Gauerländisches Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: im Anzelgenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); im Textteil 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bel Bwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstend ist Olpe i. Westf TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung zugspreis: DM 3,50 einscinebhe DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe, Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe I. Westf 119. Jahrgang— Nr. 16 Mittwoch, den 20. Januar 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Ein Teil der Viererkonferenz wird in der sowjetischen Botschaft in Berlin, die unser Bild zeigt, abgehalten. In der ersten Woche tagen die Außenminister im alliierten Kontrollratsgebäude, in der zweiten in der Sowjetbotschaft. Botschaft des französischen Staatspräsidenten Coty für vereinigtes Europa Rechtsparteien und Teile der Sozialisten spenden dem Präsidenten Beifall Paris.(Korr.) Für ein vereinigtes Europa setzte sich der französische Staatspräsident René Coty gestern in einer Begrüßungsbotschaft an die Abgeordneten der Nationalversammlung ein.„Unser altes Land“, so heißt es in der Botschaft Cotys, die unter starkem Beifall der Rechtsparteien und einiger Sozialisten verlesen wurde,„hat die Geburt Europas mit Freude begrüßt. Unser gemeinsamer Wille ist es, Europa auf solide Art aufzubauen und damit ein großes und friedliches Werk zu schaffen.“ lingt, den Kurs Frankreichs in das europäische Fahrwasser der friedlichen Zusammenarbeit zu lenken. Ernst kommt vor Kriegsgericht Er soll für Zwangseinziehung junger Elsässer„mitverantwortlich sein“ sein Paris.(Korr.) Dr. Ernst, der ehemalige Oberbürgermeister von Straßburg während der Besatzungszeit, wird voraussichtlich bereits in nächster Zeit von Südwestfrankreich nach Kolmar gebracht werden. Das Kriegsgericht Kolmar ist beauftragt worden, gegen ihn Anklage zu erheben. Ernst soll für die Zwangseinziehungen junger Elsässer in die ehemalige Wehrmacht mitverantwortlich sein. Dr. Ernst soll trotz der langen Haftzeit in guter Verfassung sein. Er soll bei seiner vorübergehenden Entlassung angedeutet haben, daß er gern zu seinen Eltern nach Stuttgart zurückkehren wolle. Die Anklage gegen Ernst, er sei für die Zwangseinziehung junger Elsässer zur deutschen Wehrmacht„mitverantwortlich“ gewesen, ist unsinnig, denn Dr. Ernst hatte als Oberbürgermeister Straßburgs überhaupt nichts mit der Wehrerfassung zu tun. Der Fall liegt klar: Paris wi11 Dr. Ernst nicht freilassen und sucht verzweifelt nach einem Grund, ihn hinter Zuchthausmauern zu begraben. Deshalb stellt man ihn auch nicht vor ein ordentliches, sondern vor eifl Kriegsgericht. Und dies in einem Augenblick, in dem selbst die Russen die Zuchthaustore der Ostzone öffnen... Coty forderte die Abgeordneten ferner auf, sich bevorzugt der Lösung sozialer Fragen zuzuwenden. Im französischen Staatswesen machten sich wachsend große Schwächen bemerkbar. Es sei Zeit, hier Ordnung zu schaffen. Die Abgeordneten nahmen die Botschaft stehend entgegen. Die Erklärung Cotys wurde von dem Präsidenten der Nationalversammlung, Le Troquer, verlesen. weil der Staatspräsident nicht selbst zu den Abgeordneten sprechen darf. Nach einer Pause von drei Wochen wird die Nationalversammlung am 9. Februar wieder zusammentreten. Es bleibt zu hoffen, daß die Ideen, die aus der Botschaft Cotys sprechen, auch verwirklicht werden. Mit Genugtuung nehmen wir die Bekundung des guten Willens des französischen Staatspräsidenten zur Kenntnis, der in einer Stunde seiner Meinung Ausdruck gab, in der Moskau auf Paris herumtrommelt und viele französische Politiker ein erschreckendes Maß an Unentschlossenheit zeigen. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob es dem Präsidenten Coty ge4010 Häftlinge freigelassen Berlin.(dpa) Von den 6143 Häftlingen, die nach Mitteilung der Sowjetzonenbehörden vorzeitig entlassen werden sollen, sind seit Sonnabend 4010 in Freiheit gesetzt worden. Am Montag wurden 40 Häftlinge aus dem Zuchthaus Bautzen und am Dienstag 30 Frauen aus dem Zuchthaus Hoheneck nach Westberlin und in die Bundesrepublik entlassen. Die Entlassungsaktion soll noch vor Beginn der AußenministerKonferenz abgeschlossen werden. Keine Übergabe Gefangener Munsan.(Reuter) Ein indischer Sprecher sagte gestern in Munsan, die indischen Gewahrsamstruppen würden die nichtheimkehrwilligen Kriegsgefangenen aus UNO-Ländern zum gegenwärtigen Zeitpunktnicht dem kommunistischen Oberkommando zurückgeben, weil sich die Kommunisten grundsätzlich gegen die Rückgabe der Gefangenen am Mittwoch ausgesprochen hätten. Die 22 000 nordkoreanischen und chinesischen Kriegsgefangenen sollen jedoch, wie vorgesehen, heute dem UNO- Oberkommando übergeben werden. Die nordkoreanischen und chinesischen Kriegsgefangenen werden am 22. Januar den Status von Zivilisten erhalten. Das UNO-Oberkommando trifft alle Vorbereitungen, um antikommunistische chinesische Kriegsgefangene anschließend nach Formosa zu transportieren. Engländer bremsen Arnolds Pläne Verordnung 118 soll vorläufig nicht aufgehoben werden Dulles rechnet mit drei Wochen USA-Außenminister betont: Deutschland muß wiedervereinigt werden Berlin.(Eig. Bericht) Der USA-Außenminister Dulles äußerte, wie aus Washington gemeldet wird, gestern die Hoffnung, daß die Berliner Außenministerkonferenz drei Wochen nach ihrem Beginn abgeschlossen werden könne. Deutschland musse wiedervereinigt werden. Das könne nur geschehen, wenn die vier Besatzungsmächte die Barrieren niederrissen, so daß ein vereinigtes Deutschland durch freie Wahlen eine gesamtdeutsche Regierung bilden könne. tionär Hubert Scharley und dem Bundeskanzler Dr. Adenauer ist gestern auf den 9. Februar vertagt worden. Unterrichtete Kreise in Bonn vermuten, daß versucht werden dürfte, den Streit beizulegen. Erste Vergleichsverhandlungen sollen bereits stattgefunden haben. Bonn.(dpa) Ein Sprecher des britischen Hohen Kommissarlats teilte gestern in Bonn mit, daß die britischen Behörden vorläufig nicht daran denken, die Verordnung 118 der britischen Militärregierung aufzuheben, durch die der Nordwestdeutsche Rundfunk konstituiert wurde. Die Nachrichten über die vom Land Nordrhein-Westfalen geplante Errichtung eines Westdeutschen Rundfunks Köln seien im britischen Hohen Kommissariat mit Interesse zur Kenntnis genommen worden. Man werde vorläufig in dieser Angelegenheit nichts unternehmen. Es wird darauf hingewiesen, daß augenblicklich überhaupt keine Mittelwelle mehr zur, Verfügung stehe, auf der ein neuer Sender arbeiten könne. Der NWDR-Sender Köln arbeitet auf der Welle 971 kHz, auf der auch die Sender Hamburg und Göttingen des NWDR ausstrahlen. Dulles betonte, die drei Westmächte seien bereit, diesen Schritt zu unternehmen. Sie könnten es jedoch nicht allein tun. Die sowjetische Mitwirkung sei wesentlich. Österreich müsse frei werden. Dem stehe kein wirkliches Hindernis entgegen. Wie aus Wien gemeldet wird, werden Außenminister Dr. Figl und Staatssekretär Kreisky zur Außenministerkonferenz nach Berlin entsandt werden. Sie sollen dort über den österreichischen Staatsvertrag verhandeln. Der Bundeskanzler bestätigt Wie aus Bonn berichtet wird, wies Bundeskanzler Dr. Adenauer gestern vor dem CDU-Bundesparteivorstand darauf hin, daß sich die Westmächte für die Verwirklichung der Wiedervereinigung Deutschlands das Programm zu eigen gemacht hätten, auf das sich auch die Bundesregierung und der Bundestag geeinigt hätten.„An erster Stelle dieses Programms steht die Forderung der freien gesamtdeutschen Wahlen.“ Die Erfolgschance der Berliner Viererkonferenz hänge davon ab, ob sich die Sowjetunion bereiterkläre, als ersten Schritt zur Wiederherstellung der deutschen Einheit freie und demokratische Wahlen vorzunehmen. Sucht Adenauer Vergleich? Bonn.(dpa) Der Termin im Rechtsstreit zwischen dem Solinger Kaufmann und SPD-Funktionär Heinrich Schroth sowie dem Gelsenkirchener DGB-FunkKalif rebelliert gegen Sultan Italienisches Kabinett vereidigt— Rommels Sohn im Justizdienst Alarmierende Berichte kommen aus Spanisch-Marokko, daß sich der dortige Kalif durch einen„Staatsstreich“ der Oberhoheit des Sultans in Französisch-Marokko zu entziehen versuche. Der Kallf Ist der Vetter des von den Franzosen abgezetzten Sultans. Dag neue italienische Kabinett Fanfanl wurde gestern vom Staatspräsidenten vereidigt. Manfred Rommel, der Sohn des toten Generalfeldmarschalls, fungierte gestern in Verhandlungen vor dem Amtsgericht Göppingen in Württemberg als Vertreter der Staatsanwaltschaft. Eine Seeschwalbe mit einem Ring der Vogelwarte Helgoland ist in der südafrikanischen Stadt East London gefunden worden. Der Vogel muß wenigstens eine Strecke von 9600 Kilometer zurückgelegt haben. Der diesjährige CDU-Bundesparteltag wird in Köln stattfinden. Die Bundesbahn weist im Wirtschaftselnen Fehlbetrag von 794 Millionen Mark aus. Der holländische Senat begann gestern mit der Aussprache über den EVG-Vertrag. Der griechische Ministerpräsident Pagestern vom französischen Außenminister Bidault empfangen worDie norwegischen Verteidigungsausgaben betragen im neuen Haushalt 556 Millionen Mark und sind damit der größte Posten im Etat. Filmvorzensurstellen seien in den USA eine verfassungswidrige Einrichtung, entschied der Oberste amerikanische Bundesgerichtshof am Montag. Ein neuer USA-Hubschrauber kann drei schwerbeladene Jeeps an Bord nehmen. Ihre Staatsbürgerschaft verlieren sollen nach einem USA-Gesetzentwurf alle diejenigen Amerikaner, die wegen Verrats oder wegen Verschwörung zum Sturz der Regierung verurtellt werden. 170 000 Einwanderer aus Europa will Kanada im kommenden Jahr aufnehmen. Der argentinische Staatspräsident Peron hat die Ehrenpräsidentschaft eines deutschargentinischen Sportklubs in Buenos Alres übernommen. Eingestürst sind mehrere Häuser bei einem Erdbeben in der griechischen Stadt Pyrgos. Fransösische Truppen stehen vor der laotischen Stadt Thakhek, die vor einiger Zeit von den Vietminhs erobert worden war. Der französische Staatspräsident Coty ernannte den Korpsgeneral Ganeval, der früher französischer Stadtkommandant in Berlin war, zum Chef seines Militärkablnetts. FRAU HILLERS IN LONDON Die Mutter des sechsjährigen Jimmy Hillers ist in London eingetroffen, um bei den englischen Behörden die Rückgabe ihres Sohnes zu erwirken. Unser Bild zeigt sie zusammen mit ihrem amerikanischen Anwalt. „Nautilus" läuft vom Stapel Frau Eisenhower wird das Atom-U-Boot am Donnerstag taufen Groton(Conneoticut). Das erste durch Atomkraft angetriebene Unterseeboot der Welt wird am Donnerstag in Groton(USA) vom Stapel laufen. Bei einem Festakt auf der Werft wird die Frau des amerikanischen Präsidenten das U-Boot auf den Namen„.uvIIus“ taufen. Der Stapellauf der„Nautilus“ ist ein Wendepunkt in der Geschichte der Seefahrt. Unterrichtete Kreise rechnen damit, daß ein mit Atomenergie betriebenes Schiff mehrmals die Erde umfahren kann, ohne Brennstoff aufzunehmen. Außerdem kann ein Atom-U-Boot mehrere Tage, vielleicht sogar Monate, unter Wasser operieren. Das Herzstück der Maschinenanlage der„Nautilus“ ist eine Kernreaktionsanlage, die nach Art eines Atombrenners Wärme liefert. Diese Wärme wird zur Dampferzeugung verwendet. Der Dampf treibt eine Turbinenanlage. Die„Nautilus“ ist das größte Unterseeboot, das bisher in den Vereinigten Staaten gebaut wurde. Die Größe des Schiffs ist zum Teil durch die massiven Abschirmeinrichtungen bedingt, die zum Abfangen der gefährlichen radloaktiven Strahlung notwendig sind. Korruptionsprozeß in Wien Wien.(Korr.) Einer der größten Prozesse der Nachkriegszeit in Österreich beginnt heute in Wien. Der frühere OEVPMinister für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung im ersten Kabinett Figl, Dr. Krauland, wird sich zusammen mit sechs Mitarbeitern unter der Anklage des Amtsmißbrauchs bei der Verwaltung beschlagnahmter Vermögen zu verantworten haben Das Ministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung war nach dem Kriege für die Erfassung und Verwaltung der Vermögen in Österreich eingerichtet worden,. die als ehemaliges deutsches Eigentum an den österreichischen Staat übergingen. Die Anklageschrift umfaßt 209 Seiten. 150 Zeugen sind geladen. 1147 Bischöfe regieren Vatikanstadt.(KNA) 1147 residierende Bischöfe regieren zur Zeit die Katholische Kirche gegenüber 1123 im Vorjahr. Dieses geht aus dem Jahrbuch hervor, das am Montag dem Papst überreicht wurde. Die Zahl der Metropolitansitze ist von 282 auf 293 gestiegen. Die katholische Kirche zählt weiter zehn Residential- und fünf Titularpatriarchate sowie 42 erzbischôfliche Residenzen. Die Zahl der Pralaturen und Abteien ist von 69 auf 70 gestiegen, Weiter gliedert sich die Kirche in zwölf apostolische Administraturen, 18 Prälaturen des orientalischen Ritus, 232 apostolische Vikariate und 135 apostolische Präfekturen sowie acht Missionen und Missionsbezirke eigenen Rechts. Neuer Spionage-Prozeß Karlsruhe.(dpa) Vor dem II. Strafsenat des Bundesgerichtshofes beginnt am kommenden Montag die Hauptverhandlung gegen den Ministerialrat im SowjetzonenMinisterium für Innen- und Außenhandel, Ludwig Weis, und den Hausmeister Kraus, beide aus Frankfurt(Main). Weis wird beschuldigt, seine Stellung als Leiter des Sowjetzonalen Büros für innerdeutschen Handel in Frankfurt zum Ausspähen von Staatsgeheimnissen mißbraucht zu haben. Wie wird das Wetter? Verhältnismäßig mild Zwischen einem Hoch über Mitteleuropa und einem nach Südskandinavien ziehenden Tief hält die Zufuhr milder Meeresluftmassen an. Vorhersage für Mittwoch: Bel mäßigen Winden um Südwest melst stark bewölkt und zeitweise leichter Regen. Verhältnismäßig Nachtfrost. mild. Kein Weitere Aussichten: Unbeständig. Vorerst noch mild. Sonnenfinsternis G. St. Der Mensch ist nicht frei, solange er befürchten muß, daß er wegen seiner Staatsangehörigkeit, seines Glaubens, seiner Überzeugung oder seiner Rasse verfolgt werden kann. Der Bauernkrieg, die Französische Revolution und die sozialen Erschütterungen des 19. und 20. Jahrhunderts, die Thomas Münzer, Marrat. Robespierre und Lenin personifizieren eine Entwicklung, die die Menschheit nicht zur Ruhe kommen läßt. Sie alle haben in der Freiheit des Individuums ihr Ziel gesehen. Aber was haben sie aus diesem köstlichsten aller Güter gemacht? Sie haben es in eine Form gepreßt, in der für die menschliche Eigenart kein Platz mehr ist. Einer der begabtesten Schriftsteller unserer Zeit, Arthur Koestler, ist einmal Kommunist gewesen, er war in Moskau und im spanischen Bürgerkrieg. Und dann schrieb er ein Buch:„Sonnenfinsternis“. Es gliedert sich in die drei Verhöre des angeklagten Volkskommissars Rubaschow und in die„Grammatikalische Fiktion“, den Genickschuß im Keller eines Moskauer Gefängnisses. Rubaschow ist nur ein Name. Aber was er auf den Seiten dieses Buches darstellt, ist das, was heute wie ein Alpdruck auf der westlichen Welt liegt: was würde den einzelnen erwarten, wenn Westdeutschland morgen bolschewistisch würde? Gewiß, nicht jeder wäre ein Rubaschow. Aber fast jeder würde in seiner Brust Gedanken verschließen, die ihm vielleicht irgendwann zum Verhängnis werden könnten. Das große Argument des Westens ist die Freiheit. Unter dieser Fahne marschierten die alliierten Divisionen in Deutschland und in Korea, und unter ihr sollen junge Deutsche wieder Waffen tragen. Der Westen wollte besser sein als Hitler und Stalin. Freiheit gegen Folter und Genickschuß. Recht gegen Unrecht. Die ersten Jahre nach dem Kriege standen im Schatten eines so turbulenten Zusammenbruchs, daß vieles in Kauf genommen wurde, was im krassen Widerspruch zu den Prinzipien steht, die die Deutschen umerziehen sollten. Das deutsche Volk hat sich mit alledem abgefunden, weil es die Schuld der Vergangenheit erkannt hat. Jede Sühne hat aber Grenzen, überall dort, wo die Methoden sich von denen Hitlers und Stalins nur in den Bedingtheiten des Kulturgefälles unterscheiden. Es kann uns nicht gleichgültig lassen, wenn der frühere Oberbürgermeister von Straßburg, Dr. Ernst, erneut vor ein französisches Militärgericht gestellt werden soll, nachdem er im Laufe von fast neun Jahren immer wieder von Anklagen freigesprochen worden ist, die jetzt als Vorwand für seine überraschende Verhaftung dienen sollen. Der gehetzte Mensch unserer Tage kann sich nur schwer in den qualvollen Alltag nes Gefangenen hineinversetzen, der fast näun Jahre hinter Gittern lebt, ohne zu Ween, wofür. Man muß sich zwingen, für einen Augenblick alle Umwelt zu vergessen: elnes Tages öffnet sich die eiserne Tür des Gefängnisses, und der Gefangene wird einer Welt wiedergegeben, die ihm in einer ganzen Kette von Prozessen bestätigt hat, daß er nichts getan hat, was den Richtern eine Handhabe hätte geben können, um ihn zu verurteilen. Seine Brust dehnt sich. Wenn es nicht zu theatralisch wäre, würde er seine Arme breiten, so groß ist sein Glück. Und dann— fünf Kilometer vor dem Schlagbaum bei Kehl, wo die Spitzen der Behörden, Verwandte und Freunde auf den Spätheimkehrer warten— legt sich eine Hand auf seine Schulter: wieder verhaftet! Die deutsche Öffentlichkeit, die das Schicksal dieses Mannes mit wachsender Anteilnahme verfolgt hat, ist wie vor den Kopf geschlagen. Seit Jahren haben sich deutsche und französische Parlamentarier im Gebäude des Europarates in Straßburg getroffen, um das Fundament eines freien Europas zu legen, in Straßburg, wo die Fehde zwischen Deutschen und Franzosen endlich begraben werden soll. Es ist ein tragischer Zufall, daß ausgerechnet in dieser Stadt eine Ungeheuerlichkeit geschehen ist, die das Schicksal des Volkskommissars Rubaschow überschattet. Keine Entschädigung für Heimkehrer? Regierungsvertreter in Friedland unerwünscht— Nicht eingehaltene Wahl-Versprechungen „Aufhängen!— Schäffer nach Sibirien!— Wo wohnt der Lump?— Auf die Straße! — Biwak ver dem Bundeshaus!— Schluß mit humanen Protesten... Das ist nur ein bescheidener Auszug aus der Reihe der tumultartigen Zwischenrufe im Verlaufe der jüngsten Heimkenr-- Kundgebung in den überfüllten Sälen des Bonner Bürgervereins. Sie sind aber kennzeichnend für die echte und nicht hinwegzuleugnende Empörung, die sich in zunehmendem Maße der Rußland-Heimkehrer bemächtigt, weil sich die Bundesregierung aus finanziellen Gründen noch immer nicht entschließen konnte, das nun vor fast einem halben Jahr einmütig vom Plenum verabschiedete Entschädigungsgesetz für Heimkehrer in Kraft treten zu lassen. Der Sprecher des Verbandes, Werner Kiessling, drohte mit Massenkundgebungen der Heimkehrer in den Straßen Bonns.„Es wäre ein häßlicher Mißklang, wenn während der Berliner Konferenz 50 000 Heimkehrer in den Straßen Bonns für ihr Recht demonstrieren müßten... Wir haben die Diktatur hassen gelernt und lehnen jede Diktatur ab, auch die eines Finanzministers Schäffer!“ Vor Tische las man’s anders Im Juni des vergangenen Jahres standen 30 000 Heimkehrer bereit, nach Bonn zu fahren. Damals waren es die verpönten „Verbandsfunktionäre“, die eine solche Demonstration verhinderten. Heute wären sie dazu nicht mehr in der Lage... Mußte es erst zu dieser außerordentlich bedauerlichen Mißstimmung unter den Heimkehrern kommen, um zu bewirken, daß sich das Bundeskabinett am 20. Januar mit der Frage beschäftigt, wie man aus dem Dilemma herauskommen kann? Wir meinen: Nein. Das Verhalten des Bundesfinanzministers war höchst widerspruchsVo1l. Aber auch den Parteien kann der Vorwurf nicht erspart bleiben, im allgemeinen Wahlkampf-Bewilligungs-Fieber Maßnahmen beschlossen zu haben, von denen kein Mensch recht wußte, wie sie zu verwirklichen seien. Das soll nicht heißen, daß wir der Auffassung sind, die jährlich erforderlichen etwa 200 Millionen DM stünden für diesen Zweck unter keinen Umständen zur Verfügung. Eine vorherige sachliche Prüfung der wirklich gegebenen Möglichkeiten und ein Übereinkommen mit Schäffer hätten diesen häßlichen Streit vermeiden können. Die einzigen Leidtragenden Heute ist nun die Situation so, daß alle verstimmt sind. Die Heimkehrer, weil sie sich als„Opfer billiger Wahlversprechungen“ fühlen; die Fraktionen des Bundestages, weil sie ihre Autorität als höchstes gesetzgebendes Gremium der Bundesrepublik gefährdet sehen, und der Finanzminister, weil er sich als Verantwortlicher für die Stabilität der Währung von allen verlassen glaubt, die sein zweifellos schweFaruk mit Scheidung einverstanden Kairo.(Reuter) Exkönig Faruk hat in die Scheidung von seiner Frau Narriman eingewilligt. Ein muselmanisches Gericht, das gestern über das Scheidungsbegehren der Exkönigin verhandelte, vertagte den Fall bis zum 2. Februar. Inzwischen verhandeln beide Parteien über die Alimentationsansprüche Narrimans. Die Exkönigin fordert einen monatlichen Unterhalt in Höhe von 60 000 Mark. teriell entscnadigt zu werden. Es steht heute noch nicht einmal fest, wie groß überhaupt der Personenkreis der Anspruchsberechtigten ist, da diese Feststellung erst in Verfolg des in Kraft getreres Amt zu stützen in der Lage sind. Die tenen Gesetzes getroffen werden kann. Es Leidtragenden aber sind unsere Heim- Ist dringend zu hoffen, daß sich das Bunkehrer, die es weiß Gott verdient haben, für ihr jahrelang geduldig ertragenes Los von der Heimat— soweit das überhaupt möglich ist— wenigstens maMit Strafrechtsreform wird begonnen Entwurf soll 1955 fertiggestellt sein— Zwei Jahre Beratung im Bundestag Bonn.(dpa) Das Bundesjustizministerium hofft, dem Bundestag im Jahre 1955 den schon seit langem vorbereiteten Gesetzentwurf zur Strafrechtsreform vorlegen zu können. Der Bundestag wird zur Beratung etwa zwei Jahre benötigen. Mit dem allgemeinen Teil der Reform des in seinen Kernpunkten seit hundert Jahren gültigen deutschen Strafrechts wird sich eine Kommission befassen, die in Kürze gebildet werden soll. Der die Gleichberechtigung von Mann und Frau verwirklichende Entwurf des Trauerfeier im Bundeshaus Bundespräsident und Regierung nahmen Abschied von Hoepker-Aschoff Bonn.(dpa) Bundespräsident Heuß, die Präsidenten des Bundestags und des Bundesrats, der Geschäftsführende Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Dr. Katz, Bundeskanzler Dr. Adenauer, Vizekanzler Blücher und viele andere führende Persönlichkeiten der Bundesrepublik nahmen gestern in einem feierlichen Staatsakt im Plenarsaal des Bundeshauses in Bonn Abschied von dem verstorbenen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Dr. Hermann HoepkerAschoff. Ein Katafalk, bedeckt mit der Bundesflagge und dem Richterbarett, stand an der Stelle des mit grünen Pflanzen und weißem Flieder geschmückten Raumes, wo Dr. Hoepker-Aschoff bis 1951 als Parlamentarier am Wiederaufbau des demokratischen Staatswesens mitgewirkt hat. Die Flaggen in Bonn und auf den öffentlichen Gebäuden in allen Ländern der Bundesrepublik waren zum Zeichen der Trauer auf halbmast gesetzt. Der Bundespräsident sagte in seiner Trauerrede, seine Worte könnten nichts anderes sein als das Abschiedsgespräch zwischen Freunden.„Den Mann HoepkerAschoff, von dem wir jetzt Abschied nehmen, habe ich geliebt.“ Heuß erinnerte an den gemeinsamen politischen Weg, den Hoepker-Aschoff und er seit dreißig Jahren unter dem Leitbild Friedrich Naumanns zurückgelegt haben. HoepkerAschoff habe die öffentlichen Dinge vom Staat aus gesehen, nicht vom Volke— den starken und geordneten Staat nicht als Machtinstrument begriffen, sondern als Schutzdach der bürgerlichen Freiheit. Auch Bundeskanzler Dr. Adenauer, der Geschäftsführende Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Dr. Katz, der Parteifreund des Verstorbenen, Vizekanzler Blücher, und Bundestagspräsident Dr. Ehlers würdigten in ihren Abschiedsworten die großen Verdienste des Verstorbenen um den Staat, das öffentliche Wohl und das Recht. Dr. Hoepker-Aschoff wird am heutigen Mittwoch in seiner Geburtsstadt Herford in aller Stille beigesetzt. Denunziation fand Sühne Koburg.(dpa) Dié Strafkammer des Landgerichts Koburg verurteilte den 48 Jahre alten Schwitalla, der 1945 für kurze Zeit von den Sowjets als Bürgermeister von Saarau in Schlesien eingesetzt worden war, wegen Freiheitsberaubung zu viereinhalb Jahren Gefängnis. Der Angeklagte war nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme von der Wehrmacht desertiert und hatte sich nach dem Einmarsch der Sowjets in Saarau bei diesen lieb Kind gemacht. Er denunzierte den ehemaligen GendarmerieWachtmeister Krause bei den Sowjets, die Krause ins Gefängnis warfen. Schwitalla schlug Krause mit einer Eisenkette mehrmals ins Gesicht. Er haßte den Gendarmeriebeamten, weil dieser 1943 bei der Ermittlung eines von Schwitalla verübten schweren Diebstahls von Wehrmachtsgut mitgewirkt hatte. Familienrechtsgesetzes wird in dieser Woche im Bundesrat erörtert und soll Anfang Februar dem Bundestag zugeleitet werden. Das Bundesjustizministerium hofft, daß das Gesetz bis Ende des Jahres verabschiedet ist. Danach soll das neue Ehegesetz ausgearbeitet werden. Der vom Bundesrat abgelehnte Entwurf eines Straffreiheitsgesetzes wird in Kürze dem Bundestag vorgelegt und wahrscheinlich Anfang Februar in erster Lesung beraten werden. Südafrikanischer Knigge Kapstadt.(Korr.)„Der ehrenwerte Minister ist offensichtlich verrückt geworden“, ist eine der Äußerungen, die die südafrikanischen Parlamentarier auf Grund eines Beschlusses eines Komitees zur Verbesserung der parlamentarischen Sitten nicht mehr gebrauchen dürfen. Andere jetzt verbotene Wendungen sind:„Mein Großvater war im Gegensatz zu Ihrem ein Europäer“,„Den Abgeordneten übertrifft noch ein Floh an Verstand“ und endlich der Zwischenruf„Moskau!“. deskabinett am 20. Januar trotz aller finanziellen Bedenken entschließt, das Entschädigungsgesetz in seiner ursprünglichen Form in Kraft treten zu lassen. Es sollte sich von dem Gesichtspunkt leiten lassen, daß neben fiskalischen auch moralische und politische Gesichtspunkte einer sehr ernsten Betrachtung wert sind. Die von den Heimkehrern abgegebene Erklärung, daß sie„keine Regierungsvertreter mehr in Friedland zu sehen wünschten“, zeigte welche schädliche Diskrepanz zwischen Begrüßungsadressen und praktischer Hilfeleistung zu entstehen droht. Es ist hohe Zeit, daß noch peinlichere Weiterungen vermieden werden. Aussperrung Streikender London.(Korr.) Im Arbeitskonflikt in der britischen Elektroindustrie holten die Unternehmer gestern zum Gegenschlag aus. Sie beantworteten den 24-Stundenstreik von rund 30 000 Mitgliedern der Elektrikergewerkschaft mit der Aussperrung der Beteiligten. Als die Streikenden, die zum Teil ohne große Begeisterung der Parole ihrer Gewerkschaft gefolgt waren, gestern morgen an ihrer Arbeitsstelle wieder erschienen, wurden sie von den Betriebsleitern in den meisten Fällen wieder nach Hause geschickt. Sechs Elektriker in Manchester wurden sogar entlassen. Die Elektrikergewerkschaft hat die Absicht, nun wiederum zu Guerilla-Streikaktionen in einzelnen von ihr ausgewählten Schlüsselwerken überzugehen. Außerdem hat sie beschlossen, in der kommenden Woche 7000 Elektriker im Großlondoner Raum in den Streik treten zu lassen. 270 Entlassene in Herleshausen Aus den Zuchthäusern Torgau und Waldheim gekommen Kassel.(dpa) 270 von den Sowjets aus den Zuchthäusern Halle, Bautzen, Waldheim und Torgau entlassene Häftlinge trafen gestern an der Zonengrenze bei Herleshausen in der Bundesrepublik ein. Unter ihnen sind zehn Frauen. Nach ihren Aussagen sollen in Torgau von 1740 Gefangenen 949 entlassen worden sein. Der wegen Aussagen über den Massenmord an polnischen Offizieren in Katyn verhaftete Professor Timm wird in Bankprokurist führte Doppelleben Tagsüber der vorbildliche Familienvater— In Bars 180 000 sfrs verjubelt Torgau noch festgehalten. Ferner befinden sich dort zahlreiche Angehörige des sogenannten Norwegischen Bataillons, eine deutsche Einheit, die nach dem Kriege von den Engländern an die Sowjets ausgeliefert wurde. Die zehn Frauen kamen aus dem Zuchthaus Waldheim. Eine von ihnen, Ursula Langhorr aus Lübeck, feierte mit der Rückkehr in die Freiheit gestern ihren 27. Geburtstag. Sie war nach ihren Angaben im Juli 1948 mit einem ordnungsgemäßen Interzonenpaß in die Sowjetzone zu Bekannten gefahren und nach Denunziation durch einen Spitzel dort verhaftet worden. Zürich.(dpa) Mehr als vier Jahre lang führte ein Züricher Bankprokurist ein Doppelleben, ehe er nun wegen Unterschlagung von 180 000 Schweizer Franken zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der 42jährige Angeklagte hatte wegen seiner Tüchtigkeit schnell Karriere gemacht. Seine Firma rühmte seinen Fleiß und seine Bescheidenheit. Er galt als vorbildlicher Familienvater, der aus Sparsankeit weder trank noch rauchte. In den Nächten aber gab er in Bars und vornehmen Luxushotels Riesenbeträge aus. Er unterhielt drei Freundinnen, denen er teure Wohnungen einrichtete. In Geberlaune hielt er manchmal alle Gäste der von ihm besuchten Nachtlokale frei. Als man den Unterschlagungen endlich auf die Spur kam, stellte sich der Schuldige freiwillig der Polizei. Vorher hatte er mit seiner Frau telefoniert und ihr alles gebeichtet. Henker wartete vergebens Cornwall(Ontario). Eine Stunde bevor er im Gefängnis von Cornwall in der kanadischen Provinz Ontario gehängt werden sollte, fiel der 29 Jahre alte Raubmörder Henri Seguin in seiner Zelle um, verfiel in Zuckungen und starb. Der Henker wartete vergeblich auf den zum Tode Verurteilten. Seguin hatte im Öktober vorigen Jahres einen Taxiunternehmer ermordet und beraubt. Jetzt soll untersucht werden, weshalb Seguin so plötzlich starb. Moines Vators PFERDE EIN ROMAN VON CLEMENS LAAR COPYRIGHT BEI ADOLF SPONHOLTZ VERLAG, HANNOVER 55. „Aber ich hab' keinen, Herr Rittinghaus, und selbst wenn ich einen hätte oder vielleicht sogar eine ganze Fabrik oder eine Werft für Rittinghaus'sche Bananenkähne, Sie brauchten trotzdem keine Angst vor mir zu haben. Ich welß nämlich, was ich alles nicht bin, und noch mehr weiß ich, was für ein unmenschliches Glück ich mir für Ihre Bim von einem allergnädigsten lieben Gott erbitten möchte. Ich denke, das ist ein für allemal klar zwischen uns beiden.“ „Ja“, sagte der Gnom dunkel aus den Tiefen seines Jackettkragens heraus— denn der Kamelhaarmantel war heute in Fortfall gekommen—,„zwischen uns beiden.“ Als ich ausstieg, knatterte er und ruckte dabei mit der Nase wie ein nervöser Terrier:„Überlegen Sie sich das nochmal mit dem Speiseeis, Godeysen. Sie sind ein Glückskind. Sie würden gefrorene Schuhereme durchsetzen.. „Bis vor kurzem habe ich mich sogar für das Modell aller Glückskinder gehalten, Herr Rittinghaus, Neuerdings neige ich zur gegenteiligen Auffassung.“ „Abwarten“, knarrte der Gnom und ließ anfahren,„abwarten!“ Als mir dann aber un meiner Wohnungstür Zeisig strahlend entgegenkam und verkündete, daß Queiß im Arbeitszimmer wartete, da packte mich ein solcher Auftrieb, daß ich in diesem Augenblick dem alten Gnom bedingungslos recht gegeben hätte, Selbst wenn der Gedankc an Bim gleichzeitig eine glühende Speerspitze war, die mir jemand zentimeterweise in der Brust herumdrehte. „Queiß, Mensch, ich kann dir gar nicht sagen..." Er sah mich mit seinem wohlbekannten, verhaltenen und guten Lächeln an, das so viel mehr ausdrückte als knackende Händedrücke oder große Worte. „Zeisig sagte mir neulich, daß du dabei bist, dich zu ordnen. Da wollte ich doch einmal nachsehen, Kaspar.“ Ich war zu dieser Stunde in vieler Hinsicht etwas benommen, aber das Wort neulich machte mich doch sofort stutzig. Es stellte sich dann auch sofort heraus, daß die ganze wundersame Entwicklung der letzten Tage, in erster Linie natürlich der Verkauf der Hyazinthe, das Ergebnis Zeisigscher Regiekunst war. Er hatte bei Queiß angerufen, unter irgendeinem Vorwand natürlich, und hatte so ganz sachte und nebenbei seine Minen springen lassen. Queiß hatte sich dann mit Lesky in Verbindung gesetzt.. „Das ist mir aber verdammt unangenehm, Queiß. Was soll ich denn jetzt machen?“ „Gar nichts ist dabei unangenehm“, erklärte mir Queiß in seiner präzisen und durchdachten Art.„Lesky wollte die Stute auf alle Fälle kaufen, und daß ich mit meinem Hinweis bei ihm jede Form gewahrt habe, brauche ich wohl eigentlich kaum zu erklären. Aber erzähl mir, wie die Dinge bei dir stehen.“ Ich erzählte es ihm. Ich berichtete sehr viel von Bim und von Herzeloide, und ungewollt rutschte mir heraus, daß ich insgeheim die Stute Bim nannte, wenn wir beide allein waren, und Queiß setzte sein kleines gescheites Lächeln auf: „Ja, ja, Kaspar, die Frauen und die Pferde. Die reißen dich immer heraus. Du bist jedenfalls wieder der alte Kerl, wie ich ihn mir wünsche. Du weißt, daß du ziemlich stark im Rutschen warst?“ „Das hast du mir ja wohl schon vor einem halben Jahr recht deutlich gemacht, Queiß.“ „Mit wenig Nutzen.“ „Nee“, gab ich überzeugend zu,„genutzt hat es nischt, und ich sitze ja auch ziemlich hoffnungslos im Schlamm. Es sieht durchaus nach schlichtem Abschied und irgendeiner schmählichen Pointe aus, Queiß.“ Er suchte sich sorgsam eine seiner langen Sandblatt-Havannas aus dem Etui. Der einzige Luxus, den er sich erlaubte. „Du hast dich geändert“, sagte er und schien mehr als sonst jedes Wort zu wägen.„Du bist wieder imstande, mit ganzer Seele dich in eine Sache hineinzuknien. Es ist nur eine Pferdegeschichte, aber nicht der Umfang oder die Bedeutung einer Aufgabe machen sie wichtig, sondern das Prinzip, das dahinter steckt. An dieses Prinzip halte ich mich. Du willst und wirst hier etwas durchsetzen.. Ich konnte nur bitter lachen. Zuerst Rittinghaus und dann Queiß schienen es sich heute vorgenommen zu haben, mich abwechselnd zu streicheln und dann wieder unter deutlichster Betonung meiner Unzulänglichkeit zu prügeln. „Der Verlag Mittler& Sohn“, erklärte Queiß knapp, ohne auf mein Gelächter des Galgenhumors zu achten,„gibt neuerdings eine Broschüren-Reihe über Taktik und Strategie der einzelnen Waffengattungen, besonders der Spezialformationen, heraus. Du könntest den Auftrag übernehmen, den ich bekommen habe. Sie zahlen 750 Mark.“ „Das kann ich nicht, Queiß.“ „Ein Wort, das ich zum erstenmal von dir höre. Wenn es Bescheidenheit war, dann ist es gut. Sonst aber will ich es nicht noch einmal vernehmen. Natürlich kannst du es. Der Einfall stammt sogar von dir.“ Daß der Einfall zu einem regelrechten Buch, meinetwegen einer Broschüre, von mir stammen sollte, verwunderte mich über die Maßen. Ich lächelte ungläubig. „Doch, mein Lieber, erinnerst du dich, wie du einmal vor geraumer Zeit erklärt hast, wie überholt im Zeitalter der modernen Waffentechnik, vor allen Dingen der neuen Schnellfeuerwaffen, die taktischen Grundsätze sind, nach denen im GardeKavallerie-Korps immer noch gearbeitet wird?“ Ich erinnerte mich nicht, aber es mochte stimmen. Dann und wann fiel mir ein, daß ich auch noch einen Kopf besaß. „Das Thema“, bestimmte Queiß,„heißt Die Taktik des größeren Kavallerie-Verbandes im Hinblick auf die artilleristische Entwicklung seit 1871’, Wenn du dich auf den Hosenboden setz't und einige Nächte daran gibst, kannst du in einer Woche fertig sein. Dann hast du das Geld, das du brauchst.“ „Die Leute vom Verlag werden von mir nichts haben wollen.“ „Ich gebe dir eine Empfehlung mit, aber im übrigen mußt du dich natürlich durchsetzen.“ Schon wieder dieses Wort. Langsam bekam ich Angst davor. Aber als Queiß gegangen war, schob ich mich hinter den Schreibtisch, übersah das penetrante Feixen von Zeisig und füllte die erste Seite. Zwei Tage vor dem Rennen war ich fertig. Als ich Schlochtauer, der nur vielsagend schnaufte, bedeutsam 600 Mark überreichte, hätte ich ein Vielfaches dafür gegeben, wenn Rittinghaus zur Stelle gewesen wäre. In einem Punkt jedenfalls hatte ich mich durchgesetzt, und nicht mit gefrorener Schuhwichse. Aber Rittinghaus war nicht da und Bim war auch nicht da. Am Morgen nach dem mit Wacholder-Schnaps getränkten Abend. der mich zum Militärschriftsteller gemacht hatte, an diesem durchaus unerfreulichen Morgen hatte die Gondel leer vor meiner Tür gestanden. Der Livrierte hatte mir die herzlichsten Grüße des Herrn Konsul und des gnädigen Fräulein mitgeteilt, und der Herr Konsul habe sich ganz plötzlich entschieden, einer Jagdeinladung zu folgen und das gnädige Fräulein mitzunehmen. Mindestens der Herr Konsul würde aber zum Rennen rechtzeitig wieder in Berlin sein. Der Wagen stünde mir inzwischen nach Wunsch zur Verfügung... Doch Bim II war da, und draußen in Bollersdorf bei dem Tier fielen jedwede Unart und nagende Unzufriedenheit mit mir von meinen Schultern. Ich lag unter Bims Akazie und hängte Sehnsüchte und Träume an die Wolkentürme über dem jenseitigen Kiefernrand. Die Träume galten Nikoline und die Sehnsüchte Bim. Oder war es umgekehrt? Manchmal verschmolzen mir die Gestalten dieser beiden Frauen zu einer einzigen, aber ich versuchte nicht, zu ergründen, woran das lag. Bim II schnoberte rings um mich nach jungem Gras, aber sie entfernte sich niemals mehr sehr weit von mir. Immer wieder wandte sie mir den Kopf zu, und in ihrem Blick lag kein Argwohn mehr Ich war eigentlich sehr glücklich. (Fortsetzung folgt) Der Zeuge wird aufgerufen und schildert ganz genau den Hergang der Tat. „Aha“, meint der Richter.„Sie sind anscheinend ganz nahe dabeigestanden.“ „Ich, nee, ich war doch gar nicht da!“ „Aber zum Donnerwetter, Mann, woher wissen Sie denn alle die Einzelheiten?“ „Aber, Herr Richter, schließlich liest man doch seine Zeitung!“ 119. Jahrgang— Nummer 16 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzelger des Sauerlandes 4 Über 100 Jahre Helmat- und Kreloblatt Im Kreile Olpe Mittwoch, den 20. Januar 1964 I Für Hirnverletzte Aenderung der Anhaltspunkte gefordert Kreis Olpe. In einer umfassenden Eingabe hat die Bundesleitung des Bundes hirnverletzter Kriegs- und Arbeitsopfer dem Bundesminister für Arbeit ihre Vorschläge zur Aenderung der Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit bei Hirnverletzten unterbreitet. Das Beweismaterial stützt sich auf Stellungnahmen namhafter Kapazitäten der medizinischen Wissenschaft und Praxis. Elne diesbezügliche Umfrage ergab Uebereinstimmung darüber, daß Hirnverletzte mit leistungsbeeinträchtigenden Ausfallerscheinungen immer Schwerbeschädigte sein müssen. Es fehlt nicht an Stimmen in Fachärztekreisen, die darauf hinweisen, daß Hirnverletzte häufig recht gering bewertet werden. Da auch unter den Wissenschaftlern über die Mindesthöhe der Erwerbsminderung unterschiedliche Auffassungen bestehen, wird bei den Hirnverletzten ein Gefühl der Unsicherheit hervorgerufen. Zum Problem der Nachuntersuchungen kamen die befragten Fachärzte zu der Ansicht, daß die Nachuntersuchungen von Hirnverletzten aus dem ersten Weltkrieg tunlichst vermieden werden sollten. Außerdem fordert der Hirnverletztenbund Erleichterungen für den begutachtenden Arzt bei Untersuchungen zwecks Gewährung einer Kapitalabfindung. Keineswegs dürfe es vorkommen, daß Renten aufgrund solcher Untersuchungen herabgesetzt werden. neuen Raum werden große Vitrinen eingebaut, Glastheken und mehrere Anproben Es entstehen so angenehme Verkaufsecken, in denen sich die Kunden ungestört der Auswahl der angebotenen Waren widmen können. Stattliche Anprobespiegel werden ihnen die Wahl weiter erleichtern. Der Raum, vom fachkundigen Architekten entworfen und mit Spezialeinrichtungen versehen, wird sehr hell und freundlich werden, wozu seine günstige Lage im Obergeschoß beiträgt. Die Entwürfe sind bis in die Details sehr geschmackvoll und modern ausgearbeitet. Die Vitrinen usw. bestehen außen aus Sapeli-Mahagoni, fein mattiert, u. innen aus Gabun, cbenfalls fein mattiert. Kundinnen und Geschäftsfreunde der Firma Holterhoff Söhne werden diese Neuerung sehr begrüßen. Die vorgesehenen Arbeiten sollen bis zum beginnenden Winterschlußverkauf fertiggestellt sein. Für den Schützenball am kommenden Sonntag sind Karten im Vorverkauf in der Buchhandlung Marx, Westfälische Straße, und im Haushaltswarengeschäft Fritz Sondermann in der Bahnhofstraße zu haben. Ihr 70. Lebensjahr vollendete am Montag Frau Elise Huckestein geb. Schröder, Westfälische Straße 3. Der treuen Leserin unserer Zeitung nachträglich die herzlichsten Glückwünsche! Das Filmtheater bringt ab kommenden Freitag den Film mit Paul Lincke's unvergänglichen Melodien„Heimlich, still und leise.. Diese reizende Melodienwelt, die von Michael Jary modern serviert wird, stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende, deren Kostüm ebenfalls im Film benutzt wird.— Heute und morgen wird der Century-Fox-Film„Vergeltung am Teufels-See“ vorgeführt, der von den mutigen Frauen einer Goldgräbersiedlung spannend berichtet. Hauptdarsteller: Gene Tierney und Glenn Ford. DRK vor großen Zukunftsaufgaben „Unser Doktor“ in den Bereitschaften- Neue Ausbildungsgruppen Ein Kinderhort für Olpe geplant Vom Bund der Kinderreichen- Stark besuchte Hauptversammlung Olper Stadtspiegel Mutwillige Beschädigunger. In letzter Zeit ist des öfteren beobachtet worden, daß man die elektrischen und auch Gasleuchten der Straßenbeleuchtung mutwillig zertrümmert hat. Bedauerlicherweise sind es neben Halbwüchsigen, die sich meist mit dem Auslöschen der Leuchten begnügen, Erwachsene, die sich an den Beleuchtungskörpern vergreifen. Die Bevölkerung wird gebeten, die nächtlichen Uebeltäter, falls sie erkannt werden, sofort der Polizei zu melden. „Leben und Wirken der Missionsschwestern in Südafrika“. Ueber dieses Thema hält die Dominikanerin Maria Kirsch am Donnerstag hier Lichtbildervorträge, die sehr interessant werden. Die Vorträge finden in der Aula des Oberlyzeums statt und zwar um 17 Uhr für Frauen und Mütter und um 20 Uhr für Mädchen und Jungfrauen. Die Vortragende ist eine Schwester des Lehrers Kirsch, der hier bekanntlich den Kinderchor leitet. Ein musikalisches Ständchen brachte unserer 90jährigen Mitbürgerin Frau Faßbender in der Martinstraße, am Montagabend anläßlich ihres Geburtstages der Posaunenchor des CVJM. Die Altersjubilarin war darüber sehr erfreut. Eine moderne, großzügige Erweiterung des Geschäftslokals nimmt augenblicklich das Textilgeschäft A. Holterhoff Söhne an der Ecke Kölner- und Bahnhofstraße in dem dort schon seit einigen Jahren entstandenen Neubau vor. Der bisherige kleine Verkaufsraum in der I. Etage kann nunmehr zu einem stattlichen Verkaufsraum für Damenbekleidung vergrößert werden, der unmittelbar vom unteren Laden aus zu erreichen ist. In dem Olpe. Der Ortsverband Olpe im Bund der kinderreichen Familien hatte seine Mitglieder am Samstagabend im„Westfäischen Hof“ zu seiner ersten Hauptversammlung eingeladen. Der Andrang war derart groß, daß der Saal nicht alle Besucher fassen konnte und man noch im Vorraum Platz suchen mußte. Die Versammlung wurde durch den Geschäftsführer des Ortsverbandes. Schrage. eröffnet, der besonders die Herren Hinkens u. Krupinski vom Bundesvorstand sowie den Bundessiedlungsbeauftragten Herrn Hrdina begrüßte. Außerdem galt sein Gruß dem Vertreter der Geistlichkeit des Arbeitsamtes und der Stadt. Aus dem nachfolgenden Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß der Ortsverband vor drei Monaten mit acht Mitgliedern ins Leben gerufen wurde und sich die Mitgliederzahl auf über hundert erhöht hat. Den Kassenbericht gab der Kassenführer Fries. Vor der Vorstandswahl dankte Kreisbeauftragter Solbach dem Bundesvorstand und dem bisherigen Vorstand des Ortsverbandes für den unermüdlichen Eifer im Dienste der kinderreichen Familien, sowie den Ölper Geschäftesleuten, die es durch hochherzige Spenden ermöglicht halten, daß jedem Mitglied ein Weihnachtspäckchen überreicht werden konnte; ferner der Industrie, die durch Bereitstellung von Darlehen ihren kinderreichen Arbeitnehmern die Erwerbung eines Gesellschaftsanteiles der vom Bund geschaffenen Eigenheim- und Wohnungsbau G. m. b. H. ermöglichten. Paul Alfes wurde hierauf zum 1. Vorsitzenden gewählt, Karl Weber zum 2. Vorsitzenden, Anton Schrage als Geschäftsführer und Anton Fries als Kassenverwalter. Außerdem wurden dem Vorstand sechs Beisitzer, darunter drei Frauen beigegeben. In seinen, mit viel Beifall aufgenommenen Ausführungen unterstrich der Bundesgeschäftsführer Hinkens. Leverkusen, die dringendsten Aufgaben des Bundes für das kommende Jahr. Er nannte u. a. als vordringlich: Den Bau von Eigenheimsiedlungen durch das Siedlungswerk des Bundes der Kinderreichen, Schaffung der Familienausgleichskassen und Zahlung der Kindergelder für alle Berufsstände, Bau von Mütter- und Kinderheimen, Arbeitsbeschaffung für den kinderreichen 5. Brandenburgisches Konzert in Olpe Orchester-Verein bot Auserlesenes— Dazu Sinfonien von Schubert und Beethoven Olpe. Ein musikalisch feines, reizvolles Erlebnis war es am vergangenen Sonntag, dem Sinfonie-Konzert des Orchestervereins Olpe in der vollbesetzten Aula des Oberlyzeums beizuwohnen. Schon das einleitende 5. Brandenburgische Konzert, D-Dur, von Johann Sebastian Bach bereitete einen außergewöhnlichen Genuß, da es in der Originalbesetzung mit Cembalo und Orchester geboten wurde. Für das Cembalospiel hatte der Verein eine sehr begabte Solistin in Anna Bakoweki, Plettenberg, gewonnen, die ihrer Aufgabe in feinsinniger, bravouröser Weise gerecht wurde. Ihr Spiel war bezaubernd, von einer mitreißenden Beschwingtheit und künstlerischen Akkuratesse, die keinen Wunsch offen ließ und besondere Anerkennung verdient. Auch das Orchester musizierte unter der Stabführung von Kapellmeister Karl Kretschmer wohltemperiert, recht exakt und lebendig, gemessen an der schwierigen Aufgabe, die ihm hier gestellt war. Aufbauend auf das klangvoll zarte, fröhliche, sich wie ein duftiges Blumenbukett ausnehmende Brandenburgische Konzert folgte als gut gewählte Ueberleitung zu Beethovens„Vierter“ die kurze Sinfonie Nr. 5, B-Dur, von Franz Schubert mit den Sätzen Allegro, Andante on moto, Menuette(Allegro molto) und Allegro vivace. Besonders seelenvoll, breit ausladend und angenehm erfüllend erklang das Andante, n das Schubert seine ganze Herzenswärme geborgen hat, um dann in munteren, temperamentvollen Weisen seine melodiös berückende Sinfonie mit einem schwungvollen Allegro zu beschließen. et war die im zweiten Teil des gebotene Sinionie Nr. 4 von Familienvater, Betreuung und Beratung der kinderreichen Witwe, Beratung der Mitglieder in allen Rechtsangelegenheiten, Berufsausbildung und Förderung der Kinder, Fahrpreisermäßigung für kinderreiche Familien, Einrichten von Abteilen für Mutter und Kind, verbilligten Einkauf von Bedarfsgütern für die kinderreiche Familie, Einrichtung von Büchereien für unsere Kinder, Versorgung der Familie mit gutem Filmmaterial, Pflege des Gemeinschaftslebens innerhalb der Verbände. In der Diskussion wurden in der Hauptsache den Wohnungsbau betreffende Fragen durch den Bundessiedlungsbeauftragten beantwortet. In fröhlicher Stimmung, wozu auch eine musikalische Unterhaltung beitrug, blieb man dann noch lange Zeit zusammen. Wie der Kreisbeauftragte mitteilte, soll in Olpe vom Bund ein Kinderhort errichtet werden, der unter der Leitung von Schwestern den Kindern unserer kinderreichen Familien Freude und Erholung Aus dem Sauerland. Der Arzt,„unser Doktor“, ist der Mittelpunkt jeder DRKbereitschaft! Mit diesem Fazit wurde eine zweitägige Zusammenkunft des Deutschen Roten Kreuzes in der Burg Altena beendet, zu der sich zahlreiche DRK-Männer aus allen Bereitschaften der Kreisverbände Siegen, Wittgenstein, Olpe, Meschede und Altena-Lüdenscheid eingefunden hatten. 31 der Männer unterzogen sich am Samstag erfolgreich der Zugführerprüfung. Mit einer weitgespannten Diskussion nicht nur für das Deutsche Rote Kreuz, sondern auch für die Allgemeinheit wichtiger Fragen, klang am Sonntag die Tagung aus. Praktische Erprobung des Krankentransportes, Kenntnisse in Satzungs- und Dienstordnungsfragen und der Geschichte des Roten Kreuzes, sowie eine schriftliche Arbeit in Form einer Unfallmeldung bildeten am Sonnabend die Klippen, die von 31 Männern überwunden werden mußten, um die Zugführerprüfung sichet zu bestehen. Die aus dem Landesbereitschaftsführer Tegtmeyer, Paderborn, und den Herren Mai, Recklinghausen, Niemann, Herford, Hühnermann, Münster. u. Malworm, Meggen, bestehende Prüfungskommission bezeichnete die Ergebnisse allgemein als zufriedenstellend bis gut. Die Referate und Diskussionen am Sonntag befaßten sich in erster Linie mit der Gewinnung neuer Mitglieder und der Bildung von Fachgruppen für die Gebiete Ausbildung, Werbung und Seuchenschutz. Besonderen Raum nahm die Erörterung der Fachgruppen für Ausbildung in Anspruch. Das Deutsche Rote Kreuz bringen soll. Mit der Errichtung einer Geschäftsstelle des Bundes der kinderreichen Familien für Südwestfalen in Olpe(Kreise Olpe, Siegen, Meschede und Wittgenstein) kann in Kürze gerechnet werden. Es sollen dort Sprechstunden abgehalten werden, in welchen die Mitglieder Fragen vorbringen können, die entweder örtlich bearbeitet oder aber dem Bund zur weiteren Bearbeitung zugeleitet werden. Bis zur Bereitstellung eines geeigneten Raumes finden die Sprechstunden vorerst sonntags von 10 bis 12 Uhr im Waldcafé im Osterseifen statt, wo der Kreisbeauftragte zugegen sein wird. Der Landrat beglückwünscht das Handwerk Anläßlich der Feierstunde der Kreishandwerkerschaft Olpe Ludwig van Beethoven die überzeugendste Leistung des Orchesters, ungeachtet des verhältnismäßig kleinen Klangkörpers(für eine Beethoven-Sinfonie!!), der nicht ganz zulänglichen Akustik des Raumes und der Tatsache, daß sich ein ausgesprochenes Liebhaber-Orchester an dieser hohen, reifen und starken Kunst erprobte. Zügig führte der Dirigent das Orchester, das willig und aufmerksam seinem Dirigentenstabe folgte und letzte Hingabe an seine Aufgabe erkennen ließ. Und so gelangte man in den vollen Genuß dieses sinfonischen Werkes von dahinstürmender Lebendigkeit, die in einem übermütigen Capriccio frohlockt und geradezu „mozartisch“ übersprudelnd im letzten Satz ausklingt. Abschließend ist zu sagen, daß der Orchester-Verein, dem wir nun schon viele gehaltvolle Konzerte und eine beachtliche Förderung des heimischen Musiklebens zu danken haben, unter Kapellmeister Kretschmer merkliche Fortschritte der Musikkultur und des spielerischen Könnens erzielt hat, und das in allen Instrumentengruppen ohne Ausnahme. Das Lalenmusizieren hat hier unstreltig einen Höhepunkt erlangt, der uns erneut Anlaß gibt, unserer Freude und Genugtuung darüber Ausdruck zu verleihen, daß wir ein solches Liebhaber-Orchester in der Kreisstadt besitzen. Während der Sollstin Bakowski zum Dank für ihre achtunggebietende Leistung am Cembalo Blumen überreicht wurden, durften die beiden anderen Solisten des Brandenburgischen Konzertes: Prof. Dr. Herbert Kölbel. Moers(Flöte) und Margret Rosenstengel, Olpe(Violine), deren musikalschen Talent und KönOlpe. Wir berichteten gestern über die schöne Feierstunde der Kreishandwerkerschaft im„Kölner Hof“. Neben dem Vorsitzenden, Kreishandwerksmeister Huppertz, und dem Geschäftsführer der Handwerkskammer Arnsberg, Dr. Hampe, nahm auch der anwesende Landrat Metten das Wort. Er konnte an die voraufgegangenen tiefgründigen Darlegungen von Dr. Hampe anknüpfen, der klar bedeutet hatte, welche Entwicklungsmöglichkeit der Handwerkerstand heute wieder besitzt, wenn er sich den neuen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen versteht.„Das Handwerk lebt!“ war eine treffende Feststellung von Dr. Hampe und der Wunsch des Landrats zielte auf die Verwirklichung des bekannten Wortes vom Handwerk, das einen goldenen Boden besitzt, hin. Landrat Metten, der ebenfalls die jungen Handwerksmeister und Sieger im Leistungswettkampf herzlich beglückwünschte, wies auf die Notwendigkeit eines gesunden Mittelstandes und Stärkung des Handwerks hin. Als derzeitiger Landrat, und weil er sich selbst dem Handwerk aufs engste verbunden fühle, werde er dem heimischen Handwerk stets größtes Interesse entgegenbringen und es fördern und unterstützen, soweit es ihm möglich sei. Der Handwerkernachwuchs solle sich gern der Mühe unterziehen, dem Handwerkerstand Ehre zu bereiten und den Mittelstand weiter zu heben. Man solle in diesem Sinne auch an den öffentlichen Dingen Anteil nehmen und an ihrer Gestaltung mitarbeiten. Dann werde erreicht, was einmal im Mittelalter galt:„Das Handwerk hat einen goldenen Boden“. Für jetzt und die Zukunft sei dies durchaus möglich und er wünsche es allen von Herzen. Die inhaltsreichen und gut formulierten Ansprachen wurden von der Festversammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. nen wir schon bei früheren Anlässen gewürdigt haben, den wohlverdienten, herzlichen Applaus der Zuhörer entgegennehmen. Dieser beifallsfreudige Dank galt zum Schluß der einzelnen Darbietungen auch dem gesamten Orchesterverein und seinem unermüdlichen, umsichtigen Dirsgenten Karl Kretschmer, auf den nicht zuletzt der Erfolg solcher Konzertveranstaltungen zurückzuführen ist. rd Wunschkonzert Altenhof. Der Musikverein veranstaltete am Sonntag ein Wunschkonzert, das mit dem Choral„Wo findet die Seele die Helmat, die Ruh“ zum Gedenken des im letzten Jahre verstorbenen Ehrenvorsitzenden Wilhelm Brüser eröffnet wurde. Frohe Weisen erfreuten dann die Zuhörer einige Stunden lang, bis der große Zapfenstreich das Konzert beschloß. Herzlicher Beifall dankte den Musikern für ihre schönen Darbietungen. will demnächst aus Aerzten und Laien bestenhende Fachgruppen in allen Berettschaften bilden, die dann die Allgemeinheit auf dem Gebiete der„Ersten Hilfe“ ausbilden sollen. Viele Unfälle sind erfahrungsgemäß durch Unwissenheit der Beteiligten entstanden oder durch Nichtkenntnis einer notwendigen Hilfe verschlimmert worden. Mit einer umfassenden Schulung will hier das Deutsche Rote Kreuz helfen. In diesem Zusammenhang fand der Ausspruch„Unser Doktor ist der Mittelpunkt in unserer Bereitschaft“, den Beifall der Männer, womit den im DRK tätigen Aerzten die höchste Anerkennung zuteil wurde, ohne daß damit die Frage, ob ein Laie oder ein Arzt, der über keine eigentliche Freizeit verfügt und stets beruflich gebunden ist, Bereitschaftsführer sein soll. Die Meinung der Männer war, daß diese Entscheidung immer von örtlich gegebenen Umständen abhänglg ist. Landesbereitschaftsführer Tegtmeyer gab zum Abschluß seiner Freude über die fruchtbringenden Diskussionen Ausdruck und wünschte für die Zukunft, daß das Deutsche Rote Kreuz wieder die Stellung erreicht, die ihm aufgrund seiner jahrzehntelangen Tätigkeit zum Wohl der Allgemeinheit zukommt. Diesem Wunsch schloß sich als„Hausherr“ der Altenaer Bereitschaftsführer Dr. Bremer an, der alle DRK-Kameraden aufforderte, angesichts der großen Zukunftsaufgaben in ihrer Arbeit nicht nachzulassen. Sie waren von Musikvorträgen des Olper Bläser-Quintetts schön umrahmt. An den offiziellen Teil der Feierstunde schloß sich ein kameradschaftliches Zusammensein mit froher Unterhaltung und einem lebhaften Gedankenaustausch an. Mancher alte Meister drückte den jüngeren, die nun an die Seite der„Alten“ gestellt sind, herzlich die Hand zum Glückwunsch für das erreichte Ziel und gewiß auch zur Bestätigung eines treuen und ehrlichen Zusammenstehens im Handwerk für alle Zukunft! IN HEGGEN... Heggen. Der Mütterverein veranstaltet am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr eine Weihnachtsfeier im Saale Albert Wilmes. Die Veranstaltung ist mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken verbunden. Teilnehmer müssen sich bis Donnerstag bei den Sammlerinnen gemeldet haben. Für den Kaffee sind DM 1,25 zu entrichten. Heggen. Das Tambourkorps hat selne Generalversainmlung am Sonntag, dem 24. Januar, nach der Schülermesse im Lokal Josef Wilmes. Heggen. Die Kolpingsfamilie trifft sich zu ihrer Generalversammlung am Sonntag, dem 24. Januar, um 17 Uhr im Saale Josef Wilmes. Fußballkreis Olpe für Selbständigkeit Kreis Olpe. In der am vergangenen Sonnabend in Olpe stattgefundenen ordentlichen Halbjahrestagung des Fußballkreises Olpe(WFV) hatten sich Vertreter von 27 fußballtreibenden Vereinen eingefunden, um die Berichte der Mitglieder des Kreisvorstandes entgegenzunehmen. Unter dem Vorsitz des Kreiswartes Sangermann verlief die Tagung äußerst harmonisch. Sie gab den Vertretern der Vereine die Gewißheit, daß der Fußballkreis Olpe mit der derzeitigen Besetzung des Vorstandes gut betreut ist und alles getan wird, was den angeschlossenen Vereinen zugute kommen kann. Aus den einzelnen Berichten war ein weiterer Aufschwung bzw. eine erkennbare Stabilität des Kreisverbandes ersichtlich, so daß eine weitere Selbstverwaltung außer Zweifel steht Im zweiten Halbjahr 1953 hatte die KSK bei 235 durchgeführten Spielen nur in zwei Verhandlungen über 6 Eingaben Recht zu sprechen. Ein weiterer Beweis für die Hebung der Disziplin bei den aktiven Spielern! Der Vorsitzende des KJA berichtete neben einer umfangreichen Jugendarbeit über die getroffenen Vorbereitungen für die Durchführung eines Halbfinalespieles Innerhalb des FIFA-Jugendturniers, das am 1. Ostertag auf dem Sportplatz in Olpe stattfindet. Das Wesentliche der Tagung war der einmütige Beschluß der Delegierten, auf jeden Fall die Selbständigkeit des Fußballkreises Olpe zu behalten und bei den höheren Instanzen diesen Willen auch zu vertreten und durchzusetzen. Bekanntlich sollen im Zuge einer Neuorganisation des Bezirks Westfalen aus 34 augenblicklich bestehenden Kreisen 24 neu geformt werden.— In einer Ergänzungswahl wurden für den bald von hier scheidenden Kreispressewart P. Kniep, Olpe, W. Gräwe, Olpe, und für den nicht mehr im Kreise Olpe weilenden Kassenprüfer Pusch, Maumke, Epe, Kirchveischede, gewählt. Familienfeier des SV Bamenohl Bamenohl. Der Spiel- und Sportverein hielt im Saale Scheele eine Feier ab, zu der auch die Angehörigen eingeladen waren. Wie der erste Vorsitzende Willi Schröder mitteilte, hat der Verein einen erfreulichen Aufschwung genommen. Vom Nikolaus erhielt die Jugendmannschaft eine neue Kluft. Riesenbergschanze wurde eröffnet Trotz Tauwetter Sklspringen auf der St. Lambertus-Schanze In Oberhundem Oberhundem. Als nach den starken Schneefällen in unserem Kreisgebiet Tauwetter mit Regen einsetzte, glaubte man Im allgemeinen nicht daran, daß die angekündigte Eröffnung der Riesenbergschanze am vergangenen Sonntag in Oberhundem durchgeführt werden könnte. Der seit Tagen erwartete Schnee setzte aber gerade zu der Zeit ein, als die Einwelhungsfeierlichkeiten begannen. Der Skiklub Oberhundem hatte es übers Wochenende trotzdem geschafft, das vorgesehene Springen auch bei Tauwetter durchzuführen. Mit einer Anzahl Sportbegeisterter wurde Schnee herbeigeschafft, um wenigstens die kleine Schanze, die Sprünge bis zu 40 m zuläßt. sprungfest zu machen. Neben Spitzenspringern aus Thüringen waren auch Skispringer aus dem westdeutschen Raum unwesend. Trotz des wenig freundlichen Wetters hatten sich ca. 1500 Zuschauer aus nah und fern eingefunden, die an den sportlichen Darbietungen regen Anteil nahmen. Die Sprungschanze am Riesenberg ist ein großzügiges Werk. Sie gehört mit zu den schönsten im westdeutschen Skigebiet. Es war nicht so einfach, eine derartige Anlage im vergangenen Jahre zu erstellen. Trota erneblicher finansieller Mittel haben es die Oberhundemer doch fertiggebracht, alle Schwierigkeiten zu meistern. Als Pfarrer Kleine die kirchliche Einsegnung vorgenommen und der Schanze den Namen des Heiligen St. Lambertus gegeben hatte, senkte sich kurz nach 14 Uhr die Startflagge zum Eröffnungsspringen. In schneller Folge wurden die Sprünge abgewickelt. Einsetzendes Schneetreiben stellte an die Teilnehmer große Anforderungen. Trotzdem wurden anerkennenswerte Leistungen erzielt. Erster wurde in der Allgemeinen Klasse mit einer Bestsprungweite von 38 m der Thüringer W. Lesser aus Brotterode. Bei der Siegerehrung im Gasthof Schulte sprach Bezirkssportwart M. Anton aus Hilchenbach dem Skiklub Oberhundem Dank und Anerkennung aus. Er gratulierte Springern und Siegern und händigte Bildgeschenke aus. Den drei Thüringer Teilnehmern, die eigens die weite Reise nach Oberhundem unternommen hatten, wurde ein Frühstückskorb überreicht, Auch Landrat Metten richtete herzliche und anerkennende Worte an die Vorsammelten. Er hatte als Zuschauer zusammen mit J. Schmelzer(ehem. MdL.), OKD Zimmermann und Amtsdirektor Großheim den sportlichen Darbietungen regstes Interesse gezeigt. 1 Mietzke:„Vom Tuten und Blasen keine Ahnung“ Bomben-König stellt Regreßansprüche Behauptung: Durch Intrigen im Innenministerium zugunsten eines anderen zu Fail gebracht Durch Amateur auf Kurzwelle gerettet Bielefeld.— Der durch seinen Prozeß gegen die Regierung Detmold bzw. den Polizeidezernenten bekanntgewordene Sprengmeister Emil König aus Herford(„Bomben-König“) hat jetzt dem Gericht eine Aufstellung eingereicht, aus der hervorgeht, daß König allein in der Zeit von Mai 1947 bis Juli 1950 neben 300 000 Granaten und einer Unmenge anderer Kampfmittel(Minen, Panzerfäuste, Sprengstoff- und Phosphorkanister) rund 17 000 Bomben aller Kaliber in den Regierungsbezirken Detmold und Münster unschädlich gemacht hat. Jede geräumte Bombe ist durch behördliche Siegel und Unterschriften belegt. „Daß ich das nachweisen kann, verdanke ich meiner klugen Frau, die die Unterlagen auf dem Boden verwahrte“, sagt König. In dem Prozeß behauptet die Gegenpartei, bei der Regierung wisse man nur von 68 durch König geräumte Bomben. Bluttat im Ausländerlager Der 52jährige Sprengmeister, der den Polizeidezernenten Dr. Wagner wegen falscher Anschuldigung angezeigt hat, behauptet, er sei Herbst 1950 auf Grund von Intrigen im Innenministerium NordrheinWestfalen entlassen worden, um einem Drei Schüsse auf einen Polen Spannungen zwischen Polen und Ukrainern— Beinahe gelyncht Hannover. Bei einem Streit gab der 39 Jahre alte ukrainische Arbeiter Theodor Unrowiec am Montagabend im Polenlager Hannover-Bothfeld drei Schüsse auf den 31 Jahre alten polnischen Arbeiter Thaddäus Tersa ab. Als Polizeibeamte den Ukrainer abführen wollten, fielen etwa 60 Barackenbewohner über ihn her, schlugen ihn zu Boden und verletzten ihn am Kopf. Uprowiec und Tersa wurden beide ins Krankenhaus gebracht. Tersa war bei der Einlieferung bereits tot. Nach den Ermittlungen der Polizei haben Spannungen zwischen den Ukrainern und Polen im Lager zu dem tödlichen Streit geführt. Brechstange gegen Polizei Wuppertal.— Mit einer Brechstange warf ein Einbrecher in Wuppertal in der Nacht zum Dienstag nach den Polizeibeamten, die ihn aufgestöbert hatten. Er war, wie die Polizei meldet, in die Kellerräume einer Lebensmittelhandlung eingedrungen und hatte einige Flaschen Wein entwendet. Durch das Geräusch war die Ladeninhaberin aufmerksam geworden und hatte die Polizei verständigt. Der Einbrecher konnte trotz einem Warnschuß der Polizei entkommen. Selbstmord eines Liebespaares Hohenlimburg.— Durch einen grauenvollen Entschluß wurden am Montag zwei hoffnungsvolle Menschenleben vernichtet. Gegen 22 Uhr fanden, wie die Polizei am Dienstag mitteilt, Fußgänger in der Nähe eines Eisenbahnüberganges in Hohenlimburg die Leichen eines 18jährigen Mannes und eines 18jährigen Mädchens aus Hohenlimburg. Bei beiden war der Kopf vom Rumpf getrennt. Der junge Mann hielt noch im Tode das Mädchen umschlungen. Nach den bisherigen Ermittlungen der Hohenlimburger Polizei handelt es sich bei dem jungen Mann wahrscheinlich um einen Flüchtling, das Mädchen entstammt einer Hohenlimburger Familie. Das Motiv zu dieser Tat ist bisher nicht geklärt worden. Polizei von Nordrhein-Westfalen startete Zweite„Sünder"-Aktion Wieder schlagartig durchgeführte Verkehrskontrollen auf Straßen vom Ministerium protegierten anderen Feuerwerker Platz zu machen. Er bezog damals eine monatliche Bruttovergütung von 590 Mark, eine Gefahrenzulage von monatlich 700 Mark und eine weitere Gefahrenzulage von 300 Mark für jeden entschärften Langzeitzünder mit Ausbausperre. 1944 verlor König bei der Sprengung einer Mine seinen Oberkiefer und 1945 wurde ihm der rechte Fuß zersplittert. Cheffeuerwerker Mietzke im Ministerium Düsseldorf hat später als Grund für die Maßnahmen gegen König zu Protokoll gegeben, König verfüge nicht über die erforderlichen Qualitäten und habe nach seiner Auffassung„vom Tuten und Blasen keine Ahnung“. Der Feuerwerker Friedrich Fuest(Leiter der Kampfmittelbeseitigung im Regierungsbezirk Arnsberg) gab zu Protokoll, daß damals eine„einigermaßen geheimnisvolle Überprüfung aller auf dem Gebiete der Kampfmittelbeseitigung tätigen Personen begann, und er sagte wörtlich:„Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, gingen diese Überprüfungen auf Mietzke zurück, der seinen Freund Ulmer angemessen unterbringen wollte.“ Ulmer ist dann auch Königs Nachfolger geworden. Der Feuerwerker Paul Bienik erklärte vor dem Untersuchungsrichter beim Landgericht Detmold, daß er und seine Kameraden über ihren damaligen Räumtruppführer König Aufzeichnungen machten, und zwar„auf Anweisung der Regierung Detmold, um Gründe für eine fristlose Entlassung Königs zu finden.“ Das dann gegen König eingeleitete Strafverfahren führte in keinem Falle zu einer Schuldfeststellung. Es endete vor einigen Wochen vor dem Landgericht Detmold mit Einstellung in zwei Fällen und wegen erwiesener Unschuld in einem Falle. König, der nach diesem urkundlich belegten Sachverhalt glaubhaft geltend macht, daß seine fristlose Entlassung im Herbst 1950 ungerechtfertigt war, macht hohe Regreßansprüche geltend. Der Prozeß schwebt vor dem Arbeitsgericht. „Alle meine unschädlich gemachten Bomben haben mich nicht so mitgenommen, wie der langjährige zermürbende Kampf der Regierung gegen mich“, sagt Bomben-König König. In diesen Tagen ver schlechterte sich de Zustand des an Leu kämie erkrankten kaufmännischen Ange stellten Ernst Thieme der in den Vereinigter Celler Krankenhäuserr seit 1950 Heilung vor seinem in der Gefangenschaft erhaltenen Leiden sucht. Selr Hausarzt hörte von einem neuen Präparar Myleran, das ber Leukämie mit verblüffendem Erfolg angewendet worden sein sollte. Einem Freund der Amateurfunker ist berichtete Ernst Thieme von seinen Sorgen. Auf den Ruf seines Freundes nach Myleran durch den Ather meldete sich als erster ein Polizist in Schottland. dann ein Pastor auf Leeds (England), dann folgten weitere Antworten. Viele versprachen, das gesuchte Mittel zu beschaffen. Ein britischer Fliegerleutnant, der den Amateursendungen aus Deutschland beiwohnte, machte. schließlich seinen Freund mobil, der das Medikament mit einem RAF- Sonderflugzeug nach Bückeburg schickte und es so knapp zwölf Stunden nach dem Notruf in die Hände der behandelnden Ärzte legte. Diebstahl-Prozeß in Bielefeld Nähmaschinen in Aktentaschen Ein ehemaliges Belegschaftsmitglied als Monteur und„Großhändler“ Düsseldori— Zum zweitenmal innerhalb einer Woche ging die nordrheinwestfälische Polizei am Dienstag zu einer „Verkehrssünder“- Großaktion auf die Straßen. Die erste war am vergangenen Donnerstag vor sich gegangen. In den meisten Städten und ländlichen Bereichen war diese zweite Aktion offensichtlich noch intensiver angelegt und dauerte meist von kurz nach Mittag bis in die späten Abendstunden. Eingesetzt waren wiederum dem Landesinnenminister direkt bzw. den Regierungspräsidenten unterstellte Einheiten der Bereitschaftspolizei und der Verkehrsbereitschaften, außerdem auch die Kräfte der städtischen und ländlichen Polizeibereiche und-bezirke. Kontrolliert wurden von der Polizei die Fahr- und Steuerpapiere der Kraftfahrer, die Lichtanlagen der Wagen und die Fahrer 377 Menschen getötet gegenüber 216 im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten stieg von 6609 auf 8270 und die Zahl der Verkehrsunfälle von 10 423 auf 12 197 an. Wie die Polizei mitteilt, wurden im Berichtsjahr die meisten Unfälle durch Motorradfahrer verursacht. Die Landgebiete verzeichneten einen stärkeren Anstieg als die Städte. Unerlaubte Tiefflüge vom Kriegsgericht geahndet Köln.— Der britische Zivilbeauftragte in Köln hat dem Kölner Regierungspräsidenten Dr. Warsch mitgeteilt, daß gegen jedes unerlaubte Tieffliegen britischer Flieger in Zukunft kriegsgerichtlich vorgegangen werde. Schuldige hätten mit strengen Bestrafungen zu rechnen. Gleichzeitig wurde der Regierungspräsident gebeten, Schneelage Sauerland Willingen-Ussein: Pulver. Ski und Rodel sehr gut, Gesamtschnee 35 cm, kein Neuschnee, minus 1 Grad. Winterberg mit Astengebiet: Pulver, Ski und Rodel sehr gut, Gesamtschnee 60 cm, kein Neuschnee, minus 2 Grad. Niedersfeld: verharscht, Ski und Rodel sehr gut, Gesamtschnee 40 cm, kein Neuschnee, minus 2 Grad. Sogar Hasen fallen Menschen an Bielerein— Umfangreiche Diebstähle im Bielefelder Nähmaschinenwerk sind Gegenstand eines Prozesses, der am Montag vor der Bielefelder Strafkammer begann und voraussichtlich mehrere Tage dauert. Angeklagt sind der 41 Jahre alte Mechanikermeister Ernst Dreyer aus Nienhagen(Lippe) und der 34 Jahre alte Edwin Hartmann aus Bielefeld. Beide waren in Bielefelder Betrieben beschäftigt und stahlen im Jahre 1951 gemeinsam Nähmaschinenoberteile und andere Einzelteile, aus denen in der Werkstatt des Dreyer komplette Nähmaschinen hergestellt wurden, die Dreyer dann als angeblicher Großhändler absetzte. Dreyer gab im Herbst 1951 seine Stellung im Werk auf. Er soll mehrere Arbeiter verschiedener Betriebe angestiftet haben, ihm weiterhin gestohlene Teile zu liefern. Die Maschinenteile wurden in Aktentaschen transportiert. Im Herbst 1953 wurde ein Arbeiter bel einem solchen Diebstahl erwischt und nannte Dreyer als seinen Auftraggeber. Eine Haussuchung bei Dreyer förderte ein großes Lager an gestohlenen Nähmaschinen zutage. Dann wurden zahlreiche Personen ermittelt, die für Dreyer gestohlen hatten. Sie bekamen dafür nur verhältnismäßig geringe Summen. Gegen sie sind besondere Verfahren eingeleitet worden. Dreyer und Hartmann waren am ersten Tag vor Gericht im wesentlichen geständig. Dreyer gibt nur den Wert der gestohlenen Gegenstände geringer an, als die Anklage annimmt. Er will die Diebe auch nicht alle angestiftet haben, sondern erklärt, einige seien von sich aus zu ihm gekommen, weil sie Geld brauchten. Der Prozeß wird Mittwoch fortgesetzt. Tollwut breitet sich nach Westen aus In einigen Kreisen mußte eine allgemeine Sperre für Hunde verhängt werden wegen Alkoholmißbrauchs. Ergebnisse der eine Liste aller außerhalb von Städten sei zweiten Großaktion lagen bis Dienstagabend noch nicht vor, da die Polizisten noch in Aktion waren. Außer den Polizisten, die die Aufgabe hatten, die Kraftfahrer direkt anzuhalten und zu kontrollieren, standen in den Städten an gefährdeten und schwierigen Knotenpunkten des Verkehrs oder aber auch an Straßen mit Geschwindigkeitsbegrenzung usw. Polizeiposten, die aufmerksam die Verkehrsteilnehmer beobachteten. nes Regierungsbezirks liegenden Krankenhäuser vorzulegen, damit die RAF bei Tiefflugübungen soweit wie möglich darauf Rücksicht nehmen könne. Dietrich Keuning Oberbürgermeister Dortmunds Bielerelu.— Der Vorstehhund„Asta“, der halb schlafend, halb wachend in seiner Hütte döst, blinzelt einmal kurz auf und winselt. Plötzlich aber ist er hellwach. Er schießt aus seiner Behausung mit einem jähen Satz heraus in das Dunkel der Nacht und fährt einem frechen, wütenden Eindringling an die Gurgel, der glitzernden Auges berbeigeschlichen ist.—„Asta“, der treue Jagdhund des Försters, wundert sich, daß der Fuchs, der sonst vor jedem Hund Reißaus nimmt, so tapfer geworden ist. Er weiß ja nicht, daß„Meister. Reineke“ den Tod in sich trägt, der vom Östen her über Hessen nach Westfalen eindrang, inzwischen das Rheinland erreicht hat, der sich bei Wild und Haustieren Immer weiter ausbreitet: Tollwut. Um das Übergreifen der Tollwut vom Wild auf unsere Haustiere zu vermeiden, ist in vielen Gegenden Westdeutschlands die Hundesperre angeordnet worden. Den Füchsen aber geht es mit aller Macht zu Leibe. Sie werden abgeschossen, wo man sie sieht; denn sie sind in den meisten Fällen Träger der Seuche. Tödliche Verkehrsunfälle um 75 Prozent vermehrt Detmom— Die Zahl der Verkehrstoten im Regierungsbezirk Detmold hat sich im vergangenen Jahr um rund 75 Prozent, die der Verletzten um 20 Prozent und die der Unfälle um 17 Prozent gegenüber 1952 erhöht. Wie die Polizei des Regierungsbezirks am Montag in ihrem Jahresbericht bekanntgab, wurden 1953 in Ostwestfalen Dortmund.— Der 45jährige SPD-Bundestagsabgeordnete und Betriebsratsvorsitzende der Dortmund-Hörder Hüttenunion AG, Dietrich Keuning. wurde am Dienstagnachmittag von der Dortmunder Ratsversammlung in geheimer Abstimdas Es begann vor einiger Zeit in Thüringen, als Füchse und Dachse, Rehe und Hirsche, selbst Hasen und Kaninchen jede Scheu vor den Menschen verloren, als das Wild sogar zum Angriff überging. Damals mung mit 47 Stimmen bei zehn Stimm- begann die Tollwut ihren Weg zu nehmen, burg, ein Fachmann im Kainpf gegen die enthaltungen zum neuen Oberbürgermei- der mit Hunderten von infizierten, veren- Tollwut.„Man kann sie wohl am Rhein ster von Dortmund gewählt. Keuning deten oder getöteten Tieren gekennzeich- einige Zeit aufhalten, doch dann wird sie net ist. Dann kamen von der Zonengrenze werden auch das Ruhrgebiet und Rheinland betroffen. „Die Tollwut wird ihren Weg immer weiter nach Westen nehmen“, sagt KreisVeterinärrat Dr. van Gils aus Warwurde damit Nachfolger des am 4. Dezem ber 1953 gestorbenen Oberbürgermeisters Henßler. Die Wahl Keunings gilt bis zum Ende der Wahlperiode des verstorbenen Oberbürgermeisters Henßler am 24. November 1954. Danach muß wieder eine Neuwahl erfolgen. Meldungen vom Auftreten der Seuche. Die Kreise Warburg, Büren und Höxter wurden von der Tollwut überrollt, die Östwestfalen und Lippe und später das Münsterland erreichte. Wenn nicht sofort alle Abwehrmittel angewandt werden, In den nächsten Monaten im NRW-Landtag Wahlgesetz mit Fünf-Prozent-Klausel Der Entwurf der Landesregierung— Beamte und Angestellte: Amt und Mandat unvereinbar DüsseldarI.— Der Landtag von Nordrhein-Westfalen wird in den nächsten Monaten ein Gesetz beraten, das für sämtliche Wahlen in den Gemeinden, Ämtern, Landkreisen und Landschaftsverbänden gilt. Die Landesregierung hat in ihrem am Dienstag veröffentlichten Entwurf die wichtigste Bestimmung des Gemeindewahlgesetzes, das Wahlsystem, im wesentlichen unverändert gelassen. Es soll also dabei bleiben, daß die Sitze in den Gemeinden, Ämtern und kreisfreien Städten je zur Hälfte in direkter Wahl und nach der Reserveliste gewählt werden.— In den Landkreisen wird, abweichend von der bisherigen Regelung, die Zahl der Sitze nach der Reserveliste auf die Hälfte der direkt zu wählenden Sitze herabgesetzt. In den Gemeinden, Ämtern und Landkreisen soll die direkte Wahl bleiben, für die Landschaftsversammlungen die indirekte Wahl gelten. angehören, die von dieser Behörde beaufsichtigt wird. Die Bildung der Landschaftsversammlungen durch die mittelbare Wahl begründet die Landesregierung mit der Erwägung. daß die Landschaftsversammlungen keinen politischen Charakter tragen. Außerdem würde eine unmittelbare Wahl die Bevölkerung belasten und die Gefahr mit sich bringen, daß die Landschaftsversammlungen in beiden Landesteilen politisch ein größeres Gewicht erhalten als ihr sachlich zukomme. Der Entwurf hält an der Bestimauch dieses Hindernis nehmen und nach Frankreich eindringen.“ Professor Dr. Schoop. Direktor des Veterinäruntersuchungsamtes Frankfurt(Main), malt die Situation ebenfalls nicht rosig:„Wir haben noch auf Jahre, vielleicht sogar auf Jahrzehnte mit der Tollwut zu rechnen, wenn nicht die Seuche von selbst abklingt.“ Tollwutinfizierte Tiere schlagen die tollsten Kapriolen. Vor wenigen Tagen noch sah ein Bauer im Kreise Warburg einen Fuchs mitten zwischen den Hühnern. „Meister Reineke“, für den das Federvieh sonst ein bekömmlicher Lecrerbissen ist, schlief beinahe ein, Hähne und Hühner stolzierten freiweg um ihn herum.— Ein tollwütiger Hase griff im Kreise Halle vier Fußgänger an. Er wurde getötet.— Ein wildgewordener Fuchs verfolgte bei Büren einen kleinen Hund bis ans Haus. Bei Bielefeld griff ein Dachs Menschen an. Vor Rehböcken ergriffen Bauern im Kreise Höxter die Flucht. Die staatlichen Veterinär-Untersuchungsämter nehmen den getöteten Tieren das Ammonshorn (Teil des Gehirns) aus dem Kopf heraus. Das winzige, hornartige Gebilde im Hirn wird in dünne Scheiben zerlegt. Die werden dann in Paraffin gelegt und gefärbt. Selbst der Laie kann dann unter dem Mikroskop die Nervenzellen erkennen, in denen bei Tollwuterkrankungen rötliche Abweichend vom bisherigen Wahlgesetz sollen Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes grundsätzlich wählbar sein. Voraussetzung ist aber, daß sie nicht in die Vertretung der Körperschaft gewählt werden, bei der sie angestellt sind. Dadurch soll die„Nichtwählbarkeit“ durch die „Unvereinbarkeit zwischen Amt und Mandat“ ersetzt werden. Beamte und Ancestellte eines Amtes können auch nicht der Vertretung einer amtsangehörigen Gemeinde angehören oder Beschäftigte eines Landkreises nicht in die Vertretung einer kereisangehörigen Gemeinde gewählt werden. Beamte oder Angestellte einer staatlichen Behörde können nicht der Vertretung einer Gemeinde oder eines Kreisemung fest, daß für die Reserveliste nur Körperchen zu sehen sind. Übertragen Bewerber in Frage kommen, die für eine wird die Tollwut durch den Speichel des politische Partei auftreten. Die Fünf-Pro- erkrankten Tieres. Erreger ist ein Virus, zent-Klausel bleibt ebenfalls. An der Ver- das in die Nervenbahn eindringt und bis teilung der Sitze aus den Reservelisten zu 70 Tagen benötigt, ehe es wirksam können also nur Parteien teilnehmen, die wird. Dann beginnen die erkrankten Tiere mindestens fünf vom Hundert der Gesamt- apathisch zu werden, sie zelgen sich völstimmenzahl aller politischen Parteien er- lig verändert(vor allem Hunde), bis mit halten haben. Die Größenklassen der Ge- einem Male die Wut zum Durchbruch meinder bleiben unverändert kommt. Der ständige politische Ausschuß der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen behandelte in seiner letzten Arbeitssitzung in Haus Villigst in der vergangenen Woche die Frage der„politischen Predigt“. An Hand eines Exposés von Pfarrer Dähne(Wanne-Eickel) wurde nach eingehender Aussprache eine Vorlage erarbeitet, die einerseits die praktischen Hinweise für die Breite der politischen Verantwortung der Kirche und andererseits die Grenzen politischer Aussagemöglichkeiten aufzeigt. An der Sitzung nahm als Gast Ephorus Dr. Thimme (Kupferhammer) teil. Das Österreichische Konsulat in Düsseldorf gibt auf Anfragen bekannt, daß Geldspenden für die Opfer der Lawinenkatastrophe in Österreich auf das PostscheckKonto Köln Nr. 2287 mit dem ausdrücklichen Hinweis„Sonderkonto Lawinenobler— Österreich“ überwiesen werden können. Muttersprache Als„internationale Gerichtssprache" bewährte sich am Montag in einer Verhandlung vor dem Aadiener Schneligericht die Aadiener Munaari„ecier Platt". Als ein 21läliriger Bäcker aus Amsterdam wegen Pasvergelieus vorgefülirt wurde, schien eine Verständigung unmöglidh. Der Fall konnte aber nidit gut vertagt werden, weil der Bäcker = sdion seit Samstag in Haft saß und sein an sich geringes Vergehien keine längere Haftzeit reditfertigte. Guter Rat war teuer, bis schilless= lidi der Vorsitzende den Angeklagten fragte. 2 was er elgentlich in Deutschland gewollt habe, etwa tanzen oder trinken.„Eus kucke"(„mal = sehen") kam in bestem Oedier Platt die Autwort. Das war das Stidiwort für den Staats= anwalt, es doch einmal in dieser Sprache zu versudien. Es klappte vorzüglidh, zumal Kri= minalstudenten aus dem Zuhörerraum sich freiwillig als Hilfsdolmetscher für das in die= ser Spradie nidit ganz sattelfeste Gericht einschalteten. Das Urteil lautete schließlich: zwei Tage Haft, die durdi die Untersuchungshaft = als verbüßt gelten. Der größte Fortschritt auf dem Kraftstoffgebiet seit 32 Jahren M JAHRE 1922 wurde in USA Bleitetraäthyl als»Klopibremse« eingeführt. Von diesem Zeitpunkt an konnten neue und wesentlich stärkere Vergasermotoren mit wirtschaftlichem Kraftstoffverbrauch gebaut werden. Heute gibt es auf der ganzen Welt keinen Markenkraftstoff, Benzin-Benzol-Gemisch nicht ausgenommen, dessen Öktanzahl(Klopffestigkeit) nicht durch Bleitetraäthyl beeinflußtwird Mit den ständig steigenden Leistungskurven unserer Motoren traten aber zwei andere Probleme auf: 1. Die»vorzeitige Entzündung« des verdichteten KraftstoffLuftgemisches, auch»Glühzündung« genannt, und 2. Zündschwierigkeiten infolge Rückstandsbildung an der Kerze, die bis zum Zündaussetzer führen. Beides ist für den Motor gefährlich und seiner Leistung im hohen Maße abträglich. Auch der einzige Nachteil von Bleitetraäthyl, die Neigung zu einer gewissen schädlichen Rückstandsbildung im Verbrennungsraum. mußte beseitigt werden. Jahrelang beschäftigen sich die SHELLForschungszentren in Europa und den USA mit diesem Problem. Kraftfahrt und Luftfahrt waren an der Lösung gleichermaßen interessiert. Intensive und langwierige Forschungsarbeiten auf internationaler Basis führtenjetzt zur Erfindung des Wirkstoffes I. C. A.(Internationale Bezeichnung: Ignition Control Additive) als Beimischung für alle Shell Kraftstoffe. Dieser Wirkstoff zur Kontrolle des Zündvorganges ist jetzt allen Shell Kraftstoffen in genau abgewogenen Anteilen zugesetzt und räumt schnell und gründlich mit Glühzündungen oder Zündaussetzern und allen ihren schädlichen Folgen auf. I. C.A. als Additiv zum Kraftstoff basiert auf einer der Shell durch D. B.-Patent-Nr. 855480 geschützten Erfindung. Shell Kraftstoffe mit I. C.A. bestanden ihre erste Zerreißprobe in den Verbrennungsräumen tausendpferdiger Flugzeugmotoren. Sie bewährten sich mit gleichem Erfolg über Tausende von TestkilometernimKraftfahrzeugmotor. Seit vielen Monaten hat sich I. C. A. in Millionen amerikanischer Kraftfahrzeuge praktisch bewährt und einen beispiellosen Siegeszug angetreten. Ab Januar 1954 sind Shell Kraftstoffe mit I. C. A. in der Bundesrepublik, in Westberlin und in fast allen europäischen Ländern erhältlich. Shell Kraftstoffe mit I. C. A. bringen sieben Pluspunkte: 1. I. C. A. schützt den Motor vor Glühzündungen 2. I. C.A. kuriert den Motor von Zündaussetzemn 3. I. C.A. sorgt für einen geordneten Verbrennungsablauf 4. I. C. A. erhält volle Motorleistung 5. I. C.A. erhöht den Wert der Öktanzahl 6. I. C.A. läßt den Motor weicher und ruhiger laufen 7. I. C.A. verlängert die Lebensdauer der Zündkerzen. Alles in allem: Größere Wirtschaftlichkeit im Fahrbetrieb und länger lebende Motoren. Motorradfahrer werden Shell Kraftstoffe mit I. C. A. besonders begrüßen, denn I.C.A. macht Kerzen zündsicher. Schon nach der zweiten Tankfüllung haben Shell Kraftstoffe mit I. C.A. Ihren Motor auf höchste Leistungen gebracht, und Sie spüren den Unterschied Nur SHELL Benzin und Super SHELL enthalten I. C. A. DEUTSCHE SHELL AKTIENGESELLSCHAFT Bunte Welt „Meinem Kind geht es gut!“ München.— Mit erschöpftem Gesicht kam die Schauspielerin Gisela Uhlen nach fast dreistündiger Verhandlung, bei der es um das Schicksal ihres Kindes Barbara ging, aus dem Gerichtssaal. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit hatte sich eine Zivilkammer mit der Frage beschäftigt, wem das Sorgerecht für die neun Jahre alte Barbara Bertram, die Tochter der Schicksale in Sing-Sing DAS BERUHMTESTE GEFÄNGNIS DER WELT Von Allan McWitch (Schluß) Ich hatte längst die dreitausend Dollar zu34 Jahre alten Schauspielerin und ihres rückgezahlt. Sie wurden mir aber immer noch früheren Mannes, des Fliegers Hans Ber- abgezogen. Ich konnte mich natürlich nicht tram, zufallen solle. Das Gericht fällte wenren, ien stand unter Druck. Endlich aber noch keinen Entscheid. „Barbara ist im Internat Lichtenfels bei Da machte ich reinen Tisch. Ich stürmte in Zürich und hat genug zu essen“, sagte die das Chefzimmer, verschloß die Türe und jetzt in Basel lebende Schauspielerin, rechnete ab. Wäre ich damals nicht so wuEnergisch dementierte sie, daß das Kind jen sewessnhnätten dieen wahrschein„herumzigeunere lich keine Schußlöcher abbekommen. Mister Corelli aber war herzleidend. Er erSo saßen sie in seiner Wohnung herum und drehten Daumen. Plötzlich trat Esther Nice ein, zog sich aber, als sie Mobley gesehen hatte, sofort in die Küche zurück. Außer den dreien war niemand in der Wohnung. Deshalb konnte der junge Mobley Esther unbeohachtet folgen. Hale merkte nichts. Erst auf die Hilferufe der schönen Frau eilte er in die Küche. Mobley hielt sie fest umschlungen und wollte sie mit Gewait küssen. Es dauerte nicht lange, bis Hale den jungen kürzung. Esther Nice bekam eine MaximalMobley mit zwei Fausthieben zu Boden strafe von fünf Jahren ausgesprochen. a an „Man hat uns betrogen, Emma! Dieser Ofen wärmt ja gar nicht!“ Das Sorgerecht war im vergangenen regte sich bei dem Vorfall so sehr, daß er schickte. Das war anständig von ihm, denn a a er nalta leicht mit Herbst Hans Bertram zugesprochen wor- eine Woche später starb. Das andere wissen den, aber Gisela Uhlen hatte zusammen Sie. Sir: Man gab mir die Schuld an seinem Sche Tode. Ich bekam drei Jahre Gefängnis wegen mit ihrem jetzigen Mann, dem Schau- versuchter Erpressung und wegen Bedrohung spieler Wolfgang Kieling. die kleine der Sicherheit des Lebens Mildernde UmBarbara aus ihrer Münchener Schule stände wurden mir nicht zugebilligt da Miherausgeholt und in die Schweiz gebracht. ster Brentman den 25prozentigen GehaltsabÜber ihre Beschwerde gegen den Sorge- zug hartnäckig leugnete Gehaltszettel und rechtsbeschluß wird jetzt in München Buchführung zeigten den vollen Lohnbetrag. er hätte leicht mit Mobley gemeinsame Sache machen können. Wie die Dinge jetzt lagen, war es natürlich unmöglich, Mobley als Chauffeur zu verwenden. Hale aber blieb. Wir hatten einen guten Griff mit ihm getan. Lassen Sie mich in Sing-Sing!“ In der Zwischenzeit aber hatten sich Henry Hale und Esther Nice in der Wohnung des Chefs näher kennengelernt. Henry hatte sich als blendender Organisator erwiesen und der Anstaltsleitung geholfen, aus Sing-Sing eine Von Mabel Dwyer, der Schwester des Di- gut funktionierende Fabrik zu machen. Sie ktors erfuhr ich nann warum Ecther Nioe aha verhandelt. Mit dem Messer gegen Löwen London.— Die Georgsmedaille, eine Ich mußte ihn damals unter Druck quittieren. Man hätte mich sonst angezeigt.“ Sie haben doch bei Brentman und Corelli einige Zweigstellen eingerichtet? Hätten Sie Lust, wieder etwas ähnliches zu tun?“ Hale sah mich fragend an. Aber ich sagte der höchsten britischen Auszeichnungen ihm nur, daß er sich morgen um vier Uhr in Friedenszeiten, ist einem 62jährigen in der Wohnung des Direktors melden solle. Eingeborenen aus der Kolonie Tangan- Er blickte mißtrauisch zu den Fenster. hinüber. Miß Esther Nice war gerade damit jika verliehen worden, weil er mit einem beschäftigt, ein Staubtuch auszubeuteln. kleinen Messer seinen weißen Herrn Hales Züge leuchteten auf Als ich mich gegen einen Löwen verteidigt hatte. Mr. aber umdrehte, sah ich, daß wir nicht die de Beer war von seinen Eingeborenen in einzigen waren, die hinüberblickten. Eine den Busch gerufen worden, um einen Gefangenen-Kolonne, die eben vom Essen Löwen zu erlegen, der ein Rind gerissen kam, richtete gleichfalls ihre Augen auf hatte. Mit einem Schuß verletzte er den e e dhubsches Cesie dd Löwen an einer Hinterpfote. Das vor heraus und sagte ihm, daß. wir es mit ihm Schmerz rasende Tier fiel den Schützen als Chauffeur versuchen wollten. Er solle an. Der 62jährige Saidi Yuma sah seinen gleichfalls morgen um vier Uhr beim DiHerrn in größter Not. Kurz entschlossen rektor sein. zog er sein Messer und stach auf den Als er das hörte, flog ein triumphierendes Löwen ein, der ihn mit seinen Krallen Lächeln über sein Gesicht. Ich erinnerte mich erst am nächsten Tag an dieses Mienenspiel. rektors, erfuhr ich dann, warum Esther Nice ins Gefängnis gewandert war Sie hatte einen gewissen Bigelow erschossen. Er war ihr Freund und Manager. Sie arbeitete bald mit dem erstrebten großen Gewinn. Als der Tag von Hales Entlassung näherrückte, bekannte Direktor Dwyer:„Es fällt knallte ihn im Künstlerzimmer des berühm- mir teuflisch schwer, ihn gehen zu lassen ten Nachtklubs„Barcelona“ wie einen Hund Auch Henry bekannte, daß er nur sehr unnieder. Hinter die Beweggründe dieser gern Abschied nehme furchtbaren Tat sind die Geschworenen nie gekommen. Man sprach von Eifersuchtsmord, obwohl die Wahrheit ganz woanders liegen konnte. Esther Nice schwieg von Anfang bis Ende ihres Prozesses. Da unsere Richter nicht so galant wie ihre Pariser Kollegen sind, bekam sie zwanzig Jahre. Alle Bemühungen Mabel Dwyers, Esthers Vertrauen zu gewinnen, schlugen fehl. Sie schwieg solange, bis sie Lionel Mobley sah. Da war das Eis gebrochen. Der„Liebes-Kontrakt“ schwer verletzte und dann die Flucht ergriff. Mr. de Beer erlag kurze Zeit später den Verletzungen, während Saidi jetzt aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Aber da war die Sache schon passiert. Der Überfall Der Direktor war leider verhindert gewesen, die beiden Häftlinge pünktlich zu empfangen. Logbuch eines Weltfluges Gefällt Ihnen die Arbeit hier so gut” fragte ich. „Nein. Aber wenn Sie es genau wissen wollen: Esther Nice. Kann man es nicht einrichten, Sir, daß ich solange hier bleibe, bis sie entlassen wird? Sie verläßt das Gefängnis wegen guter Führung doch schon in einem halben Jahr.... Natürlich taten wir es nicht. Aber Anwalt Donnelly und die gute Frau Dwyer gaben den Liebenden oft Gelegenheit, sich aussprechen zu können. Niemand weiß, was zwischen den beiden geredet wurde. Aber als sie uns an ihrem indheit an alles beses- Verlobungsabend im Hause des Direktors Hand in Hand gegenübertraten, sah ich seit langem wieder einmal Läuterung und Glück in den Augen zweier Menschen. Sie waren beide im Leben gestrauchelt. Aber sie würden nun gemeinsam ihr Schicksal meistern. Henry Hale genoß Direktor Dwyers höchste Protektion auch nach seiner Entlassung. Er machte sich sehr bald selbständig und wurde einer der mächtigsten Rüstungsfabrikanten. Esther Nice aber hat nie wieder öffentlich gesungen. Das Paar schrieb mir anläßlich der Geburt ihres ersten Töchterchens. In Erinnerung an Frau Dwyer nannten sie die Amsterdam.— Einem Piloten der niederländischen Luftfahrtgesellschaft KLM wurde auf dem Amsterdamer Trödlermarkt ein scheinbar wertloses Heft mit Notizen über einen Flug zum Mitnehmen angeboten.„Das hat doch keinen Handelswert“, sagte der Trödler. Der Flieger entdeckte jedoch beim näheren Hinsehen, daß er das Logbuch des holländischen Fliegers Geyssendorfer in Händen hielt, der 1929 mit van Laer-Black einem berühmt gewordenen Flug um die Welt machte. Neben den Start- und Landedaten enthielt das Logbuch Aufzeichnungen über die BeJapanisch. Sie werden erst ins Franzôsische und dann ins Italienische übersetzt. Jetzt versucht der Kapitän, seinen Leuten Japanisch beizubringen, weil er der ewigen Übersetzerei leid ist. Der Tanker liegt zur Zeit in Kapstadt und kommt aus dem Persischen Golf. sen, was er begehrte. Auch nach Esther Nice verlangte er. Mit einer Hartnäckigkeit, die schon an Wahnsinn grenzt, verfolgte er sein Ziel. Esther aber liebte nur einen einzigen Mann: Bigelow, ihren Manager. Er wollte sie auch heiraten. Daß er es nur aus Geschäftsgründen tun wollte, wußte Esther nicht. Sie war das Objekt, mit dem er handelte. In gemeinster Weise verkaufte er sie an Mobley. Der feine junge Herr zahlte Bigelows Spielschulden. Der Preis war der Besitz Esthers. Das wurde sogar schriftlich abgemacht. An dem Abend, als Esther von dem Handel Aleine Mabe. Nun wünschten sie sich einen erfuhr, zwang Bigelow sie, die Pistole an kleinen Francis. buchs für Fremdenverkehr sein, das im Verlag Erwin Jaeger, Darmstadt, erschienen ist. Es ist zum Teil mehr, zum Teil weniger als der Baedeker. Mehr, weil es reich bebilgegnungen der beiden Flieger auf ihrem dert ist, weniger, weil es auf kommerzieller Weltflug mit Franklin Roosevelt, Admiral Grundlage aufgebaut wurde und deshalb nicht Byrd und anderen bedeutenden Persön- ein unbestechliches Bild der Unterkunftsmöglichkeiten. Die beinabe im Kehrichtwagen nicnkeiten mit einer bestimmten Wertung gibt Der Reisende muß seine Erfahrungen selbst sammeln. Das Werk dürfte jedoch allen Reisedie Brust der unglücklichen Frau setzend, Mobley zu folgen. Esther entwand ihm die Waffe und schoß ihn nieder. Während des ganzen Prozesses hatten Schamgefühl und verratene Liebe dieser Frau den Mund geschlossen. Nun versprach aber Direktor Dwyer, für ihre Rehabilitierung zu sorgen. Er wollte den Prozeß noch einmal aufrollen und für Esther eine gerechtere Strafe finden. Der tüchtige Anwalt Dennolly aber wußte Ein Wegweiser für Kur, Reise und Erholung einen besseren Wez. Er zwang Mobley zur will der Banu. ayern“ des deutschen Hand- Herausgabe jenes seltsamen„Liebes-Vertraan ana asalt C Von der Zugspitze bis zur Rhön ges“. Man fand ihn zerknüllt in einer Smokingtasche in Mobleys Wohnung. Direktor Dwyer schrieb einen Bericht an den Gouverneur und plädierte für StrafverCaptain Francis McLean lehnte sich in seinem bequemen Stuhl zurück und schloß die Augen. „Uff“, seufzte er,„nun hab' ich aber genug geredet. Einen Whisky zur Belohnung— was meinen Sie?“ Ich goß unsere Gläser voll.„Danke, Captain“, sagte ich.„Jetzt kann ich beginnen.“ „Womit?“ „Mit dem Schreiben meines Berichtes.“ „Viel Glück, old boy. Eines aber müssen Sie mir dabei versprechen...“ „Alles, Captain.“ „Sie dürfen nur die reine Wahrheit schreiben...“ Ich habe es somit getan. (Ende) lichkeiten. Die beinahe im Kehrichtwagen der städtischen Müllabfuhr gelandeten wertvollen Notizen erhalten jetzt einen büros ein willkommener Helfei bei der Beratung ihrer Kunden sein und vir'en„Zugvögeln“, die das Bayernland lieben und schâtzen. eine lebendige Erinnerung bieten. Wir finden gut gesehene Bilder vom Werdenfelser Land, vom Allgäu, von Berchtesgaden, dem Inntal, den oberbayerischen Seen, aber auch vom„Tiefland“, von München, Augsburg, Nürnberg, Bamberg und schließlich von einer der am wenigsten bekannten Gegenden des Landes: vom Bayerischen Wald, Schroffe Felsen, anmutige Täler und die Schätze der deutschen mittelalterlichen Architektonik sind in dem Handbuch als eine landschaftliche Sinfonie zusammengefaßt, die da Bayern heißt. Dietsche KULTURNOTIZEN Ehrenplatz im holländischen. Luftfahrtmuseum. International Kapstadt.— Kommandos an die Besatzung des in Liberia registrierten Tankers „Alliance“, die aus Italienern besteht, gibt der japanische Kapitän Kiso Sakata auf UNSER Waagerecht: 1. Angriff, 6. Vegetationsinseln 8. Dramenfigur Schillers, 9. Sprachkunstwerk, 10. Gottheit, 11. Augenkrankheit, 12. Geliebte des Zeus, 13. Druckspalte, Zahlenrubrik. Senkrecht: 2. Stadt in Spanien, 3. Geländeform, 4. Einheit für die Schiffsgeschwindigkeit, 5. Gefolge einer führenden Persönlichkeit, 7. Zusammenklang vom ersten und dritten Ton. 11. spanisch„heilig“. Auflösung des gestrigen Rätsels 1. Wouverman, 2. Israel, 3. Reineke, 4. Ideal, 5. Radau, 6. Roemer, 7. Enrico, 8. Neisse, 9. Agram, 10. Lorelei, 11. Latein, 12. Elastizität, 13. Sonntag, 14. Ardennen, 15. Miete, 16. Tortur, 17. Nashorn.— Wir irren allesamt, nur jeder irrt anders! Die Kunstbibliothek der ehemals staatlichen Museen Berlins wird mit rund 80 000 Bänden in neu eingerichteten Räumen am Bahnhof Zoologischer Garten(britischer Sektor) wiedereröffnet. Damit erhält Westberlin zum ersten Male nach dem Krieg eine geschlossene Bibliothek zurück. 20 Nachwuchssängerinnen und-sänger aus der Kölner Gegend stellten sich in einer Veranstaltung der Deutschen Grammophongesellschaft unter dem Motto„Polydor sucht talentierten Nachwuchs“ in Köln einer Jury von Fachleuten vor. Bei der von der Gesellschaft im November des vergangenen Jahres gestarteten Aktion haben sich über 7000 Personen aus der Bundesrepublik zum Vorsingen beworben. Kurszettel vom Bonner Heiratsmarkt Rheinisches Element nicht„unterwandert“— Konservativ bis aufs Herz Feine Damen amüsieren sich Das richtige Alter Shenperton.— Der ehemalige deutsche Schauspieler Walter Rilla, 52 Jahre alt und sehr charmant, wurde in Shepperton(England) nach zehn Drehtagen aus einem Film mit der 45jährigen Ginger Rogers ausgebootet mit der Begründung, er wirke als Film-Ehemann zu alt. Rilla erklärte Journalisten gegenüber:„Ginger Rogers spielt eine Frau von 24 Jahren— aber bei all ihrer Schönheit glaubt man ihr das doch nicht“. Jacques Bergerac, der echte Ehemann Ginger Rogers, spielt in dem Film die Rolle des Dritten. Er ist— 27 Jahre alt. Das scheint besser zu nassen. Ende des Bürgerkrieges Danbury.— Als Mrs. Sarah Rockwell an ihrem 109. Geburtstag in Danbury (Connecticut) gefragt wurde, ob das Leben heute schöner sei als in ihrer Jugend, erwiderte sie:„Ja. Der Bürgerkrieg ist zu Ende, und jeder ist nun viel glücklicher.“ Schlafanzug für die ganze Familie Moskau.— Ein in Moskau erscheinendes Magazin macht aufschlußreiche Bemerkungen über die Vorzüge sowjetrussischer Schlafanzüge.„Einen Schlafanzug“, schreibt I. Golikov,„den man für das Familienoberhaupt gekauft hat, kann man nach einmaligem Waschen dem ältesten Sohn überreichen; nach dem zweiten Waschen kann sich der zweitälteste Sohn des Prachtstückes erfreuen. Aber was soll man tun, wenn die Familie kinderlos geblieben ist?“ 2000 Jahre alte Ware Paris.— Eine Sendung griechischer Becher und Schüsseln, die vor 2000 Jahren auf dem Wege nach Marsailles, damals noch Marsilia genannt, verlorenging, ist jetzt in der Porzellanabteilung eines Pariser Warenhauses wieder aufgetaucht.„Froschmänner“ hatten sie an der Riviera aus einem versunkenen Schiff. herausgeholt. Die„Melone“ kommt wieder New York.— Die„Melone“, der runde schwarze Hut, und der steife weiße Kragen zum bunten Oberhemd kommen wieder. Diesen Modetip für Herren geben zwei der größten Warenhäuser der USA, Marshall Field in Chikago und Saks in New York. Bettlaken für den Strand New York.— Bunte Bettlaken, die man auch als Umhang für den Badestrand benutzen kann, gibt es jetzt in Amerika zu kaufen. Und für Schuljungen werden Halstücher mit Taschen angeboten, in denen man alles unterbringen kann, was ein Junge im allgemeinen mit sich herumzutragen pflegt. Der beste Schutz Konenhagen— Seit geraumer Zeit ist das kommunistische Parteiblatt „Land og Folk“ auf der Insel Bornholm regelmäßig ausverkauft. Käufer sind die Lachsfischer. Aber sie lesen die Zeitung nicht, sondern wollen sie nur bei sich haben, weil sich herausstellte, daß die Zeitung in der Tasche sie bei Durchsuchungen ihrer Boote durch polnische und russische Patrouillenboote vor allen Schikanen schützt.(abc) Er wußte es besser Birmingham.— Der Direktor einer Bank mußte 24 Stunden mit seinem Kassierer in der Stahlkammer ausharren, bis man beide endlich befreien konnte. Der Kassierer hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, daß etwas am Schloß nicht stimme, aber der Herr Direktor hatte es besser gewußt und sich mit dem Kassierer eingeschlossen, um ihm zu beweisen, daß er die Schlüssel falsch gehandhabt habe.(abc) Nicht passend angezogen Konenhagen— Sigrid Groen, eine Geschäftsfrau in Kopenhagen, erwischte einen Einbrecher an ihrem Kassenschrank. Der Verbrecher drohte, sie mit seiner Pistole zu erschießen, aber Frau Groen zog unerschrocken ihren Teppichklopfer und schlug damit auf den Einbrecher ein, der heulend vor der erbosten Frau floh, die ihm nachsetzte, bis eine Polizeistreife die nächtliche Jagd unterbrach und den Burschen festnahm. Dann floh Frau Groen. Sie war nämlich im Nachthemd gewesen. (abc) Ungeduldige Ur-Oma Helsingnors— Heute noch geht die 82jährige Stellmachersfrau Frederiksen jeden Tag elf Kilometer zu Fuß nach der nächsten Stadt, um dort ihre Einkäufe zu besorgen. Als man ihren Mann fragte, warum er der alten Frau dies zumute, sagte er:„Sie könnte ja den Autobus nehmen. Aber sie will nicht auf ihn warten.“(abc) Juma Tano(Tangenjika)— Die vierzehn jungen Damen, die vor einigen Tagen dollarschwer aus den USA nach Afrika flogen und bei einer Zwischenlandung auf dem Hamburger Flugplatz Hula-Hula tanzten, sind nun seit rund einer Woche in Tanganjika auf Großwildjagd. Ihr erstes Problem war natürlich:„Was ziehen wir an?" Sie besorgten sich zünftige Tropenausrüstungen und smarte Korkhelme und zogen von dannen— auf Safari. Ihr erstes Lager schlugen sie am Fuße einer Bergkette am See Manjara auf. In 1500 Meter Höhe hatte Bunny Allen, ein in der Gegend berühmter Löwenjäger, ihnen ein Großwildjagdlager mit allem Komfort der Neuzeut eingerichtet. 32 Eingeborene waren als Diener, Köche, Wildtrelber und-häuter, Gewehrträger und Messejungen eingestellt worden. Es gab Cocktails unter freiem Himmel, und bald vernahm Afrika die engewahnten Klänge einer hawalsschen Uhulete. Die Hyänen schienen das übelzunehmen: sie revanchierten sich später in der Nacht mit endlosem Gehäul. Am nächsten Tag wurde es ernst. Die Jagdführer mußten die Namen ihrer Amazonen aus einem großen Hut auslosen. In soliden Jagdautos erfolgte dann der Frontalangriff auf den afrikanischen Wildbestand. Erstes Opfer der Damen war ein„Kongoni“, eine„wahnsinnig häßliche Antilope“, vor deren gebrochenen Augen einige der Damen in Tränen ausbrachen. Aber dann knallte es munter weiter. Abends gab es am romantischen Lagerfeuer geschmorte Kongoni-Zunge. Sogar einen späten Besucher hatten die „Jägerinnen“. Ein Jäger war 80 Kilometer weit gelaufen, um zu ihrem Lager zu kommen. Wie sich herausstellte, wollte er nichts weiter, als sich ein Feldbett ausborgen. Er war nämlich mit seinem zusammengebrochen. Bonn.— Alles Metropolistentum hat ihre Eigenständigkeit nicht aus den Fugen gebracht: Die Bonner sind das solide Völkchen geblieben, das sie waren, ehe der Bundesadler über den Zinnen ihrer Stadt seine Schwingen breitete. Und das, ungeachtet allen hauptstädtischen Gepränges und Getues, bis auf die Knochen. Oder besser: bis aufs Herz. Kürzlich hielten nämlich die Stadtchronisten der Bundesresidenz Rückschau. Sie sahen den Vollstreckungsbeamten des Amor, den Herren des Standesamtes, in die Bücher— ein Rückblick gewissermaßen auf die Heiratsmärkte der verflossenen Jahre. Und was es daraus an Kursnotierungen zu verzeichnen gab, stellt dem rheinischen Stammessinn ihrer Mitbürger wahrhaftig eine hohe konservative Betragensnote aus. Unzähligen blendenden Beamtenpartien fremder Gaue zum Trotz, die das Angebot der Freiersscharen in ihren Mau.. so stattlich vergrößerten, haben die Töchter des Ortes ihr Jawort mit Vorliebe weiterhin artverwandten Rheinländern gegeben Und genau so blieb es und bleibt es wohl bei den heiratslustigen Bonner Männern Brauch. Denn auch sie sind, dem Maßstab der Statistik nach, weder den Reizen der Deerns von der Wasserkante, noch denen der Maderln vom Isarufer, noch denen fescher Berlinerinnen erlegen.„Das rheinische Element“, konnte deshalb amtlich in Druck gesetzt werden,„wurde von keiner Unterwanderung betroffen“. Daraus schließt, daß auch die Zugereisten, die Hauptstädter von BundesDie Berufung des Oberspielleiters Fred Schroer(Rheydt) zum Intendanten des Staatstheaters Oldenburg wurde vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Kopf genehmigt. Der Justus-von-Liebig-Preis für besondere Verdienste um die Landwirtschaft ist von der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Kiel für 1954 dem österreichischen Gelehrten Professor Walter Kubiena zuerkannt worden. Den Karl-Ernst-Osthaus-Preis(5000 DM), den die Stadt Hagen jährlich an Künstler des Westdeutschen Künstlerbundes vergibt. erhielten in diesem Jahre je zur Hälfte Professor Wilhelm Schmurr(Düsseldorf) und der Maler Friedrich Vordemberge(Köln). Eine Ausstellung„Ringelnatz als Maler“ wurde in Braunschweig eröffnet. Etwa 30 Gemälde, ebensoviele Aquarelle und drei handgeschriebene Manuskripte zeigen, daß Ringelnatz Pinsel, Palette und Zeichenstift mit der gleichen Meisterschaft zu führen wußte, mit der er seine Verse schmiedete. Der erste Spatenstich für den Neubau des im Kriege zerstorten Münsterschen Theaters soll getan werden, sobald das Winterwetter vorüber ist. Für den ersten Bauabschnitt sind 3,95 Millionen Mark veranschlagt. Drei kanadische Biber trafen im Wuppertaler Zoo ein. Die Zooverwaltung teilte dazu geblüt, in der überwiegenden Mehrzahl das Glück zarter Bindungen unter ihresgleichen gesucht und gefunden haben. Und ebenso gewiß ist, daß diese Bindungen sehr häufig, wenn nicht in den meisten Fällen, hinter den Fassaden der dichtbevölkerten Bundesbürokasernen zumindest „eingefädelt“ wurden. Am Enae steht dann in der Rubrik„Familienanzeiger.“ zu lesen, daß das Töchterchen des Ministerialdirektors Sowieso Herz und Hand einem Regierungsrate gleichen Amtshauses schenkte. Oder eine langjährige Mitarbeiterin wird ihrem Ministerchef angetraut. Sogar eine rein„politische“ Ehe gab es im bundeshauptstädtischen Aufgebot anzuschlagen, als Wilhelm Mellies, zweiter Vorsitzender der SPD, sich in aller Stille mit seiner Fraktionskollegin Anni Krahnstöver vermählte. Alte Filmstreifen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg entdeckte Kameramann Sepp Allgeier in Donaueschingen. Er hatte sie selbst als Chefkameramann der ersten Freiburger Filmfirma, der„Expreß- FilmKompanie“, hergestellt, Diese Filmgesellschaft pflegte schon vor dem ersten Weltkrieg eine tägliche Filmberichterstattung unter dem Titel„Der Tag im Film“. Das unersetzliche Filmmaterial mußte dann während des ersten Weltkrieges an die militärische Bild- und Filmstelle abgegeben werden, die es für die Truppenbetreuung verwendete. Fast alle Streifen sind dabei verlorengegangen. Um so wertvoller ist der Donaueschinger Fund. In den Archivfilmen ist neben lokalen Szenen auch ein Jagdbesuch Kaiser Wilhelms II festgehalten. mit, die Tiere seien wahrscheinlich zur Zeit die einzigen ihrer Art in einem Zoo der Bundesrepublik. Diese echten Biber seien nicht zu verwechseln mit dem als Nutria bekannten Sumpfbiber. Die nächste„Allgemeine Nahrungs- und Genußmittelausstellung“(Anuga) wird zum dritten Male nach dem Kriege im Herbst 1955 wieder in Köln stattfinden. Der sowjetische Pflanzenzüchter und StalinPreisträger Iwan Kowtunenko hat eine neue Rosensorte gezüchtet und ihr den Namen „Ruhm des Friedens“ gegeben. Wie Tass berichtet, ändern die„zarten und duftenden Blüten“ dieser Rose im Laufe einer Woche mehrmals ihre Farbe und ihre Schattierungen. Die gleiche Rose ist zuerst weiß, dann rosagelb, lichtbraun und schließlich hellrot. Der Franziskanerpater Dr. Honorius Hanstein, Lektor für Kirchenrecht an der theologischen Studienanstalt der Franziskaner in Paderborn und Offizialrat am Paderborner Diözesan- und Metropolitan-Gericht, ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Das ägyptische Schauspiel„Scheideweg“ von Bishr Fares wurde in einer StudioAufführung der Städtischen Bühnen Münster zum ersten Male in Deutschland gespielt. Freundlicher Beifall lohnte das Bemühen um die orientalische Geschichte einer zerbrechenden Liebe vor dem Hintergrund eines anrüchigen Viertels von Kairo. Gustaf Gründgens erwarb die Aufführungsrechte der Komödie„Kirschen für Rom“ von Hans Hömberg. Die Premiere im Düsseldorfer Schauspielhaus mit Gustaf Gründgens in der Hauptrolle des Lukull ist für den 6. Februar vorgesehen. Theo Lingen wurde von der Deutschen Bühne Buenos Aires für den Sommer zu einem Gastspiel verpflichtet. Mit der gleichen Bühne wird er auch in Uruguay und Brasilien spielen. Im Herbst wird er an einer deutschsprachigen Bühne Kanadas gastieren und im Dezember wieder im Berliner Renaissance-Theater. Die totale Mondfinsternis in der Nacht vom Montag zum Dienstag ist von der Volkssternwarte Bochum trotz durchziehender Bewölkung auf Agfacolor- Farbfilm festgehalten worden. Wie erwartet, zeigte der Trabant unseres Planeten ein reiches Farbbild von rot bis tieforange, und an seinem Südpol trat ein stark ausgeprägter grüner Farbsaum auf, der Rückschlüsse auf die Ozonverteilung in der Hochatmosphäre der Erde gestattet. Die Aufnahmen wurden dem Max-Planck-Institut für Ionosphärenforschung zur Auswertung überlassen. Eine italienische Filmdelegation reiste 11 die Sowjetunion. Sie soll die Möglichkeit eines sowjetisch-italienischen Filmabkommene prüfen und die Veranstaltung einer italienischen Filmwoche in Moskau anstreben. Zu der Reise hat die sowjetische Filmindustrie eingeladen. Zu Lessings 225. Geburtstag am 22. Januar werden In seiner Geburtsstadt Kamenz (Sachsen) zwei Sonderausstellungen vorbereitet:„Lessing und das deutsche Theater des 18. Jahrhunderts“ und„Bildende Kunst zur Zeit Lessings“. Dem„Deutschen Tapetenmuseum“ in Kassel-Wilhelmshöhe wird eine moderne Abteilung angegliedert, die Im Frühjahr eröffnet werden soll. Die Witwe des Dichters Gabriele D'Annunzio, Prinzessin Maria di Montenevoso, ist im Alter von fast 95 Jahren in Gardone am Gardasas gestorben. Rallye Monte Carlo 360 Fahrer zur langen Fahrt gestartet München. Nach den bisher vorliegenden Meldungen traten etwa 30 gemeldete Starter zur 24. Rallye Monte Carlo am Montag nicht an, so daß rund 360 Fahrer in diesem ersten Wettbewerb um die Tourenwagen-Europameisterschaft stehen. Etwa 100 Teilnehmer starteten in Monte Carlo, 13 in Palermo, 16 in Athen, 90 in Glasgow, 42 in Stockholm, 15 in Oslo und 32 in München. Von München aus traten u. a. Schorsch Meier, Ernst Loof, Menz, Schlüter und Ahrens die 3400 Kilometer lange Reise an. Die Engländerinnen van Dam und Anne Hall standen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Straßen im Schwarzwald waren fast schneefrei. Auch die in Monte Carlo gestarteten Wagen trafen in den Alpen gute Straßenverhältnisse an. Roboterspiel der tschechischen Handballer Nachlese zur Hallenhandball-Weltmeisterschaft— Deutschland kann in der Halle siegen Göteborz. Selbst die schwedischen Kritiker, die vor der Weltmeisterschaft die Vorrunden-Begegnung mit Dänemark als wichtigstes Spiel für Schweden nannten und später die athletischen Tschechen über Deutschland stellten, mußten nach Schwedens unerwartet knappem 17:14-Endspielsieg feststellen: Deutschland ist für Schweden der weitaus gefährlichste Gegner im Hallenhandball. Schwedens Handballspieler Nr. 1, Fünfkampf-Weltmeister Ake Moberg, ging sogar noch weiter, als er sagte:„Deutschlands Feldhandball-Elite hat in der Halle soviel von den Spielen mit schwedischen Mannschaften gelernt, daß sie Schweden mit Schußglück auch in der Halle schlagen kann!“ Die Borkenberge-Gesellschaft hat 320 Morgen Segelfluggelände in den Borkenbergen als Eigentum erworben. Westfalens Amateurboxer beschlossen auf dem Verbandstag in Hagen die Durchführung eines Pokalturniers zwischen den Bezirken. Sammelpunkt der 6. Tulpenrallye(26. April bis 2. Mai) ist der Nürburgring. Nach 500 Kilometer Anfahrt von sieben Startorten(u. a. München und Hamburg) treten die Teilnehmer von dort aus gemeinsam die Zuverlässigkeitsfahrt über 2850 Kilometer nach Voordwijk an. Wie hoch einige deutsche Spieler und ihre Leistungen bei der Weltmeisterschaft eingeschätzt werden, zeigte eine interessante Umfrage beim abendlichen Abschlußbankett, als jeder der sechs Betreuer eine Weltmannschaft aufstellte. Die Auswertung der Stimmzettel von Curt Wadmark(Schweden), Fritz Fromm(Deutschland), Frantisek Bocek(CSR), Emil Horle (Schweiz), Egon Sander(Dänemark) und René Ricard(Frankreich) ergab als Wettkampf-Team: Brunsberg-Schweden(5 Steckbrief Wir tippen im West-Süd-Block 1. 1. FC Nürnberg— SpVg Fürth. Die Nürnberger haben seit zwei Monaten keine Niederlage erlitten, während die Leistungen der Kleeblätter unterschiedlich waren. Erste Serie: 2:0. Punktestand: Nürnberg 27:13, Fürth 19:21. Letzte Spiele: Regensburg— Nürnberg 0:3, Fürth— München 2:0. Unser Tip: 1 2. 1. FC Köln— Preußen Dellbrück. Obgleich die Dellbrücker in den letzten Wochen sehr beachtliche Ergebnisse erzielten, ist der technisch bessere Tabellenführer auf eigenem Platz Favorit. Erste Serie: 2:0. Punktestand: Köln 28:12, Dellbrück 18:22. Letzte Spiele: M.-Gladbach— Köln 0:3, Dellbrück— Schalke 2:2. Unser Tip: 1. 3. Eintracht Trier— FK Pirmasens. Obgleich die Trierer daheim sehr stark einzuschätzen sind, ist es sehr fraglich, ob sie die Erfolgsserie des Spitzenreiters bremsen können. Erste Serie: 0:1. Punktestand: Trier 16:24, Pirmasens 35:5. Letzte Spiele: Worms— Trier 2:0, Pirmasens— Phönix Ludwigshafen 2:0. Unser Tip: 2. 4. Stuttgarter Kickers— VfB Stuttgart. Seit Wochen sind die Kickers ohne Sieg, während sich der VfB durch eine Reihe von Erfolgen bis auf einen Punkt an den Tabellenführer herangearbeitet hat. Erste Serie: 1:2. Punktestand: Kickers 15:25. VfB 30:10. Letzte Spiele: Karlsruher SC— Stuttgarter Kickers 5:4, VfB Stuttgart— Aschaffenburg 2:0. Unser Tip: 2. 5. Rheydter SV— Schwarzweiß Essen. Diese Mannschaften weisen etwa die gleiche Spielstärke auf, beide kämpfen gegen den Abstieg. Daheim wird Rheydt das Letzte aufbieten. Erste Serie 1:4. Punktestand: Rheydt 14:26, Schwarzweiß Essen 15:25. Letzte Spiele: Bochum— Rheydt 2:0, Schwarzweiß Essen— Dortmund 5:2. Unser Tip: 1. 6. Eintracht Frankfurt— FSV Frankfurt. Wenn sich auch der FSV in der letzten Zeit von der besten Seite zeigte, müßte doch der Tabellenerste das bessere Ende für sich behalten. Erste Serie: 6:0. Punktestand: Eintracht 31:9, FSV 18:22. Letzte Spiele: Kassel— Eintracht Frankfurt 1:0, FSV Frankfurt— Schweinfurt 3:0. Unser Tip: 1. 7. Borussia Dortmund— Alemannia Aachen. Die Borussen sind recht unsichere Kantonisten geworden, während Alemannia letzthin sehr gute Leistungen zeigte. Zu Hause kann man dennoch die Dortmunder höher einschätzen. Erste Serie: 1:0. Punktestand: Dortmund 22:18, Aachen 23:17. Letzte Spiele: Schwarzweiß Essen — Dortmund 5:2, Aachen— Münster 7:2. Unser Tip: 1 8. BC Augsburg— Kickers Offenbach. Zwar hat Öffenbach ein spielerisches Übergewicht, doch werden die abstiegbedrohten Augsburger alles auf eine Karte setzen. Erste Serie: 1:2. Punktestand: Augsburg 11:27, Offenbach 28:12. Letzte Spiele: VfR Mannheim— Augsburg 4:3, Öffenbach— Waldhof 7:3. Unser Tip: 0. 9. SV Sodingen— VfL Bochum. In diesem Kampf zweier etwa gleich starker Mannschaften werden Tagesform und Platzvorteil eine Rolle spielen. Erste Serie: 0:0. Punktestand: Sodingen 17:23, Bochum 20:20. Letzte Spiele; Horst— Sodingen 2:0, Bochum— Rheydt 2:0. Unser Tip: 1. 10. SV Waldhof— VfR Mannheim. Tabellenstand und letzte Spiele sprechen für den VfR, doch wird dieser Lokalkampf wesentlich von dem Streben der Waldhofer bestimmt, dem Abstieg zu entrinnen. Erste Scrie; 2:6. Punktestand: Waldhof 13:27, VfR 18:22. Letzte Spiele: Offenbach— Waldhof 7:3, VfR Mannheim— Augsburg 4:3. Unser Tip: 0. 11. FV Speyer— 1. FC Kaiserslautern. Es müßte schon seltsam zugehen, wenn sich die Walterelf hier etwas vormachen lassen sollte. Erste Serie 0:7. Punktestand: Speyer 13:27, 1. FCK 34:6. Letzte Spiele: Neunkirchen— Speyer 4:0, 1. FCK— Saar 05 Saarbrücken 10:1. Unser Tip: 2. 12. Viktoria Aschaffenburg— Karlsruher SC. Dieses Spiel ist sehr schwer zu beurteilen. Der Tabellenletzte Aschaffenburg wird sich gegen die verbesserten Karlsruner mit letzter Kraft wehren. Erste Serie: 0:3. Punktestand: Aschaffenburg 11:29, Karlsruhe 24:16. Letzte Spiele: VfB Stuttgart— Aschaffenburg 2:0, Karlsruhe— Stuttgarter Kickers 5:4. Unser Tip: 0. 13. Preußen Münster— SV Meiderich. Unser Tip: 1. 14. TSV Eimsbüttel— Hannover 96. Unser Tip: 2. nach einem Weg suchen, das Hallenspiel für die Zuschauer interessanter zu gestalten. Gustav Schwenk Stimmen); Stockenberg-Schweden(6); Dahlinger-Deutschland(3); Pesl-CSR(4); Lindqvist-Schweden(5), Akerstedt-Schweden (6), Moberg-Schweden(6); AlmqvistSchweden(3); Theilmann-Dänemark(3) und Käsler-Deutschland(3). Film ergänzt nun Zatopek-Training Trotz der überragenden Technik und Taktik der beiden Endspielmannschaften rückt bei einem Rückblick auf das Weltturnier immer wieder das Roboterspiel der CSR-Zehn mit in den Vordergrund. Jeder der jungen Ärzte, Studenten, Soldaten oder Handwerker aus Prag war ein perfekter Athlet, der in mehrwöchigen Trainingslagern auf ein an Eishocky erinnerndes Spiel im Sprintertempo vorbereitet wurde. Nach ihrer Rückkehr werden die besten tschechischen Handballspieler immer wieder den zweistündigen Film studieren, den einer der acht Begleiter in Göteborg, Jönköping oder Oerebo drehte. „Wir spielen erst seit drei Jahren Handball, doch wir hoffen, bald unsere Fortschritte machen zu können, da wir 30 000 Jugendliche für unser Spiel begeistert haben“, berichtete der neun Sprachen mächtige Preßburger Journalist Zaeman, der auch mehrfach von 200 000 Handballspielern in der Sowjetunion— vor allem in der Ukraine— sprach.„Am 1. Mai werden wir erstmals gegen die Sowjetunion spielen, damit wir das hier bei der Weltmeisterschaft Gelernte möglichst schnell in einem Länderspiel erproben können.“ Ballzauber darf nicht blenden Ein Schatten lag über der Weltmeisterschaft: Die Abwehrform ist weiterhin eine Mauer von Menschenleibern, die den Schußkreis vor Sprung- und Fallschüssen oder Weitschüssen des Gegners schützen soll.„Aller Ballzauber darf uns nicht blenden“, so kommentierte der als Fußball- und Handball-Nationalspieler, aber auch als Arzt und Schriftsteller bekannte Kopenhagener Knud Lundberg das Weltturnier.„Der Sechs-Mann-Riegel vor dem Tor bringt tote Momente, die bei schwächeren Mannschaften das Spiel uninteressant werden lassen. Man muß wohl zu einer Teilung des Spielfelds und zu einer Beschränkung der Spieler im Abwehrraum kommen, um die Schönheit des Hallenhandballs richtig hervorzuholen“. Damit stellte sich der erfahrene Däne hinter die Meinung maßgeblicher deutscher und Schweizer Experten, die ebenfalls Paris verbietet Toto Beschluß des französischen Ministerrats Paris. Nach einer Sitzung der französischen Minister des Inneren, der Finanzen der Justiz und für Information erhielt die große Pariser Sportzeitung„L’Equipe“ die Mitteilung, daß der Fußballtoto-Wettbewerb, den sie seit einigen Wochen mit„France Football“ unter der Bezeichnung„Concours- Foot“ durchführte, ab sofort verboten sei. Die Tipzettel für diesen Wettbewerb wurden in mehreren Orten des Landes und in der Redaktion selbst von der Polizei eingezogen; den Herausgebern drohte man mit schweren Strafen bei Fortführung des Totowettbewerbs. Als Entgegnung auf diesen„undemokratischen und ungerechtfertigten Schritt“ der französischen Regierung rief die„L’Equipe“ ihre Leser zu einem Protest auf. Die Zeitung selbst will Klage vor dem Staatsrat wegen „Überschreitung der Machtbefugnisse“ einreichen. In Frankreich gibt es keine TotoGesellschaft. Rund um Neuhaus- Wilde Das Düsseldorfer Rahmenprogramm Düsseldorf. Die Bemühungen der Veranstalter, neben der Schwergewichtspaarung zwischen Europameister Heinz Neuhaus und Belgiens Meister Piet Wilde für den 31. Januar auch noch Gustav Scholz oder Mittelgewichtsmeister Hans Stretz nach Düsseldorf zu verpflichten, haben sich zerschlagen, da Scholz vor seiner USA-Reise am 12. Februar nur noch in Berlin— voraussichtlich gegen Englands Halbschwergewichtsmeister Buxton — boxen soll, während Stretz zu teuer war. So gibt es nur einen„kleinen Rahmen“. Die bisher vertraglich abgeschlossenen Paarungen sind Gerd Müller(Düsseldorf) gegen Lahousse (Belgien), Burrow(Datteln) gegen Coppens (Belgien). Weiterhin werden noch Albert Müller(Düsseldorf) und Strelecki(Dortmund) auf der Karte erscheinen. Ihre Gegner stehen aber noch nicht fest. Die beiden Müller gehören zu den Herausforderern des deutschen Doppelmeisters Werner Handke(Berlin). Um der hohen Bedeutung der Leibesübungen für das öffentliche Leben gerecht zu werden, will die CDU im Bundestag die Errichtung eines„Ausschusses für Fragen der Leibesübungen“ beantragen. Mehr Sportmöglichkeiten und Sportplätze für die Studenten forderte der Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Univorsität, Professor Dr. Paul Martini, in Bonn.„Für die starke geistige Beanspruchung ist der Sport als Ausgleich unbedingt notwendig.“ „Übersteigerung des Spitzensports Präsident Willi Daume über die echte Leibesübung Essen.„Durch die Übersteigerung des Schau- und Spitzensports, der der Leibeserziehung viel von ihren ursprünglichen Werten zu nehmen droht, ist der Sport gerade in den intellektuellen Schichten des deutschen Volkes noch immer nicht als„hoffähig anerkannt“, erklärte Willi Daume (Dortmund), der Präsident des Deutschen Sportbundes(DSB), in Essen in seinem Festvortrag zum 40jährigen Bestehen des Deutschen Kanu-Verbandes. In einer Zeit des europäischen Pessimismus falle aber dem Sport in der Erziehung zur Persönlichkeit, zur Initiative und zum Optimismus eine bedeutende Aufgabe zu. Es sei daher kein Zufall, daß der DSB als Festredner für seinen Bundestag nicht einen Repräsentanten des deutschen Geistes, sondern den spanischen Philosophen Ortega y Gasset habe verpflichten müssen. Die Beherrschung des Körpers und die gesunde äußere Haltung seien wesentliche Voraussetzungen für alle Menschen, die Anspruch auf echte Bildung erheben. Nur drei Procent! Katastrophale Lage des Schulturnens Nienburg(Weser). Der Generalsekretär der Deutschen Olympischen Gesellschaft(DOG), Guido von Mengden, teilte auf einer DOG-Versammlung in Nienburg mit, daß zur Zeit nur noch etwa drei Prozent der Einwohner der Bundesrepublik Leibesübungen betreiben. Von den deutschen Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr seien nur noch 7,2 Prozent in Turn- und Sportvereinen. Von Mengden wies darauf hin, daß dagegen in den USA 82 Prozent aller Jugendlichen bis zum 17. Lebensjahr täglich eine Pflicht-Turnstunde hätten und außerdem noch 63 Prozent zwei Stunden täglich an den Übungen ihrer Schulmannschaften teilnehmen. Es gebe in der Bundesrepublik pädagogische Akademien, die weder eine Turnhalle noch einen Sportplatz besäßen und die sich bei ihrem vielfältigen Ausbildungsprogramm nur in einem Punkt glichen: in der Nichtbeachtung der Leibesübungen. In wenigen Zeilen Die Sektion Fußball der DDR hat als 18. Nation die offizielle Meldung zum FIFAJugendturnier abgegeben, das vom 11. bis 19. April im westdeutschen Raum vom DFB ausgerichtet wird. Obwohl die Meldung mit wesentlicher Verspätung eingegangen ist, wurde sie nachträglich entgegengenommen. Auf dem Kongreß der FEI(Fédération Equestre International) in Brüssel wurde u. a. beschlossen, daß Reiterinnen jetzt auch an allen internationalen Mannschaftsspringen — also am Preis der Nationen— auch bei den Olympischen Spielen teilnehmen können. Vom 28. Juni bis 1. Juli, also an vier Tagen, werden die Kunstturn-Weltmeisterschaften in Rom entschieden. Die obligatorischen Kampfrichterkurse beginnen aber ebenso wie die ITB-Sitzungen bereits am 24. Juni. In Darmstadt ist ein„Haus des Sports“ mit Arbeits- und Versammlungsräumen für die Darmstädter Vereine geplant, das aus städtischen und Toto-Mitteln finanziert werden soll. Eine„Helene Mayer- Memorial- Trophy“ zur Erinnerung an die„Blonde He“ schrieb die Amateur Fencers League of America aus. Dieser Wettbewerb findet am 2. Mai in Oakland statt. Borussia M.-Gladbach und Rheydter SV pianen nach der Meisterschaftssaison ein Pokalturnier mit je zwei französischen, belgischen und holländischen Mannschaften. Der Segelflieger Lebaille wurde getöret als er mit seinem Segelflugzeug über dem Flugplatz St. Remy in Südfrankreich mit einem anderen Segelflugzeug in der Luft zusammenstieß und abstürzte. WIRYSCHAFT UND ARBEIT Margarine und Kaffee teurer Die Entwicklung der Preise auf dem Weltmarkt wirkt sich aus Für die Öffentlichkeit mehr als überraschend kam die Preiserhöhung für Margarine und die Ankündigung einer Preissteigerung für Kaffee. Dazu kamen die düsteren Konjunkturprognosen für die USA, die als größte Produktionsstätte und bedeutendster Käufermarkt der Erde über einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die wirtschaftliche Weltsituation verfügen. Selbst wenn die Flaute in den USA kommen und wenn sie— was noch nicht sicher ist— nur sehr wenig abgeschwächt auf Europa übergreifen sollte, werden die Preise typischer Verbrauchsgüter erst mit dem Rückgang der Masseneinkommen absinken. Soweit ist es aber noch nicht. Die Nachfrage nach Nahrungs- und Genußmitteln ist groß geblieben, während im Augenblick jedenfalls das Angebot an planzlichen Olen und Fetten und an Genußmitteln nicht auszuweiten ist. Wenn auch in einem Fall, der von der Gegensatz zwischen Angebot und Nachfrage Inländischen Preiserhöhung noch nicht be- nicht aus der Welt zu schaffen. Infolgedessen troffen ist, eine künstliche Verkäuferzurück- gab es zwischen August und Mitte Januar haltung vermutet wird, so ist im ganzen der folgende Preisveränderungen: August Januar Steigerung Durchschnitt letzte Notierung in% Erdnüsse, sudan., L/t Baumwollsaat, afr., L/t Sojabohnen, Chic., ets. Copra, Phil., Doll./t Copra, Mozamb., Escudos Palmkerne, Kongo, bfs Baumwollsaatöl, ets/Ib Erdnußöl, ind. L/t Sojaöl, Chic., cts/Ib Palmöl, Kongo, bfs Palmkernöl, Kongo, bfs Kaffee, Santos IV, cts/Ib Kaffee, Kenla A, s/ewt Kakao, Bahia, ets/lb Wenn man auch eine langfristige Prognose nicht geben kann, so kann man doch feststellen, daß sich in absehbarer Zeit bei diesen Preisen nicht sehr viel ändern wird. Inländische Preiserhöhungen müssen deshalb vorerst zwangsläufig hingenommen werden. Kein Hausarbeitstag für Ledige Arbeitsgerichtsentscheid nach Artikel 3(Gleichberechtigung) Hannover.— Einer ledigen berufstätigen Frau ohne familiäre Pflichten steht nach einem Gerichtsentscheid auf Grund des Artikels 3, Absatz 2, des Grundgesetzes über die Gleichberechtigung kein bezahlter Hausarbeitstag zu. Diesen Standpunkt vertrat das Landesarbeitsgericht Hannover bei der Ablehnung einer Berufungsklage einer berufstätigen ledigen Frau aus Hameln, der seit Frühjahr vorigen Jahres der Hausarbeitstag unter Hinweis auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau verweigert worden war. Ihre Klage hatte das Arbeitsgericht Hameln zurückgewiesen. Dieses Urteil wurde vom Landesarbeitsgericht nun bestätigt. Berufungskammer unter Vorsitz des Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Hannove., Dr. Borrmann, erklärte, das Gewähren eines Hausarbeitstages für eine unverheiratete Arbeitnehmerin ohne familiäre Pflichten bedeute eine nach dem Grundgesetz nicht mehr zu vertretende Bevorzugung gegenüber männlichen Arbeitnehmern in der gleichen Lage. Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft, die die Klägerin als Prozeßbevollmächtigte vertrat, wird voraussichtlich gegen das Urteil Revision beim Bundesarbeitsgericht in Kassel einlegen. Verwaltungsabbau ist möglich Ohne Kraftfahrzeugsteuer würden 7000 Beamte eingespart 2,73 Milliarden Kapital von Entflechtung betroffen Düsseldorf.— Von wesentlicher Bedeutung für die deutsche Wirtschaft und besonders für die Effektenmärkte waren die Entflechtungen und Ausgründungen, die auf Anordnung der Alliierten bei der Mehrzahl der Montankonzerne, der IG-Farbenindustrie AG. und den Filialgroßbanken durchgeführt werden mußten. Um welche Größenordnung es sich dabei mit Bezug auf die im Börsenhandel befindlichen Aktienwerte handelt, wird aus folgender Aufstellung der Rheinisch-Westfälischen Bank ersichtlich.— Der Entflechtung unterworfenes RM-Kapital: Fünf Montankonzerne(Vereinigte Stah werke, Klöckner, Mannesmann, Gutehoffnungshütte, Hoesch) mit 964 Millionen, IGFarbenindustrie AG. mit 1360 Millionen und drei Großbanken mit 410 Millionen; das ergibt die Summe von 2734 Millionen. Die wertpapiermäßige Durchführung der Entflechtungen und Ausgründungen ist außerdem mit einem personellen und kostenmäßigen Aufwand für die Gesellschaften sowie für die beteiligten Banken und auch mit Gebühren für die Aktionäre verbunden, der in der heutigen Zeit nicht vertretbar erscheint und besseren Zwecken hätte zugute kommen können. An die Spitze gestellt werden muß der Hinweis, daß nach Aussage von Sachkennern, die auch den Steuerbetrag nannten, eine ganze Reihe von Autobesitzern ihre Kraftfahrzeugsteuer in Halbmonatsraten entrichten, weil sie nicht übersehen könnten, ob sich für sie der Betrieb ihres Wagens 14 Tage später überhaupt noch lohnt. Der Verwaltungsaufwand steigt dadurch. Hinzu kommt, daß wohl zu noch keiner Zeit soviele Automobilisten wie gegenwärtig den Steuertermin versäumen und trotzdem fahren. Die Folge ist, daß die Kontrolle, ob der Wagen auch tatsächlich still liegt, nicht mehr nebenbei erfolgen kann, sondern zur Hauptbeschäftigung für eine ganze Reihe von Sachbearbeitern wird. Weiter muß erwähnt werden, daß sich die Methodik der Steuerverwaltung immer mehr verfeinert, daß sie damit immer komplizierter wird, und daß deswegen der Beamtenapparat immer stärker wächst. Insgesamt: die Verwaltung der Kraftfahrzeugsteuer erfordert gegenwärtig etwa 7000 Angehörige der Finanzverwaltung. Das Durchschnittseinkommen eines dieser Beamten einschließlich Wohnungsgeld und eventueller Kinderzulagen darf mit monat lich 400 DM angnommen werden. Das heißt die reinen Personalkosten belaufen sich auf etwa 33.6 Millionen DM. Die Hälfte dieses Betrages kann nochmals für sächliche Verwaltungskosten angesetzt werden, so daß sich Gesamtausgaben von knapp 50 Millionen DM oder 10 Prozent der gesamten Kraftfahrzeugsteuereinnahme ergeben. Gelinde gesagt erscheint dieser Betrag etwas reichlich hoch, so daß die Forderung von sachkundiger Seite verständlich wird, die Kraftfahrzeugsteuer wegfallen zu lassen und dafür die Mineralölsteuer entsprechend zu erhöhen. Und was soll mit den Beamten geschehen? Auch für sie gibt es Beschäftigung, etwa dergestalt, daß sie in die für die nächsten 30 Jahre bestehenden Lastenausgleichsämter übergehen, damit hier nicht eine neue Brigade Beamter heranwächst, für die unsere Kinder in 30 Jahren eine neue Steuer erfinden müssen, nur damit diese Brigade Beschäftigung erhalten kann. Rheinisch-Westlälische Börse Düsseldorf, 19. Januar Tendenz: Die heutige Borse eröffnete erholt für Montanwerte Die freundliche Stimmung hielt bis zum Schluß an. Unfairer Wettbewerb in der Binnenschiffahrt In Baseler Tischreden:„Dunkle Wolken über dem Rhein“ Am vergangenen Wochenende hat in Basel eine Tagung stattgefunden, auf der schweizerische und holländische Schiffahrtskreise in Gegenwart offizieller Vertreter ihrer Staaten, des schweizerischen Nationalrates Dr. Jaquet und des holländischen Verkehrsministers J. Algera, gemeinsame Beratungen über die Schiffahrt auf dem Rhein abgehalten haben. Bisher liegen amtliche Verlautbarungen darüber weder aus schweizerischer noch aus niederländischer Quelle vor. Lediglich die dieser Tage bekanntgewordenen Tischreden lassen erkennen, daß die Beratungen mit einer eindeutig gegen die Bundesrepublik gerichteten Spitze geführt wurden. Das ließ die Vorgeschichte dieser Tagung von vornherein erwarten. Es geht hier, so sagen die holländischen und Schweizer Reeder, um die„Freiheit der Schiffahrt auf dem Rhein“. Damit ist allein schon die ganze Diskussion in eine falsche Richtung gedrängt, denn diese„Freiheit auf dem Rhein“ ist niemals bedroht worden, nicht einmal im Jahre 1936, als das nationalsozialistische Deutschland die seit 1868 gültige Mannheimer Akte kündigte. Denn auch weiterhin war damals allen rheinfahrenden Nationen die Schiffahrt auf dem Rhein gestattet. Holländische und Schweizer Schiffe hatten das Transitrecht und auch das Recht, von ihren Häfen Fracht nach deutschen Häfen zu ade Nach dem Kriege änderte sich die Situation dadurch, daß deutsche Reeder eine große Anzahl ihrer Rheinkähne, die sie während des Krieges vor britischen Bomben retten wollten, in holländischen Häfen verloren. Im Mai 1945 fielen diese Schiffe den Holländern als Beute zu: Kriegsrecht! Damit fanden sich die deutschen Reeder ab. Nicht aber damit, daß jetzt die Holländer, die eine größere Rheinflotte besitzen, als für das Frachtvolumen ihrer Häfen erforderlich ist, die überschüssigen Kähne im gesamten innerdeutschen Verkehr einsetzen wollen. Nächst den Holländern wollen jetzt auch die Schweizer den deutschen Reedern Konkurrenz machen, so z. B. in der Schiffahrt zwischen Duisburg und Minden, also in rein binnendeutschen Gewässern. Trotzdem fühlte sich die„Neue Zürcher Zeitung“ verpflichtet, vor einiger Zeit vor einer„beuruhigenden nationalistischen deutschen Tendenzmacherel“ zu warnen. Die Bundesregierung hat im vorigen Jahr in einer korrekten Note diesen deutschen Standpunkt, der die freie Rheinschiffahrt in keiner Weise bedroht, präzisiert. Trotzdem ist auf der Baseler Tagung von einem„Ausverkauf der Mannheimer Akte“ gesprochen worden und davon, daß sich „dunkle Wolken über dem Rhein zusammenballten“. In zuständigen Kreisen der deutschen Rheinschiffahrt Ist man demgegenüber geneigt, großzügig zu sein: Man sagt dort, daß bei Tischreden viel geredet werde, was man nicht allzu wichtig nehmen solle. Was tatsächlich geschehe, werde man dagegen sehr genau beobachten und zur rechten Zeit beantworter Industiie-Aktien Klöckner 279½ bz Accu-Hagen 164 G Krefft 48 bz AEG 119 bz Mannesmann 91 bz Allg. Hoch-& Ing. 100 Br Mülheimer Berg 89 bz Balcke Maschinen 116 G Pongs& Zahn 126 G Bergb. Ew. Ludwig 92 G Rh. Westf. Kalk 130 G BMW 76½ bz Bemberg 75 bz Beton& Monier 109 G Bosw.& Knauer 781 G Buderus— Burbach 1191/ 5z Busch Jaeger 165 G Conti-Gummi 159½ bz Consolidation 89 bz Rhein. Braunkohle 153 ba Rheinstahl 159 G RWE 132½ bz Rheinmetall 19 G Rheinpreußen 110 bz Sakdetfurth 128½ bz Schering 160 bz Schiess 122½ G Schwabenbräu— G Dahlbusch St. 66½ bz G Siem. Stämme 146 bz Daimler 130 bz Demag 145 bz G Dt. Conti Gas 150½ G Dt. Erdöl 116¼ bz Didier 132 G Siem. Vorzüge 142 bz Stamag 109 bz Ver. Dt. Nickel 123½ b2 Ver. Rumpus 70 Br Ver. Stahlwerke 215 bz Dortm Akt. Br. 128½ bzWasser-Gelsenk, 130 bz G Dortm. Ritter Br. 176 G Westd. Kaufhof 139 G Dortm. Union 71 bz Westf. Dinnendahl 151 b2 Dynamit Nobel 131½ bz Wintershall 140 bz I. G. Farben 139½ bz Zellwald 98 bz I. G Farben NGS Bank-Aktien 137-141 Commerzbank 77½ bz G Feldmühle 150¼ bz Felten 110 bz Ford 93 bz Goldschmidt 60 G Harpener 92 bz Hindrichs Auff.— Hochtief 99½ G Hoesch 219½ bz Deutsche Bank 95 bz Dresdner Bank 94 bz G Freiverkehr Bergb. Lothringen 93-96 Chemie-Faser Inh. 56-60 Eisenhütten Köln 92-96 Gutehoffnungshütte 248½-256½ Kabel Rheydt 148½ bz GPhrix-Inh. 29-32 Kall-Chemie 146 G Rhein. Kunstseide 52-56 Karstadt 148 bz Schulth. Stämme 23-25 Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main). 19. Januar.(vwd)— Die Wechselstuben kaufen 430 DM-Ost für 100 DMWest und verkaufen 100 DM-Ost für 24.69 DMWest. Österfeuerverein in Attendorn Generalversammlung stellte ihn unter bewährte Führung Attendorn. Am Sonntag fand im Ratskeller die Generalversammlung des Osterfeuervereins o. V. Attendorn statt, die alle vier Jahre durchgeführt werden muß Leider war die Versammlung nicht so stark besucht, wie es wünschenswert gewesen wäre Poskevatter Maiworm begrüßte die Anwesenden als ältester Poskevatter für den verhinderten Poskevatter Dechant Köster. Unter den Anwesenden befand sich auch der bereits 81jährige Ehren-Poskevatter Toni Henze, den Maiworm der Jugend als leuchtendes Vorbild voranstellte. Ehe die eigentliche Tagesordnung begann, gedachten die Poskebrüder der in den letzten vier Jahren verstorbenen Mitglieder. Der Vorsitzende beleuchtete nochmals kurz die Leistungen der alten Mitglieder und würdigte deren Leistungen für die alte Sitte in unserer Vaterstadt. Nach dem Kassen- und Jahresbericht wurden die Poskeväter für die vier Tore wiedergewählt. Für das Niederste Tor Paul Maiworm sen., für das WasserTor Otto Hellner, für das Kölner Tor Franz Reising und für das Ennester Tor Wilhelm Viegener; zum Kassierer und Schriftführer wurde Franz Henze wiedergewählt, so daß die Leitung des uralten Attendorner Österfeuervereins in bewährten Händen liegt. Die Satzung sah bisher vor, daß die geschlagenen Kreuze Karsamstag beim Einzug in die Stadt vom Tor aus bis zum Marktplatz und von dort wieder bis in die vier Tore getragen werden mußten. Nach längerer Beratung wurde dann beschlossen, diesen Brauch zu ändern. In Zukunft werden also die Kreuze vom Stadteingang bis zum Marktplatz getragen. Sollten sich durch irgendwelche Einflüsse andere Notwendigkeiten ergeben, so können die Poskeväter eine andere Regelung beschließen. Damit entließ Poskevatter Maiworm die Anwesenden mit dem Wunsche guter Arbeit in den einzelnen Toren zur Aufrechterhaltung der schönen alten Sitte in der Hansastadt Attendorn. Stadt Attendorn Zonenflüchtlinge. Vor schier unlösbare Probleme wird unser Wohnungsamt gestellt, da am 29. Januar weitere 70 Zonenlüchtlinge hier eintreffen werden. Zur Reisetauben-Verbandsausstellung am 31. Januar im Saalbau in Essen soll um 7 Uhr ab Marktplatz ein Omnibus fahren. Interessenten wollen sich sofort im Gasthof„Zum Löwen“(Schulte) zur Mitfahrt melden. Die Mitfahrt verpflichtet nicht zum Besuch der Ausstellung, sondern der Tag kann frei in Essen verbracht werden Imker, Achtung! Am Sonntag, dem 7. Februar, findet bei der Vogelschutzwarte Altenhundem von 9 bis 17 Uhr ein Einführungslehrgang in die Bienenzucht statt. Die Teilnehmergebühr beträgt 1,50 DM. Interessenten melden sich unverzüglich beim Vorstand. Freiw. Feuerwehr. Zur Schulung trafen sich die Feuerwehrmänner am Sonntag im Gasthof Schulte unter dem neuen Wehrführer Höffer. Referate über Kaminbrände und deren Bekämpfung sowie die vielseitigen Waldbrände wurden gehalten. Totenglocke. Es starben im Alter von 68 Jahren Theodor Keseberg, Kampstr. 51; im Alter von 45 Jahren Wilhelm Hoberg, Sackhof, und im Alter von 53 Jahren an den Folgen eines schweren Unfalles Reinhold Wanke, Lager Mubea. R. 1. p. Wenden. Das Standesamt beurkundete im Monat Dezember 1953 folgende Personenstandsfälle: Geburten: Ein Sohn: Albert Niklas, Elben; Oswald Kinkel, Hünsborn; Johann Harzheim, Wenden; Rudolf Heine, Altenhof; Werner Eich, Wenden; Egon Hetzel, Ottfingen; Josef Brüser. Hillmicke. Eine Tochter: Alfons Hüpper, Möllmicke; Jose Alcontara Ramirez, Möllmicke, Norbert Klein, Schönau; Anton Reifenrath, Gerlingen.— Ehescnliebungen: Albert Schneider, Ottfingen, und Hedwig Schmidt, Hillmicke; Hermann Baum, Altenwenden, und Maria Rademacher, Wenden; Paul Meurer und Emilię Alfes, beide Möllmicke; Alexander Arns und Josefa Brüser, beide Altenhof; Peter Wurm und Maria Theresia Arens, beide Wenden.— Sterbefälle: Maria Schnitzler geb. Hachenberg, Olpe (81 J.); Rotraud Quast, Hillmicke(2 J.); J. Robert Hennrichs, Gerlingen(20 J., Kriegssterbefall); Severin Wurm, Schönau (77 J.); Johann Stettner, Möllmicke(51 J.); Maria Anna Halbe geb. Arns, Schönau (79 Jahre). Standesamt Attendorn Attendorn. Das Standesamt der Sadt Attendorn beurkundete im Monat Dezember 1953 folgende Personenstandsfälle: Geburten: Ein Sohn: Franz Marach, Ennester Straße; Heribert Höffer, KampAUS DEM KREISGEBIET Olpe. Die Witwe Adolfine Sternberg geb. Meiswinkel, wohnhaft Martinstraße 76, ist am 18. Januar im Alter von nahezu 89 Jahren gestorben. R. 1. p. Drolshagen. Die Jugendgruppe des DGB ladet die Arbeitnehmerjugend zu einem Filmabend ein, der heute um 18.15 Uhr im Kolpingsheim stattfindet. Es laufen vier Filme, darunter zwei Farbfilme. Am Donnerstag ist um 18 Uhr in der Gastwirtschaft Schürholz(„Zum Trappen“) eine allgemeine Betriebsräte- und Vertrauensmännerversammlung aller Drolshagener Betriebe. In dieser wird der Leiter der Allgemeinen Ortskrankenkasse Olpe, Direktor Heßling, über„Die Krankenversicherung, die Rechte und Pflichten der Mitglieder“ sprechen. Berlinghausen. Frau Brigitte Hilchenbach geb. Baumhoff wird heute 76 Jahre alt. Der treuen Leserin unserer Heimatzeitung„S. V.“ wünschen wir noch einen langen und gesegneten Lebensabend! Windebruch. Einen Halswirbelbruch erlitt eine Landwirtin, als sie beim Melken von einer Kuh getreten wurde. Sie wurde in das Krankenhaus Attendorn eingeliefert. straße; Franz Josef Klöwer, Windhauser Straße; Wilhelm Bilsing, Kehlberg; Otto Klein, Grafweg; Robert Busch, Pütthof (Zwillinge). Eine Tochter: Friedrich Reichling, Windhauser Straße; Felix Hühner, Helden; Alfons Hupertz, Listernohl; Franz Köster, Rölleken; Hubert Rinke, Ennest; Ludwig Keseberg, Plaßmannshof; Hubert Böhler, Riviusstraße; Hellmut Höhn, Breite Straße; Gottfried Jung, Ennest.— Eheschließungen: Erhard Kaltemorgen, Musebieter, und Helga Lebbe, Sportplatz; Josef Gawlitta, Finnentroper Straße, und Maria Farnschläder, Hansastraße; Ernst Lorenz und Hildegard Halbe, beide Remmenstein; Walter Winkler, Dortmund, und Ursula Hoffmann, Grafweg.— Sterbefälle: Therese Sondermann geb. Schmidt, Finnentroper Straße(54 J.); Alma Schlüter geb. Beck, Kölner Straße(70 J.); Anna Wacker geb. Klein, Truchseßgasse(83 J.); Friedrich Bittner, Kampstraße(67 J.); Johann Bock. Schützenstraße(74 J.); Antonie Hennemann geb. Turwitt, Breite Straße(75 J.). Gewinn beim PS-Sparen Finnentrop. Zum Jahresanfang hatte hier ein PS-Sparer das Glück, bei der Auslosung einen Gewinn von 1000 DM auf sein Konto buchen zu können. Geburten/ Eheschließungen/ Sterbefälle Standesamt Wenden Grevenbrück ehrte Sängerjubllare 15 aktive Sänger erhlelten die Ehrennadel des DSB Grevenbrück. In einer Feierstunde, die im Saale des Gasthofes Otto Boerger stattfand und an der der Männer- und Frauenchor des MGV„Concordia“ Foerde 1860 e. V. teilnahmen, ehrte der DSB durch den Vorsitzenden des Sängerkreises BiggeLenne, Robert Schmidt(Attendorn). 15 aktive Sänger durch Ueberreichung der goldenen bzw. silbernen Ehrennadel des DSB Nach herzlichen Begrüßungsworten des Vereinsvorsitzenden Engelbert Kruse begann die Feier mit dem Vortrag des Männerchores„Sonntag ist heut“ von Robert Pracht. Kreissängerführer Schmidt würdigte in seiner Festansprache die Harmonie zwischen Männer- und Frauenchor. wie sie sich gerade im MGV„Concordia“ Foerde immer gezeigt habe. Er übermittelte den Jubilaren den Dank des DSB und knüpfte daran die Bitte:„Haltet in Treue weiter zu eurem Verein und zum Männergesang!“ Für 40jährige Mitgliedschaft wurden mit der goldenen DSBEhrennadel Heinrich Greitemann und August Kessler ausgezeichnet. Die silberne Ehrennadel erhielten für 25jährige Mitgliedschaft J. Bieling, J. Dolle, A. Greitemann, W. Görke, Otto Hass, Ed. Heuell, P. Kruse, Th. Kruse, E. Sternberg, K. Schneider, Jos. Schulte, F. Quinke und W. Vetter. Den Glückwunsch an die Jubilare im Namen der Sänger und Sängerinnen sprach Vorsitzender Kruse aus. Ehrenmitglied Direktor Heinrich Kruse überbrachte die Glückwünsche der Ehrenmitglieder und der passiven Vereinsmitglieder. Im weiteren Verlauf der Feier sangen unter dem Chorleiter Willy Bödefeld(Elspe) der Männerchor die„Weihe des Gesanges“ aus der Oper„Zauberflöte“ von Mozart und der Frauenchor die Hymne„Die Güte Gottes preisen“ von Beethoven und beide Chöre gemeinsam den„Abendchor“ aus der Oper„Das Nachtlager von Granada“ von Konradin Kreutzer, mit dem die Veranstaltung schloß. Vortragsabend der Kolpingsfamille Altenhundem. Aus dem Jahresbericht, der nach einem einleitenden Lichtbildervortrag über Kolpings Werk durch Vikar Ostrup in der Generalversammlung der Kolpingsfamilie am Sonntagabend gegeben wurde, ging ein reges Leben innerhalb der hiesigen Kolpingsfamilie hervor. U. a. nahm die Kolpingsfamilie an der Jubiläumsfeier der Kolpinsfamilie in Olpe teil; weiter wurde die Fahrt zum Altenberger Dom erwähnt. Insgesamt sind für die nächsten Monate 12 Vortragsabende vorgesehen, die bereits eingeleitet wurden Durch diese Vorträge soll das Ausbildungswerk gefórdert werden. Bel der Wahl des Vorstandes wurde Erwin WIttemund als Jungsenior gewählt, Belsitzer O. Merten, R. Langenbach, Stellvertreter H. Dommes, als Schriftführer Fr. Jos. Voß. Senior Rolf Steinbach konnte eingangs der Generalversammlung auch den Ehrenpräses Pfarrer Kotthoff begrüßen. Zum Schluß der anregerd verlaufenen Versammlung richtete Präses Vikar Östrup einige richtungweisende Worte an die Kolpingssöhne. Im Goldkranz Elspe. Heute feiern die Eheleute Invalide Johann Isenberg und Emma geb. Steden das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar stammt aus dem benachbarten Oberelspe und war bis zu seiner Pensiqnierung im Jahre 1926 als Bergmann 33 Jahre ununterbrochen bei der Sachtleben A.-G. in Meggen tätig. Er ist 74 Jahre alt. Seine Frau ist 71 Jahre alt und wurde in Elspe geboren. Zu ihrem heutigen Ehrentage gratulieren ihnen sieben Kinder und 15 Enkelkinder und zahlreiche Anverwandte. Auch das„S. V.“ schließt sich den Glückwünschen an. Gesangverein„St. Johannes“ hlelt Rückschau Grevenbrück. Am vergangenen Samstag hielt der GV„St. Johannes“ im Vereinslokal Hotel„Zur Post“ seine Jahreshauptversammlung ab. Für den erkrankten ersten Vorsitzenden eröffnete sein Stellvertreter Heinrich Niedergriese die Versammlung. Nach dem Kassenbericht von Peter Schulte verlas Schriftführer Josef Birkelbach die Protokolle und die Chronik des vergangenen Jahres. Sie legten Zeugnis ab für die vielseitigen Aufgaben, die im vergangenen Jahre erfüllt wurden. Besonders hervorzuheben ist der Erfolg auf dem Gesangwettstreit in Birkelbach. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde der gesamte Vorstand einstimmig wiedergewählt. Für den mit dem 1. November 1953 ausgeschiedenen Chorleiter Paul Gastreich, wurde Josef Birkelbach als sein Nachfolger bestimmt. Für das kommende Jahr wurde ein umfangreiches Programm aufgestellt. So will man zunächst am Großsonntag eine Fastnachtsfeier und auf Christi-Himmelfahrt das schon traditionelle Waldfest veranstalten Ferner beteiligt sich der Verein im September an dem in Altenhundem stattfindenden„Tag des deutschen Liedes“. Nach einigen Liedern wurde die äußerst rege Versammlung geschlossen. Gott, der allmächtige und gütige Vater, nahm heute abend 11.15 Uhr seine treue Dienerin, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter. Großmutter, Urgroßmutter und Tante * Frau Wwe. Caspar Sternberg Adolfine geb. Meiswinkel nach kurzer Krankheit, wohlvorbereitet durch einen frommen christlichen Lebenswandel und versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche, im gesegneten Lebensalter von nahezu 89 Jahren zu sich in sein ewiges Reich. Um ein stilles Gebet bitten Kinder und Anverwandte Olpe. Sundern bei Arnsberg, WuppertalElberfeld und Dortmund-Hörde, 18. Januar 1954. Das Seelenamt ist am Freitag, dem 22. Januar, morgens 8.20 Uhr in der St. Martinus-Pfarrkirche; anschließend ist die Beerdigung vom Trauerhause, Westfälische Straße 76. aus. Mittwoch und Donnerstag wird um 19 Uhr in der Mutterhauskapelle für die liebe Verstorbene gebetet. Gute tbc-freie KUH im März kalbend, zu verkaufen. Zu erfragen unter Nr. 1541 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Die unvermeidliche Folge jeder Grippe, jeder heftigen Erkältung, ja jeder Krankheit überhaupt, die zu langem Verwellen im Bett zwingt, ist in den meisten Fällen eine Störung der Verdauung. Darmträgheit und Verstopfung machen dem Genesenden zu schaffen, und so kann er sich der wiedergewonnenen Gesundheit nicht recht freuen. Hier hilft nun das millionenfach erprobte DARMOL in Form von Schokoladetabletten wirksam und auf angenehmste Weise nach. Sie brauchen sich nur an die Gebrauchsanleitung zu halten, um bald wieder völlig munter und wohlauf zu sein. 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