Bote für das Emmertal Bezugspreis: Für diesen Monat 1.50 Reichsmark frei Haus. Erscheint sechsmal wöchentlich mit Ausnahme von Sonn= u. Feiertagen Für die Schriftleitung verantwortlich: Karl Simonowski, Steinheim i. Westf., Fernruf Nr. 352 Amtliches Verordnungsblatt murnzeigenpreis: Für 1 mm Höhe, 45 mm breit 5 Pfg., im Textteil 1 m Höhe, 90 mm breit 20 Pfg. Beilagengebühr je 100 RM. 1. Sämtliche Anzeigen sind nach Steinheim i. Weftf. zu senden Druck und Verlag: Karl Simonowski, Steinheim i. Westf. Nr. 1 Steinheim, Montag, 2. Januar 1939 46. Jahrgang Ausbau der Wehrmacht Das Schwert des Reiches Schirm und Schutz des deutschen Volkes. Die Schaffung des Großdeutschen Reiches ist nicht zuletzt möglich geworden, weil hinter dem Recht die Macht stand, weil eine starke deutsche Wehrmacht bereit stand, den Rechtsanspruch des deutschen Volkes durchzusetzen. Volk und Wehrmacht waren eine Einheit, in einer Hand für ein großes Ziel: die Vollendung der nationalen Gemeinschaft. Ermöglicht wurde diese Einheit durch die zielstrebige Planung Adolf Hitlers, der zu Beginn des historischen Jahres die Konzentration der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Kräfte des Reiches durch persönliche Uebernahme des Oberbefehls über die Wehrmacht verwirklichte, zur Abwehr aller Gefahren gegenüber dem schrankenlosen Aufrüstungswillen der Versailles=Mächte und ihrer Mitläufer. An die Stelle des Reichskriegsministeriums trat das Oberkommando der Wehrmacht unter Führung des Generalobersten Keitel als militärischer Stab unter unmittelbarem Befehl des Obersten Befehlshabers, Adolf Hitler. Für Generaloberst von Fritsch, den der Führer später durch Ernennung zum Chef des Artillerieregiments 12 ehrte, übernahm Generaloberst von Brauchitsch den Oberbefehl über das Heer, während der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, zum Generalfeldmarschall ernannt wurde. In dem großen Leistungsbericht über fünf Jahre nationalsozialistischer Aufbauarbeit am 21. Februar 1938 gab der Führer Auskunft über diese Maßnahmen. Er )zerriß damit zugleich das Lügengewebe gewisser Auslandsjournalisten und gab eindeutig Erklärungen über Partei, Staat und Wehrmacht ab. Adolf Hitler konnte mit Stolz die Verwirklichung jenes Punktes des Parteiprogramms, das die Errichtung eines großen starken deutschen Volksheeres vorsah, bekanntgeben. Mit der Feststellung, daß die Partei das Reich politisch führt und die Wehrmacht dieses Reich militärisch verteidigt— beide Säulen des Staates verklammert durch die Person des Führers— wurde alles Gerede des Auslandes über angebliche Differenzen gegenstandslos.„Und so wie die deutsche Wehrmacht diesem Staat des Nationalsozialismus in blinder Treue und blindem Gehorsam ergeben ist, so sind dieser nationalsozialistische Staat und seine führende Partei stolz und glücklich über unsere Wehrmacht." Die Errichtung Großdeutschlands, die Heimkehr der Ostmark und des Sudetenlandes, haben vor aller Welt die Richtigkeit dieser Führerworte erwiesen. Weil die deutsche Nation ein geschlossener Block unter nationalsozialistischer Führung und geschützt durch unsere Wehrmacht war, konnte das große Ziel Adolf Hitlers, die Zurückführung von zehn Millionen in das Reich der Deutschen, verwirklicht werden. Angesichts des Wettrüstens der Staaten und der internationalen Hetzen wurde der Ausbau der deutschen Wehrmacht unter Einsatz starker Mittel weitergeführt und auch jenes andere Programm, das der Führer in seiner Reichstagsrede angekündigt hatte, verwirklicht, daß Stahl und Eisen das deutsche Volk und die deutsche Heimat unter ihren Schutz nehmen, wenn jemals internationale Hetze und Brunnenvergiftung den Frieden unseres Reiches brechen sollten. Auf dem Reichsparteitag Großdeutschlands gab Hermann Göring zum erstenmal Auskunft über das gewaltige Befestigungswerk an der deutschen Westgrenze, und wenige Tage später zeigte der Führer in seiner historischen Rede auf dem Nürnberger Schlußkongreß, daß während des Sommers 450 000 Mann einen Wall aus Stahl und Beton in mehreren Linien und in einer Gesamttiefe bis zu fünfzig Kilometer mit 17 000 Panzerund Betonwerken errichteten und damit das gigantischste Befestigungswerk aller Zeiten aufführten. Diese Maßnahmen zusammen mit einer weiteren Verstärkung des Heeres und der Luftwaffe wurden vom Führer am 28. Mai 1938 befohlen auf Grund der kritischen Maitage, als Prag mobilisierte. Diese außerordentlichen militärischen Maßnahmen haben vom deut schen Volk Opfer verlangt, und der Führer hat darauf hingewiesen, aber diese Opfer haben uns den Frieden gerettet und waren deshalb klein und notwendig. Die deutsche Rüstung ermöglichte es, daß in letzter Stunde die Vernunft siegte und ohne Schwertstreich das Ziel Adolf Hitlers, der jahrhundertealte Sehnsuchtstraum der Deutschen, verwirklicht wurde. Da die Kriegshetzer in aller Welt, die in den Tagen von München schwiegen, erneut ihr frevelhaftes Spiel aufnahmen, fah sich der Führer gezwungen, am 9. Oktober auf der Treuekundgebung des Gaues Saarpfalz bekanntzugeben, daß der Ausbau unserer Befestigungen im Westen mit erhöhter Energie fortgesetzt wird. Die beiden großen Gebiete, die bisher vor diesen Befestigungen lagen, der Aachener und der Saarbrückener Abschnitt, wurden in den Festungswall der deutschen Westmark einbezogen. All diese Maßnahmen zur Sicherung des Friedens umfaßten die gesamte deutsche Wehrmacht und blieben etwa auf das Heer allein beschränkt. Mit berechVölkerfront Antijüdische Entschließungen in ganz Polen. Die polnische Oeffentlichkeit verlangt kategorisch eine gesetzliche Regelung der Judenfrage in Polen. Der im Parlament eingebrachte Gesetzesantrag des Abgeordneten Stoch über die„vorläufige Staatsangehörigkeit der Juden“ ist mit einem Beifall aufgenommen worden, der von neuem zeigt, wie stark und unaufhaltsam die antijüdische Bewegung im polnischen Volke ist. Ueberall im Lande werden Entschließungen gefaßt. in denen von den dort einheimischen Parlamentsvertretern erwartet wird, daß sie sich dem Gesetzesantrag anschließen. So wurde in Kalisch eine Entschließung von verschiedenen Organisationen gefaßt, in der es heißt, sämtliche Polen seien entschlossen, rücksichtslos den Kampf mit dem jüdischen Element aufzunehmen und einen scharfen wirtschaftlichen und kulturellen Boykott des Judentums durchzuführen. Sittenloses Treiben einer jüdischen Emigrantin Die Belgrader Zeitung„Vreme“ weiß von einer jüdischen Emigrantin aus Wien zu berichten, die mit einem ganzen Anhang von Rassegenossen in dem Badeort Lumbad auf der Adria=Insel Korschula lebt. Die Jüdin bewog einen armen dalmatinischen Fischer, sich der Form nach mit ihr zu verheiraten, da ihre Aufenthaltserlaubnis zu Ende ging, und sie auf diese Weise die jugoslawische Staatsangehörigkeit errang. Nach der Eheschließung zahlte sie ihrem„Mann" 25000 Dinar aus, der verabredungsgemäß in sein heimatliches Dorf zurückkehrte, während sie in Lumbad weiterlebte. Da die Empörung der sittlich hochstehenden und streng religiösen Bevölkerung über den sittenlosen Lebenswandel der Jüdin immer mehr anwuchs, mußte das ungleiche Ehepaar auf Anordnung der Behörde zusammenziehen, doch verlangte die Bevölkerung gebieterisch den Wegzug der Jüdin von der Insel, da sie auch jetzt noch ihr sittenloses Treiben fortsetzte. Der Fischer, der sich an sie verkaufte, wurde aus seiner dörflichen Gemeinschaft ausgestoßen. Ein tschechischer Appell Immer häufiger und dringender werden im tschechischen Volk die Rufe nach einer raschen und aründlichen Lösung der Judenfrage in der Tschecho=Slowakei. Es vergeht kein Tag, an dem nicht in der tschecho=slowakischen Presse. die nun nicht mehr die Rache des Judenknechts Benesch zu fürchten braucht, die Notwendigkeit unterstrichen wird, auch auf diesem Gebiet reinen Tisch zu machen. Sehr beachtenswert ist eine Folgerung, die die der tschechischen Einheitspartei nahestehende Zeitung„Vecer“ zieht, und die in der Forderung gipfelt, zur wirksamen Abwehr des internationalen Judentums eine Front nationalbewußter Staaten zu bilden. tigten Stolz konnte der Generalfeldmarschall auf den Nürnberger Parteitag feststellen, daß Deutschlands Luftwaffe die technisch modernste, einsatzbereiteste und zahlenmäßig stärkste der Welt ist. Auch der Ausbau der deutschen Kriegsflotte nahm seinen Fortgang. Mit der Heimkehr der Östmark übernahm die deutsche Kriegsmarine die Tra dition der alten k. u. k. Kriegsmarine, und im Mai wurde eine Donauflotte aufgestellt. In Gegenwart des ruhmreichen Führers der alten österreichischungarischen Kriegsmarine, des ungarischen Reichsverwesers und Admirals Horthy, lief am 22. August der Kreuzer„J“ in Kiel vom Stapel und wurde auf den Namen„Prinz Eugen“ getauft, nachdem drei Monate vorher das Schlachtschiff„Gneisenau“ in Dienst gestellt worden war. Im letzten Monat des Jahres lief der erste deutsche Flugzeugträger von Stapel und wurde von der Gräfin von BrandensteinZeppelin auf den Namen ihres Vaters„Graf Zeppelin" getauft. Die deutsche Wehrmacht hat in diesem historischen Jahr ihre Bewährungsprobe bestanden, auch wenn der letzte Einsatz nicht notwendig wurde. Auf sie gestützt, konnte der Führer die Forderungen des deutschen Volkes durchsetzen und in beiden Fällen, in der Östmark und im Sudetenland, haben sich die deutschen Soldaten als moralische Eroberer bewiesen. Sie haben— und das ist auch von den Tschechen anerkann worden— ein Bild der Disziplin und der Einsatzbereitschaft abgegeben. Die Geschütze schwiegen, und stattdessen rauchten die Feldküchen: die deutsche Wehrmachi kam als Befreierin und nicht als Eroberer. Dafür gebührt dem letzten Mann und dem letzten Offizier der Dank der Nation, und in diesen Dank seien eingeschlossen all die Reservisten und die Arbeiter und die Männer des Arbeitsdienstes, die an den Westbefestigungen gearbeitet haben. Sie alle sind dem Rufe des Führers gefolgt und haben mancherlei Unbill und Opfer auf sich genommen. Sie haben aber der Welt gezeigt, daß das deutsche Volk ein Volk in Waffen ist. Die Tugenden deutschen Soldatentums haben die gesamte Nation erfaßt und prägen sie zu einem entschlossenen Willensblock von 80 Millionen. Geschützt von einer starken Wehrmacht können wir an die Arbeit eines neuen Jahres gehen in dem Bewußtsein, daß ein scharfes Schwert Schirm und Schutz dieser Arbeit ist, damit sie vicht vergeblich ist. gegen Juda! Kowno lenkt ein Die litauische Staatspolizei in Memel aufgelöst.— Einstellung von Memelländern bei den Behörden. Die litauische Staatsregierung hat auf Vorschlag des Gouverneurs in Memel beschlossen, mit sofortiger Wirkung die Staatssicherheitspolizei im Memelgebiet aufzulösen. Ein weiterer Beschluß besagt, daß bei den litauischen Behörden im Memelgebiet, die Post, Eisenbahn, Zoll, Grenzpolizei und beim Gouverneur als Beamten und Angestellten den Bewohnern des Memelgebiets der Vorzug gewährt werden soll. Die seinerzeit entlassenen oder versetzten Beamten aus dem Memelgebiet sollen nach Möglichkeit wieder auf ihre früheren Stellungen zurückversetzt werden. Schließlich hat die Regierung beschlossen, auf den vom Direktorium ausgegebenen Anslandspässen von jetzt ab auch die Bezeichnungen in deutscher Sprache zuzulassen. 50 Angeklagte im Filmskandal Lawinenartiges Anschwellen der Schadensumme. Die Pariser Skandalaffäre der Filmjuden Natan-Tannenzapf und Genossen nimmt von Tag zu Tag immer größere Ausmaße an, die in vieler Hinsicht an den StaviskySkandal erinnern. Ursprünglich meldete die Presse, daß es sich bei den Betrügereien dieses aus Rumänien stammenden jüdischen Prachtexemplars nur um 7 Millionen Franken handele. Von einem Tag zum anderen erhöht sich die Summe der Unterschlagungen und Betrügereien, so daß jetzt schon von 700 Millionen Franken gesprochen wird, die in die unergründlichen Taschen der jüdischen Verbrecher flossen. Es handelt sich hierbei also nur um den augenblicklichen Stand der Schadensumme. Der„Matin" meldet auf Grund der gerichtlichen Untersuchung, daß bereits mehr als 50 Personen unter Anklage gestellt würden. Das Blatt meint jedoch, daß diese Zahl sich im Laufe der Verhöre in dem gleichen Maße erhöhen werde, wie der Untersuchungsrichter die Rolle all der Komplicen des raffinierten jüdischen Film= und Finanzmagnaten feststellen würde. Ebenso wie der„Matin“, stellen auch andere Blätter die Frage, wer die Beschützer des Juden Natan=Tannenzapf und seiner Genossen gewesen seien, die so lange Jahre und ungestört ihre Betrügereien durchführen konnten. Bekanntlich war der Jude Hirsch alias Cerf ein Günstling der Volksfront=Regierungen. Bei festlichen Empfängen und Gastmahlen der Bande Tannenzapf=Hirsch waren wiederholt Volksfrontminister und namhafte Volksfrontjuden, an der Spitze Léon Blum, zu Gast. Blum ein Freund der jüdischen Verbrecher Der„Jour“ klagt die Volksfront=Regierung Leon Blums, der ein guter Freund der angeklagten jüdischen Gauner sei, an, daß sie gleich nach ihrer Regierungsübernahme die gerichtliche Strafverfolgung dieser Verbrecherbande verhindert habe. Die„Liberté" betont in diesem Zusammenhang, daß der jüdische Marxistenchef Blum sich von diesem Schlag nicht so leicht erholen werde. Der„Petit Parisien“ berichtet von einem Justizrat, der einem bekannten Restaurationsbesitzer in Dijon seinerzeit auf die Frage, was er von den Aktien der Pathé=Natan=Gesellschaft halte, geraten habe, diese Aktien sofort zu verkaufen, denn er (der Gerichtsrat) werde die Besitzer wegen großer Betrügereien in Kürze verhaften lassen. Wie der„Petit Parisien“ bemerkt, handelt es sich um den im Anschluß an den Stavisky=Skandal auf geheimnisvolle Weise ums Leben gekommenen Justizrat Prince. Welchen Zusammenhang der Tod Princes, der seinerzeit gräßlich verstümmelt auf den Eisenbahnschienen der Strecke Dijon—Paris aufgefunden wurde. mit dem schon im Jahre 1935 laufenden Betrugsskandal Pathé=Natan hat, müßse schnellftens geklärt werden. Die Reichspost im Jahre 1938 Ein Spiegelbild des deutschen Aufstiegs. Der großartige Aufstieg von Volk und Wirtschaft im abgelaufenen Jahre kennzeichnet auch die Entwicklung in den Dienstzweigen der Deutschen Reichspost. Durch ungewöhnlich hohe Anforderungen sind die Leistungen erheblich gestiegen. Die Steigerung wirkte sich namentlich im Fernmeldedienst aus. Auch die Leistungszahlen im Brief= und Paketdienst zeigen einen erheblichen Anstieg, der besonders durch die Einberufungen zum Wehrdienst und zu Arbeitsleistungen an der Westgrenze verursacht war. So ist die Zahl der beförderten Briefsendungen von 6740 Millionen Stück im Kalenderjahr 1937 auf 7050 gestiegen. Die Zahl der Paketsendungen hat sich von 303 auf 321 Millionen Stück erhöht. Im Luftpostdienst wurden an Postsendungen rund 50 v. H. mehr befördert als im Vorjahr. Für die Arbeiterbeförderung an der Westgrenze sind bis zu 2500 Kraftomnibusse eingesetzt worden. Zehntausenden von sudetendeutschen Flüchtlingen wurden mit Kraftomnibussen befördert. Am Jahresende umfaßte das Kraftpostnetz der Reichspost rund 3050 Linien mit 82000 Kilometer Streckenlänge, wobei das Land Oesterreich und der Sudetengau mit eingeschlossen sind. Die außergewöhnlich starke Entwicklung des Rundfunks hat sich auch im Jahre 1938 fortgesetzt. Die zehnte Hörermillion wurde bereits im Oktober erreicht. Durch Einbeziehung der Östmark ergibt sich für Großdeutschland(ohne Sudetenaau) eine Gesamtzahl von über elf Millionen Hörern. Adolf Hitlers Dank an das schaffende Deutschland. Große Aufgaben für die Zukunft. Der Führer hat zum Jahreswechsel folgenden Aufruf erlassen: Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen, Parteigenossen! In ergriffener Dankbarkeit gegenüber dem gnädigen Wirken der Vorsehung verläßt das nationalsozialistische Deutschland das Jahr 1938. In ihm geht nicht nur das sechste Jahr der nationalsozialistischen Revolution und der durch sie errichteten neuen Volks= und Staatsführung zu Ende, sondern vor allem das ereignisreichste Jahr der Geschichte unseres Volkes seit vielen Jahrhunderten. Wenn die Arbeit der nationalsozialistischen Bewegung und unserer Partei in den ersten fünf Jahren seit 1933 vorwiegend der Ueberwindung der inneren, politischen, sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Not unseres Volkes galt, dann gelang es in den hinter uns liegenden zwölf Monaten, das größte Problem unserer außenpolitischen Lage zu lösen. Wer wird angesichts des heute aufgerichteten Großdeutschen Reiches nicht in bewegter Ergriffenheit zurückdenken an das, was wir vor sechs Jahren vorfanden. Und wer will nach einem so unerhörten Wandel im Leben eines Volkes noch länger die Richtigkeit der angesetzten Kräfte sowohl als der angewandten Methoden bestreiten? In Deutschland— niemand, der nicht bewußt das Unglück unseres Volkes will. In der Umwelt freilich alle jene, die die Wiederauferstehung des Reiches, ganz gleich aus welchen Gründen, ablehnen zu müssen glauben. Wenn ich am Abschluß dieses reichsten Erntejahres in unserer Geschichte zurückblicke, dann erfüllt mich neben dem tiefsten Dank an die Vorsehung der Dan! an meine Partei! Die nationalsozialistische Bewegung hat dieses Wunder vollbracht. Wenn der Herrgott dieses Werk gelingen ließ, dann war die Partei sein Werk zeug. Sie hat mir nun bald zwei Jahrzehnte lang in unverbrüchlicher Treue als Instrument geholfen, die Voraussetzungen zu schaffen, die den deutschen Wiederaufstieg einleiten und erzwingen konnten. Sie hat jene innere Geschlossenheit unseres Volkskörpers in den vielen Jahren einer unermüdlichen Arbeit geformt, die es mir nun ermöglichte, in entscheidender Stunde, die geballte Kraft der ganzen Nation hinter mir wissend, das Lebensrecht unseres Volkes vertreten zu können, auch auf die Gefahr der letzten und schwersten Konsequenzen hin. Alle die Führer und Führerinnen der Partei, ihrer Kampforganisationen sowie ihrer angeschlossenen Verbände und alle die Millionen bewußter, aber namenloser Parteigenossen und Parteigenossinnen, alle diese aktiven Nationalsozialisten können am Ende des Jahres 1938 mit Be friedigung und Stolz auf die durch ihre Arbeit mitermöglichte Schaffung des Großdeutschen Reiches blicken. Die durch den Nationalsozialismus erfolgte Aufrichtung einer neuen Volksgemeinschaft und eines unerschütterlichen politischen Regimes gestattete es mir auch, den Aufbau der neuen deutschen Wehrmacht durchzuführen. Sie hat in diesem Jahr ihre erste große Bewährungsprobe abgelegt. Offizier und Mann wetteiferten miteinander im Einsatz für das nationalsozialistische Großdeutsche Reich. Das deutsche Volk aber ist wieder stolz auf seine Soldaten! Der Staat selbst und seine Verwaltung haben in diesem Jahr eine Aufgabe ersten Ranges hervorragend gelöst. Ueber allem aber fliegt mein Dank dem ganzen deutschen Volke zu. Es hat durch seine wunderbare Haltung wesentlich beigetragen, einer suchenden Umwelt die letzten Hoffnungen auf das Wiederaufbrechen des alten Erbübels der Deutschen zu nehmen. Keiner der sogenannten demokratischen Staatsmänner hatte in diesem Jahre auch nur annähernd das Recht, so sehr im Namen seines Volkes zu sprechen, als ich. Dies hat mitgeholfen, ohne Krieg eine europäische Frage zu lösen, die so oder so einmal gelöst werden mußte. Der Fleiß des deutschen Bauern hat uns dabei die Ernährung des deutschen Volkes sichergestellt. Der deutsche Arbeiter aber hat es fertiggebracht, in unserer Wirtschaft die Produktion auf das außerordentlichste zu steigern. Mein besonderer Dank gilt den Hunderttausenden, die die Westfront des Reiches mit jenem Wall von Panzer und Beton umgeben haben, von dem wir wissen, daß keine Macht der Welt ihn jemals aufbrechen wird. In dieser selben Zeit hat die Organisationsfähigkeit unseres Volkes Triumphe gefeiert. Neben die glanzvollen Leistungen auf dem Gebiete der Wirtschaft und auf dem unserer allgemeinen Verwaltung. Es wird aber einmal in der Geschichte besonders vermerkt werden, daß— trotz dieser äußersten politischen Spannungen und gigantischen Anstrengungen und Erfolge— das kulturelle Leben in keinem Augenblick zum Stillstande kam, sondern im Gegenteil auf einen wunderbaren Aufstieg hinzuweisen vermag. So hat die nationalsozialistische Volksgemeinschaft auf allen Gebieten ihres reich gegliederten Lebens in dem zurückliegenden Jahre gutgemacht, was Jahrzehnte, ja Jahrhunderte vorher an unserem Volke sündigten. Jenen aber, die im Glauben an diese Volksgemeinschaft, seit Jahren, ja Jahrzehnten leiden mußten, und die vielleicht die Errichrung des Großdeutschen Reiches selbst nicht mehr erleben durften, mag es über das Grab hinaus noch ein Trost sein, daß aus ihrem Leid das Glück und die Freude von unzähligen Millionen erwuchs. Sie haben damit nicht umsonst gelitten und sind nicht umsonst gefallen. Denn das Jahr 1938 ist zugleich das Jahr der Ablegung des größten Bekenntnisseseines Volkes. Zweimal wurden in dieser Frist Deutsche zur Wahl gerufen. Das erstemat im Altreich mit den Volksgenossen unserer neuen deutschen Östmark und das zweitemal die nunmehr ebenfalls zum Reich gestoßenen Sudetendeutschen Somit hat in diesem Jahre zum ersten Male in der Geschichte unseres Volkes ganz Deutschland seinem politischen Willen feierlichen Ausdruck gegeben, zum nationalsozialistischen Großdeutschen Reiche zu stehen und von ihm niemals mehr zu lassen, komme, was kommen wolle! Die Aufgaben der Zukunft sind folgende: Die erste Aufgabe ist und bleibt— wie in der Vergangenheit immer wieder— die Erziehung unseres Volkes zur nationalsozialistischen Gemeinschaft. Die zweite Aufgabe liegt im Ausbau und in der Verstärkung unserer Wehrmacht. Die dritte sehen wir in der Durchführung des Vierjahresplanes, in der Lösung des Problems unseres Arbeitermangels und besonders in der wirtschaftlichen Eingliederung der neuen Reichsgebiete. Außenpolitisch ist der Platz Deutschlands vestimmt und festgelegt. Die Verpflichtungen, die aus unserer Freundschaft für das faschistische Italien erwachsen, sind uns klare und unverbrüchliche. Unser Verständnis für die geschichtliche Rolle Mussolinis im Dienste der Erhaltung des Friedens des vergangenen Jahres zwingt uns zu tiefer Dankbarkeit. Wir danken aber auch den anderen Staatsmännern, die es in diesem Jahre unternommen hatten, mit uns Wege zu einer friedlichen Lösung der unaufschiebbaren Fragen zu suchen und zu finden. Im großen Weltraum ist unsere politische Einstellung bedingt durch den Anti=Komintern=Vertrag. Im übrigen aber haben wir wie immer nur den einen Wunsch, daß es auch im kommenden Jahr gelingen möge, zur allgemeinen Befrie dung der Welt beizutragen. Möge die Gnade des Herrgotts dabei unser deutsches Volk auf seinem Schicksalsweg begleiten. Es lebe die nationalsozialistische Bewegung, es lebe unser deutsches Volk und unser Großdeutsches Reich! Berchtesgaden, 31. Dezember 1938. gez. Adolf Hitler. Neujahrskundgebungen zum Jahreswechsel Die Leiter der Parteigliederungen haben aus Anlaß des Jahreswechsels eine Reihe von Kundgebungen erlassen, in denen sie mit Freude und Stolz der Schaffung des Großdeutschen Reiches gedenken, dem Führer für seine historische Tat danken und ihm auch für die Zukunft unerschütterliche Treue und rastlose Mitarbeit an seinem Aufbauwerk geloben. Dr. Ley an die Politischen Leiter „Allen Politischen Leitern und Mitarbeitern in der NSDAP. und in der Deutschen Arbeitsfront sage ich für die unermüdliche treue Arbeit im Jahre 1938 meinen herzlichen Dank. Es war ein Jahr seltener Größe und eines einzigartigen Erfolges. Auch Ihr, meine Kamera den, habt durch Eure Zähigkeit und Euren unerschütterlichen Glauben Euren Anteil daran. Ist es nicht wunderbar und einmalig, in dieser Zeit leben und einem Manne wie unserem Führer in Treue dienen zu können? Wir danken dem Schicksal für dieses Glück, und wir bitten den Himmel, daß er uns den Führer auch im neuen Jahre gesund und stark erhalten möge! Es lebe der Führer! Es lebe unser herrliches Volk! Heil Hitler! Dr. Robert Ley." Der Reichsarbeitsdienst gelobt: Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl erläßt folgende Neujahrskundgebung: „Das zurückliegende Jahr 1938 wird in die Geschichte eingehen als eines der bedeutungsvollsten für Deutschland und Europa. Wir danken dem Führer, dem Schöpfer Großdeutschlands! Wir wollen unseren Dank abstatten, indem wir uns auch im neuen Jahr— jeder an seiner Stelle— mit voller Hingabe für die großen Aufgaben einsetzen, die der Führer dem Reichsarbeitsdienst gestellt hat: ein stets einsatzbereites, zuverlässiges Werkzeug der Staatsführung und die Schule der sozialen und arbeitsethischen Erziehung der deutschen Jugend zu sein. Es lebe der Führer, es lebe Großdeutschland!“ Himmler an 4 und Polizei Der Reichsführer ½ und Chef der Deutschen Polizei hat an alle ½=Männer und Angehörigen der deutschen Polizei einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: Ein Jahr großer Erfolge ist beendet. Durch seine Tatkraft und seinen Willen hat der Führer in diesem Jahr 10 Millionen Deutschen die Heimat gegeben. Wir Männer der ¼ und Polizei durften zu unserem bescheidenen Teil an diesen geschichtlichen Taten mithelfen. Ich erwarte, daß ihr euren Dank an den Führer durch nimmermüde Pflichterfüllung, durch einen niemals zu brechenden Mut und durch tatenfrohe, der ewigen Zukunft unseres Volkes bewußte Einsatzbereitschaft an jedem Tag des neuen Jahres abstattet. Neef an die Beamten Reichsbeamtenführer Hermann Neef hat zum Jahreswechsel einen Aufruf an die im Reichsbund der Deutschen Beamten zusammengeschlossene Beamtenschaft Großdeutschlands gerichtet, in dem es u. a. heißt: Das Jahr 1938 trägt die Kraft und den Glanz des im Nationalsozialismus geeinten und seinem Führer gläubig und unerschütterlich folgenden deutschen Volkes. Das neue Jahr muß uns des alten würdig finden. Ihr, Männer und Frauen der öffentlichen Verwaltung, habt dafür zu sorgen, daß die Staatsapparatur leistungsfähig und für alle Anforderungen gerüstet ist. Im Altreich sowie in der Östmark und im Sudetenland warten eurer grundlegende und umfassende Aufgaben des Auf= und Ausbaues. Wir müssen dahin streben, daß die Staatsverwaltung in Geist und Tat dem politischen Leben der Nation entspricht und die Beamtenschaft so stets ein wirkliches Instrument der Staatsführung ist. Schirach: Jahr der Gesundheitspflicht Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach, erläßt zum Jahresbeginn eine Botschaft an die Hitler=Jugend, in der er feststellt, daß das Jahr der Verständigung, das jetzt abgeschlossen hinter uns liegt, den erhofften Erfolg gebracht hat. Weiter führt er aus: Am ersten Neujahrstag des Großdeutschen Reiches blicken wir voll Dankbarkeit auf unseren Führer, der die Jugend der alten Östmark und des Sudetenlandes befreite und heimholte in die Gemeinschaft, die seinen Namen trägt. Um dem Führer Freude zu machen, wollen wir das Jahr 1939 zur gesundheitlichen Ertüchtigung seiner Jugend verwenden Es gilt, die Leistungsfähigkeit unseres Volkes durch vernünftige Lebensführung der jungen Generation zu erhöhen, und das könnt ihr, meine Kameradinnen und Kameraden, aus eigenem Willen vollbringen: 1. durch sportliche Arbeit an euch selbst und systematisch betriebene Leibesübungen; 2. durch Vermeidung solcher Genußmittel, die dem jugendlichen Organismus schweren Schaden zufügen. Jungen und Mädel des Führers! Ihr habt die Pflicht, gesund zu sein. Mit dieser Parole erkläre ich das Jahr der Jugend 1939 zum Jahr der Gesundheitspflicht! Neue Aufgaben des Der Korpsführer des NS.=Fliegerkorps, Generalleutnant Christiansen, hat aus Anlaß des Jahreswechsels einen Korpsbefehl erlassen, in dem nach einem Rückblick auf die großen Ereignisse des 12. März und 1. Oktober gesagt wird: Im vergangenen Jahr wurden auf allen Gebieten, deren Betreuung dem NS.=Fliegerkorps obliegt, große und nachhaltige Erfolge erzielt, und die ganze Volksgemeinschaft nahm regen Anteil an den Leistungen und Erfolgen unseres Korps. Unsere Arbeit dient dem Führer. Das Jahr 1939 wird an die Einsatzbereitschaft und die Leistungsfähigkeit des NS.=Fliegerkorps erneut hohe Anforderungen stellen. Kameraden, ich weiß, daß ihr diesen Anforderungen gewachsen sein werdet. Wir marschieren auch im neuen Jahr im gleichen Schritt und Tritt mit der Partei und ihren Gliederungen weiter. Heil Großdeutschland! Heil unserem Führer! Der NS.=Reichskriegerbund an den Führer Dem Führer und Reichskanzler hat der Reichskriegerführer, ½=Gruppenführer Generalmajor a. D. Reinhard, zum Jahreswechsel die treukameradschaftlichen Wünsche aller im NS.=Reichskriegerbund vereinigten ehemaligen Soldaten der früheren und der heutigen Wehrmacht übermittelt. In dem Schreiben dankt der Reichskriegerführer dem Führer für den ihm im vergangenen Jahre erteilten Auftrag zur Zusammenfassung aller ehemaligen alten und jungen Soldaten und das dadurch begründete große Maß von Vertrauen zum NS.=Reichskriegerbund. Dieser Beweis der kameradschaftlichen Verbundenheit des Führers mit seinen einstigen Kriegskameraden und den gedienten Soldaten der heutigen Wehrmacht erfülle jeden Angehörigen des NS.=Reichskriegerbundes mit stolzer Freude und Verpflichtung zur bedingungslosen Gefolgschaft. Ein neues Rotes Kreuz wurde geschaffen Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Herzog von Cobura, und der geschäftsführende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Grawitz, wenden sich zum Jahreswechsel in einem Aufruf an die Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes, in dem es u. a. heißt: „Ein völlig neues Deutsches Rotes Kreuz wurde im vergangenen Jahr auf Befehl des Führers geschaffen. Das Reichsgesetz vom 9. 12. 1937 war die Grundlage. Der verständnisvollen Mitarbeit der hunderttausend DRK.=Helfer und=Helferinnen, der zahllosen Männer und Frauen in den DRK.Gemeinschaften, der DRK.=Führer und Führerinnen, der DRK.=Schwestern und=Oberinnen ist es zu danken, daß auf dem Fundament einer stolzen 75jährigen Tradition ein Neubau errichtet werden konnte, der sich organisch in das Großdeutsche Reich Adolf Hitlers einfügt! Wir Männer und Frauen vom Deutschen Roten Kreuz wollen dieses Jahr mit allen Kräften benutzen, die neue Organisation bis in die letzte Einzelheit auszubauen und auszufeilen und unsere Ausbildung und Ausrüstung zu höchster Vollkommenheit zu steigern.“ An die Nothelferschaft! der Technischen dem großdeutschen Großdeutschland geschaffen hat, sind auch an die TN.=Führer und Nothelfer höchste Anforderungen an Einsatz= und Opferbereitschaft gestellt worden. Sowohl bei der Bekämpfung von Katastrophen wie auf neuartigen Aufgabengebieten beim Einmarsch in das Sudetenland und im Rahmen des Westprogrammes hat die Technische Nothilfe in dem verflossenen Jahre ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen können.“ In dem Neujahrsbefehl des Chefs Nothilfe wird der Mitwirkung an Schicksalskampf gedacht. „Im Jahre 1938, in dem der Führer Auf jeden kommt es an! Göring gibt die Parole für 1939. Generalfeldmarschall Göring hat zum Jahreswechsel folgenden Aufruf erlassen:„An der Jahreswende schaut das deutsche Volk mit Stolz auf das vergangene zurück. 80 Millionen deutsche Menschen danken aufrichtigen Herzens dem Führer, der im sechsten Jahr der nationalsozialistischen Staatsführung mit schöpferischer Tat und mit kühnem Einsatz das Großdeutsche Reich errichtet hat. In gläubigem Vertrauen hat sich das ganze Volk hinter ihn gestellt. Als ein granitener Obelisk ragt das Jahr 1938 aus Jahrhunderten hervor, wie eine gewaltige Eiche überschattet es alle Geschehnisse der deutschen Geschichte. Fest steht Großdeutschland gegründet, und aus dem gläubigen Vertrauen zum Führer wurde neu das deutsche Selbstbewußtsein geboren. Dieses deutsche Selbstbewußtsein ist die Wurzel unserer völkischen Kraft. Aus ihm schöpfen wir das unbegrenzte Vertrauen an die ewige Zukunft des Reiches, das unter der Führung Adolf Hitlers unsere Generation aufzurichten hat. Auch 1939 wird wieder ein Jahr harter Arbeit sein. Das dritte Jahr des Vierjahresplans erfordert den Einsatz der gesamten Volkskraft, denn die Stärke der Nation beruht allezeit auf dem Leistungswillen und der Opferbereitschaft jedes einzelnen. Es soll niemand glauben, daß er viel zu weit unten stünde, daß sein Amt oder seine Berufung nicht ausschlaggebend sei. Es kommt auf jeden einzelnen an— das ist die Parole für 1939.“ Rationelle Wirtschaftsordnung Reichswirtschaftsminister Funk hat einen Aufruf zum Jahreswechsel erlassen, in dem er die im kommenden Jahre vordringlichen Arbeiten der deutschen Wirtschaftspolitik aufzeigt. „Im vergangenen Jahre"— so heißt es u. a. in dem Aufruf—„hatte die deutsche Wirtschaftspolitik, beherrschi von dem politischen Geschehen, alle Kräfte und Energien bis zum Letzten zur Durchsetzung der politischen Ziele des Führers bereitzustellen. Dies geschah mit einer gewaltigen Kraftanstrengung unter der zentralen Leitung der im Vierjahresplan zusammengefaßten Wirtschaftsführung unter dem Generalkommando des Generalfeldmarschalle Hermann Göring. Hier münden alle Einzelkommandovon Wirtschaft und Arbeit, Ernährung und Rüstung, Finanzen, Verkehr und Verwaltung ein. Unsere Wirtschaft läuft auf hohen, zum Teil auf höchsten Touren, unsere Arbeitskraft ist im allgemeinen auf das stärkste angespannt. Es kommt jetzt nicht mehr allein darauf an, daß Arbeitskraft und Material bis zum Letzten eingesetzt werden, sondern wie sie eingesetzt werden. Aus dem Stadium der Vollbeschäftigung erwächst gebieterisch die neue Aufgabe: rationelle Wirtschafts ordnung. Diese herbeizuführen, das heißt durch Verbesserung der Betriebsanlagen, Produktionsmittel und Produktionsmethoden und durch eine rationellere Ausnutzung der Arbeitskraft eine Steigerung der Leistung zu erreichen, ist Zweck und Ziel des am Ende des Jahres vom Generalfeldmarschall Göring mir erteilten Auftrages. Bei alledem muß diese rationelle Wirtschaftsordnung soweit als irgend möglich eine freie Entwicklung der gesunden, unentbehrlichen Initiativkräfte in der Wirtschaft und der Selbstverantwortung und Selbftverwaltung der wirtschaftlich schaffenden Menschen zulassen." Anerkennung der politischen Leistung durch Dr. Goebbels. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem deutschen Rundfunk in Anerkennung seiner politischen Leistungen im abgelaufenen Jahr die Bezeichnung„Der Großdeutsche Rundfunk“ verlieben. es NS.=Fliegerforderungen geneuen Jahr im d ihren Gliedenserem Führer! den Führer leichskriegerfühinhard, zum nsche aller im Soldaten der telt. ihrer dem Fühen Auftrag zur ungen Soldaten Vertrauen zum ieradschaftlichen en Kriegskamegen Wehrmacht gerbundes mit gslosen Gefolgeschaffen izes, Herzog Präsident des sich zum Jahid Frauen des t: wurde im vereschaffen. Das Der verständelfer und=Helin den DRK.rerinnen, der danken, daß jen Tradition sich organisch Wir Männer n dieses Jahr ion bis in die d unsere Ausmmenheit zu Lechnischen großdeutschen deutschland geothelfer höchste t gestellt worphen wie auf das Sudetendie Technische tungsfähigkeit an! jahreswechsel wende schaut ingene Jahr aufrichtigen der nationaljer Tat und errichtet hat. Volk hinter 15 Jahr 1938 e Eiche überschichte. 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Im Jahre 1938 ging der Traum von Jahrhunderten in Erfüllung. Großdeutschland ist erstanden, ihr habt hierbei entscheidend mitgewirkt. Ich danke euch für eure treue Pflichterfüllung. Ich bin gewiß, daß ihr auch in Zukunft stets bereit sein werdet, die Lebensrechte der Nation gegen jedermann zu schützen. Göring an die Luftwaffe Kameraden der Luftwaffe! Die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich und die Befreiung unserer sudetendeutschen Brüder sind geschichtliche Ereignisse, die das Jahr 1938 zu einem entscheidenden Jahr der deutschen Geschichte gemacht haben. Durch die geniale Lenkung und die einmalige Tatkraft unseres Führers ist der Traum der Deutschen Tat geworden: Großdeutschland! Auch die Luftwaffe hat ihr gerüttelt Maß an den Erfolgen dieses Jahres. Voll ruhiger Entschlossenheit und unerschütterlicher Siegesgewißheit stand die Luftwaffe bereit, für Führer und Reich den höchsten Einsatz zu wagen. Ich weiß, daß jeder einzelne von euch, Offizier wie Mann, Flieger, Fallschirmjäger, Kanonier und Funker, seine äußerste Pflicht getan hat. Euch allen hierfür zu dan ken, ist mir ein stolzes Bedürfnis. Die Leistungen des vergangenen Jahres sollen uns Ansporn sein für das kommende. Wir werden alle Anforderungen mit letzter Hingabe erfüllen in treuer Gefolgschaft unseres Führers und Obersten Befehlshabers und im Glauben an die Größe unseres ewigen Deutschlands Von Brauchitsch an das An das Heer! Mit Stolz sehen wir auf das vergangene, mit Zuversicht dem neuen Jahr entgegen! Mag es noch so große Aufgaben uns stellen, wir werden sie meistern; denn vom Aeltesten bis zum Jüngsten wird jeder sein Bestes einsetzen. Von den Vorgesetzten aller Dienstgrade verlange ich den zähen, unbeugsamen Willen, die Einsatzbereitschaft und Schlagkraft der ihnen unterstellten Truppe auf das höchste zu steigern. Möge so der Arbeit jedes einzelnen voller Erfolg beschieden sein. Das wünsche ich dem Heere zum neuen Jahr Raeder an die Kriegsmarine An die Kriegsmarine! In zäher Arbeit hat die Kriegsmarine im Aufbaujahr 1938 ihre Pflicht getan! Das neue Jahr erfordert weiterhin den Einsatz aller Kräfte. Großdeutschland zur See stark zu machen, ist das Ziel unserer Arbeit. Göring grüßt Heer und Marine Generalfeldmarschall Göring hat zum Jahreswechsel den Wehrmachtteilen Heer und Marine die Neujahrs grüße der Luftwaffe übermittelt und damit zugleich der inneren Verbundenheit der einzelnen WehrmachtteilAusdruck verliehen. Der Führer auf dem Obersalzberg Böllerschießen der Berchtesgadener Weihnachtsschützen. Die Berchtesgadener Weihnachtsschützen veranstalteten zu Ehren des Führers in der Silvesternacht vor dem Berg hof auf dem Obersalzberg wieder ihr traditionelles Böller schießen. Sie überbrachten damit dem Führer als erste Angehörige des Großdeutschen Reiches ihre Wünsche zum neuen Jahr. Ueber eine halbe Stunde lang ließen sie im Schneegestöber das Salven= und Schnellfeuer der Böller über das Berchtesgadener Land erdröhnen. Mit einer krachenden Salve und den Liedern der Nation grüßten die wackeren Schützen um Punkt Mitternacht den Führer, der anschließend jedem einzelnen mit einem Händedruck dankte und ihnen alles Gute zum neuen Jahre wünschte Dr. Frick an den Führer Zum Jahresabschluß sandte Reichsminister des Innern Dr. Frick an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm: „Mein Führer! Zum Jahreswechsel bringe ich Ihnen meine herzlichsten Wünsche dar. Im zu Ende gehenden Jahr, dem sechsten Jahre unserer nationalsozialistischen Erhebung, haben Sie in leidenschaftlichem Glauben an die Zukunft unseres Volkes das neue Großdeutsche Volksreich geschaffen. Als Schmied der deutschen Einheit und als Mehrer des Reiches gaben Sie nach dem heldenmütigen Ringen unseres Volkes in den Jahren des großen Krieges über Zwietracht und Unterdrückung hinweg der Nation Geschlossenheit, Freiheit und endlich Sieg. Sie gaben der Nation die seelische Kraft zurück, den bedrängten Volksgenossen in der Östmark und im Sudetenland das große gemeinsame Vaterland; den Deutschen in aller Welt bot Ihr Reich starken, einsatzbereiten Rückhalt. Sie sicherten, mein Führer, dem eigenen Volk und zugleich Europa durch Klarheit, Folgerichtigkeit und Stetigkeit Ihres Handelns den Frieden. Sie schufen die feste Grundlage für die Entwicklung der nationalen Wohlfahrt. Freiheit und Gesittung. In das kommende Jahr marschiert mit Ihnen, mein Führer, die geeinte deutsche Nation, der Sie neuen Glauben, neues Selbstbewußtsein, neues Glück gaben. An der Schwelle des neuen Jahres grüße ich Sie, mein Führer!“ Glückwünsche der ausländischen Presse Der Verband Ausländischer Pressevertreter hat an den Führer und Reichskanzler zum Jahreswechsel folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: „Bewegt von der geschichtlichen Größe des zu Ende gehenden Jahres 1938, das unter Ihrer Führung die friedliche Verwirklichung der Idee des Volksfums brachte, zu der sich in wachsendem Maße die gesittete Menschheit bekennt, wünschen wir Ihnen auch im kommenden Jahre die gleiche glückliche Hand bei der Lösung der die Welt bedrohenden geistigen und machtpolitischen Spar nungen." Einsatzbereit und treu 1938— das glücklichste aller deutschen Jahre Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Silvesterabend zum Jahresabschluß über alle deutschen Sender. In seiner Ansprache führte Dr. Goebbels u. a. aus: „Wir stehen nun am Abschluß des erfolgreichsten Jahres des nationalsozialistischen Regimes. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß das Jahr 1938 unvergänglich in die deutsche Geschichte eingehen wird. Denn in ihm erfüllte sich ein jahrtausendealter Traum der deutschen Nation. Das Großdeutsche Reich ist Wirklichkeit geworden. Vor dieser historischen Tatsache verblassen alle übrigen politischen Vorgänge dieses Jahres. Die Heimkehr von über zehn Millionen Deutschen ins Reich ist in der Tat ein geschichtlicher Vorgang, der weit über die Bedeutung eines Jahres reicht und in die fernste Zukunft hinein wirken wird. Wir leben in dieser bewegten Zeit alle viel zu schnell. Die Jahre sind angefüllt mit dramatischen Spannungsstoffen. Angesichts der manchmal geradezu abrupten Schnelligkeit, mit der sich die geschichtlichen Vorgänge um uns abspielen und einander ablösen, sind wir oft geneigt, allzu leicht die Schwierigkeiten zu vergessen, die mit ihnen verbunden waren. Es kann nun zwar keinem Zweifel unterliegen, daß selbstverständlich auch Glück dazu gehört, um geschichtliche Erfolge zu erreichen, und in seiner Gesamtheit muß das Werk des Führers auch wie ein Wunder auf die Mitwelt wirken. Aber hier handelt es sich um jene Art von Glück, von der Moltke einmal sagte. daß es auf die Dauer nur die Tüchtigen haben. Arbeit und Kampf Das ist nämlich das eigentlich Wunderbare am Wunder, daß es immer dann kommt, wenn man nicht nur darauf wartet, sondern wenn man dafür auch arbeitet und kämpft. Und so ist es hier. Der Führer hat im Jahre 1938, an dessen glücklichem Ende wir jetzt stehen, nicht auf das geschichtliche Wunder gewartet. Er hat die Kraft der Nation gesammelt, organisiert und sie bei den großen historischen Entscheidungen dieses Jahres mutig eingesetzt. Und der Einsatz hat sich gelohnt. Gewiß war damit auch immer ein Risiko verbunden. Aber, ohne großes Risiko gibt es in der Geschichte keinen großen Erfolg. Hier bewahr heitet sich wieder einmal die Richtigkeit des Sprichwortes, daß dem Mutigen die Welt gehört. Es ist nun ein charakteristischer Wesenszug auch des geschichtlichen Wunders, daß es fast unerfüllbar erscheint, bevor es Wirklichkeit geworden ist, und daß, wenn es Wirklichkeit ist, es manchmal geradezu kinderleicht anmutet. Deshalb ist es auch kein Verdienst, ein vollzogenes geschichtliches Wunder lediglich anzuerkennen. Es ist nur ein Verdienst, an ein kommendes geschichtliches Wunder zu glauben. Stark im Glauben Und gerade darum ist es auch in der Hauptsache bei den großen historischen Entscheidungen des eben abgelaufenen Jahres gegangen. Das Volk hat bei den schweren Spannungszuständen, die damit unvermeidlich verbunden waren und verbunden sein mußten, nicht versagt. Denn das Volk in seinen breiten Massen besitzt noch jene primitive, unverdorbene Glaubensfähigkeit, die alles für möglich und erreichbar hält, dem man sich mit voller Seele hingibt und worum man mit starkem und mutigem Herzen kämpft. Leider ist diese Glaubensfähigkeit in gewissen Kreisen manchmal etwas abgestumpft, vor allem bei jenen Menschen von„Besitz und Bildung“, die sich mehr den Kräften des reinen und kalten Verstandes als den Kräften eines glühenden, idealistischen Herzens anvertrauen. Sie wissen so viel, daß sie am Ende vor lauter Wissen nichts Rechtes mehr mit ihrem Wissen anzufangen wissen. Ihre Phantasie reicht nicht aus, sich ein großes Ziel, das noch in der Ferne liegt, so plastisch vorzustellen, daß sie es im Geiste schon als verwirklicht erkennen Sie konnten deshalb auch in den Zeiten, als die nationalsozialistische Bewegung noch um die Macht kämpfte, nicht an den Sieg des Nationalsozialismus glauben. Mit solchen wankelmütigen Elementen kann man allerdings keine Geschichte machen. Sie sind nur Spreu vor dem Atem Gottes: Glücklicherweise aber stellen sie in jedem und vor allem im deutschen Volke nur eine hauchdünne intellektuelle oder gesellschaftliche Oberschicht dar. Sie sind auch nicht etwa eine Oberschicht in dem Sinne, daß sie die Nation führten; sie haben sie nie geführt und sie werden sie nie führen. Sie sind Oberschicht nur in dem Sinne, als sie nach einem Naturgesetz gleich wie die Fettbläschen immer an der Oberfläche der Dinge schwimmen. Heute versuchen sie, dem nationalsozialistischen Deutschland vom Ausland her gute Ratschläge zu erteilen. Ungefragt üben sie an uns ihre Kritik. Sie klammern sich mit allen Kräften an kleine, immer wieder auftauchende Schwierigkeiten, bauschen sie über Gebühr auf und glauben aus ihnen auf kommende Krisen oder unvermeidlich gewordene Spannungen schließen zu können. Es sind jene demokratischen Kritikaster, die nicht müde werden, das nationalsozialistische Deutschland vor den Richterstuhl des sogenannten Weltgewissens zu ziehen. Früher fanden sie auch bei uns immer willfährige und dankbare Nachbeter Heute allerdings werfen sie mit ihrer Kritik nur noch ein paar zurückgebliebenen intellektuellen Spießern im Lande die Stichworte zu. Das Volk hat damit gar nichts zu tun. Jene Spießer stellen nur den 0,8 Prozentsatz der deutschen Nation dar, der immer Nein gesagt hat, immer Nein sagen wird. Er ist für uns nicht zu gewinnen, und wir wollen ihn auch gar nicht gewinnen. Er sagt Nein, wenn das deutsche Oesterreich dem Reich ongeschlossen wird; er sagt Nein, wenn das Sudetenland zu Deutschland zurückkehrt. Er sagt überhaupt nur immer Nein, und zwar aus Grundsatz. Das deutsche Volt will von Nörglern nichts wissen Aber man braucht das nicht allzu ernst zu nehmen. Es handelt sich dabei um jene Elemente, die nicht nur uns, sondern die sich auch selbst nicht leiden mögen. Das Volk will von diesen intellektuellen Nörglern nichts wissen. Es hat das eben ablaufende Jahr 1938 zwar in einer großen und manchmal auch fast entnervenden Spannung durchlebt. Aber es freut sich jetzt am Ende dieses Jahres auch der überragenden geschichtlichen Erfolge, die der Führer in ihm erreicht hat. Dieses Volk ist seines Lebens wieder froh geworden. Noch niemals hat es ein so glückliches Weihnachten verlebt wie vor einer Woche, und noch niemals hat es einem anbrechenden Jahr so mutig und so vertrauensvoll entgegengeschaut wie dem Jahre 1939. Niemals aber ist uns der Abschied von einem Jahr so schwergefallen wie der vom Jahre 1938. Es war ein herrliches Jahr, siegbekränzt und erfolggekrönt wie keines zuvor. Das empfinden in dieser Stunde vor allem woßk die zehn Millionen Deutschen, die im Verlaufe dieses Jahres zum Reich zurückgekehrt sind und nun zum erstenmal zusammen mit uns allen in einem einigen Deutschland den Jahreswechsel erleben. Vor einem Jahr noch versammelten sie sich in dunklen Kellern und abgeblendeten Hinterstuben und drehten die Rundfunkapparate an, wenn vom Reiche aus der politische Schlußbericht des Jahres gegeben wurde, wenn die Stimme der Nation über die Aetherwellen auch bis zu ihnen drangt oder sie saßen in den Anhalte= und Konzentrationslagern, die der österreichische Klerikalismus aus purer christlicher Nächstenliebe für sie errichtet hatte. Gemeinsames Fest von 80 Millionen Jetzt sind sie alle mit uns in unserem gemeinsamen großen deutschen Vaterhause vereint. In ihren Stuben und Wohnungen sitzen sie um diese Stunde versammelt. Die wohlige Wärme der häuslichen Gemütlichkeit umgibt sie, und überall verbreitet sich reinste und hellste Freude. Sie sind nun alle mit uns vereint. 80 Millionen Deutsche im großen deutschen Mutterlande erleben zum erstenmal in ihrer Geschichte einen gemeinsamen Jahreswechsel. Es ist darum für mich ein ergreifendes Gefühl, in dieser jestlichen Stunde den letzten Gruß des scheidenden Jahres an alle Deutschen in Stadt und Land richten, meine Stimme über die Aetherwellen senden zu dürfen, so daß sie vernehmbar wird von Flensburg bis Klagenfurt und von Aachen bis Tilsit. In diesem großen Reich der europäischen Mitte wohnen wir nun, wir 80 Millionen Deutsche, sind wir vereint in einem gemeinsamen Vaterlande und dienen einer gemeinsamen großen nationalen Aufgabe. Großdeutschland grüßt den Führer So möchte ich denn in dieser letzten Stunde des ablaufenden Jahres noch einmal alle Deutschen in Stadt und Land grüßen. Ich grüße die Deutschen im Reich. Ich grüße die Deutschen in aller Welt, in fremden Ländern und auf fernen Kontinenten, ich grüße die Deutschen auf hoher See. Und im Namen all der ungezählten Millionen Deutschen richte ich unseren gemeinsamen Gruß an den Führer. Niemals waren unsere Wünsche für ihn herzlicher und inniger als in dieser Stunde. Ihm verdanken wir das Großdeutsche Reich, das nun Wirklichkeit geworden ist. Nur sein Mut, seine Beständigkeit, seine Tatkraft und seine Nervenstärke haben das große Wunder möglich gemacht. Es sind jetzt gerade sechs Jahre her, da standen wir am Silvesterabend des Jahres 1932 in der schwersten Zeit des nationalsozialistischen Kampfes um die Macht auf dem Obersalzberg um ihn versammelt. Die Bewegung hatte eine deprimierende Wahlniederlage erlebt, und viele begannen schon an ihrem endgültigen Sieg zu zweifeln. Damals beeilten sich die ewiggestrigen Spießer, zu erklären, daß Hitlers Stern im Sinken sei Gerade aber in dieser Zeit haben wir an ihn und an die geschichtliche Größe seines Werkes geglaubt. Und weil wir mit ihm so fest und unerschütterlich daran glaubten, ist das nationalsozialistische Großdeutsche Reich Wirklichkeit geworden. Heute wiederum vereinigen wir uns um ihn und mit ihm in diesem festen und unbeirrbaren Glauben an die Größe des Reiches und an die historische Zukunft der deutschen Nation. Treu und unerschütterlich vertrauen wir auf diesen Mann und auf seine geschichtliche Sendung und wollen dafür sorgen, daß die Größe seiner Aufgabe auch immer ein dafür bereites und entschlossenes Volk finden wird. Und so richten wir denn in dieser letzten Stunde des ablaufenden Jahres, da wir Deutsche uns alle zum ersten Male in einer großen nationalen Gemeinsamkeit vereinigen, unseren heißen und demütigen Dank an den Allmächtigen, der unser Land auch im vergangenen Jahre so sichtbar gesegnet hat. Wir bitten ihn um Kraft und Gesundheit für den Führer. Möge er ihn immerdar in seinen gnädigen Schutz nehmen! Dem Führer aber versprechen wir, auch in Zukunft seine gehorsamsten und getreuesten Gefolgsleute zu sein. So soll denn das Jahr 1938 als das glücklichste aller deutschen Jahre abgeschlossen sein. Möge es nun von einem neuen abgelöst werden, und möge auch diesem Erfolg und Sieg beschert sein! Möge es unserem Lande und unserem Volke Segen und reiches Glück bringen! Ich grüße alle Deutschen im Lande, vor allem die, die auch im vergangenen Jahre wiederum am meisten an Last, Entbehrung, Sorge und Verantwortung zu tragen hatten. Ihnen ist der Dank des Vaterlandes gewiß. Möge Gott auch in Zukunft seine segnende Hand über Deutschland halten! Und so vereinigen wir uns beim Abschluß dieses Jahres in einer einzigen großen Bitte aller Deutschen an den Allmächtigen: Unser Volk und Ne sollen unvergänglich sein, und lang lebe der Führer" Ohnehaltflug über 6400 Kilometer Weltrekord eines deutschen Leichtflugzeuges. Mit einer hervorragenden Flugleistung hat die deutsche Luftfahrt noch am letzten Tage ihr erfolgreiches Schaffensjahr 1938 abgeschlossen. Das mit der Besatzung Oberleutnant Pulkowsky und Leutnant Jennet auf einem Langstreckenflug nach Australien befindliche zweisitzige Kabinenreiseflugzeug„Arado 79“ stellte auf seiner vierten Etappe einen neuen internationalen Langstreckenrekord für Leichtflugzeuge auf. Das mit 105 PS=Hirth=Motor ausgerüstete Flugzeug, das am Donnerstagnachmittag auf dem Flugplatz Bengasi in Nordafrika gestartet war, landete nach einem Ohnehaltflug von 6400 Kilometer— eine Entfernung, die der Flugstrecke Berlin—New York entspricht— am Sonnabend früh in Gaja(Britisch=Indien). Damit ist der bisher stets vom Auslande verteidigte Rekord mit seinem letzten Stand von 4175 Kilometer um mehr als die Hälfte überboten worden. Diese neue deutsche Weltbestleistung ist durch den Aero=Klub von Deutschland der FAI zur Bestätigung angemeldet worden. Die„Arado 79“ ist unterdessen am Neujahrstag bereits zu ihrer nächsten Etappe nach dem 2000 Kilometer entfernten Bangkok, der Hauptstadt von Siam, gestartet In fünf Meter Höhe über das Mittelmeer Von seinem Startplatz in Brandenburg(Havel) war das Flugzeug in drei Tagesetappen nach Bengasi geflogen, wobei die Besatzung mit der Ueberfliegung der Alpen und der 1000 Kilometer langen Mittelmeerstrecke in Anbetracht der überaus schlechten Wetterlage bereits eine ausgezeichnete fliegerische Leistung vollbracht hatte So mußte sie über das Mittelmeer in fünf Meter Höhe fliegen, da schon dicht über der Wasseroberfläche Nebel und Wolken jede Sicht nahmen. Ohne Funkgerät fand das deutsche Reiseflugzeug seinen Weg, während ein viermotoriges Verkehrsflugzeug der Afrikalinie auf dem gleichen Flugweg seinen Flug abbrechen mußte. Auf der anschließenden Rekordstrecke mußte die Besatzung die 4000 Meter hohen Ausläufer des Himalajagebirges überqueren. Gegenwinde und Sandstürme erschwerten den Flug über zum Teil unbewohnte Gegenden Nach Mitteilung der Besatzung hat die„Arado 79“ während ihres Rekordfluges neun Liter Brennstoff auf 100 Kilometer, also nicht mehr, als ein kleiner Kraftwagen verbraucht, eine Tatsache, die die Ueberlegenheit des deutschen Leichtflugzeugbaues erneut unter Beweis stellt. Mit diesem letzten Rekordflug wird sich die neugeschaffene deutsche Luftfahrt zum 35. Male im Verlauf eines Jahres in die Liste der internationalen Rekorde eintragen. Diese Tatsache verdient um so mehr Beachtung, als bis zum Jahre 1933 überhaupt nur sechs Flugrekorde in deutschem Besitz waren. Wieder im Alltag.— Die Glücksmänner an der Arbeit. Dörfer in Wintereinsamkeit.— Schöner Anfang in alter Treue. Karpfen, Punsch und Pfannkuchen haben wir nun glücklich hinter uns. Und der Sprung ins neue Jahr ist fröhlicher denn je gewesen. Nun heißt es, sich wieder an den Alltag gewöhnen und den täglichen Pflichten nachzugehen. Der Uebergang in das neue Jahr hat uns aber auch wieder das altgewohnte Bild der grauen Glücksmänner mitgebracht, die die Lose für die Winterhilfslotterie verkaufen, deren Anzahl und Gewinne bedeutend erhöht worden sind. Diese grauen Glücksmänner haben nun schon Routine bekommen und verstehen es vorzüglich, ihre Lose an den Mann zu bringen; es fällt ihnen ja auch weiter nicht schwer, da diese Lotterie den Ehrennamen einer„Lotterie ohne Nieten“ bekommen hat, weil sie, wenn auch der Zieher des Loses leer ausgehen sollte, für alle Fälle einen Gewinn für die Volksgemeinschaft bedeutet. Das Lotteriespiel ist hier aber auch noch dadurch besonders reizvoll, daß es als Gesellschaftsspiel betrieben werden kann, indem eine Gruppe eine bestimmte Anzahl Lose gemeinschaftlich erwirbt, um auch die eventuellen Gewinne zu teilen. Und kommt es dann vor, daß in einem Lokal an einer fröhlichen Stammtischrunde ein solcher Gewinn gezogen wird, so kann man sich leicht vorstellen, welche Freude dann bei allen herrscht, und daß die Fröhlichkeit dadurch bedeutend erhöht wird. So sollen die grauen Glücksmänner in den ersten Tagen des Jahres für uns die Glücksboten der Volksgemeinschaft sein, die allein uns die großen Erfolge des Jahres 1938 beschert hat. Wenn der Winter auch noch längst nicht vorüber ist, so fangen wir doch jetzt schon an, zu spüren, daß die Tage ganz allmählich wieder zunehmen. Wir können uns gar nicht vorstellen, wie so ein arktischer Winter ist, in dem monatelang die Menschen das Licht der Sonne entbehren müssen. Aber wohl nur wenige wissen, daß es auch im Deutschen Reich zwei Orte gibt, denen in den Wintermonaten für lange Zeit das Licht der Sonne fehlt. Vielleicht hat das kleine Dorf Einödsbach im Allgäu seinen Namen daher bekommen, daß es zwischen hohen Bergen eingezwängt im Winter das Licht der Sonne nicht mehr genießen kann. Im Dezember beginnt die Nacht der Einödsbacher, um erst im Februar wieder zu enden. Bis in den Vormittag hinein ist es dann in dem stillen Dorf völlig dunkel, und nur wenige Stunden Dämmerung sind seinen Bewohnern vergönnt, bis sich am frühen Nachmittag wieder dunkle Nacht über die Landschaft breitet, die nur durch den Widerschein des Schnees gemildert wird. So kommt es vor, daß in den Häusern der Einödsbacher wochenlang das Licht nicht erlischt, außer in der Zeit des Schlafens. Trotzdem aber verrichten sie nicht nur in den Häusern, sondern auch draußen unverdrossen ihr Tagewerk; denn das Holz muß gefällt werden, und die Straßen müssen vom Schnee befreit werden, damit der Ort seine Verbindung mit der Außenwelt nicht ganz verliert. In dem anderen Dorf, nämlich Bruck an der Östrach, fängt die Winternacht schon mitten im November an. Man kann sich vorstellen, wie groß in diesen Dörfern die Sehnsucht nach dem Licht ist, und welche Freude in diese einsamen Orte der Rundfunk getragen hat, der sie trotz aller Einsamkeit mit allen Freuden der Welt verbindet und sie alle Geschehnisse im großen Deutschen Reich miterleben läßt Die Einödsbacher und Brucker verspüren noch nichts von dem langsamen Wachsen der Tage, das uns inmitten des Winters schon beglückt. Aber trotzdem sind sie voller Fröhlichkeit und voller Hoffnung auf den kommenden Frühling. Wenn das deutsche Winterhilfswerk mit den Weihnachtstagen auch seinen Höhepunkt erreicht hat, so wollen wir dennoch nicht vergessen, daß der Winter mit seinen Sorgen noch nicht vorüber ist. Der Rückblick auf die Opferfreudigkeit unseres Volkes, die im vergangenen Jahre so herrliche Triumphe feiern durfte, soll uns Ansporn sein, auch das neue Jahr mit gleicher Opferkraft zu beginnen, wozu uns der kommende Eintopfsonntag die beste Gelegenheit bietet. Spüren wir doch an uns selbst, daß die Anforderungen im Januar besonders hoch sind, nachdem das Weihnachtsfest der Freude unseren Geldbeutel ziemlich in Anspruch genommen hat, bei unseren hilfsbedürftigen Volksgenossen ist das nicht viel anders, so daß sie nun erst recht unserer Hilfe bedürfen. Einen schöneren Ankang kann es ja nicht geben, als die Bewährung in der Volksgemeinschaft in alter Treué! Mellior. Nutzung von Flugplätzen für die Ernährungswirtschaft Der Korpsführer des NS.=Fliegerkorps hat u. a. angeordnet daß im Interesse der Ernährungswirtschaft die Flugplätze des NS.=Fliegerkorps und nicht bebaute Liegenschaften unbedingt landwirtschaftlich ausgenutzt werden. Die Flugplätze sind zur Heugewinnung und Beweidung mit Schafen zu verwerten Die Verpachtung als Weideland hat den Vorteil, daß die Grasnarbe der Flugplätze gut erhalten bleib: Die Beweidung der Flugplätze ist daher der Bewirtschaftung und Nutzung nur durch Heu= und Grünfutterverwertung vorzuziehen. Stadt, Kreis und Provinz *.* Steinheim, den 2. Januar 1939. Gedenktage für den 2. Januar. 1777: Der Bilderhauer Christian Rauch in Arolsen geb.(gest 1857).— 1915: Erstürmung von Borzymow in Polen. Sonne: A. 8.11, U. 15.56 Uhr: Mond: U. 3.59. A. 13.04 Uhr * Ruhepausen in der Arbeitszeitordnung Der Reichsarbeitsminister hat in einem Erlaß nochmals darauf hingewiesen, daß durch die neue Arbeitszeitordnung Ruhepausen von bestimmter Mindestdauer erstmalig für alle Gefolgschaftsmitglieder eingeführt worden sind. Da über die diesbezüglichen Bestimmungen der Arbeitszeitordnung vom 30. April nicht überall Klarheit herrscht, sei nochmals darauf hingewiesen. Den männlichen Gefolgschaftsmitgliedern sind bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden mindestens eine halbstündige Ruhepause oder zwei viertelstündige Ruhepausen zu gewähren Bei Arbeiten, die einen ununterbrochenen Fortgang erfordern, sind die in Wechselschicht beschäftigten Gefolgschaftsmitglieder ausgenommen, jedoch müssen ihnen Kurzpausen von angemessener Dauer gewährt werden. Den weiblichen Gefolgschaftsmitgliedern müssen bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb Arbeitsstunden angemessene Ruhepausen gewährt werden, die mindestens betragen müssen bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden 20 Minuten, bis zu acht Stunden eine halbe Stunde, bei mehr als acht bis zu neun Stunden dreiviertel Stunden und bei mehr als neun Stunden eine Stunde. Länger als viereinhalb Stunden hintereinander dürfen weibliche Gefolgschaftsmitglieder nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden. Als Ruhepausen gelten nur Arbeitsunterbrechungen von mindestens einer Viertelstunde. Wenn die Verlängerung der Arbeitszeit über acht Stunden dazu dient, einen Frühschluß vor Sonn= und Feiertagen zu sichern, dürfen die Ruhepausen auf eine halbe Stunde verkürzt werden. Das Gewerbeaufsichtsamt kann aus wichtigen Gründen eine abweichende Regelung der Ruhepausen zulassen. Eine Sonderregelung ist auch für alle Jugendlichen unter 18 Jahre im Jugendschutzgesetz getroffen, das am 1. Januar in Kraft tritt. Sie entspricht der Regelung für weibliche Gefolgschaftsmitglieder. Tag der Briefmarke: 8. Januar 1939. Der Geburtstag des Generalpostmeisters Heinrich von Stephan wird in weiten Teilen der Welt durch festliche Veranstaltungen der Briefmarkensammler gefeiert. In Deutschland haben die im Reichsbund der Philatelisten sowie in den KdF.=Sammlergruppen zusammengeschlossenen Briefmarken reine einschließlich der Sammlervereine, die dem Reichs und nicht angehören, beschlossen, den kommenden„Tag der Briefmarke“ am 8. Januar 1939 zu begehen. Aenderung von Familiennamen. Der Reichsinnenminister hat die Richtlinien für Anträge auf Aenderung des Familiennamens in einigen Punkten geändert. Anträgen von Juden und Mischlingen ersten Grades, ihren Namen zu ändern, wird grundsätzlich nicht stattgegeben. Dagegen kann solchen Anträgen von Mischlingen zweiten Grades und von Personen mit geringfügigem jüdischen Bluteinschlag entsprochen werden. Anträge von Mischlingen zweiten Grades auf Aenderung ihres Familiennamens sind dem Minister zur Entscheidung vorzulegen. *— Hör' mich einmal an! Ich bin nur ein unscheinbar Vögelein, sang fröhliche Lieder im Sonnenschein und war stets in Deinem Gärtlein zu Gast und hüpfte auf Beeten, auf Zweig und auf Ast und pickte— und wenns auch wie Eigenlob klingt— all das, was im Garten viel Schaden Dir bringt. Doch nun ist eine kalte Zeit, Raureif an den Zweigen, die Beete verschneit, vereist sind die Stämme, der Boden ist hart, vom Frosthauch des Winters ist alles erstarrt, und ich möchte so gerne doch leben. Willst Du mir nicht etwas geben? Ich finde doch nichts in dem tiefen Schnee, und der Hunger, der tut doch so weh, ach, so weh! Bin zwar nur ein unscheinbar Vögelein, doch lieb ich wie Du, Gottes Sonnenschein! *— Merlsheim, 31. Dezember. Der Oberpräsident der Provinz Hannover, Stabschef der SA. Lutze, hat Bürgermeister Albert Gnade zum Oberbürgermeister der Stadt Göttingen berufen. Er wurde in Merlsheim geboren und steht im 53. Lebensjahre. Bereits 1921 schloß sich Albert Gnade der Bewegung Adolf Hitlers an. 1929 wurde er Mitglied des Göttinger Stadtparlamentes und ehrenamtlicher Senator. Im März 1933 wurde er zum Polizeidirektor und 1934 zum Bürgermeister ernannt. — Lügde, 31. Dezember. Durch das eingetretene vorübergehende Tauwetter wurden die tiefliegenden Straßen unter Wasser gefetzt, so daß das Schmelzwasser in mehrere Läden und Häuser eindrang. Der dann wieder eintretende Frost machte die Straßen zu Eisbahnen, die besonders für den Durchgangsverkehr schwerer Lastzüge gefahrvoll sind. Auf einzelnen Bauerndielen laufen die Kinder Schlittschuhe. *— Geseke, 31. Dezember. Das 3 Jahre alte Kind der Familie H. von hier trank in einem unbewachten Augenblick kochendheißen Kaffee, wodurch das Kind derart schwer verbrannt wurde, daß es bald darauf starb. *— Soest, 31. Dezember. Der Kreis Soest mit seiner hochentwickelten Landwirtschaft ist ohne Zweifel eine der Kornkammern Westfalens. Am Ende des vorigen Jahrhunderts wurden jährlich über 200000 Zentner Getreide, vorwiegend in das Industriegebiet, ausgeführt. Wenn nun auch die eigene Bevölkerung beträchtlich gestiegen ist, so die Produktionsmenge in nicht geringem Umfange, so daß die ausgeführte Menge konstant geblieben sein mag.— Eine immer bedeutendere Rolle hat in den letzten Jahren der Gemüseanbau gespielt. Besonders steht der Blumenkohlanbau an erster Stelle. Eine„Domäne" des Kreises ist die westfälische Sauerkrautversorgung. In Westönnen werden jährlich 70000 Zentner Weißkohl geerntet. Aus dieser Zahl geht hervor, daß die Ausfuhr hauptsächlich ins Sauerund Siegerland und in das Industriegebiet, beträchtlich sein muß. Denn wenn auch der Eigenverbrauch im Kreise Soest nicht gerade klein ist, so entfällt doch kein runder Zentner auf den Kopf der Bevölkerung. Aus aller Welt Bayreuth vergrößert sich um die Hälfte. Durch Entschließung des Reichsstatthalters sind für den 1. April mehrere Eingemeindungen in Bayreuth verfügt worden. Der Zuwachs an Grund und Boden beträgt rund 1000 Hektar, während das bisherige Stadtgebiet 2150 Hektar Ausdehnung hatte. Es kommt also fast die Hälfte des bisherigen Stadtgebietes neu hinzu. Mit den Eingemeindungen kommt auch endlich das Gebiet, auf dem die Eremitage liegt, zu Bayreuth. Die bisherigen Grenzen waren absolut grotesk. So kam man schon unmittelbar hinter dem Festspielhaus in das Gebiet einer anderen Gemeinde. Wieder zwei Rassenschänder festgenommen. Es vergeht in Hamburg kaum ein Tag, an dem nicht über einen oder gar mehrere Fälle von jüdischer Rassenschande berichtet werden muß, ein Zeichen, daß die Frechheit des jüdischen Schmarotzervolkes keine Grenzen kennt. Jetzt ist der 51 Jahre alte Jude Emil Bormann wegen Rassenschande festgenommen worden, und der gleichen Straftat konnte der 30 Jahre alte Jude Manfred Feldmann überführt werden, der auch verhaftet wurde. Raubmord in Stuttgart. Die Täter festgenommen. Am 30. Dezember wurde in Stuttgart ein 60 Jahre alter Junggeselle, der sich allein in seiner Wohnung aufhielt, von zwei jungen Burschen erwürgt und beraubt. Die beiden Mörder, der 17 Jahre alte Kurt Schmid aus Villingen und der 18jährige Ernst Stein aus Unterlengenhardt(Württemberg), konnten dank der Aufmerksamkeit einer Nachbarin von der Kriminalpolizei festgenommen werden, noch ehe es ihnen gelang, das Haus des Ermordeten zu verlassen. Sieben Pferde starben an Mäusegift. In Großelbe im Braunschweigischen schüttete ein Knecht sieben Pferden Roggen vor, weil sie nicht fressen wollten. Unglücklicherweise hatte er den vergifteten Roggen gegriffen, mit dem Mäuse vernichte werden sollten. Alle sieben Pferde gingen zu Grunde. Sowohl gegen den Knecht, wie auch gegen den Bauern wurde ein Verfahren eingeleitet, gegen den letzteren, weil er fahrlässig den vergifteten Roggen nicht verschlossen gehalten hatte. Wieder Schiffsverkehr mit Pellworm. Nachdem es zum erstenmal nach dem Eintreten der schwierigen Eisverhältnisse dem Motorschiff„Pellworm“ gelungen war, aus dem Pellwormer Hafen zu gelangen und nach siebenstündigem Kampf mit dem Treibeis den Hafen von Husum zu erreichen, ist auch die Rückfahrt nach Pellworm geglückt. Auf dieser Fahrt wurden große Mengen Post für die Insel und die Halligen, die sich in den letzten Tagen angehäuft hatten, sowie Fahrgäste befördert. Der Notflugdienst mit der Insel Pellworm ist eingestellt worden. 30 JJahre Postscheckdienst Am 1. Januar 1909 begann die Deutsche Reichspost mit dem Postscheckdienst, der breitesten Volkskreisen einen billigen und bequemen Weg zum bargeldlosen Ausgleich von Zahlungen ermöglichte. Durch niedrige Gebühren für Bareinzahlungen auf Postscheckkonten und für Barauszahlungen aus Postscheckkonten sowie durch völlig gebührenfreie Erledigung der Ueberweisungen von Konto zu Konto hat sich der Postscheckdienst zu einem ausgesprochenen Massenverkehr entwickelt, der sich allen Anforderungen und Schwierigkeiten, auch in der Inflationszeit und bei der Bankenkrise im Jahre 1931, gewachsen zeigte. In welch glänzender Weise sich der Postscheckdienst entwickelt hat, zeigen folgende Zahlen: Ende 1909 bestanden 43 929 Postscheckkonten, Ende 1937 waren 1 119372 und Ende November 1938 1 271 647 Postscheckkonten vorhanden. Im ersten Jahre seines Bestehens wurden im Postscheckdienst bei 28,8 Millionen Buchungen 11,8 Milliarden Mark umgesetzt, 1937 bei 904,5 Millionen Buchungen 161,6 Milliarden RM. Von Januar bis November 1938 sind bei 913,9 Millionen Buchungen 186,4 Mil liarden RM. umgesetzt worden. Handelsteil Berlin, 30. Dezember. Interesse für Spezialwerte An der Berliner Aktienbörse schufen verschiedene kleine Kaufaufträge im Zusammenhang mit dem Nachlassen des Verkaufsdrucks eine freundliche Grundhaltung, so, daß es im allgemeinen zu Kursbesserungen von ½ bis 2 Prozent kam. Einzelne Spezialpapiere, wie z. B. Klöckner, Rheinische Elektrizitätswerke, Mannesmann, Rheinmetall, Daimler, AEG. u. a. waren begehrt. Am Rentenmarkt stieg die Reichsaltbesitzanleihe um insgesamt 12½ Pfennig auf 1275/8. Die Gemeindeumschuldungsanleihe zog sogar um 25 Pfennig auf 92,40 Prozent an. Devisenkurse. Belga(Belgien) 41,99(Geld) 42,07(Brief), dän. Krone 51,74 51,84, engl. Pfund 11,585 11,615, franz. Franken 6,548 6,562, holl. Gulden 135,41 135,69, ital. Lire 13,09 13,11, norw. Krone 58,22 58,34, poln. Zloty 47,00 47,10, schwed. Krone 59,65 59,77, schweiz. Franken 56,44 56,56, tschech. Krone 8,591 8,609. amer. Dollar 2,491 2,495. Mit dem Einkassieren des Zeitungsgeldes für den Monat Dezember wird heute begonnen. Verleger und Hauptschriftleiter: Carl Simonowski Steinheim. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Carl Simonowski Steinheim. Verantwortlicher Anzeigenleiter Josef Simonowski. Druck und Verlag: Buchdruckerei Carl Simonowski, Steinhein OA. XI. 38„ 658 Zur Zeit ist Anzeigen=Pretsliste Nr. 3 gültig Mit unserem neuen beliebten Wand=Kalender den wir der heutigen Nummer beifügen, verbinden wir die herzlichsten Wünsche für das Jahr 1939! Schriftleitung und Verlag „Steinheimer Zeitung“ Leupin-Greme u. Seife seit 25 Jahren bewährt bei Pickel autjucken-Ekzem Gesichtsausschlag, Wundsein usw. Drogerie Reese Junges nicht unter 17 Jahren, bei gutem Lohn und guter Behandlung zum 15. Februar in gepflegtem Priv.Haushalt gesucht. Putzhilfe vorh. Frau H. Thieme, Wanne=Eickel, Richard=Wagnerstraße 20. Abgeschlossene 3 Zimmer=Wohnung sofort zu vermieten. Ausk. in der Geschäftsstelle dieses Blts. dann würde ich mir monchen unnotigen Weg ersparen, und Absender wie Empfänger würden Zeit und Arger vermeiden.- Sicherlich ist auch dieser Brief mit einem echten HARO-Föllhalter geschrieben. HARO schreibt wie ein Bleistift, ober mit Tintel Buchhandlung Karl Simonowski er Blumenkohls Kreises ist die stönnen werden et. Aus dieser hlich ins Sauerdiet, beträchtlich rauch im Kreise och kein runder ch Entschließung mehrere Eingeer Zuwachs an r, während das ung hatte. Es tadtgebietes neu uch endlich das reuth. Die biskam man schon s Gebiet einer Es vergeht in einen oder gar erichtet werden en Schmarotzerahre alte Jude mmen worden, ihre alte Jude auch verhaftet nommen. Am hre alter Jungielt, von zwei beiden Mörder, und der 18jähtemberg), konnvon der Krimiihnen gelang, n Großelbe im Bferden Roggen rweise hatte er käuse vernichtet runde. Sowohl ern wurde ein il er fahrlässig lten hatte. ichdem es zum Eisverhältnisse 1s dem Pellindigem Kampf reichen, ist auch ser Fahrt wurte Halligen, die owie Fahrgäste Uworm ist einReichspost mit einen billigen h von ZahlunBareinzahlunigen aus PostErledigung der der Postscheckentwickelt, der uch in der In931, gewachsen scheckdienst entestanden 43 929 Ende Novemm ersten Jahre 28,8 Millionen bei 904,5 Miln Januar bis gen 186,4 Mil 0. Dezember. n verschiedene em Nachlassen ing, so, daß es Prozent kam. inische Elektrier, AEG. u. a. ReichsaltbesitzDie Gemeindeauf 92,40 Pro42,07(Brief), „franz. Franire 13,09 13,11, schwed. Krone ). Krone 8,591 eldes für den Verantwortlich für tlicher Anzeigenleiter, tonowski. Steinhein reisliste Nr. 3 gültig 5 wären... h mir monchen unnotiren, und Absender wie irden Zeit und Arger cherlich ist auch dieser m echten HARO-Föllben. ein Bleistift, aber mit Tintel Karl Simonowski * Steinheimer Zeitung Nr. 1 Steinheim, Montag, 2. Januar 1939 2. Blatt Chronik des Tages Durch eine Verordnung des Reichsinnenministers und des Reichsjustizministers wird das Großdeutsche Eherecht mit Wirlung vom 1. Januar 1939 auch im Sudetenland in Kraft gesetzt. Der italienische Außenminister Graf Ciano hat in einem Schreiben an die„Akademie für Deutsches Recht" seine herzlichsten Wünsche zur bevorstehenden Zusammenkunft der„Arbeitsgemeinschaft für die deutsch=italienischen Rechtsbeziehungen" in Wien ausgesprochen. Die Liquidierung der Kommunistischen Partei in der Tschecho=Slowakei vollzieht sich ohne Aufhebens. Die kommunistischen Abgeordneten und Stadtverordneten sind sang= und klanglos aus den Parlamenten verschwunden. Die Glücksmänner sind wieder da Ueber 5 Millionen Gewinne kommen zur Verteilung. Im ganzen Reich hat der Verkauf der Lose für die neue Winterhilfs=Lotterie begonnen. 5000 graue Glücksmänner sind gestartet. Zum ersten Male treten sie nun auch in der Östmark und im Sudetengau in Erscheinung. Im Altreich gehören sie schon längst zu den volkstümlichsten Gestalten des winterlichen Stadtbildes. Die neue Winterhilfs=Lotterie bringt verschiedene Neuerungen. Die Zahl der Lose mußte infolge der Ausdehnung der Lotterie auf Großdeutschland auf 36 Millionen Losbriefe erhöht werden. Dementsprechend erfuhren auch die Gewinne eine Ausweitung. Es gelangen nunmehr 5 130 000 Gewinne im Werte von 5,9 Millionen Mark zur Verteilung. Auch die Summe der Prämiengewinne wurde erhöht. Sie beträgt jetzt 86 000 Mark. Jede der 18 Serien enthält Prämiengewinne von 50, 100 und 500 Mark. Außerdem werden Sonderprämien von 10 000 Mark, 5000 Mark und achtmal 1000 Mark ausgeworfen, die am 31. März 1939 zur Auslösung kommen. Jetzt wird wohl niemand mehr die Unvorsichtigkeit begehen, die Prämienscheine achtlos zu behandeln. Eine weitere Neuerung besteht darin, daß der Gewinnbetrag oder das Wort„nicht“ auch auf dem Prämienschein steht, so daß der Loskäufer gleichzeitig auch eine Quittung über den gewonnenen Betrag in Händen hat. Eissport für das WHW. Opfertag im Berliner Sportpalast. Wie alle anderen deutschen Sportler haben auch die Aktiven des Eissports einen Tag dieses Winters dazu auserkoren, im Dienste des Winterhilfswerkes ihre sport lichen Veranstaltungen durchzuführen. Die Hauptveranstaltung des Eissports für das WHW. fand im Beriner Sportpalast statt, wo noch viele Gäste von den weihnachtlichen Eissportabenden anwesend waren und sich in den Dienst der guten Sache stellten. Besonders erfreulich war es, daß auch die ausländischen Sportler, die zur Zeit in Deutschland weilen, sich für diese Veranstaltung zur Verfügung stellten. So kam ein sportlich sehr wertvoller Abend zustande, dem viele tausend Zuschauer beiwohnten. Im Mittelpunkt der kunstläuferischen Vorführungen sand der Lauf der englischen und Europameisterin Ceciia Colledge, die eigens noch einmal aus Hamburg nrückgekommen war, um den Berlinern, deren erklärter iebling sie ist, auch an diesem Abend ihre große Kunst zu zeigen. Außerdem startete als Gast aus der Tschecho=Slowakei die erst vierzehnjährige Landesmeisterin Eva Nyklowa, die mit reichem Beifall bedacht wurde. Der deutsche Kunstlauf war ausschließlich durch Wiener Läufer vertreten, und zwar durch den Weltmeisterschaftsdritten Welbert Alward, den kühnen Springer Emil Ratzenhofer und die kleine Eva Pawlick. Sport Auszeichnung eines Pferdefreundes. Der Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts hat dem Diplomlandwirt K. F. Finus(Starnberg) die goldene Plakette des Reichsverbandes in Anerkennung seiner Verdienste für die Kriegspferde verliehen. Finus schuf vor einigen Jahren die Hilfsaktion für das Kriegspferd, durch die 7395 Kriegspferde erfaßt und mit dem Ehrenschild„Kriegskamerad“ ausgezeichnet wurden. 2611 Kriegspferde, die sich im Besitz bedürftiger Volksgenossen befinden, haben Haferspenden erhalten. Neun Reiternationen in Berlin. Zu dem internationalen Reitturnier in Berlin vom 27. Januar bis 5. Februar haben die Reiter aus neun Nationen gemeldet. Frankreich, Polen, Belgien, Rumänien, Ungarn, Tschecho=Slowakei, Schweden und Italien werden beteiligt sein. Im Mannschaftsspringen um den vom Führer gestifteten Preis der Nationen werden Italien, Polen, Frankreich, Belgien, Schweden und Deutschland die Gegner sein. Schön=Lohmann wieder beisammen. Die altbewährte Radrennmannschaft Schön=Lohmann wird, nachdem beide Fahrer inzwischen als Dauerfahrer große Erfolge errungen haben, am 7. Januar in Dortmund bei der dortigen„Nacht" wieder einmal am Start erscheinen. An diesem Rennen nehmen auch die Helden so vieler amerikanischer Sechstagerennen, die beiden Deutschen Kilian und Vopel, teil. Kampf der Meister fällt aus. Infolge der durch die schlechte Witterung so ungünstig gewordenen Platzverhältnisse mußte der für den Neujahrstag geplante und mit großer Spannung erwartete Fußballkampf zwischen den letzten Meistern des Altreichs und der Östmark, Hannover 96 gegen Rapid=Wien, abgesagt werden. Das Treffen soll im Frühjahr nachgeholt werden. Meergans siegte auf der Koppenschanze. Auf der Koppenschanze bei Krummhübel wurde bei künstlicher Beleuchtung ein nächtliches Skispringen durchgeführt, das der Deutsche Meister in der Kombination Lang=Sprunglauf, Günther Meergans von den Hirschberger Jägern, überlegen gewann. . Mit den Rettungsfliegern im Eisnotgebiet. Weltbild(M). Durch die Kälte wurde nicht nur der Verkehr nach den ostfriesischen Inseln lahmgelegt, sondern auch zahlreiche Frachtdampfer wurden im Eis festgehalten, so daß Flugzeuge der Deutschen Lufthansa die notwendigsten Lebensmittel zu den in Eisnot geratenen Schiffen bringen mußten. Wie die Indianer die Jahre zählen Kalender seit alter Zeit.— Wegbegleiter durch das Jahr. Wieder zeigen uns die vielen hübschen Kalender in den Schaufenstern an, daß ein Jahr ins Meer der Ewigkeit versank. Wie wir Menschen von heute, so hatten auch unsere Vorfahren schon Kalender. Vielfach waren es kunstvoll gearbeitete„Jahrweiser“, an denen man sich über den Ablauf der Tage, Wochen und Monate orientierte. Ja, sogar die alten Aegypter hatten schon ihre Kalender. Der älteste Kalender der Welt ist zweifellos der, den man in Aegypten in dem prächtigen Palaste des Ramses Mejamun gefunden hat. Zwei mit Inschriften geschmückte Reliefs erinnern daran, daß alle Monate und auch jeder einzelne Tag einer besonderen Gottheit gewidmet waren, deren Namen sie trugen. Der Astronom Biot, der diese Tafeln studierte, hat herausgefunden, daß dieser Kalender bis zum Jahre 3285 vorchristlicher Zeitrechnung zurückreicht. Schon damals war den ägyptischen Astronomen bekannt, daß die Erde etwas mehr als 365 Tage zu ihrem Lauf um die Sonne braucht. Um diese Differenz auszugleichen, wird heutzutage in jedem vierten Jahr einTag eingeschaltet. Vor fünftausend Jahren unterschied man zwischen dem bürgerlichen Jahr von 365 Tagen und dem Sonnenjahr von 365 Tagen und einigen Stunden und man berechnete, daß im Laufe von 1461 Jahren der Anfang des Sonnenjahres wieder genau mit dem Anfang des bürgerlichen Jahres zusammenfallen müßte. Dieses Zu sammentreffen fiel auf die Jahre 275, 1780 und 3285 v. Chr Geburt. Man fand bei Nachprüfung des Kalenders, daß die Aegypter im Jahre 3285 die Tagundnachtgleiche und den Sommeranfang ganz genau berechnet, daß sie aber im Jahre 1780 diese Daten ein wenig zu spät angesetzt hatten Diese Entdeckungen beweisen, daß die astronomische Wissenschaft schon vor fünftausend Jahren mit großer Genauigkeit gearbeitet hat. Seitdem wird immer wieder die Frage aufgerollt wie man den Kalender zweckmäßig einteilen kann, da die 365 bzw. 366 Tage sich nur schwer in gleichmäßige Abschnitte aufteilen lassen Das Prohlem ist wie mir goDeutsch=französisches Jugendlager eröffnet. Zwischen Salzburg und Saalfelden wurde ein deutsch=französisches Skilager bezogen. In fröhlicher Kameradschaft geht es auf Brettern in die Winterherrlichkeit(unser Bild). Schirner(M). seyen, uralt, und die Kenntnis des Kalenders ist bei vielen Völkern zu einer wahren Wissenschaft geworden. Die Chinesen zählen die Jahre, indem sie die Zeit in Zyklen von zwölf Jahren einteilen. Jedes der zwölf Jahre eines solchen Zyklus trägt den Namen eines Tieres und diejenigen, die in einem bestimmten Jahr geboren sind, leben unter dem vorbestimmten Zeichen, das dem Jahrestiere entspricht. Die Namen der zwölf Jahre sind der Reihe nach: die Maus, das Rind, der Tiger, der Hase, der Drache, die Schlange, das Pferd, das Schaf, der Affe, der Hahn, der Hund und das Schwein. Jeder Chinese muß genau wissen, zu welchem Tierjahr er gehört, denn diese Kenntnis ist unentbehrlich, wenn man heiraten will und wenn die Zukunft vorausgesagt werden soll. Ein bemerkenswertes Licht auf die hohe Kulturstufe der alten Mexikaner wirft eine seltsame Bilderhandschrift, die 1519 von dem Abgesandten des mexikanischen Kaisers Montezuma II., dem Sieger der Schlacht von Tabasco, Ferdinand Cortez, als Gastgeschenk überreicht wurde. Cortez brachte sie nach Spanien und überreichte sie Kaiser Karl V. Später gelangte das Kleinod nach Wien, wo es lange Zeit als große Seltenheit in der Nationalbibliothek aufbewahrt wurde. Erst in neuester Zeit ist es dem Direktor des Museums für Völkerkunde in Wien, Professor Röck, nach jahrelanger Arbeit gelungen, die Inschrift zu enträtseln. Dabei stellte sich heraus, daß es sich um einen astronomischen Text handelt. Ein schreitendes, schräg gestelltes Viereck mit bunten Streifen versinnbildlicht das Licht. Die gewählten Farben entsprechen den symbolischen Farben der Himmelsrichtungen. Recht schwierig war es, die bildlichen Darstellungen dem Sinne nach zu deuten, da sie zugleich Zahlengrößen in chiffrierter Form sind. Der Gelehrte fand, daß es sich dabei um die eigentümlichen Kalenderberechnungen der alten Mexikaner handelt. Schließlich ließ sich auch herausfinden, in welcher Richtung die bildlichen Darstellungen zusammenzufügen sind. Nach siebenjähriger Arbeit kam man nun zu dem Ergebnis, daß in altes, anscheinend für Priester bestimmtes Buch voriegt. Die Verfasser der Inschrift scheinen Anhänger des Gottes Quetzcoatl gewesen zu sein, die einem gewissen Erlöserglauben huldigten. Der mexikanische Kalender selbst beruhte auf sehr genauen astronomischen Berechnungen Aus der Inschrift ergibt sich, daß die alten Mexikaner neben dem Mondjahr ein zweites Jahr kannten, das sich nach der Wiederkehr der Venuskonstellationen richtete. Die astronomischen Kenntnisse der gelehrten alten Mexikaner dürften mindestens 12000 Jahre zurückreichen. Die Bezeichnung der Jahre geschah bei den Indianern nicht durch Jahreszahlen, sondern in der Weise, daß ein bedeutendes, im Winter vorgefallenes Ereianis zur Bezeichnung des Jahres angewandt wurde. Die Indianer selbst nennen diese Kalenberführung die„Winterzählerschrift“. Derartige indianische„Kunstkalender" zählen zu den Seltenheiten. Manche Kalenderchroniken reichen weit zurück, eine z. B. bis auf 117 Jahre. In felchen alten Kalendern sind Spuren der amerikanischen Geschichte wahrzunehmen, wie sie sich den Indianern dargestellt hat. So sind die Jahre 1779—1781 bezeichnet durch ihre Pockenwinter. Ein Jahr, in dem eine Sonnenfinsternis sich ereignete, erscheint als der Winter, wo„Stern bei lautem Lärm“ vorbeiging. Als der Präsident der Vereinigten Staaten den Gesetzbeschluß unterschrieb, durch den Mordtaten an Indianern für gesetzwidrig erklärt wurden, da spricht die Chronik von einem Winter, wo„Großvater ihre Ermordung nicht Gesetz“ anerkennt. Die Ermordung des Präsidenten MeKinley im Jahre 1902 wurde aufgezeichnet als„Urgroßvater ermordet Winter“, und vom Jahre 1911, das die Erbauung einer Eisenbahn in der Nähe der Sitze der Ogalala=Indianer sah, heißt es betrübt„OgalalaEisenbahn und tötet sie Winter". Ein Dakota=Indianer wird, wenn man ihn nach seinem Geburtsjahre fragt, nicht etwa 1853, sondern das„Jahr des tiefen Schnees" und nicht 1889, sondern das„Jahr der Mondfinsternis" angeben: So ist das in ASA. Neger dürfen nicht in Pullman=Wagen fahren. Die gleichen amerikanischen Zeitungen, die sich in dicken Schlagzeilen über die endgültige Lösung des Rassenproblems in Deutschland aufregen, berichten über einen Vorfall, der für uns außerordentlich aufschlußreich ist. Zeigt er doch, daß die Amerikaner im eigenen Hause gar nicht daran denken, das Rassen=Problem in einer anderen Weise zu lösen, als es das nationalsozialistische Reich getan hat. Der einzige„schwarze" Abgeordnete des amerikanischen Kongresses, der Neger Arthur Mitchell, hat den Versuch unternommen, eine gesetzliche Vorschrift zu beseitigen, wonach die in Amerika lebenden Neger nicht mit den Weißen zusammen in einem Eisenbahnabteil fahren dürfen, und den Negern besondere Eisenbahnwagen— natürlich minderwertige— zur Verfügung gestellt werden. Der Handelsausschuß der Vereinigten Staaten, der sich mit der Forderung des Neger=Abgeordneten zu befassen hatte, wies den Beschwerdeführer jedoch ab und gab der Chikago, der Rock Island= und der Pazifischen Eisenbahn=Gesellschaft, gegen die sich die Vorwürfe richteten, mit Stimmenmehrheit recht. Mitchell hatte seine Klage vorgebracht, nachdem er unter Androhung der Verhaftung(!) gezwungen worden war, in Memphis einen Pullman=Wagen zu verlassen und in einem sogenannten„Jim=Crow“=Wagen Platz zu nehmen, der ausschließlich für schwarze Reisende reserviert war. Mitchell führte ein Gesetz an, das bezeichnenderweise „gleiche, aber getrennte Behandlung für die weiße und die farbige Rasse" vorsieht. Der Abgeordnete betonte, daß die Negerwagen in keiner Beziehung mit den eleganten Pullman=Wagen, den Speise= und Aussichtswagen der amerikanischen Bahnen gleichgesetzt werden könnten. Der Handelsausschuß erklärte jedoch, daß die Ausweisung des Negers aus dem Pullman=Wagen vollkommen zu recht erfolgt sei. Da der Verkehr auf der Strecke nicht besonders stark sei, könne man es den Eisenbahngesellschaften nicht verübeln, wenn sie für die wenigen Negerpassagiere nicht die gleichen Bequemlichkeiten böten wie für die übrigen Reisenden. Wenn sich aber der Deutsche gegen eine fremde Rasse auflehnt, die ihn bis aufs Blut ausgesogen und das Gastvolk an den Rand des Abgrunds gebracht hat, ist das Erstaunen und die Entrüstung der amerikanischen„Oeffentlichkeit"(lies: der Juden!) groß. Scherz und Ernst tf. Andenkenjäger entkleiden die Braut. Natürlich ist der Ort der Handlung New York, wo sich die Jagd nach „Andenken“ von populären Bühnensternen schon zu einer gemeingefährlichen Verrücktheit entwickelt hat. Der populäre Schlagersänger E. wollte heiraten und sein Reklameagent hatte natürlich dafür gesorgt, daß die Trauung zu einer großen„Schau“ mit begeistertem Publikum wurde. Das Brautpaar nahm nach dem Verlassen der Kirche die Huldigungen der Menge entgegen und mußte viele Hände schütteln. Bei dieser Gelegenheit schnitten zunächst ein paar Verehrerinnen des„schicken Cl.“ kleine Stückchen aus dem Brautschleier mit der Schere heraus, um ein„Andenken“ mitnehmen zu können. Dieses Beispiel hatte eine tolle Wirkung. Im Nu war der ganze Brautschleier unter die Andenkenjäger aufgeteilt. Diejenigen, die kein Schleierstück abbekommen hatten, stürzten sich nun mit Scheren über das duftige Gewand der Braut. Die arme junge Frau des Publikumslieblings stand nach kurzer Zeit in Unterwäsche da und wäre vielleicht auch diese noch losgeworden, wenn nicht ein entschlossener Mann aus dem Brautgefolge die Bedauernswerte der wilden Meute entrissen und in den rettenden Wagen getragen hätte. tf. 75 Eier in 10 Minuten. Glücklicherweise haben nicht alle Menschen ein so unbegrenztes„Fassungsvermögen“, wie es Mr. Max Hinel aus Dosion unter Beweis gestellt hat. Die armen Hühner könnten sonst den Bedarf an Eiern nicht mehr decken. Hinel hat im Laufe von knapp 10 Minuten 75 rohe Eier vertilgt. 700 Meter lange Autobaynbrucke über den Rhein. Unmittelbar nördlich von Frankenthal(Pfalz) wird die Reichsautobahn Saarbrücken—Mannheim über den Rhein geführt Die neue Brücke soll zwischen Sandhofen und Scharhof liegen und 700 Meter lang sein. Es sind allein 310 Meter Strombreite zu überbrücken. Das Brückenbauwerk wird 22 Meter breit sein. Die Einmündung der Autobahn geschieht zwischen Viernheim und Lorsch in die bestehende Reichsautobahnstrecke Frankfurt—Karlsruhe. Abbruch der Beziehungen zwischen Iran und Frankreich Die französische Presse veröffentlicht eine Reuter=Meldung aus Teheran, nach der zwischen Iran und Frankreich die Beziehungen abgebrochen worden sind. Erklärungen über den Grund für diesen Abbruch werden noch nicht gegeben. Zonder Auf ihrem jährlichen Weg durch den Tierkreis hat die Sonne nunmehr im Bilde des Steinbocks bereits ihren südlichsten Standpunkt überschritten; seit der Wintersonnenwende nähert sie sich wieder dem Himmelsäquator und spendet somit täglich größere Mengen Licht und Wärme. Die Tage werden wieder länger. Die Natur liegt in diesem härtesten Wintermonat durchaus nicht so tief im Schlaf, wie man annehmen sollte. Alles hängt vom Wetter ab; rauhe Östwinde schaden dem Pflanzen= und Tierleben, Südwestwinde fördern es. Wenn sie nicht eingefroren sind, blühen sogar schon einige schüchterne Frühaufsteher: das Gänseblümchen, die Vogelmiere, das Kreuzkraut, manchmal auch der Haselstrauch und das Hungerblümchen. Im Tierreich ist es noch recht still, nur bei günstigem Wetter zeigen sich bestimmte Spinnenarten, in der Wintersonne tanzen Mücken, und über dem Schnee laufen die sogenannten Schneewürmer, schwarze Käferlarven. Die Vogelwelt wird vertreten von den Sperlingen, Kolkraben, Krähen, Goldammern, Hasel= und Feldhühnern, Meisen, Amseln und Zaunkönigen, zu denen sich Gäste aus dem hohen Norden gesellen, Schneeammern, Schneefinken, Nebelkrähen, Möwen und Fußhäher. Manchmal kommt als erster Heimkehrer aus der südlichen Winterfrische der Gimpel zurück. So tot und leer ist der Eismond also durchaus nicht, er hat überhaupt manche Annehmlichkeiten, unter denen die vielen Bälle und Maskenfeste nicht an letzter Stelle stehen. Die Bedeutung des Januarwetters kommt in den zahlreichen Wetterregeln zum Ausdruck, aus denen überlieferte und selbsterworbene Erfahrungen des Landvolkes sprechen. Der Bauer wünscht den Monat trocken und kalt:„Januar gelind, Lenz und Sommer fruchtbar sind.“ „Januar warm, daß Gott erbarm!" Wenn er nach seinem Wunsch ausgefallen ist, entläßt der Bauer ihn am 28., dem Tag von Pauli Bekehrung, in der tröstlichen Gewißheit, daß der halbe Winter vorbei ist. Schloßbrand in der Untersteiermark. In dem Schloß Negowa(Untersteiermark) des Fürsten Trautmannsdorf brannte das erste Stockwerk aus, während die anderen Stockwerke beschädigt wurden. Glücklicherweise hatte man bereits früher die wertvollen Möbel= und Waffensammlungen aus dem schon im Jahre 1106 erwähnten Schloß nach Wien gebracht. Irre von St. Sebastian 13. Fortsetzung Er sah ihr an, daß sie noch etwas auf dem Herzen hatte. Und er hatte sich auch nicht geirrt. Nach einer Weile sagte sie: „Ich habe bisher nichts gesagt. Aber so weggesetzt sein wollen wir natürlich nicht. Es ist um der Kinder willen Sie haben viele Bekannte. Es liegt mir daran, auf den umliegenden Gütern und Schlössern zu verkehren.“ Seine Miene wurde frostig. „Bedauere,“ sagte er scharf,„das kann ich nicht einrichten.“ „Weshalb nicht? Sie haben Pflichten gegen uns, denke ich.“ Er richtete sich hoch auf. „Wir waren uns bisher völlig fremd, und ich kann nur jemand mit zu meinen Freunden und Bekannten bringen, den ich selbst durch und durch kenne. Diese Offenheit müssen Sie mir schon verzeihen.“ Sie ging zur Tür. Ihre Lippen zuckten und ihr Gesicht sah seltsam grau und eingefallen aus. Er öffnete ihr die Tür, brachte sie höflich hinaus. Da inzwischen ein feiner Regen eingesetzt hatte, ließ er sie in seinem Auto nach Hause fahren, obgleich es nicht weit war bis dahin. Dann stand er noch eine ganze Weile auf den Stufen und sah dem Wagen nach.— An einem Morgen, der schön und sonnig war, fuhr Kronau in dem Auto weg. Sein Chauffeur war am Tag vorher erkrankt und konnte nicht fahren. Aber im Dorf war ein stellungsloser Chauffeur, Burhammer, bereit, den Schloßherrn zu fahren. Kronau hatte hin und her überlegt. Er fuhr selbst auch sehr gern, aber auf eine längere Reise nahm er lieber einen guten Chauffeur mit. Hatte man eine Panne, dann behoben zwei Mann solche Geschichten immer besser als einer. Also nahm er Burhammer als Aushilfe an. Er kannte den Mann weiter nicht. Die Leute waren erst seit einem Jahr hier ansässig. Er hatte gehört, daß Burhammer auf den umliegenden Gütern nach Stellung gefragt hatte. Nun mochte er vielleicht froh sein, wenigstens diese Aushilfe zu haben. 6. Kapitel. Dunkel und dicht standen die wundervollen schlesischen Wälder zu beiden Seiten der breiten Straße, auf der das Auto dahinfuhr. Kronau lehnte sich zurück Der Frühling kam mit aller Macht und schenkte den Menschen neuen Lebensmut. Diese Fahrt, ganz allein mit seinen Gedanken war ein Geschenk. Kronau lächelte. Er hatte schon große Reisen unternommen, aber diese Fahrt durch die schlesischen Wälder war von ganz besonderem Reiz. Plötzlich hielt das Auto. Der Chauffeur sprang heraus, war einen Augenblick nicht zu sehen und kam nach einer Weile wieder zum Vorschein. Er meldete: „Wir haben eine Panne, eine schwere Panne. Ich werde allein damit nicht fertig. Drei Stunden Arbeit schätze ich in einer Reparaturwerkstatt. Ich muß in den nächsten Ort laufen. Vielleicht haben wir Glück, daß man uns schon dorf abschleppen kann, wenn nicht, dann kann man anrufen.“ Kronau sprang aus dem Wagen. Er besah sich den Schaden. Motordefekt! War natürlich gar nicht ohne weiteres festzustellen. Schade! Der Wagen hatte ihm bisher nur Freude gemacht. Und nun saß er plötzlich hier fest. Aber man durfte auch nicht ungerecht sein. Schließlich mußte man als alter Autofahrer auch mal mit solch einer größeren Panne rechnen. Er selbst würde ein bißchen in der frischen Luft umherlaufen, und dann konnte man sich ja in den Wagen setzen und lelen Roman von Gert Rothberg Zwei Stunden waren vergangen. Einige Autos hatten die Straße passiert. Radfahrer nicht. Das ließ sich vermuten, daß der nächste Ort vielleicht Stunden entfernt war. Es wäre vielleicht besser gewesen, der Chauffeur wäre hiergeblieben und man hätte einen der vorüberfahrenden Autoführer gebeten, in der nächsten größeren Ortschaft die Bestellung aufzugeben, daß man hier abgeschleppt wurde. Nun konnte das noch Stunden dauern. Plötzlich kam ein fast neuer roter Wanderer gefahren. Ein Herr saß darin. Er sah herüber, hielt. „Guten Tag! Pech gehabt? Kann ich helfen?“ „Guten Tag! Helfen? Nein, danke. Mein Chauffeur stellte einen Schaden fest, der nur in einer Werkstatt zu beheben ist. Wie weit ist es zur nächsten Stadt?“ Der Herr dachte einen Augenblick nach, dann meinte er bedauernd: „Reichlich vier Stunden. Haben Sie etwa Ihren Chauffeur dahin geschickt?“ „Allerdings!“ „Ja, wie lange wollen Sie denn da hier noch an der Straße liegen? Steigen Sie, bitte, ein. Ich fahre Sie hin. Schließen Sie den Wagen ab.“ „Nein, das möchte ich nicht. Aber wenn Sie die Güte hätten, meinen Chauffeur nach der Stadt zu bringen? In einer halben Stunde dürften Sie ihn bei flotter Fahrt erreichen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar.“ „Mache ich! Selbstverständlich! Doktor Binder, wenn Sie gestatten.“ „Ernst Rainer Kronau!!“ „Sehr angenehm, Herr Kronau. Dann will ich mich also beeilen. Auf Wiedersehen!“ „Auf Wiedersehen, und vielen Dank!“ Kronau spürte ein unbehagliches Gefühl in sich. Er unterdrückte es, lief hin und her am Straßenrande und rauchte eine ganze Menge Zigaretten. Nach einer reichlichen Stunde kam der rote Wanderer zurück. „Herr Kronau, Ihr Chauffeur kommt in etwa einer Stunde mit einem Wagen. Früher kann er keinen bekommen. Ich hatté gar nicht an die Werkstelle gedacht, die sich an der Straße nach S. befindet. Dort sitzt Ihr Chauffeur. Also noch eine Stunde, dann sind Sie erlöst. Da ich nichts vorhabe, würde ich Ihnen gern Gesellschaft leisten.“ Der kleine schwarzhaarige Herr mit der goldenen Brille sah Kronau fragend an, und Ernst Rainer blieb nichts anderes übrig, als auf so viel Freundlichkeit höflich und erfreut zu antworten: „Das ist sehr liebenswürdig. In der Tat, es wird reichlich langweilig, wenn man so wartet. Ich danke Ihnen.“ Die Herren unterhielten sich ausgezeichnet, und dann kam Burhammer wirklich. Aber Kronau hatte seinen Platz indessen schon im Wagen Doktor Binders. Er sagte seinem Chauffeur, daß er von dem Herrn hier in ein gutes Gasthaus gebracht würde, und daß er dann sofort Nachricht nach der Werkstelle geben werde, damit Burhammer wisse, wo er zu Mittag esse und vielleicht zwei Stunden schlafen könne. Burhammer legte die Hand an die Mütze. „Jawohl, Herr Kronau!“ Kronau sah noch, wie sein Wagen angekuppelt wurde und wie Burhammer wieder darin Platz nahm. Einen Augenblick lang bereute er, in dem fremden Wagen Platz genommen zu haben. Schließlich hätte er doch auch ganz gut in seinem eigenen Wagen sitzen können. Wiederum— er mußte dem freundlichen Helfer dankbar sein, daß der ihn so schnell in einen guten Gasthof bringen wollte. Denn in solch abgeschlepptem Wagen ging es doch reichlich langsam. Kronau sah auch noch, daß man sehr vorsichtig und langsam fuhr. Doktor Binder lächelte freundlich zu seinem Fahrgast hin. „Eine langweilige Fahrt. Sie können es so bequemer haben.“ „Wie soll ich Ihnen nur danken! Wie kommen Sie dazu, mir, einem Ihnen völlig Fremden, diesen freundlichen Dienst zu erweisen? Ich bin in der Tat leicht ungehalten, wenn ich langsam fahren muß. Es wird langweilig. Und da mein Chauffeur beim Wagen ist, genügt das ja." „Selbstverständlich. Und da ich hier ganz in der Nähe daheim bin, so macht mir das wirklich nichts aus. Mir ist die kleine Abwechslung sehr angenehm. Wir können zusammen noch einen Schoppen Wein trinken. Meine Frau ist verreist, und allein weiß ich nichts Rechtes anzufangen. Hier in der Nähe ist eine alte Burg, na, sagen wir lieber, ein Schlößchen. Da trinkt man einen guten Schoppen. Es ist jetzt eine Gastwirtschaft darin. Darf ich Sie hinfahren? Man freut sich doch, wenn man einem Fremden seine schöne Heimat zeigen kann.“ Kronau nickte. „Ich würde ganz gern einen guten Schoppen trinken. Und— eigentlich verspüre ich auch Hunger. Ich habe doch einige Stunden im Wald festgesessen.“ „Man bekommt bei meinem alten Freund Kraukner einen vorzüglichen Happen zu essen.“ Weit und schön war die Gegend. Der Wagen bog von der breiten Landstraße ab, fuhr zwischen niedrig hängenden Fichtenästen dahin. Dazwischen standen hell flammende Birkenstämme mit ihren üppigen Grün. Plötzlich sagte Kronau: „Ah, das ist ja wundervoll!“ Auf bewaldeter Anhöhe sah man ein kleines Schloß. Hell glühten die Fenster in der Sonne. Ringsum standen Gebäude. Fast sah es aus wie eine kleine Festung. Vielleicht mutete der ganze Bau so an durch seine Zugbrücke, seine vielen Söller und seinen Stil. Doktor Binder lachte. „Ja, da wohnt unser Freund, der den guten Wein hergibt. Wir werden uns da ein bißchen in die Frühlingssonne setzen und ins Land hineinschauen. Das kann man von dort oben aus nämlich ganz herrlich tun. Ich bin oft hier oben. Und dann fahren wir auf der anderen Seite wieder ins Tal, soweit man hier von den kleinen Anhöhen von Tälern überhaupt sprechen kann. Wir sind dann sehr schnell im Ort. Der Gasthof Zum Adler ist gut. Dort bringe ich Sie hin. Wenn wir hier eine halbe Stunde sitzen, sind wir sicher immer noch eher im Ort als die Unglücksfuhre mit Ihrem Auto.“ „Guter Bergsteiger, Ihr Wagen.“ „Na, es macht sich. Kleinerer Wagen, aber gut. Früher hatte ich einen größeren. Jedoch die Verhältnisse— na ja, wir haben eben alle was von der Not der Zeit abbekommen.“ Dieser Doktor Binder gefiel Kronau immer mehr, und er bereute nicht länger, mit dem famosen Gesellschafter diese Fahrt unternommen zu haben. Der Wagen fuhr jetzt den Weg zu dem Schlößchen hinauf. Das Tor stand weit offen. Ein prachtvoller alter Schloßhof breitete sich aus. Aber er hatte nichts von einem Wirtsgarten an sich. Ehe noch eine Frage fiel, sagte Doktor Binder: „Die Terrassen befinden sich hinter dem Hause, auf der Sonnenseite." Der Wagen hielt. Ein Kellner stand da, ein baumlanger, starker Mann. Und ein Stück weiter, direkt an dem schonen alten Haustor, das wundervolle Schnitzereien aufnoch ein solcher Riese. In schneeweißer Jacke und Schürze. Die Kellner verneigten sich tiet.