nicht herstellen. Sonst verdient er diese Bezeichnung nicht. Man darf gespannt sein auf den Ausgang dieses typisch deutschen Musterstreitfalls. Durch einen einfachen Verordnungsakt hätte er im Keime erstickt werden können. Wenn nicht alles täuscht, dürfte er aber Reuiger Dieb Beute lag in der Kirche Rheine.— Mit einem Nachschlüssel öffnete ein Unbekannter eine Wohnung in Rheine und erbeutete eine Geldkassette mit über 400 Mark und ein Sparkassenbuch mit über 1200 Mark. Nach der Tat plagte ihn offensichtlich sein Gewissen: er ging in eine Rheiner Kirche, wo er selne Beute unter die Kommunionbank legte. Am Freitag entdeckte der Küster Geldkassette und Sparkassenbuch, die er dem Besitzer wieder aushändigte. Kommentar für Werktätige: Auch die andere Seite der DRUPA die bildende und lehrmäßige mit historischen Schaustücken, findet in dem immer stärker einsetzenden Besuch von geschlossenen Betrieben, Bildungsinstituten und Fachschulen ihre besondere Anerkennung. Unser Bild: Ein Gänsekiel, mit dem Goethe geschrieben hatte und ein handgeschriebenes Buch aus dem 18. Jahrhundert. Weinend Besserung gelobt Durch Wildwestfilme verführt Mit Maske, Pistole, Totschläger und Pfefferbüchse Raubüberfall versucht Wunnerta.— Eine Gasmaske und eine Pistole, ein Totschläger, eine Büchse mit Pfeffer und ein Abenteurerbuch trug ein Achtzehnjähriger bei sich, als er— wie er es in den Wildwest-Filmen gesehen hatte— einen Raubüberfall auf eine Wuppertaler Textilhandlung versuchte. Mit den Worten„Geld her oder ich schieße!“ trat er am Abend des 22. November dem Inhaber entgegen und hielt seine Aktentasche offen. Während der Kaufmann ihm Geldstücke in die Tasche warf, schlug er ihm unerwartet die Pistole aus der Hand. Da flüchtete der jugendliche Eindringling durchs Fenster in den Hof. Er wurde schließlich in einem Heuschober in Buxtehude gestellt. Am Donnerstag stand er vor dem Richter. Aus der Verhandlung ergab sich, daß der Junge, der aus der Östzone seinen Eltern entlaufen war und in der Landwirtschaft arbeitete, mit Vorliebe Wildwest- und Abenteurer-Filme besuchte. Um öfter ins Kino gehen zu können, verließ er sogar seinen Arbeitsplatz, beging einige Diebstähle und erschien schließlich auch in der Textilhandlung. Wegen versuchten schweren Raubes und der übrigen Diebstähle erhielt er eine Jugendstrafe von einem Jahr. Weinend gelobte er Besserung und bat um Verzeihung. 20 holländische Studenten aus Utrecht haben zwei Tage lang mit ihren Professoren Neußer Industrie-Anlagen und den Hafen besichtigt, teilt die Pressestelle der Stadt Neuß am Donnerstag mit. Die holländischen Besucher— Studenten der Rechtswissenschaft und Soziologie— interessierten sich vor allem für die sozialen Einrichtungen der Industriewerke. „Ischägo" Mehr als vier Arme und vier Beine Auf den Namen„Tschägo“ kommt im Wuppertaler Zoo ein Affe von einem der Taue(statt Lianen) oder von den dicken Stangen seines Gehäuses herunter ans Gitter und nimmt die(erlaubten) Leckerbissen der affenfreundlichen Menschen entgegen. Der Wollaffee aus einem südamerikanischen Urwald erfreut sich allerseits der größten Beliebtheit. Manche Leute meinen, er habe das Gesicht eines Negerkindes; alle bewundern ihn uneingeschränkt, wenn er mit zwei Armen und zwei Beinen in der Luft herumrudert, sich an irgendeinem greifbaren Gegenstand nur mit dem Schwanz haltend. Das ist bei allen seinen Artgenossen gute Gewohnheit— wie auch die nur scheinbar kläglich winselnde Stimme... Treuhänder verkauft an sich selbst? Die Bundesvermögensverwaltung interessiert sich für die große Werft der deutschen Werke in Kiel Und was sagt der Bundestag? Aus Kiel kommt die Nachricht, daß die dortigen Howald-Werke(AG), die Bundeseigentum sind, die Deutschen Werke Kiel(AG), ebenfalls auf dem Sorgenkind„Kieler Östufer“ gelegen, zu übernehmen beabsichtigen. Die Deutschen Werke befinden sich nur unter Treuhandverwaltung des Bundes. In diesem Falle würde also der Treuhänder sich selbst etwas verkaufen. ter eines Teiles dieser Gruppen werden erst noch im Laufe des bis Sonntag dauernden Kongresses erwartet. Die Minderheiten und Volksgruppen kämpfen für die Wahrung ihrer Sprach- und Kulturautonomie in einem Vereinigten Europa. Rheinisch-Westtälische Börse Ohne Führerschein 242000 km Ein menschlicher Richterspruch über Allzumenschliches Dülmen.— Mit einem Freispruch beendete das Dülmener Schöffengericht am Donnerstag die Verhandlung gegen einen Fahrer, der seinen Führerschein abgeändert hatte. Mit dem gefälschten Papier hatte er jahrelang die Stelle eines Lastkraftfahrers versehen, war 2 4 2000 k m ohne Unfall gerahren und hatte zur Belohnung eine goldene Uhr erhalten. Im Jahre 1949 war dem Angeklagten bei einer Dülmener Baufirma eine Stellung als Lastkraftwagenfahrer angeboten worden Dazu benötigte er den Führerschein Klasse II. Er änderte seinen Führerschein, der nur für Klasse III galt, in die andere Klasse ab und bekam die Stelle. Ans Tageslicht kam die Fälschung, als bei einer Fahrzeugkontrolle im Februar dieses Jahres eine Überladung des Lkw festgestellt wurde. Der Angeklagte gab vor Gericht die Fälschung zu und entschuldigte sich mit seiner damaligen Notlage. Als Zeuge schiiderte der Bauunternehmer den Angeklagten als seinen besten und zuverlässigsten Fahrer. Ohne weiteres würde er ihm wieder einen Lkw anvertrauen, wenn die Sache mit dem Führerschein in Ordnung gehe. Der Staatsanwalt stellte seine Bedenken wegen der Urkundenfälschung zurück, um dem Angeklagten, der noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, nicht den weiteren Lebensweg zu verbauen. Das Gericht sah einen Freispruch auf Kosten der Landeskasse als gerechtfertigt an, weil überhaupt keine Folgen— höchstens günstige— zu verzeichnen waren. Der Bundestag hatte, als diese Kieler Meldung kam, kurz vorher beschlossen, durch eine aus vier Bundestagsausschüssen gebildete„Großkommission“ sich einmal mit dem„Komplex Bundesvermögen“ zu beschäftigen, wobei als Ziel feststeht, die Selbstherrlichkeit der Bundesvermögensverwaltung in Fragen der Vermögensausweitusg. Gewinnverwendung usw. zu beenden. Der Bundestag will, was sein ihm vom Volke zugeteiltes Recht ist, mitreden und mitbeschließen. Dle Kieler Fusion, mag sie noch so notwendig sein, kostet Geld. Was nützt die Vereinigung, wenn aus ihr nicht wirtschaftliche Erfolge entspringen! Geld aus der Bundeskasse abzuzweigen—, das geht nicht an. Geld aber mit Hilfe von Grundstücksverkäufen zu beschaffen(von Grundstücken, die Bundeseigentum sind), das ist eine häufig geübte Methode, in deren Anwendung die Bundesvermögensverwaltung erfahren ist.— Auf jeden Fall wird die Kieler Howaldswerft, wenn die Fusion zustande käme, wertvoller und— weit schwerer als seither verkäuflich sein, in einer Zeit, in der sich starke Gruppen des Parlamentes für eine Privatisierung von Bundesvermögensteilen aussprechen. In diesen ganzen Komplex spielt der griechische Reeder Onassis hinein, der seit langem für Howald Interesse zeigt, da dort für ihn umfangreiche Tankerneubauten ausgeführt werden. Onassis könnte zahlen, nur ist fraglich, was er zu kaufen wünscht: Das zur Zeit Vorhandene odet das mittels Fusion Vergrößerte. Vermut lich das, was zur Zeit vorhanden ist. Die Annahme liegt daher nahe, gestärkt durch die Haltung der Bundesvermögensverwaltung in der Frage der Privatisierung, daß die Fusion bei Herrn Onassis den Appetit verderben soll. Für„Großhowald“ in Bundeshand könnten nämlich eines Tages schöne„Bundesaufträge“ herausspringen, die. so die Ansicht der Bundesvermögensverwaltung, einer Staatswerft besser anstehen als jeder anderen Privatwerft. Es könnte auch sein, daß ein solches Objekt an der Ruhr Käufer findet, nachdem es Interesse gefunden hat... Düsseldorf, 21. Mal Tendenz: Widerstandsfählg. Im lippischen Staatsbad Salzuflen wurden im laufenden Kurjahr bereits über 125 000 Kurmittel abgegeben, teilte die Kurverwaltung am Donnerstag mit. Dies bedeute gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um fast 20 Prozent. Das Staatsbad erwartete schon in diesen Tagen den 10 000. Kurgast der Saison. Europas Minderheiten tagen in Münster Münster.— Der 4. Kongreß der Föderalistischen Union europäischer Minderheiten und Regionen begann am Freitag in Münster. Die Föderalistische Union ist ein Dachverband völkischer Minderheiten und Volkstumsgruppen, dem kleine lateinische Kultur- und Sprachgemeinschaften der Alpenländer, Verbände keltischen Charakters aus England und Frankreich, die dänische Minderheit in der Bundesrepublik und die deutsche Minderheit in Dänemark. Frieen und Südtiroler angehören. Die VertreIndustrie-Aktien Accu-Hagen— AEG 125 bz Allg. Hoch-& Ing. 101 G Badische Anilin 140½ bz Balcke Masch. 134 bz G Bergb. Ew. Ludw. 95 G BMW 74 bzG Bemberg 70 G Beton& Monier— G Boswau& Knauer 99 G Buderus 137½ bz Burbach 119 bz Busch Jaeger 181½ Br Cassella 180½ bz G Conti-Gummi 163 bz G Consolidation 106 bz Dalmler 140 bz G Demag 169 bz Dt. Conti Gas 142 bz Dt. Erdól 116 bz Didier 152 G Dortm. Akt. Br. 155 bz Dortm. Ritter Br.— G Dortm. Union 159¼ bz Dynamit Nobel 148¼ bz Essener Steink. 96 G Farbenf. Bayer 141¼ bz I. G. Farb. Liqui 28 bz Feldmühle 191½ bz Felten 117 bz G Goldschmidt— G Harpener 88 G Hindrichs Auff.— G Hochtief 104 G Hoechst. Farb. 140½ bz Hoesch 248 bz Kabel Rheydt 166 bz G Kall-Chemie 148 G Karstadt 150 bz Kaufhof 148 G Krefft 58 G Mannesmann 117 bz Mülheim. Berg 99¼ bz G Rh. Braunkohle 149½ bz RWE 1397/ bz Rheinmetall 18 G Rheinpreußen 117½ bz Rheinst.-Union 124½ bz Rheinstahl 172½ bz Salzdetfurth 146 bz Schering 261 bz Schieß 131¾ bz G Schwabenbräu 126 bz Siemens Stämme 147¼ b: Siemens Vorzüge 147 bz Stamag 115 bz Ver. Dt. Nickel 132 G Ver. Rumpus 80 G Ver. Stahlw. 229½ bz Wasser-Gelsenk. 138 bz Wintershall 139½ bz Zellwald 111 bz Bank-Aktien Commerzbank 6 bz G Bankv. Westd. 131½ bz G Deutsche Bank 9½ bz G Rh.-Westf. Bank 132 bz G Dresdner Bank 9% bzG Rh.-Ruhr-Bank 131 bz G Freiverkehr Chemie-Faser Inh. 69—72 Eisenh. Köln 111½—115½ Gutehoffgsh. n. m. not. Phrix-Inh. 39 Br Rhein. Kunstseide 67—71 Schulth. Stämme 21—23 Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main), 21. Mai.(VWD)— Die Wechselstuben kaufen 500,— DM-Ost für 100.— DM-West und verkaufen 100,— DM-Ost für 21,24 DM-West. „Juten Abena, Kamerad"/ Von Alexander Spoerl „Endlich weiß ich, warum diese komische Figur hier steht.“ In der Drehtür löse ich die Manschettenknöpfe und kremple die Hemdärmel hoch und auch die Jackenärmel. Der Portier sieht mir verwundert nach, denn das kommt bei seinen Gästen nicht vor, weil es ein besseres Hotel ist. Aus dem Kofferraum meines Wagens nehme ich den Monteuranzug und würge mich hinein. Warum tropft der Vergaser? Und ich stecke meine Pfeife in Brand. öffne die Klappe zum Motor und setze im schwächlichen Licht der Taschenlampe den Schraubenschlüssel an. Über mir an den Häusern glühen blaue und rote Leuchtröhren für Leute, deren Vergaser nicht tropft. Es regnet auf den Asphalt und in meinen Nacken. Hinter mir steht ein Horch der Bundesregierung eine veraltete Konstruktion mit hohem Verbrauch, aber frisch lackiert und neu eingestellt, so wie sein Herr. Vor meinem kleinen Volkswagen ruht das amerikanische Ungetüm eines Knopflochfabrikanten Manchmal rutscht der Schraubenschlüssel ab und fällt klirrend ins Dunkel: dann tasten meine Fingerspitzen in ölige Tiefen. und Schmutz setzt sich unter meine Fingernägel. Juten Abend. Kamerad.“ Ich habe den Schraubenschlüssel wieder und drehe meinen Kopf nach hinten. Im „Ich bin bei der(Dierten' Begegnung mit Clemens Krauß— Zum Tode des großen Dirigenten Mit Clemens Krauß, der kürzlich starb, hat einer der größten Dirigenten unserer Zeit den Taktstock für immer aus der Hand gelegt. Dem ruhmvollen Wirken dieses österreichischen Musikers, dessen Name für immer auch mit Bayreuth, den Opernhäusern von München, Berlin, Frankfurt, Nürnberg und mit dem deutschen Konzertsaal überhaupt verbunden ist, setzt Joseph Gregor in seinem Werk„Clemens Krauß— seine musikalische Sendung“(Walter Krieg Verlag, Bad Boklet- Wien- Zürich) ein Denkmal. Dem Ruch ist der folgende Beitrag entnommen. Am 4. April 1945 traf ich Clemens Krauß in den frühesten Morgenstunden in der Stallburggasse in Wien, hinter jenem Teile der Hofburg, der einst die berühmte spanische Reitschule beherbergte und jetzt die Verwaltung der Staatsbühnen enthält. Die feindlichen Flieger und die Flak, die ihre Munition wahllos ausschoß, machten einen entsetzlichen Lärm. Ich fragte Krauß, warum er sich nicht in ein Auto setze und abreise, was nach dem Westen noch möglich war. Noch vor der Antwort ging eine riesige Trombe von Dachziegeln, Brettern und Staub nieder. Ein Geschoß hatte einen Dachfirst gestreift.„Treten wir lieber in ein Haustor“, meinte Clemens Krauß trocken. Dort sagte er wörtlich:„Ich habe nicht das Gefühl, daß dem, was jetzt kommen muß, irgendein Mensch entgehen kann. Aberich habe das deutliche Gefühl: der Dirigent soll bei seinem Orchester bleiben.“ Wir trennten uns, Krauß gelang es, sein Quartier heil zu erreichen. Mir war dies nicht mehr möglich. Als ich mich nach vielen Wochen wieder erheben konnte, war eine der ersten Nachrichten, die mich traf, man habe Krauß das Klavier fortgenommen. Ich machte mich also auf den Weg und stieg eine endlos steile Treppe empor, wie auf einen Turm. Sie führte zu einer äußerst bescheidenen Wohnung. Jene Nachricht erwies sich als arg übertrieben. Denn ich fand den Meister hinter einem riesigen schwarzen Flügel, ganz eingehüllt in den Dampf der von ihm unzertrennlichen Zigarre, beim Schein einer verqualmten Petroleumlampe. Rechts und links von ihm ungeheure Notenstapel. Nach einigen kurzen Worten der Begrüßung sagte er: „Sie können sich nicht vorstellen, was es für ein Glück bedeutet, die BeethovenSymphonien endlich für mich selbst studieren zu können. Ich bin eben bei der Vierten.“ Der Filmregisseur und-autor Erich Engels wird am 23. Mai 65 Jahre alt. KULTURNOTIZEN Das Düsseldorfer Literatenkabarett„Das Kom(m)ödchen“ fand bei der Premiere seines neuen Programms„Verdummt in alle Ewigkeit“ starken Beifall. Eine Gedenkmarke zum 1200. Todestag des heiligen Bonifatius, die eine vom Schwert durchbohrte Mitra auf kardinalrotem Hintergrund zeigt, wird von der Deutschen Bundespost zum 5. Juni herausgegeben. Sie erscheint bis zum 30. November in einer Auflage von fünf Millionen Stück. Die Gesellschaft der Bibliophilen hält ihre 55. Jahrestagung unter Vorsitz von Dr. Rudolf Alexander Schröder vom 28. bis 31. Mai in München. Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft hat für das Jahr 1954 u. a. die Unterstütungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf 1,1 Mill. Mark, der MaxPlanck-Gesellschaft auf 180 000 Mark und der Studienstiftung des deutschen Volkes und des deutschen akademischen Austauschdienstes auf je 150 000 Mark erhöht. Der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden rund 800 000 Mark zugute kommen. Die neue Orgel für den wiederhergestellten Stephansdom in Wien wird mit Hilfe von Spenden aus mehreren europäischen Ländern gebaut werden. Feste Zusagen für großzügige Beiträge liegen bereits aus Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Luxemburg. Schweden und der Schweiz vor. Die„Gesellschaft der Freunde und Förderer der Folkwangschulen“ in Essen hat bisher 135 000 Mark zur Unterstützung der Schulen und der Studentenschaft aufgebracht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1953 stellte die Gesellschaft, die jetzt dreieinhalb Jahre besteht, 54 000 Mark zur Verfügung. In München wurde eine Koordinierungsstelle der deutschen Studentensender als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts gegründet. Gesellschafter sind die in der Bundesrepublik und in Westberlin bestehenden Arbeitsgemeinschaften und Studiogruppen, die einen Studentensender errichten wollen. Halbdunkel sehe ich ein kleines, altes Gesicht mit einem traurigen Hut. „N'Abend“, sage ich kurz. „Dat is'n fein Auto, dat hât der Motor hinten.“ „Ja“, sage ich. Denn es hat ihn wirklich hinten. Und ich bin schon so weit gekommen, daß der Vergaser ein wenig wackelt. Und spüre im Dunkel weiter das kleine Gesicht. „Du bis einer, der hält es mit sin Pief!“ Tatsächlich, ich rauche Pfeife. „Eja. Und dat seh ich dich an, wenn dich din Pief mal nit mehr schmeckt, dann is et schlecht mit dich bestellt.“ „So?“ Und suche nach einem Achtergabelschlüssel. In das amerikanische Ungetüm von mir steigen feine dicke Leute. Türen klacken, und warme Auspuffgase blasen gegen meine Hosenbeine. Auf der anderen StraBenseite gehen vier Menschen mit Regenmänteln und singen— obwohl es noch keine neun Uhr ist— entsetzlich falsch und wollen im Gehen schunkeln und können dabei nicht synchron werden. „Die hau ich an!“ sagt das kleine Gesicht hinter mir, erstaunlich entschlossen. Dann bin ich allein. Mit viel Gefühl drehe ich die neue Schwimmernadel in den Deckel des Vergasergehäuses. Da ist neben mir wieder das kleine Gesicht und sieht mit in den Motor.„Zehn Mark han ich von dene jekritt!“ „Donnerwetter!“ entfährt es mir.„Wie haben Sie denn das fertig gebracht?“ „Dat mach ich so“, und er beugt sich weiter herunter, bis sein Gesicht im Schein meiner spärlichen Lampe ist, grau und naß, lüftet den traurigen Hut, legt den Kopf schief, schließt sekundenlang die Augen und tut dann einen entsetzlich armen Blick nach oben,„so mach ich dat, Kamerad. Häste jesehen?“— Nun hat er den Hut wieder auf dem Kopf und sieht wieder nur noch durchschnittlich arm aus. „Und darauf fallen die Leute herein?“ „Kamerad, ich bin doch nit dumm. Dat hab ich denen doch jenau anjesehen: die waren knüll!“ Nun habe ich am Vergaser etwas falsch gemacht, weil er mich gestört hat, und ich muß zwei Schrauben wieder lösen. „So einfach möchte ich mein Geld auch verdienen“, sage ich,„nur mit Hutabnehmen und so!“ „Dat is’n schwer Brot, dat Hutabnehmen und dat Somachen“, und er deutet es noch einmal an,„ich tät auch lieber für andere Leut die Autos janzmachen. Auch des nachts. Und auch im Regen. Du häs et jut, Kamerad. dat weiß du bloß nit.“ Vielleicht. Und es ist auch nicht für andere Leute, sondern mein eigenes Auto. und ich setze das Luftfilter auf. „Meine Frau hat et am Basedow. Und wat dat Jeld von der Wohlfahrt is, da darf man nit krank am Basedow sein. Eijentlich sollte man et janit abholen. Dann tät man verhungern. Ich glaub auch nit mal, dat dat so weh tät. Wat meinst du. Kamerad?“ Ich habe noch nie darüber nachgedacht. „Awwer man holt et sich ja doch immer wieder af. Und wejen dem muß man dann weiterleben.“ Und er öffnet seine Aktentasche und läßt mich hineinschauen. Zuoberst liegt ein Kohlkopf, und darunter ungewisses Gemüse.„Janz unge drin is auch Fleisch, dat weißt jetzt bloß du, Kamerad. Dat is für mein Frau. Ich tät et lieber ming Kinger jebe, die haben schon dicke Bäuch von nur die Kartoffele. Aber wenn die kein Mutter mehr haben, jehen die mich janz ein.“ Ich weiß nichts zu sagen, prüfe noch einmal die Anschlüsse und fühle mit der Fingerkuppe unter die Benzinleitung. Er späht über die nasse Straße.„Jute Nacht, Kamerad!“— Ein vornehmes Paar kommt aus der Bar. „Gute Nacht. Kamerad!“ sage ich.„Viel Glück!“ Aber er kommt noch einmal zurück, und ganz nah, doch er läßt dabei das Paar nicht aus den Augen:„Du mußt nit denken, ich bin schlecht. Schlecht bin ich nit!“ „Bestimmt nicht!“ sage ich. In der Halle des Hotels hilft mir ein Boy aus dem Overall. In meinem Zimmer bürste ich mir die Hände und fädele wieder die Manschettenknöpfe ein. Sicherlich bin ich ein guter Mensch, da der Mann zu mir soviel Vertrauen hatte. Aber dann komme ich mir vor wie ein Hochstapler, weil ich vor ihm tiefgestapelt habe und verschwiegen, daß ich ein Gast aus dem teuren Hotel bin, mit Telefon und dunkel gekacheltem Bad. Und warum, frage ich mich plötzlich, habe ich ihm nicht auch etwas Geld gegeben für seine Frau mit dem Schilddrüsenleiden?— Ich finde keine Erklärung und weiß nicht, was ich von mir halten soll. In Hut und Mantel verlasse ich das Hotel. Es regnet noch immer, und noch immer leuchten die Neonröhren. Ein nasser Mann mit einem kleinen, alten Gesicht kommt auf mich zu, erkennt mich nicht, lüftet den traurigen Hut, legt den Kopf schief, schließt sekundenlang die Augen und tut einen armseligen Blick nach oben. Ich gebe ihm vier Mark. Er hat mich nicht erkannt. Und ich fühle mich nun wohler und drehe mich selbst noch Der Korb einmal um und sehe, wie er jetzt neben dem Portier steht. In Deckung der parkenden Autos gehe ich auf Kreppsohlen zurück. Er sieht mich nicht. „Den han ich auch anjehauen“, sagt er zum Portier und macht eine Kopfbewegung die Straße hinunter. Aber der Portier verkehrt nur mit Herrschaften und sieht geradeaus:n den Regen. „Vier Mark hät dä mich jejeben!“ Vor Unwillen vergißt der Portier, daß er eine Livree mit goldenen Knöpfen trägt: „Dann war der Herr wohl angeheitert?“ „Enä“, und das kleine Gesicht lächelt verschmitzt.„de nit, aber dumm!“ Tannenmeise und Schwefelregen VON OTTO KOKE Die kurzsichtige Dame:„Aber Kleiner, darfst du denn schon rauchen?“ Die Blüute der Kiefer fallt im Mai besonders auf. Am Grunde der Maitriebe haben sich die männlichen, schwefelgelben Blütenkätzchen entwicke!!. Sie warten auf die Reife der weiblichen Blüten, die sich an der Spitze der Maitriebe zeigen. Sind die kleinen weiblichen Blüten erschienen dann setzt die Windbestäubung ein, die von der Natur in geradezu unvorstellbar verschwenderischer Weise vorgenommen wird. Die Zahl der Pollen ist in Ziffern nicht auszudrücken. Beim leisesten Windhauch stäuben gelbe Wolken auf. Wenn die Tannenmeisen durch das Gezweig huschen, wirbelt der Pollen in kleinen Wölkchen aus dem Gezweig. Hüpft ein Häher durchs Astwerk, so stäubt es leuchtend gelb auf, wallt und wogt durch die Kronen der Kiefern, sinkt allmählich zu Boden und bedeckt alles mit einem gelblichen Schimmer: Moos und Beerkraut, Farn und Gras, altes Reisig wie den Sand der Holzabfuhrwege. Die Schuhe der Wanderer sind von einer gelblichen Staubschicht überzogen. Ist ein Gewitterregen niedergegangen, so überzieht der Pollen der Kiefer nach dem Versickern des Wassers Weg und Steg. Morgens, wenn der Kuckuck und die Misteldrossel den Kiefernwald wecken und der Morgenwind aufsteht und die Zweige der Kiefern anrührt, dann erhebt sich der Pollen in mächtigen Wolken, um sein Werk an den Kienföhren zu vollenden. Aus diesem Wort dürfte übrigens das Wort Kiefer in seiner heutigen Form abzuleiten sein. Vor Jahren, als die Natur für den Menschen noch viel mehr Geheimnisse borg, sprach man in diesen Tagen von einem Schwefelregen, wenn eine Pollenwolke auf die Reise ging und weitab von Wald den Boden überzog. Der Nachteil einer nur vom Wind durchgeführten Befruchtung wird von der Natur durch ein erhöhtes Flugvermögen des Pollens ausgeglichen. Bei der Kiefer ist jedes Pollenkorn mit zwei luftgefüllten Blasen ausgerüstet, so daß der leiseste Windhauch das Pollenkorn zum Wandern veranlaßt. Man hat festgesiellt, daß der Kiefernpollen bis zu sechzig Kilometer zu fliegen vermag. Wer sich in diesen Tagen einen Kiefernzweig bricht, wird neben den gelben männlichen und roten weiblichen Blüten noch kleine, grüne, vielleicht 1½ cm lange Zäpfchen erkennen. Das ist der junge, im Jahre 1954 zur Reife kommende Zapfen, der im Mai 1953 geblüht hat. Die Kiefer hat als einzige von allen einheimischen Holzarten eine zweijährige Zapfenreife. Der aus der weiblichen Blüte 1953 hervorgegangene Zapfen reift im Sommer 1954 aus, ist Herbst 1954 ab November erntereif, bleibt aber bis Mitte April 1955 geschlossen an der Baumkrone, wenn er nicht gepflückt wird oder aber ein auffallend warmer März die Zapfen schon öffnen läßt. Zum Fund des ältesten Teppichs der Welt in den südsibirischen Fürstengräbern bei Pasaryk teilte das Internationale Wollsekretariat in Düsseldorf Einzelheiten mit. Danach stammt der wollene Teppich wahrscheinlich aus einer persischen Werkstatt des 5. vorchristlichen Jahrhunderts. Er ist zwei mal zwei Meter groß, sehr fein geknüpft und zeigt an den Rändern breite Bordüren mit Lotosmustern und in der Mitte Reiter, Adler und Hirsche. Da die Grabhügel eingefroren waren, haben sich die Grabbeigaben über zwei Jahrtausende gut erhalten. Die ältesten in Europa erhaltenen Teppiche stammen aus dem 9. Jahrhundert nach Christi. Die sterblichen Überreste des Bischofs von Aachen, Dr. Johannes Joseph van der Velden, der auf einer Visitationsreise in Krefeld an einem Herzschlag gestorben ist, wurden unter feierlichem Geläut aller Kirchenglocken nach Aachen übergeführt. Sie wurden in der Pfarrkirche St. Nikolaus aufgebahrt, von wo aus sie am Dienstagmorgen zur Trauerfeier in den Dom geleitet werden. EINE WOCHE Roman von Gertrud von Brockdorff Copyright by Prometheus-Verlag, Gröbenzell 000 (22. Fortsetzung) Als sie die Schublade öffnete, sah sie die Tasche wieder, die sie am Morgen neben der Hintertreppe gefunden hatte. Sie nahm sie in die Hand, trug sie zum Fenster und betrachtete sie näher. Erst jetzt sah sie, daß es sich um ein wunderbar ausgestattetes Stück handelte, das freilich ein wenig beschmutzt, aber sonst noch so gut wie neu war. Luise rieb den Schmutz mit einem Tuche ab und freute sich über den weichen spiegelnden Glanz des Leders. Sie öffnete die Tasche, in der Hoffnung, irgendeinen Anhaltspunkt für die Besitzerin zu finden, aber sie war leer. Weder Spiegel noch Puderdose, weder Schlüssel noch Taschentuch. Eine wunderbare Tasche, wer konnte sie nur verloren haben? Sie hatte im Schmutz der Pfütze gelegen; es sah sogar so aus, als hätte sie jemand absichtlich dahineingestoßen. Man mußte diese Tasche aufs Fundbüro bringen; vielleicht meldete sich in der vorgeschriebenen Frist niemand; dann durfte man sie wohl behalten. Luise streichelte das weiche, rote Leder des Innenfutters, dem ein zarter Veilchenduft entstieg, und verlor sich in Träumereien. Sie saß auf ihrem Bettrande, klein und in sich zusammengesunken; sie hatte einen schweren Tag hinter sich und hatte in der letzten Nacht nicht viel geschlafen. Ihr Rücken tat ihr weh, und in den Beinen verspürte sie ziehende Schmerzen von Müdigkeit. Trotzdem lächelte sie jetzt, während sie auf ihren Fund niederblickte. Für ein paar Minuten vergaß sie die schwere Aufgabe, die erst vor ihr Jag. Das Fundbüro war für heute geschlossen, morgen war Sonntag, also konnte sie die Tasche mit dem besten Gewissen der Welt bis Montag bei sich behalten. Montag früh werde ich sie fortbringen“, da hte Luise, während sie den Koffersc lussel herauszog. Beim Offnen des Ko fers bekam sie trübe Augen, wie beim Anblick von etwas Häßlichem. Wenn die Männerkleider inzwischen auch daraus verschwunden waren, die Banknoten in der Brieftasche befanden sich immer noch darin, dazu die verräterische Uhr mit der goldenen Kette. „Montag früh, wenn Frieda mich zu Besorgungen ausschickt...“, dachte Luise, während sie den Kofferschlüssel wieder an sich nahm und ihn sorgfältig verwehrte. Sie ahnte nicht, daß es Montag früh zu spät sein würde. Bis Montag früh würde der Stein ins Rollen gekommen und durch nichts mehr aufzuhalten sein... Auch an diesem Tage brennt, als die Dunkelheit kommt. kein Licht hinter Gunvers Fenstern. Öswald Petruschke steht unten auf der Straße und zerbricht sich den Kopf über das Rätsel. Ist Gunver noch immer nicht zurückgekommen? Oder war sie inzwischen da und ist schon wieder fort? Es ist ihm gleichgültig geworden. Gunver kann seit gestern abend tun und lassen, was sie mag; es rührt ihn nicht mehr. Nur das Rätsel beschäftigt ihn noch, das Geheimnisvolle, Sinnlose und Unfaßbare an dieser ganzen Sache; daneben die lästige Tatsache, daß er zweihundertfünfzig Mark, die Gunvers Eigentum sind, mit sich in der Tasche herumträgt. Wenn er sich doch nur nicht darauf eingelassen hätte, das Schmuckstück für sie zu verkaufen! Aber schließlich war Fräulein von Dresselberg auf ihre Miete angewiesen.„Ich glaube“, hatte Gunver gesagt,„sie ißt sich überhaupt nicht mehr satt.“ Öswald späht vorsichtig in den Flur; dann steigt er sacht die Treppe mit dem roten Läufer bis zur ersten Etage hinauf und klingelt an der Dresselbergschen Tür. Sofort, als hätte jemand auf dieses Zeichen gewartet, erhellt sich der Korridor. „Bitte?“ fragte Fräulein von Dresselberg steif und sieht Oswald fremd und fragend an. „Ich komme, um einen Auftrag zu erfüllen, Fräulein von Dresselberg“, sagt Öswald etwas eingeschüchtert, und die Worte, die er sich zurechtgelegt hat, klingen ihm selber unecht und eingelernt. „Einen Auftrag? Für mich?“ Die schmalen, gewölbten Brauen unter dem weißen Haar werden zu zwei hochmütigen Bögen.„Für mich?“ fragte das Fräulein noch einmal. Dann scheint sie sich auf etwas zu besinnen und verwandelt sich aus einer fremden und abweisenden Dame in einen kleinen vor Angst und Unruhe zitternden Menschen. „Einen Auftrag? Etwa von Fräulein Sibelin? Bringen Sie mir Nachricht von Fräulein„Sibelin, Herr Petruschke?“ Sie ist also tatsächlich noch nicht zurückgekommen, denkt Öswald erbittert. Kümmert Sie sich überhaupt nicht um das, was hinter ihr zurückbleibt? Hat sie wirklich einen neuen Freund gefunden, der so einflußreich ist, daß sie für das Zusammensein mit ihm alle Rücksichten opfert?“ „Ich habe“, sagt er mit einem mitleidigen Blick in das erregte Gesicht der alten Dame,„von Fräulein Sibelin lediglich den Auftrag bekommen, Ihnen eine Geldsumme zu überbringen.“ „Ist das alles, Herr Petruschke?“ fragt das Fräulein mit den zuckenden Lippen eines Kindes, das sich das Weinen verbeißt.„Sonst nichts für mich? Kein Brief, keine Entschuldigung oder Erklärung?“ „Leider nein, murmelt Oswald verwirrt und betreten.„Fräulein Sibelin hat mir keine nähere Erklärung gegeben. Nur diesen Auftrag. Ich nehme aber gerade darum an, daß sie sich bald melden wird.“ „Sie hat Ihnen“, fragt Fräulein Dresselberg langsam,„auch nicht angedeutet, was sie vorhatte?“ „Nicht im geringsten. Ich vermute, daß sie plötzlich in einer beruflichen Angelegenheit weg mußte.“ „Dann hätte sie bestimmt den kleinen Koffer mitgenommen.“ „Es kann alles sehr plötzlich gekommen sein“, stottert Oswald immer verwirrter. „Wie merkwürdig!“ „Darf ich Ihnen jetzt das Geld auszahlen?“ fragte er fast schroff.„Es sind zweihundertfünfzig Mark. Fräulein Sibelin bittet Sie, den Betrag für die Miete zu behalten und den Rest vorläufig für sie aufzuheben.“ „Bitte!“ sagt Fräulein von Dresselberg förmlich, öffnet eine Tür zur Rechten und führt Oswald in das kleine Zimmer mit den roten Damastmöbeln. „Ich werde Ihnen der Ordnung halber eine Quittung ausschreiben“, sagt das Fräulein und setzt eine Brille auf, wodurch der Blick der rotgeränderten Augen noch schärfer und prüfender zu werden scheint. Oswald hat das Geld auf die rote Damastdecke gezählt und ist neben dem Tisch stehen geblieben; sie hat ihn nicht aufgefordert, sich zu setzen. Das Fräulein schreibt ein paar Worte auf ein Stück Papier und händigt ihm die Quittung aus. „Grüßen Sie Fräulein Sibelin von mir. Herr Petruschke, und sagen Sie ihr, ich ließe sie dringend um Nachricht bitten.“ „Aber ich versichere Ihnen doch...“ „Ich meine natürlich nur für den Fall, daß Sie sie zufällig wiedersehen sollten“, sagt Fräulein von Dresselberg mit einem kleinen, etwas anzüglichen Lächeln um den welken Mund. Oswald findet hierauf keine Antwort mehr, sondern wendet sich schweigend zum Gehen. Ein leichtes Unbehagen ist in ihm, und das will ihm selber merkwürdig vorkommen. Könnte er jetzt nicht froh sein, hat er nicht eine gute Tat getan, indem er die alte Frau von ihren Sorgen befreite? Aber das Unbehagen in ihm bleibt und wird größer. Es mag damit zusammenhängen, daß das Fräulein seiner Behauptung, von Gunvers Aufenthalt nichts zu wissen, offensichtlich keinen Glauben schenkte. Es mag auch daher kommen, daß Gunvers Abwesenheit allmählich auch ihm wirklich sonderbar und verdächtig erscheint. Verdächtig? Gunver gehört nicht zu den Mädchen, die sich verschleppen oder entführen lassen. Gunver weiß, was sie will, sie hält ihr Leben fest in der Hand, und sicher bedeutet diese Abwesenheit für sie den Anfang einer Karriere. Oswald ist in Gedanken verloren auf der Treppe stehengeblieben, als er plötzlich jäh in die Wirklichkeit zurückgerufen wird. Vom Hof her kommt nämlich jemand in den Flur, wirft die hintere Tür zu und läuft in höchster Eile und ohne sich umzusehen nach vorn. Luise ist schon auf der Straße, als Öswald sich darüber klar wird, daß sie es war, die soeben mit hochrotem Kopf und sichtlich erregt an ihm vorüberrannte. (Fortsetzung folgt) Gottesdlenste Sonntag, den 23. Mal Katholischer Gottesdienst St. Martinus-Pfarrei Olpe: 6 Uhr. 6.45 Uhr und 8 Uhr hl. Mesen; 9 Uhr Schulmesse; 10 Uhr Hochamt; 11.15 Uhr letzte hl. Messe; 14 Uhr Andacht; 20 Uhr Maiandacht. Evangelischer Gottesdienst Olpe: 9.30 Uhr Hauptgottesdienst; 10.45 Uhr Kindergottesdienst; 9.30 Uhr Gottesdienst in Heid; 16.30 Uhr Gottesdienst in Wenden(kath. Kirche). Attendorn: 9.30 Uhr Gottesdienst; 11 Uhr Kindergottesdienst; in Papiermühle 13.30 Uhr Kindergottesdienst, 14.30 Uhr Gottesdienst.— Mittwoch: 16 Uhr Frauenhilfe Ihnetal und 20 Uhr Bibelstunde Ewig. Grevenbrück: 9 Uhr Gottesdienst; 10.15 Uhr Kindergottesdienst; 15.15 Uhr Kirchveischede(Dorfkirche) ev. Gottesdienst.— Montag: 20 Uhr Posaunenchor-Uebungsstunde.— Dienstag: 20 Uhr Jungmännerabend.— Mittwoch: 15.30 Uhr Frauenhilfe.— Donnerstag, Himmelfahrt Christi: 9 Uhr Gottesdienst mit Taufe und anschließender Abendmahlsfeier.— Freitag 20 Uhr Mädchenkreis. Altenhundem-Meggen: 9.30 Uhr Altenhundem, 10.45 Uhr Kindergottesdienst. 13.30 Uhr Saalhausen, 15 Uhr Langenei, 16.30 Uhr Lenne, 8.30 Uhr Maumke, 10 Uhr Lutrop, 15 Uhr Oedingen, 17 Uhr Hofolpe. Außerdem im Gemeindesaal 15.30 Uhr Evangelisations-Jugendvortrag „Liebe ohne Ring?“ und um 20 Uhr„Blikke hinter den Vorhang der Zukunft“.— Montag: 15.30 Uhr im Gemeindesaal Vortrag für Mütter„Was schulden Mütter ihren Kindern?“ und um 20 Uhr für Männer und Jungmänner:„Ist das Christentum nur eine Frauensache?“. Albaum. Das Freibad wird am Sonntag wieder geöffnet. Morgen Waldlaufmeisterschaften Kreis Olpe. Nach langen Jahren der Ruhe werden am morgigen Sonntag wieder Kreis-Waldlaufmeisterschaften in Oberhundem durchgeführt. Der Turnverein Oberhundem hat alle Vorbereitungen getroffen, um den Läufern eine reibungslose Durchführung der Wettbewerbe zu ermöglichen. Der Veranstaltungsplan sieht folgende Wettbewerbe vor: 2000Meter-Lauf für männliche Jugendliche der Jahrgänge 1936 bis 1939. 3000-MeterLauf für Junioren der Jahrgänge 1933 bis 1935 und 5000-Meter-Lauf für Männer des Jahrganges 1935 und älter.— Teilnahmeberechtigt sind alle Männer und männlichen Jugendlichen, die Mitglieder der Vereine des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen sind, soweit die Vereine im Kreis Olpe liegen. Die Läufe beginnen um 14 Uhr. Umkleidemöglichkeiten bestehen beim Hause Hanna“.— Auf der Wiese unterhalb Hanna“ finden im Anschluß an den Waldlauf Vorführungen der Turnerinnen des TV Altenhundem im Volks- und Reigentanz anläßlich des Tages der Turnerinnen statt. Hier ist auch nach den Vorführungen die Siegerehrung durch Kreisverbandsvorsitzenden Ewald Tigges. Eine Stunde vor Startbeginn findet im Hause Hanna“ eine Kampfrichtersitzung statt. Grevenbrück. Bis zum 22. Mai müssen alle Vertriebenen und Flüchtlinge, die bisher noch nicht den beantragten neuen Bundesausweis erhalten haben, diesen gegen Rückgabe des alten Ausweises beim Vertriebenenamt, Amtsverwaltung. Zimmer 6, abholen. Maumke. Am Sonntag wiederholt die Laienspielschar der kath. Pfarrjugend das Bauerndrama„Der verratene Hof“ im Saale Maas. Meggen. Am Sonntag unternimmt die SGV-Abteilung eine Tageswanderung zum Kolbturm. Gardinen und Dekorationen Geschmackvolle, allerletzte Neuheiten in staunenswerter Auswahl und dazu wie immer: wieder so preiswert! Anfertigen und Aufhängen von Gardinen und Dekorationen. Kebbekus& Eibach- Olpe Aerztliche Vertretung zum Wochenende in Olpe von Samstag 13 Uhr bis Montag 7 Uhr, bei Verhinderung des Hausarztes: Dr. Osthoff, Bahnhofstraße 5(Telefon 517). Bereitschaftsdienst der Apotheken Dienstbereit ist in Olpe sonntags und nachts ab Samstag, dem 22. Mai, 19 Uhr, die Martinus-Apotheke(Telefon 9797). Altenhundem. Das 77. Lebensjahr vollendete Hubert Stinn. Am Montag kann Wilhelm Struwe seinen 78. Geburtstag feiern. Wir gratulieren! St. Hedwigskreis Drolshagen Drolshagen. Die Maiandacht des St. Hedwigskreises ist am Sonntag in der Krankenhauskapelle.„Sursum corda“ und das„Östdeutsche Kirchenliederbüchlein“ sind mitzubringen. Anschließend findet eine Versammlung im Kolpingszimmer statt. Gäste sind willkommen! Deutscher Gewerkschaftsbund Drolshagen. Die Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes werden vom DGB aufgefordert, an der am Montag, dem 24. Mai, um 20 Uhr im Hotel Schürholz stattfindenden Aufklärungsversammlung der Konsumgenossenschaft teilzunehmen. Redner des Abends sind Fazius, Plettenberg, und Gewerkschaftssekretär Nowak, Olpe. Bezirkstag der„Spara“ Kreis Olpe. Die Spara-Gruppe Grevenbrück-Olpe teilt mit: Der westfälische Bezirk der„Spara“ hat seinen großen Tag. Wir fahren am Sonntag, dem 23. Mai, zum Bezirkstag nach Dortmund und haben die große Freude, den Gründer unserer„Spara“, Dr. König, zu Gast zu haben. Wir erwarten, daß sich die Gruppe geschlossen zur Teilnahme bereit erklärt. Schönau. Frau Maria Halbe geb. Baum vollendete am Donnerstag ihr 82. Lebensjahr. Wir gratulieren! Heid. Landwirt Peter Schmidt konnte am Donnerstag seinen 72. Geburtstag feifern. Unsern Glückwunsch! Noch gesperrt... Ennest. Die Straße über den Grafweg nach Attendorn ist noch gesperrt, da die Instandsetzungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Inzwischen hat man mehrere Packlagen gelegt und die gesamte Straße verbreitert. Der Kraftfahrzeugverkehr wird bis zur endgültigen Fertigstellung über den Himmelsberg geleitet. TTC Altenhundem Gast in Hagen-Haspe Altenhundem. Die, TT-Mannschaft der KJ Altenhundem weilte am Sonntag beim Landesligisten Friesen 1860 in HagenHaspe zu einem Freundschaftsspiel. Haspe war mit 9:7 ein glücklicher Gewinner. Altenhundem kann auf dieses Ergebnis stolz sein, denn erst im letzten Doppel fiel die Entscheidung zu Gunsten Haspes. Die besten Spieler Kneer und Wolf(Haspe), Burghardt und Schauerte(Altenhundem). Haspe erklärte sich bereit, auch in diesem Jahre wieder mit der 1. Mannschaft an dem Altenhundemer Pokalturnier teilzunehmen, das voraussichtlich im September stattfindet. Stadt Attendorn Heute gegen 20 Uhr trifft die Lichtstafette mit dem Light von Lourdes bei der Pfarrkirche ein. Anschließend ist Jugendmaiandacht in der Pfarrkirche. Die Feldprozession(Heiligentracht) wird morgen nach altem Brauch durchgeführt. Um 5 Uhr ist feierliches Hochamt, anschließend Prozession über Ollerschott. Plaßmannshof nach Ennest. Nach dem Amt in der Ennester Pfarrkirche zieht die Heiligentracht durchs Jammertal über Heiderbaum wieder nach Attendorn zurück, wo gegen 11 Uhr die letzte hl. Messe in der Pfarrkirche ist. Zu einem Zimmerbrand wurde die Feuerwehr in der Nacht zum Freitag gegen 3 Uhr alarmiert. Ein Büroraum der Amtsverwaltung brannte durch das Nichtausschalten eines Tauchsieders. Die Feuerwehr konnte bald wieder abrücken. In diesem Zusammenhang macht die Feuerwehr nochmals darauf aufmerksam, daß die Feuermeldestelle unter der Rufnummer 533 und der Wehrführer, Oberbrandmeister Robert Höffer, unter der Rufnummer 648 zu erreichen sind. Eine moderne doppelte Bundeskegelbahn wird heute um 16 Uhr im Gasthof Hacke, Ennester Weg, eröffnet. Der Verkehrsverein hat nächsten Dienstag um 20 Uhr Vorstandssitzung im Café Beul. Die Bäcker von Stadt und Amt Attendorn unternahmen mit dem SauerlandExpreß eine Fahrt nach Paris. Viele schön Eindrücke gewannen die Teilnehmer. Totenglocke. Es starben im Alter von 68 Jahren Norbert Rohleder, Bremger Weg, und Frl. Christel Viegener im Alter von 15 Jahren, wohnhaft Ennester Straße R. i. p. Altenhundem. Am Sonntag feiert Josef Köster, Hochstraße, seinen 78. Geburtstag. Unseren Glückwunsch! 5-Limmer-Haus mit Garten in Husten bei 10000 DM Anzahlung zu verkaufen. Angebote unter Nr. 1730 an Sauerl. Volksblatt Olpe. 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Frau Walther Ruegenberg Olpe, In der Wüste 10 Kaufe Freilaufnabe evtl. Fahrrad-Hinterrad KUNERT, Olpe Hoher Stein 4 Bekanntmachung betr. Begasung der Fuchs- und Dachsbaue Aufgrund der viehseuchenpolizeilichen Anordnung des Regierungspräsidenten Arnsberg zur Bekämpfung der Tollwut vom 31. März 1954 wird am Montag, dem 24. Mai 1954. mit der Begasung der Fuchs- und Dachsbaue begonnen. Die Arbeiten sind der Fa. Heerdt-Lingler G. m. b. H., Frankfurt, übertragen. Für die Begasung wird das hochgiftige ZyklonBlausäuregas verwendet, das sich in den Röhren schnell ausbreitet und den sicheren To1 aller Lebewesen verursacht. Es ist dringend erforderlich, daß sich Menschen einige Tage von den begasten Bauén, die durch Warnschilder gekennzeichnet werden, fernhalten. Eltern und Erzieher werden gebeten, die Kinder auf diese Gefahr hinzuweisen. Die Jagdausübungsberechtigten werden rechtzeitig von der Begasung durch das Kreisjagdamt benachrichtigt. Olpe. den 21. Mai 1954 LANDKREIS OLPE — Kreisjagdamt— Der Oberkreisdirektor 026—00/1 In Vertretung: 72 gez.: HUNDT Tüchtige, selbständige Näherin für Gardinen, Wäsche und Aenderungen von Konfektion gesucht. Kebbekus& Elbach Olpe Neuwertiger Korbkinderwagen sowie Laufgitter zu verkaufen. Zu erfragen unter Nr. 1731 beim Sauerl Volksblatt Olpe. Möbl. Zimmer mit fl. Wasser und voller Pension in Stadtmitte Olpe zu' vermieten. Zu erfragen unter Nr. 1732 beim Sauerl Volksblatt Olpe. Statt Karten! Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung danken wir recht herzlich. LINUS QUITER UND FRAU Else geb. Hof Gerlingen. im Mai 1954 Jetzt ist es Zeit, Ihren Gartenschirm durch Reparatur oder Neubeziehen in Ordnung bringen zu lassen. SCHIRMTHAUS Kuckertz Olpe- Frankfurter Str. 1 Junges Mädchen als Bürolehrling möglichst mit Kenntnissen in Stenografie und Maschinenschreiben, für sofort nach Olpe gesucht. Schriftliche Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen unt. Nr. 1733 an Sauerl. Volksblatt Olpe Der Herr über Leben und Tod, rief heute um 8 Uhr, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Werkmeister i. R. Franz Stahl im hohen Alter von 83 Jahren, versehen mit den Tröstungen unserer heiligen Kirche, zu sich in die Ewigkeit. Um ein stilles Gebet bitten Die trauernden Angehörigen und Anverwandten Hützemert, Werdohl, Drolshagen, denest, Attendorn, den 20. Mai 1954. WieDie Beerdigung findet Montag, den 24. Mai, um 9.30 Uhr in Drolshagen statt; anschließend ist das Seelenamt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, insbesondere für die Meß-, Kranz- und Blumenspenden, beim Heimgange unseres lieben Vaters, sowie allen die dem Toten das letzte Geleit gaben, sagen wir hiermit unseren innigen Dank. FAMILIE JOSEF HENNRICHS FAMILIE JOHANN SCHRIEWER FAMILIE HEINZ STRACKE Gerlingermühle, im Mai 1954 Trauerspenden in erstklassigen Ausführungen bei mäßigen Preisen liefert Gärtnere Olpe, Westtälische Straße 7/ Fernsprecher 294 Auch Vermittlung nach auswärts Gerbermann TÄGLICH BARGELD Für unsere seit vielen Jahren bekannten Haushaltspackungen waldfrischer Heidel- und Preisselbeeren, Pilze und tafelfertiger Waldfruchtspezialitäten sowie Honig, frische Landbutter und frische Trinkeier suchen wir allerorts DAMEN UND HERREN als haupt- oder nebenberufliche Mitarbeiter zum Verkauf an Private bei sof. Prov. u. Kundenschutz 80 Jahre Waldfrüchte Faltenbacher Pfreimd Nr. 31(Bayern) Familien-Nachrichten gibt man am besten durch eine Anzelge im altangestammten Heimatblatt Sauerländisches Volksbla““ bekannt. Unsere Zeitung wird aus alter Tradition gelesen und hat daher auch die melsten Anzelgen aus unserem engeren Helmatbezirk— Es kostet la aucn nicht viell Spaziergang auf der Diamantenstraße Geheimnisse in der Namibwüste— Blitzende Öst-West-Kette im Dunkeln Diamanten gelten als Friedensbarometer. Sie werden zu neun Zehnteln in London gehandelt. Vorsichtige Leute wählen sich Edelsteine als Kapitalanlage für unruhige Zeiten aus. Aber nicht darum geht es bei nachlassendem privatem Käuferinteresse den Schmugglern, deren weltweites Netz in den USA das Hauptquartier findet. Zwischen Öst und West gleitet vielmehr eine blitzende Diamantenkette im Dunkeln, im Werte von jährlich 10 000 bis 20 000 Karat. Die sowjetische Industrie, die kaum noch offizielle Einkäufe von Industriediamanten zum Schneiden der Metalle im Westen vornimmt, ist das Endziel. Aber auch China benötigt diese Diamanten und ließ nur deshalb vor dem portugiesischen Macao die Gewehre knallen, um den illegalen Handel wieder in Schwung zu bringen. Als Schmuggelzentren führen Akkra (Goldküste) als Sammelort, Antwerpen (Belgien) als Schleiferzentrum, Tanger (Marokko) als Umschlagplatz neben den Verkaufsstädten Los Angeles und Neuyork. In Tanger lagern die Diamanten unverzollt und werden unverzollt weiterverfrachtet. Von Kapstadt bis Tanger aber laufen die Fäden einer Organisation, die jetzt Sir Percy Sillitoe, wegen angeblichen Versagens im Geheimdienst und Spionagekrieg nach 20 Jahren Tätigkeit in der M. I. 5 verabschiedet, aufdecken soll. Sir Percy arbeitet für Sir Ernest Oppenheimer, den ungekrönten Diamantenkönig von Südafrika. Bisher wurden auf hoher See im Mittelmeer unscheinbare Päckchen von hohem Wert sichergestellt. Man entdeckte, daß es sich dabei um Diamanten handelte, die in großer Anzahl irgendwo von illegalen Schürfern in Bewegung gesetzt wurden. Die Schmuggler arbeiten mit eigenen Flugzeugen, Jachten, Radio und Code. Die kostbaren Steine werden verschluckt, eingenäht, falsch als Tuben und Puderdosen deklariert. Man arbeitet mit Bestechungen von Stewards an Bord und in der Luft und mit ahnungslosen Kurieren. Das De-Beers-Monopol mit 95 Prozent aller Diamantenumsätze scheint bedroht. Sir Ernest Oppenheimer muß als Chef dieses Milliardentrusts gegen ein Schmugglerkartell kämpfen. 74 Jahre ist der mächtige„Oppy“, 46 sein Gegenspieler, der seit 1936 in Südafrika tätige kanadische Ingenieur Dr. J. T. Williamson, der schon vor einem Jahr Diamantenreserven im Werte von 50 Millionen DM zu einem Generalangriff auf den De-Beer-Konzern GRÖNLAND als Reserve bereitstellte.„Oppy“ will nur eine genau begrenzte Anzahl von Diamanten auf dem Markt haben, um die Preise nicht fallenzulassen. Die künstlich stabilisierten Höchstpreise werden aber nun zum Anreiz für unsichtbare Männer im Hintergrund. Das Monopol ist vielleicht schon gebrochen. Dabei kauft die Industrie vier Fünftél des internationalen Angebotes jährlich auf. Der Preis stieg seit 1938 um fast tausend Prozent. Es hat für den Schmugglerring keinen Sinn, mit Negern ir den„Compounds“, den hermetisch abgesperrten Lagern der Diamantenarbeiter, Verbindung aufzunehmen. Südwestafrika aber läßt sich mit ein paar Hubschraubern und Kamelreitern nicht kontrollieren. Man vermutet daher in der Namibwüste mit Ingenieuren aufgezogene Schürfplätze der internationalen „Gangs“. Dann folgt der romantische Zwischenweg auf der Diamantenstraße, auf dem etwa ein angeblicher Prediger mit Schwarzen seelsorgerische Händedrücke wechselte und sich dabei an heißen Diamanten die geschickten Finger verbrannte. Hübsch war auch die Sache mit den eingefrorenen tropischen Blumen in Johannesburg. Als das Eis schmolz und die Blüten welkten, stieß man auf einen funkelnden Diamanten. VEREINIGTE STAATEN Frauenträume London.— Auf eine Umfrage, ob und warum sie lieber Männer sein möchten, antworteten viele Leserinnen einer englischen Zeitung. Sie möchten im Wembley Fußball spielen dürfen, Boxer werden, egoistisch sein, ohne es zu wissen, bei Regenwetter keinen Ärger mit der Frisur haben und jemanden im Hause wissen, der alles erledigt, ohne dafür ein Danke zu bekommen. Kinderverbot für Mieter London.— Das Wohnungskomitee einer englischen Stadt verlangte von allen jungverheirateten Paaren. die in einen städtischen Häuserblock einzogen, das Versprechen, kinderlos zu bleiben. Kinder würden die neuen Anlagen um die Mietswohnungen beschädigen. „Stationsfrauen“ Kairo.— Ahmed Tukur, ein ägyptischer Eisenbahnbeamter, protestierte gegen die Erweiterung seines Dienstbezirkes. Dieser ist schon jetzt so groß, daß er abwechselnd in vier Stationen schlafen muß. Tukur löste das Problem dadurch, daß er in jeder Stadt eine andere Frau heiratete. Die Übernahme einer fünften Station verweigerte er, da ihm der Islam keine fünfte Frau gestatten würde. CEVLON Paradies auf 999 Jahre Das seltsame Inselreich eines schottischen Puritaners—„König“ Ross hat es leichter als Königin Elizabeth Staubstürme stehlen Farmerland Washington.— Eine Plage, von der sich die Vereinigten Staaten endgültig befreit zu haben glaubten, ist zurückgekehrt. Staubstürme bedrohen wieder die amerikanischen Farmen. Der Wind fegt den Humus von den Feldern und verwandelt ihn in Staub, der die Getreidesaaten erstickt, sich an Zäunen und Gebäuden zu hohen Dünen anhäuft und die Straßen und Bahnlinien wie ein schwerer Schneefall blockiert. Die Lage ist so ernst, daß Präsident Eisenhower kürzlich auf einer Sonderkonferenz mit den Gouverneuren der betroffenen Staaten Abhilfemaßnahmen beriet. Schon einmal, in den dreißiger Jahren, wurde die amerikanische Landwirtschaft, vor allem im Mittelwesten, von dieser Gefahr bedroht. Nach furchtbaren Verwüstungen, die ganze Landstriche veröden ließen, gelang es jedoch, die Sandstürme Gebirgskette im Nordpolargebiet Sowjetische Wissenschaftler haben eine unterseeische Gebirgskette entdeckt, die das nördliche Eismeer von den neusibirischen Inseln über den Nordpol bis nach Nordwestgrönland teilt. Die Sowjetische Akademie der Wissenschaften hat die Gebirgskette, die stellenweise über dreitausend Meter hoch ist,„LomonosowKette“ genannt. In dem Bericht der Expeditionen heißt es, die neue Entdeckung habe den Beweis dafür geliefert, daß es keine geschlossene nordpolare Landmasse gebe. Ähnlich, wie es eine„mittelatlantische Schwelle“ gibt, wird das Eismeer in zwei große Becken aufgeteilt. Seit 1948 besteht eine sowjetische Forschungsstation auf einer der im Eismeer driftenden Schollen. Ihr Aufgabenbereich waren nicht nur ozeanographische und geologische Fragen, sondern vor allem die Erforschung der höheren Ströme in der Polar-Atmosphäre, deren Kenntnis zur Luftfahrt in diesen Gebieten unerläßlich ist. Damit zusammenhängend wurden auch die Meeresströmungen untersucht. Das Nordpolargebiet ist das Zentrum der Entwicklung unseres Wetters. Hier entstehen die gewaltigen Hochdruck- und Tiefdruckgebiete, die als eisige Stürme im Winter nach dem nordamerikanischen Kontinent einfallen, sich über dem Atlantik mit feuchten Luftmassen anreichern, und, von den Westwinden angetrieben, wesentlich das Klima Mitteleuropas mitbestimmen. Die Meteorologen haben das Drucksystem über der Nordpolarkappe die„Wetterküche“ genannt. Den sowjetischen Wissenschaftlern gelang auch die Kartierung eines großen magnetischen Felds, das über der Zentralarktis verläuft und häufig zu der Annahme verleitet hatte, daß ein zweiter magnetischer Pol bestehe.(Der Magnetpol liegt in der Nähe der Insel Boothia Felix im äußersten Norden Kanadas.) Die Linien gleicher magnetischer Neigung bündeln sich nach den sowjetischen Forschungsergebnissen im Raum der Taymir-Halbinsel in Sibirien und verlaufen dann eng parallel über dem Polargebiet nach Nordkanada. Im Zusammenhang mit diesen Forschungen wurden auch wichtige Anhaltspunkte für magnetische Anomalien in hohen Luftschichten der Arktis gefunden, die für das Fliegen sehr bedeutend sind: sie üben unter Umständen einen derartigen Einfluß auf die Navigationsinstrumente aus, daß es den Piloten nur bei ständiger Korrektur gelingt, genauen Kurs zu halten. Die neue sowjetische Tiefenkarte des Nordpolargebiets wird wesentlich zu unserer Kenntnis der Erdkruste beitragen. Wenn die Annahme stimmt, daß die Lomonosow-Kette eine Fortsetzung der nordostasiatischen Faltengebirge ist, so rundet sich das Bild von der tektonischen Beschaffenheit der europäisch-asiatischen Kontinentalmasse ab, wie es in seinen Grundzügen von dem deutschen Forscher Alfred Wegener in den dreißiger Jahren beschrieben wurde. Die sowjetischen Polarforschungen haben nicht allein wissenschaftlichen Hintergrund: auch strategische Erwägungen des Luftwaffen-Generalstabes dürften sie veranlaßt haben. Wie die amerikanische Marine und Luftwaffe seit Jahren auf den driftenden Inseln im grönländisch-kanadischen Polargebiet Forschungen über Luftströmungen, magnetische Anomalien und Meeresströmungen anstellt, deren Ergebnisse streng geheimgehalten werden (vor allem die Forschungen au“ Fletchers Island, der driftenden Eisscholle„T 3“), so wollen die Sowjets den in einem kommenden Krieg entscheidenden Luftraum über der Arktis genau erforschen. In den Einöden der Arktis spielt sich seit Jahren ein erbitterter„Kalter Krieg der Wissenschaftler“ ab. durch Gegenmaßnahmen zunächst einzuschränken und schließlich ganz zu verhindern. Am besten bewährte sich das sogenannte„Konturpflügen“, d. h. das Pflügen in Schlangenlinien statt in geraden Furchen, wodurch ein Wegblasen der Akkerkrume erschwert wird. Hecken und Baumreihen wurden als Windschutz gepflanzt, große Flächen durch die Verwandlung in Weideland mit einer festen Grasnarbe vor dem Wind geschützt. Die Gefahr schien endgültig gebannt. Aber in diesem Frühling hat sich der Himmel wieder über großen Gebieten der Staaten Colorado, Kansas, Texas und Oklahoma verdunkelt. Der Ackerboden weht in dichten Wolken übers Land. In verschiedenen Bezirken des Staates Colorado wurde die Weizensaat bis zu 75 Prozent vernichtet. Was ist die Ursache für diese unerwartete Rückkehr der Plage? Die Niederschlagsmengen in den Weststaaten sind in den letzten vier Jahren ständig zurückgegangen. Aber das ist nur ein Faktor. Entscheidender ist nach Ansicht der Fachleute, daß die hohen, gesetzlich garantierten Preise für die wichtigsten Agrarerzeugnisse zu einer ungesunden Vermehrung und Intensivierung des Anbaus geführt haben, die den Boden überforderten. Die hohen Weizenpreise z. B. hatten zur Folge, daß auch leichte Böden, die sich viel besser als Weideland oder zum Anbau von Hackfrüchten eigneten, ihrer schützenden Grasnarbe beraubt und mit Weizen bestellt wurden. Wenn die Saat bei spärlichem Regen nicht gut anschlug, war der Boden ungeschützt dem Wind preisgegeben. Von 3,5 Millionen Ackern Weideland, die in den Südstaaten seit 1945 mit Getreide und anderen ertragreichen Pflanzen bebaut wurden, hätten nach Ansicht einer Forschungsstelle 75 Prozent gar nicht umgepflügt werden dürfen. Aber auch der Viehbestand ist, angereizt durch die hohen Fleischpreise, so stark vermehrt worden, Etwa auf halber Strecke zwischen Freemantle in Australien und Colombo auf der Insel Ceylon liegt ein von Palmen beschattetes Atoil, das nur alle Jubeljahre in Presseberichten auftaucht. Das sind die Kokos- oder Keelinginseln, eine früher unbewohnte Gruppe paradiesischer Eilande. die dem schottischen Kapitän eines im Jahre 1825 vorbeifahrenden Schiffes so begehrenswert erschienen, daß er zwei Jahre später mit seiner Frau, vier Kindern und der Schwiegermutter zurückkehrte, um sich dort anzusiedeln. Das Unternehmen des biederen Schotten John Clunies-Ross drohte gleich zu Beginn an einem Schönheitsfehler zu scheitern, denn zu seinem Entsetzen mußte er feststellen, daß ihm ein Landsmann namens Alexander Hare zuvorgekommen war und auf einer der Inseln mit hundert indonesischen Frauen ein verwerfliches Haremsleben führte, das keineswegs zu dem gesitteten Familienleben des Herrn Ross passen wollte. Mister Ross nahm deshalb vorerst Besitz von einer anderen Insel, holte sich eine Anzahl javanischer Arbeiter, ließ einige befreundete Familien aus Schottland nachkommen und erreichte ein Jahrzehnt später, daß die damalige Queen Victoria ihm das kleine Inselreich auf 999 Jahre als Lehen der britischen Krone übergab. Inzwischen war auch Mister Hare den Anforderungen seines hundertköpfigen Harems nicht mehr gewachsen. Er wurde mehr tot als lebendig an Bord eines Indienfahrers verfrachtet und starb auf dem Transport nach Bombay. Sein Harem wurde an die ledigen javanischen Arbeiter versteigert und etwas später konnte Mister Ross bereits über fast 2000 Untertanen regieren. Viele Jahre lang hatten die Kokosinseln das Glück, von der Außenwelt übersehen zu werden, bis sie plötzlich in allen Zeitungen der Erde auftauchten. Das war am 9. November 1914, als hier der deutsche Kreuzer„Emden“ nach siegreicher Kaperfahrt versenkt wurde. Vor kurzem konnte man wieder von den Kokosinseln lesen. Queen Elizabeth II. machte auf ihrer Fahrt von Australien nach Ceylon dort Station und tauschte Händedrücke mit dem gegenwärtigen Inselmonarchen, dem 25jährigen John Clunies-Ross, dessen kleines Reich das seltsame Gesetz hat, daß kein Bewohner, der es verläßt, jemals zurückkehren darf. Die wenigsten der Insulaner haben aber das Verlangen, die Kokosinseln zu verlassen. Sie sind die besternährten und gesundesten Menschen im Fernen Östen. Sie leben in einem Klima, in dem man keine Erkältung und keine Fliegen kennt, und sie können sich mit 55 Jahren mit vollem Gehalt zur Ruhe setzen. „König“ Ross und seine junge, achtzehnjährige, blonde englische Frau sind die daß er die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Weideflächen überschritten hat. Die hohen Festpreise für Agrarerzeugnisse haben der amerikanischen Regierung bereits das schwer zu lösende Problem eines ständig anwachsenden Vorrats an Lebensmitteln aufgebürdet, der alle vernünftigen Dimensionen übersteigt. Daß die künstlich erhöhten Agrarpreise, wie sich jetzt herausstellt, auch dazu beigetragen haben, die Staubstürme wieder aufleben zu lassen, zeigt die gefährlichen Folgen der Preispolitik. So ist es nicht ereinzigen Inselbewohner, die das Paradies gelegentlich auf ihrer eigenen Motorjacht verlassen. Ihr nach Millioner zählendes, in England angelegtes Barvermögen verdanken sie dem Koprahandel der Insel. Als die britische Königin das paradiesische Reich am Rand der Welt besuchte, empfing „König“ Ross seine Souveränin in einem weißgekachelten Palast, der sieben große Empfangssalons und vierundzwanzig Schlafzimmer hat. „Sie sind zu beneiden“, sagte die britische Königin, als sie die glücklichen Inseln auf der„Gothik“ verließ. „Pin up nix gut!“ Hinter Wien drangen vier Sowjetsoldaten in die Kajüte eines festgemachten Donauschiffes ein und besichtigten interessiert die an den Wänden angezweckten Bilder von Pin-up-girls. Mit den Worten„nix gut!“ entfernten sie die Darstellungen, verlangten Papier zum Einwickeln und verließen mit der Beute den Kahn. Taubenmarsch Neuyork.— In Neuyork wurde eine jugendliche Bande festgenommen, die Tauben stahl und ihnen die Flügel stutzte. Sie wurde entdeckt, als sich 67 gestohlene Tiere zu Fuß in ihren Schlag zurückbegaben. Uniform aus Hollywood Hollywood.— Zu seinem 111. Geburtstag trug Walter Williams eine Uniform, die er sich in Hollywood borgen mußte, um eine Ehrung als alter Soldat in Bergstrom/Texas in Empfang zi nehmen. Es war die graue Uniform des amerikanischen Bürgerkrieges, die Williams nur in Hollywood auftreiben konnte. Kaninchenhühner London.— In London wurde ein Kursus für Chefköche in vornehmen Hotels abgehalten. Ein wichtiger Teil des Programms war mit„Umwandlung“ überschrieben. Hier wurde gelehrt, wie Kaninchenfleisch so zubereitet und garniert wird, daß man es als„junges Huhn“ servieren kann. 2000 Polizistinnen in England Zum Londoner Straßenbild gehört — wie der Bobby selbst— auch sein weiblicher Kollege in blauer Uniform mit weißer Bluse und dunklem Schlips. Die 2000 Polizistinnen Englands haben den gleichen Dienst wie die männlichen Beamten, sei es nun, den Verkehr zu regeln, einen Streit zwischen Mietsparteien zu schlichten oder bei der Verfolgung von Verbrechern mitzuwirken. Sie werden sogar gemeinsam ausgebildet. „Versuchen wir’s doch mal!“ Toronto.— Als nachts um zwei die Lichtreklame eines Kinos in Toronto/Kanada unerwartet aufflammte, schöpften einige Leute Verdacht. Polizei fand eine aufgebrochene Wand zum Kassenraum und in diesem zwei Einbrecher, welche versehentlich den Schalter zur Lichtreklame für den Film„Versuchen wir’s doch mal!“ betätigt hatten. CHINA Am Geburtstag des Mondes Reiseerzählung aus dem alten China von Nora Waln SEHR INTERESSANT IST... ... daß sich der Bienenflug durch gewisse Luftstoffe künstlich steuern läßt, wie neue wissenschaftliche Versuche ergaben; .. daß schon im Jahre 1795 von den Österreichern auf dem Rhein Geleitzüge eingesetzt wurden, deren Kriegsschiffe man„Tschaiken“ nannte. Es waren große, stark bemannte Ruderboote; ..daß die Eis- oder Erdratte als Fabeltier bei den Völkerschaften Chinas und Sibiriens heute noch dieselbe Rolle spielt wie bei uns einst der Drachen; .dal Regenbogen selbst noch bei einer Kälte von zwanzig Grad zustande kommen können. Das beobachtete man vor einiger Zeit in der schwedischen Provinz Dalarna; .. daß im Altertum und Mittelalter zur allgemeinen Bildung des freien Mannes sieben Wissenschaften gehörten; .. daß die Gattung des Wasserfrosches in Deutschland mit fünf Arten vertreten ist; dal das Wort„Yankee“ ursprünglich ein den eingewanderten Engländern zugedachtes Schimpfwort war; daß man in den Vereinigten Staaten verstellbare Trauringe eingeführt hat, die nach einer Scheidung bei abermaliger Heirat ohne weiteres dem Finger der neuen Braut angepaßt werden können; Im warmen Sonnengold, mit frohem Wind in den Segeln, glitten wir über das Wasser und kamen in die Stadt der Mittagsrast, wo wir am Südtor anlegten. Auf dem gepflasterten Platz zwischen Stadtmauer und Kanal wimmelte es von vergnügten Reisenden, die auf Boote warteten, von müßigen Fergen, Sänftenträgern und. Verkäufern. Ein rosenwangiges Mädchen, in sauberem, blauem Baumwollkleid, dessen langer schwarzer Zopf mit einem scharlachroten Faden bübsch gebunden war, sang:„Wasch dir das Gesicht für emnen Groschen!“ Und wir wuschen uns. Es war am Vorabend des Geburtstages des Mondes. Barbiere hatten ihre Wanderläden aufgeschlagen, und bei jedem saß ein Kunde. Denn am fünfzehnten Tag des achten Mondes, wenn er in reinem Glanz erstrahlt und ein vollkommenes Rund bildet— das Symbol ehelicher Einigkeit—, gilt es für wichtig, daß Eheleute zusammen sind. So ließen sich die Männer für ihre Frauen schön machen. Ein Bootsmann bestellte beim Briefsteller am Ostende der Anlegestelle ein Gedicht für seine Braut, in dem er sie bat, ihn doch bald zu heiraten. Der Wahrsager hatte rings um einen Schirm einen Vorhang niedergelassen: Geschlossen. Er war den ganzen Tag damit beschäftigt, ein mit weisen Sprüchen versehenes Horoskop zu stellen, das einen in graue Seide gekleideten Mann durch den Rest seines Lebens führen sollte. Die Gestelle der Fächerverkäufer waren beladen mit duftendem Sandelholz, Säulen aus Weihrauchstangen und bunten, papiernen Mondpalästen, bewohnt von dem Schutzpatron der Dichtkunst. Die Spielzeugverkäufer hielten Tonfiguren feil: Mondhasen und Mondkröten, den alten Mann im Mond und seine Mondfrau, den Holzhacker, den Kaiser, der den Mond besuchte, und den Zimtbaum. Auch alles, was sonst noch dazu nôtig war, um Mondgeschichten im Kinderzimmer aufzuführen. Wir handelten mit dem Spielzeugverkäufer, bis wir für jedes Kind ein Geschenk erstanden hatten. Die Wanderköche, die ihre Speisezettel dem Fest angepaßt hatten, priesen der Kundschaft ihre Kunst. „Meine Mondkeks aus Teig und Zimt, Datteln, Mandeln, Orangenschalen und Zuckerfüllungen werden euch köstlich munden!“—„Versucht meine Melone, sie ist rund— ein Symbol der vollkommenen Liebe zwischen Mann und Frau. Ich habe die Kerne mit dem Saft aus gemischten Kräutern getränkt und in das Fleisch der Melone zurückgetan, denn Samenkerne bedeuten Söhne. Die Frucht ist grün— grün ist die Farbe der Jugend!“—„Ich habe in der Sonne gereifte Khakipflaumen, rot und süß, ein Zeichen des häuslichen Friedens und des Glücks!“—„Warum nicht von der jadeweißen Wurzel der Lotos genießen? Die dichtgewebten Fasern machen beständig in der Liebe!“—„Nehmt von meiner Kastaniensuppe, so werdet ihr nicht nur den Leib nähren, sondern auch euren Geist von allem Bösen reinigen!“ Wie gewöhnlich bestellten wir nicht, sondern ließen die üblichen fünf Gerichte auftragen, die für jeden einen Dollar kosten. Schälchen mit Wassermelonenkernen und blauem Weintraubengelee wurden in die Mitte des Tisches gestellt. Es gab warmen Reiswein, um der Verdauung nachzuhelfen, in Täßchen wie Fingerhüte, dann knusprig gebratene Nester aus Bohnenmehlnudeln für das gehackte Rindfleisch, Weißkohl und grüne Pfefferschoten. feine Scheibchen Lotoswurzeln mit Wildente zusammengekocht, gedämpfte Mondkeks mit kleingeschnitzelter Kokosnuß. kandierter Zitronenschale, gestoßenen Nelken und getrockneten Weintrauben, eine schmackhafte Zusammenstellung von Schweinslummer, Wasserkastanien und Aaronswurzeln; dann Krabben in Radieschensuppe mit gekochtem Hühnerfleisch In China gilt es als ungezogen, beim Essen zu sprechen, da die Höflichkeit verlangt, sowohl Gastgeber wie Koch durch völlige Hingabe an die Mahlzeit geziemend zu würdigen. Wir vergaßen die Zeit und verweilten bei Tisch, bis der erste Bootsmann voller Besorgnis meldete, daß die Sonne nur noch so hoch wie ein behelmter Mann stehe und der Wind sich gedreht habe Zwei Mann gingen auf den Treidelpfad und zogen das Boc am Tau, der dritte steuerte hinten mit dem Riemen. Ein Sänger begleitete uns ein Stück Wegs und spielte auf seiner dreisaitigen Laute. Wir sangen den Li-tai-pe-Sang, der so beginnt „Oh, süße Mondfrau, voll heut, rund und leuchtend,/ dann wieder leicht gewölbt, wie auf dem Nagel,/ An meiner Liebsten liebsten Finger scheinend,/ schmückst du mit deinem Glanz den blauen Himmel der Nacht seit unerdenklich langen Jahren./ Und durch geschnitzte Fenster, bunte Türen/ küßt du uns wach mit süßen Silberküssen.“ Trotz der Anregung durch den Gesang schleppten die Bootsleute nur langsam. Sie hielten häufig an, um zu wechseln, damit einer sich beim Steuern ausruhen könne. Wir versuchten Leute zum Ziehen zu bekommen, doch am Vorabend des Mondgeburtstages wollte niemand arbeiten auch nicht für dreifachen Lohn. (Aus dem Roman„Süße Frucht, bittere Frucht— China“ von Nora Waln, der demnächst in der Reihe der List-Bücher erscheint.) Nachtigall /Von Hans Christion Andersen Und dann fing die Nachtigall an zu singen.„Hört, hört“, sagte das kleine Mädchen,„und da sitzt sie“, und dabei zeigte sie nach einem kleinen grauen Vogel oben in den Zweigen hinauf.„Ist es möglich“, sagte der Kavalier,„wie gewöhnlich sie doch aussieht“.—„Kleine Nachtigall“, rief das kleine Küchenmädchen,„unser gnädiger Herr Kaiser will so gern, daß du ihm etwas vorsingst.“—„Mit größtem Vergnügen“, sagte die Nachtigall und sang.„Es klingt gerade wie Glasglocken“, sagte der Kavalier,„meine vortreffliche kleine Nachtigall! Ich habe die große Ehre, Sie zu einem Hoffest heute abend einzuladen. Sie sollen dort seine hohe kaiserliche Gnaden mit Ihrem scharmanten Gesang bezaubern.“— Auf dem Schlosse herrschte große Pracht. Mitten im großen Saal war ein goldener Stock aufgestellt und auf dem sollte die Nachtigall sitzen. Das kleine Küchenmädchen hatte die Erlaubnis bekommen, hinter der Tür zu stehen, denn sie hatte nun den Titel einer wirklichen Hofköchin bekommen. Alle sahen sie nach dem kleinen grauen Vogel hin, dem der Kaiser zunickte. Und die Nachtigall sang so wunderbar, daß dem Kaiser die Tränen in die Augen traten, das ging so recht zu Herzen, und der Kaiser war so froh und sagte, die Nachtigall solle seinen goldenen Pantoffel um den Hals zu tragen haben, aber die Nachtigall dankte.„Ich habe Tränen in den Augen des Kaisers gesehen, das ist mir der reichste Schatz.“ —„Das ist die liebenswürdigste Koketterie, die ich kenne“, sagten die Damen und dann nahmen sie Wasser in den Mund, um zu glucksen, wenn jemand mit ihnen sprach, sie glaubten, daß sie dann auch Nachtigallen waren. Die Nachtigall sollte jetzt ihr eigenes Bauer und die Freiheit haben, zweimal am Tage und einmal des Nachts auszugehen. Die ganze Stadt sprach jetzt von dem merkwürdigen Vogel, und begegneten zwei einander, dann sagte der eine nichts weiter als„Nachti-“ und der andere sagte „gall“. Elf Kinder wurden nach ihr benannt, aber auch nicht eins von ihnen hatte einen Ton in der Kehle.— Eines Tages kam ein großes Paket für den Kaiser, obendrauf stand geschrieben: „Nachtigall“. Das war eine Schachtel mit einer künstlichen Nachtigall, die der lebenden gleichen sollte, aber überall mit Diamanten, Rubinen und Saphiren übersät war; sobald man den künstlichen Vogel aufzog, konnte er eines der Stücke singen, die der wirkliche sang. Um den Hals hing ein kleines Band, und darauf stand geschrieben:„Die Nachtigall des Kaisers von Japan ist arm gegen die des Kaisers von China.“ Und der, der den künstlichen Vogel gebracht hatte, bekam sofort den Titel:„Kaiserlicher Ober-Nachtigall-Überbringer“.„Jetzt müssen sie zusammen singen, was wird das für ein Duett werden“. Und dann mußten sie zusammen singen, aber es wollte nicht so recht gehen, denn die wirkliche Nachtigall sang auf ihre Manier und der künstliche Vogel ging auf Walzen. Aber jetzt sollte die lebende Nachtigall etwas singen, aber wo war die? Niemand hatte bemerkt, daß sie zum offenen Fenster hinaus und fort nach ihren grünen Wäldern geflogen war.„Aber was ist denn das?“ sagte der Kaiser und meinte, die Nachtigall sei ein höchst undankbares Tier.„Den besten Vogel haben wir doch.“ Und dann mußte der künstliche Vogel wieder singen. (Fortsetzung folgt.) Der Trick mit der Geldboͤrse Von Ludwig Juventus Pit und Jörg hatten eifrig Briefmarken getauscht und jeder war für sich der Meinung, gute Geschäfte gemacht zu haben. „Was stellen wir jetzt nur an?“ fragte Jörg und gähnte vor Langeweile. Pit dachte angestrengt nach, aber es fiel ihm auch nichts Rechtes ein. Da hatte Jörg eine Idee:„Du, ich weiß ein nettes Spielchen“, zog aus der Schublade eine alte abgegriffene Geldbörse und hielt sie Pit unter die Nase:„Was ist das?“ „Eine dumme Frage und ein fauler Witz obendrein“, schnaubte Pit,„willst mich wohl auf den Arm nehmen?“ „Das nicht gerade“, lachte Jörg,„aber in den Keller will ich dich mitnehmen, paß auf, das wird ein prima Spaß!“ Und nun erzählte Jörg seinen Plan. Aus dem Kellerfenster, das gerade in Höhe des Gehsteiges war, wollte er die alte Geldbörse an einer Schnur auf den Gehweg legen. „Sollst mal sehen, wer da alles anbeißt und nach der Börse schnappt“, behauptete Jörg siegessicher. Pit hatte seine Bedenken bei dieser Sache,„Das ist ein alter Witz, Jörg, da fällt keiner mehr drauf rein, aber wir können es ja mal versuchen.“ Gesagt, getan. Unter dem hochgelegenen Fenster hatten die Jungen alte Obstkisten aufgebaut und lauerten nun auf die ersten Opfer. Da kam auch schon Fräulein Merwing, steuerte auf die Börse, die am Rand des Bürgersteigs lag, zu, bückte sich und wollte flink nach dem Fund greifen; da riß Pit an der Schnur und wupp, war die Börse weg.„So eine Lausbüberei“, schimpfte Fräulein Merwing und eilte davon, ohne sich noch einmal umzusehen. Schnell lag der Köder wieder am alten Platz. Dicht hinter Fräulein Merwing kam ein junger Mann, sah das Ding liegen, setzte sich in Trab und rief mit lauter Stimme über die Straße:„Halloh, Fräulein, Ihre Geldbörse.“ „Der hätte sich wenigstens bücken können“, schimpfte Jörg. Pit zuckte nur die Achseln,„du siehst, es gibt mehr ehrliche Leute, als man so glaubt, aber jetzt paß auf, da kommt der richtige Börsenjäger, schau mal, wie der sich schon anschleicht“. Tatsächlich, ein älterer Herr kamn die Straße herunter und mußte schon von weitem die Börse entdeckt haben. Er stutzte, verhielt den Schritt, kam langsam näher und— Pit wollte schon die Leine ziehen— ging vorbei.„So einer“, fauchte Jörg und schaute dem Herrn nach.„Du, der kommt zurück, jetzt wird’s richtig“, ereiferte er sich und griff schnell nach der Wer spielt mit? Hase im Busch Ihr braucht einen Jäger, der die Hasen fangen soll, und müßt ein Hasennest haben. worin die Häslein sich sicher fühlen dürfen. Nun springen aber erst alle Hasen hinaus, um Kohl zu suchen. Sie dürfen nicht zu weit vom Nest fort, ihr müßt da schon vorher eine Grenze festlegen. Jeder Hase versteckt sich. Der Platz muß aber so gewählt sein, daß er leicht verlassen werden kann. Denn nun kommt der Jäger, geht etwa am Rande der Grenze entlang, klatscht von Zeit zu Zeit in die Hände und ruft: Hase aus dem Busch! Häslein spring heraus, husch husch. Dann müssen die Hasen, die in seiner Nähe sind, aufspringen und das Nest zu erreichen suchen. Die anderen Hasen aber warten, ob der Jäger auch zu ihnen kommt. Wer zuerst gefangen wurde, muß beim nächsten Spiel Jäger sein. Wettlauf mit Steinen Wenn ihr mehrere Kinder seid, könnt ihr einmal zwei Parteien bilden. In jeder Partei sind Große und Kleine gleichmäßig verteilt. Nun sucht ihr euch eine gerade Laufstrecke. Auf dieser Strecke werden in etwa 10 Meter Abstand Steine ausgelegt. Jede Gruppe legt soviel Steine, wie sie Mitspieler hat. Das Ziel liegt ein gutes Stück hinter dem letzten Stein. Nun stellen sich beide Parteien nebeneinander so auf, daß die Kleinsten vorne und die Größten, die ja auch die besten Läufer sind, hinten stehen. Ein Unparteiischer zählt:„Eins, zwei, drei, los!“ und dann Für Fahrt Wenn dich der ... ist es nicht unbedingt das beste Mittel, an der nächsten Quelle oder Wasserleitung zu trinken. Im Augenblick ist das zwar ein herrliches Gefühl, aber was man eben getrunken hat, verwandelt sich in der nächsten Stunde wieder in Schweiß. Danach aber kommt der Durst noch stärker. ... spüle mit frischem Wasser erst den Mund einigemal aus und dann trinke nur wenig. Laß dir dafür das kalte Wasser über die Handgelenke und den Puls laufen; das hilft mehr als die ganze Trinkerei. ... versorge dich zu Fahrtbeginn schon mit durststillenden Mitteln. Ungesüßter Kaffee oder Schwarztee mit viel Zitrone munmmmmmnn Schnur, um ja gleich ziehen zu können. Aber, was war das? Ganz langsam kam der Herr näher, im Herankommen schon leicht gebückt. Die beiden Jungen am Kellerfenster vergaßen schier das Atmen, so spannend wurde die Sache.„Wetten, daß er nicht anbeißt“, flüsterte Pit.„Wetten, daß er anbeißt“, hauchte Jörg zurück und verfolgte jede Bewegung des Mannes. Nun war er gar einmal um die geheimnisvolle Börse herumgegangen, bückte sich und— „Mensch, Jörg, der steht auf der Schnur, ich kann nicht ziehen“. Pit war ratlos, und nun sahen die Jungen, wie der Mann, der ihnen den Rücken zuwandte, nach der Börse griff, daran herumhantierte und sie wieder auf den alten Platz legte. Jetzt ging er weiter seines Weges, als wäre nichts geschehen. Pit holte die Börse ein. „Da schaut ein Zettel heraus“, rief Jörg und holte das Stückchen Papier heraus. „Junge, Junge“, sagte er,„da haben wir uns unsterblich blamiert“, und gab Pit das Papier, der nahm das Blatt und las:„Ihr müßt euch was Neues ausdenken, den Scherz habe ich schon vor 40 Jahren gemacht.“ sausen die beiden ersten Läufer zum ersten Stein und tragen diesen bis zum zweiten Stein, wo sie ihn ablegen. Aber nicht hinwerfen, sonst hat der nächste Läufer es zu schwer. Der erste kehrt nun um und gibt dem zweiten Läufer einen Schlag auf die Hand. Dann rennt der los und nimmt nun beide Steine auf und bringt sie zu dem dritten Stein, kehrt um und gibt dem dritten Läufer den Schlag, worauf dieser starten muß, um nun alle drei Steine weiter fortzutragen. Sieger ist jene Partei, die zuerst ihren letzten Läufer am Ziel hat. Reineke auf Hasenjagd Ein Fangspiel, das ihr im Hof oder im Wald spielen könnt. Der Fuchs sucht sich eine Wäschestange oder einen Baum als Fuchsbau. Die anderen Mitspieler sind die Hasen und wählen sich im näheren Umkreis von etwa 50 Meter je einen Baum als Nest aus. Die Hasen locken den Fuchs aus seinem Bau mit dem Ruf: Fuchs, du arger Wicht, kriegst uns Hasen nicht! Alle Hasen müssen dabei in dem vorher abgegrenzten Raum umherlaufen. Ins Nest dürfen sie nur, wenn der Fuchs seinen Bau verlassen hat und die Hasen verfolgt. Der Fuchs fängt die Hasen durch Abschlagen. Erreicht ein Hase vorher sein Nest, kann er nicht mehr abgeschlagen werden, muß aber das Nest sofort wieder verlassen, wenn der Fuchs in seinen Bau zurückkehrt. Der zuletzt übriggebliebene Hase wird beim nächsten Spiel Fuchs. und Lager Durst plagt... schmecken zwar nicht sonderlich, aber so zwischendurch ein Schluck erfrischt gut und anhaltend. .. solltest du immer einige Zitronen und einen Beutel Würfelzucker bei dir haben. Bei der großen Rast holst du eine Zitrone, schneidest eine Kerbe etwa bis zur Hälfte und klemmst ein Zuckerstüch in den Spalt. Nun kannst du die Zitron langsam ausdrücken und durch das Zuk kerstück aussaugen. Du wirst senen. wi aller Durst verschwindet und du wieder frisch und munter wirst. .solltest du dir das Eis und der Sprudel erst für die Ankunft am Tagesziel aufsparen. Der Sprudel drückt im Magen, und das süße Eis rächt sich nach kurzer Zeit durch verstärktes Durstgefühl. ... und sich die Gelegenheit gibt, nimn ein kaltes Fußbad. Das zieht die Hitz. aus dem Körper und überdies„trinkst“ du dabei auch, nur nicht durch den Mund, sondern durch die Poren deiner Haut. Stempel mit den Anfangsbuchstaben deines Namens Hübsch sind Briefbogen und Umschläge mit eingedrucktem Namen des Schreibers. Aber aparter noch ist Briefpapier mit selbst entworfenen Initialen. Versucht die Anfangsbuchstaben eures Namens in schöner Schrift zu zeichnen. Der Entwurf wird auf Pergamentpapier durchgepaust und dies verkehrtherum auf die glatte Fläche eines Radiergummis mit Kohlepapier übertragen. Ihr habt dann den Stempel in der nötigen Spiegelschrift. Mit einem scharfen Messer oder Schneidefedern, die man in jeden Federhalter stekken kann, hebt ihr vorsichtig die Fläche um die Buchstaben herum ab und könnt nun mit Tusche oder Tinte auf jedes weiche Papier eure Initialen drucken und den Briefen die erwünschte„persönliche Note“ geben. Für verregnete Ferientage ist dies eine nette Beschäftigung. Regelmäßige Sendungen der Mittelwelle(außer sonntags): Nachrichten. Wetter: 5.00, 6.00, 7.00, 8.00, 8.55, 13.00, 17.00, 19.00, 21.45. 24.00.— 4.55 Choral, 5.05 Frühmusik, 5.50 Marktrundschau, 6.05 Frühmusik, 6.50 Morgenandacht, 7.05 Gymnastik, 7.10 Frühmusik, 7.50 Programmhinweise, 7.55 Wasserstände, 8.10 Dialektsendung 8.45 Für die Frau, 9.00 Schulfunk, 12.35 Landfunk, 12.50 Presseschau, 14.00 Schulfunk, 15.30 Kursrettel, 15.40 Wirtschaftsfunk. 15.50 Suchdienst, 18.30 Echo des Tages, 19.15 Hier spricht Berlin, 1.00 Seewetterbericht. Wir schalten uns ein Programmdes Nordwestdeutschen Rundfunks Regelmäßige Sendungen auf UKW(außer sonntags): 6.45 Morgenlied. 6.50 Wetter, Marktberichte, 7.00 Herzlichen Glückwunsch, 7.30 Nachrichten, 8.00 Gymnastik, 8.30 Nachrichten, 8 35 Morgenandacht, 9.30 Kleine Musikrundschau, 10.30 Schulfunk, 12.30 Nachrichten, Presseschau, 14.00 Sendepause, 17.45 Westdeutsche Nachrichten, 19.15 Zwischen Rhein und Weser. 19.45 Nachrichten, 19.55 Von Tag zu Tag, 22.10 Die Welt am Abend, 23.00 Nachrichten. Sonntag, 23. Mal 1954 Montag, 24. Mai 1954 Dienstag, 25. Mai 1954 Mittwoch, 26. Mai 1954 Donnerstag, 27. Mai 1954 Freitag. 28. Mal 1954 Samstag, 29. Mai 1954 8.00 Chormusik 8.15 Orgelkonzert 8.45 Kirchliche Nachrichten 9.00 Nachrichten 9.10 Froher Sonntagmorgen 10.00 Evangelischer Gottesdienst 11.00 Die stille Stunde 12.00 Sang und Klang 13.00 Nachrichten 14.00 Kinderfunk 14.30 Der Hörer hat das Wort 15.00 Deutsche Fußballmeisterschaft 16.45 Tanztee 17.45 Sportberichte 18.15 Das Meisterwerk 18.45 Das Lied 19.00 Nachrichten, Sport 20.00 Volkstümi. Abendkonzert 21.15 Komponisten-Porträt 21.45 Nachrichten, Sport 22.15 Tanzmelodien 22.45 Warnende Lehren 8.00 Plattdeutsche Lieder und Tänze 12.00 Herm. Hagestedt spielt 13.10 Musik am Mittag 16.00 Acht Lieder von Brahms 16.20 Musik v. Lothar Mikultcz 17.05 Westd. Kulturspiegel 17.20 Was fängt die Gesellschaft mit Kunst u. Literatur an? 17.35 Die Frau in' unserer Zeit 17.45 Frohe Klänge aus einem Hamburger Betrieb 19.30 Solisten musizieren 20.00 Flughafen Bln.-Tempelhof 20.30 Sinfoniekonzert 21.35 Aus d. Berliner Tagebuch 22.10 Nachtprogramm 23.40 Klaviermusik 8.15 Immer lustig, immer froh 12.00 Musik zur Mittagspause 13.10 Operettenmelodien 16.00 Hans Bund spielt 16.20 Hans Joachim Moser zu seinem 65. Geburtstag 16.45 Für Schule u. Elternhaus 17.05 Persönlichkeit und Werk Ezra Pounds 17.20 Politische Literatur 17.35 Wirtschaftspol. Sendung 17.45 Wiederhören macht Freude 19.30 Herm. Hagestedt und sein Orchester 20.00 Kleinkunst-Cocktail 21.00 Aus der Neuen Welt 21.15 Herr Sanders öffnet selnen Schallplattenschrank 22.10 Karl Loubé u. s. Orchest. 22.30 Music-Box 23.00 Der Tag klingt aus 8.15 Kleines Konzert 12.00 Herm. Hagestedt spielt 13.10 Französische Unterhaltungsmusik 16.00 Tanzmusik im Studio 16.30 Kinderfunk 17.05 Berliner Feuilleton 17.35 Rundfunktechnik f. jedermann 17.45 Opernklänge 19.30 Kammermusik 20.00 Neue Lieder und Neuaufnahmen bekannter Erfolgsmelodien 21.35 Soll und Haben 22.10 Ein Rendezvous mit deutschen Schlagern 22.90 Heiterer Baedeker— von Thaddäus Troll 23.00 Vesco D'Orio spielt 23.20 Musik zur späten Stunde 8.00 Meisterwerke des Barocks 8.30 Geistliches Konzert 9.10 Fahrt in den Frühling 10.00 Kath. Gottesdienst 11.00 Gorgonische Tröstungen 12.00 Mittagskonzert 13.10 Sang und Klang 14.00 Kinderfunk 14.30 Was ihr wollt 16.00 Himmelfahrt in Alt-Berlin 16.30 Beim Kronenwirt 18.00 Sportberichte 18.30 Musik von Schubert 19.15 Zauber der Operette 20.30 Hörspiel: Ich höre Namen 21.55 Sportmeldungen 22.15 Tanzmusik 22.45 Der Wolf in der Gesellschaft 23.15 Tanzmelodien 0.15 William Greihs spielt 8.00 Alte Tánze 12.00 Herm. Hagestedt spielt 13.10 Unterhaltungsmusik der Gegenwart 16.00 Musik von Joh. Brahms 16.30 Kinderfunk. 17.05 Völkerbund der akadem. Jugend 17.15 Die Zeichen menschlicher Unreife 17.25 Junge Generation 17.35 Schallplatten-Illustrierte 16.15 Aus der Welt des Judentums 19.30 Musikalische Raritäten 20.00 Die verbotenen Königreiche 20.30 Opernkonzert 22.10 Nachtprogramm 22.30 Orchesterkonzert 0.30 Tanzmusik 8.15 Musik am Morgen 12.00 Frohes Wochenende 13.10 Gäste aus Wien 14.00 Singendes, klingendes Wochenende aus Berlin 15.00 Volksmustk 15.30 Alte und neue Heimat 16.00 Klein büschen vergnügt 17.30 Aus der Welt der Arbeît 18.00 Am laufenden Band 18.55 Glocken und Chor 19.20 Arbeitsamtsdurchsagen 19.25 Aktuelles vom Sport 19.35 Bauernregeln u. Kalendersprüche 20.00 Eva contra Adam 22.10 Heiligsprechung Papst Pius X. 22.55 Tanzmusik 0.15 Tanz nach Mitternacht 9.00 Zum Sonntag 8.30 Nachrichten 8.25 Hafenkonzert 9.30 Gedichte v. Walter Bauer 10.00 Unterhaltungskonzert 11.00 Schöne Stimmen 11.30 Melodische Rhythmen 12.00 Intern. Frühschoppen 12.30 Nachrichten 12.35 Musik v. hüben u. drüben 13.15 Ein Reisebericht 14.00 Hans Bund spielt 14.30 Vom Trinken u. Tanzen 15.00 Eine antik-aktuelle Gesch. 15.15 Treffpunkt Musik 16.00 Kinderfunk 16.30 Sport und Musik 18.00 Herm. Hagestedt spielt 19.00 Kleines Konzert 20.00 Nachrichten 26.13 Und jetzt wird getanzt 22.00 Orchesterkonzert 12.00 Intern. Frühschoppen 15.00 Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft 22.00 Öffentliches Preisraten 21.35 Wochenspiegel 8.05 Unterhaltungsmusik 8.45 Volkstänze 9.00 Kammermusik 9.40 Volksmusik 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 WiII Glahé spielt 11.20 Musik von Max Reger 12.00 Zur Mittagspause 12.45 Männerchor 13.00 Aus der alten Heimat 16.00 Junge Komponisten 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.50 Vesco D'Orio spielt 18.15 Volksmusik 18.30 Wiener Bonbons 20.15 Deutscher Volksliederzyklus 21.00 Musikalische Neuerscheinungen 22.00 Sportsplegel 22.25 Melodische Weisen 23.05 Das Jazz-Klavier 16.30 Jugendstunde 17.00 Wochensplegel 20.00 Tagesschau 20.20 Buntes Fernseh-Magazin 21.00 Fischmangel 1. d. Nordsee 8.05 Unterhaltungsmusik 8.45 Feter der Arbeit 9.00 Wiener Klassik 9.40 Märsche und Weisen 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Musik aus heiteren Suiten 11.40 Violoncello-Sonaten 12.00 Zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Das kleine Waldvögelein 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.55 Zärtliche Musik 18.30 Unterhaltungskonzert 20.15 Hörspiel: Des Narren vier Monde 21.25 Herm. Hagestedt spielt 22.25 Vier Ballett-Szenen von Igor Strawinskij 23.05 Tanzmusik 16.30 Kinderstunde 17.00 Tagesschau 20.00 fode, Mannequins, Musik; Übertragung aus dem Casino am Funkturm, Berlin UKW.WEST 8.05 Gut gemischt 8.45 Volksmusik 9.00 Orgelmusik 9.40 Chorlieder 10.00 Harmonika-Glossen 11.00 Konzert 11.45 Kleine Melodie 12.00 Zur Mittagspause 12.45 Musik am Mittag 16.00 Musik von Henry Purcell 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.50 Hans Bund spielt 18.15 Für Schule u. Elternhaus 18.30 Spielereien mit Schallplatten 20.00 Musik von Anton Dvolók 22.05 Liebesduette 22.35 Musik v. Eduard Künneke 23.05 Tanz vor Mitternacht FERNSEHEN 16.30 Kinderstunde 17.00 Tagesschau 20.15 Der Pollzeibericht meldet 20.45 Hell und schnell 21.20 Emil Jannings in seinen bedeutenden Filmszenen 8.00 Zum Himmelfahrtstag 8.35 Chormusik 9.00 Musik von Haydn 9.30 Aus der Traumstadt 10.00 Unterhaltungskonzert 11.00 Himmelfahrtskantate 11.15 Orchesterkonzert 12.35 Leichte Mischung 14.00 Liedersulten 15.00 Erzählung 15.15 Suite für Orchester 15.30 Kinderfunk 16.00 Zur Kaffeestunde 16.45 Kuriose Schallplatten 17.30 Chronik einer Herrenpartie 18.15 Solistenmustk 19.00 Christi Himmelfahrt 20.05 Heitere Sendung für die Frauenwelt mit viel Musik 21.00 Der liebe Augustin 21.30 Die Gleichberechtigung 22.15 Melodische Rhythmen 16.00 Männerwirtschaft 20.00 Schwimmkinder stürzen Rekorde 20.25 Jugoslawisches Tagebuch 21.00 Die Herrenpartie 21.30 Max Greger spielt 8.05 Unterhaltungsmusik 8.45 Volksmusik 9.00 Kl. Stücke alter Meister 9.40 Es wollt ein Jäger jagen 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Das Mühlbeck-Trio 11.15 Konzertante Musik 12.00 Zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Geistliche Mustk 16.25 Die Heinrich-Schütz-Orgel in Herford 13.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.50 Ein kleines Konzert 13.15 Wie wir leben 14.30 Schallplatten-Auswahl 19.00 Achtung! Aufnahme! 20.15 Männerchor 20.30 Stammtisch 21.00 Harald Banter spielt 21.30 Bube, Dame, König 23.05 Tanz in der Mainacht 16.30 Kinderstunde 17.05 Nachmittags-Studio 20.00 Tagesschau 20.15 Ereignisse der vergangenen vier Wochen 20.30 Plagegeister Fliegen 8.05 Musik— gut gemischt 8.45 Kölsche Leedcher 9.00 Gradus ad Parnassum 9.40 Chormusik 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Melodienreigen 11.40 Unterhaltsame Stücke 12.00 Blasmusik 12.45 Musik am Mittag 14.00 Konzert 15.00 Kinderfunk 15.30 Was darf es sein? 17.00 Sorgen des Alltags 17.45 Unterhaltungsmusik 18.15 Zum Abend 18.45 Cembalomusik 19.00 Sport am Wochenende 20.15 In vino veritas 21.30 Im Dreivierteltakt 22.25 Spirituals 23.05 Serenade 16.30 Jugendstunde 17.15 Im Fernseh-Zoo 20.00 Patent— aber nicht patentiert 20.30 Schlager auf Schlager 22.00 Das Wort zum Sonntag Hamburg: Spiel des Jahres Dritte Meisterkrone für Kaiserslautern oder zweite Meisterschaft für Hannover 96? Hamburg.— Es wird natürlich Stimmen geben, die Hannover 96 nach dem 3:1 über den VfB Stuttgart ohne weiteres zu einem Endspiel-Favoriten stempeln. Die mannschaftliche Leistung war ausgezeichnet, die kämpferische Einstellung eine Öffenbarung, aber man darf trotzdem den 1. FC Kaiserslautern als die spielkulturell bessere, vor allem aber erfahrenere Endspiel-Mannschaft ansprechen. Im Volkspark-Stadion Hamburg wird es vor 75 000 Zuschauern vielleicht ein sehr dramatisches Endspiel geben. „Olympia-Wette“ Toto-Sonderwettbewerb zur Weltmeisterschaft Köln. Als„Olympia-Wette“ führen die im West-Süd- und im Nord-Süd-Block zusammenarbeitenden deutschen FußballToto-Gesellschaften aus Anlaß der Fußball-Weltmeisterschaft einen Sonderwettbewerb durch, für den jetzt die näheren Einzelheiten bekannt werden. Der zugunsten des deutschen Olympiafonds aufgezogene Sonderwettbewerb wird als Achterwette mit zwei Gewinnrängen durchgeführt. Er umfaßt einschließlich zwei Ersatzspielen insgesamt zehn Begegnungen der vier ersten Weltmeisterschaftstage in der Schweiz, also vom 16. bis 20. Juni. Mit dieser„Olympia-Wette“ ist keine Baugeldausspielung verbunden, so daß auch die sonst übliche Gebühr von 5 Pfg. entfällt. Unabhängig von diesem Sonderwettbewerb, der einheitlich von allen Gesellschaften durchgeführt wird. laufen die normalen Wettbewerbe zum Wochenende. Der Wettschein für den Sonderwettbewerb umfaßt folgende zehn Länderspiele: 1. Türkei—Deutschland. 2. Frankreich— Jugoslawien, 3. Italien—Schweiz, 4. Österreich-Tschechoslowakei, 5. Brasilien— Jugoslawien, 6. Ungarn—Deutschland, 7. England—Schweiz, 8. Italien—Belgien; Ersatzspiele: 9. Österreich—Schottland. 10. England—Belgien. Für brasilianische Motorradrennen werden die nationalen Motorsportverbände auf Anweisung der FIM vorläufig keine Startgenehmigungen mehr erteilen, da von Brasilien bei nicht ordnungsgemäß durchgeführten Rennen keine Startgelder an die FIM gezahlt wurden. Das Endspiel um die Deutsche Hockeymeisterschaft(Herren) zwischen Uhlenhorst Mülheim und dem Berliner Meister Brandenburg am 30. Mai wird in Mülheim ausgetragen. Sollten sich Herne gegen Duisburger SV und Wattenscheid als Gast der abstiegsbedrohten Arminia Bielefeld behaupten, wird erst am letzten Spiel(30. Mai) eine Klärung erfolgen, wenn die beiden Kandidaten in Wattenscheid zusammentreffen. Der Papierform nach hat demnach Wattenscheid die größere Chance, dafür kann aber Herne mit einem Punkt Vorsprung in den Endkampf gehen. Oberhausen und Katernberg werden als Gastgeber gegen Erkenschwick bzw. Vohwinkel ihre letzten Aussichten zu wahren wissen. Westfalia Herne— Duisburger SV Arminia Bielefeld— Wattenscheid 09 Rotweiß Oberhausen— SpVg Erkenschwick Sportfr. Katernberg— TSG 80 Vohwinkel SpVg Herten— Hamborn 07 VfB Marathon Remscheid— VfB Bottrop SSV Wuppertal— Union Krefeld Düren 99— Rhenania Würselen SpVg Fürth spielt zweimal 16 Treffen der Oberliga-Vergleichsrunde Frankfurt. Von den Spielen der OberligaVergleichsrunde an diesem Wochenende findet die Hälfte bereits am Samstag statt. Mit Rücksicht auf die zum Monatsende anstehende Türkeireise wurde für die SpVg Fürth die Begegnung mit Bremerhaven 93 vorgezogen, so daß die Fürther zwei Spiele bestreiten. Der Spielplan lautet im einzelnen: Samstag: VfL Bochum— FSV Frankfurt, Holstein Kiel— Bayern München, Werder Bremen— Preußen Münster, Schweinfurt 05 — Arminia Hannover, Phönix Ludwigshafen — Schwarzweiß Essen, SpVg Fürth— BreKaiserslautern ist zu einer sehr kaltschnäuzigen Mannschaft geworden, die auf ihr Können vertraut, vor allem aber in der rein physischen Auffassung eines Spieles davon zehrte, daß die fünf Nationalspieler in den Zerreißproben der Länderspiele viel gelernt und inzwischen die anderen sechs praktisch mit in diese Atmosphäre gezogen haben. Beweis ich nicht nur das 4:0 gegen Pirmasens, als es um allesging, sondern auch die Art, in der es Gruppensiege über Eintracht Frankfurt(1:0) und 1. FC Köln(4:3) gab, ohne daß Kaiserslautern etwa turmhoch überragt hätte. Es ist eine gute Blutauffrischung für die deutsche Meisterschaft, daß mit Hannover 96 ein ganz neuer Name nach dem Kriege auftaucht, eine Mannschaft, die 1938 den haushohen Favorit Schalke 04 in zwei Spielen stürzte, obwohl die Mannen um Szepan und Kuzorra beide Male im Olympiastadion ihren Vorsprung hatten und einem Siege greifbar nahe waren. Der„kleine“ HSV“ Es ist der Name eines Vereins geworden, der Tradition im deutschen Fußball hat, aber doch im Schatten des großen Hamburger SV auch dann blieb, als 1938 die einzige deutsche Meisterschaft im bisher einzigen Endspiel gewonnen wurde. Als Trainer Kronsbein 1953 den Verein übernahm, gab es ernsthafte Abstiegssorgen, die erst in der zweiten Serie gebannt werden konnten. Auf Anhieb ist die Mannschaft 1953/54 Nordmeister geworden, lange Wochen vor Abschluß der Serie ungefährdet, und mit dem ersten Ansturm gelang der merhaven 93, Bremer SV— BC Augsburg, FC St. Pauli— FK Pirmasens. Sonntag: Meidericher SV— SpVg Fürth, Kickers Öffenbach— FC Schalke 04, 1. FC Nürnberg— TuS Neuendorf, Saar 05 Saarbrücken— Altona 93, Karlsruher SC— Spandauer SV, Jahn Regensburg— Eintracht Braunschweig, Alemannia 90 Berlin— Bayer Leverkusen. TuRa Ludwigshafen— Borussia M.-Gladbach. „Nur“ deutsche Rekorde Ursel Happe in Hochform Ohligs. Der Versuch der vier westdeutschen Schwimmerinnen Anja Braune(Düsseldorf 98), Ursel Happe(Westfalen Dortmund), Ruth Henschel(SSF Bonn) und Gisela van Netz(Blauweiß Bochum), in Öhligs den Weltrekord über viermal 100 m Lagen zu brechen, scheiterte, da sie nur 5:14,2 Minuten erreichten. Die Schwimmerinnen verfehlten damit die Welthöchstleistung Ungarns um volle fünf Sekunden. Die beste Zeit in der Staffel erzielte Ursel Happe mit 1:19,0 über die Bruststrecke. Diese Leistung veranlaßte Ursel Happe, bereits eine halbe Stunde später ihren eigenen deutschen Rekord, der auf 1:20,0 Minuten stand, anzugreifen. Der Versuch glückte mit 1:19,0 Minuten. Der zweite deutsche Rekord wurde von Westfalen Dortmund (Puntmann. Köhler, Dondil, Blohmeyer. Heß und Happe) über sechs mal 60 m Brust mit 4:12,6 Minuten aufgestellt. Die Dortmunder Mädel holten sich damit den vor acht Tagen an Düsseldorf 98 mit 4:15,5 Minuten verlorenen Rekord zurück. Weg ins Endspiel. Wer Düsseldorf erlebt hat, sah eine Mannschaft, die außerordentlich klug aus der Defensive spielt, die konzentrierte Deckung meisterhaft beherrscht und in einer verblüffenden Art mit wenigen Spielzügen ihre Chancen ausarbeitet. Routine der Walter-Elf Es ist das vierte Endspiel der Mannen um Fritz Walter nach dem Kriege: 1948 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg, 1951 2:1 gegen Preußen Münster, 1953 4:1 gegen den VfB Stuttgart. Der Griff nach der dritten Meisterkrone Düsseldorf. Der Düsseldorfer Reiter- und Rennverein wartet nach dem klassischen Schwarzgold-Rennen bei seiner Premiere am Sonntag wieder mit einem Schlager erster Ordnung auf. Aus dem mit 43 000 DM und wertvollen Ehrenpreisen ausgestatteten, neun Prüfungen mit 88 Startern umfassenden Programm ragt der Große Preis von Düsseldorf (18 000 DM. 2400 m) heraus, der als besondere Sensation das Jahresdebut des Derbysiegers von 1952. Mangon(G. Streit), bringt. Der Waldfrieder erschien zwar nach seinen grandiosen Erfolgen als Dreijähriger(u. a. Großer Preis von Nordrhein-Westfalen und Großer Preis von Baden) im Vorjahre nicht auf der Rennbahn, befriedigte aber bei der Morgenarbeit seinen Trainer so, daß der GundomarHengst imstande sein wird, an Nizam(H. Hiller) zehn Pfund geben zu können. Prodomo (H. Zehmisch) lief im Kölner Jubiläums-Preis unter seiner Form, muß aber ebenso wie Gisa(F. Drechsler), die den Vorteil der Heimatbahn genießt, stark beachtet werden. Voraussagen: 1. R.: Ballota, Tharanhild, Orb. 2. R.: Autokrat, Grauspecht, Abraxas. 3. R.: Vigor, Don Juan, Flitzer, 4. R.: Abdulla, Marschall, Niel, Ama. 5. R.: Mangon, Nizam, Yorck. 6. R.: Tara, Stafette, Nimrod. 7. R.: I. Abt.: Dubarry, Brandung, Osmia. II. Abt.: Thyrann, Troja, Artwin. 8. R.: Manifest, Artesia, Casper. Tips für den Pferdetoto: 1. Preuße(2. R.) 0; 2. Flitzer(3. R.) 2; 3. Marschall Niel(4. R.) 2; 4. Mikra(4. R.) 0; 5. Mangon(5. R.) 1; 6. Nizam(5. R.) 2; 7. Stafette(G. R.) 2; 8. Marconi(6. R.) 0; 9. Brandung(7. R.) 2; 10. Thyrann(7. R.) 2; 11. Artesia(8. R.) 2; El Manifest(8. R.) 1; E2 Fol Ami(3. R.) 0; E3 Waffenwirbel(2. R.) 0. Die NSU-Sportmax Zweitakter werden nicht gebaut Neckarsulm. Anläßlich eines Besuches von ausländischen Journalisten im NSU-Werk in Neckarsulm erklärte Generaldirektor Dr. Heydekampf, daß er das Fehlen deutscher Konkurrenz bei den Motorradrennen in den beiden Klassen 125 und 250 ccm sehr bedaure. Er dementierte dabei die Gerüchte, daß NSU an einer Zweitaktmaschine arbeite. Nach Auffassung von Ingenieuren und Rennpraktikern könne das internationale Niveau nur mit Viertaktmaschinen erreicht und gehalten werden. Die Firma gab gleichzeitig Angaben über die NSU-Sportmax bekannt. Die Maschine besitzt einen 250-ccm-Einzylinder-Motor, der im Aufbau dem serienmäßigen Motor entspricht. Er leistet 28 PS, die Ventile werden durch Schubstangen angetrieben. Als Höchstgeschwindigkeit wurden in Hockenheim 180 km/st gemessen. In wenigen Zeilen Baden-Württemberg gewann in Dudweiler mit 4517 Ringen das Kleinkaliberschießen vor Frankreich(4466) und der Saar(4338). Bester wäre vielleicht nicht so schwer, wenn der Endspielpartner VfB Stuttgart heißen würde. Ob Liebrich gegen Tkotz oder Kohlmeyer gegen Wewetzer— beide Nationalspieler werden versuchen, zwei wichtige gegnerische Stürmer auszuschalten. Die große Frage: Wer wird mit Fritz Walter fertig? Der junge Gehrke dürfte das kaum können. Im Gegensatz zum VfB Stuttgart ist Kaiserslautern ungemein ehrgeizig, wird sich wohl kaum verspielen, sondern mit allem Können auf einen Vorsprung hinzielen. Hannover bleibt trotz Düsseldorf der Außenseiter, aber so gefährlich, daß man nicht von einer Sensation sprechen könnte, wenn die Walter-Elf bei ihrem vierten Ansturm auf die deutsche Meisterkrone daneben liegt. 1. FC Kaiserslautern: Hölz; Baßler, Kohlmeyer; Eckel, Liebrich, Render; Scheffler; F. Walter, O. Walter, Wenzel, Wanger. Hannover 96: Kruhl, Zielinski. Tkotz, Paetz, Wewetzer; Gehrke, Bothe, Müller; Kirk, Geruschke; Krämer. Einzelschütze war Siegel(BW) mit 1143 Ringen, der liegend 399(von 400 möglichen) erreichte. Bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Frankreich schied Ernst Buchholz (Kölr) gegen Englands Meister Tony Mottram n drei Sätzen mit 2:6, 3:6. 3:6 aus. Horst Hermann(Rheydt) überstand die erste Runde gegen den Franzosen Bouteluex mit 6:1. 6:2. 6:3 und verlor dann gegen den amerikanischen Weltranglistenspieler Art Larsen mit 1:6, 2:6. 5:7. Der Bund Deutscher Radfahrer hat aus Anlaß der Rad-Weltmeisterschaften 1954. die vom 21. bis 29. August in Solingen, Wuppertal und Köln ausgetragen werden, eine internationale Europa-Sternfahrt für Rad- und Moped-Fahrer ausgeschrieben. Von beliebigen Stellen aus können die drei Zielorte Köln, Wuppertal und Solingen angefahren werden. Zu den Europameisterschaften im Frauenbasketball vom 4. bis 14. Juni in Belgrad entsendet der Deutsche Basketball-Bund eine Mannschaft, der Spielerinnen aus Augsburg. Berlin, Hamburg und Heidelberg angehören. Sport am Wochenende Fußball. Deutsche Meisterschaft der Vertragsspieler: Hannover 96 gegen 1. FC Kaiserslautern in Hamburg. Gruppenspiele zur Deutschen Amateur- Meisterschaft. Oberliga-Vergleichsrunde mit 13 Spielen Luxemburg gegen Westdeutschland in Luxemburg. Länderspiel Ungarn gegen England in Budapest. Rugby. Deutsche Meisterschaft(Endspiel) zwischen Viktoria Linden und SC Neuenheim in Hamburg. Handball. Gruppenspiele um die Deutsche Meisterschaft. Hockey. Deutsche Damenmeisterschaft (Endspiel) zwischen Brandenburg Berlin und 1. FC Nürnberg in Berlin Tennis. Westfälische Meisterschaft in Hagen. Französische Meisterschaft in Paris mit Deutschen. Tischtennis. Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Damen in Eisenach. Schwimmen. Wettkämpfe in Gelsenkirchen. Wasserballturnier in Werne an der Lippe mit Wasserfreunde Hannover. Lokomotive Chemnitz, Hillegersberg Rotterdam und Rote Erde Hamm. Kanusport. Frühjahrsregatta in Herdecke. Boxen. Vorrunden der westfälischen Meisterschaft in Gevelsberg, Witten und Bünde. Motorsport. Internationales Eifelrennen. Pferdesport. Galopprennen in Düsseldorf, Trabrennen in Recklinghausen. Internationales Turnier in Luzern Nach einem Flug von 24 Stunden traf die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf aus den USA wieder in Hamburg ein. Das einstimmige Urteil über die Aufnahme in Amerika lautete:„Es war großartig!“ Beim Training zum Eifelrennen auf dem Nürburgring fuh- Hollaus schneller als H. P. Müller und Werner Haas. Walter Zeller stürzte und mußte mit geschwollenem Fuß in ein Krankenhaus gebrach“ werden. Schmeling erhielt in Chicago ein Angebot, Schiedsrichter für Freistilringkämpfe zu werden, und zwar für ein Vierteljahr. Je Abend soll Schmeling 1000 Dollar(etwa 4 200 DM). im ganzen also über 400 000 DM erhalten. Lebenslänglich aus dem FV Niederrhein und damit dem deutschen Fußball ausgeschlossen wurden ein ehemaliger Hamborner Spieler und der zweite Geschäftsführer des Weseler SV, die vor einem Punktespiel dieses Vereins gegen Westende Hamborn versucht hatten, gegnerische Spieler durch das Angebot hoher Geldbeträge zu bewegen, das für Wesel wichtige Spiel zu verlieren. Mit 2.08 Meter im Hochsprung setzte sich der Amerikaner Charles Holding in Commeroe(Texas) an die Spitze der diesjährigen Weltbestenliste. Lintfort prüft den Meister Höhepunkte des zweiten Spieltages um die Deutsche Hallenhandballmeisterschaft Hamburg. Schon der zweite Spieltag der deutschen Handball-Meisterschaft bringt zwei Höhepunkte: TuS Lintfort— Polizei Hamburg und FA Göppingen— TV HasseeWinterbek. In Lintfort wird beim Kampf um die Führung der Gruppe A der Titelverteidiger Polizei Hamburg einer schweren Prüfung unterzogen, die er jedoch nach seiner letzten Leistungssteigerung durchaus lösen kann. Das 12:12 gegen SV Harleshausen läßt den TV Hassee-Winterbek keineswegs mehr als Favoriten bei FA Göppingen antreten. Gruppe A Tus Lintfort— Polizei Hamburg Reinickendorf— TSV Zirndorf Gruppe B FA Göppingen— TV Hassee-Winterbek SV Harleshausen— TuS Rheinhausen Als Lintfort 1952 zum ersten Male nach dem Kriege ins deutsche Endspiel kam, gab es im Duisburger Stadion eine 10:14-Niederlage gegen Polizei Hamburg. Der westdeutsche Meister hat den großen Ehrgeiz, diese Niederlage wettzumachen, weiß aber auch sehr gut, wie schwer die Hamburger zu schlagen sind. Dazu macht man sich in Lintfort Sorgen um Mittelstürmer Kralisch, der in Zirndorf eine Fußverletzung erlitt.— In Berlin dürfte der TSV Zirndorf die zweite Endrunden-Niederlage kaum vermeiden können, da die Reinickendorfer Füchse die größere Erfahrung haben und dazu auch in allen Mannschaftsteilen besser besetzt sind, obwohl Nationalverteidiger Dr. König auch diesmal wegen seiner Hochzeitsreise nicht dabei sein kann. Göppingen von Sieg zu Sieg FA Göppingen ist die einzige deutsche Elf. die in dieser Saison jedes Spiel gewann. Wenn die Jungen um Bernhard Kempa diese Erfolgsserie auch gegen den TV Hassee-Winterbek fortsetzen können, dann rücken sie in der Gruppe B in die Favoritenstellung. Allerdings wäre es auch keine Überraschung, wenn der Wirbel der Kieler Zebras die Göppinger Deckung entscheidend verwirren würde.— Nach dem überraschend guten 12:12 beim TV Hassee-Winterbek müßte Südwestmeister SV Harleshausen keine Schwierigkeiten haben, TuS Rheinhausen zu schlagen. Herne oder Wattenscheid? 2. Liga West sucht den zweiten Aufsteiger Düsseldorf. Der Westen wartet immer noch auf den zweiten Neuling für die 1. Liga, nachdem am Vorsonntag die erste Entscheidung zugunsten des Duisburger SV fiel. Westfalia Herne und Wattenscheid 09, um einen Punkt getrennt, haben die ersten Chancen, denn für Rotweiß Oberhausen und Katernberg reicht es nur noch bei Verlustspielen der westfälischen Bewerber. Derbysieger von 1952 am Start Mangon Favorit im Großen Preis von Düsseldorf WIRTSCHAFT UND ARBEIT Verkehrsmittel-Industrie als Devisenbringer Zunehmende Exporterlöse in Schiffbau, Kraftfahrzeug- und FahrradIndustrie Frankfurt(Main).— Die Verkehrsmittelindustrie in der Bundesrepublik erzielte im ersten Quartal 1954 Exporterlöse, die weit über den vergleichbaren Erlösen in den Jahren 1953 und 1952 lagen. Da die Importaufwendungen zum Teil zwar ebenfalls stiegen, aber im Verhältnis zu den Ausfuhrerlösen keine große Rolle spielen, ergab sich für die Schiffs- und Fahrzeugindustrie eine weitere beträchtliche Zunahme des Außenhandelsüberschusses. Bei einer Ausfuhr von Kraftfahrzeugen im ersten Quartal 1954 von 376,9 Millionen DM und einem Import von 9,1 Millionen DM beträgt der Exportüberschuß 367,8 Millionen DM. Die Ausfuhr von Schiffen stellte sich in der Berichtszeit auf 115,3 Millionen, die Einfuhr auf 8,5 Millionen DM, so daß der Ausfuhrüberschuß 106,8 Millionen DM betrug. Erstmals ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres auch der Ausfuhrerlös der Fahrradindustrie gestiegen, der den Wert von 18,3 Millionen DM erreichte gegenüber Importen von 1,5 Millionen DM. Geringer als in den letzten beiden Jahren war der Ausfuhrüberschuß lediglich bei Schienenfahrzeugen, er betrug 13,6 Millionen DM. Langsame Reprivatisierung bei Stahl in Großbritannien London.— Die bisher nur geringe 2 n reprivatisierten Werken der britisc Stahlindustrie ist kürzlich durch den Ri kauf von zwei Stahlwerken mit einer samtkapazität von 600 000 t jährlich, du die Maschinenbau-Holding Guest Keen Nettlefolds vermehrt worden. Damit dieser Konzern bisher etwa die Hälfte Wertes seiner alten Betriebe zurückgeka Zwei Werke befinden sich noch in Hän der„Iron and Steel Holding and Realisa Agency“, der staatlichen Abwicklungsges schaft. In Fachkreisen weist man auf unerfreulichen Auswirkungen des gegenw tigen Schwebezustandes der britischen Sta industrie zwischen Nationalisierung und privatisierung hin. Es dürfte aber noch einige Zeit dauern, bis weitere Werke wieder in private Hände übertragen werden. Die Beschaffung der hohen Kapitalsummen bereitet teilweise Schwierigkeiten. Am kompliziertesten ist jedoch die Bewertung der Anlagen, da während der Nationalisierungsperiode hohe Investitionen vorgenommen worden sind: so beträgt der Wert der alten Guest Keen Stahlwerke heute 17 Millionen Pfund Sterling, während für ihre Verstaatlichung seinerzeit eine Entschädigung von rund 12 Millionen Pfund Sterling gezahlt worden war. Ruhrbau legt Produktion still Belegschaft wurde übernommen Mülheim(Ruhr).— Die seit Dezember 1950 bestehende Mineralöl-Raffinerie Ruhrbau GmbH in Mülheim(Ruhr), ein von den Bayer-Werken Leverkusen(50 Prozent) der Hugo Stinnes O. H.(25 Prozent) der Braunkohlen-Benzin AG(25 Prozent) getragenes Unternehmen, legt ihre Produktion still. In einer am Dienstag abgegebenen Erklärung der Gesellschafter heißt es, daß sich die Marktlage aufdem Mineralölgebiet insbesondere bei Benzin und Dieselöl für kleinere deutsche Raffinerien so verschlechtert habe, daß eine Weiterführung der Produktion für die Ruhrbau GmbH nicht mehr möglich erscheine. Die 250 Mann starke Belegschaft soll u. a. von den BayerWerken und der Hugo Stinnes O. H. übernommen werden. Die Ruhrbau, die seit Aufnahme der Produktion von Treibstoff und Heizöl im Dezember 1950 ihre Kapazität ständig steigern konnte, zählt zu den mittleren deutschen Raffinerien. An der Londoner Wertpapierbörse wurde am Mittwoch nach sechswöchiger Unterbrechung der Handel in Dawesanleihe wiederaufgenommen. Die Bank von England hat zuvor bekanntgegeben, daß nichtbritische Tranchen der Dawesanleihe bel ihr eingereicht werden können und von ihr an die zuständigen Umtauschagenten im Ausland weitergeleltet werden. Die Milchschwemme hat wie in jedem Jahr in diesen Wochen eingesetzt. Damit sinkt im jahreszeitlichen Rhythmus der Preis, den der Erzeuger für die Milch erhält und die Fragen um Milchpreis und Milchabsatz werden akut. Da der Butterverbrauch ziemlich gleichbleibend ist und überdies durch Pflichteinfuhren mit gedeckt wird, wäre den Absatzsorgen der Landwirtschaft am besten geholfen, wenn in der Bundesrepublik mehr Trinkmilch verbraucht würde. Die in den letzten Jahren betriebene Milchwerbung hat zwar dazu belgetragen, mehr Trinkmilch abzusetzen, aber im Vergleich zu anderen Ländern ist unser Milchkonsum immer noch bescheiden. Dabei erweist man mehr noch als der Landwirtschaft— sich selbst einen Dienst. Wirtschaftsverhandlungen mit Jugoslawien Bonn.— Mit dem erfolgreichen Abschluß der deutsch-jugoslawischen Kreditverhandlungen sind nach Mitteilung des Auswärtigen Amtes die Voraussetzungen für deutschjugoslawische Wirtschaftsverhandlungen geschaffen worden. Wie verlautet, ist mit dem Beginn der Verhandlungen am 25. Mai zu rechnen. Rübenbauern fordern Aufhebung der Zuckersteuer Köln.— Für die Aufhebung der Zuckersteuer setzte sich in diesen Tagen der Vorsitzende des Rheinischen Rübenbauernverbandes, Peter Classen, in Köln ein. Er erklärte, bei der Aufheburg der Zuckersteuer sei es möglich, den Kleinhandelspreis auf etwa 106 DM je 100 Kilc zu senken und damit den Zuckerverbrauch zu fördern. Classen, der im Verwaltungsrat der Einfuhrstelle für Zucker ist, bezeichnete die Vorratshaltung in Zucker in der gegenwärtigen Höhe als nicht vertretbar. Eine vorsichtige Einfuhrplanung sei daher notwendiger denn je. Den Bundestag forderte er auf, aus der Ertragslage der Landwirtschaft die Konsequenzen in der Preis-, Handels-, Steuer- und Kreditpolitik zu ziehen. Auf deutschen Flughäfen Starke Ausweitung des Verkehrs Stuttgart.— Die Zahl der Fluggäste, die auf den zehn deutschen Verkehrsflughäfen im vergangenen Jahr abgefertigt wurden, hat sich nach der Jahresstatistik der Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen mit 2,5 Millionen gegenüber 1952 um rund 55 Prozent zerhöht. Ohne die Transitpapiere beträgt die Zunahme sogar 59 Prozent. Die übrigen europäischen Flughäfen hatten 1953 eine Zunahme an Fluggästen und Transitpassagieren um 23 Prozent aufzuweisen. Gemessen an der Zahl der Fluggäste stehen Berlin, Frankfurt und Hamburg, an dritter bzw. siebenter und elfter Stelle in der Reihe der europäischen Flughäfen. Absatzlage bestimmt Produktion Bonn.— Das Problem der deutschen Wirtschaft liegt nach amerikanischer Ansicht nicht in einer Massenproduktion, sondern in einem Massenverkauf. Amerikanische Industrielle äußerten diese Tage vor Journalisten auf dem Petersberg bei Bonn die Meinung, daß man auch in Deutschland von der Frage ausgehen müsse, was verkauft werden kann, um die Produktion darauf einzustellen. Diese Notwendigkeit sei offenbar noch nicht ausreichend verstanden worden. Das komme in der(nach amerikanischer Auffassung) viel zu geringen und oft auch zu schwachen Werbung zum*ugdruck. Die Werbung und der Aufbau eines entsprechenden Verkaufsapparates müßten verstärkt werden. Zur Werbetechnik empfahlen die Amerikaner, das Objekt selbst darzustellen und die Aufmerksamkeit durch einen Blickfang auf dieses zu lenken. Die amerikanischen Industriellen waren vom Bundesverband der deutschen Industrie nach Deutschland eingeladen worden. Die Gemeinsame Versammlung der Montanunion in Straßburg hat die Regierungen der Mitgliedsstaaten in einer Entschließung aufgefordert, unverzüglich die wirtschaftliche Integration voranzutreiben Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm kündigte eine finanzielle Beteiligung des Bundes an der Berliner Versuchsanstalt für Schiffbau sowie eine Auftragshilfe an. Zwei amerikanische Delegationen sind in Bonn eingetroffen, die die Möglichkeiten für eine Ausweitung des internationalen Handels mit landwirtschaftlichen Produkten sondieren wollen. Patentgebühren sollen erhöht werden Solingen.— Die Patentgebühren sollen laut einem Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums so weit erhöht werden, daß die Unterhaltung des deutschen Patentamtes nicht durch Steuergelder zu geschehen braucht, sondern von denen getragen wird, die das Patentamt in Anspruch nehmen, teilte die Industrie- und Handelskammer Solingen jetzt mit. Die Jahresgebühren sollen auf 165 Prozent des Vorkriegsstandes erhöht werden, während sie zur Zeit bei 120 Prozent stehen. Außerdem sollen die Gebühren bei Nichtigkeitserklärungen von jetzt 60 auf 500 Mark. bei Beschwerden von jetzt 24 auf 75 und bei Anmeldungen von jetzt 30 auf 50 Mark erhöht werden. Bei Warenzeichen sollen die Anmeldegebühren von jetzt 18 auf 30 und bel der Verlängerungsgebühr von jetzt 60 auf 120 Mark erhöht werden. Großkreuz für Oberste-Brink Essen.— Bundespräsident Theodor Heuß hat dem Vorsitzenden der Emschergenossenschaft, Bergwerksdirektor Professor Dr. Karl Oberste-Brink(Essen), in Würdigung seiner Verdienste um die deutsche Wasserwirtschaft das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen. KonsumAngebot GEG-Steinhäger 40 Vol.% herzhaft männlich, fein bekömmlich-+r 1/1 Flasche DM 113 1 Flasche DM 4,10 SE6-„Trumpl"Ligarillos mild, aber würzig Stück DM 0,10 2,50 Verkauf an jedermann! Jeewurst„ 50 500 g DM 2,50 Großversteigerung! 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