Landwirthschaftliche Zeitung für Westfalen und Lippe. Pereinsschrift des landwirtschaftlichen Provinzial=Pereins für Westfalen und Lippe.— Post=Zeitungs=Katalog No. 3772. — Original-Aufsätze und=Mittellungen werden angemessen honortert, tionspreis für den Raum von 42 mm Länge(viergespaltene Zeile) und da Münster 1/W., Graelstraße 68, zu senden.— Für den redaktlonellen Tell verantwortlich: Dr. Schleh in Münster. 54. Jahrgang. Münster i/W., Freitag den 28. Mai. 1897. Nr. 21. Das Verziehen der Rübenpflanzen.— Die 23. Berliner Mastviehausstellung.— Zur Hebung der Ziegenzucht.— Fragen und Antworten.— Landwirt Jühnre. schaftlicher Hauptverein für den Reglerungsbezirk Münster.— Bekanntmachung.— Vereinskalender.— Anzeigen. Das Verziehen der Rübenpflanzen. Abgesehen von der Vorbereitung des Feldes zur Saat und der sorgfältigen Ausführung der Aussaat der Rübenkerne, bestehen die wesentlichsten und wichtigsten Arbeiten des Rübenbauers in dem wiederholten Hacken der Rüben und im Verziehen der Rübenpflanzen. Alle diese Arbeiten sind für das Gedeihen der Rüben höchst wichtig; besonders übt auch das rechtzeitige und gute Verziehen der Rüben einen schwerwiegenden Einfluß auf das qualitative und quantitative Ergebnis der Ernte aus. Das Verziehen gut auszuführen, ist wichtig, aber auch schwierig. Wichtig, weil das gute Verziehen den vollen Bestand des Rübenfeldes bedingt und dieser die erste Bedingung einer normalen Ernte bildet; schwierig, weil dazu Fleiß und ein gewisser Grad von Intelligenz der Arbeiter und des Aufsichtspersonals gehören. Das Verziehen der Rübe, wenn dasselbe auch bei Drillsaat durch das sogenannte Verhauen mittelst Pferdehacke unterstützt und erleichtert werden kann, ist und bleibt eine Handarbeit. Im allgemeinen ist der Grundsatz aufzustellen, daß das zeitigste Verziehen auch den höchsten Ernteertrag in Aussicht stellt, während spätes Verziehen oft die üppigste Rübensaat verdirbt und eine schlechte Ernte zur Folge hat. Es sind Fälle bekannt, daß auf einem und demselben Boden die Felder, auf welchen die Rüben acht Tage früher verzogen waren, 8000 Kilogramm pro Hektar Mehrertrag gaben als solche, wo man mit dem Verziehen gezögert hatte. Das Verziehen sehr junger, kaum aufgelaufener Pflanzen wird sich allerdings nicht allein durch mechanische Hindernisse, sondern auch dadurch verbieten, daß die kräftigsten Pflanzen nicht gut zu erkennen sind; auch Frostgefahr und Insektenschaden können solche sehr jugendliche Pflanzen noch bedrohen. Rechtzeitiges Vereinzeln der Rübenpflanzen übt auf die Ernte einen viel größeren Einfluß aus, als von mancher Seite geahnt wird. Durch die von dem Oekonomiebeamten I. Sekerka ausgeführten Versuche, deren Ergebnis wir im folgenden mitteilen, findet der Grundsatz: „Lieber früher, als zu spät vereinzeln“ seine volle Bekräftigung. Der Versuchsansteller bebaute mehrere Parzellen von gleicher Bodenart und Größe mit möglichst gleicher Düngung und gleichmäßigem Rübensamen. Dem Versuche war die Witterung durch rechtzeitigen, ausgiebigen Regen günstig. Diese dicht nebeneinander liegenden Rübenparzellen wurden an einem Tage(22. April) bebaut, und das Verziehen der einzelnen Parzellen geschah in der Weise, daß jede folgende Parzelle eine Woche später zum Vereinzeln gelangte. Das Resultat der Ernte war folgendes: deutlich, daß das Verziehen der Rüben nicht nur eine der wichtigsten Arbeiten ist, sondern daß es vor allem darauf ankommt, diese Arbeit möglichst zeitig vorzunehmen, denn jede Woche, ja beinahe jeder Tag Verspätung bringt Verlust. Leider wird hierauf noch immer zu winig Gewicht gelegt, und nur zu oft läßt man ganze Schläge vergrasen. Selbstredend wird es keinem Praktiker einfallen, die Rüben schon bei der Entwickelung(Parzelle I), wo nur die Kotyledonen entwickelt sind, ebensowenig in dem Entwickelungsstadium der Parzelle II zu verziehen. Denn erstens könnte eine solche Arbeit nur ein sehr geübter und ganz verläßlicher Arbeiter ausführen, abgesehen davon, daß solche heikle Arbeit viel Zeit beanspruchen würde, und zweitens würden die so schwach entwickelten, schon vereinzelt stehenden Rübenpflänzchen der Gefahr später eintretender Krankheiten oder Insektenschäden preisgegeben sein. Unter normalen Verhältnissen wird der Zeitpunkt zum Verziehen in der Praxis günstig sein, wenn die Pflanze, welche stehen bleiben soll, die vier ersten Blätter entwickelt hat, die Wurzel die Stärke eines Strohhalmes besitzt und die ganze Pflanze eine Länge von 8 bis 10 Centimeter hat. Haben die Wurzeln die Stärke eines Gänsekiels erreicht, so hat man den günstigsten Zeitpunkt des Verziehens fast verpaßt, denn diese Stärke muß schon als die Höchstgrenze angesehen werden. Uebrigens spielen beim Verziehen auch die Witterung und die Bodenbeschaffenheit eine gar wichtige Rolle. 186 Nach einem vorangegangenen Regen ist die Arbeit sehr erleichtert. Anhaltende Trockenheit und zur Krustenbildung neigender Boden können dagegen das Verziehen, trotz der Erkenntnis des richtigen Zeitpunktes, verzögern Ferner ist zu berücksichtigen, ob der Same gedippelt oder gedrillt ist. Gedrillte Rüben werden früher vereinzelt werden können. Besondere Umstände, wie Vorhandensein von Engerlingen, Erdflöhen, Rüsselkäfern oder starkes Auftreten von Wurzelbrand, zwingen den Landwirt, das Vereinzeln später vorzunehmen. Die Arbeit selbst muß stets mit aller Sorgfalt ausgeführt werden. Am besten geschieht dieselbe durch größere, verständige Kinder, die das anhaltende Bücken auch vertragen und deshalb bei guter Aufsicht mehr als Erwachsene leisten. Es darf dabei nicht geduldet werden, daß nur mit einer Hand verzogen wird, sondern dieses hat mit beiden Händen in der Weise zu geschehen, daß mit der linken Hand die beste Pflanze festgehalten und die anderen durch langsames Ziehen mit der rechten Hand nach seitwärts und dann nach oben entfernt werden, worauf die stehengebliebene Pflanze an den Boden angedrückt wird. Wer gerade, hoch oder nur mit einer Hand verzieht, reißt faßt immer alle umstehenden Rüben heraus, so daß gar keine auf ihrem Standpunkt bleibt. Ein solch ungeschickter Arbeiter kann an einem Tage vielen Schaden anrichten. Das Abschneiden der Rübenpflänzchen statt des Verziehens ist gänzlich zu verwerfen, weil sie entweder von neuem ausschlagen oder die faulenden Wurzeln Insektenherde werden. Die ausgezogenen Pflanzen sind in Haufen zwischen den Reihen und nicht auf die stehenden Pflanzen zu werfen, weil letztere leicht verletzt und beim längeren Liegen der Pflanze erstickt werden. Dem Verziehen folgt möglichst bald eine Handhacke, welche vorzugsweise den Zweck hat, die Erde dicht an den Pflanzen zu lockern, wobei Doppelrüben und etwa stehen gebliebenes Unkraut mit fortzunehmen sind. Zur Lockerung zwischen den Reihen sollte dann unmittelbar eine Pferdehacke folgen. Aus dem Gesagten geht nun deutlich hervor, daß das Verziehen der Rüben gut, sorgfältig und mit Bedacht ausgeführt werden muß; denn davon, welche Pflanze als ausgewählte Zukunftspflanze stehen bleibt, hängt die Größe der zu erntenden Rübenpflanze ab. Darum sei beim Verziehen der Rüben Vorsicht, Umsicht, Einsicht und Aussicht aufs wärmste empsohlen.n Die 23. Berliner Mastviehausstellung. Von L. Waldeyer. Die Ausstellung, welche am Mittwoch, den 5 Mai dieses Jahres, auf dem Zentralviehhofe eröffnet wurde, zeigte in der Ableilung A. Rindvieh und C. Schweine, einen starken Rückgang gegen die Schauen der Vorjahre. In der Abteilung B. Schafe waren diesmal mehr als seit langen Jahren ausgestellt; jedenfalls ist als U sache der vermehrten Ausstellung von Schafen, die von Sr. Majestät dem Kaiser und König für die 23. Mastviehausstellung 1897 bewilligte goldene Staatsmedaille, welche speziell für die höchste züchterische Leistung in Abteilung B. Schafe bestimmt war, anzusehen. Die Zahl der Aussteller betrug in diesem Jahre 101, im Vorjahre 168 und 1895 177 Landwirte. Die Zahl der Anmeldungen in Abteilung A., B. und C. betrug in diesem Jahre nur 492 gegen 811 im Vorjahre und 900 im Jahre 1895. Selbst die niedrige Zahl des Jahres 1892, 509 Anmeldungen, ist nicht erreicht worden, und man muß schon in die ersten Versuchsjahre zurückgehen, um niedrigere Zahlen zu finden. Die Zahl der in diesen Anmeldungen aufgeführten Tiere beläuft sich in diesem Jahre auf 703, gegen 1098 im Vorjahre und 1175 im Jahre 1895, bezw. 697 im Jahre 1892. Wenn hier der Rückgang nicht so schroff zu Tage tritt, wie bei der Zahl der Nummern(Anmeldungen), so liegt das darin, daß in diesem Jahre die Schafabteilung, in der von XI—XIII immer drei Tiere auf eine Nummer kommen, besonders gut beschickt war. Der diesjährige starke Rückgang in der Beschickung der Ausstellung erklärt sich zunächst aus der ungünstigen Lage des Fleisch narktes; dann durch die große Verbreitung der Maul= und Klauenseuche, welche in ganz Deutschland herrschte. Vielleicht haben auch die mißlichen Verhältnisse in der Landwirtschaft zu dem Rückgange beigetragen. Was nun die Zahlen vermissen lassen, ersetzt zum Teil die Güte. Neben geringeren Tieren finden sich doch ganz vorzügliche nach Form und Leistung; ich werde dieses bei den einzelnen Abteilungen noch näher angeben. Das Ausstellungs=Komitee ist ferner bemüht, durch Schlachtversuche und Fütterungsversuche die Mastviehausstellung für alle Interessenten: Landwirte, Fleischer und Konsumenten, lehrreicher zu gestalten; ich werde auch diese Ergebnisse in den einzelnen Abteilungen ausführlich crörtern. Bei der Agitation des allgemeinen Fleischerverbandes gegen die schlechte Mästung, namentlich des Schweinematerials, sind solche Versuche sehr anzuerkennen; ich glaube, die Fleischer gehen zu weit, wenn dieselben, wie in Nr. 35, 4. Beilage der Allgemeinen Fleischerzeitung gedruckt steht, fordern: daß Reismehl, Baumwollensamenmehl, Mais, blaue, sog. Zentrifugenmilch, Aepfel und Runkeln als Futtermittel für Schweinemast bei Gesängnisstrafe bis zu einem Jahre verboten werden. Andererseits ist aber auch den Herrn Landwirten wohl zu empfehlen, sich die Futtermischungen und Fütterungsnormen für die verschiedenen Zwecke der landwirtschaftlichen Tierhaltung genau zu berechnen, denn nur eine reife Kernmast kann dem Fleischer und den Konsumenten genügen. Die Beteiligung der Landwirte aus den einzelnen Gegenden zeigt Brandenburg und Posen in der vordersten Reihe, ersteres mit 26, letzteres mit 19 Ausstellern. Es folgen Pommern mit 16, Schlesien mit 10, Mecklenburg=Schwerin mit 9 Ausstellern. Die übrigen Provinzen und deutschen Staaten: Westpreußen, Ostpreußen, Sachsen, Schleswig Holstein, Hannover, Westfalen, Braunschweig, Anhalt, Mecklenburg= Strelitz, Oldenburg und die freie Stadt Bremen waren ebenfalls beteiligt. Westfalen hat seit Jahren nicht ausgestellt, es ist daher immer mit Freuden zu begrüßen, daß dieses Jahr ein Aussteller, F. Vogler=Minden, die Ausstellung mit 6 Stück Rindvieh beschickt hatte. Bei der Berichterstattung über die einzelnen Abteilungen werde ich nur die ersten Preise und die Ehrenpreise angeben, bemerken will ich vorweg, daß das Verzeichnis der ausgesetzten Preise sehr beachtenswert ist, und ich möchte den Herren Landwirten in Westfalen zur Erwägung anheim geben, sich der Mastviehausstellungen, 187 welche jährlich im Monat Mai in Berlin stattfinden, erinnern zu wollen. Die Zusammenstellung der Preise ergiebt folgendes Resultat: Von Sr. Majestät dem Kaiser und König bewilligt: Eine goldene Staatsmedaille. I. Abteilung, A. Rindvieh: 76 Preise in Höhe von 10 485 Mk. II. Abteilung, B. Schafe, 36 Preise in Höhe von 3170 Mk. III. Abteilung, C. Schweine, 20 Preise in Höhe von 3250 Mk. Außerdem kommen zur Verteilung: eine goldene Medaille als Nathusius=Preis, 4 Statuetten, 1 ZüchterEhrenpreis, welcher d. I in 2 Bronce=Armleuchtern bestand, dann 18 silberne und 23 broncene Medaillen. In der Abteilung A. Rindvieh erhielten erste Preise für 3½ jährige Ochsen, Niederungsschläge: RosenthalLissa 200 Mk., Höhenschläge: Stich=Kaiserhof 200 Mk., Kreuzungen: D. Bremer=Jethausen=Oldenburg 200 Mk; dieses Tier(Shorthorn=Kreuzung) wog vor Antritt der Reise 2100 Pfund l. Gewicht, hatte auf der Reise 100 Pfund verloren und wurde nach Leipzig verkauft für 675 Mark; sowohl der Besitzer wie auch ich hielten diesen Preis, in Anbetracht der vorzüglichen reifen Kernmast, für gering. In Berlin wird fast ausschließlich freihändig gehandelt, der Ochse wurde also mit annähernd 34 Mk. pro 100 Pfund I. Gewicht bezahlt. Ich frug Herrn Bremer, welche Fütterungsnormen bei diesen Ochsen gegeben seien, die Antwort lautete:„ich füttere, was sie mögen, nur muß man Vorsicht gebrauchen, damit die Tiere nicht krank werden.“ Herr Bremer hatte viele Tiere ausgestellt, derselbe erhielt ca. 1200 Mark an Prämien. Bei Rindern und Kühen, 2½ bis 3½ Jahre alt, erzielten: Niederungsschläge ersten Preis(200 Mk.) von Tiedemann=Seeheim; bei Kühen, 3½ Jahr und älter, erwarben: Niederungsschläge ersten Preis(200 Mk.) Bieler=Machern, Höhenschläge ersten Preis(200 Mk.) von Langenn=Steinheller. Weitere Preise konnte ich in dieser Abteilung in Berlin noch nicht erfahren. Sehr interessant hatte die von Brandis'sche Gutsverwaltung, Besitzer Kammerherr von Brandis=Neuhaus=Krzeslige bei Pudewitz, Provinz Posen, ausgestellt. Das Bullen kalb„Eduard", Oldenburg=Simmenthaler Kreuzung, 1 Monat 20 Tage, wog bei der Geburt 103 Pfund, hat täglich 3 Pfund an Gewicht zugenommen. Die Ochsen„Hans" und„Hermann", Bayerische Landrasse, sind ausgestellt mit einer Gewichtsangabe am 1. März 1897 von 2050 bezw. 1860 Pfund(das Gewicht am 5. Mai konnte ich nicht erfahren), aufgestellt zur Mast waren diese Ochsen am 15. November 1896 mit 1620 bezw. 1430 Pfund, hatten also in 105 Tagen stark 4 Pfund pro Tag und Kopf zugenommen. Der Ochse „Joseph“ hatte sogar 5 Pfund pro Tag und Kopf zugenommen. Der Ochse„Aron“ hatte ein Gewicht am 15. November 1896 von 1600 Pfund, wurde zur Mast aufgestellt am selben Tage, wog nach Angabe im Katalog am 1. März 1897 2230 Pfund, mithin eine Gewichtszunahme von 6 Pfund pro Tag. Ich habe mir diese Tiere(Prachtexemplare) mit vielen Bekannten und Freunden angesehen, uns allen sind Gewichtszunahmen von 4 Pfund durch die eigene Praxis bekannt geworden, nicht aber von 5 bezw. 6 Pfund Beachtung verdient auch die Kälber=Ausstellung der Landwirtschaftskammer und Komitee der Mastviehausstellung. Unter Nr. 2, 3, 4, 5, 6, 7 waren sieben Bullenkälber im Katalog aufgeführt, welche vom Milchwirtschaftlichen Institut in Prenzlau mit Magermilch unter Beigabe von Erdnußöl, Sesamöl und nur Magermilch gemästet waren, die Resultate habe ich nicht erfahren können. Fortsetzung folgt. Zur Hebung der Ziegenzucht. Von Generalsekretär Dr. Müller=Offenbach a. M. Es hat lange gedauert, bis die Ziegen es dahin gebracht haben, sich eine ihrer Bedeutung für den land wirtschaftlichen Haushalt unseres Landes einigermaßen entsprechende Beachtung zu verschaffen. Die Bestrebungen, die Ziegenhaltung und Ziegenzucht ähnlich zu fördern, wie die Zucht der übrigen landw. Haustiere, stammen in der Hauptsache erst aus dem Ende der 80er Jahre. Bis dorthin galt die Ziege als zu unbedeutend und zu geringwertig, als daß es sich zu verlohnen schien, für ihre Zucht etwas zu thun. Mag auch ab und zu früher schon einer oder der andere besorgte Bürgermeister, die Bedeutung der Ziegenhaltung für die„kleinen“ Leute seiner Gemeinde erkennend, es am Platze gefunden haben, sich ihrer etwas anzunehmen, so waren dies doch immer nur seltene Aus nahmen. In den meisten Gemeinden geschah nichts. die Sache lag so, daß das Verlautenlassen eines auch noch so bescheidenen Interesses für die Ziegenhaltung oder gar deren Förderung dem betreffenden Bürgermeister oder Gemeinderatsmitgliede meist ein mitleidiges Lächeln, sehr häufig offenen Spott zuzog. Uebrigens muß es zur Entschuldigung für die Gemeinden gesagt sein, daß auch die be rufenen landw. Interessentenkorporationen, die landw. Vereine, sich wenig um die Ziegenzucht und ihre Lage kümmerten. Christian Dettweiler=Mainz war es, der zuerst auf die Wichtigkeit der Verbesserung unserer einheimischen Ziegen durch Einfuhr von Schwe. er=Ziegenrassen hinwies. Als langjähriges Mitglied der Einkaufskommission für Simmenthaler Vieh und auf seinen zahlreichen eigenen Einkaufsreisen hatte er die Zuchtgebiete der Schweiz gründlich kennen gelernt und war dabei auch auf die dortigen schönen, milchreichen Ziegenschläge aufmerksam geworden. Er brachte es bald dahin, daß neben Simmenthaler Vieh auch anfangs Appenzeller, später vorwiegend Saanen=Ziegenböcke eingeführt wurden. Die Ziegenfrage kam in Fluß. Großh. Regierung und der landw. Verein unterstützten ihre Förderung sehr. Die Einfuhr steigerte sich von Jahr zu Jahr; in der ersten Zeit wurden namentlich Gemeindeböcke, immer mehr aber auch Mutterziegen eingeführt. Es wurden besondere Prämiierungen für Ziegen veranstaltet, schließlich sogar Märkte. Namentlich in Rheinhessen und Starkenburg wurde der Ziegenfrage großes Interesse geschenkt. An einzelnen Orten, wo das Interesse der kleinen Leute an der Verbesserung der Ziegenzucht durch einflußreiche Leute oder die Gemeinde selbst kräftig vertreten wurde, entstanden Ziegenzuchtgenonenschaften, die erste in Pfungstadt, dan der energischen Unterstützung von Kommerzienrat Ullrich, später in Alzey, Heppenheim an der Bergstr., Blödesheim, Nauheim, Viernheim, Niedermoos und anderen Orten. Die Strömung für die Hebung der Ziegenzucht übertrug sich rasch auf ganz Deutschland. Sofort nahm auch die Deutsche Landwirtschafts=Gesellschaft die Ziegenfrage in ihr Programm auf, indem sie auf ihren Ausstellungen eine Ziegenabteilung und dabei eine besondere Gruppe für Schweizerziegen und deren Kreuzungen schuf und einen Sonderausschuß für Ziegenzucht bildete, dessen Vorsitz Friedrich Dettweiler=Gießhügel, einem Sohne des obenerwähnten Christian Dettweiler, übertragen wurde. Die neuen Ziegenzuchtgenossenschaften, insbesondere Pfungstadt, Alzey, und Heppenheim, hatten teilweise große Erfolge auf den Ausstellungen der Deutschen LandwirtschaftsGesellschaft zu verzeichnen. Aber auch innerhalb des Großherzogtums blieben die Erfolge nicht aus. Die Spuren der Saanenziegeneinfuhr und ihrer Kreuzung traten in einzelnen Gegenden des Landes bald in jeder Gemeinde zu Tage. Die eingeführte Rasse hatte sich im großen und ganzen) gut bewährt. Die Schweizerziegen waren im Durchschnitt wesentlich milchreicher, sie waren von kräftigen und schönen Formen, schnellwüchsig und nicht wesentlich anspruchsvoller als die einheimischen. Man konnte im Durchschnitt an den Saanenziegen gut 1 Liter Milch pro Tag mehr rechnen; frischmilchend geben Schweizerziegen häufig 5—6, ja 7 Liter pro Tag. Es gab freilich auch ab und zu schlechte darunter. Manche hatten auch einige Zeit unter den Nachwehen des langen Transports und der plötzlichen Umänderung der Lebensweise und Haltung zu leiden. Der Unterschied war eben auch zu groß — heute noch frei weidend auf den saftigen Alpenweiden, von Jugend auf nur an Gras, Heu, Salz und reines Wasser gewöhnt, und dann plötzlich in niedrige, dumpfe Ställe gesperrt, ohne Bewegung, ohne Licht bei oft mangelhaftem, mindestens ungewohntem Futter. Die Folge war häufig ein empfindlicher Rückschlag in der Milch. Krankheiten jedoch, wie sie von anderwärts berichtet werden, traten bei uns nicht auf; ich wüßte unter den Alzeyer Ziegen, die seit 1891 jedes Jahr von der dortigen Ziegenzuchtgenossenschaft eingeführt worden sind, nicht eine einzige, die, vom Transport her erkrankt, krepiert wäre. Die Tiere waren und blieben vielmehr gesund und übertrafen beim Eintritt der Frischmilchigkeit meist die Erwartungen. Mit der Zunahme der Schweizerziegen=Einfuhr nach Deutschland wurden die Ankaufsverhältnisse in der Schweiz, namentlich im Simmen= und Saanenthal, allmählich ungünstiger, die Preise stiegen, und die Auswahl wurde schwieriger. Daher mag es sich denn auch erklären, weshalb norddeutsche Einkäufer, die in den letzten Jahren eingekauft haben, zuweilen über das Einkaufsergebnis zu klagen gehabt haben. Wer nicht durchaus sachverständig und mit dem Schweizer Handel vertraut ist, wer Zeit und Mühe scheut, von Alp zu Alp zu wandern und selbst auszulesen und dabei noch Geld beim Einkauf sparen will, der darf sich nicht wundern, wenn ihn der Einkauf nicht befriedigt. In dem Maße aber, als der Einkauf in der Schweiz schwieriger wird, steigt der Wert des bei uns bereits eingeführten und nachgezüchteten Zuchtmaterials. Es ist als ein großer Vorteil für die Weiterförderung unserer Ziegenzucht zu betrachten, daß wir bereits mehrere reine Stammherden von Schweizerziegen in den Ziegenzuchtgenossenschaftsorten haben, die in der Lage sind, bereits Zuchtmaterial abzugeben. Zwar dürfte es für jede, für manche der kleineren Ziegenzuchtgenossenschaften unseres Landes aber ganz besonders gefährlich sein, ihr bestes Nachzuchtmaterial zu verkaufen, und wir möchten dringend raten, durch Statuten= und Prämiierungsbedingungen, eventl. Aufzuchtsprämien vor allem für die Erhaltung und die Verbesserung der Qualität ihres Mutterstammes zu sorgen. Gleichwohl wachsen jedes Jahr Zuchttiere heran, die als überschüssig für den Absatz bestimmt sind. Es läßt sich auch bei den kleinen Leuten, die der Zuchtgenossenschaft angehören, mit den besten Maßregeln nicht verhüten, daß sie, angelockt durch starke Nachfrage und hohe Preise, zum Verkaufe gar den kleineren Zuchtgenossen verbindungen haben, daß zu gerne bereit sind oder in chaften, die weniger Absatzeider mitunter recht schöne Ziegenlämmer, die großen Zuchtwert besitzen, geschlachtet werden, weil der betreffende Ziegenbesitzer für die Aufzucht keinen Platz oder kein Futter hat. Gerade letzteres und die Thatsache, daß der größte Teil des absetzbaren Ziegenmaterials unserer Ziegenzuchtgenossenschaften nach außerhalb Hessen verkauft wird, veranlaßt mich, an die Gemeinden unseres Landes ein Wort zu richten. Gar manche Gemeindeverwaltung steht noch auf dem Standpunkte, den ich eingangs geschildert habe. Damals war es entschuldbar. Heute aber, wo die Notwendigkeit der Unterstützung der Ziegenzucht allgemein anerkannt wird und Beispiele schönster Erfolge auf diesem Gebiete bereits vorhanden sind, ist es unverantwortlich, wenn Gemeinden aus Gleichgiltigkeit oder Sparsamkeitsrücksichten sich jeder Anregung oder Maßregel zur Verbesserung der Viehhaltung der kleinen Leute verschließen. Solche verkennen ihre Pflichten ganz und gar; sie haben die Aufgabe, für die Ziegenhaltung ebenso besorgt zu sein, wie für die Rindviehhaltung. Zum mindesten muß verlangt werden, daß die Gemeinden für eine gesunde Bockhaltung Sorge tragen, daß sie dieselbe entweder selbst übernehmen, bezw. die Böcke selbst ankaufen oder aber die Bockhalter durch angemessene Bezahlung in den Stand setzen und verpflichten, nur vorzügliches Bockmaterial anzuschaffen und zu halten. Es ist eine Schande, daß in den meisten Gemeinden heute noch gar nichts für die Bockhaltung aus der Gemeindekasse bezahltwird, und die Ziegenbesitzer der Willkür der jetzigen Bockhalter ganz und gar preisgegeben sind. Die Nachteile, die durch eine schlechte Bockhaltung entstehen, werden von den kleinen Ziegenbesitzern schwerer empfunden, als eine schlechte Bullenhaltung von den Großviehbesitzern. Bei Ergänzung und Verbesserung der Bockhaltung kommt aber die Anschaffung reinrassiger Schweizerziegenböcke in erster Linie in Betracht. Daraufhin sollten die Gemeinden wirken. Als Bezugsmaterial sollten hierbei vor allem die jährlich von den Ziegenzuchtgenossenschaften abzusetzenden Bestände zur Berücksichtigung kommen. Diese Tiere sind im Lande aufgewachsen und an unsere Haltungsverhältnisse gewöhnt, sie verbinden mit den Vorzügen der Schweizerziegenrassen vor allem den des geringen Risikos. Gerade jetzt im Frühjahr haben die Zuchtgenossenschaften junge Lämmer abzugeben, ihre Preise sind niedriger gegenüber denen der importierten und ihre Aufzucht für die Gemeinden leichter als für die Leute, die sie aus Futter= oder Platzrücksichten abgeben müssen. Möchten die Gemeinden diese Worte nicht übersehen, sondern sich zu überzeugen suchen, daß es eine der dankbarsten Aufgaben ist, nach dieser Richtung für die weniger Bel mittelten erw. thun. Möchten sie sich das Absatzmaterial der bestehenden Zuchtgenossenschaften ansehen und für ihre Zwecke nutzbar machen. Sie erfüllen hiermit ihre Pflicht ihren Gemeindeangehörigen gegenüber und tragen zum Gedeihen der bestehenden und zur Entwickelung neuer Ziegenzuchtgenossenschaften bei. 189 zu Fragen und Antworten. Anfrage. In der Landwirtschaftlichen Zeitung für Westsalen und Lippe wird in Nr. 30, Jahrgang 94, als Mittel gegen den Kornwurm ein Verstreichen der Ritzen ec. mit Kalk und Karbolsäure empfohlen. Wieviel%ige Karbolsäure und wieviel ist etwa auf 10 Liter Kalkmilch zu verwenden? Antwort. Zur Vernichtung derartiger Schädlinge nimmt man in der Regel eine 2—3% ige Karbollösung; es wären also auf 10 Liter Kalkmilch rund 300 g Karbolsäure zu verwenden. Es wird übrigens die stets sichere Wirkung dieses Mittels von zunigen Seiten angezweifelt. Einen sicheren Erfolg soll nach Preuß nachfolgendes Verfahren haben, bei dessen Anwendung allerdings vorsichtig zu Werke gegangen werden muß. In dem betreffenden Raume wird auf aufgelegten Brettern Chlorkalk ausgebreitet und dieser mit konzentrierter Salpetersäure begossen; das hierbei sich bildende Chlorgas dringt in alle Poren und Ritzen des Holz= und Mauerwerks und tötet nicht nur alle Käfer und Larven sicher, sondern schützt auch auf mehrere Jahre das Holzwerk gegen das Eindringen neuer Würmer. Der Geruch dieses Chlorgases verliert sich später beim Lüften sehr leicht. Da das Chlorgas giftig ist, so ist große Vorsicht geboten, und müssen die Arbeiter, sobald der Chlorkalk mit Salpetersäure begossen ist, den Raum sofort verlassen. Selbredend müssen Fenster, Thüren 2c. gut verschlossen sein; das Thürschloß wird am besten verschmiert. Alle Eisenteile an Thüren und Fenstern sind mit Oel abzureiben, um das Rosten zu verhindern. ach 12 stündiger Einwirkung kann ein sicherer Erfolg erwartet erden. Selbstredend ist beim Oeffnen des Raumes ebenfalls dieder Vorsicht geboten. Anfrage. Ich bin Mitglied einer Molkereigenossenschaft. solches ist es mir erwünscht zu wissen: läßt sich genau ollieren, wie viel Pfund Butter bei einem bestimmten, in die Bücher eingetragenen Fettgehalt, der monatlich 4 bis 5 mal konstatiert wird, notwendig sich ergeben müssen bei einer bestimmten Anzahl Liter, etwa 1000, und ob bei dieser Anzahl Pfunde ein beträchtliches Schwanken möglich ist, bezw. wie hoch dasselbe sein kann? Sind vielleicht Tabellen über diese Ergebnisse Antwort. 1000 Liter Milch ind nicht zu vermeiden. Zur Berechnung des sutterertrages empfehlen wir Ihnen Helm's Tabellen zur Milchbezahlung. Verlag von A. Mieck in Prenzlau. Landwirtschaftlicher Hauptverein für den Regierungsbezirk Münster. Konkurrenz und Vorführung von Mehrschar=Pflügen. Am Freitag, den 4. Juni findet von Seiten der Westfälischen Prüfungsstation für Maschinen und Geräte, angeregt durch den Landwirtschaftlichen Hauptverein für den Regierungsbezirk Münster, ein Wettpflügen statt. Das Feld ist eine Ablagerung des Kanals zwischen Münster und Hiltrup gelegen, etwa 3½ km vom Bahnhof Münster und 2½ km vom Bahnhof Hiltrup entfernt. Zwischen 8 und 9 Uhr wird am Bahnhof Münster Fahrgelegenheit für eigene Rechnung der Besucher gedoten werden. Besondere Wünsche dieserhalb sind an ous Bureau des Hauptvereins zu Münster i. W., Graelstraße 58, zu richten. Die Fahrt wird am besten über die Chaussee Münster=Hiltrup bewerkstelligt. Das Abbiegen von derselben wird durch ein schwarz=weiß=rotes Fähnchen bezeichnet werden, ebenso der weitere Weg. chwankungen von etwa 3—5 Pfund pro dem berechneten und dem wirklichen Fußgänger schlagen den Weg am Kanal, von Münster kommend auf der linken Seite, von Hiltrup auf der rechten Seite desselben, ein. Die Stelle, an welcher sich das Feld befindet, wird ebenfalls mit einem Fähnchen bezeichnet. Das Konkurrenzpflügen beginnt um 9½ Uhr. Um 2 Uhr ist ein gemeinsames Essen im Kaiserhof am Bahnhof zu Münster geplant, Preis 2 Mk. Teilnehmer haben sich auf dem Konkurrenzfelde an einer durch Anschlag bezeichneten Stelle bis 10½ Uhr zu melden. Um 4 Uhr findet ebenfalls im Kaiserhof eine Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Vereins für den Regierungsbezirk Münster statt mit folgender Tagesordnung: 1. Eingänge. 2.„Welches sind die besten Pflüge für unsere Verhältnisse?“ Referent: Herr Direktor Schultz zu Soest. 3.„Was hat die Konkurrenz uns gelehrt?“ Referent: Herr Direktor Burgtorf zu Herford. Zu der Konkurrenz und der Generalversammlung ladet ergebenst ein Der Vorstand des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für den Regierungsbezirk Münster. Bekanntmachung. Erkursion des Wiesenbau-Vereins. Die diesjährige Erkursion findet am 9. Juni cr. mit folgendem Programm statt: Versammlung früh 8¼ Uhr am Bahnhofe Hörstel(Strecke Rheine=Löhne); Wagenfahrt nach den Entwässerungs= und Moorkultur=Anlagen in den Schoggen und Moorwiesen von Uffeln; Fahrt nach Recke, woselbst 12 Uhr Mittagessen in dem Gasthofe Berentelg stattfindet. Des Nachmittags Besichtigung der Anlagen des Brennereibesitzers Langemeyer auf dem Haarhofe im Vinter Moore und Fahrt zu den Anlagen in der Recker Wüste und im Stadener Bruche; von dort Rückfahrt über Hopsten zum Bahnhofe Hörstel. Teilnehmer werden gebeten, bis zum 7. Juni sich beim Lehrer Stellhorn in Bielefeld oder beim Vereinstechniker Breme in Münster anzumelden, damit für Wagen rechtzeitig gesorgt werden kann. Fremde sind willkommen und können am Tage der Exkursion als Vereinsmitglieder sich anmelden. Velen, den 23. Mai 1897. Der Vorsibende des Wiesenbau=Vereins Dr. Freiherr v. Landsbero=Velen. Vereinskalender. 29. Mai. Verein zur Hebung der Rindviehzucht im Münsterlande. Romberger Hof in Münster. Vm. 10. 1. Eingänge. 2. Jahresbericht. 3. Rechnungslegung. 4. Etat. 5. Einziehung der Beiträge. 6. Hamburger Ausstellung. a. Beschickung. b) Beschluß der Sektion. c) Begleiter und Wärter. d) Verladung. 7.„Die Ernährer unserer Tiere nach den neuesten Forschungen". Referent: Herr Dr. Potthast. 8. Die Körungen im kommenden Jahre. 9. Zuchtviehmärkte im kommenden Jahre. 10. Ankauf von Zuchtvieh. 11. Die Bezirksausstellung in Warendorf. 0. Mai. Krs.=Ver. Münster. Gasth. Schmitz in Appelbülsen. Nm. 3½. 1. Eingänge. 2.„Die Fruchtfolge“. Referent: Herr Landwirtschaftslehrer Neumann=Herford. 3.„Die Beurteilung des Pferdes“ mit praktischen Demonstrationen. Referent: Herr Corpsroßarzt Neuse=Münster Westfalen). Tierschaufeste. 2. Juni. Lok.=Ver. Darfelo zu Billerbeck. Nm. 3. 3. Juni. Pferdezucht=Verein des nördlichen Münster landes. Pferde=Ausstellung und Pferdemarkt im„Fürstlichen Bagno“ zu Burgsteinfurt. Vm. 8. 9. Juni. Verband der Landwirte zur Hebung der Schweinezucht in Lippe. Ausstellung und Zuchtviehmarkt in Schötmar. 190 lation, sowie Schllder, Wappen, Buchsta Marken, Spandbloche, Schablonen ete.fe Beyenbachs Metallwaarenlabrik, Gravir- a. Münsanstalt. Wirabaden 9 gediegenster Konstruktion für Grossund Kleinbetrieb liefern billigst Oberndorfer Hütte bel Braunfels. Proislisten gratis und franko. Inserat-Ansträge und Anfragen sind zu adressiren: An die Landw. Zeitung f. Westf. n. Lippe in Münster i. W., Graelstr. 30 Anfragen ist eine 10 Pfennigmarke beizufügen. Für den Inseratenteil ist Redaktion nicht verantwortlich, Leichter ADRIANCE „TRIUMPH" Grasmäher mit Fusshebel und autom. Balance. Br. Denkm. der D. L. G. Getreidemäher leichter und schwerer Bauart. Adriance“ für 2 Pferde. Grosse silb. Denkmünze d. deutsch. Ldw. Ges. f. n. G. Erster Preis in allen Staatsprüfungen 1894 95 96 (silb. preuss. Staatsmed., gr. gold. franz. Staatsmed., 2 gr. goid. russ. Staatsmed. etc.). Adriance,Platt& Coew Vork und * Hamburu. Artushof 30. Hamburger-Wanderausstellung 17.—21. Juni. Stand: Gegenüber dem Haupteingange. Vertreter in Westfalen: F. Ottomeyer, Steinheim. F. Pelke, Versmold. F. Rathert, Kutenhausen. A. Winkelkötter, Nordbögge. S. Goldstein, Halle. G. Reincke, Dortmund. Herm. Ahlers-Niesing, Billerbeck i. Westf. C. A. Klinger, Altstadt- Stolpen i. 9 Specialitit: „Wettin" Patent-Einriemensystem. Leichtestgehende Glattstrot Dampfdreschmaschine. Weitgehendste Garantien Probedrusch gestattet. Prospekte u. 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Die im Amte Varenholz, Verwaltungsamt Brake, Fürstentum Lippe, am linken Ufer der Weser gelegene, von der preußischen Kreisstadt Rinteln 8 km und von dem Weserort Vlotho 11 km entfernie Fürstliche Domäne Varenholz mit Wohnung im alten, über dem Weserthal belegenen, herrschaftlichen Schlosse nebst schönem Schloßpark, guten Wirtschaftsgebäuden, von denen das Schweine, sowie Korn= und Viehhaus im Jahre 1895 neugebaut sind, sowie mit einem Flächeninbalt von insgesamt 444,4854 ha, darunter 9,0364 ha Gärten, 206,2999 ha Ackerland, 197,5896 ha Weiden, wovon 193 ha Fettweiden im Weserthal, 22,9926 ha Wiesen, soll auf 18 Jahre von Johanni 1898 bis dahin 1916 im Wege des öffentlichen Meistgebots anderweit verpachtet werden und ist Termin hierzu auf ewoch, den 28. Juli 1897, Vormittags 10 Uhr, in unserm Geschäftszimmer anberaumt. Pachtliebhaber werden zu aesem ermine m dem Bemerken eingeladen, daß das bisherige Pachtgeld 40800 Mk. und der Grundsteuerreinertrag 36967 Mk. beträgt und zur Pachtübernahne ein verfügbares Vermögen von mindestens 200000 Mk. erforderlich ist, über dessen eigentümlichen Besitz landwirtschaftliche Befähigung sich die Bewerber spätestens im Termine durch glaubhafte Zeugnisseauszuweisen haben. Die Pachtbedingungen, von denen wir auf Verlangen Abschrift gegen Erstattung der Schreibgebühr erteilen, können vom suni d. J. ab in unserer Registratur eingesehen werden. beim Minr. Kellner 600 Eine in gutem Zustande befindende Hornsby'sche Breitdreschmaschine un Lokomobile soll teilungshalber preiswürd Detmold, den 13. Mai 1897. Fürstlich Lippische Rentkammer. K. Ernst. (293 verkauft werden. Von sagt die Expedition. wen 2 Pfandbrief-Aufkündigung. In Folge statutenmäßig bewirkter Auslosung werden die nachstehend bezeichneten Westfälischen Pfandbriefe, nämlich:(289 A. 4%ige Pfandbriefe: 75 Stuck a Mk. 5000: Nr. 71, 105, 128, 133, 136, 139, 154, 223, 235, 246, 404, 405, 438, 481, 513, 534, 558, 575, 576, 584, 636, 648, 691, 692, 703, 718, 798, 806, 816, 861 872, 911, 954, 976, 979, 986, 1024, 1090, 1124, 1142, 1160, 1250, 1321, 1419, 1458, 1469, 1487, 1499, 1521, 1531, 1592, 1611, 1614, 1661, 1670, 1676, 1687, 1692, 1892, 2068, 2082 2107, 2111, 2133, 2175, 2180, 2212, 2251, 2256, 2340, 2353, 2369, 2396, 2477, 2499;— 117 Stück à Mk. 2000: Nr. 42, 64, 125, 143, 153, 165, 179, 186, 242, 251, 284, 298, 330, 332, 342, 362, 404, 418, 136, 450, 455, 530, 544, 548, 558, 566, 570, 594, 600, 613, 624, 691, 710, 718, 720, 776, 779, 883, 936, 988, 1015, 1037, 1050, 1064, 1144, 1168, 1201, 1211, 1239, 1306, 1309, 1337, 1344, 1351, 1365, 1384, 1404, 1418, 1423, 1429, 1468, 1520, 1556, 1560, 1564, 1568, 1588, 1624, 1628, 1687, 1742, 1760, 1779, 1780, 1803, 1832, 1841, 1845, 1877, 1915, 1961, 1989, 2111, 2122, 2134, 2151, 2235, 2257, 2317, 2330, 2349, 2402, 2426, 2427, 2442, 2475, 2491, 2799, 2811, 2821, 2926, 2940, 2986, 3002, 3044, 3053, 3077, 3096, 3175, 3201, 3214, 3300, 3316, 3398, 3467, 3502, 3533;— 156 Stück à Mk. 1000: Nr. 4, 46, 97, 98, 114, 119, 131, Büreau(Vormitt. von 9—12 Uhr) die betreff. Pfandbriefe in coursfähigem Zustande einzuliefern und die EinlösungsValuta in Empfang zu nehmen. Die 4%igen Pfandbriefe müssen mit dem Talon der II. Serie, die 3½ igen mit den Coupons Nr. 5—20 und dem Talon der II. Serie eingeliefert werden.— Die Verzinsung der Pfandbriefe hört mit dem genannten Kündigungstage auf.— Bezüglich der zum 1. Juli 1897 gekündigten Pfandbriefe verweisen wir auf unsere Bekanntmachung v. 14. 20. November 1896. Aus früheren Ausloosungen sind noch rückständig: a. 4%ige Pfandbriefe: a Mk. 5000: Nr. 355. 411, 484, 804, 905, 1237, 1238. 2040: a Mk. 2000: Nr. 121, 159, 249, 754, 792, 894, 1509, 2039. 2213, 2226, 2828, 3041, 3421; à Mk. 1000: Nr. 34, 374, 823, 826, 887, 904, 1011. 1123 1322, 1545, 1636, 1801, 2230, 2303, 2640, 2986, 3438, 3597, 3650, 4089, 4495; a Mk. 500: Nr. 58, 191, 495, 521, 580, 631, 636, 758,5775, 839, 1671, 1782, 1815, 1924, 2148, 2547, 3344: à Mk. 200: Nr. 43, 46, 49, 444, 476, 491, 706. 890, 1296 1620, 1787, 1906, 1997, 2014, 2130, 2254, 2435, 2449, 2469, 2729, 3107, 3127, 3318, 3526, 3546, 4114. h. 3½%ige Pfandbriefe. à Mk. 4000: Nr. 705; à Mk. 2000: Nr. 221, 869; a Mk. 800: Nr. 388; à Mk. 400: Nr. 93; a Mk. 200: Nr. 390, 510; Münster i. W., den 13. Mai 1897. Die Direktion der Landschaft der Provinz Westfalen. Gras-, Klee-, Getreide- u. Selbstbinder Mähmaschinen der Maschinenfabrik & Eisengiesserei WILH. 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