Altester Anzeiger des Sauerlandes + Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe liste Nr. 4. Bei Ewangavergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbexiehern DM 3.54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftestelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 119. Jahrgang— Nr. 33 Dienstag, den 9. Februar 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Mitteldeutsche Arbeiter verlangen freie Wahlen Gärung in der Sowjetzone Stimmung wie vor dem 17. Juni— Erhöhte Alarmbereitschaft der Volkspolizei Berlin(Eig. Bericht.) In der mitteldeutschen Bevölkerung gärt es wieder. Die Berliner Konferenz mit ihrer Debatte über die freien Wahlen hat sehr lebhafte Diskussionen besonders unter der Arbeiterschaft der Sowjetzone hervorgerufen. Verschiedentlich sind auch schon wieder SED-Funktionäre verprügelt worden. Es läßt sich nicht leugnen, daß in der Sowjetzone die Parolen des Westens mehr Anklang gefunden haben als diejenigen Molotows. Angesichts einer solchen Lage erhebt ohne irgendein sichtbares Ergebnis in der sich in Pankow und in der Sowjetbot- deutschen Frage erzielt zu haben. Die schaft die Frage, ob Molotow es sich leisten Stimmung in der Ostzone erinnert in kann, die Berliner Konferenz zu verlassen, manchem an diejenige vor dem 17. Juni Vier berichten über ein Thema Pressekonferenzen bei Amerikanern, Engländern, Franzosen und Russen vorigen Jahres. Molotow weiß das offensichtlich, denn sonst hätte er in der vergangenen Woche nicht die Drohung ausgesprochen, daß sich derartige Vorkommnisse nicht wiederholen würden. Die Einheiten der kasernierten Volkspolizei haben jedenfalls nicht ohne Grund seit einigen Tagen erhöhte Alarmbereitschaft. Vor allen größeren Industriebetrieben sind Doppelposten aufgestellt. Verschiedentlich sind bereits freie Wahlen gefordert worden. Die Belegschaft der Torpedo-Werke in Bernau bei Berlin hat die Wiederzulassung der SPD in der Sowjetzone gefordert. Die Arbeiter der BunaWerke bei Magdeburg haben die Zustimmung zur Volkskammerrede des Sowjetzonen-Ministerpräsidenten Grotewohl verweigert. FRAKTIONSVORSITZENDE ALS BEOBACHTER IN BERLIN Berlin.(dpa) Zum ersten Male seit Beginn der Berliner Viermächtekonferenz waren die Journalisten am Montag auf eine amtliche Mitteilung über den Konferenzverlauf angewiesen. Bisher hatten sie die Wahl zwischen vier verschiedenen Pressekonferenzen. Das„Briefing“ der Amerikaner begann meist am spätesten und dauerte am längsten. Sprecher der Amerikaner ist Henry Suydam vom State Department, etwa 60 Jahre alt, untersetzt, unerschütterlich ruhig. Selbst alter Journalist, vergißt er nie, witzige kleine Ereignisse und farbige Schlaglichter in seinen Bericht einzuflechten. So erfuhren die Journalisten, daß nach der großen Rede von Dulles, über die sich die Sowjete geärgert hatten, in der Sowjetbotschaft der Kaviar fehlte, der nach Reden Molotows bisher immer vorhanden war, und daß die sowjetischen Delegierten zu dunklen Anzügen farbige Hemden mit bunten Schlipsen trugen. Der Leiter der Nachrichtenabteilung des britischen Auswärtigen Amts, C. O'Neill. faßt zunächst den Tagesablauf der Konferenz klargegliedert zusammen und gibt dann unter Umständen einen Kommentar dazu. Im„Maison de France“ erledigt der Direktor der Presseabteilung des Quai Onassis unter Betrugsanklage Washington.(INS) Aristoteles Onaseis, Millionär, Großreeder und Hauptaktionär des Spielkasinos von Monte Carlo, stand gestern vor einem Washingtoner Gerichtehof, um sich gegen eine Betrugsanklage, die die amerikanische Regierung gegen ihn angestrengt hat, zu verantworten. Er wurde beschuldigt, bei Schiffsankäufen in der Nachkriegszeit falsche Angaben gemacht und falsche Anträge zum Ankauf amerikanischer Liberty-Schiffe vorgelegt zu haben. Onassis ist grischischer Abstammung und jetzt ergentinischer Staatsbürger. Die amerikanische Gesetzgebung schreibt jedoch vor, daß die Liberty-Schiffe an amerikanische Staatsbürger verkauft werden müssen. Onassis hatte, wie die Anklage behauptet, eines dieser Schiffe durch eine USA-Firma aufkaufen lassen D’Orsay. Baeyens, großzügig seine Aufgabe. Bemerkungen und Fragen werden hier in einem lebhaften Gespräch mehr beiläufig als ausdrücklich beantwortet. Hier wird nicht in andere Sprachen übersetzt. Ein Wettlauf über einen langen Gang nach einer der fünf Zellen für Telefongespräche mit Westberlin beendet meist die sowjetische Pressekonferenz beim Pressechef des sowjetischen Außenministeriums. Iljitschow, im Ostberliner Pressezentrum. Verschmitzt lächelnd, gelegentlich auch verdrossen und unaufhörlich Papyrossi rauchend, zeigt er sich als geschickter Dialektiker, der humoristischen Redewendungen nicht abgeneigt ist. Riesenflugzeug wird verschrottet London.(Korr.) Das am vergangenen Donnerstag auf einer Schlammbank der Severn-Mündung bei Bristol notgelandete britische Düsenpassagierflugzeug soll verschrottet werden. Selbst schweren Churchill-Panzern und über sechshundert britischen Soldaten und Feuerwehrleuten ist es nicht gelungen, die Maschine aus dem Schlamm zu ziehen. Zur Flutzeit wird sie jedesmal überspült. Der größte Teil der Instrumente und andere Gegenstände wurden bereits ausgebaut. Der Rumpf soll in mehrere Teile zerlegt und an Interessenten veräußert werden. Das Flugzeug war mit einem Kostenaufwand von zehn Millionen Mark erbaut worden. Die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen der CDU, v. Brentano, der SPD, Ollenhauer, und der FDP, Dr. Dehler, weilen zur Zeit in Berlin, um sich an Ort und Stelle über den Ablauf der Viererkonferenz zu orientieren. Unser Bild zeigt von links nach rechts: Brentano, den Berliner Bundesbevollmächtigten, Dr. Vockel, Dr. Dehler und den Leiter der deutschen Kontaktdelegation, Blankenhorn. Kraftverkehr zur Kfz-Steuerreform Halbierung der Kfz-Steuer und Erhöhung der Mineralölsteuer um 4 Pf Scelba soll Regierung bilden Unter Vorbehalt angenommen— Koalitionskabinett angestrebt mögRom.(Korr.) Der christlich- demokratische Politiker Mario Scelbawurdegestern in Rom vom italienischen Staatspräsidenten Einaudi mit der Neubildung der Regierung beauftragt. Scelba, der viele Jahre unter de Gasperi Innenminister war, hat den Auftrag unter Vorbehalt angenommen. Er will die Ministerliste lichst schnell zusammenstellen. Scelba will eine Koalitionsregierung aus den vier Mittelparteien bilden. Die Christlichen Demokraten, die Sozialdemokraten Saragats, die Liberalen und die Republikaner hatten in der vergangenen Woche beschlossen, erneut eine solche Koalitionsregierung zu bilden, nachdem die Versuche zur Bildung einer Einparteienregierung gescheitert waren. Dem neuen Kabinett sollen drei Sozialdemokraten, zwei Liberale und ein Republikaner angehören. Alle übrigen Mitglieder der neuen Regierung werden von den Christlichen Demokraten gestellt. Die Sozialdemokraten haben Saragat, Romita und Vigorelli als Minister für die Regierung Scelba benannt. Saragat soll stelivertretender Ministerpräsident werden. Außerdem verlangen die Sozialdemokraten drei der fünf folgenden Ministerien: Arbeit, Inneres, Finanzen, öffentliche Arbeiten, Industrie und Handel. Die Liberalen verlangen das Justizministerium und das Außenministerium, für das sie Gaetano Martino vorschlagen, der zur Zeit stellvertretender Kammerpräsident ist. Bonn.(dpa) Der Arbeitsausschuß der Kraftverkehrswirtschaft, in dem 15 an Kraftverkehr interessierte Verbände zusammenarbeiten, machte gestern in Bonn Vorschläge zur Kraftverkehrsneuordnung. Der Ausschuß fordert die Ordnung des Wettbewerbs zwischen Schiene und Straße, die Anpassung des Straßennetzes an die Erfordernisse des Kraftverkehrs und eine Reform der Besteuerung des Kraftverkehrs Um die bisher bei Straße und Schiene unterlassenen Investitionen aufzuholen, wird ein Gesetz vorgeschlagen, durch das in den nächsten zehn Jahren die Auflage einer jährlichen steuerbegünstigten„Verkehrewege-Anleine von 500 Millionen Mark durch den Bund sichergestellt werden soll, die je zur Hälfte der Bundesbahn und dem Straßenbau zutließen soll. Auf steuerlichem Gebiet schlägt der Arbeitsausschuß vor, die Kraftfahrzeugsteuer für Krafträder und Personenkraftwagen auf 50 Prozent der bestehenden Tarifsätze zu ermäßigen und bei Lastkraftwagen, Omnibussen. Zugmaschinen und Anhängern an Stelle des Eigengewichts das zulässige'Gesamtgewicht als Besteuerungsgrundlage zu nehmen, wobei der Steuersatz für Motorfahrzeuge auf 20 Mark, für Anhinger auf zehn Mark für je 200 Kilo zulässiges Gesamtgewicht festgelegt werden soll. Die Mineralölsteuer für Vergaser- und Dieselkraftstoff soll einheitlich um vier Pfennig je Liter erhöht werden. Durch diese Maßnahmen soll ein Mehraufkommen von 80 Millionen Mark jährlich erzielt werden. Wie der Arbeitsausschuß mitteilte, würde sich damit für das Rechnungsjahr 1954/55 eine Erhöhung der Sonderabgaben des Kraftverkehrs auf rund 1,625 Milliarden Mark ergeben. Weitere Aussprache über Deutschland Österreichische Abordnung nach Berlin eingeladen— Vier Stund en Geheimkonferenz Berlin.(dpa) Die Aussprache über Deutschland wird am heutigen Dienstag auf der Viererkonferenz in Berlin fortgesetzt. Über Oesterreich soll nicht später als am Freitag gesprochen werden. Der französische Außenminister Bidault hat die österreichische Regierung im Namen der vier Außenminister eingeladen, eine Delegation nach Berlin zu entsenden. Das sind die Beschlüsse, die in der Geheimsitzung der vier Außenminister am Montag gefaßt worden sind. digung komme, werden. dürfe nicht aufgegeben ( Portugiesischer Fischdampfer explodiert Sommerwärme in Los Angeles- Sechsjähriger verursacht Bahnunglück 1 Explodiert ist der portugiesische Fischdampfer„Ator“ 65 Kilometer westlich von Lissabon. 13 Mitglieder der Besatzung wurden getötet, drei Personen werden vermißt. Bei sommerlichen Temperaturen von 31 Grad Wärme strömten Tausende am Sonntag aus der kalifornischen Stadt Los Angeles in die Strandbäder am Pazifik. Ein Bahnunglück ereignete sich in einem Vorort der argentinischen Stadt Buenos Aires, als ein sechsjähriger Junge auf den Bahngleisen einen Schmetterling fangen wollte. Dem Zugführer gelang es im letzten Augenblick, die Bahn zum Stehen zu bringen. Durch das starke Bremsen gerieten jedoch die Lokomotive und der erste Personenwagen in Brand. Vom Blits getroffen und getötet wurde ein Mann in Pretoria, als er einen seiner beiden Zwillingssöhne auf dem Arm trug. Das Baby blieb unversehrt. Königin Elisabeth wird trotz der spanischen Proteste am 10. und 11. Mai Gibraltar besuchen, wie in London mitgeteilt wird. Ein Mißtrauensantrag gegen die Regierung Malan wurde gestern vom südafrikanischen Parlament mit 89 gegen 60 Stimmen abgelehnt. Zwei Personen wurden getötet und vier schwer verletzt bei Zusammenstößen zwischen arabischen Arbeitern und SomaliWachposten auf dem Gelände einer Erdölraffinerie in Aden. Die erste öffentliche Sitzung des Obersten Rückerstattungsgerichts fand gestern in Berlin statt. Auf einer schwarzen Liste geführt werden in Agypten alle Schiffe, die den arabischen Boykott Israels ignorieren. Ortega Y Gasset, der bekannte spanische Philosoph, wurde, gestern vom Bundespräsidenten Heuß in Bonn empfangen. Beim Skilaufen verunglückt ist der Studen: Julian Sandys, ein Enkel Churchills. Er erlitt bei Oberstaufen im Allgäu einen Knöchelbruch. Der kanadische Ministerpräsident St. Laurent besuchte gestern in Paris den französischen Ministerpräsidenten Laniel. Ein sechsmotoriger USA-Düsenbomber stürzte in der Nähe des britischen Flugplatzes Bicester bei London ab. Vier Besatzungsmitglieder wurden getötet. Die indische Regiert wärtig Vorschläge für brung prüft gegentur den Aufbau einer indischen Rüstungsindustrie. Die Außenminister tagten von 15 bis 17 Uhr hinter verschlossenen Türen. Es bleibt jetzt abzuwarten, ob nach dieser Geheimkonferenz Molotow einen Beitrag zu liefern vermag, um die Besprechungen über den toten Punkt hinwegzubringen. Bundeskanzler Dr. Adenauer äußerte gegenüber Dr. von Brentano in Bonn, daß der bisherige enttäuschende Verlauf der Berliner Außenminister-Konferenz keine pessimistische Prognose rechtfertige. Die Alliierten hätten nicht die Absicht, die Konferenz scheitern zu lassen. Sie würden immer wieder Vorschläge machen. Man sollte die Konferenz verfolgen und abwarten, bis die Antwort auf die Frage „freie Wahlen“ gegeben sei. Brentano sprach sich dafür aus, während der Konferenz auch die letzte Chance auszunutzen. Jede Prognose über ein Scheitern der Konferenz sei solange überflüssig und verfrüht, wie die Außenminister noch zusammenkommen. Die Hoffnung, daß es doch noch zu einer VerstänAußerordentliche Vollmachten Plevens Große Besorgnisse der Franzosen— Vietnamesen laufen über Paris.(Korr.) Der französische Verteidigungsminister Pleven, der sich zur Zeit auf dem Flug nach Saigon befindet, ist Träger außerordentlicher Vollmachten. Auf französischer Seite hat nicht nur die militärische Entwicklung in Laos große Besorgnisse hervorgerufen, sondern auch der Umstand, daß die vietnamesische Nationalarmee anscheinend weder ihrer Kampfmoral noch ihrem milltärischen Ausbildungsstand nach das gehalten hat, was man sich von ihr versprach. Es wird sogar behauptet, daß in der letsten Zeit Verbände dieser Armee zum Feinde übergelaufen seien. De aus Dien Bien Phu eintreffenden Berichte besagen, daß die französischen Verluste ebenso erheblich gewesen seien wie die der Vietminh. Die französischen Sturmwellen gerieten in das Artillerieund MG-Sperrfeuer der Vietminh. Die Vietminh-Verbände selbst waren tief in den Boden eingegraben. Die Stadt Attopeu im südlichen Teil des Köndgreiches Laos ist von den französischen Verbänden in der vergangenen Nacht geräumt worden. Mit der Einnahme von Attopeu stehen die dort befindlichen Vietminh-Truppen nur noch wenige Dutzend Kilometer vor der Nordgrenze des Königreichs Kambodscha. Außenbezirke Luang Probangs erreicht Vorausabteilungen der auf Luang Prabang vorstoßenden 308. Vietminh-Division haben gestern die Außenbezirke der Stadt erreicht. Das Hauptkontingent der Division steht etwa 80 Kilometer nordöstlich von Luang Prabang. Atomgespräche werden fortgeführt Edens Stellvertreter, Staatsminister Selwyn Lloyd, bestätigte im Unterhaus, daß die sowjetisch-amerikanischen Atomgespräche begonnen haben und zur Zeit in Berlin fortgesetzt werden. Die Atomvorschläge Präsident Eisenhowers seien von beiden Seiten sorgfältig erörtert worden, jedoch sei es noch zu früh, eine Erklärung darüber abzugeben. Chinese bei Molotow Der stellvertretende rotchinesische Außenminister Wang Tsia Teiang hält sich zur Zeit in Östberlin auf. Er soll am Wochenende mit dem sowjetischen Außenminister Molotow zu einer Unterredung zusammengetroffen sein. Wie wied das Wetter? Leicht unbeständig Schwache atlantische Störungen greifen über die britischen Inseln und Frankreich auf Norddeutschland über. kommen aber kaum über die Weser ostwärts voran, sondern lösen sich auf. Vorhersage für Dienstag: Mäßige Winde um Süd bis Südost. Stark bewölkt. Erneut leichter Schneefall. Im Laufe des Tages im Flachland teilweise mit Regen vermischt. Temperaturen tags ein bis zwei Grad über Null, nachts leichter bis mäßiger Frost. Weitere Aussichten: Unbeständig und wieder leichter Temperaturrückgang. Ost-West-Handel DDle Meinung der ander Bonn in Erwartung von St. Laurent Pessimismus Gegenbesuch des kanadischen Regierungschefs— Im Elternhaus tauschten die Trapper ihre Felle ein Die nächste Woche wird im Zeichen eines großen Staatsbesuches stehen, Kanadas Regierungschef St. Laurent kommt vom vereisten St. Lorenz an den winterlichen Rhein nach Bonn und nach Soest. Es ist der Gegenbesuch für die Visite des Bundeskanzlers in Ottawa vor knapp zehn Monaten. Dr. Adenauer und der Ministerpräsident aus Übersee sind also bereits bekannt, die beiden Staatsmänner sind auch einander in vielen Dingen ähnlich. O. H. D. Während in Berlin die politische Konferenz auf der Stelle tritt und alle Welt sich darauf vorbereitet, daß in der Frage der deutschen Wiedervereinigung alles beim alten bleibt, haben sich Geschäftsleute des Ostens und Westens zusammengesetzt und nicht über theoretische Fragen der Demokratie, sondern über Erdol, Getreide. Schiffe und Maschinen verhandelt. Dieser Tage hat der sowjetische Außenhandelsminister Kabanow einer Gruppe führender britischer Geschäftsleute das Angebot gemacht, in den nächsten drei Jahren Aufträge in Höhe von 4.8 Milliarden Mark in England zu placieren. Solch eine Offerte bedeutet in einer Zeit, in der die Weltkonjunktur rückläufig ist, immerhin eine gewaltige Erleichterung. Die Briten sind um so mehr von dem sowjetischen Angebot überrascht, als Moskau keine Gegenforderungen wegen seines Exportes stellte. Die geheimnisvollen Gold-, Silber- und Platinsendungen, die in der letzten Zeit aus der Sowjetunion in London eintrafen, finden durch die neue Handelspolitik des Kremls ihre Erklärung. Die finanzielle Abwicklung sowohl der britischen als auch der deutschen und dänischen Schiffslieferungen geschieht uber London. Die Sowjetunion hat in den vergangenen Wochen nicht nur industrielle Waren gekauft, sondern auch große Mengen Butter in Neuseeland und Wolle in Australien. Ein Handelsabkommen mit Schweden sieht die Lieferung beträchtlicher Mengen schwedischer Lebensmittel und Konsumgüter gegen strategisch wichtige Waren, so Erze und Erdöl, aus der Sowjetunion vor. Die ganze Moskauer Betriebsamkeit gilt offensichtlich der Verwirklichung des Versprechens Malenkows, der russischen Bevölkerung einen höheren Lebensstandard zu verschaffen. Wie weit die importierten Güter für bestimmte Zwecke gehortet werden, entzieht sich natürlich unserer Kenntnis. Die handelspolitische Offensive Moskaus zielt hauptsächlich auf zwei Länder des Westens: auf Großbritannien und die Bundesrepublik. Dieser Tage schrieb das sowjetische Regierungsorgan„Iswestija“, daß gute Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands zum Östen Tradition seien. Wenn bislang der Handel zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik so gering gewesen sei, so sei daran das„amerikanische Diktat“ schuld. Den Engländern hält die Moskauer Zeitung„News“ vor Augen, daß Westeuropa bei einem ausgeweiteten Handel mit der Sowjetunion und den„Volksdemokratien“ sein Dollardefizit verringern könnte. Dieses Defizit ist, wie bekannt, die Grundkrankheit der Länder des SterlingBlocks. Ein Ausweichen auf die Östmärkte wäre für sie eine bedeutende Erleichterung Während auf der Berliner Konferenz Rotchina mit allen Vorbehalten behandelt wurde, mehren sich in England in zunehmendem Maße die Stimmen, die Chancen im China-Handel wahrzunehmen. Der konservative„Daily Expreß“ fordert, daß Großbritannien den chinesischen Markt erobere, da Japan, das hier einst eine dominierende Stellung hatte, gegenwärtig auf den britischen Kolonialmärkten Fortschritte mache. Der Japan-Handel macht den Engländern sowieso stark zu schaffen. Er nistet sich bereits in England ein. Die Vertreter von 300 000 britischen Textilarbeitern in Manchester haben deshalb beschlossen, eine Abordnung zur Regierung nach London zu schicken, um gegen das neue Handels- und Zahlungsabkommen mit Tokio zu protestieren. Das Abkommen ermöglicht den Japanern in diesem Jahr größere Ausfuhren nach Großbritannien. Die britische Regierung erklärt gegenüber den Protesten der Textilarbeiter, daß der Japan-Handel im Interesse Großbritanniens und seiner Kolonien liege.„Wer verkaufen will, muß auch kaufen.“ Wieweit Molotow in Berlin unter der Hand Handelsgeschäfte betrieben hat, wissen wir nicht. Er hat aber des öfteren auf der Konferenz Andeutungen gemacht, daß der Ost-West-Handel auch für die Bundesrepublik von größter Wichtigkeit sei. 5. Kapitän Rudenfeldt schenkte Diana ein Reh. Woher das Reh eigentlich kam, wußte er selbst nicht. An einem frühen Morgen hörte er ein eigenartiges Trippeln auf der Terrasse, und als er nachschauen ging, stand das Reh da. Es sah ihn mit scheuen Augen an, die Nüstern zitterten, das graue Fell glänzte, und es wippte mit den feinen, spitzen Ohren. Als Henrik Lorenz auf die Terrasse trat, sprang es und kam ihm ohne Angst entgegen. Noch am selben Tage brachte er das Tier Diana. Bald fühlte es sich auf Stjärnö zu Hause und war so zahm, daß man es frei im Park herumlaufen ließ. Es folgte Diana auf Schritt und Tritt. Manchmal wagte es sich auch in die Halle, und dann fütterte es Diana mit kleinen Brocken Schwarzbrot. Henrik Lorenz aber ließ für das Reh noch ein schmales Silberhalsband anfertigen, auf dem nur die Worte„Diana — Stjärnö“ eingraviert waren. Nun konnte dem Tier nichts mehr geschehen— so meinte er, da jeder wisse, wem es gehôre. Die Verwandten kamen und bewunderten Dianas Reh. Es wurde von allen verzogen, nur Joachim zuckte die Schultern und fragte:„Was zum Teufel kann man eigentlich mit so einem Reh machen?“ Als Diana zwölf Jahre alt wurde, bekam sie vom Vater ihr eigenes Reitpferd, ein schönes, etwas nervöses Tier mit glänzendem braunem Fell und großen klugen Augen; und wenn der Tau noch auf den Feldern lag, sah man Baron Stjärnudd und Diana zusammen ausreiten. Im GaDer kanadische Gast hat vor ein paar Tagen seinen 72. Geburtstag gefeiert. Beide Staatsmänner kamen von der Juristerei zur Politik. Beide sind fromme Katholiken, ungefähr gleich lange in ihren jetzigen Amtern, und beide wurden darin durch einen Wahlsieg im vorigen Jahr bestätigt. Madame hat damals geweint Als Louis Stephen St. Laurent Kind war, schlummerte Kanada, wenn es auch so groß wie ganz Europa ist, noch den Schlaf einer weltentlegenen Provinz. Ein Store in einem Dorf in Quebec, wo im Winter noch von den Trappern Felle eingetauscht wurden, war sein Elternhaus. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr glaubte der junge St. Laurent, es sei überall auf der Welt so wie bei ihm zu Hause, daß die Mutter Englisch und der Vater Französisch spricht. Der junge Jurist hat zunächst ebenso wenig wie sein Kollege Adenauer an eine politische Laufbahn gedacht. Wie dieser als Kommunalpolitiker und Oberbürgermeister mit keinem Reichsminister tauschen wollte, so war St. Laurent als der prominenteste Anwalt ganz Kanadas gar nicht davon erbaut, als ihn der große alte Mann des Landes, sein Vorgänger Mackenzie King, Paris.(Korr.) Paris war gestern morgen spiegelglatt DerWetterumschwung hatte der französischen Hauptstadt am Sonntagnachmittag starken Schneefall gebracht, der am späten Abend in Regen überging. Der Matsch gefror in der Nacht zu einer spiegelglatten Eisbahn. Über der Kanalküste war der Wetterumschwung von heftigen Schneestürmen begleitet, so daß die Hochseeschiffe teilweise auf der Außenreede bleiben mußten. Auch in vielen Teilen Großbritanniens und in ganz Belgien, von der Kanalküste bis zu den Ardennen, wurde der Autoverkehr am Montagmorgen durch Glatteis behindert. Der belgische Rundfunk gibt stündlich Meldungen über den Zustand der Straßen. In Brüssel mußten in der Nacht zum Montag Hunderte von Autofahrern ihre Wagen unterwegs stehen lassen, weil sie wegen des Glatteises nicht weiterkamen. In den nördlichen Teilen Großbritanniens gingen erhebliche Schneefälle nieder. Viele Straßen sind vereist und verweht. New York.(INS) Der in den zwanziger Jahren bekannte, später aber vergessene 63 Jahre alte Schriftsteller Maxwell Bodenheim wurde am Sonntag in einem armseligen Zimmer im Osten New Yorks erstochen aufgefunden. Neben ihm lag die Leiche seiner 35 Jahre alten dritten Frau Ruth, die ebenfalls erstochen worden war. In dem Zimmer, das mit einem Vorhängeschloß von außen verschlossen war, wurde keine Waffe gefunden. Auf der lopp und in munterem Trab ging's rund um die Felder und Wiesen. Quer über dem See, unweit von Heljö, lag die alte Kirche mit ihrem Glockenturm, und neben der Kirche stand der rote Pfarrhof. In ihm wohnten Propst und Propstin Milenius und waren einsam, seit sich die Kinder verheiratet hatten. Diana ritt oft vorbei und schaute bei der kleinen, runden und wohlgenährten Propstin ein. Seit dem Tag ihrer Taufe bewahrte Emma Milenius eine große Liebe für das kleine, mutterlose Mädchen. Wenn Diana kam, mußte sie jedesmal bleiben und mit ihr und dem Propsten Kaffee trinken. Dazu stellte sie die blauen, ostindischen Kaffeetassen auf den Tisch, die Emma Milenius' Vater von weiten Reisen im Fernen Östen mitgebracht hatte. Der Propst saß stets in einem amerikanischen Schaukelstuhl, rauchte seine Pfeife und hatte auf der Schulter den großen Papagei, der keine Minute still sein konnte, und wenn der Propst einen Augenblick hinausging, bekam der Vogel eine kalte Dusche, dann schwieg er eine Zeitlang. Propst Jacob Milenius war ein gütiger und frischer Greis, der die Freuden dieser Welt keineswegs verachtete. Er war ein guter Skat- und Doppelkopfspieler. Beide Spiele schätzten auch Johann Albrecht und Jan Gustav Stjärnudd, und bei jedem Skatabend war Propst Milenius der dritte. Im Winter bildete Stjärnö das Standquartier für solche Abende, zu denen sich immer dieselben einfanden: Johann Albrecht Riddercrona, Prope1941 telephonisch zum Justizminister ernannte. Madame hat damals vor Kummer sogar geweint. Die Regierungsführung und Im Stadtgebiet von London platzten infolge der Wettermilderung am Wochenende zahllose eingefrorene Wasserrohre. Auch die Hauptleitungen unter der Erde sind an vielen Stellen geborsten. In Tagund Nachtschichten wird an der Ausbesserung der Wasserleitungen gearbeitet. Aussteuer und Gleichberechtigung Karlsruhe.(dpa) Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes steht der Aussteueranspruch von Töchtern mit dem Grundsatz der Gleichberechtigung von Mann und Frau grundsätzlich nicht im Widerspruch. Der Anspruch kann aber von einer Tochter nur geltend gemacht werden, wenn er bei der Berücksichtigung der Zuwendungen, die ihr einschließlich der Kosten für die Berufsausbildung bereits gewährt worden sind, und der Zuwendungen, die ein männlicher Geschwisterteil erhalten oder zu erwarten hat, nicht zu einer Bevorzugung vor männlichen Geschwistern führt. Ob diese Voraussetzungen vorliegen, muß nach Auffassung des Bundesgerichtshofes in jedem einzelnen Falle geprüft werden. Brust des Schriftstellers lag ein zur Zeit gängiger Bestseller. Bodenheim, den die Einwohner des Slum-Viertels als Harold Weinberg kannten, war besonders durch Romane bekannt geworden. Um 1925 galt er als Anführer der New Yorker Bohemiens. Bereits zehn Jahre später hatte man ihn vergessen und bezeichnete ihn als alkoholsüchtig. In der Wohnung des Toten fand die Polizei ein kleines Abzeichen mit der Aufschrift„Ich bin blind“. Sie vermutet, daß Bodenheim zuletzt als„Blinder“ in den Straßen bettelte. Oberst Ehrenfalck und Jan Gustav Stjärnudd. Diana half ihrem Vater, den grünen Filz über den Spieltisch zu ziehen und alles in der Ecke beim Kamin zurechtzustellen. Daneben, und das war sehr wichtig, stand dann der Tisch mit dem dampfenden Punsch, den hohen Groggläsern und den bauchigen Flaschen aus dem Weinkeller Stjärnös. Gleich nach dem späten Mittagessen begann das Spiel und ging lang in die Nacht. Zu Hause wurde Bertram Ehrenfalck von seiner Frau kurz gehalten, aber drauBen war er gelöst und fröhlich wie ein neugebackener Student. Er schaute gern zu tief ins Glas und sah die Welt dann rosenrot. Die drei anderen Skatbrüder wußten sehr wohl, daß Josephine Ehrenfalck ihren Mann, wenn er nachts nach Hause kam, auf einem besonderen Strich im Schlafzimmer die Gleichgewichtsprobe machen ließ, die er meistens nicht bestand. Johann Albrecht, der gegen seine Schwester stets einen Groll hegte, machte sich eine besondere Freude daraus, ihren Mann vollzupumpen. Je später der Abend wurde, desto höher stieg die Stimmung, desto kräftiger fielen die Trümpfe auf den Spieltisch, und eine lustige Geschichte löste die andere ab. Wenn Diana oben in ihrem hellen Zimmer war, konnte sie noch spät in die Nacht die Stimmen der zechenden Spieler aus der Halle hören, und noch im Traum beunruhigte sie das gröhlende Lachen, wenn Oberst Ehrenfalck die Farben der Karten nicht mehr unterschied und recht verworren lizitierte. Nach dem fünften Whisky konnte Bertram Ehrenfalck nicht mehr klar sehen. Dann wurde er sentimental und erzählte mit feuchter Stimme Jugenderinnerungen, in denen er eine edle und aufopfernde Rolle spielte. Es waren immer dieselben Geschichten. Die anderen erzählten sie schon besser nach als er selbst. Und wenn dann der Obert Ehrentalck in seinem Durst den Parteivorsitz hat der spätere Außenminister dann gewissermaßen in politischer Erbfolge übernommen. Nachbar Sowjetunion Erst unter ihm ist Kanadas neue Stellung als Großmacht und Faktor der Weltpolitik ganz deutlich geworden. Die Atombombe, die Langstreckenflugzeuge und damit über den Nordpol hinweg die Nachbarschaft zur Sowjetunion, die ErschlieBung der riesigen Erzvorräte— Kanada rückte im letzten Jahr im Welthandel an die dritte Stelle— haben in den 14 Millionen Kanadiern, vor allem aber in seinen führenden Männern wie St. Laurent Selbstbewußtsein und Weltverantwortung geweckt. In seinen ersten Ministerjahren hatte auch St. Laurent noch mit einer tief eingewurzelten„Ohne-uns“-Neigung zu kämpfen. Dabei ist er nicht gerade ein Volksredner, eher der kluge und elegante Weltmann; aber was er sagt, sitzt. Man sieht ihm den Großvater von 13 Enkelkindern nicht an. Als Kollegen, Väter und Großväter, aber auch sonst werden Gastgeber und Gast im Palais Schaumburg sich gut verstehen. Das Befinden des Papstes Vatikanstadt.(Reuter) Im Befinden des Papstes trat gestern eine weitere Besserung ein. Der Papst verbrachte eine ruhige Nacht und konnte am Montagmorgen einige Teelöffel voll flüssiger Nahrung zu sich nehmen. Während der Nacht wachte sein Leibarzt an seinem Krankenbett. Der Sekretär des Papstes, der deutsche Jesuitenpater Robert Leiber, las am Morgen im Krankenzimmer die Messe. Der Papst durfte sein Bett gestern für kurze Zeit verlassen und sich etwas in seinem Zimmer bewegen. Kampf um die EVG Paris.(Korr.) In einer großen Zahl französischer Provinzstädte veranstalteten am vergangenen Wochenende Gegner und Befürworter der Europaarmee Großkundgebungen. In der Industriestadt St. Etienne erklärte der außenpolitische Sprecher der Gaullisten. Palewski, die EVG führe zu einem Großdeutschland auf Kosten Frankreichs. In Nizza erklärte der stellvertretende Regierungschef Teitgen, wenn es nicht zur Bildung Europas komme, dann werde Deutschland in Zukunft allein handeln. London.(Korr.) Die britischen Sicherheitsbehörden bestätigten gestern zwei neue Fälle von böswilliger Zerstörung auf britischen Flugzeugträgern. Auf dem größten und schnellsten britischen Flugzeugträger, der 36 800 Tonnen großen„Eagle“, sind im Hafen von Portland zwei Kanonen beschädigt und 32 Kartuschen über Bord geworfen worden. Die Kartuschen sollten am vergangenen Freitag anläßlich des zweiten Jahrestages der Amtsübernahme der Königin Elizabeth als Ehrensalut abgefeuert werden. Es wird vermutet, daß die Saboteure unter den schottischen Mitgliedern der Besatzung des Flugzeugträgers zu suchen sind. Die zweite Zerstörung wird aus Malta gemeldet, wo auf dem 13 190 Tonnen groBen Flugzeugträger„Glory“ Kabel durchgeschnitten wurden. In den letzten drei Monaten wurden auf fünf britischen Flugzeugträgern, einem Schlachtschiff und mehreren kleineren Fahrzeugen böswillige Zerstörungen festNeues hinzufügte, schrien alle drei zugleich:„Na, jetzt flunkerst du aber. Bertram— wir wissen genau, wie es war.“ Diese Anrufe ernüchterten den Oberst wieder. Mit dem Nachhausegehen hatte es der Oberst nie eilig; aber zum Schluß steckte ihn Johann Albrecht in den zweisitzigen Schlitten. Dann ging es hinüber nach Lindö, wo er seinen Schwager auf der Treppe absetzte Je näher Lindö kam, desto stiller und wortkarger wurde der Oberst. Aber er konnte auch den tollen Kerl spielen, wenn er einmal in Fahrt war. Dann ging er schnurgerade in den Rokokosalon, wo er sonst nie hineindurfte, setzte sich mitten zwischen die Kissen auf dem kleinen Sofa und brüllte mit kräftiger Stimme:„Jetzt sitze ich. wo ich will!“ Nach solchen Nächten dauerte es lange, bis er sich wieder zu einem Spielabend auf Stjärnö einstellte. Die Oberstin Ehrenfalck war eine alte Dame, die sich Respekt zu verschaffen wußte, doch um einen hohen Preis: in ihrer Nähe verstummten Lachen und Fröhlichkeit, und ungeladen kam niemand nach Lindö auf Besuch. Die Läden an den Fenstern der guten Stuben wurden nur bei seltenen Anlässen geöffnet, und in den verdunkelten Zimmern hatte sie die Möbel durch Baumwollüberzüge geschützt. Die echten Teppiche verdeckten dichte" Lagen Zeitungspapier, und die Kronleuchter und Bilder hingen hinter rötlichen Fliegennetzen wie unter gespenstischen Spinnweben. Propst Milenius bekannte einmal, er hätte auf keinem Pfarrhof im dunkelsten Smoland so sehr gefroren wie in der Nähe der Oberstin Ehrenfalck. Johann Albrecht Riddercrona fand diese Äußerung so gut, daß er sich nicht enthalten konnte, sie seiner steifen Schwester mitzuteilen, und seit diesem Tag hegte Josephine Ehrenfalck noch eine besondere Abneigung gegen den Propsten. Björksund war das gerade Gegenteil von Lindô und das gastfreieste Haus am gansan See. Parisien Lihre Ein vierzelintägiger Meinungsaustausch. Entwürfe, Gegenvorschläge und Ablehnungen haben dazu gefülirt, das Vorhandensein einer völligen Meinungsversdiedenheit über einen Hauptpunket aufzuhellen: die Formen der Wiedervereinigung Deutsdilands. Bidault madite vergeblich einen letzten Ausgleidisversuch. Die Meinungsversdiedenheit blieb. Da die anderen Fragen beiseitegelegt sind, wird man zur Behandlung des letzten Punktes der Tagesordnung sdireiten: Osterreidi. Audi hier gibt es keinen besonderen Aulaß zur Hoffuung Zum Schluß wird man auf die strittigen Einzelfragen zurückkommen, zunächst auf den Fernen Osten. Mit ihm wird das ludochina-Problem zur Sprache kommen. Franc Tireur Man kann endlos miteinander diskutieren, friedlich nebeneinander bestehen und selbst einen dauerhaften Modus vivendi schaffen, ohne sid über das Wesentlidie zu verständigen und ohne den Worten den gleichen Sinn zu geben. Der eine ganze Wodie dauernde Dialog über Deutschland war in dieser Hinsicht besonders aufschlußreich. Die Westmäcte und die Sowjets sprachen wirklid von ganz verschiedenen Dingen. News Chronicle Wenn von dem Wrack der Kouferenz nodh etwas gerettet werden soll, dann muß es auf der ersten Geheimsitzung der vier Außenminister geschelen. Daily Mail Hodgestellte diplomatische Kreise in Berlin äußerten, daß die Sowjetunion nicht beabsichtige, ihren Griff um die Sowjetzone zu lockern. Nach Meinung diplomatischer Kreise ist es gewiß, daß die Sowjetunion ihren Teil von Deutschland mindestens fünfzig Jahre besetzt halten wird, wenn sie nicht ganz Deutschlaud erobern kann. Prawda Nadh Auffassung der sowjetischen Delegation kann und muß eine für alle Seiten annehmbare Lösung des Deutschlaudprobleis gefunden werden. Da die Diskussion der deutschen Frage und der europäischen Sicherheit noch nicht abgeschlossen ist, bestehen immer noch Möglichkeiten, im Laufe der Konferenzarbeit gewisse Ergebnisse zustandezubringen. New York Herald Tribune Der sowjetisdie Plau für die deutsche Wiedervereinigung ist ein Abklatsch des tragischen Musters, das die Sowjets nad dem Vormarsch der Roten Armee auf ganz Osteurgpa angewandt haben. Es käme der Negation eines jeden Prinzips, für das der Westen sich einsetzt, gleic, würden die Westmädite einem Programm zustimmen, das lediglich die Sowjetisierung einer Nation im Gefolge hat. gestellt. Die bisherigen Verhandlungen ergeben, daß die Saboteure meistens a ktive Matrosen waren, die durch eine Gefängnisstrafe und einen darauffolgenden„unehrenhaften Ausschluß“ ihre Dienstzeit abkürzen wollten. Aus diesem Grunde haben die Gerichte in der letzten Zeit verfügt, daß die Seeleute zwar ihre Strafe abbüßen, aber anschließend ihre restliche Dienstzeit in der Marine, einschließlich der im Gefängnis versäumten Zeit, ableisten müssen. Inder reisten zurück Inchon.(Reuter) Etwa 1600 indische Soldaten gingen gestern in Inchon an Bord eines Truppentransporters, um nach fünfeinhalb Monaten Wachdienst in der entmilitarisierten Zone Koreas die Heimreise anzutreten. Mit ihnen reisen zwölf Chinesen, zwei Südkoreaner und 74 ehemalige nordkoreanische Kriegsgefangene, die nicht in ihre ehemalige Heimat zurückkehren, sondern in ein neutrales Land gebracht werden wollen. Über ihr endgültiges Schicksal soll in Indien entschieden werden. Frederik Adolf und seine Frau lebten nur für ihre Kinder, drei Jungen und zwei Mädel. Wenn sie im Sommer auf Ferien kamen, folgten ihnen Freunde und Kameraden aus der Hauptstadt, und auf Björksund löste ein Ball den anderen ab. Die ganze Umgebung wurde dazu eingeladen: zum Tennisspiel, zu Ausflügen; zum Tanz der Mittsommerzeit. Im Herbst fanden auf Björksund und Heljö die großen Jagden statt, und zur Weihnachtszeit waren es meist die Gäste, die den Baum auf Björksund plünderten. Sie blieben auch gleich zu den Neujahrsbällen und zu den Schlittenpartien durch die verschneiten Wälder. Die Frau des Hauses,„Mama Louise“, war die Sonne, an der sich alle Herzen wärmten. Bei Tanz und Spiel, bei Freud und Ernst, immer stand sie im Mittelpunkt, und die jungen Leute liebten sie. (Fortsetzung folgt) ben wis mal In einem kleinen Wintersportort sucht ein Fremder ein Zimmer. Alles ist überfüllt. Er nimmt daher den Ober beiseite und gibt ihm ein Trinkgeld, damit er ihm doch noch eins beschafft. Der Ober führt den Fremden nach Zimmer 14, einer kleinen Bude, nach Norden gelegen und mit einer Eisschicht an den Wänden. „Was? Hier soll ich logieren?“ Der Ober zwinkert mit den Augen. „Das ist ja das Gute! Hier haben Sie bestimmt kein Ungeziefer zu befürchten.“ Am nächsten Morgen kommt der Gast übernächtigt in den Speisesaal. „Na, wie haben Sie geschlafen?“ fragt der Ober. „Sehr schlecht! Ich glaube, Ihre Wanzen laufen Schlittschrh tana ROMAN VON BIRGIT SPARRE WIEN-MUNCHEN Glatteis in Paris und Belgien Hunderte von Autofahrern mußten ihre Wagen stehenlassen Schriftsteller erstochen aufgefunden Einst ein bekannter Romanautor— Zuletzt ein trunksüchtiger Bettler Sabotage auf britischen Kriegsschiffen Zwei Kanonen auf dem Flugzeugträger„Eagle“ beschädigt No Wassergebühren Nummer 33 SAUERLÄNDISCHES VOLKSBLATT 9. Februar 1954 rlegsgräberiirsorge Kreis Olpe. Von der treuen Fürsorge der Südtiroler um die dortigen deutschen Soldatenfriedhöfe berichtet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in seiner Monatsschrift„Kriegsgräberfürsorge“. Die Soldatengräber in Brixen, Meran, Bruneck, Cortina d'Ampezzo und St. Ulrich sind in gutem Zustande. Zumeist sind es Friedhofskomitees, Vereinigungen zur „Pflege des deutschen Soldatenfriedhofes“, denen anzugehören für viele eingesessene Familien eine Selbstverständlichkeit ist, welche die liebevolle Betreuung der Anlagen übernommen haben.— Der deutsche Soldatenfriedhof in Luxemburg, die große Zentralanlage bei Sandweiler mit 10000 deutschen Gefallenen, wird z. Z. vom Volksbund ausgebaut. Die Mittel dazu stammen aus Beiträgen der deutschen Schuljugend. Olper Stadtspiegel Heute Kundgebung der Verkehrswacht. Am heutigen Dienstag veranstaltet der Ortsausschuß Olpe der Kreisverkehrswacht um 20 Uhr im„Kölner Hof“ seine angekündigte Kundgebung, bei der ein Vertreter der Landesverkehrswacht referieren wird. Gleichzeitig erhalten weitere bewährte Kraftfahrer ihre Auszeichnungen für unfallfreies Fahren. Wieder Schneefall. Nach zwei Wochen anhaltenden, starken Frostes bei völlig trockener Witterung trat in der Nacht zum Montag wieder Schneefall ein, so daß gestern früh die Stadt ganz in Weiß gehüllt war. Die Kälte war noch nicht gebrochen und das verschiedentlich von den Wetterpropheten angekündigte Tauwetter noch nicht eingetreten. Der Schneefall gibt erneut Anlaß, die Einwohner an die Streupflicht zu erinnern. Es sei auch nochmals darauf hingewiesen für die hungernden Vogelwelt Futter an passenden Stellen zu streuen, um unsere gefiederten Sänger über die kalte Jahreszeit hinweg zu erhalten. Im Frühling und Sommer können wir uns dann wieder an ihrem Gesang erfreuen. Besucht das Landestheater! Am kommenden Freitag führt bekanntlich das Rheinische Landestheater im Schwanensaal Rossmanns Schauspiel„Fünf Mann— ein Brot“ auf. Das Stück schildert mit realistischer Öffenheit das aufwühlende und nervenzerrüttende Erleben der Kriegsgefangenschaft und des Lagerlebens. Die vielbeachtete Uraufführung in Pforzheim brachte dem Autor und dem Stück einen bedeutenden Erfolg; im Augenblick wird in Paris die französische Uraufführung des Werkes vorbereitet. Die Inszenierung der Neußer Aufführung besorgte Dr. Johannes Horn. Ein gehaltvoller Theaterabend ist damit zu erwarten, dessen Besuch besonders zu empfehlen. Da diesmal keine Schülerkarten ausgegeben werden, sind noch gute Plätze im Vorverkauf in der Buchhandlung Marx und im Rathaus, Zimmer 1,, zu haben. Man besorge sich rechtzeitig Eintrittskarten! Im Silberkranz. Die Eheleute Alois Böhmer und Frau Erna geb. Meier, wohnhaft in der Kardinal-von-GalenStraße, können heute das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar gelten unsere besten Glück- und Segenswünsche! Exporte und Grippewelle steigerten Pharmaproduktion. Die wertmäßige Produktion der westdeutschen pharmazeutischen Industrie hat im Jahre 1953 nach vorläufigen Schätzungen mit etwa 950 Mill. DM um ca. 10 Prozent über Vorjahreshöhe gelegen. Die Zunahme gegenüber 1952 ist zu einem erheblichen Teil durch die Ausweitung des Exportgeschäftes bedingt. Es stieg die Pharmaausfuhr von 177 Mill. in 1952 auf 210—220 Mill. DM in 1953, d. h. um etwa 15 bis 20 Prozent. Auffallend ist, daß im Gegensatz zu früheren Jahren der Schwerpunkt der Arzneimittelerzeugung im ersten Quartal(255 Mill. DM) lag, was in der Hauptsache auf die damalige Grippewelle zurückzuführen ist. Totenglocke. Im hohen Alter von 82 Jahren verstarb am 7. Februar die Witwe Wilhelmine Eich geb. Weingarten, wohnhaft in der Winterbergstraße 1. Ferner wurde gestern vormittag der Kaufmann Franz Josef Neuhaus. Martinstraße 14, im Alter von 84 Jahren von seinem langen, schweren Leiden erlöst. Den lieben verstorbenen Mitbürgern möge der ewige Frieden in Gott beschieden sein! Elspe. Laut Beschluß der Gemeindevertretung sollen die Gebühren für die Entnahme von Trink- und Gebrauchswasser aus gemeindeeigener Wasserleitung erhöht werden, weil die Wasserwerke der Gemeinde seit Jahren Zuschußbetriebe sind. Der bisher erhobene Pauschalsatz von 12 DM für alle Haushalte soll künftig fortfallen. Großabnehmer erhalten Wasseruhren und bezahlen pro cbm 30 Pfg. und jährlich 3 DM Zählermiete. Haushalte ohne Wassermesser zahlen für zwei Personen 14 DM; für jede weitere Person erhöht sich der Betrag um 1 DM. Für Spülklosetts werden entsprechende Zuschläge erhoben. Gewerbebetriebe sollen je nach ihrer Größe herangezogen werden. Großvieh wird mit 3 DM. pro Jahr berechnet. Mit einer empfindlichen Mehrbelastung haben die Besitzer von Waschmaschinen mit Wassermotoren zu rechnen. Hier wird pro Person des Haushaltes ein Zuschlag von 4 DM zu den sonstigen Gebühren erhoben. Dabei will die Gemeinde in Zukunft besser darauf achten, daß auch alle hierfür in Frage kommenden Haushalte erfaßt werden. Die vielen Anträge auf Erlaß des Wassergeldes, die bisher Jahr für Jahr gestellt wurden, können in Zukunft nicht mehr Berücksichtigung finden. 80. Geburtstag Lütringhausen. In erstaunlicher Rüstigkeit kann heute Fritz Siepmann seinen 80. Geburtstag feiern. Der Hochbetagte ist allgemein geschätzt. Er ist als tüchtiger Maurermeister, insbesondere als Ofensetzer weit und breit bekannt und beschäftigt sich auch heute noch in seinem Handwerk. Zum Geburtstag gelten ihm unsere besten Glück- und Segenswünsche! St. Agatha-Feier Bilstein. Die katholische Pfarrgemeinde feierte am vergangenen Sonntag das Fest ihrer Kirchenpatronin, der hl. Agatha. Das traditionelle Fest wurde wieder in sehr würdiger Weise begangen.— Die hl. Agatha ist auch in Maumke Kirchenpatronin und wird dort ebenfalls an ihrem Festtage besonders geehrt. „Spara“-Vortrag Grevenbrück. Die Spara-Gruppe Grevenbrück-Olpe hält einen interessanten Vortragsabend am Mittwoch, dem 10. Februar, um 19.30 Uhr in der Realschule. Verbandsprüfer Josef Cordes, Grevenbrück, spricht über das Genossenschaftswesen, den Genossenschaftsaufbau und das Genossenschaftsrecht. Gäste sind willkommen. „Der Schalk von Bunzlau“ Grevenbrück. Das Schauspiel-Studio Iserlohn bringt am kommenden Sonntag, dem 14. Februar, ein Lustspiel„Der Schalk von Bunzlau“ von Volker Wulf in der hiesigen Schützenhalle zur Aufführung. Kürzlich wurde das gleiche Stück in Olpe gezeigt. Es fand lebhaften Beifall und volles Lob in der Kritik. St. Agathafeler in Olpe: Uraltes Gelübde wurde wieder erneuert Eindrucksvolle Felerlichkelten und relche Opfergaben zu Ehren der hl. Agatha Olpe. Dem Agathatag(5. Februar) folgte am Sonntag die äußere Feier dieses traditionellen Festes in Olpe. Infolge der großen Brände, von denen Olpe ehedem mehrfach heimgesucht wurde, hatte man diese Heilige um ihre besondere Hilfe und Fürbitte angegangen. 1665 taten unsere Vorfahren ein heiliges Gelöbnis, das bis auf den heutigen Tag und wohl auch für alle Zukunft hochgehalten wird. Das Gelöbnis bezieht sich auf Fasten und Almosengeben und es findet seine Bestätigung alljährlich mit der Erneuerung des St. AgathaGelübdes und der großen Lichterprozession, die sich mit flammenden Fackeln durch die Stadt bewegt. Die Spenden sind auch in diesem Jahre anläßlich des St. Agathafestes reichlich geflossen. Vor dem Festhochamt am Sonntag in der St. Martinus-Pfarrkirche erneuerte der Rat der Stadt in feierlicher Weise das das St. Agatha-Gelübde. Die Ratsherren hatten sich am Portal im Innenraum der Kirche versammelt. Dort wurden sie von der Pfarrgeistlichkeit begrüßt und durch den Mittelgang des Gotteshauses in einer Prozession zum Chor der Kirche geleitet. Pastor Menke sprach hierauf zu ihnen über die Bedeutung des Tages und des uralten heiligen Gelöbnisses. In gegenwartsnaher Betrachtung wies er einleitend darauf hin, daß sich Olpe aus einem„Nest“ inzwischen zu einer ansehnlichen Stadt entwickelt habe. Gleichwohl sollten die alten, von den Vätern ererbten Sitten und Gebräuche hochgehalten werden. Auch die andersgläubige christliche Bevölkerung sei in das Gelöbnis, in die Verbundenheit aller christlichen Brüder und Schwestern mit eingeschlossen. Diejenigen, die vor Jahrhunderten erstmalig das Gelöbnis abgelegt haben, ruhten zwar längst im Grabe, doch sei es unsere ehrenvolle Pflicht und Aufgabe, was sie einmal versprochen haben, stets aufrechtzuerhalten und immer wieder in die Tat umzusetzen. Durch alle Schicksale hindurch habe sich die Agathafeier bis zum heutigen Tage in Olpe erhalten. Und so sollte es auch mit dem Geiste der Väter sein: Wir sollten diesen Geist hineintragen in unsere Gemeinschaft, den Geist der Buße und Nächstenliebe. „Helft mit“, so schloß Pastor Menke seine Ansprache,„daß das Gebot Gottes das Grundgesetz unserer Gemeinde bleibt!“ Die Stadtväter wiederholten hierauf das vom Pfarrer vorgesprochene, uralte Gelöbnis. Dann begann das feierliche Leviten-Hochamt mit festlichem Chorgesang, das sich sehr eindrucksvoll und würdig gestaltete. Festpredigt in der Pfarrkirche Am Spätnachmittag versammelte sich die Gemeinde wiederum in der Pfarrkirche, wo H. H. Dr. Ferdinand Gastreich. Assessor beim Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn, als gebürtiger Olper die rechten, mitreißenden Worte zu Ehren der hl. Agatha und der mit ihr verbundenen hiesigen Gemeinde fand. Der Prediger erinnerte an das Licht des Glaubens, das bei der Lichtmeß- und Agathafeier sinnfälligen Ausdruck finde. In diesem echten Gottesglauben sollten wir unser Leben gestalten und uns immer wieder erneuern. um der Segnungen des Himmels teilhaftig zu werden. St. Agatha-Prozession Die Lichter als Symbole des Glaubens und der Verehrung für unsere hohe Schutzpatronin, die Flammenfürstin St. Agatha, leuchteten inzwischen draußen vor dem Gotteshaus vielfältig an den Fassaden der Häuser auf und viele Fackeln wurden in der folgenden stattlichen Prozession mitgetragen, die sich wohlgeordnet durch die Stadtmitte bewegte. Die Schuljugend mit roten Fackeln, die Jugendverbände und Vereine mit ihren Fahnenabordnungen, Geistlichkeit, Schwestern und Gäste aus dem Pallottinerkloster beteiligten sich neben vielen Glläubigen an dem feierlichen Umzug, der besonders erhebende Momente bei den im vollen Lichterglanze erstrahlenden Segensaltären zeigte. Neben dem Traghimmel mit dem Sanktissimum schritten Stadtvertreter mit brennenden Fackeln. Die Musik der Feuerwehr Olpe und die Saßmicker Musikkapelle begleiteten den Umzug. Andächtig empfing man vor den Segensaltären den Segen. Ein Flammenmeer durchloderte die Straßen der alten Stadt. Es war ein begeistertes Aufleuchten des christlichen Glaubens, der hier einen lebendigen Ausdruck im Schein der Fackeln, Lichter und Transparente fand! So wurde wiederum würdig und eindrucksvoll das St. Agathafest in der Kreisstadt Olpe begangen. Die Feierlichkeiten zogen jung und alt ganz in ihren Bann. Und sie werden im Vertrauen auf den Himmel und unsere Fürbitterin St. Agatha weiterleuchten in die Zukunft, uns vor Gefahren schützend und in der Gläubigkeit der Herzen, des Opfers füreinander weiterhin eng in dieser Geme.nschaft verbinden. „Mein Motor läuft ruhiger und bessor ..... das ist das spontane Urteil der Kraftfahrer über 7 Pluspunkte sprechen für I. C.A.: I. C. A. schützt den Motor vor Glühzündungen I.C.A. kuriert den Motor von Zündaussetzern I.C.A. sorgt für einen normalen Verbrennungsablauf I.C.A. erhält volle Motorleistung I. C.A. erhöht den Wert der Oktanzahl I. C. A. laßt den Motor weicher und runtger laufen I. C.A. verlängert die Lebensdeuer der Zündkerzen Für Kraftwagen und Motorräder: SHELL-Benzin und SUPER SHELL mit I. C.A. nur an SHELL Stationen erhältlich. Der Kraftfahrer hat für den Lauf seiner Maschine ein gutes Ohr. Er hat SHELL mit I. C. A. getestet und das neue Temperament seines Motors selbst erlebt. SHELL Kraftstoffe mit I. C. A. treten damit den besten und für jeden wahrnehmbaren Beweis für ihre hervorragenden Leistungen an. I. C. A. ist das erste Kraftston-Additiv, das in Millionen von Motoren praktisch erprobt wurde. Kassen-Jubiläum in Welschen Ennest 25 Jahre Zwelgstelle der Amtssparkasse Bilstein Welschen Ennest. Bereits am 2. Januar dieses Jahres waren 25 Jahre verflossen, seitdem die Nebenzweigstelle in Welschen Ennest der Amtssparkasse Bilstein eroffnet wurde. Die Zweigstelle wurde in den 25 Jahren ihres Bestehens ununterbrochen von dem heutigen Rendanten Paul Limper verwaltet. Da es nicht möglich gewesen war, das Jubiläum der Zweigstelle und des Herrn Limper am 2. Januar zu begehen, wurde die Feier am 4. Februar nachgeholt. Der Sparkassenvorstand war an diesem Tage zu einer Jubiläumssitzung nach Welschen Ennest gekommen. Die Nebenzweigstelle Welschen Ennest ist die jüngste Zweigstelle der Amtssparkasse Bilstein. Ihre Errichtung im Jahre 1929 entsprach einem dringenden Bedürfnis und langgehegten Wunsche der Bevölkerung. Zudem wurde mit der Eröffnung im Jahre 1929 nur eine alte Tradition der Sparkasse wieder aufgenommen.. Bestanden doch bereits im Jahre 1886 in Welschen Ennest und in Rahrbach je eine Zweigstelle(damals„Sammelstelle“ genannt), die zu der angeführten Zeit in Welschen Ennest von dem damaligen Vorsteher Limper und in Rahrbach von dem Landwirt Damian Schmitt verwaltet wurden. Daß die neue Zweigstelle eine fühlbare Lücke im Kreditwesen des Amtes Bilstein schloß. beweist die erfreuliche Entwicklung derselben. Zu den schönen Erfolgen hat nicht zuletzt die Persönlichkeit ihres Verwalters Limper entscheidend beigetragen. Diese Verdienste zu würdigen, war mit Anlaß zu der Festsitzung des Sparkassenvorstandes in Welschen Ennest, bei welcher der Vorsitzende des Vorstandes, Amtsdirektor Rettig, einen ausführlichen Bericht über die Entstehung und Entwicklung der Zweigstelle Welschen Ennest erstattete. Diesen Ausführungen entnehmen wir, daß der Barumsatz der Zweigstelle im Jahre 1929 RM 112 000 betrug. Der Umsatz steigerte sich von Jahr zu Jahr und belief sich im Geschäftsjahre 1953 auf DM 1 140 000. Der außerdem noch sehr umfangreiche bargeldlose Zahlungsverkehr(Scheck- und Wechseleinlieferungen, Ueberweisungsaufträge usw.) ist in diesen Zahlen nicht enthalten. Daß die Nebenzweigstelle Welschen Ennest auch bei der Abwicklung des sehr umfangreichen Darlehns- und Kreditgeschäftes der Sparkasse mitwirkt, liegt nahe. Hat doch die Sparkasse seit der Währungsreform an die Bewohner der Gemeinde Rahrbach rund ½ Mil. DM an Darlehn und Krediten zur Verfügung gestellt. In dem Bericht des Amtsdirektors kam zum Schluß besonders zum Ausdruck, daß die Gründung der Nebenzweigstelle Welschen Ennest im Jahre 1929 nicht aus Konkurrenzgründen gegenüber der örtlichen Spar- und Darlehnskasse erfolgt war, sondern daß der Hauptzweck der Gründung gewesen ist, das Abfließen von Geldern zu auswärtigen Kreditinstituten zu verhindern und die Gelder des Amtes zu erhalten. Es kann mit Genugtuung festgestellt werden, daß die Nebenzweigstelle der Sparkasse diese ihre Aufgabe in den 25 Jahren ihres Bestehens immer erfüllt hat. Es ist zu wünschen, daß sich dieses auch in der Zukunft nicht ändert Die Verdienste des Herrn Limper wurden in dem weiteren Verlauf der Sitzung gebührend gewürdigt. Zahlreiche sonstige Gratulanten überbrachten im Laufe des Tages ihre Glückwünsche. Besonders zu erwähnen sind die Glückwunschschreiben des Sparkassenverbandes, der Landesbank in Münster, der Sparkassenvereinigung Siegerland und der Sparkassen des Kreises Olpe. Daß unter den Gratulanten auch die örtliche Spar- und Darlehnskasse nicht fehlte, sei abschließend noch hervorgehoben. Kurzberichte aus dem Kreise Olpe Vortrag über Afrika Rothemühle. Ein hochinteressanter Lichtbildervortrag wurde vom Betriebsinhaber des Apparatebau Rothemühle, Dr. Brandt, am vergangenen Freitagabend im Aufenthaltsraum der Firma über Afrika gehalten. Der Vortragende konnte von eigenen Erlebnissen und Eindrücken berichten. Sehr wertvoll waren auch die ergänzenden Lichtbilder, so daß alle Besucher ein umfassendes Bild von jenem fernen Land bekamen, insbesondere von Johannisburg, wo sich Dr. Brandt aufgehalten hatte. Zu dem Vortragsabend waren neben den Belegschaftsmitgliedern auch interessierte Einwohner eingeladen. Sie spendeten dem Vortragenden zum Schluß verdienten Beifall für seine anschaulichen Darlegungen. Hohes Alter Heggen. 72 Jahre alt wurden Frau J. Tigges, Frau Maria Landers, Hollenbocker Straße. und Wilhelm Berghaus, Schartenbergstraße, während Ferdinand Mues 78 Jahre alt wurde. Allen Geburtstagskindern gelten unsere besten Wünsche! Heggen. Die kath. Jugend beteiligte sich wiederum sehr zahlreich an der Lichterprozession in der Pfarrkirche anläßlich des Festtages Mariä Lichtmeß. Während der Feierstunde sprach zu ihnen Vikar Görgk über die Bedeutung des Lichtes für den gläubigen Menschen. Heggen. Der Biggestausee ist von einer festen Eisdecke überzogen. Auf der spiegelblanken Fläche vergnügt sich die Jugend mit Eislaufen Patronatsfest Bonzel. Die Kapellengemeinde feiert heute das Fest ihrer Kapellen- und Ortspatronin, der hl. Apollonia. Chronik des Standesamtes Grevenbrück. Das Standesamt beurkundete im Monat Januar folgende Personenstandsfälle, Geburten: Arnold Klein, Franz-Anton Kattenborn, Imgrid Koch.— Sterbefälle: Theodor Vollmers, Bonzel, 77 Jahre.— Eheschließungen: keine. Versammlung des Kath. Männervereins Kirchveischede. Eine Vesammlung des Kath. Männervereins findet am kommenden Sonntag um 17 Uhr statt. Ein auswärtiger Redner wird über das zeitgemäße Thema„Die christliche Familie in Wirtschaft und Staat“ sprechen. Röllecken. Seinen 74. Geburtstag feierte in großer Frische Bernhard Köster. Wir gratulieren! Keine Sprechstunde Altenhundem. Die für heute vorgesehene Sprechstunde der VdK-Kreisgeschäftsstelle im Hotel Hoffmann fällt aus. 75 Jahre alt Marmecke. Gestern konnte Frau Theresia Niederstein in körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihr 75. Lebensjahr vollenden. Vor einigen Monaten feierte die Jubilarin das Fest der goldenen Hochzeit. Unsere besten Glückwünsche! PROFE: Ist des auch echtes Seifenguiver? Nicht jedes Gaschmittel enthölt Selfe“ Nicht jeder Scheum ist Seifenschaum! Seife ist die Seele des Waschmittels DREIRINE Neue Lennebrücke Altenhundem. Eine neue Lennebrücke soll noch im Laufe dieses Jahres gebaut werden. Die Landesstraßenverwaltung hat in letzter Zeit bereits Bodenuntersuchungen oberhalb und unterhalb der bisherigen Brücke vorgenommen. Mit dem Baubeginn der neuen Brücke kann man schon im Frühjahr rechnen. 640 Jahre Kirchengemeinde Lenne. Die Kirchengemeinde Lenne kann auf ein 640jähriges Bestehen zurückblicken. Bereits im Jahre 1354 bestand hier nachweislich eine katholische Kirche. Vertriebenenbeiräte werden gewählt Der Kreisvorstand des BvD traf seine ersten Vorbereitungen Amt Wenden genehmigte Nachtragsetat Anfertlgung neuer Flurkarten- Amtsumlage wurde genehmigt Wenden. Hauptpunkt der Amtsvertretersitzung, die am Freitag im Gasthof Arens stattfand, war die Beratung über die Genehmigung eines im Entwurf vorliegenden Nachtragshaushaltsplanes für 1953, der mit einer Mehreinnahme- und Mehrausgabe von 57 100 DM abschloß. Der Etat wurde bei einer Stimmenthaltung genehmigt. Elne längere Aussprache ergab sich über die Anfertigung neuer Flurkarten sowie von Flur- und Liegenschaftsbüchern für den Amtsbereich Wenden. Im Protokoll der letzten Sitzung war ein Beratungspunkt aus der vertraulichen Besprechung nicht aufgeführt. Auf Antrag wird eine Ergänzung vorgenommen. Zum Entwurf des ersten Nachtragshaushaltsplanes 1953 gab Amtsdirektor Quiter Erläuterungen. Der Haushaltsplan 1953 habe sich nicht so entwickelt, wie man sich das gedacht habe. Es hätten sich größere Verschiebungen und Veränderungen ergeben, die man nicht habe voraussehen können. Eine Aenderung sei vor allem durch die gesteigerten Fürsorgekosten hervorgerufen worden. Dennoch konnte die Amtsumlage von 40% der Steuermeßzahlen einschließlich Schlüsselzuweisungen auf 32,2% gesenkt werden. Für die beteiligten Gemeinden ergibt sigh daraus ein Betrag von insgesamt 21 000 DM. Die Mehreinnahmen und Mehrausgaben des Nachtragshaushalts belaufen sich auf 51 000 DM. Der Haushaltsplan 1953 erhöht sich demnach auf insgesamt 531 000 DM. Ein außerordentlicher Nachtragsetat soll nicht aufgestellt werden. Vom Kreiskatasteramt war der Amtsverwaltung empfohlen worden, neue amtliche Flurkarten und Bücher anlegen zu lassen. Die Kosten wurden mit etwa 5000 DM beziffert. Amtsdirektor Quiter erklärte, daß es unumgänglich sei, zum Motorradfahrer verunglückt Brün. In der Nacht zum Montag stieBen gegen 1.30 Uhr in der hiesigen Ortschaft ein Lkw und ein Kradfahrer zusammen. Der Motorradfahrer und der Sozlusfahrer mußten mit schweren Verletzungen ins Olper Krankenhaus eingellefert werden. Dort verstarb der etwa 22 Jahre alte Motorradfahrer Karl Josef Solbach aus Rothemühle, der als Kaufmann bei der EMG in Wendenerhütte beschäftigt ist. kurz nach seiner Einlieferung. Die Ursache des sehr bedauerlichen Unglücksfalles wird zur Zeit noch untersucht. Den Angehörigen des Verunglückten bringt man allseits herzliche Teilnahme entgegen. mindesten neue Flurkarten und Liegenschaftsbücher anfertigen zu lassen. Die noch zur Verfügung stehenden Flurkarten, die im Jahre 1893 angelegt worden seien, wären durch inzwischen entstandene Aenderungen wertlos geworden. Ebenfalls sei in den Liegenschaftsbüchern bei weitem nicht alles nachgetragen worden. Die Amtsvertretung war der Meinung, daß die Verwaltung, wenn sie ihre Aufgaben richttig durchführen solle. auch die notwendigen Unterlagen dazu haben müsse. Die Anfertigung neuer Flurkarten und Liegenschaftsbücher wurde vom Amtsrat einstimmig beschlossen. Gerlingen. Maurermeister Wilhelm Weber vollendete am Sonntag sein 85. Lebensjahr. Unsern Glückwunsch! Ottfingen. Gestern wurde die Witwe Margarete Niederschlag geb. Dörner 75 Jahre alt. Wir gratulieren. Totenglocke Altenwenden. Im Alter von 81 Jahren verstarb der Bauer Peter Quast. Er ruhe in Frieden! Olpe. Die Kreisvorstandssitzung des Bundes vertriebener Deutscher im„Hotel zur Kante“ wurde am vergangenen Samstagnachmittag vom 1. Vorsitzenden Rechtsanwalt Krüger geleitet. Als wichtigster Punkt der Tagesordnung wurde die Neubildung der Vertriebenenbeiräte herausgestellt. Der Minister für Arbeit, Soziales und Wiederaufbau des Landes NordrheinWestfalen hat den Termin für die Wahl zu den Kreisbeiräten für Vertriebenen- und Flüchtlingsfragen auf Sonntag, den 9. Mai, festgesetzt. Die Wahlvorschläge dazu sind bis spätestens Samstag, den 27. Februar. 18 Uhr, beim Wahlleiter, ÖKD Zimmermann, einzureichen. Die Wahlbestimmungen, aus denen sich Wahlberechtigung, Wählbarkeit, Innalt und Form der Wahlvorschläge, sowie die Art der Durchführung der Wahl ergeben, sind durch öffentlichen Aushang bei der Kreisverwaltung und den Stadt- und Amtsverwaltungen des Kreises Olpe übersichtlich bekanntgegeben. Im Kreise Olpe bestehen 9 Ortsvereinigungen mit 7 Aemtern; jedes Amt muß also eine geeignete Persönlichkeit namhaft machen. Die 8. und 9. Stelle ist zu besetzen von einem Vertreter der sudetendeutschen Landsmannschaft und einem Vertreter der Östzonenflüchtlinge. Dazu kommen dann zwangsläufig 9 Stellvertreter, so daß insgesamt 18 Männer zu wählen sind. Der Leiter des Ausgleichsamtes für den Kreis Olpe. Kirchner. erörterte dann wesentliche Punkte dieser für jeden Vertriebenen so wiclttigen Angelegenheit. Die Kreisvertriebenenbeiräte werden unmittelbar gewählt. Wahlberechtigt ist jeder Vertriebene, der das 21. Lebensjahr vollendet hat, sich ständig im Wahlgebiet aufhält und sich im Besitz eines neuen Vertriebenenausweises befindet. Für die Sowjetzonenflüchtlinge gelten besondere Bestimmungen betreffs der Ausweise. Gewählt werden kann jeder, der wahlberechtigt ist, der das 25. Lebensjahr vollendet hat und sich bereits 6 Monate im Wahlgebiet aufhält. Der Wahlkreis ist in Stimmbezirke eingeteilt. Einsprüche gegen die öffentlich ausgelegten Wahllisten sind beim Wahlleiter einzureichen. Wahlvorschläge können von jedem Vertriebenen eingereicht werden, müssen jedoch die Namen von 18 Bewerbern enthalten und deren Einverständnis voraussetzen. Jeder Wahlvorschlag muß von mindestens 100 Wahlberechtigten unterschrieben sein. Eine Person muß als Vertrauensmann aufgestellt sein und eine zweite als deren Stellvertreter. Der Vertrauensmann ist dann berechtigt, Erklärungen abzugeben. Die dann Gewählten müssen binnen drei Tagen ihre Zustimmung schriftlich abgegeben haben. Die Kreisvertriebenenbeiräte wählen dann die Bezirksbeiräte und diese wiederum die Landesbeiräte. Rechtsanwalt Krüger gab seiner Hoffnung Ausdruck, durch Aufstellung eines einheitlichen Wahlvorschlages die Angelegenheit bestens erledigen zu können. Er betonte, daß vom Ergebnis der Wahlen die Schlagkraft der gesamten Organisation abhängig ist. Es wurde beschlossen, am Samstag, dem 20. Februar, wiederum eine Sitzung des Kreisvorstandes einzuberufen; bis zu diesem Zeitpunkt hat jede Ortsvereinigung die Möglichkeit, ihren Wahlvorschlag einzubringen. Einen weiteren Punkt der Tagesordnung bildete dann die Beitragsabführung der Landsmannschaften an den Bund der vertriebenen Deutschen. Bisher besteht im Kreis Olpe nur die Sudetendeutsche Landsmannschaft unter Leitung des Kreisvorsitzenden Josef Schwambera. Dieser betonte die gute Zusammenarbeit mit der Leitung des BVD in Olpe und erklärte auch weiterhin, den BVD unbedingt bejahen und keinerlei Zerschlagung oder Zersplitterung herbeiführen zu wollen. Er erläuterte, daß die staatsrechtlichen Verhältnisse der Sudetendeutschen von jeher von den übrigen Vertriebenen sehr verschieden gewesen seien und man auch in der heutigen Zeit diesem Umstand Rechnung tragen müsse. Im Kreis Olpe befinden sich z. Z. 230 Sudetendeutsche, davon sind bisher 81 als Mitglieder der Landsmannschaft erfaßt. Von diesen wiederum sind 21 Mitglieder des Bundes vertriebener Deutscher. Schwambera erklärte, daß gerade diese Landsmannschaft vor Aufgaben gestellt sei, die über die kulturellen Belange hinausgingen, was ja an sich die wesentliche Aufgabe der Landsmannschaften insgesamt sei. Der 2. Vorsitzende des Kreisverbandes Scheinert, Altenhundm, und der Leiter des Kreisvertriebenenamtes Zeidler nahmen ebenfalls Stellung zu diesen wichtigen Problemen. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, daß bei den Spitzen der Organisation keine Einigung herrschen könne, wenn diese nicht auf der untersten Basis nicht bestehe. Zum Abschluß der Sitzung wurden eingehend Probleme erörtert, die die Wohnungsnot der Vertriebenen und der Östzonenflüchtlinge betreffen. Sprengkörper im Schuppen Fretter. Der sechs Jahre alte A. wurde zum Kohlenholen in einen neben dem Wohnhaus gelegenen Schuppen geschickt. Gleich darauf hörte man eine heftige Detonation. Blutüberströmt lief der Junge ins Haus zurück und mußte mit erheblichen Verletzungen ins Esloher Krankenhaus eingeliefert werden. In dem Schuppen war offenbar ein dort liegender Sprengkörper explodiert, wie die zahlreichen Splitter am Unfallort und die Beschädigungen der Wände erkennen ließen. Nachlese vom letzten Sportsonntag Blick in die Nachbarschaft Siedler tagten Finnentrop. Vollzählig waren die Mitglieder der Siedlungsgemeinschaft zur Jahreshauptversammlung im Gasthof Schröder erschienen. H. Baumgarten wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde Th. Faulhammer. Die Bewohner der Siedlung „Am Rittberg“ legen großen Wert auf die Sauberkeit des Straßenbildes. Deshalb werden die Besitzer von noch unbebauten Bauplätzen gebeten, auch dort für die Säuberung der Bürgersteige und Straßenrinnen zu sorgen, Alle Siedier sprachen sich einstimmig für eine gemeindliche Müllabfuhr aus. Promotion Finnentrop. Ihr medizinisches Staatsexamen mit dem Prädikat„Gut“ bestand an der Westfälischen Landesuniversität zu Münster Frl. Trude Fischer. Tochter des verstorbenen Dr. med. Severin Fischer. Anschließend pnomovierte sie an derselben Universität zum Dr. med. Wir gratulieren! Sängerjubilare Weringhausen. Der MGV„Liederkranz“ konnte 20 Sangesbrüder auszeichnen, die dem Verein 40 bezw, 20 Jahre die Treue gewahrt hatten. Vom Vorsitzenden des Sängerkreises IV, Reke, erhielten Th. Plugge, J. Lubeley und J. Hennecke eine Urkunde und die goldene Ehrennadel des DSB. Ferner bekamen die silberne Ehrennadel: J. Lieb, J. Lubeley, K. Lubeley, A. Hahn, Th. Schmidt, Th. Krabbe, H. Hogrebe, B. Schulte, F. Müller, Th. Spanke, H. Spanke, F. Flamme, F. Sprenger, J. Pape, F. Schürmann und F. Hahn. Finnentrop. Für eine 25jährige Tätigkeit bei den Mannesmannwerken wurde Albert Deitenberg, Deutmecke, besonders geehrt. Wir gratulieren! In der Gruppe A hat Drolshagen I seinen Vorsprung gegenüber VfR Rüblinghausen beträchtlich erhöhen können, da der Tabellenzweite wiederum einen Spielausfall meldete. Ueberraschend kam der knappe Sieg des Spitzenreiters gegen die eigene Reserve 3:2(!) und die Niederlage der Sportfreunde Biggetal in Hützemert, die nach einem 2:4 beim Seitenwechsel doch noch einen 6:4-Sieg landeten. Die Erfolge von Altenhof R und Listernohl I waren vorauszusehen. Die einzigste Veränderung in der Tabelle: Hützemert verdrängt Olpe R, die ohne Spiel waren. Lichtringhausen holte sich mit einem 5:0 gegen Attendorn R in der Gruppe B den zweiten Platz und verdrängte damit Albaum, die am Sonntag pausierten. Beachtlich die Erfolge von Elspe R gegen TSV Saalhausen(4:2) und des Neulings Welschen Ennest in Benolpe(5:2). Zwei Begegnungen fielen aus, während das Spiel.Oberelspe— Grevenbrück R nur als Freundschaftsspiel(60 Min.) ausgetragen werden konnte(3:2), weil der angesetzte(!) Schiedsrichter nicht anwesend war. Generalversammlung der DJK Drolshagen. Auf der Generalversammlung der DJK Drolshagen konnte der bisherige Vorsitzende, Vikar Ammermann, den neuen Vorstand vorstellen. Derselbe wurde auf einer internen Besprechung vorgeschlagen und in der Versammlung bestätigt. Er setzt sich für den über hundert Mitglieder zählenden Verein wie folgt zusammen: Vorsitzender Albert Hupertz, Geschäftsführer Paul Krämer, Kassenwart Paul Sondermann, Fachschaft Fußball Hubert Schürholz und Josef Kampschulte, Fachschaft Turnen Heinrich Prinz, Fachschaft Tischtennis Raimund Schröder, Geistlicher Beirat Vikar Ammermann. TT-Erfolge in Hennef/Sieg Altenhundem. Meinolf Kapp kam bei den Westdeutschen TT-Jugendmeisterschaften in Hennef/Sieg zu beachtlichen Erfolgen. Unter 64 Teilnehmern im Einzel konnte er sich bis zu den letzten 12 durchspielen, schied dann allerdings aus. Den dritten Platz holte er zusammen mit dem Lüdenscheider Kleineidam im Doppel. Für seine Leistungen gebührt ihm volle Anerkennung. DJK-Tischtennis Kreisklasse Bigge Möllmicke hatte bei der Gerlinger 2. Mannschaft keine Gewinnchance und wurde klar mit 12•4 Punkten geschlagen.— Drolshagen revanchierte sich in Hünsborn für den Punktverlust aus der ersten Serie mit 9:4. ennemmrll Experiment nach holländischem Vorbild in Nordrhein-Westfalen Müll der Großstädte ist kostbar Zunächst werden 1500 Hektar Heide fruchtbar gemacht— Müllverwertungswerk in Neuß geplant Tausende überquerten zu Fuß den Rhein Der zugefrorene Rhein bei Oberwesel war am Wochenende Ziel vieler Tausender aus fast allen Teilen des Bundesgebietes und auch des Auslandes, die sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten, einmal den Rhein zwar kalten, aber trockenen Fußes zu überqueren. Zeitweise befanden sich etwa 1600„Rheinwanderer“ gleichzeitig auf dem Marsch über den zugefrorenen Strom. An rasch aufgeschlagenen Ständen mit Glühwein und warmen Würstchen entwickelte sich ein volksfestähnlicher Betrieb. Schwerer Betriebsunfall in Berlin Düsseldnri— Zum erstenmal in der Bundesrepublik wird in Düsseldorf der Versuch gemacht, den Abfall der Großstadt zur Kultivierung von Ödland zu verwenden. Man will aus diesem Abfall Humuserde gewinnen. Und wenn das Experiment gelingt, sollen damit die Böden in der Zonserheide und bei Dormagen gedüngt werden. Gas aus dem Heizofen 36 Arbeiterinnen wurden in einer Gießerei durch Gas vergiftet Berlin.— Durch ausströmendes Gas wurden am Montagvormittag 36 Arbeiterinnen einer Neuköllner Gießerei vergiftet. Die Frauen, die in einem großen Fabrikationsraum arbeiteten, bemerkten das aus einem Heizofen ausströmende Gas erst, als drei Arbeiterinnen sich erbrachen und zu Boden sanken. Sie verließen schnell den Raum.— Die Feuerwehr behandelte die schwerer Vergifteten sofort mit Sauerstoffgeräten und brachte alle Verunglückten in die nächsten Krankenhäuser. Sieben Arbeiterinnen wurden inzwischen wieder entlassen, doch besteht bei keiner der Vergifteten Lebensgefahr. Schneelage Sauerland Willingen/Usseln(Sportgebiet): Pulver, Ski und Rodel gut, Gesamtschnee 23 cm, Neuschnee 4 cm, Temperatur minus 4 Grad. Winterberg mit Astengebiet: Pulver, Ski und Rodel gut, Gesamtschnee 42 cm, Neuschnee 1 cm, Temperatur minus 7 Grad. Niedersfeld: Pulver, Ski und Rodel gut, Gesamtschnee 28 cm, Neuschnee 3 cm, Temperatur minus 3 Grad. Im Rhein festgefroren Hubschrauber versorgt Boot Wiesbaden.(dpa) Ein Hubschrauber versorgte am Montag die Besatzung eines auf dem Rhein eingefrorenen amerikanischen Landungsbootes mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Schlafsäcken. Auf dem Boot sind acht Deutsche, die einer amerikanischen Marine-Arbeitseinheit angehören. Versuche der Besatzung, das Boot durch Sprengungen freizubekommen, mißlangen. Vom Ufer aus konnte das Boot nicht unterstützt werden, da der Strom noch vereinzelt Wasserlöcher aufweist. Drei Kinder erstickt München.— Durch die Fahrlässigkeit ihrer Mutter erstickten am Sonntag auf einem Bauernhof in Pearlkamm im niederbayerischen Landkreis Vilsbiburg drei Kinder im Alter von einem halben, zwei und drei Jahren. Die Frau des Landarbeiters Josef Bräuherr hatte zwei Strohsäcke von den Kinderbetten auf den noch warmen Ofen zum Trocknen gelegt und war zum Milchholen gegangen. Als sie nach einer Viertelstunde in die etw. 12 Quadratmeter große Küche zurückkam, fand sie den Raum voller Rauch und die Kinder bewußtlos vor. Wiederbelebungsversuche blieben erfolgl. Bedeutungsvoll erscheinen diese Bemühungen, wenn man bedenkt, daß heute bereits zahlreiche westdeutsche Städte in ihren Abfällen zu ersticken drohen. Öft fehlen die freien Flächen, auf denen Müllhalden angelegt werden könnten, ohne hygienische Schäden anzurichten. Andererseits sind die Erkenntnisse authentisch, daß in den Abfällen der Großstädte wertvolle chemische Bestandteile enthalten sind. Leitende Beamte des städtischen Fuhrparks Düsseldorf und deutsche Land- und Forstwirte überzeugten sich bereits auf einer Studienreise durch Holland davon, wo seit zwanzig Jahren wertlose Böden sowohl mit Rohmüll als auch mit den aufbereiteten Abfällen gedüngt werden. Das Wachstum alter Kiefernbestände wuchs von 4 auf 8,3 Festmeter je Hektar an. Für die Düngung war nur Rohmüll aus den Wintermonaten verwandt worden, der sehr viel Aschenbestandteile enthält. Noch größere Erfolge erzielte man mit dem Kompost, den die riesigen Verarbeitungswerke von Wyster und Schiedam aus dem Rohmüll der Großstädte gewinnen. In den Jahren 1933 bis 1939 wurden in der Provinz Drenthe beispielsweise insgesamt 1200 Hektar Heideboden aufgeforstet. Daß die Abfälle den Holländern als Düngemittel sehr wertvoll sind, besagt die Tatsache, daß sie den Müll kilometerweit zu den Aufbereitungswerken fahren. Nach dem holländischen Vorbild wird nun voraussichtlich im kommenden Jahr das erste Kompostwerk Nordrhein-Westfalens in Neuß errichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Versuche auf den Ödflächen andauern. Dort werden augenblicklich mit modernen Maschinen die groben Bestandteile des Mülls sondiert. Und die Bauern der Umgebung, die sich einmal gegen die Betriebsamkeit auf den Schutthalden wandten, stehen heute bereits nach der Müllerde an. 1500 Hektar Heidefläche sollen mit den Versuchen aufgeforstet werden. Die Kosten werden etwa 30 000 DM betragen. Wird der Versuch erfolgreich abgeschlossen, dürfte er sich als bedeutungsvoll für die gesamte Volkswirtschaft erweisen. An den Aufforstungsarbeiten beteiligen sich das Biologische Landesamt und die Forstliche Fakultät der Universität Göttingen. Aber auch Landwirtschaftsexperten aus Niedersachsen sehen hier eine Möglichkeit, die Düngung der Ödflächen des Emslandes mit Schlick der Nordsee durch diese erfolgreichere Methode abzulösen. Man rechnet damit, daß die Ruhrgroßstädte einmal gezwungen sein Lastkraftwagen nimmt an der Verhandlung teil Der Richter in Großvaters Sorgenstuhl Motorisiertes Verkehrsgericht fährt auf die Dörfer— Beratung im Bus oder Gastzimmer Rheine.— Auf seiner Vorladung las der Fernfahrer H. als Terminort nicht „Amtsgericht Rheine“, sondern„Unfallstelle zwischen Bilk und Ohne“. Weiter stand da:„Ihr Fahrzeug ist mitzubringen.“ Dem Angeklagten wurde es mulmig. Im Gerichtssaal hätte man alle möglichen Ausreden vorbringen können; wer kennt die örtlichen Verhältnisse denn so genau? Lageskizzen— na ja, aber sie lassen manche Frage und vielleicht auch manches Pförtchen offen, durch das man hindurchschlüpfen kann. Nein, dem Angeklagten paßte dieser Lokaltermin gar nicht. „In der Praxis wird bei der sehr großen Zahl von Verkehrsstrafsachen allein aus zeitlichen Gründen von dem so wichtigen Beweismittel der gerichtlichen Augenscheinseinnahme selten Gebrauch gemacht“, äußerte sich Walter Rohling, Beauftragter Richter und Vorsitzender des Schöffengerichts Rheine. Früher war es auch für ihn möglich, in jeder Verkehrsstrafsache vom Gerichtssaal zur Unfallstelle hinauszufahren, nach der Besichtigung zum Gericht zurückzukehren und dort weiterzuverhandeln. Jetzt erledigt das Schöffengericht die meisten Fälle an Ort und Stelle: Mit einem Kleinomnibus flitzt es von Termin zu Termin. Vermutlich wäre der Tatbestand in der Strafsache H. Richter und Schöffen nicht vollends klar geworden, wenn sie im Gerichtssaal verhandelt hätten. Hier auf der kurvenreichen, 5,50 Meter breiten Landstraße stelit sich einwandfrei heraus, daß der Angeklagte schuldig ist. Er hat im Spätsommer mit seinem 2,50 Meter breiten Lastzug einen ihm begegnenden Lkw von 2,10 Meter Breite in den Graben gedrückt. Kurve geschnitten! Daran ist nicht mehr zu rütteln. Der Angeklagte murmelt etwas von Sichtbehinderung durch das Laubwerk der Bäume.„Um so mehr hätten Sie Vorsicht üben und vorschriftsmäßig fahren müssen“, erwidert der Richter. „Einem schuldigen Angeklagten kann man an Ort und Stelle viel besser klar machen, daß und weshalb er etwas falsch gemacht hat“, erläutert Richter Rohling die Vorteile des motorisierten Gerichts.„So ist es auch möglich, ihn von seiner Schuld zu überzeugen, so daß er nicht mit dem Gefühl nach Haus geht, Pech gehabt zu haben.“ Auch den Zuschauern wird bei diesen Lokalterminen klar, was im Verkehr zu beachten ist. Mancher Autofahrer, der zufällig vorbeikam, steigt aus und besieht sich die„Bescherung“, hört die Belehrungen des Gerichts mit an, fährt weiter mit dem Vorsatz:„Paß auf, daß dir's nicht genau so passiert!“ Im Vereinssaal einer Gastwirtschaft in Bilk wird der Fall H. noch einmal im Zusammenhang autgerollt. Aber erst, nachdem sich alle die eiskalten Füße vertreten und die Hände am Bullerofen gewärmt werden, den Müll kostenlos nach dem Norden zu liefern. Dort könnten dann neue Waldgebiete erschlossen werden. Landbevölkerung hilft notleidendem Zirkus Büren.— Die Bevölkerung des Landkreises Büren hat sich des gegenwärtig im Landkreis gastierenden mittellos dastehenden Zirkusunternehmens Hartmann angenommen. So sammelten der Pfarrer und Bürgermeister der Ortschaft Haaren bei den Bauern persönlich Hafer und Heu für die Tiere. Schulkinder verschiedener Ortschaften brachten Lebensmittel, in Brenken ließ die Gemeindeverwaltung auf ausgeliehenen Wagen Futter und Lebensmittel heranschaffen. Der Zirkus Hartmann, ein Unternehmen mittlerer Größe, war vor einem Jahr as der sowjetischen Besatzungszone in das Bundesgebiet übergewechselt. Grüne Woche beendet Berlin. Die siebzehnte Grüne Woche in Berlin schloß am Sonntag in den Ausstellungshallen am Funkturm nach zehntägiger Dauer ihre Pforten. Nach Auffassung aller Beteiligten war die landwirtschaftliche Leistungsschau in jeder Weise ein Erfolg. Sie wurde von 424 000 in- und ausländischen Interessenten besucht, darunter 194 000 aus Ostberlin und der Sowjetzone. Auch die Außenminister der Westmächte, Dulles, Eden und Bidault, und die Hohen Kommissare der Westmächte in Deutschland, Dr. Conant, Hoyer Millar und Francois Poncet, gehörten zu den Besuchern. Zweitausend Schiffe warten auf Tauwetter Hamburg.— Auf den Kanälen und in den Häfen der Bundesrepublik warten über 2000 Schiffe auf Tauwetter. Sie liegen dort zum größten Teil seit Ende Januar fest. Kälteferien Die Schulkinder in Heiligeurode im Kreis =* Grafschaft Hoya freuen sich über uner= wartete Ferlen. Ilire Sdiule wurde am Wodien= ende überraschend geschlossen, weil ein Streit = um die Brennstoffversorgung ausgebrochen ist. = Der Kohlenhändler hat seine Lieferungen ein= gestellt, weil seine Rechnungen seit zwei Jah= ren unbezahlt blieben. Bei der Säkularisation = des Klosters Heiligenrode hatte sich der S:aat = verpflichtet, für die Unterhaltung des Schul= gebäudes aufzukommen. Seit 1888 hatte die = Regierung auchi die Heizungskosten bezalilt. Vor zwei Jahien vertrat nun das Kultusmini= sterium in Hannover die Ausidht, das Gesetz = von 1888 habe zwar die Eltern von ihrer = Pflicht zur Belieferung der Schule mit Breun= material entbunden, doch habe nun für die = Heizung nidit die Regierung, sondern die Ge= meinde Heiligenrode aufzukommen. Die Ge= meinden des Schulve bandes Heiligenrode ver= weigerten ebenfalls die Zahlung und beriefen = sich auf ihre verbrieften Rechte. Nun ist der = Breunmaterialvorrat verbraudit und die Kin= der haben schulfrei- solauge sich die Erwad= seien streiten. haben. Unterdes stellt der Protokollführer ein Kruzifix auf den Tisch. Auf den Zuschauerbänken schwätzen noch 30 Kinder der Bilker Volksschulklasse. Die Lehrerin hat erkannt, daß sich dies Ereignis gut in den Unterricht einbauen läßt. Das Aufsatzthema für morgen ist gesichert. Dann hängen Richter, Schöffen und Staatsanwalt Hut und Mantel an den Haken und nehmen Platz. An einem gewöhnlichen Wirtshaustisch und im Straßenanzug.„Auf den erhöhten Richtertisch, auf Roben und andere Insignien muß man in solchen Fällen verzichten“, meint der Richter. „Auch durch die Art der Verhandlungsführung kann die Würde des Gerichts gewahrt bleiben.“ Bei einem anderen Verfahren in Hauenhorst, wo mitten in der Einsamkeit ein rasender Motorradfahrer auf einem Feldweg einen Radler umgejagt hatte,„tagte“ man, nachdem die Örtlichkeit gründlich inspiziert war, in der Küche eines nahen Bauernhofes. Opas Sorgenstuhl hatte man dem Richter als Amtssessel hingestellt. Aus den Nebenzimmern'sahen Männer, Frauen und Kinder zu, und die Küchenuhr tickte, als die Zeuginnen vereidigt wurden. Zur Beratung zog sich das Gericht in die gute Stube zurück. Manchmal aber hält es seine Beratung auch im Omnibus ab. Dann müssen Fahrer, Protokollführer und Staatsanwalt ihre Ledersitze räumen Was da drinnen gesagt wird, geht niemanden etwas an. Wohl kann man durch die Scheiben hineinblinzeln, wohl sieht man, wie in den Akten geblättert wird, aber kein Wort dringt nach draußen. Bei uns zu Haus.. Überraschender Besuch. ... was soll man da machen? Am besten stopft man die Mäulchen mit bestrichenen Broten, Sanella-Broten versteht sich! Das schmeckt ganz prima und ist goldrichtig für alle Jungen, die toben und tollen. Der Grund? Nun: Alles, was eine Margarine wirklich gut macht, ist in Sanella enthalten: Alles GUteIN SANELLA So 921 Ohnmachtsanfälle während der Frühstückspause 43 Arbeiter durch Kohlenoxydgas vergiftet In Hamburger Schiffsschraubenfabrik Stauungen im Schornstein durch Kälte— Alarm für Feuerwehr Hamburz.— In einer Schiffsschraubenfabrik in Hamburg-Altona erlitten am Montagvormittag 43 Arbeiter so schwere Kohlenoxydgasvergiftungen, daß sie mit Krankenwagen der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Soweit bisher zu übersehen ist, liegen bei neun der verunglückten schwere Vergiftungen vor, die übrigen Arbeiter sind nur vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wie die Feuerwehr berichtete, soll das Oxydgas aus einer Trockenkammer ausgeströmt sein. Mehrere Arbeiter, die sich in der Nähe der Trockenkammer zur Frühstückspause niedergesetzt hatten, wurden ohnmächtig. Nach und nach strömte das giftige Gas in die Werkhalle, so daß immer mehr Arbeiter unter Vergiftungserscheinungen zu leiden hatten. Bis zum Montagnachmittag sind 16 Arbeiter wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Bei keinem der noch in ärztlicher Behandlung gebliebenen Vergifteten besteht Lebensgefahr. Nach den bisherigen Untersuchungen konnten die aus dem Koksofen im Trockenraum ausströmenden Kohlenoxydgase infolge der Kälte nicht aus dem Schornstein entweichen und drangen so in die Gießereihalle ein. Fünfmal Lebensretter Mülheim(Ruhr).— Der zwanzigjährige Mülheimer Karosserieschlosser Werner Leimbach rettete am Wochenende— wenige Tage nach seiner Auszeichnung mit der Rettungsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz— zum fünften Male einen Menschen vor dem Tode des Ertrinkens. Der 15jährige Dieter Schilling aus Mülheim war mit seinem Fahrrad auf der zugefrorenen Ruhr plötzlich eingebrochen. Leimbach eilte hinzu und konnte den Jungen ergreifen, noch ehe die Fluten ihn unter der Eisfläche forttreiben konnten. Eissegler rettete drei Knaben Essen.— Die Besatzung eines auf dem zugefrorenen Baldeney-See bei Essen kreuzenden Eisseglers rettete am Wochenende drei Knaben. Einer der Jungen brach mit seinem Fahrrad auf dem Eis ein. Zwei Kameraden, die ihm zu Hilfe eilen wollten, ereilte das gleiche Schicksal. Alle drei konnten sich jedoch an dem bröckelnden Eis solange über Wasser halten, bis der Eissegler zur Stelle war.— Am selben Tage brachen ein acht- und ein elfjähriger Junge in Essen-Heisingen auf dem Eis des Stausees ein. Sie wurden von einem 22jährigen Bergmann aus Essen-Heisingen gerettet. Pater Pierre,„König der Lumpensammler“ Kämpfer gegen Hunger und Kälte, von den Parisern wie ein Heiliger verehrt Paris.— Vier Jahre lang hielt es Pater Pierre in der MRP Monsieur Bidaults und als Abgeordneter dieser Partei in der Nationalversammlung aus. Dann sah er ein, daß im Parlament für seine Schützlinge nichte zu erben war. Er ließ sich nicht wieder aufstellen, was der Parteileitung ganz angenehm war. Denn der 45jährige„Bettelmönch“, wie man ihn nannte, galt als radikal und unbequem. Trotzdem taucht sein Name in den Pariser Zeitungen immer wieder auf, eigentlich gegen seinen Willen. Aber er freut sich, wenn die Reklametrommel gerührt wird, da er das große Hilfswerk, dem er sich verschrieben hat, auf diese Weise aus der Zone der Gefährdung herausführen kann. Der Weg in den Untergrund Mit 18 Jahren trat der Seidenfabrikantensohn aus Lyon, der sein väterliches Erbe den Armen vermacht hatte, in ein Kapuzinerkloster ein. Bei Kriegsausbruch verließ es es, um Priester zu werden. Er widmete sich aber weniger der Predigt und dem seelischen Heil seiner Gemeinde in Grenoble, sondern mehr dem leiblichen Wohl der vielen, die hilfesuchend zu ihm kamen. Darunter waren viele Juden, die vor den einrückenden Deutschen flüchteten. Pater Pierre brachte Hunderte über die Alpen nach der Schweiz. Auf diesem Wege wurde er zum Widerstandskämpfer und als Feldpfarrer das Bindeglied zwischen verschiedenen politischen Gruppen. Als er 1945 in die Nationalversammlung gewählt wurde, übersiedelte er nach Paris. Ein großes, halb zerbombtes Haus in Neuilly-Plaisance wählte er zu seinem Wohnsitz. Er ahnte, daß er nicht lange allein hausen würde, denn in Paris war die Not noch viel größer als in Grenoble. Pater Pierre hatte sich nicht verrechnet: Bald kamen Dutzende von Hilfesuchenden in sein Haus, das er„Emmaus“ taufte. Die einen hatten keine Wohnung, die anderen kein Brot und keine Arbeit. Pater Pierre warf sein Gewicht als Abgeordneter in die Waagschale der Armen. Sehr bald hatte er etliche Baracken gekauft und den Ärmsten der Armen statt der Höhlen, in denen sie hausten, ein Heim gegeben. Aber wie sollten sie ernährt werden? Lumpensammler erwarben Häuser Einer der Schützlinge kam auf den rettenden Gedanken. Er tat. was er vordem getan hatte: er durchsuchte die Mülltonnen nach Brauchbarem, vor allem nach Lumpen. Wenige Tage später folgten ihm drei weitere„Emmaus“-Insassen auf diesem Wege. Mit einem alten Kinderwagen fuhren sie ihre Funde nach Hause. Die Frauen sortierten die Lumpen und verkauften sie. Aus dem Erlös erwarben sie Ziegel aus Ruinen. Ein Jahr später waren bereits 150 Lumpensammler für Pater Pierre unterwegs, zu Weihnachten 1953 waren es 250. Sie konnten auf stolze Erfolge zurückblicken, denn ihnen gehörten fünf Lastautos und eine Anzahl Häuser. die sie aus dem Verkauf der Lumpen erworben hatten. 300 Familien hatten wieder ein Heim. Pater Pierres Lebensaufgabe ist damit noch lange nicht zu Ende. Denn in Paris zählt man noch immer an lie 10 000 Familien, die unter Brücken und in Höhlen, in Zelten und Steinbrüchen hausen. Ihre Kinder sind verurteilt, an Hunger und Kälte zu sterben. Gerade jetzt, als die in Frankreich ungewohnte Kältewelle auch Paris heimsuchte, mußte Pater Pierre das ganze Heer seiner Helfer aufbieten, um dem Tod seine Opfer zu entreißen. Er fragt nicht nach der politischen Einstellung. nicht nach der Beligion und nicht nach der Vergangenheit. Nur die Kennkarte will er sehen. Die Pariser sind einhellig der Meinung, daß sie den bärtigen schmalen Mann zu ihrem Heiligen erheben sollten, auch wenn die Kirche ein solches summarisches Verfahren kaum billigen würde. Rudoif Haberland Der Komponist Prof. Richard Trunk vollendet am 10. Februar in Riederau am Ammersee sein 75. Lebensjahr. Nur gegen bar New York. In einer chinesischen Wäscherei in New York hängt ein Schild mit der deutschen Aufschrift:„Sie wollen Kredit. Ich keinen geben. Sie sein beleidigt. Ich welchen geben. Sie nicht bezahlen. Ich sein beleidigt. Besser Sie sein beleidigt.“(cep) „Kirschen für Rom“ in Düsseldorf Die erste Düsseldorfer Aufführung der Komödie„Kirschen für Rom“ von Hans Hömberg wurde zu einem starken Publikumserfolg für Gustaf Gründgens und sein Ensemble. Der Generalintendant hatte diesen heiter-besinnlichen Strauß römischer Lebensfreude bereits dem Bundespräsidenten zu dessen Geburtstag im Godesberger Schauspielhaus überreicht. Der komödiantenhafte Rahmen des von Willi Schmidt inszenierten Stückes erhält durch die tragende Figur des U-Bahn nur für Senatoren Amerikas Kongreß ist der Krösus unter den Parlamenten . UNSER Waagerecht: 1. Scherzartikel, 3. rechtmäßiger Besitz, 5. größte niederländische Provinz, 7. Kindermädchen, 9. Ort des Geschehens, 10. Frauenname(„die Schöne“), 11. Schmarotzerpflanze, 12. Fabeltier, 14. Singvogel, 16. Stadt in Italien, 18. Truppenverband, 19. Geliebte des Zeus. Senkrecht: 1. Scherzartikel, 2. Schiffsteil, 3. geographischer Begriff, 4. Gelegenheit zur freien Bewegung, 6. mohammedanischer Mönch, 8. Signalinstrument, 9. Unternehmer einer öffentlichen Darbietung, 12 Giftpflanze, 13. leichtes Bretterhaus, 15. raupenähnliche Seidenschnur, 16. Augenblick, 17. Teil des Gesichtes. Auflösung aus der 4. 2 ag-Nummer Waagerecht: 3. Genremalerei, 6. Dickdarm, 7. Hero, 9. Termin. 12. Nautik, 13. Zeremonie. Senkrecht: 1. Schmiere, 2. Pille, 3. Gendarm, 4. Manie, 5. Reihe, 6. Dickhäuter, 8. Romantik, 10. Minze, 11. homo, 12. Naue, 14. Reger, 15. Niger. * Das Brett war 26 cm lang und 21 cm breit Washington.— Der amerikanische Kongreß, im Capitol beheimatet, ist sozusagen der Krösus unter den Parlamenten der Erde. Er besteht aus zwei Häusern, dem Repräsentantenhaus mit 435 Abgeordneten und dem Senat mit 96 Senatoren, für jeden Staat zwei. Sowohl die Repräsentanten oder Abgeordneten, auch Kongreßmänner genannt, als auch die Senatoren erhalten eine Vergütung von 16 250 Dollar im Jahr. Das sind umgerechnet 68 250 DM jährlich, also im Monat 5687,50 DM. Ein ganz schönes Gehalt, auch für amerikanische Verhältnisse! 2450 Dollar hiervon sind zudem steuerfrei. Diese 16 250 Dollar sind den Abgeordneten und Senatoren jedoch zu wenig. Die Diäten sollen daher erhöht werden, ebenso wie das auch in der Bundesrepublik und in Großbritannien geplant ist. Die Steuerzahler haben diese Pläne hier wie dort mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Die 16 250 Dollar pro„Capitolisten“ sind aber nicht alles, was die amerikanischen Steuerzahler für ihre Volksvertreter ausgeben müssen. Jeder Abgeordnete darf sich noch auf Staatskosten einen Sekretär oder eine Sekretärin halten. Dadurch erhöhen sich seine Jahreseinkünfte auf 19 000 Dollar. Die Senatoren sind sogar noch besser daran. Ein Sekretär reicht für sie nicht aus. Die Zahl ihrer Sekretäre richtet sich nach der Größe des Staates, den sie vertreten. Die beiden Senatoren des Staates New York, des größten der USA, dürfen z. B. im Jahr 147 000 Dollar für ihren Stab von Sekretären und Sekretärinnen ausgeben. Für eine Sekretärin braucht man ein Büro. Jeder Abgeordnete des Repräsentantenhauses hat Anspruch auf zwei Zimmer, mit Kühlschrank und oft auch elektrischen Schreibmaschinen. Man beachte die Reihenfolge! Die Senatoren haben dagegen ganze Zimmerfluchten zur Verfügung, bis zu sechs Räumen, alles auf Kosten des Steuerzahlers. Ein Senator darf sich sogar einen Bürochef halten, der ihm einen großen Teil seiner Arbeitslast abnimmt. Ein solcher Senatoren-Bürochef bekommt 10 300 Dollar im Jahr. Auch ein ganz schönes Gehalt, in deutschem Geld rund 43 000 DM! Die Büros der Senatoren ind Abgeordneten liegen etwa 400 m von den Plenarsälen entfernt. Die Senatoren haben eine eigene U-Bahn, die sie zum Capitol bringt. Es ist eine kleine elektrische Bahn mit Sitzen für zwölf Personen. Zwei Wagen fahren ständig hin und her. Die Bahn sieht eher aus wie eine kleine Spielzeugeisenbahn oder eine Achterbahn auf einem Rummelplatz. Doch die Bahn ist nur für die würdigen Herren Senatoren. Die „Kongreßmänner“, die Abgeordneten, müssen zu Fuß durch einen unterirdischen Gang von ihren Büros zum Plenarsaal wandern. Ein Unterschied muß sein! Lebenskünstlers und Menschenkenners Lucull (Gustaf Gründgens) einen zum Nachdenken zwingenden Inhalt. Gründgens gibt der Rolle des römischen Prätors und Feldherrn in einer Zeit,„als das Altertum noch nicht grau war“, fast jugendhaft- gelöst das Air des gepflegten Genießers und gleichzeitig den männlichen Zug des echten Maßhaltens und leise lächelnden Verzichts. Neben, nicht unter Gründgens das wie in einem Guß spielende Ensemble— die zarte und fraulich- verstehende Fotis(Antje Weißgerber), der schrullenhafte„Möchte-gern-Dichter“ und Leibkoch Luculls(Günther Lüders), der nur militärischen Gesetzen unterworfene, bärbeißige Feldherr Pompejus(Rudoif Therkatz) und der idealistische junge Offizier Martius (Jürgen Wilke). Für die Bühnenbilder— licht und hell in den privaten Gemächern Luculls, gedämpft-düster in seinem kriegerischen Hauptquartier— zeichnete der Regisseur Willi Schmidt verantwortlich. Das Premiere- Publikum spendete begeisterten, langanhaltenden Beifall. Bunte Welt Bierruhe London.— 30 Feuerwehrleute bemühten sich nach Kräften, einen Brand im obersten Geschoß des Gasthauses „Zum Prinzen von Wales“ in der Londoner Vorstadt Kilburn zu löschen. Das Dach brannte fast völlig aus, und der Oberstock wurde schwer beschädigt. Im Erdgeschoß tranken derweil die Gäste in aller Gemütsruhe ihren gewohnten Schoppen. Sturm im Wasserglas Nottingham.— Fünf Feuerwehrautos rasten durch die Straßen der Stadt Nottingham(England). Ihr Ziel war ein Bürogebäude. Die Polizei mußte die neugierigen Massen zurückdrängen. Die Feuerwehrleute stürmten die Treppen hinauf— und löschten mit einem Glas Wasser den kleinen Brand in einem Teppich. Flugblatt Kapstadt.— Seit zehn Jahren hatte Diamond Andrucchi aus Kapstadt keine Zeitung mehr gelesen. Das sei zu deprimierend. Als er zur Arbeit im Hafen radelte, wehte ihm ein frischer Südost ein zerrissenes Zeitungsblatt ins Gesicht. Diamond fiel vom Rade. Als er sich wütend die Zeitung vom Gesicht riß, fiel sein Blick auf seinen Namen. Man suchte ihn als Erben für ein kleines Vermögen in Neapel. Seitdem liest Diamond wieder die Zeitung. Sicherheit für Schachspieler New York.— 44 000 Dollar schenkte ein unbekannter Wohltäter der Stadt New York unter der Bedingung, im Central Park einen Luftschutzbunker für Schachspieler zu erbauen, der atomsicher ist.(cep) Sie besiegten das Schicksal TATSACHENBERICHT VON ANITA HUNTER (Copyright bei Pressebüro Skandinavien.— Nachdruck, auch auszugsweise, verboten) Mit einem Omelett auf dem Kopf Salvador Dalis neuer Filmplan— Eine Frau liebt eine Schubkarre Paris.— Den tollsten Film des Jahres wird niemand anders drehen als Salvador Dali, der exzentrischste Repräsentant des modernen Surrealismus. Es ist der dritte Film des Mannes mit dem„AntennenSchnurrbart“, und er wird Dalis Ruf alle Ehre machen, denn die Handlung dreht sich um die Liebe einer Frau zu einer— Schubkarre. Es sind Szenen darin vorgesehen, die selbst einem Pariser ExistentiaSie brauchen es nicht zu glauben! Was die Sterne für die Woche vom 8. bis 14. Februar erzählen geWidder(21. 3.—20. 4.) Nachteile. In der Liebe kom- mit geringen Einsätzen Besonders zu Anfang der me. Sie ein gutes Stück vor- nutzt werden Woche werden sich einige Schütze(23. 11.—22. 12.) Spannungen im Gefühleleben Löwe(24. 7.—23, 8.) Tiehe und Freundschaft bemerkbar machen, so daß Sie sollten eine abwartende wind e Ihnen senr entversucnt werden sollte, 20 Haltung einnehmen. Es be- gegenkommen. Das persönruhlg wie nur möglich vor- stehen nach wie vor Mög- liche Auftreten ist sicher und zugehen. Alles Zögern bringt lichkeiten, durch die eigene der Erfolg so gut wie gejedoch Nachteile. Durch un- Initiative sehr gut weiterzu- sichert. Versuchen Sie Ihre begründete Bedenken machen kommen. Arbeitsunlust kann position weiter auszubauen Sie sich selbst nur noch ner- zu Mißstimmigkelten mit und gehen Sie dabei gründvöser. Eifersucht muß mit allen Vorgesetzten führen. Halten lich vor. Mitteln bekämpft werden. Sie sich an Anordnungen und Verfügungen. Steinbock(23. 12.—21. 1.) Stier(21. 4.—21. 5.) Junsfrau(24. 8.—23. 9.) In beruflicher und personDie Zeit zum Handeln ist gekommen. Da die persön. liche Tatkraft sehr leicht das Nachteile, die nicht wie- Die Neigung zu neuen Ankann,« mptie es aich Durch leichttertige Auserun- unbedingt Resarven fur spadringend, die absolut gen bringen dd unbedeutenden Mißerfolg geklärten Fragen in die Tat sicn selost, a Miumzusetzen. Sie befinden der Sie den gewünachten Lebensführung kann sich bei ein finanzieller Erfolg noch Beachtung aller Dinge er- in dieser Woche einstellen heblich bessern. 4011. geben Wassermann(22. 1.—19. 2.) Was bisher mit aller Gründlichkeit vorbereitet wurde, wird sich in diesen 1e 9» Waage(24. 9.—23. 10.) Tagen erfüllen. Beruflich und Zwillinge(82. 5.—21. 6.)auch die allgemeine privat bestehen sehr gute Sehr gute Erfolgsmöglich- Beruhigung in dieser Woche Möglichkeiten des weiteren keiten auf allen Gebieten des das Erfolgssystem beein- Ausbaues, jedoch können Strebens. Persönlich, beruf- trächtigt, so sind dennoch die auch neue Beziehungen recht lich und wirtschaftlich kann allgemeinen Aussichten nach vom Vorteil sein. Eine länan die Erledigung wichtiger wie vor günstig. Auch in gere Erholungereise wird Arbeiten herangegangen wer- Liebe und Freundschaft stellt sich vielleicht nicht vermesden. Vor allem auch die fi- gien ein relativ ochöner Er- den lassen, zumal nervöse nannielle Seite sehr gründlich folg ein. Es kann damit ge- Spannungen dadurch beseiunter die Lupe nehmen. Eln- recnnet wergen, daß neue uigt werden. käufe mit besonderer Vor- Verbindungen dazu beitrasicht tätigen. gen, das persönliche Leit Fische(20. 8.—20. 3.) Ald zu aktivieren. Mit dem Planen allein ist es nicht getan, und gerade Skorplon(24. 10.—22. 11.) jetzt sollten Sie nicht die freundlich, aber nicht sehr Jetzt tritt eine vermehrte Hände in den Schoß legen. erfolgversprechend. Aus die- geistige Aktivität ein. Daher Alle Handlungen bekommen sem Grunde collte nicht können die meisten Pläne dann erst frischen Auftrieb, außer acht gelassen werden, konsequent durchgeführt wer- wenn Sie eich höhergestellten alles, was an Sie herantritt, den. Es collten alle Verträge Personen anvertrauen und sorgfältig zu überprüfen, unter Dach und Fach ge- Ihre Pläne zur Sprache brinManche Flüchtigkeiten brin- bracht werden. Diese aktive gen. Eine sogenannte Vogelgen nicht nur finanzielle, Zeit enthält Erfolge aller Strauß-Politik wirkt eich auch persönliche Art. Glückstendenzen sollten sehr zum Nachteil aus. Krobs(28. 6.—23. 7.) Die Grundtendenz let zwar listen die Haare zu Berge steigen lassen werden. Was würden Sie z. B. von fünf mit Handgranaten ausgestopften Schwänen halten, die in der Luft mit wirkungsvollem Krachen explodieren? Sie kommen darin vor. Ferner werden in diesem nervenerschütternden Streifen sechs Rhinozerosse im Wasser eines römischen Springbrunnens herumplantschen. 2000 Geistliche kreisen auf Fahrrädern auf dem Place de la Concorde und tragen dabei überlebensgroße Bilder von Malenkow. Auf dem Höhepunkt des Films aber soll eine„sehr alte Frau“ auftreten— gekleidet in ein Stierkämpfer-Gewand und mit einem Omelett auf dem glattrasierten Kopf. Sie steht in der Mitte eines Sees und lauscht einer philosophischen Debatte zwischen Nietzsche, Freud und Marx— untermalt durch Musik von George Bizet. Salvador Dali meinte dazu:„Dieser Film wird der größte Kassenschlager unserer Zeit werden!“ (1. Fortsetzung) Lylianes graue Augen brannten wie Flammen.„Pierre, ich will leben! Ich will nicht hier im Bett liegen, ein Krüppel sein und dir zur Last fallen!“ Immer wieder sagte Lyliane Bellest diese Worte. Sie weinte nicht, sie hatte keine Tränen mehr, die waren alle in den ersten beiden Monaten, in denen sie in Paris regungslos im Bett lag, geweint worden. „Du bist für uns keine Last, was für ein Unsinn, Lilly!“ protestierte ihr Mann. „Aber du mußt dich auch mit deinem Schicksal abfinden.“ „Nein, niemals! Ich will leben! Ich will wieder gehen können! Und wenn man will, dann kann man es auch.. „Ja, chérie, sicherlich, mein Liebling.“ Pierre Bellest hat graue Haare bekommen, zwei bittere Falten haben sich in sein Gesicht gegraben. Warum mußte dies seiner Lilly passieren? Warum? Warum? Sie war so lebensfroh, so vital! Nun lag sie hier. Hilflos wie ein Kind. Er glaubte nicht an eine Besserung. Ja, vielleicht würde Lyliane sich in ein paar Jahren mühselig an Krücken fortbewegen können, vielleicht konnte sie aufrecht sitzen, wenn man ihr ein besonders konstruiertes Korsett, einen Eisenpanzer anlegte. Er glaubte nicht mehr an das Glück. Das war an jenem Frühlingstag, an Lylianes 23. Geburtstag, verschwunden. „Du weinst doch nicht, Pierre?“ „Nein, chérie, natürlich nicht.. Aber Lyliane sah, daß er weinte. Lautlos. hoffnungslos... „Ich werde gesund, Pierre, ich weiß es!“ Sie biß die Zähne so fest zusammen, daß es weh tat. Und dann begann sie an sich selbst zu arbeiten. Sie ließ sich alle medizinische Literatur über Meningitis(Gehirnhautentzündung) und Polio(Kinderlähmung) kommen. Sie las sie aufmerksam, fragte, beschäftigte sich ununterbrochen damit. Und sie KULTURNOTIZEN Generalmusikdirektor Prof. Hans Knap- Eine halbe Million Menschen haben die pertsbusch wird mit Beginn der Spielzeit seit eineinhalb Jahren in der Bundesrepublik 1954/55 die musikalische Oberleitung der gezeigte Wanderausstellung„Ein Blick hinter Bayerischen Staatsoper übernehmen. Der Schauspieler Herbert Hübner begeht in Berlin seinen 66. Geburtstag. Das derzeit bestehende„Starwesen“ muß unweigerlich zum Ruin der Wiener Oper führen, erklärte der neuernannte Direktor den Eisernen Vorhang“ bisher besucht. Sie wird von der Gruppe„Freiheit— Aktion der Jugend“ mit Unterstützung des Bundesministeriums für gesamtdeutsche Fragen gezeigt. Vertreter der Landschullehrer NordrheinWestfalens beschlossen auf einer Tagung in Düsseldorf, ihr Arbeitsverhältnis zu den der Wiener Staatsoper, Prof. Karl Böhm. größeren Lehrerverbänden zu vertiefen. Der Er sehe dechalb die Bildung eines ständigen Leiter des Katholischen Landeslenrer-VerEnsembles als seine wichtigste Aufgabe an. bandes teilte mit, daß in die bestehenden Der Dirigent des Rias-Symphonieorchesters Arbeitsausschüsse auch Landlehrer aufgeFerenc Fricsay wurde für die Spielzeit nommen werden sollen. Auf der Tagung 1954/55 zu einem Gastspiel von 22 Wochen an das Symphonieorchester in Houston(Texas) verpflichtet. Die Tänzerin Dore Hoyer hat die Eindrücke ihrer südamerikanischen Reise in ausdrucks- den starke Tanzkompositionen umgesetzt, die sie wieder aufgenommen. Es war im November in der Hamburgischen Staatsoper zum ersten vergangenen Jahres durch Beschluß des türMale dem begeistert Beifall spendenden kischen Ministerrets in deutsche Hände zuPublikum vorführte. rückgegeben worden. wurden aktuelle Probleme kleiner Landschulen erörtert. Das deutsche archäologische Institut in Istanbul hat in diesen Tagen seine durch den Krieg unterbrochene Tätigkeit offiziell lernte, daß das Wichtigste sei, die Muskeln nicht verkümmern zu lassen. Man mußte sie bewegen, so weh es auch tat. Nach fünf Monaten konnte sie sich aufrichten. Zwei Monate später setzte sie zum ersten Male die Füße auf den Boden und versuchte aufzustehen. Sie hielt sich krampfhaft mit beiden Händen am Bett fest. Welch ein Segen, daß die Arme nicht gelähmt waren! Sie tat den ersten Schritt. Am liebsten hätte sie laut geschrien, so weh tat es. Aber es kam kein Laut über ihre Lippen. Eine Woche später konnte sie vom Bett bis zu einem Stuhl, der zwei Meter entfernt stand, gehen. Die Beine trugen sie. Aber der Rücken war so schwach, daß sie sich in einem Winkel von 45 Grad krümmen mußte. „Ich gehe wie eine alte Hexe. Wie die Hexe im Walt-Disney-Film..“, murmelte sie in bitterem Spott vor sich hin. Doch die Freude, daß ihre Beine sie überhaupt trugen, gab ihr neuen Mut. Sie bekam einen„Eisenpanzer“. Sie trug ihn drei Jahre. Nie kam eine Klage über ihre Lippen. In Pierre Bellests Augen flackerte die kleine Flamme der Hoffnung. Als Lyliane das erste Mal, im Frühling 1950, an ihrem 26. Geburtstag, ohne Stütze durch das Zimmer gehen konnte, glaubte er wieder daran, daß das Leben doch noch einmal für seine Lilly schön werden könnte. Das Schönste Mannequin von Paris Oktober 1952. Der„Klub der Pariser Mannequins“ hat 300 Einladungen verschickt. Alles, was Rang und Namen in der Modewelt hat, wird kommen, um dabei zu sein, wenn man die neue Präsidentin wählt. Präsidentin der Pariser Mannequins zu werden, ist das höchste Ziel aller schönen Frauen, die in der„haute couture“ Kleider vorführen. Man wählt die schönste, graziöseste und tüchtigste Frau aus der Garde der Vorführdamen. Die letzte Präsidentin war„Praline“ gewesen, diese bildschöne, dunkelhaarige Frau, die durch ein Autounglück ums Leben kam. Nun soll der„Thron“ neu besetzt werden. Diese Abstimmung wird als Fest gefeiert. Nur Mitglieder des Klubs dürfen ihre Stimme abgeben, und noch weiß niemand, wer„Pralines“ Nachfolgerin wird. Lyliane Bellest trägt ein rosenfarbenes Seidenkleid. Sie sieht traumhaft schön aus. Aber das tun die meisten ihrer Kolleginnen auch. Da ist Jennifer von Fath, eine hochgewachsene Blondine in eng anliegendem apfelgrünem Taftkleid mit goldfarbenem Uberwurf. Da ist Yvonne. Sie sieht aus wie eine Katze. Ihr Haar ist honiggelb, die Augen schimmern grün. Sie ist„free lance“, d. h. sie ist bei keinem der großen Häuser fest verpflichtet, aber bei jeder großen Modeschau zu sehen. Da ist Fabienne, dunkelhaarig mit feinem, goldfarbenem Teint. wohl Frankreichs meistfotografierte Frau. Fast alle glauben. daß sie die Favoritin sein wird. (Fortsetzung folgt) Herrn G. Malenkow, Moskau Ich schreibe Ihnen, weil ich Ihren werten Namen vor kursem mal in meiner Heimatzeitung las, und weil mein Vetter, der aus Leipsig floh, Reklamen. mit Ihrem Bild und Ihter Unterschrift besaß. Nun sagte neulich mein Friseur beim Haareschneiden, daß 81e es sind, an dem der Erdenfriede hängt, und daß Sie einer wären von den großen beiden, der unsere Zukunft heute sozusagen lenkt. Sie müssen wissen, ich hab in den letzten Jahren mir wieder etwas auf die Sparkasse gebracht und möchte nun von Ihnen, lieber Herr, erfahren, ob es denn Zweck hat, daß man damit Pläne macht. Es wäre nett, wenn Sie mal von sich hören ließen, damit mal einer von uns weiß, was man jetst spielt. Mein ganzer Stadtteil grüßt und denkt an Sie beim Niesen, denn alle sind von diesem Kalten Krieg verkunit. Baladi» Was zahlt der Toto? West-sun-Biock(vorläufig) Zwölferwette: 1. Rang: 13 Gewinner je 2. Rang: 796 Gewinner je 3. Rang: 20 633 Gewinner je Zehnerwette: 1. Rang: 2. Rang 3. Rang: Nord-Süd-Block Elferwette: 1. Rang: 98 Gewinner je 2. Rang: 4 895 Gewinner je 3. Rang: 57 252 Gewinner je Neunerwette: 1. Rang: 2682 Gewinner je 2. Rang: 29 427 Gewinner je 201 Gewinner je 12 297 Gewinner je 84 996 Gewinner je 59 948,00 DM 978,00 DM. 37,50 DM 2 197,00 DM 35,00 DM 5,00 DM 6 131,50 DM 122,50 DM 10,50 DM 55,00 DM 5,00 DM Berliner SV 92 in der„Deutschen" Eintracht Frankfurt überrannte VfB Stuttgart— Walter-Elf nahm auch die Trierer Hürde Mit einem 6:0-Erfolg über den Vorjahrsmeister Union 06 sicherte sich der Berliner SV 92 die dritte Berliner Meisterschaft der Nachkriegsjahre. Er steht damit auch als erster Endspielteilnehmer für 1954 fest. Den einzigen Führungswechsel gab es im Süden, wo Eintracht Frankfurt nach drel Niederlagen endlich wieder das eigene Publikum zufriedenstellte und dem VIB Stuttgart mit einem 5:0 die bisherige Führung entriß. Der 1. FC Köln hat nach der 0:1-Schalke-Niederlage gegen Leverkusen zwei Punkte Vorsprung im Westen. Hannover 96 erzielte das dritte 1:1, ohne daß damit die Führung auch nur entfernt in Gefahr geraten sein könnte. Vergebens wartete Pirmasens auf einen Fehltritt des 1. FC Kaiserslautern, der auch die schwierige Trierer Hürde mit 4:1 sehr sicher nahm. Der deutsche Mannschaftsmeister Heros Dortmund beendete die westdeutsche Endrunde im Ringen mit einem 7:1-Sieg über Essen- West 03. Der Endstand: 1. Heros 8:0 Punkte, 2. Essen-West 3:5 Punkte, 3. Kölner Club für Kraftsport 1:7 Punkte. Mit einem überraschend glatten 6:0(3:0) über den Titelverteid’ger Union 06 sicherte sich der Berliner SV 92 zum dritten Male nach dem Kriege die Berliner Fußballmeisterschaft und steht somit als erster Vertreter für die Endrunde zur„Deutschen“ fest, in der er bereits 1949 schon einmal stand. Bei zwei noch ausstehenden Spielen sind die Wilmersdorfer„Störche“ mit 34:6 Punkten nicht mehr einzuholen. Auf den zweiten Platz stieß die spielfreie Minerva 93(25:13) dank Hessen— Westfalen 10:10 Auswahlkampf der Juniorenboxer Dillenburg. Im Auswahlkampf der Box- des besseren Torverhältnisses vor Union 06 vor, junioren kam Westfalens Vertretung vor 1000 Zuschauern im ausverkauften Kurhaussaal von Dillenburg zu einem etwas glücklichen 10:10 gegen Hessen. Hessen mußte im Halbschwergewicht die Punkte kampflos abgeben, da Unger wegen einer Handverletzung nicht in den Ring gehen konnte. Dazu kam, daß Riedinger im Leichtgewicht Übergewicht hatte und auch in dieser Klasse die Punkte schon vor dem Kampf an Westfalen gingen. Die Ergebnisse vom Fliegengewicht an aufwärts, Hessen zuerst genannt: Hüter Punktsieger über Sturhahn; Hohmann II unterlag Johannpeter nach Punkten; Mayer Punktsieger über Heinz; Riedinger gegen Fröhlich unentschieden(Punktsieg wegen Übergewicht von Riedinger an Westfalen); Spangenberger unterlag Kleinsorge nach Punkten; Först Punktsieger über Schumann; Hohmann I Sieger durch Abbruch über Vogel; Klemm unterlag Pischka nach Punkten; Halbschwergewicht kampflos an Westfalen; Schneider Punktsieger über Stachowski. Eine feine Hallenleistung: Werner Bähr sprang 1,93 Meter hoch Die überragende Leistung des Kieler Hallensportfestes war der Hochsprung des Meisters Werner Bähr(Olympia Neumünster). Bähr übersprang 1.93 Meter und schlug damit den deutschen Rekordmann Hermann Nacke(Polizei Kiel) um 13 cm. Hessen scheiterten vor allem an ihrer schwachen Kondition. Bei zwei Punkten Abstand vom Spitzenreiter hielt auch der 1. FC sichtlichem Rückhalt. Als Eckel nach prachtigem Alleingang den ausgezeichneten Trierer Torhüter Butscheid(17. Minute) im Nachschuß zum 2:0 schlug, gab es keine Frage mehr nach dem Sieger. Aus der Tiefe heraus bauten Fritz Walter und Eckel auf während Stopper Liebrich II der Abwehr zum großen Halt wurde. Die leichte Drangperiode der Gastgeber überstand die Walter-Elf sehr gut. Wanger und Scheffler verbesserten das Ergebnis auf 4:0 für den 1. FCK. der den verletzten Halblinken Wenzel durch Volz ersetzie, und fast mit dem Schlußpfiff zusammen glückte Föhr II durch Kopfball das einzige Gegentor. 20 000 in der Eilenriede Zum dritten Male hintereinander spielte Hannover 96 unentschieden, denn trotz Nürnberg seine Ansprüche aufrecht, da besserer technischer Leistungen gab es vor es für ihn auch ohne überzeugende Leistungen zu einem 4:1 über den VfR Mannheim langte. Karlsruher SC unterlag 1:2 in Regensburg und wird ebenso wie die Jahn-Elf kaum noch einmal in den Endkampf eingreifen können. Nationalspieler überragend Die Hoffnungen des FK Pirmasens haben während Alemannia 90(23:17) den vierten Rang durch ein 1:1 gegen Tennis Borussia (22:16) behauptete. Am Tabellende hat Hertha Zehlendorf nach dem 1:0 gegen Blauweiß neue Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Südmeister wieder obenan Nur eine Woche hat Südmeister Eintracht Frankfurt auf„Platz 2“ gestanden, denn mit einem unerwartet klaren 5:0 über den VfB Stuttgart wurde die Spitze zurückerobert. Der Vorsprung beträgt aber nur einen Punkt gegenüber den in Kassel mit 3:1 erfolgreich gebliebenen Öffenbachern und dem VfB, der mit dem schlechteren Torverhältnis auf den dritten Rang zurückgefallen ist. Öffenbach blieb in Kassel zunächst defensiv, um aber später durch die bessere Läuferreihe ein glattes Übergewicht zu bekommen, das vor 22 000 Zuschauern zum 3:1(2:1) nach Toren von Preisendörfer(0:1), Siebert(1:1), Kaufhold und Wade führte. Die drei ersten Treffer waren sämtlich Kopfballtore. Die 20 000 Zuschauern im Eilenriede-Stadion gegen den abwehrstarken Ortsrivalen Arminia nur ein 1:1. Arminia führte in der 56. Minute, als Mittelstürmer Apel bei einem Pfostenschuß aus 16 Meter energisch nachsetzte und dabei Erfolg hatte. Sieben Minuten später aber stand es 1:1. Tkotz gab in bedrängter Position ab, und Paetz verwandelte aus sich nicht erfüllt. Eintracht Trier, die vor 18 Meter Entfernung. Arminia hatte vor allem zwei Wochen dem 1. FC Kaiserslautern in den Abwehrspielern Bruch. Scheibe und mit einem 2:0 über den FK Pirmasens zur erstmaligen Führung in dieser Saison verhalf, erlitt mit dem 1:4 gegen die Walter-Elf nach dem 0:4 gegen 1. FC Saarbrücken und 1:4 gegen TuS Neuendorf die dritte HeimRichter die Besten, Sie verstanden es, alle Chancen des Tabellenführers zu zerstören, obwohl der rechte Läufer Müller und Halblinker Zielinski viel für den Aufbau taten. „96“ wirkte längst nicht so stark, wie beim Niederlage. Die Nationalspieler Horst Eckel, 3:1 im Vorspiel der ersten Serie. Werner Liebrich und Fritz Walter waren die überragenden Spieler beim wertvollen 4:1 des 1. FC Kaiserslautern in Trier. Otmar Walters 1:0 in der 3. Minute verhalf dem Deutschen Meister vor 20 000 Zuschauern zu Australien ist gerüstet Für Olympische Spiele 1956 in Melbourne Den Haag. Zu der Kritik an den Vorbereitungen Australiens an den Olympischen Spielen 1956 nahm der Vorsitzende des australischen Olympischen Komitees, Kent Hughes(Melbourne), in einem Schreiben an die holländische Gesandtschaft Stellung. Er erklärte, daß sich sein Land bestens darauf eingestellt habe, die Spiele entsprechend ihre Tradition abzuwickeln. Für diese Arbeit stünden Geldmittel Australiens, des Staates Victoria und der Stadt Melbourne bereit. Für die Austragung der Wettkämpfe seien die günstigsten Voraussetzungen gegeben. Bis auf die Wettkampfbahnen für Ruderund Kanu-Veranstaltungen lägen alle anderen Wettkampfplätze, darunter das Olympiastadion, das Schwimmstadion, die Radrennbahn und die Hallen für Boxen, Ringen, Gewichtheben Turnen und Basketball, dicht zusammen und nur eine Meile vom Stadtzentrum entfernt. Hughes schnitt auch noch die für die Reiterwettbewerbe sehr hinderlichen Quarantänebestimmungen Australiens an und rechtfertigte die Maßnahmen mit dem Hinweis, daß sich sein Land durch diese Anordnung von vielen Tierkrankheiten habe freihalten können. Zwei Millionen! Sportjugend fühlt sich zurückgesetzt An der starken Position des Nordspitzenreiters ändert sich praktisch nichts, denn bei sieben ausstehenden Spielen werden die neun Punkte Vorsprung sicher reichen. Altona 93 hielt mit einem klaren 4:0 über St Pauli den zweiten Platz, und auf den dritten Rang stieß Eintracht Braunschweig durch ein 3:0 über die kaum noch vom Abstieg zu rettende Elf ces Neulings Victoria Hamburg vor. Der Hamourger SV lieferte ohne den verletzten Nationalstopper Jupp Posipal beim 0:1 in Harburg eines seiner schwächsten Spiele. Europas Elite in Paris Auch Heinz Ulzheimer eingeladen Paris.— Für das zweite internationale Hallenmeeting am 20. Februar im Pariser Sportpalast hat der Französische Leichtathletik-Verband zwanzig europäische Spitzenkönner eingeladen. Aus Belgien, England, Ungarn, der Tschechoslowakei und der Sowjetunion hofft man in Paris u. a. so hervorragende Leichtathleten wie Franz Herman, Gordon Pirie, Stanislav Jungwirth, Ernö Beres und Pjotr Denisenko begrüßen zu können. Peter Kraus, Hans Geister und vor allem Heinz Ulzheimer, dem als USAHallenmeister natürlich besonderes Interesse entgegengebracht wird, sollen aus Deutschland hinzukommen. Selbstverständlich würde man in Paris den„weißen Blitz“ Heinz Fütterer gerne wiedersehen; aber der deutsche Doppelmeister erklärte bei seinem kürzlichen Start in der französischen Metropole, daß er in dieser Hallensaison nur noch bel den Deutschen Meisterschaften am 20. März in Frankfurt starten werde. Schoo blieb Gesamtsieger Autorennen in der Westfalenhalle Dortmund. Bei einer motorsportlichen Veranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle, einem internationalen Autorennen vor 5000 Zuschauern, gab es in den Kleinstrennwagen bis 750 com den erwarteten Sieg des Osnabrückers Helmut Schoo auf Renault vor van Hove(Belgien) auf Cisitalia, Jeff Scherens (Belgien) auf Cooper, Bertini(Italien) auf Cooper, Mathot(Frankreich) auf BMW und Minau(Frankreich) auf BMW. Es wurden drei Läufe zu je 50 Runden gleich 10 Kilometer ausgetragen. Der Schnitt des Siegers betrug 79,6 Stundenkilometer, seine schnellste Runde fuhr er mit 86,4 Stundenkilometer. Das Gesamtergebnis der Derny-Rennen erbrachte den Sieg des Dortmunders Emil Kijewski mit 15 Punkten vor Lespilles (Frankreich) mit 15 Punkten. Es gab bei beiden Rennen keine Zwischenfälle. Nur 156 von 201 zur Winterfahrt Hessen gestarteten Motorrad-Solisten(58), Gespannen (29) und Wagen(114) erreichten das Ziel in Frankfurt, so daß es trotz des Schneemangels 30 Prozent Ausfälle gab. Hauptaufgabe: Volkstümliches Turnen Zusammenarbeit der Turner mit den Leichtathleten und Schwimmern Hamm. Entsprechend der Zielsetzung des Deutschen Turnerbundes wird der Westfälische Turnerbund im Jahr 1954 seine besondere Aufmerksamkeit dem volkstümlichen Turnen in seinen vielgestaltigen Formen widmen. Er macht sich damit frei von dem einengenden Begriff des Turnens als Nur-Gerät-Turnen und will die Breitenarbeit noch mehr als bisher in den Vordergrund stellen. Die Turnbewegung geht damit bewußt auf Jahn zurück, erkennt aber auch die Fehler einer vergangenen Zeit, als man die alten Formen nicht zu überwinden vermochte. Wenn der Turnerbund in Zukunft die Leichtathletik stärker pflegt, so wird er dabei das Hauptgewicht auf den turnerischen Mehrkampf legen, aber auch das Leistungsstreben fördern. Auf Grund des Freundschaftsvertrages mit dem Leichtathletik-Verband besteht in allen Gauen die beste Zusammenarbeit mit den Gliederungen dieses Verfest: 29. Juli bis 1. August. Das letzte Bundesturnfest, das erste nach dem Krieg, fand 1950 in Hamm statt und sah nach genauer Feststellung 9133 Turner und Turnerinnen im Wettkampf. Diese Zahl dürfte in Hagen erheblich überschritten werden, da inzwischen die Turnbewegung weiter gewachsen ist. Auch die Termine anderer großer Veranstaltungen stehen bereits fest: 4. Juli Struckenbergfest in Hagen-Eilpe, 11. Juli Gillerbergfes: des Siegerland-Turngaues, 15. August Westfälische Turnspielmeisterschaften, 28. und 29. August Harkortbergfest in Wetter(Ruhr), 5. September Hammer Spielfest und Stuckenbergfest in Herford. Die beiden führenden Gaue Westfalens, Hellweg-Mark und Siegerland, tragen am 4. Juli in Kamen anläßlich der 100-Jahr-Feier des VfL 1854 Kamen einen Gaugerätkampf aus. Düsseldorf. Auf Antrag der Deutschen bandes. In einzelnen Gauen stellen sogar die Sportjugend, der über zwei Millionen Mit- Turnvereine die Hauptzahl der Teilnehmer glieder angehören, soll auf dem Bundestag an den Veranstaltungen des Leichtathletikdes Deutschen Sport-Bundes am Wochenende Verbandes. Das traditionelle westfälische in Düsseldorf das Verhältnis der Deutschen Hallensportfest findet diesmal in Bochum Sportjugend zum Bundesjugendring überprüft statt, und zwar am 13. und 14. März; es wird werden. Die Deutsche Sportjugend glaubt, erneut Zeugnis ablegen von dem gemeindaß ihre Interessen vom Bundesjugendring samen Streben der Turner und Leichtathnicht genügend gewahrt werden. Sowohl in leten. So wie zwischen den Turnern und der Zuteilung von Mitteln wie auch in der Leichtathleten besteht auch zwischen dem direkten Einflußnahme auf die Handhabung Deutschen Turnerbund und dem Deutschen des Bundesjugendplanes fühlt sich die Deut- Schwimmverband ein Freundschaftssche Sportjugend zurückgesetzt. Der DSB-Bundestag 1956 wird nach einstimmigem Beschluß der Düsseldorfer Tagung in Berlin stattfinden. abkommen, über dessen Durchführung Westfalen volles Einvernehmen herrscht. Das große Ziel: Bundesturnfest Der Zeitpunkt des Westfälischen Bundesturnfestes 1954 in Hagen liegt endgültig Das 5. Hallenhockey-Turnier in der Münsterlandhalle zu Münster endete bei den Herren mit dem Sieg des SV 04 Düsseldorf, der im Finale den Oberhausener THC mit 2:0 bezwang. In der Vorschlußrunde schlug der Oberhausener THC die Mannschaft von Etuf Essen mit 4:1, während 04 Düsselderf den Sieger der beiden letzten Jahre, THC Münster, unerwartet mit 3:2 ausschaltete. Bei den Damen fiel der Sieg an Eintracht Dortmund. Die Dortmunder schlugen im Spiel der Gruppensieger den Meidericher SpV mit 2:1. Als letzter Wettbewerb beim Berliner Reitturnier wurde der internationale Dressurkampf der Klasse S entschieden. Es gab einen schwedischen Doppelsieg durch Major Cyr auf Juli und Major Boltenstern auf Krest, gefolgt von Babsi Pepper(Berlin) auf Penthalon und Hannelore Weygand (Düsseldorf) auf Perkunos. WIRTSCHAFT UND ARBEIT Überangebot auf dem Eiermarkt erwartet Holland kann deutsche Ware unterbieten— Kartoffelpreise ziehen an Münster.— Wie die Marktabteilung der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe am Montag in Münster mitteilt, zeigen sich auf dem Eiermarkt in der Preislage starke Unterschiede bei rückläufiger Tendenz. Die Gründe sind darin zu suchen, daß die eigene Produktion infolge des Frostwetters nicht an den Markt kam und sich dort erhebliche Vorräte angestaut haben. Die deutsche Ware, bei der die Kleineier immer noch überwiegen und die zum Teil stark verschmutzt sind, kann mit der Hollandware nicht kónkurieren. Die Holländer haben die Zollerhöhung vorweggenommen und liefern zu stark ermäßigten Preisen noch vor dem 15. Februar erhebliche Mengen herein. Auch beim Import und Großhandel gehen die Vorräte über das Normalmaß hinaus, weil der Konsum trotz der verhältnismäßig niederen Preislage in den letzten zehn Tagen nur sehr gering war. An den Wochenmärkten platzten die Eier und wurden infolgedessen zurückgehalten, andererseits besuchten die Hausfrauen aus dem gleichen Grunde die Märkte kaum. Wahrscheinlich wird angesichts der niedrigen Preislage der Konsum nur stark zunehmen, wenn das Wetter milder wird. Gleichzeitig wird aber auch die deutsche Produktion bei milderem Wetter zunehmen. Die Zollerhöhung wird eine fühlbare Entlastung nicht bringen, da die Holländer infolge der niedrigen Produktionskosten— Futtermittel zu Weltmarktpreisen — noch sehr viel billiger anbieten können, ohne Verluste zu haben. Mit einem Angebot, das die Nachfrage überwiegen wird, und niedrigen Preisen kann daher gerechnet werden. Die Kennzeichnungsstellen zahlten für unsortierte Ware noch 14 Pf bei Lieferung ab Verbotene „Preisempfehlunger" Karlsrune.— Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung des Geschäftsführers einer Butter- und Eierzentrale in Norddeutschland bestätigt, der den Genossenschaftsmitgliedern „drastische Maßnahmen“ angedroht hatte, wenn sie Butter unter dem amtlich festgesetzten Höchstpreis verkauften. In den Urteilsgründen wird festgestellt, daß die Verordnung über Milch- und Butterpreise keine Festpreise, sondern nur Höchstpreise vorsehe. Höchstpreise könnten oder müßten sogar unterschritten werden, wenn sich infolge niedriger Gestehungskosten ein unangemessener Gewinn ergebe. Hof. Im Erzeuger-Verbraucher-Direkt-Verkehr wurden für unsortierte Ware 17 bis 21 Pf gezahlt. Im übrigen wurden an den Wochenmärkten nachstehende Preise beobachtet, die aber nur als Anhalt gelten können, da der Markt außerordentlich unterschiedlich verläuft. Deutsche Eier: Gewichtsklasse S= 23 — 24, A= 21— 22, B= 19— 20, C= 18— 19. D= 17— 18, Enteneier 18— 19. Ausländische Eier: S= 23— 24, A= 21— 22, B 19— 20, C= 18— 19, D= 17— 18. Bei dem anhaltend starken Frost mußten auch in der verflossenen Woche Speisekartoffel-Waggonverladungen unterbleiben. Für die verhältnismäßig ruhige, aber örtlich nach Verbrauch der Teileinkellerung bereits zunehmende Konsumnachfrage reichten die Handelsläger noch aus; sie werden jedoch in der laufenden Woche weitgehend erschöpft sein, Viele Handelsbetriebe sind daher unablässig bemüht, wenigstens aus nächstgelegenen Kellervorräten der Erzeuger Bestandsergänzungen durch Lkw-Transporte vorzunehmen. Bei diesen Abhof-Verkäufen wurden für Ackersegen, Heida und ähnliche Sorten Preise bis zu 7,50 DM und für Bona, die in der Nähe der Hauptverbraucherplätze, aber nur noch vereinzelt greifbar war, bis zu 8,00 DM je 50 kg gezahlt. Die Großhandelsabgabepreise haben sich naturgemäß erhöht(semi); sie liegen für Ackersegen und ähnliche Sorten bei 8,00 bis 8,50 DM und örtlich darüber. Verbraucherpreis im Industriegebiet 11 bis 12 Ff, in Landstädten 9— 10 Pf je ½/ kg. Für Futterkartoffeln keine Verlademöglichkeit. In Pflanzkartoffeln finden frühe und mittelfrühe Sorten bereits beachtliches Interesse. Abschlüsse erfolgen überwiegend gleichbleibend zum Tagespreis bei Auslieferung. Die Umstellung alter Markverbindlichkeiten und Guthaben in französischen Franken regelt eine von der französischen Regierung im Amtsblatt des Saarlandes veröffentlichte Verordnung zum Satz von 20 Ffrs für eine Mark in Franken. Schlachtviehgroßmärkte in Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, 8. Februar 1954. Rinder Ub. Auftr. Ochsen Bullen Kühe Färsen Ort a-Preise Fortschritte asiatischer Länder Bangkok.— Die asiatischen Länder konnten im abgelaufenen Jahr ihre Wirtschaft weiter stabilisieren und ihre Produktion steigern, stellt die UN-Wirtschaftskommission für Asien und dem Fernen Östen in ihrem Jahresbericht fest. Die freien Berufe benachteiligt Die Altersversorgung gegenüber der Beamtenschaft mangelhaft Die Altersversorgung der Angestellten gehört ohne Zweifel, soweit sie nicht der Angestelltenversicherung angehören, zu den schwierigsten Aufgaben, mit denen sich der Gesetzgeber in absehbarer Zeit beschäftigen muß. Ihm stehen hierfür mehrere Möglichkeiten offen, auf die im einzelnen hinzuweisen hier nicht der Platz ist. Aber an Hand eines Beispiels, das ganz bewußt mit großen Zahlen arbeitet, um das Problem so deutlich wie möglich werden zu lassen, soll die Aufgabe dargestellt werden. Ein höherer Beamter und ein leitender Angestellter sind beide im Jahre 1903 geboren und waren zur Währungsreform 45 Jahre alt. Die Pensionsansprüche sind für den Beamten erhalten geblieben, die Altersvorsorge des leitenden Angestellten ist durch Krieg, Nachkriegszeit und Währungsreform vernichtet worden. Er entschließt sich also im Jahre 1948 zum Abschluß einer Rentenversicherung und will, weil er die künftige Pension des höheren Beamten kennt, mit 65 Jahren genau soviel Monatsrente haben wie dieser Pension Er schließt ab. In der Zwischenzeit wurden die Beamtengehälter und-pensionen aufgebessert. Er verbessert dementsprechend seine Rentenversicherung, erhöht damit aber auch gleichzeitig seine Prämienzahlungen. Die Folge ist, daß er jährlich 6263 DM an Prämien zahlen muß, wenn er im Alter nicht schlechter stehen will als sein guter Bekannter. 6263 DM im Jahr sind 522 DM im Monat. Ganz abgesehen davon daß der Staat es ablehnt, derartige Versicherungsleistungen als steuerbegünstigt anzuerkennen—, was müßte dieser leitende Angestellte verdienen, wenn er neben seiner Prämienzahlung sich zusätzlich noch das gleiche leisten wollte wie sein alterssorgenfreier Bekannter? Der Angestellte ist unzufrieden. Mit seiner Lage sollten sich die Politiker und der Staat einmal beschäftigen. Sie sollten daran denken, daß das Grundgesetz allen gleiches Recht zubilligt. Dem gleichen Recht müßte der Staat aber den Weg ebnen. Sie sollten aber auch einmal dabei sein, wenn pflichtbewußte gesetzesdienerische Steuerinspektoren mit diesen Angestellten wegen der Einkommensteuer verhandeln, Inspektoren, deren Pension für diese leitenden Angestellten ein unerreichbares Ziel ist, ganz einfach deshalb, weil sie auch die dafür notwendigen Prämien nicht aufbringen können. Zum Abschluß: Privatrenten haben außerdem den Nachteil. daß sie sich der veränderten Kaufkraft der Währung nicht anpassen. standards in der freien Welt sprach sich der Exekutivrat des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes AFL auf seiner Wintertagung aus. Rheinisch-Westfällsche Börse Düsseldorf, 8. Februar. Tendenz: Die heutige Borse eröffnetei freundlicher Haltung, besonders für Stahlverein Aktien und Spezialwerte. Das Geschäft wa ruhig, und der Schluß war uneinheitlich. Industrie-Aktien Klöckner— Accu-Hagen 186 bz Krefft 62½ bzG AEG— Manncsmann 103½ bz Allg. Hoch-& Ing. 100 BrMülheimer Berg 94 bz Balcke Maschinen 122 bz GPongs& Zahn 130 Br Bergb. Ew. Ludw. 95 Br Rh. Westf. Kalk 130 G BMW 77 bz Rh. Braunkohle 154 bz B Bemberg 80½ bz Rheinstahl 160 bz Beton& Monier 110 G RWE 133½ bz G Boswau& Krauer 86 G Rheinmetall 18 G Buderus 120 bz Burbach 121 bz G Busch Jaeger— G Scheting av 5. Conti-Gummi 167 pz Br Schiess 133 bz Consolidation 100 bz Schwabenbräu 108 G Dahlbusch St Daimlei 130 b2 G Rheinpreußen 109¼1 Salzdetfurth 130 G Schering 210 bz Demag 157½ bz Dt. Conti Gas 164 bz Dt. Erdol 115¼ b7 Didier 134 G Dortm. Akt Br. Siem. Stämme— Siem. Vorzüge 145 b: Stamag 112½ bz Ver. Dt Nickel 133 bz Ver. Rumpus 70 G Ver. Stahlwerke 222 Wasser-Gelsenk. 128 N.... 2..Wassel-Geisenk, 12 Dortm. Ritter Br. 176½ bzWestd. Kaufhof 143 Dortm. Union 72¼ bz G Westf. Dinnendahl 1 Dynamit Nobel 136 bz BrWintershall 144½ b I. G. Farben 141½ bz Zellwald 111 bz I G. Farben NGS Bank-Aktien 139½-143½ Commerzbank 81 br Feldmühle 156 bz Deutsche Bank 101 bz Dresdner Bank 101 97½ bz Freiverkehr Goldschmid: 66½ G Bergb Lothringen Harpener 94½ bz Hindrichs Auff. 50 G Hocntief 99 G Hoesch 219 Lz Kabel Rheydt 150 bz Kall-Chemie 149½ bz Karstadt 151 G Chemie-Faser Inh. Eisenhütten Köln 93 Gutehoffnungshütte 23 Phrix-Inh. 37-40 Rhein Kunstseide 5 Schulth. Stämme 23 Übermittelt vom Bankverein Westdeutsc New York. Für den Boykott aller Produkte aus Ländern mit Zwangsarbeit sowie eine internationale Wirtschaftskonferenz für Förderung des Handels vad Hebung des LebensDM-West— DM-Ost Frankfurt(Main), 8. Februar.(vwd)— Die Wechselstuben kaufen 437,50 DM-Ost für 100 DMWest und verkaufen 100 DM-Ost für 24,27 DMWest. N * Selig sind die Toten, die im Herrn sterben, sie ruhen aus von ihrer Arbeit. und ihre Werke folgen ihnen nach Der gütige Gott rief heute morgen 9.45 Uhr zu sich in die ewige Heimat unseren guten, edlen Vater. Schwiegervater. Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Kaufmann Franz Josef Neuhaus Er starb nach langem, schweren Leiden, oft gestärkt durch die Gnadenmittel unserer hl. kath. Kirche, im Alter von 84 Jahren In tlefer Trauer: Josef Neuhaus und Frau Fnchen geb. Weber Theo Bruse und Frau Threschen geb. Neuhaus Willi Neuhaus und Frau Threschen geb. Delmel Josef Kleine und Frau Marta geb. Neuhaus Franz Neuhaus und Frau Lottl geb. Vosswinkel Alfons Hesse Frau Wwe. Therese Hunold und 12 Enkelkinder OLPE. Attendorn, Altena, Bedburg-Erft, Hamburg und Gelsenkirchen, den 8. Februar 1954 Das Seelenamt findet statt am Donnerstag, dem 11. Februar, 8.20 Uhr in der St. Martinus-Pfarrkirche zu Olpe: danach ist die Beerdigung vom Trauerhause, Martinstraße 14, aus. Dienstag und Mittwoch wira um 19 Uhr in der Mutterhauskapelle für den lieben Verstorbenen gebetet. „Herr, hier bin ich, denn Du hast mich gerufen.“ Nach Gottes hl. Willen entschlief heute morgen um 7.40 Uhr nach kurzer, schwerer Krankheit unser guter Vater. Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Bauer Peter Quast versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche, im Alter von nahezu 81 Jahren. Sein ganzes Leben war Mühe und Sorge für seine Familie. Wir empfehlen unseren lieben Verstorbenen dem Priester beim hl. Opfer. Die trauernden Angehörigen ALTENWENDEN, Schönau, Hünsborn, Ottfingen und Wenden, den 7. Februar 1954 Die Beerdigung ist am Mittwoch, dem 10. Februar, 8.30 Uhr in Wenden: danach ist das Requiem in der Pfarrkirche. Gewerbl. Raum etwa 40 qm groß, als Lagerraum geeignet, an der Hauptstraße in der Nähe von Olpe zu vermieten. Angebote unter Nr. 1564 an Sauerl. Volksblatt Olpe. Frauenleben ohne Schmerzen Viele Fraven sehen ihren kritischen n Unbeh Tagen mit ängstlichem ler doi chagen wegen der domit verbundenen Schmerzen und Beschwerden ontgegen. Ebenso vielseitig wie die Uriochen dieser beschiwerlichen Tage sein können, muß ein Miltel zu ihrer Beseltigung zusommengesetzt sein. Melobon erfollt diese Bedingung, indem es Gofcökerömpfe öst und die erregten Nervenzellen Schmerrbnaligungdurchla sadon. Zur Verminit Melabon son Dr. Rontschler Nachruf Nach einem gesegneten und erfolgreichen Leben schied heute unser hochverehrter Seniorchef, der Kaufmann Franz Josef Neuhaus im hohen Alter von 84 Jahren von uns. Bis zu seinem Krankenlager galt sein Interesse dem Geschäft, das sich durch sein großes Fachwissen und seine Weitsicht aus den kleinsten Anfängen zu einem der bedeutendsten Häuser des Kreises Olpe entwickelt hat. Das Wohl seiner Mitarbeiter lag ihm immer besonders am Herzen. Sein Vorbild soll uns Verpflichtung sein, an seinem Werke weiter zu arbeiten. Wir werden seiner stets in Ehrfurcht gedenken. OLPE, den 8. Febraar 1954 Die Mitarbeiter des Bekleidungshauses Josef Neuhaus Nachruf Am Sonntag, dem 7. Februar 1954, ist die Gattin meines hochgeschätzten und unvergeßlichen Lehrmeisters, die Wwe. Peter Eich Wilhelmine geb. Weingarten verstorben. Meine Lehrjahre durfte ich in der Familie des Hauses Eich verbringen, in welchem die Verstorbene auch allen Betriebsangehörigen ihre mütterliche Sorge in vollem Umfang angedeihen ließ. Durch das Vertrauen der Familie Eich konnte ich im Jahre 1941 das auf guten Grundsätzen aufgebaute Geschäft übernehmen. Nach dem Tode ihres Gatten war der nunmehr Verewigten die Aufrechterhaltung dieser ehrbaren Tradition eine Herzenssache. Diese immer zu pflegen wird meine vornehmste Aufgabe sein, um so das Andenken an meinen Lehrmeister und seine nun auch verstorbene Gattin stets in Ehren zu halten. OLPE, den 8. Februar 1954 Hermann Schmelzer Trauer-Drucksachen liefert schnell und preiswert Verlagsanstalt F. X. Ruegenberg Olpe Suche in Olpe zum Herbst bis 2½-Limmer-Wohnung gegen Baukostenzuschuß. Angebote unter Nr. 1565 an Sauerl. Volksblatt Olpe. Verkaufe schweres Tafelsilber, 100 gr. Silberauflage, 48 tig., für DM 155,— aus Zahlungsschwierigkeiten. 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