Bote für das Emmertal Bezugspreis: Für diesen Monat 1.50 Reichsmark frei Haus. Erscheint sechsmal wöchentlich mit Ausnahme von Sonn= u. Feiertagen Für die Schriftleitung verantwortlich: Karl Simonowski, Steinheim i. Westf., Fernruf Nr. 352 Amtliches Verordnungsblatt Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe, 45 mm breit 5 Pfg., im Textteil 1 mm Höhe, 90 mm breit 20 Pfg. Beilagengebühr je 100 RM. 1.— Sämtliche Anzeigen sind nach Steinheim i. Westf. zu senden Druck und Verlag: Karl Simonowski, Steinheim i. Westf. Nr. 7 Steinheim, Montag, 9. Januar 1939 46. Jahrcang Eier— Honig— Seide Von Woche zu Woche Randbemerkungen zur Zeitgeschichte. Der Jahreswechsel gab auch in dieser ersten Woche des Jahres 1939 den leitenden Staatsmännern vieler Länder Gelegenheit zu Ausblicken auf die politischen Aufgaben des neuen Jahres. Deutschlands Führer hat am Abschluß des reichsten Erntejahres in unserer Geschichte klar die wichtigsten drei Aufgaben herausgestellt: Erziehung unseres Volkes zur nationalsozialistischen Gemeinschaft, Ausbau und Verstärkung unserer Wehrmacht und Durchführung des Vierjahresplanes. Nach der Erklärung des Führers wird Deutschlands Politik auch im neuen Jahre von dem Wunsch geleitet, zur allgemeinen Befriedung der Welt beizutragen. In den Neujahrskundgebungen, die wir aus England und Frankreich hörten, bildete bei aller Betonung des Willens zur Rüstungsverstärkung doch ebenso wie in der deutschen Führerkundgebung den Leitgedanken der Wunsch nach Erhaltung des Friedens. Diese Harmonie der Friedenswünsche in der ganzen Welt wurde jedoch durch grelle Dissonanzen gestört. In USA. fühlen die gegenwärtig Regierenden das Bedürfnis, durch mißtönendes Kriegsgeheul die Völker in Unruhe zu versetzen. Die widerliche Schimpfkanonade des Staatssekretärs Ickes gegen Deutschlands Führung machte den Anfang, und der Präsident Roosevelt setzte vor dem Kongreß den Schlußpunkt darauf mit einer gehässigen Hetzrede. Im Gegensatz zu der sonst von demokratischen Regierungen verkündeten Ablehnung ideologischer Blockbildung überraschte Herr Roosevelt auch die ihm politisch nahestehenden politischen Kreise in Europa mit einer kaum verhüllten Aufforderung zum Krieg gegen die„totalitären" Staaten, wobei er an Deutschland, Japan und Italien denkt. Sein Versuch, diese unverantwortliche Kriegshetze mit einem Verteidigungsbedürfnis Amerikas begründen zu wollen, ist zu lächerlich, um irgendwo ernst genommen zu werden. Ein Blick auf den Globus zeigt jedem, daß die Vereinigten Staaten schon aus rein geographischen Gründen keinen Angriff der„bösen autoritären Mächte" zu befürchten brauchen. Das amerikanische Volk wird sich nicht durch die Gespenster graulich machen lassen, die Roosevelt an die Wand malt aus Gründen, die in seinem innerpolitischen Machtstreben liegen. Er möchte zum dritten Male den Präsidentenstuhl einnehmen. Er weiß, daß nur die Gunst der amerikanischen Juden ihn an der Macht erhält. Er hielt seine Rede, genau wie sein junger Mann Ickes, nicht als Sprecher des amerikanischen Volkes, sondern als gehorsamer Willensvollstrecker des Judentums, durch dessen Drähte seine Politik gelenkt wird. Einer dieser intimen„Ratgeber“ Roosevelts ist der soeben von ihm in das Oberste Bundesgericht berufene Jude Frankfurter. der seit Jahren hinter den Kulissen einen unheilvollen Einfluß auf die Politik des amerikanischen Staatsoberhauptes ausübt. Dieser Sprößling einer Wiener Judenfamilie ist einer von den 62 000 Juden, die in den Vereinigten Staaten an maßgebender Stelle sitzen. Weil die Welt die jüdischen Drahtzieher kennt, wird sie sich nicht durch Herrn Roosevelts Theaterdonner erschüttern lassen. Lassen wir das amerikanische Ränkespiel auf sich beruhen, so zeigen sich doch auf der Bühne der ernster zu nehmenden Weltpolitik beim Jahresanfang noch genug dramatische Spannungen und ungelöste Konflikte. In die italienisch-französischen Differenzen über bestimmte Mittelmeergebiete, den Suezkanal und Dschibuti ist eine neue Note gebracht worden durch den als politische Demonstration gegen italienische Ansprüche aufgezogenen Besuch des französischen Ministerpräsidenten Daladier in Korsika und Tunis und die Verstärkung der französischen Streitkräfte in Somaliland. Inzwischen hat sich die Spanung zwischen Paris und Rom durch die unerhörten Aushreitungen jüdisch=marxistischen Pöbels ganz erheblich verschärft. Die wiederholte Schändung der italienischen Nationalflagge wird nicht nur von den 130 000 in Tunis lebenden Italienern, sondern von dem ganzen italienischen Volk als eine bewußte Herausforderung betrachtet, die zweifellos von den französischen Kolonialbehörden geduldet, wenn nicht gar gefördert worden ist. Eine Lösung der Tunisfrage muß angesichts dieser unhaltbaren Zustände unbedingt gefunden werden. Auf eine außenpolitische Klärung dieser Streitfragen ist allerdings erst nach dem Besuch der englischen Regierungsvertreter Chamberlain und Halifax in Rom in der nächsten Woche zu rechnen. Chamberlain soll zwar nach dem Wunsch der Franzosen keineswegs in Rom den Vermittler zwischen Italien und Frankreich spielen, aber er bringt vielleich seinen französischen Freunden eine amtliche Stellungnahme der italienischen Regierung zu den Fragen mit, die bisher nur in der italienischen Presse erörtert wurden. Der Spanienkonflikt, der durch die jüngste erfolgreiche Franco=Offensive wieder stärker in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit gerückt wurde, wird sicherlich einen breiten Raum in den italienisch=englischen Besprechungen einnehmen. Der China=Konflikt ist in ein neues Stadium getreten, wie der frühere japanische Ministerpräsident Fürst Konoye erklärte, nachdem er den Rücktritt seines Kabinetts erklärt hatte. Das neue Kobinert des Barons HiraDer Wert der deutschen Kleintierzucht. Eier— Honig— Seide; Fleisch— Wolle— Wachs. Sechs der verschiedenartigsten Dinge, die wir nicht entbehren möchten. Sie umschreiben die großartigen Leistungen der deutschen Kleintierzucht, von der in diesen Tagen auf dem Messegelände zu Leipzig Rechenschaft abgelegt wird. Rund 12 Milliarden RM. beträgt der Wert der jährlichen Erzeugung der deutschen Landwirtschaft. Ein Zehntel, also 1.2 Milliarden R M., bringt allein die Arbeit und der unermüdliche Fleiß des deutschen Kleintierhalters 120 Millionen Eier, 650 000 Stück Schlachtgeflügel werden alljährlich von der deutschen Kleintierzucht hervorgebracht. Und würde man das 1937 in Deutschland verzehrte Kaninchenfleisch auf einen Güterzug laden, so müßte er die Strecke von Berlin nach Potsdam,= 25 Kilometer, einnehmen. Aber wir brauchen auf die Menge von 4 Millionen Kilogramm Kaninchenfleisch, die jährlich in Deutschland erzeugt und verzehrt werden, nicht stolz zu sein. In Belgien und Frankreich ist Kaninchenfleisch eine Delikatesse und auf der feinsten Speisekarte zu finden. Bei uns stehen viele, allzu viele dem Verbrauch dieses eiweißreichsten Fleisches noch fern. Sie wissen nicht, daß sich davon nicht nur Braten und Ragout, sondern auch andere leckere Dinge, nicht zuletzt schmackhafte Wurst, bereiten lassen Und die Siedlersfrau wird manchen Rat zur Herstellung von wohlschmeckenden Konserven geben können. Das ist ja überhaupt auch ein Vorteil, den die Kleintierzucht mit sich bringt, daß sie eine Vorratshaltung gestattet und den Markt zu einer Zeit entlastet, da der Bedarf durch die jahreszeitlich bedingte Verknappung nicht immer wunschgemäß befriedigt werden kann. Betrachten wir#ter diesem Gesichtsminkel einmal die Ziegenzucht. estellt fort Fleisch und Milch, Felle und Dünger im Wert von insgesamt 215 Millionen Mark. Die Milch, soweit sie nicht für Trinkzwecke verbraucht wird, dient der Bereitung von Butter und Käse, die anfallende Magermilch der Schweinezucht. Auf der Reichskleintierschau hat die Reichsfachgruppe Ziegenzüchter gezeigt, wie durch einen mustergültigen Kleintierzuchtbetrieb eine fünfköpfige Familie mit allen Lebensmitteln— außer mit Kolonialwaren— ernährt werden kann. Bei der Schafhaltung, deren Steigerung für eine vermehrte Wollerzeugung bedeutsam ist, wird das Milchschaf vielfach bevorzugt— besonders in Sachsen und Östfriesland. Sein mengenmäßig zwar nicht hoher Milchertrag wird durch seinen um so größeren Fettgehalt ausgeglichen. Vergessen wir nicht das Angorakaninchen als den Spender der edelsten Wolle überhaupt. 80 bis 120 Gramm kommen, je nach der Jahreszeit, auf eine Schur. Alle drei Monate ist das so begehrte Wollkleid wieder gewachsen. Für medizinische Zwecke verwendet man das Haar der langhaarigen Katzen. Aber auf der Reichskleintierschau hat man diesmal auch unserer Hauskatze Platz eingeräumt, die wir bei der Schädlingsbekämpfung ebenso schätzen wie den Hund als treuen Wächter und als den Führer der Blinden. Man will den deutschen Rassehund, nicht jene überzüchteten Karikaturen von Hunden der vergangenen Zeit. Warum ein Pelz den hochtönenden Namen„Electric“ tragen muß, ist nicht ganz erfindlich. Er ist doch nur aus deutschem Kaninfell hergestellt, aber deshalb nicht weniger ansehnlich. Vor allem sind es die„Weißen Wiener“, deren Felle eine sehr vielseitige Verwendungsmöglichkeit zulassen und darum besonders stark vertreten sind. Das führt uns zur Pelztierzucht, bei der man heute von der früher üblichen Farmhaltung zur landwirtschaftlichen Haltung mit eigener Futtergrundlage hinstrebt. Daß der Pelz eines Zuchttiers von viel besserer Beschaffenheit sein numa wird sich mit der amerikanischen China=Note auseinanderzusetzen haben, deren Forderung auf„offene Tür“ teilweise auch von englischen Kreisen geteilt wird. Durch die Tatsache, daß die Vertreter der japanischen Wehrmacht auf ihren Kabinettsposten verbleiben und Fürst Konoye ebenfalls dem Kabinett weiter angehört, ist die Durchführung einer verstärkten Mobilmachung der Nation auf allen Gebieten und die Verstärkung der AntikominternPolitik sichergestellt. Die zwischen deutschen und englischen Vertretern abgeschlossene Flottenabrede hat in einem Teil der Auslandspresse zu müßigen Mutmaßungen geführt, während Deutschland dabei doch nur die Rechte in Anspruch genommen hat, die ihm in dem längst bestehenden deutschenglischen Flottenvertrag eingeräumt sind. Das Gerede über neue deutsche Flottenpläne im Mittelmeer ist ebenso abwegig, wie die in bestimmten Organen in regelmäßigen Abständen immer wieder auftauchende Anzweiflung der Achsenfestigkeit Berlin—Rom.„Die Verpflichtungen, die aus unserer Freundschaft für das faschistische Italien erwachsen, sind uns klare und unverbrüchliche.“ Das sagte. Deutschlands Führer in seinem Neujahrsaufruf. Und das Wort gilt! muß, wird klar, wenn wir bedenten, daß das Tier in freier Wildbahn nur unregelmäßige Nahrung erjagt und dazu noch manchen Gefahren ausgesetzt ist, die den Wert des Pelzwerks herabsetzen. Silberfüchse, Sumpfbiber, Nerze und Waschbären sind die in Deutschland gehaltenen, haupisächlichen Pelztierarten. Ohne Bienen wäre Deutschland bald eine Steppe. Denn diese fleißigen, die Gemeinschaft vorlebenden Tierchen befruchten ja nicht nur unsere Obstbäume und unsere zur Nahrungsfreiheit so wichtigen Oelsaaten, bestäuben nicht nur den Klee und andere wertvolle Futtermittel, sondern erhalten uns auch die Blumen unserer Wiesen. Die Biene zeichnet sich ja dadurch aus, daß sie auf einem Flug ständig dieselben Blumen aufsucht, während die anderen Insekten Blüten der verschiedensten Art besuchen und darum eine Befruchtung nicht erzielen können. Aber wie auf allen Gebieten der Kleintierzucht kann auch bei der Biene auf ein strenges Zuchtwesen nicht verzichtet werden, wenn die gesteckten Ziele erreicht werden sollen. Können wir doch aus einem veredelten Bienenvolk 4,5 Kilogramm Honig jährlich mehr ernten. Wichtig für das Zuchtwesen, aber auch nicht minder für die Krankheitsbekämpfung unter den Bienen ist darum der Zusammenschluß der Imker. Seine Erzeugnisse an Wachs und Honig stellen den gewaltigen Wert von 45 Millionen RM. dar, der Nutzen der Landwirtschaft durch die Blütenbefruchtung wird auf etwa 400 Millionen RM. jährlich geschätzt. Wie die Bienenzucht, so erfährt auch die Zucht der Seidenrauven eine staatliche Förderung, hier durch den Anbau von Maulbeeren, dort durch die Anpflanzung von honigspendenden Hölzern, die einen Ausgleich in den blütenarmen Zeiten des Juli und August schaffen. Die Maulbeerpflänzungen haben um das 22sache die Kylocer erzeugung hat um das 5,6fache zugenommen! Der Bezug der Seidenbrut ist wie der Absatz der Kokons, die die Seide geben, genau geregelt. In dieser Hinsicht hat der Kleintierzüchter im nationalsozialistischen Staat, der seine Leistung erst anerkannte, gewaltig gewonnen. Stets wird seine Mühe durch Gewährung feststehender Preise gelohnt. Man weiß sowohl den materiellen Wert zu schätzen, wie auch den, der darin ruht, daß sich bei der Kleintierzucht all die Liebe zur Scholle und zum Tier äußert, die dem Deutschen eigen ist. Und man vergißt auch nicht die große soziale Bedeutung der Kleintierzucht. Denn sie hilft wesentlich zur Hebung der Lebenshaltung, weil der Teil des Lohnes, der für die selbstgewonnenen Erzeugnisse nicht aufzuwenden ist, frei wird für andere Bedürfnisse. H. A. * Die 5. Reichskleintierschau eröffnet In der Messestadt Leipzig wurde am 6. Januar die 5. Reichskleintierschau eröffnet, die an Größe und Inhalt alle bisherigen Schauen ähnlicher Art übertrifft. Vier der großen Messehallen beherbergen Zehntausende der verschiedensten Kleintiere, so allein 21 000 Stück Geflügel und 12000 Kaninchen. Die Schau der Imker mit 22 000 Gläsern Honig, 1000 Wachsblöcken und vielen Geräten und Bienenwohnungen ist die größte bienenwirtschaftliche Ausstellung, die je stattgefunden hat. Weiter umfaßt die Reichskleintierschau Abteilungen für Seidenraupen und Kanarienvögel, Ziegen und Pelztiere, Katzen und Hunde. Veranstalter sind der Reichsnährstand und der Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter mit seinen zehn Reichsfachgruppen. Der Deutsche Siedlerbund und der Reichsbund Deutscher Kleingärtner, die Deutsche Arbeitsfront, die Reichsbahn und viele andere Stellen helfen mit an dem Gelingen der großen Heerschau der deutschen Kleintierzucht. Ansehnliche Erfolge- Gesunde Vorratswirtschaft Bürgermeister Haake überbrachte den herzlichen Willkommensgruß der Stadt Leipzig und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Reichskleintierschau das Verständnis zwischen Stadt und Land vertieft. Der sächsische Landesbauernführer Körner wies darauf hin, daß sich gerade im sächsischen Gau viele Volksgenossen der Kleintierzucht zuwenden, um damit in bescheidenem Maße die geheime Sehnsucht nach bäuerlichem Leben zu erfüllen. Er gab dann einige Beispiele von den Züchtererfolgen. So wurde die mittlere Legeleistung je Huhn und Jahr, die 1933 rund 80 Eier betrug, 1937 auf 90 Eier gesteigert, und jetzt könne man bereits mit 120 Eiern rechnen. Das Ziel liege bei 130 Eiern. Bei den Ziegen wurde die Milchleistung von 560 auf 847 Liter durchschnittlich je Ziege und Jahr gesteigert. Bei der Kaninchenzucht habe sich die Zahl der Vereine um das Vierfache erhöht. Die sächsische Bienenzucht wurde von 65 000 auf 93000 Bienenvölker gesteigert. Mit Unterstützung der Partei konnte die Zahl der Seidenbaue um das 38fache und die der Maulbeerpflanzen als Futter für die Seidenraupe um das 146fache gesteigert werden. Reichshauptabteilungsleiter II des Reichsnährstandes, Dr. Brummenbaum, überbrachte die Grüße des Reichsbauernführers Darré, der der Kleintierschau einen vollen Erfolg wünscht. Dr. Brummenbaum betonte, daß die Schau ein Spiegelbild von der Leistungsfähigkeit und der Mannigfaltiakeit dieses Wirtschaftszweiges sein soll. der nicht immer der großen Oeffentlichkeit mit dem nötigen Gewicht gewürdigt würde. Die Kleintierzucht mache namentlich die Frau des Kleintierzüchters einer Landfrau ähnlich, die eine ordentliche Vorratswirtschaft betreibt. Es spiele für das deutsche Volk eine große Rolle, wenn die Keller und Speisekammern möglichst gefüllt sind mit selbstgewonnenen Lebensmitteln. Diese aus den Vorratskammern entnommenen Lebensmittel entlasteten den Markt zugunsten der Volksgenossen, die keine Vorratswirtschaft zu betreiben in der Lage sind. Dr. Brummenbaum warnte dringend davor, etwa aus Bequemlichkeitsgründen die Kleintierzucht aufzugeben Der Präsident des Reichsverbandes Deutscher Kleintierzuchter, Karl Vetter, wies darauf hin, daß noch niemals zu einer Kleintierschau so viele Besucher angemeldet und so viel Tiere ausgestellt wurden wie diesmal. Die Kleintierschau in Leipzig gebe zum erstenmal, nachdem den Kleintierzüchtern die Aufgaben im Vierjahresplan gestellt wurden, eine Zwischenbilanz, die der Oeffentlichkeit zeige, welche ansehnlichen Erfolge erzielt wurden. Die Kleintierzucht, deren Erzeugungswert 1,2 Milliarden RM. betrage, bringe edelste und wertvollste Nahrungsmittel und Rohstoffe hervor. auf die das deutsche Volk weder verzichten könne noch wolle. Heute, wo wir in der Erzeugungsschlacht und im Vierjahresplan stehen, könne sie uns helfen, unsere innere Sicherheit und damit auch die außenpolitische Bewegungsfreiheit zu stützen. Gauleiter und Reichsstatthalter Mutschmann eröffnete dann die 5. Reichskleintierschau mit dem Wunsche, daß von ihr Ansporn und Anregung ausgehen mögen für einen neuen fruchtbaren Einsatz. Der Reichsstatthalter unterstrich nochmals die große volkswirtschaftliche Bedeutung der Kleintierzucht und würdigte die Betätigung der Kleintierzüchter, der eine hohe soziale und daher im besten Sinne des Wortes politische Bedeutung zukommt, Heiß Flagge und Wimpel! Indienststellung des Schlachtschiffes„Scharnhorst“ Auf der Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven wurde das dort erbaute Schlachtschiff„Scharnhorst“ in Dienst gestellt. Dieses Schiff, das am 3. Oktober 1936 in Anwesenheit des Führers in Wilhelmshaven vom Stapel lief, ist das erste Schlachtschiff, das seit dem Wiederaufbau unserer Flotte seinem Element übergeben wurde. Das neue Kriegsschiff hat eine Wasserverdrängung von 26 000 Tonnen, eine Länge von 226 Metern, eine Breite von 30 und einen Tiefgang von 7,5 Metern. Seine Geschwindigkeit beträgt 27 Knoten, die Besatzung besteht aus 1460 Offizieren und Mannschaften. Armiert ist die „Scharnhorst“ mit neun 28=Zentimeter=Geschützen, die in drei Drillingstürmen zusammengefaßt sind, 12 15=Zentimeter=Geschützen in Doppeltürmen und einer Flugabwehr, die aus 14 10,5=Zentimeter=Geschützen und 16 3,7 Zentimeter=Geschützen gebildet wird. Außerdem ist das Schlachtschiff mit zwei Katapulten für vier Seeflugzeuge ausgerüstet. Der erste Kommandant des Schlachtschiffes„Scharnhorst", Kapitän zur See Ciliax, hielt bei der Feier der Indienststellung eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: „Wir, die erste Besatzung des Schlachtschiffes„Scharnhorst", stehen heute auf dem Achterdeck unseres neuen Schiffes, um es durch Heißen von Flagge und Wimpel in Dienst zu stellen, es mit Geist und Leben zu erfüllen und es damit erstmalig seiner hohen Bestimmung zuzuführen, einer n und stolzesten Träger der Wehrmacht unseres Volkes zu sein. In diesem Augenblick gedenken wir als erstem unseres Führers Adolf Hitler. Seiner stahlharten Entschlossenheit danken wir die neue deutsche Wehrmacht. Sein Werk allein ist es, wenn wir heute mit unserem Schiff ein weiteres stolzes Sinnbild wiedererstandener deutscher Kraft, deutscher Seemacht und Seegeltung in Dienst stellen können. Dann gedachte Kapitän zur See Ciliar des Generals von Scharnhorst, jenes großen Schöpfers preußisch=deutscher Wehrkraft, dessen ganzes Leben unter dem Dreigestirn der Pflicht, der Ehre und der Vaterlandsliebe stand, und des ruhmbedeckten Panzerkreuzers, der schon einmal den Namen„Scharnhorst“ trug, das Flaggschiff des Grafen Spee. Darauf erfolgt das Kommando:„Oberdeck, stillgestanden!" und der Befehl:„Heiß Flagge und Wimpel!“ Langsam stiegen unter den Klängen des Präsentiermarsches, unterdes die Ehrenwache das Gewehr präsentierte, zum ersten Male auf der„Scharnhorst“ Kriegsflagge, Gösch und Kommandantenwimpel empor. „Dem Führer folgen"— hieß das Signal, das bei Falkland auf dem Panzerkreuzer„Scharnhorst“ wehte. „Dem Führer folgen"— sei die Losung auch für unser Schiff, so wie es ihm schon bei seinem Stapellauf mit auf den Weg gegeben wurde. Möge der auf ruhmreicher Tradition fußende„Scharnhorst“=Geist uns und alle künftigen Besatzungen allezeit erfüllen, stets wollen wir eingedenk sein, daß wir Soldaten und Seeleute des Dritten Reiches sind, Kämpfer um seine Macht und Ehre zur See. Stets wollen wir danach streben, mit äußerster Hingabe und Opferwilligkeit unsere Pflicht zu tun, bereit, für Führer, Volk und Vaterland unser Leben einzusetzen. Der erste Kommandant des neu in Dienst gestellten Schlachtschiffes„Scharnhorst", Kapitän zur See Ciliax, trat am 1. April 1910 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Bis zum zweiten Kriegsjahr tat er Dienst auf SMS.„Hannover“, war an der Doggerbank=Schlacht beteiligt und vom Herbst 1915 bis zum Ende des Weltkrieges Wachoffizier und später Kommandant auf den UBooten„U 52“,„U C 27“ und„U B 96“. In den ersten Nachkriegsjahren war er Kommandant von Torpedobooten und von 1926 bis 1928 Chef der I. Torpedobootshalbflottille. Nach zweijährigem Kommando als Erster Admiralsstabsoffizier im Stabe des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte erfolgte 1931 seine Berufung als Dezernent in der Ausbildungs= und Flottenabteilung im Oberkommando der Marine. Anschließend war Oapitän Ciliar zwei Jahre bis 1936 Chef der Operationsabteilung im OKM. An die Front zuruckgekehrt, übernahm er als Kommandant das Panzerschiff„Admiral Scheer“, mit dem er meist in den spanischen Gewässern weilte und am 31. Mai 1937 nach dem Ueberfall auf das Panzerschiff„Deutschland" die Beschießung von Almeria durchführte. Von März bis Juni 1938 war Kapitän z. S. Ciliax Commodore und Befehlshaber der deutschen Seestreitkräfte in den spanischen Gewässern. Die Wirtschaftsachse Rom-Berlin Reichswirtschaftsminister Funk und Minister Guarneri über gemeinsame Aufgaben. Der zur Zeit zu Wirtschaftsbesprechungen in Rom weilende Reichswirtschaftsminister Funk legte Sonnabend am Ehrenmal des Unbekannten Soldaten und in der Ehrenkapelle der gefallenen Faschisten im Hause der Faschistischen Partei mit dem Hakenkreuz geschmückte Lorbeerkränze nieder. Im Hause der Faschistischen Partei wurde Reichsminister Funk von Parteisekretär Starace empfangen. Anschließend gab der italienische Botschafter in Berlin, Attolico, zu Ehren des Reichsministers ein Frühstück. Sonnabend nachmittag hatte Reichswirtschaftsminister Funk eine erste Besprechung mit dem italienischen Minister für Devisenbewirtschaftung, Guarneri, der ein Besuch bei dem italienischen Außenminister, Graf Ciano, folgte. Beide Unterredungen trugen sehr freundschaftlichen Charakter. Bei der eingehenden Unterredung des Reichsministers mit Minister Guarneri wurden die großen grundsätzlichen Fragen der gemeinsamen Wirtschaft und ihrer Ausrichtung behandelt. Bei dem anschließenden längeren Besuch der Landesgruppe Italien der AO. der NSDAP. wurde der Reichsminister von Landesgruppenleiter Ettel begrüßt. Der Landesgruppenleiter gab dem Reichswirtschaftsminister eine eingehende Darstellung des organisatorischen Aufbaues der Landesgruppe Italien und ihrer Aufgaben und schloß hieran längere Ausführungen über die praktische Arbeit der AO. der NSDAP. in Italien. Er konnte dabei dem Reichsminister einen besonders interessanten Einblick in die wirtschaftliche Lage der Reichsdeutschen in Italien geben. Reichswirtschaftsminister Funk betonte, er habe im Reichswirtschaftsministerium von Anfang an für eine enge Zusammenarbeit mit der AO. der NSDAP. gesorgt, denn der deutsche Kaufmann im Auslande habe heute eine besonders wichtige Aufgabe. Die Losung des Reichsluftschutzbundes für 1939. Der Präsident des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant von Roques, hat zum Jahreswechsel einen Aufruf erlassen, in dem er seinen Amtsträgern für treue Mitarbeit dankt und zu den vordringlichsten Luftschutzfragen grundsätzlich Stellung nimmt. In der Veröffentlichung heißt es u. a.: Die Krisenzeit des September hätte auch dem letzten Volksgenossen, der bisher noch abseits gestanden, die Augen öffnen und ihn von der Notwendigkeit der Selbstschutzmaßnahmen im Luftschutz überzeugen müssen. Wir haben aber gesehen, wie mit dem Abkommen von München, das den Frieden sicherte, auf einmal bei ungezählten Volksgenossen der Luftschutzwille plötzlich wie eine Seifenblase zerplatzt war. Diesen müssen wir klarmachen, daß nur der den Frieden erhält, der aufs höchste zum Kriege gerüstet ist. Und zu dieser Rüstung gehört auch der Luftschutz=Selbstschutz. Ganz besonderer Wert ist auf die Mitarbeit der Frau zu legen. Es darf kein Zweifel darüber bestehen, daß im Ernstfalle der ganze Luftschutz=Selbstschutz mit der opferfreudigen Einsatzbereitschaft der deutschen Frau steht und fällt. Die Losung für das Jahr 1939 ist: Nicht ruhen und rasten, bis unsere Aufgabe„restlos gelöst ist, die heißt:„Jedes deutsche Haus luftschutzbereit!“ 2000 Hektar Land gewonnen Neuer Sieg über die Nordsee. Die Deichbauarbeiten vor dem Bupheverkoog bei Husum sind so gut wie beendet. Der neue Deich ist etwa 4,5 Kilometer lang und riegelt einen Koog von etwa 2210 Hektar Flächenumfang vom Meere ab. Beim Deichbau waren insgesamt etwa 530 000 Kubikmeter Boden zu bewegen und etwa 180000 Quadratmeter Boden auszulegen. Einschließlich der mittleren Geländehöhe von 1,90 Meter beträgt die endgültige Deichhöhe 6,40 Meter. Der Eindeichung des verhältnismäßig kleinen Koogs kommt im Rahmen des großen Landgewinnungswerkes eine besondere Bedeutung zu, da der Koog ein Eckpfeiler für die Verbindung der Insel Pellworm mit dem Festland werden soll. Schlachtschiff„Scharnhorst“ Das Schlachtschiff „Scharnhorst“, ein Meisterwerk deutscher Technik und Leistung, das am 3. Oktober 1936 in Anwesenheit des Führers in Wilhelmshaven von Stapel lief, wurde jetzt in Dienst gestellt. Scherl=Wagenborg(M). Ewige Schicksalsgemeinschaft: Großdeutschland Eingliederung der Sudetengaue in die Ostmark In Znaim fand am Sonntag die feierliche Uebergabe der befreiten sudetendeutschen Gebiete Südmährens und Südböhmens an die Gaue Bayerische Ostmark sowie Nieder= und Oberdonau statt. In die festlich geschmückte Stadt war die Bevölkerung von weither zusammengeströmt. Gegen 11 Uhr trafen Reichsstatthalter Dr. Seyß=Inquart, Reichskommissar Henlein, die Gauleiter von Nieder= und Oberdonau, Dr. Jury und Eigruber, der stellvertretende Gauleiter der Bayerischen Östmark, Ruckdeschel, der Kommandierende General des XVII. Armeekorps, General Kienitz, und zahlreiche weitere Ehrengäste in Znaim ein. Unter dem Jubel der Menschenmenge begaben sich die Ehrengäste in das Rathaus, wo Gauleiter Dr. Jury den neuernannten Oberbürgermeister Urban in sein Amt einführte. Nachdem sich die Ehrengäste in das Goldene Buch der Stadt eingetragen hatten, begrüßte Gauleiter Henlein die Hinterbliebenen gefallener Freiheitskämpfer. Der Festakt fand am Nachmittag in dem am Rande der Stadt gelegenen Industriehaus statt. Ueber 5000 Menschen füllten den mit den Flaggen der Bewegung geschmückten Saal. Weitere Tausende drängten sich draußen vor den Lautsprechern. Nach Begrüßungsworten des stellvertretenden Gauleiters von Niederdonau, Gerland, sprach Gauleiter Reichskommissar Henlein, immer wieder unterbrochen von stürmischen„Sieg=Heil“ und„Wir danken unserem Führer“=Rufen der zutiefft ergriffenen Menge. Gauleiter Henlein spricht Reichskommissar Gauleiter Henlein führte in seiner Rede u. a. aus:„Die Eingliederung in das Großdeutsche Reich Adolf Hitlers hat das Sudetendeutschtum vor neue Pflichten und vor neue Aufgaben gestellt. Die Zugehörigkeit zum nationalsozialistischen Deutschland hat unserem Leben ein neues Ziel, hat uns eine neue und große Sendung gegeben. Durch zwei Jahrzehnte haben wir unter dem Druck und unter dem Zwang einer brutalen Fremdherrschaft unsere geschichtliche Aufgabe erfüllt: Wir haben den deutschen Heimatsoden, den wir von unseren Vätern ererbt haben, gehalte und verteidigt gegen List und Gewalt; wir haben deutsches Blut und deutsches Wesen rein bewahrt; wir haben der Macht des Gegners die Einheit und Entschlossenheit unseres politischen Willens entgegengesetzt. In zwei Jahrzehnten der völkischen und der wirtschaftlichen Not wurde das Sudetendeutscht n zusammengeschweißt zu einer unauflöslichen Schicksalsgemeinschaft. Heute steht vor uns eine neue, ja die eine große Aufgabe: zu dienen und zu arbeiten für Führer und Reich. Zu dieser Arbeit am Aufbau unserer Heimat müssen wir alle Kräfte anspannen. Unser ganzes Schaffen ist eingebettet in den großen Plan und das gigantische Wollen des Führers, unsere Arbeir ist ein Teil der gewaltigen Kraftanstrengung und Kraftentfaltung des ganzen deutschen Volkes. Henlein wies dann darauf hin, daß die Sudetenländer von alters her der Schauplatz erbitterter Volkstumskämpfe gewesen feien und ging dabei ausführlich auf das Streben der Sudetendeutschen nach politischer Einheit ein, die von jeher von einem Großgeutschen Reich geträumt hätten. Der Gauleiter rief sodann noch einmal die Erinnerung an die gemeinsame Kampfzeit wach. Er gedachte des Kampfes der Hultschiner, die grenzenlosem Terror der Tschechen ausgesetzt gewesen seien, als sie sich bei den Wahlen 1935 in überwältigender Mehrheit zur sudetendeutschen Volksbewegung bekannt hätten. Die Gefängnisse von Troppau hätten zeitweise die verhafteten Hultschiner nicht zu fassen vermocht. Henlein gedachte auch des Kampfes der Südmährer, die sich durch nichts aus der Ruhe hätten bringen lassen. Auch mit dem südlichen Böhmen kehre eine alte deutsche Kulturlandschaft heim in den Stammes= und Sprachraum, dem es zugehöre" Südmähren und Südböhmen, die in der Vergangenheit Großes geleistet hätten, würden nun im Großdeutschen Kulturbereiche wieder ihre volle Schöpferkraft entfalten können. So grüße ich euch, meine Kameraden und Kampfgefährten, in dieser Stunde und gebe euer Heimatgebiet unter die Führung des Reichskommissars Bürckel. Gleichzeitig melde ich dem Stellvertreter des Führers, daß der Aufbau der Parteigliederungen im Sudetengau vollzogen ist.“ Mit den Liedern der Nation fand die erhebende Feierstunde ihren Abschluß. * Gauleiter Henlein sandte an den Stellvertreter des Führers ein Telegramm, in dem er ihm die Uebergabe der an die Gauleitungen Bayerische Östmark, Oberdonau, Niederdonau und Schlesien abzutretenden sudetendeutschen Gebiete meldete. Der Stellvertreter des Fünrers, Rudolf Heß, antwortete mit einem Telegramm, in dem er Gauleiter Henlein für die vorbildliche Arbeit seine Anerkennung aussprach. Japanflieger zurückgekehrt Feierlicher Empfang in Tempelhof. Ne Besatzung des Japan=Flugzeuges traf, von Frankfurt N. kommend, begeistert begrüßt in Tempelhof ein. Die Besatzung bestand aus den Flugzeugführern Henke und Moreau, dem Oberfunkmaschinisten Dierberg, dem Oberfunker Kober und dem Bordwart Kohne. Die hervorragenden deutschen Japan=Flieger, die die gewaltige, fast 14000 Kilometer lange Strecke Berlin— Totio in der Rekordzeit von 46 Stunden bewältigen konnten, wurden auf dem Rollfeld des Tempelhofer Flughafens, wo eine große Ehrentribüne mit den deutschen und japanischen Fahnen errichtet war, von Staatssekretär Generaloberst Milch und Stadtpräsident Dr. Lippert auf dem Boden der Reichshauptstadt willkommen geheißen ihrer einzigartigen fliegerischen Großtat beglückdeutsche Volk mit freudigem Stolz erfüllt. Namens seiner Kameraden dankte Flugkapitän Henke für den herzlichen und ehrenden Empfang. Den Rekordfliegern, die schon bei ihrer Ankunft in Frankfurt am Main von Vertretern des Reichsluftfahrtministeriums, der Deutschen Lufthansa und der Fokkeulf lugzeug GmbH. begrüßt worden waren, wurden zahllose Blumensträuße überreicht, und immer wieder streckten sich ihnen Hunderte von Händen glückwünschend entgegen. Memeldirektorium tritt zurück Das Memeldirektorium Baldschus hat dem Gouverneur des Memelgebietes seinen Rücktritt erklärt. Wie verlautet, bleibt das Direktorium Baldschus geschäftsführend im Amt, bis ein neues Direktorium gebildet ist. Der V In de span w Untersuch der Vater rungsrat Zivilk! war von walt Mar ther begle Die vollzog si Bei seiner zösische U seine met führte Re„ch besté in meinen Klage ist meines S dere Pers könnten." Ge Ichl. Schaden Sohnes et seinem W 3. 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Der Vater Ernst vom Raths im Grünspan=Prozeß vernommen In dem Prozeß gegen den jüdischen Mörder Grünspan wurde am Wochenende von dem französischen Untersuchungsrichter Tesniere im Justizpalast in Paris der Vater des ermordeten Pg. Ernst vom Rath, der Regierungsrat a. D. vom Rath, in seiner Eigenschaft als Zivilkläger und Zeuge vernommen. Herr vom Rath war von seinem französischen Prozeßvertreter, Rechtsanwalt Maurice Garçon, und seinem ältesten Sohne Günther begleitet. Die Vernehmung dauerte über zwei Stunden und vollzog sich in würdigsten und eindrucksvollsten Formen. Bei seiner Vernehmung, nach deren Beendigung der französische Untersuchungsrichter dem Vater des Ermordeten seine menschliche Anteilnahme zum Ausdruck brachte, führte Regierungsrat a. D. vom Rath etwa folgendes aus: „Ich bestätige zunächst die Erhebung der Zivilklage, die in meinem Namen vor Ihnen eingereicht worden ist. Die Klage ist gerichtet gegen Herschel Grünspan, den Mörder meines Sohnes Ernst vom Rath, ebenso gegen jede andere Person, bei der Sie eine Mitbeteiligung feststellen könnten." Gegen Greuelmürchen und Legenden Ich lege Gewicht darauf, um Ihnen den moralischen Schaden darzulegen, den ich infolge des Todes meines Sohnes erlitten habe, Ihnen einige Aufklärungen über seinem Werdegang zu geben. Mein Sohn Ernst ist am 3. Juni 1909 in Frankfurt am Main geboren. Er war der älteste meiner drei Söhne. Nach der Schilderung des Werdeganges und der diplomatischen Laufbahn des Ermordeten stellte der Untersuchungsrichter eine Reihe von Fragen in bezug auf die in einer gewissen Presse verbreiteten Nachrichten über die Person des Ermordeten und seine Familie. Hierzu erklärte Regierungsrat a. D. vom Rath: Um mit Rücksicht auf gewisse Zeitungskampagnen die Wahrheit wieder herzustellen und jeder Legendenbildung vorzubeugen, lege ich Gewicht darauf, festzustellen, daß mein Sohn Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung war. Er war Parteimitglied von 1932, das heißt schon vor der Machtergreifung. Er war in voller Uebereinstimmung mit seiner Regierung und der Sache des Nationalsozialismus ganz ergeben. Was mich persönlich betrifft, so bin ich Regierungsrat a. D. seit 1919. Ich war mit meinem Sohn in vollständiger Uebereinstimmung der Meinungen, namentlich in politischer Hinsicht. Es ist mir schmerzlich, in gewissen Zeitungen zu lesen, daß ich Schwierigkeiten mit meiner Regierung und gelegentlich des Begräbnisses meines Sohnes sogar eine Auseinandersetzung mit dem Führr gehabt haben soll. Ich lege Gewicht darauf, zu erklären, daß das alles Lügen sind. Man hat auch das Gerücht verbreitet, daß ich in ein Konzentrationslager geschickt worden wäre. Ich darf wohl annehmen, daß meine Gegenwart in diesem Verhandlungszimmer zugleich mit meinem zweiten Sohne Günther eine hinreichende Widerlegung für diese neue Lüge darstellt. Ich bin darüber hinaus bereit, mich Ihnen jedesmal zur Verfügung zu stellen, wenn es Ihnen zweckmäßig erscheinen sollte, mich vorzuladen. Nur selten ist es leider möglich, die Verlogekheit der Auslandspresse so eindrucksvoll zurückzuweisen, wie es in diesem Fall geschehen ist. Hier steht derjenige, um den in einer allen menschlichen Gefühlen Hohn sprechenden Weise Greuelmärchen übelster Art gewoben wurden, selbst als Kronzeuge auf und beschämt alle diejenigen, die sich nicht scheuten, am Grabe eines von feiger Mörderhand erschlagenen Mannes die Kübel ihres schmutzigen Gedankengutes zu entleeren. Und dieser Kronzeuge steht vor einem Forum, das wohl in dieser Frage als das objektivste angesprochen werden kann, vor einem französischen Gericht, von dem gewiß niemand behaupten wird, daß es sich grundlos zum Wortsprecher deutscher Anschauungen und deutscher Interessen macht. Man hegt die Hoffnung, daß die deutschfeindliche Hetzpresse, die in so eindeutiger Weise entlarvt wird, den Mut hat, nun auch die Wahrheit zu bekennen und sich zu einer Richtigstellung zu bequemen. Leider ist es eine höchst vage Hoffnung, denn sie wird nach bewährtem Muster das Maß ihrer Schuld dadurch voll machen, daß sie im Rückzug den besseren Teil der Tapferkeit erblickt und gar nichts sagt. Da die ernst zu nehmende Presse an der Vernehmung des Regierungsrates a. D. vom Rath nicht vorübergehen wird, so sollte als begrüßenswertes Ergebnis des Pariser Ereignisses immerhin zu verzeichnen sein, daß den Lesern der Auslandszeitungen über Wert oder Unwert ihrer Presse einmal mehr die Augen geöffnet werden. Und das ist gut so, denn es ist ein zwar nicht großer, aber doch wichtiger Schritt auf dem dornenvollen Wege, der eines Tages zum Verständnis unter den Völkern und damit zur Befriedung Europas führen muß. Dem Mutigen gehört die Welt Englisches Ehepaar der Sowjethölle entronnen. Wenn ein Mann das Leben im„Sowjetparadies“ selbst kennengelernt hat, wenn er dann daraus verstoßen wird und seine Frau zurücklassen muß, und wenn es ihm dann nach mehrjähriger Trennung gelingt, diese seine Frau durch eigenen Einsatz und selbstbewußte Kraft aus der roten Hölle zu befreien, dann hat dieses Ehepaar, wenn es den Boden des Sowjetstaates wieder verlassen hat, gewiß ein Anrecht darauf, zu den glücklichsten Menschen der Welt gerechnet zu werden. Die abenteuerlichen Geschichten um Sowjetrußland sind mit dem Fall der Familie Grover um ein fehr eindrucksvolles Kapitel bereichert worden. Es gehört ja auch schon etwas dazu, mit einem alten Flugzeug kurzerhand ohne ein rechtes Ziel zu starten nur mit dem festen Willen, eine Frau aus den Klauen der Bolschewiken zu befreien. Der Ingenieur Brian Grover hat diesen Mut jehabt, ja, er hat sein Ziel sogar erreicht, und so ist es licht mehr als recht und billig, daß die Presse der ganzen Welt heute mit gespitztem Bleistift oder gezücktem Photoapparat alles das einzufangen versucht, was das gestern n Polen eingetroffene junge Ehepaar von seinen Erlebnissen zu berichten weiß. Die Neigung, zu erzählen, war bei beiden bisher allerdings gering. Noch ist die Freude, zurückgekehrt zu sein zu den Menschen von Kultur und Zivilisation, zu groß, als daß darüber Worte gemacht werden könnten. Man wirft eben nicht ungestraft einen Blick hinter die Kulissen des Staates bolschewistischer Räuber und Morder. Einige Zeit wird vergehen mussen, bevor die deprimierenden Eindrücke der vergangenen Monate überwunden find. Aber das Danktelegramm an die englische Botschaft in Moskau, das die Worte enthielt: „Wir danken herzlich, herzlich, herzlich!", und die leuchtenden Augen der Wiedervereinten sagen alles. Der Roman des englischen Ehepaares spielt seit fünf Jahren. Grover lernte damals als in Sowjetrußland arbeitender Ingenieur seine Frau auf einem Fest kennen. Elena Pietrowna war Krankenschwester. Bald darauf wurde geheiratet. Aber es sollte nicht lange dauern, bis das junge Glück gestört wurde. Dem Engländer wurde die Aufenthaltsgenehmigung plötzlich entzogen, er wurde ausgewiesen, mußte aber seine Frau in Rußland zurücklassen. Eine Möglichkeit, auch sie zu befreien, schien es nicht zu geben. Als schließlich die Notschreie größer und größer wurden, faßte Grover den verzweifelten Plan, seine Frau mit Hilfe eines Flugzeuges zu holen. Seine Ersparnisse und die tatkräftige Hilfe einiger Freunde ermöglichten schließlich die Anschaffung einer alten Maschine, mit der er nach Ablegung des Pilotenexamens eines schönen Tages startete. Nach einem waghalsigen Flug über Skandinavien und Finnland gelangte er wirklich bis 200 Kilometer vor Moskau, wo er landen mußte. Sofortige Verhaftuna war logische Folge. Und doch gelang ihm, was man allgemein für unmöglich hielt, freizukommen und Gelegenheit zu Besprechungen mit den verantwortlichen Sowjetbeamten zu bekommen, denen er Wünsche und Forderungen vortrug. Daß darüber hinaus seitens der englischen Regierung alle erforderlichen Schritte getan wurden, ist selbstverständlich. Der Erfolg rechtfertigte den Einsatz. Nach langem Hin und Her erhielten Grover und seine Frau die Genehmigung zur Ausreise, und nun sind sie nach vorübergehendem Aufenthalt in Polen bereits, in Berlin eingetroffen, von wo sie sich nach London begeben werden. Dort wollen sie sich zunächst noch einmal trauen lassen, um dann ein gemeinsames neues und schöneres Leben zu beginnen. Die Grundlagen dafür scheinen gegeben. Die englischen Zeitungen übertreffen sich gegenseitig mit Angeboten für die Veröffentlichung von Artikeln, und auch sonst wird es für den jetzt 37jährigen Ingenieur, der sich als so energisch und zielbewußt erwies, nicht fehlen. Die schöne junge Frau und ihr sympathischer, ruhiger Mann haben alle Veranlassung, wohlgemut in die Zukunft zu schauen. Und wenn sie dann eines Tages nicht mehr im Blickpunkt der Tagesereignisse stehen, werden sie gern an die Stunden dieser Januartage des Jahres 1939 zurückdenken, in denen man sie als die glücklichsten Menschen der Welt bezeichnete, in denen eine Zeit unsagbarer Leiden abgelöst wurde durch Glück, Zufriedenheit und Treue. Auf Einladung des Führers 2000 Arbeiter aus dem Reich nehmen an der Einweihung der Reichskanzlei teil. Im Laufe des Sonntags trafen in Berlin 2000 Arbeiter aus dem Reiche ein, die auf Einladung des Führers an den Feierlichkeiten anläßlich der Einweihung der Reichskanzlei teilnehmen. Die Arbeiter sind in den Steinbrüchen usw. beschäftigt, die die Werkstoffe für den Bau der Reichskanzlei geliefert haben, sowie in den verschiedenen Kunstwerkstätten, in denen die Einrichtungsgegenstände hergestellt wurden. Während ihres dreitägigen Berliner Aufenthalts werden sie als Gäste des Führers in den ersten Hotels wohnen. Dr. Goebbels in Salzburg Besprechungen über die Umgestaltung der Stadt. Reichsminister Dr. Goebbels traf in Salzburg zu Besprechungen über die kulturelle Neugestaltung der Stadt ein. Im Vordergrund der Besprechungen standen die Festspiele 1939 und die Neugestaltung des Salzburger Stadttheaters. Sport vom Sonntag Rapid gewann den Tschammer=Potal FSV.=Frankfurt nach großer Leistung mit 3:1(0; 1) geschlagen Das mit größter Spannung erwartete Endspiel im Wettbewerb der deutschen Fußballvereine um den Pokal des Reichssportführers ging im Berliner Olympiastadion vor rund 40 000 Zuschauern unter äußerst ungünstigen Umständen vor sich. Die Gegner waren der Altmeister der Östmark, RapidWien, und der Fußball=Sportverein Frank furt, dessen Teilnahme am Endkampf eine große Ueberraschung bedeutete. Die Außenseiter aus Frankfurt lieferten einen großen Kampf und lagen bis zur Pause mit 1:0 in Front. Erst als im Laufe der zweiten Spielhälfte einer ihrer Spieler wegen Verletzung ausscheiden mußte, wendete sich das Blatt, und die Wiener konnten den Kampf, der zum Teil recht harte Formen annahm, zum Schluß noch sicher mit 3: 1 Toren gewinnen. Damit ist der Tschammer=Pokal bei seiner vierten Vergebung zum erstenmal nach Wien gewandert. Nach einer recht kalten Nacht hatte am Sonntag plötzlich Tauwetter eingesetzt, so daß das Spielfeld sehr ungünstige Voraussetzungen für den großen Entscheidungskampf bot. Beide Mannschaften gingen in ihrer stärksten Besetzung in den Kampf, wobei allerdings Frankfurt auf den zur Zeit gesperrten Schuchardt verzichten mußte. Viele Tausende von Schlachtenbummlern aus Wien und Frankfurt waren nach der Reichshauptstadt gekommen und feuerten von Beginn ihre Mannschaften temperamentvoll an, obwohl die äußeren Umstände. nicht gerade stimmungfördernd waren Ein dichter Schneeregen ging während der ganzen Dauer des Spiels nieder und verschlechterte die Bodenverhältnisse immer mehr Unter den Zuschauern war auch der Reichssportführer. der dem Endkampf um seinen Pokal selbstverständlich beiwohnte. Von Beginn an fanden sich die Frankfurter besser mit den Verhältnissen ab, während die Rapid=Mannschaft nicht ihre gewohnte Technik ausspielen konnte, da auf dem glatten Boden eine genaue Zusammenarheit fast unmöglich war. Vor allem versteiften sich die Wiener darauf, den auf vorgeschobenem Posten stehenden Mittelstürmer Binder in den Kampf zu schicken, der aber sehr gut abgedeckt wurde und daher zunächst kaum ins Spiel kam. Eine Viertelstunde nach Beginn fiel dann das Führungstor für Frankfurt. Eine Ecke wurde von Armbruster genau in den Strafraum gegeben. wo der Mittelstürmer Dosedzahl den Ball aufnahm und ein lenkte. Nun wurden die Wiener etwas lebhafter in ihren Aktionen, konnten aber eine weitere Feldüberlegenheit Frankfurts nicht verhindern. Schon jetzt zeichneten sich einige Spieler auf beiden Seiten durch unnötig hartes Spiel aus, ohne daß der Merseburger Schiedsrichter Rühle genügend durchgriff. Nach der Pause kam es auf beiden Seiten weiter * zu gefährlichen Sitlationen, und nach und nach zeigte sich, daß die Wiener größere Reserven hatten. Die aufopfernde Verteidigung Frankfurts schien aber den Vorsprung halten zu können In der 60. Minute mußte der FSV.=Verteidiger May verletzi ausscheiden, da er von dem Wiener Schors unsportlich angegangen wurde. Mit den verbleibenden zehn Mann vermochte Frankfurt aber auf die Dauer nicht den Stürmen der Wiener zu trotzen. Zehn Minuten später fiel durch Schors der Ausgleich. Vier Minuten vor Schluß brachte Hofstetter seinen Verein dann in Führung, und kurz vor dem Abpfiff konnte Binder im Alleingang mit spielender Leichtigkeit einen weiteren Treffer erzielen. * Von den weiteren Spielen des Sonntags mußte eine ganze Reihe infolge der ungünstigen Witterung abgesetzt werden. Danzig gewann ein Städtespiel gegen Breslau mit 3:2 2:1). Die traditionelle Begegnung zwischen den Auswahlmannschaften von Deutsch= und Polnisch=Schlesien brachte in Beuthen mit 5:3(2:1) einen überraschend klaren Sieg der deutschen Mannschaft, obwohl Polen acht Nationalspieler in seiner Mannschaft hatte. Weitere Ergebnisse aus den Gauen: Ostpreußen: VfB. Königsberg gegen Hindenburg Allenstein 1:3.— Pommern: Viktoria Stolp gegen LSV. Pütnitz 2:0.— Sachsen: Dresdener SC. gegen Guts Muts Dresden 2:1; Sportfreunde 01 Dresden gegen VfB. Leipzig 0:5; Polizei Chemnitz gegen SC. Planitz 4:2; Fortuna Leipzig gegen BC. Hartha 3:1.— Mitte: SV. 05 Dessau gegen SV. 99 Merseburg 3:2; SV. 08 Steinach gegen 1. FC. Lauschau 7:1; 1. SV. Jena gegen SpVg. Fürth(Ges.) 1:3.— Nordmark: Hamburger SV. gegen Eintracht Frankfurt(Ges.) 2:3.— Westfalen: FC. Schalke 04 gegen Preußen Münster 1:0.— Niederrhein: Schwarz=Weiß Essen gegen VfL. Benrath 4:0; Union Hamborn gegen Duisburg 48/99 1:4; Hamborn 07 gegen Fortuna Düsseldorf 1:8. — Mittelrhein: TuS. Neuendorf gegen SV. Troisdorf :2; SV. 08 Bonn=Beuel gegen Alemannia Aachen 3:1.— Hessen: Dunlop Hanau gegen Hessen Bad Hersfeld 5:2; Spielverein Kassel gegen VfB Großauheim 8:2.— Südwest: TSG. 61 Ludwigshafen gegen Kickers Offenbach 5:1. aden: SV. Waldhof gegen SpVg. Sandhofen 4:0.— Württemberg: VfB. Stuttgart gegen SV. Feuerbach 5:1; Union Böckingen gegen Stuttgarter Kickers 2:3.— Bayern: TSV 60 München gegen VfB. Koburg 4:1; 1. FC. Nürnberg gegen BC. Augsburg 1:2.— Ostmark: Wacker Wien gegen Wiener Sportklub 2:0; Admira Wien gegen Vienna Wien 3:3. Faber wurde Eislaufmeister Spannender Endkampf im Berliner Sportpalast. Der erste Teil der dieswinterlichen Meisterschaften im Eiskunstlauf, die gleichzeitig die ersten deutschen Titelkämpfe des Jahres sind, ist abgeschlossen. Nach dem neuen Sieg des Paares Herber=Baier in der Paarlaufmeisterschaft holte sich bei den Männern zum ersten Male der Münchener Horst Faber den wertvollen Titel. Die nächsten Plätze dieses Kampfes im Berliner Sportpalast belegten der Wiener Erich Rada und der Berliner Ulrich Kuhn. Bemerkenswert war die Ausgeglichenheit der jungen Läufer in der Kür, so daß die Reihenfolge sich tatsächlich fast ausschließlich aus den Ergebnissen des Pflichtlaufens ergab Deutsche Stisiege in Mégève Christl Cranz und Heli Lantschner. Das erste große internationale Skirennen dieses Winters, der Große Preis des Skiklubs von Frankreich in Mégève, erbrachte einen durchschlagenden Erfolg der deutschen Mannschaft, die im Gesamtergebnis der Alpinen Kombination, Abfahrts=Torlauf bei den Männern die ersten beiden und bei den Frauen den ersten Platz belegte. Bei den Frauen gewann Christl Cranz ganz überlegen Tor= und Abfahrtslauf und verwies die Schweizerin Boulaz klar auf den zweiten Platz Bei den Männern hatte überraschend der Schweizer Molitor den Abfahrtslauf gewonnen, da aver Helmuth Lantschner einen großen Vorsprung im Torlauf erkämpfte, reichte es für ihn in der Kombination zum ersten Platz vor dem Deutschen Walch und dem Franzosen Couttet. Deutsche Läufer belegten auch den fünften, sechsten und siebenten Platz. Deutscher Tennissieg gegen Schweden Dänemark ist der Schlußrunden=Gegner um den Königspokal. In Sandviken in Schweden gelang den deutschen Tennisspielern in der Vorschlußrunde der Hallenkämpfe um den Pokal des Königs von Schweden ein 3: 2=Sieg über Schweden. Die Ergebnisse der einzelnen Spiele lauteten: Henkel— Rohlsson 6:4, 3:6, 6:4, 7:5; Redl— Nyström 4:6, 4:6, 0:6; Henkel= R. Menzel gegen Rohlsson=Wallén 9:11, 6:3, 6:3, 6:3; Redl— Rohlsson 6:4, 4:6, 2:6, 0:6; Henkei— Nyström 6:4, 6:2, 6:3.— Im Endkampf um den Pokal müssen die deutschen Spieler gegen Dänemark antreten. Ein neuer Sieg von Bradl. Auf der Innsbrucker Schanze am Berge Isel gewann der jetzt zur ersten Klasse gehörende Salzburger Josef Bradl ein internationales Skispringen mit Weiten von 62 und 66,5 Meter vor dem Norweger Sörensen, der mit 67,5 Meter den weitesten Sprung des Tages erzielt hatte, Haselberger, Häckl und Krauß II. Von den Eishockeyfeldern. Beim Turnier um den Sonnenpokal von Arosa schlug der EV. Füssen die Oxford=Studenten mit 6:0 und rückte dann durch einen 2:0-Sieg über den HC. Arosa in die Schlußrunde ein.— Im Rahmen der Berliner Meisterschaftskämpfe gewann Göta=Stockholm einen Kampf gegen Rot=Weiß=Berlin mit 3:0 Toren. Die Mannschaft von Preußen=Berlin gewann in Klagenfurt einen Kampf gegen den Klagenfurter AC. mit 3: 1, wurde aber im Rückspiel vom gleichen Verein mit 2:6 Toren geschlagen.— In Königsbera verlor eine Berliner Auswahl gegen den Östpreußenmeister Rastenburger SV. mit 1: 2 Toren. — In Garmisch=Partenkirchen schlug der Deutsche Meister, SC. Rießersee, den EV. Innsbruck mit 6:2 Toren. Im Verlaufe dieses Treffens konnte der Bayer Schenk das 1000. Tor in seiner Laufbahn erzielen. Leupold vor Meergans. Beim Menselauf, der ins Große Adlergebirge im Sudetenland führte, trafen sich die besten schlesischen Langläufer. Altmeister Leupold(Breslau) belegte mit knappem Vorsprung den ersten Platz vor dem Deutschen Meister Günther Meergans(Hirschberg). Leichtathletikmeisterschaften in Berlin. Die deutschen Einzelmeisterschaften in der Leichtathletik der Männer und Frauen werden am 8. und 9. Juli wieder im Berliner Olympiastadion entschieden. Metze war nicht zu schlagen. Bei den Dauerrennen in der Stuttgarter Stadthalle zeigte sich Weltmeister Metze wieder in glänzender Form. Er verlor den ersten Lauf zwar mit drei Meter Rückstand gegen den französischen Landesmeister Lemoine, gewann dann aber die beiden anderen Läufe jedesmal sicher vor dem starken Italiener Severgnini, so daß er in der Gesamtwertung einen klaren Sieg feierte. Elf Tote durch Lawinenstürze Schwere Unglücksfälle am Montblanc und in Kärnten Sieben Todesopfer forderte eine Lawine, die im Montblanc=Gebiet niederging. Der Direktor der Skischule in Valloires und sechs Skiläufer, darunter zwei Frauen, kamen ums Leben. Fünf Leichen konnten bisher geborgen werden. Sechs Bewohner eines Bauernhofes in der Ortschaft Kerschbaum bei Greifenberg in Kärnten wurden von einer im Gebiet der Kreuzeckgruppe in Kärnten niedergehenden Lawine verschüttet. Einer Rettungsexpedition gelang es, zwei der Verschütteten lebend zu bergen, vier waren bereits tot, Die Macht des Beispiels.— Schöne Bauten erziehen den Geschmack.— Das Beispiel Stralsunds.— Wintertage auf dem Lande. Man kann immer wieder erleben, welche erzieherische Kraft das Beispiel besitzt, nicht nur für den einzelnen, der sich durch ein großes Vorbild emporheben läßt, sondern auch für die Gemeinschaft. So sind alle Leistungen des nationalsozialistischen Staates ermöglicht worden durch das Beispiel der Führung, indem uns die Notwendigkeiten unserer völkischen Erneuerung nicht nur gepredigt, sondern auch vorgelebt wurden. Der schöpferische und durch und durch künstlerische Wille des Führers erkannte von vornherein, daß als Ausdrucksmittel des Kulturwillens der Volksgemeinschaft die Baukunst an erster Stelle stehen müsse. Die repräsentativen Bauten, die in München, Nürnberg, Berlin und in anderen Städten des Reiches vollendet wurden, in der Vollendund begriffen sind oder schon in ausgearbeiteten Plänen vorliegen, konnten den tiefsten Eindruck auf das Volk nicht verfehlen. Es gehörte nur ein unverbildetes, gesundes Empfinden dazu, um beim Anblick dieser Bauten spontan zu dem Bekenntnis gezwungen zu werden:„Das ist erhaben und schön.“ Ja, man fühlt, wie allein der Anblich eines solchen Bauwerkes uns über den Alltag hinaushebi und uns ein Ahnen von der ewigen Größe der Kunst vermittelt. Der Anblick dieser Bauten aber wirkt zugleich erzieherisch. Wer auf seinem Wege zur Arbeit an einem schönen Bauwerk oder, auch an einem vollendeten Monument vorübergeht, wird unwillkürlich zum Schönen erzogen, er wird den Kontrast zu irgendeiner kitschigen Gipsfigur in seiner Wohnung empfinden und dieses Machwerk verschwinden lassen. Wenn die Städte ihr Antlitz grundlegend verändern in ihren repräsentativen Straßen und Bauten, so wird man verbaute Straßen und Winkel als störend empfinden, die als Ueberreste einer kulturlosen Epoche übrigblieben, und man wird Wege suchen, auch in kleinen Dingen sich der Harmonie des Großen anzupassen. Aus diesem Geiste heraus ist in der Reichshauptstadt die Ausstellung„Die schöne Stadt— ihre Entschandelung und Gestaltung“ eröffnet worden. Diese Ausstellung führt uns Stadtbilder aus allen Gauen des Deutschen Reiches vor. Da sehen wir Straßen und Stadtwinkel, die uns vollkommen entzücken könnten, wenn nicht hier ein geschmackloser Bau sich im Zuge der Straße vordrängen würde, oder eine unpassende Reklame, eine verschandelnde Brandmauer, ein geschmackloser Eisenzaun oder sonst eine Unmöglichkeit, die das Bild des Ganzen stört. Nun bringt aber diese Ausstellung nicht nur Bilder, die kritisch die Fehler aufdecken, sondern sie zeigt uns als Gegenstück sogleich einen Vorschlag, wie mit oft geringfügigen Mitteln eine Entschandelung des Bildes ermöglicht werden kann In vorzüglicher Weise wird das an dem Beispiel Stralsunds gezeigt, wo man darangegangen ist, der Stadt das alte Gepräge der Hansestadt zu geben, und eine Fülle von Beispielen lehrt uns, wie das schöne Deutschland noch schöner gestaltet werden kann. Es wäre schön, wenn jeder Hausbesitzer diese Ausstellung sehen könnte, um zu erkennen, daß er auch mitverantwortlich ist an der Gestaltung des Stadtbildes. Die letzten Tannenbäume sind nun geplündert, was für die Kinder immer ein besonderes Fest ist, wenn sich unter dem Baumbehang auch Süßigkeiten befinden, die noch einmal an den Weihnachtsmann erinnern. Damit ist aber auch die weihnachtliche Zeit endgültig abgeschlossen, wenn auch die winterlichen Feste noch nicht vorüber sind Der Karneval schickt mit unzähligen Maskenbällen seine lustigen Vorboten in die Städte, und für den Landmann ist bis zu der ersten Bestellzeit jene kurze Ruhefrist gekommen, in der er den ländlichen Vergnügungen nachgeht, unter denen die Jagd an erster Stelle steht, bei der ein kleiner Schmaus zum Abschluß nicht fehlen darf. So mancher Abend aber gehört auch ernster Arbeit. In diesen Tagen hat der Bauer Zeit, einmal Versammlungen zu besuchen, die der Vorbereitung für die kommende Ernährungsschlacht gelten, oder ihm Gelegenheit geben, sich in den Versammlungen der Partei eingehender mit den Pro blemen der nationalsozialistischen Politik zu beschäftigen. Der oft weite Weg zu den Versammlungsstätten bringt es mit sich, daß man auch nach der Arbeit nicht auseinanderläuft, sondern die Gelegenheit benutzt, seine Gedanken mit den Bauern der benachbarten Dörfer auszutauschen Gerade diese Stunden des Beisammenseins stärken das Gefühl der Gemeinschaft und lassen jeden erkennen, daß er tätig in einem großen Volke steht, für das zu arbeiten und zu wirken es sich lohnt. Es geht nichts über solche Winterabende auf dem Lande, sie geben dem Landmann viele Anregungen. So soll es aber auch sein, und keiner darf sich in die Einsamkeit seines Hofes begraben, um immer und immer wieder zu erkennen, daß jeder einzelne nicht nur für sich schafft, sondern für sein Volk. Solche Erkenntnis macht stolz und gibt Kraft für das ganze kommende schwere Arbeitsighr. Mellior. ts. Wölfe als ungebetene Wintersportgäste. In Schweden hat die strenge Kälte der letzten Tage viele Wölfe aus den großen Wäldern Jämtlands herausgelockt und in die Nähe menschlicher Ansiedlungen getrieben. In einigen Fällen sind auch schon Menschen von hungrigen Wölfen verfolgt worden. Die Bauern wagen sich in manchen Gegenden nur noch mit Flinten bewaffnet ins Freie. Den Gipfel der Frechheit erklomm jetzt ein Rudel von acht großen Wölfen, das sich einem belebten Wintersportplatz im Jämtland näherte. Eine starke Kolonne mußte aufgeboten werden, um mit Geschrei und Flintenknallen die ungebetenen Gäste zu verscheuchen. tf. Zunahme der Gletscher in Amerika. Während sonst überall in der Welt ein Rückgang der Gletscher zu verzeichnen ist, beobachtet man in den amerikanischen Felsengebirgen eine Zunahme der Gletscher in der Länge und teilweise auch in der Höhe. Die genauesten Messungen wurden am Arapaho=Gletscher bei Boulder durchgeführt. Man hat im Laufe eines Jahres eine Zunahme um fast 8 Meter verzeichnen können. Auch der Fair=Gletscher, dessen Schmelzwasser eine der Quellen des Colorado Flusses bilden, hat um zehn Prozent zugenommen. Eine Erklärung für dieses plötzliche Anwachsen der amerikanischen Gletscher in den Felsengebirgen ganz im Gegensatz zum Verhalten der Gletscher in anderen Ländern konnte bisher von den Wissenschaftlern noch nicht gefunden werden. Jedenfalls wird von ihnen versichert, daß die Befürchtungen in bezug auf eine bald für Amerika herannahende Eiszeit mindestens übertrieben sind... Stadt, Kreis und Provinz Steinheim, den 9. Januar 1939. Gedenktage für den 9. Januar. 1908: Der Maler und Dichter Wilhelm Busch in Mechtshausen am Harz gest.(geb. 1832).— 1915: Landung der„Emden“Mannschaft in Hodeida in Arabien.— 1927: Der völkische Kulturphilosoph Houston Stewart Chamberlain in Bayreuth gest.(geb. 1855). Sonne: A.: 8.08, U.: 16.05; Mond: U.: 9.38, A.: 21.32. Mit„Kraft durch Freude“ in die Alpen. Infolge der besonders günstigen Wintersportverhältnisse ist der Andrang zu unseren Urlaubsfahrten besonders stark. Um den Volksgenossen, die sich mit der Absicht tragen, eine der Fahrten in Anspruch zu nehmen, eine Enttäuschung wegen Fahrtausschlusses infolge Besetzung nicht bereiten zu müssen, wird noch einmal auf folgende Fahrten hingewiesen: Vom 1. bis 16. Februar nach Salzburg=Land. Preis 65,60 Mark. Vom 16. Februar bis 7. März nach Tirol. Preis 76 Mark, mit Skilehrgang 10 Mark Zuschlag.„Rund um Italien“ mit Besichtigung von Genua, Neapel, Palermo und Venedig fahren die„KdF“Urlauberschiffe in der Zeit vom 7, bis 19. Februar zum Gesamtpreis von 159 Mark und vom 26. Februar bis 10. März zum Gesamtpreis von 159 Mark. In diesem Preise sind Bahn= und Seefahrt, Verpflegung, sowie 100 Lire für Ausgaben anläßlich der Landbesuche enthalten. Bekanntlich werden auch diese Fahrten frühzeitig besetzt, sodaß auf die Notwendigkeit einer baldigen Meldung verwiesen wird. a *— Wieder kälter. Da das Störungsgebiet vorübergehend etwas nachgelassen hat und damit die milde Südwestströmung abflaute, konnte sich auf der Rückseite des nordischen Wirbels wieder Kaltluft nach Süden vorschieben, die leichten Frost brachte. Die Temperaturen sinken in klaren Nächten bis minus 3 Grad ab, tagsüber bewegen sie sich um den Gefrierpunkt. Mit der nordwestlichen Strömung sind noch weitere Schneefälle zu erwarten. *— Die großen Schneemengen in den Straßen wurden nach Säuberung der Gehbahnen und der Marktstraße von städtischen Arbeitern nach auswärts abgefahren. Es bedarf noch mancher Arbeit, um den Rest des Schnees von den übrigen Straßen zu beseitigen, doch Tauwetter und Frost verhindern eine gänzliche Säuberung. Eigenartig ist doch der ständige Wechsel zwischen Erwärmung und Abkühlung der Luft, die Schnee und Frost bringen. Wichtig ist die Sauberhaltung der Gehbahnen, weil jetzt auf gefrorenem Untergrund und neuem Schnee die Unfallgefahr zunimmt. Ertragreich war die Natureisgewinnung für Gaststätten und Brauereien. Ueber 20 Zentimeter dickes Eis wurde den Eiskellern einverleibt. — Besondere Gefahren. Von zuständiger Seite wird darauf hingewiesen, daß das Winterwetter allgemein die Ursache von Unfällen ist, denen die Post= und Zeitungszusteller beim Begehen ausgesetzt sind, wenn die Haustreppen und Flure bei Frostwetter gewischt werden und sich dann eine Eisschicht bildet, wodurch ein Ausgleiten sehr leicht möglich ist und der Betreffende sich schwere Verletzungen zuziehen kann. Um sich nun vor Schaden zu bewahren, wird den Hausfrauen empfohlen, in der augenblicklichen Kälteperiode vom Wischen der Treppen und Hausflure abzusehen oder es aber in solchem Maße einzuschränken, daß eine Unfallgefahr vermieden wird. *— Ausgabe der Kohlenscheine heute vormittag von 9 Uhr ab im NSV.- Heim, Eingang Rochusstraße. Ausweiskarte bitte mitbringen. Allgemeine Preissenkung für Kraftfahrzeugersatzteite. Der Reichskommissar für Preisbildung hat die Geltungsdauer der der Wirtschaftsgruppe Fahrzeugindustrie erteilten Ausnahme bewilligungen bis Ende März verlängert. Er kündigt bei dieser Gelegenheit eine allgemeine Preissenkung für Krastfahrzeug ersatzteile und=zubehörartikel an. Die Wirtschaftsgruppe hasich bereit erklärt, im Laufe des Januar Vorschläge über Preis senkungen zu machon Reichsfachschule für das Schneiderhandwerk. Die Haupifachgruppe für die handwerkliche Modeschöpfung im Fachamt „Das deutsche Handwerk“ in der DAF. veranstaltet in Dresden eine Arbeitswoche für das gesamte Zuschneiderwesen, auf der eine Vereinheitlichung der gesamten Zuschneidetechnik angestrebt wird. Die Tagung findet in den Räumen der jetzigen Europäischen Modeakademie statt, die später zur Reichsfachschule der DAF. für das gesamte Schneiderhandwerk umgewandelt werden soll. Erste großdeutsche Weinbaubilanz. Der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft gibt in der „Deutschen Wein=Zeitung“ im Jahresbericht 1938 eine erste großdeutsche Weinbaubilanz. Zu den 80000 Hektar Weinland im Altreich sind durch die Heimkehr von Oesterreich 38000 Hektar und durch das Suderenland 4600 Hektar hinzugekom men, so daß das Großdeutsche Reich heute eine Gesamtreb fläche von 122 600 Hektar aufweist. Verlängerter Vollstreckungsschutz. Die auf Grund der Verordnung über einen Vollstreckungsschutz in der landwirtschaftlichen Siedlung angeordneten Vollstreckungsbeschränkungen sind durch Verordnung des Reichsjustiz= und Reichsernährungsministers über den Jahresschluß hinaus bis zum 31 3 verlängert worden. *— Helmstedt, 6. Januar. Ein seltsames Zusammentreffen von Freude und Trauer ist aus Parsau zu melden. Frau Witwe Breier beging ihren 90. Geburtstag. Nachmittags wurde ihr die Geburt einer Urenkelin gemeldet, und am späten Abend des gleichen Abends starb dann die alte Frau an einem Schlaganfall. Aus aller Welt Die„Krone des Reiches“ bleibt erhalten. Der Reichsforstmeister Generalfeldmarschall Göring hat entschieden, daß der stattlichste der Hegauberge, der dreigipflige Hohenstoffeln im westlichen Bodenseegebiet, unter Einstellung jedes weiteren Basaltabbaues, voll und ganz unter Naturschutz gestellt und als Schutzgebiet beschleunigt in das„Reichsnaturschutzbuch“ eingetragen wird.„Krone des Reiches“ nannte man im Mirtelalter ob seiner beherrschenden Stellung im Landschaftsbilde den Hohenstoffeln. Segelschulschiff„Deutschland" auf der Heimreise. Das Segelschulschiff„Deutschland“ des Deutschen Schulschiff=Vereins, das am 3. Oktober 1938 von Bremerhaven die Winterreise angetreten hatte, und am 19. Dezember in Kapstadt eingetroffen war, hat dieser Tage die Heimreise über St. Helena angetreten. Es wird gegen Ende März in Bremerhaven erwartet. Drei Danziger Studenten von einer Lawine verschüttet. Vier Studenten der Technischen Hochschule in Danzig wurden in der polnischen Tatra bei Zakopane von einer Lawine überrascht. Ein Student, der der Lawine entkommen konnte, holte Rettungsmannschaften herbei, die aber wegen der Dunkelbeit ihre Arbeit einstellen mußten Gefährliches Abenteuer auf dem Heimwege vom Gottesdienst. Ein gefährliches Abenteuer mit Wölfen hatten sechs Kinder, darunter vier Mädchen, auf dem Wege zwischen Siejkowicze und Kowezna, polnischen Dörfern in der Woiwodschaft Wilna, zu bestehen. Die Kinder, die sich vom Gottesdienst auf dem Heimweg befanden, wurden von den Bestien verfolgt und angefallen. Zwei Landarbeiter, die zu Hilfe kamen, konnten nichts ausrichten, da sie keine Waffen besaßen. Zweifellos wären die Kinder und die Landarbeiter den Wölfen, die ihnen bereits schwere Bißwunden beigebracht hatten, zum Opfer gefallen, wenn nicht zufällig eine Polizeistreife gekommen wäre. die das Rudel mit Revolverschüssen verjagen konnte. Schmuggel an der italienisch-jugoslawischen Grenze. Den Nachforschungen der italienischen Polizei ist es gelungen, in Triest eine Bande von Gaunern ausfindig zu machen, die über die italienisch-jugoslawische Grenze einen schwunghaften Schmuggel mit Zucker, Kaffee, Gewürzen und Kolonialwaren betrieben. 30 Personen, darunter mehrere Kaufleute aus Triest, wurden festgenommen. Natürlich befindet sich unter den Schleichhändlern eine ganze Reihe von Juden, die die einträglichsten„Posten“ in dieser Bande innehatten. Massenhaftes Auftreten von Wölfen in Schweden. Während der Wolf aus den dichter besiedelten Gebieten Europas fast vollständig verdrängt worden ist— im Anfang des 19. Jahrhunderts wurden in Preußen immerhin noch jährlich über 1000 Wölfe erlegt—, tauchen aus einzelnen Ländern, namentlich in strengen Wintern, immer wieder Meldungen über ein massenhaftes Auftreten dieses Raubtieres auf. In diesem Jahre wird besonders aus Skandinavien eine starke Wolfsplage gemeldet. In den Bergen von Jämtland Schweden) überfallen Hunderte von Wölfen auch größere Herden von Renntieren, die sich ihre Nahrung unter dem Schnee suchen. Auch in Dörfer dringen die Wölfe ein, um sich Nahrung zu holen. Touristen pflegen nicht ohne bewaffnete Eskorte längere Spaziergänge anzutreten, und auch die Dorfbewohner verlassen ihre Häuser nicht ohne Waffen. Die Regierung zahlt eine beträchtliche Belohnung für jeden erlegten Molf Jüdischer Spielklub in Warschau ausgehoben. Im Zentrum der Stadt entdeckte die Warschauer Polizei einen geheimen Spielklub. Als sie in der Nacht überraschend in die Wohnung eindrang, fand sie dort mehr als 100 Personen um 35 Spieltische versammelt. Die Geldbeträge und Ships, die auf den“ Tischen lagen, stellten einen Wert von 18 000 Zloty dar. Sieben Personen, die sich als Teilhaber dieses Spielklubs erwiesen wurden verhaftet. Fünf von ihnen sind Juden bzw. Jüdinnen. Polnische Jüdin als kommunistische Instrukteurin. In Grodno hatte sich wieder einmal eine Jüdin wegen kommunistischer Wühlarbeit vor dem Gericht zu verantworten. Ihr wurde nachgewiesen, daß sie in der Kommunistischen Partei Weißrußlands als Instrukteurin eine maßgebliche Rolle spielte. Sie wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Für 20 Millionen Franken Falschgeld in Umlauf gebracht. Der Pariser Polizei ist es gelungen, einen Falschmünzer unschädlich zu machen, der in der letzten Zeit für rund 20 Millionen Franken Falschgeld in Umlauf setzte, und zwar in Pfund= und Dollarnoten. Als die Polizei überraschend in seine Wohnung eindrang, war er gerade dabei, die ihn belastenden Zeichnungen und Clichés zu vernichten. Triebwagen rast in einen Güterzug. Auf dem Bahnhof von Piacenca(Norditalien) ereignete sich ein Unfall, bei dem 20 Verletzte zu beklagen sind. Infolge Versagens der Bremsen fuhr ein Triebwagen mit voller Wucht gegen einen haltenden Güterzug. Von den etwa 100 Fahrgästen des Triebwagens wurden 20 verletzt, zum Glück jedoch niemand schwer. 23 Todesfälle durch Erfrieren. Aus Anatolien werden allein in vier Tagen 23 Todesfälle durch Erfrieren gemeldet, vor allem aus dem Küstengebiet am Schwarzen Meer, das kürzlich durch orkanartige Schneestürme heimgesucht wurde. „zulein Ingenieur"— unerwünscht. Der Reichsberufswalter des NS.=Bundes Deutscher Technik, Professor Dr. Streck, erläßt folgende Bekanntmachung„In der Tagespresse wird seit einigen Monaten unter dem Schlagwort„Fräulein Ingenieur“ eine lebhafte Propaganda für das Ingenieurstudium bei Frauen durchgeführt. Diese Propagierung entspricht weder der Auffassung des Leiters des Hauptamtes für Technik, Dr. Todt, noch der der Reichsfrauenführerin, ScholtzKlink." Im feierlichen Rahmen wurde im Kaisersaal des Römers zu Frankfurt a. M. durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Gründung der Zweigstelle Hessen=Nassau der Deutsch=Italienischen Gesellschaft vorgenommen. Der Senatspräsident beim Reichsfinanzhof, Ott, ist nach em Leiden unerwartet in München gestorben. Berleger und Hauptschriftleiter: Carl Simonowski Steinheim. Verautwortlich für den gesamten Textteil: Carl Simonowski Steinheim. Verantwortlicher Anzeigenleiter, Josef Simonowski. Druck und Verlag: Buchdruckeret Carl Simonowski, XII. 38» 665 Zur Zeit ist Anzeigen=Vretzltne Nr. 3 gültig Danksagung! Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Tode meines lieben Mannes und unseres guten Vaters, besonders für die schönen Kranzspenden, ferner seinen Berufskameraden, der Kriegerkameradschaft und allen, die dem teuren Verstorbenen das letzte Geleite gaben, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Johann Walbaum und Kinder Handelsregister. Amtsgericht Steinheim i. Westf. Für die Angaben in(.) keine Gewähr. Neueintragungen. A 167: Gustav Rüterhenke, Steinheim, Westf.(Kolonialwaren, Molkereiprodukte, Lebensmittel= und Feinkost=Großhandlung). Geschäftsinhaber ist der Kaufmann Gustav Rüterhenke in Steinheim i. Westf. Steinheim, den 5. Januar 1939. A 159: B. 16: Erloschen: L. Ransohoff, Nieheim. Steinheim, den 5. Januar 1939. Kraftwagenbetrieb Vörden—Bredenborn—Entrup — Nieheim—Oeynhausen—Bahnhof Bergheim, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Nieheim. Steinheim, den 5. Januar 1939. Freiwillige Feuerwehr. Dienstag abend um 8 Uhr: Gesamt=Uebung Der Hauptbrandmeister: Mertens. Nr. 7 3 Der Lei In Al deckt word Amsterdan Städtischer Stadtrat Geldmaake Es ko dem jüdis stück ohne wurde vor nehmer m Als Verm des Gewi alle Schuld Dieser legraaf“ l volles Au nehmer oh berichtet h weil sie könnte ihr ( Berl in Rothna den, der Mordes 3 lichen Eh 10 Jahren Max( eine achtj Spuren ei keitsverbre Reich arbeitsmi Reich Fi und Gem lungen zu daß die A nicht nur Arbeitern Gemeinsch gestattet1 Engli Downing ren Kabir Donald u der Romi Eine Grover wegen un Geldstrafe teilt wurd Grover h lassen. D ausnahmParis lokal„Ca schenleben Weihnach lichterloh Saal ein stand ein Rauchverg wunden arbeiten Deuts einer Me zwei Ski einem vor der zweit Spaing nicht gebe Bore ein Städt geführt, das rein dienten Punktsieg diesen Ko Diesi spiel gege in Münd waltig ar KdF. amt hat Ausbildu „Hansa" die Schir Rode kampf schwächten Sudetend schwere( Deutschla Berli bruar in ditionelle nummern der Städ ballsp schaft erf Wünsdor stritten. 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Es konnte bereits nachgewiesen werden, daß de Miranda dem jüdischen Autohändler Fuldauer ein städtisches Grundstück ohne Wissen der Baubehörde verkaufte. Dieses Grundstück wurde von Fuldauer kurze Zeit später an einen Bauunternehmer mit einem Gewinn von 10000 Gulden weiterverkauft. Als Vermittler trat der Sohn de Mirandas auf, der die Hälfte des Gewinnes erhielt. Zur Rede gestellt, schob de Miranda alle Schuld auf seinen Parteifreund und Rassegenossen Gulden Dieser jüdisch=marxistische Betrug ist nach Ansicht des„Telegraaf“ lediglich der Anfang eines großen Skandals, dessen volles Ausmaß erst bekannt sein wird, wenn die Bauunternehmer ohne Scheu alles Belastende den richterlichen Behörden berichtet haben werden. Bisher haben die meisten geschwiegen weil sie fürchteten, der allmächtige Leiter der Baubehörde könnte ihre Existenz vernichten. Sittlichkeitsverbrecher hingerichtet Berlin. Am 6. Januar 1939 ist der am 11. Januar 1911 in Rothnaußlitz geborene Max Schlenker hingerichtet worden, der durch Urteil des Schwurgerichts in Bautzen wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, ferner wegen Sittlichkeitsverbrechens zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Max Schlenker hat am 12. Juni 1938 im Walde bei Gaußig eine achtjährige Schülerin erschlagen und erwürgt, um die Spuren eines von ihm an dem Kinde begangenen Sittlichkeitsverbrechens zu verwischen. Politische Rundschau Reichsmittel für neue Städte und Siedlungen. Der Reichsarbeitsminister hat in einem Erlaß bekanntgegeben, daß das Reich Finanzierungsbeihilfen zu den Erschließungsarbeiten und Gemeinschaftseinrichtungen für neue Städte und Siedlungen zur Verfügung stellt. Hierdurch soll erreicht werden, daß die Arbeiterstädte und Großsiedlungen des Dritten Reiches nicht nur gesunde mit umfangreichen Gartenflächen verbundene Arbeiterwohnstätten aufweisen, sondern auch mit erforderlichen Gemeinschaftseinrichtungen sozialer und kultureller Art ausgestattet werden. Englische Ministeraussprache über die Romreise. In Downing Streei 10 fand eine Sitzung des sogenannten„engeren Kabinetts“ statt, an der Chamberlain, Lord Hallfax, MacDonald und Sir John Simon teilnahmen. Das Programm der Romreise wurde noch einmal erörtert. Eine Geste Moskaus. Der englische Ingenieur Bryan Grover, der am 31. Dezember vorigen Jahres in Moskau wegen unerlaubten Ueberfliegens der Sowjetgrenze zu einer Geldstrafe und zur Ausweisung aus der Sowjetunion verurteilt wurde, ist nunmehr aus der GPU.=Haft entlassen worden. Grover hat zusammen mit seiner Frau die Sowjetunion verlassen. Die Frau Grovers wurde von den Sowjetbehörden ausnahmsweise aus der Sowjetstaatsangehörigkeit entlassen. Pariser Nachtlokal in Flammen. In dem Pariser Nachtlokal„Casanova" brach ein Großfeuer aus, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Gegen Mitternacht hatte ein Weihnachtsbaum durch Kurzschluß Feuer gefangen und stand lichterloh in Flammen. In wenigen Sekunden glich der ganze Saal einem einzigen Flammenmeer. Unter den Gästen entstand eine Panik. Zahlreiche Frauen und Männer erlitten Rauchvergiftungen. Eine Frau wurde mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht. Bei den Aufräumungsarbeiten entdeckte man weiter zwei völlig verkohlte Leichen. Deutscher Skiläufer am Mont=Blanc verschüttet. Nach einer Meldung aus Mégeve(Mont=Blanc=Gebiet) wurden zwei Skiläufer von einer Lawine verschüttet. Während es einem von ihnen gelang, sich noch rechtzeitig zu befreien, fand der zweite den Tod. Es handelt sich um den 22jährigen Gilbert Spaing aus Düsseldorf=Oberkassel. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Sport Boxen Berlin—Posen unentschieden. In Posen wurde ein Städtekampf der Boxstaffeln von Berlin und Posen durchgeführt, der mit 8:8 unentschieden endete. Allerdings brachte das rein polnische Kampfgericht die Berliner um den verdienten Sieg, da es im Halbschwergewicht Klimecki zum Punktsieger über Erich Campe erklärte, obwohl der Berliner diesen Kampf nach unserer Anschauung gewonnen hatte. Diesmal wollten es die„Rauchfresser“ wissen. Im Rückspiel gegen den deutschen Eishockeymeister SC. Rießersee in München strengten sich die kanadischen Smoke Eaters gewaltig an und gewannen hoch mit 8:0 Toren. KdF.-Segeln im Hochsee=Sportverband. Das KdF.=Sportamt hat die Durchführung seines gesamten segelsportlichen Ausbildungsbetriebes dem Deutschen Hochsee=Sportverband „Hansa" übertragen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat die Schirmherrschaft über diesen Verband übernommen. Roderich Menzel erkrankt. Der Hallen-Tenniskampf in Stockholm gegen Schweden muß von einer geschwächten deutschen Mannschaft bestritten werden, da der Sudetendeutsche Roderich Menzel sich auf der Reise eine schwere Erkältung zugezogen hat und nicht mittun kann. Für Deutschland werden Henkel und der Wiener Redl eingesetzt. Berlin- Wien beim Sportpressefest. Für das am 9. Februar in der Berliner Deutschlandhalle stattfindende traditionelle Fest der Sportpresse werden die ersten Programmnummern bekannt. Im Handball gibt es eine Begegnung der Städtemannschaften von Berlin und Wien. Das Korbballspiel, das sich bei uns immer größerer Anhängerschaft erfreut, wird von der Mannschaft der Heeressportschule Wünsdorf und dem Spandauer Luftwaffen=Sportverein bestritten. Am 22. Januar wieder Reichsbund=Pokal. Für die für den 22. Januar angesetzte Zwischenrunde der Fußballgaukämpfe um den Reichsbund=Pokal sind folgende Paarungen bekanntgegeben worden: Schlesien gegen Östmark, Bayern gegen Niederrhein, Sachsen gegen Östvreußen und Mitte gegen Württemberg Um den heißbegehrten Tschammer=Pokal. Das erste großdeutsche Pokal=Endspiel sieht am 8. im Berliner Olympiastadion die Mannschaften von RapidWien und vom FSV.=Frankfurt a. M. als Gegner. Unser Bild zeigt den vom Reichssportführer gestifteten Pokal. Der Führer beglückwünschte Himmler Der Führer und Reichskanzler hat dem Reichsführer und Chef der Deutschen Polizei, Heinrich Himmler, aus Anlaß der 10jährigen Wiederkehr des Tages seiner Berufung zum Reichsführer ¼ auf dem Berghof persönlich seine herzlichen Glückwünsche ausgesprochen. Aus dem Gerichtsf Jüdischer Mißbrauch mit dem Das Berliner Schöffengericht verurteilte den 63jährigen Volljuden Fritz Israel Hoffmann, den Mitinhaber der inzwischen arisierten Berliner Bekleidungsfirma Hermann Hoffmann, wegen vollendeten und versuchten Betruges zu insgesamt drei Monaten Gefängnis und 2000 RM. Geldstrafe. In der Zeit von 1936 bis 1937 hatte der Angeklagte sich regelmäßig um Weihnachten herum brieflich an jüdische aber auch deutschblütige Betriebsführer von Stoffirmen gewandt, mit denen er geschäftlich in Verbindung stand, und hatte um Ueberlassung von Stoffresten für das WHW. ersucht. Er erhielt auch von zwei arischen Firmen solche Reste, weil die Inhaber der Meinung waren, daß ihre Spenden für das amtliche Winterhilfswerk des deutschen Volkes bestimmt seien. In Wirklichkeit hatte der Angeklagte die Stoffreste aber nach seinem Gutdünken an einzelne Personen verteilt oder dem jüdischen Winterhilfswerk(!) zugeleitet: Mit Rücksicht auf die Schwere der Verfehlungen, und besonders weil der Jude mit dem WHW., der sozialen Großtat des Dritten Reiches, Mißbrauch getrieben hatte, konnte nur eine Freiheitsstrafe in Frage kommen. Er will die„Diktaturen" zu Tode hungern. Der Mann, der hier so zynisch grinst, ist der sattsam bekannte amerikanische Senator Pittman, der im Anschluß an die Roosevelt=Rede erklärte:„Warum einen Menschen erschießen, wenn man ihn zu Tode hungern kann?" Die Erklärung offenbart die ganze abgründige Verlogenheit der Humanitätsapostel vom Schlage Pittman, in deren Mund Worte wie Religion, Gott und Demokratie eine wahre Blasphemie sind. Weltbild(M). Mann über Bord! Drei deutsche Matrosen an der kalifornischen Küste verunglückt. Drei Matrosen des deutschen Motorschiffes„Anneliese Eßberaer“ aus Hamburg wurden nach einem in San Francisco aufgefangenen Funkspruch von der stürmischen See in der Nähe des Kaps Mendocino an der Nordküste von Kalifornien über Bord gespült. Der Kapitän bat den Küstenwachdienst, alle Schiffe in der Nähe zu benachrichtigen und aufzufordern, nach den Vermißten Ausschau zu halten. Die Namen der Verunglückten sind unbekannt. Das Schiff war am 30. Dezember auf der Reise nach Vancouver aus San Pedro ausgelaufen. Die Wiege des Harzer Käses Als schmackhaftes und zugleich billiges Volksnahrungsmittel ist der Harzer Käse beliebt. Man sagt ihm nach, daß er das Gehirn stärke. Feinschmecker behaupten übrigens, daß er am besten schmecke, wenn er nicht auf ein Butterbrot gestrichen werde, sondern auf ein Brot mit Schmalz= oder Gänsefettbelag. Wie manches Gute, so kann auch der Harzer Käse eine Tradition von 150 Jahren aufweisen. Die etwas lange Vorgeschichte hierzu ist folgende: Der Fürst Friedrich Albert von Bernburg hatte eine große Vorliebe für die Viehzucht, Er kaufte daher ein Gut an, das früher als Gestüt benutzt wurde. Erbaut wurde dieses auf den Ruinen des Benediktinerklosters Thankmarsfelde, das 910 von den Neffen des großen Markgrafen Gero gegründet worden war. Auf der in Trümmer gefallenen Heinrichsburg setzte sich Fürst Friedrich ein Jagdhäuschen hin und erbaute sich 1770 das Jagdschlößchen Meiseberg gegenüber der Burg Anhalt. Er hielt sich mit Vorliebe in dieser Gegend auf und siedelte auf dem stillen, einstigen Kolonistenfleck Dammersfeld eine Schweizer Familie mit Namen Sommer an. Diese Siedlung wurde bald zu einem beliebten sonntäglichen Ausflugsziel der Bürger der benachbarten Städte Ballenstedt und Gernrode, die sich die saure Milch dort gutschmecken ließen Besonders begehrt war jedoch der vorzügliche Käse, den die Siedlerfamilie nach ihrer heimatlichen Weise zubereitete. Der bekannte Harzer Käse war ursprünglich also ein richtiger Schweizer Käse. Die historische Meierei besteht heute nicht mehr, denn sie wurde schon im Jahre 1816 abgerissen. Die Kunst der Schweizer, Käse zu bereiten, ist jedoch dem Harz verblieben. Ein Wegweiser in Holzschnitzarbeit, der in Stiege im oberen Selketal aufgestellt ist, führt als Wahrzeichen sogar drei Harzer Käse. Rings am Harzrand haben sich jetzt überall Harzkäsereien entwickelt, die eine bedeutende Industrie des Harzes darstellen. Wer prüft im Berufswettkampf? Die Wettkampfleiter gewährleisten gerechte Bewertung. Die Wettkampfleitungen des Reichsberufswettkampfes füTheorie und Praxis werden sich auch in diesem Jahre aus Vertretern der Deutschen Arbeitsfront, der Wirtschaft und den Berufs= und Fachschullehrern zusammensetzen. Die im Berufswettkampf zu leistenden weltanschaulichen Arbeiten werden einheitlich durch besondere Wettkampfleitungen bewertet. Die Verantwortung für die weltanschauliche Bewertung bei den Erwachsenen liegt beim Gauschulungsleiter des Gaues und seinen nachgeordneten Dienststellen. Die Abteilung Werkschar und Schulung in der DAF. ist mit der praktischen Durchführung beauftragt. Für die weltanschaulichen Bewertungsarbeiten der Jugendlichen ist das Amt„Weltanschauliche Schulung" in der Reichsjugendführung mit seinen nachgeordneten WS.=Abteilungen in den Gebieten bzw. WS.=Stellen, in den Bannen der HI. Der Ortswettkampf des Berufswettkampfes beginnt bereits Anfang Februar. Bis dahin werden alle Wettkampfleiter so geschult sein, daß sie in einwandfreier Weise die Leistungen des Wettkampfes beurteilen können und vor allem in der Lage sind, die Arbeiten eines jeden Teilnehmers fachlich und weltanschaulich individuell zu bewerten. Jeder Berufswettkämpfer wird also die Gewähr haben, daß er im Rahmen seiner beruflichen Ausbildung unter gerechten Bedingungen zum Wettstreit antritt. Handelsteil Aneinheitlich In der Berliner Aktienbörse ging die Umsatztätigkeit trotz freundlicher Grundstimmung erheblich zurück. Anlagekäufe der Bankenkundschaft wurden nur in kleinem Umfange vorgenommen, was offenbar damit zusammenhängt, daß die Reichsanleihe nur noch wenige Tage zur Zeichnung aufliegt und die verfügbaren Mittel zur Einzahlung auf dieses beliebte Anlagepapier Verwendung finden. Die Kursgestaltung war infolgedessen unregelmäßig. Am Montanmarkt lag etwas Angebot vor, das zu geringen Kurseinbußen führte. Bei Braunkohlenwerten zogen Eintracht und Niederlausitzer Kohle 1 bis 1½ Prozent an. Von Versorgungswerten büßten verschiedene Papiere mehrere Prozent ein, so gab Wasserwerke Gelsenkirchen nach den Steigerungen der letzten Tage 4½ Prozent ab. Am Einheitsmarkt konnten Großbankaktien kleinere Kursgewinne erzielen, Am Rentenmarkt behauptete sich die Reichsaltbesitzanleihe bei einem unveränderten Stand von 128½ Prozent, während die Gemeindeumschuldungsanleihe um 5 Pfennige auf 92,95 zurückging. Am Geldmarki verbilligte sich Blankotagesgeld weiter auf 23/—2½ Prozent. Schlachtviehmarkt. Berlin. 6. Januar. Auftrieb: 1065 Rinder(darunter 91 Ochsen, 75 Bullen, 758 Kühe, 141 Färsen), 2203 Kälber, 3434 Schafe, 5535 Schweine, 66 Ziegen. Verlauf: Rinder zugeteilt, Ausstichtiere über Notiz, Kälber verteilt, Schafe verteilt, Schweine verteilt. Preise für 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark: Ochsen: 1. 45,50, 2. 41,50, 3. 36,50, 4. 28; Bullen: 1. 43,50, 2. 39,50, 3. 34,50; Kühe: 1. 43,50, 2. 39,50, 3. 32—33,50, 4. 20—24; Färsen: 1. 44,50, 2. 40,50, 3. 35,50, 4. 27,00; Kälber: 1. 72—80, 2. 65, 3. 57, 4. 48, 5. 38; Lämmer und Hammel: 1. 50, 2.—, 3. 46—48, 4. 46—48, 5. 40 bis 43. 6. 30—38; Schafe: 1. 40, 2. 35—38, 3. 25—30; Schweine: 1. 56, 2. 55, 3. 54, 4. 50. o. 47, 6. bis 46; Sauen: 1. 55, 2. 49; Eber: 45; Altschneider: 34 Der Irre von St. Sebastian Roman von Gert Rothberg 19. Fortsetzung „Heda, wer ist hier?“ „Das tut nichts zur Sache! Aufmachen sollst du endlich!“ So grob war kein Geist. Es konnte nur ein Mensch aus Fleisch und Blut sein. Ungefähr so wetterte manchmal Kluge los. Der würde doch nicht etwa statt auf einem Verlobungsfest in dem gefährlichen Loch hier gelandet sein? Die Stimme hatte zwar anders geklungen als die des Kollegen, aber darauf konnte man nichts geben. Das mochte die Akustik machen. Wie's dem auch sei, auf alle Fälle wollte er sich überzeugen, wer da drinnen hause. Er suchte an dem riesigen Bunde den Schlüssel und öffnete endlich. „Allmächtiger, Herr Willmers, Sie?“ „Allerdings. Und wenn man glaubt, man könnte mich verstecken, während hier meine Konferenz tagt, hat man sich gründlich geirrt. Ich hau alles zusammen, wenn das noch einmal passiert!“ „Beruhigen Sie sich, lieber Herr Willmers, die Herren sind ja noch da und warten auf Ihr Erscheinen. Dort drinnen sitzen sie. „Wo?“ „Hier, Herr Willmers.“ Blinow wies auf das Zimmer, das Willmers zugeteilt worden war. Als er sich anschickte, die Tür zu öffnen, erhielt er einen Stoß vor die Brust, der nicht von Pappe war. In großem Bogen flog er ins Zimmer, von draußen wurde der Schlüssel herumgedreht und eine gemütliche Stimme sagte: „Nun ruhig, sonst gibt's was auf die Finger!“ Blinow verhielt„sich mäuschenstill. Donnerwetter! Er war in der Gewalt eines Irren. Und der war imstande, einen Mord zu begehen, wenn man ihn reizte. Also blieb man am besten vernünftig. Morgen früh, falls die Gefangenschaft so lange dauern sollte, kam ja Doktor Kühn zur Visite. Der Chefarzt war auch wieder da. Wenn der nun kontrollierte? Da gab's einen gepfefferten Anschnauzer. „O ich Narr!“ murmelte er.„Was wird nun mit den fünfhundert Mark, die mir Fräulein Elme zu verdienen geben wollte? Die sind zum Teufel!“ Daß einem aber auch alles schief ging! Unter Leuten, die nicht ganz normal waren, geschah so allerlei. Doktor Binder hatte ja stets Wert darauf gelegt, daß man die Kranken nicht reizte, wenn man sich nun schon einmal von ihnen hat überlisten lassen. So grübelte Blinow und wartete geduldig. Eine gehörige Nase würde es geben. Aber der Chef würde ja auch nicht wenig erschrecken, wenn er erfuhr, daß Willmers sich in dem gefährlichen Zimmer befunden hatte, das doch niemand betreten sollte. Wer mochte ihn nur eingeschlossen haben? Während sich der Wärter fast den Kopf zerbrach, besah sich Kommissar Frank in aller Ruhe den großen Schlüsselbund, den er Blinow noch im letzten Augenblick entrissen hatte, ehe er ihn einsperrte. Welcher der Schlüssel war nun der zu dem Zimmer Kronaus? Na, das mußte eben ausprobiert werden. Gelassen ging er in die Wärterloge. Da hing eine Dienstmütze und ein Mantel. Her mit dem Zeug! Hier auf dem Gang war es ohnehin sehr kühl. Wie ein richtiger Anstaltswärter saß nunmehr Frank in der Loge. So— nun mußte er erst mal überlegen, wie er Kronau finden konnte. Einfach alle Türen aufschließen und nachsehen? Das konnte unter Umständen gefährlich werden. Er wußte ja nicht, in welchem Zustand die wirklich Kranken sich befanden. Er überlegte hin und her, ohne zu einem Entschluß zu kommen. Da ertönten leichte Schritte. Eine Mädchengestalt stand vor der Tür. „Blinow, schnell, zu Karstens Zelle! Haben Sie den Schlüssel? Nummer sieben. Schnell, es ist keine Zeit zu verlieren!“ Elme hatte den Wärter nicht einmal richtig angesehen. Mit dem Schlüsselbund in der Hand folgte er ihr. Zelle sieben. So! Da hatte man es leicht. Gevatter Zufall meinte es ja herzlich gut mit ihm heute. „Schnell! Schnell!“ mahnte nochmals des Arztes Töchterlein. Das Mädchen war wie im Fieber. Und Kommissar Frank dachte: Alle Wetter, hier spiert wohl gar eine Liebesgeschichte? Kronau bekommt Besuch? Hätte das Mädchen ihm denn nicht hier heraushelfen können? Und wer ist denn das eigentlich? Ein kleines Mädelchen! Da gefällt dem Kranken am Ende diese Gefangenschaft ganz gut, und der gute Wieland Werther ist ein Schafskopf und ich bin noch ganz was anderes! Na, mal sehen, was sich daraus entwickelt. Zuverlässiges Personal hat dieser Binder! Der Wärter, den ich in mein Zimmer gesperrt habe, scheint wohl ein bißchen den Betreuer des Liebespärchens zu spielen. „Warten Sie hier!“ sagte Elme kurz, als er ihr aufjeschlossen hatte. Frank spähte an ihr vorüber. Aber in der Zelle war es dunkel. Natürlich, wer ließ denn einem Narren oder Irrsinnigen Licht! Nun, er würde ja sehen, was hier eigentlich los war. Was würde es weiter sein! Ein nettes, liebes Mädelchen machte Kronau einen Besuch. In der Dunkelheit, Hm. Er würde jetzt Kronau auf jeden Fall sprechen, soviel stand fest. Wenn das Mädel wieder heraus war; würde er, Frank, hineingehen. Drinnen hob Elme die kleine Taschenlampe hoch, daß ihr matter Schein geheimnisvolle Striche und Schatten an die Wand warf. „Ich bin gekommen, Herr Kronau. Bitte folgen Sie mir!“ „Fräulein Binder, Sie sind wirklich gekommen? Wie soll ich Ihnen danken!“ Elme antwortete nicht, faßte nach seiner Hand und zog ihn mit sich, und der Mann fühlte, daß die kleine Mädchenhand eiskalt war und zitterte. Draußen stand Frank, machte große Augen und fand kein Wort. „Blinow, Sie haben versprochen, zu schweigen. Der Herr muß noch heute nacht St. Sebastian verlassen. Schließen Sie die Zelle wieder zu!“ Jawohl, gnädiges Fräulein!" Die beiden verschwanden und Frank blickte hinter ihnen her. Auf einmal lachte er hellauf. Donnerwetter noch mal, das war köstlich! Nun, dann war es gut so. Es war wirklich Kronau=Holsten gewesen. Er kannte den Schloßherrn von Berlin her, als er bei Wieland Werther zu Besuch gewesen war. Uebrigens hatte ihm Werther ein Bild Kronaus mitgegeben, damit ja kein Irrtum entstehen konnte. Das war wirklich nett. Er, Frank, brauchte sich gar nicht weiter um Kronau zu kümmern. Für ihn gab es noch eine schwerere Aufgabe zu lösen: Er mußte den Doktor Binder stellen, den mußte er auf alle Fälle haben. Und nun konnte er den Wärter— Blinow hatte ihn das Mädchen genannt — herauslassen und ihm gehörig aufs Dach steigen, bis er alles gestand, was er wußte. Was hatte ihm das verliebte Mädel denn in die Hand gedrückt? Ein Päckchen. Kommissar Frank kam aus dem Staunen nicht heraus. Wahrhaftig, Geldscheine! Vierhundert, fünfhundert, achthundert Mark! Nanu? Ach so! Das Geld gehörte Blinow, der dort drinnen eingeschlossen war. Und wenn er schön brav war, sollte er das Geld auch haben, denn es war nun mal für ihn bestimmt gewesen. Frank schloß also das Zimmet auf. Blinow säh ihm mit wutentstellten Zügen entgegen und wollte sich auf ihn werfen. Aber da meinte Frank gemütlich: „Sachte Jungchen! Ganz vernünftig sein! Sonst fliegste nämlich mit'nein. Ins Zuchthaus, meine ich!“ „Ins Zuchthaus?“ „Ja! Weil eurem Verbrecherhandwerk nunmehr ein Riegel vorgeschoben wird!“ Allmächtiger, der Willmers war wirklich übergeschnappt! Jetzt sprach er gar von Verbrechen. Ob der Chef dem helfen konnte, war fraglich. Der schien unheilbar. Aber man mußte ihn schwatzen lassen, den bedauernswerten Kerl. Was sah er da? Der Irre hatte sich sogar eine Wärteruniform angezogen. Das war ja, um auf die Bäume zu klettern! „Das Fräulein hat Kronau befreit und ihn aus St. Sebastian fliehen lassen. Hier sind achthundert Mark. Sie gehören Ihnen. Wahrscheinlich, weil Sie mit dem kleinen Mädel im Bunde waren. Jedenfalls hat mich das Fräulein die ganze Zeit über für den Wärter Blinow gehalten. Sie war so erregt, daß sie mich nicht mal richtig angesehen hat. Ich bin nämlich Kommissar Frank aus Berlin und habe mir vorgenommen, euer sauberes Nest auszuheben.“ „Polizei? Ich habe doch nichts Unrechtes getan,“ stotterte der entsetzte Mann. „Das wollen wir dahingestellt sein lassen, ob einer was begeht, wenn er hinter dem Rücken des Chefs einen Kranken entfliehen läßt. Und wenn ihn zehnmal ein hübsches Zöfchen darum bettelt! Oder war's am Ende gar eine Pflegerin?“ „Herr Kommissar, es war ja die Tochter des Chefarztes, Fräulein Elme Binder.“ Waaas?“ fragte Frank gedehnt. „Es ist so, wie ich sagte.“ „Dann konnten Sie natürlich nicht ablehnen, umsoweniger, als Ihnen Geld versprochen wurde. Aber ich habe keine Zeit, Ihnen was zu erzählen. Begleiten Sie mich. Wir wollen erst noch mal nachsehen, ob alle Zellen und Zimmer ordnungsgemäß verschlossen sind.“ Blinow tat, wie ihm geheißen, aber er blickte sich dauernd nach dem neuen Patienten um, der nun auf einmal ein Polizeikommissar sein wollte. Vielleicht war er es in Wirklichkeit? Na, an den heutigen Tag wollte er denken, solange er lebte. Er war bereits an alles mögliche gewöhnt, aber heute— nee, was zu toll war, war zu toll! „Kommen Sie, wir wollen versuchen, ob wir Dr. Binder noch sprechen können.“ Blinow war alles gleich. Er trottete neben Kommissar Frank her und befolgte dessen Anordnungen. Merkwürdigerweise glaubte er jetzt fest daran, daß er wirklich einer von der Behörde sei. Und da hatte man sich ja sowieso zu fügen. „Doktor Binder ist zuweilen am Abend im Turmzimmer,“ sagte er nach einer Weile. „Gehen wir also dorthin.“ Das Turmzimmer war unverschlossen. Frank öffnete die Tür— und blieb wie angewurzelt stehen. Dann winkte er dem Wärter. „Ihr Chef— hat sich erschossen. Das klügste, was er tun konnte.“ „O du meine Güte!“ Blinow sah käsig aus, seine dicken Hände knöpften erregt an der Jacke umher. Frank betrat das Zimmer. Vor einem schönen alten Tisch war Doktor Binder zusammengesunken. Seine Rechte umklammerte noch die Waffe, mit der er sich den Tod gegeben hatte. Auf dem Tisch lag ein Brief mit der Aufschrift:„An meine Tochter Elme!“ Der Brief war versiegelt. Doktor Binder hatte also genau gewußt, was er tat, als ek sich nach oben begeben hatte. Ein verfehltes Leben war zu Ende! Und die Tochter hatte Kronau heute befreit! Die stand also dem Leben, das ihr Vater geführt, fern. Das war gut! Als Blinow gegangen war, stöberte der Kommissar ein wenig in dem Raum umher. Pötzlich blieb er stehen. Hm! Verteufelte Sache! Wenn dieser Doktor sich weiter nichts hatte zuschulden kommen lassen, als daß er Kronau hier festhielt, dann konnte man nicht viel unternehmen. Denn diese Befreiung sah doch stark nach etwas anderem aus. Und dann würde Kronau kein Interesse daran haben, den Vater seiner Braut nun noch hinterher bloßzustellen. Das mußte man natürlich erst wissen. Wie aber sollte man Kronau schnell erreichen? Frank betrachtete den Toten. Ein seltsamer Typ. Fast wie ein Japaner. Nun, das tat jetzt nichts zur Sache. Wichtig war nur, ob der Mann noch mehr auf dem Kerbholz hatte. War letzteres der Fall, dann konnte man keine Rücksicht nehmen. Dann mußte alles geklärt werden. Der Wärter meldete, die Herren von der Polizei kämen sofort. Dann setzte er hinzu: „Herr Doktor Binder war doch solch tüchtiger Mensch. Er hat vielen Kranken geholfen. Weshalb nur hat er so etwas Furchtbares getan? Oder wußte er, was Fräulein Elme vorhatte? Und ich habe ihr noch dabei geholfen!“ „Doch eher ich, lieber Mann!“ „Das war ja nur heute. Aber das Fräulein war schon gestern bei Herrn Karsten.“ „Blinow, Sie haben doch achthundert Mark bekommen, nicht wahr? Sie werden über alles schweigen. Das kleine Mädel soll nicht noch Unannehmlichkeiten haben. Man muß zunächst erst mal hören, was sie eigentlich zu der ganzen Sache zu sagen hat.“ „Jawohl, Herr Kommissar, das sehe ich alles ein. Aber daß unser Doktor so etwas tun konnte! Freilich, Sorgen hat er wohl gehabt in der letzten Zeit. Er war immerzu verreist. Aber— lieber Himmel, daß ich daran nicht gleich gedacht habe! Man müßte wohl Herrn Doktor Kühn, den Assistenzarzt, benachrichtigen.“ „Allerdings. Holen Sie den Herrn gleich hierher.“ Und Blinow tappte zum zweiten Male die schmalTreppe hinunter. Dabei murmelte er immer wieder: „So etwas zu machen! Ob er gar keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat, der arme Chef? Aber mir hat das Unglück in den Gliedern gelegen, die ganze Zeit über. Ich hab's gewußt, daß was kommt. Und der Kluge amüsiert sich heute toll bei der Verlobungsfeier seines Bruders und hat keine Ahnung, was inzwischen hier passiert ist.“ Doktor Kühn wollte gerade einen Rundgang antreten, als der Wärter auf ihn zukam. Doktor Kühns Gesicht verfinsterte sich. „Was soll das heißen, Blinow? Ich las an der Tafel, daß Sie Kluges Nachtdienst übernommen haben. Weshalb sind Sie dann nicht auf Ihrem Posten?“ Da berichtete ihm der Wärter mit zitternder Stimme, was geschehen war. Der junge Arzt erschrat. „Ja, aber— das ist ja— das— ich komme selbstverständlich mit. Wer, sagten Sie, ist oben? Ein Detektiv? Wir haben— ich meine, wir haben gar nicht gewußt, daß im Turmzimmer so etwas passiert ist, und es ist schon ein Detektiv da?“ „Verzeihen, Herr Doktor, der Detektiv ist doch der neueingelieferte Patient.“ „Sind Sie vielleicht verrückt, Blinow?“ „Nein! Obwohl es heute nicht mal'n Wunder wäre. Es muß etwas los gewesen sein bei uns, wovon wir alle keine Ahnung gehabt haben. Vielleicht hat nur der Che alles gewußt. Und mit dem Karsten hat es zusammengehangen.“ „Ach so!“ Doktor Kühn fingerte erregt an seiner Krawatte herim. Mein Gott, was war denn nur geschehen? Es war doch immer geordnet und ruhig zugegangen in St. Sebastian. Viele Kranke waren zuletzt nur ungern hier weggegangen. Alle waren sie mit Doktor Binder zufrieden gewesen. Wußte denn Fräulein Elme schon, was passiert war? Er hätte es ihr sicher schonender sagen können als zum Beispiel der gute tolpatschige Wärter Blinow. „Wie hat denn Fräulein Elme die Nachricht von dem Unglück aufgenommen?“ fragte Doktor Kühn. als sie zusammen den Turm betraten. „Das gnädige Fräulein weiß noch gar nichts. Es ist nämlich mit Karsten ausgerückt. Ich meine, Karsten ist abgereist, und Fräulein Elme hat ihn begleitet.“ „Blinow, sagen Sie die Wahrheit?“ „Aber gewiß, Herr Doktor, wie werde ich denn jetzt lügen! Es ist so. Karsten ist fort, mit ihm Fräulein Binder.“ Doktor Kühn kam sich vor wie vor den Kopf geschlagen. Schweigend schritt er mit dem Wärter die enge Treppe hinauf. Oben stand er dann fassungslos vor dem Toten. Kommissar Frank sagte höflich: „Ich nehme natürlich ohne weiteres an, daß Sie keine Ahnung davon hatten, daß man Kronau widerrechtlich hier festgehalten hat. Die Verwandten von Kronau haben das veranlaßt. Wie weit Doktor Binder mitschuldig war, wird sich erst herausstellen, wenn ich Kronau persönlich gesprochen habe, was wahrscheinlich schon morgen oder übermorgen der Fall sein wird. Und— es darf natürlich kein Auf sehen erregt werden. Der traurige Fall an und für sich, ich meine der Selbstmord Binders, wird natürlich schon Staub genug aufwirbeln. Aber das wird schnell wieder verebben, wenn zunächst nicht noch alle möglichen Gerüchte in Umlauf gesetzt werden. Ich wollte Sie bitten, bis auf weiteres die Leitung der Anstalt zu übernehmen. Denn es befinden sich doch noch Kranke hier. Für die muß gesorgt werden, sie müssen ihre Pflege haben wie sonst.“ „Selbstverständlich, Herr Kommissar, ich werde meine Pflicht tun.“ Die Herren besprachen dann noch einiges und der Wärter sah mit geröteten Augen auf den Toten.