Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE m 0 P dere Preisr Kleinspalte(2 mm breit); im Textteil la der Textspalte(2 mm breit), Man fordere Höhe in der Late V 4. Bel Evangrvergleich oder in Konkumtillen wird jeder Rabatt hincal Gericntsstand ist Olpe 1. Westt. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung 119. Jahrgang— Nr. 25 Samstag, den 30. Januar 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Moskaus Griff nach Europa BBundespeäsident Heug margen 70 alt Rededuelle zwischen Dulles und Berlin.(dpa) Der britische Außenminister Eden und Dulles erholten sich nach Ende der Außenministerbesprechungen bei Sportveranstaltungen. Eden besuchte eine Boxveranstaltung der britischen Truppen im Kuppelsaal des Olympiastadions, Dulles sah sich das amerikanische Sportcenter in Dahlem an. Schnell wie Tischtennisbälle schlugen in den jüngsten Verhandlungstagen der Außenminister in Berlin Argumente und Gegenargumente zwischen Dulles und Molotow über den Konferenztisch. Wie ein Tagungsteilnehmer berichtet, wandten die Teilnehmer dieses Rededuell wie bei einem Tennismatch ihre Köpfe hin und her. Molotow scheint rein äußerlich nicht mehr ganz der Alte zu sein, sagen Konferenzteilnehmer. Auch an ihm sind die Jahre nicht spurlos vorübergegangen. Sein Kontrollratsgebäude Gesicht zeigt Falten und Linien, die man auf früheren Konferenzen noch nicht bemerken konnte. Eden, der vor einiger Zeit von einer schweren Erkrankung genesen ist, erscheint ernst und zurückhaltend. Das an ihm von früher gewohnte verbindliche Lächeln ist am Konferenztisch kaum noch zu bemerken. Seine Erklärungen sind kurz und nüchtern, während Bidault gern einmal ein Bonmot produziert. Chou en Lai sekundiert Peking.(Reuter) Der chinesische Ministerpräsident Chou en Lai hat gestern die Forderung Molotows nach Einberufung einer Fünfmächtekonferenz unterstützt. Eden und Dulles sahen Sport Molotow im mus zu gewinnen. Von deutscher Seite wird bestätigt, daß auch maßgebliche französische Kreise die sowjetischen Pläne als unannehmbar betrachten. Wie verlautet, hat Molotow bei seiner privaten Aussprache mit Bidault versucht, den französischen Außenminister für das Projekt zu gewinnen. Bidault soll aber eindeutig erklärt haben, daß Frankreich an seiner bisherigen Europapolitik festhalten will. 18 Todesurteile Schanghai.(Reuter) Der Volksgerichtshof der Provinz Kwantung und der Stadt Kanton hat in einem Spionageprozeß 18 Todesurteile gefällt. Die Sicherheitsorgane der Volksrepublik China sollen zwei Spionageorganisationen aufgedeckt haben, die unter Leitung der amerikanischen und nationalchinesischen Geheimdienste gestanden haben. Tito wieder Staatspräsident Von der jugoslawischen Skupschtina für weitere vier Jahre gewählt Belgrad.(Korr.) Das jugoslawische Parlament hat gestern nachmittagMarschall Titc für die nächsten vier Jahre wieder zum Staatspräsidenten gewählt. Die Wahl Titos erfolgte einstimmig. Abgeordneter enthielt sich der Stimme. Am Tage zuvor war Moshe Pijade(im Bild) an Stelle von Djilas zum Parlamentspräsidenten gewählt worden. In einer Erklärung vor dem Parlament sagte Tito, die Demokratie sei nach jugoslawischer Auffassung nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel zur Verbesserung des Sozialismus. Schwankende Elemente in den Reihen der jugoslawischen Kommunisten hätten die Bedeutung der Demokratie für Jugoslawien mißverstanden und sich auf den Weg einer abstrakten Demokratie begeben, die einer Anarchie gleichkäme. Verwirrung, Anarchie und kleinbürgerliches Denken hätten in den Reihen dieser konterrevolutionären Elemente in Jugoslawien geherrscht. Der staatliche Sicherheitsdienst, so sagte Tito, müsse immer noch der besonderen Lage Jugoslawiens Rechnung tragen, wobei die Unschädlichmachung staatsfeindlicher Kräfte„durch administrative Maßnahmen“ im Vordergrund stehe. Tito teilte mit, daß im vergangenen Jahr 337„Spione und Diversanten“ aus dem benachbarten Ausland festgenommen oder„liquidiert“ worden seien. Saar kein Tauschobjekt Bonn.(dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer hat niemals die Saar als ein Tauschobjekt für eine Ratifizierung des EVG-Vertrags durch Frankreich bezeichnet, erklärte ein Sprecher der Bundesregierung gestern. Er wies damit die Meldung einer ausländischen NachrichtenAgentur zurück. Prinzessin verunglückt Frankfurt.(dpa) Die 33jährige Prinzessin Magdalena von Preußen und ihre neunjährige Tochter Anastasia wurden gestern bei einem Autounfall in Frankfurt schwer verletzt. Ihr Wagen stieß mit dem Anhänger eines Lastzuges zusammen. Prinzessin Magdalena von Preußen ist die Witwe des verstorbenen Prinzen Hubertus von PreuBen, des dritten Sohnes des letzten deutschen Kronprinzen. Magdalena von PreuBen ist eine geborene Prinzessin von Reuß. Berlin(Eig. Bericht). Die Sowjetunion strebt, wie aus Berliner Konferenzkreisen verlautet, ein„Aontinentaleuropa“ an, das aus Sowjetrußland, Frankreich und Deutschland gebildet werden soll, wobei die Vereinigten Staaten und Großbritannien ihre Positionen in Europa raumen müßten. Ein wiedervereinigtes Deutschland, so betonen die Sowjets, dürfe auf keinen Fall in einem antisowjetischen Sicherheitssystem aufgerüstet und damit zum Partner einer gegnerischen Koalition werden. Dieser Plan Molotows dürfte die sowjetische Sicherheitskonzeption für Europa umfassen. Da er die Gefahr einer Bolscnewisierung Deutschlands und damit ganz Europas näherrückte, wird er von den Westmächten abgelehnt. Im„Kontinentaleuropa“ russischen Musters hätte die Sowjetunion das absolute Übergewicht. Der Vorschlag Molotows, der nächste Woche unterbreitet werden soll, wird ein weitgehendes Angebot für die Wiedervereinigung Deutschlands enthalten. Diese Chance wird zudem nur für den Fall geboten, daß der Westen der sowjetischen Forderung auf„allgemeine Entspannung und Sicherheit“ entgegenkommt. Erst wenn diese „Vorfragen“ geklärt sind, will Molotow zur Diskussion der Bildung einer„provisorischen gesamtdeutschen Regierung“ und gesamtdeutscher Wahlen übergehen. In dem Vorschlag Molotows sind auch Einzelheiten zur Erweiterung des Interzonenhandels und des Verkehrs zwischen den beiden Teilen Deutschlands enthalten. Auch Frankreich lehnt ab In westlichen Kreisen weist man darauf hin, daß es der Sowjetunion in der Hauptsache darauf ankommt, die USA aus Europa herauszumanövrieren. Das sei die alte sowjetische Taktik, die praktisch darauf hinaus laufe. Europa für den KommunisPlan zur Bolschewisierung „Kontinentaleuropa“ aus Sowjetrußland, Frankreich und Deutschland angestrebt MOLOTOW„FRISST“ KILOMETER Der sowjetische Außenminister Molotow fährt in einem beängstigenden Tempo durch die Straßen Berlins. Zuerst legte er die drei Kilometer lange Strecke vom Kontrollratsgebäude zur Sowjetbotschaft in drei Minuten zurück, jetzt braucht er nur noch zwei Minuten. Unser Bild zeigt Molotows Wagen in voller Fahrt. 40 Millionen Dollar geerbt Aussprache über Deutschland begann Besprechung der sowjetischen Wünsche auf nächste Woche verschoben Berlin(dpa). Trotz anfänglichen Einspruchs Molotows, der auf Behandlung des Punktes 1 der Tagesordnung drängte, wurde schließlich gestern auf der Berliner Viererkonferenz doch mit der Beratung der Deutschlandfrage begonnen. Der britische Außenminister Eden legte einen Plan zur Wiedervereinigung vor, den wir an anderer Stelle wiedergeben. sollten. Diese Entschließung bedeutet praktisch, daß die Abrüstung der Abrüstungskommission der Vereinten Nationen überlassen bleiben soll. Keine deutschen Vertreter Militär kontrolliert Syrien— Heftige Kämpfe bei Hanoi 40 Millionen Dollar werden zwei kleine Jungen aus armen Familien erben, die dieser Tage von Frau Muriel Rockefeller-McCormack, der Enkelin des Olmnagnaten Rockefeller, adoptiert wurden. Die Herkunft der Kinder wird geheimgehalten. Die syrische Armee übernahm gestern in den westlichen Provinzen Aleppo, Harna, Homs, Damaskus und dem Drusengebiet die Kontrolle. Lebhafter Kanonendonner ist seit 24 Stunden in Hanoi, der Hauptstadt Tonkings, zu hören. 15 Kilometer nördlich und 20 Kilometer südlich der Stadt wird heftig gekämpft. Der ehemalige Sultan von Marokko ist gestern auf der Insel Madagaskar gelandet. Allerdingé ist dies noch nicht sein endgültiger Exilort. Das Kolmarer Appelationsgericht wird seinen Beschluß über eine etwaige Haftentlassung Dr. Ernsts in einer Woche fassen. 110 000 Jugendliche im Alter von 14 bis Jahren sind im Vorjahr aus der ctzone in die Bundesrepublik geDer Ministerpräsident von Kaschmir bezeichnete gestern das Bündnis seines Landes mit Indien und Neu-Delhi als vollständig und endgültig. Pakistan habe kein Recht, eine Volksabstimmung in Kaschmir zu fordern. Die Ausrufung des Streiks in Paris hat nur wenig Gefolgschaft gefunden. Nahezu alle Metro- und Autobuslinien waren normal in Betrieb. Der Vorschlag der indischen Regierung, die UNO-Vollversammlung zur Erörterung der Koreafrage für den 8. Februar einzuberufen, hat nicht genügend Unterstützung gefunden. Die Tschechoslowakel verfügt gegenwärtig nicht über genügend Kohle und elektrischen Strom. Die Bergarbeiter werden deshalb von der Regierung zu höheren Leistungen und zu Sonderschichten aufgefordert. Der kanadische Ministerpräsident St. Laurent trifft am 10. Februar zu einem Besuch der Bundesregierung in Bonn ein. Das höchste schwedische Gericht entschied in Stockholm, daß das deutsche Pflegekind Monika Müller seinen deutschen Eltern zurückgegeben werden muß. Das Kind war nach dem Kriege bei einer schwedischen Familie in Pflege gegeben worden. Die Außenminister sind nach einer län- sondern auch über die anderen Wünsche geren Aussprache, wobei Bidault eine der Sowjetunion zu verhandeln. In der von Entschließung zur Abrüstungsfrage Bidault vorgeschlagenen Entschließung einbrachte, übereingekommen, in der kom- hieß es, daß die vier Großmächte ihre Bemenden Woche„hinter verschlossenen Tü- mühungen mit denen der Abrüstungskomren“ nicht nur über die Fünferkonferenz mission der Vereinten Nationen verbinden Eden-Plan für Wiedervereinigung Freie Wahlen sollen in ganz Deutschland garantiert werden Berlin(dpa). Der britische Außenminister Eden brachte gestern auf der Viermächtekonferens einen Plan für die Wiedervereinigung Deutschlands in Freiheit vor. Er sieht freie Wahlen in gans Deutschland, Einberufung einer Nationalversammlung, Ausarbeitung einer Verfassung, Bildung einer gesamtdeutschen Regierung und Abschluß eines Friedensvertrags vor. Während und nach den Wahlen sollen arbeitet wurden, berücksichtigt werden. Sicherheiten gegeben werden, um die freie Im Wahlgesetzentwurf müßten BestimAusübung des Wahlrechtes zu gewähr- mungen für die Garantie der Wahlfreiheit leisten. Die Wahlen sollen so überwacht enthalten sein. werden, daß diese Sicherungen aufrecht- Für die Kontrolle der Wahlen sieht der erhalten bleiben und die Wahlen ordnungs- britische Plan eine Kontrollkommission in gemäß vor sich gehen können. ganz Deutschland vor. Alle Wahlzettel Das Wahlgesetz soll nach dem Eden- müßten in örtlichen Wahllokalen in GePlan von den vier Besatzungemächten vor- genwart von Vertretern der Kontrollkombereitet werden. Dabei würden die Wahl- mission gezählt und geprüft werden. Der gesetze, die vom Deutschen Bundestag und Kommission sollten Vertreter eller vier von der Sowjetzonen-Volkskammer ausge. Mächte angehören. Molotow schlug gestern vor, deutschen Vertretern der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik Gelegenheit zu geben, ihre Ansichten vor den Außenministern darzulegen. Die drei westlichen Außenminister lehnten diesen Vorschlag ab. Die nächste Sitzung der Außenminister findet am heutigen Sonnabend statt. Wie wird das Wetter? Frostwetter Über Skandinavien setzt sich wieder ein Hochdruckgebiet durch, an dessen Süd- und Östflanke erneut kalte Festlandluft nach Mitteleuropa vordringt. Vorhersage für Sonnabend: Mäßige Winde aus Ost bis Nordost. Dabei gelegentlich etwas bewölkt, aber keine nennenswerten Schneefälle. Erneut Frostverschärfung. Weitere Aussichten: Fortbestand des Frostwetters. Prag umbuhlt die Sudetendeutschen USA und Benesch sollen Sündenböcke sein— Tschechische Wirtschaft in einer Sackgasse Die in Österreich lebenden Sudetendeutschen sind von einer merkwürdigen Unruhe erfaßt worden. Schuld daran ist der Wiener Innenminister Helmer, der aus gewissen Anzeichen erkannt haben will, daß sich in Prag ein bemerkenswerter Umschwung in der Einstellung gegenüber den Deutschen im allgemeinen und den Sudetendeutschen im besonderen anbahnt. Helmer stützt seine Ansicht u. a. auf einen Artikel in dem Prager deutschsprachigen Gewerkschaftsblatt„Aufbau und Frieden“, das in seiner letzten Ausgabe die aufsehenerregende Forderung erhob, die Regierung müsse die Gewaltmethoden untersuchen, die bei der Austreibung der Sudetendeutschen in den Nachkriegsjahren angewandt wurden. Die Relhenfolge G. St. Am Ende der ersten Konferenzwoche drängen die westlichen Außenminister auf eine baldige Behandlung der Deutschlandfrage. Sie sind nicht abgeneigt, sich später mit den Delegierten aus Peking an einen Tisch zu setzen und Wege zu einer Entspannung zu suchen, in die auch der Ferne Osten einbezogen wird. Aber nur deshalb hätten sie nicht nach Berlin zu kommen brauchen. Berlin ist heute gleichbedeutend mit der deutschen Spaltung und mit ihrer Auswirkung auf die Beziehungen zwischen West und Ost. Wir leben hier im Westen. Und aus unserer Sicht erscheint es logisch, wenn Dulles, Eden und Bidault in Übereinstimmung mit Adenauer eine feste Vorstellung von der Reihenfolge der Etappen haben, in der die beiden deutschen Gebiete wiedervereinigt werden sollen: freie Wahlen, verfassunggebende Nationalversammlung und gesamtdeutsche Regierung. Am Anfang sollen freie Wahlen stehen. Die Sowjets haben dagegen Bedenken, nicht etwa, weil sie erkannt haben, daß die SED oder die KPD hierbei schlecht abschneiden würden. Sie möchten vielmehr schon heute wissen, ob eine gesamtdeutsche Regierung automatisch ein Faktor der westlichen Verteidigung und damit eine zusätzliche Bedrohung der Sowjetunion würde. Der Kreml sagt: wie kommen wir dazu, die Sowjetzone zu räumen, nur damit die EVG morgen auf den Westufern der Oder und Neiße die Rohre ihrer Atomkanonen gegen die russischen Garnisonen richten kann? Je nüchterner Westdeutschland die Argumente der großen Gegenspieler abwägt, um so leidenschaftsloser wird es den Erörterungen über die Wiedervereinigung zu folgen vermögen. Auch die Sowjets empfehlen freie Wahlen, eine gesamtdeutsche Regierung, volle Handlungsfreiheit und sogar eine deutsche Nationalarmee, aber nur dann, wenn vorher, also jetzt in Berlin, beschlossen würde, daß ein wiedervereinigtes Deutschland sich weder einem östlichen noch einem westlichen Blocksystem anschließen darf. Damit würde Gesamtdeutschland ein neutraler Staat. Die Bundesregierung vertritt demgegenüber den Standpunkt, daß ein von alliierten Garnisonen geräumtes Deutschland ständig bedroht wäre, und daß es die Rote Armee geradezu einladen könnte, in Mitteleuropa einzufallen und bis zum Atlantik vorzustoßen. Würde Deutschland der Europaarmee die einkalkulierten 500 000 Soldaten verweigern, dann würden die USA sich aus Europa zurückziehen, und das würde u. a. bedeuten, daß die amerikanische Wirtschaft an Investitionen in Europa nicht mehr interessiert wäre. Die europäische Vormachtstellung würde von England und Frankreich an die Sowjetunion abgetreten werden, und damit wäre das Schicksal des Abendlandes besiegelt. Die Behandlung der deutschen Frage wird also nur dann eine Aussicht auf den erhofften Erfolg haben, wenn die Sicherheitsprobleme des Westens und des Ostens sich aufeinander abstimmen lassen. Damit, daß die westlichen Außenminister Herrn Molotow in allen Tonarten versichern, daß ihre Verteidigungssysteme keine aggressiven Absichten verfolgen, können sie von der Sowjetunion nicht den Druck nehmen, den die globale Umklammerung schon heute ausstrahlt. Umgekehrt ist die russische Abrüstungsbereitschaft noch niemals über Lippenbekenntnisse hinausgekommen. Erst die westlichen Verteidigungsorganisationen haben den Völkern Westeuropas die Sicherheit gegeben, daß sie nicht ohne weiteres überrannt werden können. Der Westen stützt sich auf das Wahlergebnis des 6. September und auf den Aufstand am 17. Juni. Der Östen spekuliert darauf, daß die meisten Deutschen sich der ganzen Tragweite— westliche Integration oder Neutralität— nicht bewußt sind. Und deshalb fordert er, daß west- und ostdeutsche Delegationen zu den Erörterungen über die Wiedervereinigung hinzugezogen werden. Der Westen ist dagegen; denn er weiß aus jüngster Erfahrung, daß die Situation dadurch nicht erleichtert, sondern nur noch erschwert würde. Nur die großen Mächtegruppen vermögen die Schlagbäume an der Zonengrenze zu beseitigen. Schon in den letzten Monaten kamen aus Prag Meldungen, die eine Kursänderung gegenüber den Deutschen erkennen ließen, die noch in der Tschechoslowakei leben. Aufforderung zur Rückkehr? In Dux und Brüx wurden deutsche Bergarbeiter wegen ihrer vorbildlichen Arbeitsleistung nicht nur amtlich gelobt. sondern auch mit Orden bedacht. In den Schulen wurde den deutschen Kindern Unterricht in der Muttersprache zugestanden, deutsche WochenzeitunHolland erobert Neuland Amsterdam.(Korr.) Bis 1957 wird der Zuider-See ein weiteres 48 000 Hektar großes Teilstück fruchtbaren Neulandes entrissen werden. Dieses Teilgebiet, der sogenannte Oosterpolder, soll den Namen„Fleveland“ erhalten. Den Oosterpolder wird ein 90 Kilometer langer Deich einschließen, von dem bereits 40 Kilometer fertiggestellt sind. Insgesamt will Holland durch Eindeichung der Zuider-See in fünf Teilabschnitten 220 000 Hektar Nculand gewinnen. Eingedeicht und bereits in landwirtschaftlicher Bearbeitung sind 68 000 Hektar. gen, natürlich stark rot eingefärbt, kamen heraus, und der Prager Rundfunk räumte seinen deutschen Sendungen, die zunächst nur für das Ausland bestimmt waren, erweitere Sendezeiten ein. Bahnt sich tatsächlich ein Umschwung an? Machen sich Anzeichen dafür bemerkbar, daß vielleicht mit einer Rückkehr jener Sudetendeutschen zu rechnen ist, die nach Prager Maßstäben„unbelastet“ sind? Berlin.(dpa) Ein„Ausschuß für deutsche Einheit“ beim Sowjetzonen-Ministerrat unterbreitete in- und ausländischen Korrespondenten gestern eine„Dokumentensammlung“, mit der bewiesen werden soll, daß„der Geist der SS in der Bonner Regierung körperliche Gestalt angenommen hat“. Die 124 Seiten starke Sammlung wurde auf einer Pressekonferenz in Ostberlin verteilt. Der Sowjetzonen-Staatssekretär Norden (SED) behauptete, daß die Bundesregierung, die SS und die Soldatenverbände eng verschworen seien. Die Bundesregierung sei zu einem„Zentrum des alldeutschen Chauvinismus“ geworden. Der Ausschuß sei in der Lage, den Korrespondenten exakt mitzuteilen, daß im Bundesgebiet bisher 15 Divisionen unter Waffen stünden. Norden behauptete, eine Reihe von Bundesministern seien entweder Angehörige der SS oder anderer nationalsozialistischer Formationen in hohen Stellungen gewesen. Bundesminister Oberländer habe den Rang eines SA-Hauptsturmführers gehabt. Bundesminister Kraft sei ebenfalls SA-Hauptsturmführer gewesen und habe danach den Rang eines „Majors“ der SS gehabt. Bundesinnenminister Schröder sei seit 1933 Mitglied der Nazipartei. Bundesminister Preusker bei der SS Referent für Rassen- und Sicherheitsfragen gewesen. Es ist außerordentlich bemerkenswert, daß die Prager Regierung bereits einen Sündenbock für die Vertreibung der Deutschen gefunden hat: den ehemaligen Staatspräsidenten Benesch. Er habe die rigorose Ausweisung keinesfalls auf Verlangen Moskaus durchführen lassen, wie in der westlichen Welt immer behauptet werde, sondern— man hôre und staune! — im Auftrage der Amerikaner, damit die tschechoslowakische Wirtschaft zum Erliegen komme. An diese sehr merkwürdig klingende Behauptung knüpfte der Sprecher der Regierung die Bemerkung. die Deutschen könnten von nun an mit einer toleranteren Haltung der Tschechen rechnen. Noch immer Trümmer Diese späten Erkenntnisse, zu denen man auf dem Hradschin gekommen ist, lassen deutlich erkennen, daß Prag in einer Sackgasse steckt. Neun Jahre nach Kriegsende steht man immer noch vor den Trümmern. in die man 1945 in überschäumender Begeisterung die gut über die Hamburg.(dpa) Das Frostwetter hält nach Ansicht der Meteorologen des Seewetteramtes Hamburg im Bundesgebiet auch übers Wochenende an. Vereinzelt sei mit Schneerali zu rechnen. Ein Kaltluftzustrom aus Nord-Rußland bestimmt zur Zeit die Witterung. Süd- und Mitteldeutschland verzeichneten in der Nacht zum Freitag Temperaturen zwischen minus 12 und 14 Grad. In Nordwestdeutschland wurden zwischen 8 und 11 Grad unter Null gemessen. Auf der Zugspitze herrschten minus 17 Grad. Von Bundesminister Schäffer sagte Norden, er habe sich schon 1933 zu Adolf Hitler bekannt. 1946 sei Schäffer von der amerikanischen Militärregierung als„UltraNationalist“ bezeichnet worden. Die Vergangenheit dieser Bundesminister sei identisch mit ihrer politischen Tätigkeit in der Gegenwart. Ottawa.(Korr.) Die kanadischen Behörden haben dem ehemaligen Führer der Schwarzen Front, Dr. Otto Strasser, einen Ausweis für Staatenlose ausgestellt, damit er Kanada verlassen kann. Ein kanadischer Regierungssprecher begründete diese Maßnahme damit, daß für Strasser bisher nicht die Möglichkeit bestand, Reisedokumente eines anderen Landes zu erhalten. Auf diese Weise werde ihm die Möglichkeit gegeben, Vereinbarungen mit irgendeinem Lande zu treffen, das er besuchen wolle. Die Nachrichtenagentur Canadian Press meldet, aus Strassers Wohnort Paradise in Neuschottland, Dr. Strasser bemühe sich um ein Schweizer Visum, um seine Familie besuchen zu können, die er Katastrophe gekommene sudetendeutsche Industrie verwandelt hatte. In Prag war man damals überzeugt, daß es ein Leichtes sein müsse, Tschechen an die Stelle der Deutschen zu setzen, deren Fabriken seit 1919 die Grundlage der tsechischen Ausfuhr waren. Diese Überzeugung trog binnen kürzester Frist. Kein„Neusiedler“ aus der Slowakei oder aus Karpato-Ukraine war in der Lage, auch nur einen Glasofen. einen Webstuhl oder eine Spindel zu setzen. Die Fabriken und Werkstätten verödeten, die Steuereinnahmen sanken in erschreckendem Maße, von einem Export war überhaupt keine Rede mehr. In dieser Tatsache scheint der Kern des Pudels zu stecken, den Prag jetzt an der amtlichen Leine spazierenführt. Man spürt die wirtschaftliche Katastrophe auf sich zukommen. Man fühlt sich von den Weltmärkten ausgeschaltet, man merkt immer mehr, daß man nur noch ein Anhängsel der sowjetischen Kolchosenwirtschaft ist. Aber zur Umkehr ist es vermutlich schon zu spat. Das Sudetenland von heute ist ein sach- und fachgemäß angelegter Trümmerhaufen, unter dem kaum noch ein Hälmchen der Hoffnung sprießt, man könne alles ungeschehen machen, indem man die Schuld dem toten Benesch in die Schuhe schiebt. Die vertriebenen Sudetendeutschen werden gut daran tun, die Meldungen von dem Umschwung im Prager Denken mit gebotener Skepsis aufzunehmen. Der heilige Wenzel auf der Karlsbrücke. trägt immer noch einen roten Mantel. Durch das anhaltende Frostwetter hat sich das Treibeis auf dem Mittelrhein verdichtet. Bei der Lorelei erreichten die Eisschollen gestern vormittag Größen zwischen einhundert und vierhundert Quadratmeter. Ein Eisbrecher hält die Fahrrinne für die Rheinschiffe frei. In den meisten Teilen Europas hat allerdings die Kältewelle etwas nachgelassen. In London stieg die Temperatur gestern zum erstenmal wieder auf null Grad. In der Nacht wurden aber in einigen Gegenden Großbritanniens noch bis zu 15 Grad Kälte gemessen. Teile der britischen Küste sind vereist. In Schottland ist ein junger Schäfer erfroren aufgefunden worden. An der Seite des Toten war sein Hund. An der japanischen Nordküste tobte am Donnerstag ein furchtbarer Schneesturm, bei dem neun Fischerboote sanken. Mindestens 37 Fischer sind ertrunken, 94 Boote werden noch vermißt. Vulkan-Verfahren eingestellt Karlsruhe.(dpa) Im Zusammenhang mit der Vulkanaktion gegen östliche Agenten im April vorigen Jahres hat der Oberbunseit 15 Jahren nicht gesehen hat. Strasser bezeichnete die Ausstellung des Ausweises für Staatenlose als den„ersten Sieg in der langen Schlacht um die Rückkehr nach Deutschland“. Er könne jetzt einen Antrag auf Einreisegenehmigung in die Bundesrepublik stellen, habe aber kaum Hoffnung, daß diesem Antrag stattgegeben werde. Strasser, der 1930 mit Hitler gebrochen hatte, war von den Nationalsozialisten ausgebürgert worden. Nach dem Kriege wurden alle Anträge auf Wiedereinbürgerung vom Bundesinnenministerium abgelehnt. Das Landesverwaltungsgericht von Nordrhein-Westfalen hatte im April 1953 einer Klage Strassers stattgegeben und festgestellt, daß das Bundesinnenministerium ihn antragsgemäß wieder einbürgern müsse. Die Meinung der anderen. Bequeme Krankheit Schweizer Weltwoche Die Welt hat sich bel der Krankheit Deutsdilands, seiner Teilung, lange Zeit recht bequem befunden. Die Ostzone liessen wir die unglüchelidie Ostzone sein. Im Westen hatten wir es, anstatt eines nervösen, großmannsüchtigen, von inneren Parteikämpfen aufgewüllten großen Deutsdiland mit der zivilisierten, hodivernünftigen, eleganten Bonner Republike zu tun. Das wurde anders werden, sollte je die Ostzone versdiwinden. Berlinistuicht Bonn. Das„rote Sadsen" bleibt das rote Sachsen, auch wenn es antikommunistisch ist. Ein geeintes Deutsdiland, ginge auch die Vereinigung mit rediten, freien Dingen zu, würde doch etwas ganz anderes sein als einfach eine vergrößerte Bundesrepublik. Das ist es, was heimlich alle fürehten. Russen und Franzosen und die kleinen europäischen Staaten in Ost und West. Darum sina un Grunde die wenigsten so ganz leidenschaftlich für die Wiedervereinigung. Man tutbloß so in der Annahme, daß die andere Seite sie schou verkindern werde. Früher oder später wird aber die Vereinigung Deutschlands dodh kommen. Frülier oder später wird der Westen dann seiner eigenen größeren Attraktionskraft vertrauen müssen und dem guten Genius der Deutsdien: daß sie nicht den gleichen Unfug madien werden wie vor 20 und 30 Jahren. Dafür gibt es keine Garantie. Selbst die Europäisce Verteidigungsgemeinschaft ware keine sidiere Garantie, denn da, wo man eintritt, kann man audi wieder austreten und sich so oder so aus dem Staube madien. Jede edite Lösung des deutschen Probleis wird gefährlich für Rußland und gefährlich für den Westen sein, eben weil sie darin besteht, die Deutschen ihre Probleme selber lösen zu lassen. Nur die Scheinlösungen, die Teilungen, sind zunachst ungefährlich. Aber sie sind gegen die Natur, sie haben keine Dauer. desanwalt gegen den kaufmännischen Angestellten Kever aus Homberg(Niederrhein) beim Bundesgericht Anklage wegen Beihilfe zum versuchten Landesverrat erhoben. Das Verfahren gegen den Kaufmann Brannekämper, Bonn, den Fotografen Dollmaier, Stuttgart, Walter Sebald. Hofheim(Taunus), und den Fuhrunternehmer Wallbaum, Braunschweig, ist eingestellt worden. „Revolutionäre Reformpläne“ Königstein.(dpa) Der Sicherheitsbeauftragte der Bundesregierung. Blank. berichtete in Königstein über„revolutionierende Reformpläne“, die er und seine Mitarbeiter für den Aufbau einer deutschen Verteidigungstruppe innerhalb der EVG ausgeabeitet haben. Er sagte, der„Zopf des Kommißgeistes“ werde überall abgeschnitten. Künftige deutsche Öffiziere sollten auf europäischen Öffiziersschulen ausgebildet werden. Die meisten der 1500 heute in Deutschland lebenden Generale seien zu alt für ein neues Kommando. Blank sprach sich gegen Freiwilligenverbände aus und befürwortete die Wehrpflicht. Der Kraftfahrer von Serajewo Hof.(dpa) Unter den Heimkehrern, die in der Nacht zum Freitag aus dem tschechoslowakischen Lager Großkunzendorf in die Bundesrepublik gebracht wurden, befand sich auch der 75jährige Franz Urban. Er fuhr 1914 den Wagen, in dem Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gattin in Serajewo einem Attentat zum Opfer fielen. Und unten heulten die Wölfe Rom.(ANSA) Vier Stunden lang mußte der Gemeindevorsteher des Abruzzendörfchens Monte Ferrante in schneidender Kälte auf einem Baum zubringen: unten heulten zwei hungrige Wölfe. Sie hatten ihn angegriffen, als er auf seinem Motorrad nach Hause fuhr. Es nützte ihn nichts, daß er die Geschwindigkeit erhöhte. Die Wölfe waren schneller als er. Kurzerhand kletterte er auf einen Baum und rief um Hilfe. Erst nach vier Stunden befreiten ihn Nachbarn aus seiner ungemütlichen Lage. Pankower Giftmischerei gegen Bonn „Geist der SS in der Bundesregierung“ Frost auch übers Wochenende Kältewelle hat allerdings etwas nachgelassen Strasser darf Kanada verlassen Er will versuchen, nach Deutschland zurückzukehren Meines Yatois PFFERDE EIN ROMAN VON CLEMENS LAAR COPYRIGHT BEI ADOLF SPONHOLTZ VERLAG, HANNOVER 00000000000000000000000 64. Ich hätte aufstehen müssen und ihm den Arm um die Schultern legen sollen. Warum tat ich es nicht? Mit dem Mitleid des Reichen begriff ich jetzt ihn, den Armen. Er hatte nicht genug geliebt und war zur Einsamkeit verdammt. Er trug den Fluch eines ungelebten Lebens. Ich wollte aufstehen, in dem Augenblick sagte Rittinghaus heiser:„Es ist gut, daß du da bist, Kaspar, aber vielleicht wäre es besser gewesen, du wärst ein oder zwei Tage später gekommen. Morgen...“ Was konnte mich noch treffen? So fragte ich ruhig:„Was ist morgen?“ „Morgen, Kaspar, kommt der Regierungsdirektor von der deutschen Abwicklungsstelle für die Reparationskommission. Er kommt zur Abrechnung. Immerhin bekommst du einen Haufen Geld. Die Republik ist nicht kleinlich.“ Sor „Ja. Auch der kaiserliche Fiskus hat anständig bezahlt. Du bist ein reicher Mann geworden, Kaspar. Wenn du morgen einmal in die Bücher siehst.. Ich mußte auflachen, aber es klang nicht gut. „Ich bin demnach so etwas wie ein Kriegsgewinnler.“ Der Gnom starrte bekümmert über sein ungeleertes Sektglas auf mich. „Es gibt dir immerhin die Möglichkeit zu einem Neubeginn, Kaspar. Und dann. da ist noch eines. Die fünf letzten Mutterstuten werden morgen auch abgeholt. Du wirst die Stutbuchscheine unterschreiben müssen und die Abfindungsbestätigung und.. „Kannst du das nicht erledigen, Konsul?“ „Nein. Ich werde nicht da sein“ Ich nahm auch das ohne Erstaunen und ohne Bewegung hin. Nun gut, er würde nicht da sein. Dann fühlte ich aber, als er eine etwas weitschweifende Erklärung über die Gesamtliquidation seiner Auslandsunternehmungen und die Abschlußverhandlungen über seine Schadenersatzforderungen in Berlin erzählte, daß er noch irgend etwas Drängendes auf dem Herzen hatte. Er sah mich auch so absonderlich an. „Ich werde ziemlich lange auf Reisen sein, Kaspar. Es ist mir mit einigen Mühen gelungen, einen kleinen Teil meiner Forderungen in einige gesunde Wechsel auf Zürich umzuwandeln.“ „So, so. Und den Rest läßt du auf der Bank liegen. Es muß trotz allem eine recht hübsche Summe sein.“ „So ist es, Kaspar. Und ich werde sie in sicheren Staatspapieren anlegen. Allerdings wird es lange Zeit dauern.“ „Doch nicht etwa für mich“, brachte ich hervor, weil mich sein Gesichtsausdruck irritierte. „Nein, nicht für dich.“ Elgentlich nur, um abzulenken, fragte ich weiter: „Und wegen der Züricher Transaktion willst du in die Schweiz?“ „Ja, das auch. Das Geld ist für die Erziehung von Jürgen bestimmt. Aber in der Hauptsache will ich ihn wiedersehen.“ „Wer ist Jürgen?“ fragte ich mechanisch. Der Gnom stand auf: „Jürgen“, sagte er und seine Stimme zitterte ein wenig.„Jürgen ist dein Sohn.“ Damit ging er, ohne sich noch einmal umzusehen. Ja, mein Junge, so war das, und es hat keinen Zweck, wenn ich versuchen wollte, mit hergebrachten Worten zu schildern, was damals, im Rest jener Nacht, in mir vorging. Alles in jenen verwunschenen, so grauenhaft trauervollen und so tief glücklichen Stunden, alles in dieser Nacht, in der sich magisch mein Leben schloß, war so jenseits üblicher Begriffe und Worte. Es entzog sich fast den Gedanken. Es war nicht so, daß der gute alte Gnom etwa zornig oder empört war, höchstens fürchtete er ein wenig für uns beide, und es war schon gar nicht so, daß mich vielleicht ein Gefühl der Scham oder der Schuld belastet hätte. Hatte ich etwas an dir versäumt, Jürgen? Hatte ich schon eine Vaterpflicht vernachlässigt? Was warst du mir denn bis zu diesem Augenblick? Nichts, gar nichts. Du warst ein paar Wochen und Monate hindurch der gedankliche Niederschlag von ein paar Zeilen in Briefen, und zum Schluß warst du eine Mitteilung auf einer Karte, wie das Rote Kreuz sie in die Gefangenenlager vermitteln durfte. Genau so viel und nicht mehr, und es ist nicht verständlich, daß dieser blasse Schemen, der du mir nur sein konntest, mit dem Rest des Menschen in mir forgewischt und betäubt wurde, als die furchtbare Mitteilung kam? Jürgen ist dein Sohn! Mit diesem einen Satz gingen mir jetzt auch die Tore nach vorn auf. Alles war nun Einheit. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. * Es war noch ziemlich früh, als ich zum Fohlenhof zurückkehrte. Mara hatte mich gefunden und geweckt. Wenzel Parkuhn wartete ohne jedes Erstaunen bereits mit dem Frühstück. Es ging mir ein wenig nahe, als ich erfuhr, daß er inzwischen den Gnom zur Babn gebracht hatte. Ich hätte ihm so gerne etwas... etwas für meinen Jungen mitgegeben. Irgend etwas. Vielleicht die Schlipsnadel mit dem goldenen Fohlenkopf... „Hat der Herr Konsul etwas für mich hinterlassen?“ „Herzliche Grüße“, sagte Parkuhn in seinem breiten und harten Baltisch,„und ich soll gut für Herrn Rittmeister sorgen, und Herr Rittmeister sollen zusehen, möglichst schnell wieder in den Sattel zu kommen.“ Ich lächelte mechanisch, aber ich fühlte mich bedrückt. Es war nichts Absonderliches an dieser Bestellung, aber sie erschien mir merkwürdig. Nach keinen zehn Tagen war jedoch auch dies klar. Der Gnom Rittinghaus würde nie mehr zurückkehren. Den selbstgesetzten Auftrag in Zürich hatte er noch ausführen können, deine Erziehung, mein Junge, hatte er bis zu deinem vierzehnten Lebensjahr gesichert. Das war aber auch alles. Bei den Verhandlungen in Berlin ereilte ihn ein Gehirnschlag, und unter fremden Menschen starb er. Sein Urteil, das er tragen mußte, hieß nicht nur einsames Leben, sondern auch einsames Sterben Ja und das viele Geld, das er uns hinterließ, das war ebenso wie mein Kriegsgewinn eines Tages davongeblasen. Zerflattert zu einem nichts. Bedeutungslos, nicht mehr vorhanden. Das Ergebnis eines ganzen Männerlebens voll der großartigsten Leistungen. All dies wußte ich zum Glück in dieser ersten Vormittagsstunde eines neuen Lebens nicht. Es war gut, denn es kam jetzt noch ein schlimmer Augenblick, und wenn auch er sich sinnvoll erwies in der großen Rundung dieser Tage, er trieb mich noch einmal hart an den Rand eines Absturzes — sawissermaßen in letzter Sekunde— und ich brauchte die letzte Unze meiner Fassung, diesen Augenblick zu überstehen. Als ich ein Auto vor der Auffahrt hörte, trat ich zum Fenster und sah ohne besondere Bewegung hinaus. Aus einem offenen Mercedes, dem man seine Vergangenheit in einem Heereskraftfahrzeugpark oder im kaiserlichen Automobilkorps trotz seiner schwarzen Lackierung noch ansah, kletterte behäbig, aber mit bewußter Würde ein Herr, den ich nur zu gut kannte. Er trug ein grauseidenes Plastron zu einem zurückhaltenden dunkelgrauen Sakko, eine weiße Seidenbordüre unter der Weste, Regenschirm und Melone. Kurzum, er trug die vorschriftsmäßige Uniformierung eines diplomatischen Würdenträgers dieser Tage. Das Einglas von früher war durch eine gemäßigte dunkle Hornbrille ersetzt. Udo von Rost! Ich zweifelte keinen Augenblick, daß er mit dem avisierten Regierungsdirektor identisch war, und das stellte sich dann auch sogleich als richtig heraus. Der schöne Udo hatte hatte sich auf einer Linie reservierter Herzlichkeit festgelegt: (Fortsetzung folgt) Adele Sandrock unterhielt sich während Filmaufnahmen angelegentlich mit einem kleinen Mädchen, das eine winzige Nebenrolle zu spielen hatte.„Fertigmachen zur Aufnahme!“ rief der Regleassistent. Aber die Sandrock war so sehr mit ihrer kleinen Freundin beschäftigt, daß sie die Aufforderung glatt überhörte. Der Regisseur, der an diesem Tage ohnehin schon bei schlechter Laune war, rief verärgert:„Verflucht nochmal, wo bleibt denn die alte Sch.aube?“ Prompt kam die Antwort der Sandrock: „Beim alten Eisen. Ich bin heute Mutter!“ 19. Jahrgang— Nummer 25 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzelger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Kroisblatt im Kreise Olpe Samstag, den 80. Januar 1954 Verbindung Münsterland-Sauerland Sauerländischer Gebirgsverein legt neue Wanderwege an Wiener Sängerknaben Heute Gastspiel im Oberlyzeum Olpe. Heute werden die Wiener Sängerknaben in unserer Stadt weilen und am Abend in der Aula des Oberlyzeums ein Konzert geben, mit dem ein Singspiel verbunden ist. Es ist erforderlich, daß sich alle Konzertbesucher rechtzeitig zu der um 20 Uhr beginnenden Veranstaltung einfinden. Vorher kann die Garderobe abgegeben werden. Jllustrierte Programme sind im Saal für 30 Pfg. zu haben. Da sämtliche Plätze verkauft sind, können auch vor Beginn der Veranstaltung an der sonst üblichen Abendkasse keine Karten mehr abgegeben werden. Jedes Bemühen in dieser Hinsicht ist zwecklos. Dringend gebeten wird, die Plätze nicht eigenwillig zu wechseln. Am Haupteingang des Oberlyzeums werden die Karten kontrolliert. Nur diejenigen erhalten Zutritt, die eine Eintrittskarte besitzen. Um einen rechtzeitigen Beginn des Konzertes zu gewährleisten und der Veranstaltung einen reibungslosen Verlauf zu sichern, möge sich jeder Konzertbesucher an die obigen Angaben halten! Olper Stadtspiegel Schützt die Wasseruhren! Nachdem schon mehrere Wasserzähler innerhalb des Stadtgebietes eingefroren und unbrauchbar geworden sind, machen die Stadtwerke darauf aufmerksam, daß für alle, durch Frostschäden entstandenen Reparaturen an Wasserzählern die Hausbesitzer oder deren Vertreter haften. Bei Nerven- und Kopfschmerzen wirkt Togal vorzüglich. Wenn sich Togal im Inund Ausland millionenfach bewährt hat, können auch Sie es vertrauensvoll kaufen. Machen Sie noch heute einen Versuch! DM 1.25. Zur Einreibung das ausgezeichnete Togal-Liniment! DM 3,—. In allen Apoth. Der Imkerverein Olpe hält am Sonntag um 10 Uhr in der Landwirtschaftsschule seine Jahreshauptversammlung ab. Der Kath. Männer- und Arbeiterverein hält am Sonntag um 17 Uhr im kleinen Schwanensaale eine Versammlung ab. Eine gefährliche Situation entstand gestern vormittag als ein hiesiger Lkw durch die schmale Kirchgasse fuhr und in die Straße„Auf der Mauer“ einbiegen wollte. Es gelang ihm nicht, die rechtwinkelige Kurve zu nehmen. Das Fahrzeug Olpe. Wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit Uebertretung der Straßenverkehrsordnung verurteilte das Schöffengericht einen Angeklagten zu 250 DM Geldstrafe. Sein Führerschein wurde für ein Jahr eingezogen. Der Angeklagte war mit einem Krad im Stadtbezrk von A. mit so hoher Geschwindigkeit gefahren, daß das Krad, als der Angeklagte zum Bremsen gezwungen war, schleuderte. Eine Passantin wurde von dem schleudernden Rad erfaßt und zu Boden geworfen, wodurch sie lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Nur mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten sah das Gericht von einer Gefängnisstrafe ab. Er betrog, um Schützenfest zu feiern Ein Angeklagter wurde vom Amtsgericht wegen Betruges zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Einem HolzhändKluge Haustfrauen kaufen Wäsche jetzt so preiswert im Winter-Schlußverkauf bei„K.& E.“: Küchenhandtücher DM 1,38 1,25 0,85 Rohnessel, 80 cm breit, Ia Wäschequalität m DM 1,08 0,98 Haustuch, 160 cm breit, rohweiß, erstklassige unverwüstliche schwere Qualität m jetzt DM 2,85 Frotté-Hundtücher Stück jetzt ab DM 1,28 Wäschegarnituren in besonders schöner, solider Ausführung in allen Größen jetzt DM 3,65 Posten Damast-Tischtücher, 130/160 mit ganz geringen Schönheitsfehlern Stück DM 5,50 Kebbekus& Elbach, Olpe lief über die Mauer hniaus und hing mit den Vorderrädern über die obere Böschung. Man muß es schon als Glück bezeichnen, daß der Wagen nicht abstürzte. Er hatte einen Masten und ein Gartengeländer umgerissen. Um den Lkw wieder flott zu machen, hatte man viele Stunden angestrengt zu tun. 113 621 Studierende an 65 Hochschulen. Das Statistische Bundesamt gibt bekannt: Im Sommersemester 1953 wurden an den 65 Hochschulen des Bundesgebietes 113 621 Studierende(darunter 19 483 Frauen) gezählt. Von diesen entfielen 77 404 auf Universitäten, 25 639 auf Technische Hochschulen und 10 578 Studierende auf sonstige Hochschulen. Gegenüber dem Sommersemester 1952 hat die Gesamtzahl der Olpe. Donnerstagnachmittag trafen sich wieder einmal unsere Olper Stadtväter zu einer öffentlichen Beratung im Sitzungssaale des Rathauses. Der Saal gefällt in seiner heutigen Aufmachung: auch kann man mit der neuen Sitzverteilung nach der letzten Kommunalwahl einverstanden sein. Lediglich beim sog Pressetisch gibt es ständig„Reibung“ und zwar mit dem Rücken der zunächst sitzenden Stadtverordneten; ganz abgesehen davon, daß beim besetzten Hause an dieser Stelle kein Weg passierbar ist. Eine kleine praktische Aenderung könnte nichts schaden! Das Kollegium, das vom Bürgermeister J. Müller begrüßt wurde, trat sofort in die Beratungen ein. Die Niederschrift der letzten Sitzung fand eine kleine Beanstandung, die im Protokoll berichtigt wird. Zu Punkt 2: Einführung der Zweigstellensteuer wies Stadtdirektor Habbel darauf hin, daß die Stadt durch ihre schwierige Finanzlage gezwungen sei, alle verfügbaren Steuerquellen auszunützen. Daraufhin stimmte das Kollegium dem Vorschlag des Haupt- und Finanzausschusses zu, die Zweigstellensteuer durch Erhöhung des allgemeinen Hebesatzes der Gewerbesteuer von 275 Prozent auf 357 Prozent ab 1. April 1954 einzuführen. Der Ertrag der Zweigstellensteuer wird auf mindestens 7500 DM jährlich geschätzt. Ueber die Aenderung des Baugebietsplanes referierte Stadtbaumeister Loeser. Die Stadtverordneten gaben ihre Zustimmung ler hatte er 30 bis 40 Fichtenstämme verkauft unter der eidesstattlichen Versicherung, daß er Eigentümer des Bestandes sei. Um ein Schützenfest feiern zu können, ließ sich der Angeklagte eine Anzahlung geben. Der Betrug wurde jedoch rechtzeitig aufgedeckt. Der Holzhändler ist um 150 DM geschädigt worden. Handtücher entwendet Eine Putzfrau war vor dem Schöffengericht wegen schweren Diebstahls angeklagt. Sie hatte aus einem Waschraum drei Handtücher und eine geflickte Arbeitshose entwendet und die Sachen mit nach Hause genommen. In dem Raum waren aber auch Handtücher aus verschlossenen Spinden gestohlen worden. Die Angeklagte befand sich ferner im Besitze von zwei Handtüchern, die in verschlossenen Spinden aufbewahrt wurden. Ein Einbruchsdiebstahl konnte ihr jedoch nicht nachgewiesen werden. Das Gericht verurteilte daher die Angeklagte nur wegen einfachen Diebstahls zu 40 DM Geldstrafe. Blutprobe verlangt und bestraft Das Amtsgericht diktierte in einem weiteren Falle einem Angeklagten wegen Trunkenheit am Steuer drei Wochen Haft zu. Dieser hatte, obwohl er ein Kraftfahrzeug fuhr, mehrere Wirtschaften aufgesucht und Alkohol getrunken. In der letzten Wirtschaft traf er mit einem Polizeibeamten zusammen. Der Beamte untersagte dem inzwischen angetrunkenen Kradfahrer die Weiterfahrt, der jedoch seine Trunkenheit bestritt und eine Blutprobe verlangte. Daß diese für den Angeklagten nicht günstig ausfallen konnte, hätte er sich vorher überlegen sollen. Ohne Führerschein. Unfall Weringhausen. Am Montag, gegen 16 Uhr, stießen in der Kurve der Provinzialstraße zwischen Weringhausen und Frettermühle beim Ueberholen zwei Motorradfahrer zusammen. Außer leichtem Sachschaden erlitt nur einer der Fahrer geringe Verletzungen. Ein Fahrer besaß keinen Führerschein. Studierenden sich nur gering, nämlich um 1682 Personen, erhöht. Die Zahl der Ausländer, die wieder etwas zugenommen hat, betrug 3330 Studierende. Die Aufgliederung der Studierenden nach Fachrichtungen läßt erkennen, daß die Abnahme bei der allgemeinen Medizin und die starke Zunahme bei den Wirtschaftswissenschaften und den technischen Fachrichtungen, Maschinenbau und Elektrotechnik sowie Berg- und Hüttenwesen auch weiterhin anhalten. „Wellfleesch“-Essen. Heute findet im Schwanensaal wieder ein echt schlesisches „Wellfleesch“-Essen statt, das von den Heimatvertriebenen veranstaltet wird. Für Stimmung wird der Urberliner Paulchen Gramsch sorgen. Hohes Alter. Oma Clement. An der Eichhardt, wird heute 85 Jahre alt. Die Altersjubilarin ist geistig und körperlich sehr rüstig und an den Tagesereignissen lebhaft interessiert. Der langjährigen treuen Leserin unserer Heimatzeitung die herzlichsten Glückwünsche! Wir gratulieren nachträglich Frau Regina Schmid geb. Clemens, wohnhaft Vellmickestraße 45, welche gestern ihr 74. Lebensjahr vollendete. zu den vorgeschlagenen Aenderungen, die wir noch an anderer Stelle bekanntgeben werden. Der Beschluß hat zur Folge, daß der Baustellenplan einige Abänderungen der bisher vorgeschriebenen einbzw. zweistöckigen Bauweise in den betreffenden Straßen erfährt und daß außerdem weitere Gebiete in den Bauplan aufgenommen werden. Man will damit Ausnahmegenehmigungen vorbeugen, bzw. diese stark verringern. Die Reglerung muß allerdings zuvor noch zu dem neuen Plan ihre Zustimmung geben. Ausdrücklich wurde darauf aufmerksam gemacht, daß nun jeder, bevor er bauen will oder ein Baugrundstück erwirbt, sich aus dem Plan unterrichten läßt, ob auch sein Bauvorhaben an der betreffenden Stelle im gewünschten Sinne durchgeführt werden kann. Straßenbenennungen Die dem Kollegium unterbreiteten Vorschläge wurden ohne weiteres akzeptiert. Auf Vorschlag des Heimatvereins wurde für den s. Z. mit„Am Finkenhagen“ bezeichneten Wegeteil, an dem die Häuser Paul und Hubert Kebbekus stehen, jetzt die Bezeichnung„An den Klippen“ gewählt. Die von der Hakemicke nach links abzweigende Straße, die bisher noch keinen Namen hatte, wird— ebenfalls auf Vorschlag des Heimatvereins— künftig „Engelhardt-Straße“ heißen; so benannt nach dem bedeutendsten Bergmeister der Rhonarder Bergwerke und Mitbesitzer der Kupferwerke an der Rhonard, Caspar Engelhardt aus Olpe. Um die Olpebachregulierung fertigzustellen, wurde nunmehr auch der IIb-Abschnitt, nämlich die Regulierung bis zur Fohrt genehmigt und die Aufnahme einer entsprechenden Anleihe beim Lande gutgeheißen. Der Aufwand für die Gesamtregulierung des Olpebaches beläuft sich nach einem von Stadtdirektor Habbel gegebenen Bericht auf rund 100 000 DM. Hierbei fällt aber für die Stadt Olpe, wie der Bürgermeister hervorhob, besonders ins Gewicht, daß etwa 90 Prozent(!) dieser Summe durch Zuschüsse und verbilligte Anleihen gedeckt sind. Die Stadt erfährt mithin nur eine Olpe. Vom Oberkreisdirektor wird folgendes mitgeteilt: „Die Verkehrsregelung in der Westfälischen Straße in Olpe war schon mehrfach Gegenstand der Erörterung bei den verschiedensten Stellen. Ich habe nunmehr nach Anhörung aller beteiligten Stellen eine Regelung getroffen. Der von der Stadtvertretung gegebenen Anregung, ein Halteverbot auf beiden Fahrbahnseiten anzuordnen, kann nicht in vollem Umfange entsprochen werden, da hierdurch eine Be- und Entladung vor zahlreichen Geschäftshäusern unmöglich gemacht wird. Eine allgemeine Erlaubnis durch Anbringung von Zusatzschildern für das Be- und Entladen au den Halteverbotsschildern ist rechtlich nicht zulässig und würde ebenso wie die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für die Anlieger dem Sinn und Zweck des Halteverbots widersprechen Nach eingehender Ueberprüfung der Möglichkeiten bei den einzelnen Anliegern habe ich für die rechte Fahrbahnseite stadteinwärts ein Halteverbot verfügt. Sämtliche Geschäftshäuser auf dieser Straßenseite haben eine Zufahrtsmöglichkeit über die Winterbergstraße, oder die Möglichkeit, durch Ausnutzung des neben dem Hause gelegenen Hofraumes als Parkplatz ohne Behinderung des Straßenverkehrs ihre geschäftlichen Belange zu wahren. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite treten vor allem bei den Geschäftshäusern zwischen Marktplatz und Schützenstraße Schwierigkeiten auf, da hier vielfach Abstell- und ZuAus dem Saucrland. Auf der Bezirkstagung des„Bezirks Haar“ im Sauerländischen Gebirgsverein, die in Hamm stattfand, wurde der Plan erortert, bis zur Bezirkssternwanderung am Himmelfahrtstage, die nach Oberaden und Kappenberg führen soll, zwei Wanderwege anzulegen. die Münsterland und Sauerland miteinander verbinden. Die Bezirkstagung wurde geleitet vom Vorsitzenden, Studienassessor Buschmann (Westick). Er konnte aus den verschiedenen Abteilungen ces Bezirks Haar zahlreiche Vertreter begrüßen und gab dann einen Bericht über die vielseitige Arbeit des Sauerländischen Gebirgsvereins im abgelaufenen Jahr. Die Abteilungsvorsitzenden berichteten anschließend über Wanderungen und Fahrten von 1953. Nach der Kassenprüfung und Entlastung fand eine rege Aussprache über die Planungen und Vorhaben in diesem Jahre statt. Dabei wurde die Anlage der zwei Wanderwege, die Münsterland und Sauerland miteinander verbinden sollen, beschlossen. Für den Vogelschutz wollen die Abteilungen sich in den Monaten Februar und März durch den Vertrieb von Nistkästen besonders einsetzen. Die Tagung gab allen Wanderfreunden des Bezirsk die Gewißheit, daß im neuen Jahre der SGV alles tun wird, die Gedanken von Wandern, Heimatliebe und Naturschutz an die Oeffentlichkeit, besonders aber auch an die Jugend heranzutragen. Trommlerkorps Heggen Heggen. Die Mitglieder des Trommlerkorps trafen sich zur Jahresversammlung im Lokale J. Wilmes. Vorsitzender Teipel erstattete den Jahresbericht, der von einem guten Ausbildungsstand des Korps Kenntnis gab. 1953 war das Freundschaftsverhältnismäßig geringe Belastung durch die Olpebachregulierung. Die Zuschüsse hätte Olpe übrigens nicht bekommen, wenn nicht das ganze Projekt der Olpebachregulierung verwirklicht worden wäre. Man möge also in der Bürgerschaft — so wurde erklärt— sachlich über diesen Punkt sprechen und gleichzeitig beachten, daß die Regulierung Unkosten und Verluste durch Hochwasserschäden verhindert und außerdem zur Verschönerung des Stadtbildes beiträgt. Auf Vorschlag des Haupt- und Finanzausschusses wurde einstimmig beschlossen: Der Abschnitt IIb der Regulierung des Olpebaches einschließlich des Günsebachanschlusses soll nach dem vorliegenden Projekt ausgebaut werden. Die mit 35 000 DM veranschlagten Kosten sollen wie folgt aufgebracht werden: a) Beihilfe des Landes 7500 DM, b) Eigenmittel der Stadt aus laufenden Haushaltsmitteln und Darlehn für wasserwirtschaftliche Maßnahmen 17 500 DM. Zur Deckung der Baukosten des ganzen Bauabschnittes II hat das Land ein Darlehn von 32 000 DM zu 2,5 Proz. Zinsen und 5 Proz. Tilgung bei einem Auszahlungskurs von 100 Proz. bereitgestellt. Die Darlehnsaufnahme ist im 3. außerordentlichen Nachtragshaushaltsplan der Stadt Olpe für das Rechnungsjahr 1953 zu veranschlagen. Unter„Verschiedenes“ wurden u. a. die neue Verkehrsregelung in der Westfälischen Straße, Verbesserungen im Weiherohl usw. zur Sprache gebracht. Wir werden darüber noch berichten. fahrtsmöglichkeicen nicht bestehen. Es muß von der Buchhandlung Marx bis zum Hause Loos bei einem Parkverbot(also Be- und Entiademöglichkeit) verbleiben. Die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung halte ich für die Westfälische Straße z. Z. noch'nicht für angebracht. Die Aufstellung der entsprechenden Verbotsschilder wird in Kürze durch die Stadtverwaltung durchgeführt.“ * Die obige Auslassung des OKD wurde bereits in der letzten Stadtverordnetensitzung debattiert. Hierauf zurückzukommen, behalten wir uns vor. Gleichzeitig wurde dem Stadtparlament mitgeteilt, daß die Anwohner der Westfälischen Straße eine Eingabe an den Stadtdirektor und die Stadtverordnetenversammlung gemacht haben. Darin wird zu dem damals noch geplanten und inzwischen verwirklichten Halteverbot in der Westfälischen Straße wie folgt Stellung genommen: „Wie die Ortspresse berichtete, ist behördlicherseits beabsichtigt. für die Westfälische Straße von der Ampel bis zum Amtsgericht ein Halteverbot für Fahrzeuge zu erlassen, um der zunehmenden Verkehrsnot zu steuern. Daß weder die Kraftfahrer noch die Anlieger dieser Geschäftsstraße von dieser Maßnahme entzückt sind, ist allzuverständlich. Die Westfälische Straße Ist nämlich nicht nur eine Durchgangsstraße, sondern hat auch einen erheblichen Zielverkehr aufzunehmen, wovon die Freunde des Halteverbotes wohl keine Kenntnis genommen haben. Ueber spielen aus Anlaß des 30jährigen Bestehens ein voller Erfolg. Die finanziellen Verhältnisse des Korps sind geordnet. Für den von hier verzogenen Kassierer übernahm sein Bruder Theo Hesener die Kassenverwaltung. Dem Korps gehören jetzt 19 aktive Spieler an. Es wurde beschlossen, im Mai den Wettstreit in Plettenberg-Kückelheim zu besuchen. Außerdem will sich das Korps an mehreren vom Lennering veranstalteten Freundschaftsspielen beteiligen und die im vorigen Jahre besuchten Schützenfeste wieder besuchen. Die Proben ruhen seit November, werden jedoch mit der warmen Jahreszeit wieder aufgenommen. Sie finden im Musikzimmer der Schützenhalle jeden Sonntag morgens oder nachmittags statt. An die musikbegeisterte Jugend ergeht der Appell, sich dem Korps anzuschließen. Die Turner haben viel vor Generalversammlung des Turnvereins Altenhundem. Ideale Zusammenarbeit herrscht im hiesigen Turnverein, der am Samstagabend seine Generalversammlung abhielt. Vorsitzender Dr. Hugo Schneider begrüßte besonders das Ehrenmitglied H. Stutte und ermahnte dann alle Anwesenden, auch im neuen Jahre den Turngedanken hochzuhalten, damit weitere Fortschritte erzielt werden, können, wie sie bisher zu verzeichnen waren. Wie gut man mit dem Volksturnen hier vorangekommen ist, ging aus dem anschlieBenden Jahresbericht des Geschäftsführers Schulte hervor. Die turnusgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Ira neuen Jahre wollen die Turner an sämtlichen Lehrgängen teilnehmen. Weiter wollen sie den Länderkampf Deutschland-Schweiz in Dortmund besuchen. Ferner sind vorgesehen eine Maiwanderung, der Götzwandertag und die Teilnahme am Gillerbergfest und am Bundesturnfest in Hagen. Im Laufe des Sommers soll ein Gartenfest mit Turnvorführungen auf Müllers Kamp steigen und im Herbst das traditionelle Stiftungsfest. Einige Turner werden sich außerdem an der Fahrt zum Internationalen Turnfest in Rom beteiligen. Elspe. Die Gemeindevertretung bewilligte der Ortsgruppe des VdK zur Ausschmückung des Ehrenfriedhofes eine einmalige Beihilfe in Höhe von 120 DM. ein stellenweises Parkverbot für diese Straße läßt sich reden; ein Halteverbot ist indessen viel schwerwiegender und die Interessen der Anlieger erheblich schädigender. Es besteht die Gefahr, daß man hier das Kind mit dem Bade ausschüttet. Eine von jeglichem Halteverkehr befreite Straße wird— dies ist ein weiteres zu berücksichtigendes Moment— von vielen Kraftfahrern als eine Rennbahn angesehen. Die Gefahren, die sich daraus für die übrigen Verkehrsteilnehmer ergeben, liegen auf der Hand. Halteverbote sind keine Allheilmittel für Verkehrsengpässe. Das hat man auch in Großstädten erfahren müssen, wo solche Verbote wiederholt aufgehoben wurden, nachdem sich in der Praxis die Nachteile erwiesen hatten. Eine Flut polizeilicher Protokolle war die erste unerwünschte Folge Die betreffenden Kraftfahrer erklärten unumwunden, daß sie künftig die unfreundliche Stadt meiden würden; sie sehen die erlassenen Verbote als Schikane an. Man sollte sich den Erlaß solcher Verordnungen sehr reiflich überlegen, nur im alleräußersten Notfall dazu schreiten. Dieser Notfall ist u. E. hier nicht gegeben. Man hat auf den Marktplatz als Parkplatz verwiesen. Es dürfte allgemein bekannt sein, daß dieser an zwei Wochentagen Marktzwecken dient, mithin als Parkplatz nicht zur Verfügung steht. Am Kurkölner Platz ist die Lage eine ganz andere. Dort kann ständig geparkt werden. Die Unterstadtgeschäftswelt hat wenig unter Park- noch Halteverbot zu leiden; zudem ist die Straßenbeleuchtung im Gegensatz zur Westfälischen Straße hervorragend. Wir wollen keine Gegensätze hervorheben, sondern nur schlicht feststellen, daß man einen so bedeutenden Geschäftsstadtteil nicht durch übereilte Verkehrsmaßnahmen den Lebensnerv beschneiden darf. Der geschäftliche Schaden, welcher sich durch eine solche Verordnung ergeben würde. ist unübersehbar. Das Geld dieser Steuerzahler ist schließlich ebenso gut wie das der anderen.“ Streiflichter aus dem Ölper Gerichtssaal Die leidige Motorradraserei Olper Stadtväter am grünen Tisch Nur klelne Tagesordnung, aber lebhafte Debatte bel„Verschiedenes Verkehrsproblem- verschieden gesehen Aufstellung von Verkehrszelchen in der Westfällschen Straße macht schlank u. hölt gesund aut natirl. Wane. giot ein jugendliches und frisches Aussefm schafft remes Blut und reine Haut ist gut Ländlicher Beratungsdienst Kreis Olpe. Der Beratungsdienst für ländliche Hauswirtschaft, z. Z. in Iseringhausen(Post Olpe, Volksschule) hat für die Zeit vom 1. bis 6. Februar folgenden Wochenplan herausgegeben: Montag. Von 15 bis 18 Uhr nähen und weben.„Die gute Arbeitskleidung“. Besprechung. Von 19 bis 22 Uhr kochen die Berufstätigen.„Wir backen nach Grundrezept“. Dienstag. Von 9 bis 13 Uhr ist Kochen für die Gruppe I. Festliche Gerichte. Nähen von einfachen Kleidungsstücken. Von 15 bis 17 Uhr„Wie ernähren wir Säuglinge und Kleinkinder?“. Von 20 bis 22 Uhr Landjugendabend. Tägliche Fragen, singen und spielen. Mittwoch. Von 9 bis 13 Uhr kochen die Schulkinder. Von 15 bis 17 Uhr ist Schlachtlehrgang. Theoretische Besprechung mit praktischen Vorführungen, Rerepteverteilung. Donnerstag. Von 9 bis 10 Uhr Vorführung der Bügelmaschine. Von 15 bis 18 Uhr ist Kochen der Gruppe II. Festliche Gerichte. Um 20 Uhr Lichtbildervortrag: Schönes Wohnen! Freitag. Von 9 bis 13 Uhr ist Kochen. Vielerlei aus Hefeteig. Von 15 bis 18 Uhr ist Kaffeetafel für die Frauen mit Lichtbildervortrag und anschließender Diskussion. Eine kleine Umlage für Kaffee und Kuchen wird erhoben. Herr Strotkötter gibt in der angegebenen Woche Anleitung für die Selbstherstellung von Legenestern und Futtergeräten für den Hühnerstall. Das neue, hervorragend wirksame Mittel bei nervösen Herzbeschwerden Altersbeschwerden (Altersherz) Anomalem Blutdruck Nervenschwäche Regipan-Drageessindbestensempfohlen zur Herzstärkung, Nervenberuhlgung sowie zur Normalisierung von zu hohem oger zu niedrigem Blutdruck. Auch kann Regipan Hilfe bringen bei nervösen Herzzuständen, Übererregbarkeit, Schwindelgefühl, Mödigkeit, Störungen in den Wechseljahren oder nervöser Schlaflosigkeit. Regipan verbessert die Ernährung des Herzmuskels, dämpft die nervöse Unruhe und verhilft zu Frische und Leistungsfähigkeit. Regipan verdient Vertrauen! Angenehme Anwendung, unschädlich. In allen Apotheken. DM 3.60. Togal-Werk München 27. Gesenkte Kaffee-P 20% u.mehr d. Vort. v. Kaftee etc Aust. Anl: Neyer-Mitd, Bremen, Postl. aller Merken zur Probe Ins Hous. 2 Jehre Garantle, alle Musikinstrumente a. Tellzhlg Schreiben Sle an MUSIK-VEIT. Dieringhausen/Rhid. DIE KATHOLISCHE EHE Aerztliche Vertretung Am 31. Januar in Olpe: Dr. Fertmann, Auf der Fohrt(Tel. 640). Die Vertretung — bei Verhinderung des Hausarztes— beginnt am Samstag um 13 Uhr und endigt am Montag um 7 Uhr. Bereitschaftsdienst der Apotheken Dienstbereit ist in Olpe sonntags und nachts ab Samstag. dem 30. Januar, um 19 Uhr, die Martinus-Apotheke(Telef. 9797). Um Jahre jünger dunh Körper von ionen heraus und gibst Unen die Schwung iwer Vegend zered. Es ermeunst Ahren und den eletfischen ... Uncteltwom tonn befolg. im Borvf durch EIO RAN, die Gehirn- und Nervennohrung von esctaunlicher Wiekongebraft. Reformhaus SCHWIRKMANN Olpe, jetzt am Markt Gottesdienste Sonntag, den 31. Januar 1954 Katholischer Gottesdienst St. Martinus-Pfarrei Olpe: 6 Uhr. 6.45 Uhr und 8 Uhr hl. Messen; 9 Uhr Schulmesse; 10 Uhr Hochamt; 11.15 Uhr letzte hl. Messe; 14 und 18 Uhr Andacht. Evangelischer Gottesdienst Olpe: 9.30 Uhr Hauptgottesdienst in Olpe; 10.45 Uhr Kindergottesdienst in Olpe; 10 Uhr Gottesdienst in Drolshagen; 11 Uhr Kindergottesdienst in Drolshagen; 15 Uhr Gottesdienst in Heid.— Donnerstag: 16 Uhr Frauenhilfe in Olpe. Grevenbrück: 9 Uhr Gottesdienst mit anschl. Feier der Beichte und des hl. Abendmahles; 10.25 Uhr Kindergottesdienst.— Montag: 19 Uhr in Tiefensiepen Bibelstunde.— Dienstag: 20 Uhr in Grevenbrück Bibelstunde.— Mittwoch: 15.30 Uhr in Bilstein Frauenhilfe; 20 Uhr in Grevenbrück Jungmännerabend.— Donnerstag: 20 Uhr Mädchenkreis. Altenhundem-Meggen: 9.30 Uhr in Altenhundem; 10.45 Uhr Kindergottesdienst; 20 Uhr Männerabend. Finnentrop. Die Bereitschaft des DRK ruft alle Jugendlichen, Frauen und Männer zur Teilnahme an einem Lehrgang für „Erste Hilfe“ auf. Der Lehrgang beginnt heute um 20 Uhr im Unterrichtsraum im Bahnhof. = Gratisprobe vermittelt Dr. Rentschler& Co., Laupheim 53 b/Württ. 4 Mit Olivenöl u. 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Der Verein zur Förderung der Hochzucht des Rotbunten Niederungsviehs im Kreis Olpe hält seine Jahreshauptversammlung am Montag, dem 1. Februar, um 14.30 Uhr im Hotel Biggemann(Finnentrop) ab. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1 Kassen- und Jahresbericht, 2. Entlastung des Vorstandes, 3. Bericht über die Bullenstationen, 4. Vortrag von Landw.-Rat Büenfeld(Münster) über„Neuzeitliche Rindviehfütterung“, 5. Verschiedenes. Der Vorstand trifft sich um 14 Uhr zu einer Besprechung im Frühstückszimmer. Überholverbot soll Verkehr sichern Keine Geschwindigkeitsbegrenzung Im Amte Bilstein SpVg Olpe hat hoffnungsvolle Zukunft Mannschaftsgeist und Sportkameradschaft ist entscheidend Olne. Von einem alten Sportfreund der SpVg Olpe wurden wir gebeten, folgenden Artikel zu veröffentlichen: Mit den drei Auswärtsspielen, die in Langenau, Menden und Meinerzhagen gewonnen wurden, wird sich unsere I. Mannschaft nun am Sonntag zum erstenmal im neuen Jahr auf dem Kreuzberg vorstellen. Dank der guten Kameradschaft und des guten Trainingsbesuches, sind weitere Erfolge zu erwarten. Erfreulich ist dabei die Feststellung, daß sich unsere Spieler ihrem Trainingsleiter Walter Volmer fügen und ernst an sich arbeiten! Die Mannschaft kann mit Ruhe in die Zukunft sehen, denn außer E. Bayer, der morgen wahrscheinlich mit von der Partie Ist, stehen bereits talentierte Nachwuchsspieler für die erste Mannschaft zur Verfügung. Mit Neuzugängen ist ebenfalls zu rechnen. Im Augenblick sind zwar noch Notlösungen erforderlich, die aber trotzdem zum Erfolg führen können, weil elf Spieler auch elf Freunde sind! Es war eine Lederwaren sind besonders preiswert im Winter-Schlußverkauf Große Auswahl Niedrige Preise Beste Qualität Im führenden Fachgeschäft für Lederwaren (. Josef Harnischmacher OLPE An der Ampel Freude, in den letzten Auswärtsspielen die Mannschaft spielen zu sehen, wie sie sich ganz einsetzte und einer für den anderen einsprang, wenn es nôtig war. Ueberall wurde ritterlich um Sieg und Punkte gekämpft. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß sich innerhalb der Elf eine Umwandlung vollzogen hat. In diesem Geiste werden Sieg und Niederlagen mit Anstand hingenommen werden können. Leider sind immer noch Auswüchse auf den Sportplätzen festzustellen. Meist geben die gereizten Zuschauer den größten Anlaß dazu. So kam es am letzten Sonntag bei den abstiegsbedrohten Meinerzhagenern auch wieder zu sehr unliebsamen, unsportlichen Vorfällen. Damit ist aber einem Verein nicht gedient, sondern man fügt ihm nur großen Schaden zu! S—r. * Zum Schluß des eingereichten Artikels appelliert der Verfasser an die Sportinteressenten der Kreisstadt, ihre Mannschaft durch regen Besuch der Spiele zu unterstützen und ihr den wichtigen Rückhalt zu geben. Die Zuschauer sollen nicht enttäuscht werden, denn ein gesunder Sportgeist rechtfertige die Leistungen der I. Mannschaft der Spielvereinigung. Kirchveischede. In der letzten Gemeinderatssitzung, über die wir bereits berichteten, stand noch folgendes zur Beratung: Die Anwohner der Portestraße in Bilstein wünschen eine ordnungsmäBige Kanalisation. Zur Beseitigung der dortigen untragbaren Verhältnisse soll ein Kostenanschlag gemacht und im Rahmen eines Gesamtentwurfs der Kanalisation ein Landesdarlehn und ein Beihilfe beantragt werden. Der Antrag eines Hausbesitzers an der Hauptstraße in Bilstein auf Kanalanschluß soll in diesem Gesamtprojekt geregelt werden. Ein Kirchveischeder Einwohner, der im sog. Altenhof ein Eigenheim errichten will, wünscht den Anschluß seines Grundstükkes an die gemeindeeigene Wasserleitung. Bürgermeister Freitag wird mit Gemeindevertreter Schnütgen und Amtsbaumeister Kleinert diese Angelegenhei regeln. — Zum Antrag des Verkehrsvereins Bilstein auf Wiedereinführung der Geschwindigkeitsbegrenzung— 40km/std.— in den geschlossenen Ortschaften der Gemeinde, teilte Bürgermeister Freitag die Stellungnahme des Straßenverkehrsamtes mit, wonach das Landesstraßenamt nicht den Standpunkt vertrete, daß dadurch die Verkehrsunfälle abnehmen würden. Vorgeschlagen sei ein Ueberholverbot innerhalb eines Ortes. Auch der anwesende Amtsdirektor Rettig wies darauf hin, daß die Innenminister der Länder sich mit der Frage der Geschwindigkeitsbegrenzung befaßt haben. Die Aufhebung derselben sei in Angleichung an das internationale Verkehrsrecht erfolgt. Das Ansteigen der Unfallkurve sei nicht auf die Aufhebung der Geschwindigkeitsbeschränkung zurückzuführen. Mit dem von der Kreisverwaltung erteilten Bescheid sei der Antrag der Verkehrsvereine als abgelehnt zu betrachten. Wichtig für Vertriebene Kirchhundem. Nach dem Bundesvertriebenengesetz ist die Ausstellung von neuen Flüchtlingsausweisen, die auf besonderen Antrag ausgestellt werden, erforderlich geworden. Die alten Flüchtlingsausweise verlieren ihre Gültigkeit. Alle Flüchtlinge, die noch nicht im Besitze des neuen Flüchtlingsausweises sind, werden gebeten, den Antrag bei der Amtsverwaltung — Vertriebenenamt— in Kirchhundem zu stellen. Antragsvordrucke können bei der obenbezeichneten Dienststelle oder bei der Gemeindeverwaltung in Altenhundem abgeholt werden. „Ein Herz spielt falsch" Neuer D.IK-Vorstand Kreisvorstand tagte in Drolshagen Droishagen. In Anwesenheit von Präses Vikar Kiwitt(Dortmund) und Verbandspressewart H. Wahle(Gelsenkirchen) tagte am vergangenen Sonnabend der Kreisvorstand der DJK Olpe im Kolpingsheim in Drolshagen, um die Rechenschaftsberichte der einzelnen Fachwarte entgegenzunehmen, Jahresrückschau zu halten, Planungen für das kommende Jahr zu treffen und die Neuwahl des Vorstandes durchzuführen, der sich wie folgt zusammensetzt: Vorsitzender Lehrer Wißner, Ottfingen; Pressewart R. Schröber, Eichen; Geschäftsführer R. Albus, Hünsborn; Fachwarte für Tennis R. Albus, Hünsborn, und J. Eichert, Ottfingen; Fachwart für Leichtathletik Lehrer Belke, Germinghausen. Vikar Kiwitt und Pressewart H. Wahle berichteten u. a. von den vorbereitenden Planungen anläßlich der Delegiertentagung Olpe. Großem Interesse begegnet der Film„Ein Herz spielt falsch“, der nach einem Roman in„Hör zu!“ gedreht wurde und gegenwärtig im hiesigen Filmtheater läuft. Hauptdarsteller sind die begabte Schauspielerin Ruth Leuwerik und O. W. Fischer. Ihr Spiel ist fesselnd, künstlerisch hervorragend und packend. Das Drehbuch zu diesem Film schrieb Erna Fentsch, die Musik Werner Eisbrenner. Die Regie führte Rud. Jugert. Die Handlung spielt in unserer Zeit und hat viele menschliche Ansätze, die jedermann in ihren Bann zie- der Film, der die Geschichte einer moderhen. Für Jugendliche unter 16 Jahren ist nen Ehe behandelt, nicht freigegeben. und des Verbandssportfestes in Hamm, wo 6000 Sportler aus dem In- und Auslande erwartet werden. Die Vorstandssitzung fand mit dem Segen in der Kirche einen würdigen Ausklang. Familienfeier des MGV Kickenbach. Viele denken noch gern an die frohen Stunden bei der letztjährigen Familienfeier des MGV Kickenbach zurück. Bel dem morgigen Familienfest um 17 Uhr in der Schüztenhalle wird es ebenso munter zugehen. Alle aktiven und passiven Mitglieder, sowie deren Angehörigen sind eingeladen. Es wird ausdrücklichst darauf hingewiesen, daß Kinder nicht zugelassen werden. Der Eintritt ist frei. Saalhausen plant Karnevalszug Saalhausen. Auch in diesem Jahre soll hier wieder ein großer Karnevalszug im Mittelpunkt des Karnevalstreibens stehen. Zu diesem Zweck hat für heute Abend der Elferrat die Vorstände der örtlichen Vereine und alle, die am Karnevalszug interessiert sind, zu einer Besprechung um 20 Uhr im Gasthof Voß eingeladen. Volkstümliches Konzert Gerlingen. Der Musikverein Gerlingen veranstaltet morgen um 20 Uhr im Saale der Gastwirtschaft Avenarius ein volkstümliches Konzert, wozu herzlich eingeladen wird. HEIMATSPORT Jugendauswahlmannschaft spielt gegen Westfalen Kreis Olpe. Der Vorsitzende des KJA (WFV) teilt nach dem Sichtungsspiel am vergangenen Sonntag in Langenau mit, daß im Februar ein Jugend-Auswahlspiel in Meggen stattfindet. Gegner sind die Auswahlmannschaften Westfalen und die Auswahl der Kreise Olpe-Siegen-Wittgenstein. Die Jugendwarte der betreffenden Kreise haben nach dem Sichtungsspiel vom 24. Januar folgende Mannschaft nominiert: Gilbert(Netphen) Zamponie(Netphen), Adam(Kaan-Marienborn), Lütz(Langenau), Ohlig(Niederschelden), Biervert II (Attendorn), Hössl(Meggen), Alfes(Altenhof), Böhne(Grevenbrück). Heide(Langenau), Kreuż(Niederschelden). Ersatz: Biervert I(Attendorn) und Kebbekus(Olpe). Entscheidungsspiel um die Gruppenmeisterschaft Am kommenden Sonntag findet auf dem neutralen Platz in Olpe das Entscheidungsspiel um die Gruppenmeisterschaft der Jugendgruppe II statt. Die beiden punktegleichen Mannschaften aus Drolshagen(Spfr.) und Attendorn stehen sich in diesem interessanten Treffen gegenüber. Der Sieger aus diesem Spiel wird am übernächsten Sonntag gegen den Meister der Gruppe I bereits um die Kreismeisterschaft antreten. Die Jugend aus Attendorn hat berechtigte Aussichten, gegen den bekannten Ehrgeiz der Drolshagener Jugend zu bestehen. Weitere Jugendspiele: SV Hillmicke geg. SpVg Olpe, SV Heggen— Tv Grevenbrück, TuS Halberbracht— VfB Meggen. Langenei. Der Sportverein LangenelKickenbach führt bis zum 14. Februar an den Samstagen und Sonntagen ein Preisschießen im Gasthof Heimes in Langenei durch. — Allerbeste Qualitäten Jeder Preis ein Schlager! Bananen, goldgelbe Ware 500 g DM 0,55 Apfelsinen 6 Stück DM 0,50 Apfelsinen 10 Stück DM 0,75 Nabelfrüchte 4 oder 5 Stück DM 0,50 Zitronen 5 Stück DM 0,42 Zitronen, dicke 5 Stück DM 0,50 Holl. Frischeier, Größe 3 10 Stück DM 1,95 Holl. Kühleier, Größe 1 10 Stück DM 1,75 Belg. Chicorée 500 g DM 0,60 Bratheringe, 6 Stück o. Kopf Kilodose DM 0,90 Bismarckheringe, Rollmops Literdose DM 1,46 Heringe in Gelce Literdose DM 1,50 Halbliterdosen DM 0,90 Haushaltmischung extra Kilodose DM 0,88 Apfelmus, tafelfertig Kilodose DM 0,88 Apfelmus, extra, extra Kilodose DM 1,05 Gemüseerbsen Ia Kilodose DM 1,15 Junge Erbsen Ia Kilodose DM 1,38 Brechbohnen Ia fadenfr. Kilodose DM 1,10 Dickebohnen Ia Kilodose DM 1,48 Feldsalat 125 g DM 0,20 Endiviensalat 1 Kopf DM 0,30 bis 0,50 Albert Feldmann, Olpe Fernruf 515 Aus dem Kreisgebiet Heggen. Um 20 Uhr spricht morgen im Saale A. Wilmes Dr. Groß über„Indien wie ich es erlebte“. Heggen. Am Sonntag um 16 Uhr hält das DRK seine Jahresversammlung im Saale A. Wilmes ab. Heggen. Das Fest der Silberhochzeit begehen am Sonntag die Eheleute Johann Müller und Agnes geb. Berghaus. Unsern Glückwunsch! Heggen. Heute wird Fritz Groß, Sanger Straße, 75 Jahre alt. Dem allseits beliebten und rüstigen Altersjubilar unsern Glückwunsch! Geschäftsstelle verlegt Altenhundem. Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands, Ortsgruppe Altenhundem, hat ihre Geschäftsstelle von Altenhundem nach Siegen verlegt. Ab 1. Februar befindet sich die Geschäftsstelle in Siegen, Jahnstraße 14, Telefon Siegen 4368. Sonntag„Der Biberpelz“ Altenhundem. Für die Kulturgemeinde gastiert im Theatersaal der Sauerlandhalle am Sonntag um 20 Uhr das SchauspielStudio Iserlohn mit der Komödie„Der Biberpelz“ von G Hauptmann, Eintrittskarten sind in der Buchhandlung Wiethoff Drogerie Doré und für die Heimatvertriebenen bei Paul Scheinert zu haben. Altenhundem. Eine Sprechstunde des Haus- und Grundbesitzervereins findet am Montag von 17 bis 19 Uhr im Gasthof Cordes statt. Altenhundem. Der Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten hält am Sonntag um 17 Uhr im Gasthof Max Cordes die Generalversammlung ab. Im Anschluß an die Versammlung ist gemütliches Beisammensein. Kirchhundem. Am Sonntag um 16.30 Uhr findet im Gasthof Cordes die Generalversammlung der Soldatenkameradschaft statt. FILMSCHAU Olpe.„Ein Herz spielt falsch“;„Montana“ (Farbfilm mit Errol Flynn) Attendorn:„Heimatglocken“ Grevenbrück:„Tagebuch einer Verliebten“;„Das Schwert von Monte Christo“ Altenhundem:„Wir sind füreinander bestimmt“ Kirchhundem:„Meine Cousine Rachel“ Meggen:„Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt“;„Nanga Parbat“ Lenhausen. Studienrat 1. R. Josef Rüenaufer vollendete am Mittwoch sein 72. Lebensjahr. Nachträglich unsern Glückprunach. Der Weg zurück ist schwer „Seit 3 Jahren Lin ich ganz allein!“- Arm, einsam oder krank Da stehen in Friedland Frauen des letzten Heimkehrertransportes. Sie haben eine Fülle von Geschenken bekommen, sie haben ihre 300 DM erhalten, sie haben schon eingekauft. Und was tun sie jetzt? Denken sie an die Zukunft, freuen sie sich über die ersten Sachen, die sie als Eigentum besitzen? Sie stehen da und packen Pakete, die sie an ihre Angehörigen in der Östzone schicken.„Sie sollen teilhaben an unserem Glück, sie brauchen es so bitter nötig.“ Auf dem schlichten schwarzen Pullover wirken die weißen, aufgestickten Schneesterne sehr apart.(Modelle: Wiener Strickkunst) Engländer mit Küchenschürzen Pastor wettert gegen Pantoffelhelden—„Die Männer werden hoffnungslos feminin!" Der Jubel der Begrüßung ist verrauscht, das Leben beginnt, es beginnt mit Formalitäten, wie es nun einmal nicht anders sein kann, wenn sie in die Orte kommen, in die sie fahren wollten. Der Verband der Heimkehrer nimmt sich jeder einzelnen an. Polizeiliche Anmeldung, Weg zum Wohnungsamt, wo es eine hohe Punktzahl und damit hoffentlich bald eine Wohnung gibt, der Gang zur Fürsorgebehörde, wo sie abermals 300 DM erhalten, der Weg zum Vertrauensarzt, um die Kriegsbeschädigten-Rente zu sichern. Einladungen von Hotels und Kurorten Schon haben sich auch Frauen auf dem Arbeitsamt nach Arbeit erkundigt. Für sie wird es schwerer sein, etwas zu bekommen, als für die Männer, für die viele Angebote vorliegen.„Gesetzlich können wir nichts tun“, sagt man beim Arbeitsamt, „aber natürlich haben alle unsere Angestellten Anweisung bekommen, sich besonders für diese Frauen einzusetzen.“ Aber so wenig die Männer schon gesundheitsmäßig in der Lage sind, mit der Arbeit zu beginnen, so wenig sind es auch die Frauen. Doch tragen sie dieses Los leichter, sie finden sich schneller in die Verhältnisse, sie sind zufriedener und ruhiger, sie versuchen, erst einmal in das neue Leben hineinzuwachsen. Aber auch sie sind meistens krank und müssen zunächst in Krankenhäuser und Erholungsheime. Bald werden auch die ersten in Kurorte fahren, denn von vielen, vielen Hotels liegen Einladungen vor. Wie jedoch wird es allen diesen Heimkehrerinnen nach einigen Monaten, einigen Jahren ergehen? Wir sprachen mit Heimkehrerinnen, die nun schon lange wieder in der Heimat sind. Haben sie den Weg zurückgefunden, sind sie wenigstens ein klein wenig glücklich geworden? Hat man weiter an sie gedacht und ihnen geholfen? Zu spät für Kriegsbeschädigten-Rente In einer Hinsicht erging es ihnen fast allen schlechter als den jetzt Zurückgekehrten. Sie hatten niemanden, der ihnen half und ihnen sagte, was sie zu tun hatten. So unterließen manche von ihnen den Weg zum Arzt und bekamen infolgedessen keine Kriegsbeschädigten-Rente. Heute ist in dieser Hinsicht nichts mehr zu machen, ihre Krankheiten werden als „Veranlagung“ angesehen, Renten-Anträge werden daraufhin abgelehnt. Und doch zeigen sich bei vielen erst jetzt die Folgen der Gefangenschaft. Das sollte auch die Spätheimkehrerinnen von heute veranlassen, niemals den Weg zum Vertrauensarzt zu vergessen, und zwar muß es innerhalb von 6 Wochen nach der Heimkehr sein. „Bleiben Sie doch noch ein bißchen, bleiben Sie noch, es ist das erste Mal, daß ich Besuch bekomme!“ Frau Elisabeth S., die schon vor 3 Jahren aus Rußland heimgekehrt ist, hat die meiste Zeit bisher in Krankenhäusern verbracht, sie hat einen schweren Herzklappenfehler in der Gefangenschaft bekommen, und immer wieder leidet sie unter schmerzhaften Herzklappenentzündungen. Da sie seit 2 Monaten endlich 183 DM Rente bekommt, hat sie keine materielle Not, aber das ist es schließlich nicht allein, was bedrückend wirkt. Da ist zunächst die Vergangenheit. Unmittelbar vor der Gefangennahme 1945 starb ihr Kind, ihr Mann ließ sie schon 1946 für tot erklären und heiratete 1947 wieder, ihre Eltern sind ebenso wie die Geschwister umgekommen. Das Radio, mein einsiger Freund Sie selbst wird wahrscheinlich nie wieder arbeiten können— und sie ist erst 20 Jahre alt und sieht recht gut aus. Sie hofft, bald wieder aus dem Krankenhaus entlassen zu werden. Dann wird sie in ihr kleines Zimmer irgendwo auf einem Dorf zurückkehren, wo das Rundfunkgerät ihr einziger Kamerad ist. Die 28jährige Frau G., die für 10 DM Monatsmiete mit ihren zwei Kindern einen kleinen Raum in einem Wohnlager innehat, brachte ihren 2½jährigen Sohn mit aus der Gefangenschaft heim. Der Vater ist Deutscher und noch in Rußland. Inzwischen hatte Frau G. in der Fabrik, in der sie Arbeit fand, einen Werkmeister kennengelernt, der sie heiraten wollte. Das zweite Kind wurde geboren, aber für das erste Kind wurde der Rentenantrag abgelehnt, weil Frau G. nicht nachweisen konnte, daß der Vater Deutscher war. Der Werkmeister aber wollte keine zwei Kinder ernähren. Frau G., in deren Heim es sehr ordentlich und sauber aussieht, hat bis vor kurzem noch in der Fabrik gearbeitet, einige Wochen vor Weihnachten wurde sie entlassen. Jetzt macht die ehemalige Lernschwester, die bisher keine Arbeit gescheut hat, Strickarbeiten und verdient sich damit etwas Geld nebenbei. Zu elnem stillen Winterabend, an dem man unter dem milden Schein einer Lampe gemütlich zusammensitzt, gehört auch heute noch in sehr vielen Familien das leise Klappern der Stricknadeln, mit deren Hilfe unter den flinken und geschickten Händen der Frauen ein kleines Meisterwerk entsteht.„Glatt“ oder„verkehrt“ reiht sich Masche an Masche, hie und da wird gezählt, gemessen, probiert, und ehe man sich versieht, sind Socken, Fäustlinge oder ein Pullover fertig. Welche Arbeit in einer solchen Strickerei steckt, weiß oft nicht einmal die Hausfrau selbst abzuschätzen. Oder haben Sie schon gewußt, daß ein Herrenpullover etwa 70 000 Maschen erfordert? Rechnet man dann noch weiter, so wird man darauf kommen, daß eine mittelgute Strickerin pro Minute etwa 36 Maschen zustande bringt— wobei das Muster nicht zu schwierig sein darf—, so daß 32,5 reine Arbeitsstunden zusammenkommen, bis der Pullover fertig ist. 32 Stunden ziemlich angestrengter Arbeit, denn Stricken ist nicht— wie manchmal behauptet wird— eine Art„Erholung“ für die Hausfrau, sondern erfordert einen ziemlichen AufWaschfeste Abziehmonogramme Mit den Frühjahrskollektionen 1954 erhielten westdeutsche Textilkaufhäuser u. a. waschfeste Abziehmonogramme, die sich für Hauswäsche jeder Art eignen und in über 40 Schriftarten nach dem persönlichen Geschmack ausgesucht werden können. Ähnlich wie bei Abziehbildern wird eine Rückenfolie mit einem Imprägnationspräparat bestrichen. Das Monogramm verbindet sich dann in zehn Minuten in roter, blauer, schwarzer oder goldener Farbe mit dem Wäschestoff und ist nur durch Herausschneiden wieder zu entfernen. Wie es Heimkehrerinnen erging Noch immer krank In besseren Verhältnissen lebt Frau R., die bald nach ihrer Heimkehr einen Postbeamten heiratete, der aus erster Ehe einen Sohn mitbrachte. Auch Frau R. hatte schon ein Kind— ihr Mann ist gefallen — und inzwischen haben die beiden noch einen Sohn dazu bekommen. Frau R. leidet sehr stark an Kreislaufstörungen, dennoch mag sie sich nicht verschicken lassen. Sie hält es allein nicht mehr aus, selbst die Zeit, in der ihr Mann nicht daheim ist, bedeutet eine Qual fûr sie. Frau L. hatte das Glück, nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft Mann und Tochter wiederzufinden. Sie ist jetzt 35 Jahre alt, aber sie sieht wie 45 aus. Ihr Mann ist Bauarbeiter, und sie bangt täglich, daß er arbeitslos wird. Auch sie ist krank, aber sie war froh, daß ihre 12jährige Tochter im letzten Jahr für 4 Wochen verschickt wurde. Jetzt ist endlich auch sie an der Reihe. Sie hat den Mut nicht verloren, aber sie möchte einmal in einem Krankenhaus sich von allen Strapazen erholen und sich von Spezialisten gründlich untersuchen lassen. Sie hofft, daß sie doch eines Tages wieder gesund sein wird. Wie man helfen kann Der Verband der Heimkehrer bemüht sich um alle. Er hilft, wo er kann, und sorgt, daß niemand vergessen wird. Aber was alle Heimkehrer und vor allem alle einsamen Heimkehrerinnen brauchen, ist eine tätige Liebe, ein Hineinziehen in einen Freundeskreis, in dem sie sich Gegenwart und Leben neu erobern können und die schreckliche Zeit vergessen wird. G. Herbst. wand an Arbeitsleistung. Die Muskelbeanspruchung beim Stricken ist etwa so groß wie beim Schreiben mit einer Schreibmaschine. Zu langes Stricken kann zu einer Verkrampfung der Rücken- und Nackenmuskulatur führen, in deren Folge dann Kopfschmerzen auftreten. Unentwegten Strickerinnen empfehlen die Ärzte daher, von Zeit zu Zeit eine kleine Erholungspause einzuschalten und Lockerungsübungen durchzuführen. Dennoch hat sich gerade das Stricken wie kaum eine andere Tätigkeit die Zustimmung der Frauen erobert. Ja, es kann — besonders bei älteren Frauen— sogar zu einer richtigen Leidenschaft werden. Sie behaupten dann, ohne die Tätigkeit mit den Stricknadeln gar nicht mehr leben zu können. Nach dem Urteil mancher Psychologen sollen sich strickende Frauen durch eine besondere Verträglichkeit in der Ehe auszeichnen, sie sollen— was eigentlich auf der Hand liegt— auch gute und fürsorgliche Hausfrauen sein. Bei der jüngeren Generation beginnen sich allerdings mehr und mehr die in den letzten Jahren auf den Markt gekommenen, teilweise raffiniert ausgeklügelten Strickapparate durchzusetzen, mit denen man Strickereien in einem Bruchteil der früher dafür benötigten Zeit herstellen kann. Trotzdem werden sie die klappernden Nadeln kaum verdrängen können. Kurios ist, daß gerade die Erfinder der Strickkunst heute von dieser Tätigkeit am wenigsten wissen wollen: die Männer. Ja, ursprünglich waren es die Männer, die sich eifrig dieser Tätigkeit hingaben und daraus einen Beruf ähnlich dem des Schneiders machten. Die ersten Stricker soll es im 13. Jahrhundert in Italien gegeben haben, obgleich Spanien den Ruhm für sich in Anspruch nimmt, Anfang des 16. Jahrhunderts der Menschheit diese Erfindung geschenkt zu haben. Der Engländer hat sich jahrhundertelang eingebildet, ein besonders männliches Exemplar der Spezies Mann zu sein. Damit scheint es nun vorbei zu sein. Wenigstens behauptet das der englische Prediger und Soziologe Pastor Gillion. Er hat einen Feldzug zur Wiederherstellung der männlichen Würde gestartet. Dieser Feldzug sei notwendig, da es allmählich ein Skandal sei, wie schlapp und feminin die englischen Männer geworden seien. Er ruft alle englischen Männer auf, eine Öffensive gegen die Entmännlichung und Verweiblichung des Mannes zu beginnen. Pastor Gillion ist der Ansicht, daß die Küchenschürze bald zu einem„Berufskleid“ des englischen Mannes werde, wenn der bisherigen Entwicklung nicht Einhalt geboten werde. Mehr und mehr Hausfrauenarbeiten würden in England von den Männern erledigt, während die Frauen in ihren Klubs säßen und debattierten. Geschirrspülen, Wäsche, Zimmerreinigen und Kinderpflege werde mehr und mehr zu einem„Ressort“ des Mannes. Es fehle nur noch, daß die Männer sich zu Ammen entwickelten. Der Pastor führt ein Gespräch an, das typisch sei für die gegenwärtige Ehesituation des englischen Mannes:„Was tust du heute abend, John?“—„Ich muß die Kinder baden und zu Bett bringen, James. Und was machst du?“—„Oh, ich muß noch drei Zimmer aufräumen und putzen.“ Der streitbare Pastor appellierte vor allem an die jungen Männer, nicht als„perfektes Hausmännchen“ in die Ehe zu gehen. Leider sei es so, daß die Mehrheit der jungen Männer, die eine Ehe eingingen, richtige Hausfrauentalente mitbrächten, gerade so, als hätten sie Haushaltskurse mitgemacht. Das sei einfach ein Skandal, und so dürfe es nicht weitergehen! Die Männer müßten sich auf ihre männlichen Rechte und ihre männliche Würde besinnen. Und wenn sie ein Mädchen heiraten würden, das bisher sehr viel Zeit in Klubs und Vereinigungen verbracht habe und keine Ahnung von einem Haushalt habe, dann müßten sie darauf dringen, daß sie als Ehefrau ihre Klubverpflichtungen zugunsten des Haushaltes einschränkte. Leider selen die jungen Ehemänner meist zu verliebt, um die Forderung de. jungen Frau nach männlicher Betätigung im Haushalt gleich im Keime zu ersticken. Und wenn der Mann einmal die Küchenschürze angezogen habe, dann bringe er sie nicht mehr aus. Bald werde es vielleicht so weit kommen, daß der Mann nicht nur einem Beruf nachginge, sondern daß er auch noch die ganzen Haushaltsarbeiten erledige. Recht pikant ist übrigens in diesem Zusammenhang, daß in den USA jetzt eine „Vereinigung zur Erkämpfung der Gleichberechtigung des Mannes“ gegründet vurde. Charles Windler Herrenpullover: 70 000 Maschen Stricken, die„Leidenschaft“ der Frauen— Verdrängen Strickapparate die Nadeln? Josephines Menschenschutzverein Ein Interview mit der weltberühmten Sängerin und Tänzerin Josephine Baker Dieselbe Josephine Baker, die in Amerikas exklusivstem Klub, dem„Stork Club“, ihrer dunklen Hautfarbe wegen nicht bedient wurde, der man im Zuge der MeCarthyDämmerung nachsagte, sie sei Kommunistin, nur weil sie sozial dachte und handelte, dieselbe Josephine Baker, der die höchste französische Auszeichnung für Verdienste während des zweiten Weltkrieges verliehen wurde und die vom Papst in persönlicher Audienz empfangen wurde, gründete den Menschenschutzverein.„World cultural Association against racial and religious discrimination“ heißt die von ihr ins Leben gerufene Vereinigung. Wir sitzen uns in der Hotelhalle gegenüber. Am Abend vorher sah ich sie auf der Bühne, war Zeuge davon, wie sie an die Rampe trat und einer Dame, die gerade ihr Opernglas auf sie richtete, zurief: „Aber, Madame, bewahren Sie sich doch Ihre Illusion“, und erlebte einen kaum endenwollenden Beifall. Jetzt, wo sie mir gegenübersitzt, wundere ich mich nicht, daß sie überhaupt nicht älter zu werden scheint. Sie hat so gar nichts Starhaftes und unterhält sich mit mir, als seien wir alte Bekannte. Josephine Baker ist dafür bekannt, daß sie ein Vermögen nach dem anderen verdient, es aber sofort wieder verschenkt, um helfen zu können. Vor einigen Jahren hatte sie ein kleines Mädchen auf der Straße aufgelesen. Die Eltern waren nicht zu finden. Sie hatte das Kind behalten und mit nach Europa genommen. In Deutschland sollte das Kind einmal Schnee sehen, aber das rauhe Klima bekam der Kleinen nicht. Josephine kaufte„ihrem“ Kind einen Pelzmantel, und als auch das nichts half, schickte sie es per Flugzeug zurück in ihre Villa an der französischen Riviera. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Sie selbst spricht nicht darüber, man erfährt es von Freunden und aus Zeitungen. Für sie ist das selbstverständlich. „Ich will fünf Kinder adoptieren“, erzählt mir Josephine Baker.„Ein weißes, ein gelbes, ein schwarzes, eines mit roter Hautfarbe und ein jüdisches Kind. Ich will beweisen, daß sie sich wunderbar miteinander vertragen werden. Es ist schon alles hergerichtet für die Kleinen.“ „Und wie kamen Sie dazu, Ihre Vereinigung zu gründen?“ „Weil ich glaube, daß es einfach notwendig war.“ Ohne weitere Fragen abzuwarten, erzählt sie mir von ihren weiteren Plänen und Absichten. Zwanzig Länder haben sich bereits ihrer Vereinigung angeschlossen und arbeiten aktiv. Einen unerwartet großen Anklang fand ihre Idee in Skandinavien. Erschrekkend sei, sagte sie, die rassische Diskriminierung auch in Europa, mehr denn je zuvor leider überall dort, wo Amerikaner waren.„Aber deshalb darf man nicht in den Fehler verfallen, das ganze amerikanische Volk nach der Einstellung einer Minderheit zu beurteilen. Man findet immer und überall solche und solche." Auch Paris, das ihr zur zweiten Heimat geworden ist, soweit man bei Josephine Baker von Heimat sprechen kann, denn sie fühlt sich als Europäerin oder besser: als Mensch schlechthin— auch Paris ist diesen Einflüssen zum Teil unterlegen. „Auf kulturellem Gebiet ist eine Verständigung am leichtesten. Ich möchte so etwas Ähnliches wie die bereits bestehenden Kindergärten gründen, aber für Kinder in jedem Alter. Sie sollen sich dort spielend kennenlernen, ihre Sitten und Gebräuche. In den Ferien ist das leicht zu machen.“ „Glauben Sie nicht, daß die sprachlichen Schwierigkeiten sehr groß sind?“ „Hatten Sie schon einmal Gelegenheit, Kindern verschiedener Nationen beim Spielen zuzusehen? Sie kennen keine Vorurteile, weder rassische noch religiöse. Und die verschiedenen Sprachen fallen überhaupt nicht ins Gewicht.“ „Und bei den Erwachsenen? Ist das nicht schwierig?“ „Doch, natürlich! Wenn es leicht wäre, brauchte ich gar nicht erst anzufangen. Ich möchte crreichen, daß Menschen aus allen sozialen Schichten zusammenfinden. Ich möchte Künstler und Lehrer aus Afrika nach Europa bringen. Sie sollen ihre den Europäern so fremde Kultur verständlich machen. Denn wo es ein gegenseitiges Kennen gibt, kann es kein Verurteilen mehr geben, nur noch ein Urteilen.“ Ich wage die sehr heikle Frage nach Frau Bakers Einstellung zu den farbigen „Besatzungskindern“ im Nachkriegsdeutschland. Meine Befürchtung, diese Frage könnte mißverstanden werden, ist völlig unbegründet. „Glauben Sie bitte nicht, daß ich alles gutheiße, was geschah und noch geschieht. Und oft mit einer Verantwortungslosigkeit, die einmalig ist. Aber was können die Kinder dafür? Ihnen gilt meine Liebe und Sorge. Es liegt zum größten Teil an jedem von uns, ohne Unterschied der Rasse, daß gute und brauchbare Menschen aus diesen Kindern werden. Wenn sie unter Vorurteilen aufwachsen, dürfen wir uns später nicht wundern, wenn sie abgleiten. Es gibt viele Familien auf der ganzen Welt, farbige und weiße die gerne solche Kinder aufnehmen würden, aber die Gesetze erschweren Adoptionen und machen sie in vielen Fällen überhaupt unmöglich. Und deshalb ist eine Verständigung, ein gegenseitiges Sichkennenlernen so wichtig.“ „Aber eine solche Organisation braucht doch auch sehr viele finanzielle Mittel“, wende ich ein. „Deshalb arbeite ich“, sagte Josephine Baker ebenso einfach wie bestimmt.„Die ganze Welt weiß, daß ich längst nicht mehr auf der Bühne stehen, mit Koffern leben und ruhelos von Kontinent zu Kontinent wandern müßte. Aber die Menschen brauchen mich, und ganz bestimmt die Kinder. Und dieses Wissen erhält mir auch meine Spannkraft.“ Vor soviel Optimismus, gutem Willen und Gottvertrauen verblaßt mein letzter Einwand:„Haben Sie daran gedacht, daß die Menschen in Europa sehr müde sind, innerlich müde?“ Josephine Baker lächelt.„Ja, das weiß ich. Als ich zum ersten Male von meinen Plänen sprach, hat mir niemand zugestimmt, alle haben an mir und vielleicht sogar an meinem Verstand gezweifelt. Und dann plötzlich waren es zehn Menschen, die ,ja' sagten. Heute sind es ein paar Tausend, die mich unterstützen, und es werden täglich mehr. Institutionen bieten mir ihre Hilfe an, Zeitungen, sogar Regierungen. Das Geld, das ich brauche, bekomme ich schon irgendwie. Viel wichtiger ist mir jeder einzelne Mensch, der guten Willens ist. Denn der gute Wille ist die Voraussetzung zur Verständigung.“ Nach einer herzlichen Verabschiedung eilt sie in die nächste Vorstellung. Mit Maria, der Sekretärin mit dem unaussprechlichen Nachnamen, wechsle ich noch ein paar Worte. „Wann ruht sie sich eigentlich aus?“ frage ich. „Das fragen wir uns alle, die wir sie kennen“, antwortet Maria mit einem hilflosen Lächeln. Hede v. Ullmann. RUNDFUNKGERÄTE- FERNSEH-EMPFÄNGER- TONMÖBEL OBERON 225,- PHONO-SUPER 475.RIGOLETTO 259.. ARABELLA 54 965.. RIGOLETTO FA 278. CARMEN 298.FIDELO 335,. PANORAMA 1098, OTHeLO 398.- EAVORII 1295, NORDIENDE denn NORDMENDE-Gerdte sind onerkannte Qualltäts- und Morkenerzeugnisse von Sein Bauptgewinn hieß Marie Wünschen Sie sich selbst zu verlosen? Mancher findet nichts dabei Vor kurzem hat sich in Australien ein Cowbby selbst verlost. Er kündigte seine Qualitäten folgendermaßen an:„Ich habe ein weiches Herz, bin ausgeglichen und Frühaufsteher. Ich will gern für ein Jahr Arbeiten jeder Art übernehmen.“ Solche Lotterien sind in Australien sehr populär. Der Cowboy hoffte, bei dieser Aktion 12 000 DM zu„machen“. Aber das Resultat war recht mager. Die wenigen Frauen, die ein Los gekauft hatten, wollten ihn eigentlich nur zum Ehemann haben. Es scheint reichlich tollkühn, sich selbst einem Meistbietenden zu offerieren. Einige Fußtritte für Stalin Sofia.— Die bulgarische Wochenzeitung „Borba“ berichtet über eine ergötzliche Verhandlung vor dem Gericht in Gorna Orechowitza. Auf der Anklagebank saß Baj Ilija Popov, ein 76jähriges Bäuerlein aus einem Dorf hoch droben in den Balkanbergen. Popov war angeklagt, den Namen Stalin mißbraucht zu haben.„Alles wurde auf den Namen Stalin getauft“, erklärte das Bäuerlein treuherzig,„die Kolchose, der Platz im Dorf, die Traktorenstation, die neue Straße, sogar das Nachbardorf, das früher Velikidol hieß. Man sagte mir, daß jeder die Pflicht habe, seinen wertvollsten Besitz auf den Namen des großen Stalin zu taufen. Ich bin alt, und ich habe nichts, denn die Wiese und den Acker haben sie in die Kolchose übernommen. Das Wertvollste, was ich besitze, ist mein Mule, mein liebes Mule, das mich so viele Jahre von unseren Bergen in die Stadt getragen hat. Ich überlegte: auch du mußt etwas tun. So nannte ich mein gutes Mule fortan„Stalin. Aber, meine Herren Richter, es war keine leichte Sache, das Tier an den neuen Namen zu gewöhnen. Noch heute muß ich ihm einen Fußtritt geben, damit es merkt, daß es gemeint ist, wenn ich„Stalin“ rufe!“ Das Gericht, das den Bauern wegen„Verächtlichmachung“ verurteilen sollte, sprach ihn frei: Baj Ilija sei schon zu alt, um zu verstehen, worum es hier gehe. Es begnügte sich mit der Empfehlung, er möge sein Maultier in Zukunft ruhig wieder„Mule“ rufen. Leute bekamen dadurch allerdings eine gute Stelle. Da ist z. B. die„tugendhafte, feinsinnige“ junge New Yorker Stenotypistin, die ihre Arbeitskraft dem anbot, der am meisten für ihre Dienste bieten würde. Ihre Aktiva(nach ihren eigenen Angaben): große, grau-grüne Augen und blendend weiße Zähne. Auf ihre Offerte bekam sie mehr als hundert Angebote. Sie wählte eine Stellung als Vortragsreisende für 1500 DM im Monat. Kürzlich verloste sich die brasilisnische Schönheit Anna Costa. Sie verkaufte Anteilscheine im Werte von 400 Pfund. Als sich aber der Gewinner vorstellte, verlor sie den Mut und trat von diesem Geschäft turück. Sie gab dem Mann als Trostpreis ein Drittel ihrer Einnahmen. Und der war damit ganz zufrieden. Ein Bettler in Irland bot sich einem Meistbietenden an. Er bekam sechs Antworten. Fünf davon waren von Witwen und alten Jungfern, die 50 bis 400 Pfund zahlen wollten, um ihn zu heiraten. Die sechste Antwort kam von einer großen Firma, die einen Mann suchte, der Ideen hatte. Der arme Schlucker griff zu. Ein Engländer brauchte für sechs Monate 200 Pfund.„Ich bin ein Gelegenheitskauf“, inserierte er. Ein großes Warenhaus fand das auch und gab ihm einen Posten in der Geschäftsleitung. Ein Mann in Los Angeles, der sich selbst zum Verkauf anbot, mußte zu seinem Kummer bemerken, daß es nicht gut ist, sich solchen Geschäften zu unterziehen, wenn man kein ganz reines Gewissen hat. Er bekam eine Stellung als Schofför bei einem Industriellen. Eines Tages lud der Industrielle einen Freund ein. Der Freund war zufällig der Polizeichef, der in dem Schofför einen Verbrecher wiedererkannte, hinter dem die Polizei her war. Wenn man aber ein reines Gewissen und nichts auf dem Kerbholz hat, kann man es wagen, sich anzupreisen. Vielleicht wird man so glücklich werden wie die schöne Marie Bastide, die im Jahre 1888 wurde. Tausende von Losen wurden geals erster Preis einer Lotterie verlost kauft. Der Gewinn fiel auf einen jungen Mann namens Lebon der bereit war, auf Marie zu verzichten. Aber er war ein hübscher Mann, er gefiel Marie, und sie heirateten. Fünfzig Jahre später erschienen sie beide vor einem Pariser Anwalt, nicht um sich scheiden zu lassen— nein, um sich bescheinigen zu lassen, daß sie sich noch nie gestritten hätten. Über hundert Kinder, Enkel und Verwandte traten als Zeugen auf und bestätigten das Faktum. Wenn Lebon eine viertel Million gewonnen hätte, wäre er wahrscheinlich nicht so glücklich geworden wie mit seinem Hauptgewinn Marie. Heutzutage sind diese Lotterien in angelsächsischen Ländern sehr populär. Kürzlich erst nahmen Hunderte von Lesern einer Zeitung in Ohio an einem Preisausschreiben teil, dessen einziger Preis ein Reporter war. Der hoffnungsvolle Jüngling von 23 Jahren hatte sich angeboten, für 24 Stunden als„Sklave“ für diejenige Frau zu arbeiten, die in 25 oder weniger Worten ausdrücken könnte, warum sie ihn in dieser Stellung haben wolle. Ehefrauen durften sich an diesem Preisausschreiben nicht beteiligen. Mark Grant Ich kann es schon alleine...! Bad Godesbero- das neue„Dahlem" Prominenz aus aller Welt in der Badestadt am Rhein— Im Schatten des Drachenfels Wenn Kinder blaß aussehen Dieter hatte vor Wochen eine schwere grippeartige Erkrankung, seitdem sieht er sehr blaß aus. Dabei hatte er früher immer eine so frische Farbe. Die Mutter ist der Ansicht, mit dem Jungen ist nicht alles in Ordnung, und der Arzt bestätigt es ihr. Er stellt einen verminderten Gehalt an roten Blutkörperchen und rotem Blutfarbstoff fest. Dieter bekommt ein Eisenpräparat, und bald entwickelt er einen wahren Heißhunger. Nach sechs Wochen ist er wieder so frisch und munter wie früher. Die Grippeerkrankung hatte sein Blutsystem angegriffen, es konnte sich ohne besondere Kur nicht so recht erholen. Doch man soll nicht in jeder kindlichen Blässe eine Krankheit sehen! Leider sind die meisten Mütter leicht dazu geneigt. Wenn ihr Kind schon immer blaß aussah — vielleicht ist auch die Mutter selber blaß—, der Kleine dabei aber munter und gesund ist, so hat er eine etwas dickere Haut als seine rotbackigen Spielgefährten, so daß die feinen Blutgefäßchen der Wangen nicht so durchschimmern. Aber das ist keine Krankheit, dickere Haut ist sogar widerstandsfähiger! „Blut ist ein ganz besonderer Saft“, es nimmt die Ernährungsbestandteile aus dem Darm auf, sammelt die Schlacken, transportiert beide zu den entsprechenden Organen, stirbt und erneuert sich dauernd. Auf allen Stationen des Blutkreislaufes können Schäden entstehen, ebenso wie in seinem Gefäßsystem, den Adern. Das äußere Anzeichen für den Schaden ist die ohne Schmerzen auftretende Blässe. Fällt es auf, daß ein Mensch seine gesunde Hautfarbe verliert, fühlt er sich geschwächt, so ist Vorsicht geboten. Die Blutuntersuchung zeigt einen Verlust an Blutfarbstoff, dessen Ursache geklärt werden muß. Diese Ursachen sind recht mannigfaltig. Im kindlichen Alter sollte an folgendes gedacht werden: Am häufigsten ist der Grund eine heftige Krankheit, wie sie bei Dieter voranging. Ferner kommt oft die Spulwurmerkrankung als Urheber In Frage. Das Wurmgift schädigt die roten Blutkörperchen stark, so daß sie absterben. Natürlich nützt in dem Falle kein Eisenpräparat, solange nicht die Schmarotzer beseitigt sind. Dauernde Erkältungen, wie sie z. B. durch eine vergrößerte Rachenmandel hervorgerufen werden, sind ebenfalls stark blutschädigend. Bekannt ist auch die Blutarmut der Stadtkinder. Die stets verunreinigte Großstadtluft, die Sonnenarmut und die Enge der Wohnung hemmt bei ihnen die Blutbildung. Vielleicht kommt eine gemüse- und obstarme Ernährung hinzu, so daß auch die Vitamine zur Blutbildung fehlen. Sechs Wochen Landaufenthalt könnten Heilung bringen. Bei unseren Säuglingen tritt die Blutarmut in Form der englischen Krankheit auf, auch in deren Anfängen. Hier heilen Vigantol und Höhensonne. Frühgeborene zeigen oft nach einigen Wochen eine richtige Blässe, die aber durch Eisenbehandlung bald verschwindet. Manche Säuglinge können Ziegenmilch nicht vertragen und zeigen bald eine erschreckende Blässe. Mit dem Wechsel der Milch wird die Heilung eingeleitet. Es gibt auch Darmerkrankungen, die von Blutarmut begleitet sind. Sind diese geheilt, so erholt sich das Blut. Die weltbekannte Kur- und Badestadt Godesberg, gegenüber dem Siebengebirge in einer idyllischen Landschaft gelegen, macht in den letzten Jahren einen tiefgreifenden Wandel durch. Mit ihren ausgedehnten Villenvierteln eine der schönsten Wohnstädte Deutschlands, zog sie früher vornehmlich Pensionäre und Rentiers an. Die jetzige Lage an der Peripherie eines neuen politischen Kraftfeldes ließ nicht nur Botschaften, Gesandtschaften und Regierungsbehörden in die Stadt einziehen, sondern brachte auch eine weitgehende Umschichtung im Fremdenverkehr mit sich. Die Bilanz der vergangenen Sommersaison, die jetzt von den Hoteliers aufgestellt wird, spiegelt diese Entwicklung deutlich wider. Das Rheinhotel„Dreesen“, dessen Pforten nach der im vergangenen Jahr erfolgten Freigabe durch die französische Hochkommission in dieser Saison erstmalig wieder geöffnet waren, hatte in der Hauptreisezeit dieses Jahres mehr ausländische Gäste als deutsche. Nur ein Teil von ihnen entfällt noch auf die Kategorie der Erholungssuchenden, während neuerdings zahlreiche prominente Politiker im Gästebuch des Hauses stehen. Unter ihnen findet man Präsident Monnet von der Hohen MontanBehörde, den österreichischen Außenminister Gruber, den britischen Botschafter in Athen, den holländischen Gesandten in Teheran, mehrere türkische Diplomaten und den Vizepräsidenten Reuter von der amerikanischen CIO-Gewerkschaft. Wenn die Leitung des Hauses erklärt: Früher hatten wir durchschnittlich 70 Prozent Pensionsgäste, heute ist das Verhältnis genau umgekehrt, dann ist das zugleich ein Symptom für die allgemeine Wandlung des FremdenDie Kehrseite des Toto-Gewinns Familie Coulton vor Bettlern geflüchtet— Ein Leben im Versteck London.— Dies ist die wahr Geschichte einer Familie, die über 1,3 Millionen Mark im britischen Fußballtoto gewann. Als der Postbote das Geld brachte, glaubte der kleine Londoner Versicherungsangestellte Jack Coulton und seine Frau Gladys, daß alle Sorgen jetzt vorüber seien. Dabei setzten sie mit dem vielen Geld erst richtig ein. Die Coultons hatten nicht mit den Bettlern, Schmarotzern und Parasiten gerechnet, die im Kielwasser jedes Totooder Lotteriegewinns segeln. Jack wollte seine Stellung nicht aufgeben, und auch seine Frau dachte nicht daran, jetzt ein luxuriôses Leben anzufangen. Nein, sie wollten genau so weiterleben wie bisher, allerdings mit dem Bewußtsein, ein schônes Bankkonto zu besitzen. Natürlich würde man sich manche Dinge anschaffen, die man sich vorher nicht hatte leisten können. Aber leichtsinnig werden wollte man nicht. Jack Coulton, der sich nunmehr für den glücklichsten Mann Englands hielt, sandte einen Scheck über 3000 Pfund— das sind etwa 36 000 Mark— an den unglücklichsten Mann des Landes, den Berufsfußballspieler Derek Dooley, dessen Bein auf Grund einer Spielverletzung amputiert werden mußte. Auf diese Weise wollte der Gewinner dem Fußball gegenüber seinen Dank zum AusKaninchenplage in Feuerland Gefahr für die Schafzucht— Grasdecke wird immer knapper Nachrichten aus dem chilenischen Teil Feuerlands lassen erkennen, daß die Kaninchenplage in diesem entlegenen Gebiet einen ähnlichen Umfang angenommen hat. wie das vor einigen Jahren in Australien der Fall war. Man weiß nicht, wann die ersten Kaninchen im chilenischen Feuerland ausgesetzt wurden; aber man hat seit einiger Zeit festgestellt, daß sie sich dort mit der bei dieser Tierart sprichwörtlichen Schnelligkeit vermehrt haben und daß sie durch die Unterwühlung des Bodens gegenwärtig bereits zu einer Gefahr für die in diesem Teil der Welt betriebene Schafzucht geworden sind. So wurde bekannt, daß sich einer der größten Estancia-Betriebe Südamerikas, der im chilenischen Feuerland auf riesigen Gebieten etwa eine halbe Million Schafe unterhält, veranlaßt sah, 80 000 dieser Schafe aus Feuerland abzutransportieren, da infolge der Kaninchenplage das Weideland zu einem großen Teil unbrauchbar geworden war. Eine Abwehr dieser Gefahr ist im Feuerland aus klimatischen Gründen schwieriger als sie in Australien war, wo man die in Massen auftretenden Kaninchen mit einer Krankheit infizierte. Infolge der niedrigen Durchschnittstemperatur, die in diesem südlichsten Teil Südamerikas herrscht, scheinen sich die den Kaninchen beigebrachten Krankheitskeime nicht zu entwickeln. Man schätzt, daß es gegenwärtig im chilenischen Feuerland bereits mehrere Millionen Kaninchen gibt, und man hat ausgerechnet, daß etwa fünf Kaninchen genügen, um die Grasnarbe zu vernichten, die zur Ernährung eines Schafes ausreicht. verkehrs: als durchschnittliche Aufenthaltsdauer— auch der„echten“ Feriengäste— wird in Bad Godesberg der Zeitraum von drei Tagen angegeben. Unter den Ausländern stehen die Gäste aus den USA, den Benelux-Ländern und England zahlenmäßig im Vordergrund. Daß auch unpolitische Prominenz im Schatten des Drachenfels einkehrt, beweist die Anwesenheit Bing Crosbys, dessen raumgreifende Schriftzüge sich im„Schaumburger Hof“ auf der gleichen Seite des Gästebuches finden wie die des Bundesministers Kaiser und des sozialdemokratischen Abgeordneten Wehner. Bad Godesberg, dessen Stadtväter sich gegenwärtig bemühen, aus der Kurstadt gleichzeitig eine Kongreßstadt zu machen, scheint sich auf dem Umweg über die Politik neue Freunde erworben zu haben. Es ist gleichzeitig in Aufgaben hineingewachsen, wie sie früher in Berlin etwa Grunewald oder Dahlem vorbehalten waren. Bei bestimmten Anlässen— diplomatischen Empfängen in dem Lustschlößchen der„Redoute“ oder ausländischen Gastspielen im Stadttheater— entfaltet sich jetzt hier in der ehemals so geruhsamen Pensionärsheimat der Glanz der „großen Welt“. Hermann Steinberg literarisches Tischgespräch/ Von Percy Eckstein druck bringen. Aber diese großzügige Geste sprach sich schnell herum. Und jetzt sagten sich die berufsmäßigen Bettler:„Bei dem sitzt das Geld locker, da ist etwas zu holen!" Von diesem Tag an wurde das Leben für die Coultons zur Hölle. Hunderttausende von Bettelbriefen trafen ein. Wildfremde Menschen hielten Jack oder Gladys auf der Straße an, fragten nach Geld. Auch auf seinem Arbeitsplatz mußte Jack Coulton täglich ununterbrochen den Hörer abnehmen, um sich die mehr oder weniger unverschämten Wünsche von Bittstellern aller Kategorien anzuhören. Sogar das sechsjährige Töchterchen der Coultons wurde ständig mit der Aufforderung belästigt: „Bitte, stelle mich doch deinem Vati vor, mein Kind!“ Jack befolgte zwar den weisen Rat des Fußballtotos, alle Bettelbriefe zu vernichten, und ließ auch keinen Fremden in sein Haus. Aber die Schmarotzer-Brigade ließ nicht locker. Schließlich blieb den Coultons nichts übrig, als irgendwo anders ein neues Leben anzufangen. Sie packten ihre Habe und erwarben an der Südküste Englands ein kleines Haus, richteten es schön ein, schafften sich einen Fernsehempfänger und einen kleinen Wagen an. Die Parasiten klopften jetzt vergeblich an die Tür der früheren Coulton-Wohnung. Jack hat ihnen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. In seinem vormaligen Büro sitzt der einzige Mensch, der seine neue Adresse kennt. Es ist eine frühere Arbeitskameradin, von deren Verschwiegenheit er überzeugt ist. Sie leitet Briefe seiner wirklichen Bekannten und Verwandten an die neue Anschrift weiter. Jack selbst entscheidet dann, wer ihn besuchen darf. Auch seine neuen Nachbarn wissen nicht, wer das wohlhabend wirkende Ehepaar ist. das dort ein stilles, zurückgezogenes Leben führt. Sie dürfen es auch nicht wissen, wenn vermieden werden soll, daß die Coultons eines Tages abermals die Wohnung wechseln mussen. Arnold Christen „Ach, Sie sind Schriftsteller?“ fragte das blonde Mädchen mir gegenüber und machte erstaunte, wasserblaue Augen.„Wie interessant! Sie müssen wissen— ich schwärme für Literatur!“ „Das freut mich zu hören“, sagte ich, indem ich ihr das Weinglas vollgoß.„Und darf ich fragen, welche Art von Literatur Sie bevorzugen?“ „O, alles mögliche. Vor allem die Klassiker. Die klassischen Dramen, wissen Sie. Eine Zeitlang wollte ich sogar Schauspielerin werden. Da lief ich beinahe jeden Abend ins Theater. So kenne ich die ganzen berühmten klassischen Stücke. Lessing zum Beispiel— ,Uriel Acosta'...“ „Das ist ein kleiner Irrtum“, warf ich ein.„,Uriel Acosta' ist nicht von Lessing, sondern von Gutzkow.“ „Ach ja, natürlich! Aber wie heißt denn nur das Stück von Lessing, das ich meine? Darin kommt so ein weiser Rabbi vor...“ „Sie denken wohl an„Nathan den Weisen““, riet ich. „Stimmt—„Nathan der Weise“! Ein wunderschönes Stück! So ergreifend und spannend! Da gibt es doch diese Szene, in der der alte Mann ein Pfund Fleisch von dem Entführer seiner Tochter fordert...“ „Halt, da ist Ihnen wieder eine kleine Verwechslung unterlaufen. Die Sache mit dem Pfund Fleisch ist aus dem ,Kaufmann von Venedig' von Shakespeare.“ „Sind Sie sicher? Ja, vielleicht haben Sie wirklich recht. Jetzt erinnere ich mich schon:„Der Kaufmann von Venedig', das ist doch diese hübsche Operette...“ „Sollten Sie da nicht eher„Eine Nacht in Venedig' von Johann Strauß meinen?“ „Natürlich! Strauß! Ich liebe Strauß! Der ,Rosenkavalier“ ist entzückend...“ „Der ist freilich nicht von Johann, sondern von Richard Strauß..“ „Ach so— Strauß Sohn...“ „Nein. Die beiden Komponisten sind überhaupt nicht miteinander verwandt. Aber wir sind ziemlich weit von den Klassikern abgekommen. Wie war das also mit„Nathan dem Weisen“? Was gefällt Ihnen denn daran so besonders?“ „Ja, wissen Sie, das ist nicht so leicht zu sagen... Wenn ich ehrlich sein soll... Helfen Sie doch meinem Gedächtnis ein wenig nach. Was geht denn eigentlich in diesem Nathan vor?“ „Nun, den eigentlichen Mittelpunkt des Stückes bildet die sogenannte Ringparabel...“ „Ring des Nibelungen?“ „Nein, nein, das ist wieder was anderes...“ „Ach so, jetzt erinnere ich mich schon! Da besitzt ein Mann einen Zauberring, der ihn unsichtbar macht...“ „Es tut mir wirklich leid, Ihnen immer widersprechen zu müssen, mein Fräulein, aber das stimmt nun wieder nicht. Die Geschichte mit dem unsichtbar machenden Ring stammt aus„Gyges und sein Ring“ von Hebbel..“ „Hebbel—„Das Schatzkästlein'..“ Diesen Ausruf hatte ich nun schon geradezu erwartet. Das Mädchen war wirklich vielseitig literarisch versiert. Schade nur, daß seine Kenntnisse ein wenig durcheinandergeraten waren! „„Das Schatzkästlein' ist nicht von Hebbel, sondern von Johann Peter Hebel, mit einem b“, belehrte ich sie.„Aber eigentlich sprachen wir doch von„Nathan dem Weisen“ und der Ringparabel. Vielleicht erinnern Sie sich an die Geschichte mit den drei Ringen, die schon bei Boccacio vorkommt...“ Da verklärten sich die wasserblauen Augen, und ein Lächeln seliger Erinnerung umspielte des Mädchens Mund. „Boccacio!“ rief es.„Das war doch die erste Operette, die ich als Backfisch sehen durfte! Das heißt, eigentlich durfte ich gar nicht, weil doch Mutti meinte, das sei nichts für junge Mädchen. Aber ich hatte da einen älteren Vetter, der war meine erste Liebe— ein sehr netter, lustiger Mensch übrigens...“ Von da ab drehte sich das Gespräch leider nicht weiter um literarische Gegenstände. So weiß ich auch jetzt noch immer nicht, was dem blonden Mädchen eigentich an„Nathan dem Weisen“ so besonders gut gefallen hat. Das ist Paris / Von Ralph Schnelder Kennen Sie den Verkehr in Paris? Haben Sie vielleicht schon einmal erlebt, wie flott es dort zugeht? Öffen gestanden, der deutsche Verkehr ist ein Murmelspiel dagegen! In Paris gehört es einfach zum guten Ton, mit achtzig Sachen durch die Straßen zu fegen und zu überholen, wo gerade Platz ist, entweder links oder rechts. Sehr beliebt ist es auch, zwischen zwei anderen Wagen mit voller Geschwindigkeit hindurchzuschlüpfen. Wer unter achtzig Stundenkilometer fährt, gilt als Stümper, und das will so leicht kein Pariser auf sich nehmen, lieber riskiert er Kopf und Kragen. Die Polizisten sehen sich das alles mit überlegen lächelnder Miene an, bloß wenn einer übertreibt, dann greifen sie ein. Durch die Straßen braust ein kleiner Personenwagen, achtzig Kilometer hat er mindestens auf dem Kasten. Ein Polizist stoppt den Rennfahrer mit einer eleganten Handbewegung: „Sie fahren ungewöhnlich schnell, Monsieur!“ tadelt er den Herrn, der hinter dem Steuer sitzt. Dieser aber deutet aufgeregt nach vorn und sagt:„Ich verfolge die Dame in dem Wagen vor mir!“ „Olala, das wußte ich nicht!“ schmunzelt der Polizist.„Viel Glück!“ Er gibt den Weg frei, und das Auto verschwindet um die nächste Ecke. Zehn Minuten später kommt der gleiche Wagen wieder angerast, diesmal mit mindestens hundert Sachen. Der Polizist stoppt ihn noch einmal, der Herr hinter dem Steuer jedoch schreit: „Ich habe Ihnen doch schon gesagt, das ich meine Frau verfolge!“ „Olala! Ihre eigene Frau verfolgen Sie?“ ruft der Polizist.„Monsieur, Sie zahlen tausend Franc Strafe wegen Gefährdung der öffentlichen Verkehrssicherheit!“ Es ist kein fröhliches Amt“ Zum 70. Geburtstag des Bundespräsldenten Professor Dr. Theodor Heuß „Das Recht auf Widerspruch, meine Damen und Herren, Ist in Ihrem Gehalt inbegriffen.“ Der dies sagte, war Theodor Heuß, und er tat es zur Feier seines Amtsantritts, nach droben auf„Viktorshöhe“, seinem ersten Dienstsitz über den Dächern Godesbergs. Der Kernsatz des frischgebackenen Staatsoberhauptes mochte sich in den Bahmen des Üblichen nicht ganz fügen, aber seine künftigen Mitarbeiter, die Zuhörer dieses Amtsprologs, wußten von Stund an, aus welchem Holz dieser weißhaarige Schwabenprofessor, dem die Politiker soeben den Rock des Landesvaters angemessen hatten, von seinem Herrgott geschnitzt war. Der 21jährige Heuß(1905) Kulturnotizen Der Schweizer Zeitungsverleger-Verband hat erneut eine Vereinfachung der deutschen Rechtschreibung abgelehnt. Er ist der Auffassung, daß eine Orthographiereform, die das Schriftbild der deutschen Sprache mit einem Schlag wesentlich verändern würde, einen tiefen Graben zwischen den Generationen aufreißen und dem gesamten Geistesleben großen Schaden zufügen müßte. Der Zeitungsverleger-Verband hält zudem die technischen Schwierigkeiten und die schwere wirtschaftliche Einbuße, die der Übergang zu einer ganz neuen, von weiten Kreisen abgelehnten Rechtschreibung für das Zeitungsgewerbe mit sich brächte, für untragbar. Er will sich daher allen dahin zielenden Vorschlägen mit Nachdruck widersetzen. Das wiederaufgebaute Paderborner Rathaus wurde in einer festlichen Ratssitzung seiner Bestimmung übergeben. Der wertvolle, über 400 Jahre alte Bau war im letzten Kriege bis auf die Mauern ausgebrannt. In der Festsitzung verkündete Bürgermeister Tölle die Verleihung eines Kulturpreises der Stadt Paderborn in Höhe von 2000 DM. Er soll alle zwei Jahre einer Persönlichkeit aus dem Paderborner Land für besondere kulturelle Leistungen überreicht werden. Ein hellflammender Himmelskörper, der eine minutelang nachglühende Spur hinterließ, schoß in der Nacht zum Freitag über die Südinsel von Neuseeland. Nach Berichten von Beobachtern wird angenommen, daß ein außergewöhnlich großer Meteorit in der See niedergegangen ist. Dem grellen Licht folgte eine Explosion. Im Januar 1956 werden die Kölner Bühnen voraussichtlich in den Neubau des kriegszerstörten Opernhauses einziehen, gab Generalintendant Herbert Maisch bekannt. Für die Gründung einer„Deutschen Kulturstiftung“ zur Unterstützung freischaffender Künstler will sich der hessische Kultusminister Hennig in der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder einsetzen. Auf einem Besuch in Kassel teilte er mit, daß daran gedacht sei, innerhalb der Stiftung auch eine Altersversorgung der freien Geistesschaffenden vorzubereiten. Die Erforschung primitiver Jägervölker Venezuelas hat sich eine Forschungsexpedition des Frobenius-Instituts der Frankfurter Universität zum Ziel gesetzt, die unter der Leitung des Völkerkundlers Dr. Zerries am 6. Februar ihre Reise antreten wird. Mehr als 150 000 DM wurden als Auslandsstipendien für Studierende bis Ende Dezember 1953 von der gewerblichen Wirtschaft im Rahmen der Aktion gezeichnet, zu der der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft aufgerufen hat. Zur„Frankfurter Woche für neue Musik 1954“ wird Hermann Reutter eine Funkoper nach Thornton Wilders Roman„Die Brücke von San Luis Rey“ schreiben. Der Pariser Komponist Mihalovici wird gleichfalls eine Funkoper komponieren, für die Dr. Karlheinz Ruppel die Texte nach einer Novelle von Maupassant verfaßt. Eine„Trockenbatterie“, die Atomenergie anmittelbar in elektrischen Strom umwandelt, wurde von der„Radio Corporation of America“ zum erstenmal in New York vorgeführt. Sie besteht im wesentlichen aus einem winzigen Plättchen radioaktiven Strontiums und einem Transistor(Kristallverstärker). Die gesamte Stromquelle hat die Größe einer Erbse. und liefert einen Strom von einem Millionstel Watt. Man hatte es früh zu erfahren bekommen, daß dieser Bundespräsident Theodor Heuß bei seinem Tun und Lassen in mancherlei Hinsicht nicht der herkömmlichen Vorstellung entsprach. Seine Reden waren persönlicher, sublimierter, freimütiger, als Ansprachen von Staatsoberhäuptern gemeinhin zu sein pflegen. Die Art seiner Repräsentation blieb der formellen Würde, dem steifen Zeremoniell etliches schuldig. Ganz Strenggläubige haben in dieser Liberalität des Gebarens sogar eine „Gefahr“ für die junge Bundesdemokratie gesehen, weil sie, wie man meinte, die im Präsidenten verkörperte Autorität des zunächst ohnehin schwach fundierten Staatswesens zu. schmälern drohte. Menschlichkeit Wer wird heute noch um diese Frage rechten wollen? Heuß ist populär. Er hat die persönliche Beziehung des Mannes auf der Straße zu dem hergestellt, als dessen Würdenträger er amtiert. Er weiß sich von Verehrung umgeben, von echten Sympathien. Und er ist, jenseits von allem Persönlichkeitskult, dabei zugleich jene„Respektsperson“ geworden, deren der Staat ganz ohne Frage an seiner Spitze bedarf. Das Glückliche aber daran scheint. daß dieser Respekt in höchstem Maße eine Wirkung der Persönlichkeit ist—„einer Menschlichkeit“, wie der englische Verleger Victor Gollancz dem Bundespräsidenten in seinem Geburtstagsbrief schrieb,„die alle Fragen des Protokolls weit überragt“. In der Anonymität Wer aber war schon, im Blickdeld der „Masse“, dieser Theodor Heuß, der als Führer einer Partei zweiter Größe im September 1949 so plötzlich ins hellste Rampenlicht trat? Was wußte man im Volk von dem Politiker Heuß, dem frühen Gefolgsmann und Vertrauten Friedrich Naumanns? Von dem demokratischen Reichstagsabgeordneten, dem Paul Löbe bescheinigt, daß er„schon nach dem ersten Satz das Ohr des Hauses besaß?“ Wer hatte einen Blick in die Stube des Schriftstellers Heuß getan, in der die Lebensbilder Naumanns, des grgßen Baumeisters Hans Poelzig, des Industriellen Robert Bosch, Justus von Liebigs und Anton Dohrns, des Begründers des Neapeler Tiefsee-Aquariums, entstanden? Der Reichtum des hinter ihm liegenden Schaffens als Journalist, als Hochschullehrer, als Kunstkritiker— es waren nicht allzu viele damals, die hiervon wußten. Zu lange war das Wirken dieses Mannes in die Anonymität verbannt. Schwarz-rot-gold Theodor Heuß stammt aus einer liberalen Familie. Schon ein Urgroßvater hatte sich bei der 48er Revolution als demokratischer Volkshauptmann hervorgetan. Er war wie die meisten Vorfahren Neckarschiffer gewesen. Der oppositionelle Geist der süddeutschen Schwarz-Rot-Goldenen beseelte auch den Vater, Tiefbauinspektor Heilbronns, und nach dem Urteil des Sohnes„ein humanitärer Rationalist, ein strenger, hagerer Mann, mehr sarkastisch als humorvoll, mit dem Glauben an das Wahre, Schöne, Gute.“ Erst wägen, dann wagen Er starb früh, und die Sorge um die Erziehung der drei Jungen fiel der Mutter zu, einer zarten Frau, die„in stiller Besinnlichkeit“ am Klavier Mozart, Haydn, Beethoven spielte und eine Anhängerin der Naturheilkunde war. Sie kam aus dem Nordpfälzischen, aus einem Geschlecht, das vor allem Förster und Pfarrer hervorgebracht hatte.„Erst wägen, dann wagen“ stand als Wahlspruch über der äußeren Tür des Elternhauses geschrieben, und drinnen noch einmal„Klein, aber mein?“ Sentenzen gehörten zu des Vaters Steckenpferden. Per Drucksache Von dem Hintergrund dieses„Kleinstädtertums“ hat Theodor Heuß sein Leben hindurch das Bewahrenswerte mit sich getragen, und er ist auch als Hausherr des Bonner Präsidentenpalais ein„Bürger“ im Sinne eines natürlichen, soliden Lebensstiles geblieben. Mitten in der ersten Nacht, die er auf„Viktorshöhe“ verbrachte, tauchte er im Wachzimmer seiner präsidentiellen Hauspolizei auf und ordnete an, sofort und für immer die Scheinwerfer außer Betrieb zu setzen, die seinen Amts- und Wohnsitz aus Sicherheitsgründen anstrahlten. Zur Portoersparnis sandte er ohne Wissen seiner Kanzlei einem ihm bekannten ausländischen Staatsoberhaupt den Abzug einer seiner Reden per— Drucksache! Die protokollarisch unerhört anstößige Eigenmächtigkeit des rechnenden Landesvaters kam jedoch an den Tag, als der diplomatische Vertreter des Empfängers mit einem höchstoffiziellen Dankschreiben in der Präsidentenvilla erschien. Elly Knapp In jenen Anfangszeiten wirkte an der Seite von Theodor Heuß noch die Straßburger Professorentochter Elly Knapp als Hausfrau und sorgende Landesmutter. Der Tod hat diese engste Weggefährtin zu deren Ehe mit dem jungen Redakteur einst der spätere„Urwalddoktor“ Albert Schweitzer den Segen sprach, aus dem Leben gerufen. Seitdem waltet im ersten Stockwerk der„Villa Hammerschmidt“, in den Privaträumen des Bundespräsidenten, die Witwe des verstorbenen Bruders. Es ist hier wohnlicher als droben auf„Viktorshöhe“, wo das Privatzimmer des Hausherrn nicht viel mehr aufwies als ein Abgeordnetenpult, ein Bücherregal und eine Couch. Bis Mitternacht Doch die Stunden mögen zu zählen sein die dem Privatmann Heuß heute noch bleiben. Die Skizzenbücher des Zeichners warten auf die Urlaubstage. In der Schublade ruhen die literarischen Pläne, und auch wohl manches Buch muß ungelesen bleiben. Bis zwölf, ein Uhr brennt allnächtlich im Arbeitszimmer das Licht. Wider Willen bedient sich der Präsident, um der Aktenstöße und des Terminkalenders Herr zu werden und seine Mitarbeiter zu schonen, während dieser späten Schreibtischsitzungen des Diktaphons. Kein fröhliches Amt Er drängt auf die prompte Beantwortung der täglich einflutenden Briefe, die ihn aus allen Kreisen der Bevölkerung erreichen.„Bleibe einfach, denn wer sich vergöttern läßt, dient dem Teufel“, schreibt eine Sektiererin. Ein Friseur rât zu einem jugendlicheren Haarschnitt. Wahrsager tun ihre Weisheiten kund. Die Hutfabrikanten meinen, der Bundespräsident gebe ein schlechtes Beispiel, wenn er sich in der Öffentlichkeit zu oft barhäuptig zeige. Aber auch viel Sorge wird in sein Haus getragen:„Die ganze deutsche Not schlägt Tag um Tag an unsere Tür“, war einmal eines seiner Worte.„Es ist kein fröhliches Amt!“ Keine Feier ohne... Neben diesen„außerordentlichen“ Vorlagen stapeln sich die Staatspapiere. Viele Schriftstücke sind Gesetze, denn der Bundespräsident ist der„Hüter der Verfassung“, und ihm obliegt die Pflicht, jedes Gesetz, jeden Hoheitsakt unter dem Gesichtspunkt zu prüfen, ob sie dem Geist und dem Buchstaben des Grundgesetzes ertsprechen. Dann erst kann er sie ausfertigen, seinen Namen druntersetzen, sie verkünden lassen. Er muß Denkschriften studieren und Ordensanträge genehmigen, parlamentarische Sitzungsprotokolle lesen und(„Von München, Kiel bis Neuß— keine Feier ohne Heuß...“) Reden ausarbeiten. Jede rhetorische Pointe, die aus seinem Munde kommt, ist seines eignen Geistes Kind. „Manöverkritik“ Zwischen diesem allen: Konferenzen, Ausstellungen, Empfänge, Besucher. Dabei gibt Heuß, der wegen einer„ausgekugelten“ Schulter nie Soldat werden konnte, übrigens auch für Unfformierte einen durchaus sachkundigen Gesprächspartner ab; er hat in früheren Jahren einen Essay über Clausewitz geschrieben und verdankt dem Verkehr mit Groener, Mmm = Der Diditerpfarrer Albreclit Goes schil-= = dert eine Reichstagsszene aus dem Jahre= = 1932. =„Für wen reden sie eigentlidi, Herr = Heuß?“ hatte Goebbels zum Pult hinauf= = gerufen. = Heuß:„Ich sage hier so meine Meinung." = Goebbels:„Die interessiert uns aver= = nidit!" = Heuß:„Das kaun scion sein— aver = erstens sind Sie nicht allein hier im Haus,= = und zweitens hat Ihr Cher— Sie wissen = es ja so gut wie ich— Ihrer Fraktion den — Auftrag gegeben, sich in diesen Sitzungen= = ordentlich aufzuführen, und dabet dachte= = er speziell an Sie, Herr Goebbels!" Im Reidistag stelit eine kulturelle Frage zur Diskussion.„Sie, Heuß, als Kulturpolitiker werden dodi mit dieser Masualime cinverstanden sein?“ spridit ilin ein Fraktionskollege an.„Kulturpolitiker?“ kommt es zurück.„Mit Politik kaun man keine Kultur machen. Aber vielleicht", fügt er hinzu,„läßt sidi mit Kultur Politik betreiben.“ — Theodor Heuß hatte sidhi nach dem Krieg= = wieder der Pressearbeit zugewandt und in= = Heidelberg die„Rhein-Neckar-Zeitung“= = mitbegründet. Eines Tages fährt ein Abge-= = sandter aus Stuttgart vor, um ili das= = Kultusministerium von Württemberg-Baden= = anzubieten. Er trifft Heuß beim Teppich-= = klopfen au.„Übertelien Sie das Amt?“= = fragt iln der Besudier.„Ja“, schwäbelt der= = Familienveter,„wenn Sie mir für ein= = Dieustmädle sorken= = Im Herbst 1945 wurde Theodor Heus = Kultusminister in Württemberg-Baden. In= = einer Ausspradie beaustandete ein Mini= = sterialdirektor eine am Vortage vom Chef = gemachte Außerung.„Aber warum haben= = Sie das nicht gleich gesagt?“ fragte Heuß.= =—„Idh kaun doch meinem Minister nicht= = ins Wort falleni—„arum nidit? Sie= = hätten doci bemerken können: Da hat der= = Miuister etwas redit Dummes gesagt. M Reinhardt und anderen tiefe Einblicke in moderne militärische Führungsprobleme. Die allabendliche„Manöverkritik“ in der „Villa Hammerschmidt“, die präsidentielle Stabsbesprechung bei einem„Viertele“ Württemberger und der unvermeidlichen Zigarre, ist allerdings ein sehr ziviler Hauskonvent. „Mögen Sie so alt werden wie Methusalem“, schrieb ein Freund dem Jubilar. Wer setzte nicht seinen Namen unter diesen Geburtstagsgruß?! Xönig der Boheme/ Von Theodor Heus Schon seit geraumer Zeit trug ich einen sehr breitkrempigen flachen Hut, der die freie Zunft der„Geistigen“ markierte; ich hatte die Krawatte als überflüssig abgeschafft und brachte für viele Jahre die Schneider in Verlegenheit, weil die Weste nicht immer den zuverlässigen Anschluß an die modischen, hohen Kragen fand. In der Domestizierung durch die Ehe wurde mir diese individualistische Koketterie mühsam, doch erfolgreich abgewöhnt. Kinder begrüßten mich zuweilen als Pfarrherrn, und das rührte mich. Als ich 1912 bei meiner ersten politischen Kandidatur in einem ländlichen Kreis knapp durchfiel, erfuhr ich von einem betrübten Wähler, einem netten Lehrer: das hätte ich nur meinem„extravaganten“ Aufzug zu danken. Damals aber, 1904 auf 1905, saß man in der Weinstube der Kathi Kobus, dem „Simplizissimus“; die engen Stuben besaßen noch eine frische und familienhaft laute Behaglichkeit. Nach ein paar Jahren hatten sie die falschen Farben der Sehenswürdigkeit aufgeschminkt erhalten. Der offene Terlaner war billig und trinkbar. Es gab die Stammtische der Hoffnungen und der scharfen Diskussionen. Der König der Boheme war damals der dunkelbärtige Ludwig Scharf. Die„Tschandala-Lieder“ von Scharf galten als sozialrevolutionär und waren es vielleicht auch; doch das wesenhaft Politische war nicht vertieft. Wie ich sein Wohlwollen erworben habe, weiß ich nicht mehr. Als ich einmal den kühlen Spruch machte:„Menschen und Hüte werden erst interessant, wenn sie keine Fasson mehr haben, aber sie passen dann nicht mehr in die gute Gesellschaft“, da rief er:„Das müssen Sie drucken lassen!“ Ich war durch diese Meinung verblüfft. Vermutlich schien ihm das Wort für ihn selber, für seinen Hut, für seinen Lebensbetrieb gut zu passen. Er lud mich ein, öfters mit ihm im„Stephanie“ Billard zu spielen; der so saloppe wie in der Pointe geschliffene„Jugend“-Redakteur Edgar Steiger war mit von der Partie. Ich bin nie ein guter Billardspieler geworden. Die anderen Gäste konnten jedoch sehen, daß auch ich zur„Literatur“ gehörte. Denn Scharf war jedermann bekannt. Die Faschingswochen wurden recht ausgekostet— große Bälle, wie die berühmten des„Deutschen Theaters“, habe ich nie mitgemacht, dafür fehlte es am Geld, aber Atelierfeste mit improvisierten Kostümen, Vereinsvergnügen wie den Spitzweg-Abend in Höllriegeskreuth, den ich als der Schlafrock-Dichter aus der Dachkammer besuchte. Manches ist als leichter Schnörkel im Gedächtnis hängen geblieben. Einige Freundschaften gingen von solchen Begegnungen aus. Auf dem„Boheme-Abend“ des literarischen Vereins— wohl schon 1903— entdeckte ich ein Fräulein in einem hellen Kleid, auf das viele Papierseiten mit Gedichtfetzen geheftet waren. Sie hatte sich das als witzigen oder doch ironischen Einfall ausgedacht, aber das Verfahren isolierte die blonde, schlanke Dame. Wie konnte man mit ihr tanzen, ohne die Attrappen zu gefährden! Man merkte schnell, daß sie in diesen Trubel heftiger Fröhlichkeit nicht hineinpaßte und doch so gerne dazugehört hätte. Ich empfand etwas wie Samaritergefühle. Zwar nicht in der Fröhlichkeit, so doch in der gesellschaftlichen Sicherheit war ich durchaus Novize und meinte nun, dieser Dame in ihrer vermutlich verwandten Seelenlage hilfreich sein zu können. Sie hatte das gerne angenommen. Wir gerieten in ein Literaturgespräch. Die Partnerin sprach ein hannoveranerisches Hochdeutsch und erwies sich in Fragen der Dichtung recht bewandert— es ging auf die Poeten jener Landschaft los. Die Schwaben pfiegten solche Gespräche nachsichtig zu führen. Raabe nun galt bereits im elterlichen Hause. Bei der landschaftlichen Vertiefung stellte sich heraus, daß die Dame gar nicht aus Hannover oder Braunschweig stammte, vielmehr aus Schaumburg-Lippe. Aus der Bubenzeit, die jene so komisch-leidenschaftliche Statistik der Poetenherkunft getrieben hatte, wußte ich. daß dies Ländchen die Heimat des mir im übrigen nur in wenigen, frommen Gedichten bekannten Viktor von Strauß und Torney war; ich nannte ihn. Eine freudige Röte ging über ihr Gesicht mit den blassen Lippen. Der sei ihr Großvater. Daß von ihr selber ein Band Balladen vorlag, wußte ich nicht. Lulu von Strauß und Torney, um die Dreißig, wollte„Welt“ sehen, die einen anderen Klang und Rhythmus besäße als das kleinhöfisch gepflegte Bückeburg. (Aus„Vorspiele des Lebens— Jugenderinnerungen“ von Theodor Heuß, Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen.) Sie(anden sich hinter Stacheldiaht Hartes Schicksal führte sechs Menschen z sammen Hohe Zäune stehen im sowjetischen Gefangenenentlassungslager Tapiau bei Königsberg. Sie trennen das Männerlager vom Frauenlager. Aber sie haben nicht verhindert, daß sich eben dort im Herbst letzten Jahres dreimal zwei Menschen gefunden haben, die ihren Leidensweg künftig gemeinsam gehen werden. Als sich am 23. Dezember die Lagertore öffneten, gingen drei Brautpaare zusammen in die Freiheit: Wolfgang Lies und Gertraud Godisch, Alois Machnik und Irma Wagner, Fritz Sperlich und Helga Starke. Die Sechs wurden in die Sowjetzone entlassen, wo ihre Angehörigen leben. Die Furcht vor neuer Verhaftung und der Wunsch, unter besseren Umständen eine Existenz aufzubauen, führte sie ins Bundesgebiet. Baden-Württemberg bot ihnen eine neue Heimat. Wolfgang Lies und Frau Gertraud— die beiden sind inzwischen verheiratet— wurden in einer Pension Stuttgarts untergebracht. Die anderen beiden Paare erholen sich gegenwärtig in einem Heim des Evangelischen Hilfswerkes bei Lichtenstein, Sie werden dort bald Doppelhochzeit feiern. Gertraud und Wolfgang Als 21jährige wurde Gertraud Godisch 1949 in Potsdam, wo sie Verkäuferin war, als politisch verdächtig verhaftet, zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und in die Sowjetunion gebracht. Im Strafgebiet des russischen Nordens mußte sie Holz schlagen, bis sie im Winter 1952 von einem stürzenden Baum am Kopf getroffen wurde. Eine doppelseitige Gehirnerschütterung führte zu einer Lähmung beider Beine. Von dem Lazarett des Entlassungslagers Tapiau sah die langsam Genesende zum erstenmal ihren jetzigen Mann Wolfgang Lies, der, bei Kriegsende Flakhelfer und danach im elterlichen Geschäft in Brandenburg tätig, 1947 verhaftet worden war. „Für 10 Minuten mitkommen“, hatte der sowjetische Soldat an der Wohnungstür gesagt. Das schriftliche Urteil aus Moskau diktierte zehn Jahre wegen Sabotage am Aufbau der Demokratie. Als Häftling la/369 schlug er Holz in den Wäldern Nordrußlands und schürfte Kohle in den Schächten des Strafgebietes Workuta am Eismeer. Das Lazarett in Tapiau lag in der „Männerzone“. Dort kam Wolfgang Lies, im Sommer vorigen Jahres unversehens aus dem Eismeer-Stratgebiet abtransportiert, mit der hübschen Gertraud ins Gespräch. Kurz nach ihrer Entlassung fragten die beiden auf dem Standesamt im Westberliner Zehlendorf, welcher Formalitäten es für die Heirat bedürfe.„Bei Heimkehrern neben dem Entlassungsschein und einer eidesstattlichen Erklärung nur einer polizeilichen Anmeldung“, war die Antwort. Die war schnell beschafft, und wenige Stunden später waren Wolfgang und Gertraud schon ein Ehepaar Irma und Alois Die Buchhalterin Irma Wagner war 28 Jahre alt, als sie im Mai 1950 in Dresden verhaftet wurde. Sie sollte einem Angehörigen ihres Betriebes zur Flucht nach dem Westen verholfen haben. In Moskau saß sie 13 Monate lang ohne Verhör in einer Einzelzelle der Lubjanka, des berüchtigten MWD-Getängnisses. Dann wurden 15 Jahre Zwangsarbeit ausgesprochen. Im Lager Tayschet in Sibirien mußte sie mit dem Messer große Steine zu Glimmer schaben. Im Juni 1953 ging es wieder gen Westen. Im Entlassungslager Tapiau sah sie auf dem Weg ins Bad, das in der„Männerzone“ lag. Alois Machnik. Die beiden kannten sich flüchtig von Dresden her— sie hatten Mühe, sich wieder zu erkennen. Alois Machnik war nach Kriegsende aus dem Westen nach Rostock gegangen, um seine Angehörigen zu suchen. Er wurde bespitzelt. denunziert, im Februar 1950 unter Spionage- und Sabotageverdacht verhaftet und zu 25 Jahren. Zwangsarbeit verurteilt. Warum er im Juli 1953 plötzlich aus den Kohlenschächten am Eismeer nach Tapiau geschickt wurde, weiß er so wenig wie alle anderen Amnestierten. Zu mündlichen Erklärungen über das Woher und Weshalb blieb Irma und Alois bei ihrem ersten Wiedersehen in Tapiau nicht viel Zeit. Das mußte schriftlich geschehen, mit der„Lagerflugpost“. Wenn der Wachposten außer Sicht war, flogen mit Steinen beschwerte Briefe über die trennenden Zäune. Die„Große Flugpost der wilden Sau“ hatte auch einen Stempel — ein Schwein mit Flügeln. Der Humor, der bei 50 und 60 Grad Kälte am Eismeer und in Sibirien eingefroren war, taute in Tapiau langsam wieder auf....... Helga und Fritz Lagerhornist und Briefträger war der Autoschlosser Fritz Sperlich im Lager Tapiau. Auch in der„Frauenzone“ blies er zu Wecken, Essen, Zapfenstreich und Zählung. Dort suchte und fand er Helga Starke, von der ihm gesagt worden war, daß sie aus seiner Heimatstadt Landsberg an der Warthe stamme. Helga hatte sich mit einer Gruppe von Oberschülern gegen das Regime in der Sowjetzone aufgelehnt. In Potsdam, wo sie nach dem Abitur als wissenschaftliche Rechnerin an der Sternwarte arbeitete, wurde sie im August 1951 vom Sowjetzonen-Staatssicherheitsdienst festgenommen und den Sowjets übergeben. Ein Kriegsgericht verurteilte die 19jährige zu 25 Jahren Straflager. Helga, ein schmächtiges, junges Mädchen, sah viele Gefängnisse und war oft in Gesellschaft von Kriminellen aller Nationen, ehe sie in der trostlosen Einöde der Tundra am Eismeer, wo kein Baum wächst, bei strengster Kälte im Winter und bei größter Hitze im Sommer beim Bahnbau arbeiten, Schienen und Schwellen schleppen mußte. Wie alle politischen Häftlinge hatte auch sie keine Verbindung mit ihren Angehörigen. Fritz war als Soldat in sowjetische Kriegsgefangenschaft gekommen. Aus einem Fluchtversuch, zu dem ihn deutsche Mitgefangene in sowjetischen Diensten anstift ten, hatte das Militärtribunal Sabotage, pionage und Propaganda konstruiert. E. wurde zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch nach sieben Jahren im Ausländergefängnis Wladimir bei Moskau amnestiert. Der Weg, der diese drei Paare zusammengeführt hat, war hart. Aber der Lebenswille, der schon gebrochen schien, ist stärker denn je. Der junge Ehemann Wolfgang Lies will die Maschinenbauschule besuchen und Ingenieur werden. Seine Frau hat zunächst nur den einen Wunsch, wieder ganz gesund zu werden. Der 32jährige Alois Machnik ist Konditor. Er träumt von einem eigenen Kaffeehaus. Seine Braut Irma hofft, als Buchhalterin unterzukommen. Fritz Sperlich, 29 Jahre alt, will erst einmal seine Lehre als Autoschlosser beenden. Helga Starke möchte am liebsten wieder an einer Sternwarte oder an einem anderen wissenschaftlichen Institut tätig sein. Alle sechs denken an ein eigenes Heim und eine gesicherte Existenz. Wilhelm Griesinger 1 Tus Internationale Grüne Woche in Berlin eröffnet Landwirtschaft muß im Wettbewerb bestehen Bundesminister Lübke sprach zu in- und ausländischen Vertretern der Agrarwirtschaft Beriin.— In der Ehrenhalle des Ausstellungsgeländes am Berliner Funkturm eröffnete Bundesernährungsminister Dr. h. c. Heinrich Lübke am Freitagvormittag die„Grüne Woche Berlin 1954“. Die Veranstaltung wolle nicht nur die Tradition fortsetzen, sondern vor allem vor der ganzen Welt Zeugnis von dem Willen aller ablegen, sich den veränderten Produktionsbedingungen und den steigenden Anforderungen des Bedarfs anzupassen, sagte der Minister in seiner Eröffnungsansprache. Im Vordergrund dieser Bemühungen werde alles stehen müssen, was den Bestand der Bauernfamilie sichert und den Lebensstandard auf dem Lande erhöht. Im Namen der Bundesregierung dankte Lübke dem Berliner Senat und allen Beteiligten dafür, daß es möglich war, eine noch größere Beteiligung des Auslandes zu erreichen. Die Beteiligung der Berliner an dieser Ausstellung beweise erneut ihre geistige Wirksamkeit und ihre energiegeladene Initiative, die auch in den vergangenen schweren Jahren nicht verlorengegangen seien. Bei den veränderten Bedingungen, denen auch die deutsche Landwirtschaft jetzt und künftig in einer freien Welt gegenüberstehe, werde die Tendenz, größere übernationale Zusammenschlüsse auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet zu schaffen, große und gemeinsame Märkte im Gefolge haben.„Nach einer angemessenen Übergangszeit muß die deutsche Landwirtschaft fähig und bereit sein, in diesem Großraum mit der ausländischen Landwirtschaft in Wettbewerb zu treten.“ Sie werde dabei nur Erfolg haben können, wenn sie ihre Aufwendungen für die Beschaffung landwirtschaftlicher Produktionsmittel beachtlich vermindern könne. Erste und natürlichste Forderung sei es dabei, daß die Landwirtschaft im Inland keine höheren Aufwendungen für Maschinen und Geräte, Futtermittel und Kraftstoffe sowie für Steuern und Soziallasten als ihre ausländische Konkurrenz habe und daß die Mängel in der Agrarstruktur schnellstens beseitigt werden. * Der Regierende Berliner Bürgermeister Dr. Walther Schreiber betonte erfreut, daß sich die Beteiligung an der Grünen Woche aus dem In- und Ausland erhöht habe. Der Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Staatsminister a. D. Karl Lorberg, wies darauf hin, daß die Landwirtschaft im Bundesgebiet die Nahrungsmittel-Erzeugung soweit steigern konnte, daß sich die Abhängigkeit vom Deutsche Welle bis in die Arktis Ausland wesentlich verringert hat. Im kommenden Jahr müßten jedoch noch größere Anstrengungen gemacht werden, um weiterhin ein Absinken des Reinertrages bei gleicher Erzeugungsleistung zu verhindern. Nach der Eröffnungsfeier, an der neben zahlreichen führenden Vertretern des Inund Auslandes die drei Westberliner Gestern morgen in Dortmund Stadtkommandanten, der Bundesbevollmächtigte, Dr. Heinrich Vockel, und der Präsident des Abgeordnetenhauses, Dr. Otto Suhr, teilnahmen, unternahm Minister Lübke einen Rundgang durch die Ausstellung. Dabei ließ er sich besonders eingehend über die Neuerungen in der landwirtschaftlichen Maschinenindustrie unterrichten. Besondere Aufmerksamkeit widmete er auch den Sonderschauen der ausländischen Aussteller aus Frankreich, den Niederlanden und Amerika. Mit der Ausstellung wird den Berlinern jeweils im Winter ein vorzeitiger Frühling geschenkt. Landwirtschaft und Tierzucht, aber auch die Gartenbauer des Inund Auslandes geben sich auf dieser größten Ausstellung neben der im Herbst den Höhepunkt darstellenden IndustrieAusstellung ein Stelldichein. In neun Hallen auf mehr als 30 000 Quadratmeter ist eine bemerkenswerte Leistungsschau zusammengetragen. Motorräder gegen Lichtmasten Bei zwei Verkehrsunfällen drei Tote, ein Schwerverletzter Die Seefische sind teurer geworden... ... weil unsere Fischdampfer in den eisigen Stürmen nördlicher Meere den Elementen unterliegen. In der unerbittlichen Kälte gefriert sofort jede überkommende See an Deck, die Spritzer an den Aufbauten und in der Takelage. Völlig von Eis überzogen kehren unsere Hochseefischer nach Cuxhaven zurück(Bild). Mit Hammer und Meißel mußten sie gegen die Vereisung vorgehen. Bei mehreren Fischdampfern, die in den Heimathafen einliefen, waren sogar die Winden zum Einhieven der Netze durch dicke Eispanzer blockiert.— Die Fänge wurden rar, und damit wurden sie teurer. Dortmunu.— In Dortmund ereigneten sich am Freitagmorgen zwei schwere Verkehrsunfälle, bei denen drei Motorradfahrer getötet und einer lebensgefährlich verletzt wurden. Der 21jährige Kradfahrer Herbert Lange aus Dortmund prallte aus bisher unbekannter Ursache mit seinem Motorrad gegen einen Oberleitungsmast. Er und sein 24jähriger Soziusfahrer, Josef Siegmund aus Dortmund, waren auf der Stelle tot. Der 25jährige Kradfahrer Karl-Heinz Padde aus Dortmund fuhr gegen einen Lichtmast und mußte mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sein 41jähriger Soziusfahrer Gustav Neumann wurde neun Meter weit durch die Luft geschleudert und war auf der Stelle tot. Meldung zur Rückkehr ab 1. Februar für Evakuierte Düsseldnri— Evakuierte, die im Krieg ihren Aufenthaltsort verlassen mußten, können ab 1. Februar beantragen, wieder dorthin zurückgeführt zu werden. Wie die Landesregierung am Freitag mitteilte, nimmt die Verwaltung der Stadt oder des Kreises, in dem der Zufluchtsort des Evakuierten liegt, die Anmeldung entgegen. Evakuierte, die nicht in ihren Ausgangsort Forscher auf Elsscholle hörten Köln Die Rundfunksendungen in aller Welt mit Freuden aufgenommen Köln.— Die„Deutsche Welle“, die seit einiger Zeit von Köln aus auf Richtstrahlern in alle noch so entfernten Winkel der Welt gelingt, hat sich in verhältnismäßig kurzer Zeit schon viele deutsche und ausländische Freunde in Australien, in Fernost, in Afrika sowie in Nord- und Südamerika erworben. Das beweist nicht zuletzt die zahlreiche Hörerpost, die körbeweise aus allen Teilen des Erdballes in der Domstadt eintrudelt. Daraus geht immer wieder die Freude der Absender darüber hervor, wieder eine Direktverbindung mit der alten Heimat zu haben. Nach ihrem Wiedererscheinen auf dem Kurzwellenband hat die„Deutsche Welle“ in der ganzen Welt bei allen Deutschen Frost beeinträchtigt Viehauktion Hamm Hamm.— Von den zur Zuchtviehauktion der Westfälischen Herdbuchgesellschaft am Freitag in Hamm gemeldeten 212 Kühen und Rindern waren infolge der Kälte nur 151 aufgetrieben. Am stärksten gefragt waren gute Kühe, die zu relativ günstigen Durchschnittspreisen versteigert wurden. Weniger stark war die Nachfrage nach Rindern, bei der Prämiierung wurden 15 Kühe und Rinder mit einem ersten, 27 mit einem zweiten und 41 mit einem dritten Preis ausgezeichnet. Das Siegerrind„Amrun“ des Züchters Wenzel Biermann aus Röckinghausen (Kreis Wiedenbrück) wurde für 1 250 DM von dem Züchter Karl Nennicker in Costedt(Kreis Minden), die Siegerkuh„Diana“ des Züchters Bernhard Bonenkamp aus Heessen-Westhusen (Kreis Beckum) für 1 450 DM von dem Züchter Anton Hauschulte aus Voßwinkel(Kreis Arnsberg) ersteigert. Der Durchschnittspreis der Kühe betrug etwa 1 100 DM, der der Rinder rund 900 DM. In Prozenten kosteten weibliche Tiere: bis 700 DM gleich 2,59 Prozent, 701 bis 800 DM Ulf Der drelzehnjährige Ulf Schroeter aus Hannover hat sidi erfolgreich als Detektiv betätigt. Seiner Mithilfe ist es zu verdanken, daß der 64jährige Johannes Seddig verhaftet und vom Hannoverschen Schöffengericht wegen Diebstahls und Betrugs zu neun Monaten Zuchthaus verurteilt werden konnte. Seddig, der bereits 25 Jahire hinter Zuchthausund Gefänguismauern verbrachte, hatte im September vorigen Jahres vor einem Geschäft in Hannover aas Fahrrad von Ulfs Mutter gestohlen. Ulf wurde von seiner Mutter beauftragt, auf alle an ilirem Haus vorbeikommenden Radfalirer zu aditen. Der kleine Detektiv legte sich auf die Lauer und entdeckte schlleßlich das gestohlene Falirrad. Unersdhrocken stürzte er auf Seddig zu, stellte sidh thm in den Weg und zwang thn, das Fahrrad herauszugeben. Ulf ließs sidi nidit beeindrucken, als ihm Seddig mit Prügel drohte. Der Dieb warf ihm schließlich das Fahrrad wütend vor die Füßse und flüchtete. Ulf gab der Pollzel eine genaue Beschreibung Seddigs, der wenige Tage später bel einem Kreditbetrug erwischt wurde. zurückkehren wollen, sondern in eine andere Gemeinde, in der sie arbeiten, oder in der nahe Angehörige wohnen, können auch dorthin auf Kosten des Landes zurückgeführt werden. Über diese Anträge entscheiden die Regierungspräsidenten. Es ist damit zu rechnen, daß für alle Meldungen zur Rückkehr eine bestimmte Frist gesetzt wird. Rentnerin verbrannt Cochem(Mosel).— Einem Großbrand fiel am Donnerstag in Cochem die 70jährige Rentnerin Elisabeth Zimmer zum Opfer. Das Gebäude, in dem die Rentnerin wohnte und in dem ein Möbelgeschäft und vier Wohnungen untergebracht waren, brannte bis auf die Grundmauern nieder. Das Feuer war in dem Zimmer der Rentnerin entstanden. Schenkungssteuer erlassen Ulzen.— Die Finanzverwaltung erließ der katholischen Kirche Ulzen dieser Tage 30 000 Mark Steuern, die sie als Schenkungssteuer für die 100 000 Mark-Spende eines Ulzener Toto-Gewinners zahlen sollte. Der Gewinner hat Mitte vergangenen Jahres über 200 000 Mark vom SüdWest-Toto erhalten und sofort sein Versprechen wahrgemacht, die Hälfte des Erlöses der katholischen Kirche in Ulzen zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld wird zur Zeit das im Krieg stark beschädigte Gotteshaus wiederhergerichtet und modernisiert. Schneelage Sauerland Willingen-Ussein: Fester Altschnee, Sk! und Rodel möglich, Gesamtschnee 19 cm, Temperaturen 9 Grad. Winterberg mit Astengebiet: Fester Altschnee, Ski und Rodel gut, Gesamtschnee 42 cm. Temperatur minus 11 Grad. Fredeburg-Rimberg: Verharscht, Ski möglich, Rodel gut, Gesamtschnee 33 cm Temperatur minus 10 Grad. Nach monatelanger Fahndung hat die Nürnberger Kriminalpolizei im Valkalager eine organisierte Bande festgenommen, auf deren Konto zahlreiche Schaufenstereinbrüche im Nürnberger Stadtgebiet gehen. eine Freude ausgelöst. Daß die„Deutsche Welle“ tatsächlich bis in den letzten Winkel aller fünf Erdteile dringt, beweist eine Karte, die zwei amerikanische Wissenschaftler von einer treibenden Eisscholle in der Arktis nach Köln sandten. Von ihrer treibenden Wetterstation aus hatten sie die „Deutsche Welle“ aus dem„Welt-Wellensalat“ ganz klar herausgefischt. Pforzheim.— In einer der belebtesten Straßen Pforzheims tauchte am Mittwoch bei eisigem Frostwetter inmitten der vermummten Passanten ein junger Mann auf, der nur eine Badehose, Schuhe und eine Sonnenbrille trug. Er hatte mit einigen Freunden eine Wette abgeschlossen und sie offensichtlich auch gewonnen. gleich 18,97 Prozent, 801 bis 900 DM. gleich 18,10 Prozent, 901 bis 1000 DM gleich 81,90 Prozent, 1 001 bis 1 100 DM gleich 14,66 Prozent, 1 101 bis 1 200 DM gleich 5,17 Prozent, 1 201 bis 1 300 DM gleich 5,17 Prozent, 1 301 bis 1400 DM gleich 2,59 Prozent, über 1 400 DM gleich 0,85 Prozent. Die nächste Versteigerung(Bullen, Kühe und Rinder) ist am 12. Februar. Rheinisch-Westtällsche Börse Düsseldorf, 20. Januar 1934. Tendenz: Die heutige Börse eröffnete in freundlicher Haltung besonders für Montane und Farben-Nachfolger, Schering wiederum haussierend mit 226 Prozent bz. Slemens sehr fest. Industrie-Aktien Klöckner 279 bz Accu-Hagen 163 G Krefft 53½ bzG AEG 123½ bz Mannesmann 91½ bz Allg. Hoch& Ing. 100 Br Mülheimer Berg 90 bz Balcke Masch. 120 G Pongs& Zahn 126G Bergb.Ew.Ludw. 93¼ bz Rh. Westf. Kalk 130 G BMW 75bzG Rh. Braunkohle 152 bz Br Bemberg 80 bz Rheinstahl 160 G Beton& Monier 100 G RWE 132½ bz Boswau& Knauer 90 bz G Rheinmetall 18 bzG Buderus 115 bz G Burbach— Busch Jaeger 166 G Conti-Gummi 160G Consolidation 90 bz Dahlbusch St. 66 bz Br Daimler 130 bz Demag 149 bz Dt. Conti Gas 153 bz Dt. Erdöl 117¼ bz Didier 133 bz Dortm. Aktion 129 G Dortm. Ritter 176G Dortm. Union 71¼ bz Dynamit Nobel 135 bz IG Farben 143 bz IG Farb. NGS 1401/1-145 Feldmühle 150 G Felten 115¼ bz Ford 95½ bz Goldschmidt 64 G Harpener 92½ bz Hindrichs Auff. 50 G Hochtief 101 bz Hoesch 221 bz Kabel Rheydt 149 G Kall-Chemie 150 bz Karstadt 151½ bz Übermittelt vom 5% Anleihe der Lastenausgleichsbank von 1953 röckzahlbar zum Nennwert am 1. Februar 1964 Zeichnungsangebot Die Bank für Vertriebene und Geschädigte(Lastenausgleichsbank) Aktiengesellschaft, Bad Godesberg, begibt zur Vorfinanderung des Lastenausgleichs auf Grund des Genehmigungsbescheides des Herrn Bundesministers für Wirtschaft vom 9. Dezember 1963 Gesch.-Nr. VI la- 051a/160- 1847/53- eine 5% Anleihe im Betrage von DM 200 000 000,—. Die vorstehend bezeichneten DM 200 000 000.— der Anleihe werden durch das unterzeichnete Konsortium zur öffentlichen ausgeler: Ausstettung der Anleihe Möckelung: Die Anleihe wird in Stücken von DM 100, 500, 1090, 5000 und 10000 ausgefertigt. Sämtliche Stücke lauten auf den Inhaber. Verrinsnng: Die Verzinsung der Anleihe beträgt jährlich 5%. Die Zinsen sind halbjährlich nachträglich am 1. Februar und 1. August jeden Jahres zahlbar. Der erste Zinsschein wird am 1. August 1934 fällig. teskzeit: Die Laufzeit der Anleihe beträgt 10 Jahre. Die Anleihe wird am 1. Februar 1964 zum Nennwert zurückgezahlt. Die Rückzahlung des Kapitals erfolgt bei Fälligkeit gegen Rückgabe der Anleihestücke bei der Bank für Vertriebene und Geschädigte(Lastenausgleichsbank) Aktiengesellschaft, Fad Godesberg, sämtlichen Niederlassungen der Landeszentralbanken und bei allen dem unterzeichneten Konsortium angehörenden Banken.- Die Zinsen werden jeweils gegen Rückgabe der Zinsscheine durch die gleichen Stellen ausgezahlt. Bundesbürgscheft: Die Bundesrepublik Deutschland übernimmt gemäß§ 7 Lastenausgleichsgesetz die Bürgschaft für die Anleihe. Verrechnung von 5% Stückzinsen zuzüg Möndelsicherheltt Die Anlethe ist daher nach# 1607 Ziff. 3 BGB mündelsicher. Berseneinführung: Die Börseneinführung wird nach Erscheinen der Stücke an allen Börsen im Bundesgebiet und in BerlinWest veranlaßt. Rheinpreußen 106½ bz Salzdetfurth 122 Br Schering 226 bz G Schiess 123½ bz G Schwabenbräu— G Siemens St. 151 bz Slemens Vorz. 148 bz Stamag 100 bz G Ver. Dt. Nickel 131 bz Ver. Rumpus 68 bz G Ver. Stahlwerke 219 bz Wasser-Gelsenk. 129 G Westd. Kaufhof 140½ G Westf.Dinnendahll50%bz Wintershall 144 bz Zellwald 114 bz Bank-Aktien Commerzbank 76 bz G Deutsche Bank 95 bzG Dresdner Bank 92½ bz Freiverkehr Bergb. Lothr. 90-95 Chemie-Faser Inh. 69-63 Eisenh. Köln 94-00 Guteh.-Hütte 250-257 Phrix-Inh. 34-38 Rh. Kunstseide 561-60½ Schulth. Stämme 20-24 Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main), 29. Januar(vwd).— Dle Wechselstuben kaufen 430,— DM-Ost für 100.— DM-West und verkaufen 100— DM-Ost für 24.60 DM-Waat : Die Anleihe ist lombardfähig im Sinne des Landessentralbankgesetzes(§ 13 Abs. 1 Ziff. 50). Stoververgünetigungen o) tür den Zeichnongsbetrag: Der unmittelbare oder mittelbare Ersterwerb der Anleihe ist als steuerbegünstigter Kapitalansammlungsvertrag nach Maßgabe einer Anordnung der Bundesreglerung anerkannt. Hiernach sind die für den Erwerb der Anleihe aufgewandten Beträge als Sonderausgaben im Rahmen des§ 10 des Einkommensteuergesetzes(§ 20 der Lohnsteuerdurchführungsverordnung) abzugsfählg. b) für die Zinserträgnisse: Die Zinserträgnisse sind gemäß den Bestimmungen des Ersten Gesetzes zur Förderung des Kapitalmarktes in Verbindung mit der Verordnung der Bundesregierung vom 19. Januar 1954 von der Elnkommensteuer, Körperschaftssteuer, Gewerbeertragssteuer, Kirchensteuer und der Abgabe Notopfer Berlin befreit. Stöckeverlügung: Den Erwerbern der Anleihe wird zur Wahl gestellt, die Einlegung in ein Sammeldepot bei einer Wertpaptersammelbank über ein Kreditinstitut oder die Ausfertigung von Stücken zu beantragen. Zeichnungsbedingungen Leichnungskurs: Der Zeichnungskurs beträgt 97% spesenfrei unter Verrechnung von 5% Stückzinsen zuzüglich Börsenumsat steuer. Leichnungstermin und Zeichnungsstellen: Zeichnungen werden in der Zeit vom 1. Februar 1954 bis 27. Februar 1964 bei den unten genannten Banken und deren Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden entgegengenommen. Die Zeichnung kann auch durch Vermittlung aller übrigen nicht namentlich aufgeführten Kreditbanken, Privatbankiers, Sparkassen, Zentralkassen, Kreditgenossenschaften und sonstigen Kreditinstituten erfolgen. Zchlengstermia: Schlußtermin für die Bezahlung der geseichneten Anleihe ist der 27. Februar 1954. Stückelleferung: Die Lieferung der Stücke erfolgt sofort nach ihrer Herstellung. Im Januar 1984. Bank für Vertriebene und Geschädigte (Lostenausgleichsbank) A.G., Bad Godesberg Wilh. Ahlmann, Kiel Badische Bank, Karlsruhe Badische Kommunale Landesbank -Girosentrale-, Mannheim Bank für Arbeit und Wirtschaft A.G.. Bentgert Bank für Gemeinwirtschaft A.G., Hamburg Bank für Gemeinwirtschaft Frankfurt/M A.G., Frankfurt/Main Benk für Gemeinwirtschaft NordrheinWestfalen A.G., Ddsseldor? Bank für Handel und Industrie A.G. Berlin Bank für Wirtschaft und Arbeit A.C München Bank für Wirtschaft und Arbeit zu Berlin A.G., Berlin Bankhaus Herman Lampe, Bielefeld Bankverein Westdeutschland A.O., Düsseldorf Bayerische Gemeindeban'(Girozentrale) Offentliche Bankanstalt, München Bayerische Hypotheken- und WechselBank, München Bayerische Staatsbank, München Bayerische Vereinsbank, München Berliner Benk A.G., Berlin Bertiner Commerzbank A.G., Berlin Berliner Disconto Bank A.G., Berlin Bertiner Handels-Benk A.O., Berlin Berliner Handels-Gesellschaft. Frankfurt/Main Braunschweigische Staatsbank, Drau Bremer! Brinckmann, Wirtz& Co., Hamburg Burkhardt& Co., Essen Commera- und Credit-Bank A.G.. Frankfurt/Main Commers- und Disconto-Bank A.G., Hamburg Delbrück, Schickler& Co., Hamourg Deutsche Effecten- und Wechsel-Benk. Frankfurt/Main Deutsche Genossenschaftskasse, Frankfurt/Main und die gewerblichen und ländlichen Zentralkassen Deutsche Unionbank G. m. b.H., Frankfurt/Main Conrad Binrich Donner, Hamburg Frankfurter Bank, Frankfurt/Main Hamburger Kreditbank A.G., Hamburg Hamburgische Landesbank- Girozentrale-, Hamburg Handels- und Gewerbebank Heilbronn A.G., Hellbronn Hardy& Co. G. m. b. H., Frankfurt/Main Georg Hauck& Sohn, Frankfurt/Main Hessische Landesbank- Girozentrale Frankfurtidain von der Heydt-Kersten& Söhne, Wuppertal-Elberfeld Heinrich Kirchholtes& Co., Frankfurt.ain Landesbank für Westfalen- Gtrozentrale-, Münster/Westf. Landesbank und Girozentrale Schleswig-Holstein, Kiel Merck, Finck& Co., München B. Metzler seel. Sohn& Co. Frankfurt/Main National-Bank A.G., Essen P. Franz Neelmeyer& Co., Breman Neuvians, Reuschel& Co., München Niedersächsische Bank für Wirtschaft und Arbeit A.G., Hannover Niedersächsiche Landesbank- Girozentrale-. Hannover Norddeutsche Bank A.G., Hamburg Norddeutsche Kreditbank A.G., Bremen Sal. Oppenheim jr.& Cie., Köln Rheinische Girozentrale und Provinzialbank, Düsseldorf Rheinisch-Westfälische Bank A.G., Düsseldorf Rhein-Main Bank A.G., Frankfurt/Main Rhein-Ruhr Bank A.G., Düsseldorf Schleswig-Holsteinische Westbank. Hamburg-Altona Karl Schmidt, Bankgeschäft, Hof Schwäbische Pank A.G., Stuttgart Seiler& Co., München J. H. Stein, Köln Süddeutsche Bank A.G., Frankfurt/Main C. G. Trinkaus, Düsseldorf Vereinsbank in Hamburg. Hamburg Westdeuteche Bank für Landwirtschaft A.G., Köln Westfalenbank A.G., Bochum I. Wichelbaus P. Sohn A.G., WuppertalElberfeld Württembergische Bank, Stuttgart Württ. Glrosentrale- Württ. Landeskommunalbank, 1 Der Niegende Koller Märchen von Hans Christian Andersen Es war einmal ein Kaufmann, der war to reich, daß er die ganze Straße mit Silbergeld hätte pflastern können; das tat er aber nicht. Er wußte sein Geld anders zu benutzen; gab er einen Pfennig aus, so bekam er eine Mark zurück. So ein Kaufmann war er— und dann starb er. Nun bekam sein Sohn all dies Geld, und der lebte gar lustig, ging jeden Abend zum Maskenball, machte sich aus Geldscheinen einen Papierdrachen und warf nach den Mädchen mit Goldstücken. So konnte er leicht sein Geld loswerden— und das wurde er denn auch. Zum Schluß besaß er nur noch vier Pfennige und hatte keine anderen Kleider als ein Paar Pantoffeln und einen alten Schlafrock. Jetzt verließen alle seine Freunde ihn, aber einer von ihnen, der gut war, schickte ihm einen alten Koffer und sagte:„Pack ein!“ Er aber hatte nichts einzupacken, und deshalb setzte er sich selbst in den Koffer. Das war aber ein lustiger Koffer. Sobald man auf das Schloß drückte, konnte der Koffer fliegen, un das tat er. Ehe man sich’s versah, flog er mit ihm durch den Schornstein, hoch über die Wolken dahin, weiter und weiter weg, geradewegs in das Land der Türken. Den Koffer verbarg er im Walde unter den welken Blättern und ging dann in die Stadt. Das konnte er leicht tun, denn bei den Türken gingen ja alle— wie er auch — im Schlafrock und mit Pantoffeln. Da begegnete er einer Amme mit einem Kind. „Höre, du türkische Amme“, sagte er,„was ist das für ein großes Schloß ganz nahe hier bei der Stadt? Die Fenster sind ja so hoch!“„Da wohnt die Tochter des Königs“, sagte sie.„Es ist ihr prophezeit worden, daß ihr ein Bräutigam viel Sorgen machen wird, und daher darf sich ihr niemand nähern, ohne daß der König und die Königin mit dabei sind.“—„Danke“, sagte der Kaufmannssohn, dann ging er in den Wald hinaus, setzte sich in seinen Koffer, flog auf das Dach und kroch durch das Fenster zur Prinzessin herein. Die lag auf dem Sofa und schlief. Sie war so schön, daß der Kaufmannssohn sie küssen mußte. Darob erwachte sie und war ganz erschrocken, er aber sagte, daß er der Türkengott sei, der durch die Luft zu ihr herabgestiegen wäre, und das gefiehl ihr gar gut. Dann hielt er um die Hand der Prinzessin an, und sie gab ihm sogleich ihr Jawort.„Samstag müssen Sie aber hierherkommen“, sagte sie,„und daß Sie dann auch ein richtig schönes Märchen kennen, denn das haben meine Eltern furchtbar gern.“—„Ja, ich habe als Hochzeitsgeschenk nur ein Märchen mit“, sagte er, und dann trennten sie sich; die Prinzessin aber gab ihm einen Säbel, der war mit Goldstücken verziert, und die kamen ihm ja gerade zurecht. Jetzt flog er davon, kaufte sich einen neuen Schlafrock und setzte sich draußen in den Wald, um ein Märchen zu dichten. Das Märchen hatte bis zum Samstag fertig zu sein, und das war nicht einmal so leicht. Dann aber war er fertig, und mittlerweile war es auch Samstag geworden. Der König und die Königin warteten mit dem Tee bei der Prinzessin. Er wurde sehr liebenswürdig empfangen.„Wollen Sie uns ein Märchen erzählen“, sagte die Königin, „ein tiefsinniges und belehrendes?“—„Aber worüber man dennoch lachen kann“, sagte der König.—„Das schon“, sagte er und erzählte ein langes Märchen von Zündhölzern, einem alten, eisernen Topf und vielem anderen.„Das war ein schônes Märchen“, sagte die Königin,„unsere Tochter sollst du dann Montag bekommen.“ Am Abend vorher wurde die ganze Stadt illuminiert.„Ja, da muß ich wohl auch etwas beitragen“, dechte der Kaufmannssohn, und dann kaufte er all das Feuerwerk, das man sich denken konnte, legte es in seinen Koffer und flog damit durch die Luft. Rutsch, wie das knallte und brannte! Alle Türken sprangen dabei vor Freude in die Höhe. So einen Anblick hatten sie noch nie gehabt. Jetzt konnten sie verstehen, daß es der Türkengott selber war, der die Prinzessin haben sollte. Sobald der Kaufmannssohn wieder mit seinem Koffer im Walde gelandet war, dachte er:„Ich will doch noch schnell in die Stadt, um zu hôren, wie es sich ausgenommen hat.“ Nein, wie die Leute erzählten! Jeder einzelne, den er danach fragte, hatte es auf seine eigene Art gesehen, aber gefallen hatte es ihnen allen. Jetzt ging er in den Wald zurück, um sich in seinen Koffer zu setzen, wo aber war der geblieben? Der Koffer war verbrannt. Ein Funke vom Feuerwerk war übrig geblieben, der hatte das Feuer entfacht, und der Koffer war zu Äsche geworden. Er konnte jetzt nicht mehr fliegen, und auch zu seiner Braut konnte er nicht mehr zurück. Den ganzen Tag lang stand sie auf dem Dache und wartete auf ihn, ja sie wartet immer noch; er aber geht in der Welt herum und erzählt Märchen, aber die sind nicht mehr so lustig wie das, welches er von den Zündhölzchen erzählte. (Ende) Die verwegene Rattungsfahrt Wenn man so über die blanke Bisfläche aur kleinen Insel, de etwa zchn Meter vom Ufer entfernt lag, hinüberblickte, schien es, als wäre der Teich schon zugefroren und ganz sicher. Ging man aber nur einen kleinen Schritt auf das Eis, so knackte, krachte und knisterte es unheimlich, und zwischen den Sprüngen erschienen Wasserblasen. Natürlich versuchten die Jungen, am Ufer immer wieder das Eis zu betreten, doch gaben sie es schon nach dem ersten Schritt wieder auf. Ein kleiner Abhang führte zu dem Teich hinab, man konnte wundervoll hinunterrodeln, aber eben nur, wenn das Eis des Teiches hielt. Der vierjährige Rolf hockte oben auf seinem Schlitten in gebührender Entfernung vom Abhang. Plötzlich jedoch erhielt er von hinten einen Stoß, und ehe er etwas tun konnte, fuhr sein Schlitten den Hang hinab direkt auf den Teich los. Rolf schrie, die anderen Jungen und Mädchen blieben erstarrt stehen, und derjenige, der ihn vielleicht unabsichtlich angestoßen hatte, lief davon. Der Schlitten sauste auf das Eis, aber er glitt so schnell über die schwachen Stellen am Ufer, daß das Eis nicht zerbrach. Über die ganze Fläche hinweg gelangte er wohlbehalten bis zur Insel, auf deren Rand er zum Halten kam. Rolf schrie noch immer. Er wollte sofort über den Teich zurücklaufen, aber die Kinder riefen ihm zu, drüben zu bleiben, da das Eis dieses Mal bestimmt brechen würde. Rolf beruhigte sich einen Augenblick, doch dann bekam er erneut Angst, und es schien, als wollte er sich nun doch auf den Weg machen. Die Kinder wußten nicht, was sie tun sollten. Da sprang der zwölfjährige Holger kurzentschlossen auf seinen Schlitten, nahm einen Anlauf, sauste den Hang hinab und mit einer tollen Fahrt über das Eis. Es brach an zwei Stellen, aber Holger kam hinüber und erreichte den kleinen Rolf gerade, als dieser den Fuß auf das brüchige Eis setzen wollte. Holger hielt ihn fest, Aber wie sollten die beiden nun zurückkommen? Eine Leiter oder etwas Ahnliches gab es nirgendwo in der Nähe, und es fing schon an, dunkel zu werden. Holger umschritt die kleine Insel. An der andereh Seite schien das Eis etwas fester zu sein. Es gibt nur eine Möglichkeit, überlegte er, und dann rief er den andern zu:„Macht eure Schlittentaue los, bindet sie aneinander und werft mir das eine Ende herüber!“ Die Jungens fragten nicht viel und begannen sofort, ihre Taue abzumachen und aneinanderzuknoten. Nach einigen vergeblichen Wurfversuchen landete das Tau schließlich vor Holgers Füßen. Er band es an Rolfs Schlitten fest, dann redete er Rof gut zu. sich auf den Schlitten zu setzen und sich gut festzuhalten, wenn die andern von drüben den Schlitten ganz schnell hinüberziehen würden. An der noch festen Stelle mußte das glücken.„Wenn du einbrichst, sause ich sofort hinterher, tief fst der Teich nicht“, versprach Holger. Am Ufer hatten die Jungens das Tau ergriffen. Auf ein Kommando von Hölger zogen sie an und liefen los. Pfeilschnen glitt der Schlitten über den Teich, das Eis hielt, und Rolf war gerettet. Wieder wurde das Tau herübergeworfen und dieses Mal an Holgers Schiten gébunden. Auch er sauste los, aber ph knisterte und knackte es, und zwei Meter vor dem rettenden Ufer brach der Schlitten ein. Mit einem tollen Hechtsprung flog Holger hinüber, aber seine Knie schlugen hart am Ufer auf, und die Füße durchbrachen das Eis und wurden ganz naß. Holger aber wurde im Triumph von den anderen auf seinem Schlitten nach Hause gezogen. Am nächsten Tage kam Roifs Vater und schenkte Holger ein schônes Buch als Anerkennung für sein entschossenes und tapferes Verhalten. Kätselhadte eschichten Natürlich seid ihr alle sehr aufmerksame Leser und könnt schnell denken, daher wird es euch sicher nicht schwerfallen, festzustellen, ob in den folgenden Geschichten alles stimmt. Wo ist das Rathaus? Ein Mann fragte den kleinen Fritz auf der Straße nach dem Weg zum Rathaus. Fritz überlegt einen Augenblick, dann sagte er:„Sie müssen etwa 100 Schritte geradeaus bis zur nächsten Straße gehen, die links abbiegt. Diese gehen Sie 200 m entlang, biegen dann in die Straße, die rechts abzweigt, ein, gehen diese 50 m hinunter, hierauf biegen Sie wieder rechts ab, gehen dieses Mal wieder 200 m geradeaus, um nun nochmals rechts abzubiegen und 150 m geradeaus zu gehen. Dann stehen Sie vor dem Rathaus.“ Der Mann machte es so, wie Fritz es ihm beschrieben hatte. Als er den Weg zurückgelegt hatte, wunderte er sich sehr. p Der Schatzgräber Genau drei Schritte von dem Stamm der Birke, die ganz allein auf der Wiese stand, vergrub Péter unter dem Schatten des Stammes einen kleinen Kasten, der mit Steinen gefüllt war. Dann ging er nach Hause, zeichnete einen Plan von der Wiese und der Birke und schrieb darunter:.3 m vom Stamm im Schatten des Baumes.“ Nun bekam Gerhard den Plan und mußte den Schatz suchen. Nach drei Stunden hatte er die Wiese gefunden, natürlich entdeckte er die Birke sofort und grub in ihrem Schatten nach. Und schon hielt er den Kasten in der Hand. ( s sa s A s Das Parkverbot Eine Stunde lang regnete es schon, als der Polizist endlich abgelöst wurde und durch die Breite Straße, wo Parkverbot war, zur Wache ging. Mehrere Wagen, die in der Straße standen, ließ der Polizist unbeachtet, einen schrieb er jedoch auf, und als der Fahrer, der gerade herbekm, protestierte, weil er doch eben erst gekommen sei, lachte der Polizist nur urd sagle: „Das stimmt wohl nicht ganz!“ Was meint ihr dazu? Warum schrieb er geracte diesen auf? ( sasen Das größte Bauwerk der Well Keiner hat es gewußt, als der Lehrer in der Schule nach dem größten Beuwerk der Welt gefragt hatte. Die einen meinten Wolkenkratzer. Andere sagten der Kölner Dom. Elner nannte auch die Pyramiden, aber richtig war das alles. W ihr es? Nun, das größte Bauwerk der Weit iet noch immer die Chinesische Mauer, Adf chinesisch hei3t sie Wanli-tschangtecheng Sie hat eine Länge von rund 2400 km, ihre Breite beträgt unten 8 m und oben 5 m. Sie ist durchschnittlich 16 m hoch und führt nicht nur durch Wüsten, sondern auch über steile, bis zu 2000 m hohe Gebirge. Gebaut wurde sie von Kaiser Schi-Huang-Ti, der im Jahre 210 vor Chr. gestorben ist. Er woilte sein Reich gegen die Einfälle plündernder Nomadenstämme schützen und befahl daher den Bau der Mauer, an der zeitweise 2 Millionen Menschen arbesteten. Das Baumaterial besteht zum Teil aus Granit, zum Teil aus Ziegelsteinen oder auch nur aus gestampfter Erde. In gewissen Abständen findet man 2stöckige Türme. Wenn ihr euch vorstellt, daß ein großes Etagenhaus etwa 16 m hoch ist, dann habt ihr einen Begriff davon, was für ein gewaltiges Bauwerk die Chinesische Mauer darstellt. 8.00 Zum Sonntag 8.90 Nachrichten 9.00 Orgelmusik 10.00 Unterhaltungskonzert 11.00 Schöne Stimmen 12,00 Mittagskonzert 12.00 Internat. Frühschopper 12.36 Musik v. hüben u. dri 13.16 Dorf im Schneegebirge 14.00 Hans Bund spielt 14.30 Klassische Unterhaltun 15.00 Drei griech. Erzählung 16.20 Musikal. Erinnerungen 16.00 Die Sportreportage 17.00 Kinderfunk 17.90 Tanztee 16.90 Deutsch. Volksllederzy Sport, Nachrichten hilosophie des Kölne lumors lueik der guten Lau nterhaltungsmusik 8.05 Gut gemischt 8.45 Zithermusik 9.00 Musik von Chr. Sinding 9.40 Jugendchor 10.00 Kl. Schallplattenauswahl 11.00 Unterhaltungsmusik 11.20 Ouvertüren v. Beethoven 12.00 Mittagskonzert 12.45 Französische Klänge 16.00 Musik und Musiker 16.15 Kammermusik 16.40 Das neue Buch 17.00 Karnevalslieder 17.50 Hans Bund spielt 18.15 Über die Musikerzlehung 18.30 Melodien von Östermann 20.00 Ausgewählte Prosa 20.30 Der Rosenkavaller 21.16 Jedes Ding hat zwel Selten 22.00 Sportspiegel 22.30 Tanzinusik 8.05 Gut gemischt 8.45 Fidele Bauern 9.00 Wie die Alten sungen 9.30 Zum Feste Mariä Lichtmeß 9.40 Sing- und Spielmusik 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Zur Unterhaltung 11.40 Flötensonaten 12.00 Zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Musik und Musiker 16.15 Zigeunerweisen 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemustk 17.55 Im Volkston 18.30 Ballettmusik 20.00 Die tönende Palette 22.30 Meln Freund Joh. Brahms Aus der Selbstblographle von E. Hanslick 23.05 Tanzmustk UKW.WEST 8.05 Gut gemischt 8.45 Lieder u. Tänze v. Rhein 9.40 Der Winter 10.00 Mit Musik u. guter Laune 11.00 Englische Musik 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Musik am Mittag 16.00 Musik und Musiker 16.15 Musik von Joh. Seb. Bach 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.50 Vesco D'Orlo spielt 18.15 Schule und Elternhaus 18.30 Mod. Unterhaltungsmusik 20.00 Lernt Kölsch im Kölner Rundfunk 21.00 Das Duell der Spezialisten 21.45 Karnevalssendung 22.30 Deutsche Tänze u. Walzer 23.05 Zur alten Mustk 8.05 Gut gemischt 8.45 Schlesische Volkslieder 9.00 Romantische Weisen 6.40 Der helle Klang 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Kleiner Notenbummel 11.40 Zeitgenöss. Orgelmusik 12.00 Mittagskonzert 12.45 Kunterbunte Mittagstunde 16.00 An den Stätten der Volksliedpflege 16.15 Kritik des Herzens 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.55 Ständchen am Abend 18.30 Musik von C. M. v. Weber 20.00 Aus Auslandszeitschriften 20.16 Churchill erinnert sich... 21.00 Schlager-Karussell 21.25 Unterhaltungsmuslk 22.30 Humor auf allen Breitengraden 8.05 Gut gemischt 8.45 Für Akkordeonspieler 9.00 Kammermusik 9.40 Lustige Wechselgesänge 10.00 Zur Unterhaltung 11.00 Klaviermusik 11.16 Konzertante Musik 12.00 Zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Musik und Mustker 16.15 Orgelmusik aus Spanien 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.50 Eln kleines Konzert 18.15 Wie wir leben 18.30 Musikalische Plaudereien 16.45 Achtung! Aufnahme! 20.00 Männerchor 20.15 Stammtisch 20.45 Harald Banter spielt 21.00 Reporter Rex Rendal 21.35 Prunkmärsche und Tänze 8.05 Gut gemischt 8.45 Bläsermusik 9.00 Hochschulnachwuchs musiziert 9.40 Von fröhlichen Handwerksleuten 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Frohe Klänge 11.40 Virtuose Solisten 12.00 Blasmusik 12.45 Musik am Mittag 14.00 Konzert 15.00 Kinderfunk 15.30 Was darf es sein? 17.00 Am Abend 17.30 Sorgen des Alltags 18.15 Die Legende von König Arthur 18.30 Sport am Wochenende 20.00 Operette ohne Text 21.00 Karnevalslieder 22.30 Hermann Hagestedt spielt Die Meister=Esser von Pennsylvanien die meistbegehrte Frau in Wien Kundendianst a Olle Germanen in Amerika— Aberglaube groß geschrieben— Hauptsache: Bier Kundendienst ergab überraschenden Erfolg Hershey.— Sie war eine„Ausländerin“ — wahrscheinlich aus New York oder Ohlo— und als sie dem Zug entstieg, sagte sie ernst zu ihrem Kind:„Jetzt sind wir in Pennsylvanien, und hier ist alles ganz anders als zu Hause.“ Je länger ich über diese Bemerkung der Frau nachdachte, desto deutlicher kam mir die Erkenntnis: Pennsylvanien, besonders die Südwestecke des Landes, unterscheidet sich tatsächlich erheblich vom übrigen Amerika. Die Farmen sind wohlhabend und sauber, aber die meisten Ställe sind tiefrot gestrichen und mit geometrischen Figuren bemalt, Dadurch hoffen die Besitzer der Ställe, sie vor dem„bösen Blick“ zu schützen. Und in den kleinen Städten mit ihren schattigen Straßen und hübschen, weißen Holzhäuschen findet man an den Türschildern mehr Familiennamen wie Hummel, Lebengoood und Shellenhamer als die sonst in den USA gebräuchlichen Holmes, Shelley oder Little. Alles Deutsche wurde verbannt Die Bewohner Pennsylvaniens sind größtenteils Nachkommen deutscher und niederländischer Siedler aus der Zeit vor dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Ihr Dialekt, das„Pennsylvania Dutch“, ist Indes auch einem Deutschen genau so unverständlich wie etwa Chinesisch oder Hindustanisch— von einigen Wörtern abgesehen. Überdies ist alles, was irgendwie an die deutsche Abstammung erinnerte, während des Krieges verschwunden. Der deutsche Sprachunterricht wurde in den Schulen unterbunden, die hier sogenannten„deutschen Masern“(die Röteln) wurden in„Freiheitsmasern“ umbenannt, und aus den deutschen Blasorchestern wurden echt amerikanische„Braß-bands“(MessingKapellen). Heute hat sich das natürlich wieder geändert. Man kann sich wieder seines deutschen Namens rühmen, und es ist kein an Landesverrat grenzendes Verbrechen mehr, Frankfurter Würstchen zu essen. Junge Männer und Mädchen lernen in Abendschulen wieder den pennsylvanischen Dialekt, obgleich es unverständlich ist, warum man einen Dialekt erlernt, der hauptsächlich aus Husten und Niesen zu bestehen scheint. „Volkstag“ ist„Freßtag“ Der„Volkstag“ ist wieder so populär geworden, daß er in diesem Jahr gut eine Viertelmillion Besucher anzog. Er ist ein Volksfest mit sehr nahrhaftem Einschlag. Kühe und Schweine, die so gepflegt waren wie Hollywooder Filmstars, paradierten durch das Stadion und wurden verkauft. Orchester spielten bei der Versteigerung der Tiere auf, und anschließend war die sogenannte„Schpielzeit“— jawohl, die Zeit, in der man sich heiteren Spielen hingab. Dazu gehörten ein WassermelonenWettessen für junge Mädchen, ein PastetenWettessen für junge Männer, ein BrauseWetttrinken für Frauen und ein ZigarrenWettrauchen für Männer. Der Mann, der Stallngrad übergab... Spätheimkehrer begann als Page beim Zaren Unter den Spätheimkehrern, die sieben und acht Jahre in sowjetischer Kriegsgefangenschaft auf die Heimkehr oder auf Ihr Ende warteten, befand sich auch ein Mann, dessen bisheriges Leben— abgesehen von der Gefangenschaft— ungewöhnlich war: Boris von Neidhardt, ein Öffizier aus altem baltischen Geschlecht, dessen Großvater noch Gouverneur von Odessa gewesen war. Boris von Neidhardt hatte seine Laufbahn als Page am Hofe des letzten russischen Zaren begonnen. Im ersten Weltkrieg stand er als Rittmeister des Petersburger Gardekavallerie-Regimentes an der Ostfront gegen Deutschland. Die russische Revolution kam, und der ehemalige Gardeoffizier kehrte auf seinen Besitz im Baltikum heim. Die Bestrebungen der Sowjets, sich die baltischen Länder einzuverleiben, waren von weniger Erfolg begleitet als Hitlers Aktion„Heim Ins Reich!“. Die Neidhardts mußten sich zu Deutschland bekennen, und der ehemalige zaristische Gardeoffizier wurde für das Regime des Dritten Reiches zu einer nützlichen Figur auf dem Schachbrett der nationalsozialistischen Strategie. Er hatte Bunte Welt Der Platz war noch frei Nürnberg.— Der frühere Notar von Dinkelsbühl, Dr. Bühler, kehrte dieser Tage unerwartet aus russischer Gefangenschaft heim. Er war nicht wenig überrascht, als er seine Notariatsstelle noch unbesetzt vorfand. Das nachbarliche Notariat in Feuchtwangen hatte seit Kriegsende die Dienstgeschäfte erledigt, um die Stelle für Dr. Bühler freizuhalten.(SWK) Taubenstreich Genf.— Eine Taube hüpfte durch das Fenster einer Gymnasialklasse, die gerade Lateinunterricht hatte. Das Tier spazierte über die Tische bis zum Lehrerpult, hüpfte in den danebenstehenden Papierkorb und legte ein Ei. Nach getaner Arbeit gurrte die Taube zweimal und begab sich dann auf demselben Weg wieder in die Freiheit. Das El wurde dem Schulmuseum einverleibt. Mit Flugzeug gegen Tänze Stockholm.— Der schwedische Pfarrer John Hedlund bekämpft die modernen akrobatischen Tänze als„Teufelswerk“. Seine Predigten in Großstädten kündigt er von einem Flugzeug aus mit Donnerstimme durch Lautsprecher an. Hedlund hat bereits viele skandinavische Beebober und Jitterbuger dazu gebracht, die amerikanischen Derwischtänze aufzugeben. Ein Gastwirtsehepaar, das ein Tanzlokal für Beebober betrieb, schloß nach einer Predigt Hedlunds den„Sündenpfuhl“ für immer. vortreffliche Landes- und Sprachkenntnisse, was ihm die Stellung eines Sonderführers im Hauptmannsrang eintrug. Sein Schicksal reihte ihn als Dolmetscher in die 6. Armee ein, deren Stalingrader Heldenepos seiner geschichtlichen Bedeutung entsprechend, trotz Plivier, der Historie auch heute noch nur in Fragmenten zur Verfügung steht. Die unvergeßlichen Tage des Februars 1943 kamen. Seit sechs Monaten schlugen die deutschen Truppen sich in Ortskämpfen von oft riesigen Ausmaßen in den Mauern der Stadt Stalingrad, als Timoschenko und Rokossowski die 300 000 Mann starke 6. Armee mit ihrer Übermacht einkesselten und zerschlugen. Am 2. Februar 1943 kapitulierten die Deutschen. Boris von Neidhardt hatte als deutscher Unterhändler die Kapitulationsverhandlungen geführt. Er selbst kam in das Öffiziers- Gefangenenlager Griassowietz. Hier hatte er ein Erlebnis, das wieder einmal an die geheimnisvolle Macht des Zufalls glauben läßt: er traf seinen früheren Schwadronswachtmeister Sirma, der inzwischen allerdings zum Obersten aufgerückt war, der sich aber immerhin dankbar der schönen alten Zeiten erinnerte, da er noch unter von Neidhardts menschlich und kameradschaftlich beispielhaftem Kommando in den Reihen der zaristischen Garde-Kavallerie Dienst getan hatte. Das Leben sinnt immer nach einem gerechten Ausgleich. Oberst Sirma, selbst stark angefeindet vom NKDW-Offizier des Lagers, läßt seinem früheren Schwadronschef manche kleine Vergünstigung zukommen und trachtet danach, ihm das Höllenlos der sowjetischen Kriegsgefangenschaft nach Kräften zu erleichtern. Vor der Folter der sich jagenden Verhöre kann Oberst Sirma seinen früheren Vorgesetzten allerdings nicht bewahren. Die Kette der spitzfindigen Fragen reißt nicht ab; aber man findet nicht das Geringste, was Neidhardt belasten könnte. Wenn er selbst darüber nachdenkt, wessen er sich eigentlich schuldig hätte machen können— er fühlt sich frei von Schuld, er ist ein Opfer politischer Gegebenheiten und sonst nichts. Nichusdestoweniger vergehen die Jahre weiter im dunklen und hoffnungslosen Ablauf der Tage, Wochen und Monate. Das Lager liegt in einer melancholischen, in einer mit den Augen nicht zu übersehenden Weite, in einem Ozean der Einsamkeit zwischen Moskau und Archangelsk. Eines Tages poltert die Wache in die Baracke. Neidhardt wird abtransportiert. Der Abschied von den Kameraden ist kurz. Kommt er endlich zurück in seine Heimat? — Nein, er kommt vors Kriegsgericht. Das Urteil ist schon fix und fertig, die Verhandlung eine Farce: Er wird zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, weil„der Angeklagte durch das Übersetzen sowjetischer geheimer Befehle Spionage und Sabotage getrieben hat. wodurch der Vormarsch der faschistischen Truppen nachdrücklich gefördert worden ist“. Ich schöpfte den Verdacht, daß man das Wettrauchen nur veranstaltete, um der Esserei endlich ein Ende zu setzen. Die Bürger Pennsylvaniens sind sagenhafte Esser. Wenn ein normaler Mensch Messer und Gabel hinlegt und sich selbst dazu, stöhnend vor Sattheit, dann lassen sich die Leute in Pennsylvanien erst den zweiten Gang auftragen. Der Wunderdoktor gilt hier noch Ihr Essen ist reichhaltig und sättigend, eine Kost für gigantische Menschen mit gigantischem Appetit. Während der Festtage wurde in vier Sälen der Stadt Essen an die Fremden ausgegeben. In einem Fall verkündete ein großes Plakat:„Hier können Sie sich den Magen füllen!“ Es war kein leeres Versprechen. Man sollte meinen, daß unter den geschäftigen, modernen Menschen, die sich hier ein Stelldichein geben, der Aberglaube ausgestorben ist, daß also Hexen und Wunderdoktoren, mit der Jahrhundertwende verschwunden sind. Das ist ein Irrtum! Es gibt hier noch einen Wunderdoktor, der mit vielem Brimborium seine Patienten heilt. Er wohnt übrigens ganz in der Nähe meines Hotels. Und es gibt hier auch noch viele Frauen, die davon überzeugt sind, daß man Wein in Essig verwandeln kann, indem man nur den Weinkrug mit den Lippen berührt und dabei die Namen der drei sauersten und unausstehlichsten Frauen der Stadt ausruft. Pennsylvanien ist ein schönes Land. Am besten gefiel mir, daß man hier ein gutes deutsches Bier bekommt— oder wenigstens eines, des sich von dem deutschen kaum unterscheidet. Friedrich Koch. Wien.— Auch dem kleinsten Wiener ist es jetzt bekannt, daß er ein Märchen von Grimm oder Andersen, vielleicht auch einen Lausbubenstreich von Wilhelm Busch hören kann, wenn er am Fernsprecher die Nummer A 060 wählt. Sie ist die meistbenutzte in der Reihe der Kundendienste, die Wiens Postverwaltung eingerichtet hat für alle, die wissen möchten, wie das Wetter wird, wohin sie am Sonntag ausfliegen sollen, was am Abend gekocht werden muß, und wann Maximilian, der letzte Ritter, gestorben ist. Baurat Stefsky, Vater dieser jetzt ein Jahr bestehenden Kundendienste, hat Bilanz gezogen. Sie ist in jeder Hinsicht erfreulich, denn in Österreich bezahlt man nicnt die Zahl, sondern die Länge der Gespräche. Da eine Märchendurchsage vier Minuten dauert und der Kundendienst 160 Leitungen zur Verfügung hat, kann das Wiener Fernsprechamt erhebliche Summen kassieren. Die beste Bilanz ergibt sich regelmäßig am Montag, wenn rund 20 000mal nach den Ergebnissen des Fußballtoto gefragt wird. Nicht weniger begehrt ist der Wetterbericht, der dreimal am Tage ausgegeben wird. Im Winter kommen noch die Schneeberichte aus den Sportgebieten in den Alpen hinzu. Musiker können von A 060 den Kammerton beziehen, Reiselustige die Abgangszeiten der Postomnibusse erfahren. Stenographenschüler die Kundendienstleitung auf Diktate in vier Schnelligkeitsgraden anzapfen, Kreuzworträtsellöser nach einem Feldherrn König Davids fragen und Quintaner nach der Methode, Brüche zu dividieren. Aber die meistbegehrte Leitung ist, vor allem am Abend, wenn das kleine Volk schlafen gehen muß, die der Märchentante, die auf den echt wienerischen Namen Milly Zillner hört. Es ist schwer, in ihr kleines Studio vorzudringen, denn es gehört zu einem Gebäude, in dem alle vier Alliierte Hausherrenrechte ausüben. Dem Schotten im Kilt gegenüber oder dem Rotarmisten, der gerade Wachdienst hat, müssen sich selbst die Postdirektoren legitimieren, sonst können sie nicht zur Märchentante vordringen. Wer es jedoch schafft, erfährt von„Freiln Milly“, daß sie durch einen reinen Zufall zur meistbegehrten Frau von Wien geworden ist: Sie wirkte in Hörspielen und Märchensendungen mit, spielte ein bißchen Theater und lebte sich auf diese Weise in eine Welt hinein, die sie heute ganz ausfüllt. Jetzt ist sie von der größten Märchenbücherei umgeben, die es im deutschen Sprachgebiet gibt. Was Grimm, Andersen, Bechstein und andere geschrieben haben, wird von ihr in einer Kurzfassung von vier Minuten Laufdauer auf das Tonband gebracht und den Wünschen entsprechend gesendet. Dabei müssen die Märchen einigermaßen„i die Landschaft passen“. Am Karfreitag oder am Totensonntag werden die kleiner Hörer„Max und Moritz“ oder„Hane Huckebein“ vergeblich wünschen. Läuf das verlangte Märchen gerade auf einer anderen Leitung, dann wird das sogenannte Warteband serviert, das Kinderlieder bringt. Fräulein Milly Zillner ist oft die letzte Rettung verzweifelter Mütter. Die Tränen, die durch ihre besänftigende Stimme gestillt werden, können nur nach Hektoliter gemessen werden. Und die Stöße von Briefen, die sie täglich bekommt, mit Wünschen, Klagen, Anregungen und Lobsprüchen, wiegen mehrere Kilo. Ein Brief hat die„Märchentante“ besonders gefreut: er kam von der deutschen Bundespost und enthielt die Einladung zum Besuch in Frankfurt, das als erste deutsche Stadt das Wiener Beispiel nachahmen will Ignaz Hochreither „Streng geheim“ London.— Ein unrühmliches Ergebnis der unlängst unter dem Decknamen „Mariner“ durchgeführten Flottenmanöver der nordeuropäischen NATO-Mitglieder wird besonders streng geheimhalten. Es betrifft den Umstand, daß Offiziere und Mannschaften aller teilnehmenden Kriegsschiffe in großer Zahl seekrank wurden. Die Briten trösten sich damit, daß unter ihren alten und neueren Seehelden auch die Admirale Nelson und Beatty keineswegs besonders seefest waren. Moderne Kunst Jemand beklagte sich bei Picasso, daß er seine Gemälde nicht immer verstehe. „Macht nichts!“ tröstete ihn der Künstler.„Verstehen Sie chinesisch? Nein?— Fünfhundert Millionen Menschen verstehen es!“ Nur falsche gesammelt! Bern.— Mit 40 000 Stück besitzt der Schweizer H. G. Stutz die größte Sammlung gefälschter Briefmarken auf der Welt. Er kam zu dieser Leidenschaft, als er eine Sammlung erbte, die größtenteils aus Falsifikaten bestand. Sein Bestand hätte einen Wert von einer Million Franken, wenn er nicht falsch wäre.(Reta) Bewußtseins-Spaltungen beim Kleinkind Eine Deutung der kindlichen Traumwelt— Spielerische Phantasie gegen elterliche Autorität Wenn ein Erwachsener in zwei Welten lebt, dann spricht man von Schizophrende. Machen aber unsere Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren erstmals Andeutungen über ihr Erleben einer zweiten Welt, dann ist das keineswegs ein Zeichen von Geisteskrankheit, sondern von erwachender Phantasie. Sie hupfen dann etwas unbeholfen in eine Zimmerecke, um„ein Ei zu legen“, oder sie tauchen plötzlich unter dem Tischtuch auf, um die Katze nachzuahmen. Tiere scheinen die Traumwelt des Kleinkindes bevorzugt zu beleben. Das Brummen und Brüllen von Bären, Löwen und Tigern wird von Kindern gern nachgeahmt, und dazu gehören natürlich entsprechende„tierische“ Bewegungen. Im dritten und vierten Lebensjahr sind die Bilder der Phantasie dann schärfer umrissen und auch lustiger, so daß selbst der Erwachsene sein Vergnügen daran haben kann. Die Phantasie erfindet Lebewesen, die in die Familie mit aufgenommen werden, wenngleich sie gar nicht vorhanden sind. Diese unsichtbaren Freunde unserer Kinder führen ein herrliches Leben. Sie sind überall dabei, wo nur Erwachsene zugelassen sind, sie dürfen abends länger aufbleiben als das Kind und besitzen ungeahnte Mengen an guten Kleidungsstücken und Luxusgegenständen. Zweifellos hat das kleine Kind damit sein eigenes, kindliches Verlangen— wichtig genommen zu werden und erregende Dinge mitzuerleben— auf seine Traumfiguren übertragen. Erlebnisse aus„zweiter Hand“ Derartige„Erlebnisse“, sozusagen aus zweiter Hand, bilden den Schlüssel zu vielen kindlichen Phantastereien. Ein Kind erhebt z. B. ein Spielzeug zu einer bevorzugten Stellung. Ein Stoffesel auf Rädern kann dabei zu einem Übermenschen werden. Der hat dann jeden Tag Geburtstag, er ist Hunderte von Jahre alt und besitzt unermeßlich viel Geld, Jedes Haus, das dem Kinde beim Spazierengehen besonders gut gefällt, gehört dann diesem Spielzeugesel. Die kindliche Phantasie beflügelt nicht nur das eigene Vergnügen, sie baut auch einen„Blitzableiter“, der das Kind vor unangenehmen Erfahrungen schützen soll. Ich forderte einmal meine kleine Tochter auf, ihre Puppen sofort wegzupacken und den Spielzeugschrank aufzuräumen. Sie protestierte, und als ich darauf bestand, Dieser Epoche lag nichts daran, das Seelenhafte im Menschen zu entfalten; sie ging darauf aus, die Welt benutzbar und somit rationell zu machen, die Wundergrenze zu verschieben und das Jenseitige zu verdecken. Dennoch sind wir wie je zuvor vom Mysterium umgeben; unter jeder glatten Gedankenfläche tritt es zutage, und von jedem alltäglichen Erlebnis bedarf es eines einzigen Schrittes bis zum Mittelpunkt der Welt. Es gibt wohl keinen einzigen Weg, auf dem es dem Menschen nicht möglich wäre, seine Seele zu finden, und wenn es die Freude am Flugzeug wäre. Rathenau kam die Antwort:„Tello will das nicht, er mag nicht, daß ich mich in seine Sachen einmische.“ Ein erfundenes Lebewesen hatte also einen Sieg über mich davongetragen, und es ist gut, dem Kinde seine Freude an diesem kleinen Erfolg gegenüber einem Erwachsenen nicht zu nehmen „Diplomatie“ des Kindes Es wäre deshalb auch ein Fehler, wenn der Erwachsene diese Welt der kindlichen Otto Unverhofft Die Großen freoden die Rleinen An Technik stets interessiert, hat Otto jungst photographier. mit allen Tricks, selbst Knieebeugen das Neueste an Kraftfahrzeugen. Es gab Motive nicht zu knapp, in Schnappschuss löst' den andern ab. Doch aus dem Bild war zu ersehen: Man soll den Film stets weiterdrehen! Phantasie mit einer sturen Verneinung erschüttern wollte, besonders wenn das Kind damit ein Ausweichen vor einer Bestrafung bezweckt. Es ist dann wichtig, die Erklärung des Kindes gelten zu lassen, wie wenig sie der Wahrheit auch entsprechen mag. Man verhilft dem Kinde damit zu einem„symbolischen“ Geständnis, und unter der Oberfläche seiner Phantasie besteht das stillschweigende Einverständnis zwischen ihm und uns über die Wahrheit. Natürlich trifft diese Überlegung nur auf ganz kleine Kinder zu. Im Alter von fünf Jahren beginnen die Kinder bereits, sich mit wirklichen Menschen zu identifizieren und sich dafür die Helden der Märchen und Sagen auszusuchen. Dabei wählen kleine Mädchen häufig eine männliche Figur. Dies kann ein Fingerzeig für die Entwicklung seiner Begabungen sein, denn das erwachsene Mädchen, das sich in jungen Jahren als Siegfried fühlte, wird Organisationstalent besitzen und eine berufene Führerin sein — alles Begabungen, die eigentlich mehr dem männlichen Geschlecht eigen sind. dann werden sie zu Lügnern Eltern wissen zuweilen nicht recht, wie sie der Phantasie ihrer Kinder begegnen sollen. Sie meinen, daß man sie besser unterdrückt, um einer Unwahrheit von vornherein zu begegnen. Ich bin gegenteiliger Ansicht. Phantasiebegabte Kinder werden nur dann zu Lügnern, wenn ihre Einbildungskraft zurückgedrängt und geängstigt wird. Öffensichtlich befriedigt die Phantasie irgend etwas im Kinde, das wir nicht immer sofort zu erkennen vermögen. Deshalb müssen wir Eltern die Phantasie mit der gleichen Selbstverständlichkeit behandeln, wie es die Kinder tun, auch wenn das manchmal dumm und ermüdend ist. Es kann zu einer Last werden, wenn die Kinder abends nicht zu Bett gehen wollen, ganz besonders, wenn man in großer Eile ist. Das Kind, das dann auf dem Bauche über den Fußboden rutscht, weil es eine Schlange sein will, könnte uns zur Verzweiflung bringen. Geduldige Mütter und Väter werden dann aber auch belohnt. Die meisten Kinder reagieren überhaupt nicht, wenn man sie mit Hilfe eines Befehls ins Bett schicken will. Versucht man es aber mit der Aufforderung,„schnell im Katzenkörbchen zu verschwinden“, dann ist der Erfolg sicher. Die Sache mit dem Spielzeugesel Kinder besitzen eben die nicht hoch genug zu bewertende Gabe, als durchaus normalen Vorgang eine Bewußtseinsspaltung vorzunehmen. Sie können mit der gleichen Leichtigkeit einer Sache glauben oder auch nicht. Im gewissen Sinne lebt für sie das Eselchen wirklich dem alle jene schönen Häuser auf unserem Spaziergang gehören, und im anderen Sinne weiß das Kind ganz genau, daß es sich dabei um ein Spielzeug auf zwei Rädern handelt. Dr. Blaudine Zarn. 325 Pferde aus sieben Nationen Berliner Reitturnier im alten Glanz Berlin. Das Internationale Reit- und Springturnier im Rahmen der Grünen Woche in der Berliner Sporthalle am Funkturm(30. Januar bis 7. Februar) reiht sich bei 2000 Nennungen für 325 Pferde(u. a. 73 aus dem Ausland) würdig an die glanzvollen Veranstaltungen früherer Jahre an. Der deutschen Elite stellen sich Klasse- Reiter und-Reiterinnen aus Frankreich, Großbritannien, Holland, Schweden, der Schweiz und den USA zum Kampf. Für das 29 Prüfungen umfassende Programm, das mit dem Mannschaftsspringen Kl. Sa(in Form des Preis der Nationen) sowie einem Kanonenspringen um den Großen Preis von Berlin(6. Februar) und der Großen Dressurprüfung und dem Siegerpreis der Springpferde, einem Sa-Springen(7. Februar), seine öhepunkte aufweist, wurden Geldpreise im Gesamtwert von 400 000 DM ausgeworfen. Überdies ziehen sich durch die einzelnen Veranstaltungen wie ein roter Faden verschiedene Schaubilder, deren Glanzstück das weltberühmte und zum letzten Male 1939 in Berlin gezeigte„Cadre Noir“ der französischen Reitschule Saumur ist. Schalke am Uhlenkrug in Gefahr Köln vor der Bochumer Hürde— Alle Favoriten spielen Sonntag wieder auswärts Essen.— Von den Spitzenvereinen der ersten Fußball-Liga West, die am letzten Januar-Sonntag alle auf fremden Plätzen spielen müssen, steht Schalke 04 beim ETB Schwarzweiß Essen vor der schwersten Aufgabe.„Die Knappen“ laufen Gefahr, seit dem 29. November erstmals wieder geschlagen zu werden. Auch der Tabellenführer 1. FC Köln wird es beim ehrgeizigen Neuling VfL 48 Bochum nicht leicht haben. Bei den Angriffsschwächen der Westfalen könnte es doch einen Erfolg der Domstädter geben. Preußen Münster wird von der heimstarken Borussia M.-Gladbach erwartet. Halbschwergewichts-Weltmeister Archie Moore verteidigte im Stadion von Miami vor 16 000 Zuschauern seinen Titel durch einen Punktsieg über seinen Vorgänger Joey Maxim. Das Urteil war trotz zweier Niederschläge In der 8. und 11. Runde knapp, da der 37jährige Weltmeister dreimal verwarnt wurde. Bis zur Verhandlung der zuständigen WFV-Spruchkammer wurde der Rheydter Außenläufer Hippler auf Anzeige eines Verbandsvertreters gesperrt, weil er im Spiel gegen Schwarzweiß Essen hinter dem Rükken des Schiedsrichters einen gegnerischen Spieler k.o. schlug. Bochum diesmal anders? In Köln geriet Bochum unerwartet hoch unter die Räder. Die Mannschaft hatte damals vor allem Schirrmacher nicht dabei und war nach einer Viertelstunde der klaren Feldüberlegenheit des Gegners nicht mehr gewachsen. Das 5:0 ist für den 1. FC kein Anlaß, etwa an ein leichtes Spiel zu glauben. Zu Hause hat Bochum eine Reihe guter Ergebnisse erzielt. Die stabile Abwehr wird dem Kölner Angriff sehr zu schaffen machen. so daß der Ausgang knapp sein dürfte. Essen doch noch erholt Zweifellos hat Schwarzweiß Essen die hochgeschraubten Erwartungen nicht erfüllt. Aber die Mannschaft scheint sich so rechtzeitig gefunden zu haben, daß sie ihren Verbleib in der ersten Klasse sichern dürfte. Schalke 04 darf sich auf harten Widerstand gefaßt machen, zumal wenn es Schwarzweiß gelingen sollte, zu einem Vorsprung zu kommen. Spielerisch verspricht die Begegnung viel, zumal die Essener Elf technisch durchweg gut gewesen ist und ihren schlechten Platz mehr dem mangelnden Schußvermögen der Angriffsreihe verdankt. Gefahr für Münster Jenatschek fehlt Münsters Abwehr sehr. Dafür ist Alemannia auf dem eigenen Platz zu stark. Meiderich klar Favorit Bei Meiderich scheint es endlich zu klappen, obwohl der Angriff keineswegs über eine besondere Schußkraft verfügt. Die Mannschaft müßte aber stark genug sein, dem drohenden Abstieg zu entgehen. Mit Rheydt ist es anders. Der Sturm ist ausgesprochen schwach. 2. Liga wieder um Punkte Duisburg und Katernberg mit Vorsprung Düsseldorf. Rund sechs Wochen hat die Pause gedauert, die die 2. Liga West bis zum Beginn der Rückrunde am 31. Januar einlegte. Während ein Teil der Mannschaften fast Dazu kommt die Verletzung von Schulz. Sonntag für Sonntag in privaten Pokalrunden Kämpferisch ist Borussia gut genug, jedem tätig war, trugen die übrigen lediglich ein Verein ein Bein zu stellen, der nicht durch paar Freundschaftsspiele aus. Herbstmeister einen schnellen Vorsprung und eine kluge wurde der westdeutsche Altmeister DuisMittelfeldbeherrschung eine günstige Aus- burger SV, jedoch nur auf Grund des besseren gangsstellung erreicht. Torverhältnisses vor den im letzten Jahr abBayer ist unberechenbar gestiegenen Spfr. Katernberg. Morgen spielen: Das 0:4 in Düsseldorf könnte zu dem Schlußure 9- Duisburger SV In Bozen ohne Favoriten Endlich Europatitel für Gundi Busch?— 83 Teilnehmer Bozen. Ebenso wie bei den VorjahrsTitelkämpfen in der Dortmunder Westfalenhalle, so gibt es auch für die 45. EuropaMeisterschaften im Eiskunstlauf vom Freitag bis Sonntag im Palazzo del Ghaccio in Bozen keinen ausgesprochenen Favoriten. Unter den 83 Teilnehmern aus zehn Nationen fehlen mit der Engländerin Valda Osborn, die, nach Punkten geschlagen, aber mit der besseren Platzziffer, in Dortmund knapp vor der Wahl-Kölnerin Gundi Busch blieb, und dem britischen Geschwisterpaar Jennifer und John Nicks die Vorjahrssieger bei den Damen und im Paarlauf. Lediglich der Italiener Carlo haben. Bei den Herren deutet alles auf eine Wiederholung des Duells zwischen dem 14jährigen Franzosen Alain Giletti, der in seinem Stil so sehr an das Phänomen Dick Button erinnert, und dem zehn Jahre älteren Titelverteidiger Carlo Fassi hin. Werner Kronemann(Bad Nauheim), der einzige deutsche Teilnehmer, hat bei seiner Pflichtschwäche keine Chance. verleiten, daß Borussia es leicht haben würde. In Wirklichkeit wird es anders sein. Das Spiel in Dortmund ging erst in der letzten Viertelstunde verloren. Borussia ist nicht stärker geworden. Es fehlt der Mannschaft doch die meisterhafte Linie, die sie in der vergangenen Saison so groß herauskommen ließ. Horst wird viel tun Im ersten Spiel der Saison hatte Horst die Möglichkeit, Rotweiß in Bergeborbeck auszuspielen, denn die ersten Minuten brachten zwei große Gelegenheiten, die ausgelassen wurden. Um so mehr wird sich Rotweiß auf Horster Boden vorsehen müssen, zumal die Spfr. Katernberg— SpVg Erkenschwick SpVg Herten— Wattenscheid 09 Westfalia Herne— VfB Bottrop Rotw. Oberhausen— Rhenania Würselen Arminia Bielefeld— Union Krefeld SSV Wuppertal— TSG 80 Vohwinkel VfB Marathon Remscheid— Hamborn 07 Sport am Wochenende Fußball. Meisterschaftsspiele der 1 Ligen: Südwest u. a.: 1. FC Kaiserslautern — Phönix Ludwigshafen, FK Pirmasens — VfR Kirn; Süd u. a.: Kickers Offenbach— Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart— Jahn Regensburg; Nord u. a.: Hannover 96— Holstein Kiel.— Tagung aller deutschen Vertragsspieler-Vereine in Köln. Eishockey. Deutsche Meisterschaft: EV Füssen— Krefelder EV, EC Wesseling— Krefelder EV und EC Bad Tölz— VfL Bad Nauheim. Tischtennis. Gesamtdeutsche Einzelmeisterschaften in Berlin-Ost. Boxen. Berufsboxen in Düsseldorf mit Neuhaus— Wilde(16 Uhr, Parkhalle) und in Luxemburg mit Wiegand— Seelisch. Radsport. Achtstunden-Mannschaftsrennen in der Dortmunder Westfalenhalle; 100-km-Mannschaftsfahren in München. Pferdesport. Turnier in der Berliner Funkturmhalle; Trabrennen in Gelsenkirchen. Wintersport. Deutsche Skimeisterschaften(nordische Disziplinen) in Oberaudorf. — Alpine Verbands-Meisterschaften u. a. Westdeutschland in Elkeringhausen.— Viererbob-Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo mit Deutschen. Deutsche Junioren- Bobmeisterschaften(Zweier und Vierer) in Winterberg. Eissport. Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Bozen mit Deutschen.— Deutsche Eisschieß-Meisterschaften in Tegernsee. 14 Mannschaften in der„Nacht" Dortmunder Acht-Stunden-Rennen mit internationaler Klasse Westdeutsche Alpine verlegt Elkeringhausen.— Der Neuschnee, der für Leuiknen der Nancher Carle die Austragung der Westdeutschen Skimeisterim Tanz kaum zu schlagende schaften in den alpinen Disziplinen am Wo Fassi und das im Tanz kaum zu senlagende nendnotwendi gewesen wre Paar Westwood-Demmy(England) verteidigen ihre Titel. chenende dringend notwendig gewesen wäre, ist ausgeblieben. Die neue Abfahrtsstrecke am Alten Grimme bei Elkeringhausen genügt Diesmal erwachsten Gundi Busch in der daher den Anforderungen einer Meisterschaft knapp 14jährigen englischen Meisterin Yvonne Sugden. der pflichtstarken Fünften von Dortmund, und der Vorjahrsdritten mußten Erica Batchelor die wohl gefährlichsten Rivalinnen. Die Ausgeglichenheit und Routine lassen der weiter verbesserten FrenssenSchülerin berechtigte Hoffnungen auf den Titelgewinn. Gute Platzchancen dürften die Münchnerin Rosl Pettinger, Anneliese Schilhan(Österreich) und die Tschechin Lerchova nicht, so daß die Meisterschaften auf einen noch unbestimmten Termin verlegt werden VfL Bochum— 1. FC Köln(0:5) Schwarzweiß Essen— Schalke 04(0:3) Bor. M.-Gladbach— Pr. Münster(0:0) STV Horst-Emscher— Rotw. Essen(1:2) Bayer Leverkusen— Bor.Dortmund(1:4) Alemannia Aachen— SV Sodingen(4:0) Pr. Dellbrück— Fort. Düsseldorf(3:2) Meidericher SV— Rheydter SV(2:3) Situation für den Platzverein höchst unerfreulich geworden ist. Dellbrück ist Favorit Trotz des 4:0 der Fortuna gegen Bayer wird die Mannschaft im Riehler Park kaum Dortmund. Eine gute Besetzung hat das am Samstagabend um 21.00 Uhr in der Westfalenhalle beginnende BerufsfahrerMannschaftsrennen über acht Stunden gefunden. In dieser nach Sechstage-Art stattfindenden Prüfung stehen so starke Ausländer wie Plattner/Kübler(Schweiz), Gillen/ Terruzzi(Luxemburg/Italien) und Bruneel/ Acou(Belgien) den guten deutschen Paaren Holzmann/Preiskeit und Ziege/Intra gegenüber. Zwischen diesen Fahrern sollte normalerweise die Entscheidung liegen, obwohl von den insgesamt 14 Mannschaften auch die eine oder andere stark genug erscheint, um das Konzept der Favoriten zu stören. Folgende (Münster), Bintner/Schorn(Dortmund/Köln), Rupprath/Siefert(Dortmund). Das Vorprogramm bestreiten gute Amateurfahrer. Die deutschen nordischen Skimeisterschaften in Oberaudorf begannen mit dem Langlauf über 15 Kilometer. Unter 120 Teilnehmern belegten drei Schwarzwälder Läufer die ersten Plätze: Hermann Möchel(Mannheim) in 57:05 Minuten, Albert Hitz(Hinterzarten) und Öskar Brugpacher(Brend). einer Niederlage entgehen, es sei denn, daß Mannschaften nehmen das Rennen auf: Plattsie sich auf die Eigenart der Preußen gut ner/Kübler(Schweiz), Gillen/Terruzzi(Lueinstellt und mit ihrem schnellen Angriffs- xemburg/Italien), Bruneel/Acou(Belgien), spiel zu einem Vorsprung kommt. Tivoli für Sodingen schwer So sehr sich Sodingen wieder verbessert hat und so gut vor allem Torwart Sawitzki auf dem Posten ist, es wird kaum möglich sein, in Aachen eine Niederlage zu vermeiden. Derksen/van Est(Holland), Mignat/Bareth (Frankreich), Descorte/Kilian(Belgien/Dortmund), Vopel/Plantaz(Dortmund/Holland), Ryckaert/Weinrich(Belgien/Dortmund), Holzmann/Preiskeit(Frankfurt/ München), Ziege/ Intra(Berlin Frankfurt), Schürmann/Petry (Dortmund/ Wiesbaden), Borkowski/Veltmann Trabrennen in Gelsenkirchen Sonntag, 31. Januar, 14.30 Uhr Gelsenkirchen. Der als Hauptereignis ausgeschriebene Freis der Gelsenkirchener Wirtschaft vereint ein starkes Feld erstklassiger Pferde am Start. Orter genießt den Vorteil der Stangenposition, sollte aber von dem aus gleicher Marke abgehenden Stutenterzett Ingeborg— Makrone— Melusine gehalten werden. Aus dem zweiten Band gefällt Clemento besonders. Extra ist wieder bestens in Form und sollte Favoritenehren in Anspruch nehmen. Unsere Voraussagen: 1. R.: Senjor, Fht. Gillar, Maikönigin, Pitti. 2. R.: Curra, Conte, Adrian, Bauernmaid. 3. R.: Ansagerin, Fht. J. Döing, Merkurius, Zitron. 4. R.: Astorabella, Titus, Erna Calumet, Basler. 5. R.: Extra, Makrone, Melusine, Clemento. 6. R.: Augustin, Mimosa, Lorino, Patria. 7. R.: Dialog, Senior, Perlenfscher, Major. 8. R.: Oehmes, Olenka, Liudolf, Astor Watts. 9. R.: Diabella, Peter Rex, Johannisfeuer, Perlenfischer. Keine Gefahr für Stahl Nachfrage nach Stahlproduktion hat nachgelassen— Investitionen nicht zwecklos Frankfurt(Main).— Von der Entwicklung in Großbritannien abgesehen, verlief das Jahr 1953 für die internationale Stahlindustrie nicht übermäßig günstig. Einigermaßen in Widerspruch zu dieser Behauptung muß die Begründung stehen, daß die amerikanische Produktion höher lag als 1952 und infolgedessen der amerikanische Markt kaum noch für europäische, insbesondere belgische Walzwerkserzeugnisse aufnahmefähig war. Aber mit der starken Verbesserung der amerikanischen Situation mußte man rechnen, weil die dortige Produktion 1952 mehrere Monate durch Streiks lahmgelegt war. Zur gleichen Zeit, in der die Hohe Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl sich um Investitionskredite bemühte und bemüht, sank das Weltinteresse an Investitionen, vor allem für Erzeugnisse des Maschinenbaus und für elektroder Zementindustrie in Hamburg erklärt wird, das höchste bisher erzielte Jahresergebnis, selbst bei einem Vergleich mit der Vorkriegserzeugung im damaligen Reichsgebiet. Etwa 15 Prozent der Gesamtproduktion wurden 1953 exportiert, wobei die Produktivität 1:3 Landwirtschaft und Industrie Berlin.— Die Wertschöpfung der Landwirtschaft in der Bundesrepublik betrug im Wirtschaftsjahr 1952/53 nach dem neuesten Wochenbericht des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung 10,3 Prozent der gesamten volkswirtschaftlichen Wertschöpfung gegenüber 11,5 Prozent 1951/52 und etwa zehn Prozent 1948/49. Das Institut betont, im ganzen habe die Landwirtschaft auch während des außerordentlichen Wirtschaftsaufschwungs der letzten fünf Jahre ihren Anteil an der volkswirtschaftlichen Erzeugung halten können. Die Investitionen der Landwirtschaft an Bauten und maschinellen Einrichtungen erreichten 1952/53 1,1 Milliarden DM(einschließlich Abschreibungen). Das Verhältnis zwischen der Produktivität in Echte und falsche Dynamik Quantittät und Qualität unserer Agrarproduktion sollen gesteigert werden Frankfurt(Main).— Bundesernährungsminister Lübke hat das Strukturproblem der Landwirtschaft aufgegriffen. Er will die Betriebe in eine bessere Leistungsform bringen, gegenwärtig auch in tragfähigere Größen, und möchte dafür sorgen, daß die von der Industrie gelieferten Betriebsmittel der Landwirtschaft preisgünstiger zu erwerben sind. Quantitäten und Qualitäten unserer Agrarproduktion sollen dadurch gleichermaßen gesteigert werden, schon deshalb, um zu gegebener Zeit die Chancen eines endlich geöffneten größeren und reicheren Europamarktes nutzen zu können. dort, auch von der Industrie-Konkurrenz her, leichter möglich ist? Verspricht es doch immer mehr Erfolg, eine Tat zu wagen, als auf einem Schein zu bestehen. Abschreibung von Kraftfahrzeugen Bonn.— Die Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrsordnung und der Straßenverkehrszulassungsordnung hat die Aussonderung verschiedener Kraftfahrzeuge und Anhänger zur Folge. Die beteiligten Wirtschaftskreise haben beim BundesfinanzAuch andere Agrarpolitiker beginnen die ministerium angeregt, für diese Fahrzeuge Landwirtschaft und Industrie wird vom Insti- Notwendigkeit einer solchen Dynamik anzu- allgemein besondere Abschreibungen zuzutut mit etwa 1:3 angegeben. Hierbei seien erkennen. Aber einige zweifeln noch daran, lassen. Das Bundesfinanzministerium hat ob unser Bauerntum, vor allem unser in der diesem Antrag jedoch nicht entsprochen. Es hat aber auf die Möglichkeit der Abschreineben gewissen statistischen Unzulänglichkeiten die grundsätzliche Überlegenheit der Tat, schon schwer angeschlagenes Klein nav technische Großanlagen. Das hat seine Wurzel Länder des südamerikanischen Raums und industriellen Produktionsmethoden zu berück- Mittel-Bauerntum noch rechtzeitig das Ufer in den düsteren Konjunkturprognosen, die des Nahen und Mittleren Östens die Haupt- sichtigen. Immerhin sei die Produktivität erreichen wird. So verfech von Oxford her am schärfsten kommen, weil abnehmer waren Die En'wicklung der der Landwirtschaft in den letzten fünf Übergang weite von Oxford her am schärfsten kommen, weil man offenbar sich nicht noch einmal wie vor 25 Jahren dem Vorwurf aussetzen will, ein Ende der guten Zeiten nicht rechtzeitig genug vorausgesagt zu haben. In diesen Januartagen ist man nun weitgehend vom Konjunkturpessimismus abgekehrt oder hat ihn wenigstens auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Aber die Orderbücher des Maschinen- und Schiffsbaus sind nicht mehr so dick wie vor einem Jahr. Deshalb halten abnehmer waren. Die Entwicklung der Zementproduktion im laufenden Jahr wird, so erklärt man in Hamburg weiter, vornehmlich von den Mitteln abhängen, die in den Bausektor fließen. Verwaltungskosten zu hoch in der Arbeitslosenversicherung Zu den erfreulichen sozialpolitischen Ergebder Landwirtschaft in den letzten fünf Übergang weiter ein Paritätsgesetz. Wäre es Jahren um 52 Prozent gestiegen gegenüber nicht besser, das Tor zum europäischen einer Zunahme von vierzig Prozent in der Wirtschaftsmarkt rasch aufzustoßen und dann Industrie. (vwd) einen echten Paritäts-Kampf zu führen, der Senkung der Einkommensteuer muß kommen Eine Forderung von Dr. Hermann Reusch in Oberhausen die Firmen mit Aufträgen an die eisen- nissen des vergangenen Jahres gehört schaffende Industrie zurück, zumal sie weiter auf Preissenkungen hoffen. Für Westdeutschland erlangt die Situation Insofern Bedeutung, weil seine Kapazität vor zweifellos die weitere Zunahme der Beschäftigung sowie die Abnahme der Arbeitslosigkeit. Kaum weniger zu begrüßen ist aber wohl, daß sich gleichzeitig auch die Zahl allem der Walzwerkserzeugnisse 1954 fühl- der Empfänger von Arbeitslosenversicherung bar ansteigen wird. Trotzdem wird man und Arbeitslosenfürsorge vermindert hat, nich: befürchten müssen, daß diese Kapazi- wenngleich im geringeren Umfange. Bedeutet tätserweiterung, die schließlich viele Millio- dies. Entwicklung doch eine wesentliche nen kostet, volkswirtschaftlich sinnlos ist. finanzielle Entlastung der Bundesanstalt für Denn die Modernisierung wird kosten- Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosensenkend wirken und zum besseren Über- versicherung und eröffnet dieser die Möglichstehen des vermutlich einige Monate wäh- keit, zu einer befriedigenderen Ausgabenrenden Preiskampfes beitragen. Im übrigen verteilung als bisher zu gelangen. Neben laufen Untersuchungen, wie man internatio- der Neuregelung der Unterstützungssätze, nal den Stahlverbrauch heben kann, Mit die bereits ins Auge gefaßt ist, stellt sich einer weiteren Senkung der deutschen oder dabei als Hauptaufgabe insbesondere die einem Rückschlag der britischen Stahlerzeu- Intensivierung aller auf eine Verringerung gung braucht nach Lage der Dinge nicht bzw. Verhütung der Arbeitslosigkeit gerichtegerechnet zu werden. Wirtschaftsverhandlungen Frankreichs in Moskau Duisburz.— In Kreisen der Ruhrindustrie hat es überrascht und gleichzeitig auch eine gewisse Bestürzung ausgelöst, daß gleichzeitig mit der Berliner Viermächtekonferenz in Moskau eine französische Wirtschaftsdelegation eintraf, die über einen Ausbau des Warenaustausches mit der Sowjetunion und dem Ostblock verhandelt. Frankreich hat an die sowjetische Regierung ten Maßnahmen sowie die Verminderung der hohen Verwaltungskosten. Deren Anteil an Oberhausen(nws).— Auf der Hauptversammlung der Gutehoffnungshütte machte Generaldirektor Dr. Hermann Reusch einige Ausführungen zur Frage der Steuerreform, die weitestgehende Beachtung verdienen. Der Gesetzgeber, so unterstrich er, kann von der privaten Wirtschaft nicht mehr an Wettbewerb verlangen, als er ihr in der Gewinnund Einkommensbesteuerung an Spielraum läßt, und als er für die ihm unmittelbar nahestehenden Bereiche öffentlicher und halböffentlicher Wirtschaft selbst zu verwirklichen bereit ist. Über eine Steuerreform liegen allmählich soviel Vorschläge vor, daß eine klare Zielsetzung dadurch verschoben zu werden droht. Die steuerliche Entlastung durch Senkung der Finkommensteuer ist so dringend notwendig, daß sie erfolgen muß, auch wenn die Fragen des Systemumbaues noch nicht zu Ende diskutiert sind. Trotz des Nachlasses der wirtschaftlichen Erklärung berechtigt, daß man mit einem gedämpften Optimismus der näheren Zukunft entgegen sehen könne. Die Bank deutscher Länder bzw. die Landeszentralbanken werden nach dem Stand vom 31. Dezember 1953 eine Sondererhebung uber Gesamtbetrag, Stückzahl und Größenordnung von iriginären und erworbenen Sperrmarkguthaben durchführen. wert dürfte in allen diesen Fällen möglich sein. Neufassung des Einfuhrverfahrens geplant Frankfurt(Main— Eine Neufassung des Einfuhrverfahrens der Bundesrepublik wird gegenwärtig von den zuständigen Stellen vorbereitet. Die Arbeiten, die sich noch im Anfangsstadium befinden und noch zu keiner endgültigen Abstimmung der Ressorts untereinander geführt haben, sehen wesentliche Erleichterungen gegenüber den bisherigen Bestimmungen vor. Wie verlautet, ist daran gedacht, für die liberalisierte Einfuhr eine allgemeine Genehmigung zu schaffen, die an Stelle der Einkaufsermächtigung und der Einfuhr- und Zahlungsbewilligung treten soll. Für kontingentierte Einfuhren soll das Verfahren durch Beschränkung auf ein Einfuhrpapier erleichtert werden. Um die Sanierung der Bundesbahn Daimler-Benz-Direktor gegen dirigistische Regelung des Verkehrsproblems Bonn.— Der Generaldirektor der DaimlerBenz-AG., Dr. Fritz Könecke, sprach sich am Montag vor der Presse in Bonn scharf gegen hält die Herausnahme der betriebsfremden und sozialpolitischen Lasten aus der Rechnung der Bundesbahn und ihre Übertragung den Gesamtausgaben hatte sich in den ersten Expansion in den Vereinigten Staaten, auf ministerlelle und andere einseitig formu- auf die Allgemeinheit für notwendig. acht Monaten dieses Rechnungsjahres auf die er ausdrücklich hinwies, fühlte sich lerta nicht weniger als 30 Prozent belaufen!(W-t) Generaldirektor Dr. Gegen Umsatzsteuer bei Getreidetrocknung Der Raiffeisenverband nimmt Stellung zu Auffassungen der Finanzverwaltung lierte Vorschläge zur Regelung des VerkehrsReusch doch zu der problems aus, die dem Güterkraftverkehr schaden würden, ohne der Bundesbahn zu nützen. Dr. Könecke brachte die Auffassung der Kraftverkehrswirtschaft zum Ausdruck, daß es ausschließlich Sache der Bundesbain sei, wie sie sich im Wettbewerb mit den anderen konkurrierenden Verkehrsträgern behaupten wolle. Dennoch begrüße der Kraftverkehr die jüngsten Vorschläge des BundesNach Auffassung der Finanzverwaltung Hauptgenossenschaften des Deutschen Raiff- als sie das Defizit der Bundesbahn beseitigen Abwälzung dieser Lasten auf die Kraftverkehrswirtschaft bringe keine Entzerrung des Preiswettbewerbs. Die Kraftverkehrswirtschaft, so fuhr Dr. Könecke fort, sei jedoch bereit, ihrerseits Opfer zu bringen. Gegenvorschläge des Sonderauschusses für Fragen der Besteuerung des Kraftverkehrs liefen per Saldo auf zusätzliche Einnahmen für den Fiskus in Höhe von 100 Millionen DM zur Finanzierung von Straßenbauvorhaben hinaus. Im das Angebot gerichtet, so heißt es in gut unter- soll das Trocknen von Getreide im Groß- eisenverbandes sowie auch der Getreide- wolle, Energisch werde die Fratvereelsrs- cinzelnen sei vorgesehen: 1. Senkung der richteten Kreisen. 1954 100 000 t Walzstahl zu handel zwar für die Ernte 1951 und 1953, großhandel das aus der Ernte 1952 erfaßte wirtschaft jedoch allen dirigistischen Mas, jetzigen Steuersätze für Kraftr a a.s Carreide onna liefern. Außerdem bietet Frankreich sechs jedoch nicht auch für das Jahr 1952 ohne Getreide ohne Bedenken getrocknet, da nieSchiffe mit insgesamt 30 000 BRT, rund 200 steuerliche Nachtelle durchgeführt werden mand auf den Gedanken kommen konnte, Lastkähne und 25 elektrische Kesselanlagen können.as das genante Jahr nachträglich von der an. Die Produktion der jetzt fertiggestellten Finanzverwaltung als steuerliche Ausnahme nahmen entgegentreten, die vor allem den Kraftverkehr belasten und das Straßennetz entlasten wollen. Die Kraftverkehrswirtjetzigen Steuersätze für Krafträder und Personenwagen um 50 Prozent bei gleichzeitiger Heraufsetzung der Steuersätze für Dreiradfahrzeuge von 12 auf 16 DM je 100 ccm: 2. Einführung eines Steuersatzes an. Die Produktion der jetzt fertiggestellten verwat as seerice Aushanme haft sel insbesondere gegen neuen französischen Stahlwerke kann in Diese Handhabung der Umsatzsteuer- erklärt werden könnte. Die nunmehr von den schalt del insbesondere gesen eine unertras- von 20 DM für Lastwagen, Omnibusse, Obusse Frankreich nicht abgesetzt werden, so daß bestimmungen ist für die Praxis völlig Finanzämtern für alle nach der Trocknung die französische Industrie sich lebhaft um unverständlich und sachlich nicht zu ver- durchgeführten Getreideverkäufe geforderte Ostaufträge bemüht. treten. Abgesehen davon, daß während der Umsatzsteuer macht allein für die RaiffeisenErnte 1952 besonders in Norddeutschland organisation eine Belastung von mehreren Rekordproduktion sehr ungünstige Witterungsverhältnisse Millionen DM aus. Der Deutsche. RaiffeisenRekordproauktion herrschten und deshalb eine Trocknung zur verband hat sich deshalb an den Bundesder Zement-Industrie Erhaltung des Getreides unumgänglich war, ernährungsminister mit der Bitte gewandt liche steuerliche Mehrbelastung des Güterfernverkehrs, Beförderungsverbote bestimmter Güter, Bèschränkung des Werkverkehrs, tarifpolitische Maßnahmen, welche die Vorund Zugmaschinen, und von zehn DM für Anhänger, jeweils je 200 kg auf der Grundlage des zulässigen Gesamtgewichts; 3. Anhebung der Mineralölsteuer um vier Pfennig züge des Nutzfahrzeugs entwerten, sowie je Liter einheitlich für Diesel- und Vereine Erhöhung des Dieselkraftstoffpreises. gaserkraftstoff. Dr. Könecke fordert alle an der Gesetz- Die Kraftverkehrswirtschaft werde diese erfordert die im Zuge der Rationalisierung sich beim Bundesfinanzminister dafür ein- gebung Beteiligten auf, in Verhandlung mit neuen Opfer auf sich ne Hamburg.— In der Bundesrepublik wur- unserer Landwirtschaft in den letzten Jahren zusetzen, daß diese unbillige Umsetzsteuer- der Wirtschaft Fehlen den im vergangenen Jahr nach bisher vor- mehr und mehr eingeführte Ernte durch belastung für qualitative Verbesserungen von meiden, die drastise liegenden Angaben rund 15,32 Millionen t Mähdrescher regelmäßig ein Trocknen des landwirtschaftlichen Erzeugnissen in Fortfall den Arbeitsmarkt und die Zement hergestellt. Das ist, wie von seiten Getreides. Aus diesem Grunde hatten die kommt. der Automobilindusti Denken Sie auch an unsere neu eröffnete Konfektions-Etage mit der Riesenauswahl in Damenund Kinder-Konfektion, die wir Ihnen aus Anlaß der Neueröffnung zu Sonderpreisen anbieten! Winter SchlußVerkauf? 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Die zahnärztliche Wissenschaft hat in den letsten Jahren so große Fortschritte gemacht, daß das Tragen einer Prothese beute nicht mehr mit den Unannehmlichkeiten verbunden ist wie früher. Vor wenigen Jahren legten die Zahnprothesenträger ihre bünstlichen Gebisse über Nacht in ein Glas mit klarem Leitungswasser. Bestenfalls setzten sie dem Wasser etwas Natron oder Soda zu. Die künstlichen Gebisse sahen damals so aus, daß die Zahnärzte sie nur mit der Pinzette anzufassen wagten. Eine großartige Erfindung! Durch die großartige Erfindung eines Bakteriologen vom Bobert-KochInstitut, Berlin. Ist das anders geworden. Heute können Sie Ihr künstliches Gebiß mit Kukident-Reinigungs-Pulver onne Bürste und ohne Mühe hyglentsch einwandfrei sauber halten. Das zahnßeischfarbene Kukident macht jede Zahnprothese sauber, frisch, geruchfrei und keimfrei. Ein mit Kukident gepflegtes Gebiß zu tragen, ist ein Gennß. 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Bekanntlich verursachen die Cummiplättchen häufig Reibungen, die bel vielen Prothesenträgern Druckstellen und Entzündungen hervorrufen. Außerdem stellen die Gummisauger gefährliche Infektionsherde dar, die insbesondere für Diabetiker mit einer Reihe ven Gefahren verbunden sind. Kukident befreit Sle von Ihren Gebißsorgen. Fragen Sle Dren Zaharst. er wird es Ihnen bestätigen. Jeder fortschrittliche Zahnesut kennt die Kuktdent-Präpärate und verordnet sie seinen Patlenten. Eine Packung mit 180 g Kukident-Reinigungs-Pulver kostet 2.90 DM. die 100-g-Packung 1.50 DM. Kukident-Haft- Creme erhalten Bte für 1.30 DM, Kukident-Haft-Pulver(bei schwierigen Kleferverhältntesen zu empfehlen) für 1.50 OM. Eine Blechetrenden ait 2 Gebts wieder wie1