Altester Anzeiger des Sauerlandes* Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Anseigen-Grurdpreiso; im Anzelgentell 9 Ptk. für 1 mm Höhe in der Kleintpalte(22 mr. breit); im Textteil 90 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird leder Rabatt hinfällig. Gerlehtsstand ist Olpe 1. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe, Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 119. Jahrgang— Nr. 6 Freitag, den 8. Januar 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf 46 Diplomaten gratulierten Neujahrsempfang bei Heuß Farbenprächtiges Bild in Villa Hammerschmidt— Nuntius Muench überbringt Wünsche Bonn(Eig. Bericht). Der Neujahrsempfang beim Bundesprasidenten in der Villa Hammerschmidt bot ein farbenprächtiges Bild. 18 Botschafter, 20 Gesandte und acht Geschäftsträger erschienen zum Teil mit goldbestickten und ordensgeschmückten Diplomatenuniformen mit Zweispitz und Degen. Als Doyen des Diplomatischen Korps sprach der Apostolische Nuntius, Erzbischof Muench, dem Bundespräsidenten die Glückwünsche der in Bonn akkreditierten Diplomaten und der von ihnen vertretenen Länder aus. Erzbischof Muench brachte die Genugtuung über den durch Fleiß, Mut und Arbeitswillen des deutschen Volkes erreichten Aufstieg zum Ausdruck und äußerte die Zuversicht, daß auch im Jahre 1954 entscheidende Fortschritte erzielt werden. In allen Völkern rege sich ein beherzter und aufgeschlossener Wille, auf den Grundfesten des Rechts die Einheit einer lebenskräftigen Völkergemeinschaft aufzurichten. Erfolg der Zusammenarbeit Bundespräsident Heuß erwiderte diese Wünsche, auch im Namen der Bundesregierung und des deutschen Volkes, und betonte, das Mühen hätte auch im vergangenen Jahr nur infolge einer vertrauensvollen, vom Geist der Verständigung getragenen Zusammenarbeit mit anderen Völkern erfolgreich sein können. Das deutsche Volk habe den dringenden Wunsch, daß in diesem Jahr seine Staatlichkeit so fortentwickelt werde, daß es in voller Eigenverantwortung seinen Beitrag zur Kultur, zur Wohlfahrt und zur Freiheit in der Welt zu leisten vermöge. Im Namen aller Deutschen äußerte er die Hoffnung, in diesem Jahre die so sehnlich erwartete Stunde der Wiederherstellung unserer Einheit in Freiheit zu erleben. An der Spitze des Kabinetts überbrachte Bundeskanzler Dr. Adenauer dem Bundespräsidenten die Glückwünsche der Bundesregierung. Dr. Adenauer dankte dem Bundespräsidenten für das freundschaftliche Verständnis, das er in der Zusammenarbeit mit der Bundesregierung immer bewiesen habe. Auch der Bundespräsident dankte dem Kabinett für die gute Zusammenarbeit. Bundestagspräsident Dr. Ehlers sprach dem Bundespräsidenten die Glückwünsche des Parlaments aus. Für den Bundesrat gratulierte dessen Präsident, Ministerpräsident Zinn. Vorher hatte der Bundespräsident den NRW-Ministerpräsidenten Arnold empfangen. Siebenstündige Konferenz in Berlin „In freundschaftlicher Atmosphäre“— Nächste Zusammenkunft Sonnabend Berlin.(Eig. Bericht) Nach fast siebenstündiger Dauer wurde gestern die erste Besprechung der Vertreter der vier Besatzungsmächte in Berlin im britischen Hauptquartier beendet. Sie galt der Vorbereitung der Viererkonferenz und verlief in durchaus freundschaftlicher Atmosphäre. Die nächste Sitzung findet im sowjetischen Hauptquartier am Sonnabend statt. Wie aus London berichtet wird, wird das britische Auswärtige Amt durchaus Ollenhauer soll sich distanzieren Schreiben des Bundeskanzlers an den SPD-Vorsitzenden Bonn.(dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer hat gestern den SPD-Vorsitzenden Ollenhauer in einem Schreiben gebeten, sich von Ausführungen des Sozialdemokratischen Pressedienstes zu distanzieren, der am 6. Januar dem Bundeskanzler eine Sabotage der Berliner Viermächtekonferenz vorgeworfen habe. Wie das Bundespresseamt feststellt, sei dies ein unerhörter Angriff und bedeute eine Gefährdung der deutschen Interessen. Ollenhauer will den Brief des Bundeskanzlers am heutigen Freitag beantworten. Infolge des massiven Angriffs des Sozialdemokratischen Pressedienstes will die CDU-Bundesfraktion ihre Zusage zurückziehen, die erste Lesung des Wehrerganzungsgesetzes um acht Tage zu verschieben. Die Lesung soll also am 14. Januar stattfinden. Das Bundespresseamt teilt mit, die SPD verlange, daß die Beratung des Wehrergänzungsgesetzes bis nach Beendigung der Berliner Konferenz zurückgestellt werden solle. Damit trete der SPD-Pressedienst der bisher auch von der Sozialdemokratischen Partei verfolgten Politik des Anschlusses an die Westmächte entgegen. Türkei zur Tugays-Ausweisung Ankara.(Reuter) Der türkische Außenminister Köprülü erklärte vor dem türkischen Parlament zu der Ausweisung des türkischen Botschafters Tugay aus Kairo, in der Geschichte der Beziehungen zwischen zivilisierten Staaten sei bisher kein ähnlicher Zwischenfall verzeichnet worden. Die türkische Regierung habe in einer Note an die ägyptische Regierung zu dem Vorfall Stellung genommen. Anlaß für die Ausweisung Tugays scheint nach Mitteilung Köprülüs ein scharfer Wortwechsel gewesen zu sein, den der türkische Botschafter am 2. Januar im Foyer der Kairoer Oper mit dem stellvertretenden ägyptischen Ministerpräsidenten Gamal Abdel Nasser hatte. Dabei habe, so wurde von ägyptischer Seite erklärt, der Botschafter in beleidigender Form von Nasser und der ägyptischen Regierung gesprochen. Gnadengesuch für Konstantin v. Neurath Bundesanstalt für zivilen Luftschutz— Freier Autoverkehr im Norden Ein Gnadengesuch für Neurath hat der Stuttgarter Rechtsanwalt Fischinger aus Anlal der bevorstehenden ViermächteKonferenz an den alliierten Kontrollrat gerichtet. Der ehemalige Außenminister ist herzkrank und fast erblindet. Eine Bundesanstalt für zivilen Luftschutz soll in Kürze zur Ausbildung leitender Luftschutzkräfte errichtet werden. Über die Aufhebung der Zollkontrollen für Autos bei Reisen innerhalb der nordischen Länder Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland wollen die Zollbehörden dieser vier Länder in Kürze verhandeln. Der bolivianische Multimillionär Patino hat seinen Einspruch gegen die Heirat seiner Tochter mit dem 20jährigen Engländer Goldsmith zurückgezogen, Über zwei Millionen Mark Baukosten wurden durch den Einsatz amerikanischer Pionlereinheiten bei deutschen Bauprojekten im Vorjahr gespart. Diese Arbeiten waren nicht nur eine Hilfe für die deutsche Bevölkerung, sondern dienten auch der Ausbildung der Ploniere. Zur Lösung der Italienischen Reglerungskrise schlug der sozialistische Parteisekretär dem Staatspräsidenten Einaudi vor, den Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Gronchi, mit der Neubildung der Regierung zu beauftragen. Gronchi ist linksstehender christlicher Demokrat. Die FDP-Fraktion des NRW-Landtags wählte den bisharigen Fraktionsvorsitzenden Dr. Middelhauve wieder. Nach Moskau fliegen soll noch vor der Berliner Konferenz eine französische Abordnung zu Wirtschaftsverhandlungen. Ein Kriegsgerichtsprozeß gegen 31 ehemalige Angehörige der Sipo-Dienststelle in Marseille findet gegenwärtig statt. Den Angeklagten wird vorgeworfen, hei Unternehmen gegen die französische Widerstandsbewegung in Südfrankreich 205 Franzosen ohne gerichtliches Verfahren hingerichtet zu haben. Ein brennendes Munitionsschiff wurde gestern aus dem Hafen von Casablanca in Marokko geschleppt. Zwei Piloten fanden den Tod belm Zusammenstoß zweier holländischer Düsenjäger. Zum Tode verurteilt wegen dreifachen Kindesmordes wurde in Bijelovar in Kroatien ein Bauer, der sein Gehöft angesteckt hatte, um die Brandversicherung zu erhalten, obwohl er wußte, daß seine drei Söhne im Alter von drel bis acht Jahren im Haus schliefen. Die Trapez-Künstlerin Else Jäckel ist seit Dienstagabend in Berlin verschwunden. 15 Angehörige der britischen Luftwaffe wurden bei dem Flugzeugabsturz in der Nähe Londons getötet. Ein riesiger Stausee wird in 1750 Meter Höhe gegenwärtig bei Orto Okol in der russischen Provinz Kirgisistan gebaut. Er wird 500 Millionen Kubikmeter Wasser enthalten und 1000 Hektar Land bewässern. Regierungsvertreter der MontanunionStaaten sind in Paris zusammengekommen, um weiter über den Statutenentwurf für die Europäische Gemeinschaft zu beraten. nicht zögern, mit gleicher Münze heimzuzahlen, sollten die Sowjets versuchen, die Berliner Zusammenkunft zu einer Propagandakonferenz zu machen. Der britischen Delegation für Berlin gehören auch verschiedene Diplomaten an, die besondere Erfahrung in dem bis zur Erschöpfung geführten Propagandakrieg auf der Pariser Marathon-Konferenz vom Jahre 1951 haben. Bemerkenswert ist, daß die Moskauer „Prawda“ die Franzosen auffordert, eine „unabhängige Außenpolitik“ zu treiben und mit der Sowjetunion zusammenzugehen. Weitsichtige französische Staatsmänner hätten immer wieder daran erinnert, daß eine entscheidende Schranke gegen eine deutsche Aggression nur der gegenseitige Beistand der Staaten westlich und östlich Deutschlands biete. Noch massiver wird der Moskauer„Rote Stern“, das Blatt der Sowjetarmee, der die Deutsche Bundesrepublik beschuldigt,„Raubkriege in Öst und West“ vorzubereiten. Bonn versuche, Frankreich zu versklaven, indem es Westdeutschland und Frankreich in die EVG hineinziehen möchte. DIE KEHRSEITE DER MEDAILLE Mit„sieghaften“ Spruchbändern wird der sowjetzonalen Bevölkerung die Qualität der Waren in den HO-Läden angepriesen. Will man die begehrten Waren dann kaufen, obwohl die Preise sündhaft hoch sind, dann findet man nur zu oft das Schild „Ausverkauft“. Eisenhower sparte sieben Milliarden Dollar Weitere 5 Milliarden werden im kommenden Haushalt abgestrichen— Jahresbotschaft des Präsidenten Washington(INS). Präsident Eisenhower hat sich gestern in der traditionellen „Botschaft über den Stand der Union“ nachdrücklich für die Fortsetzung der Zusammenarbeit der westlichen Völker zur Verteidigung gegen den Kommunismus ausgesprochen und erklärt, daß die amerikanische Politik fest auf dem Atlantikpakt und der Schaffung einer europäischen Gemeinschaft beruhe. Der Präsident kündigte für die USA ein neues landwirtschaftliches Programm, zahlreiche sozialpolitische Maßnahmen und eine Neuorganisation der Verteidigung an. Der Präsident erklärte, die Verteidigungshilfe an das befreundete Ausland müsse fortgesetzt, die wirtschaftliche Hilfe könne reduziert werden. Die militärische Stärke der USA werde in diesem Jahr aufrechterhalten, die Bande mit den Verbündeten Amerikas würden enger geknüpft. Das werde günstige Voraussetzungen zur Erörterung wichtiger Probleme mit der Sowjetunion schaffen. Wo immer berechtigte Aussicht auf konstruktive Ergebnisse bestehen, sollten diese Erörterungen stattfinden. Eisenhower bezeichnete das abgelaufene Jahr als das wirtschaftlich erfolgreichste der amerikanischen Geschichte und betonte, daß 1953 im amerikanischen Haushalt gegenüber dem Budgetentwurf der Regierung Truman sieben Milliarden Dollar eingespart worden seien. Das neue Budget, das er am 21. Januar vorlegen werde, sehe eine Ausgabensenkung um weitere fünf Milliarden Dollar gegenüber 1953 vor. Wörtlich erklärte der Präsident, in Westeuropa ruhe die USA-Politik fest auf dem Atlantikpakt. Innerhalb seiner Organisation sei die Schaffung einer europäischen Gemeinschaft mit Einschluß Frankreichs und Deutschlands von entscheidender Bedeutung für ein freies und auf eigenen Füßen stehendes Europa. Dieses werde durch die EVG gefördert werden, die eine Garanie für die Sicherheit Europas biete. „Tyrannei in Schwierigkeiten“ Von jenseits des Eisernen Vorhangs, so sagte Eisenhower, lägen Anzeichen vor, daß die Tyrannel in Schwierigkeiten geraten sei. Es selen Hinweise dafür vorhanden, daß ihre innere Struktur so brüchig sei wie ihre Oberfläche hart. Die Freiheit der USA sei stärker denn je mit der der anderen Völker verknüpft. Eisenhower betonte, daß die USA darauf vorbereitet seien, jedem Wiederaufleben einer Aggression in Korea zu begegnen. Er werde den Kongreß ersuchen, weitere Mittel zu bewilligen, damit der erfolgreiche Abschluß des Kampfes in Indochina beschleunigt werden Könne. Auch die Militär- und Wirtschaftshilfe für Nationalchina werde fortgesetzt. Atomwaffen gegen Aggressor Eisenhower legte dann die amerikanischen Verteidigungsplanung dar. Danach sind die USA entschlossen, die Atomenergie für friedliche Zwecke zu verwenden. Gleichzeitig aber trägen sie der Möglichkeit Rechnung, daß Atomwaffen gegen einen Aggressor eingesetzt werden könnten. Die neuen Waffen ermöglichen eine Einsparung an Menschen. Der Berufssoldat sei das Herz jeder Armee. Kommunisten werden entlassen Auf innenpolitischem Geblet wies Eisenhower darauf hin, daß über 2200 Bundesbedienstete auf Grund der neuen Sicherheitsbestimmungen aus ihren Stellungen entfernt wurden. Betätigung für die Kommunistische Partel sei wesensverwandt mit Hoch- und Landesverrat Meteore als„Fliegende Untertassen Haustüren wurden in Dieppe durch die Explosion aufgestoßen Paris.(Korr.) In der Nähe des französischen Hafens Dieppe ereignete sich gestern morgen eins rätselhafte Explosion. Dockarbeiter hörten gegen 5 Uhr eine furchtbare Detonation und sahen gleichzeitig ein gleißendes Licht am Himmel. In der Stadt wurden zahlreiche Haustüren durch den Explosionsdruck aufgestoßen und viele Fensterscheiben zerbrochen. Himmelserscheinung und Explosion wurden bis 80 Kilometer südlich von Dieppe wahrgenommen. Kurz vorher war über Arras eine„Fliegende Untertasse“ gesehen worden, eine Scheibe, die, einen hellen Lichtstreifen hinter sich herziehend, in großer Geschwindigkeit in Richtung Dieppe flog. Wahrscheinlich hat es sich um einen Meteor gehandelt. Bisher ist der Vorgang noch ungeklärt. In diesem Zusammenhang wird daran erinnert, daß vor etwa einer Woche ein Fischerboot in Dieppe einlief, das von Splittern förmlich zersiebt war. Kurz zuvor war eine explosionsartige Erscheinung am Himmel beobachtet worden. Wissenschaftler vermuteten damals, daß ein Meteor explodiert war, in dessen Splitterregen das Fischerboot gerlet. Die FDP-Bundestagsfraktion hat die Bundesregierung um Auskunft gebeten, was sie zu unternehmen gedenkt, um das Abschleben entlassener französischer Fremdenlegionäre fremder Volkszugehörigkeit nach Deutschland zu unterbinden. Wie wird das Wetter? Winterliches Frostwetter Von der Nordsee nach Westdeutschland einfließende Meeresluft bringt zwar stärkere Bewölkung, kann aber die über dem Binnen land liegende kalt Festlandluft nicht be seitigen. Da sich über Skandinavien wieder ein Hochdruckkeil aufbaut, wird mit Winddrehung gegen Östen erneut trockene und kalte Festlandluft nach Westen an Raum gewinnen. Vorhersage für Freitag: Allmählich auflockernde Bewölkung. Geiegentlich noch Schneefall. Bel schwacher bis mäßigen Winden aus Nord bis Nordost weiterhin Frostwetter. Nachts erneut Frostverschärfung. Weitere Aussichten: Fortbestand des winterlichen Frostwetters. Späte Einsicht Das Haus Stanislawskistraße 10 in Moskau O. H. D. Als 1945 die Tschechen rund drei Millionen Sudetendeutsche aus ihrem Staatsgebiet auswiesen, nahmen sie an, daß nun das goldene Zeitalter anbrechen werde. Man brauchte sich nur in das gemachte Nest zu setzen, denn die deutschen Industrien blieben ja im Land. Leider ging die Rechnung in zweifacher Hinsicht nicht auf. Einmal war die jahrhundertealte deutsche Fabrikationstradition nicht zu ersetzen, fehlten die Unternehmer. Kaufleute und Facharbeiter, zum anderen aber blieben die nach dem Bundesgebiet ausgewiesenen Sudetendeutschen nicht untätig, sondern bauten hier neue Fabriken auf oder betätigten sich sehr nutzbringend in der bereits vorhandenen Industrie. Es sel nur an die Porzellanherstellung erinnert. Die Tschechen glaubten, sie könnten, genau wie die Deutschen, die ehemals bekannten und begehrten Produkte im Ausland absetzen. Sie erhielten sie aber zu einem großen Teil als Ausschuß wieder zurück, denn die Ware entsprach nicht der früheren Qualität. Die neuaufgebauten Werke im Bundesgebiet hatten jedoch bald wieder ihren alten Standard erreicht und sorgen nun mit dafür, daß die deutsche Außenhandelsbilanz ein erfreuliches Aussehen hat. Man wollte diese Tatsache lange nicht wahrbaben und sprach von„Sabotage der Fünfjahres-Pläne“. Heute werden nun nicht nur in der Tschechoslowakei, sondern auch in sämtlichen„Volksdemokratien“ in zunehmendem Maße schwere Vorwürfe gegen die Kreise erhoben, die für die Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach dem Kriege verantwortlich waren. So ist im tschechischen Gewerkschaftsblatt„Aufbau und Friede“, das in deutscher Sprache erscheint, eine Untersuchung über die Gewaltmethoden verlangt worden, die bei der Ausweisung der Sudetendeutschen angewandt wurden. Die Schuld für die Übergriffe wird von amtlicher Seite dem verstorbenen Staatspräsidenten Benesch zugeschoben, der bei der Austreibung„im Auftrage der westlichen Imperialisten gehandelt“ habe,„um die tschechoslowakische Wirtschaft zu schädigen“. Man darf versichert sein, daß derartige Geständnisse den Tschechen nicht leicht fallen, aber angesichts der schlechten Wirtschaftslage des Landes mußte ein Sündenbock gefunden werden. Da Benesch tatsächlich ein gerüttelt Maß Schuld an der Vertreibung der Deutschen hatte, fällt es Prag nicht schwer, diesen als Urheber des ganzen Unglücks anzuschuldigen, obwohl das kommunistische Regime in der Tschechoslowakei nicht weniger versagt hat als anderswo. Im übrigen überraschen uns die verspäteten Erkenntnisse der Prager Regierungestellen nicht, denn diese Einsichten mußten eines Tages kommen. Für die zurückgebliebenen rund 300 000 deutschen Facharbeiter freut es uns jedoch, daß sich ihr Los nach Jahren der Verfolgung und Bedrückung bessern wird. Wie der österreichische Innenminister Helmer am Mittwoch in Wien mitteilte, liegen ihm Berichte vor, daß auch in Ungarn und Rumänien die zurückgebliebene deutsche Bevölkerung in letzter Zeit auf Anweisung höherer Stellen anständiger behandelt wird. Wenn dies auch nicht um der schönen Augen der Deutschen willen geschieht, so nehmen wir es doch dankbar zur Kenntnis. Es wird allmählich Zeit, daß die Kriegspsychose in aller Welt abgebaut und der Vernunft eine Gasse gebahnt wird. Allerdings wird Geschehenes nicht rückgängig gemacht werden können. Die ausgewiesenen Deutschen haben im Bundesgebiet eine neue Heimat gefunden und denken nicht daran, sich den kommunistischen Östblockstaaten zur Verfügung zu stellen. Man wollte 1945 und hernach die Deutschen nicht haben und ist sie nun los. Ob das für die Tschechen, Rumänen und Ungarn ein Vorteil ist, werden sie wohl selbst am besten wissen. All die Deutschen in Östeuropa haben zum Teil jahrhundertelang unverdrossen Kulturarbeit geleistet. Nun müssen die Östblockländer sehen, wie sie mit ihrem Moskauer Rezept allein fertig werden. Sowjetposten vor der„Deutschen Botschaft“— Kriegsgefangene,„die uns nichts angehen“ Die„Diplomatische Mission der DDR“ in der Stanislawskistraße 10 in Moskau, die „Deutsche Botschaft“, ist ein alter Bau. Das Hauptportal ist fast immer geschlossen; denn die Empfänge sind selten bei„Botschafter“ Appelt, der in den Parterre-Räumen seine Wohnung hat. Im Anfang sah es im Innern des Gebäudes ziemlich traurig aus. Inzwischen sind aber aus der Sowjetzone Möbel, Teppiche, Gardinen und andere Einrichtungsgegenstände in die sowjetische Kapitale gebracht worden. Auch die Dienstwagen— vom Typ EMW 340— kamen aus Deutschland. Vor dem Portal steht allerdings ein sowjetischer Milizposten Wache. Wenn man Josef Schütz, den Chef der Konsularabteilung, oder Genossin Inge Warthmann nach dem Schicksal deutscher Kriegsgefangener in der Sowjetunion oder nach den aus Deutschland verschleppten Spezialisten fragt, zucken beide nur mit den Achseln:„Das sind Probleme, die uns nichts angehen.“ Rauschgiftaffäre in Prag Die Arbeitsräume des„Botschafters“ und des Botschaftsrats, des ehemaligen Schweriner SED-Oberbürgermeisters Christoph Seitz, der auf diesen Posten gesetzt wurde, nachdem er wegen Beteiligung an einer Rauschgiftaffäre seinen ersten Missionsbereich Prag als„persona nongrata“ verlassen mußte, befinden sich im ersten Stockwerk des Gebäudes. Zwischen den beiden Chefs des Hauses sitzt Rita Trampler als Sekretärin, wohl überprüft von der Kaderabteilung des Zentralkomitees der SED. In der ersten Etage haben auch der Protokollchef Toni Speiser, Pakistans Bedeutung für USA Die nächsten Flughäfen zur Bombardierung der mittelsibirischen Industrie Seit Jahren störte es die Planer der amerikanischen Strategie, daß sie in dem riesigen Landgürtel von der Türkei bis Indochina keinen Ansatzpunkt für ihr strategisches System finden konnten. Dem Bestreben, diese Lücke zu schließen oder wenigstens zu überbrücken, kam nun der Wunsch Pakistans nach westlicher, also amerikanischer Militärhilfe entgegen. Das Tauschgeschäft, amerikanische Waffen und Dollars gegen pakistaniUrumtschi Almo Ato SOWJETEisenbahn u!Strasse geplant ANG UNION. oschhen(Kose CHINA Kaschgar. e kond KASCHMIR ITIBET KABUI esc AFGHANISTAN Gartok. Waffe. stillstands linie ODELHI INDIEN 400km. sche Stützpunkte für die USA, löste schon im Stadium der Gerüchte einen scharfen indischen Protest aus. Pakistan erstreckt sich von der Küste über 1500 Kilometer nach Norden und wird nur durch einen schmalen Korridor Afghanistans von der Sowjetunion und China getrennt. An keiner anderen Stelle Zentralasiens nähert sich ein Land, das politisch zum Westen neigt, so weit den mittelsibirischen Industriegebieten der Sowjetunion. Auch der chinesischen Provinz Sinkiang ist Pakistan benachbart. Gerad hier aber scheinen sich Entwicklungen anzubahnen, die man in den USA mit wachsendem Interesse verfolgt. Neben der Mandschurei ist Sinkiang das einzige unmittelbare chinesisch-sowjetische Grenzgebiet. Beide Mächte haben dort ihre mehr oder minder abgesteckten Interessen. Bonifatius-Reliquien ausgestellt Fulda.(KNA) Mit einer Feierstunde im Dom wurde in Fulda das Jahr des Bonifatiusjubiläums und des Katholikentages eröffnet. Der Bischof von Fulda, Dr. Dietz, zelebrierte ein Pontifikalamt. Im Chor des Domes waren die beiden wertvollsten Fuldaer Reliquien, der Hirtenstab des heiligen Bonifatius und das Evangelienbuch, mit dem sich der Heilige bei seinem Martyrium zu schützen versuchte, aufgestellt. der Leiter der Presseabteilung, Thoms, der Leiter der Kulturabteilung, Manfred Feist, und die Handelsabteilung unter ihrem Chef Willi Banaschak ihre Arbeitsräume. Schließlich liegt in diesem Stockwerk der große Empfangsraum der Botschaft, sehr gut eingerichtet. Hinter einer in T-Form aufgestellten Tafel, an der etwa 120 Gäste Platz haben, finden sich die Büsten Lenins und Stalins. Nur selten, da3 sich hier die „sowjetischen Freunde“ oder die Freunde aus den Volksdemokratien versammeln. Eine Treppe führt weiter in das abgeschrägte Dachstockwerk. Hier hat Rudolf Appelt seine Funkstelle und seine Chiffrierabteilung untergebracht. Aber er glaubt selbst nicht, daß den Sowjets der Zahlen-Code unbekannt sei, der beim Verkehr mit Östberlin angewendet wird. Es sind nicht viel mehr als 20 Deutsche, die in der Stanislawskistraße Nr. 10 Dienst für die„DDR“ tun. Sie sind im Hinterhaus as Botschaftsgebäudes untergebracht. Jeder private Verkehr mit den Sowjets oder mit Angehörigen der Volksdemokratien ist streng verboten. Selbst dienstliche Verabredungen eder Konferenzen dürfen nur über das Protokoll erfolgen. So sind die Angehörigen der„diplomatischen Mission der DDR“ auf sich allein angewiesen: Gefangene in Moskau mit gelegentlichem Stadturlaub. Nie allein Fahrer, Köche, Hauspersonal sind Sowjetrussen, ausgewählte und beauftragte Funktionäre der„Sicherheitsorgane“. Um die Freizeitgestaltung ist es schlechtbestellt. Alle drei Wochen wird im Kinosaal des Hauses, der im Keller untergebracht ist, ein DEFA-Fiim vorgeführt. Am Sonnabend oder Sonntag entschließt sich der eine oder andere, ins„Metropol“ oder ins „Astoria“ oder ins„Hotel Kiew“ zu gehen. Aber auch diese Besuche sind immer seltener, da man auch hier nie allein ist. Die Meinung der anderen: „Klimawechsel" Basler„Nationalzeitung“ Die Basler„Nationalzeitung" berichtet, Bonn registriere einen aussenpolitischen Klimawedisel. So haben die Sadiverständigen der drei Westmächte, die in Paris zusammengetreten waren, um die Viererkonferenz vorzubereiten, der Bouner Regierung nun iliren„Kouferenzplan“ unterbreitet. Bundeskanzler Adenauer hatte durch seinen Sonderbeauftragten Grewe dieser Pariser Kommission als Standpunkt der Bundesrepublik zur Frage der Wiedervereinigung jencn seltsamen Plan unterbreiten lassen, wonach West- und OstDeutschland auch nach gesamtdeutschen Wahlen weiter bestelien bleiben sollten. Von diesem Vorsdilag Adenauers ist in dem erwälinten„Koufereuzplar“ der Westmächte nichts enthalten. lm Gegenteil, die Westmädite scheinen entsclossen zu sein, einer aus freien Wahlen hervorgegangenen Nationalversammlung alle Vollmachten eines regulären Parlaments zu erteilen, was bedeuten würde, daß die Nationalversammlung sogleidi auch eiue gesamtdeutsde Regierung bilden könnte. Wälirend Adenauer den Westmächten Vorschläge unterbreitet hat, deren Sinn es ist, die bislierige Iutegrationspolitik zu retten, haben die Westmädite klugerweise auchi für den Fall vorgesorgt, daß die Russen in Berlin doch mit Vorsdilägen aufkreuzen, die den Westen zwingen könnten, nach Alternativlösungen für seine bislierige Deutsdilandpolitik zu sudien. Das Erstaunlichste bei all dem ist, daß es gerade die Amerikauer sind, die sich plötzlich so elastisch zeigen und nicht a priori an ein notwendiges Sdieitern der Viererkonferenz glauben. Schönaich gestorben Hamburg.(dpa) Der Ehrenpräsident der Deutschen Friedensgesellschaft, Paul Freiherr von Schönaich, ist in der Nacht zum Donnerstag auf seinem Gut in Reinfeld bei Hamburg im Alter von 88 Jahren gestorben. Schönaich war im ersten Weltkrieg General. 1919 schloß er sich der pazifistischen Nie-Wieder-Krieg-Bewegung an. Alte Arbeitslose müssen stempeln Bundesregierung weist Vorschlag des Bundesrats zurück Bonn.(dpa) Die Bundesregierung hat dem Vorhaben des Bundesrates widersprochen, den Schutz der älteren Angestellten durch eine bundeseinheitliche Wiedereinführung des Paragraphen 397 des Angestelltenversicherungsgesetzes zu regeln. Nach diesem Paragraphen, der gegenwärtig zwar im amerikanischen und französischen Besatzungsgebiet gilt, aber im März 1945 im britischen Besatzungsgebiet außer Kraft gesetzt wurde, Wildenten ziehen nach dem Norden Aber die Kälte in Europa hält an Hamburg.(dpa) Für das frostzitiernde Europa kommt aus der Türkei eine hoffnungsfrohe Meldung. Große Schwärme von Wildenten überflogen gestern den Bosporus in nördlicher Richtung. Türkische Wetterpropheten erblicken darin ein ZeiAtom-Besprechungen in Washington Übereinkommen zwischen den USA und der Sowjetunion Washington.(INS) Die USA und die Sowjetunion sind übereingekommen, in Washington Vorbesprechungen über Termin, Ort und Tagesordnung für die von Präsident Eisenhower vorgeschlagenen Geheimverhandlungen über die Verwendung der Atomenergie für friedliche Zwecke zu führen. Der Vorschlag für derartige Vorbesprechungen, die voraussichtlich noch vor der Berliner Viererkonferenz beginnen werden, ging von der Regierung der USA aus. Der sowjetische Außenminister Molotow unterrichtete den amerikanischen Botschafter in Moskau, Bohlen, daß die sowjetische Regierung das amerikanische Angebot annehme und Washington als Konferenzort vorschlage. Die sowjetische Regierung wird bei den Washingtoner Besprechungen durch ihren Botschafter Zarubin vertreten sein. Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums teilte mit, daß Außenminister Dulles den baldigen Beginn der Vorbesprechungen erwarte. chen, daß der Winter in Europa bald zu Ende gehen wird. Hoffentlich irren sich Enten und Wetterpropheten nicht! Beißender Frost und neue Schneefälle ließen jedoch gestern in weiten Teilen des Kontinents ein baldiges Ende des Winters noch nicht vermuten. Der Frost brachte den ganzen britischen Verkehr auf Straßen und Schienen in Unordnung. Auch in Italien hält das strenge Winterwetter an. Die zweitägigen schweren Schneefälle im Norden hörten allerdings auf. In Nordwestitalien gruben 20 Männer ein Taxi aus einer Schneewehe und schoben es auf eine freigeräumte Straße. In dem Taxi saß eine Frau, die auf dem Weg zum Krankenhaus war. Die holländischen Kanäle sind seit Mittwoch zugefroren. Der Eissport lebt wieder auf. Bei gutem Wetter werden Strecken von über 100 Kilometer gelaufen. Der sowjetische Hohe Kommissar Semjonow hat gestern dem französischen Hohen Kommissar Francois-Poncet in Westberlin einen Höflichkeitsbesuch abgestattet. gilt als berufsunfähig im Sinne der Angestelltenversicherung, wer das 60. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens einem Jahr arbeitslos ist. Normalerweise wird Angestelltenrente erst mit dem 65. Lebensjahr gezahlt. Der Bundesrat hatte ein Initiativgesetz zur einheitlichen Anwendung dieses Paragraphen im ganzen Bundesgebiet eingebracht und darauf hingewiesen, daß die Schlechterstellung der im britischen Besatzungsgebiet wohnenden Angestellten nicht gerechtfertigt sei. Die Wiedereinführung des Paragraphen 397 im ganzen Bundesgebiet würde für die Angestelltenversicherung eine Mehrbelastung von etwa 2.3 Millionen Mark jährlich ergeben, was im Hinblick auf die Gesamtausgabe von 800 Millionen für die Angestelltenversicherung geringfügig sei. Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf, der nun dem Bundestag zugeleitet wird, mit der Begründung abgelehnt, daß dieses Risiko nicht von der Angestelltenversicherung, sondern von der Arbeitslosenversicherung getragen werden müsse. Aus Israel zurückgekehrt Genua.(Korr.) Mehrere deutsche Familien, die während der Zeit des Nationalsozialismus nach Israel geflohen waren, sind jetzt über Genua nach Deutschland zurückgekehrt. Deutsche, die mit Jüdinnen verheiratet und deswegen nach Israel ausgewandert waren, erklärten bei der Ankunft in Genua, daß ihre schlechte wirtschaftliche Lage sie zur Heimkehr gezwungen habe. In Israel habe man sie immer als Deutsche angesehen und ihre Frauen nicht in die jüdische Gemeinschaft aufgenommen. Fast alle Familien stammen aus Berlin. Meines Yatois PFERDE EIN ROMAN VON CLEMENS LAAR SPONHOLTZ VERLAG. HANNOVER 000000000000000 COPYRIGHT BEI ADOLF 45. Ich arbeitete mir die Stute auf dem Zirkel kurz in die Hand, verzichtete auf weitere Künste und die Hergabe des Rückens, nahm sie auf den Hufschlag und ritt sie dem erstaunten Pärchen vor. Die Stute sprang sauber und sicher an. Ich wiederholte es einige Male auf der anderen Hand, stieg dann wortlos ab und legte den Damensattel wieder auf. „Bitte.“ Die junge Dame stand mit gerafftem Reitkleid neben mir, und ich sah in ein paar verlegen ängstliche, aber auch lachende braune Augen. „Ich schäme mich sehr“, sagte das Mädchen und als ich eine beschwichtigende Geste machte, erklärte sie:„Ich schäme mich wirklich sehr. Vor dem Pferd.“ So sicher es war, daß alle meine Träume, alle meine Sehnsüchte ewig der einen Frau gehören würden, die Nikoline hieß, so unleugbar war es aber auch in diesem Augenblick, daß mein Herz diesem Mädchen zuflog. Sie schämte sich vor ihrem Pferd! Und es klang echt! Ich vergaß völlig, daß ich ja eigentlich ein toter Mann war. Verwirrt, aber doch auf eine geheimnisvolle Weise beschwingt, stieg ich jetzt bürgerlich und brav die Treppe zur Tribûne empor. Dort hockte Moritz Schlochtauer überquellend auf einem der wackligen Stühle und neben ihm saß ein Mann, von dem mir erst jetzt bewußt wurde, daß er offenbar schon die ganze Zeit dort geweilt hatte. Es war ein kleiner, dürrer, alter Herr, der in einem übergroßen und kostspleligen Kamelhaarmantel förmlich verschwand. Er wirkte, als friere er entsetzlich. Beide blickten mich so an, als hätten sie gerade von mir gesprochen. Der kleine frierende Herr hatte lustig zwinkernde, aber sehr durchdringende und forschende Augen. Als er mir ruckartig eine schmale beinahe knabenhafte, aber sehr feste Hand entgegenstreckte und dabei einen unverständlichen Namen murmelte, ahnte ich nicht, daß ich in den vergangenen Minuten, unbewußt und torhaft wie immer, gewissermaßen wieder einmal mein Schicksal umgeritten hatte. „Wenn ich es nicht schon vom Hörensagen wüßte“, sagte der kleine Herr abgehackt,„dann hätte ich mich jetzt davon überzeugen können, daß der Herr Oberleutnant Godeysen tatsächlich eine einmalige Hand für verrittene und verdorbene Pferde hat.“ Alles an dem Mann war ruckhaft, klar und bestimmt. Ich fühlte eine starke, impulsive Sympathie und hatte daneben für Sekunden das Gefühl, dieser Mann erwarte irgend etwas von mir. Er hatte nach seinen Worten so witternd und kurz den Kopf gehoben. Seine große Nase stak verwegen und lustig in die Luft. Ich wollte etwas Verbindliches sagen, aber der sanfte und dumpfe Dreischlag des Galopps hinter mir brach plötzlich ab. Ich hörte das zufriedene Kauen der Stute ganz nahe in meinem Rücken und eine Frauenstimme, die voll warmer und fröhlicher Zärtlichkeit war. „Ja, du bist mein gutes Tier, und ich bin deine dumme Trine. Aber jetzt verstehen wir uns. Ja, mein Tier?“ Vielleicht war es ein wenig für mich berechnet, aber es war echt. Das Mädel mochte lügen, das Pferd aber nicht. Schlochtauers Gesicht schwebte im Halbdunkel satt und zufrieden wie ein Vollmond im April. Er gloste mit jener penetrant unschuldigen Wortlosigkeit vor sich hin, die ich an ihm kannte, wenn er irgend etwas im Schilde führte. Mißtrauen und Widerwillen stiegen in mir auf. Wahrscheinlich überlegte er, ob er mich nicht hier verkuppeln könnte. Er hatte es schon ein paarmal versucht. Ich machte eine wortlose Verbeugung und ging. Hinter mir schnaufte Schlochtauer gewaltig auf, und es klang sehr enttäuscht. Mit sehr gemischten Gefühlen ging ich das Prinz-Friedrich-Karl-Ufer hinunter. Es war Nachmittag geworden, aber die Sonne sprühte mir Silber entgegen. Die Kuppel des Reichstages stand in goldener Lohe. Machtvoll eindeutig standen die Bronzereiter auf den Türmen gegen den Himmel über der Hauptstadt des deutschen Kaiserreiches. Trotzig und warnend waren sie, gewappnete und bereite Kräfte zum Schutz des drängenden Lebens tief unter sich. Mit bleischweren Füßen ging ich weiter; die straffen Ehrenbezeugungen der Mannschaften aus den Moabiter Kasernen, die auf Nachmittagsurlaub zur Innenstadt strömten, erschienen mir wie Äfferei und wurden mir zur Qual. Zu Hause im linken Schreibtischfach lag eine Pistole mit klobigem Lauf. Marke Bayard der PieperWerke in Herstal. Ich hatte sie in einer spielerischen Laune um des Namens willen gekauft, auch weil das Kaliber, 9 mm, bei einer Taschenpistole einiges versprach. Bayard! Mein erster wirklicher Freund und jetzt mein letzter. Aber der letzte war ebenso unzulänglich wie ich selbst. Um das schwere Kaliber auszugleichen, hatten die Konstrukteure des Bayard alle Arretierungen in der Waffe zu schwach gehalten. Selbst bei mäßigem Gebrauch schliffen sie sich schnell ab, und so geschah es gelegentlich, daß sich bei gespannter Waffe der Schuß löste, wenn nur der Sicherungshebel vorgeschoben wurde. Mein Grinsen verstärkte sich. Vielleicht lag auch darin Schicksal, bis in das Detail sorgsam vorbestimmt. Ein Unfall mit dieser unberechenbaren Waffe würde äußerst glaubhaft sein. Das Öffiziers-Korps des Regiments würde das sehr dankbar anerkennen. Doch es wartete nicht nur das Pistolenunikum Bayard zu Haus auf mich, sondern auch der Magister Gabriel Zeisig. Er kam mit der dreigestirnten HenessyFlasche und meinem Lieblingsglas. Es war das altmodische Rubinglas mit den eingeschliffenen Bracken. Das Pfand von Nikoline. Nikoline! Nicht denken, nur nicht denken. Nicht mehr träumen, nicht mehr planen, nicht mehr handeln und nicht mehr entscheiden. Zunächst nahm Zeisig wieder einmal eine Entscheidung für mich in die Hand. „Der Herr Stabsarzt hat angerufen.“ Es war mir völlig entfallen, daß ich ja einen Reitunfall erlitten hatte. „Der Herr Oberleutnant müssen sich sofort hinlegen. Herr Stabsarzt meinte, es wäre ausgezeichnet, wenn er dem Regimentskommandeur melden könne, daß er Herrn Oberleutnant bettlägerig vorgefunden habe. Der Herr Oberstleutnant hat, wenn ich den Herrn Stabsarzt richtig verstanden habe, einen entsprechenden Wunsch geäußert.“ Willenlos ließ ich mich in das Bett fallen. Als ich wieder erwachte, strömte mit dem vergehenden Atem des Flieders und erstem Lindenduft eine sanfte blaue Dämmerung in das Zimmer. Lottida saß an meiner Bettkante, Ich tastete wie ein erwachendes Kind nach ihrer Hand. Als sie sich über mich beugte und mich küßte, sah ich ein fernes, fremdes Gesicht mit zwei warmen braunen Augen. Lottida war blauäugig wie eine Meißener Porzellandame. Von Kroll her kamen verwehte Walzerklänge. Lottida begann, mit ihrer kleinen hohen Geisha-Stimme zu singen: „Komm tanz mit mir ins Himmelreich hinein...“ Der Dorfkinder-Walzer von Kalman. Welch ein seliger Überschwang. Sommerwind war das in hellem Frauenhaar, wehende Röcke Das Leben war schön; meines war vorbei. Ein Automat sprach, nicht ich:„Lottida, das ist nun unser letzter Abend.“ Sie sagte nichts. Es schien plötzlich rasend schnell dunkel zu werden, und der Lindenduft war nicht nur sehnsuchtsvoll und süß, er war auch quälend. Unerträglich quälend. Eine Ewigkeit schien vergangen zu sein, als sie endlich antwortete:„Nun ist es also soweit, Barry. Ich hab ja immer gewußt, Barry, daß es einmal sein würde. Wirst du heiraten?“ „Nein, Lottida.“ „Versetzt?“ „Ja, Lottida.“ „Armer Barry. Linie natürlich und möglicherweise sogar nach Westpreußen. Oder Hinterpommern?“ Da ich nichts sagte, forschte sie weiter: „Östpreußen also. Ganz schlimm. Barrychen, hast du denn so viel Dummheiten gemacht?“ (Fortsetzung folgt) Eine Schauspielerin traf auf einer Gesellschaft eine Autorin, die sie durchaus nicht liebte. Sie ging auf sie zu, um ihr zu ihrem letzten Buch zu gratulieren. „Es gefiel mir sehr, meine Liebe“, sagte sie, zuckersüß lächelnd.„Aber sagen Sie doch: wer hat es für Sie geschrieben?“ „Liebling“, antwortete die Autorin,„es freut mich, daß es Ihnen gefallen hat Aber wer hat es Ihnen vorgelesen?“ 119. Jahrgang— Nummer 6 Sauerländisches Altester Anzelger des Sauerlandes 4 Über 100 Jahre Helmat- und Kreisblatt Im Kreise Olpe Freitag, den 8. Januar 1954 Futterhäuschen So erfreulich der Schneefall der letzten Tage besonders für die Kinder ist, so bringt er unseren Singvögeln zugleich auch bittere Not, wenn wir nicht zusätzlich für Futter sorgen. In vielen Familien gehört die Vogelfütterung zur Selbstverständlichkeit. Öft fehlt aber trotz allem guten Willen noch eine geeignete Futterstelle. Für einen nur einigermaßen geschickten Bastler ist die Herstellung kein Problem. Er muß nur darauf achten, daß das Futter nicht verweht oder zugeschneit werden kann. Auch bei der Futterauswahl ist einiges zu beachten: Niemals dürfen Brotkrümchen gestreut werden, weil sie säuern und die Vögel davon krank werden. Sehr beliebt sind dagegen fetthaltige Sämereien, insbesondere Hanf und Sonnenblumenkerne. Wer es sich leicht machen will, der hänge ein Stück ungeräucherten und ungepökelten Speck an einen Ast in der Nähe seiner Wohnung. Dabei besteht allerdings die Gefahr der Verschmierung des Federkleides, wenn sich die Vögel an das Speckstück hängen Eine bequeme Futterstelle, die zudem gern angenommen wird, stellt man sich am besten aus einer Kokosnuß her, aus der man das Kernfleisch entfernt, und die man dann mit einem Gemisch von Talg, Schmalz und Hanf füllt. Ein Flugstäbchen an der Vorderwand erleichtert die Futteraufnahme. In den Geschäften bekommt man auch sog. Futterringe zu kaufen, welche die rechte Vogelnahrung in geschützter Form enthalten. Die Ringe sind bequem an einem Ast oder Balken anzubringen. gutes Theater sind die genannten Eintrittspreise durchaus angebracht. Daß sie obendrein noch sehr niedrig gehalten sind, geht aus einem Vergleich mit anderen Bühnen hervor. Man muß doch in Rechnung setzen, daß ein echtes Theaterspiel von Berufsschauspielern geboten wird. Und wer möchte sich das heitere, historische Spiel„Der Schalk von Bunzlau“ entgehen lassen? Es wird besonders unseren Östvertriebenen willkommen sein. Deshalb ist zu hoffer, daß der Theaterabend, der um 20 Uhr beginnt, einen guten Besuch findet. Es empfiehlt sich, vom Kartenvorverkauf regen Gebrauch zu machen. „Südliche Nächte“, Eine Revue des Frohsinns unter dem Himmel Italiens führt das Olper Filmtheater in seinem neuen Programm vor. Die Außenaufnahmen zu diesem Film wurden an den schönsten Plätzen in den Dolomiten und in Palermo gemacht. Mitwirkende sind: Germaine Damar. Waltraut Haas und Margit Saad als singende und tanzende Sterne, Walter Müller und Walter Giller als lebenssprühende Komiker und die Stars der deutschen Tanzmusik: René Carol, Gitta Lind, Willy Schneider und Franz Fehringer. Der Filmbesucher hört weltbekannte und neue Schlager von Gerhard Winkler, u. a.„Capri-Fischer“,„Ja, der Chiantiwein“,„Es war an einem Frühlingstag im sonnigen Sorrent“,„Mandolinen der Liebe“.„Nimm mich mit...“ und„Südliche Nächte“. Leicht beschwingt, amüsant und unterhaltungsreich ist dieser Melodie-Herzog-Film unter der Regie von Robert A. Stemmle. Die Ideen für die Tänze stammen von Tatjana Gsovsky. Es spielen das Tanzund Unterhaltungsorchester des NWDR Köln unter Adalbert Luczkowski und das Orchester Kurt Graunke. Rasch tritt der Tod den Menschen an. Im besten Mannesalter von 53 Jahren verstarb am 6. Januar plötzlich und unerwartet unser Mitbürger Lokomotivführer Heinrich Stracke, wohnhaft Vellmickestraße 21. Der Verstorbene war seit 1917 bei der Eisenbahn tätig, wurde 1941 Beamter und 1948 zum Lokführer befördert. Am Mittwoch wollte er noch vor seinem Dienst einen Bekannten bezw. Kollegen in Gerlingen aufsuchen, als ihn bei der dortigen Wegunterführung der Schlag traf. Der Verstorbene war ein tüchtiger und zuverlässiger Beamter, der sich goßer Wertschätzung und Beliebtheit erfreute. Das Bedauern über sein so frühes Ableben ist groß. Er möge nunmehr ruhen in Gottes heiligem Frieden! Kurzberichte aus dem Kreise Olpe Gymnastik und Turnen Links aussteigen ist nicht verboten Aber Aufmerksamkelt gefordert- Entscheidung des Oberlandesgerichts Olper Stadtspiegel Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten. Die nächsten Sprechstunden in Olpe finden heute bei Karl Melcher statt, und zwar aus besonderen Gründen in der Zeit von 17 bis 19 Uhr. Diese Regelung wird bis auf Widerruf beibehalten. Ortsverein des DRK. Der Vorstand des neuen Ortsvereins hält seine erste Sitzung heute um 20 Uhr im Schwanensaale ab. Der Verein, der erst seit kurzem besteht, hat bereits eine erfreuliche Entwicklung genommen, dank des großen Interesses für die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes. Wie wir erfahren, sind ihm inzwischen rund 170 Mitglieder beigetreten. In den nächsten Wochen soll eine weitere Werbeaktion durchgeführt werden, Während dieser Aktion wird den Einwohnern noch einmal klargelegt, welche wichtigen Ziele das DRK hat und wie notwendig es ist. seine Arbeit zu unterstützen. „Der Schalk von Bunzlau“. Das Schauspiel-Studio Iserlohn inszeniert am Samstag, dem 9. Januar, hier im Schwanensaale dieses dreiaktige Lustspiel von Volker Wulf. Das Ensemble ist durch seine känstlerischen Leistungen bekannt, so daß ein schöner Theaterabend zu erwarten ist. Hierzu wird uns noch mitgeteilt: Verschiedentlich hat man die festgesetzten Eintrittspreise als zu hoch empfunden. Man übersieht hierbei aber, daß es sich bei den Aufführenden um ein regelrechtes Schauspielensemble handelt und die Preise von 1 DM und 1,50 DM schon wesentlich verbilligt sind, um überhaupt die Aufführung in Olpe zu ermöglichen. Für Olpe. Eine für den Kraftverkehr und für alle Verkehrsteilnehmer wichtige Entscheidung wurde jetzt vom Oberlandesgericht in Hamm getroffen. Bei dieser Entscheidung drehte es sich um das „Linksaussteigen aus Fahrzeugen“. Der „WAK“ berichtet hierüber folgendes: In einem Schadenersatzprozeß hatte kürzlich ein Senat des Oberlandesgerichts Hamm die Frage zu klären, ob es zulässig sei, aus Kraftwagen links auszusteigen. Dabei kam das Gericht zu der Feststellung, daß das Aussteigen zur Fahrbahn gesetzlich nicht verboten ist. Daher darf der überholende Verkehrsteilnehmer ein stehendes Fahrzeug nicht so dicht passieren, daß er von einer sich öffnenden Tür oder einem aussteigenden Menschen behindert werden könnte. Wenn ein Fahrzeug anhalte, müsse man davon ausgehen, daß der Fahrer nach links aussteigen werde, weil aus den wegen des Rechtsverkehrs links gesteuerten deutschen Kraftfahrzeugen die Kraftfahrer zur Fahrbahn hin auzusteigen pflegen. Schon aus der Konstruktion der deutschen Kraftfahrzeuge ergebe sich, daß die Ansicht, ein Fahrer dürfe sein Fahrzeug nicht durch Aussteigen zur Fahrbahnseite verlassen, nicht richtig kein könne.„Die Straßenverkehrsordning verbietet das Aussteigen zur Fahrbahnseite auch nicht, desgleichen sagt die Straßenverkehrszulassungsordnung hierzu nichts.“ Weiter stellte das Gericht fest: Selbst wenn eine gesetzliche Bestimmung das Aussteigen nach links verböte, würde damit ein angeblich nur nach dieser Seite hin bestehendes Gefahrenmoment nicht aus der Welt geschafft werden, denn auf Straßen mit besonderen, neben der Fahrbahn verlaufenden Radfahrwegen würde dann immer wieder die gleiche Sachlage auftreten. Auch der Fahrer des stehenden Wagens habe beim vollen Oeffnen der Tür die selbstverständliche Pflicht, seine ganze, ungeteilte Aufmerksamkeit nach hinten, auf den nachfolgenden Verkehr, zu richten. In dem der Entscheidung zugrundeliegenden Fall erblickte das Oberlandesgericht in dem zu nahen Vorbeifahren an einem stehenden Fahrzeug ein Mitverschulden an dem Unfall, der durch den Zusammenprall eines Radfahrers mit der geöffneten Tür eines Lkw's verursacht worden war und billigte dem Radfahrer deshalb nur einen Teilersatz des erlittenen Schadens zu. Standesamt Heggen Heggen. Im Dezember 1953 wurden am hiesigen Standesamt folgende Eintragungen vorgenommen: Geburten: Annegret Voß, Altfinnentrop; Joachim Schürholz, Heggen; Hermann und Erich Föhrdes, Heggen; Klaus Gerd Schuppert, Bamenohl; Gabriele Wensing, Bamenohl; Ulrike Lingemann, Grevenbrück.— Heiraten: Erwin Bernhardt, Sange, mit Agatha Reuber, Heggen; Günther Biggemann, Altfinnentrop, mit Anna Kutscher, Altfinnentrop.— Sterbefälle: Anton Peisl, Bamenohl(55 J.); Therese Keseberg, Wetzlar(73 J.); Therese Krabbe, Rönkhausen(58 J.); Kaspar Sasse, Bamenohl (85 Jahre). Zum Werbeturnen des Tv Olpe Olpe. Die traditionelle Dreikönigsveranstaltung des Olper Turnvereins findet am kommenden Sonntag um 17 Uhr im Schwanensaal statt. Neben Reck-, Barren- und Pferdturnen, das von den Turnern und der Jugend vorgeführt wird, werden die Turnerinnen mit turnerischen und gymnastischen Uebungen aufwarten, wie man sie in Olpe bisher noch nicht gesehen hat. Außer Barrenturnen, Keulenund Ballgymnastik werden wir ein Tanzspiel von Hermann Grauerholz sehen. Grauerholz, in Turnerkreisen bestens bekannt, hat mit seinen Tanzspielen für Turnerinnen eine neuartige Gymnastik geschaffen, wobei nicht sehr das Turnerische betont wird. Das Tanzspiel soll etwas ausdrücken, das für die Tänzerinnen und auch für die Zuschauer zu einem inneren Erlebnis wird. Wer das große Tanzspiel beim Deutschen Turnfest in Hamburg gesehen hat, der hat die Gewißheit mitgenommen, daß Grauerholz hier etwas geschaffen hat, das zui einem ständigen Bestandteil der turnerischen Arbeit der Turnerinnen werden wird. 50 Jahre Schützenverein Dahl An Pfingsten große Jubiläumsfeier Dahl. Der St. Josef-Schützenverein blickt 1954 auf sein 50jähriges Bestehen zurück. Die Generalversammlung bei Häner stand im Zeichen dieses Ereignisses. Fünf Mitbegründer des Vereins: Anton Host, August Griesenbruch, Anton Burghaus, Josef Vierschilling und Gustav Heer wurden für ihre Treue mit einem Schützenorden ausgezeichnet. Ehrenmajor Host hob in seiner Ansprache hervor, daß in dem erst als„Verein deutsche Treue“ gegründeten Schützenverein ein echter Kameradschaftsgeist lebendig ist. Vorsitzender Schlimm stellte rückblikkend auf 1953 fest, daß dieses Jahr für den Verein erfolgreich war. Auch der Kassenbericht befriedigte allseits. Vier neue Mitglieder wurden aufgenommen. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt und um die drei Mitglieder H Burghaus, Fd. Bade und Peter Zimmermann erweitert. Im Hinblick auf das bevorstehende Jubiläumstest wurde der Jahresbeitrag auf 5 DM erhöht. Der Schützenplatz ist inzwischen durch einen Räumer wesentlich verbessert worden, doch bleibt noch manches zu tun. Ein Festausschuß wurde gebildet. Die umliegenden Schützenvereine sollen zur Jubiläumsfeier an den Pfingsttagen eingeladen werden. In froher Runde klang die Versammlung Neuer Schulbeirat Wenden. Einen Schulbeirat für den neuen Schulverband Wenden-Römershagen hatte die Amtsvertretung als beschlußfassende Körperschaft in der letzten Amtsvertretersitzung zu wählen. Nach Beratung schlug der Hauptausschuß vor, den Beirat mit 9 Mitgliedern zu beschikken. Gewählt wurden unter Berücksichtigung beider Konfessionen Amtsbürgermeister Brüser. J. Stock, E. Bröcher und B. Vanselow(Ottfingen), H. Herrendörfer (Römershagen), die Gemeindebürgermeister Eichert und Wurm, Hauptlehrer Hötte(Ottfingen) und Lehrer Weiß (Rothemühle). Ausgeglichener Schulhaushaltsplan Wenden. Der für das Geschäftsjahr 1953/54 vorliegende Haushaltsplan für den Gesamtschulverband Wenden-Römershagen, der sich in Einnahme und Ausgabe auf 6000 DM beziffert, wurde nach längerer Beratung von der Amtsvertretung einstimmig genehmigt, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß der nächste Haushaltsplan eine Verteilung der Lasten bringt, die jeder Gemeinde aufgrund der Schulkinderzahl gerecht wird. Für die Gemeinde Römershagen, so betonte Bürgermeister Wurm, sei dies von großer Bedeutung. Schiedsmann schwer zu finden Wenden. Der bisherige Schiedsmann für das Amt Wenden hat sein Amt zur Verfügung gestellt. Die Neubesetzung dieses Amtes, so stellte sich in der Amtsvertretersitzung heraus, ist mit großen Schwierigkeiten verbunden, da die für das Amt vorgeschlagenen Personen wegen Arbeitsüberlastung absagten. Amtsdirektor Quiter erklärte, daß er sich mit Hauptlehrer Warnke in Gerlingen in Verbindung gesetzt habe, der nicht abgeneigt sei, das Amt zu übernehmen. Unter dem Vorbehalt, daß Hauptlehrer Warnke das Amt annimmt, wurde er einstimmig zum neuen Schiedsmann gewählt. Generalversammlung des St. Matthäus-Schützenvereins Rüblinghausen. Zur diesjährigen Generalversammlung am Sonntag, dem 10. Jan., in der Gastwirtschaft Clemens(Zur Gate), nachmittaga 5 Uhr, sind alle Mitglieder herzlich eingeladen. Wichtige Fragen werden erörtert, deshalb ist das Erschenen aller Mitglieder erwünscht. Stadt und Amt Drolshagen 2,6 Mill. Mark Geldstücke im Kreise Olpe Ständiger Bedarf an Münzgeld- Trügerische Hoffnung der Pfennig-Sammler Kreis Olpe. In der Straßenbahn und beim Kaufmann, in Gaststätten und an der Kinokasse, überall taucht die gleiche Frage auf: Haben sie es nicht klein? Der Kleingeldmangel ist immer noch deutlich spürbar, obwohl in den Münzprägeanstalten der Bundesrepublik, in München, Stuttgart, Karlsruhe und Hamburg laufend neue Münzstücke im Auftrag der Bank Deutscher Länder geprägt werden. Aber pro Kopf der Bevölkerung dürfen die Münzen der Bundesrepublik einen Wert von zusammen DM 30 nicht überschreiten. Das haben unsere Währungsfachleute genau errechnet und schon im Münzgesetz der Bundesrepublik vom 8. Juli 1950 festgelegt. Die zuständigen Stellen können und wollen also nicht den Auftrag geben, Münzen in unbeschränkter Zahl zu prägen, wie man als Währungslaie manchmal wünscht, wenn zum Beispiel der Bäcker an Stelle von kleinen Münzen Gummibonbons zurückzahlt. Die Neuprägung von Münzen richtet sich nach einem bestimmten Plan, nach dem dann der jeweils herrschende Kleingeldmangel beseitigt wird. Wieviel Einpfennig-Stücke? Die Frage nach der Menge der Einpfennig-Münzen im Kreise Olpe kann man zweimal beantworten. Offiziell, bzw. theoretisch waren Ende 1953 für 10 Mill. Mark Pfennige im Umlauf, im Kreise Olpe 1,7 Millionen Stück, also pro Kopf 20 Einpfennig- Stücke. Praktisch ist die Zahl der im Umlauf befindlichen Pfennige aber weit geringer. Wo der Pfennig nun bleibt, ist ungewiß. Einige Währungsfachleute neigen zu der Ansicht, daß viele Pfennige borten, weil sie sich der trügerischen Hoffnung hingeben, die Pfennige überdauerten eine mögliche Geldabwertung. Hoffen wir, daß die Geldabwertung von 1948 die letzte in diesem Jahrhundert war und die PfennigSammler nicht durch eine neue bitter enttäuscht werden, weil ihre Pfennige sie darüber auch nicht hinwegretten. Auch wer glaubt, der Pfennig besitze einen hohen Kupferwert, ist im Irrtum. Unsere Einpfennig-Münzen sind Eisenblättchen mit einer Kupferplattierung von nur 5% der Gesamtmasse. Der Pfennig in der Skatkasse Aber wo braucht man nicht überall Pfennige. Die Skatfreunde halten ihn für unentbehrlich für ihre Skatkasse und Lotteriegesellschaften bedienen sich seiner. indem sie ihn Werbesprospekten als „Glückspfennig“ beilegen. Sogar„Dukatenschweinchen“ aus Marzipan, geziert mit einem echten Pfennig im Rüssel, sah man zur Weihnachten in den Geschäften. Nicht zu vergessen ist der große Posten Pfennige. der täglich in die Sparbüchsen der Kinder wandert und zum Teil für Monate dem natürlichen Umlauf entzogen wird. 30 Mark Münzen pro Kopf der Bevölkerung Dreißig Mark, das ist der Höchstsatz an Geldstücken pro Kopf der Bevölkerung. der nicht überschritten werden darf, bestimmt das Münzgesetz. Das bedeutet 2,6 Millionen Mark in Münzen für den Kreis Olpe. In dieser Summe sind alle heute im Gebrauch befindlicher Münzstucke enthalten. Zweipfennig-Stücke werden nicht mehr in Umlauf gesetzt; Neue Konrektorstelle Drolshagen. In eine Konrektorstelle wird nach einem Beschluß der Stadtvertretung eine Lehrerstelle an der kath. Volksschule umgewandelt Der Beschluß erfolgte auf Grund des Gesetzes zur Aenderung und Ergänzung des Besoldungsgesetzes. Wer mit der Konrektorstelle betreut wird, steht noch nicht fest. Müllabfuhr in Drolshagen Drolshagen. Die Satzung für die Müllabfuhr ist inzwischen genehmigt worden. Allen Haushaltungen geht eine Abschrift von dieser Satzung zur Kenntnisnahme zu, sobald sie im Druck erschienen ist. Es kann sich dann jeder selbst über die aufgestellten Bedingungen unterrichten. Heute Filmvorführung Drolshagen. Heute zeigt die DiözesanFilm- und Bildstelle im kath. Vereinshaus um 20 Uhr den Film„Der Königswalzer“ sowie eine Wochenschau. Neues Wappen für das Amt Drolshagen Drolshagen. Wie schon mitgeteilt, hat die Gemeinde Drolshagen-Land kürzlich durch Gemeinderatsbeschluß ein neues Wappen erhalten. Nunmehr ist diesem Beispiel auch das Amt Drolshagen gefolgt. Der Heraldiker des Staatsarchivs in Münster, Malek, hat das neue Wappen entworfen und die Amtsvertretung stimmte seinem Entwurf zu. Das neue Wappen wird also jetzt eingeführt werden. Es erhält folgendes Aussehen: Das Wappen zeigt einen Schild, der durch ein durchgehendes Balkenkreuz in vier Felder aufgeteilt ist. Im ersten und vierten Feld ist auf Goldgrund ein blauer Rautenbalken von drei Rauten aufgezeichnet, im zweiten und dritten Feld auf Silbergrund ein gestürzter schwarzer Anker, über dessen Schaft ein schwarzer, nach links gevon den größeren Münzen sind die Zweimarkstücke die gebräuchlichsten und wohl auch vor dem Horten am sichersten. Die Fünfmarkstücke sind schon wieder mehr gefährdet. Man hört es zu oft: Wir sparen Fünfmarkstücke. Wenn Fünf-Mark-Sammler eines erwischen, kommt es sogleich auf die hohe Kante, aber nicht erst auf die Bank, und wenn ein ansehnlicher Betrag beisammen ist wird eine Anschaffung gemacht. Der Verkäufer wundert sich, wenn der Kaufpreis in zahlreichen Fünf-Mark-Stücken hinterlegt wird. Und er sieht sie sich genau an, ob sie auch echt sind. Man karn nie wiessen.. richteter Pfeil liegt. Das erste und vierte Feld entspricht dem von der Gemeindevertretung Drolshagen-Land beschlossenen Wappen, das dritte und vierte Feld dem Wappen der Stadt Droishagen Landwirtschaftlicher Beratungsdienst Drolshagen, Amtsdirektor Zimmermann berichtete den Gemeindevertretern von Drolshagen-Land auf ihrer letzten Sitzung über die Maßnahmen zur Durchführung des„landwirtschaftlichen Beratungsdienstes“. Danach soll zunächst ein Lehrgang im Werkraum der neuen Schule in Iseringhausen anlaufen. Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest. DRK-Prüfung Heggen. Alle, die am Kursus des DRK. für„Erste Hilfe“ teilgenommen haben, unterziehen sich der Prüfung am Samistag, dem 9. Januar. Sie wird von Medizinalrat Dr. Polle, Olpe, abgenommen. Die Prüfung findet gemeinsam mit den lrüflingen aus Dünschede im Jugendheim in Dünschede statt. Neues aus Attendorn Die Geschäftsstelle der Barmer Ersatzkasse wird sich voraussichtlich ab 15. Januar im Hause Metzgerei Klewes, Kölner Straße, befinden. Der Sportverein 04 e. V. Attendorn hat seine Jahreshauptversammlung am Samnstag um 20 Uhr im Vereinslokal Kersting. Die Polizei führt Klage über das Rodeln auf den öffentlichen VerkehrsstraBen. Mit Rücksicht auf den starken Verkehr und die damit verbundenen großen Gefahren weist die Polizei im eigensten Interesse der Kinder und Eltern darauf hin, doch die gefährlichen VerkehrsstraBen zu meiden und anderswo Rodelgelegenheit zu suchen. Auf dem Klosterplatz wird zurzeit die Stelle, wo früber die Klosterkirche stand, ausgehoben, um später dort eine Packlage anzubringen. Der Boden soll auf diese Weise für Parkmöglichkeit fest gemacht werden. Die Aufstellung von Spielgeräten nimmt:n letzter Zeit in unseren Gaststätten und Lokalen zu. Um die Gaststättenbesitzer vor Unannnehmlichkeiten zu schützen, wird seitens der Polizei auf den Erlaß des Innenministers von Nordrhein-Westfalen vom 15. 10. 1953 hingewiesen. Hiernach müssen die mechanisch betriebenen Spielgeräte, die im Gewinnfalle Geld verabfolgen, mit einem braunen Zulassungszeichen versehen sein, während Spielgeräte, die im Gewinnfalle nur Warenbezugsmarken verabfolgen, das schwarze Zulassungszeichen tragen. Totenglocke. Im Alter von 64 Jahren verstarb der Invalide Emil Springob, wohnhaft Kampstraße 51. R. i. p. Der Skisport in Bilstein plant... Zwel Großveranstaltungen des WSV- Die Tellnahmebedingungen Bilstein. Der Westdeutsche Skiverband hat zwei große Veranstaltungen nach Bilstein gelegt, die am 31. Januar und am 21. Februar stattfinden werden. Mit der Ausrichtung wurde der Wintersportverein Bilstein beauftragt. So soll am 31. Januar ein Sprunglauf um den Wanderpokal— den Bilsteiner Jagdpokal— stattfinden und als zweite große Veranstaltung ein Skispringen um einen weiteren Wanderpokal, und zwar um den vom Hotel„Freiheit Bilstein“ gestifteten. Die Ausschreibungen sind inzwischen erfolgt. An beiden Großveranstaltungen können Skiläufer teilnehmen, die im Besitz des vorgeschriebenen Startpasses des Deutschen Skiverbandes sind. Jeder Springer hat ein Nenngeld von 0,50 DM zu entrichten. Beide Wettläufe werden nach der Wettlauf-Ordnung und deren Abänderungen des Westdeutschen Skiverbandes durchgeführt. Zugelassen sind die Klassen I und II, die allgemeine Klasse, die Altersklasse, die Jungmannen-Klasse sowie die Jugend-Klassen I und II. Die drei besten Skispringer jeder Klasse erhalten eine Urkunde des WSV. Beide Pokalspringen beginnen jeweils um 14.30 Uhr. Die Siegerehrung findet anschließend um 17 Uhr im Saale des Hotels„Freiheit Bilstein“ statt. Meldungen sind bis zum 30. Januar bzw. 20. Februar an Schrift- und Kassenwart des Wintersportvereins Bilstein, Clemens Moll, Bilstein über Grevenbrück-Westf. Hauptstraße 51, zu richten. Veranstalter ist der Bezirk Rothaargebirge des Westdeutschen Skiverbandes, der die Ausrichtung beider Veranstaltungen dem Wintersportverein Bilstein übertragen hat. Beide übernehmen keinerlei Verantwortung bzw. Haftung für evtl. Schäden. Jeder Teilnehmer beim Wettlaufspringen hat für seine Versicherun selbst zu sorgen. 2000 Einsendungen Altenhundem. Für das WeihnachtsPreisrätsel, das die Altenhundemer Geschäftswelt in der Vorweihnachtszeit veranstaltete, gingen rund 2000 Einsendungen ein. Ein neutrales Preisgericht nahm die öffentliche Auslosung unter den richtigen Lösungen vor. Rund 100 Gewinne kamen zur Verteilung. Die Gewinner wurden inzwischen benachrichtigt. An Jugendliche auf dem Lande 25 000 Fragebogen Formen der Kunststoffe Willst du deinen Hof aufteilen?" Eine wissenschaftliche Aktion im ganzen Bundesgebiet ist angelaufen Münster.— Sollen die Bauern einmal streiken, um ihre Forderungen durchzusetzen? Darüber ist schon manches Mal diskutiert worden. Wie die Mehrheit des Landvolkes denkt, weiß niemand. Noch nie sind auf dem Lande umfassende wissenschaftliche Erhebungen angestellt worden. Während Industrie und Gewerkschaften, Handwerk und Handel ständig Meinungsbefragungen veranstalten, um durch Summierung der abgegebenen Urteile Rückschlüsse auf die Lebensverhältnisse und die Stimmung bestimmter Bevölkerungsschichten zu ziehen, hat man nur vage Anhaltspunkte über die Meinung des Landvolks. Als kürzlich beim Westfälischen Landwirtschaftsverband ein Doktorand vorsprach, der um statistische Unterlagen über soziologische Landjugendfragen bat, mußte er mit leeren Händen wieder gehen. In absehbarer Zeit wird das anders sein: Der Bund der deutschen Landjugend veranstaltet in der ganzen Bundesrepublik eine Umfrage. 25 000 Fragebogen hat er in alle Landkreise geschickt. Nach bestimmten Gesichtspunkten wurden die auszuhorchenden Dörfer ausgewählt. In den nächsten Tagen liegen im westfälichen Raum solche Bogen mit je 129 Fragen etwa 2000 Jugendlichen zwischen 14 und 22 Jahren, die in 56 Orten wohnen, vor. Die Fragen sind allen Lebensgebieten entnommen, Wenn wir hier etliche nennen, so mit einigem Grund: Auch der, der nicht gefragt wird, mag sich einmal Gedanken machen. Es kann gar nicht schaden, wenn über all die angeschnittenen Probleme gründlich diskutiert wird. Wenn demnächst das Ergebnis der Enquête vorliegt, kann man dann seine Meinung mit der des Querschnitts der Landjugend vergleichen. „Wann müßte dem Hoferben die Leitung des Betriebs übergeben werden?“ Dies Problem beschäftigt die Landjugend heute sehr stark.„Wenn du später einmal mehrere Kinder hättest, würdest du dann deinen Hof einem dieser Kinder übergeben oder ihn unter alle aufteilen?“ Auch diese Frage ist sehr bedeutungsvoll. In den Rubriken liest man weiter: Sollte jeder, der einen landwirtschaftlichen Betrieb selbständig leiten will, eine Meisterprüfung ablegen? Empfindest du deine Schulbildung als unzureichend? Glaubst du, daß deine Alterskameraden in Industrie und Gewerbe eine bessere Fachausbildung bekommen als du? Fühlst du dich als Angehöriger des bäuerlichen Berufsstandes anderen Berufsständen gegenüber im Staat benachteiligt? Kennst du das Agrarprogramm irgendeiner Partei? Die Untersuchung stößt auch in ganz persönliche Lebensgebiete vor: Welche Gesichtspunkte sind nach deiner Meinung bei der Wahl des Ehepartners zu berücksichtigen? Da haben dann der Franz und In der nächsten Woche im NRW-Landtag Mehr Wohnraum für Kinder Bessere Wohnungen durch ein neues Landeswohnungsgesetz Düsseldori.— Eine neue Bestimmung für Kinder über zehn Jahren bringt der Entwurf eines Landeswohnungsgesetzes für Nordrhein-Westfalen, das der Landtag in der nächsten Woche behandeln wird. Danach sollen diese Kinder, wenn sie verschiedenen Geschlechts sind, zwei Räume beanspruchen können. Bei gleichem Geschlecht werden erst nach 18 Jahren zwej Räume für sie freigegeben. Neu ist auch, daß Küchen erst dann als Wohnraum mitgezählt werden, wenn sie eine anrechenbare Wohnfläche von mindestens 10 qm enthalten. Die Voraussetzung, daß sie nicht von mehreren selbständigen Haushalten gemeinsam benutzt werden, bleibt für diese Bestimmung bestehen. Sechs Dringlichkeitsstufen Der Entwurf enthält einheitlich für das ganze Land sechs Dringlichkeitsstufen der Wohnungsuchenden als Richtlinie für die Wohnungsämter. Der Hauseigentümer hat nach dem Wohnungsbewirtschaftungsgesetz des Bundes den Vorrang bei der Zuteilung von Wohnraum. Im übrigen sieht der Entwurf folgende Rangordnung vor: 1. Heimkehrer und Verfolgte des NS-Regims, 2. Vertriebene und Evakuierte, zu deren Aufnahme das Land verpflichtet ist. 3. unzureichend untergebrachte Eheleute nach zwei Ehejahren und unzureichend untergebrachte Familien mit vier und mehr Kindern, 4. Personen, deren Tätigkeit im öffentlichen Interesse liegt, 5. vorläufig oder unzureichend untergebrachte Wohnungsuchende und Wohnungsuchenden. 6. die übrigen Schneelage Sauerland Willingen-Usseln: Pulver, Ski und Rodel sehr gut, Gesamtschnee 41 cm. Minus 8 Grad. Winterberg mit Astengebiet: Pulver, Ski und Rodel sehr gut, Gesamtschnee 45 cm, davon 1 cm Neuschnee. Minus 10 Grad. Niedersfeld: Pulver, Ski und Rodel sehr gut, Gesamtschnee 30 cm. Minus 9 Grad. die Gerda nach der Wichtigkeit zu numerieren: Außeres Aussehen, Berufstüchtigkeit, Bildung, Charakter, Gesundheit, Herkunft(Familie, Stand, Verhältnisse), gleiche Konfession, Vermögen, Leumund. Schneller werden der Hans und die Grete wohl mit der Frage fertig, ob sie etwas dabei finden, wenn sich ein Mädchen gelegentlich schminkt oder das Schminken ganz ablehnen. Niemand braucht rot zu werden, wenn gefragt wird: Wieviel Kinder möchtest du später gern einmal haben? Ob auf den Höfen alles in Ordnung ist, auch darüber wird die Erhebung demnächst Auskunft geben: Schläfst du allein in einem Raum oder zusammen mit Eltern, Geschwistern. Verwandten oder sonstigen Personen? Bist du mit deiner Entiohnung zufrieden? Hast au genügend freie Zeit für deine persönlichen Interessen? Die Jugend soll auch sagen, was ihrer Meinung nach von acht angegebenen Dingen unbedingt in ein Bauernhaus gehört: Elektrischer Strom, Wasserleitung, Radioapparat, Kühlschrank, Badezimmer oder Duschanlage, Waschmaschine, Staubsauger, Telefon. Für den praktischen Wert der Untersuchung ist Frage 8 beispielhaft. Hier sind die Sachgebiete anzukreuzen, die nach Meinung des Befragten in der landwirtschaftlichen Berufsschule für Jungen behandelt werden sollen. Das Gesamtergebnis wird bei der Festlegung der Lehrpläne berücksichtigt werden. Es geht um folgendes: Anleitung zu Reparaturen, Anstandskunde, bäuerlicher Schriftverkehr, deutsche Dichtung, Erziehungslehre, Handhabung von Werkzeugen und Geräten, Kraftfahrzeugkunde, landwirtschaftliche Berufskunde(Ackerbau und Viehzucht), Lebenskunde, Rechnen, Sport, Staatsbürgerkunde, Üben neuer Arbeitsmethoden, Werkunterricht in Holz- und Metallbearbeitung; sonstige Fächer können hinzugefügt werden. „Die Erhebung soll dazu dienen, das Leben der Jugend auf dem Lande besser und schöner zu gestalten“, haben sich Gustav Sühler, Vorsitzender des Bundes der deutschen Landjugend, und Dr. Planck. Leiter der Landjugendbefragung, geäußert. Vielleicht wird der eine oder andere das zwölfseitige Formular mit Scheu betrachten. Er braucht keine Angst zu haben. Wenn er den Bogen ausgefüllt hat, steckt er ihn in einen Umschlag, klebt zu und reicht ihn dem Befragungsleiter zur Weitergabe an die Zentrale zurück. Grundsätzliche Entscheidung des Bundesgerichts Karlsruhe klärt Fahruntüchtigkeit Auch dem Trinkgewohnten soll kein Unrecht geschehen Karlrune.— Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat am Donnerstag in einem Verfahren grundsätzlich darauf hingewiesen, daß bei einem Alkoholgehalt von mehr als 1,5 Promille im Blut ein Kraftfahrer mit Sicherheit fahruntüchtig ist. In der Urteilsbegründung wurde betont, daß nach zahlreichen Versuchen schon bei einem Alkoholgehalt von 0.5 Promille die psycho-physische Leistungsfähigkeit meßbar gestört sei und ber einem Promille die meisten Menschen bereits fahruntüchtig seien. Nur aus SicherInternationale Wissenschaftlersprache erwogen Mechanisches Gedächtnis für Forscher Professor Dr. Pietsch tritt für ökonomische Geistesarbeit ein Düsseldori.— Ein führender deutscher Wissenschaftler, Professor Dr. E. Pietsch, gab in einem Vortrag in Düsseldorf bekannt, es seien Bestrebungen im Gange, eine internationale Sprache ähnlich dem Esperanto zu schaffen, die alle Zweige der Wissenschaft erfaßt. Man habe auch Maschinen konstruiert, die mit einem besonders ausgearbeiteten Wörterbuch im stande seien, Texte automatisch zu übersetzen. Versuche seien damit angestellt worden. Professor Pietsch, der das Gmelin-Institut für anorganische Chemie leitet, sagte auf der letzten Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung in Düsseldorf, daß Fremdsprachen ein großes Hindernis für die schnelle Erfassung des wissenschaftlichen Schrifttums seien. In der Chemie seien zum Beispiel 50 Prozent des Schrifttums in englischer Sprache verfaßt. Professor Pietsch erwähnte neuartige Geräte, die als eine Art GedächtnisM roboter die Forscher bei der Arbeit(insbesondere der Dokumentation) unterstützen. Mit neuentwickelten Speicherungsaggregaten, die laufend Forschungsergebnisse auf Holeritkarten registrieren, könnten heute Wissenschaftler mit einem einfachen Druck auf die Tastatur die Antwort auf eine Frage erhalten. Das wissenschaftliche Schrifttum sei in den letzten 50 Jahren derart umfangreich geworden, daß der Forscher bei der Sichtung des Materials wertvolle Zeit verliert, die ihm für die Forschung selbst fehlte. Die Quellen würden jetzt auf mechanischem, elektromechanischem, fotoelektrischem und elektronischem Wege registriert. Professor Pietsch, der über„Dokumentation und mechanisches Gedächtnis zur Frage der Okonomie der geistigen Arbeit“ sprach, bedauerte, daß in Deutschland für diese Dokumentationsarbeit zu wenig Geld zur Verfügung stünde: andere Länder, wie die USA, Holland und Schweden gäben einen beträchtlichen Teil ihrer Forschungsmittel dafür aus. heitsgründen— weil mögliche Ungenauigkeiten bei später Blutentnahme— sei der Beginn unbedingter Fahruntüchtigkeit erst bei einem Alkoholgehalt von 1,5 Promille festgesetzt worden. Diese Grenze sei so gewählt, daß keinem Kraftfahrer, auch nicht dem Trinkgewohnten, Unrecht geschehe, wenn er ohne Rücksicht auf sonstige Umstände, bei Überschreiten dieser Grenze verurteilt werde. Es sei dabei durchaus möglich, daß trinkgewohnte Fahrer trotz erheblichen Alkoholgenusses eine längere Strecke einwandfrei fahren. Fahruntüchtigkeit infolge Alkohols berge eine Gefahr in sich, die nicht unbedingt zur Auswirkung kommen müsse. Längeres einwandfreies Fahren ohne Unfall sei kein Beweis gegen die durch den Alkoholgehalt festgestellte Fahruntüchtigkeit. Einen positiven Unfallrekord kann die Westberliner Polizei vom Mittwoch melden. An diesem Tage wurde seit Jahren zum erstenmal niemand bei einem Verkehrsunfall verletzt. Die Kraftfahrer mußten wegen der glatten Straßen so langsam und vorsichtig fahren, daß bei Zusammenstößen nur Blechschäden entstanden. Eine Ausstellung form3 schöner KunststoffGebrauchsartikel, an der sich 120 der etwa 900 Kunststoff-Firmen im Bundesgebiet beteiligten, wurde von Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein im Hause des Instituts für neue Formgebung in Darmstadt eröffnet. Prinz Ludwig von Hessen wies als Vorsitzender des Darmstädter Instituts darauf hin, daß es an der Zeit sei, den ästhetischen Begriff der Schönheit auf das technische Produkt auszuweiten. Die Ausstellung zeigt etwa 200 Gebrauchsgegenstände aller Art aus Kunststoff, darunter Spielzeug, Werkzeug, Küchengeräte, Büroware und Folien. Unser Bild: Ein Tischfernsprecher, der an Stelle der üblichen Wählscheibe mit Zugschalter ausgerüstet ist und dahinter eine Tischlampe aus weißem organischen Glas, die von Professor Hoffmann-Lederer(Darmstadt) entworfen wurde. Nach Bluff mit„Feriengemeinschaft“ geflohen Betrüger Maas verhaftet Kinder aus dem Ruhrgebiet wurden von ihm gewissenlos geprellt Tetinanz— Der im Bundesgebiet als Betrüger steckbrieflich gesuchte 37 Jahre alte Johann Maas aus Neukirchen(Kreis Mörs) ist in Tettnang festgenommen worden. Nach den Ermittlungen der Polizei soll Maas im vergangenen Jahr mit seiner„Feriengemeinschaft Rhein-Ruhr-Gebiet e. V.“ umfangreiche Betrügereien bei Kinderlandverschickungen begangen haben. In Prospekten habe er einen 28tägigen Erholungsaufenthalt für Kinder im Berchtesgadener Land bei ausgezeichneter Unterkunft und Verpflegung angeboten. Tatsächlich seien die Kinder in einem Heustadel am Königsee auf Strohlagern untergebracht worden. Die Verpflegung— Eintopfgerichte und Nach einem Ehestreit Suppen— sei so gering gewesen, daß sich viele Kinder in der Umgebung zusätzliche Lebensmittel erbetteln mußten. Von ungefähr 70 000 Mark Einnahmen soll Maas dabei nur etwa 20 000 Mark für die Verpflegung der Kinder ausgegeben haben. Später ist Maas nach den Angaben der Polizei als„Rechtsanwalt und Notar Dr. Reich“ im Bodenseegebiet und im Allgäu aufgetaucht, wo er sich als„Geldvermittler“ betätigt habe. In Tettnang hatte er sich unter dem Namen Hans Wieland in einem Gasthaus einquartiert. Er soll jetzt in seinem eigenen Wagen von Tettnang in das Amtsgerichtsgefängnis nach Essen gebracht werden, wo der Prozeß gegen ihn am 11. Januar beginnen soll. Amokläufer springt in Kanal Er wollte seine eigenen Kinder mit der Pistole erschießen Bad Aiblinz— Der 25 Jahre alte Josef Kittel wollte in Kolbermoor (Kreis Aibling) seine beiden Kinder im Alter von vier Jahren und zwanzig Monaten erschießen, als seine Ehefrau die Kleinen nach einem Ehestreit zu Verwandten gebracht hatte. Kittel, der wie ein Wilder mit einer Pistole umherlief, schoß auf ein Ehepaar, das ihn daran hindern wollte, die Tat auszuführen. Als er das Ziel verfehlte und die Pistole eine Ladehemmung bekam, flüchtete er. In selbstmörderischer Absicht sprang er in den nahe gelegenen Werkkanal der Mangfall, kletterte aber wieder ans Ufer. Er wurde festgenommen. muß aber ein Schreibfehler unterlaufen sein und ein Strich bei der römischen Zahl fehlen, da die Urkunde in die Akten des Klosters vom Jahre 805 eingereiht wurde und einen Abt nennt, der erst 805 sein Amt antrat. Metzger stahl Möbelwagen Hagen.— Das Hagener Schöffengericht verurteilte am Mittwoch den 27jährigen Metzgergesellen Karl Berner aus Hagen zu sechs Monaten Gefängnis, weil er im September nachts einen mit Polstermöbeln beladenen Lastkraftwagen gestohlen und ohne Führerschein eine mehrtägige Spritztour unternommen hatte. Um die Fahrt zu finanzieren, verkaufte er im Sauerland und im Westerwaid die gestohlenen Sessel, Sofas und Couches an Tankwarte, Landwirte und Lebensmittelhändler. Als er festgenommen wurde, war die Ladung des Lastkraftwagens bis auf ein Sofa und eine beschädigte Couch zusammengeschrumpft. Ein Jahr fehlte an 1150 Gießen.— Die rund 3000 Einwohner zählende Gemeinde Leihgestern im Kreis GieBen, die in diesem Jahr ihr 1150jähriges Bestehen feiern wollte und bereits mit den Vorbereitungen begonnen hatte, mußte jetzt feststellen, daß sie in Wirklichkeit noch ein Jahr jünger ist, und also erst 1955„jubilieren“ kann. In einer der beiden Urkunden des Klosters Lorsch, in denen die Gemeinde zum erstenmal erwähnt wird, hatte man„im 36. Jahr der Regierungszeit Karls des Großen“ gelesen, und das wäre 804 gewesen. Dabei Verkehrssünder in Hannover registriert Hannover— Die hannoversche Verkehrspolizei hat zu Beginn dieses Jahres eine„Verkehrssünder-Kartel“ eingerichtet, in der alle Radfahrer und Kraftfahrzeugbesitzer geführt werden, die innerhalb kurzer Zeit mehrere Verkehrsunfälle verschuldet haben. Wie am Donnerstag vom Polizeipräsidium mitgeteilt wurde, sollen von dieser Kartei künftig alle „Verkehrsrowdies“ erfaßt werden, die sich trotz gerichtlicher Strafen und mehrfacher Belehrungen nicht an die Verkehrsregeln halten. Die Gerichte in Hannover haben sich bereiterklärt, alle neuen geahndeten Verkehrsdelikte der Polizei mitzuteilen. Bei nachweislicher Unbelehrbarkeit wird dem Betreffenden nach zweimaliger Verwarnung über die Verwaltungsbehörde der Entzug des Führerscheins oder die Einziehung des Fahrzeuges angedroht. Seilartist stürzte ab Berlin.— Der Seilartist„Duxon“, der seit einigen Tagen in einem Westberliner Kaufhaus auftrat, um die Haltbarkeit des erlons zu demonstrieren, stürzte am Mittwochabend bei der letzten Vorstellung ab. Sein Perlonseil war in der Mitte gerissen. Der Artist wurde leicht verletzt. Die Natur erweist sich als zinskräftig Ein Wald als Rentenversicherung Altersversorgung auf originelle Weise: Mit den Pappelbäumen wächst das Konto Ming Siang hie zwölfjährige Tochter des diinesischen Restaurant-Besitzers Cu Ming Shu trat am Neujahrstag in der holländischen Grenzstadt Wageningen bei Arnheim in Hungerstreile, weil der Vater am Silvesterabend seinen Hund, einen Foxterrier, verkauft hatte. Der Hausarzt befürchtete, daß das Mädchen sterben musse, wenn der Hund uldit zurüdekelire. Cu Ming Shu hatte seinen Hund verkauft, weil er hin und wieder die Kunden belästigte, wustte aber den Namen des Käufers nicht. Er bat schiließlich die Polizet um Hilfe, und eine Suchnittellung über alle holländischen Sender hatte Erfolg. Schion wenige Minuten nadi der Durchgabe meldete sich der Käufer telefonisch aus dem Grenzdorf Opheusden bei Nimwegen und war sofort bereit. den Hund zurückzugeben. Als ein Polizist das Tler im Peterwagen wieder dem Chinesen zurüdegebracht hatte, weinte das Mäddien Ming Stang vor Freude und der Appetit leelirte wieder. Sozialrichter vereidigt Münster.— Der Direktor des Sozialgerichts für das Gebiet des Regierungsbezirks Münster, Regierungs-Vizepräsident a. D. Dr. Stier, vereidigte am Donnerstag in Münster 250 von den 273 Sozialrichtern. Anschließend wählten die Sozialrichter den Richterausschuß, der darauf unter dem Vorsitz von Dr. Stier zusammentrat. Die ersten Sitzungen des Sozialgerichts werden Ende Januar beginnen. 13 Tonnen Adressen Wuppertal. Für das in Arbeit befindliche neue Adreßbuch der Stadt Wuppertal wird eine Personenstandsaufnahme im gesamten Stadtgebiet durchgeführt. Für das„dickste Buch, das in Wuppertal gedruckt wird“, soll der stehengelassene korrigierte Satz des 1300 Seiten starken Adreßbuches 1952/53 verwendet werden. Er wiegt 13 Tonnen. Kaisersiautern— Seit etwa einem Jahr gibt es in Kaiserslautern eine Gesellschaft, die im Auftrag ihrer Kunden auf eigenen und gepachteten Böden junge Hochzuchtpappeln anpflanzt, sich verpflichtet, die Bäume 20 Jahre hindurch zu pflegen und nach ihrem Einschlag 75 Prozent des Reinerlöses an die Auftraggeber auszuzahlen. Praktisch sieht die Sache so aus, daß der Kunde dieser Firma den Auftrag gibt, monatlich eine Pappel für ihn anzupflanzen, wofür er jeweils zehn Mark entrichtet; nach einem Vertrag, den er mit der Gesellschaft abschließt, hat er für jeden in 21 Jahren verkauften Baum 75 Mark zu erwarten. Manche Kunden haben auf diese Weise bereits ihre Altersversorgung eingeleitet; sie geben die jährliche Anpflanzung von 60 Pappeln in Auftrag, zahlen also monatlich 50 Mark, werden so allmählich Waldbesitzer und haben aus den Verkaufseinnahmen in zwei Jahrzehnten eine monatliche Rente von 375 Mark zu rwarten. Bis jetzt wurden der Gesellschaft schon über 50 000 Pappeln in Auftrag gegeben, aber die Befürchtung, daß es einmal zu viele werden könnten, scheint nicht zuzutreffen. Die Erde hat etwa 50 Millionen Quadratkilometer Waldfläche, das macht rund ein Drittel des Festlandes aus. Man schätzt, daß bei dem jährlich um zehn Prozent steigenden Holzverbrauch Europa in etwa 60 Jahren, Amerika schon in rund 40 Jahren(theoretisch) abgeholzt sein müßten. Innerhalb der Bundesrepublik hat sich die Waldfläche in den letzten 15 Jahren um ein Drittel verringert. Deshalb sorgt man jetzt überall fleißig für Nachwuchs, da die Pappel der schnellwüchsigste Baum ist, wurde gerade sie stark bevorzugt. In einem Zeitraum, in dem die Pappel 29 Meter wächst, schaffen Buche, Eiche, Fichte und Kiefer bestenfalls 12 Meter, und während die Pappel 50 Zentimeter Dickenzuwachs erreicht, kommen Buche und Elche nicht weit über sieben Zentimeter, die Fichte auf 9,6 und die Kiefer auf 11,6 Zentimeter. Daher hat man die Zahl der im Bundesgebiet angepflanzten Pappeln in den letzten Jahren enorm gesteigert: 1947 waren es noch 50 000, zwei Jahre später bereits 500 000 und 1951 sogar sieben Millionen. Von Krisen unabhängig Die Gesellschaft, die die Schnellwüchsigkeit der Pappel auf das investierte Kapital zu übertragen verspricht, überwindet hier und da vorhandenes Mißtrauen durch die Möglichkeit, den PappelAnteilschein, den man für jeden bezahlten Baum erhält, wieder gegen Bargeld einzutauschen. Dabei wird nach einer Zinstabelle errechnet— und die Natur gibt guten Zins— welchen Wert der Baum bereits erreicht hat, und danach richtet sich dann die Summe, die dem Kunden zurückgegeben wird.— Von dem Unternehmen einmal ganz abgesehen— hat diese Form der Kapitalanlage und-vermehrung zweifellos etwas Bestechendes, denn der Ertrag ist nicht gering und vor allem: er ist von allen Krisenzeiten und Währungsschwankungen völlig unabhängig. Wie weit sich aber die Methode des PappelSparens überhaupt durchsetzt(sie hat selbstverständlich auch ihre Gegner), bleibt abzuwarten. Großvaters Vollbart/ Von Jan Herchenröder Mein Großvater war Lehrer. Das will nichts besonderes besagen, denn es gibt viele Lehrer. Aber er trug einen stattlichen Vollbart, den er mit zweiundzwantig Jahren in die Ehe brachte, wie meine Großmutter immer erzählte. Sie brachte die Möbel mit und eine gute Kinderstube, und die beiden lebten fünfundvierzig Jahre zusammen in einer Gemeinschaft, wie es sie heute kaum noch gibt. Es war in jenen Jahren, als Gustav Freytag den gräßlichen Imperfekt„frug erfand, als die deutsche Industrie, aus kleinen Werkstätten hervorgehend, sich Weltruf erwarb, als das Niederwalddenkmal gebaut wurde. In jenen Jahren war mein Großvater ein eben vom Seminar gekommener Lehrer, und trat seine erste Stelle in einem winzigen Dorf in Oberhessen an. Er niedriges Zimmer mit Balken an der Decke und dunkelbraun und altertümlich, mit stammte aus einer ganz guten Familie und einem Geruch nach getrockneten Zwiebeln pflegte infolgedessen zuweilen seine Stop- und nach Lavendel zwischen der Wäsche peln rasieren zu lassen, Damals tat man—, erkundigte er sich, wo er sich rasieren das noch nicht selbst, denn es war nicht lassen könnte. jedem gegeben, mit den großen, scharfen Der alte Bauer sagte(es sei aus GrünMessern umzugehen. Selbstredend nahm mein Großvater an, daß auch in dem kleinen Dorf Gelegenheit sei, sich rasieren zu lassen..O, er war eitel, wie er später gern versicherte. Er kannte ja schon die Großmutter, eine quicklebendige Pfarrersden des besseren Verständnisses ins Hochdeutsche übersetzt):„Rasieren, wieso?“ „Weil ich gern glatte Backen hätte.“ „Ja, da müssen Sie ans andere Dorfende zum Schmiedchen Kaspar gehen; der macht so etwas.“ tochter, er schenkte ihr„Werthers Leiden“ Mein Großvater fragte sich durch und zum Geburtstag und durfte einmal mit gelangte durch tiefe Schlammpfade zum ihr eine Kahnpartie unternehmen. Nach- Schmiedchen Kaspar. Das war ein Mann, dem er sein kleines Zimmer bei biederen der normalerweise mit einem langstieligen Bauersleuten bezogen hatte— es war ein Hammer auf den Amboß schlug, daß die Funken stoben. Zwischendurch benagelte er die Hufe der schweren belgischen Gäule. Seine Brust war die reinste Panzerplatte, und die Muskeln quollen aus den Armen wie prall gefüllter Preßkopf. „Kann ich mich bei Ihnen rasieren lassen?“ „Natürlich. Bitte, nehmen Sie Platz!“ (Wörtlich sagte er:„Setzen Eich!“) Mein Großvater setzte sich auf den Amboß, und es dauerte nicht lange, bis eine Schar von Kindern, die er künftig zu unterrichten hatte, sich um den Schmied und den zu Rasierenden gesellte. SchmiedFreundinnen Anny:„Ich habe heute eine Verabredung. Leih mir doch mal deinen neuen Mantel.“ Erika:„Ehrenwort, daß ich ihn am Sonntag zurück habe?“ Anny:„Ehrenwort gebe ich erst für Mantel inclusive Hut und Handschuhe.“ Hatte Ihre Mutter Kinder? Gerade weil er so scharf nachzudenken pflegte, konnte der Philosoph Kant auch sehr zerstreut sein. In einer Gesellschaft traf er eine Dame, die sich sehr darüber beklagte, daß ihr das Glück eigener Kinder versagt blieb. Schlimm“, sagte Kant,„aber es könnte sich vielleicht um eine Erscheinung handeln, die in Ihrer Familie erblich ist. Haben Sie vielleicht feststellen können, ob Ihre Frau Mutter Kinder gehabt hat oder nicht?“ * In Amerika gilt der elektrische Stuhl als die humanste Hinrichtungsart. Ob er es wirklich ist, mag füglich bezweifelt werden. Es kommt daher in den einzelnen Staaten immer wieder zur Debatte darüber, ob man ihn beibehalten soll oder nicht. In einer solchen verstieg sich ein Parlamentarier zu dem Satz: „Selbstverständlich bedeutet jede Vollstreckung eines Todesurteils eine physische Qual, der auf die Dauer nur ganz wenige starke Naturen gewachsen sind.“ 4. Virchow beobachtete einmal einen Briefträger, der sich mit einer schweren Tasche abschleppte. Schließlich trat er auf ihn zu: „Sagen Sie, lieber Mann, wenn Sie so schrecklich zu schleppen haben, warum schicken Sie die Briefe eigentlich nicht mit der Post?“ * Rilkes Lyrik, vor allem die seiner letzten Jahre, ist schwer verständlich. Eines Tages kam ein Journalist zu dem Dichter und bat ihn um die Deutung einer dunklen Stelle. Der Dichter las sie genau durch.„Ja“, sagte er dann,„als ich das schrieb, wußte nur der liebe Gott und ich, was ich damit sagen wollte. Jetzt weiß es nur Gott allein.“ Ihre erzte Rolle: Ein Radett Ida Wüst wird 70 Jahre alt Es ist wahrhaftig nicht zu glauben, und auf Mütter- und Tantenrollen festlegte dennoch ist es so:„Die Wüst“ wird siebzig wie er jeden schabloniert, der ihm einmal Arbeit vollendet. Mein Großvater stand Jahre alt. Wir sagen„Die Wüst“, und damit zu nahe gekommen ist. wankend vom Amboß auf, und er blickte geben wir ihr den schönsten Titel, den das Ida Wüst ist eine Frankfurterin, wenn in Ermangelung eines Spiegels in eine Theater zu vergeben hat. Für Berlin ist sie auch am 3. Januar 1884 in Wiesbaden Fensterscheibe. Er kannte sich nicht wiesie es geworden, als sie der große Otto geboren wurde. In Frankfurt stand sie zum der; er hätte sich getrost unter Marburger Brahm. der Vorgänger Reinhardts, von ersten Male auf der Bühne und hatte ihren Studenten mischen können, die frisch von Leipzig an das Lessingtheater holte. Für die ersten Heiterkeitserfolg, als sie sich als Ka- der Mensur kamen. Nur war kein Arzt übrige Welt wurde sie es durch den Film, dett im unfreiwilligen Stimmbruch produ- da, um die Schmisse sonder Zahl zuzuder ihr ungezählte und unvergeßliche Rol- zierte. Über Bromberg, Colmar und andere kleine Bühnen arbeitete sie sich nach Leipzig vor und hatte es geschafft, als Brahm sie mit sich nach Berlin nahm. Zum Film kam sie erst spät und zögernd. Das Publikum mußte Ida sprechen hören, ehe es sie bewundern lernte. Eberhard Weigelt chen Kaspar seifte den Delinquenten mit Kernseife ein, und es gab auch eine Art Schaum. Dann begann er sein Werk. Später pflegte mein Großvater zu erzählen, daß er in diesen Augenblicken innerlich Abschied nahm von einem jungen, verheißungsvollen Leben. Auf seine neue graue Weste, die er von seinen Eltern geschenkt bekommen hatte, tropfte das Blut, vielmehr es rann, und die Kinder sollen sich zugeflüstert haben:„Der macht’s nicht mehr lange“. Irgendwann hatte der Schmied seine UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE KULTURNOTIZEN len zu danken hat. Ida Wüst ist eine jener tief im Menschlichen wurzelnden Darstellerinnen, die nichts auf dieser Erde ernst nehmen, am wenigsten sich selbst. Man muß sie nur hören, wenn sie eines ihrer Anekdötchen preisgibt, die sie unerschöpflich auf Lager hat, und wie sie es darreicht in der Hülle köstlichen Humors, der hier einmal des verschlissenen Beiwortes„gütig“ würdig ist.„Die alte Garde stirbt— sterben müssen wir alle mal—, aber sie ergibt sich nicht.“ Lachend ist das gesagt, ohne jeden Beiklang von Sentimentalität, und sie hat es gezeigt, wie diese alte Garde ohne Konzession an irgendwen und irgendwas ihren vorgeschriebenen Weg zu Ende geht. Was ist nicht alles über Ida Wüst in Umlauf gesetzt worden, als das Jahr 1945 kam! Und was ist davon übriggeblieben! Die Berliner Kommission für Kunstschaffende lehnte im September 1947 ihren Entnazifizierungsantrag ab, weil sie in der Presse nationalsozialistische Propaganda betrieben und sich als judenfeindlich erwiesen habe. Sie erhielt Berufsverbot und mußte noch zwei Verfahren über sich ergehen lassen, bis sie schließlich im Dezember 1949 wegen erwiesener Unschuld für völlig entlastet erklärt wurde. Ida Wüst stand wieder auf der Bühne, da, wo sie eigentlich zu Hause ist, wo sie die ganze Vielfalt ihrer darstellerischen Kunst entfächern kann, anders als im Film, der sie nähen. Die Jugendkraft siegte. Mein Großvater hatte endlich wieder Halt gewonnen und fragte:„Sagen Sie mal: was sagen denn Ihre anderen Kunden, wenn sie solcher Art rasiert werden?“ Stemmte der Schmiedchen Kaspar seine Arme in die Hüften:„Die? Die sagen gar nichts; ich rasiere sonst nur Tote“. Der Schriftsteller Felix Riemkasten vollendet in Reutlingen das 60. Lebensjahr. Die jugoslawische Zeitung„Borba“ veröffentlichte das Foto einer fünizigjährigen Bäuerin, die an jeder Hand sechs Finger und an jedem Fuß sechs Zehen hat. Die gleiche Anomalie wurde bereits bei einem männlichen und einer weiblichen Blutsverwandten der Frau festgestellt. Die drei Söhne der Frau wurden mit normalen Gliedmaßen geboren. „Die Freiheit ist eine unabdingbare Voraussetzung für die evangelische Theologie, denn jede gelenkte Theologie ist in sich unglaubwürdig“, sagte Professor Trillhaas in der Östberliner Marienkirche. Er sprach anDer Januar/ Von Erich Kästner Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald. Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege. Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Man steht am Fenster und wird langsam alt. Die Amseln frieren. Und die Krähen darben. Und auch der Mensch hat seine liebe Not. Die leeren Felder sehnen sich nach Garben, Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben. Und wär so gerne gelb und blau und rot. Umringt von Kindern wie der Rattenfänger. tanzt auf dem Eise stolz der Januar. Der Bussard zieht die Kreise eng und enger. Es heißt, die Tage würden wieder länger. Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr. Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern. Und niemand hält sie auf und fordert Zoll. Silvester hörte man's auf allen Sendern, daß sich auch unterm Himmel manches ändern und, außer uns, viel besser werden soll. läßlich des fünften deutschen Theologentages, der in Berlin-Spandau(britischer Sekto*) stattfindet. Der erste sozial-religiöse Lehrgang für Abeiter findet vom 3. Mai 1954 bis 8. April 1955 im katholischen Sozial-Institut in Honnef bei Bonn statt. Zu dem Lehrgang sind männliche Arbeiter vom 19. bis 25. Lebensjahr, Kriegsteilnehmer und Heimkehrer bis zum 30. Lebensjahr zugelassen. Die Teilnehmer müssen sicherstellen, daß sie von ihren Arbeitsstätten für ein Jahr beurlaubt werden. Gegebenenfalls wird für die Familie ein angemessener Unterhaltszuschuß gezahlt. Ein Musikmanuskript des italienischen Komponisten Vincenzo Bellini(1801—1835) ist in Catania(Sizilien) gefunden worden. Die Handschrift enthält Karfreitagskompositicnen des damals 14 Jahre alten Komponisten. Rundfunkdichte stieg um 8 Prozent Bei wachsender Bevölkerungszahl stieg die Rundfunkdichte in der Zeit vom 1. April 1952 bis zum 1. Apr1 1953 um 8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete, Von 100 Haushaltungen waren 70— d. h. 5 ehr als im Vorjahr— im Besitz der Rundfunkhauptgenehmigung. Überdurchschnittlich war die Rundfunkdichte in Hamburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Verwaltungsbezirke, die eine große Rundfunkverbreitung aufzuweisen haben, sind u. a. die Regierungsbezirke Arnsberg, Münster, Düsseldorf, Stade, Lüneburg und Köln.(fff) UNSER 0000000ooooooooooooooooooooooooooooooooooo Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Und ist doch hunderttausend Jahre alt. Es träumt vom Frieden. Oder träumt's vom Kriege? Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald. 0000000000000000000000000000000000000000000o3 30000 KULISSENGESPRÄCHE Ludwig Berger. der bekaunte Regisseur, hielt in der Berliner Hochschule für Musik ein theaterpolitisches Kolleg.„Wäre der an Macdiiavellis Maximen gewadisene Geist Shakespeares noch auf der Szene, so hätten wir längst ein Stück z. B. Ost-West-Thema erlebt, selbst wenn es in einer entlegenen Zeit oder in fernen Welten spielen würde. Berger meinte, heute weiche unser Theater solchen Themen aus und biete statt erneuerter und neuer luhalte lediglich Aufführungen mehr oder weniger perfekter Art. Er polemisierte gegen das subventionierte Theater und gegen jede staatlidie Kunstpolitik. Auf der Bülnie des Wiener Theaters in der Josefstadt werden alle zwei Monate Diskussiousmatineen ünter dem Vorsitz von Professor Friedrich Schreyvogl abgehalten. Die ersten Themen sind: Theater der Zeit, Nihilismus auf der Bühne, Theaterwissenschaft, Theater und Politiks. * Brigitte Horney kelirte nach den Vereinigten Staaten zurücke. Iu Sommer wird sie wieder nach Deutschlaud kommen, um unter der Regie von Harald Braun eine Rolle im Film„Der letzte Sommer" zu spielen. * Erik Charell hat in Loudon einen Vertrag abgeschlossen, die küustlerisdie Oberleitung bet einer Neuluszenterung des„Weißen Rössl" in der Empress Hall zu übernehmen. Die Operette wird als Eisrevue gebracht. Charell arbeitet zur Zeit an einem neuen Musical unter dem Titel„Die Galathee vom Montmartre". * Peter Ustinovs neues Stück„Kein Zeichen von der Taube" wurde in London nach einmütiger Ablehnung durchi die Kritik nach neun Tagen vom Spielplan abgesetzt. * Martha Eggerth und Jan Kiepura treten im amerikanischen Scheidungsparadies Las Vegas in der Operette„Der Studentenprinz“ auf * lu Italien ist eln neues Mäzenatentui entstanden, an dessen Spitze große Industrielle stelen. Stoffabrikaut Marzotto schüttet jährlich 30 Millionen an Preisen für Literatur und Wissenschaft aus. In Mailand ist es die Reifenfabrikantin Pirelli, in Venedig der Don-Camillo-Produzent Rizzoli und die Witwe des Grafen Volpl, die den Musen auf die Belne helfen. Beim„Preis von Viareggio“ madit der Schreibmaschinenfabrikant Olivetti mit, in Neapel finanziert der Reeder Lauro Grosveranstaltungen. Antonio Pellizzari, dessen ludustrieunternehmungen bel Valdagno liegen, gründete aus Betriebsangehörigen eine Orchester- und Gesangschiule, die jetzt im„Teatro Olimpico" von Vicenza den„Jasager" von BrechtWeili zur Aufführung brachte. * Professor Clemens Ho.lzmeister, der österreichisdie Architekt, hat das Projekt einer Erweiterung des Salzburgischen Festspielhauses durdi Einbeziehung eines auschließenden Gebäudes entwickelt, in dem sidi zur Zeit das„Haus der Natur“ befindet. Hier soll zusätzlich ein weiteres modernes Bühnenhaus errichtet werden, das in drei Etagen 2326 Plätze faßt und in eine grose Drehbüline mündet, die zum Tell in den Mönchsberg versenkt wird. Die Kosten des Umbaues werden mit 30 Millionen Schlling beziffert. „Wenn eine Mutter betet für ihr Kind", heißt ein Stüde, das ein Theaterverlag für das Laienspiel als„Neuerscheinung 1953“ ankündigt. Die 2000 Theatervereine und Liebhaberbülinen, die im„Bund deutschier Volksbülinenspieler" zusammengeschlossen sind, beklagen sidi kaum weniger heftig als das Berufstheater über das Fehilen geelgneter Stücke. Dalier erklärt es sich, daß in den Vereinen, die das Liebhabertheater pflegen(von der seligen Birch-Pfeiffer bis zu Schwänken, deren Titel bereits alles verrät, z. B.„Der Bürgermeister oline Hose"), das gute Theaterstück noch in der Minderheit ist. Nad zelin versdiwundenen Wagner- Manaskripten wird seit Kriegsende vergeblich gesucht: es sind die Zweitausfertigungen von Wagners Haud der Partituren für„Rheingold" und„Walküre", die Partituren zu„Rienzi", Ordiesterskizzen zum „Fliegenden Holländer", der dritte Akt des„Siegfried",„Götterdämmcrung" und Orciesterwerke. Alle diese Handschriften hatte Richard Wagner Köuig Ludwig II. von Bayern gescheuket. Das Haus Wittelsbach hatte sie 1938 an die Reidishandelskammer verkauft, die sie Hitler zum 50. Geburtstag vermachte. Während früher angenommen wurde, daß diese Manuskripte mit in Berlin verbrannt sind, hält man es jetzt für wahrscheinlicher, daß Hitler sie nach Berchtesgaden auf seinen Berghof mitgenommen und mit Gemälden in einem Keller in den Bergen verstecet hat, wo sie vermutlich von jemand gestohlen worden sind, der den Wert dieser Werke nicht kennt. Wenn sie wieder auftauchen, sollen ste dem Haus Walnfried in Bayreuth zurückgegeben werden. Einen übereifrigen Nüruberger Regierungsrat gab seine eigene Behörde, die Oberfinanzdirektion Nüruberg, dem allgemeinen Gelächter preis. Während einer Aufführung des Schauspiels „Mit 18 Jahren", das zum Tell im Schwarzhändlermilien der ersten Nachkriegszeit spielt, hatte der Regierungsrat- der offenbar auch in seiner Freizeit noch„im Dienst“ ist— mik unfelilbaren Blice festgestellt, daß die Darsteller unversteuerte auerikanische Z garetten rauditen. Am nächsten Morgen erstattete er darüber beim Zollreferat Meldung. Auf eine Aufrage bei der Leitung der Städtischen Büline stellte sich lieraus, daß wolil die Packungen der auf der Billine gerauchten Zigaretten, dem Milieu des Stückes entsprechend, amerikanisdi waren, aber was die Schauspieler daraus als echte Chesterfields hervorzogen, waren nach den Augaben der lutendanz deutsche, auttlidi versteuerte Filterzigaretten gewesen. Die Oberfinanzdirektion gab sich mit diesem Besdieid zufrieden und beridhtete kommentarlos der Presse von diesem Reinfall ilires übereifrigen Regierungsrats. Die über 40 000 Mitglieder der„Theatergemeinden" im Bundesgebiet nehmen je Spielzeit rund eine halbe Mill. Karten für Oper, Operette, Schauspiel und Konzerte. Über den verbilligten Theaterbesuch hinaus wird z. B. in München durch „literarisdie Besprechungsabende" versucht,„die edite Aussage oder die geistige Haltung, aus der ein Stücke geschrieben wurde", mit einem nicht fachännisch geschulten Publikum zu erarbeiten. Außer München pflegen Frankefurt. Trier und Wuppertal den Besuch guter und künstlerisdi wertvoller Filwe, zum Teil in eigenen„Filingemeinden". Augsburg hat einen„Kreis der Büldierfreunde" ius Leben gerufen, um„dem Buch wieder den ihin zukommenden kulturellen Platz zurückzuerobern", während in Köln durch Dichterlesungen Autoren und Publikum zusammengebracht werden. Sehr rührig sind Frankfurt und Mündien im Besudi alter und neuer Galerien mit Fülirungen auf dem Gebiet der bildenden Kunst. Audi der Besuch großer deutschier Festspielauffülirungen wurde im Sommer durch Theaterzüge der Theatergemeinden Augsburg und Mündien gefördert. Silbenrätsel Aus den Silben: a— an— ans—, bi— che— da— dar— der— du— el— eu —fei-- fin— fun—gel—halb— hi— in — laub— le— le— li— ment— na— nach— ni— nim— nis— or— pe— ra — re— rod— ru— rung— się— spa ster— stri— ta— ten— ter— ti— ur— val— vi— win— zeit, sollen 16 Wörter gebildet werden. Ihre Anfangsund Endbuchstaben ergeben einen Ausspruch von Cicero(ch= ein Buchstabe). Bedeutung der Wörter: 1. Stadt in Frankreich, 2. Fußballausdruck, 3. sagenhafter Jäger, 4. Mädchenname, 5. Dunkelheit, 6. europäische Hauptstadt, 7. Muse 8. Ferienzeit, 9. Handpflegegerät, 10 Naturwissenschaftler, 11. Gartengerät, 12 italienischer Komponist, 13. Stadt am Rhein, 14. Grundlage, 15. Südseeinsel, 16 wirtschaftliche Entwicklung. Hatten Sie richtig geläst? Kreuzwort-Rätsel Waagerecht: 1. Katapult, 8. Otter 10. Rio. 11. Lar. 12. Ader, 13. Saba, 14 Gabe, 16. Usus. 18. Arm, 20. Loden. 23. Sud 24. Ade, 25. Nero, 26. Terlaner. Senkrecht: 1. Konsulat, 2. Atlas, 3 Aera, 4. Prag, 5. Urd, 6, lieb, 7. Toreador 9. Tabu, 15. Arsen, 17. Seal, 18. Anna, 19 Mure, 21. Ode, 22. der. Neujahrs-Rätsel Im neuen Jahre Glück und Heil; Auf Weh und Wunden gute Salbe! Auf groben Klotz ein grober Keil! Auf einen Schelmen anderthalbe. Silbenrätsel 1. Hoangho, 2. Einbaum, 3. Ragusa, 4 Reuter, 5. Donizetti, 6. Indiana, 7. Reede 8. Innung, 9. Nadelholz, 10. Dieppe, 11 Instruktion, 12. Eremitage, 13. Heidegger 14. Annanas, 15. Erlkönig, 16. Nelke, 17 Diesel, 18. Elster, 19. Sagan, 20. Elektra 21. Illumination, 22. Anekdote, 23. Negation, 24. Fatalismus.— Herr, Dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt. Bunte Welt Chef-Hypnose Boston.— 63 Exemplare des Buches „Wie lerne ich hypnotisieren?“ verkaufte ein Vertreter innerhalb 30 Minuten an die Angestellten elnes Bostoner Bürohauses. Er schreibt den Erfolg dem gefürchteten Chef und dem sechsten Kapitel des Werkes zu, welches die Überschrift trägt:„Die Kunst, seinen Chef auf der Straße mit herausgestreckter Zunge auf einem Bein stehenzulassen."(Reta) „Baby-Division“ Washington.— Generalmajor Wayne Smith, Kommandant der amerikanischen 11. Division, schickte an alle Mütter seiner Untergebenen ein Rundschreiben. Er bat sie, ihm nichts mehr über ihre „darling babies“ zu schreiben und sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. In seiner Division gebe es keine Babies. (Reta) Senlecht informiert Madria— Zum 400. Todestag des spanischen Dichters Cervantes ließ die Post in Uruguay Sonderbriefmarken drucken. Nach der Fertigstellung entdeckte man, daß Cervantes nicht 1554, sondern erst 1616 gestorben war. Für 50 000 Pesos Marken wurden eingestampft.(Reta) „Gesundheitskönigin“ New York.— Die 23jährige Amerikanerin Barbara Ann Dorsey wurde von amerikanischen Ärzten zur Miß Gesundheit 1953 gewählt. Barbara machte keine Kinderkrankheiten durch, leidet nicht unter Migräne und Erkältungen, hat gute Augen, lebt diät und badet rich zweimal am Tag. Daß sie gern Bier trinkt und täglich 20 Zigaretten raucht, verriet sie erst nach der Wahl. (Reta) Zu milder Lehrer Boisie— Die Eltern der Schulkinder von Boisle(Nordfrankreich) verlangen die Absetzung des Dorflehrers Charles Lagon.„Er ist die personifizierte Güte und zu einem Heiligen geboren“, heißt es in der Eingabe,„läßt den Kindern allen Willen, wird nie ärgerlich, gibt zu wenig Strafarbeiten auf und kommt mit dem Pensum nie zu Ende. Zehnjährige können kaum lesen und schreiben!“ (Reta) Kein Filmmajor! Hollywoon.— Der amerikanische Major Tom Brown, der in einem Film mitwirken sollte, wurde gegen einen älteren Öffizier eingetauscht, da er nach Meinung des Produzenten für einen Major viel zu jung aussähe. Brown bekleidet diesen Rang bereits seit acht Jahren.(Reta) WC-Spitzel Budapest.— In einer Anzeige der kommunistischen Parteizeitung von Budapest werden„politisch einwandfreie Abortfrauen mit proletarischer Vergangenheit und positiver Parteibewährung“ gesucht. Ob sie als WC-Spitzel an den Schlüssellöchern horchen müssen? (Reta) „Tell von Texas“ Dallas.— Den Ehrentitel„Tell von Texas“ verlieh der Abstinenzverein Dallas(USA) dem elfjährigen John D. Morley. Er hatte mit der Pistole seines Vaters Schießübungen in dessen Laden abgehalten und mit 21 Schuß 21 Whiskyund Schnapsflaschen erledigt. (Reta) Warum einfach? Washington.— 16 Millionen Dollar hatte ein Holzbarackenlager gekostet, das die amerikanische Armee in Alaska erbaut und dann abgebrochen hatte. Das Holz wurde über Hunderte von Meilen nach Seattle in den USA geschafft. Dort kaufte es das US-Innenministerium wieder auf und transportierte es nach Alaska zurück. 18 Kilometer vom alten Standort entfernt wurden die Baracken wieder aufgebaut.(cep) Hätt' ich gewußt.. London.— Zu einer peinlichen Situation kam es bei der Jahresparade auf dem englischen Truppenübungsplatz Sunderland. Als der Musikzug des Königlichen Kadettenkorps zur BegrüBung des inspizierenden Feldmarschalls eben den Generalmarsch beendet hatte, bog aus einer Seitenstraße die Kapelle eines anderen Regiments ein, marschierte an der Ehrentribüne vorbei und spielte den Schlager:„Hätt' ich gewußt, daß du kamst, hätt' einen Kuchen ich gebacken...(cep) Vierdimensionale Tototips London.— In London hat sich ein Büro aufgemacht, das auf„spiritistischer Grundlage“ Tips für den Pool, den englischen Fußballtoto, gibt. Die Voraussagen sollen von„prominenten Geistern aus der vierten Dimension, u. a. von Napoleon, Roosevelt und Rudolf Valentino stammen.(Reta) Poetisches Finanzamt Adelaide.— Ein Mann aus Adelaide (Australien), der dem Finanzamt drei Penny schuldete, kaufte Briefmarken im gleichen Wert und schickte sie in einem Riesenpaket und mit einem Vers an die Steuerbehörde. Diese sandte sie in einem noch größeren Paket und der ebenfalls in Versform verfaßten Bemerkung zurück, daß nur Bargeld angenommen würde.(Reta) Mausefalle New York.— Elektronen- Roboter, deren unsichtbare Radar-Finger Einbrecher festhalten sollen, hat das Warenhaus Macy eingesetzt. Die nächtliche Beute war bisher ein entflohener Wellensittich und zwanzig Mäuse. Schicksale in Sing-Sing DAS BERUHMTESTE GEFÄNGNIS DER WELT Von Allan McWitch (2. Forsetzung) Es ist wie ein moderner Zoo, in dem es keine Eisenstäbe, aber breite Wassergräben gibt. Aber es ist auch kein mittelalterlicher Kerker mehr. Nehmen Sie zwischen Hölle und Paradies die Mitte— dann sind Sie in Sing-Sing. In einer modernen Strafvollzugs- und Besserungsanstalt. Sie können mir glauben, daß es bei Gott eine harte Strafe ist, ohne persönliche Freiheit, abgeschnitten von der Außenwelt und nach einem vorgeschriebenen Schema zu leben. Dieses Dasein macht mit den Jahren auch die hartgesottensten Brüder weich.“ Ich sah McLean erstaunt an. Wahrhaftig. der Mann fing an zu reden! Ich hielt ihm rasch eine Zigarette hin, gab ihm Feuer und beeilte mich, ihm auffordernd zuzunicken. Er tat einen kräftigen Zug, blies Rauchkringel durch die Nase und fuhr dann fort: „Zugegeben, für den Landstreicher bedeutet Sing-Sing ein ideales Winterquartier. Wenn aber der Frühling kommt und das Fernweh einen der„Ein- bis Dreijährigen“ packt, dann ist auch für ihn Sing-Sing eine Hölle.“ Ein einziger Mann ist mir in meiner dreiBigjährigen Dienstzeit begegnet, der seine drei Gefängnisjahre tatsächlich für das Paradies hielt. Es war ein armer Teufel aus Deutschland. Ein Preuße aus Königsberg. Ohne Heimat, ohne Familie. 1947 kreuzte er hier auf. Lahussen hieß er. Er bekam drei Jahre. Nicht wegen unerlaubter Einwanderung von Kanada her— da hätte man ihn wieder abgeschoben—, sondern wegen kleiner Diebstähle und Tätlichkeiten gegen die Polizei. Er fand milde Richter. Hätten sie ihn nämlich nur bis zu einem Jahr verurteilt, wäre er in den Untersuchungsgefängnissen von New York hängengeblieben. Schon nach 1½ Jahren wurde er mit einem Europatransport kostenlos nach Deutschland zurückgeschickt. Er hat es bedauert.“ „Das kann ich mir denken. Aber sagen Sie, Captain, wie war es eigentlich früher? Worin besteht der Unterschied?“ „Ich sagte Ihnen schon“, antwortete McLean, „daß man aus einem alten Zoo einen modernen Tiergarten gemacht hat. Nur das„Todeshaus“ mit dem elektrischen Stuhl ist noch eine Attraktion und das„Alte Gebäude“ ein vielbesuchtes Museumsstück. So wie dort war es früher aber überall in Sing-Sing. Erst Anfang der dreißiger Jahre ging man daran, die alten Käfige abzureißen und ersetzte sie durch fünfstöckige Kasernenbauten.“ „Und wie ist das mit den Aufsehern?“ fragte ich,„ich meine— es muß ja kein gerade angenehmes Gefühl sein, mitten unter Verbrechern zu leber.“ Rosen für Schwerverbrecher McLean wiegte nachdenklich seinen weißen Schädel.„Als ich vor dreißig Jahren meinen Dienst begann“, meinte er weiter,„war die Atmosphäre auch für den Wärter niederdrückend und weitaus gefährlicher als heute. Sie werden ja die alten Zeilen gesehen haben: keine hatte ein Fenster und alle wiesen nur sehr mangelhafte hygienische Einrichtungen auf. Heute ist das ganz anders. Vielleicht tut man sogar jetzt des Guten etwas zuviel. Die Gefangenen haben ja nicht nur ihre schon besprochene„Freizeitgestaltung“, sondern auch ihren schönen Rosengarten, die prachtvollen Bauten usw. Das Wesentlichste aber ist vielleicht, daß die Häftlinge in Kategorien eingeteilt werden: Leicht-, mittlere und Schwerverbrecher. Also in A-, B- und C-Klassen. Doch das hatten wir noch im alten Gebäude, vor 25 Jahren erreicht. Diejenigen, die zum ersten Male in ihrem Leben mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, sollten nicht mit den Gewohnheitsverbrechern in Berührung kommen, ebensowenig wie die Jungen mit den Alten. Die schweren kriminellen Fälle gehörten auf jeden Fall separiert. Um das zu erkennen, muß man kein Psychologe sein. Die Wärterpraxis hat das tausendmal gezeigt. Damals mußten wir für dieses Ziel allerdings erbittert und lange kämpfen. Es wäre Wärtern und Gefangenen viel erspart geblieben. Immerhin waren manche Fälle besonders lehrreich. Andere wieder tragisch, ja sogar tragikomisch..“ „Ja, aber das ist schon lange her. Ich war damals selbst noch ein junger Kerl und wirklich der„Golden King“, voll Kraft, Überlegenheit und— ja, vielleicht auch so etwas wie Mitgefühl. Ich weiß es noch, als ob es gestern erst gewesen wäre: ich freute mich unbändig darüber, daß ich damals die ersten Gefangenen entdeckte, die mir charakterlich irgendwie imponierten.. „Erzählen Sie, erzählen Sie, Captain“, bat ich, nun sehr neugierig geworden.„Was war mit ihnen?“ McLean sah auf seine Uhr.„Tut mir leid, boy“, meinte er dann.„Wir haben für heute reichlich genug geredet. Aber wenn Sie wollen— sagen wir morgen nach dem Fischen. Paßt es Ihnen?“ Und ob ich wollte! Aber mein Reporterherz ließ mir doch keine Ruhe.„Eine Frage“, bat ich.„Sagen Sie— ist es wenigstens eine Geschichte, die ich brauchen kann?“ McLean richtete sich zu seiner vollen Größe auf und sagte lächelnd:„Es ist die Schlagzeile für Sie, mein Lieber: II Der Millionät im Gefängnis „Wer ist Hutcheson?“ fragte ich. Damals bedauerte ich, in der letzten Zeit keine Zeitungen gelesen zu haben „Sie können seine Akten morgen abend studieren“, meinte White.„Er besitzt neun große Hotels in New York, darunter auch das Boston-Haus, in dem die Klubs der Industriellen untergebracht sind. Er hat Alkohol geschmuggelt und in seinen Häusern verkauft. Da die Bundesgefängnisse bekanntlich wieder einmal überfüllt sind, so haben wir das Vergnügen...“ Am nächsten Tag traf ich mich, wie wir es vereinbart hatten, mit Francis McLean wieder an seinem geliebten alten Fischplatz. Seit gestern hatte sich nichts verändert. Der Captain saß ebenso schweigend da, zog ab und zu einen Fisch aus dem Wasser und warf gelegentlich einen raschen Seitenblick auf mich. So saßen wir über drei Stunden lang. Endlich stand er auf. Seinem„Kommen Sie!“ leistete ich nur allzugerne Folge. Wieder brieten wir in seiner Blockhütte unsere nicht allzureiche Ausbeute. Dann gab ich ihm von meinem fürsorglich mitgebrachten Whisky zu trinken. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten.„Golden King“, wie ihn die Häftlinge von Sing-Sing jahrzehntelang genannt hatten, taute sichtlich auf. Langsam zuerst, flüssiger dann begann er die versprochene Geschichte zu erzählen. Die Geschichte des Millionärs Edgar Hutcheson, die zugleich auch ein besonderes Kapitel der Gefängnischronik von Sing-Sing darstellt Ich saß da und lauschte. Kein einziges Mal unterbrach ich den weißhaarigen Mann vor mir. Er lehnte mit geschlossenen Augen in seinem Lehnstuhl und begann zu erzählen: Ein abergläubischer Wärter „Es war im Mai 1927. Unser damaliger Präsident hieß Collidge, Ich selbst war zu jener Zeit Aufseher über 200 Gefangene im Nordflügel des alten Gebäudes. Zu meiner Unterstützung hatte ich noch zwei junge Wärter zur Verfügung Meine Insassen waren durchweg Leute mit Freiheitsstrafen von 3 bis 10 Jahren. Eine bunte Mischung von„Neulingen“, Gelegenheitsverbrechern, Rückfälligen und den sogenannten„schweren Jungen“. Es war bei meinem Zehn-Uhr-Rundgang am Abend. Ich hatte mich gerade von der Ordnung in allen Zellen überzeugt, als ich bei der letzten Zelle Nummer 213 auf Charles Richmond stieß. Er hatte in den oberen Eisengängen die Runde gemacht. (Fortsetzung folgt) Die Rettung der kleinen Sherty Mit den Eltern im Flugzeug abgestürzt— Nur ein paar Schrammen New York.—„Ich bin eben aus einem Flugzeug gefallen!“ schluchzte das kleine Mädchen. Der Autofahrer glaubte zu träumen. Kurz vorher schon hatte er seinen Augen nicht getraut, als er bei der Fahrt über die einsame, schneebedeckte Prärie von Montana plötzlich ein winkendes Kind vor den Scheinwerfern seines Wagens sah. Diese Behauptung vollends erschien ihm unglaublich. Dennoch sprach das Kind die Wahrheit. Die fünfjährige Sherry Smart war die einzige Überlebende eines Flugzeugunglücks, das ihren Eltern das Leben gekostet hatte. Sherry war mit einigen Beulen und Schrammen davongekommen. Fast zwei Kilometer weit war sie durch das Schneetreiben gelaufen, um Hilfe zu finden. Der 35jährige ehemalige Bomberpilot Richard Smart war Handelsvertreter bei einer Elektro-Firma, und da er ein großes Gebiet zu bearbeiten hatte, war ihm von der Firma ein einmotoriges, viersitziges „Cessna“-Sportflugzeug zur Verfügung gestellt worden. Er war ein guter Flieger und nahm häufig seine gleichaltrige Frau Barbara und sein Töchterchen Sherry mit. Jetzt hatte er Weihnachtsurlaub und faßte den Entschluß, den Jahreswechsel nicht zu Hause in Denver(Colorado), sondern auf dem Hof seines 1400 Kilometer entfernt wohnenden reichen Vaters in Harlowton im Staate Montana zu feiern. Um rechtzeltig dorthin zu kommen, mußte er das Flugzeug benutzen. Mit Frau und Kind stieg er auf. Der Himmel war blau und wolkenlos. Aber nach fünfeinhalbstündigem Flug, dicht vor Harlowton, wurde die Sicht sehr schlecht. Und dann kam plötzlich die Katastrophe. Man vermutet, daß Smart zur Landung angesetzt und dabei die Höhe eines Hügels unterschätzt hat. Seine Maschine zerschellte auf der Kuppe— kaum über einen Kilometer vom Flugplatz entfernt. Smart und seine Frau waren auf der Stelle tot. Nur Sherry wurde durch die Arme ihrer Mutter vor dem Aufprall geschützt. Sie flog hinaus in den Schnee. In der Dunkelheit hatte man das Unglück auf dem Flugplatz nicht bemerkt. Erst als der Autofahrer mit Sherry dort ankam, wo übrigens einer der Brüder Smarts wartete, konnte Alarm gegeben werden. Eine Rettungskolonne machte sich auf den Weg. Sherry hatte während der Autofahrt zum Flugplatz nur immer gesagt:„Bitte, holen Sie Hilfe für Vati und Mutti!“ Behütet von den Großeltern ist Sherry jetzt in dem kleinen Krankenhaus von Harlowton. Sie spielt und ist völlig gesund. Das Flugzeugunglück hat ihr nicht mehr geschadet, als wenn sie beim Spielen gefallen wäre und sich die Knie aufgeschlagen hätte. Immer wieder fragt sie nach ihren Eltern.„Warum kommen sie denn nicht?“ Man hat ihr noch nicht gesagt, daß sie Vater und Mutter niemals wiedersehen wird. Friedrich Koch. Wesentlichstes Merkmal einer Modenschau mit Sommermodellen, die der Berliner Modeschöpfer Oestergaard in Düsseldorf zeigte, waren die sommerliche Grazie, die klaren Umrißlinien und die nach dem Rezept von Christian Dior ziemlich kurzen Röcke.„Walzerpunkt“ heißt dieses Kleid aus gedrucktem Baumwollsatin, dem große lustige Polkatupfen einen besonderen Reiz verleihen. Handschuhe und Schuhe sind dazu passend aus gleichem Material gefertigt. Ehe mit Vitaminen Rom.— Ein Mann darf seine Frau schlagen, wenn sie sich weigert, Vitamintabletten einzunehmen, entschied ein römisches Gericht. Es hatte über die Klage einer Frau zu entscheiden, die es satt hatte, von ihrem Mann Predigten über die Nützlichkeit von Vitaminen und Vitamintabletten entgegenzunehmen, weshalb er sie mehrfach geprügelt hatte. Der Mann mit dem Format eines Kleiderschrankes äußerte vor Gericht, man könne ihm nicht zumuten, neben„einer verwelkten Blume“ zu leben. Er habe nichts anderes im Sinn gehabt, als seine Frau„stark und frisch“ zu machen. Das Gericht sprach ihn frei. Frauen-Allerlei Von 525 000 Handwerks-Lehrlingen im Bundesgebiet sind 81 425 oder 15,7 Prozent Mädchen. 1938 gab es nur 9 Prozent weibliche Lehrlinge. Auch für die Berufe des Schlossers und Zimmerers melden sich immer mehr Mädchen. In München bestanden jetzt die 17jährige Maria Schmid und die 19jährige Agnes Schrödl als erste in der Bundesrepublik die Zimmerer-Gesellenprüfung. Sie wollen auch noch ihren Meister machen. Auf Kosten des kanadischen Kriegsministeriums traten jetzt 65 deutsche Frauen, die sich mit kanadischen Soldaten in Deutschland verheiratet hatten, die Reise nach Kanada an, um endlich zu ihren Männern zu kommen. Die 27. kanadische Brigade, die in Hannover stationiert war, wurde vor einiger Zeit in die Heimat zurückbeordert. -90 Kilo Platin Das kostbare Metall wird nur geliehen, gezahlt wird in Geld London.— Bei einem letzten Erholungsaufenthalt in Kairo bemüht sich Aga Khan, durch ausgezeichnete Mahlzeiten seinem Lebendgewicht noch einige Kilo hinzuzufügen. Das ist sehr wichtig, denn anschließend wird der Moslem-Sektenführer nach Karatschi fahren, um sich dort zu seinem Geburtstag am 3. Februar in Edelmetallen aufwiegen zu lassen, wie es der Ismaeliten-Ritus befiehlt. Diesmal will man Platin nehmen. Es scheint jedoch einige Schwierigkeiten zu bereiten, die nötige Menge dieses seltenen Metalls zusammenzubekommen. Die Londoner Firma Johnson Matthey z. B. hat von allerhöchster Seite eine Anfrage erhalten, in der um Auskunft darüber gebeten wird, ob sie gegebenenfalls gewisse Platin-Mengen zur Verfügung stellen könnte. Nähere Angaben über Verschiffung usw. stehen allerdings bisher noch aus. Von Aga Khans Londoner Agenten erfuhren wir jetzt dazu, daß das gewünschte Metall wahrscheinlich ausschließlich von indischen Firmen geliefert werden soll— allein schon deshalb, weil dadurch kostspielige Transporte erspart würden. Um Aga Khans Körpergewicht aufzuwiegen, ind rund neunzig Kilo Platin nötig, im Gesamtwert von etwa 1.2 Millionen Mark. Das Platin wird allerdings für die festliche Zeremonie nur geliehen und dann seinen Eigentümern zurückgegeben. Aga Khans Anhänger zahlen ihrem religiösen Führer den Wert des Edelmetalls in Geld aus, und Aga Khan stellt es anschließend wohltätigen Zwecken zur Verfügung. Eingeborene vom Alkoholtod bedroht Er rafft mehr Menschen hin als Sumpffieber und Tse-Tse-Fliege Die weißen Kolonialpioniere haben auch in Afrika alle medizinischen Errungenschaften unseres fortschrittlichen Jahrhunderts in den Dienst der schwarzen Eingeborenenbevölkerung gestellt. Auf ihrem Wettrennen mit den furchtbaren Seuchen, die in Jahrhunderten die Urvölker des schwarzen Kontinents dahinrafften, haben sie Etappen zurückgelegt und Ziele erreicht, auf die sie stolz sein können. Nun werden jedoch all ihre heilsamen Errungenschaften und Erfolge durch eine neue Seuche zunichte gemacht, die ganz Afrika bedroht. Frankreichs Weinhandel krankt seit Jahren an Absatzmangel. Viele hunderttausend Liter süffiger Weine lagern unverkäuflich in den Kellereien. Die„Weinkrise“ hat sich in einer derart zugespitzten Form entwickelt, daß sie vor Monaten die Winzer des Südens zu bedrohlichen Kundgebungen veranlaßte. Der Weinexport wird mit allen Mitteln angekurbelt. Andere europäische Weinproduktionsländer schützen sich vor der französischen Konkurrenz durch hohe Zölle. Dafür wandern aber immer größere Weinmengen nach Afrika. Besonders der starke nordafrikanische Wein, den die Franzosen in Algier ernten, strômt in das Innere Afrikas. Auf die Folgen dieser Weinversorgung der Eingeborenenvölker macht die Zeitschrift„Alcool et Santé“ eindringlich aufmerksam:„Was nutzt es“, heißt es u. a., „daß wir in Afrika Krankenhäuser bauen und schöne Straßen anlegen? Was hat es für einen Sinn, daß wir von einer Aufwertung der afrikanischen Territorien reden und mit viel Erfolg Sumpfkrankheiten bekämpfen und die Tse-Tse-Fliege ausrotten? Was haben all diese wichtigen Maßnahmen für einen Zweck, wenn morgen die gesamte Bevölkerung Afrikas vom Alkoholtod bedroht wird? Mit dieser Möglichkeit aber muß man unbedingt rechnen, wenn der Alkoholkonsum in dem bisherigen Rhythmus weiter ansteigt.“ Die Folgen dieses zunehmenden Konsums starker Alkoholgetränke werden als katastrophal angegeben. Die schwarzen Trinker werden heute zahlreicher von den Alkoholkrankheiten heimgesucht, als einstmals vom Sumpffieber und der Tse-TseFliege. Begreifen kann man diese furchtbare Wirkung erst, wenn man die Tatsache einberechnet, daß die afrikanischen Eingeborenenvölker viel weniger den Folgen des Alkohols zu widerstehen vermögen als die Weißen. Riesenstiftung eines Vagabunden Der Spleen des Ratsherrn Henry Smith verursachte einen Spendenregen London.— Der alte Landstreicher Smith war zu Anfang des 17. Jahrhunderts eine wohlbekannte Figur auf den Straßen und Wegen Südost-Englands. Es ging ihr wie allen Vagabunden: Wenn er irgendwo um ein Stück Brot bat, gab man es ihm, oder man warf ihn zur Tür hinaus— je nach Laune und Gutherzigkeit der Dörfer. Viele bedauerten den armen Mann, der so einsam durch das Land zog und der keinen Freund hatte als einen alten Straßenköter. Im Jahre 1627 verschwand der Landstreicher Smith plötzlich; er wurde nirgendwo mehr gesehen. Das war auch nicht möglich, denn in diesem Jahr starb zu Wandsworth der reiche Kaufmann, Grundbesitzer und Ratsherr Henry Smith; seine Bestattung war so würdig, wie es einem hochangesehenen Bürger zusteht. Daß der Ratsherr Smith in seinem Leben einen „Spleen“ gehabt hatte, davon wurde in den Trauerreden kein Wort erwähnt. Erst später sickerte es durch, daß er die seltsame Gewohnheit gehabt hatte, verkleidet wie Harun al Raschid ins Volk zu gehen, um als Landstreicher zu erforschen, ob es noch gute Menschen gab. Henry Smith hinterließ ein großes Vermögen. Er vermachte den größten Teil davon wohltätigen Stiftungen. In seinem Testament setzte er fest, daß die Armen und Alten aus 209 Gemeinden alljährlich eine Kleider- und Lebensmittelspende bekommen sollten. Heute noch erzählt man sich die Legende, daß er sich genau gemerkt hat, wo man freundlich und wo man herzlos zu ihm war, und daß er danach seine Spenden eingeteilt hat. Als Smith starb, erreichte sein Vermögen die für die damaligen Zeiten ansehnliche Summe von einigen hundert Pfund Sterling. Inzwischen hat sich jedoch einiges geändert. Heute beträgt das Brutto-Einkommen seiner Stiftung jährlich rund 60 000 Pfund, das sind etwa 720 900 DM. In diesem Jahr bekamen davon viele tausend Menschen ein kleines Weihnachtsgeschenk. Die 799 Einwohner des Dörfchens Charlwood z. B. erhielten jeder ein Vierpfund-Brot, eine Dreipfund-Tüte Mehl, eine Dose Fleisch und eine Suppenkonserve. Die Henry-Smith-Stiftung gehört heute zu den reichsten Stiftungen der Welt. Sie wird von Treuhändern verwaltet, die jedoch anonym bleiben wollen, um nicht mit Bettelbriefen überflutet zu werden. In den letzten Jahren waren einige GerichtsAktionen notwendig, um geringfügige Einzelheiten der Stiftungsbestimmungen erindern zu lassen, und den veränderten Belingungen anzupassen. Eines aber bleibt nach wie vor gültig: Mr. Smith schloß gewisse Personen grundsätzlich vom Spenlenempfang aus, und zwar„Gewohnheitstrinker, Fluchbolde, Diebe und anderweitig skandalöse Individuen“. Eine Bestimmung des Testamentes mußte auch geändert werden, weil es sich herausgestellt hatte, daß gewisse Leute nur in von Smith bedachte Orte gezogen waren, um an dem jährlichen Spendensegen teilnehmen zu können. Gerda Bruckmann Weltmeisterschaften hoch im Norden Die besten Skiläufer der Welt kommen nach Nordschweden— Stocknaim.— Die nördlichsten Ski-Weltmeisterschaften, die jemals stattfanden, werden auf dem nordschwedischen Wintersportplatz Aare, 680 km nördlich von Stockholm vorbereitet. Trotz der verkehrsmäßig ungünstigen, dafür aber sportlich vielversprechenden Lage, haben 26 Länder zugesagt. Die Ski-Weltmeisterschaften 1954 werden vom 13. bis zum 21. Februar in Falun, das durch seine Kupfergruben weltbekannt ist, mit den Langstreckenläufen und Sprungkonkurrenzen beginnen. Eine Woche Später, vom 27. Februar bis zum 7. März, finden am Hang der Aareskutan, eines Gebirgsmassivs von 1419 m Höhe, die Wettkämpfe in den alpinen Disziplinen statt. Weibliche Fußballspieler! Koblenz. Nicht wenig überrascht war der Geschäftsführer des Fußball-Verbandes Rheinland in Koblenz über eine Karte, in der der SV Oberelbert im Unter-Westerwaldkreis die Bildung einer gemischten männlich-weiblichen Jugendfußball- Mannschaft vorschlägt und um Genehmigung bittet, diesen Plan in die Tat umsetzen zu dürfen. In der. Begründung heißt es, der Nachwuchsmangel zwinge zu diesem Schritt. Hinzu komme, daß die Mädels vom Fußballspiel sehr begeistert seien. Sollte der Verband gegen den Vorschlag sein, so müßten die Jugendmannschaften ihre Spieltätigkeit einstellen, da in den entscheidenden Jahrgängen jährlich nur zwei bis drei Jungen der Ortschaft die Spielreife erlangten. Dieser„Nachschub“ reiche aber keineswegs aus Der Vorsitzende des antragstellenden Vereins erinnert in seiner Zuschrift daran, daß zwischen den sportfreudigen Schulen von Oberelbert und Welschneudorf in bestem Einvernehmen mit der Lehrerschaft schon seit Jahren das Fußballspiel mit gemischten Mannschaften erfolgreich praktiziert werde. Der Antrag soll jetzt dem Vorstand des FußballVerbandes vorgelegt werden. Ein großer Teil der Teilnehmer am Silvesterlauf in Sao Paulo startete bei einer Leichtathletikveranstaltung im PacaeambuStadion Sao Paulos. Uber 10 000 Meter belegte Hermann Eberlein(München) hinter dem in 30:09 Minuten überlegen siegreichen dreifachen tschechoslowakischen Olympiasieger Emil Zatopek mit 31:32,4 Minuten den zweiten Platz. Der deutsche Marathonmeister von 1932 bis 1935, Heinrich Brauch(Polizei Berlin), befand sich unter den letzten Heimkehrern aus russischer Kriegsgefangenschaft. Als erste Veranstaltung der DJK seit dem Verbot 1933 wird am 11. und 12. September 1954 in Münster ein Diözesansportfest durchgeführt. Derlins Amateurboxstaffel ging auf die Schwedenreise(Malmö und Göteborg) ohne Europameister Wemhöner, der verletzt ist. lub Raffelberg, der Deutsche Hockeymeister, gewann ein gut besetztes Turnier in Barcelona mit einem 3:0-Endspielsieg über Real Polo Club Barcelona. Nie All England Championships 1954, das größte Tennisturnier der Welt, werden vom 21. Juni bis 3. Juli in Wembledon ausgetragen. ine vorläufige Pause von sechs Wochen ordnete der. Freiburger Herz-Spezialist Professor Reindell für Walter Schemel(Hamburger SV) an. ür die Herausforderungsrunde des Daviscoup-Wettbewerbs 1954 bewarben sich schon jetzt Sydney und Adelaide beim Australischen Tennis-Verband als Ausrichter. Clatt mit 6:3, 6:3, 6:3 setzten sich die Wimbledonsieger Lewis Hoad-Ken Rosewall (Australien) in der Vorschlußrunde des Herrendoppels bei den südaustralischen Tennismeisterschaften in Adelaide über das amerikanische Davispokal-Doppel Vic Seixas-Tony Trabert hinweg. allenhandball findet in Berlin große Beachtung. Dort steigt am Samstag ein Länderspiel Tschechoslowakei gegen Ostzone. taliens Fußball liegt im Streit mit der Regierung. Einem französischen Nationalspieler, der von einem Mailänder Klub gekauft wurde, drohte man Ausweisung an. eine Zuschauer waren in der Sporthalle von Modena, als das Dach unter einer Schneelast zusammenbrach. ehrgänge für Westfalens Turner sind so Lzahlreich angesetzt, daß die Jugendburg Oberwerries für ein halbes Jahr belegt ist. Das schwedische Organisationskomitee der Weltmeisterschaften hatte die Auslandspresse zu einer Besichtigung der Vorbereitungen eingeladen. Aare, das in der Provinz Jaemtland an der Bahnstrecke Sundsvall—Drontheim unweit der norwegischen Grenze liegt, hat sich in den letzten Jahren zu einem schwedischen Wintersportzentrum entwickelt. Die Gebirgshänge wurden durch eine Bergbahn, eine Schwebebahn und Skilifts erschlossen. Hohe Geschwindigkeiten möglich Die neuangelegten Startbahnen für Abfahrts- und Slalomläufe entsprechen den internationalen Vorschriften. Die Abfahrtsstrecke für Herren ist 3100 Meter lang mit einem Gefälle von 800 Meter. Sie stellt hohe Anforderungen und ermöglicht hohe Geschwindigkeiten. Die zweite Bahn für die Abfahrtsläufe der Damen und den Riesenslalom für die Herren liegt dicht über der Baumgrenze an der Endstation der Seilexiko schlug Haiti im Ausscheidungsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft in Portau-Prince 4:0. Nachwuchskräfte bilden die italienische Mannschaft für die Lauberhornrennen am Wochenende in Wengen. Oberbürgermeister Dr. Schwering ehrte im Kölner Rathaus dreizehn Deutsche Meister aus der Domstadt. Daderborns Österlauf, die erste diesjährige Prüfung der Streckenläufer, führt über 21 Kilometer. Dußland nimmt mit einer starken Mannschaft an den Ski-Weltmeisterschaften in Norcschweden teil. (kiff-Europameister Perica Vlasic, der in Kopenhagen Olympiasieger Tschukalow (Rußland) schlug, wurde zu Jugoslawiens „Sportler des Jahres“ gewählt Thüringen sieht im Februar in Hahnenklee und Oberhof gemeinsame Deutsche Bobmeisterschaften der West- und Ostzone. Im die Fußball-Weltmeisterschaft 1958 will sich Schweden bewerben, das in Göteborg zu diesem Zweck ein 50 000 Zuschauer fassendes Stadion erbaut. Von Moskau nach Swerdlowsk verlegt wurden internationale Skiwettbewerbe. In den Moskauer Leninberger herrscht Schneemangel. Weltmeister Rocky Marciano soll seinen nächsten Titelkampf am 17. oder 24. Februar in Miami Beach bestreiten. Sein Gegner wird in diesen Tagen zwischen ten HoffBezwinger Bucceroni, Ezzard Charles, Neuhaus-Bezwinger Nino Valdes und Danny Nardico ausgesucht. 7um Hannoverschen Hallenreitturnier vom 21. bis 24. Januar at außer Fritz Thiedemann die gesamte deutsche Spitzenklasse gemeldet. schwebebahn Hummelgaarden. Die Bahnlänge beträgt 1700 Meter mit 500 Meter Gefälle. Beide Bahnen münden dicht oberhalb der Ortschaft ins Ziel, wo sie- genau wie auch die dritte Strecke für Spezial-Slalom (Länge 600 Meter, Gefälle etwa 200 Meter)— von der Tribüne aus gut übersehbar sind. Für den Riesenslalom der Damen wurde eine vierte Bahn(Länge 1100 Meter, Gefälle etwa 500 Meter) vorbereitet, falls die Slalombahn für Herren dafür als zu schwierig abgelehnt werden sollte. Aare hat nur 300 Einwohner Die Hotels und Sportheime von Aare, das nur 300 Einwohner zählt, sind für die etwa 250 aktiven Teilnehmer, Mannschaftsleiter und Trainer, eine gleich hohe Zahl von Presse-, Funk- und Filmvertretern und für offizielle Repräsentanten der Diplomatie und des Sports reserviert worden. An den großen Tagen rechnet man mit bis zu 20 000 Zuschauern, die mit Sonderzügen und Autobussen aus Oestersund und dem norwegischen Troendelag herangeführt werden sollen. Der Aare-See, der schon jetzt eine Eisdecke von einem Meter hat, soll 2000 Autos als Parkplatz dienen. Mit besonders starken Vertretungen von über zehn aktiven Teilnehmern und Mannschaftsleitern werden Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Polen, Rumänien, die Schweiz, Schweden, die Tschechoslowakei, Ungarn, die USA und Österreich vertreten sein. Die Bundesrepublik hat vorläufig 15, die Sowjetzone sieben Teilnehmer gemeldet. Die Bemühungen um eine gemeinsaine deutsche Vertretung bei den SkiWeltmeisterschaften sind zwar fehlgeschlagen, doch bleibt es in Aare bei der gemeinsamen Unterbringung in einem Hotel. Die Deutschen werden in Jaemtgaarden wohnen, in einem modernen, komfortablen Sporthotel in landschaftlich sehr schöner Lage, von dem aus die Bergbahnstation von Aare im Wagen oder im Autobus in knapp zehn Minuten erreichbar ist. Geringe Aussichten der Deutschen Der Deutsche Skiverband weiß, daß die Schwarzwälder, die Bayern und auch die Läufer aus der Sowjetzone bei den FISWeltmeisterschaften nur eine untergeordnete Rolle spielen werden. Die Zeiten eines Gustel Berauer, eines Franz Pfnür oder einer Christl Cranz sind längst vorbei. Der deutsche Skisport genießt, international gesehen, ein bescheidenes Dasein. Aber die Teilnahme erscheint hier wirklich einmal wichtiger als Sieg. Schließlich hat der Deutsche Skiverband nicht die finanziellen Mittel für die Vorbereitungen wie viele andere Länder. Lehrgänge in der Schweiz, wohin jetzt andere Nationen ihre Spitzenläufer hinschicken, Kann sich der Deutsche Skiverband nicht leisten. „Ein guter Trainingsplan, die Versorgung der Spitzenläufer mit dem notwendigen Gerät und die Entsendung der Kernmannschaft zu internationalen Rennen würden rund 100 000 DM kosten“, erklärte Sportwart Dr. Stober.„Woher sollen wir aber dieses Geld nehmen?“ Sicher erhält der Skiverband vom Bund die Mittel zur Beschickung der Weltmeisterschaften in Schweden; das ist aber nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, mehr nicht.„Die Fachverbände sind tatsächlich so Dicht über der Baumgrenze arm wie ein Lazarus.“ Stober denkt in diesem Zusammenhang an eine bessere Verteilung der Totogelder. Jedenfalls wird die deutsche Skimannschaft, die in den Februar- und Märztagen in Schweden auftritt, ihr Bestes geben, und vielleicht gibt es sogar einen guten vorderen Platz. Die Damen haben sicher eine gute Chance, und auch Beni Obermüller dürfte im Spezialslalom(sofern er seine Blinddarmoperation gut überstanden hat)„mitmischen“ können. In den nordischen Wettbewerben hat Deutschland keine Chancen, aber vielleicht gelingt es Kopp, Vogl, Harrer, Hitz, Burgbacher und Möchel, und wie sie alle heißen, wenigstens in der Elite der europäischen Teilnehmer eine Rolle zu spielen. Die Springer um Sepp Weiler und Toni Brutscher könnten schon eher zu Erfolgen kommen, was sie auch schon 1952 in Oslo bewiesen. Keine Überraschung mehr Sowjetische Skilangläuferinnen überlegen Grindelwald. Mit einem großen Erfolg der sowjetischen Läuferinnen endete bei den Frauen-Skiwettkämpfen in Grindelwald der 10-Kilometer-Langlauf. Die Sowjetunion belegte die ersten fünf Plätze, wobei die fünfte sowjetische Läuferin die als beste Mitteleuropäerin einkommende Italienerin Erminia Mus(sechste) noch um nahezu fünf Minuten distanzierte. Beste Deutsche war Hanni Gehring mit einem neunten Platz vor Else Amann. Bei leichtem Schneefall und einer Temperatur von minus sechs Crad nahmen 18 Langläuferinnen aus sechs Nationen den Kampf auf. Die Sowjetrussin Kosyrewa verzichtete in letzter Minute wegen Verletzung auf den Start. Die übrigen Teilnehmerinnen der Sowjetunion liefen praktisch ein Rennen unter sich, denn die Teilnehmer Deutschlands, Italiens, Schwedens, Jugoslawiens und der Schweiz hatten keine Chance. Siegerin wurde die Russin Valentina Tsarewa in 43:00 Minuten. erhalten. Das„Milwaukee-Journal“ schreibt: Der große Deutsche hatte ein Herz so groß wie sein Körper, aber er konnte Bucceroni an Schnelligkeit, Erfahrung und Schlagkraft nicht aufwiegen. Ten Hoff wurde einwandfrei geschlagen, aber etwa in der Mitte des Kampfes schien einmal der Moment gekommen zu sein, wo es so aussah, als ob er das Geschick wenden könne. Ten Hoff ist wahrscheinlich nicht schnell genug, um gegen die führenden amerikanischen Schwergewichtler zu bestehen, aber er versteht zu nehmen. Er setzt seine lange Linke gut ein und hat eine schnelle Rechte. Darüber hinaus ist er wendig genug, um kein sicheres Ziel zu geben.“ Die Morgenzeitung„The Milwaukee sentinel“ schreibt:„Bucceroni war mit seinen harten linken Haken und seiner Rechten im Nahkampf am gefährlichsten. Ten Hoff arbeitete hauptsächlich mit einer langen linken Geraden und mit einer gelegentlichen Rechten, die immer wirkte, wenn sie traf.“ Reportage mit Hindernissen Norderney„rettete“ Übertragung Hamburg. Die Übertragung des Boxkampfes zwischen Hein ten Hoff und Dan Bucceroni aus Milwaukee durch die deutschen Sender hat nicht den ungeteilten Beifall der Hörer Bradl sprang 91 Meter .. und bezwang den Olympiasieger München. Der Dreikönigstag brachte in Süddeutschland und Österreich traditionsgemäß eine Reihe Wintersport-Veranstaltungen. Den Mittelpunkt bildete der Abschluß des deutsch-österreichischen Springerturniers auf der Schanze in Bischofshofen, wo Österreichs 36jähriger Ex-Weltmeister Sepp Bradl nachdrücklich unterstrich, daß er— trotz seiner Ambition als nordisch Kombinierter— nach wie vor zur Weltspitzenklasse zu rechnen ist. Sepp Bradl siegte mit dem Schanzenrekord von 91 Meter und der Note 222,5 (86 und 91 Meter), vor Norwegens Olympiasieger Arnfin Bergmann(218,4; 81 und 83,5), dem Finnen Matti Dietikainen und dem Norweger Olav B. Björnstad als Gewinner der vorausgegangenen Springen in Oberstdorf, Garmisch und Innsbruck(Note je 215,6). Mit seinem fünften Platz erwies sich der Berchtesgadener Franz Eder(213,4; 85,5 und 84,5) erneut als zuverlässigster Deutscher. Russen turnen in Frankfurt Mit Tschukarin an der Spitze Bern. Im Anschluß an die Berner Sitzung des Exekutiv-Komitees im Internationalen Turn-Verband glückte es dem DTB-Kunstturnwart Albert Zellekens(Frankfurt) in persönlichen Gesprächen, eine ganz hervorragende Besetzung für das internationale Kunstturnen am 18 April in der Frankfurter Festhalle zu erzielen. Er erhielt dabei die festen Zusagen der Delegierten von Rußland. Jugoslawien, der Schweiz, Finnland und Luxemburg, die stärksten Kunstturner für jedes Gerät nach Frankfurt zu entsenden. In dem russischen Aufgebot wird der vierfache Olympiasieger Tschukarin vertreten sein. Nach zahlreichen Niederlagen kam die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im Olympiaeisstadion von Garmisch-Partenkirchen vor 12 000 Zuschauern mit dem 9:4-Sieg über Italien seit langem wieder zu einem Sieg. Die Einweihung der drittgrößten Sprungschanze Westdeutschlands in Oberhundem ist von Samstag, 9., auf Sonntag, 17. Januar, verschoben worden, nachdem der Westdeutsche Skiverband diesen neuen Termin für das Eröffnungsspringen genehmigt hat. gefunden. Dabei war im voraus alles getan worden, um trotz der technischen Schwierigkeiten und atmosphärischen Störungen, die gerade in den frühen Morgenstunden über dem Atlantik recht erheblich sind, eine klare Übertragung zu bekommen. Die„Stimme Amerikas“, die diesmal verantwortlich zeichSender RIAS in Berlin die Sendung aus Amerika auffangen und an die anderen deutschen Sender weiterleiten solle. Im Hamburger Funkhaus herrschte zunächst etwas Erstaunen, als die von RIAS überspielte Sendung kurz nach 5 Uhr kaum Verständigung brachte. Zwischendurch retteten die Techniker im Hamburger Funkhaus die Situation auf eigene Faust und schalteten auf die Kurzwellen-Empfangsstationen Witzmoor (bei Hamburg) und Norderney um. Das Wagnis gelang. Norderney holte den amerikanischen Kurzwellensender mit der Übertragung aus Milwaukee in einer ansprechenden Verständigung heraus. Der NWDR nahm diese Sendung auf, und die übrigen deutschen Stationen einschließlich RIAS schalteten dann ebenfalls auf Hamburg um. So gelang es, wenigstens den letzten Teil des Kampfes in einer besseren Verständigung an den Hörer zu bringen. „Herz so groß wie der Körper!" Gute USA-Kritik für ten Hoff trotz der klaren Niederlage Milwauke«— Für seinen Kampf gegen den amerikanischen Schwergewichtler und Weltranglisten-Vierten Dan Bucceroni(USA) hat der deutsche Schwergewichtler Hein ten Hoff trotz seiner klaren Niederlage eine gute Kritik in der amerikanischen Presse WIRTSCHAFT UND ARBEIT USA-Sozialpartner als Vorbild Enge Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Unternehmungen Die deutschen Gewerkschaften legten mit Recht stets besonderen Wert auf ein enges Verhältnis zu den amerikanischen Gewerkschaften, deren Arbeit und Erfolge als Vorbild betrachtet werden. Unter diesem Blickwinkel erscheinen neuere Entwicklungstendenzen im amerikanischen Sozialleben bemerkenswert, die auf eine klare und vorbehaltlose Verständigung zwischen Unternehmern und Gewerkschaften hinzielen. Als Schrittmacher wirken dabei die Stahlarbeiter. Noch im vorigen Jahr erschütterte der Streik der US-Stahlarbeitergewerkschaft das amerikanische Wirtschafts- und Verfassungsleben. Jetzt werden der Chef der United States Steel Corporation, Fairleß. und der Präsident der US-Stahlarbeitergewerkschaft. McDonald, gemeinsam die Werke der United States Steel besuchen, um— wie beide sagen— herauszufinden,„warum soziale Fragen so oft auf des Messers Schneide stehen“. Vor Antritt der Reise meinte McDonald:„Wir erwarten kein Wunder; aber wir hoffen zu lernen.“ Die United States Steel hat 300 000 Mitarbeiter, McDonalds Gewerkschaft 1 250 000 Mitglieder. Die Stahlarbeiter sind neben den Autoarbeitern die stärkste Gruppe der CIO. Die amerikanische Presse schreibt, die Reise von Fairleß und McDonald könne ein Wendepunkt in der amerikanischen Sozialgeschichte sein, wenn sie wirklich zeige, was echtes Vertrauen und friedliche Verständigung praktisch bedeuten. Zugleich wird aus dem Süden der Vereinigten Staaten von einer bedeutungsvollen Neuerung in den Beziehungen zwischen Arbeit und Unternehmung berichtet. Dort haben die Atlantic Steel Corporation und die zuständige Sektion der Stahlarbeitergewerkschaft ein besonderes Verfahren im Sinne des Betriebsfriedens entwickelt, das an den Aufruf erinnert, den 200 deutsche Betriebsräte im vorigen Jahr bei uns„An alle“ richteten. Es geht bei der Atlantic Steel nicht mehr um das Aushandeln von Rechten, sondern um die Festigung der menschlichen Beziehungen, Freimütige, tägliche Besprechung aller anfallenden Fragen und nicht spitzfindige Auslegung von Gesetzen hätten der Firma und den Arbeitern nur Nutzen gebracht, heißt es in einem Bericht. Die Produktivität sei gestiegen und mit ihr die Löhne etc., Bummelschichten seien zurückgegangen, die Arbeiter blieben bei der Firma und hätten nicht mehr den Wunsch, sich zu verändern. Außerdem sei es gelungen, ein gemeinsames Erziehungs- und Schulungsprogramm mit größtem Erfolg zum Zuge zu bringen. Die Vereinbarung darf allerdings jederzeit gekündigt und innerhalb 20 Tagen gelöst werden, aber gerade diese kurzfristige Kündigungsmöglichkeit zeige, sagen Firma und Gewerkschaft, das hohe Maß gegenseitigen Vertrauens. Dabei kann bei aller friedlichen Zusammenarbeit nicht von einem„gelben“ Betriebsfrieden gesprochen werden. Im Gegenteil haben beide Seiten sehr konsequente, routinierte und völlig unsentimentale Persönlichkeiten für die täglichen Verhandlungen herausgestellt. Aber, so heißt es in den Berichten weiter, die Gewerkschaften erkennten in vollem Umfange die Rechte des Privateigentums und der Unternehmensleitung an, zugleich seien sie überzeugt, daß das Wohl ihrer Mitglieder ganz von einer profitablen Geschäftspolitik abhänge. Gemeinsame Ansicht der Partner ist: Nicht die Lösung von„Problemen“, nicht die Anwendung„abstrakter Prinzipien“, sondern realistische Entscheidungen sind wichtig. Ein„Paritätsgesetz“ will der Bauernverband vorlegen Bonn.— Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes hat in einer Sitzung am Dienstag beschlossen, baldmöglichst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der auf eine Angleichung von Einkommen und Lebensstandard in der Landwirtschaft an die der übrigen Wirtschaft abzielt. Staatssekretär Dr. Sonnemann(Bundesernährungsministerium) nahm an den Beratungen teil und betonte, daß die Verwirklichung der wirtschaftspolitischen Ziele der Landwirtschaft wesentlich durch eine Intensivierung des Genossenschaftswesens und eine engere Zusammenarbeit mit der Industrie gefördert werden könne. Man erhofft von einer besseren Zusammenarbeit mit der Industrie eine Steigerung des Trinkmilchabsatzes. Die Konferenzteilnehmer stellten die Forderung auf, daß die Verwertung der Restmilch durch echte Bundesmittel gestützt werden müsse. Die Lage der nichtbundeseigenen Eisenbahnen hat sich nach den bisher vorliegenden Teilergebnissen für 1953 weiter verschlechtert. 137 von insgesamt 240 Gesellschaften des Verbandes der nichtbundeseigenen Eisenbahnen weisen keine ausgeglichene Betriebsrechnung mehr auf. Ursache hierfür waren der Rückgang des Güterverkehrs und die Verschiebung innerhalb der verschiedenen Tarifarten. VERKAUFSERLOSE U. BETRIEBSAUSGABEN* DER LANDWIRTSCHAFT Milliarden RM/DM 52 673 ohneNatura entlöhnungu. Lohnanspruchd. Familienarbeitskröfte Die baren Betriebsausgaben der Landwirtschaft in der Bundesrepublik sind im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 1952/53 etwas stärker angestiegen als die Verkaufserlöse aus landwirtschaftlichen Produkten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Agrarstatistiker Dr. Padberg und Dr Nieschulz in der„Agrarwirtschaft“. Gegenüber dem vorhergegangenen Wirtschaftsjahr 1951/52 ist der Restbetrag, der der Landwirtschaft nach Abzug der persönlichen Steuern und des Lohnanspruchs der Familienarbeitskräfte verbleibt, wesentlich geringer geworden. Zum Teil ist dies auf den witterungsbedingten Rückgang der Bodenprodukte 1952/53 zurückzuführen. Nach der bisherigen Entwicklung läßt das laufende Wirtschaftsjahr wieder etwas bessere Ertragsverhältnisse erwarten. Unsere Zeichnung gibt Aufschluß über die allgemeine Entwicklung von Verkaufserlösen und Betriebsausgaben, wobei die Differenz zwischen beiden nicht gleichbedeutend ist mit dem in der Landwirtschaft erzielten Überschuß. Eine Rechtsstelle für das gesamte Bundesgeblet hat der Deutsche Gewerkschaftsbund in Kassel eröffnet. Die Aufgabe dieses Büros ist, die Landesbezirke, Kreis- und Ortsausschüsse des DGB sowie die Gewerkschaften in ihren Streitfällen beim Bundesarbeitsgericht zu unterstützen. Leiter der Rechtsstelle ist der bisherige Rechtsschutzsekretär des Landesbezirks Hessen, Herr Karl Debus.(Anschrift: DGB-Bundesvorstand, H.- Abt. Sozialpolitik, Rechtsstelle Kassel, Querallee 36.) Gesetzentwurf über Ladenschlußzeiten Bundesarbeitsministerium gegen freien Samstagnachmittag Bonn.— Im Bundesarbeitsministerium ist ein neuer Entwurf über die gesetzliche Regelung der Ladenschlußzeiten fertiggestellt worden, der in Kürze dem Bundeskabinett vorgelegt werden soll. Wie verlautet, soll der neue Gesetzentwurf am 13. und 14. Januar mit den beteiligten Stellen etörtert werden. Danach müssen Verkaufsstellen im Bundesgebiet an Sonn- und Feiertagen, an Werktagen von 19 bis 7 Uhr, mittwochs ab 13 Uhr und am 24. Dezember ab 15 Uhr geschlossen sein. Geregelt werden ferner Ausnahmen vom Sonntags- und Werktagsladenschluß für bestimmte Verkaufsstellen wie z. B. Apotheken und Tankstellen. Ein besonderer Abschnitt ist dem Schutz der Arbeitnehmer gewidmet. Schließlich werden Bestimmungen für einzelne Gewerbezweige und für den Marktverkehr erlassen. In Trinkhallen und Erfrischungshallen dürfen außerhalb der Öffnungszeiten der Lebensmittelgeschäfte außer zubereiteten Speisen und offenen Getränken nur Tabakwaren, Obst und Süßwaren in geringen Mengen zum Verzehr an Ortund Stelle und nur zusammen mit zubereiteten Speisen oder offenen Getränken abgegeben werden Wenn bei diesen Einrichtungen der Umsatz an zubereiteten Speisen und Getränken 50 Prozent des Gesamtumsatzes nicht erreicht, müssen diese während der für Lebensmittelgeschäfte geltenden Ladenschlußzeiten geschlossen sein. Der Deutsche Bauerntag 1954 findet vom 29. September bis 2. Oktober in Stuttgart statt. Die Großkundgebung des Deutschen Bauerntages ist für den Vormittag des 1. Öktober vorgesehen. Am Nachmittag des gleichen Tages wird der Deutsche Landfrauentag abgehalten. Der 2. Öktober ist der Tag der deutschen Landjugend. Für den 30. September sind ein Presseempfang sowie ein Begrüßungsabend vorgesehen. Wirtschaftsbesprechungen mit Indien beginnen voraussichtlich Mitte Januar in Bonn über den deutsch-indischen Warenverkehr nach dem 31. Januar 1954. Das bereits verlängerte deutsch-indische Handelsabkommen läuft zu diesem Zeitpunkt ab. Da sich der beiderseitige Warenverkehr verhältnismäßig zufriedenstellend entwickelt hat, ist mit keinen wesentlichen Änderungen des bisherigen Abkommens zu rechnen. Dortmunder Pferdemarkt Konstante Preise— Reger Marktverlauf Dortmund, 7. Januar(lnw).— Zum Dortmunder Pferdemarkt wurden am Donnerstag 780 Pferde aufgetrieben. Es wurden notiert: Kaltblüter: beste Stuten und Arbeitspferde 900—1050 DM, Klasse II 700—900 DM, Klasse III 550—650 DM: Warmblüter: beste Stuten und Arbeitspferde 850—1000 DM. Klasse II 600—800 DM, Klasse III nicht notiert; Saugfohlen 11/jährige 450—550 DM. Saugfohlen 2½jährige 550—700 DM. Schlachtpferde beste Qualität 0,30—0,40 DM. Geringe Qualität 0,20—0,30 DM je ½ kg Lebendgewicht. Tandenz: Marktverlaut rege Qualität gut. Kaufabschlüsse in Schlachtpferden nach Belgien und Holland. Der nächste Pferdemarkt findet am 21. Januar statt. Rheinisch-Westtälische Börse Düsseldorf, 7. Januar 1954. Tendenz: Die heutige Rheinisch-Westfälische Börse eröffnete weiterhin in zuversichtlicher Haltung, besonders für Farben und Farbennachfolgeraktien. Auch im Verlauf blieb die freundliche Tendenz bis zu den Schlußkursen. Industrie-Aktien Accu-Hagen 164 G AEG 119¼ bz Allg. Hoch& Ing. 100 G Balcke Masch. 115 G Bergb. Ew. Ludw. 93 G BMW 79 bz G Bemberg 69 bz G Beton& Monier— Boswau& Knauer 78 G Buderus 109 G Burbach— Busch Jaeger 170 bz Conti-Gummi 159 bz Consolidation 89 bz Dahlbusch St. 63 bz Daimler 129½ bz Demag 144¾ bz Dt. Contt Gas 147 bzC Dt. Erdol 117¼ bz Didier 131 G Dortm. Aktien 130 G Dortm. Ritter 175 G Dortm. Union 70½ G Dynamit Nobel 130 G IG Farben 136 bz IG Farb. NGS 134-138 Feldmühle 147½ G Felten 100¼ bz. Ford 06 bz Goldschmidt 56 07. Harpener 92¼ bz Hindrichs Auff. 50 G Hochtlef 98 G Hoesch 222 bz Kabel Rheydt 148 bz Kall-Chemle 140 bz Karstadt 145 57 Klöckner 281½ bz Krefft 45½ C Mannesmann 92½ bz Mülheimer Berg 81 G Pongs& Zahn 126 G Rh. Westf. Kalk 130 G Ih. Braunkohle 150 bz. Rheinstahl 161½ bz RWE 133½ bz C: Rheinmetall 19½ bz G Rheinpreußen 107 bz Salzdetfurth 131 bz Schering 148 b BI Schiess 121½ bz Schwabenbräu 106 G Siemens Stämme 140½ bz Siemens Vorzüge 136 bz Stamag 108 bz Ver. Dt. Nickel 119 bz G Ver. Rumpus 70 Br Ver. Stahlwerke 211 bz Wasser-Gelsenk. 128 G Westd. Kaufhof 138 bz Westf. Dinnendahl 150 G Wintershall 134½ bz. Zellwald 94 bz Bank-Aktien Commerzbank 76 bz G Deutsche Bank 92½ bz G Dresdner Bank 92 bz G Frelverkeh Bergb. Lothringen 92-96 Chemie-Faser Inh. 55-60 Elsenh. Köln 94-98 Guteh.-Hütte 250-250 Phrix-Inh. 30-33 Rh. Kunstseide 51-55 Schulth. Stämme 22 G Übermittelt vom Bankvereln Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main), 7. Jan iar 1954(vwd). Dle Wechselstuben kaufen 430.— DM-Ost fûr 100 DM-West und verkaufen 100,— DM-Ost fur 60 DM-West 1 Punkiespiele wieder im Vordergrund Restspiele der l. Serie im Siegerland- Volles Programm der Sauerlandstaffel Kreis Olpe. Während in der Siegerlandstaffel keine Allgemeinpause zu verzeichnen war(Restspiele noch für den 10. Jan.), beginnt die Sauerlandstaffel nach fast vierwöchiger Ruhe mit vollem Punkteprogramm. Die Siegerlandstaffel hat diesen Beginn erst für den 17. Januar vorgesehen Bei den derzeitigen Schneeverhältnissen kann man noch im Augenblick von idealen Zuständen sprechen, denn die Spielbedingungen auf dem„grünen Rasen“ werden voraussichtlich doch schlechter werden. Vielleicht wird dann bedauert, daß bei weit günstigeren Wetterverhältnissen der Spielbetrieb— was die Sauerlandstaffel betrifft— vollständig ruhte Wie dem auch sei, die Freunde des Fußballes sehen jedenfalls ab kommenden Sonntag sehnlichst erwartete Punktespiele, denen im neuen Jahr das zu wünschen ist. was sie sein sollen: Faire Auseinandersetungen zur Freude der Aktiven und der großen Anhängerschaft des beliebten Volkssportes. Neue Hoffnungen für Attendorn Im ersten Punktespiel des neuen Jahres empfängt Attendorn die im Mittelfeld stehende nicht immer überzeugende Elf aus Voßwinkel. Attendorn hat die lange Ruhepause nicht ungenutzt verstreichen lassen. denn die Mannschaft um Zeppenfeld hat eifrig trainiert, um die Hoffnungen der Attendorner Anhänger für ein besseres Debut ihrer Mannschaft im neuen Jahr nicht zu enttäuschen. Wenn die 04er die nötige Kondition auch in der zweiten Halbzeit durchhalten, kann der letzte Tabellenplatz abgegeben werden, zumal Sundwig auf eigenem Platz gegen Menden ebensowenig wie Meinerzhagen auswärts gegen Wickede ihre Erfolgshoffnungen betätigt bekommen werden.— Olpe empfängt TuS Iserlohn, der im Spiel der ersten Serie zu einem glücklichen Sieg kam, für den die Gastgeber(wahrscheinlich mit E. Bayer) ernstlich Revanche nehmen wollen. Auf dem Kreuzberg wie auch in Attendorn sind spannende Spiele zu erwarten, deren Besuch sich lohnen dürfte. Die Sauerlandstaffel SpVg Olpe— Iserlohn, SpV 04 Attendorn— TuS Voßwinkel, SV Sundwig— Alem. Menden, SV Herdringen— SV Nachrodt, Spfr. Holthausen— FC Fröndenberg. VfB Altena— SV Plettenberg. TuS Wickede— RSV Meinerzhagen. FC Altenhof vor neuem Sieg? FC Altenhof hat auch am kommenden Spieltag Gelegenheit, seine Stärke in einem wichtigen Punktespiel unter Beweis zu stellen. Wir glauben nicht daran, daß die vorausgegangenen Spiele an den Kräften der Spieler so gezehrt haben, daß gegen Eintracht Siegen mit einer Niederlage auf eigenem Platz gerechnet werden kann. Trotzdem, die in ungünstiger Position liegenden Gäste werden alles aufbieten, um erfolgreich abzuschneiden.— RW Hünsborn muß nach Siegen zum VfR, der in den letzten Spielen enttäuschte. Hier haben die Gäste nur dann eine Chance, wenn von Anfang an mit Ueberraschungen operiert werden kann, die der Gastgeber erfahrungsgemäß nicht gut„verdaut“.— Oberveischede ist innerhalb der letzten 14 Tage zum zweitenmal Gast in Dreis-Tiefenbach. Wenn die Leistung des Freundschaftsspieles wiederholt werden kann, hat der Gastgeber keine Chance. Die Siegerlandstaffel FC Altenhof— Eintr. Siegen, VfR Siegen— RW Hünsborn, SG Dreis-Tiefenbach— SpV Oberveischede, SpVg Niederndorf— VfL Klafeld, VfB Weidenau — SC Brachbach. Jugendpunktespiele am 10. Januar Olpe— Gerlingen, Altenhof— Ottfingen, Hünsborn— Schönau, Hillmicke— Hünsborn J. Heggen— Grevenbrück. Meggen— Langenei. Altenhundem— Elspe, Attendorn— Listernohl, Attendorn B— Drolshagen, Drolshagen B— Bleche. Kirchveischede— Heggen B. FIFA-Jugendturnier KJA-Sitzung in Grevenbrück Kreis Olpe. Kreisjugendobmann Nachtigal hat die Mitglieder des Kreisjugendausschusses(WFV) zu einer wichtigen Sitzung für Freitag, den 15. Januar, nach Grevenbrück, Hotel„Zur Post“, eingeladen. Vorgesehen sind wichtige Besprechungen, die das FIFA-Jugendturnier betreffen.— Beginn der Tagung um 19 Uhr. Gemeinderat tagt Langenel. Im Gasthof Heimes tagt der Gemeinderat Kirchhundem am Dienstag, dem 12. Januar, um 14 Uhr. Wichtige Punkte stehen zur Beratung: Erlaß einer Ortssatzung und Gebührenordnung über den Anschluß an die öffentliche Wasseranlage und über die Abgabe von Wasser; Antrag der Schulpflegschaft Hofolpe auf Bau einer Volksschule, Einrichtung einer Konrektorstelle an der kath. Volksschule in Altenhundem; Unfallversicherung der Ratsvertreter; Beschäftigung von Lehrkräften am Progymnasium Altenhundem; Vorbereltung des Haushaltsplanes für 1954. Langenei-Kickenbach. Der FC Langenei-Kickenbach hält im Gasthof Heimes am Samstag um 20 Uhr seine Generalversammlung ab. Wegen dringender Beschlüsse ist das Erscheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. Gemeinderatssitzung Heinsberg. Auf der Tagesordnung der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, dem 14. Januar, um 18 Uhr im Gasthof Schwärmer stehen die Beratung der Nachtragshaushaltssatzung und des Nachtragshaushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1953, die Uebernahme der Trägerschaft für den Bau der Wasserleitung, Fischereiangelegenheit, Erweiterung der Straßenbeleuchtung am Eichholzweg. der Bau eines Verbindungsweges Heinsberg— Siegerland und Vorbereitung des Haushaltsplanes 1954. Grevenbrücker schüttet sein Herz aus Leserzuschrift an das„S. V.“— Wohlgemeinte Beanstandungen Dünschede. Die Abschlußprüfung „Erste-Hilfe-Kursus“ des Deutschen ten Kreuzes ist am Samstag um 20 in der Schützenhalle. des RoUhr Riesenbergschanzen warten auf Springer Am 17. Januar Eröffnung der Wintersportsaison in Oberhundem Oberhundem. Seit Wochen schon wartete man in Oberhundem sehnlichst auf Schnee, um die Termine der Wintersportveranstaltungen, einschließlich der Einweihung der Riesenbergschanzen, einhalten zu können. Nachdem nun der erste Schnee gefallen ist, wurde man in Wintersportkreisen in Oberhundem sehr aktiv. Verhandlungen mit Skisportverbänden mußten aufgenommen und Termine verlegt werden. Seit einigen Tagen liegt nun wenigstens für den Monat Januar, falls die Skisportmöglichkeiten bestehen bleiben, ein festes Programm vor. Die für Sonntag vorgesehene Einweihung und das Eröffnungsspringen der Riesenbergschanzen findet nunmehr am 17. Januar statt. Vorgesehen sind ferner die Durchführung der Westdeutschen Verbandsskimeisterschaften und die Skimeisterschaften des Rothaarbezirks, umfassend die Kreise Olpe, Siegen und einen Teil des Kreises Wittgenstein. Am Eröffnungsspringen werden bekannte westdeutsche Sprungmeister teilnehmen. Unter dem Rhein-Weser-Turm sind je eine Sprungschanze für die Jugend, auf der Weiten bis zu 35 Meter, und für die Meisterspringer, auf der Sprungweiten bis zu 60 Meter erreicht werden können, im vergangenen Jahr errichtet worden. Die Skifreunde des Kreises Olpe aber hoffen noch auf weiteren Schneefall, damit die Skisportveranstaltungen in Oberhundem in diesem Jahr ein voller Erfolg werden. Totenglocke Lütringhausen. Im blühenden Alter von 11½ Jahren verstarb nach langem, scnweren Leiden in Siegen im Krankenhaus Alfred Gokus, Sohn der Eheleute Willi Gokus und Frau Gertrud geb. Ochel. R. i. p. Theater wird wiederholt Heggen. Das Lustspiel„Der verkaufte Großvater“ wird vom Theaterverein auf Wunsch vieler Besucher am Samstag, dem 9. Januar, noch einmal aufgeführt. Heggen. Ein Kaminbrand entstand am Dienstag in den Abendstunden in einem Hause an der Finnentroper Straße. Das Feuer konnte gelöscht werden, ohne daß der Brand Schaden angerichtet hatte. Grevenbrück. Man sollte gewiß persönliche Meinungen nicht unterdrücken, vor allem, wenn man voraussetzen darf, daß die darin enthaltenen Acußerungen nur in bester Absicht und im Interesse der Allgemeinheit getan werden. Wir geben daher der nachstehenden Leserzuschrift Raum, die uns schon vor einigen Tagen erreichte. Es ist nämlich kaum anzunehmen, daß inzwischen dort alle Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Also dürften die vorgetragenen Bitten um Abhilfe, wo es noch notwendig erscheint, nicht unerhört bleiben. Die Zuschrift lautet: Was uns gar nicht gefallen will ist, daß sich hier ein sehr schön gelegener Parkplatz am Lennestrand befindet, der aber wenig Anziehungskraft ausübt, weil er noch zu uneben und zu wenig beleuchtet ist. Man sieht niemanden dort parken. Dagegen steht regelmäßig der Bundesbahnomnibus(für die Kinobesucher) auf dem Bürgersteig vor Dr. Achtermanns Mauer, auf der so sehr überlasteten Lennestraße und nimmt den Fußgängern jede Möglichkeit des Ausweichens. Nebenbei bemerkt, wird er nächstens trotz großer Fahrerkünste auch glücklich eines der letzten LennestraßenBäumchen wegrasiert haben! Man hat es nun soweit gebracht, daß bald alle ehrwürdigen alten Bäume in Geschäfts- und sogar auf Landstraßen ausgradiert sind, damit man wohl die Tankstelle an der Minden-Elsper Landstraße von weitem schon sieht, wie ein treu-biederer Geschäftsmann uns versicherte. Wir gratulieren zu der hier entstehenden„polnischen Landschaft“! Ein Glück ist es nur, daß die sauerländischen Wälder nicht eben so schnell verschwinden. Aber schön war es doch, wenn die Grevenbrücker„Chemische“ einmal wieder den Hardtberg aufforsten würde. Dieser„Totenberg“ macht keinen guten Eindruck. Ein paar Bäume gehörten auch Bilstein. Sechs Bilsteiner Wintersportler— sämtlich Mitglieder des hiesigen Wintersportvereins— nehmen am Sonntag, dem 10. Januar, an den Nordischen Kombinationen im Skilauf in Erndtebrück toil. Verkehrsunfall Grevenbrück. Am 6. Januar stießen hier ein Pkw und ein Lastzug infolge der Straßenglätte zusammen. Während der Pkw erheblich beschädigt wurde, entstand an dem Lastzug nur geringer Sachschaden. Grevenbrück. Das Standesamt beurkundete im Dezember 1953: 3 Geburten, 2 Eheschließungen und 1 Sterbefall. Meggen. Die Freiwillige Feuerwehr hält am Sonntag, dem 10. Januar, im neuen Feuerwehrgerätehaus um 17 Uhr ihre Jahreshauptversammlung ab. Auch die passiven Mitglieder sind eingeladen. Meggen. Julius Holitzer, Hauptstraße 67. feierte am Dreikönigstag seinen 80. Geburtstag. Wir gratulieren! wohl wieder an den Johannesplatz und an die Nordseite der Lennebrücke einige Pappeln. Schließlich soll dort ja die„einladende“(?) Eingangspforte von Grevenbrück sein... Bei Regen- und Tauwetter nehmen sich die verschiedenen„Seen“, d. h. Wasserpfützen in unseren Straßen nicht sehr appetitlich aus. Da kann man z. B einen großen„See“ ausgerechnet vor dem Verwaltungsgebäude der Kalkwerke sehen, während sich diese Werke mit der Neuerrichtung der Kalkwerksbrücke und dem Fußgängerweg unschätzbare Verdienste erworben haben. Sollte da nicht eine Karre mit Schotter oder dergleichen von dieser würdigen Nachbarschaft her schon Abhilfe tun? Es müßte einmal angeregt werden, denn die Ortsgemeinde kann ja auch nicht alles tun. Ferner befindet sich noch ein solcher„Wagener“-See im Postweg. Ein bißchen Selbsthilfe auf den Wegen, die man doch selbst kaputtgefahren hat, wäre angebracht. Früher war der Postweg immer für Fahrzeuge gesperrt und das ist doch nett, daß die Bürgerschaft rings herum es jetzt duldet, daß man“ dort auch herfährt! Uebrigens scheint die Bundesbahn wirklich kein Geld mehr zu haben, sonst würde sie sicherlich einmal den fast nicht mehr vorhandenen Holzzaun im Postweg zur Freude aller erneuert oder wenigstens verfeuert haben. Es gibt natürlich auch vieles, was uns an Grevenbrück gut gefällt. Davon wollen wir aber heute gerade einmal nicht sprechen.— Ob sick nu woll watt ännert? —Y 90 Kinder wurden beschert Altenhundem. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten hatte am Sonntag im Gasthof Cordes zu einer Feier eingeladen. Nach dem Vorspiel einer Weihnachtsfantasie, vorgetragen von Alfons Schulte, richtete der Vorsitzende an die Kinder und die anwesenden Erwachsenen herzliche Grußworte. Unter dem Gesang des Liedes„Nikolaus, komm in unser Haus“ betraten St. Nikolaus und Knecht Ruprecht den Saal. Der hl. Mann konnte 90 Kinder und 10 ältere Kameradinnen bescheren. Die Feier für die Kinder klang mit dem Lied„Stille Nacht“ aus. Am Abend trafen sich die Mitglieder des Reichsbundes zu einer Weihnachtsfeier, in deren Verlauf eine Verlosung manchen schönen Gewinn brachte. Der Reichsbund sagt allen Spendern, vor allem der Altenhundemer Geschäftswelt, für ihre Unterstützung herzlichen Dank! Erfolgreiche Skiläufer Oberhundem. Am Staffellauf des SkiBezirks Rothaargebirge am letzten Sonntag in Lützel nahmen vom Skiklub Oberhundem Hubert Kneer, Berthold Fürth, Otmar Fürth und Lambert Aßmann teil. Sie konnten unter stärkster Konkurrenz den ersten Platz belegen. Ein beachtlicher Erfolg! Em-eukal -„Die ochten mit der Fehner“ Fordern Sie Prospekte über LIEBESGABEN PAKETE FUR DIEOSTZONE DEUTSCNE GEMEINSCMAFTSMNLFE llebesgabendienst a. V. HAMBURO N. RODINOSMARRE 15 Postsch. Amb. 9209. Ruf 353777 Junges Mädchen für Haushalt und Geschäft in Olpe gesucht. Bewerbungen unt. Nr. 1529 an Sauerl. 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