Sauerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE AnseigeneGrundpreise: im Anzeigentell 6 Pfg. zur 1 min Höbe in der Kleinspalte(2 mm breit); im Textteil 60 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere liste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe i. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbexiehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe, Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf. 119. Jahrgang— Nr. 9 Dienstag, den 12. Januar 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Keine Einigung zwischen Adenauer und Ollenhauer Wehrvorlage amDonnerstag Überweisung ohne nähere Begründung und Aussprache an die Ausschüsse Bonn(Eig. Meldung). In einem Gespräch unter vier Augen zwischen dem Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem Oppositionsführer Ollenhauer über die Wehrergänzungsdebatte kam keine Einigung zustande. Die erste Lesung der Vorlage soll deshalb am 14. Januar im Bun destag stattfinden. Alledings will die Koalition der Auffassung der Opposition insofern entgegenkommen, als der Gesetzentwurf ohne nähere Begründung den Ausschüssen überwiesen werden soll. Es ist lediglich vorgesehen, daß die Parteien kurze Erklärungen abgeben. In dem Gespräch zwischen Adenauer und Ollenhauer erklärte der Bundeskanzler, daß die Behandlung der Wehrergänzung im Hinblick auf die Verwirklichung des EVGVertrages vor der Außenministerkonferenz stattfinden müsse. Ein Abwarten könnte nur zu unnützem Zeitverlust führen. Der Oppositionsführer hingegen erklärte, eine Schneefälle selbst in Afrika Zehn Grad unter Null in Venedig— Wolfsplage in Griechenland München.(dpa) Lawinen und Schnee haben gestern in den Alpen Todesopfer gefordert. Italien, Griechenland und Nordtunesien haben sich in Schneelandschaften verwandelt. Die Straßen nach Tunis sind durch Schneeverwehungen blockiert. In Tirol verschüttete eine Lawine gestern einen Bauernhof. Auf der Brüning-Linie in der Schweiz entgleiste ein Zug. Die Gottherd-Strecke ist durch Schnee unterbrochen. In Südtirol schneit es seit Sonntag ununterbrochen. Die Dolomiten-Pässe und zahlreiche Zufahrtsstraßen sind nicht mehr befahrbar. In Venedig und anderen Adriaorten flel das Thermometer gestern auf sechs bis zehn Grad unter Null. Fast alle Apennin-Pässe sind unpassierbar Die Eisenbahnlinie von Zagreb(Agram) nach Split(Spalato) ist seit einer Woche durch die Schneemassen unterbrochen. Schwere Schneefälle haben mehrere griechische Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Die Wolfsrudel wagen sich immer näher an die menschlichen Behausungen heran. Mehrere Schafherden wurden von Wölfen angefallen. auf 42 Prozent erhöht werden soll. Gegen diese Vorlage hat der Bundesrat bereits am 18. Dezember Stellung genommen. Er will dem Bund nur den bisherigen Satz von 38 Prozent zubilligen. In der Begründung des Gesetzentwurfes weist die Bundesregierung darauf hin, daß die Länder im kommenden Jahr durch die geplante Erhöhung der Kraftfahrzeugsteuer Mehreinnahmen in Höhe von 60 Millionen Mark hätten. Erstes Atomgespräch Washington.(INS) USA-Außenminister Dulles und Sowjetbotschafter Zarubin hatten gestern eine fast halbstündige Unterredung über Präsident Eisenhowers Atomenergie-Vorschläge. Zarubin lehnte sowohl bei seinem Eintreffen im State Department als auch nach der Unterredung jede Auskunft ab. Wieder ein Flugzeugunglück Bogota.(Reuter) Beim Absturz eines Verkehrsflugzeugs in der kolumbianischen Provinz Caldas kamen gestern 21 Menschen, 18 Fluggäste und drei Besatzungsmitglieder, ums Leben. Das Flugzeug stürzte in bergigem Gelände ab. Deutscher Konsul verunglückt Eupen.(dpa) Der deutsche Konsul in Lüttich. Müller, ist mit seinem Kraftwagen in der Nähe der belgisch-deutschen Grenze verunglückt. Auf der vereisten Straße stieß sein Wagen mit einem anderen Fahrzeug zusammen. Müller, der Kopfund Beinverletzungen davontrug, wurde nach Eupen in ein Krankenhaus eingeliefert. Schäffer will 42 Prozent Bonn.(dpa) Das Bundeskabinett hat dem Bundestag gestern den Gesetzentwurf vorgelegt, durch den der Bundesanteil an der Einkommen- und Körperschaftssteuer der Länder im neuen Finanzjahr 35 Milliarden Bundesvermögen Jugendliches Paar in Paris— Gemeinnützige Arbeitsnachweise Das Bundesvermögen beträgt nach einer de Finanzministeriums 13 Milliarden, das Sondervermögen 21.6 Milliarden. Die Schulden betragen 11.7 Milliarden Mark. Nicht bewertet sind die Brücken Bundesautobahnen, die Straßen und Wasserstraßen. Jamen Goldsmith und seine Frau Isabella, deren Hochzeit in Schottland in der letzten Woche einiges Aufsehen erregte sind in Paris eingetroffen. Die gemeinnützigen Arbeitsnachweise, die früher von den konfessionellen Wohlfahrtsverbänden unterhalten wurden, sollen nach einem Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministers wieder aufleben. Zwölf Personen wurden bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Shreveport im USA-Staat Louisiana getötet. Es handelte sich bei dem Flugzeug um eine Privatmaschine, deren Insassen von einer Entenjagd zurückkehrten. Der Erzbischof von Bukarest, der seit Mitte 1950 von den Kommunisten festgehalten wurde, ist im Bukarester Gefängnis gestorben. 26 Spezlalisten in der Blektroabteilung des Atomenerglewerks BeatleM in England sind in den Strefk getreten, um den Lohnforderungen der Elektriker Nachdruck zu verleihen. 86 Volkspolizisten, darunter vier Kommissare, haben sich in der vergangenen Woche unter den Schutz der Westberliner Polizei gestellt. Der jugoslawische Präsident Tito wird in der ersten Hälfte des Jahres der Türkei einen Besuch abstatten. André Diethelm, der ehemallge französische Kriegsminister, ist gestern im Alter von 57 Jahren gestorben. Er war Anhänger de Gaulles. Ein sowjetischer Fischdampfer wurde an der arktischen Küste Norwegens von einer norwegischen Korvette aufgebracht, weil die Russen in norwegischen Gewässern gefischt hatten. Exkönig Faruk hat Salzburg mit seinem Wagen in Richtung Itallen verlassen. Nagib hat eine Einladung der sudanesischen Unionspartei zu einem Besuch im Sudan angenommen. Der bisherige Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Klett wurde in seinem Amt bestätigt. Forcierung der mit der Verteidigungsgemeinschaft zusammenhängenden Fragen sei in diesem Augenblick und gerade von deutscher Seite unzweckmäßig. Er wies dabei auf die Unsicherheit des Schicksals der EVG in Frankreich und Italien hin. Ollenhauer sprach mit Conant Die deutsche Haltung vor der Berliner Außenministerkonferenz wurde in dem Gespräch zwischen Dr. Adenauer und Ollenhauer ebenfalls angeschnitten. Der SPD-Vorsitzende hatte außerdem gestern eine Unterredung mit dem amerikanischen Hohen Kommissar Conant. Vor dem auswärtigen Ausschuß des Bundestages berichteten Staatssekretär Hallstein und der Bevollmächtigte der Bundesregierung für die Berliner Konferenz, Grewe, über die deutschen Vorbereitungen für das Vierertreffen. Grewe wird am 22. Januar mit einem sechsköpfigen Stab nach Berlin reisen und dort den Westmächten als Sachverständiger zur Verfügung stehen. MAORI-„UNIFORM“ FUR DIE QUEEN Im Rahmen ihrer Weltreise durch das Commonwealth besichtigte Königin Elisabeth in Rotorua auf Neuseeland eine Parade stämmiger Maoris, die in ihrer malerischen Tracht zu Tausenden in langen Reihen angetreten waren. Die Königin trug dabei den ihr kurz vorher überreichten„Korowai“-Mantel, der aus Flachs gefertigt und das Zeichen höchster Würde ist: Auch der Herzog von Edinburgh(ganz rechts) hatte einen solchen Mantel verliehen bekommen. Kein Überlebender des Flugzeugunglücks Rom.(Reuter) Von den 35 Insassen des abgestürzten Düsenflugzeugs ist keiner lebend aufgefunden worden. Ein italienischer Arzt, der die bisher geborgenen 15 Opfer der Katastrophe untersuchte, sagte, seiner Ansicht nach sei das Flugzeug abgestürzt, nachdem es in der Luft explodiert war. Der Zustand der Leichen lasse darauf schließen, daß die Fluggäste bereits tot waren, als sie auf das Wasser aufschlugen. Die bisher geborgenen Opfer des Unglücks sind vier Männer, sechs Frauen, ein etwa neunzehnjähriges Mädchen und vier Kinder. Fischer fanden auf See auch Gepäckstücke und ein durchgeweichtes Hochzeitskleid. Chinesen wollen verhandeln Hongkong.(Reuter) In einem gemeinsamen Schreiben an das UNO-Oberkommando ersuchten Nordkorea und China gestern um ein Treffen der Verbindungsoffiziere in Panmunjom am 13. Januar. Sie wünschen die Fortsetzung der Kriegsgefangenenbefragung. Eine Freilassung der Gefangenen am 23. Januar lehnen sie ab. John Simon † London.(Korr.) Der ehemalige britische Lordkanzler, Außenminister, Schatzkanzler und Innenminister John Simon ist gestern in einem Londoner Krankenhaus im Alter von 80 Jahren gestorben. Simon war schon seit mehreren Wochen bettlägerig. Simon studierte in Oxford und machte eine glänzende Karriere als Jurist. Das Jahreseinkommen aus seiner Rechtsanwaltspraxis wurde einmal auf fast 800 000 Mark beziffert. Von 1906 an gehörte er als Mitglied der Liberalen Partei mit kurzen Unterbrechungen dem Parlament an. In der Folgezeit wurden ihm eine Reihe hoher Regierungsämter anvertraut. 1915 wurde er Innenminister, trat jedoch später zurück, weil er gegen die allgemeine Wehrpflicht war. 1931 bis 1935 war er Außenminister. In seinen Memoiren gibt Simon eine ausführliche Schilderung des Fluges, den Rudolf Heß nach England unternahm. Simon führte seinerzeit die ersten Unterredungen mit Heß. Streik-Urabstimmung in USA Eisenhower verlangt Änderungen des Taft-Hartley-Gesetzes Washington.(INS) Präsident Eisenhower forderte den USA-Kongreß gestern auf, Abänderungen des umstrittenen Taft-Hartley-Gesetzes zur Regelung der Arbeitsbeziehungen zuzustimmen. Eine dieser Abänderungen sieht vor, daß die Arbeiter jedem Streik in einer Abstimmung zustimmen müssen, bevor er beginnen kann. Die Urabstimmung der Arbeitnehmer soll geheim sein und von der Regierung organisiert werden. In seinen Gesetzentwurf hat Eisenhower Vorschläge von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite aufgenommen. In Zukunft sollen nicht nur die Gewerkschaftsführer, sondern auch die Arbeitgeber verpflichtet sein, Erklärungen abzugeben, daß sie nicht kommunistisch eingestellt sind. Der Forderung der Arbeitgeber, daß die großen Altersversorgungsfonds der Gewerkschaften unter öffentliche Kontrolle gestellt werden, trug Eisenhower Rechnung. Eisenhower unterstrich in einer Botschaft an den USA-Kongreß, daß das Landwirtschaftsproblem in den USA sofortige Maßnahmen notwendig mache. Er empfahl, daß Erzeugnisse der gegenwärtigen Produktion im Wert von zweieinhalb Millionen Dollar, die schwer absetzbar sind, aus dem regulären Markt herausgezogen werden. Auf diese Weise könnten vor allem die Überschüsse in der Produktion von Weizen und Mais isoliert werden. Eden: Freie Wahlen London.(Korr.) Der britische Außenminister Eden vertrat gestern erneut die Auffassung, daß freie gesamtdeutsche Wahlen die wesentliche Voraussetzung für eine Wiedervereinigung Deutschlands seien. Das sei eine Forderung, von der nicht abgegangen werden könne. Erhalter und Ernährer der Familie“ Gesetzentwurf über die Gleichberechtigung dem Bundesrat überwiesen Bonn.(dpa). Die Bundesregierung hat dem Bundesrat die Neufassung des Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau im bürgerlichen Recht zugeleitet. Der Regierungsentwurf beschränkt sich darauf, den Grundsatz der Gleichberechtigung im bürgerlichen Recht zu verwirklichen. Gegenüber dem vorjährigen Entwurf der Bundesregierung wurden einige Bestimmungen im Sinne einer stärkeren Betonung der Familiengemeinschaft abgeändert. Der Paragraph 1354 des Bürgerl. Gesetzbuches, der die Bestimmung enthält, auf der bisher im wesentlichen die rechtliche Stellung des Mannes in der Gemeinschaft der Ehegatten beruhte, hat unter Beibehalten des sogenannten„Stichentscheids“ eine straffere Fassung erfahren. In seiner neuen Fassung bestimmt er, daß die Ehegatten alle Angelegenheiten, die das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffen, in gegenseitigem Einvernehmen zu regeln haben. Können sie sich nicht einigen, so entscheidet der Mann (Stichentscheid), hat jedoch dabei auf die Auffassung der Frau Rücksicht zu nehmen. Widerspricht seine Entscheidung dem Wohl der Familie, so ist sie für die Frau nicht verbindlich. „Herz der Familie“ Die funktionelle Verschiedenheit der Geschlechter sei zu berücksichtigen, betont die Bundesregierung. Es gehöre zu den Funktionen des Mannes, daß er grundsätzlich der„Erhalter und Ernährer“ der Familie sei, während die Frau es als ihre vornehmste Aufgabe ansehen müsse, das „Herz der Familie“ zu sein. Die Schlüsselgewalt Die Bestimmungen über die„Schlüsselgewalt“ wurden gegenüber dem ersten Entwurf geändert. Die Frau soll in Zukunft für die Geschäfte, die auf Grund der Schlüsselgewalt vorgenommen sind, nur hilfsweise haften. Ferner wird bestimmt, daß jeder Ehegatte die Schlüsselgewalt des anderen beschränken oder ausschließen kann. Das Vormundschaftsgericht soll in Zukunft nur noch bei Mißbrauch eingeschaltet werden. Jordanien erhält Waffen Kairo.(Reuter) Der Verteidigungsrat der Araberliga erörterte gestern Maßnahmen für den Zusammenschluß der arabischen Generalstäbe und die Vereinheitlichung der Bewaffnung der arabischen Armeen. Der Rat stimmte einem Plan zur Versorgung Jordaniens mit Antifa-Schüler wurde Agent Erster„Vulkan“-Prozeß vor dem Bundesgerichtshof Karlsruhe.(dpa) Vor dem II. Strafsenat des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe begann gestern die erste Hauptverhandlung in der Vulkan-Affäre. Angeklagt ist der 30 Jahre alte Hans Bugenhagen aus Hildesheim, dem landesverräterische Beziehungen zu einem fremden Nachrichtendienst zur Last gelegt werden. Er wurde 1952 als Agent der Sowjetzone in die Bundesrepublik eingeschleust. Bugenhagen, der vor Ausschluß der Öffentlichkeit seinen Lebenslauf schilderte, sagte, er sei von der Politik geheilt, denn sie habe ihn ins Unglück gestürzt. 1947 habe er in sowjetischer Gefangenschaft zum erstenmal eine AntifaSchule in Minsk besucht. Bugenhagen sagte, er habe damals begeistert an den Lehrgängen teilgenommen, da in den Schulungen gegen den Krieg gesprochen worden sel. Er sei aus der Gefangenschaft mit dem Gedanken zurückgekommen, der Idee, in der er geschult worden sei, weiterzuhelfen. In Deutschland habe er jedoch festgestellt, daß er einem Irrtum zum Opfer gefallen sei. Waffen für den Schutz seiner Grenzen mit Israel zu. Nagib trat gestern für den baldigen Zusammenschluß der arabischen Länder in einem Bundesstaat ein. Wenn es vielleicht gegenwärtig gewisse Hindernisse gebe, die einer solchen Einheit im Wege stünden, dann sollten die Araber zum mindesten durch die Schaffung eines arabischen Bundesstaates eine Einheit in der Außenpolitik, in der Wirtschaft und in der Strategie herstellen. Schacht verzichtet auf Hamburg Düsseldorf.(dpa) Der eheraalige Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Mitinhaber des Düsseldorfer Bankhauses Schacht und Co., will kein Bankhaus in Hamburg gründen. Er hat sich für Düsseldorf entschieden. Der Hamburger Senat hatte am Wochenende seine Revision in dem Verwaltungsstreitverfahren um die Zulassung einer Schachtbank in Hamburg zurückgenommen. Wie wird das Wetter? Zeitweise Regen Die Grenze zwischen milder Meeresluft im Westen und der Kaltluft im Östen verlagert sich langsam weiter nach Osten. Westdeutschland bleibt In der Nähe dieser Grenze in der Meeresluft, wobei es immer noch zu Regenfällen kommt. Vorhersage für Dienstag: Bei mäßigen Winden um Nordwest meist stark bewölkt. Zeitweise Regen. Tagestemperaturen im Flachland mehrere Grad über Null. Keine Nachtfröste. Auch in höheren Lagen weiter fortschreitendes Tauwetter. Weitere Aussichten: Niederschläge nachlassend. Weiterhin mild. Kanada sucht eine Nationalflagge Union Jack und Bourbonenlilie im Wettstreit— Bohnen mit Speck auf dem Fahnentuch? Mit dem Frieden von Paris im Jahre 1763 wurde Kanada britisch. An die Stelle des Lilienbanners der Bourbonen trat der Union Jack. Er blieb die offizielle Fahne des späteren Dominions Kanada und ist offiziell auch heute noch Kanadas Nationalbanner. So stolz das Land auf seine Unabhängigkeit ist— auf eine Fahne hat man sich noch nicht einigen können. Ein Drittel des Landes ist heute französischer, zwei Drittel sind englischer Abkunft. Eine kanadische Flagge müßte daher Union Jack und Bourbonenlilie zeigen oder aber ein neues Symbol, das Ahornblatt vielleicht, das inoffiziell bereits Kanadas Zeichen geworden ist. Südliche Flugbasis O. H. D. Das Rätselraten über das Militärhilfsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Pakistan nähert sich seinem Ende. Wie in Washington bekanntgegeben wird, soll in etwa acht Tagen die Entscheidung über den Paktabschluß fallen. Daß diese, trotz indischem Einspruch, positiv sein dürfte, unterliegt wohl keinem Zweifel. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß Pakistan nur durch einen schmalen Streifen afghanischen Gebiets von den mittelaslatischen Industriegebieten der Sowjetunion getrennt ist. Das Land ist aiso eine ideale Flug- und Raketenbasis. Hinzu kommt, daß man in Washington im Pakistan-Hilfsabkommen einen Faktor sicht, der die Türkei, Saudi-Arabien und den Irak zum Abschluß eines bereits seit längerem geplanten gegenseitigen Sicherheitsabkommens„ermutigen“ würde. Wer die Einkreisungspolitik der Vereinigten Staaten gegenüber der Sowjetunion verfolgt, wird Washington eine geradezu furchtbare Logik und Zielstrebigkeit nicht absprechen können. Erst vor wenigen Tagen hat Präsident Eisenhower bekanntgegeben, daß die USA-Luftwaffe auch in den kommenden Jahren ausgebaut werden soll, während Marine und Heer in zweiter Linie rangieren. Für die Landtruppen haben die Verbündeten zu sorgen, während die Vereinigten Staaten mit Hilfe ihrer Luftwaffe und Atomrüstung den Gegner industriell vernichten wollen. All das ist ja nicht neu und soll unter Umständen in einem gigantischen Ausmaß wiederholt werden, wenn im Laufe der Zeit die Vernunft auf beiden Seiten nicht obsiegt. Der USA-Generalstab im Pentagon verzeichnet heute bereits einen Gürtel um die Sowjetunion, der von Spanien über die EVG-Länder nach Grönland, von da über Kanada und Japan reicht. West-, Nord- und Ostflanke der Sowjetunion sind damit bereits umklammert. Es bleibt jetzt nur noch die Südflanke zu schließen, an der die Türkei, Saudi-Arabien, der Irak und Pakistan liegen. Ein wesentlicher Hemmschuh für diese Kette ist Indien, dessen Ministerpräsident Nehru eine konsequente Neutralitätspolitik betreibt, denn in Neu-Dehli übersieht man nicht, daß Sowjetrußland und Rotchina engere Nachbarn sind als das British Commonwealth oder gar Amerika. Hinzu kommt, daß Indien Jahrzehnte brauchen wird, bis es das chronische Elend seiner armen Klassen überwunden haben wird. Die soziale Lage dieser Schichten macht sie natürlich für den Bolschewismus anfällig. Ob Nehrus Ministersessel noch feststünde, wenn Moskau einen kalten Krieg der Zersetzung gegenüber Indien startete, kann füglich bezweifelt werden. Er hat deshalb allen Grund, die Sowjets bei guter Laune zu halten und nichts zu tun, was den Nachbarn im Norden verschnupfen könnte. Den indischen Ministerpräsidenten deshalb, wie dies oft aus propagandistischer Absicht geschieht, als halben Bolschewiken zu bezeichnen, geht entschieden zu weit. Nehru sieht aber die Dinge unter einem wesentlich anderen Gesichtspunkt als die Strategen im fernen Washington. Der indische Ministerpräsident hat erst dieser Tage wieder mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß die Annahme amerikanischer Militärhilfe durch Pakistan nur der Vorbereitung eines Krieges dienen köne, Diese Annahme ist nicht von der Hand"zu weisen, aber uns steht nicht zu, deshalb nun ein Verdikt über Pakistan zu fällen. Karatschi wird seine Gründe haben, weshalb es neben der wirtschaftlichen Hilfe, die es gut gebrauchen kann, auch das Militärabkommen als mehr oder weniger genehme Beigabe in Kauf nimmt. Pakistan ist— mit einem Seitenblick auf Indien— volksmäßig wesentlicher schwächer als der Nachbarstaat. Zudem sind noch längst nicht alle Fragen bereinigt, die bei der Trennung des Subkontinents entstanden. Vielleicht spricht bei der ganzen Angelegenheit auch ein gewisses Schutzbedürfnis eine Rolle, obwohl Pakistan militärisch eine stärkere Potenz als Indien darstellt und letzteres unter der Führung Nehrus wohl kaum aggressive Tendenzen aufweist. Der Abgeordnete Arsenault hat jetzt die Bildung eines Parlamentskomitees gefordert, das die Frage studieren soll. 3000 Entwürfe kanadischer Bürger 1946 gab es bereits einmal ein Flaggenkomitee im kanadischen Parlament. Es prufte nahezu 3000 von kanadischen Bürgern eingegangene Flaggenentwürfe, machte zwei Empfehlungen, und dabei blieb es. Ein Entwurf empfahl, die Fahne solle ein junges Mädchen als Symbol Kanadas zeigen, das einen Biber an der Leine hält. Ein anderer empfahl auf rotem Tuch einen weißen Mond, in den man ein Gericht Bohnen mit Speck, das kanadische Nationalgericht, sticken solle. Ein dritter wollte eine recht bunte Fahne für Kanada mit allen Tierkreiszeichen. Den Rekord schlug damals ein Flaggenentwerfer, der nicht weniger als 180 Vorschläge machte. Paris.(Korr.) Der ehemalige französische Ministerpräsident Daladier setzte sich gestern mit Nachdruck für eine Neubelebung des französisch-sowjetischen Paktes ein. Einen Hauptvorteil des Paktes zwischen Paris und Moskau sieht der radikalsozialistische Politiker vor allem in dem darin verankerten Ziel, eine Remilitarisierung Deutschlands zu verhindern. Daladier bezeugt in diesem Zusammenhang erneut seine unerbittliche Feindschaft gegenüber der Europaarmee. Die Sowjetunion sei mit Recht davon überzeugt, daß die EVG die Wiedergeburt der Wehrmacht bedeute. Diese Wehrmacht würde auf einen Krieg drängen, solange Deutschland nicht zur Anerkennung der Oder-Neiße-Linie bereit sei. Nach Auffassung Daladiers stellt sie nicht nur für die Sowjetunion und Polen, sondern ebenso für Frankreich eine„Friedensgrenze“ dar. Schiff brennend eingelaufen Hamburg.(dpa) Zwei Züge der Hamburger Feuerwehr und zwei Feuerlöschboote bemühten sich gestern, ein Feuer auf dem 5 418 BRT groben norwegischen Motorschiff „Tudor“ zu löschen, das in der Nacht brennend in den Hamburger Hafen eingelaufen war. In einer Luke des Schiffes war die Ladung von 250 Tonnen Kopra in Brand geraten. Die Feuerwehr setzte die Ladung unter Kohlensäure und schloß die Luken. Sie will später versuchen, bis an den Brandherd vorzudringen und das Feuer endgültig zu löschen. 500 Mark fürsorgefrei Bonn.(dpa) Das Bundesinnenministerium hat dem Bundesrat gestern einen Verordnungsentwurf zugeleitet, in dem die Höhe des Bargeldes festgesetzt wird, das ein Fürsorgeempfänger besitzen darf, ohne deswegen seine Unterstützung zu verlieren. Die Höhe der Barbeträge oder Geldwerte, von deren Verbrauch oder Verwertung die Fürsorge nicht abhängig gemacht werden darf, beträgt danach 500 Mark für den Hilfsbedürftigen und einhundert Mark für jeden unterhaltsberechtigten Angehörigen. Inoffiziell hat Kanada bereits eine neue Fahne. Sie hat ein rotes Feld, in dessen oberer Ecke ein kleiner Union Jack steht. Die Mitte des Feldes nimmt ein großes Wappen ein, das alle Provinzwappen enthält, damit den Bundesstaat symbolisierend. Dieser Entwurf wurde vom kanadischen Kablnett vor einigen Jahren als künftige Fahne empfohlen, aber nicht angenommen. Trotzdem weht sie heute von manchem Mast in Anglokanada, doch nicht in der französisch-sprachigen Provinz Quebec, weil die Bourbonenlilie nur ganz klein im Provinzwappen vertreten ist Ahornblätter vor Unterkünften Der deutschstämmige Abgeordnete Schneider aus dem vornehmlich von deutschen Einwanderern besiedelten Kitchener(dem früheren Berlin) erklärte Daladier betort, die 43„kosmopolitischen“ Divisionen hätten keine Aussicht, sich einem brüsken Angriff der Russen ernsthaft widersetzen zu können.„Man muß sich fragen ob diese Konstruktion nicht vor allem das Ziel verfolgt, die massive Wiederbewaffnung Deutschlands zu ermöglichen.“ Die Amerikaner drängen darauf schon seit 1950, um ihre Besatzungstruppen abziehen zu können. Innsbruck.(dpa) Nach unzähligen VerSuchen und fast zweistündigem Kreisen gelang es am frühen Montagmorgen einem Sonderflugzeug der amerikanischen Armee, trotz heftiger Schneeböen auf dem amerikanischen Militärflugplatz Fürstenfeldbruck zu landen. Die Maschine hatte das Serum Antihämophil-Globulin an Bord, das für den achtjährigen Gottfried Eder bestimmt ist, der in einem Innsbrucker Krankenhaus zu verbluten droht. Bereits eine Minute nachdem das Flugzeug ausgerollt war, verließ ein Wagen des amerikanischen Generalkonsulats mit dem Heilmittel in schneller Fahrt den Flugplatz, um es nach Innsbruck zu brinLoccum.(dpa)„Viele der etwa 300 000 Vertriebenen, die noch in Lagern leben, sind bereits der Lageratmosphäre erlegen und wollen gar nicht mehr zu einem Leben der Selbstverantwortung und Eigeninitiative zurückkehren.“ Diesen Umstand bezeichnete Staatssekretär Dr. Nahm vom Bundesvertriebenenministerium auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum(Niedersachsen) als die größte Schwierigkeit bei der Räumung der Lager. Die Kirchen hätten die Aufgabe, so sagte Nahm, diese letzten Hunderttausend für ein neues Leben bereitzumachen. Die Lager gegen. Ehe ich mein mangelndes Interesse an weiteren Rechnungen zum Ausdruck bringen konnte, erklärte er:„Der Brief ist gestern abend persönlich überbracht worden. Vom Butler des Herrn Rittinghaus.“ „Ich kenne keinen Herrn Rittinghaus.“ Zeisig zog vielsagend die Augenbrauen hoch. Ich sah ihn mißtrauisch an und hatte das Gefühl, daß er wieder einmal mehr wußte als ich. „Legen Sie den Brief auf den Schreibtisch.“ „Vielleicht lesen ihn Herr Oberleutnant doch sofort. Es erschien mir eilig zu sein...“ Ich hatte plötzlich das Gefühl, daß etwas Entscheidendes mir unmittelbar bevorstand, und das lag nicht nur an Zeisigs Geheimnistuerei. Als ich nervös den Umschlag aufriß, erklärte er beiläufig:„Es dürfte sich um den Konsul Rittinghaus handeln. Deutsche Ost-Afrika-Gesellschaft, Berlin-HamburgDaressalam. Deutsch-portugiesische Levante- und Afrika-Linien. Berlin—Bremen und Lissabon. Deutsches Überseekontor Berlin und Rabaul, Transvaal and South Africa Mining Corporation, Kapstadt „Ich sah mißtrauisch von dem Brief auf: „Sie sind ja äußerst gut informiert, Magister.“ „Der Butler des Herrn Rittinghaus hat vor vierzehn Tagen in Karlshorst hundert Mark auf Hyazinthe gehabt. Hyazinthe brachte 17 für 10, weil Herr Oberleutnant die Stute als Außenseiter auf der Fliegerstrecke ritten. Außerdem fand der Herr Butler unseren Napoleon 1864 Biscuit reservé ganz hervorragend.“ Ich hatte die Nase schon wieder in dem pompösen, aber nicht aufdringlichen Papier des Briefes. Noch hatte ich nichts gelesen, aber der alte Rennreiter-Instinkt war wach und sagte mir, daß hier die Chance war, aus verkeilter Position herauszukommen. Natürlich war der kleine trockene Herr von gestern vormittag der Herr Konsu' Rittinghaus Er schrieb mir im Gespräch, daß auch seine Wähler es nicht dulden würden, wenn man den Union Jack aus der kanadischen Fahne entferne. Einer neuen kanadischen Flagge müßten mindestens über 80 Prozent der Bevölkerung in einer Volksabstimmung zustimmen, sonst könne man sie nicht annehmen, meinte ein anderer Sprecher. Ein Abgeordneter, der kürzlich Deutschland besucht hatte, erzählte von den Schwierigkeiten der kanadischen Soldaten dort, sich ohne eine eigene Fahne von den Briten zu unterscheiden. Sie hätten Ahornblatter vor ihre Unterkünfte genagelt, um sich zu helfen. Wie die Dinge aber heute in Kanada stehen, wird es noch für eine gute Weile bei diesem Ahornblattbehelf bleiben müssen. Belgrad.(Korr.) Die Agentur Tanjug verbreitete einen der Artikel des jugoslawischen Vizepräsidenten Milovan Diilas. der Anlaß zu der Feststellung des Vollzugsausschusses des Bundes jugoslawischer Kommunisten gegeben hatte. Die Darlegungen Djilas stünden nicht im Einklang mit den Ansichten der übrigen Mitglieder des Ausschusses. In der Zeitschrift„Nova misad“(Neuer Gedanke) zeichnet Diilas unter der Überschrift.„Anatomie einer Moral“ ein Bild der„geschlossenen, sich selbst isolierenden führenden kommunistischen Gesellschaftsschicht Jugoslawiens“, die sich dagegen wehre, daß Frauen aus anderen Bevölkerungsschichten, vor allem Künstlerinnen. durch Heirat mit hohen Offizieren und Parteifunktionären in ihrer Schicht Einlaß fänden. Djilas zitiert zahlreiche Privatgespräche aus Kreisen, die einen„verlogenen aristogen. Es ist dort am Nachmittag angekommen. Gottfried Eder war am 2. Januar mit einer schweren Zahninfektion in das Krankenhaus eingeliefert worden. Obwohl den Ärzten bekannt war, daß der Junge ein Bluter ist, mußten sie den Zahn entfernen. Als es trotz aller Bemühungen nicht gelang, das Blut zu stillen, baten die Arzte in Amerika um das Serum. Amerikanische Militärflugzeuge brachten daraufhin eine Medikamentensendung über den Atlantik, bei der sich jedoch beim Öffnen herausstellte, daß ein falsches Mittel geschickt worden war. In einem dramatischen Wettlauf um das Leben des Jungen gelangte nun das richtige Präparat nach Innsbruck. wären wahrscheinlich längst geräumt, wenn nicht im letzten Jahr so viele neus Flüchtlinge aus der Sowjetzone gekommen ären. Nahm befürwortete den Plan, bei der Lagerräumung den Fonds der Kriegsfolgehilfe in Höhe von etwa 5 Millionen Mark einzusetzen, wobei je Person tausend Mark zinsfrei mit einer zwanzig- bis fünfundzwanzigjährigen Amortisation ausgegeben werden sollen, um den Anreiz zum Ausbau einer Wohnung zu geben.„Christliche Nächstenliebe und gesunder Egoismus müssen hier Hand in Hand gehen.“ sehr kurz, sehr höflich, aber auch sehr nüchtern, daß er sich freuen würde, wenn ich ihn möglichst umgehend unter der gesondert bezeichneten Nummer anrufen würde. Er habe mir einen Vorschlag zu unterbreiten, von dem er sich vorstellen könne, daß er sich für beide Teile als vorteilhaft erweisen würde. Nach dem Auszug aus dem internationalen Handelsregister, den mir Zeisig geliefert hatte, erwartete ich, durch ein halbes Dutzend von Sekretariaten, Vorzimmern und Unterkanzleien geschleust zu werden, aber Rittinghaus meldete sich sofort selbst am Apparat. Er verschwendete nich: eine Sekunde mit überflüssigen Höflichkeitsfloskeln. „Ich bin dabei, mir einen Stall aufzubauen. Felsing— Sie werden ihn ja kennen— hat zunächst vier Pferde zusammen, die vielversprechend schienen, die wir aber noch ein wenig beobachten wollen. Ich habe aber auch eine dreijährige Stute bei ihm stehen, die großes Material ist. Aber da ist ein großer Haken und mir scheint, nur Sie können eine Lösung bringen, wenn Sie als Reiter und Sportsmann interessiert sind. Ich weiß von Schlochtauer, daß Sie zum„Armee“-Rennen ohne Pferd sind. Es scheint mir, dal sich hier eine Möglichkeit bietet. Auf alle Fälle ist es eine Chance... Haben Sie heute vormittag irgendwelchen Dienst? Haben Sie Verpflichtungen?“ Ich hatte ganz den gewaltigen Mann des deutschen Afrika-Handels am anderen Ende vergessen und beeilte mich, zu erklären, daß es keinerlei dringende Geschäfte an diesem Vormittag für mich gäbe. „Dann würde ich vorschlagen, daß wir keine Zeit versäumen. Ich hole Sie ab, und wir fahren zur Bollersdorfer Bahn hinaus. Sehen Sie sich die Stute an. Paßt es Ihnen, wenn ich Sie in zehn bis fünfzehn Minuten abhole?“ Teufel, dachte ich, wenn die Stute das Tempo von ihrem Herrn hat, dann sieht die Sache aussichtsreich aus. Bidault: Kein Kuhhandel Paris.(AFP) Der französische Außenminister Bidault erklärte in Paris, er werde mit endloser Geduld, aber mit dem festen Willen nach Berlin gehen, jede Gelegenheit zu Verhandlungen zu nutzen, die es der freien Welt gestatten würden, neuen Atem zu schöpfen, ohne ihre Grundsätze aufzugeben. Die französische Regierung werde sich in Berlin aber nicht auf einen Kuhhandel einlassen. Truman für Churchill New York.(INS) Der frühre USA-Präsident Truman erklärte in New York. er hätte eher Churchill als Dr. Adenauer zum„Mann des Jahres“ gewählt. Er bewundere Adenauer, hätte aber Churchill zum„Mann des Jahres“ gewählt. Trumann nannte Adenauer einen sehr großen Mann, der für Westdeutschland Wunder gewirkt habe. Es sei keine Herabsetzung Adenauers, wenn seine Wahl auf Churchill gefallen wäre. kratischen Stil“ angenommen hätten, obwohl die meisten dieser Leute dem„halbbäuerlichen und halbgebildeten Milieu“ entstammten. Er wendet sich dagegen, daß nur solche Frauen in die hohe kommunistische Gesellschaft aufgenommen werden sollen, die Verdienste um das Regime haben und bestreitet den hohen Funktionären das Recht, eine besondere Moral für sich in Anspruch zu nehmen und Angehörige anderer Schichten zu boykottieren. In einer amtlichen Mitteilung wurde angekündigt, daß das Zentralkomitee der Partei über den Fall Djilas in seiner nächsten Sitzung beraten werde. Drohung mit dem dritten Weltkrieg Berlin.(dpa) Der stellvertretende Sowjetzonen-Ministerpräsident Nuschke beheuptete gestern in Ostberlin, daß zum Zeitpunkt der Viermächtekonferenz vom amerikanischen Geheimdienst ein neuer Putsch gegen die Sowjetzonenrepublik geplant sei. Der Staatssicherheitsdienst der Sowjetzone habe umfangreiches Material, müsse es aber aus begreiflichen Gründen noch geheimhalten. Nuschke erklärte, er habe sich bei seinem letzten Besuch in Moskau erkundigt, welche Folgen ein gelungener Putsch am 17 Juni gehabt hätte. Es sei ihm versichert worden, daß auf einen gelungenen Putsch nicht die Einheit Deutschlands, sondern der dritte Welkrieg gefolgt wäre. Briketts gegen Schweine Berlin.(dpa) Seit dem 1. Januar werden in der Sowjetzone für Schweine, die von Bauern über das Ablieferungssoll hinaus verkauft werden, 2,5 Kilo Braunkohlenbriketts je Kilo Abnahmegewicht als Prämie gewährt. Auf die Brikettprämie hat jeder Erzeuger Anspruch, der Schweinefleisch an die volkseigenen Erfassungsund Aufkaufbetriebe sowie an andere zugelassene Organe frei verkauft. Die bisherigen Vergünstigungen bei der Ablieferung von Übersollgewicht an Schweinen, die in der Rücklieferung von Futtermitteln bestanden, werden gleichzeitig aufgehoben Herriots Nachfolger wird gewählt Paris.(Korr.) Die französische Nationalversammlung wählt heute ihren neuen Präsidenten. Die Wahl ist schwierig, weil es gilt den seit 1947 ununterbrochen im Amt befindlichen Präsidenten Herriot abzulösen. Von den drei bisher aufgestellten Kandidaten wurden in Paris dem Volksrepublikaner Pierre Pflimlin die größten Aussichten gegeben. Neben ihm sind der Gaullist Marcel Prelot und der Sozialist Andre le Trocquet aufgestellt. Nach genau zwölf Minuten erschien ein Chauffeur in einer sehr diskreten grauen Livree. Nur die überdimensionale Autobrille war auffällig. Der Herr Konsul erlaube sich, auf den Herrn Oberleutnant unten im Wagen zu warten Unten mußte ich genau hinsehen, um den kleinen Herrn Konsul in der Prunkbarkasse auf Rädern zu entdecken. Es war ein sechssitziger Protos, der vor rotem Lackleder, Messing- und Kupferbeschlägen in der Frühlingssonne strahlte. Meinem Gefühl nach hätte auch ein kriegsstarker Halbzug in ihm Platz gefunden. Konsul Rittinghaus steckte wieder bis zur Nasenspitze in seinem Kamelhaarmantel. Er schien eine Vorliebe dafür zu haben. Als er meinen wahrscheinlich etwas belustigten Blick sah, erklärte er kurz: „Malaria.“ Dann setzte er freundlicher ninzu:„Ich empfehle Ihnen übrigens einen Staubmantel. Allerdings weiß ich nicht, ob Sie so etwas tragen dürfen. In militärischen Fragen bin ich nicht sehr kompetent.“ Ich versuchte, ihm zu erklären, daß es ihm kaum gelingen würde, einen GardeLeutnant in einem Staubmantel, beritten auf einem sechzigpferdigen Protos, weiter als bis zum Brandenburger Tor zu bringen, und die Vorstellung von irgendeinem sehr hohen Stabsoffizier, der sich mit ausgestreckten Armen dieser Prozession entgegenstellte, schien ihm ungeheure Freude zu bereiten. Er ließ nur ungern von dem Plan. Fortsetzung folgt) „Was hast du gestern abend gesagt, als Jack dich bat, ihn zu heiraten?“ „Ich habe nur mit dem Kopf geschüttelt.“ „Wie denn? Von oben nach unten oder vn Meines YaIetS PFERDE EIN ROMAN VON CLEMENS LAAR COPYRIGHT BEI ADOLF SPONHOLTZ VERLAG, HANNOVER 48. „Nein“, sagte Nikoline und fühlte sich auf einmal rätselhaft frisch.„Das habe ich wirklich nicht gemerkt.“ Lange nach Mitternacht. Wenn sie so lange ausgehalten hatte, dann würde sie es auch weiter schaffen. Alles würde sie schaffen. Etwas wie ein unterdrückter Jubel lebte plötzlich in ihrer Brust auf: „Und jetzt will ich wieder hinein.“ „Aber einen Schnaps schicke ich Ihnen doch.“ „Nein, nicht das!“ Als Nikoline wieder an Jürgen Godeysens Bett trat, lag er, leise aber regelmäßig atmend, mit geschloss nen Augen da. „Schlafen Sie, Jürgen?“ „Nein. Ich... ich bin kein Feigling. Nikoline.“ „Dann soll ich weiterlesen?“ „Bitte. Ich... ich möchte von meiner Mutter hören.“ So schritten die beiden weiter hinter Kaspar Godeysen her auf seiner Straße, und jetzt führte sie zu jener Erfüllung, die immer und unabhängig vom Ablauf der Jahre der Scheitelpunkt des Menschenlebens ist. V. 1912/ Herzeloide oder Letzter Ritt im bunten Wald Die Frühjahrsparade sämtlicher Berliner Spatzen vor meinem Schlafzimmer weckte mich. Ich stürzte sofort in einen Abgrund von Beklommenheit und hatte Anast vor dem Denken. Auf der Suche nach irgendeiner Ablenkung griff ich zu einem Buch auf meinem Nachttisch. Gestern hatte es noch nicht dort gelegen. Es war die„Peri Hippikees“, die„Reitkunst des Xenophon“, und zwar die sehr schöne, Anfang des Jahres erschienene Übersetzung und Bearbeitung von Professor Pollack. Queiß hatte sie mir geschenkt. Ich wußte auswendig, was er als Widmung hineingeschrieben hatte: „... und jeder, der wirklich Reiter ist, reite so, wie er lebt. Suche Dich also selbst im Sattel, oder besser noch, bei den Pferden. Bei ihnen wirst Du die Untergründe Deines Wesens und Deiner Bestimmung finden. Laß Dich nicht nur als Reiter vom Pferd verbessern, sondern auch als Mensch.. Vor einigen Wochen, als ich das Buch empfing, hatte ich darüber hinweggelesen. Jetzt aber packte mich unsinnige Wut. Es war nur zu klar, wer das Buch auf den Nachttisch gelegt hatte. Noch klarer war die Absicht. Ich brüllte nach Zelsig, aber er stand schon mitten im Zimmer.„Sie verdammter Narr, ich verbitte mir Ihre dauernden Eigenmächtigkeiten. Lassen Sie Ihre Hände aus meinen Angelegenheiten. Ich bin keine Marionette. Außerdem ist das Leben keine Sache der Regie. Das Leben ist ein einziger Dreckhaufen...“ Zeisig lächelte mich sanftmütig und unbeirrt an und erklärte, daß er mich erneut krank gemeldet habe. Außerdem sel gestern abend dieser Brief hier abgegeben worden. Er streckte mir auf dem Tablett einen sehr solide, aber auch sehr geschäftsmäßig aussehenden Umschlag entDaladier für Oder-Neiße-Grenze Für eine Neubelebung des französisch-sowjetischen Paktes „Verlogener aristokratischer Stil“ Jugoslawischer Vizepräsident liest seinen Genossen die Leviten Wettflug mit dem Tode USA-Militärflugzeug brachte Heilmittel über den Ozean Lagerleben tötete Initiative Die größte Schwierigkeit bei der Räumung der Flüchtlingslager 119. Jahrgang— Nummer 9 Sauerländisches Altester Anzelger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt Im Kreile Olpe Dienstag, den 12. Januar 1954 Lenne verabschiedete Nachtragsetat Dringende Instandsetzungen und Verbesserungen vorgesehen Lenne. Im Gasthof Schulte tagte der Gemeinderat Lenne unter dem Vorsitz von Gemeindebürgermeister Grewe. Vornehmlich stand der Nachtragshaushaltsplan für 1953 zur Beratung, der in Einnahmen und Ausgaben mit 65 693 DM abschließt. Der bisherige Haushaltsplan schloß mit 53 639 DM ab. Auf der Ausgabenseite haben sich die Schulstellenbeiträge um 1760 DM erhöht. Im weiteren soll die Mauer an der Schultreppe ausgebessert werden und die Müllgrube auf dem Schulhof verlegt werden. Außerdem soll auf dem Schulhof ein Feuerwehrgerätehaus an der Mauer zwischen Toilettenanlage und Schultreppe errichtet werden, wobei die Schultreppe als Wand mitbenutzt wird. Es wurde für zweckmäßig angesehen, in der Ecke der Toilettenanlage die Müllgrube einzurichten, wodurch auch eine Verschönerung des Schulgebäudes erreicht wird. Die Kosten für ein kleines Feuerwehrgerätehaus betragen rund 1600 DM, für die Verlegung der Müllgrube etwa 100 DM und die Instandsetzung der Treppenmauer 200 DM. Diese Aenderungen und Einrichtungen sollen bald ausgeführt werden. Weiterhin sprach man sich dafür aus, einen neuen Heizkessel für die Schule zu beschaffen; die Kosten betragen etwa 1000 DM. Als Rücklage für den Wegebau sind 4100 DM ausgewiesen. Es ist daran gedacht, zunächst einmal die Straßenrinnen an den Ortsstraßen in Lenne, Milchenbach und Hundesossen auszupflastern. Welche Straßenteile hierfür in Frage kommen, Theorie zu verquält, um seinen beabsichtigten Zweck erfüllen zu können. Daran änderten auch nichts die einführenden Worte der Vorturnerin und die höchst langatmigen„romantischen“ Reimereien des Verfassers. Ein gewiß gutgemeinter Versuch, der jedoch u. E. nicht zum angestrebten Ziele führte: das Herz durch Musik, Tanz und Gesang heiter zu stimmen. Das Ganze wirkte eher gehemmt als gelockert, blieb auf der Vorstufe einei überzeugenden, mitreißenden Poesie, mimischen Gestaltung und erfüllenden Musik stehen. Den Mitwirkenden, die sich fleißig um die Wiedergabe dieses„Tanzspiels“ mühten, ist jedoch der verdiente Dank nicht zu versagen! Auch dem gesamten Olper Turnverein muß man die Anerkennung aussprechen für sein ehrliches Streben nach einer ständig verbesserten turnerischen Kultur und den inzwischen erzielten beachtlichen Leistungsstand seiner turnerischen Breitenarbeit, die eine Förderung im Sinne der Jugendpflege und der körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend durchaus verdient hat. An die Turnvorführungen schloß sich im weiteren Verlauf des Abends für die erwachsenen Freunde der Turnersache ein gemütliches Beisammensein an.(r) Miteigentum beim Personalunternehmen Wo liegt die Grenze? Vergängliche Schönheit „Wieviel Schönheit ist auf Erden... unscheinbar verstreut!“— Diese Kalenderworte Christian Morgensterns hatten es uns am Sonntagvormittag angetan, als der Blick über eine herrliche Schneelandschaft schweifen konnte. Alles war in Weiß gehüllt, in blendendes, reines Weiß! Wie verzuckert sah der kunstvolle Gaststätten-Ausleger in der Westfälischen Straße aus und am Marktplatz hatte der Schnee Schultes Nasenuhr auf einer Seite völlig überklebt, so daß man die Zeit nicht mehr ablesen konnte. Die Welt war verzaubert und die Zeit schien stillzustehen. Doch die Freude über diesen lustigen, stimmungsvollen Anblick währte nicht lange! Sie wurde zunächst gedämpft durch die intensiven Schneeräumungsarbeiten, die allenthalben fällig waren. Und gegen Abend... durch das Tauwetter. das sich immer stärker bemerkbar machte. Am Montagfrüh hatten wir dann die Bescherung: Durch den Schneematsch war kaum mehr hindurchzukommen! Straßen und Bürgersteige wurden glatt und an den Straßenübergängen bildeten sich häßliche Barrieren. Nun mußte noch ganz anders gebuddelt werden als am heiligen Sonntag! Die Anwohner wissen davon ein Liedchen zu singen. Die Fußgänger trippelten vorsichtig und die Kraftfahrzeuge fuhren langsam. Vor allem tat es einem leid, daß die schöne Winterlandschaft mit einem Male völlig verdorben war. Das vorher so gern gehörte Wort„Wieviel Schönheit ist auf Erden“ verblaßte angesichts der Vergänglichkeit dieser Schönheit, die wir jetzt nur noch „unscheinbar verstreut“ vorfinden. rd. Olper Stadtsplegel Dank und Bitte. Pastor Menke dankte am Sonntag in den Gottesdiensten allen, die im vergangenen Jahre tatkräftig und opferbereit ihre Spenden für die neue Mariä-Himmelfahrtskirche in der Günsestraße gegeben haben.„Passende Worte“ fand er auch für diejenigen, welche sich ihrer„moralischen“ Verpflichtung als Pfarrmitglieder entzogen haben. An seine Dankesworte knüpfte er den Appell, nun in der Spendefreudigkeit nicht nachzulassen. Habe man es auch fertiggebracht, daß bis Weihnachten der Rohbau der neuen Kirche fertiggestellt werden konnte, so gelte es in den kommenden Monaten nun für die restlichen Arbeiten und die Ausstattung des zweiten Gotteshauses in Olpe Sorge zu tragen. Noch erhebliche Summen seien dazu erforderlich. Die Weihnachtsferien sind mit dem gestrigen Tage zu Ende gegangen. Sie währten in diesem Jahre länger als sonst. Manche Freude hatten sie unserer Schuljugend gebracht, nicht zuletzt auch eln winterliches Vergnügen, nachdem es um die Jahreswende endlich Schnee gab und die Schlitten, Skier und Schlittschuhe in Bewegung gesetzt werden konnten. Sinfonie-Konzert am 17. Januar. In der Aula des Oberlyzeums wartet am kommenden Sonntag um 17 Uhr der Orchesterverein Olpe e. V. mit einem großen Sinfonie-Konzert auf, das folgende Vortragsfolge bietet: 5 Brandenburgisches Konzert, D-Dur, von J. S. Bach; Sinfonle Vr. 5, B-Dur, von Franz Schubert; SinfoOlpe. Die Historie vom Riesentopf des Bunslauer Töpfermeisters Johann Gottfried Joppe hat der Schlesier Volker Wulf mit einer sehr trefflichen Fabel umsponnen. Er gab ihr die Form eines dreiaktigen Lustspiels mit dem Titel„Der Schalk von Bunzlau“. Unstreitig verfügt der Verfasser über soviel Humor, eine beschwingte Feder und die erforderliche Bühnenkenntnis, um eine sehr lebendige und zugleich bühnenwirksame Komödie zu schreiben. Die Spielhandlung ist bewegt, der Dialog kurzweilig und witzig geführt und die Charakteristik der handelnden Personen trefflich gelungen. Ein seelenvoller, herzhafter Humer durchpulst und trägt dieses heimatliche Lustspiel aus dem„verlorenen Östen“, das überall anspricht und zur Aufführung geeignet ist, da es in hochdeutscher Sprache und nicht etwa im Dialekt geboten wird. So hatte man den vollen Genuß von dem feingefügten Lustspiel, das am Samstagabend hier im Schwanensaale zur Bereicherung des Olper Theaterwinters 19531954 sozusagen als Einlage geboten wurde. Freilich hätte man mehr Besucher sowohl aus den Kreisen der Neubürger als auch der Altbürger erwarten dürfen! Ein gewisser Reiz lag doch nicht zuletzt auch darin, einmal in Olpe das bekannte Schauspiel-Studio Iserlohn kennenzulernen. Dieses Studio setzt sich fast ausschließlich aus Schauspielkräften zusammen, die aus dem Osten zu uns gekommen sind und früher sich an ostdeutschen Bühnen bestens bewährt haben. Vom Können und der restlosen Hingabe an seine Aufgabe überzeugte uns das de beriohner Studtes mit der nie Nr. 4, B-Dur, von Ludwig van Beethoven. Solisten sind Anne Bakowski, Plettenberg(Cembalo), Prof. Dr. Herbert Kölbel, Moers(Flöte), und Margret Rosenstengel, Olpe(Violine). Unter der Leitung von Kapellmeister Karl Kretschmer wird erstmals eines der Brandenburger Konzerte von Bach in Originalbesetzung in einem Konzert in Olpe geboten. Die gedruckten Programme(Preis 2,— DM), die jetzt ausgegeben werden, berechtigen zum Eintritt. Man sichere sich rechtzeitig einen guten Platz, um in den vollen Genuß dieses gehaltvollen und einmaligen Sinfonie-Konzertes in Olpe zu gelangen! „Fanfaren der Liebe“ nennt sich das musikalische Filinlustspiel mit Dieter Borsche, das ab heute im hiesigen Filmtheater vorgeführt wird. Eine abwechslungsreiche, amüsante Spielhandlung mit blitOlpe. Das auf den Sonntag verlegte traditionelle Dreikönigs-Turnen des hiesigen Turnv ereins konnte im vollbesetzten Schwanensaale abgewickelt werden. Jugend und Eltern waren in großer Zahl erwartungsvoll erschienen. Nimmt man die turnerischen und gymnastischen Darbietungen— namentlich in den beiden ersten Stunden dieser über dreistündigen Veranstaltung— zum Maßstab, so muß man gestehen, daß eine schöne und wertvolle Breitenarbeit gezeigt wurde, die den Fortschritt gegenüber dem vorausgegangenen Nachkriegsjahren deutlich erkennen ließ. Vorsitzender Kruse richtete herzliche Grußworte an die Teilnehmer, insbesondere an den anwesenden Stadtdirektor Habbel und an Leni Lorsbach vom Turngau Siegerland, die das Tanzspiel von Hermann Grauerholz mit den Olper Turnerinnen einstudiert hatte. Am Vorstandstisch bemerkte man u. a. auch Papa Wolf. den betagten„Turnvater von Olpe“, der selbstverständlich noch aufs lebhafteste an der Entwicklung der Turnerei in Olpe interessiert ist. „Während sich das Turnen sonst in der Halle vollzieht, soll heute wieder einmal öffentlich in einer volkstümlichen Veranstaltung gezeigt werden, wie sich das heutige Turnen gestaltet“, erklärte der Vorsitzende. Das Turnen soll zur Volksgesundung beitragen; es soll der körperlichen Mißbildung in der Jugend und im Alter vorbeugen. Was die Turnerei bedeute, könne allerdings nur der ganz begreifen, welcher selbst einmal aus diesem Lebensquell geschöpft habe. Mit großer Aufmerksamkeit folgten hierauf die Anwesenden den einzelnen Darbietungen, die von einem Streichorchester musikalisch untermalt wurden und immer wieder den Beifall der Zuschauer fanden. Recht munter ging es auf der Bühne zu bei den Pferdsprüngen der Schüler und Jugendturner sowie beim Bodenturnen der Schüler, überwacht und trefflich arrangiert von„Onkel Müller“, dem Oberturnwart. Natürliche Anmut und Fröhlichkeit verrieten die netten Turnspiele der Schülerinnen mit ihrem bedachtsamen Keulenschwingen. Sehr hübsch temperamentvollen und feinsinnigen, hübsch gelockerten und gut abgestimmten Aufführung der Komödie„Der Schalk von Bunzlau“, die in solcher Wiedergabe dem Verfasser selbst gewiß große Freude bereitet hätte. Volker Wulf unterbreitete seinen hier lebenden Landsleuten sein Stück mit dem Geleitwort auf dem Theaterzettel:„Allen vertriebenen Schlesiern als Gruß ihrer unvergeßlichen deutschen Heimat.“ Angesichts dieses aufrichtigen Grußes mag vielleicht mancher, der die Vorstellung am Samstag nicht besuchte, sich nachträglich noch schuldbewußt an die eigene Brust schlagen: mea culpa! An der Aufführung gibt es wohl kaum etwas zu tadeln. In erster Linie gebührt dem Leiter des Studios und Regisseur des Spiels, Ferdinand Held-Magney, volle Anerkennung. Das passende Bühnenbild mit dem Bunslauer Riesentopf im Hintergrund schuf Fritz Sauer. Und das Ensemble? Vom ersten Vorhang bis zum letzten spielte es quicklebendig, jeder einzelnen Figur die rechte Kontur verleihend: Ausgezeichnet der kluge Stadtrichter Schubert von Ferdinand HeldMagney mit seinem überlegenen, reifen Spiel; köstlich sein Neffe, der Referendarius Opitz(Gert Gutbier), der ihm beim Richteramt mit allerlei Grundsätzen des papierenen römischen Rechtes assistierte. Dann ein zweites, treffliches Schauspielerpaar: der schlaue Töpfermeister des Knuth Evers und der dickschädelige dumme, stolze und rechthaberische Brauer und Ratsherr Scholz des Kurt Schmitz. Komödiantisch akzentuiert bis hart an die Grenze der Burleske und von bezwingender grotesker Heiterkeit waren Dorothea Dinter in der Bolle des„apäten“ zenden Pointen und köstlichen Einfällen bringt viel Humor und manche lustige Ueberraschung. Schmissige Schlager und tolle Verwandlungskünste zeichnen diesen unterhaltenden Filmstreifen aus. Alles zielt auf die Lachmuskeln hin, die gründlich in Bewegung gesetzt werden sollen. Die Musik schrieb Franz Grothe. Als Hauptdarsteller sind neben Dieter Borsche hervorzuheben: Inge Egger, Grethe Weiser, Georg Thomalla, Oskar Sima, Beppo Brem u. a. m. Die Industriefilm-Matinee war am Sonntag im hiesigen Filmtheater wiederum gut besucht. Man sah den farbigen Filmstreifen„Scotts letzte Fahrt“, der sehr spannend von einer Expedition zum Südpol berichtet. Dieser nachträglich gestalteten Reportage— aufgrund von Erlebnisberichten— ging allerdings die Unmittelbarkeit eigener Filmaufnahmen der Expeditionsteilnehmer ab und die Handlung, die auf einen Spielfilm hinzielte, schien zu konstruiert mit der Absicht auf gewisse Effekte. Die farbigen Landschaftsaufnahmen konnten gut gefallen, während die gesamte Schilderung immerhin einen Eindruck von den riesigen Gefahren wagemutiger Expeditionen vermittelte. Im Beiprogramm wurde ein aufschlußreicher Kulturfilm aus dem Schaffen der jungen Werktätigen wiederholt. Kreis Olpe. Nachdem die Frage des Miteigentums der Arbeiter am Unternehmen heute im Mittelpunkt aller Diskussionen über Vermögensbildung steht, scheint es an der Zeit, auch einmal zu prüfen, wo die Grenzen einer solchen Mitbeteiligung des Arbeiters zwangsläufig liegen müssen. Dazu ist grundsätzlich zu sagen, daß jeder Mensch allein dafür verantwortlich ist, auf welchem Weg er zu einem Eigentum gelangen will, ob er das in Form eines Sparkontos tut, ob er Aktien erwirbt, oder ob er sich ein Haus erspart. Sobald der Versuch gemacht wird, diese Selbstverantwortung irgendwie zu lenken oder in bestimmte Bahnen zu zwängen, wird der Sparsinn als solcher nur beeinträchtigt. Jede Kontrolle oder Lenkung der Kapitalverwendung muß die Kapitalbildung selbst schwächen. Der Industrie- und Handelskammer Krefeld scheint aber eine besondere Warnung gegenüber Vorstellungen angebracht, die das sogenannte Miteigentum der Arbeiterschaft an den Betrieben. in denen die Arbeiter beschäftigt sind, propagieren wollen. In ihrem Organ warnt sie vor allem vor Plänen, die darauf hinauslaufen, den Miteigentumsgedanken auch auf Personalunternehmen auszudehnen. Miteigentum etwa in der Form, daß ein Arbeiter sich auf dem normalen Weg über Bank und Börse eine soll noch festgelegt werden. Hierdurch wird ein Uebelstand beseitigt. Bei den Einnahmen ist ein Landeszuschuß für die Instandsetzung der Lennebrücke von 3000 DM ausgewiesen, außerdem erbrachte der Verkauf der alten Elsenkonstruktion einen Erlös von 2590 DM. Die Gewerbesteuer wird einen Mehrertrag von 3500 DM erbringen, die Schlüsselzuweisungen 3000 DM mehr. Hinsichtlich der Ausgaben waren für die Restfinanzierung der Lennebrücke und der Aufbringung einer Teerdecke auf der Königstraße 3000 DM mehr erforderlich. Die Errichtung der Lennebrücke hat einen Kostenaufwand von insgesamt 46 000 DM erfordert. An Zuschüssen sind 35 000 DM hereingekommen; für die Gemeinde waren somit 11 000 DM Ausgaben erforderlich. Der Gemeinderat stimmte dem Entwurf des Nachtragshaushaltsplanes, der in seinen einzelnen Positionen von Amtsoberinspektor Althoff erläutert wurde, zu. Im weiteren gab der Gemeinderat seine Zustimmung zur Uebertragung der Arbeiten für die Aufbringung einer Teerdecke auf der Königstraße an die Baufirma König. Afrika-Kämpfer trafen sich O. Wurmbach wurde neuer Vorsitzender Kreis Olpe. Nach gewohnter Uebung trafen sich die alten Afrikakämpfer vom Kreisverband Siegen-Olpe-Wittgenstein wieder mit ihren Angehörigen zu einigen gemütlichen Stunden, diesmal in der Gastwirtschaft Buschgotthardshütten. Vorsitzender Werner Hundt schilderte noch einmal das Erlebnis des großen Afrika-Treffens in Hannover. Da die bisherigen Vorstandsmitglieder Werner Hundt, Hermann Seelbach und Günter Veit aus beruflichen Gründen nicht mehr weiter amtieren können, wurde einstimmig Otto Wurmbach als Vorsitzender vorgeschlagen mit der Maßgabe, daß er selbst die übrigen Vorstandsmitglieder benennen kann. Auf der nächsten Zusammenkunft soll die Wahl von den Mitgliedern offiziell bestätigt werden.— Dem geschäftlichen Teil der Zusammenkunft folgte eine frone kameradschaftliche Unterhaltung, bei der eine echte„afrikanische“ Stimmung aufkam. Edy Stratmann, selbst alter„Afrikaner“, sorgte für die nötige Atmosphäre, die schnell alle in ihren Bann geschlagen hatte. Frohe Stunden der Heider Schützen Rothemühle. Der Schützenverein Heid hielt am vergangenen Sonntag in der Gastwirtschaft Solbach seinen traditionellen Schützenball ab. Der Saal war voll besetzt und bald herrschte eine recht gemütliche Stimmung vor. Schützenbruder Albert Engel hieß die Teilnehmer herzlich willkommen. Er gedachte der gefallenen Kameraden und begrüßte im Kreise des Schützenvereins den neuen Lehrer Rosenthal. Ferner dankte er den Laienspielern und Hugo Weber für die Einstudierung der drei Theaterstücke, die anschließend sehr nett aufgeführt wurden und den Beifall aller Anwesenden fanden. Lehrer Rosenthal brachte in einer Anpsrache zum Ausdruck, daß er bereits eine gute Verbindung mit den Schulkindern und der Elternschaft gewonnen habe. Er rechne mit einer weiteren verständnisvollen Zusammenarbeit im gegenseitigen Vertrauen. Als dann die Tanzkapelle Gummersbach aus Olpe ihre Weisen erklingen ließ, wurde munter getanzt. Es war ein echter Schützenball, an dem alle Teilnehmer ihre Freude hatten. Mit diesem Ball wurde das neue Schützenjahr fröhlich eingeleitet. Dem Ball voraus ging ein gemeinsames Kaffeetrinken der Festeilnehmer, das ebenfalls einen schönen und angeregten Verlauf in der aufrichtigen Verbundenheit und Kameradschaft des Schützenvereins Heid nahm. Um die Selbstverantwortung Aktie des Unternehmens kauft, bei dem er tätig ist, wird kaum einem Einwand begegnen und liegt auf der Linie freder Selbstverantwortung des Einzelnen für Kapital- und Eigentumsbildung. Aber der Gedanke, das Belegschaftsmitglied eines in der Rechtsform einer Einzelfirma oder Personalgesellschaft arbeitenden Unternehmens durch interne Ansammlung von Teilen des Arbeitsentgelts nicht etwa zum Gläubiger(wie bei einer Werkssparkasse), sondern zum Miteigentümer des Betriebes zu machen und seine Interessen dann womöglich durch die Geschäftsführung einer Miteigentümer-Genossenschaft oder irgendeiner anderen Kollektiv-Institution wahren zu lassen, erscheint als ein Irrweg der Elgentumsbildung, ganz sbgesehen davon, daß der Arbeiter selbst:weifellos an solchen Konstruktionen gar kein Interesse hat. Personalie Finnentrop. Die Kinderärztin Dr. Inge Stapelmann. die seit zweieinhalb Jahren hier eine Praxis besaß, verlegte diese mit Beginn des neuen Jahres in die Kreisstadt Meschede. Da sie sich großer Wertschätzung erfreute, wird es allgemein begrüßt, daß sie wöchentlich noch Sprechstunden in Finnentrop abhalten will. Turnen mit Anmut gepaart.. Der Turnverein Olpe gab einen Querschnitt durch seine Tätigkeit und fast fehlerfrei war die reizende Ballgymnastik im Dreivierteltakt. Diese Vorführung, die auf dem Hambruger Turnfest von 5000 Turnerinnen(!) gemeinsam gezeigt wurde, stellt hohe Anforderungen und ist reizend anzusehen. Man muß es schon den Olper Turnerinnen aufrichtig danken, daß sie uns einen Begriff davon vermittelten unter der Mitwirkung der umsichtigen und erfahrenen Turnwartin Thresi Neuhäuser, die mit Recht hervorhob:„Schwung hält jung!“ Interessant und gut gekonnt waren auch das Boden-, Barren- und Reckturnen der Turner; die Turnerinnen zeigten am Barren ebenfalls schöne Uebungen. Es herrschte eine frohe Stimmung im Saale vor und die eingestreuten, gemeinsam gesungenen Lieder legten Zeugnis von dieser allgemeinen Freude und Zufriedenheit ab. Als aber trotz der vorgeschrittenen Zeit noch das Reck aufgebaut wurde, machten sich gewisse Ermüdungserscheinungen bei den Ausübenden und den Besuchern bemerkbar: die Reckturner waren nicht mehr ganz„fit“, gaben aber immerhin noch einige Piecen ihrer besonderen turnerischen Kunst, sozusagen der„Hohen Schule des Turnens“ zum besten und ernteten lebhaften Applaus. Das dann noch vorgeführte Tanzspiel von Grauerholz, Bremerhaven, schien uns als„romantisches Tanzspiel“ nun doch zu nichtssagend und in seiner Mehr Einwohner Einwohnerzahl nimmt ständig zu Olpe. Am 1. Januar 1953 zählte unsere Stadt 10 627 und am 31. Dezember 1953 11 112 Einwohner. Geboren wurden 158 Personen, gestorben sind 99, zugezogen 1 109, verzgen 683. Daraus ergibt sich, daß wir 485 neue Einwohner aufzuweisen haben, ein Zugang, der in Olpe bisher noch nie in einem Jahre erreicht wurde. Für die Stadtverwaltung bringt dieses starke Wachstum der Stadt, das in der standigen Stadterweiterung zum Ausdruck kommt, eine Fülle kommunaler Aufgaben mit sich, denen die finanzielle Kraft der Stadtgemeinde nicht ausreichend gewachsen ist. Es sei nur erinnert an die Baulandbeschaffung, den Straßenbau, die Kanalisation und die Versorgungsleitungen für die neuen Stadteile. Die Schulen reichen nicht aus. An der kath. Volksschule mußte die 25., an der ev. Schule die 5. Lehrstelle eingerichtet werden. Für die ev. Schule ist ein Um- und Erweiterungsbau(bisherige Landw. Schule auf dem Gallenberg) dringend erforderlich und für 1954 vorgesehen. Das Feuerwehrgerätehaus ist zu klein geworden. In diesem Jahre soll noch ein zweckentsprechender Neubau begonnen werden. Eins der wichtigsten Probleme, ebenfalls verschärft durch das schnelle Wachstum der Stadt, der Bau einer neuen Wassergewinnungsanlage, befindet sich im Endstadium der Planung. Drei neue Trafostationen für die Stromversorgung Mädchens und Jochen Kreyssig als Gastwirt Antensturz. Gut fügten sich in das abgerundete Spiel auch Dieter Schaad als Sohn des Töpfermeisters und Gisela Saur als Tochter des Rates ein. Ein herzliches Lachen quirlte immer wieder im Theatersaal auf und zum Schluß gab es langanhaltenden, verdienten Beifall. Und weil es so gut geflel, sei auch die Moral des Stückes hier nicht verschwiegen, die der Verfasser selbst in die nachdenklichen Worte des Stadtrichters von Bunzlau gekleidet hat: „Das Leben fragt nicht, was Du weißt mein Sohn, das Leben fragt nur, was Du kannst und leistest. Es unterwirft uns täglich neuer Prüfung, die wir nur dann besteh'n, wenn Nachsicht waltet. Lie Nachsicht ist aber ein Kind der Liebe, die unser Erdensein erträglich macht.— Weil ich die Menschen immer lieben möchte, siehst Du, nehm' ich sie nie— ganz ernst.“ - größere Sorgen - Olpe vor wichtigen Aufgaben sind in den letzten Jahren entstanden, weitere müssen folgen. Das Fehlen einer Turnhalle für die vorhandenen 30 Volksschulklassen, nicht zuletzt auch für die sporttreibenden Vereine, macht sich immer fühlbarer bemerkbar. Auch das Bedürfnis, einen angemessenen Saalbau zu besitzen, wird durch die ansteigende Einwohnerzahl immer stärker nachgewiesen. V’ertretung und Verwaltung werden durch die schnelle Entwicklung der Stadt, deren Auswirkungen in diesem Rahmen nur in wenigen Punkten gestreift werden konnten, vor schwierige Aufgaben gestellt. Die verfügbaren Mittel sind knapp und viele Schwierigkeiten werden zu überwinden sein. bis die kommunalen Einrichtungen der größeren Stadt entsprechen. Der lehrreiche„Schalk von Bunslau" Erfolgrelches Gastsplel des Schausplel-Studlos Iserlohn in Olpe In ganz Westdeutschland beliebt Bücher für lesende Hände Westfälische Blindenbücherei lieh im letzten Jahr 2000 Bände aus/ Sehende sollten Blinden helfen Münster.— Wenn Arko mit der Nase an die Glastür stößt, halten die Bibliothekarinnen der münsterischen Stadtbücherei einen Augenblick inne. Dieser Hund führt seinen Herrn quer durch den großen Leihsaal in die Westfälische Blindenbücherei, und dort bleibt er stets vor den Regalen stehen, die die Romane beherbergen. Noch mehr staunen sie alle, wenn Arko sich wieder in Marsch setzt. Dann nimmt er genau den Weg, der für die Sehenden vorgeschrieben ist, am Ausgabetisch entlang, dann im rechten Winkel nach links, dann rechts durch die Tür.„Er macht es besser als die Sehenden“, lobt Bibliotheksdirektor Dr. Hans Thiekötter. Vor zwei Jahren hat Dr. Thiekötter einen Plan, der ihn schon in seiner Berliner Praktikantenzeit beschäftigte, verwirklicht. Er schuf eine Blindenbücherei. Aus dem kleinen Grundstock sind jetzt schon 2000 Bände geworden. Seine Leser wohnen nicht nur in Münster, sondern in mehr als 60 Orten Westdeutschlands; sogar aus der Östzone traf kürzlich eine Anforderung ein. Die westfälische Blindenbücherei ist die einzige zwischen Hamburg und Marburg. Jede Woche melden sich neue Leser an. „Wahrscheinlich bekämen wir noch mehr Anfragen, wenn die Sehenden, die in der Zeitung von unserer Einrichtung lesen, den Blinden davon berichten wollten“, meint Baronesse Aleit von Salis-Soglio, die als Bibliothekarin die Blinden betreut. Im letzten Jahr hat sie fast 2000 Bände ausgegeben, die doppelte Zahl gegenüber dem Vorjahr. Ein Viertel davon wurde in Postpaketen nach auswärts verschickt. Mit Sonderporto: nur 4 Pfennig verlangt die Post für Blindenschriftsendungen. Wer persönlich kommt, benimmt sich genau so wie ein Sehender in der Bibliothek. Da stehen die Blinden vor den Regalen, tasten die Buchrücken ab und lesen mit den Händen die Titel. Ein Tisch steht im Raum, da kann man„schmökern“ und die Probe machen, ob das Werk, das man genommen hat, einem auch wirklich zusagt. Manchmal wandern die Hände dann auch Halber Fünfmarkschein als Erkennungszeichen Kutscher gibt Agententätigkeit zu Material über Grenzschutz und Bereitschaftspolizei für Sowjets Bonn.— Ein halber Fünfmarkschein war das Erkennungszeichen, wenn der frühere Bundeshausangestellte, Willi Kutscher einem östlichen Verbindungsmann Berichte über Vorgänge in der Bundesrepublik gegen Entgelt zustellte. Kutscher, der wegen landesverräterischer Beziehungen zum sowjetischen Nachrichtendienst angeklagt ist, gab am Montag vor dem Bonner Schwurgericht zu, Material über den Bundesgrenzschutz, die Bereitschaftspolizei und den Zolldienst an Östberliner Stellen geliefert zu haben. Zweifel an der Rechtmäßigkeit seines Tuns habe er erst gen, die deutschen Auslandsvertretungen und die Marshallplangelder. Kutscher begann seine Tätigkeit, als er Angestellter im Frankfurter Wirtschaftsrat war. Damals machte sich ein Vertreter des Östberliner Rundfunks an ihn heran und forderte ihn zu journalistischer Mitarbeit auf. 1949 kam Kutscher in die Presse- und Informationsstelle des Bundestages. Papagelenkrankheit auch In Frankfurt Frankiuri.— Unter dem Bestand einer Vogelhandlung in Frankfurt ist die Papageienkrankheit von Amtstierärzten festgestellt worden. Menschen sind noch nicht erkrankt. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen nach dem Gesetz zur Bekämpfung der Papagelenkrankheit sind angeordnet. Alle Vogelhandlungen und alle Vogelhalter wurden gebeten, bei irgendwelchen verdächtigen Krankheitserscheinungen bei Menschen oder Vögeln sofort einen Arzt in Anspruch zu nehmen. Der erste Fall von Papageienkrankheit bei Menschen in Deutschland nach dem Kriege wurde vor einigen Tagen in Hamburg festgestellt. Eine dreiköpfige Familie war hier von ihrem Wellensittich infiziert worden. bekommen, als er den Termin für die Konferenz Deutscher Atomspezialisten in Heidelberg ermitteln sollte. Andere nach Kutschers Angaben von ihm gelieferte Berichte behandelten die Haltung der SPD zu oppositionellen StrömunWenn wir wieder fliegen dürfen.. Todessturz durch Reifenpanne Jülich.— Einen Toten und zwei Schwerverletzte forderte ein Verkehrsunfall in der Nacht zum Montag auf der Bundesstraße 1 zwischen Jülich und Märsch. Wie die Polizei mitteilte, platzte der rechte Vorderreifen eines Kombiwagens, der daraufhin ins Schleudern geriet. Der Wagen überschlug sich, nachdem er zwei Bäume und einen Kilometerstein gestreift hatte. Eine Insassin wurde so schwer verletzt, daß sie in kurzer Zeit starb. Der Fahrer und eine zweite Frau wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Großfeuer in Berlin Berlin.— Ein Großfeuer vernichtete in der Nacht zum Montag in Berlin-Neukölln unweit der Sektorengrenze ein zweigeschossiges Lagerhaus mit größeren Vorräten Nutzholz, großen Mengen Baugerüsten und Baumaschinen. Eine Schneiderei brannte teilweise aus und der Dachstuhl einer angrenzenden Tischlerei fing Feuer. Die Brandursache konnte noch nicht geklärt werden. Der Sachschaden wird auf etwa 150 000 Mark geschätzt. Karnevalisten ohne Mäntel Jülien.— Ohne ihre Mäntel mußten Kölner Karnevalisten in der Nacht zum Montag von Jülich aus die Heimreise in die Domstadt antreten. Während einer Damenkarnevalssitzung, bei der die Kölner zu Gast waren, wurde ihr vor dem Festsaal stehender Omnibus von Dieben aufgebrochen. In aller Ruhe packten die Langfinger 13 Leder- und Stoffmäntel ein. Die Polizei fahndet nach den Dieben. über den Globus auf dem Tisch; es ist ein Blindenglobus mit erhabenen Gebirgszügen und eingekerbten Flußläufen. Die Bibliothek enthält alle Sachgebiete, die man sich wünschen kann: Romane und Erzählungen, Dramen und Lyrik, Lebensbilder und Jugendbücher, Geschichte und Politik, Religion und Kunst, Philosophie und Psychologie, Sprache und Literatur, Natur und Technik. Auch Berufsliteratur für Blinde, Landkarten und sogar Zeitschriften sind vertreten. „Manche Leute meinen, das Blindenschrifttum weise nur ältere Werke auf— aber das stimmt gar nicht“, sagte die Baronesse.„Unser Bestand ist zum Teil durchaus modern: so haben wir in der Belletristik Bergengruen, Carossa, Hemingway, Hesse, Gertrud von Le Fort, Waggerl und Wiechert.“ Der Bestand wird in Kürze um ein paar hundert Bände vermehrt, der Landeshauptmann von Westfalen und der Ausschuß für das Blindenwesen im Land Nordrhein-Westfalen gewährten beachtliche Zuschüsse. Um die Korrespondenz mit den auswärtigen Lesern zu vereinfachen, wird demnächst eine Blindenschreibmaschine angeschafft. Eine münsterische Blinde hat sich als„Dolmetscherin“ und Korrespondentin zur Verfügung gestellt. Sie„übersetzt“ der Baronesse die Briefe ihrer Leser und schreibt ihnen wieder. Bei diesem Schriftwechsel geht es gar nicht steif zu. Eine Leserin aus dem Sauerland pflegt der Bibliothekarin nicht nur ihre Wünsche mitzuteilen, sie analysiert auch das Gelesene wie ein Rezensent und sagt frank und frei, was ihr an diesem oder jenem Dichter nicht gefällt. Auch bei den anderen ist der Verkehrston freundlich und offenherzig. Ein Leser aus dem Emsland legte den Büchern, die er zurückschickte, eine Mark bei:„Als Dank für Ihre Bemühungen. Trinken Sie eine gute Tasse Kaffee dafür.“ Demnächst soll das gedruckte Bücherverzeichnis, das den münsterischen Bestand darlegt, auch in Blindenschrift erscheinen. Dann haben die Leser Gelegenheit, selbst in Ruhe das Passende auszusuchen.„Wir würden uns sehr freuen, wenn uns die Blinden Bücher angäben, die sie interessieren, die wir aber nicht haben“, bemerkt Dr. Thiekötter.„Bei unseren Neuanschaffungen wollen wir gern berücksichtigen, was gewünscht wird.“ Nach Kegelpartie beraubt Recklinghausen.— Einem Recklinghäuser Kaufmann kam ein durchzechter Kegelabend mit zwei Unbekannten teuer zu stehen. Einige Leute fanden ihn am Montagfrüh bewußtlos auf der Straße und brachten ihn in seine Wohnung. Als er aus dem Rausch erwachte, stellte er fest, daß seine Jacke fehlte, in der sich seine Brieftasche mit mehreren hundert Mark, eine Uhr und ein Brillantring im Werte von 600 Mark befanden. Die Jacke wurde später ohne Wertsachen wiedergefunden. Ehepaar Wolf slegte Mit einem Sieg des deutschen Spitzenpaares im Gesellschaftstanz für Amateure, Dr. Wolf und Frau (Gießen), endete ein internationales Amateur-Tahzturnier in der festlich geschmückten Kongreßhalle auf dem Frankfurter Messegelände. 14 der besten Tanzpaare im Amateur- Tanzsport aus Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Holland, Norwegen, Österreich, der Schweiz und Deutschland hatten sich zu einem Wettstreit auf dem Parkett zusammengefunden. Auf den zweiten Platz mit 215 und damit nur zwei Punkten Rückstand setzten die Richter das englische Paar Sidney Mallet/Janice Buxton vor dem französischen Paar Foucard(198) und dem deutschen Paar Flemming/Moller(192).— Unser Bild: Das siegreiche Paar Dr. Wolf und Frau(Gießen) bei einem Samba in der Ehrenrunde. Varieté mit tragischem Ausgang Kunstschütze erschoß seine Frau Angeblich durch ein plötzlich aufflammendes Licht irritiert Kö1n.— Während einer Varieté-Vorstellung im Kölner„Kaiserhof“ verletzte der Kunstschütze„Al Chery“ aus Stuttgart am Sonntag seine Frau durch einen Gewehrschuß tödlich. Die 41 Jahre alte Frau starb bald darauf im Krankenhaus. Das Unglück ereignete sich, als die Frau vor einer Scheibe rotierte, auf die ihr Mann schoß. Die Varieté-Nummer war schon seit Baubeginn in wenigen Wochen einem Jahr in mehreren Großstädten gezeigt worden. Da die Bühne verdunkelt war, wurde der Zwischenfall zunächst nur von wenigen Besuchern bemerkt. Die Kriminalpolizei ist damit beschäftigt, den Fall aufzuklären. Der 36 Jahre alte Kunstschütze gab bei der Vernehmung an, durch ein plötzlich auftretendes Licht irritiert worden zu sein. Basel—Karlsruhe elektrifiziert Schweiz mit 135 Millionen an dem Bahnprojekt beteiligt Karlsrune— Die Eisenbahndirektion Karlsruhe hat jetzt von der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn den Bauauftrag für die Elektrifizierung der Strecke Basel-Karlsruhe erhalten. Der Präsident der Eisenbahndirektion Karlsruhe, Hermann Stroebe, teilte am Montag mit, daß mit den Arbeiten in den kommenden Wochen begonnen werden soll. Damit wird ein Jahrzehnte altes Projekt verwirklicht. Die Bauzeit auf der Strecke Basel—Karlsruhe wird etwa vier Jahre betragen. 200 Kilometer Fernleitungen und 850 Kilometer Fahrleitungen müssen gelegt werden. Darüber hinaus müssen vier Unterwerke gebaut, Überführungen gehoben und Gleise in drei Tunnels gesenkt werden. Für diese Arbeiten werden etwa 7000 Arbeiter benötigt. Die Finanzierung des Projektes wurde durch Verhandlungen mit dem Bundesfinanzministerium, der Deutschen Bundesbahn und der Schweizerischen Bundesbahn gesichert. An Schweizer Geldern stehen 140 Millionen Franken(135 Millionen Mark) zur Verfügung. Schwere Verkehrsstörungen in Bayern Schneestürme in den Alpen Zwei Mädchen durch fallendes Schneebrett verschüttet— Von Bergwacht und Polizei gerettet Hamburz— Die starken Schneefälle der letzten zwei Tage haben in Bayern zu schweren Störungen geführt. Dörfer sind vom Verkehr abgeschnitten, Telefon- und Stromleitungen wurden unterbrochen, Autos mußten freigeschaufelt werden und die Züge hatten große Verspätungen. Auch im Sauerland, in Hessen und in den Niederungen Baden-Württembergs war der Verkehr stark behindert. Alb, im Schwäbischen Wald und in Oberschwaben dauerte der Schneefall an, In ganz Südwestdeutschland hat in der Nacht zum Montag milderes Wetter eingesetzt. In den Straßen Münchens mußten parkende Autos in stundenlanger Arbeit vom Schnee freigeschaufelt werden. Die Vorortzüge trafen mit vier bis fünf Stunden Verspätung ein. In Nürnberg konnten die öffentlichen Verkehrsmittel wegen Stromausfalls nur unregelmäßig fahren. Zwischen Ingolstadt und München sind die Schneeverwehungen bis zu einem Meter hoch. Auf den Bundesstraßen NordBayerns ist der Verkehr ebenfalls stark behindert. Auf unsichtbaren Straßen der Luft Luftfahrtvereine bereiten sich auf den Tag X vor— Deutsche im Ausland geschult Essen— Flieger sind Idealisten. Obwohl für sie die große Stunde, da auch die Deutschen wieder den Steuerknüppel ergreifen dürfen, noch nicht bekannt Ist, bereiten sie sich unermüdlich auf dieses Ereignis wenigstens theoretisch vor. 500 von ihnen brauchen allerdings auf diesen Tag nicht mehr zu warten, denn sie haben ihren internationalen Führerschein inzwischen im Ausland gemacht. In Schweden, in Holland, in Italien und der Schweiz. Das ist allerdings kein billiges Vergnügen. Es kostet rund 2000 Mark. 80 Übungsstunden sind die Voraussetzung. Hat man bereits den Segelflugschein C, werden Stunden erlassen, und für alle Sport- und Kriegsflieger vermindern sich die Kosten sogar auf 400 bis 500 DM. Es sind auch durchweg keine Reichen, die sich den Flugschein holen, sondern Menschen aller Schichten, Kaufleute, Vertreter, Studenten. 25 Jahre ist der jüngste unter den deutschen Fliegern. Als erste deutsche Frau nach dem Kriege machte kürzlich eine Arztfrau aus Viersen den internationalen Flugführerschein. Die aber, die das nicht können, treffen sich in regelmäßigen Abständen zur theoretischen Schulung und sparen im übrigen schon für die Vereinsmaschinen. Aber auch die kosten noch Geld genug. 8000 Mark eine dreisitzige Auster und 10 000 Mark eine Klemm 35. Im übrigen aber begnügt man sich vorläufig mit den Verkehrsregeln der Luft. Heute ist es nämlich nicht mehr so, daß man einfach ins Blaue fliegen kann. Auch die Luft hat ihre Straßen mit geschriebenen und ungeschriebenen Verkehrszeichen. Es gibt Sicht- und Blindflugregeln, man darf ohne Erlaubnis weder Purzelbäume noch Loopings schlagen, muß bestimmte Höhen einhalten, Wolkenabstände beachten, überholen ist nur rechts gestattet, und weiße Hanteln auf dem Flugplatz bedeuten: Achtung, Rasenlandung bringt Kopfstandgefahr! Feuerwehr der Luft Noch nicht einmal verschwinden darf man in der Luft. Vor jedem Start muß man Flugrichtung, Ziel und Zeit angeben. Und wehe, man landet dann am fremden Ort und benachrichtigt nicht die Zielstation. Dann nämlich startet die Feuerwehr der Luft, eine stets für Katastrophenfälle einsatzbereit stehende Maschine, und geht auf die Suche nach dem vermeintlichen Verunglückten, Und falls dieser nicht aus Not, sondern aus purem Übermut auf eine Wiese lendete, dann bekommt er die Kosten für die unnötige Suche aufgebrummt, die erheblich sind: Eine Flugstunde einer zweimotorigen Maschine kostet über 500 Mark. Über dem Wetterstein- und dem Karwendelgebirge tobten am Montagmorgen Schneestürme mit einer Windgeschwindigkeit bis zu 140 km/std. Auf dem Zugspitzplatt liegen fast drei Meter Schnee. Das höchstgelegene Gebirgsdorf Deutschlands. Wamberg. ist völlig eingeschneit. Im Chiemgau sind im Nordteil des Landkreises Traunstein mehrere Dörfer vom Verkehr abgeschnitten, Einzelne Ortschaften sind ohne Strom, An vielen Stellen Bayerns sind die Telefonverbindungen unterbrochen. Im ganzen Alpenraum herrscht Lawinengefahr. Am Sonntag waren zwei Müncnener Mädchen im Rotwandgebiet bei BayrischZell drei Stunden unter Schneemassen begraben. Sie wurden von Bergwacht und Landpolizei unverletzt geborgen. Ein groBes Schneebrett hatte sich plötzlich gelöst und die Mädchen verschüttet. Das starke Schneetreiben im Sauerland, das am Montagmorgen seit 50 Stunden anhielt, erreichte in der Nacht zum Montag seinen Höhepunkt. Einzelne Sauerlanddörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten. In den tieferen Lagen des Sauerlandes begann es zu tauen. Die Meteorologen rechnen für Dienstag mit Sprühregen, so daß sich die Wintersportmöglichkeiten durch Pappschnee verschlechtern. Auch in Hessen setzte am Sonntag Tauwetter ein, das am Montag noch anhielt. Die Straßenverhältnisse sind zum Teil sehr schlecht. In der Ebene liegt Schneematsch, in den höheren Lagen herrscht Schneeglätte. Die Strecke zwischen Korbach und Willingen war am Montag durch zwei Meter hohe Schneeverwehungen blockiert. Eilzüge mußten umgeleitet werden. In Baden-Württemberg ging das Schneetreiben in der Nacht zum Montag in Regen über. Auch hier waren die StraBen in den Niederungen mit Schneematsch und tauendem Glatteis bedeckt. In den höheren Lagen des Schwarzwaldes, de Schneelage Sauerland Willingen-Usseln: Pulverschnee, Ski und Rodel gut, 70 cm Gesamtschnee, davon 15 cm Neuschnee, minus ein Grad. Winterberg mit Astengebiet: Pulver, Ski und Rodel gut, Gesamtschnee 90 cm, davon 24 cm Neuschnee, minus ein Grad. Niedersfeld: Pappschnee, Ski und Rodel gut, Gesamtschnee 70 cm, davon 30 cm Neuschnee, plus ein Grad. Oberhundem: Pappschnee, Ski und Rodel gut, Gesamtschnee 60 cm, davon 33 cm Neuschnee, null Grad. Fredeburg-Rimberg: Pappschnee, nur Ski möglich, Gesamtschnee 48 cm, davon 20 cm Neuschnee, null Grad. Kätzchen Vor eine außergewöhnliche Aufgabe wurde die Westberliner Feuerwelir am Sonntagvormittag in einem Hause in Berlin-Kreuzbeig gestellt. Ein junges, graues Kätzchen war in einer Wolmung blitzsdmell in den Ofen gesprungen, als die Hausfrau gerade hetzen wollte. Die ganze Familie sagte iliren gesamten Schatz von Kosenamen her. um das Tier wieder lierauszulocken. Aber es lies sich nicht sehen. Ratlos und auch frierend riefen die Einwoliner die Feuerwehr zu Hilfe. Die Feuerwehrleute tasteten zuerst mit Draht die Züge im Ofen ab. lösten dann in etner Rußwolke das Abzugsrohr und zündeten schließllich ein kleines Feuerdien au, um die Katze hervorzutreiben Aber sie ließ sich nicht blicken. Auch hinter der Sdhiorusteinklappe im Keller war nichts festzustellen. Schließllich stiegen die Feuerwehrleute aufs Dad des Hauses. Dort klang ihnen aus einem Schorustein klägliches Miauen entgegen. Das kleine Kätzchen, das inzwisdien kohlrabensdwarz geworden war, war beim Hinausklettern im Schornsteinkopf steckengeblieben, wo es die Feuerwelirleute befreiten. ctuch die kleine Lva ist eitel Das gab es noch nicht: Brillen, speziell für Kinder Geben wir zu, daß sich die Brille vor den. Was hat man für die Kinder getan, wenigen Jahren noch nicht allzu großer deren Augen einer Korrektur bedürfen? Gunst erfreute. Die Männer nahmen sie Man stelle sich vor, ein an sich temperahin, um beruflich leistungsfähig zu bleiben. mentvolles Kind ist kurzsichtig. Es kann Frauen verabscheuten sie, denn sie störte selbst nicht ermessen, daß ein Sehfehler mit ihren reizlosen Gestellen und kreis- vorliegt; es meint, es müsse so sein, daß runden Gläsern ihr Schönheitsempfinden. weiter entfernte Gegenstände verschwimMan bediente sich ihrer nur, wenn es un- men. Die Folge ist, daß es im Gegensatz umgänglich notwendig wurde. Nun ist die zu normalsichtigen Kindern langsamer reaBrille moderner und modischer geworden giert und— da das häufig der Fall ist— und wahrt Individualität und Persönlich- gehänselt wird. Es bleibt nicht aus, daß das keit. Mit den modernen Brillen ist also den Kind das Selbstgefühl verliert und sich erwachsenen Fehlsichtigen geholfen worotttes und(eues in Grönland Hausfrauenschulen In Julianehaal auf Grönland wird demnächst die erste Haushaltungsschule errichtet. Erstklassige grönländische und dänische Haushaltungslehrerinnen werden hier den jungen Grönländerinnen ernährungswissenschaftliche und praktische Kenntnisse beibringen, die diese später in ihren Familien verwerten können. Vor allem will man versuchen, die Ernährung auf Gemüse und Kartoffeln umzustellen. Die Kurse dauern 8 Monate, der Staat trägt bis auf weiteres die Kosten. zurückzieht, um Sticheleien zu entgehen. Wird dem Kind nicht geholfen, dann ist die Entwicklung zum eigenbrötlerischen Leben gegeben. Minderwertigkeitskomplexe treten auf, die Bitterkeit und Lieblosigkeit zur Folge haben, von der Unsicherheit der eigenen Leistung gegenüber ganz zu schweigen. Aufmerksame Eltern und Erzieher, die sich über solche Störungen Gedanken machen, haben ihren Kindern rechtzeitig zur benötigten Brille verholfen. Damit wäre alles gut, wenn— ja wenn nicht die Unvernunft regieren würde. Da gibt es erwachsene Menschen, die in dem Kind mit Redensarten wie„Du armes Kind, mußt schon eine Brille tragen!“ oder„So jung und schon eine Brille auf der Nase!“ den Gedanken wachrufen: Öhne Brille sähe ich besser aus, so bin ich weniger wert. Der Wunsch, brillenlosen Kindern ebenbürtig zu sein, wird zwingend. Die Brille verschwindet von den Augen. Die Eitelkeit steckt bereits in der kleinLinks: Eleganter Hänger aus modischen silbergrauen Mohair mit schwarzen Tupfen. Sehr apart wirkt dazu die Einfassung des Kragens und der Armelstulpen aus echtem Persianer. Die elegante schwarze Kappe vervollständigt das modische Bild.— Mitte: Sehr elegantes kleines Abendkleid aus schwarzem Tüll mit wirkungsvoller Verzierung aus kleinen Troddeln.— Rechts: Großes Abendkleid aus weißem Tüll mit reich besticktem Mieder. Die Gestaltung des Decolletees ist besonders apart. Das Kunstgewerbe Die grönländischen Frauen sind Meister- sten Eva, wir wissen es. Sie will sich im innen in der Fertigung kunstgewerblicher Außeren nicht vor ihren„Konkurrentinnen“ Gegenstände, insbesondere liefern sie benachteiligt fühlen. Einige deutsche AuSporttaschen aus Seehundsfell und Fell- genoptiker haben sich Gedanken darüber schuhe. Die dunklen Wintertage begünsti- gemacht, wie man den Bedürfnissen der gen diese Heimarbeit. Auch die Männer Kinder Rechnung tragen kann, zumal es arbeiten mit, sie schneiden die Felle zu. Die ausgesprochene Kinderbrillen bisher nicht Frauen übernehmen das Färben und füh- gab. Ihre Überlegungen fanden folgende ren die phantasievollsten Stickereien aus. Lösung: Auch fehlsichtige Kinder müssen Die Verchlüsse aus Walroßzähnen schnei- an ihrer Brille Freude haben und sollen den wieder die Männer zurecht. Während nicht das Gefühl besitzen, zum Brillentrader Besetzung der Insel im letzten Welt- gen„verurteilt“ worden zu sein. Sie sollen Mein Mann ist ein krasser Realist, mit Als wir schließlich im I krieg gingen die grönländischen Handarbei- ihre Sehhilfe so gern entgegennehmen wie romantischen Vorschlägen kommt man bei ihm dann allerding ten in die Vereinigten Staaten, und auch eine hübsche Brosche. Man fand einen ihm nicht weit. Unsere Ehe war zudem an eigentlich eine Unv jetzt werden die Seehundfell-Taschen gern Weg zu besonders hübschen Kinderbrillen, einem kritischen Punkt angelangt. Abend anzumelden und dar in New York und Paris gekauft. Auch die bei denen fein ziselierte Miniaturen und für Abend saß ich mit einem schweigenden wegzubleiben!“ Fertigung von Anoraks ist von den grön- sorgfältig erdachte Formen die kindliche Zeitungsblatt zusammen. Nun mußte ich Farbe ländischen Frauen in größerem Umfang Linie betonen. Die gleiche Gründlichkeit Da rief ich cines Tages meinen Mann im du“, begann ich,„es wa aufgenommen worden. Die Männer schnit- verwendete man auch auf die Entwürfe für Geschäft an und verkündete ihm, es habe viel gemütlicher, al zen kleine Knochenamulette, die am Arm- unsere Buben, die sich übrigens der Brille sich Besuch angesagt für den Abend. Dann wären!“ band oder an der Halskette getragen wer- gegenüber weitaus weniger zimperlich ver- packte ich alle Zeitungen weg, holte eine „Ssmuß Sich mal wieder Besuch ansagen“ „Das schon!“ Er gab es immerhin zu! „Aber.“ „Ja, siehst du, darum habe ich ihnen heute mittag auch gleich gesagt, daß wir nicht zu Hause sind!“ Am nächsten Tage brachte er ein paar Kinokarten mit. Wenn ich mich nun einmal in Erinnerung bringen will, brauche ich nur zu seufzen: „Ich glaube, es muß sich mal wieder Besuch ansagen!“ Dann lacht er und legt die Zeitung weg. Lotte Eberhardt den. halten als die Mädchen. „Haben Sie nicht etwas Deutsches? Familien- und Gesellschaftsromane an erster Stelle— Am wenigsten lesen 16- bis 25jährige Flasche Wein und machte ein paar leckere Appetitschnitten fertig. Als er kam, hatte er es eilig, zog sich gleich um und setzte sich dann erwartungsvoll hin. Sein Blick suchte die Zeitung, aber bevor er etwas sagen konnte, hatte ich ihm ein Glas Wein eingeschenkt und trank ihm zu. Die sautte Reuclütion der Französin 3½ Millionen Betriebe von Frauen geleitet— Auch im Beruf stets elegant „Wir finden in ganz Frankreich kein Dutzend Frauen, die Rechtsanwältin wer„Haben Sie nicht etwas Deutsches?“ fragte eine Leserin kürzlich die Bibliothekarin in einer öffentlichen Bücherhalle. Für die Bibliothekarin kam diese Frage nicht mehr überraschend, denn in der letzten Zeit werden immer häufiger deutsche Romane verlangt, während das in den vergangenen Jahren noch verhältnismäßig selten war.„Leider ist die Zahl der guten deutschen Unterhaltungsromane recht geElli Beinhorns„Ich fliege um die Welt“, Margarethe Schmidt-Schütts„Arztin auf Haiti“, Ellen Gattis heiterer Roman, in dem sie über ihre Erlebnisse als Gattin eines Rabtierjägers berichtet„Ich ging nur mit“, und Lido Browns„Verheiratet mit Dinosauriern“ werden ebenso gern zur Hand genommen wie Eleanor Lothrops „Flitterwochen, Scherben, Knochen“, in dem die Autorin ihre Erlebnisse als ArDie kommen ja gar nicht“, meinte er den wollen“, rief ein Abgeordneter höhungeduldig beim zweiten Glase. „Vielleicht ist etwas dazwischen gekommen!“ erwiderte ich hinterhältig und trug die belegten Brote auf. Erst zögerte er und meinte, ob wir nicht noch etwas warten wollten, aber ich beruhigte ihn, daß ich, wenn sie kämen, noch mehr hätte. Nach dem Essen hatte ich noch nisch aus, als 1900 das Gesetz über die Zulassung von Frauen zum Anwaltsstand in Natürlich hat sich die Französin nicht nur als Juristin durchgesetzt, sondern, was wenig bekannt ist, sich heuté so gut wie alle Berufe erobert. So werden beispielsweise von acht Millionen selbständigen Industrieder Kammer beraten wurde. Heute, rund firmen, landwirtschaftlichen und Handels50 Jahre später, sind es nicht weniger als 1200 Frauen, die in Frankreich den Talar tragen, und ihr Ruf als gutę Verteidigerinnen ist so groß, daß mancher„schwere Junge“ sich lieber einer Frau als einem eine ausgezeichnete Zigarre für ihn, und Mann anvertraute. Auch bei Gericht wird uns eine Tasse Kaffee. Lange hatten wir wurde vor einiger Zeit sogar Beisitzerin weiblichen Minister, und zwei Frauen leiPanama erzählt. Neuerdings wird auch wieder häufiger uns nicht so nett und angeregt unterhalten am obersten Kassationshof, die höchste wie an diesem Tage. Ehre, die ein Jurist erringen kann. ring“, meint die Bibliothekarin,„und so chäologenfrau in Chile, Guatemala und als die Flasche Wein leer war, kochte ich sie gern gesehen, ja,„Maitr kommt es, daß man den Leserinnen verhältnismäßig wenig deutsche Romane anbieten kann.“ Die Hamburger öffentlichen Bücherhallen, die etwa 52 000 Leser betreuen, wovon rund 44 Prozent Frauen sind, haben sich die Mühe gemacht, in einem Heft elle jene Romantitel zusammenzufassen, die besonders von weiblichen Lesern immer wieder verlangt werden. Es handelt sich dabei um Romane und Biographien, in deren Mittelpunkt das Leben der Frau steht. Interessant ist, daß unter den 179 Verfassern(Biographien nicht mitgerechunternehmungen, dreieinhalb Millionen— also fast die Hälfte—— von Frauen geleitet. Ebenso hat sich die Französin auf politischem Gebiet bewährt. So waren zwei von. Minister Plevens Hauptm tarbeitern Frauen, die eine war Kabinettchef, die andere Leiterin des Pressebüros. Auch gab es einer nach Bauernromanen gefragt, die eine Zeitlang ganz verpönt waren. Gulbranssens„Und ewig singen die Wälder“ feiert neue Auferstehung. Auch Josefa BehrensTotenohl findet mit ihrem„Femhof“ wieder viele Leserinnen. Zweifellos aber würde sich der neue deutsche Roman viel stärker durchsetzen, wenn er nicht noch immer so stark mit Problemen belastet wäre oder wenn er nicht— wie die Bibliothekarinnen meinen— oft so uninteressant erschiene. Der Wunsch— nicht Ich schlate im Kinderzimmer Ein vergnüglicher Bettentausch— Fröhliche Überraschungen und Erlebnisse teten als Vizepräsidentinnen die Nationalversammlung. Selbst am Quai d’Orsay, der — traditionsgebunden— am längsten zögerte, Frauen zuzulassen, gab es Legationssekretärinnen. Die erste von ihnen wurde dann Madame Bidault. Dabei hat es die französische Frau besonders schwer gehabt. Gewiß war es einfach für sie, als Hausfrau oder Gattin führend geistige Salons zu leiten oder politisch angehauchte Cesellschaften zu geben. Hier konnte und durfte sie das sein, was der Mann ihr vorschrieb: die charmante, aufGuter Rat Spiegeleier werden besonders gut, wenn man sie während des Backens immer wieder mit heißer Butter begießt. Fleisch bleibt saftig, wenn man es zum Kochen in bereits siedendes Wasser und zum Braten in heißes Fett leg Dunkle Flecken auf Messerklingen lassen sich mit einem Brei aus Bimstein und Spiritus entfernen. Verstopfte Düsen an Gasherden dürfen nur mit Holzstäbchen gereinigt werden. Wer mehrere Paar Schuhe besitzt, sollte sie regelmäßig alle abwechselnd tragen, denn auch der Schuh braucht, um wieder„in Form zu kommen“ einen Ruhetag. Schuhe müssen ausdünsten können. Es geschah eigentlich ganz zufällig: Als In den folgenden Wochen wiederholte wir eines Tages spät nach Hause kamen sich von Zeit das lustige Spiel. Mal war und das Schlafzimmer betraten, lag unsere es der vierjährige Peter, der in Mamas Bett „Groß*“ 11 Jahre alt, in Papas Bett. Da sie gekrochen war, mal war es die achtjährige nur der weiblichen Leserschaft— zielt immer zu Streichen aufgelegt ist, sollte das Monika, die sich ins Elternschlafzimmer zusammenschlieende jedenfalls wieder nach deutschen Roma- wohl eine besondere Überraschung werden.„verirrt“ hatte. Dabei gab es dann nicht lockernde oder zuisammenschliebende nen, nachdem jahrelang der Lesehunger Natürlich war sie eingeschlafen, und da ich nur für die Kinder viel Spaß und Abwechs-„maitresse de maison“, so wie er es fur nach ausländischen Büchern vorherrschend sie nicht wecken mochte, verfügte ich mich lung, sondern jeder, der allein bei Mama seinen Beruf oder seine Plane brauchte war. also ins Kinderzimmer und legte mich in oder Papa war, erzählte morgens ganz freiDie Leserinnen der Leihbüchereien Renates Bett. Am Morgen gab es für die mütig seine kleinen Geheimnisse und war setzen sich heute aus Frauen aller Schich- beiden andern eine gewaltige Überraschung glücklich, einmal die Mutter oder den Vater ten und aller Lebensalter zusammen, und selbstverständlich viel Spaß. Sie fan- ganz für sich zu haben schwach vertreten sind lediglich die Jahr- den es prima, ihren Papa bei sich zu haben, gänge der 16- bis 25jährigen. so gewissermaßen als Gast in ihrem Reich. (Der„Geschmack in der Mode Was für eine gute Mahlzeit gilt, gilt auch Besucht man eine Modenschau, ist man weiterstente, so du für die Mode. Was dem einen gefällt, lehnt begeistert von dem phantastischen Bild, wachte, einen Riesenschreck bekam, weil Trotz aller Arbeit legt sie Wert darauf und Aber auch wir Eltern nutzten die Chance. So stellte ich mich manchmal schlafend und erlebte dann die morgendliche Begrüßung der Kinder unter sich. Sie begann meistens damit, daß einer den andern mit einer Feder kitzelte oder ihm heimlich die Decke wegnahm oder die Uhr um eine Stunde weiterstellte, so daß die Große, als sie aufDaß sie mehr sein wollte, akzeptierte er einfach nicht. So war er reichlich erstaunt, als sich plötzlich das Bild veränderte, das er sich gemalt hatte. Und das auch noch hne Frauenrechtlertum und Souffragettengetobe! Sanft und unmerklich ist die französische Frau in den Vordergrund geglitten, cht nur weil sie arbeiten kann, sondern weil sie dabei auch noch Frau im wahren Sinn des Wortes geblieben ist. Selbst in Uniform. Ob sie nun Fliegerin ist oder Stewardeß, ob sie Industrielle ist oder Politikerin— sie ist in erster Linie Frau. der andere ab. Der persönliche Geschmack das sich dem Auge bietet. Schlanke Manne ist entscheidend net), nur 69 deutsche sind, an zweiter Stelle stehen die Amerikaner mit 29. Bemerkenswert ist, daß nicht weniger als 87 der Autoren Frauen sind. Vor allen Dingen sind es immer wieder die Familien- und Gesellschaftsromane, die von den weiblichen Lesern bevorzugt werden. Deeping. Galsworthy und von den Deutschen Charlotte Keyser(mit ihrem Memellandroman„Schritte über die Schwelle“ und„Und immer neue Tage") stehen an der Spitze der Anforderungen, wozu in den privaten Leihbüchereien auch Knittel kommt, der in den„Öffentlichen“ nicht geführt wird. Das am meisten gelesene Buch der letzten Zeit ist allerdings „Moulin Rouge“, die Geschichte des Malers Toulouse-Lautrec von La Mure. Fast ebenso geschätzt wird von den Frauen die „Kalifornische Symphonie“ der Amerikanerin Gwen Bristow, Hier steht wieder ein Frauenleben im Mittelpunkt der Handlung. Von den deutschen Autoren ist Remarqué mit„Arc de Triomphe“ und„Die drei Kameraden“ besonders beliebt, vielsie der Uhr nach schon in der Schule sein quins führen die Modelle vor. Sie„gehen“ mußte. Oder die beiden Kleinen hockten nicht, sie schreiten wie Königinnen und sich vor meinem Bett nieder und warteten, präsentieren dem Beschauer mit graziösen bis ich„aufwachte“, wobei sie dann allmähBewegungen die Schöpfungen der Mode- lich etwas nachhalfen, nicht ahnend, daß künstler. Der persönliche Geschmack des ich längst wach war. Publikums äußert sich durch den mehr oder weniger gespendeten Beifall. Wie ver- Inzwischen ist der Bettentausch fast zu schieden nun der personliche Geschmack einem Brauch geworden. Es gilt nur, auf- punkt der Männeraugen steht, und es ist schieden nin der personliche Geschinass gu de nict allzu oft stattfindet, bewundernswert, wie gut und umsichtig damit er immer seinen Reiz behält. Bisher sie beides schafft— das Arbeiten und das hat es noch nie eine Enttäuschung gegeben, Gutaussehen. aber immer viel Vergnügen. Hilde Stein von Zobeltitz versteht es, sich geschmackvoll anzuziehen. Die Französin gibt ihr Frauentum nicht auf, auch nicht, wenn sie Männerarbeit verrichtet. Dazu hat sie zu viele Generationen hindurch als Hauptanziehungspunkt in Kultur und Schönheit gelebt. Dazu hat man ihr zu oft gesagt, daß sie im BrennM 5913(Gr. 40, 42): Ganztagskleid. Stoffleicht weil der letztgenannte Roman eine verbrauch: 1,75 Meter— 1,30 Meter breit. sentimentale Liebesgeschichte enthält.— M 5914(Gr. 40, 42, 44): Tageskleid. StoffNeben den Romanen werden vor allem verbrauch: 2,80 Meter— 1,30 Meter breit. Reise- und Lebensbeschreibungen gelesen.(Sterly-Schnittmuster). ist, wird immer wieder festgestellt. Einzelne Modelle, besonders interessante gewisse Neuheiten, fallen stets aus dem allgemeinen Rahmen heraus, finden Anklang in der breitesten Masse— und werden Mode. Dabei ist natürlich immer wieder ausschlaggebend, für welchen Zweck, für welche Gelegenheit und für welchen Typ ein Modell gestaltet wurde. Ein jugendlich flottes Tageskleid, wie das Modell M 5913, gibt bei einer schlanken, sportlichen Figur ein ausgesprochen harmonisches und elegantes Aussehen. Für eine vollschlankere, ältere Dame dagegen würde die Wirkung grundlegend anders sein, so daß der persönliche Geschmack es ablehnen würde. Auch das Modell M 5914 ist für Schlanke und Normalgrößen bestimmt, aber es ist für alle Altersklassen geeignet. Beide Modelle sind auf Stoffwirkung abgestimmt und können, dem persönlichen Geschmack und dem Zweck entsprechend, in einfarbig, gemustert und sogar kombiniert mit sehr modschen Dessins gearbeitet werden. WINKE MIT DEM KOCHLÖFFEL Apfelkompott in Scheiben: Zutaten: 1½ Pfund Apfel, ½ Liter Süßmost, etwas Zucker, Zitronenschale, halbe Stange Zimt, Mandelstiftchen. Die Apfel schälen, in nicht zu dünne Scheiben schneiden und vorsichtig mit dem Süßmost kochen(sie dürfen nicht zerfallen). Zitronenschale und Zimt solange mitkochen, bis die Äpfel weich sind. Zum Schluß geschnittene Mandelstiftchen zugeben oder mit diesen das Kompott verzieren. Apfelmeerrettich: Zutaten: 1 kleine Stange Meerrettich, 2 große Apfel(Boskop), Salz, 1 Eßlöffel Zucker, Saft einer halben Zitrone, nach Belieben ½ Glas Apfelwein. Apfel und Meerrettich reiben und mit den anderen Zutaten vermischen. Apfelmeerettich zu Öchsenfleisch oder Fisch reichen. Apfelringe: Zutaten: 6 bis 8 mürbe Apfel, Zimt, Zucker, etwas Eum. ½ Pfund Mehl, Most, ½ Teelöffel Speiseöl, 2 Eiweiß. Apfel vor dem Schälen ausstechen, in Ringe schneiden und mit Zucker und Zimt und Rum marinieren. Mehl mit Most glatt und dick rühren. Öl und steifgeschlagenen Eischnee unterziehen. Abgetropfte Apfelringe in den Teig tauchen und in heißem Öl oder Fett braun und knusprig backen. Mit Zucker bestreuen und heiß servieren. Bunte Welt Freuen am Steuer Memphis.— Zwei weibliche Motorfahrer aus Memphis(USA) kamen bei einem schweren Zusammenstoß ihrer Fahrzeuge mit kurzen Öhnmachten davon. Die beiden Maschinen waren— motorisierte Rasenmäher. Alles kaputt New York.— Die amerikanische Wochenschrift„Cumbert Times“ kam kürzlich mit Verspätung heraus. Auf der Titelseite entschuldigte sich die Redaktion mit der Mitteilung:.Am Freitag ging unsere Linotype kaputt. Am Dienstag war unsere Rotationsmaschine kaputt. Und am Mittwoch waren wir selber kaputt.“ Trumpf des Zufalls Salt Lake Citv.— In der Mormonenstadt Salt Lake City spielte der Zufall eine seiner Trumpfkarten aus. Am Besucherfenster eines Entbindungsheims standen zwei Männer, die sich vorher nie gesehen hatten. Beide hießen Willard Smith. Jeder begutachtete sein neugeborenes Töchterchen. Für beide Kinder war der Vorname Christine gewählt worden. Die beiden Kinder wurden zur gleichen Stunde geboren. Jedes der beiden Ehepaare Smith hat bereits vier Mädels und einen Jungen. Abenteuer in der Küche Philadeinni— Als sich die blinde Frau Sarah Polite mit einer Nachbarin in der Küche unterhielt, polterten drei Revolvermänner in die Wohnung und verlangten Geld. Die Nachbarin flüchtete, die Blinde öffnete ihre Blindenbibel und las laut daraus vor. Verblüfft setzten sich die Drei nieder und hörten eine Stunde lang zu. Dann kam Frau Polites Mann von der Arbeit heim. Er mußte mit allem Geld herausrücken, das in der Wohnung vorhanden war— 350 DM. Das war den Revolvermännern aber zu wenig. Sie verlangten mehr. Darüber kam es zu einem lauten Wortwechsel, den die Nachbarn hörten. Sie riefen die Polizei, die dem Streit ein Ende machte. Ausnahmemensch Konenhagen— Der Däne LaubÖstenfeld gewann kürzlich vom Staat 120 000 DM auf Grund einer staatlichen Prämienobligation, die in seinem Besitz Ist. Der glückliche Gewinner wird das Geld aber nicht in Empfang nehmen, weil das wertvolle Papier in einem seiner 20 000 Bücher als Buchzeichen steckt. Laub-Östenfeld weiß aber nicht, in welchem. Er ist zu bequem, danach zu suchen, und legt mehr Wert auf seine Ruhe als auf das Geld. Goldenes Fahrrad London.— Ein Fahrrad in 18karätiger Goldausführung bestellte der indische Großkaufmann Jamindar Das Nundy als Geburtstagsgeschenk für seinen Sohn. Das Prachtrad wird von einer englischen Firma hergestellt. Müder Strohwitwer Wien.— Als aus einer Wiener Wohnung dichter Qualm drang, rückte die Feuerwehr an und stieg durchs Fenster ein. Auf dem Gasherd verkohlte ein Schnitzel in der Pfanne, daneben saß friedlich der Wohnungsinhaber, dessen Frau verreist war. Der müde Strohwitwer war über dem Kochbuch eingeschlafen.(Reta) Englische Heirat bevorzugt Hollywoon— Die amerikanische Filmschauspielerin Katherine Hepburn verriet den größten Wunschtraum eines weiblichen Hollywoodstars. Er will von einem Amerikaner bewundert, von cinem Italiener umworben und von einem Engländer geheiratet werden. (Reta) Aschenbrödel aus Agypten Kairo.— Archäologen entdeckten, daß das Aschenbrödelmärchen aus Agypten stammt. Nach einer Hieroglypheninschrift soll vor 4000 Jahren ein Vogel der badenden Rhodopis eine Sandale gestohlen haben. Er ließ sie im Garten des Pharao fallen, der, von der Kleinheit des Fußes entzückt, die Besitzerin suchte und heiratete.(Reta) Angst vor Damenwäsche Nottingnam.— Um Männern das Einkaufen von Damenwäsche zu erleichtern, richtete ein Kaufhaus in Nottingham(England) eine Abteilung mit der Aufschrift„Nur für Männer!“ ein. Sie wird jetzt wieder geschlossen, da sich nur zwei Vertreter des starken Geschlechtes hineinwagten.(Reta) Relative Eitelkeit New York. Als Albert Einstein zu einer Hochzeit im vornehmen New Yorker Hotel„Plaza“ eingeladen wurde, erschien er mit gestrickter Seemannsmütze, einem 20 Jahre alten Mantel und einem abgetragenen Konfektionsanzug. Als einzige Konzession an die Gesellschaft trug der berühmte Gelehrte Socken. Für gewöhnlich pflegt er barfuß in den Schuhen zu gehen. (Reta) Süße Amerikaner Washington.— Nach einer Statistik betrug der Konsum an Süßigkeiten in den USA im letzten Jahr pro Person 17 Pfund.(Reta) „Glück!“ New York.— In der„Townbridge Times“ stand kürzlich diese wirkungsvolle Anzeige einer Versicherungsgesellschaft:„Vergessen Sie nicht, eine Lebensversicherung abzuschließen. In diesen Tagen brach Frau Pepperschmidt bei einem Unfall ein Bein, sie bekam von uns sofort 200 Dollar ausgezahlt. Denken Sie daran, daß Ihnen morgen asselbe Glück widerfahren kann.“ DAS BERUHMTESTE GEFÄNGNIS DER WELT Von Allan McWitch (5. Forteetzung) „Ich will aber an die frische Luft, hart arbeiten und abends wie ein Pferd schlafen. Was können Sie für mich tun?“ Ich war überrascht. Es war mir in meiner bisherigen Praxis noch nicht vorgekommen, daß einer der Sträflinge härtere Arbeit forderte. „Tja", meinte ich dann,„es gäbe da noch Waschanstalt, Küche, Druckerei, Gärtnerel Hutcheson sprang auf:„Gärtnerei! Schauen Sie, daß ich dorthin komme! Sie werden es nicht bereuen!“ „Unter uns“, antwortete ich,„sprechen Sie solche Möglichkeiten nie aus. Man könnte Ihnen das als Bestechung auslegen. Aber ich will Ihre Wünsche weiterleiten. Übrigene— Sträfling 1198 wird Sie morgen in die Liga aufnehmen. Haben Sie die Hausordnung nicht gelesen?“ „Dazu ist wohl noch drei Jahre Zeit.“ „Hutcheson, vermeiden Sie jede Art von Disziplinverstößen. Halten Sie sich an die Hausordnung. Nur dann werden Sie Ihr Ziel erreichen.“ Ich will es vorwegnehmen: Er erreichte es. Sogar in zwei Jahren. In der kürzesten Zeit, die mir je untergekommen ist. Aber doch auf ganz andere Art, als ich je gedacht hatte.“ Es war dunkel geworden. McLeans Pfeife hatte längst zu glühen aufgehört. Er stand auf und drehte das Licht an. „Schluß für heute“, meinte er abschließend. Ich war enttäuscht. Jetzt. wo die Geschichte spannend zu werden begann, sagte er „Schluß“. Meine Neugier war noch lange nicht gestillt. „Captain“, begann ich etwas zogernd,„Captain, macht es Ihnen etwas aus, wenn wir uns morgen wieder treffen?“ Er lächelte.„Damit habe ich doch gerechnet. Ihr Journalistenherz gibt ja doch früher keine Ruhe, bis Sie mich wie eine Zitrone ausgequetscht haben. Aber morgen wird es spannend, das verspreche ich Ihnen...“ III. Geschäfte hintet bittern tüchtigen—— Haben Sie eigentlich Ihren Whisky mitgebracht?“ „Natürlich, Captain.“ „Na also. Was reden Sie dann von Opfern? Also los, mein Lieber, fangen wir an!“ Diesmal dauerte es nicht lange, um McLean zum Reden zu bringen. Er saß breitbeinig da, hielt mit beiden Händen sein leeres Glas und begann: „Ich muß Ihnen noch„Blacky-Box', den Vertrauens-Gefangenen und Vorsitzenden des Sträflings-Justizkomitees, vorstellen. Gleichzeitig war er Chef der Selbstverwaltung unseres Zellenblocks. Unter den Häftlingen also ein„großer Mann'. Deswegen war es nur zu verständlich, daß Edgar Hutcheson, der wegen Alhokolschmuggels nach Sing-Sing gebrachte New Yorker Millionär, nur zu bald Bekanntschaft mit Blacky schloß. Der alte Gauner umgarnte den reichen Mann ganz raffiniert und räumte ihm schon vom ersten Tage an eine Vorzugsstellung ein. Einen anderen hätte er wahrscheinlich verprügelt Aber auch unser Direktor, der politisch klug zu handeln glaubte, als er Hutcheson die bevorzugte Stellung in der Bibliothek oder der Buchhaltung anbot, traute seinen Ohren nicht: Es war bisher noch nie vorgekommen, daß ein Gefangener eine leichte Arbeit zurückwies und dafür eine schwerere forderte. Er erklärte Sträfling Nr. 1213 für verrückt, als er erfuhr, daß er in der Gärtnerei arbeiten wolle. Unter seinen Mitgefangenen aber erregte Hutcheson gleichfalls Aufsehen. Sie bemerkten sehr rasch, daß der Besitzer von neun großen New Yorker Hotels alles andere als verwöhnt war. Die Gefangenenhauskost schmeckte ihm ganz gut und er verwandte sein„Taschengeld' dafür, Zubußen aus der Kantine holen zu lassen. Diese guten Dinge aber teilte er äußerst freigebig an seine Mithäftlinge aus. Viel Geld— viele Freunde! Dieses Wort gilt in gewissem Sinn auch für das Gefängnisleben. Es wäre wahrscheinlich auch alles gut gegangen, wenn nicht eines Tages Gwendolyn aufgetaucht wäre. Gwendolyn Hutcheson, die ihren Vater im Gefängnis besuchen wollte. (Fortsetzung folgt) Die Verhinderung des Fluchtversuches ist eine der ersten Aufgaben der Gefängnisverwaltung. In jeder Anstalt befinden sich Elemente, deren ganzes Sinnen und Trachten nur auf einen Ausbruch gerichtet ist. Damit dieser Ausbruch gelingen möge, zögert der Häftling auch nicht, über Leichen zu gehen. Die in Freiheit lebenden Freunde unterstützen mit raffiniertester Schlauheit den Plan des Gefangenen. Deshalb wird jeder begreifen, daß trotz aller Freiheit Sing-Sing über ein genau ausgeklügeltes System der Fluchtverhinderung verfügt. UNSER Es war ein trüber Tag. In dünnen Strichen fiel der Regen nieder und hûllte die Landschaft in einen undurchsichtigen Schleier. Mich fröstelte. Sollte ich mich hinsetzen und mit meinem Fischzug wieder warten, bis Captain McLean käme? Würde er bei diesem Wetter überhaupt auftauchen? Mißmutig rannte ich auf und ab und wollte gerade in meinen alten Ford steigen, als ich die schon vertraute, hohe Gestalt auf mich zukommen sah: der Captain! „Hallo, boy!“ rief er mir zu,„dachten Sie schon, ich hätte Sie aufsitzen lassen?“ „Wäre bei diesem Wetter nicht verwunderlich“, meinte ich,„Soviel Opferbereitschaft habe ich nicht erwartet!“ „Ach was, Opferbereitschaft“, grunzte er. „Wir setzen uns ans Feuer und nehmen einen Auflösung des Samstag-Rätsels Waagerecht: 1. Sekunde, 6. Kasan, 9. Nab, 11. Ritt, 13. Erie, 15. Eno, 16. Inn, 17. Note, 19. Land, 20. Lee, 22. Elise, 23. Kredenz. Senkrecht: 2. Kant, 3. USA. 4. Nabe, 5. Marengo, 7. Stendal, 8. Linon, 10. Minne, 12. tot, 14. Ria, 18. Elle, 19. Lese, 21. Eid. Oskar Straus gestorben Wien.— Der Operettenkomponist Oskar Straus ist am Montag im Alter von 83 Jahren in Bad Ischl gestorben. Mit Oskar Straus hat die Welt der Operette und der Filmmusik innerhalb eines Jahres nach Theo Mackeben. Eduard Künneke, Emmerich Kalman und Fred Raymond ihren fünften Meister verloren. Am 6. März 1870 in Wien geboren, studierte Oskar Straus Komposition u. a. bei Max Bruch und wirkte dann von 1895 bis 1900 als Theaterkapellmeister in Brünn, Teplitz, Mainz und Berlin. Seine ersten Kompositionen galten der ernsten Kammermusik. Erst später wandte er sich der leichteren Musik zu, in der er dann ein halbes Jahrhundert lang eine außerordentlich glückliche Hand bewies. Unter seinen zahlreichen Operetten wurde vor allem„Ein Walzertraum“ bekannt. Dieses Werk erlebte im Juni 1951, durch neue Gesangsnummern, Tanzeinlagen und einen großen Walzer bereichert, in München eine erfolgreiche Wiederaufführung. ordnung zur Beschlagnahme des Buches ist nach Angabe Hieronimis im Dezember von der Kölner Staatsanwaltschaft auf Grund einer Anzeige der Bischöflichen Arbeitsstelle zur Wahrung der Volkseittlichkeit ausgesprochen worden. Hieronimi will gerichtlich gegen die Beschlagnahme vorgehen. Wenn sein Buch pornographischen Charakter habe, sagte Druon, so müßten zwei Drittel der französischen Literatur verboten werden. Sein Buch schildere die moderne Gesellschaft, und genau so wenig, wie er ihr berufliches oder politisches Verhalten verschweigen könne, dürfe er über ihr Liebesleben hinweggehen. Der Anwalt Druons wies darauf hin, daß die sechsköpfige Kommission des französischen Justizministeriums, die alle Neuerscheinungen prüft, noch niemals ein Werk von Druon beanstandet habe. Das Buch„Rendezvous in der Hölle“ ist der dritte Teil der Trilogie„Das Ende der Menschen“, für deren ersten Band„Die großen Familien“ Druon 1948 den Prix Goncourt erhalten hat. Wer ist denn da in dem komischen Glas? 500000500000000000 3005000000030000000000000003000000 KULTURNOTIZEN Ein neuer Roman von Erich Maria Remarue erscheint im Mai im Verlag Kiepenheuer & Witsch in Köln. Das Galland-Buch„Die ersten und die letzten Jagdflieger im zweiten Weltkrieg“ wird nach einer Mitteilung des Darmstädter Franz-Schneekluth-Verlages in diesem Jahr in englischer und französischer Übersetzung erscheinen. Margaret Mitchells„Vom Winde verweht“ erreichte 1953 in der„Lesering“-Ausgabe des Bertelsmann-Verlages in Gütersloh eine völlig vergriffene Auflage von 450 000 Exemplaren. Das Gastspiel des Moskauer Opernballetts in Paris scheint jetzt gesichert zu sein. Es wurde offiziell bestätigt, daß Verhandlungen mit der sowjetischen Botschaft ein recht konkretes Stadium erreicht hätten. Wilhelm Herzog, Schriftsteller, Essayist und Bühnenautor, vollendete in München das 70. Lebensjahr. Das Sinfonicorchester des NWDR unter Leitung von Generalmusikdirektor Dr. Hans Schmidt-Isserstedt spielte in Paris in zwei Konzerten Beethoven, Brahms, Mozart und Hindemith. Für die Gläubigen, deren Länder religiösen Verfolgungen ausgesetzt sind, werden besondere Veranstaltungen im Rahmen des Marianischen Jahres der Katholischen Kirche angekündigt. Jeden Donnerstag sollen von nun an am Madonnen-Altar der Basilika Santa Maria Maggiore Messen für die„Kirchen des Schweigens“ gelesen werden, die jeweils ein Geistlicher aus einem Land hin ter dem Eisernen Vorhang für die Gläubigen seiner Nationalität zelebriert. Fünfzig Zentimeter breit und vierzig Zentimeter hoch sind die Klein-Cembalos, die ein aus Schlesien vertriebener Instrumentenbauer in Celle herstellt. Seine Konstruktion berücksichtigt die jetzige Wohnungsnot. Reinhold Schneiders Schauspiel„Innozenz und Franziskus“ wird am 13. Februar von den Essener Städtischen Bühnen uraufgeführt. Die Inszenierung und Bearbeitung des Stückes besorgt Heinz Dietrich Kenter. Die Lorelei-Festspiele 1954 bringen vom 14. Juli bis 1. September Schillers„Wilhelm Tell.“ 700 000 DM für 75 Forschungsvorhaben aus allen Bereichen der Wissenschaft wurden vom Hauptausschuß der deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt. Eine zunehmende Aufgeschlossenheit der Amerikaner gegenüber künstlerischen Dingen verzeichnete Lewis Galantiere in New York. Auf einem internationalen kunsthistorischen Kongreß wies er u. a. darauf hin, daß 1952 in New York dreimal soviel Museumsbesucher wie Baseballzuschauer gezählt worden seien. Als falsch hätten sich Befürchtungen erwiesen, daß der steigende Absatz von Rundfunk- und Fernsehgeräten das Geschäft der Hersteller von Musikinstrumenten verschlechtern werde. Das abgelaufene Jahr gehöre vielmehr zu den größten Erfolgsjahren der amerikanischen Pianofabriken. Auch der ausübenden Musik und der bildenden Kunst gelte steigendes Interesse. Es gebe jetzt in den USA rund achthundert Liebhaberorchester und zehn Millionen Amateur-Maler. Der Umsatz der amerikanischen Industrie für Malbedarf habe sich in zehn Jahren auf das Dreizehnfache erhöht. Margarete Hohoffs Schauspiel„Die Legende von Babie Doly“ wurde vom BBC London für eine Fernsehsendung angenommen. Das Kriegsstück wurde im Vorjahr in München und bei den Recklinghauser Ruhrfestspielen aufgeführt und kommt am 1. Februar bei den Städtischen Bühnen Mainz heraus. Das Dortmunder Museum am Ostwall zeigt zum ersten Male in der Bundesrepublik achtzig Zeichnungen und Karikaturen des amerikanischen Karikaturisten Saul Steinberg. Die Ausstellung kam von New York Amsterdam, Stockholm nach Dortmund und wird anschließend in Basel gezeigt. Der geborene Rumäne Steinberg ist der Karikaturist des amerikanischen Magazine„The New Yorker“. Die Melodien seines„Chocolate Soldier“ Der tapfere Soldat) kannte in Amerika bald jedes Kind. Die Operette„Die Königin“ enthielt seine erste Jazzmusik, und in Paris, seiner zweiten Heimat, wurde die Operette „Mariette“, die er zusammen mit Sascha Guitry herausbrachte, ein Zugstück. Auch nach dem Kriege blieb Straus der Erfolg treu. Mit seinem Namen verbindet sich für die jüngere Generation vor allem der Walzer aus dem Ophuels-Film„Der Reigen“. 1952 wurde seine Operette„Bozena“ in München uraufgeführt, das vergangene Jahr brachte— gleichfalls in München— die erste Begegnung mit seiner in Deutschland bis dahin noch nicht gespielten Operette„Drei Walzer“. 1948 ist Oskar Straus aus der Emigration nach Österreich zurückgekehrt. Fünf Jahre später stellte er sich— zwei Monate vor seinem Tode— dem Nordwestdeutschen Rundfunk Hamburg für eine blographische Sendung zur Verfügung, deren sich sicher viele Hörer erinnern werden. Druon protestiert gegen Buchbeschlagnahme Paris.— Der französische Goncourt-Preisträger Maurice Druon protestierte bei seinem deutschen Verleger und öffentlich gegen die von der Kölner Staatsanwaltschaft verfügte Beschlagnahme seines Romans „Rendezvous in der Hölle". Das Buch darf, wie der Verleger Druons, H. M. Hieronimi, mitteilte, in der Bundesrepublik nicht verkauft werden, weil Inhalt und Aufmachung„unzüchtig“ sind. Die AnHIER WIRI Theorie und Praxis Er:„Die Liebe zweier Personen wird um so heftiger, je weiter sie von einander entfernt sind!“ Sie:„Ach, dann laß mich doch zum Wintersport fahren!“ Er spricht anders „Weißt du, Willi gefällt mir, er spricht mit mir ganz anders als die anderen Männer.“ „Nanu, hat er dir etwa einen Heirateantrag gemacht?“ Alte Platte So ein richtiger Ski-Don-Juan setzt sich mit Siegermiene an einen Tisch des Speiselokals. Als die hübsche junge Kellnerin herbeieilt, um nach seinen Wünschen zu fragen, sagt er:„Das ist ein Skiwetter heut, was, Kleine?" Freundlich lächelnd erwidert sie:„Ja, mein Herr, und gestern war auch so ein schöner Tag. Es wird auch prächtiges Wintersportwetter bleiben. Und mein Name ist Zenzi, und ich weiß auch, daß ich hübsch bin. Arbeiten tue ich hier auch schon lange. Wo heut abend getanzt wird, ist mir ebenfalls bekannt, aber ich geh nicht hin. Einen Skilehrer habe ich nicht mehr nötig, denn 4 GELACHT mein Bruder ist Skilehrer, und der sieht es nicht gerne, wenn ich mit Gästen fahre. So, nun wissen Sie alles, und was darf ich Ihnen zu essen bringen?“ Indirekt Uhrmacher:„Ihre Uhr ist magnetisch geworden, mein Herr. Haben Sie irgendwie mit Dynamomaschinen oder elektrischen Drähten zu tun?“ „Direkt nicht. Aber meine Braut ist Schaffnerin bei der Straßenbahn. Standhafte Liebe „Wirst du mich auch noch lieben, wenn ich alt und grauhaarig bin?“ „Das möchte ich doch annehmen. Sieh, ich habe dich ja schon durch drei Haarfarben hindurch geliebt!“ Nicht so schlimm Die Ehefrau sitzt schluchzend im Sessel. „Na, ärgere dich nicht so sehr“, sagte tröstend der Ehemann.„Wenn dich auch Frau Meyer einen alten Drachen genannt hat, so stimmt das nicht. Soo alt bist du wirklich noch nicht.“ Neues aus Schottland Ein Londoner Sportsmann bemerkte, daß sein schottischer Führer selbst bei grimmiger Kälte keine Mütze trug. Da schenkte er ihm eine Pelzmütze mit dicken Ohrenklappen Bei seinem nächsten Besuch in Schottland fragte er den alten Herrn, wie ihm die neue Mütze gefalle. „Seit dem Unglücksfall damals habe ich sie gar nicht mehr getragen“, sagte der Alte. „Was war das denn für ein Unglücksfall?“ „Nun, Jack McLeod lud mich zu einem Glas Schnaps ein, und ich habe es wegen der Öhrenklappen nicht gehört!“ Woher? „Was? Du hast schon wieder ein neues K id gekauft? Wo soll ich denn das Geld h hmen?" Vie soll ich das wissen? Schließlich bin ich ja deine Frau und nicht dein Finanzberater.“ Unter Freundinnen Elsie trifft Maria. Sie sprechen von Edith.„Erstaunlich jung hat sie sich gehalten. Sie hat noch immer ihren Jungmädchenteint.“ „Ach ja, ich erinnere mich, sle hatte schon Pickel, als wir zusammen zur Schule gngen? 529360 DM im Toto Die bisher höchste Quote im Nord-SüdFußballtoto wurde mit 529 300 DM für die Spiele des vergangenen Wochenendes erzielt. Nur ein Wetter erreichte in der Elferwette alle richtigen Tips. Die 529 300 DM bedeuten die zweitgrößte Summe im Fußballtoto, nachdem Ende des vergangenen Jahres im West-Süd-Block 636 000 DM ausgezahlt wurden. Über den Gewinner ist bisher noch nichts bekannt. Frankfurt, Pirmasens, Hannover Rundgang durch die 1. Fußball-Ligen— Im Westen geht das Führungsspiel weiter Nord-Süd-Block Elferwette 1. Rang: 1 Gewinner mit 2. Rang: 64 Gewinner je 3. Rang: 1 219 Gewinner je Neunerwette 1. Rang: 3 Gewinner je ?. Rang: 98 Gewinner je West-Süd-Block Zwölferwette 1. Rang: 11 Gewinner je 2. Rang: 328 Gewinner je 3. Rang: 4 481 Gewinner je Zehnerwette 1. Rang: 223 Gewinner je 2. Rang: 4424 Gewinner je 3. Rang: 42 504 Gewinner je 529 308,50 DM 8 270,— DM 434,— DM Düsseldorf. Ob Pirmasens, Frankfurt oder Hannover—, für sie bleibt es bei der bisherigen Führung. Man hat sich nachgerade daran gewöhnt, daß es im Westen das nun schon gewohnte Wechselspiel gibt, diesmal zugunsten des 1. FC Köln vor Schalke und Preußen Münster. Hannover 96 tut den Gegnern keineswegs den Gefallen, in eine Formkrise zu geraten. Zehn und mehr Punkte Vorsprung sind ein guter Rückhalt, vor allem für eine Mannschaft, die in erster Linie kämpferisch eingestellt ist und sich nicht etwa auf den einen oder anderen Star stützt. 36 933,50 DM 1 130,50 DM 62 402.30 DM 2 091,50 DM 152.90 DM 1 620,10 DM 81,50 DM 8,30 DM Im Kanurennsport wird es auch in diesem Jahre keine Gesamtdeutschen Meisterschaften geben, während die Titelkämpfe im Kanuslalom erneut auf gesamtdeutscher Basis stattfinden sollen. Das ist der wichtigste Beschluß, der auf der Besprechung zwischen dem Deutschen Kanu-Verband und der Sektion Kanu im Öst-Berliner Johannishof gefaßt wurde. Die Platzverhältnisse ließen vor allem in West, Nord und Südwest alle Wünsche offen, machten aber auch im Süden den Vereinen sehr zu schaffen. Die Überreschungen setzten aber gerade die Spitzenvereine nicht so matt, daß etwa ein großer Wechsel auf den Tabellenplätzen zu verzeichnen wäre. Eintracht drei Punkte vor Mit dem überaus wertvollen 2:1 in Stuttgart über Kickers hat Südmeister Eintracht Frankfurt seinen Vorsprung auf drei Punkte ausgedehnt, denn der VfB Stuttgart kam in Schweinfurt nicht über ein 1:1 hinaus. Auch Öffenbach liegt nach dem 0:0 in Fürth nun wieder fünf Punkte hinter dem Spitzenreiter und hat damit auch den„Club“ bis auf einen Punkt herankommen lassen müssen, der die gefährliche Partie in Waldhof mit 1:0 ohne Verlust überstand. Zwei weitere der insgesamt vier Unentschieden gab es mit dem 2:2 zwischen Aschaffenburg und Regensburg und dem 5:5(!) zwischen FSV Frankfurt und Karlsruhe. Im übrigen flel den auch im Süden recht ungünstigen Bodenverhältnissen nur das Treffen Augsburg gegen Kassel zum Opfer. Hart umkämpfte„Nordische" Skiwettbewerbe im Sauerland— Oswald Kunis vor Herbert Nettig Willingen. Das zweite Januar-Wochenende brachte im westdeutschen Skisport die nordischen Bezirks-Meisterschaften in Willingen(Upland), Erndtebrück(Rothaargebirge) und Niedersfeld(Sauerland) sowie in Prüm(Eifel) die Titelkämpfe des Ski-Verbandes Rheinland/Pfalz. Bei den Bezirks-Meisterschaften kamen ausnahmslos die Sieger der Langläufe auch zum Erfolg in der Kombination. Bei dichtem Schneetreiben setzte sich in Niedersfeld auf der Rimberg-Schanze der Neuastenberger Öswald Kunis mit Weiten von 29,5 und 30 m im KompinationsSprunglauf durch. Exmeister Herbert Nettig (Neuastenberg) verbesserte sich durch gute Haltungsnoten in der Kombinationswertung auf den zweiten Rang. Über acht Punkte Vorsprung wies der Sieger im Spezial-Sprunglauf, Günther Deimel(Winterberg) gegenüber seinem stärksten Rivalen, dem Arnsberger Roscher, auf. Überragender Teilnehmer an den Rothaargebirgs-Titelkämpfen in Erndtebrück war der Klafelder Globisch, der nach seinem Erfolg im 12-km-Langlauf(1:07:53 Std.) auch den Kombinations-Titel gewann. Mit Herbert Kramer(Willingen) setzte sich in Willingen ein Altersklassenläufer durch. Die relativ beste Leistung jedoch gab es im Spezial-Sprunglauf durch Karl Urff, der auf der Orenbergschanze seine beiden Sprünge mit 34 und 32 m(Note 202,0) bei guter Haltung sicher durchstand Bezirk Sauerland: Kombination: 1. Kunis Note 437,7, 2. Nettig(beide Neuastenberg) 404,7, 3. Roscher(Arnsberg) 351,1; Spezial-Sprunglauf: 1. Günther Deimel(Winterberg) Note 210,6, 34,5 und 34 m, 2. Roscher 202,9/34 und 31,5, 3. Kunis 197,7/29,5 und 30. Bezirk Rothaargebirge: Langlauf (12 km): 1. Globisch(Klafeld) 1:07:53 Std., 2. Bernhardt(Lützel) 1:09:54, Frauen(4 km): 1. Else Schmidt(Lützel) 16:22 Minuten; Kombination: 1. Globisch 423,0. 2. Haßler(Rückershausen) 412,2; Spezial-Sprunglauf: 1. Kurt Martin Note 224,5/25 und 24. Bezirk Upland: Kombination: 1. Kramer(Willingen) Note 435,3 2. Schäfer(Usseln) 429,8, 3. Kemper(Willingen) 413,8; SpezialSprunglauf: 1. Urff(Willingen) Note 202,0, 34 und 32, 2. Schäfer(Usseln) 187,0/32 u. 33 Neuschnee störte Bobrennen Winterberg. Die ersten diesjährigen Bobrennen auf der Bahn am Kahlen Asten bei Winterberg, die in diesem Jahre Austragungsort der Junioren-Meisterschaften des Deutschen Bob- und Schlittensport-Verbandes sein wird, litten unter dem Neuschnee, sewe so daß nach dem Start der Zweierbobs die Frankfurt) 11 Tore. Rennen der Vierer abgesetzt werden mußten. Von den sieben Schlitten fuhr„Sauerland II“ mit Quick/Engemann(Winterberg) mit 2:23,0 Minuten für zwei Läufe die beste. Zeit vor Sauerland I mit Köster/Braun(Schmallenberg), für die 2:24,6 Min. gestoppt wurden. Obwohl Eintracht Frankfurt in Degerloch vor 7000 Zuschauern von den elanvoll spielenden Kickers zunächst in die Verteidigung gedrängt wurde, gab es ein verdientes 2:1(1:0), da die Elf systemvoller spielte und sehr geschickt aus der Defensive heraus operierte. Pech hatten die Stuttgarter mit der erneuten Verletzung von Mittelstürmer Dreher. der gegen Schluß der ersten Hälfte für zehn Minuten ausschied und später auf Rechtsaußen nur noch eine halbe Kraft war. Am besten gefielen die Seitenläufer Remlein und Heilig, von denen Heilig in der 29. Minute mit einem 15-m-Flachschuß das 1:0 erzielte. Mittelstürmer Kreß erhöhte in der 68. Minute nach schönem Alleingang auf 2:0 und erst fünf Minuten vor Schluß schoß Ritter das Gegentor. Eintrachts starke Abwehr hatte in Stopper Wloka den besten Mann. Trotz 5:0 mit Schwächen Den zahlenmäßig klarsten Sieg in der I. Liga Südwest errang zwar der FK Pirmasens, doch konnte der Tabellenführer trotz des klaren 5:0 in Speyer nicht überzeugen. Mit einem Punkt Rückstand liegt der 1. FC Kaiserslautern nach dem schwer erkämpften 2:1 im Lokalderby gegen den VfR weiterhin auf dem zweiten Platz. Zwei Eigentore im Ludwigspark ergaben beim Saarbrücker Lokaltreffen zwischen Saar 05 und dem 1. FC ein 1:1. Das dritte lokale Kräftemessen brachte in Ludwigshafen Phönix einen überraschenden 2:1-Erfolg über Tura. Auf den durchweg schneebedeckten Spielfeldern, die teilweise auch vereist waren, Die erfolgreichen Torjäger Martin weiter vor Otmar Walter Düsseldorf. Die Spiele des 10. Januar brachten keine Veränderungen in der Liste der erfolgreichsten deutschen Torjäger. Herbert Martin, der Halbrechte des 1, FC Saarbrükken, liegt weiterhin mit 25 Toren vor National-Mittelstürmer Otmar Walter(1. FC Kaiserslautern) mit 19 und dem Ludwigshafener Albert mit 18 Treffern. Nord: Tkotz(Hannover 96) 16, Mokroß (Bremerhaven 93) und Wewetzer(Hannover 96) je 14, Apel, Eccarius(beide Arminia Hannover), Reiß(Altona 93) und Schlegel(Hamburger SV) je 13 Tore. West: Schäfer(1. FC Köln) 16, Dörner (1. FC Köln), J. Schmidt(Alemannia Aachen), Niepieklo(Bor. Dortmund), Reh(Bor. M.Gladbach) je 12, Gottschalk, Rahn(beide Rotweiß Essen) und Kelbassa(STV Horst) je 11 Treffer. Süd: Dreher(Stuttgarter Kickers) und Schade(1. FC. Nürnberg) je 15, Preisendörfer (Öffenbacher Kickers) 14, Hubeny(Jahn Regensburg) 13, Dziwoki 12, Kreß(beide Eintr. fanden die Spieler ungünstige Verhältnisse vor. Darin dürfte auch zum Teil eine Begründung für die insgesamt fünf Eigentore in den acht Spielen liegen. „96“ imponierte in Bremerhaven In Norddeutschland waren die Fußballplätze durch Regenwetter und darauffolgenden Frost nur zum Teil bespielbar. Hamburgs Spiele wurden alle abgesagt, aber in Lübeck, Bremen, Hannover und Bremerhaven zeigten sich die Schiedsrichter großzügiger. Ohne Schwierigkeiten konnte allein in Ösnabrück gespielt werden, wo der HSV die erste Niederlage im siebenten Oberligaspiel beim VfL Osnabrück erlitt. Hannover 96 geht unangefochten den Weg des überlegenen Tabellenführers der Oberliga Nord. Selbst Bremerhaven 93, das man allgemein als Favoritenschreck angesehen hatte, wurde nach einem 0:1-Rückstand noch sicher 3:1 bezwungen. Die Mannschaft kann schon heute als Meister angesprochen werden. Selbst wenn„96“ die Hälfte aller ausstehenden Spiele verlieren würde(was aber niemand glaubt), hätte der Deutsche Meister von 1938 die Meisterschaft sicher. Eintracht Braunschweig liegt nach dem 1:1 in Lübeck elf Punkte zurück. Daß der HSV zum ersten Male in Ösnabrück verlor, ist keine Überraschung mehr. „Verband der Funktionäre“ Berlin. Bel der Mitgliederversammlung des Berliner Verbandes der Faustkämpfer überraschte die Mitteilung des ersten Vorsitzenden Karl Damek, daß der Boxveranstalter Walter Englert und die von ihm betreuten Boxer Heinz Sänger, Jimmy Lygget, Helmut Höhmann und Toni Gruber aus dem VdF ausgetreten sind und sich dem Verband südwestdeutscher Faustkämpfer in Wiesbaden angeschlossen haben. Maßgebende Männer des VdF führen diesen Schritt auf das zahlenmäßige Mißverhältnis im VdF zurück. in dem die Zahl der Funktionäre viel größer ist als die der aktiven Boxer. Durch diese unnatürliche Diskrepanz, die schon in Mitgliederverammlungen zu der ironischen Bezeichnung„Verband der Funktionäre“ für den VdF geführt hat, werden nach Auffassung einsichtsvoller VdF-Mitglieder die Interessen der aktiven Boxer ungünstig beeinflußt. Der finnische Olympiasieger im 50-km-Skidauerlauf, Veikko Hakulinen, erreichte beim internationalen 30-km-Langlauf in Swerdlowsk(Ural) mit 1:42:05 Stunden nur den dritten Rang. Der Russe Kusin überraschte mit einem Sieg in 1:40:09 Stunden vor dem Finnen Salo(1:40:38). In wenigen Zeilen Dem Rheinhessischen Handball-Verband ist es möglich, seine Hallenmeisterschaft am 16. Januar in der amerikanischen Sporthalle in Worms auszutragen. Ein australischer Maybach-Wagen mit einem aus einem deutschen Spähwagen in Nordafrika erbeuteten deutschen Motor gewann mit dem Fahrer Stan Jones den GroBen Automobilpreis von Auckland(Neuseeland) über 338 km mit einem Schnitt von 116,67 km/st. Ohne den Olympiazweiten USA werden die Eishockey-Weltmeisterschaften 1954 in Stockholm ausgetragen. Die USA teilten auf eine letzte schwedische Anfrage mit, daß sie aus finanziellen Gründen in diesem Jahr keine Mannschaft entsenden könnten. Pankonin Torwart Nr. 1 Deutschlands Handballaufgebot in der Weltmeisterschaft Hannover. Nach einem 48stündigen Lehrgang, der im Rahmen des hannoverschen Sportpressefestes auch ein Probespiel(13°5 für die A-Mannschaft) brachte, nominierte DHB-Lehrwart Fritz Fromm(Hannover) folgendes 13köpfiges Spieleraufgebot für die Hallen-Weltmeisterschaft vom 13. bis 17. Januar in Schweden: Süawest: Martin(1. FC Saarbrücken) 25, Otmar Walter(1. FC Kaiserslautern) 19, Albert(Tura Ludwigshafen) 18. Emser(Bor. Neunkirchen) 16, Wanger(1. FC Kaiserslautern) 14, Lenk(FK Pirmasens) und Lebefromm(Saar 05 Saarbrücken) je 13 Treffer. Tor: Pankonin(Reinickendorfer Füchse), Kamm(Polizei Berlin). Deckung: Vick(Polizei Hamburg), Dahlinger(TV Hassee-Winterbek), Maychrzak(Polizei Hamburg), Bernhardt(Bayern München). Sturm: Schütze(Berliner SV 92), Hebel (Polizei Hamburg), Käsler(Berliner SV 92), Podolske(TV Hassee-Winterbek). Kempa(FA Göppingen), Giele(Viktoria Hamburg), Schwenker(ATS Habenhausen). Zur offiziellen deutschen Expedition zählen weiterhin der stellvertretende DHB-Vorsitzende Willi Dräger(Berlin), Lehrwart Fritz Fromm(Hannover) und Spielwart Ernst Feick (Gießen). Das deutsche Aufgebot, das in der Vorrunde auf Frankreich(13. Januar in Kristianstad) und die Schweiz(15. Januar in Lund) trifft und allgemein als Endspielgegner für den großen Favoriten Schweden getippt wird, verläßt Hannover am Montagmorgen mit dem Italien-Skandinavien-Expreß. Nach der Übernachtung in Kopenhagen wird am Dienstagmittag die Reise nach Schweden fortgesetzt. DHB-Lehrwart Fritz Fromm wird am 13. Januar gegen Frankreich, den wohl schwächsten Teilnehmer, die Betreuung der deutschen Mannschaft Spielwart Fritz Feick überlassen, da er am gleichen Tage in der Gôteborger Messehalle dem Vorrundenspiel zwischen Schweden und Dänemark als Beobachter beiwohnt. Als erste Besetzung gelten Pankonin: Vick, Dahlinger; Maychrzak; Schütze, Hebel, Käsler. Für den zweiten Sturm sollte im Endspiel vor allem auch der als Deckungsspieler genannte Bernhardt in Frage kommen. Die Fragen nach dem zweiten Torwart und dem siebten Stürmer waren am längsten offen. Der nervenstarke Berliner Polizist Kamm, der schließlich als einziger Länderspiel-Neuling berufen vurde, erhielt den Vorzug vor dem Hamburger Behrens, weil er körperlich widerstandsfähiger, jünger und in der Beinabwehr stärker ist. Schwenkers Rivale im Sturm war der Mannheimer Stahler. Der kraftvolle Schwenker, der Typ des Instinktspielers, wurde aufgeboten, da er die größere Hallenerfahrung(u. a. auch zwei Länderspiele) hat. Nach seinem schönen Sieg von Frankfurt wurde der ehemalige deutsche Jugendmeister Klaus Retienne(Eintracht Frankfurt) durch den Sekretär der IAAF-Europakommission im Namen des Französischen LeichtathletikVerbandes zum Pariser Hallenmeeting am kommenden Samstag eingeladen. Der junge Student wird mit Heinz Fütterer und Stefan Lüpfert nach Paris reisen. WIRVSCHAFT UND ARBEIT Familienhilfe der deutschen Wirtschaft Vor Wiederaufnahme der Beratungen— Noch manche Frage zu klären Bonn.— Der Bundesarbeitsminister hat die Besprechungen über die Schaffung eines Gesetzes zur Errichtung von Familienausgleichskassen mit den zuständigen Organisationen nach den Feiertagen wieder aufgenommen. Noch in dieser Woche dürfte sich auch der zuständige Unterausschuß des Arbeitskreises für sozialpolitische Fragen der Bundestagsfraktion der CDU/CSU unter Leitung des Abgeordneten Winkelheide mit dem Familienausgleichskassen-Gesetz befassen. Schlachtviehgroßmärkte in Nordrhein-Westfalen Rinder Ub. Auftr Ort Die politisch-soziale Korrespondenz des CDU-Bundestagsabgeordneten Massoth veröffentlicht über dieses Thema in ihrer letzten Nummer einen Aufsatz der Wiesbadener Bundestagsabgeordneten Elisabeth Pitz. in dem davon gesprochen wird, daß die vorgesehene Leistung der Familienausgleichskassen von monatlich 20 DM vom dritten Kinde an Mindestvoraussetzung sein solle. Begründet wird diese Auffassung damit, daß bereits eingerichtete Familienausgleichskassen der gewerblichen Wirtschaft zum Teil über die vorgesehene Leistung von 20 DM hinausgingen und daß die Initiative der Wirtschaft deshalb gesetzlich nicht beeinträchtigt werden dürfe. Doch scheinen zuständige Bonner Stellen diese Auffassung nicht zu teilen. Was einzelne Unternehmen über die gesetzlich festzulegende Leistung von 20 DM monatlich hinaus von sich aus noch täten, so wird erklärt, sei deren Angelegenheit. Da die Familienhilfe für den Empfänger steuerfrei sein soll und die abzuführenden Beträge der Betriebe steuerlich abzugsfähig würden, werde der Bundesfinanzminister einer Steuerbefreiung über die Leistung von 20 DM hinaus nicht zustimmen können. Betriebsgebunden oder nicht? Die Unterstützung kinderreicher Familien durch den im Frühjahr zu erwartenden Gesetzentwurf dürfte gemäß den Richtlinien der Einkommensteuerermäßigung gewährt werden, das heißt äußerstenfalls bis zum 25. Lebensjahr des dritten und der folgenden Kinder. Die Frage, ob der Ausgleich betriebsgebunden bleiben müsse, weil die Lohnzahlung betriebsgebunden sei, wird in Bonn nicht einheitlich beantwortet. Der Bundesarbeitsminister hat sich gegen den Aufbau einer neuen Bürokratie im Rahmen der Familienhilfe der deutschen Wirtschaft gewandt. Nach Schätzungen der Abgeordneten Pitz würde eine zentrale Auszahlungsstelle einen Apparat bedingen, dessen Verwaltungskosten bei einem Gesamtaufkommen für den Familienausgleich von 430 bis 450 Millionen DM etwa 8 Millionen DM ausmachen würden. Bundesarbeitsminister Storch hat demgegenüber als Vorbild das amerikanische System vor Augen, wonach jeder Empfangsberechtigte ein Sparkonto einrichten bzw. unterhalten soll, auf das die Beträge der Famillenhilfe überwiesen werden. Ein betriebsgebundener Ausgleich könnte außerdem psychologisch die Schwierigkeit mit sich brinjen, daß die Einstellung Kinderreicher einAachen— Duisburg— Düsseld. 11 Essen— Köln 21 M.Gladb.— Wuppert.— Bochum— Dortm.— Gelsenk.— Hagen— Recklgh.— 218 409 398 642 1010 243 499 243 544 150 145 115 Ochsen Bullen Kühe Färsen a-Preise — 94—105 80—92 92—100 — 97—105 84—94 90—101 90—105 96—104 85—95 94—106 87—98 93—102 82—92 90—100 90—100 94—102 80—90 92—101 87—98 95—100 75—94 89—101 38—103 85—102 74—90 90—103 97—102 100—110 90—98 100—106 94—103 97—107 83—95 95—105 — 95—105 80—291 90—100 97—107 95—106 85—95 90—104 — 94—100 82—96 90—102 Währungsausgleich für Vertriebene Durch eine Verordnung soll Entschädigung der Sparer geregelt werden zelnen Betrieben unerwünscht erscheinen würde. Das Ziel ist, einen möglichst großen Teil von Berechtigten zu erfassen, und zwar von unselbständigen und selbständigen. Als geeignete Basis dafür wird die Ebene der Berufsgenossenschaften angesehen, die beide Gruppen umschließt. Eine Erhebungsmöglichkeit— die Betriebe sollen etwa 1 Prozent der Lohnsumme für die Familienhilfe über die Berufsgenossenschaften abführen— biete sich, so erklärt auch die Abgeordnete Pitz, über die Einziehung der Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Dennoch wird die Lösung des Familienausgleichskassenproblems über die Berufsgenossenschaft nicht als ideal bezeichnet, weil dabei insbesondere technische Schwierigkeiten bei den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften entstehen könnten, die dieser Verwaltungsarbeit nicht ohne weiteres gewachsen sein dürften. Und die Arbeitslosen? Diese Probleme sollen in den nächsten Wochen in den Besprechungen des Bundesarbeitsministers mit den zuständigen Organisationen weiter geklärt werden. Dabei soll auch die Einbeziehung der Arbeitslosen erörtert werden, die deshalb schwierig erscheint, weil hier das Aufkommen nicht über die Lohnsumme erhoben werden kann, sondern über die Versicherungsbeiträge geregelt werden müßte. Die praktische Durchführung ergibt jedoch schon jetzt, daß nach Auffassung der Abgeordneten Pitz nur etwa 80 Prozent Berechtigter in den Familienausgleichskassen erfaßt werden konnen. Ausfuhr nach USA weiter gestiegen Dollar-Defizit der Bundesrepublik auf 158,3 Millionen verringert Kö1n.— Die Ausfuhren der Bundesrepublik nach den Vereinigten Staaten sind in den ersten elf Monaten 1953 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 62,3 Millionen Dollar auf 259 Millionen Dollar gestiegen. Die Einfuhren aus den Vereinigten Staaten gingen in dieser Zeit um 157 Millionen Dollar zurück. Wie die Gesellschaft zur Förderung des deutsch-amerikanischen Handels hierzu mitteilt, hat es den eAnschein, daß die Zeit der Schrumpfung der deutschen Einfuhren aus den Dollarländern vorüber ist. Das Dollardefizit der Bundesrepublik gegenüber den USA verringerte sich demnach in der Berichtszeit um 219,3 Millionen Dollar auf 158,3 Millionen Dollar. Heringsfänge auf Rekordhöhe Bonn.— In der Saison 1953 wurden von der deutschen Hochseefischereiflotte rund 230 000 Tonnen Heringe angelandet. Das sind rund 25 Prozent mehr als in der Saison des vorhergehenden Jahres. Auch der Fangrekord von 1951 wurde noch um rund 5000 übertroffen. Bonn.— Nach der fünften Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über einen Währungsausgleich für Sparguthaben Vertriebener besteht ein Entschädigungsanspruch auch dann, wenn das über die Spareinlage ausgestellte Sparbuch als Inhaberpapier nur mit einem Decknamen, einer Nummer oder einem Kennwort gekennzeichnet ist. Voraussetzung ist jedodi, daß das Konto auf den Namen des vertriebenen Sparers oder seines Erblassers gelautet hat bzw. nach den maßgebenden gesetzlichen Vorschriften hätte lauten müssen. Nach der Verordnung, die dem Bundestag zur Beschlußfassung zugeleitet worden ist, muß der Antragsteller bei Vorlage eines Sparbuchs den urkundlichen Nachweis führen, daß er oder sein Erblasser im Zeitpunkt der Vertreibung Gläubiger der Spareinlage war. Nach der sechsten Verordnung über Ausgleichsleistungen im Rahmen des Lastenausgleichs ist für den Reichsmark-Nennbetrag einer Spareinlage der Stichtag der Währungsreform mußgebend. Minderungen auf Grund der Anechnung von Kopfbeträgen oder Geschäftsbetragen sowie Gutschriften auf Grund von Bareinzahlungen nach dem Zeitpunkt der Einführung der Deutschen Mark bleiben bei der Berechnung außer Betracht. Auch bei Ansprüchen aus Lebensversicherungsbeträgen muß von dem Reichsmark-Nennbetrag der Versicherungssumme am Stichtag der Währungsreform ausgegangen werden. Neufassung der Devisenbewirtschaftung Frankturt.— Die Bank deutscher Länder hat im Bundesanzeiger eine Neufassung der allgemeinen Genehmigung Nr. 8/51 zu den Devisenbewirtschaftungsgesetzen veröffentlicht, die am 15. Januar 1954 in Kraft tritt. Neben formalen Änderungen der bisherigen Bestimmungen über die Abtretung von Forderungen auf Bezahlung sichtbarer und unsichtbarer Ausfuhren an Geldinstitute im Bundesgebiet enthält die neue allgemeine Genehmigung für alle Geldinstitute eine Ermächtigung, im Ausland zahlbare Wechsel, Schecks und Reiseschecks von Deviseninländern entgegenzunehmen und zu girieren, sofern die Geldinstitute diese Papiere zur Einziehung oder zum Ankauf an eine Außenhandelsbank weitergeben. Underberg 50 Jahre alt Rheinberg(Rhld.). Am 12. Januar vollendet der Mitinhaber der Firma Underberg. Herr Emil Underberg, sein 50. Lebensjahr. Das über hundert Jahre alte Haus Underberg besitzt in der Persönlichkeit des Jubilars einen Wirtschaftsführer von unternehmerischem Geist, dem es gelang, nach Kriegsende der Firma zur alten Weltgeltung zu verhelfen. Die Anteilnahme des Jubilars am öffentlichen Leben wird ihren Ausdruck finden in zahlreichen Ehrungen, die Staat, Wirtschaft und Kultur ihm an diesem Tage zuteil werden lassen. Die alte 700jährige Heimatstadt am Niederrhein verlieh ihm das Ehrenbürgerrecht und setzte damit die Tradition fort, die auch seinen verstorbenen Vater auszeichnete. Zuschüsse für Rübenbauern Bonn.— Die Rübenbauern in Nordrhein sollen nach einem Ersuchen der Bundesregierung an den Bundesrat aus der„Frachtausgleichskasse Zuckerrüben“ 3,5 Millionen Mark zum Ausgleich von Mindererlösen erhalten. Durch die Vergilbungskrankheit im Wirtschaftsjahr 1952/53 sank der Zuckergehalt der Rüben. Die rheinischen Rübenbauern erzielten dadurch einen niedrigeren Preis als die Bauern im übrigen Bundesgebiet und erlitten einen Gesamtverlust von 14,3 Millionen Mark. Die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen plant, einen Betrag zur Verfügung zu stellen. Rheinisch-Westtälische Börse Düsseldorf, 11. Januar Tendenz: Die heutige Börse war auf allen Marktgebieten sehr fest. Besonders Harpen und Farben-Nachfolger sowie Siemens und Rheinstahl wurden gesucht. Der Schluß der Börse war weiter zuversichtlich. Industrie-Aktien Klöckner 280½ bz Accu-Hagen 164 Br Krefft 47 bz Br AEG 121bzG Mannosmann 91½ bz Allg. Hoch-& Ing. 100 GMülheimer Berg 81 bzG Balcke Maschinen 116 GPongs& Zahn 126 G Bergb. Ew. Ludw. 93 GRh. Westf, Kalk 130 G BMW 77bzBr Rh. Braunk. 150½ bz G Bemberg 70 bzG Rheinstahl 163 bz Beton-& Monier 108¼ GRWE 134 bzG Boswau& Knauer 78 G Rheinmetall 19 G Buderus 112 bzG Rheinpreußen 109 bz Burbach 120 bz G Salzdetfurth 131½ bz Busch Jaeger— Schering 145 bz Conti-Gummi 161 bz G Schieß 121 bz Consolidation 89 bz Schwabenbräu 109 bz Stiemens Stämme 144 bz Siemens Vorz. 138½ bz Stamag 108 bz G rep. Ver. Dt. Nickel Taxe 122 Ver. Rumpus 70 Br Ver. Stahlwerke 210 bz Dortm, Akt. Br 129 G Wasser Gelsenk. 130 bz G Dortm. Ritter Br. 175 bzWestd. Kaufhof 142 bz G Dortm. Union 70½ bz G Westf. Dinnendahl 152 bz Dynamit Nobel 131 bz Wintershall 137 bz I.G.Farben 131 bz Zellwald 96 bz I.G.Farb.NGS 140¼-144½ Bankaktien Feldmühle 148½ G Commerzbank 77 bzG Felten 105½ bz Deutsche Bank 93 bzG Ford 95bzG Dresdner Bank 93 bzG Goldschmidt 56 G Freiverkehr Harpener 90¼ bz Bergbau Lothring. 97 Bi Hindrichs Auff. 48½ G Chem-Fas. Inh. 561/-60½ Hochtief 100 bz Eisenhütten Köln 94—99 Hoesch 221¼ bz Gutehoffnungsh, 250—257 Kabel Rheydt 147 bz Phrix-Inh. 311/—34½ Kall-Chemle 142½ bz G Rhein. Kunstseide 53—57 Karstadt— Schulth. Stämme 22 G Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main), 11. Januar.(VWD) Die Wechselstuben kaufen 422,50 DM-Ost für 100 DMWest und verkaufen 100 DM-Ost für 25,13 DMWest. Dahlbusch St. 65 bz Daimler 130 bz G Demag 143 bz Dt. Conti Gas 149 bz Dt. Erdól 116¼ bz Didier 131 G Rudi Tischbiereck In Frankreich krlegsgefangen... Elspe. Aus französischer Kriegsgefangenschaft und jahrelanger Internierung in Spanien kehrte in diesen Tagen Rudi Tischbiereck in sein Elternhis zurück. Als er 1943 zur Wehrmacht einberufen wurde, war er kaum 17 Jahre alt. Er ist froh darüber, daß er wieder daheim ist Still, wie er gegangen war, so ist er zurückgekehrt. Ihm wurde kein festlicher Empfang zuteil. Auf die Frage, warum er aus der franzosischen Gefangenschaft nach Spanien geflohen sel, gab er zu verstehen, daß daran die leidigen Verhältnisse in dem südfranzösischen Kriegsgefangenenlager, in dem er drei traurige Jahre zu verleben gezwungen war, den Anlaß dazu gegeben hätten. „Tag und Nacht war ich darauf bedacht“. so sagte er,„bei günstigster Gelegenheit auszukneifen. Ich weihte drei Kameraden in meinen Plan ein. Und dann nahren wir eines Tages die Gelegenheit wahr. Meine Kameraden wurden allerdings erwischt; mir aber gelang es, als blinder Passagier auf dem kanadischen Frachtdampfer„Montreal“ die spanische Küste zu erreichen. Man schnappte mich in der Hafenstadt Tarragona und übergab mich der spanischen Polizei. Wegen unbefugten Grenzübertritts sperrte man mich mehrere Monate ein. Als ich meine Strafe verbüßt hatte, internierte man mich, weil ich ehemaliger deutscher Soldat war. Ich kam in ein Internierungslager, aus dem man mich später entließ, weil zwei angesehene Bürger sich dafür eingesetzt hatten, daß ich wegen meiner guten Führung während der Haft- und Internierungszeit frei kam. Dieses geschah allerdings nur unter der Voraussetzung, daß ich im Lande blieb und eine bescheidene Tätigkeit aufnahm, um meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können. Selbstverständlich mußte ich mich regelmäßig bei den zuständigen spanischen Bchörden melden.“ Aus seinen weiteren Ausführungen erfuhren wir, daß Rudi Tischbiereck in all den Jahren darauf bedacht war, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Aber so einfach war das leider nicht. Denn wäre er durch Frankreich getrampt, um in die Grevenbrück. 70 Jahre wurden gestern die Witwe Theresia Müller geb. Richard und unser Mitbürger Wilhelm Molitor. Herzlichen Glückwunsch! Grevenbrück. 79 Jahr alt wird am Mittwoch die Witwe Maria Mathilde Schröder geb. Tröster. Wir gratulieren! Elspe. Eine Zusammenkunft der DRKBereitschaft findet am Mittwoch um 20 Uhr im Jugendheim statt. Teilnahme ist Pflicht. kehrte jetzt zurúck in Spanlen Interniert und verheirstet Bundesrepublik zu gelangen, hätte man ihn auf französischem Boden festgenommen und wegen seiner Flucht im Jahre 1947 vor ein französisches Gericht gestellt. Und Geld für eine kostspielige Reise per Schiff besaß er nicht. Es war sehr schwer für ihn, als einzelner wieder nach Deutschland zurückzukehren. So mußte er halt in Spanien bleiben, bis es so weit war Jahre vergingen daruber. Eines Tages fand eine junge Spanierin Gefallen an dem Sauerländer aus Elspe. Diese spanischdeutsche Freundschaft führte dann dio beiden zum Traualtar. Aber dann war es gegen Ende des vergangenen Jahres endlich soweit, daß ihm die inzwischen neueingerichtete deutsche Botschaft in Madrid einen Reisepaß aushändigte, damit er in die Heimat zurückkehren konnte.„Daß es solange gedauert hat“, meinte er,„ist nicht meine Schuld!“ So kam er denn nicht allein in seinen Heimatort zurück, sondern brachte seine spanische Frau und das inzwischen geborene Söhnchen mit. Toé hieit reicte Ernt Heggen. Der Tod hielt in diesen Tagen in unserm Orte reiche Ernte. Nachdem am 6. Januar im Alter von 64 Jahren der Postassistent Johann Schrage starb. folgten ihr am Freitag, dem 8, Januar, der Essenbahner i. R. Robert Kümhof, Daspelstraße, am Samstag, dem 9. Januar, die Krankenhausangestellte Maria Schmidt im Alter von fast 60 Jahren, am Sonntag der Landwirt Franz Habbel, Schützenstr.. im Alter von 85 Jahren. R. 1. p. Heggen. Die Kolpingsfamilie hat am Donnerstag um 20 Uhr im Vereinslokal Jos. Wilmes Versammlung. Finnentrop. Der Männergesangverein hält am Samstag, dem 16. Januar, abends um 8 Uhr im Hotel„Neubrücker Hor“ seine Generalversammlung ab Vortrag verschoben Drolshagen. Der für heute abend angesetzte Vortrag des Bildungswerkes der Kolpingsfamilie muß wegen einer plötzlichen Erkrankung des Redners verschoben werden. Der neue Termin des Vortrags wird rechtzeitig bekanntgegeben. Blick in die Nachbarschaft „Unentwegte“ wollen weitertippen Plettenberg. Zwei junge Plettenberger Auswanderer, die in Kanada am Ontariosee eine neue Heimat gefunden haben. schrieben dieser Tage an eine hiesige Toto-Annahmestelle und erkundigten sich, ob es möglich wäre, von Uebersee aus im Westdeutschen Fußballtoto mitzuspielen. Dieser Wunsch der beiden Neukanadier dürfte allerdings nicht leicht zu verwirklichen sein, da ihr Brief nach Plettenberg nahezu einen Monat benötigte. Operetten-Premiere in Hagen Hagen. Am Sonntag, dem 17. Januar, bringt die Operette als neue Premiere Leo Falls„Madame Pompadour“ mit Liselotte Enck in der Titelpartie, die auch in den Vorstellungen am 26. und 27. Januar 1954 auftritt. Die erste Vorstellung, in der Lilli Volkert die Titelrolle singt, findet am 31. Januar statt. Sornesee wird Anglerparadies Amecke. In der Sorpetalsperre sind dieser Tage durch den Landesfischereiverband Westfalen und Lippe, der vor einiger Zeit dies herrliche Gewässer im Sauerland für die Angler gepachtet hat, Tausende von Setzschleien ausgesetzt worden. Es handelt sich insgesamt um drei Zentner. Die Fische sind größtenteils schon so herangewachsen, daß sie im nächsten Spätsommer geangelt werden können. Dieser Aussatz in der Talsperre war nicht der erste. Vor ein paar Wochen bereicherte der Landesfischereiverband den Fischbestand des Sees bereits um 25 000 Satzaale, und im letzten Sommer waren in zwei Partien Tausende von Forellen ausgesetzt worden. Bereits im letzten Jahr war die Zahl der Angler, die an der Sorpe ihrem Sport nachgingen und zugleich in der schönen Landschaft gute Erholung fanden, überaus groß. Tausende von Angelscheinen sind ausgegeben worden. Die Sportangler kamen nicht nur aus dem Sauerland, dem Ruhrgebiet und den übrigen Landschaften Westfalens, sondern auch aus dem Rheinland und aus Hessen. Als Sozialrichter berufen Kreis Altena. Der Minister für Arbeit, Soziales und Wiederaufbau des Landes Nordrhein-Westfalen hat auf Vorschlag des Kreisvorstandes des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen(Kreis Altena-Lüdenscheid) nachstehende Mitglieder als Sozialrichter an das Sozialgericht Dortmund berufen: Ewald Sadkowski(Altena), Gerhard Vogel(Werdohl), Erich Berker(Halver), Bruno Giese(Rönsahl), Frau Elfriede Müller(Mühlenrahmede) Missionare nach Japan entsandt Werl. Eine kirchliche Aussendungsfeier wurde in der hiesigen Basilika für Pater Paulinus Stoeber und Pater Arnold Witte veranstaltet, die jetzt zum zweitenmal mit dem Missionskreuz in den fernen Östen reisen werden. Die beiden Werler Missionare werden in Japan ihr Tätigkeitsfeld finden. Kurzberichte aus Für die Kinderreichen Drolshagen. Der Ortsverband Drolshasen im Bund der kinderreichen Familien hält am Sonntag, dem 17. Januar, im Saale des kath. Vereinshauses um 10.30 Uhr seine Hauptversammlung ab. Alle Mitglieder. sowie alle kinderreichen Familien des Amtes Drolshagen werden zu dieser Versammlung herzlich eingeladen. Es sprechen der Bundesvorstand und der Bundessiedlungsbeauftragte. Weihnachtsfeier des MGV Berlinghausen. Einen recht guten Verlauf nahm die Jahreshauptversammlung mit anschließender Weihnachtsfeier des MGV„Harmonie“ Berlinghausen. Zahlreiche neue Sänger konnten aufgenommen werden. Der Gesangverein trat zum erstenmal mit soinem neuen Dirigenten Paul Römer vor die Oeffentlichkeit. Zur allgemeinen Belustigung wurde eine Verlosung veranstaltet, bei der man schône Preise gewinnen konnte. Hanemicke. Im Alter von 80 Jahren verstarb am 9. Januar Franz-Josef Neu. R. i. p. Bund der Kinderreichen Wenden. Der Ortsverband Wenden im Bunde der kinderreichen Familien hält am Sonntag, dem 17. Januar, in der Gastwirtschaft Wurm um 15 Uhr seine Hauptversammlung ab. Alle Mitglieder, sowie alle kinderreichen Familien des Amtes Wenden sind zu dieser Versammlung herzlich eingeladen. Der Bundesvorstand sowie der Bundessiedlungsbeauftragte werden Referate halten. Schützenverein hielt Generalversammlung ab Rüblinghausen. In guter Einmütigkeit verlief die Generalversammlung des Schützenvereins am letzten Sonntag. Wo geringe Debatten entstanden, half der Vorsitzende Peter Bröcher mit seiner humorvollen und launigen Art etwas nach, sowie Major Johann Halbe durch seine bestimmenden Worte. Jahres- und Kassenbericht konnten mehr als befriedigen. Noch einmal wurde durch den Bericht des Schriftführers das Hauptereignis des Jahres 1953, der Verlauf des 60jährigen Jubelfestes, geschildert. Die Kasse schloß besonders gut ab, so daß sich der Verein auf Anregung des Vorstandes entschloß, für die zu renovierende Kapelle einen besonderen Beitrag in Form von zwei Bänken zu leisten. Gedankt wurde beiden Vorstandsmitgliedern für ihre mühevolle Arbeit durch den Vorsitzenden und den von der Versammlung gespendeten Beifall. Mit den zehn getätigten Neuaufnahmen zählt der Verein jetzt rund 300 Mitglieder. Zur besonderen Freude der dem Kreise Olpe Versammlungsteilnehmer fand sich aus den Mitgliedern des Schützenvereins fast der gesamte Gesangverein zusammen und erfreute die Anwesenden mit einigen Liedern. Auch ein Zeichen dafür, mit welcher Einmütigkeit das Vereinsleben in unsrem Orte betrieben wird. Nach Erledigung einiger heikler Punkte klang die Versammlung in bester Stimmung aus Aus dem Gerichtssaal Freispruch wegen unzureichender Straßenverhältnisse Meggen. Immer wieder stehen Verkehrsunfälle, die sich an der gefährlichen StraBenkurve auf der Bundesstraße 236 zwischon Altenhundem und Meggen ereignen, vor dem Grevenbrücker Amtsgericht zur Verhandlung. Der jetzt angeklagte Kraftfahrer war mit seinem Wagen, als er von Altenhundem kommend in Richtung Meggen fuhr, auf dem glitschigen Kleinkopfsteinpflaster ins Schleudern geraten, wobei sein Fahrzeug gegen einen Telefonmasten stieß. Dabei wurden zwei Insassen des Wagens derart verletzt, daß ein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich war. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten fahrlässige Körperverletzung, Uebertretung der Straßenverkehrsordnung, sowie Beschädigung einer öffentlichen Zwecken dienenden Fernsprecheinrichtung vor. Nach umfangreicher Beweisaufnahme konnte das Gericht sich nicht von der Schuld des Angeklagten überzeugen, zumal alle Zeugen aussagten, daß der Angeklagte nicht, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwarf, mit großer Geschwindigkeit, sondern mit einer auch für diese gefährliche Straßenkurve annehmbaren Geschwindigkeit von höchstens 35 km/Std. gefahren sei. Der Unfall sei durch die Glitschigkeit des Kleinkopfsteinpflasters, sowie die immer noch nicht genügend ausgebaute Kurve und durch das aus der am Straßenrand führenden Rinne überfließende Wasser vervorgerufen worden. Der Angeklagte wurde freigesprochen. Rundfunkübertragung aus Werl Werl. Der Kirchenchor der Propsteigemeinde versammelte sich im Gesellenhaus zu einer besinnlich-frohen Gemeinschaftsstunde. Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden teilte Propst Dr. Hamm mit, daß für dieses Jahr die Rundfunkübertragung eines Gottesdlenstes in der Propsteikirche zugesagt sel. Lehrer Schulte, dem treuen Helfer des Kirchenchores an der Orgel, wurde anschließend zu seinem 30jährigen Organistenjubiläum eine Sammlung der Orgelwerke von Vincent Lübeck überreicht Koslenl. Probefl.d. D.D.D-Loborolorium. Abl. Erschöpfte Frauen! Warum resignieren? FRAUENGOLO hat schon tausenden von Frauen zu neuer Daseinsfreude und Schaffenskraft verholfen. Warum nicht auch Ihnen? FRAUENGOLD schenkt neue Kraft, ruhiges Herz, gesunden Schlaf, storke Nerven und Jugendfrisches Aussehen, auch an kritischen Tagen. Nimm — und Du blöhst aufl ... und für Ihren Mann und Ihr Kind EIDRAN, die Gohirnund Nervennohrung von octtaunlicher Wirkungskroft. » Apetheken, Dregerlen ond Refermh Heute frisch und so billig! 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