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Jahrgang Polnische Verblendung Warschauer„Gegenforderungen" an Deutschland. „Daß ich den Frieden liebe, geht vielleicht am meisten aus meiner Arbeit hervor. In ihr liegt der Unterschied zwischen mir und den Kriegshetzern. Sie brauchen den Frieden ja nicht, weil sie für den Frieden nichts schaffen und nicht für ihn arbeiten." So lautet das vernichtende Urteil, das der Führer in seiner Mairede im Berliner Lustgarten über die internationale Lügen= und Hetzjournaille gefällt hat. Wie treffend die Urheber der ausländischen Presseverleumdungen damit charakterisiert worden sind, beweist das niederträchtige Echo der Auslandspresse auf die Reichstagsrede Adolf Hitlers. Nachdem die ausführliche Wiedergabe der Erklärungen des Führers in der gesamten Weltpresse deutlich bewiesen hatte, welch tiefen Eindruck die weltpolitischen Erklärungen des Führers auf die Oeffentlichkeit aller Länder gemacht haben, setzte nach knapp zwei Tagen wie auf ein Stichwort von oben, allgemein der Versuch ein, die Erklärungen des Führers in den Kommentaren zu zerpflücken oder zu verkleinern. Bewußt drängt man die versöhnlichen Teile der Reichstagsrede des Führers in den Hintergrund und sucht sie vergessen zu machen. Man übergießt sie mit einer solchen Flut von Zweifeln, daß Positives einfach nicht mehr übrigbleibt. Einen besonderen Raum nimmt in dem Weltecho der Führerrede die Meinung der polnischen Oeffentlichkeit ein. Wenn man sich in gewissen Londoner Regierungskreisen vielleicht mit der vagen, Hoffnung getragen haben sollte, daß mit dem Garantieangebot an Polen eine „Beruhigung“ in Östeuropa eintreten würde, so ist genau das Gegenteil eingetreten. Polen hatte kaum die englischfranzösische Garantiezusicherung in der Tasche, da setzte sofort eine Versteifung der polnischen Haltung bis zum Uebermut ein. Das Verhalten der Polen ist um so anmaßender, als die britische Garantie so gehalten ist, daß die Entscheidung darüber, ob der Bündnisfall vorliegt, ganz allein von Polen abhängt. Gestützt auf diesen Blankowechsel, erhebt die polnische Presse— offenbar zu dem Zweck, die Oeffentlichkeit auf die bevorstehende Rede des Außenministers Beck in der Freitagsitzung des Sejm vorzubereiten— geradezu wahnwitzige„Gegenforderungen“ an Deutschland. Ueber den von aufrichtigstem Friedensgeist getragenen Vorschlag des Führers— eine 25jährige Sicherheit der polnischen Westgrenzen gegen Rückgliederung Danzigs an Deutschland und den Bau einer exterritorialen Verkehrsverbindung nach Östpreußen— wird einfach zur Tagesordnung übergegangen, ohne diesen für das deutsche Volk sicherlich nicht leichten Vorschlag auch nur irgendwie in Erwägung zu ziehen. Die gesamte polnische Presse erhebt ein kategorisches Nein gegen die Rückkehr Danzigs zum Reich und betont demgegenüber, daß Danzig an der Mündung eines „polnischen Flusses"(!) liege, und daß Danzig zum polnischen und nicht zum deutschen Lebensraum gehöre. Die Polonisierung Danzigs, so heißt es in einem Warschauer Blatt, sei unvermeidlich, und das Schicksal„dieses kleinen Provinzstaates" sei auf völlig natürlichem Wege entschieden.(!) Den Höhepunkt der polnischen Anmaßung stellt aber wohl die Forderung dar, daß Polen ein„Protektorat“ über Danzig übertragen werden soll, und zwar in der Form, daß die Funktionen des Genfer Ligakommissars auf Polen übergehen sollen. Hierdurch hofft man, sich am besten in die inneren Verhältnisse der Stadt, unter Umständen sogar mit Gewalt, einmischen zu konnen. Ueber Danzig hinaus werden skrupellos die ganze Ostsee und die baltischen Staaten in den„polnischen Lebensraum“ einbezogen, und nach außen hin werden diese neuen polnischen Ansprüche auch dadurch unterstrichen, daß nach dem Besuch des estnischen Oberkommandierenden, General Laidoner, nun auch der litauische Oberkommandierende, General Rasztikis, eine Einladung durch Marschall Rydz=Smigly erhalten hat. Der„Kratauer Illustrierte Kurier" stellt in der Zielsetzung der polnischen Politik einen Rekord auf, indem er sich zu der einfach grotesken Behauptung versteigt, als der Führer Oesterreich mit dem Reich als deutsches Land vereinigte, hatten Schlesien und Ostpreußen(!) an Polen ubgetreten werden müssen, denn diese Gebiete seien rein polnisch.(!) Außerdem stellt das Blatt die ungeheuerliche Forderung nach einem breiteren Zugang zum Meer dem bisherigen. Derselbe Geist spricht auch aus den Reden, die der Landwirtschaftsminister Poniatowski und der Vorsitzende der Nationalpartei, Kowalski, am Sonntag gehalten haben. Der Landwirtschaftsminister ertlarte, Polen müsse in ständiger Kriegsdereitschaft leben und„ei bereit", und Kowalsti versicherte seinen Zuhörern, eine Auseinandersetzung mit der Waffe müsse kommen, da Kompromisse nichts führten. Polen und die Welt hätten„schon zu diel Kompromisse mit Deutschland abgeschlossen". Anstatt Polen zur Mäßigung zu veranlassen, bemüht sich Frankreichs Presse, noch möglichst Oel ins Feuer zu gießen. Die Pariser Hetzpresse erinnert daran, das Grankreich bei der Bewassaung Volens geholfen habe und daß Polen in einem Krieg heute nicht allein stehen würde, da es die doppelte Gavantie des französischChamberlain in Nöten Es ist nicht leicht, mit Rußland zu paktieren. Ueber den Stand der Verhandlungen mit den Bolschewisten befragt, erklärte Ministerpräsident Chamberlain im Unterhaus, solange die Verhandlungen nicht abgeschlossen seien,„müsse er es ablehnen, irgendwelche Einzelheiten hierüber bekanntzugeben“. Der Leiter der Opposition, Attlee, wies darauf hin, daß der langsame Fortgang der Besprechungen in vielen Kreisen„Seuntuhigung hervorrufe“, und daß man das Gefühl habe, daß die britische Regierung„nicht genügend Druck dahintersetze“. Chamberlain antwortete, er könne diesen Kreisen nicht helfen und hoffe, daß Attlee sie nicht ermutigen wolle. Er glaube annehmen zu dürfen, daß Attlee zwischen der sowjetrussischen Regierung und der britischen Regierung kein Unheil tiften wolle. Es müßten sehr viele Einzelheiten besprochen ind auch andere Regierungen berücksichtigt werden. Er verstehe die Ungeduld über die lange Verzögerung, aber er könne versichern, daß es auf Seiten der britischen Regierung nicht an gutem Willen fehle. Auf die Frage, ob er in Kürze eine Erklärung abgeben könne, erwiderte Chamberlain, er könne überhaupt kein Datum geben. Schließlich erklärte Chamberlain auf die Frage des Labourabgeordneten Wedgewood, ob die britische Regierung wirklich das Abkommen abschließen wolle oder nicht,„natürlich wolle sie das". Man müsse nur erörtern, welches die beste Form eines Abkommens sei. Hier verwies der Oppositionsliberale Mander den Ministerpräsidenten auf eine Erklärung der„Times", nach der sich die britische Regierung bemühe, die von der Sowjetregierung gemachten Vorschläge zu„beschneiden“. Chamberlain wich aus und erklärte, er glaube, daß es besser sei, wenn die Oeffentlichkeit eine amtliche Erklärung abwarte. Belgien lehnt„Neuorientierung" Kein Aufmarschplatz bei kriegerischen Verwicklungen. Der belgische Innenminister Devèze sprach auf der Jahresversammlung des Ausschusses des Leopold=Ordens im Akademiepalast über die internationale Stellung Belgiens. Er bestätigte in allen Einzelheiten die vom König Leopold festgelegte Unabhängigkeitspolitik und entkräftete damit den von einigen Blättern geführten Feldzug für eine„Neuorientierung“ im Sinne einer Anlehnung an den englisch=französischen Block. Devèze erklärte u. a.: Es sei ein Unding, von Belgien zu verlangen, gleichzeitig ein„Garantenstaat" und ein„garantierter Staat“ zu sein. Eine solche Verpflichtung könnte nur dazu führen, Belgien notwendigerweise in einen europäischen Konflikt zu verwickeln. Die Nachbarstaaten hätten das Recht, von Belgien zu verlangen: Frankreich, daß auf dem Wege über Belgien die Maginot=Linie nicht umgangen werden könne; England, daß das belgische Gebiet kein Stützpunkt für die Marine oder die Flugwaffe eines Feindoritisch=polnischen Paktes besitze. Die englische Presse versucht ebenfalls, den Polen den Rücken zu stärken, und hebt in diesem Zusammenhang die Wehrkraft Polens besonders hervor. Die„Times“ stellt die kühne Behauptung auf, daß die Lösung der Danziger Frage und des Korridors durch die Friedensverträge ein„äußerst gerechtes Kompromiß“ gewesen sei, ohne auch nur im geringsten zu berücksichtigen, daß dieses Kompromiß in den ersten zehn Jahren polnischer Herrschaft allein in den ehemaligen Provinzen: sen und Westpreußen mehr als 800 000 Deutschen die Heimat gekostet hat und daß bis auf den heutigen Tag die deutsche Volksgruppe in Polen der schwersten Verfolgung ausgesetzt ist. Es ist ein überaus gefährliches Spiel. das man heute in Warschau treibt. Offenbar haben in Polen die Männer wieder die Oberhand gewonnen, die 1919 durch ihre maßlosen Forderungen größtes Unheil angerichtet haben. Damals hat das deutsche Volk in seiner Wehrlosigkeit sich dem Diktat einer Welt von Feinden unterworfen. Das nationalsozialistische Deutschland von heute ist, darüber soll man sich in Warschau klar sein, nicht mit dem damaligen Reich zu vergleichen. Das Großdeutsche Reich ist sich seiner Macht und Stärke bewußt und wird seine Rechte im deutschen Lebensraum gegen jeden ngriff zu verteidigen wissen. Der Führer hat in seiner istorischen Reichstagsrede den deutschen Charak er Danzigs vor aller Welt proklamiert. Die Polen mögen sich ihrer gewaltigen Verantwortung bewußt sein, wenn sie in ihrer Verblendung glauben, sich über dieses Führerwort skrupellos hinwegsetzen zu können. Es wäre ein gewaltiger Irrtum, wenn man sich in Warschau mit der trügerischen Hoffnung tragen würde, die Welt zur Durchsetzung der maßlosen polnischen Ansprüche auf den deutschen Lebensraum ungestraft aufputschen zu können Wenn Polen glaubt, sich von der bewährten Verständigungspolitik seines Marschalls Pilsudski abkehren und dafür den zweifelhaften„Schutz" der demokratisch=bolsche wistischen Kriegshetzer eintauschen zu können, so hat es selbst die Folgen für sein verantwortungsloses Verhalten zu tragen. landes sein dürfe: Deutschland, daß der Zugang zum belgischen Gebiet nicht Raum für die Entfaltung einer Invasionsarmee bilde. Alle Nachbarstaaten würden dann befriedigt sein, solange Belgien sich mit allen seinen Kräften gegen jeden Angreifer verteidige. Durch die deutsche, englische und französische Garantieerklärung habe sich die Lage Belgiens gegenüber dem Locarno=Vertrag unendlich gebessert, denn es sei im Falle eines europäischen Krieges zu einem unverletzbaren Gebiet geworden. Wenn Deutschland in seiner Garantieerklärung vorausgesetzt habe, daß Belgien eine„Unabhängigkeitspolitik in voller Souveränität“ verfolge, so entspreche das durchaus der von Belgien innegehaltenen Politik. Was schließlich den Vorbehalt betreffe, daß die deutsche Garantie hinfällig werde, wenn Belgien bei einem bewaffneten Konflikt, der sich auf Deutschland erstrecken würde, sich an einer militärischen Aktion gegen Deutschland beteiligen würde, so handele es sich hier um eine Vorsichtsmaßnahme, die niemand kritisieren könne. Die Zulassung eines Durchmarschrechtes wäre unbestritten eine Mitwirkung Belgiens an einer militärischen Aktion. Türkei unbedingt neutral Klare Mitteilung des türkischen Außenministers. Der„Zurtansigeant" veröffentlicht ein Interview mit dem türkischen Außenminister Saracoglu, dem u. a. die Frage gestellt worden war, welche Haltung die Türkei im Falle eines europäischen Krieges einnehmen würde. Der türkische Außenminister antwortete auf schriftlichem Wege: „Ich will Ihnen eindeutig erklären, daß die Türkei in einem solchen Falle ihre strikte Neutralität zu bewahren geden Es versteht sich allerdings von selbst, daß mein“ wenn die kriegführenden Länder einen effektiven D auf die Türkei auszuüben versuchen sollten, entschlon würe, seiner Unabhän gkeit notfalls mit den Waffen in der Hand Achtung zu verschaffen. „Spezialistin in der Anruhestiftung" Ein englisches Blatt über Madame Tabouis. Die Londoner Blätter übersehen geflissentlich die machtvollen Kundgebungen des 1. Mai in Deutschland und begnügen sich mit der Wiedergabe sehr kurz gehaltener Berichte. Einen gewissen Eindruck scheint jedoch die Abrechnung des Führers mit der Hetzpresse gemacht zu haben, denn ein Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ (Klatschecke) schreibt, Hitler habe Bezug genommen auf das Unheil, das die internationalen Journalisten anrichten, und habe dabei auch die Außenpolitikerin des „Oeuvre“ erwähnt. Der Führer sei nicht der einzige, der an ihren Betätigungen Anstoß nehme und sie brandmarke. Man könne diese französische Journalistin als eine Spezialistin auf dem Gebiete der Unruhestiftung bezeichnen. Das englische Blatt gibt damit einer Meinung Ausdruck, die die Auffassung aller Vernünftigen ist, für die die Außenpolitikerin des„Oeuvre“ den Typus der unbelehrbaren Kriegshetzer darstellt. nach wie vor Die französischen Pressemeldungen zum Nationalfeiertag des deutschen Volkes unterscheiden sich in nichts von den üblichen Verdrehungen und Unterstellungen. Verständnislos wie immer stellen die Blätter fest, daß die Rede des Führers„nichts Neues“ gebracht habe, und daß man die Ereignisse in Ruhe abzuwarten habe und die eigenen Anstrengungen, also die französisch=britische Einkreisungshetze, fortsetzen müsse. Der Berliner Sonderberichterstatter des„Matin“ bezeichnet die Haltung Deutschlands gegenüber Polen als „zur Zeit theoretisch“. Danzig sei„ein entfernt liegendes Problem“, und das Reich scheine nicht unmittelbar zum Handeln übergehen zu wollen. Eine Warnung aus Irland Nordirland lehnt Wehrpflicht„nachdrücklich“ ab. Der Oberbürgermeister von Dublin hat an Ministerpräsident Chamberlain ein Telegramm gesandt, in dem es heißt:„Ich unterstütze nachdrücklich jede Forderung auf Ausschluß der sechs nordirischen Grafschaften aus dem Wehrdienstgesetz. Jeder Versuch, die Wehrpflicht aufzuzwingen, würde zum Widerstand und zu einer Katastrophe führen.“ Deutsche Presseabordnung beim Mikado. Der Leitung der deutschen Presseabordnung, die seit ihrem Eintreffen in Japan zahlreichen Beweisen aufrichtiger Freundschaft der Regierung, der Wehrmacht, der Presse sowie des japanischen Volkes begegnete, wurde die höchste Ehrung durch Gewährung einer Audienz beim Kaiser zuteil. Wahnwitzige Großmannssucht Polnische Hetzer verlangen Schlesien bis zur Oder. Die polnische Presse hat den Staatsfeiertag am 3. Mai zum Anlaß genommen, ihre sinnlosen Forderungen auf deutsches Land fortzusetzen. Die wahnsinnigen polnischen Hetzer nehmen in ihrer Verblendung nicht nur Danzig und Östpreußen für Polen in Anspruch, sondern fordern jetzt sogar die Abtretung Schlesiens bis zur Oder. So veröffentlicht das berüchtigte Kattowitzer Hetzblatt „Polonia“ eine Landkarte mit der sogenannten Korfanty Linie vom Jahre 1921, die die Einverleibung Oberschlesiens bis an die Oder bei Oppeln vorsieht, und die offizielle„Polska Zachodnia“ versteigt sich in ihrem Leitartikel zu der Behauptung, daß„heute niemand bestreiten könnte, daß mit der Grenzziehung von 1921 Polen ein schweres Leid und Unrecht zugefügt worden sei“. In der Reihe der wahnwitzigen polnischen Politiker darf natürlich der Woiwode Graczynski nicht fehlen Er hielt in der Nacht zum 3. Mai bei einem Appell des Aufständischen=Verbandes, dessen Ehrenvorsitzender er ist, auf dem Ring in Kattowitz eine Rede, in der er davon phantasierte, daß Polen noch viele Gebiete jenseits der Grenze gehörten. Diese Worte lösten bei den verhetzten Zuhörern den Ruf aus:„Unsere Grenze liegt bei Oppeln an der Oder“. Die Grenzen des normalen Menschenverstandes hatte ihr Anführer bei diesen Worten schon über schritten, so daß ihm außer seinesgleichen niemand folgen konnte. „Östpreußen muß zu uns zurückkehren" Der„Krakauer Illustrierte Kurier“ erhebt erneut die Forderung der Vereinigung Östpreußens mit Polen zu einer unzerreißbaren„Einheit". Polen habe, so schreibt das Blatt, auf die Forderungen Deutschlands die Antwort Nein und Niemals erteilt und habe die Gegenforderungen erhoben, die polnischen„Rechte" in Danzig zu befestigen. Damit werde aber nicht die Frage der polnischen Staatsraison an der Östsee erschöpft. Polen müsse überall in vollem Umfang Rechte für sich dort fordern, wo diese Rechte seit ewigen Zeiten ihm gehören(?!). Polen müsse die Regelung der Frage Östpreußens fordern, das histo risch, geographisch und wirtschaftlich stärkstens mit Polen verbunden sei(?!). Polen habe ein volles Recht, die Anerkennung seiner Forderungen zu verlangen, die in der Volksabstimmung des Jahres 1920 so„unglücklich“ erledigt worden seien. Östpreußen müsse deshalb unter allen Umständen zu Polen zurückkehren! In Erhärtung dieser mehr als unverschämten Forderung glaubt das Blatt dann, den Paragraphen 96 des Versailler Diktates aus der Versenkung holen zu müssen, obwohl fast die ganze Welt heute von diesem irrsinnigen Produkt hemmungsloser Chauvinisten abgerückt ist. Hetzrufe bei der Warschauer Parade Anläßlich des polnischen Nationalfeiertages fand, wie in allen polnischen Garnisonstädten, auch in Warschau eine Militärparade statt. So zurückhaltend sich das Publikum im allgemeinen angesichts der vorbeimarschierenden Truppen verhielt, so wurden doch von einzelnen Gruppen von Irregeleiteten immer wieder Rufe laut, die die Armee aufforderten, nach Danzig und Ostpreußen zu marschieren. Daß es sich hierbei um von Hetzern bestellte und organisierte Rufe handelte, geht aus der Tatsache hervor, daß bereits am Vortage in Warschau davon die Rede war, daß solche Rufe bei der Parade laut werden würden. Das Lager der Nationalen Einigung, das seit langem die deutsch=polnische Frage einer Zuspitzung zutreibt, fordert jetzt zum Boykott deutscher Zeitungen in Kaffeehäusern, Zeitungsverkaufsständen usw. auf. Aehnliche Meldungen kommen aus Ostoberschlesien; hier ist die Boykottaktion natürlich auf den Polnischen Westverband zurückzuführen, der ohnehin nichts unversucht läßt, das deutsch=polnische Verhältnis zu vergiften. Das Parlament vorläufig ausgeschaltet Infolge des Ermächtigungsgesetzes, das der polnische Ministerrat beschloß, wird die Parlamentstagung am 10. Mai abgeschlossen sein, so daß der Staatspräsident mindestens bis zum 1. Dezember d. J. in der Lage sein wird, die notwendigen Gesetze auf dem Wege des Dekrets zu erlassen. In der Begründung zu dem Gesetz, die den Abgeordneten und Senatoren überreicht wurde, heißt es, die „jetzige Lage“ stelle den Staat vor Fragen, deren sofortige entsprechende und rascheste Entscheidung zum Gebot der Stunde werden könne. Die Geister, die ich rief... London über Polens anmaßende Forderungen bestürzt? Nachdem England durch sein Garantieangebot an Warschau den Polen erst den Rücken gestärkt und dadurch zweifellos zu ihrer unverschämten Haltung gegenüber dem deutschen Nachbarn ermuntert hat, muß es jetzt zu seinem Schrecken feststellen, daß die Polen weit über das Ziel hinausgeschossen haben. Aus den Berichten verschiedener Londoner Blätte hervor, daß die Mel über die anmaßenden Forderungen, die die polnische Presse in den letzten Tagen aufgestellt hat, in London Ueberraschung und Bestürzung ausgelöst haben. Die„Times“ glaubt allerdings, daß man bei dem Verlangen nach einem polnischen Protektorat über Danzig einen Unterschied machen müsse in den Ansichten der amtlichen polnischen Kreise und den„etwas wilden Erklärungen der polnischen Presse“. Aus Warschau meldet das Blatt, es bestehe kein Grund zu befürchten, daß Polen Feindseligkeiten provozieren werde, da doch in einem solchen Falle Polens Bestehen auf dem Spiele stehe. Die„Daily Mail“ schreibt unter der Ueberschrift„Ein Wort an Polen“ mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit, Polen sollte lieber keine übertriebenen Forderungen aufstellen, die Polen niemals vorher hätte vorbringen können. Polen sei heutzutage gestärkt durch die englisch=französische Garantie, heißt es in der„Daily Mail“ dann weiter, womit offen zugegeben wird, in welchem unheilvollen Maße die Einkreisungspolitiker für die Verschärfung der Spannung verantwortlich sind. Aus diesem Grunde sei das britische Volk an der ganzen Angelegenheit interessiert, und deshalb habe England bei den wichtigen diplomatischen Schritten in dieser Gegend ein Wort mitzureden. Die Bestrebungen Polens und Deutschlands seien nicht unvereinbar. Es würde schwer sein, die Demokratien davon zu überzeugen, daß eine Lösung, durch die die polnischen Wirtschaftsinteressen sichergestellt würden, nicht auf dem Verhandlungswege herbeigeführt werden könnte. Man wisse sehr gut, daß die Franzosen nicht bereit seien, sich wegen eines solchen Streitfalles in einen europäischen Konflikt zu stürzen. Das britische Volk vertrete die gleiche Ansicht. Plant Polen einen Handstreich? Die meisten französischen Zeitungen glauben den verständnislosen Chauvinismus Warschaus noch unterstutzen zu müssen und äußern in diesem Zusammenhang allerhand Vermutungen über die„Gegenvorschläge“, die der polnische Außenminister Beck am Freitag vor dem Seim bekanntgeben werde. Der„Excelsior“ schreibt, Polen werde Souveränität über Danzig verlangen, dessen Schutz einer polnischen Miliz und polnischen Marinesoldaten anvertraut werden solle unter Achtung der Rechte und Freiheiten der deutschen Bürger. Das Blatt ist sich aber bewußt, daß der Führer eine derartige Forderung ablehnen würde. Die polnischen Gegenvorschläge seien bisher noch nicht London mitgeteilt worden. Die Stellung Englands sei sehr klar. Es habe Polen eine totale militärische Beistandsgarantie gegeben, die ohne Vorbehalte sei und sowohl auf Danzig wie auf den Korridor zutreffe. Der Berliner Vertreter des„Zoulnal“ betont, gegenüber den Aeußerungen des polnischen Chauvinismus und gewissen Behauptungen der ausländischen Presse stellten die Deutschen einfach fest, daß sie Danzig nicht besetzt hätten und daß der Führer in seiner Reichstagsrede Polen empfohlen habe, Vorschläge zu machen; d. h., die Tür zu Verhandlungen bleibe noch offen. Wenn aber, wie es gewisse polnische Extremisten verlangten, ein polnischer Handstreich auf Danzig versucht würde, und wenn Polen offiziell die Souveränität über Danzig verlange, würde sich die Lage schwierig gestalten. Der Verliner Vertreter des„Journal“ glaubt, daß die deutsche Regierung dann sicherlich nicht zögern würde, Maßnahmen zu ergreifen, über deren Charakter kein Zweifel bestehe, welches auch immer die daraus herrührenden Folgen sein könnten. Deutschland werde niemals eine polnische Herrschaft in Danzig annehmen, und niemals werde es auf seine eigenen Forderungen verzichten. Wenn aber ein deutsch=polnischer Konflikt nur allein wegen Danzig ausbrechen sollte, müsse, so fordert der Berliner„Journal“=Vertreter, die französische und englische Regierung möglichst rasch ihren Standpunkt präzisieren, um ein schweres Mißverständnis zu vermeiden. Einige Pariser Blätter bringen eine Havas=Meldung, wonach Oberst Beck die Uebertragung der Vollmacht der Genfer Liga über Danzig an Polen verlangen werde. Wahrscheinlich würde der von der Liga eingesetzte Dreierausschuß(Frankreich, England, Schweden) während der nächsten Genfer Tagung am 15. Mai die Zurückziehung des Kommissars beschließen. Höchstleistungen sind unerläßlich Generalmajor Fellgiebel mit der Vereinheitlichung der technischen Nachrichtenmittel beauftragt. Durch den raschen Fortschritt der Technik und die erhöhten Anforderungen von Behörden, Wirtschaft und vaten sind auf nachrichtentechnischem Gebiet Belastungen der Industrie aufgetreten, die eine klare Zusammenfassung aller Aufgaben und Zuständigkeiten immer mehr und mehr notwendig machten. Die zum Teil gewaltig angewachsenen Bedürfnisse der Elektroindustrie, auch insbesondere der Rundfunkindustrie, werden nunmehr durch einen Sonderbeauftragten einem solchen Ausgleich zugeführt, daß auch diese Industrie in die Lage versetzt wird, Höchstleistungen in jedem Fall zu vollbringen, der auf Grund der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse eintreten kann. Die Hebung der Exportfähigkeit der Industrie wird hiermit zwangsläufig erreicht. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Hermann Göring hat dem Inspekteur der Wehrmachtnachrichtenverbindungen im Oberkommando der Wehrmacht, Generalmajor Fellgiebel, im Rahmen des Vierjahresplanes nunmehr den Auftrag erteilt, alle Maßnahmen zu ergreifen, welche für eine einheitliche Ausrichtung aller beteiligten Dienststellen und Organisationen von Staat, Partei und Wirtschaft auf dem Gebiet der technischen Nachrichtenmittel erforderlich geworden sind. wird geändert Deutschlands selbstverständliche Voraussetzungen. Die deutsche Regierung hat den finnisch=schwedischen Vorschlägen auf eine Abänderung des Aland=Abkommens im Sinne einer Befestigung der südlichen Alands=Inseln und der Berechtigung zu gewissen anderen militärischen Verteidigungsmaßnahmen auf den Inseln zugestimmt. Die Neutralität Schwedens und Finnlands im Falle etwaiger kriegerischer Verwicklungen, die den Östseeraum berühren, ist dabei eine selbstverständliche Voraussetzung. Ebenso selbstverständlich ist, daß die deutsche Haltung gegenüber dem Völkerbund, dem in dem AlandAbkommen gewisse Aufgaben zugewiesen waren, dadurch keine Aenderung erfährt. * Schon während der Verhandlungen von Versailles ist aber die Frage der Befestigung der zwischen Schweden und Finnland liegenden Alands=Inseln verhandelt worden. Versailles hat damals auch in diesem Falle völlig versagt. Es bedurfte direkter Verhandlungen zwischen den beteiligten Staaten, um die Frage sachlich und grundlegend zu lösen. Daß Deutschland den Schweden und Finnen heute seine Zustimmung zu einer Befestigung der Inselgruppe erteilt, ist eine neue und gründliche Abfuhr der Rooseveltschen Botschaft, in der ja auch Schweden und Finnland als durch Deutschland bedroht hingetellt wurden. Daß die Zustimmung an gewisse Voraussetzungen geknüpft wird, ist selbstverständlich. Schließlich vird Deutschland nicht militärische Anlagen errichten helfen, die im Kriegsfalle gegen das Reich selbst Verwendung finden könnten. Auch im Arlaub nicht kuriert Roosevelt macht weiter in Kriegspsychose. Kurz vor seiner Rückkehr nach Washington versuchte Roosevelt gegenüber einigen Pressevertretern seine jüngsten Aufrüstungspläne zu begründen. Er betonte, daß die Fortschritte auf dem Gebiet der Fliegerei die Verstärkung der Sicherung des Panamakanals notwendig machten. Man müsse heute, wo es schnelle Angriffsflugzeuge gäbe, „gegen Luftangriffe" planen. Das Karibische Meer sei, wie er selbst bei seiner Kreuzerfahrt anläßlich der Flottenmanöver beobachtet habe, bedroht(!). Auf der Jahrestagung der amerikanischen Handelskammer stieß ein Oberst Burns aus dem Stabe des stellvertretenden Kriegsministers in die gleiche kriegerische Trompete. Er gab bekannt, daß im Mobilisierungsfall eine Million Mann innerhalb von drei Monaten eingezogen würden. Die anfängliche Kampfstärke betrage 400 000 Mann und 6000 Flugzeuge. Die Industrie sei bereits auf die ihr im Kriegsfall obliegenden Arbeiten hingewiesen. Die Kehrseite der Medaille Welche gewaltigen Folgen die Aufrüstung der Vereinigten Staaten hat, merkt man in Amerika selbst am besten. Die Hunderte von Millionen Dollar, die für die Aufrüstung vergeudet werden, fehlen natürlich an anderer Stelle. Die Bundesbehörde für produktive ErwerbslosenLauter Die vichten Nebelschwaden der Lüge, in die Frankreichs berüchtigte Rekordlügnerin, Madame Tabouis, sich seit Jahren einhüllt, sind von einem derart penetranten Gestand erfüllt, daß man die Langmut der Franzosen schon langsam bewundern muß, die sich diese Pestilenz im eigenen Hause gefallen lassen. Nun schläft ja ein jeder mit Fug und Recht so, wie er sich bettet. Man kann den Franzosen also kein Wort des Trostes sagen, wenn sie es selbst nicht für nötig erachten, der Lügentante, die ihnen mehrfach diplomatische Schwierigkeiten, viel öfter aber noch den Fluch der Lächerlichkeit anheftete, ein handfestes Schloß vor das ungewaschene Maul zu hängen. Ein altes französisches Wort sagt bekanntlich„Qui ne dit rien, consent!“. d. h.:„Wer nichts sagt, stimmt zu!, und das führt geradesvegs zu der Feststellung, daß die Franzosen sich vielleicht sogar mit den ihrer abgrundtiefen Verworfenheit wegen höchst gefährlichen Auslassungen ihrer verantwortungslosen Wahrsagerin identifizieren. Wenn schon eine enalische Zeitung, der„Daily Telegraph", es für angebracht hält, die Tabouis als„Spezialistin au dem Gebiet der Unruhestiftung“ zu bezeichnen so sollte das den Franzosen, die jedes Wort, das aus Deutschland kommt, ja aus Tradition ablehnen, zu denken geben. Das gesamte Repertoire der„Mutter der Lüge", wie die Tabouis seit geraumer Zeit treffend genannt wird zu memorieren, verbietet bei dem Umfang des„Lebenswerkes“ der Journaillistin einmal der Raum, zum anderen auch die Mißachtung vor ihr selbst, der man im Grunde genommen gar nicht wenig genug Aufmerksamkeit widmen kann. Einige„Perlen“ wollen wir unseren Lesern aber nicht vorenthalten. Am 27. 11. 1938 wurde laut Tabouis Hermann Göring mit der Aufstellung einer neuen 300 000=Mann=Armee beauftragt, weil der Führer mit der Opposition der Wehrmacht ein für allemal aufräumen wollte. Zwei =Leute wurden von Offizieren des Heeres im Verlauf der Aktion erschossen. Am 14. 12. konzentriert die Brunnenvergifterin deutsche Truppen an der dänischen Grenze. Vergrößerung des Reiches und Unterwerfung Dänemarks sind das Ziel. Am 6. 2. 1939 werden 30 000 4=Männer dem Polizeikorps Francos einverleibt. Am 19. 2. 1939 wußte sie davon zu berichten, daß Franco bei der Unterzeichnung des Antikominternpaktes in Berlin vertreten sein würde, am 1. 3. ließ sie den spanischen Generalissimus dem Führer und dem Duce mitteilen, daß er sich im Falle eines europäischen Konfliktes nicht an die Achse gebunden fühlen könne! Am 2. 3. 1939 begab Hermann Göring sich nach Italien, um den Duce„gurückzuhalten". Am 17. 3. wurde auf dem Hradschin von deutschen Reichsministern eine Liste von 50 000 Tschechen aufgestellt, die in ein Konzentrationslager gebracht werden sollten. Am 1. 4. konzentriert Deutschland 60 Prozent seiner Luftwaffe und 50 Prozent der motorisierten Truppen gegen Polen, am 18. 4. wird ein gewaltiger Angriff auf Gibraltar geplant, am 19. 4. werden in Deutschland 600 000 Mann mobilisiert, am 20. 4. verkündigt die Madame Angriffspläne gegen Holland und am 30. 4. läßt sie deutsche Truppen in der Negerrepublik Liberia landen. Das ist so das Tempo, in dem die Madame Tabouis auf beiden Seiten des Kanals arbeitet, denn sie hat im „Sunday Referee“ ja auch einen willigen Abnehmer für ihre hirnverbrannten Ungeistprodukte in England gefunden. Man wundert sich über die Franzosen, die sich das gefallen lassen. Sollte es bei ihnen nicht wieder einmal einen Mann geben, der— wie dereinst einer ihrer großen Könige— ein Parfum erfindet, um gegen den Gestank anzugehen? Damals handelte es sich zwar um einen Gestank anderer Art, aber er war doch wesentlich erträglicher und weniger unangenehm als derjenige, den die Hetzerin des„Oeuvre“ jetzt so reichlich mit ihrem Lügengewebe um sich verbreitet, die Mme. Tabouis, die das erste wahre Wort noch zu schreiben hat. fürsorge ordnete die Entlassung von weiteren 200 000 Notstandsarbeitern an, so daß bis zum 20. Juni insgesamt 600 000 Notstandsarbeiter auf die Straße geflogen sein werden. Der eigene Sohn als Kritiker In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, daß Roosevelts eigener Sohn, der schon mehrfach die Politik seines Vaters verurteilte, jetzt in einer Rundfunkrede ausführte, daß alle Amerikaner völlig recht hätten, die die vollständige Neutralität Amerikas fordern. Die Grundlage eines Krieges sei in Amerika nur die Habaier. Der republikanische Senator Johnson machte im Senat geltend, daß ein Krieg ein wahnsinniges Abenteuer für Amerika sei, und das Ende der Demokratie bedeuten würde. Es geht ihnen nicht schnell genug London begrüßt die Moskauer Bündnisvorschläge. Die britische Politik sucht die Einkreisung Deutsolands mit größter Beschleunigung vorwärts zu treiben. Das Kabinett ist bereits zum zweiten Male in dieser Woche zusammengetreten, um den Bericht des Außenministers Lord Halifax über seine Verhandlungen mit Sowjetrußland entgegenzunehmen. Außerdem stand zur Erörterung die internationale Lage, insbesondere, wie „Preß Association“ zu berichten weiß, die Haltung Polens Wie„Times" schreiben, laufen die sowjetrussischen Vorschläge auf die Schaffung eines Militärbündnisses zwischen England, Frankreich und Sowjetrußland hinaus. Dem„Daily Herald" zufolge sollen die Sowjetvorschläge in der Hauptsache drei Punkte umfassen: 1. Dreibund zwischen England, Frankreich und Sowjetrußland; 2. eine zusätzliche militärische Abmachuna, in der die genaue Art der gegenseitigen Unterstützung in den verschiedenen Fällen festgelegt wird; 3. alle drei Verbündeten sollen gemeinsam gegen den Angriff aller osteuropäischen Staaten von der Ostsee bis Schwarzen Meer garantieren. England würde auf diese Weise, so meint das Blatt, auch den baltischen Staaten eine Garantie geben, während Sowjetrußland die kleinen westeuropäischen Staaten mit garantiere. Englischerseits halte man diesen sowjetrussischen Vorschlag für zu kompliziert und möchte daher gern, daß zunächst einmal Sowjetrußland sich der französisch-britischen„Garantie" an Polen und Rumänien bzw. die Türkei anschließe. Sowohl„Daily Herald" wie„News Chronicle" rühren die Trommel und rufen die Regierung Chamberlain auf, alles daranzusetzen, damit die Verhandlungen mit der Sowjetunion schnellstens zu einem Ende gebracht werden, denn nur auf diese Weise, so meinen beide Blätter, könnte die„AntiAngriffsfront“ wirklich wirksam gestaltet werden. i die Frankame Taeinem derart Langmut der die sich diese Recht so, wie so kein Wort für nötig erdiplomatische ch der Lächerr das ungeösisches Wort d. h.:„Wer ihrt geradessich vielleicht enheit wegen antwortungs. son eine eng", es für anlistin aus zu bezeichnen rt das aus en, zu denken er Lüge", wie enannt wird des„LebensUm, zum ander man in ufmerksamkeit wir unseren Hermann GöMann=Armee sition der wollte. 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Premierminister Chamberlain erklärte weiter auf Anfrage,„daß keinerlei Begründungen irgendwelcher Art für den Vorwurf vorlägen, daß die britische Regierung zu einer Politik der Einkreisung Deutschlands übergegangen sei".(?) Unter Beifall des Hauses erklärte der Premierminister, daß die britische Regierung bereit sein werde, Vorschläge für einen Austausch gegenseitiger Zusicherungen mit der deutschen Regierung zuerwägen. ausgewiesen Die belgische Regierung beschloß die Ausweisung des Leiters der Deutschen Arbeitsfront in Belgien, Ehlert. Als Grund für die Ausweisung wird der„Zwischenfall in Winterslag“ angegeben, über den bereits berichtet wurde. Man kann die Vermutung nicht von der Hand weisen, daß die belgische Regierung hier offenbar unter dem Druck der marxistisch-demokratischen Pressehetze und der Forderungen marxistischer Parlamentarier gehandelt hat. Parade der 60000 vor Franco Siegesparade der Levante=Armee in Valencia. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung fand in Valencia die große Parade der Levante=Armee vor dem Generalissimus Franco statt. Die Parade gestaltete sich zu einem eindrucksvollen militärischen Schauspiel. Insgesamt marschierten etwa 60 000 Mann vor General Franco vorbei, wobei die tadellose Ausrüstung nach 32 Kriegsmonaten sowie die weitgehend durchgeführte Motorisierung der Artillerie und die große Zahl der Panzerwagen, Tanks und Flakgeschütze auffiel. Der Vorbeimarsch, der etwa vier Stunden dauerte, war ständig von dem stürmischen Beifall der Bevölkerung begleitet, die immer neue Blumen auf die Kolonnen streute. 2,5 Millionen Ehrenkreuze Für die alten Mütter am Muttertag. Auf vielfache Anfragen über die zum Muttertag bevorstehenden Verleihungen des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter teilt die Präsidialkanzlei des Führers, die als Ordenskanzlei für die Durchführung der Verleihungen und für die Behandlung der damit zusammenhängenden Einzelfragen zuständig ist, das Nachstehende mit: Für die Verleihung des zum Weihnachtsfest 1938 vom Führer als Dank für die deutsche Mutter gestifteten Ehrenkreuzes kommen in Großdeutschland rund 5¼ Millionen Mütter in Betracht. Da die Herstellung der erforderlichen Ehrenkreuze, hauptsächlich wegen der durch gelernte Arbeiter auszuführenden Emaillierarbeit, in der kurzen Frist von knapp fünf Monaten technisch nicht möglich war, ist vorgesehen, daß zum Muttertag, sofern nicht etwa besondere örtliche Schwierigkeiten die Aufstellung der Listen in diesem Umfang erschweren, zunächst die 60jährigen und älteren Mütter, d. h. etwa 2½ Millionen Mütter. das Ehrenkreuz erhalten. Die Verleihung an die übrigen Mütter ist für einen späteren Zeitpunkt des Jahres, voraussichtlich für das Erntedankfest, vorgesehen. Bezüglich des Verfahrens wird bemerkt, daß— wie früher schon bekanntgegeben— die Stellung eines Antrages durch die in Frage kommenden Mütter oder ihre Angehörigen nicht erforderlich ist. Die Aushändigung der Ehrenkreuze und Besitzzeugnisse erfolgt im ganzen Reich am Muttertag durch die Ortsgruppenleiter der NSDAP. Deutsche Buchausstellung in Rom Kulturelle Verbundenheit der Achsenmächte. In den Räumen des Mercato di Traiano wurde die alle Gebiete des deutschen Schrifttums umfassende erste große deutsche Buchausstellung feierlich eröffnet. Die Ausstellung, die unter dem Ehrenschutz des Ministers Alfieri und des Deutschen Botschafters von Mackensen steht, betont neben der politischen die kulturelle Verbundenheit der beiden Achsenmächte und hebt im Rahmen des neuesten politischen, schöngeistigen und wissenschaftlichen Schrifttums Goethe und Dante als diejenigen Gestalten hervor, die gegenseitig zum Inbegriff der beiden Kulturen geworden sind. Neben den aus den Archiven der Preußischen und Bayerischen Staatsbibliothek zusammengetragenen deutschen Dante=Uebertragungen sind auf der Ausstellung auch die in unseren Tagen erständenen Dichtungen, die das neue Deutschland und das neue Italien besingen, vertreten. Bei der Eröffnungsfeier, an der neben den vielen anderen Hersönlichkeiten des öffentlichen Lebens auch Minister Alsleri teilnahm, sprach der deutsche Botschafter von Mackensen Hegrußungs= und Dankesworte. Möge die Buchausstellung, so Uhrte er aus, unseren deutschen Volksgenossen in Italien ein treues Bild der geliebten Heimat geben, ein Bild unseres Volkes, das durch die starke Hand des Führers geeint ist und nichts anderes will, als in Frieden seiner, Arbeit nachgehen, Wissenschaft und Kunst zu pflegen. Mögen ünsere italienischen Freunde aus der Ausstellung ersehen, wie das deutsche Schrifttum um das Studium und das Verständnis Italiens und der rühmvollen Geschichte dieses Landes bemüht ist. Möge die Ausstellung die Achtung und die Freundschaft vertiefen, für die die Freundschaft zwischen Mussolini und Adolf Hitler Vorbild und Symbol ist. Minister Alfieri sprach anschließend über die geistigen Wechselbeziehungen zwischen dem italienischen und dem deutschen Volk zu allen Zeiten. Er schloß mit dem Wunsche, daß die Ausstellung stärksten Besuch erhalten möge, um so mehr, als in einer Zeit, in der anderwärts künstliche Unruhe die Beglehungen zwischen Volk und Volk störe, hier im Namen Hitters und Mussolinis geistige und kulturelle Aufbauarbeit geleistet werde. Ministerialdirigent Berndt sprach dann im Auftrage von Reichsminister Dr. Goebbels über die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen einst und jetzt. Stadt, Kreis und Provinz Steinheim, den 4. Mai 1938. In der blutmäßigen Verbundenheit unseres Volkes und in der durch den Nationalsozialismus erfolgten Erweckung des Verständnisses dafür liegen die tiefsten Ursachen für das wunderbare Gelingen unserer Revolution Adolf Hitler. Gedenktage für den 5. Mai. 1821: Napoleon I. auf St. Helena gest.(geb. 1769).— 1869: Der Tondichter Hans Pfitzner in Moskau geb.— 1937: Stapellauf des ersten KdF.=Schiffes„Wilhelm Gustloff“ in Hamburg. Sonne: A. 4.23, U. 19.31; Mond: U. 5.32, A. 21.41 Uhr. Ehrung der Sieger am 1. Mai. Nach dem Rundmarsch durch die Stadt nahm Jugendwalter Pg. Lange die Ehrung der Sieger im Reichsberufswettkampf vor. Es ist wirklich eine stattliche Zahl, die sich als Kreis= oder Ortssieger herausstellen konnten und damit bewiesen, daß sie gewillt sind, alles einzusetzen für ihren Beruf und damit für Deutschland. Ihre Namen sind in Gruppe Wald und Holz. Kreissieger: Wilhelm Pollmann, Hub. Lütkefend, Karl Günther. Ortssieger: Helmut Dörner, August Günther, Jos. Freitag, Konrad Bäckeralf, Friedr. Böddeker, Heinrich Hillebrandt, Hans Konopczinski, Karl Wiechers, Josef Stumpe, Albert Schilling, Josef Pollmann, Josef Müller, Georg Brösch, Alfred Hiltscher, Josef Vandieken und Wilhelm Nunne. Gruppe Handel, Kreissieger: Anneliese Pollmüller und Elisabeth Müller. Ortssieger: Mathilde Lüke, Johanna Strato, Theodor Lütkefend und Anton Hansmann. Gruppe Energie, Verkehr Verwaltung, Ortssieger: Heinrich Pott. Gruppe Freie Berufe, Kreissieger: Ludwig Brockmann. Gruppe Nahrung und Genuß, Kreissieger: Edelbert Christ=Nieheim. Ortssieger: Hermann Köhne=Nieheim. Gruppe Bekleidung, Ortssieger: Wilhelm Meier=Entrup und Maria Meier. Gruppe Bau, Kreissieger: Herbert Lange. Ortssieger: Adolf Wiechers und Wilhelm Meier. Gruppe Hausgehilfinnen, Kreissiegerin: Margarethe Allroggen=Nieheim. Ortssiegerin: Christa Pohl. Nach der Ehrung der Sieger nahm der Ortsobmann der „Deutschen Arbeitsfront“, Pg. K. Strüning, das Wort. Er sprach von der neuen Sinngebung der Arbeit, der Ueberwindung des Klassenkampfes und der sozialen Gerechtigkeit, wie sie der Führer verwirklicht hat. Seine Worte klangen aus im„Sieg Heil“ auf den Führer und in den Liedern der Nation. Fahnenweihe der Steinheimer Möbelfabrik. Der größte Steinheimer Betrieb, Steinheimer Möbelfabrik und Westf. Möbelfabrik, hatte am 1. Mai seine Gefolgschaft zu einem besonders feierlichen Appell zusammengerufen. Der Betriebsführer, Herr Direktor Meyer, sprach von den großen Erfolgen des Führers und von der Verpflichtung jedes Schaffenden, seine Treue durch vermehrten Einsatz zu beweifen. Das soll geschehen durch Teilnahme am Leistungswettkampf der deutschen Betriebe, der nicht nur Betriebsführung, sondern die ganze Gefolgschaft an die Front ruft. Der Betriebsführer übergab dann dem Betriebsobmann die Schlüssel des neuen, sehr schön ausgestalteten Gemeinschaftsraumes, der allen Gefolgschaftsmitgliedern ständig zur Verfügung steht. Auch eine Werkbücherei ist eingerichtet. Sodann wurden die Namen von 40 Gefolgschaftsmitgliedern verlesen, die in diesem Jahr für eine KdF.Reise ausersehen sind, die vom Betriebsführer mit einem Drittel bezuschußt wird. Sodann nahm der Ortsgruppenleiter die Weihe der neuen Betriebsfahne vor. Die Feier wurde umrahmt von den Weisen der Werkskapelle. Anschließend nahm der Betrieb mit seiner eigenen Musik und seiner neuen Fahne geschlossen an dem Aufmarsch aller Schaffenden teil. *— Detmold, 2. Mai. Die Stadt führt jetzt mit neuen Werbeplakaten eine Verkehrswerbung durch, die sich vor allem auf die Erkenntnis stützt, daß nach Fertigstellung der Reichsautobahn von Köln bis Teutoburger Wald und Detmold als Wochenend= Neuland für die westdeutschen Großstädte herausgestellt werden müssen. Schon in den letzten Wochen hat die Reichsautobahn einen bisher nicht erlebten Ausflüglerverkehr nach hier gebracht. *— Warburg, 2. Mai. Die Metzgerei F. Balluff hier marschiert seit Jahren mit im Leistungskampf der Betriebe. Bereits im Vorjahre konnte ihr eine Anerkennung durch den Gau zum 1. Mai zugeleitet werden, und in diesem Jahre gehörte die Firma wieder zu den Ausgezeichneten. Außer der am 21. April in Detmold verliehenen Anerkennung für die auf sozialpolitischem Gebiete vollbrachten Leistungen wurde der Firma am Nationalfeiertage das Leistungsabzeichen„Vorbildlicher Kleinbetrieb“ verliehen. *— Eine Erscheinung, die in Deutschland von der Bildfläche verschwunden zu sein schien, konnte man in diesen Tagen in Warburg sehen. Ein waschechter Tippelbruder, wie man ihn lange wirklich nicht mehr gesehen hat, konnte wegen Bettelns festgenommen werden. Hierbei zeigte es sich, daß er es fertig gebracht hatte, sich längere Zeit schon ohne Arbeit durchzubringen. Er wurde jetzt einer geregelten Tätigkeit zugeführt. *— Bielefeld, 2. Mai. Unsere Stadt hat ein 2,30 Meter hohes Bronze- Standbild„Horst Wessel“ des Berliner Bildhauers Ernst Hinkeldey angeschafft. Es soll auf einem 1.20 Meter hohen Sockel in den Anlagen am Oberntorwall aufgestellt werden. Die Ehrung, die die Stadt Bielefeld ihrem großen Sohne bereitet, erhält dadurch eine besondere Bedeutung, daß das Denkmal anläßlich der Reichsfahrt der Alten Garde durch Westfalen im Juni in Gegenwart der ältesten Mitkämpfer des Führers eingeweiht werden soll. *— Soest. 3. Mai. Die festlich geschmückte mittelalterliche Stadt Soest empfing am Sonntag, dem Vortage des Tages des deutschen Arbeiters, im herrlichen Schmuck ihrer Baumblüte die jüngsten Vertreter der nationalsozialistischen Jugendbewegung. Mehr als 1400 Pimpfe zogen mit wehenden Fahnen durch die mit frischem Grün geschmückten Straßen, um in den Mauern dieser Stadt die besten Fanfarenund Singefähnlein sowie die beste Fähnleineinheit des Gebietes Westfalen und die beste im Fernschießwettkampf zu ermitteln. Gleichzeitig liefen von allen Grenzjungbannen des Gebietes in Staffeln Pimpfe mit Urkunden zum alten Marktplatz, um die Kunde des Frühlingseinzuges von allen westfälischen Grenzen symbolisch zum Ausdruck zu bringen. — Haltern, 2. Mai. In der Nähe der Gastwirtschaft „Drügen Pütt“ geriet ein Lieferwagen auf der regennassen Fahrbahn ins Rutschen, streifte einen Baum, überschlug sich dann fünfmal und blieb schwer beschädigt liegen. Es muß schon als ein Wunder bezeichnet werden, daß der Fahrer überhaupt mit dem Leben davonkam. Er hatte allerdings schwere Verletzungen erlitten. Wieder ein„Marsangriff“ „Ein Meteor mit einem feurigen Hakenkreuz.“ der Stadt Houston in Texas erlebten die Vereinigten Staaten von Amerika einen neuen„Marsangriff". Diesmal handelte es sich um ein riesiges Meteor, das über Texas niederging, und zwar, wie zuverlässige Augenzeugen gesehen haben wollen, mit einem langen Schweif. Das Meteor soll in der Nähe der Küste explodiert sein, wobei Feuergarben nach allen Seiten einen hellen Schein verbreiteten. Auf den Polizeiämtern und bei den Zeitungen meldeten sich unmittelbar nach der Naturerscheinung telephonisch Tausende von„Augenzeugen", die deutlich feindliche Bombenangriffe beobachtet haben wollten. Einige dieser Zeugen behaupteten, sie hätten ganz deutlich ein feuriges Hakenkreuz zehn Meilen hoch am Himmel stehen sehen; andere erklärten, sie hätten sogar das Wort„Hitler“ herauslesen können; wieder andere lasen aus den Zeichen die Buchstaben für„Krieg“ heraus, und einige erklärten sogar auf das bestimmteste, sie hätten beobachtet, wie eine feindliche Luftflotte eine Nebelwand gezogen habe. Die Kriegspsychose hat wahrhaftig sonderbare Auswirkungen im Reiche Roosevelts! Steuerhinterziehung engros USA.=Politiker, Verbrecher und Millionäre schieben gemeinsam. In dem bekannten Seebad Atlantic City im Bundesstaat New Jerseh deckte eine Geheimuntersuchung sensationelle Fälle von Steuerhinterziehungen auf. Eine ganze Reihe von Politikern ist in trautem Verein mit Prominenten der Unterwelt und Großverdienern des organisierten Verbrechertums daran beteiligt. Ein politisch sehr einflußreicher Millionär soll nach den Pressemeldungen eine besonders große Rolle dabei gespielt haben. Ein typisches Beispiel für die Mißwirtschaft, unter der das amerikanische Volk zu leiden hat. Bei der Beseitigung dieser himmelschreienden Zustände hätte Herr Roosevelt ein riesiges Arbeitsfeld vor sich, auf dem er seinem Tatendrang ungehemmten Lauf lassen könnte. Wenn er in seinem eigenen Lande für Ordnung sorgen würde, könnte er der vollen Zustimmung seines Volkes sicher sein. Seinem Ansehen als Staatsoberhaupt wäre das zweifellos zuträglicher, als wenn er sich als Schiedsrichter der Welt aufspielt und dabei eine Blamage nach der anderen einstecken muß. Bessere Versorgung mit Frischfleisch Begrüßenswerte Maßnahmen der deutschen Viehwirtschaft. Jede Verknappung auf dem Rinder= und Schweinemarkt hat sich bisher in erster Linie bei der Frischfleischversorgung ausgewirkt. In den Fleischereibetrieben waren zwar alle wünschenswerten Wurst= und Aufschnittwaren zu haben, trotz ausreichender Versorgung mit Fleisch gab es zeitweise aber kein frisches Schweinefleisch. Die Bemühungen der beteiligten Organisationen, in dieser Beziehung eine Aenderung herbeizuführen, sind also erfolglos geblieben. Mit geeigneten Mitteln soll dieser Tatsache jetzt begegnet werden. Im Einvernehmen mit den Berufsvertretungen des Fleischerhandwerks und der Fleischwarenindustrie sind alle die Betriebe und Dienststellen jetzt eindeutig darauf hingewiesen worden, daß in erster Linie die Versorgung mit Frischfleisch sichergestellt werden muß. Man könne der Hausfrau unzweifelhaft klarmachen, daß zu gewissen Zeiten Schweine= und Kalbfleisch nicht in beliebigem Umfange zur Verfügung stehe, sie werde aber kein Verständnis dafür aufbringen, wenn sie bei ihrem Fleischer jede Menge Wurst und Schinken haben könne, auf das billigere Frischfleisch aber verzichten müsse. Die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft beabsichtigt, dahin zu wirken, daß Betrieben, die zur positiven Mitarbeit in dieser Hinsicht nicht bereit waren, das Kontingent gekürzt wird zugunsten der Betriebe, die sich in anerkennenswerter Weise zur positiven Mitarbeit bekannt haben. Die deutschen Hausfrauen werden diese Maßnahmen gewiß freudig begrüßen. Die Neugestaltung Hamburgs Ein Erlaß des Reichsstatthalters. Nachdem der Führer kürzlich Reichsstatthalter Karl naufmann mit der Durchführung der baulichen Neugestaltung Hamburgs beauftragt und den vom Reichsstatthalter vorgelegten Plänen grundsätzlich zugestimmt hat, ist nunmehr vom Reichsstatthalter die Grundlage für die Durchführung der Pläne geschaffen worden. Der Erlaß des Reichsstatthalters umreißt u. a. folgende Aufgaben für die Neugestaltung der Hansestadt: Die städtebauliche Neuordnung und architektonische Formung des Nordufers der Elbe vom Zeughausmarkt bis zur Elbehochbrücke. Die Verlegung des Fischereihafens und des Fischmarktes. Um= und Erweiterungsbauten im Hafengebiet. Ausrichtung des Straßennetzes auf den Reichsautobahnring und die Elbehochbrücke. Exrichtung eines Sportfeldes, Neubau der Universität, der Hochschule für Lehrerbildung, des Institutes für Schiffs= und Tropenkrankheiten und des Botanischen Gartens. Englisches Schlachtschiff vom Stapel gelaufen. Das englische 35 000=Tonnen=Schlachtschiff„Prince of Wales“ ist in Birkenhead vom Stapel gelaufen und von der Schwester des Königs getauft worden. Es gehört zu den schnellsten und stärksten Schiffen der britischen Flotte. Der„Prince of Wales“ ist das zweite Schiff seiner Klasse. Das erste Schiff war„König Georg V.“, drei weitere Schiffe der gleichen Klasse sollen folgen. Die zweite Amtsperiode Lebruns. Der französische Staatspräsident Lebrun wird seine zweite Amtsperiode am 11. Mai antreten. Verfassungsgemäß muß die Regierung Daladier am Tage vorher den Rücktritt einreichen. Nach der übereinstimmenden Ansicht der Presse wird Ministerpräsident Daladier mit unverändertem Kabinett am 11. Mai erneut vor das Abgeordnetenhaus treten. Unterhaus erhöht Steuern für die Aufrüstung. Im engkischen Unterhaus wurden neue Steuererhöhungen angenommen. Die Zuckersteuer, die Tabaksteuer und die Antosteuer wurden erhöht. Verleger und Hauptschriftleiter: Carl Simonowski Steinheim. Berautwortlich für ben gesamten Textteil: Carl Simonowski Steinheim. Verantwortlicher Anzeigenleiter Josef Simonowski. Druck und Verlag: Buchdruckerei Carl Simonowski, Steinheim III. 39»„ 655 Zur Zeit ist Anzeigen=Preisliste Nr. 3 Aus aller Welt Todesfahrt im Auto. Im Berliner Westen verlor die bekannte Filmschauspielerin Herti Kirchner die Gewalt über das Steuer ihres Autos, das sich überschlug und die Fahrerin unter sich begrub. Herti Kirchner erlitt einen schweren Schädelbruch, dem sie bald darauf erlag. Die beliebte Schauspielerin war in der letzten Zeit als Partnerin Heinz Rühmanns in dem neuesten Rühmann=Film„Der Florentiner Hut“ bekannt geworden, nachdem sie ihre erste größere Filmrolle in dem Film„Soldaten— Kameraden“ gespielt hatte. Sächsischer Gauamtsleiter tödlich verunglückt. Auf der Staatsstraße Dresden— Klotzsche stießen infolge unsichtigen und nebligen Wetters zwei Personenkraftwagen zusammen. Dabei wurden der Ministerialdirektor im sächsischen Ministerium des Innern, Gauamtsleiter Erich Kunz, sowie seine neben ihm sitzende Schwägerin schwer verletzt. Sie starben noch während des Transports ins Krankenhaus. Erich Kunz, erst vor wenigen Tagen vom Führer zum Ministerialdirektor befördert, war eine der bekanntesten politischen Persönlichkeiten in Sachsen. Fugger=Haus in der Obhut der Reichsgruppe Handel. Im Rahmen eines feierlichen Empfanges von Vertretern des Handels in Augsburg gaben Gauleiter Wahl und Oberbürgermeister Mayr bekannt, daß sie mit Billigung des Führers die historischen Stätten des Handels in Augsburg, insbesondere die weltbekannten Fugger=Häuser, in die Obhut der Reichsgruppe Handel geben. Flugzeuge suchen einen Walroßbullen. Am Ufer unweit Travemünde wollen verschiedene Volksgenossen einen gewaltigen Walroßbullen gesehen haben. Einigen Personen ist es gelungen, in die Nähe des Walrosses zu gelangen und die Länge des Tieres auf vier Meter, den Umfang auf etwa zweieinhalb Meter zu schätzen. Fachleute halten es für möglich, daß ein solches Tier auch einmal in unsere Breiten verschlagen werden kann. Man hat deshalb alle Vorbereitungen für einen seltenen Fang getroffen. Nicht nur Fischer haben ihre Netze gelegt, sondern auch Flugzeuge, die über der Lübecker Bucht kreuzen, halten Ausschau nach dem Walroßbullen. Storchenmutter beschafft sich Windeln. Dem Rufe, den der Storch in der Kinderwelt genießt, entspricht die Ausstattung, die ein Storchenpaar in Windheim(Weser) für sein Nesi gewähl hat. Das Storchenpaar baute sich ein Nest auf einer geköpften Pappel, und Tag für Tag wurden Baustoffe und Ausstattungsgegenstände herbeigeschafft. Dabei fand Frau Storch besonderen Gefallen an der Erstlingswäsche, die in der Nähe auf einer Trockenleine hing. Sie nahm sich eine große Windel von der Leine, und mit vereinten Kräften verbauten Mama und Papa Storch dann das große Tuch im Nest. Generalkonsul Opfer eines Autounfalls. Ein Kraftwagen, in dem der deutsche Generalkonsul in Tunis, Marschall von Biberstein, seine Frau und ein Begleiter Platz genommen hatten, stieß etwa zehn Kilometer von Tunis entfernt mit einem anderen Kraftwagen zusammen, in dem zwei Reservisten saßen. Der Generalkonsul und seine Gattin wurden in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus übergeführt, wo sie bald darauf ihren Verletzungen erlagen. Neger wegen eines Kraftwagenzusammenstoßes gelyncht. In Daytona Beach(Florida) wurde ein farbiger Kraftdroschkenfahrer, der im Zusammenhang mit einem Autozusammenstoß vom Sheriff in Haft genommen worden war, von einer Anzahl Weißer aus dem Gefängnis geschleppt und gelyncht. Die von zahllosen Kugeln durchlöcherte verstümmelte Leiche des Negers wurde unweit des Gefängnisses zurückgelassen. Eröffnung des Rasthauses„Zur Alten Poststraße". Auf einer Anhöhe bei Siegbura, von wo sich ein wundervoller Blick auf das Siebengebirge und den Westerwald bietet, wurde im Beisein vieler Ehrengäste und Abordnungen der am Bau beteiligten Firmen das Rasthaus„Zur Alten Poststraße“ seiner Bestimmung übergeben, das nach der alten Poststraße Köln—Frankfurt, die hier die Reichsautobahn Köln—Frankfurt kreuzt, seinen Namen trägt. Es ist das siebente seiner Art im Reich, aber das erste in Westdeutschland. Ein polnisches Dorf niedergebrannt. Bei Brest am Bug brannte ein ganzes Dorf nieder. 48 Wirtschaften wurden ein Opfer der Flammen. In den Flammen kam auch ein kleines Kind ums Leben. Jüdischer Verbrüderungsflug mit Bruchlandung. Ein mit großem Geschrei der vereinigten jüdischen Presse New Yorks und Moskaus angekündigter„Rekordflug“ des Sowjetfliegers Kokkinaki, der mit einem zweimotorigen Flugzeug zu einem Ohne=Halt=Flug von Moskau nach den Vereinigten Staaten über Finnland, Schweden, Norwegen, Island, Grönland und Kanada gestartet war, hat ein schnelles und sowohl für den Flieger wie für die Schreier schmerzvolles Ende gefunden. Der Sowjetpilot liegt mit zerbrochenen Rippen auf einer einsamen Insel im St.=Lorenz=Golf, wo er mit seiner Maschine notlanden mußte. Wenn die Schwalben heimwärts ziehen Eine allein macht noch keinen Sommer. Bald kann es wieder heißen:„Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle; Amsel, Drossel, Fink und Star.. Die Störche kommen auf ihren bestimmten Zugstraßen, die sie über Gibraltar oder Istanbul—Kleinasien um das Mittelländische Meer nach Afrika führen. Kleine Vögel ziehen in breiter Front. In brausendem Flug, gleich einer Wolke, in Gesellschaft von Hunderten treffen die einen ein, vereinzelt— z. B. Kuckucke und Wiedehopfe— die anderen. Die Wachteln bewahren die kleine Geschlossenheit der Familie. Bei Buchfinken halten sich Männchen und Weibchen getrennt. Unsere stolzen Raubvögel aber wandern in kleinen Trupps oder einzeln, bisweilen, wie man zu sagen pflegt, in„Ketten“. Manche Vogelschwärme haben vereinzelte Vorzügler, z. B. Schwalben, daher auch der alte Spruch:„Eine Schwalbe macht noch nicht den Sommer.“ Die Höhe, in der die Vögel fliegen, hänat mit der Bewölkung zusammen. Je dichter die Wolkendecke ist, desto tiefer schweben die Tiere dahin, desto leichter sind sie zu beobachten in ihrem Vorwärtsstreben zur Brutheimat. Weit ist der Weg, der zu überwinden ist. Die Küstenseeschwalbe, die am Nördlichen Eismeer brütet und nicht fern vom Gegenpol überwintert, hat eine Strecke von weit mehr als 10000 Kilometer zurückzulegen. Nicht minder lang ist die Entfernung, die ostpreußische Störche Flügelschlag um Flügelschlag allein durch den Motor des Körpers zu bezwingen haben, wenn sie sich die Spitze Südafrikas zum Winterquartier erkoren, was nicht selten der Fall ist. Erstaunlich ist der„Richtungssinn", der den Vögeln eigen ist und der sie auch die Heimat wiederfinden läßt, selbst wenn sie aus ihr in verschlossenen Behältern entführt worden sind. Ein Ornithologe hat versuchsweise über 350 Stare aus 31 verschiedenen Orten Deutschlands in Berlin auffliegen lassen. Die durch verschiedenfarbige Ringe kenntlich gemachten Vögel fanden mit sicherem Instinkt die ihnen unbekannten Wege in ihre Heimatorte, gleichgültig, ob dieselben 40 oder 265 Kilometer vom Abflugspunkt, also der Reichshauptstadt, entfernt lagen. Während der Flug der Vögel im Herbst verhältnismäßig langsam und in Etappen zurückgelegt wird, scheinen unsere gefiederten Freunde den Rückflug im Frühjahr in größerer Eile zu vollziehen. Der Zeitpunkt der Heimkehr liegt für jede Vogelart anders. Fischreiher, die eine Strecke von etwa 5000 Kilometer zu bezwingen haben, beginnen Anfang März aus den Winterquartieren abzustreichen. Schnepfen treffen in den letzten Tagen desselben Monats ein. Die Hauptdurchzugstage der Raubvögel liegen für die Kurische Nehrung um die Mitte des April. Der Kuckuck ruft Ende April oder Anfang Mai seinen Namen als echter Frühlingskünder. Einer der letzten Heimkehrer ist der Pirol. Der„Vogel Bülow“ wird von den Landleuten auch„Pfingstvogel“ genannt, weil er erst zur Maienzeit sich einstellt. Schon jetzt sind manche Vögel eifrig beim Brüten, so z. B. unsere Eulen, die den Winter bei uns bleiben. In hohlen Bäumen sitzen sie auf ihren weißen Eiern. Auch der Kiebitz wird bald seinen Nistplatz aufsuchen, der schwer entdeckbar ist. Nur wenn Schneefall eintritt, sieht man die dunkel gesprenkelten Eier sich in der kleinen Mulde der Wiese deutlich abheben, sobald der Vogel auffliegt. Auch im Walde wird's lebendig. Hier zwitschert ein Zaunkönig, dort schlüpft ein Rotkehlchen zu Boden, und die Spechte trommeln heftig ein Zeichen, daß bei ihnen das Paarungsspiel beginnt. Dr. E. Schwarra. mit den Herschels? Die Nöte eines lettländischen Kapitäns. „Tobago“, ein lettländischer Dampfer, war gerade in Begriff, den englischen Hafen Boston mit einer Kohlen ladung zu verlassen, die für Dänemark bestimmt war, als er plötzlich polizeilich zurückgehalten wurde. Dann erschienen an Bord fünf englische Polizeibeamten und drei Zollbeamten. Sie führten vier Juden mit sich, die auf ungesetzlichem Wege aus dem Auslande nach England gelangt waren. Die Vertreter der englischen Behörden erklärten dem Kapitän, daß diese vier Leute, von denen drei Staatsangehörige der ehemaligen Tschecho=Slowakei sind und einer staatenlos ist, vor einigen Tagen an Bord des Dampfers„Tobago“ aus Antwerpen in England ange kommen seien. Der Kapitän wies diese Behauptung mit Entschieden heit zurück und erklärte, daß er keinerlei derartige Fahrgäste an Bord seines Dampfers gehabt habe. Er prote stierte energisch dagegen, daß diese vier Emigranten gewaltsam auf seinem Schiff untergebracht würden. Ebenso wie der Kapitän erklärte auch die ganze Besatzung, daß diese vier Emigranten nicht von der„Tobago“ nach Eng land befördert worden seien. Die Proteste haben aber nichts geholfen, denn gegenwärtig befindet sich die„Tobago“ unterwegs nach Däne mark mit den vier Juden an Bord. Es sind das ein Jovish Cmol und ein Josef, ein Moses und ein Husik Herschkowiz. Die englischen Beamten verließen den Dampfer erst, als dieser durch die Hafenschleusen von Boston lief. Einer der jüdischen Emigranten hatte von Bord an Land flüchten wollen, wurde aber von den Polizisten daran gehindert. Jetzt weiß der Kapitän nicht, was er mit den vier ungebetenen Gästen anfangen soll, denn er glaubt nicht, sie in Dänemark absetzen zu können, so daß er sie wohl noch eine Weile auf dem Meere herumschaukeln muß. Im Arwald den Weltkrieg verpaßt Dieser Tage traf in London Mr. Artur Denham, ein englischer Großwildjäger, ein, der seit Jahren Zentralafrika nach Beute für die europäischen Tierparks durchstreift. Auf seiner längsten Fangreise hatte er ein recht merlwürdiges Erlebnis, dessen sich wohl nur recht wenige Leute auf der Erde rühmen können. Er verpaßte nämlich den Weltkrieg. Im Juli 1914 brach er zu einer Expedition ins Innere Zentralafrikas auf, die ihn über vier Jahre von der Zivilisation fernhielt. Er lebte unter wilden Eingeborenen, die nicht einmal den Gebrauch der Signaltrommel, des„Urwaldtelegraphen“, kannten. Als er dann wieder in die Zivilisation zurückkehrte, teilten ihm die ersten Weißen, denen er begegnete, freudestrahlend mit, daß der Krieg zu Ende sei. Erstaunt erwiderte Denham, er habe gar nicht gewußt, daß ein Krieg angefangen habe. Man hielt ihn für einen Narren, bis sich der wahre Sachverhalt aufklärt.. Scherz und Ernst tf. Gegen die Ausrottung der Möwen. Vom norwegischen Jäger= und Fischerverband werden gesetzliche und polizeiliche Maßnahmen verlangt, mit denen der drohenden Ausrottung der Möwen in den norwegischen Gewässern Einhalt geboten werden soll. Die Seefischer betrachten die Möwe gar nicht als schädlichen Fischräuber und sie bedauern darum ebenso wie die Jäger, daß in den letzten Jahren Möwen und andere Seevögel im Küstengebiet kaum noch zu sehen sind. Die Möwentragödie hängt zusammen mit der großen Vermehrung der Pelztierfarmen in Norwegen. Die Silber= und Platingfüchse gehen natürlich nicht auf die Vogeljagd, aber ihre Züchter kaufen die geschossenen Möwen, deren Fleisch ein beliebtes. und billiges Futter für die kostbaren Pelztiere bildet. Die starke Nachfrage hat dazu geführt, daß viele Küstenbewohner nun in Motorbooten auf die Möwenjagd fahren. Sie haben auf diese Weise für die Seevögel Norwegen zum Feindesland gemacht, das von den klugen Tieren gemieden wird. tf. 24 Heiratsanträge an einem Tag. In jedem Jahr feiert die St. Salvatore=Universität in St. Andreas in Schottland ein merkwürdiges Erinnerungsfest. Im Mittelpunkt dieses Festes steht irgendeine mysteriöse Frauengestalt mit dem Namen Kathe Kennedy. Wegen dieser Frau wird eine große Prozession durch die Straßen veranstaltet. Dieser Frau werden gewaltige Blumensträuße zum Geschenk gemacht, obwohl sie schon längst tot ist. Aber die Geschichte dieser Feier ist außerordentlich interessant Als einst der Gründer der Universität, der Bischof Kennedy, an einem Studentenfest teilnahm, hatte er die un glückliche Idee, seine Nichte, die schöne Lady Ketherine einzuladen. Als das Fest zu Ende war, hatten sich sämtliche Studenten in das Mädchen verliebt. Am nächsten Tage lagen der Lady Ketherine 24 Heiratsanträge vor Der Bischof überlegte lange nach einem Ausweg, da die Studenten die Besitzfrage durch ein Duell entscheiden wollten. Schließlich regte der Bischof an, daß keiner die Lady heirate, aber zu ihren Ehren ein Erinnerungsfest angesetzt werde. Das wurde auch bis zum heutigen Tag so gehalten. Einstellung von Vermessungstechnikern. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft gibt bekannt, daß für den gehobenen vermessungstechnischen Dienst der Landeskulturverwaltung(Umlegungsbehörden) Arbeitskräfte zur Ableistung ihrer praktischen Tätigkeit, die die Voraussetzung für den Besuch einer vermessungstechnischen Fachschule bildet, eingestellt werden. Außerdem werden bei allen Umlegungsbehörden Lehrlinge eingestellt, die nach dreijähriger Lehrzeit als Angestellte übernommen werden. Der Siernhimmel im Mai Der Sternhimmel im Mai steht schon ganz im Zeichen der sommerlich langen Abende, das heißt mit der spät einsetzenden Dunkelheit sind auch die Sterne erst später zu beobachten. Von den Planeten bleiben Merkur und Saturn unsichtbar, Venus kann den ganzen Monat hindurch etwa zehn Minuten lang als Morgenstern beobachtet werden. Mars geht bei Monatsbeginn um 1.10 Uhr auf, Ende Mai kurz vor Mitternacht und kann bis zum Verschwinden in der Morgendämmerung gesehen werden. Jupiter tritt Mitte April in das Sternbild der Fische und taucht von Mitte Mai an am Morgenhimmel auf und kann Ende Mai von 1.40 Uhr an etwa 30 Minuten lang bis zum Verschwinden in der Morgendämmerung gesehen werden. Nach eingetretener Dunkelheit kommen auch die Fixsterne zum Vorschein. Im Zenit dominiert der Große Bär. Folgen wir der Richtung seiner Schwanzsterne, treffen wir auf Arktur im Bootes hoch im Süden, darunter in halber Höhe Spika in der Jungfrau. Die Verlängerung der beiden vorderen Rumpfsterne weist einerseits auf den Polarstern, andererseits auf das Bild des Löwen, der, rechts neben Bootes, gegen den Westpunkt hinabsvringt. Der helle Stern an seiner Brust ist Regulus. Tief im westlichen Horizont steht bereits Prokyon kurz vor Untergang, rechts darüber die Zwillinge Kastor und Pollux. Nächst den Zwillingen finden wir die flackernde Kapella im Nordwesten, dann die Sterne des Perseus tief am Horizont sowie das W der Kassiopeia im Norden. A hrend aber im Westen die letzten Reste des Winters, Pre.on und die Zwillinge, verschwinden, erscheint im Östen als Vorbote des Sommers, ganz in den Schleier der Milchstraße gebettet, das Dreieck Deneb, Wega, Atair. Die helle weiße Wega steht schon höher, etwa in halber Himmelshöhe über dem Östpunkt, links unter ihr Deneb im Schwan, der auch das nördliche Kreuz genannt wird, während Atair noch tief im Dunst des Horizonts flimmert. Am 3. Mai ist Vollmond, am 11. Mai letztes Viertel, am 19. Mai Neumond und am 26. Mai erstes Viertel. Die Sonne tritt am 22. Mai in das Zeichen der Zwillinge und durchläuft den 60. Grad dieser scheinbaren Bahn Bei Ritter kauff man Obst- und Gemüse-Konserven Spez.: Sauerkraut in Dosen Heringfilets in mannigfachsten Tunken Oelsardinen Krabben Langusten Lachs Mixed-Pickles-Gurken Olivenöl Käse, viele Sorten Mischobst Pflaumen Aprikosen Teigwaren Hülsenfrüchte Aufgebot. Der Landwirt Friedrich Schlüter in Lothe i. L. Nr. 3, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Butterwegge in Steinheim, hat das Aufgebot zur Ausschließung des Eigentümers des Grundstücks: Gemarkung Steinheim, K=Blatt 6, Parzelle 21— Acker am Stendeberg— 36, 97 Ar groß— gemäß§ 927 BGB. beantragt. Die Witwe Christoph Meyer, Amalie geb. Runte, in Lothe, die im Grundbuche von Steinheim, Band 31, Blatt 490 als Eigentümerin eingetragen ist, und deren Rechtsnachfolger werden aufgefordert, spätestens in dem auf den 23. Juni 1939, 12 Uhr, Zimmer 8, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebotstermine ihre Rechte anzumelden, widrigenfalls ihre Ausschließung erfolgen wird. DabU-Arukel kaun man bei Starp Freiwillige Feuerwehr Sonntag, den 7. Mai, abends 7 Uhr, im Hotel Schäfer Generalversammlung Tagesordnung wird vor Beginn der Versammlung bekanntgegeben. Das pünktliche Erscheinen aller bereits schriftlich eingeladenen Kameraden ist Pflicht, für die Ehrenmitglieder und Altersabteilung gilt die Einladung ganz besonders. Der Hauptbrandmeister. Steinheim i. Westf., den 29. April 1939. Das Amtsgericht. Prima Schellisch und Fischilel Bei Riffer kauff man guf! Lest Eure Heimat-Zeitung! empfiehlt: Ferdinand Schrader(vorm. Lühn) Nc. 103 Der Füh chen Nationc sandt. Der Reic feierte seinen außenpolitisch Nach ein= Stefani habe 12. März Jt. 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Beim Maifest der Memeldeutschen verkündete Gauleiter Koch in Memel ein umfassendes Aufbauprogramm für das Memelland und sprach die Erwartung aus, daß das befreite Memelgebiet in vier bis fünf Jahren auf den Stand Östpreußens gebracht sein werde. Um dieses Ziel zu erreichen, werden für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zwecke insgesamt etwa 50 Millionen R M. aufgewendet werden. Die Stadt Memel wird einen Theaterneubau für 1000 Personen, eine Stadthalle für 5000 bis 6000 Personen mit einem Aufmarschplatz, ein neues Rathaus, ein neues Krankenhaus, mehrere Schulen, Jugendherbergen, HJ.=Heimeund Gebäude für Partei und Wehrmacht erhalten. Der Hafen wird in großzügiger Weise ausgebaut werden und soll für einen Umschlag von jährlich 3 Millionen Tonnen erweitert werden. Die Landwirtschaft des Memelgebietes wird mit der im Reiche insofern bereits gleichgestellt, als sie für ihre Erzeugnisse die gleichen Preise erhält. Durch Bereitstellung von Krediten für Saatgut und Düngemittel wird sie eine namhafte Hilfe bekommen. Meliorations=, Eindeichungs= und Entwässerungsarbeiten werden bald in Angriff genommen werden. Für Wegebauten sind Millionen RM. vorgesehen. Die Straße Tilsit—Meinel soll zu einer großen Reichsstraße ausgebaut werden. Für Wohnungsbauten sind wiederum 6 Millionen ausgeworsen. Die Kd F.=Schiffe werden künftig Memel anlaufen und vermutlich wird auch in der Nähe von Memel ein großes Kd F.=Bad entstehen. Stiftung einer Memelmedaille Zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes. Der Führer hat durch Verordnung vom 1. Mai 1939 zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes eine Erinnerungsmedaille gestiftet. Die Vorderseite der dunkelbronzefarben getönten Medaille gleicht der der Erinnerungsmedaillen an den 3. Marz 1938(Oesterreich) und an den 1. Oktober 1938 (Sudetenland). Die Rückseite trägt die Aufschrift„Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes 22. Marz 1939.“ Die Medaille wird an einem Bande in den Farben Grün=Weiß=Rot(die Farben des Memel landes) getragen. Der Führer hat ferner bestimmt, daß die Erinnerungsmedaille an den 1. Oktober 1938(Sudetenland auch an diejenigen Personen verliehen werden soll, die anläßlich der Uebernahme des Schutzes über Böhmen und Mähren sich Verdienste erworben haben, insbesondere am Einmarsch usw. beteiligt waren. Sofern diesen Personen bereits die Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 verliehen ist, erhalten sie zusätzlich eine Spange, die an dem Band der Medaille getragen wird; die Spange gibt eine reliefartige Darstellung des Bildes der Prager Burg wieder. Neuordnung der Erwachsenenbildung Volksbildungswerk als alleiniger Träger. Partei, Staat und Gemeinde sind an den Aufgaben der Erwachsenenhildung, die die geistigen und potitischbeltanschaulichen Erkenntnisse der deutschen Volksgenossen erweitern und vertiefen und sie zu eigenem geistigen und künstlerischen Schaffen in ihrer Freizeit anleiten sollen, gleicherweise interessiert. Die an der Erwachsenenbildung beteiligten Stellen haben, um die notwendige Zusammenarbeit sicherzustellen, im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers Richtlinien für die organisatorische Neugestaltung der Erwachsenendildung vereinbart und gleichzeitig eine Reichsardeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung begründet. Alleiniger, von Partei und Staat anerkannter Träger der Erwachsenenbildungsarbeit ist in Zukunft das Deutsche Volksbildungswerk. Die noch vereinzelt außerhalb seiner Organisation stehenden Bildungseinrichtungen für Erwachsene werden von ihm in Zukunft betreut. Die genannten Richttinten sehen vor allem den Ausbau der Volksbildungsstätten zu leistungsfähigen Einrichtungen der Erwachsenenbildung vor. Die Richtlinien stellen so einen Beitrag zur Zusammenfassung aller Kräfte auf einem wichtigen Gebiet der Bildungsarbeit dar. Es wird ein Instrument geschaffen, das die Gedahr für den systematischen und organisatorischen Aufbau der Erwachsenenbildung im Dienst der Volksgemeinschaft bietet. Ein Dorf versank im Meer Schweres Erdbeben in Japan.— Ueber 100 Tote. Die Akita=Provinz in Nordwestjapan wurde von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Die Erdstöße sollen die schwersten seit 25 Jahren sein, die in dieser Provinz auftraten. Wie de ersten Untersuchungen ergaben, hat das Erdbeben etwa 100 Menschenleben gefordert und über 1000 Häuser wurden serstort. Einer Mitteilung der Polizei zufolge versank das Dorf Aikawa mit 70 Häusern im Meer Glückwunsch an den Führer Zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes. Auch in diesem Jahre hat der Führer aus Anlaß des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes von zahlreichen ausländischen Staatsoberhäuptern und Regierungschefs Glückwünsche für das deutsche Volk übermittelt erhalten. Solche Telegramme gingen ein von den Königen von Aegypten, Afghanistan, Belgien und Bulgarien, den Prasidenten von Cuba und der Dominikanischen Republik, dem König von Griechenland, den Präsidenten von Guatemala und von Finnland, dem Schah von Iran, dem Kaiser von Japan, dem Prinzregenten von Jugoslawien, dem Präsidenten von Mexiko, dem König von Rumänien, dem Präsidenten von El Salvador, dem slowakischen Ministerpräsidenten, dem Staatschef Spaniens, dem Präsidenten der Türkischen Republik und dem Reichsverweser des Königreichs Ungarn. Der Führer hat hierfür im Namen des deutschen Volkes telegraphisch gedankt. Andere Länder übermittelten Glückwünsche durch ihre hiesigen diplomatischen Vertreter, so Argentinien, Brasilien, Großbritannien, der Heilige Stuhl, Nicaragua und Portugal. Feststellung des Erbbrauchs Ergänzungen zum Erbhofrecht. Durch eine gemeinsame Verordnung des Reichsjustizministers und des Reichsernährungsministers ist die Erbhofrechtsverordnung in einigen Punkten geändert und ergänzt worden, um insbesondere einige Lücken zu schließen, die sich in der Praxis ergeben haben. So wird zur Beseitigung von Zweifeln, die sich bei der Feststellung der Rassereinheit des Bauern ergaben, klargestellt, daß die Möglichkeit eines jüdischen Bluteinschlages als ausgeschlossen anzusehen ist, wenn sich beim Zurückverfolgen der Ahnenreihe des Bauern ergibt, daß keiner der vor dem 1. Januar 1800 geborenen nächsten Vorfahren des Bauern einen der jüdischen Religionsgemeinschaft angehörenden Elternteil hatte. Eine weitere Ergänzung betrifft die Feststellung des Erbbrauchs. Nach dem Gesetz ist der Brauch, der bei Inkrafttreten des Erbhofgesetzes am 1. Oktober 1933 galt, auch für die Zukunft maßgebend. Die Feststellungen darüber mußten in jedem Einzelfall getroffen werden, sie waren aber nicht bindend für den Bezirk, sondern immer nur für die einzelne Sache, so daß die Frage immer wieder von neuem aufgeworfen werden konnte. Nach der neuen Verordnung können der Reichsjustizminister und der Reichsernährungsminister gemeinschaftlich feststellen, daß beim Inkrafttreten des Erbhofgesetzes in einer Gegend entweder Aeltestenrecht oder Jüngstenrecht Brauch gewesen ist, daß die freie Bestimmung des Anerben durch den Bauern üblich war oder daß ein Anerbenrecht nicht Brauch gewesen ist. Schließlich sind die Bestimmungen über den Vorrang der Töchter eines Bauern geändert worden. Nach dem geltenden Recht rangieren, wenn der Bauer keine Söhne hat, die Töchter in der Anerbenordnung hinter dem Vater bzw. den Brüdern des Erblassers. Da sich die bäuerliche Bevölkerung an diesen neuen Gedanken zum Teil erst gewöhnen muß, ist schon im Gesetz eine Uebergangsbestimmung dahin getroffen worden, daß für den ersten Erbfall nach Inkrafttreten des Erbhofgesetzes dieser Vorrang des Vaters oder der Brüder vor den Töchtern des Bauen nicht gilt. Diese Regelung führt aber in den Fällen noch zu Härten, in denen zwei Erbfälle rasch aufeinander folgen. Der Vorrang der Töchter des Bauern ist daher jetzt auch auf den zweiten Erbfall nach dem Inkrafttreten des Erbhofgesetzes ausgedehnt worden. Erst beim dritten Erbfall tritt die endgültige Ordnung in Kraft, die das Gesetz für die Erbfolge beim Fehlen von Söhnen vorsieht. Zur Klarstellung wird ausdrücklich bestimmt, daß ein Uebergabevertrag einem Erbfall insoweit gleichsteht. Ausklang des Nationalen Feiertags. Den Abschluß des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes bildete eine gewaltige Abendkundgebung im Berliner Lustgarten, auf der Generalfeldmarschall Göring sprach. Unser Bild zeigt Generalfeldmarschall Göring während seiner Ansprache. Scherl=Wagenborg(M). Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege Neugestaltung des Ehrenzeichens des Roten Kreuzes. Der Führer hat durch Verordnung vom 1. Mai 1939 das bisherige Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes zu einem staatlichen„Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege“ erweitert und umgestaltet; während die Auszeichnung des Deutschen Roten Kreuzes für Verdienste auf den Arbeitsgebieten des Roten Kreuzes und für caritative Arbeit verliehen wurde, soll das„Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege“ künftig Verdienste auf dem Gebiete der Volkswohlfahrt, des Winterhilfswerks, der Pflege der Kranken und Verwundeten im Frieden wie im Kriege, des Rettungswesens, der Pflege des deutschen Volkstums sowie der Fürsorge für deutsche Volksgenossen im Ausland belohnen. Das neue Ehrenzeichen wird wie bisher dasjenige des Roten Kreuzes in vier Stufen verliehen, nämlich die 1. Stufe als Halskreuz, die 2. Stufe als Ansteckkreuz, die 3. Stufe als an der Brust zu tragendes Kreuz am Bande und die 4. Stufe als Medaille. Die Form des Ehrenzeichens für deutsche Volkspflege ist der des bisherigen Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes nachgebildet. Die Verleihung erfolgt in allen Fällen durch den Führer selbst. Politische Rundschau Korfanty in Polen verhaftet. Wojciech Korfanty, ver sich seit vier Jahren als politischer Emigrant in der ehemaligen Tschecho=Slowakei und zuletzt in Paris aufgehalten hat, kehrte nach seinem früheren Wohnort Kattowitz zurück und stellte sich dem Staatsanwalt. Italiener aus Frankreich heimgekehrt. An der italienischfranzösischen Grenzstation Ventimiglia trafen 300 italienische Familien mit zusammen 1300 Personen ein, die in verschiedenen Städten Frankreichs ihren Wohnsitz hatten und jetzt endgültig in die Heimat zurückkehrten. Die Opfer der Kämpfe in Palästina. Unverändert dauern die blutigen Kämpfe in Palästina infolge der Haltung Englands an. Im Monat April gib es nach einer englischen Meldung 116 Opfer, darunter auf britischer Seite fünf Tote. Postagentur— das war einmal Ausbau des Postdienstes auf dem Lande. Nachdem der Reichspostminister umfassende Richtlinien für die Bewertung und die Bemessung von Leistungen neu erlassen hatte, um den nationalsozialistischen Leistungsgrundsatz auch in der Reichspost zu verankern, sind jetzt besondere entsprechende Richtlinien für die Amtsstellen der Reichspost ergangen. Mit der Neugestaltung konnten zugleich wesentliche Verbesserungen erzielt werden, die den Postbenutzern auf dem Lande zugute kommen. Dies war auch notwendig, wie Ministerialrat Ramdohr vom Reichspostministerium in der Deutschen Postzeitung ausführt, denn die wirtschaftliche Belebung Deutschlands hat ihren Einfluß nicht auf die Aemter in den Städten beschränkt, sondern in gleicher Weise auch auf die Amtsstellen auf dem Lande ausgeübt. Dadurch ist zum Beispiel die Wesensart vieler Postagenturen, ihren Benutzern nur für wenige Stunden am Tage und in beschränktem Maße zur Verfügung zu stehen, vollkommen verlorengegangen. Die Verwalter dieser Postagenturen haben meistens nicht mehr die Möglichkeit, noch einem anderen Beruf nachzugehen. Auch bei den übrigen Amtsstellen sind, namentlich in bezug auf die Entlohnung der Inhaber, Verbesserungen durchgeführt worden. Sie sind allerdings dadurch beeinflußt, daß es sich insgesamt um 40 000 Amtsstellen handelt. Nach der Neuregelung können die verkehrsstärksten Postagenturen in Zweiapostamter umgewandelt werden. Als Verwalter kommen die bisherigen männlichen und unverheirateten weiblichen Postagenten in Betracht, denen dig Amtsbezeichnung Zweigpostamtsvorsteher beigelegt wird. Die Postagenturen, die nicht in Zweigpostämter umgewandelt werden, führen künftig die Bezeichnung „Poststelle“ zusammen mit den bereits bestehenden Poststellen. Ihre Inhaber bekommen die gemeinsame Amtsbezeichnung„Posthalter“. Die Bezeichnungen„Postagentur“ und„Postagent“ verschwinden. Neue Anteroffizierlaufbahn Mit viereinhalbjähriger Dienstzeit.— Erlaß des OKH. Durch Anordnung des Oberkommandos des Heeres ist mit sofortiger Wirkung eine neue Unteroffizierlaufbahn von viereinhalbjähriger Dienstzeit eingeführt worden. Für die Masse des Unteroffizierkorps wird an der Verpflichtung auf zwölf Jahre festgehalten. Die viereinhalbjährige Unteroffizierlaufbahn besteht neben der mit zwölfjähriger Verpflichtung und ist für solche Soldaten bestimmt, die aus beruflichen oder wirtschaftlichen Gründen die Verpflichtung auf zwölf Jahre nicht eingehen könnnen. Die Verpflichtung für die viereinhalbjährige Unteroffizierlaufbahn wird während des zweiten Dienstjahres auf weitere zweieinhalb Jahre eingegangen. Die Beförderung zum Unteroffizier erfolgt wie bei zwölfjähriger Dienstverpflichtung mit Beginn des dritten Dienstjahres. Dienstzeitverlängerung bis zur Vollendung des zwölften Dienstjahres ist während oder bei Beendigung der viereinhalbjährigen Dienstzeit möglich. Bei Beendigung der viereinhalbjährigen Dienstzeit können Unteroffiziere, die die Eignung zum Zugführer besitzen, zum Feldwebel der Reserve befördert werden. Der Erlaß regelt weiter die Versorgung dieser Unteroffiziere nach dem Wehrmachtfürsorge= und Versorgungsgesetz. Sie erhalten danach ein Führungszeugnis, auf Antrag ein Fachleistungszeugnis, ferner bevorzugte Arbeitsvermittlung. bis zur Dauer von 26 Wochen laufende Unterstützung wenn kein Arbeitsplatz gefunden wird, und schließlich eine Dienstbelohnung von 525 RM. Sygrt Für die Deutsche Fußballmeisterschaft sind zum kommenlen Sonntag weitere sechs Gaugru ppenspiele angeetzt worden. Lediglich die Mannschaften der Gruppe I sind spielfrei. Das Programm lautet: Griippe Ila: in Stolp: Victoria=Stolp gegen Fortuna=Düssel oorf; Gruppe Ilb: in Chemnitz: Dresdner SC. gegen Schu zeinfurt 05; Gruppe III: in Karlsruhe: VfR. Mannheim gegen Dessau 05; in Stuttgart: Stuttgarter Kickers gegen Admira=Wien; Gruppe IV: in Gleiwitz: VR.=G'leiwitz gegen Kassel 03; in Dortmund: Schalke 04 gegen Wormatia=Worms. Rapid=Wien siegte in einem Fußball=Freundschaftskampf in Wien gegen die Protektoratsm/innschaft von SlaviäPrag etwas überraschend hoch mitt 7:4 Toren, nachdem die Prager bis zur Halbzeit noch mit 4:3 Toren in Front gelegen hatten.— Wie das Fachamt Fußb all mitteilt, wurde eine gemischte Mannschaft der Prager Vereine Slavia und Svarta nach Absage der englischen Mannschaften zu den vier Trainingsspielen gesgen den deutschen Nachwuchs verpflichtet. Die Spiele, die in Berlin, Chemnitz, Wien und Dortmund durchgeführt werden, dienen der Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft für die Ölympischen Spiele 1940. Einen großen deutschen Moturraderfolg gab es bei dem 1300 Kilometer langen Rennen Mailann— Rom—Tatent, bei dem die deutsche NSKK.=Mannschaft auf serienmäßigen BMW.=Sportmaschinen den Preis des italienischen Heeres errang und mit NSKK.=Obersturmf. Seltsam den zweiten Platz in der Einzelwertung hinter der Spezial=Rennmaschine der Gilera=Werke unter der Führung des Italieners Villa belegte. Eine unerwartete Niederlage mußten die deutschen Radballsportler in St. Gallen im Länderkampf gegen die Schweiz hinnehmen. Obwohl Deutschland durch die Weltmeister Schreiber=Blersch und Schulz=Rudolph vertreten war, ging der Kampf mit 8:0 Punkten verloren. Beim Reitturnier in Rom gab es am zweiten Tage im Kanonenspringen einen stolzen deutschen Erfolg durch Erle unter Rittm. Brinckmann. Auf dem zweiten Platz endeten gemeinsam Oblt. Huck mit Schneemann und der polnische Rittm. Komorowski mit Zbieg.— Leider ist das zuverlässige deutsche Springpferd Alchimist von einer leichten Lungenentzündung befallen worden, so daß es im Kampf um die Coppa Mussolini nicht eingesetzt werden kann. Alte Unterhaltsverträge sind voirksam. Die nach dem neuen Ehegesetz entstandene Zweifelsfrage, ob Unterhaltsverträge, die vor Rechtskraft der Scheidung abgeschlossen waren und noch unter das alte Eherecht fielen, wirksam oder der alten Rechtsauffassung entsprechend nichtig sind, wurde vom Reichsgericht geklärt. Die Entscheidung(„Deutsches Recht", Wochenausgabe, S. 306) sagt, daß auch vor Inkrafttreten des Ehegesetzes abgeschlossene Unterhaltsverträge grundsätzlich nicht als sittenwidrig anzusehen und daher voll wirksam sind. ROMAN VON J.SCHNEIDER-FOERSTL RMEBES-RECHSSCHUTZ OURCH VERLAS AR MEISLEP"ERDAU SA „Ich hätte Ihnen so gerne von meinem Butterbrote angeboten," lachte der Detektiv.„Aber Sie standen so weit weg." „Sie waren—— „Der Tourist mit dem Baedecker, ja.“ „Und die Bonne?" stieß Ronald hervor. „War meine ehemalige Frau.“ „Aber Sie haben fast nichts zusammen gesprochen,“ warf der junge Kriminalist ein. „Es hat genügt.“ Tandey lächelte. Er klopfte Ronald auf die Schulter und trug wieder dasselbe Strahlen im Gesicht.„Zur Belohnung für Ihre Sorge um mich, dürfen Sie jetzt mit mir nach Stellingen fahren. Ich war schon so lange nicht im Tierpark draußen und verspüre jetzt wieder einmal das Verlangen, ein paar Seltenheiten, die Hagenbeck aus Afrika mitgebracht hat, in Augenschein zu nehmen.“ Ronald hegte nicht den geringsten Zweifel, daß diese plötzliche Lust Tandeys, exotische Tiere zu sehen, mit irgendeiner Sache von Wichtigkeit zusammenhing. In weniger als einer Viertelstunde war man am Platze. Was Ronald am wenigsten begriff, war die Ruhe und Gleichmütigkeit, mit welcher der Chef ihn bei ihrem Gang durch das Riesenterrain bald auf diese, bald auf jene Abnormität aufmerksam machte. War es wirklich nur eine Laune von ihm gewesen, sich die verschiedenen Vierbeiner hier anzusehen? An der Schranke, welche den Eingang zur exotischen Menschenschau abschloß, stand ein Neger, der dieselbe für jeden einzelnen Besucher in die Höhe schob und dann wieder herabfallen ließ, wenn dieser durchgegangen war. Tandey blieb einen Augenblick stehen und maß die hagere, aber ebenmäßig gebaute Gestalt des Schwarzen. Ein Zukken ging über sein Gesicht. Er nahm sein Zigarettenetui aus der Tasche und hielt es dem Sohne Afrikas entgegen. Mit einem hilflosen Lächeln griff dieser zu. „Hast du Feuer?“ wandte sich der Detektiv an Ronald, und als dieser verneinte, ersuchte er ihn, ein solches aus dem nächsten Wärterhaus zu holen. Als der junge Kriminalist außer Sehweite war, legte Tandey dem Schwarzen die Hand auf die Schulter.„Heinz!“ Ein Zusammenzucken!— Dann ein Nachhorchen. Oellers Muskeln, die sich etwas gestrafft hatten, sanken wieder nach vorn. Nur das hilflose Lächeln auf dem Gesicht blieb zurück. Tandey drückte die Zähne fest auf die Unterlippe. Das Schurkenstück von Krappe und Skout hatte kaum seines gleichen aufzuweisen. Man mußte die ganze Sache, wenn Oellers wirklich wieder zu normalem Denken kam, unbedingt geheim halten, auch vor dem Aermsten selbst. Ronald kam mit einem Feuerzeug zurück, Tandey steckte als erste die Zigarette des Schwarzen in Brand, dann die seine. Er schämte sich jetzt, daß er Ninons Mitteilung ein gewisses Mißtrauen entgegengebracht hatte. Nun erwies sich alles, was sie ihm mitteilte, als reine Wahrheit. Nur auf seine Frage, woher sie die Kenntnis dieser Sache habe, verweigerte sie die Antwort. Er war dann auch nicht weiter in sie gedrungen. Nur das eine hatte sie ihm verraten, daß sie das Telegramm an Ronald abgeschickt hatte, da sie in Berlin gewartet hätte, ob er fahre und ihn dann, als sie ihn am Steuer seines Daimler sah, durch eine wahnsinnige Kilometerzahl überholte. Er konnte sich sofort wieder des Rennwagens erinnern, der in eine dichte Wolke Staubes gehüllt, an ihm vorbeigerast war. Die Hauptsache blieb nun, Oellers freizubekommen, ohne daß jemand den eigentlichen Tatsachen nahe kam. Er hatte Reichsminister Dr. Seyß=Inquart. Weltbild(M). am Nachmittag eine lange Unterredung mit dem Direttor Hagenbecks, und als dieser eine Menge Widersprüche laut werden ließ, drohte er einfach, den Neger verhaften zu lassen, da er in eine Diebstahlsaffäre verwickelt sei. Auf diese Weise bekam er ihn nach langem Hin und Her in die Hände. Ronald mußte allerdings eingeweiht werden. Aber der Junge war verschwiegen. Zudem war es vorläufig das einzig Richtige, Oellers in dessen Hamburger Wohnung zu bringen, da eine Fahrt nach Berlin Aufsehen erregt hätte. Man mußte jetzt abwarte., wie weit der Staatsanwalt an seiner Gesundheit Schaden gelitten hatte. Ronald besorgte, nachdem der Unglückliche in seinem Zimmer gebettet lag, eine Mixtur aus einer Drogerie, mit deren Hilfe man Dellers wieder zu normaler Körperfarbe zu bringen hoffte. Aber es war eine ungeheure Geduldsprobe und dauerte beinahe vier Tage, bis der Versuch sich als geglückt erwies. Nur das Gedächtnis versagte nach wie vor. Stundenlang sprach Tandey ihm von der Vergangenheit, ohne einen Schimmer des Erinnerns in seinem Gesicht aufblitzen zu sehen. Er war zuweilen am Verzweifeln und empfand beinahe Ehrfurcht vor Ronalds unerschütterlicher Geduld, den Kranken immer wieder bei seinem Namen zu rufen und ihm von Lilon, Berlin, Hamburg usw. zu erzählen. Oellers in ein Sanatorium zu bringen, wäre vielleicht das richtigste gewesen, aber er wollte keine weiteren Mitwisser haben Auch Ronald riet davon ab. „Wir wollen noch das Letzte versuchen!“ sagte Tandey eines Tages, als er wieder vergeblich auf den Staatsanwalt eingesprochen hatte und sah, daß nicht ein Funke Erinnerns in dessen Gehirn Platz fand.„Ich werde Lilon kommen lassen.“ Ronald sah ihn erschrocken an.„Ich———“ „Gemach, mein Lieber.“ Tandey legte ihm die Hand auf den Arm.„Sie soll so wenig die Wahrheit wissen, wie er. Ich werde ihr außerdem noch einschärfen, falls er wirklich zu einem Erinnern gelangt, ihm den Glauben beizubringen, daß er nur sehr schwer erkrankt gewesen, im übrigen aber gar nicht von Berlin und Hamburg fortgekommen sei. Sie werden mich darin unterstützen und ihm zu beweisen suchen, daß alles andere, was er etwa im Ge dächtnis behalten hat, nichts als Fieberträume waren.“ Ronald stimmte begeistert zu. Lilon traf noch am Abend von Berlin ein Sie überschüttete den Bruder mit Liebkosungen, daß er ihr den Verlobten wieder zurückgebracht hatte. Alles, was er über die ganze Sache sprach, wollte sie gewissenhaft nach seinem Wunsch und Willen ausführen. Oellers horchte zwar auf, als eine Frauenstimme seinen Namen rief und ein Mund sich immer und immer wieder auf seinen zersprungenen drückte. Aber seine Augen blieben matt verschleiert und ohne jedes Zeichen des Erkennens. Lilon weinte erst eine Stunde in haltlosem Verzweifeln, dann wurde sie von Ronalds Zuversicht angesteckt. Man mußte Geduld haben. Die Liebe ließ sie immer wieder Neues ersinnen, den armen Verlobten zu einem Erinnern zurückzuhelfen. Am Sonnabend saß sie mit ihm zusammen auf dem kleinen Balkon von Ronalds Wohnung und strich über seine Hände, die fahl und abgemagert auf den Knien ruhten. In der Nähe donnerte ein Zug vorüber, der in die Richtung Blankenese fuhr. Lilon sah, wie Oellers aufhorchte und zeigte mit der Hand nach den Rauchfetzen, die er zurückließ.„Wollen wir mitfahren, Heinz?“ Er lächelte.„Kleine Lilon!“ Sie hätte beinahe aufgeschrien vor Freude. Das erste schwache Erinnern. Aber es dauerte dann wieder Tage, bis sich ein weiteres Symptom wiederkehrenden Gedächtnisses zeigte. Nach Wochen liebevollsten Eingehens auf jede seiner Stimmungen, kam eines Abends die Frage:„Wo bin ich eigentlich und was ist es mit mir?“ Die Aufklärung, welche ihm Lilon aas, erfolgte ganz im Handelsteil Berlin, 2. Mak. Nachgebend An der Berliner Aktienbörse kam das Geschäft nach der zweitägigen Pause nur langsam in Gang. Im Verlaufe bröckelten die Kurse meist leicht ab. Am Montanmarkt hatten Vereinigte Stahlwerke mit einer Einbuße von insgesamt 1½ Prozent den stärksten Rückschlag. Von Braunkohlenaktien ermäßigten sich Rheinische Braunkohlen und Ilse Bergbau um 2 Prozeni, während Deutsche Erdöl und Leopoldgrube je 1¾ Prozent verloren. Auch am Farbenmarkt waren die Kurse rückgängig. Schering büßten 2½ Prozent ein. Verhältnismäßig widerstandsfähig blieben Elektrowerte. Demgegenüber lagen Versorgungswerte fast durchweg niedriger. Am Rentenmarkt stellte sich Reichsaltbesitzanleihe auf 131¾ Prozent. Gemeindeumschuldungsanleihe blieb mit 93½ unverändert. Am Geldmarkt ermäßigte sich Blankotagesgeld um 4 auf 2¾ bis 27 Prozent. Berliner Magerviehmarkt. Amtlicher Marktbericht vom Magerviehhof in Berlin=Friedrichsfelde. Schweine= und Ferkelmarkt: Auftrieb: 72 Schweine, 202 Ferkel. Verlauf: Läufer etwas mehr gefragt. Ferkel sehr ruhig bei mäßigen Preisen. Es wurden gezahlt im Großhandel für Läuferschweine 4—5 Monate alt 48—70, Pölke 3—4 Monate alt 34—48, Ferkel 8—12 Wochen alt 28—34, 6—8 Wochen alt 22—28, bis 6 Wochen alt 16—22 RM. je Stück. Einschränkung der Herstellung von Sahne auch in diesem, Sommer. Die Einschränkung der Herstellung von Sahne wird auch in diesem Jahr auf die Sommermonate, also auf die Zeit vom 15. Mai bis 14. September 1939, ausgedehnt. Diese durch eine soeben veröffentlichte Verordnung getroffene Regelung ist auch aus sozialen Gründen gerechtfertigt, weil der Butter für einen weiten Kreis von Volksgenossen als Nahrungsmittel eine wesentlich größere Bedeutung zukommt als der Sahne, die als Genußmittel nur für einen bestimmten Verbraucherkreis in Frage kommt. Scherz und Ernst tf. Ungarische Salami als„gefährliches Werrzeug". Wegen„Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges“ wurde in Budapest ein Taxichauffeur verhaftet, der einem Kollegen im Streit den Schädel eingeschlagen hatte. Die Polizei verlangte die gefährliche Waffe und beschlagnahmte eine große, harte— Salämiwurst. Vor dem Streit mit dem Kollegen hatte der Autolenker diese Wurst einem Fahrgast abgenommen, der die Taxe nicht bezahlen konnte oder wollte. Die Wurst, die er eigentlich essen wollte, benutzte der rabiate Kraftfahrer bei seinem Streit als Waffe, und nun wird sie beim Strafprozeß als„gefährliches Werkzeug“ auf dem Richtertisch liegen. Sinne von Tandeys Wünschen. Oellers erfuhr, daß er schwer krank gewesen und in seinen Fieberphantasien die unmöglichsten Dinge geträumt habe.— Auf seiner damaligen Reise mit Lilon von Berlin nach Hamburg, sei die Braut zwar einige Tage verschwunden gewesen, von Tandey in London aber gefunden worden, während er selbst infolge der Aufregung in ein schwers Nervenfieber verfallen sei, und man ihn todkrank nach Hamburg habe zurückbringen müssen. „Ich war also nie ein Neger!“ sagte er aufatmend. Ronald schüttelte den Kopf.„Sie haben so auffallend oft einen dieser Rasse vor sich zu sehen geglaubt, daß wir uns gar nicht erklären konnten, wie dieses Bild Sie so sehr zu quälen vermochte. Oellers sah auf seine weißen Hände und glaubte restlos, daß sich alles so verhalte, wie man ihm gesagt hatte. Nach einem halben Jahre erschien er zum ersten Male wieder im Gerichtssaale von Moabit, um dort die Verhandlung gegen die Mitglieder der internationalen„Dreizehn“ zu leiten Tandey knirschte im geheimen mit den Zähnen, daß keiner, auch Oellei nicht wußte was die Bande für Schandtaten auf dem Kerbholz hatte. Aber es war besser so. Oellers ganze Zukunft und sein Selbstvertrauen wären möglicherweise mit einem Schlage vernichtet gewesen. Die Strafen, welche die Verbrecher zudiktiert bekamen, waren trotzdem nicht zu knapp und das Publikum atmete auf, die gefährliche Bande hinter Schloß und Riegel zu wissen. Sechs Wochen später wurde Lilon Tandey Frau Staatsanwalt Oellers. * 2 Im Spätherbst des gleichen Jahres erbat Joe Tandey seine Entlassung aus dem Hamburger Kriminaldienst. Präsident Gure setzte alles in Bewegung und bot seine ganze Ueberredungskunst auf, den erfolgreichsten Beamten seines Ressorts zu halten. Es erwies sich alles vollkommen zwecklos Auf seine Frage, ob eine Frau die Triebfeder seines Scheidens wäre, bejahte der Detektiv und konnte die Blutwelle nicht verbergen, die ihm jäh nach den Schläfen rannte. Gure konnte sich nicht enthalten zu fragen:„Welche Frau, Herr Tandey?“ „Die meine, Herr Präsident!“ kam es ruhig. Nach knappem Schweigen reichte dieser ihm die Hand über den Tisch:„Ich wünsche von Herzen, daß Ihr Glück von unbegrenzter Dauer sein möge.“ Tandey dankte. Er hoffte das gleiche für sich und Ninon Am nächsten Abend schiffte er sich mit dem Ballin nach Neuyork ein, wo die geliebte Frau ihn erwarten wollte. Als er in seine Kabine trat, flog ihm jemand an den Hals und schloß ihm den Mund mit einer Flut von Küssen. Ninon hatte es nicht erwarten können, war insgeheim herübergekommen, um mit ihm gemeinsam wiederum die Rückreise nach dem Lande des Dollars anzutreten. „Hast du etwas über Alsens jetzigen Aufenthalt erfahren können?“ fragte er, während sie den Abendtisch zu zweien einnahmen. Für einen Moment standen ihre Augen ganz in Tränen. „Laß ihn ruhen, Joe.“ „Er ist tot?" „Ja!—— Er wollte ein Kind vor scheuenden Pferden retten und wurde dabei selbst überrannt und fast in Teile geschleift.“ „Also eine Art Sühnetot!——“ sagte Tandey aufatmend. „Ich bin der Letzte, der ihm den Frieden stört.“ Er hielt seine Frau im Arm und horchte, wie der Ballin seinen Weg durch Nacht und Wasser stampfte, ihrem und seinem Glück entgegen. Ende