Steinheiner Zeitung Bote für das Emmertal seint Bezugspreis: Für diesen Monat 1.50 Reichsmark frei Haus. Erscheint sechsmal wöchentlich mit Ausnahme von Sonn= u. Feiertagen Für die Schriftleitung verantwortlich: Karl Simonowski, Steinheim i. Westf., Fernruf Nr. 352 Amtliches Verordanngsblalt Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe, 45 mm breit 5 Pfg., im Textteil 1 mm Höhe, 90 mm breit 20 Pfg. Beilagengebühr je 100 RM. 1.— Sämtliche Anzeigen sind nach Steinheim i. Westf. zu senden Druck und Verlag: Karl Simonowski, Steinheim i. Westf. Nr. 43 Motorisierung Sache des Volkes Als der Führer und Reichskanzler im Jahre 1933 bald nach der Machtübernahme die Internationale Automobilausstellung eröffnete, bekannte er sich zur Motorisierung Deutschlands und ließ diesem Bekenntnis auch die Tat folgen. Schnell konnte die durch die wirtschaftliche Krise hervorgerufene Lähmung überwunden werden und in den nächsten Jahren entwickelte sich auf dem Gebiete des Kraftfahrwesens eine Belebung, wie man sie wohl niemals für möglich gehalten hatte. Im Jahre 1937 liefen in Deutschland über 1,2 Millionen Kraftwagen mehr als im Jahre 1932. In der Kraftwagenindustrie stieg die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten von 33 000 im Jahre 1932 auf 120 000 im Jahre 1937. So konnte es nicht ausbleiben, daß von diesem wirtschaftlichen Auftrieb auch andere Wirtschaftsgebiete befruchtet wurden. In steiler Kurve ging die Entwicklung aufwärts, weil das Reich unter Führung Adolf Hitlers zahlreiche Maßnahmen zur Förderung des Verkehrs mit Kraftwagen traf und weiterhin treffen wird. Erinnert sei hier an die letzte Maßnahme, die eine wesentliche Herabsetzung der Tarife für die Haftpflichtversicherung brachte, besonders für die kleineren Wagen. So konnte auch die Industrie an die Verbesserung der Konstruktionen herangehen, und durch technische Leistungen errang sie bald wieder eine führende Stellung in der Welt. Die zahlreichen Erfolge deutscher Wagen auf den Rennen in den verschiedensten Ländern gegen schärfste internationale Konkurrenz sind der beste Beweis. Das Kraftfahrzeug ist heute schon volkstümlich, aber durch die Schaffung des deutschen Volkswagens, des billigsten Wagens der Welt, werden Millionen deutscher Menschen dem Auto zugeführt werden, sei es, daß sie neu als Käufer auftreten, sei es, daß sie das Motorrad gegen einen Wagen eintauschen. So wird der Bau des Volkswagens eine gewaltige zusätzliche Steigerung der deutschen Motorisierung im Gefolge haben, ohne daß die schon vorhandene Produktion davon berührt wird, denn der Volkswagen bringt neue Käufer mit geringen Einkommensverhältnissen, und dabei wird erfahrungsgemäß immer wieder ein Teil Käufer abgegeben an jene Produktion, die heute schon im Verkehr ist. Wie der Führer in seiner Rede betonte, besteht bei vielen Millionen Volksgenossen die Sehnsucht nach der Maschine, und besonders nach dem Motor. Alle Grundstoffe unseres kommenden Automobilbaues werden aus deutschem Boden von deutschen Arbeitern gewonnen. So kann der billige Volkswagen das Verkehrsmittel des ganzen deutschen Volkes werden. Zur Motorisierung kommt auch der Ausbau des Verkehrs der Reichsautobahnen, von denen bereits 2000 Kilometer fertiggestellt und im Verkehr sind; 1500 Kilometer sind im Bau, und weitere 2000 Kilometer zum Bau freigegeben. Der Bau eines leistungsfähigen Mittelwagens, der für die Autobahn geeignet ist, hat eine Erhöhung des Umsatzes gebracht. Auch für den Lastkraftwagen hat eine neue Entwicklung eingesetzt. Allein durch die Förderuna des Güterverkehrs durch die Reichsbahn wird die Zahl der Lastkraftwagen erhöht. Der Aufschwung der Kraftwagenindustrie und das große Interesse für den Motor in allen Volksschichten beweisen, wie sehr die Motorisierung heute schon eine Sache des ganzen Volkes ist. Die nächsten Jahre werden diese Tatsache noch weit mehr erkennen lassen, als es heute möglich ist. Aufbau durch Gemeinschaftsgeist Dr. Goebbels spricht zu den Automobilschaffenden. Einer seit einigen Jahren geübten schönen Tradition folgend, hatte Reichsminister Dr. Goebbels im Namen des Führers die zur Internationalen Automobil= und Motorrad=Ausstellung in Berlin weilenden Arbeiter der Automobilindustrie am Freitag zu einem Mittagessen in den„Kaiserhof“ geladen. Außer 300 Arbeitern der Automobil=, Motorrad= und Zubehörindustrie nahmen auch 30 Arbeiter von den Reichsautobahnen, 25 NSKK.=Männer und 25 Soldaten von der Panzertruppe— also Vertreter aller mit der Motorisierung des deutschen Volkes am engsten verbundenen Volksgenossen— an dem Mittagessen teil. Mitten unter ihnen saßen Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Korpsführer Hühnlein, Generalinspekteur Dr. Todt, der Präsident des Reichsverbandes der Automobilindustrie, Geheimrat Allmers, der Autofachberater des Führers, Direktor Werli, sowie weitere Vertreter der Deutschen Arbeitsfront und des Reichspropagandaministeriums. Nach dem gemeinsamen Mittagessen überbrachte Reichsminister Dr. Goebbels den Gästen die herzlichsten Grüße des Führers, der mit Rücksicht auf dringende Arbeiten zu seinem Bedauern diesmal nicht im Kreise der Automobilschaffenden weilen könne. In den Zeiten vor der Machtübernahme, so begann der Minister, habe die Regierung nichts vom Volk, umgekehrt aber auch das Voll nichts von der Regierung wissen wollen; beide hätten früder für sich allein ihre Festtage begangen. Wie nationalSteinheim, Montag, 21. Februar 1938 45. Jahrgang Beitrag zur Befriedigung Legale Betätigungsmöglichkeit für österreichische Nationalsozialisten. Auf Grund der am 12. Februar in Berchtesgaden zwischen dem Führer und Reichskanzler und dem Bundeskanzler Dr. Schuschnigg getroffenen Abreden wird nunmehr der österreichische Nationalsozialist die Möglichkeit legaler Betätigung im Rahmen der Vaterländischen Front und aller übrigen österreichischen Einrichtungen haben Diese Betätigung kann jedoch nur auf dem Boden der Verfassung, die politische Parteien nach wie vor ausschließt, in Gleichstellung mit allen anderen Gruppen erfolgen. Vom Reich aus werden in Durchführung des bestehenden Verbots Maßnahmen getroffen, die eine Einmischung von Parteistellen in innerösterreichische Verhältnisse ausschließen, um auch hierdurch zu der befriedigenden Entwicklung beizutragen. * Die neue Zusatzvereinbarung zu dem Abkommen vom 12. Februar stellt einen weiteren Schritt innerhalb der Befriedungsaktion in Oesterreich dar. Nach der politischen Amnestie in Oesterreich und den anderen von der Wiener Regierung beschlossenen Maßnahmen wird nunmehr den Nationalsozialisten in Oesterreich die legale politische Betätigung völlig freigegeben, so daß kein Deutscher in unserem deutschen Bruderlande unter Ausnahmerecht mehr steht. Dem Frieden dient zugleich die deutsche Zusicherung, daß eine Einmischung reichsdeutscher Stellen in die innerpolitischen Verhältnisse Oesterreichs nicht in Betracht kommt. Immer mehr erweist es sich also, daß die Unterredung in Berchtesgaden für den mitteleuropäischen Raum von größter geschichtlicher Bedeutung war und eine Entspannung zu einem echten Zustand des Friedens gebracht hat. Die Amnestie durchgeführt Rührende Szenen vor den Gefängnistoren. Die Entlassung der politischen Häftlinge ist in ganz Oesterreich durchgeführt. Vor den Toren der beiden Landesgerichte in Wien sammelten sich zahlreiche Leute, denen die Tränen in die Augen kamen, wenn sie immer wieder Zeugen der rührenden Wiedersehensszenen zwischen den Freigelassenen und ihren Angehörigen wurden. Unter den entlassenen Gefangenen befindet sich auch Dr. Tavs. Das Konzentrationslager Wöllersdorf ist bereits leer. Inzwischen haben auch die ehemaligen Militärgerichtshöfe die Formalitäten für die von ihnen verurteilten Personen erledigt. Im ganzen befanden sich noch 42 Personen in Haft, unter ihnen der ehemalige Minister Dr. Rintelen, der Polizeikommissar Gotzmann und der Hauptmann; des Bundesheeres Seeliger. Dr. Rintelen wird sich in seine Heimatstadt Graz begeben, wo er seinen Lebensabend verbringen wird. Der Kampf der Sudetendeutschen Um die Zuerkennung verbriefter Rechte. Die Sudetendeutsche Partei hatte am Vorabend des Jahrestages der Regierungsversprechungen an die sudetendeutschen Splitterparteien eine Versammlung nach Prag einberufen, die einen Massenbesuch aufwies. Der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei Dr. Neuwirth zeigte in einer ausführlichen historischen Entwicklung die Ereignisse auf, die in den letzten zwanzig Jahren erwiesen haben, daß die tschechoslowakische Verfassung ihrem Wesen nach unerfüllt geblieben ist. Die Praxis der letzten Jahre habe gezeigt, daß der 18. Februar 1918 nichts anderes gewesen sei als ein Versuch, der an dem Zustand der Entrechtung und Unterdrückung der Sudetendeutschen nichts geändert habe. Konrad Henlein habe vor drei Jahren die Hand zur Verständigung ehrlich geboten. sozialistische Regierung aber feiert ihre Feste gemeinsam mit dem Volke. Der grandiose fünfjährige Aufbau im deutschen Automobilschaffen sei dem Gemeinschaftsgeist der ganzen Nation zu danken. Er sei das Ergebnis der großen Planung des Führers, der Begabung und der Unternehmungslust der Arbeitgeber und Ingenieure, aber zum größten Teil das Ergebnis des Fleißes, der Betriebsamkeit und der Präzision des deutschen Arbeiters. So verstehe es sich im Grunde von selbst, daß die Reichsregierung mit dieser Einladung der deutschen Arbeiterschaft insgesamt ihre Dankbarkeit ausspreche. „Wenn wir Sie nach Berlin eingeladen haben, dann vollen wir damit“, so erklärte Reichsminister Dr. Goebbels unter dem stürmischen Beifall der Gäste,„vor dem ganzen Volk und vor der Welt bekunden: Dieses stolze Ergebnis einer fünfjährigen Aufbauarbeit ist dem Gemeinschaftsgeist unseres Volkes und der Schaffenskraft unseres deutschen Arbeiters zu danken!“ Man müsse endlich, fuhr Dr. Neuwirth fort, auf tschechischer Seite angesichts der politischen Ereignisse ringsum die wirkliche Gegebenheit anerkennen. Ferner müsse man darauf verzichten, das Problem durch das Spiel mit einer kleinen Opportunitätsgruppe einerseits und mit dem brutalen Einsatz staatlicher Machtmittel andererseits zu lösen. Die entscheidenden Faktoren dieses Staates sollten endlich erkennen, daß die einzige politische Realität aus der Haltung der Bevölkerung heraus in diesem Staat auf deutscher Seite die Sudetendeutsche Partei ist. Sie sei der unzerstörbare politische Ausdruck des Willens der sudetendeutschen Volksgruppe. Die Sudetendeutschen kämpften um die unveräußerlichen Rechte und um das unversehrte Gefüge ihrer Volksgruppe. Dann beleuchtete das Mitglied des Führungsrates der Sudetendeutschen Partei, Dr. Sebekovsky, die Unterschiede zwischen den seinerzeitigen Versprechungen der Tschechen auf der Konferenz von Versailles hinsichtlich der Behandlung der Sudetendeutschen und ihrer tatsächlichen Haltung. Besonders erinnerte er an die Denkschrift, in der die Tschechen versprachen, den Deutschen dieselben Rechte in Böhmen zuzubilligen, wie sie sie selbst besäßen. Aber an diese Abmachungen halten sich die Tschechen ebensowenig wie an die Verfassungsurkunde mit der Verpflichtung, den Völkern in ihrem Staate das Selbstbestimmungsrecht zu geben. Darum gehe der Kampf der Sudetendeutschen Partei weiter, und so seien auch die von der SdP. eingebrachten Volksschutzgesetze zu verstehen. Der Führer eyrt Marschall Balbo Das Großkreuz des Adlerordens verliehen. Im Auftrage von Generalfeldmarschall Göring hat der Luftattaché der deutschen Botschaft in Rom, Oberst Schultheiß, Luftmarschall Balbo in Tripolis das ihm vom Führer verliehene Großkreuz des Adlerordens überreicht. Der feierlichen Aushändigung wohnten sämtliche zivilen und militärischen Behörden der libyschen Hauptstadt bei. Marschall Balbo ließ seine Dankesrede ausklingen in ein Hoch auf die deutsche Nation und ihren Führer, in das die zahlreichen Zeugen seiner Ehrung begeistert einstimmten. Deutsch=dänisches Während der Verhandlungen über das deutschdänische Handelsabkommen für das Jahr 1938 wurde u. a. auch die Frage des Reiseverkehrs von Deutschland nach Dänemark im Jahre 1938 erörtert. Die Verhandlungen haben zu einem Abkommen geführt, das ab 1. Juni d. J. den Reiseverkehr ermöglichen wird. Der Höchstbetrag, der nach dem Abkommen den einzelnen Reisenden bewilligt werden kann, beträgt über den Freigrenzebetrag von 10 RM. Hartgeld hinaus 60 RM. monatlich. Er wird höchstens für drei Monate bewilligt. Grandi bei Chamberlain Fortsetzung der italienisch=englischen Aussprache. Der englische Premierminister Chamberlain hat am Freitagmittag den italienischen Botschafter in London, Graf Grandi, zu einem Besuch in seine Wohnung in der Downingstreet gebeten. Dort fand eine Unterredung statt, die 1½ Stunden dauerte. Bei der Unterhaltung war auch der englische Außenminister Eden zugegen. Am Nachmittag erschien Graf Grandi ein zweites Mal im Hause des Premierministers. Anschließend wurde in London eine amtliche Verlautbarung über die Verhandlungen zwischen Chamberlain, Eden und Grandi ausgegeben. Sie besagt, daß die allgemeine internationale Lage und die englisch-italienischen Beziehungen erörtert worden seien. Streikterror einer Minderheit Ungeheure Schäden für das französische Volk. In Paris und Umgebung bringt es nun schon seit zwei Monaten eine streikende Minderheit fertig, jegliche Arbeit in den geoßen Nahrungsmittel=Lagerhallen lahmzulegen und dadurch in die Millionen gehende Schäden anzurichten. Etwas mehr als ein Fünftel der gesamten Belegschaft dieser Betriebe führt seit dem 21. Dezember einen illegalen Streik mit Besetzungen durch, ohne daß die Behörden auch nur einen Schritt getan hätten, um diesem Zustand ein Ende zu bereiten. Tatsächlich haben von 6885 in 10 Fabriken und Lagerhäusern beschäftigten Arbeitern nur 1256 die Arbeit niedergelegt, die sich schichtweise täglich in den Werkbesetzungen ablösen. Die große Mehrheit der arbeitswilligen Arbeiter hingegen arbeitet in Zweigstellen dieser Unternehmen, die noch nicht besetzt sind, oder in anderen Unternehmen, wo sie gerade untergekommen sind. In dem Pariser Vorort Pantin betragen die durch den Streik in einem Weinspeicher entstandenen Schäden 10 Millionen Franken. In Ivry sind große Mengen Mehl, Grieß, Kaffee und Gebäck im Werte von 20 Millionen verloren. Hort des Friedens Adolf Hitler sprach zur Welt Der Führer des deutschen Volkes sprach in einer denkwürdigen Sitzung des Reichstags am Sonntag zur gesamten politischen Welt. Selten nur sind Ausführun gen eines Staatsmannes mit einer solchen Spannung er wartet worden wie die große Rede Adolf Hitlers. Das gesamte deutsche Volk hörte die Worte des Führers am Lautsprecher und die Aetherwellen trugen sie über die Grenzen des Reiches hinaus in zahlreiche Länder der Erde. So hatten die Deutschen in aller Welt Gelegenheit, den Mann zu hören, der das deutsche Volk aus tiefster Ohnmacht erweckte und ihm den Weg wies zu neuer Kraft und Größe. Das wiedererstarkte Deutsche Reich ist wieder in die erste Reihe der Weltmächte eingetreten und ein Hort der Ordnung und des Friedens geworden inmitten einer von innen= und außenpolitischen Auseinandersetzungen ständig in Erregung gehaltenen Welt. Adolf Hitler hat uns allen das am Sonntag erneut vor Augen geführt. Die Reichshauptstadt stand an diesem denkwürdigen Sonntag völlig im Zeichen der Tagung des Reichstages Schon am Vormittag versammelten sich viele tausend Volksgenossen in der Innenstadt, im Regierungsvierte und in der Nähe der Krolloper. In den Straßen wargs Lautsprecher aufgestellt und zahlreiche Gaststätten und Lichtspielhäuser boten weiteren Tausenden Gelegenheit, die Worte des Führers zu hören. Der Sitzungssaal bot ein würdiges Bild. Der Hintergrund der Regierungstribüne war hellseiden bespannt und leuchtete einer Sonne gleich in den Saal. Auf ihm breitete ein mächtiger Adler des Hoheitszeichens seine Schwingen. Zu beiden Seiten der Tribüne zeigte die Wandbekleidung große Hakenkreuze auf terrakottfarbenem Samt, eine Farbtönung, die sich wirkungsvoll der purpurfarbenen Gesamtstimmung des Saales anpaßte. Die Mehrzahl der Abgeordneten trug die Uniform der Bewegung; es sind zu einem großen Teil Männer von Partei und Staat. 741 Plätze zähl: dieser untere Teil des Sitzungsraumes, genau der Zahl der Abgeordneten entsprechend. Der Rang ist dicht besetzt. Hier hatte auch die Presse ihre Plätze, unter der allein die ausländischen Zeitungen mit über 100 Journalisten vertreten waren. In der Mittelloge wohnte das Diplomatische Korps fast vollzählig der bedeutungsvollen Tagung bei. Kopf an Kopf drängte sich die Masse in den Anfahrtsstraßen, die den Führer mit stürmischen Heilrufen begrüßte, als er zum Reichstag fuhr, und ebenso herzlich begrüßten die führenden Männer der Bewegung Adolf Hitler, als er in der Krolloper eintraf. Der Reichstagspräsident, Generalfeldmarschall Göring, eröffnete die Sitzung mit Gedenkworten für die seit der letzten Sitzung verstorbenen Abgeordneten und ereilte dann sofort das Wort dem Führer. Der Führer spricht In seiner großen Rede führte der Führer und Reichskanzler aus: Meine Abgeordneten: Männer des Deutschen Reichstages! Ich weiß, daß Sie und mit Ihnen das deutsche Volk es erwarteten, zur Feier des 5. Jahrestages unserer Machtübernahme zusammenberufen zu werden, um als die gewählten Vertreter des Reiches mit mir diesen für uns Nationalsoziglisten erinnerungsschweren Beginn eines neuen geschichtlichen Aufstieges unseres Volkes zu feiern. Die Festsetzung der Einberufung des Reichstages auf den heutigen Tag erklärt sich aus zwei Gründen: 1. hielt ich es für richtig, eine Reihe personeller Veränderungen nicht vor, sondern nach dem 30. Januar vorzunehmen und 2. schien es mir nötig, auf einem bestimmten Gebiet unserer auswärtigen Beziehungen vorher noch eine dringend notwendige Klärung herbeizuführen. Denn Sie erwarten es alle mit Recht, daß an einem solchen Tage nicht nur ein Rückblick in die Vergangenheit, sondern auch ein Ausblick in die Zukunft gegeben wird. Beides soll denn auch Aufgabe und Inhalt meiner heutigen Rede zu Ihnen sein. Als mich am 30. Januar vor fünf Jahren der Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg um die Mittagsstunde mit der Kanzlerschaft und damit mit der Führung des Reiches betraute, war in den Augen von uns Nationalsozialisten eine Wende des deutschen Schicksals angebrochen. Wende des deutschen Schicksals Der Tag, an dem ich als Chef der größten deutschen Oppo sitionspartei in das Haus am Wilhelmplatz ging und als Führer und Kanzler der Nation heraustrat, war ein Wendetag in der Geschichte unseres Volkes, damals, jetzt und für alle Zeiten. Alle sind sich darüber im klaren: Der 30. Januar 1933 wurde zum Abschluß einer Zeit und zum Beginn einer neuen So unbestritten, ja selbstverständlich ist diese Tatsache, daß man schon jetzt von einer deutschen Geschichte vor der Machtüber nahme und einer solchen nach der Machtübernahme spricht. Nur wenige allgemeinere Ausführungen will ich zur Kenn zeichnung der zurückliegenden tragischen Epoche der Geschichte unseres Volkes machen. Nach dem Zusammehbruch des alten Deutschen Reiches und insonderheit Preußens zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts erschien, von dem Nürnberger Buch händler Palm herausgegeben, eine eindringliche und bemerkenswerte Schrift:„Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung“ Das kleine Heft hatte einst so aufrüttelnd in deutschen Lan den gewirkt, daß sich Napoleon entschloß, den Verfasser, oder zumindest Herausgeber erschießen zu lassen. Nach dem Ab klingen des großen Völkergeschehens verfielen Buch und Verfasser mehr oder weniger einer förmlichen Vergessenheit. Ein neues Deutsches Reich war entstanden. Siegumwoben flat terten seine Fahnen über zahlreiche Felder der Ehre und des Ruhmes! Und dann kam am Ende eines gewaltigen und heroischen Ringens jener unfaßbare Zusammenbruch, der nun mit einem Schlag das vor über hundert Jahren in der tiessten Not des Vaterlandes geschriebene Werk auch unserer Zeit verständlich machte:„Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung". Wir haben den erschütternden Inhalt dieses Bekenntnisses seit dem November 1918 alle selbst erlebt. Anderthalb Jahrzehnte lang lag über unserem Volk jene dumpfe Bedrückung der Folgen des größten Zusammenbruchs in unserer Geschichte. Nicht des Zusammenbruchs unserer Heere und auch nicht desjenigen unse rer Wirtschaft, sondern des Zusammenbruchs unserer Haltung unserer Ehre und unseres Stolzes, und damit endlich unserer Freiheit. 15 Jahre lang waren wir das willen- und hilflose Objekt einer internationalen Vergewaltigung, die, während sie im Namen demokratischer Ideale von Humanität redete, die unbarmherzigste Zuchtrute eines wahrhaft sadistischen Egoismusses auf unser Volk niederschlagen ließ. In dieser Zeit unse rer Erniedrigung und unserer Not begann sich der forschende Geist mit den Ursachen dieses Geschehens zu beschäftigen Was im Reichtum der Friedensjahre vielleicht als unsinnig verlacht oder zumindest mißverstanden worden wäre, wurde nun im Zwange der Not aus Erkenntnissen ein Wissen und damit zum Glaubensgut zahlreicher bester Deutscher. Eine tiefernste Prüfung der Grundlagen unseres geschichtlichen Seins der Gesetze unserer Entstehung und unserer Entwicklung, der Ursachen unseres Aufstiegs und unseres Verfalls und damit der Voraussetzungen für eine neue deutsche Erhebung, setzte ein Es kam zur Scheidung der Geister in unseren Volke. Denn wie immer zog der politische Zusammenbruch einen wirtschaftlichen nach sich. Indem aber der nur wirtschaftlich orientierte Bürger in ihm das Wesen unseres Unglücks an sich sah, entfernte er sich immer mehr von jenen Kämpfern, die über die wirtschaftliche Not hinweg die größere politische und moralische empfanden. Aus ihren Reihen aber allein konnte die Rettung Deutsch lands kommen. Sie stellten einer beschränkten bürgerlichen Parole der Staatsrettung durch die Wirtschaft, die Staats= und Wirtschaftsrettung durch die innere und äußere Erhebung des Volkes entgegen. Vielleicht zum erstenmal in der Geschichte Deutschlands fiel in dieser Zeit der Blick sehender Deutscher nicht mehr auf den Staat oder gar auf die Wirtschaft als den wesentlichsten Erscheinungen und Funktionen menschlichen Daseins sondern auf das Sein und Wesen der ewigen Substanz, die der Träger des Staates und damit selbstverständlich auch der Wirtschaft ist. Ueber die politischen und wirtschaftlichen Ideale vergangener Zeiten erhob sich damit bestimmend ein neues: das völkische. Alle jene Bindungen, die in früheren Zeiten den sicheren Blick in die nationalen Notwendigkeiten zu trüben, verwirren und zu lähmen vermochten, verloren von jetzt ab ihren Einfluß und damit ihre Bedeutung. Dynastische, konfessionelle, parteimäßige sowohl als staatlich formalistische Vorstellungen verblaßten angesichts der Erkenntnis des Wesens der blutbestimmlen und blutgebundenen Substanz als dem Träger alles volklichen Lebens. Was auch im einzelnen als letzte äußerliche Ursache des Zusammenbruchs gelten konnte, das unbestreitbare Versagen der obersten Führung besonders in der Stunde der größten Not, und damit stärkster Anforderungen, die ersichtliche Schwäche der inneren Organisation unseres staatlichen Lebens, die seelenlose Verbürokratisierung unserer Verwaltung, der behauptete Zusammenbruch der Nerven einzelner Männer oder die wahnsinnige Verblendung breiter Massen, es trat dies alles zurück gegenüber der tieferen Erkenntnis, daß diese Schwächen höchstens äußere Symptome waren. Denn ihnen stand gegenüber die erschütternde Tatsache: daß 1. das deutsche Volk als solches überhaupt unfertig, und daß 2. auch sein Staat unvollendet geblieben war. Während sich Bismarck mühte, aus deutschen Stämmen und Ländern ein Reich zu formen, zerfiel das tragende Staatsvolk in Klassen und damit am Ende wieder in die großen Grundelemente seiner Volkwerdung. So böse war dieser innere Zerfall, daß in der Zeit der größten Gefährdung des Reiches aus staatlich und klassenmäßig sowohl wie konfessionell gebundenen Auffassungen ganz offen der Gedanke propagiert werden konnte, für die Nation und das Reich wäre die Niederlage ein größeres Glück als der Sieg. Eine überalterte, wohl äußerlich und gesellschaftlich oft hochgezüchtete, aber blut- und volksmäßig entwurzelte Führerschicht fand weder die Einsicht noch die Kraft, einem solchen Verrat mit der notwendigen harten Entschlossenheit entgegenRettung in letzter Stunde Ihr konnte es deshalb auch nicht mehr gelingen, die Ergebnisse der Folgen dieser ihrer eigenen Schwächen wieder zu beseitigen! Es erscheint mir deshalb doch notwendig, am heutigen Tage dem deutschen Volk-eine Tatsache wieder in Erinnerung zu bringen: Als ich am 30. Januar 1933 die Reichskanzlei betrat, wur ich nicht der erste, der berufen wurde, das deutsche Volk zu retten, sondern der letzte. Das heißt: nach mir befand sich niemand mehr, als höchstens das Chaos!(Stürmischer Beifall.) Denn vor mir hatten sich alle jene schon erprobt, die sich seit Jahrzehnten als berufen erklärten, Führer und Retter des deutschen Volkes zu sein. Bis zu dem Tag, da General von Schleicher die Reichskanzlei verließ, hatten alle sogenannten „Prominenten“ unserer marxistischen, zentrums= und bürgerlichen Parteiwelt das deutsche Leid theoretisch bekämpft und durch ihre Regierungstätigkeit praktisch vergrößert Nach den Regeln der so oft gepriesenen parlamentarischen Demokratie hätte die Nationalsozialistische Partei schon im Jahre 1930 zur Regierung herangezogen werden müssen. Als mir dann endlich doch die Führung des Reiches gegeben wurde, geschah es zu einem Zeitpunkt, da aber auch der allerletzte Versuch einer andersgearteten Rettung des Reiches mißlungen und die Partei als einzig denkbarer Faktor für eine solche Aufgabe allein noch übriggeblieben war. Dieses überlange Zögern hatte allerdings einen erst später erkennbaren Nutzen für die Bewegung und damit für Deutschland mit sich gebracht. Denn in den 15 Jahren des Kampfes um die Macht inmitten einer fortgesetzten Verfolgung und Unterdrückung durch unsere Gegner wuchs nicht nur die innere sittliche Kraft der Partei, sondern damit auch vor allem ihre äußere Widerstandsfähigkeit. Und damit konnte der Nationalsozialismus an die Macht übernahme schreiten nicht nur als festgefügte Organisation, sondern auch als ein reiches neservoir befähigter Persönlichkeiten. Was mich in den Jahren des Kampfes und auch heute so oft mit aufrichtiger Zufriedenheit erfüllt, ist die Erkenntnis, daß dieses mein Werk nicht auf zwei Augen gestellt ist. Was den Gegnern ganz verborgen blieb, ist die Tatsache, daß zu keiner Zeit in unserer Geschichte eine solche Fülle fähigster und vor allem tatkräftigster Persönlichkeiten auf politischem Gebiet vorhanden war wie in der Zeit der nationalsozialistischen Eroberung des Deutschen Reiches. 15 Jahre lang hat diese Partei nun Menschen gesammelt, organisiert und formiert, so daß sie, als endlich die Stunde der Machtübernahme kam, sogar nach dem Gesetz der Demokratie in strengster Legalität zur Regierung kommen konnte. Das Programm unserer Bewegung bedeutete eine Revolution auf den meisten Gebieten bisher geltender gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Auffassungen und Erkenntnisse. Der Machtantritt selbst war eine Revolution in der Ueberwindung vorhandener Erscheinungen. Es ist für uns alle ein stolzes Bewußtsein, daß wir die Begeisterung miterleben durften, mit der unsere Bewegung die Revolution s Jahres 1933 verwirklichte. Beispieillose Disziplin Allein es ist für uns auch eine ebenso tiefe Genugtuung, feststellen zu können, daß in dieser ganzen Zeit das eiserne Gefüge unserer Organisation und vor allem die Disziplin der nationalsozialistischen Sturmbewegung als solche nie gelitten haben. Wann ist jemals ein Staat unter solchen Umständen und mit einer solchen inneren Sicherheit und Ruhe erobert worden? Die größte Umwälzung in der Geschichte unseres Volkes, ein Vorgang, dessen Bedeutung sogar der anderen Welt jetzt allmählich aufzudämmern beginnt, fand statt ohne die geringste Zerstörung sachlicher Güter und ohne jene blutigen Exzesse, die bei lächerlich geringeren Erschütterungen anderer Länder so oft an der Tagesordnung waren und sind. Dieses ist nicht etwa geschehen, weil die nationalsozialistischen Führer kein Blut hätten sehen können! Nein! Wir alle sind Frontsoldaten gewesen, haben den furchtbarsten Krieg erlebt, und zahllose Tote gesehen und selbst zu oft dem Tod ins Auge gesehen und ihn erwartet. Die deutsche Revolution verlief unblutig, weil wir alle entschlossen waren, auch im Ablauf dieser Revolution unseren deutschen germanischen Charakter zu betonen.(Lebhafter Beifall.) Wir wollten mit einem Minimum an Leid ein Maximum irkung erzielen. Wenn ich heute abschließend die erften fünf Jahre der nationalsozialistischen Revolution überblicke, dann kann ich feststellen, daß die Zahl der Toten unserer Gegner noch nicht einmal der Hälfte der vorher von ihnen ermordeten Nationalsozialisten gleichkommt. Trotz dieser wahrhaft beispiellosen Disziplin und Zurückhaltung, die die nationalsozialistsche Bewegung in der Durchführung ihrer Revolution bewahrte, haben wir es erleben können, daß eine gewisse Auslandspresse das neue Reich mit einer förmlichen Flut von Lügen und Verleumdungen übergoß. Besonders in den Jahren 1933 und 1934 konnten wir es immer wieder sehen, daß Staatsmänner, Politiker oder Journalisten in unseren sogenannten„demokratischen" Ländern sich bemüßigt fühlten, Methoden und Maßnahmen der nationalsozialistischen Revolution zu kritisieren. Wann ist jemals in diesen Ländern eine solche innere Umwälzung unter ähnlichen Begleitumständen verlaufen? Soll ich Sie etwa an das große Vorbild aller Revolutionen erinnern, da die Guillotine ein halbes Jahrzehnt lang ihre blutigen Orgien feierte, gerade so lang als nun der deutsche Aufbau dauert? Oder gar an jene bolschewistische Revolution, die Millionen und abermals Millionen von Menschen hinschlachtete, deren blutbefleckte Mörder aber im Rate der demokratischen Institutionen hoch angesehene Plätze einnehmen?(Stürmischer Beifall.) Soll ich erinnern an das Gemetzel des marxistischen Mobs in Spanien, dessen Opfer mit einer halben Million eher zu niedrig als zu hoch anzusehen sind? Wir wissen, daß diese Schlächtereien die braven demokratischen Gemüter unserer Welt=Pazifisten bisher noch nicht im geringsten erregt haben. Wir begreifen dies auch. Denn hinter ihrer heuchlerischen Maske verbirgt sich ja meist selbst nur der Wille zur brutalsten Gewalt. Ich erwähne dies daher auch nicht in der Meinung, gewisse notorische jüdisch=internationale Lügner und Verleumder irgendwie bekehren zu können. der deutschen Arbeit Ich erwähne es nur, um dem deutschen Volk zu zeigen, mit welch beispielloser Schonung die nationalsozialistische Revolution in Deutschland verfahren ist und mit welch beispielloser Verlogenheit über sie geredet und geschrieben wurde und auch heute noch wird. Der beste Beweis für die Lügenhaftigkeit all dieser Behauptungen liegt aber in dem nicht bestreitbaren Erfolg. Denn wenn wir in diesen fünf Jahren etwa ähnlich gehaust hätten wie die braven demokratischen Weltbürger sowjetrussischer oder sowjetspanischer Herkunft, d. h. also jüdischer Rasse, dann wäre es uns nicht gelungen, aus dem Deutschland des tiefsten materiellen Zusammenbruchs ein Land der materiellen Ordnung und des allgemeinen Wiederaufblühens zu machen. Allein, gerade weil das so ist und so sein sollte, nahmen wir das Recht für uns in Anspruch, unsere Arbeit mit jenem Schutz zu umgeben, der es verbrecherischen Naturen oder Verrückten unmöglich machen soll, sie stören zu können! (Lebhafter Beifall.) Und wenn ich heute vor Ihnen, meine abgeordneten Männer des Deutschen Reichstages, und vor dem ganzen deutschen Volk diese Rechenschaft ablege, dann kann ich auf so ungeheure und einmalige Leistungen hinweisen, daß in ihnen allein schon die höchste Rechtfertigung für die Methoden unseres Handelns und damit aber auch für die Sicherung dieser Leistungen liegt. Als mir am 30. Januar der verewigte Reichspräsident die Kanzlerschaft übertrug, war die Lage des Reiches eine fast völlig aussichtslose. Die besten Köpfe waren bei dem Versuch, zu helfen, gescheitert! Alle überlieferten wirtschaftlichen Methoden hatten sich hierbei als nutzlos erwiesen! Ein böser Fatalismus hatte unser Volk ergriffen. Immer mehr schienen sich diejenigen durchzusetzen, die predigten, daß erst alles und jedes zerstört werden müsse, ehe an eine Wiederaufrichtung gedacht werden könnte. Jeder Absturz in ein Chaos mußte aber zu einer Vernichtung des letzten Restes eines vernünftigen Lebensstandards führen. Der Primitivitätskult des Bolschewismus vernichtet mit tödlicher Sicherheit die in den Menschen schlummernden Kräfte des Strebens nach einer Verbesserung des Lebensniveaus und als Voraussetzung hierzu die Erhöhung ihrer Arbeitsleistung. Diesen verderblichen Aposteln des Chaos standen jene bürgerlichen Egoisten gegenüber, für die die wirtschaftliche Rettung der Nation nichts anderes war als die Sicherung eines billigen Gewinns ohne Rücksicht auf die Interessen der Gesamtheit. Wie in allen Notzeiten suchte auch hier ein gemeines Spekulantentum den allgemeinen Mangel in einen persönlichen Gewinn zu verwandeln, d. h. die Not zu erpresserischen Manipulationen und betrügerischen Handlungen auszunützen. Entschlossener Mut zur Tat Das Volk selbst hatte keine klare Vorstellung von dem möglichen Weg einer Rettung, sondern nur die dumpfe Empfindung einer mehr oder weniger schicksalhaft bedingten Verelendung. Dabei drängte die Zeit, um so mehr, als nicht nur das Einkommen der einzelnen Menschen in Unordnung geraten war, sondern vor allem auch die Finanzen der Körperschaften des privaten und öffentlichen Lebens vor dem restlosen Zusammenbruch standen. In diesem Augenblick also übernahm ich als Kanzler die Führung und damit die Verantwortung für das Deutsche Reich! Es war angesichts einer solchen katastrophalen Situation notwendig, 1. mit ganzen Maßnahmen zu beginnen und 2. augenblicklich zu handeln. Es war weder Zeit zu verlieren, noch konnte man hoffen, durch eine Fortsetzung jener halben Handlungen zu einem anderen Ergebnis als dem schon vorliegenden gelangen zu können. Was die Nation, wenn sie überhaupt gerettet werden sollte, in dieser Stunde erhoffen durfte, war der Mut zur Tat und nicht der Mut zum Reden oder zum Kritisieren. Wenn in einem Land Hunderttausende von Bauern vor dem Verlust ihrer Höfe und Ländereien stehen, wenn eine Armee von über 6 Millionen Erwerbslosen immer drückender auf den Finanzen des Reichs, der Länder und der Kommunen lastet, im übrigen aber trotz aller Unterstützung kaum das nötigste zum Leben kaufen kann, wenn ein geistiges Proletariat entsteht, dem die erworbene Bildung zum Fluch statt zum Segen gereicht, große Gebiete mangels Absatzes ihrer Produktionen förmlich auszusterben beginnen, wenn in anderen wieder die Kinder mit drei und vier Jahren keine Zähne bekommen infolge einer grauenerregenden Armut und der daraus folgenden Unterernährung, wenn das Wort eines hartherzigen Feindes, daß in unserem deutschen Volk 20 Millionen Menschen zuviel lebten, auf diese Weise allmählich fast durch die furchtbare Wirklichkeit ihre Bestätigung findet, dann schreit ein solches Volk nicht nach journalistischen Skribenten oder parlamentarischen Schwätzern, es schreit nicht nach Untersuchungskommissionen, nach internationalen Debatten, nach lächerlichen Abstimmungen oder nach seichten Redensarten in= oder ausländischer sogenannter„Staatsmänner“! Nein! Es schreit nach jener Tat, die über Schwätzen und blöden Zeitungsartikeln hinweg die Rettung bringt(Stärkster Beifall!) Es hat kein Interesse an den literarischen Abhandlungen salonbolschewistischer internationaler Korrespondenten, sondern es hat nur ein Interesse an jener Hilfe, die es vor dem äußersten Unglück zurückreißt! Und vor allem: Rücksichtsloser Kampf gegen Volksfeinde Wer sich der Aufgabe verpflichtet fühlt, in einer solchen Stunde die Führung eines Volkes zu übernehmen, ist nicht den Gesetzen parlamentarischer Gepflogenheiten verantwortlich oder einer bestimmten demokratischen Auffassung verpflichtet, sondern ausschließlich der ihm auferlegten Mission. Und wer diese Mission dann stört, ist ein Feind des Volkes, gleichgültig, ob er diese Störung als Bolschewist, als Demokrat, als revolutionärer Terrorist oder als reaktionärer Phantast versucht. In einer solchen Notzeit, da bandelt auch im Namen Gottes nicht der der mit Bibelsprüchen faulenzend durch das Land zreht und den lieben Tag teils im Nichtstun, teils in der Kritik am Handeln anderer vollbringt, sondern der, der seinem Gebet die höchste Form verleih., die einen Menschen mit seinem Gott verbindet: die Form der Arbeit!(Langanhaltender, stürmischer Beifall.) Und wenn ich heute vor dem deutschen Volk diesen Rechenablege, dann kann ich all jenen Hunderttausenden ionen die sich selbst in Stadt und Land unter dem Schweiß ihrer eigenen Arbeit ihr redliches Brot verdienten mit offenem Auge stolz entgegentreten. In diesen fünf Jahren bin auch ich ein Arbeiter gewesen. Nur waren meine persönlichen Sorgen vermehrt durch die Sorgen für das Sein und für die Zukunft von 68 Millionen anderen.(Brausender Beifall.) Und so, wie diese anderen sich es mit Recht verbitten. in ihrer Arbeit von Nichtskönnern oder Faulenzern gestört zu werden, so habe ich es mir verbeten, in meiner Arbeit von Richtskönnern, Tunichtguten oder böswilligen oder trägen Elementen behindert zu sein. Ich hatte ein Recht, mich hier gegen jeden zu wenden, der statt mitzuhelfen seine Mission nur in einer kritischen Betrachtung und Beurteilung unserer Arbeit sah. de Glaube entbindet nicht von der Verpflichtung, sich der Arbeit jener gleichzuschalten, die die Rettung einer Nation vollziehen. Daß ich aber ein Recht hatte, diese meine und unser aller Arbeit vor solchen öffentlichen Störenfrieden in Schutz zu nehmen, möchte ich nun erweisen an den Ergebnissen dieser Arbeit. Sie sind unbestreitbare, und vor allem aber: sie sind um so bemerkenswerter, als mir in den meisten Fällen nicht so sehr die Vorbilder bisheriger Leistungen als Beispiele zur Verfügung standen, als nur der eigene gesunde Menschenverstand und der aufrichtige Wille, niemals vor Hindernissen zu kapitulieren, sondern ihnen mutig und tapfer zu trotzen. Ich möchte dabei auch gleich an dieser Stelle noch eine weitere Feststellung treffen: Hilfe aus eigener Kraft Wenn Deutschland heute wirtschaftlich gerettet ist, dann verdankt dies das deutsche Volk nur seiner eigenen Führung und seiner eigenen Arbeit. Das Ausland hat dazu gar nichts beigetragen.(Stürmische Beifallskundgebungen.) Außer haßerfüllter Ablehnung oder beschränkter Besserwisserei ist uns nichts bekannt, was auch nur als positives Interesse für Deutschland gewertet werden könnte, von Hilfe ganz zu schweigen. Ich habe auch nie etwas anderes erwartet. Für uns Nationalsozialisten gehörte es zum Abe unseres politischen und wirtschaftlichen Glaubensbekenntnisses, die Rettung nicht in irgendeiner fremden Hilfe, sei sie politischer, wirtschaftlicher oder finanzieller Herkunft, zu erhoffen, sondern diese Hilfe ausschließlich im Bannkreis der eigenen Einsicht und der eigenen Kraft zu suchen. Maßgebend dabei war die Erkenntnis, daß der Lebensstandard der Nation das ausschließliche Ergebnis einer Gesamtproduktion an lebensfähigen Gütern sein kann, d. h. also, daß jede ausbezahlte Lohnsumme und jedes ausbezahlte Gehalt in Deutschland nur jenen realen Wert besitzen, der ihnen durch die geleistete Arbeit als produzierte Ware gegenübertritt. Eine sehr unpopuläre Lehre in einer Zeit, die widerhallt von dem Geschrei:„Mehr Lohn und weniger Arbeit“! Als ich die Führung des Reiches übernahm, war die Zahl Erwerbslosen auf weit über 6 Millionen gestiegen und die Zahl der dadurch betroffenen Familienmitglieder auf über 5½ Millionen Menschen. Daher hieß also die Lösung dieses roblems nicht nur 15 Millionen Menschen das Geld zum eben auszubezahlen, sondern vor allem jene Güter zu produzieren, die für dieses Geld gekauft werden konnten. Es ist daher das nationalsozialistische Wirtschaftsprogramm überhaupt kein Geld= sondern hauptsächlich ein Produktions=Programm. Damit aber verbot es sich von selbst, die deutsche Rettung mit schwindelhaften Währungsmanipulationen zu identifizieren, das heißt also, auf dem Weg gleitender Lohnund damit Preisskalen unsere Mitbürger zu betrügen, sondern es war notwendig, mit Hilfe einer gesteigerten Produktion dem gesteigerten Einkommen des Volkes die bleibende Kaufkraft zu sichern. Angeheure Leistungen Lassen Sie mich nun in einem kurzen Auszug aus unserem wirtschaftlichen Leben durch nüchterne Zahlen belegen, ob und inwieweit der Nationalsozialismus diese Aufgaben gelöst hat. Im Jahre 1932, also vor der Machtübernahme, betrug das deutsche Volkseinkommen 45,2 Milliarden RM Schon 1933 stieg es auf 46,6 Milliarden RM., um im Jahre 1937 die runde Summe von 68 Milliarden RM. zu erreichen Dieser Steigerung des Einkommens stand gegenüber die fast vollkommen gleichbleibende Höhe des allgemeinen Le bensinderes. Er betrug im Jahre 1932: 120,6 und 1937: 125,1. Das heißt: Während sich also das nationale Volksein kommen um nahezu 50 Prozent erhöhte, betrug die Steigerung des allgemeinen Lebensindexes nur 4 Prozent. Die Ursachen dafür liegen im Wachstum unserer Gesamtproduktion. Es betrug der Wert der gewerblichen Erzeugung im Jahre 1932 37,8 Milliarden, 193: 39,9 Milliarden, aber 1937 schon über 75 Milliarden. Dem entsprechen im einzelnen auch die Umsatzziffern z. B im Handwerk, die 1932 9,5 Milliarden, 1933 10,1 Milliarden und 1937 bereits 22 Milliarden RM.= betrugen. Zum Vergleich möchte ich hier auch noch heranziehen die Umsatzzahlen des Einzelhandels, die 1933 21,8 Milliarden RM. und 1937 31 Milliarden RM. erreichten. Aber auch die landwirtschaftliche Produktion weist trotz einer an sich schon höchsten Bodenkultur steigende Ergebnisse auf. Sie betrug im Jahre 1932 8,7 Milliarden RM. und im Jahre 1937 über 12 Milliarden RM. Daß es sich hier nicht nur um ein Problem der Preisbildung, sondern um ein solches der Mehrerzeugung handelt, wird dadurch bewiesen, daß es gelungen ist, trotz der erhöhten Kaufkraft des deutschen Volkes und dem damit verbundenen erhöhten Ansturm besonders auf den Lebensmittelmarkt die Selbstversorgung, die im Jahre 1932 zu 75 Prozent aus der Eigenerzeugung gedeckt wurde, im Jahre 1936 schon auf 81 Prozent zu steigern Wenn der Wert der gewerblichen Produktion nun von 37,8 Milliarden auf über 75 Milliarden stieg, dann kann dies durch einzelne Beispiele noch im besonderen er läutert werden. In den fünf Jahren nationalsozialistischer Wirtschaftsführung hat sich die Papierfabrikation um 50 v. H erhöht, die Fabrikation des Dieselöls um 66 v. H., die Produktion der Steinkohle um 68 v. H., die Produktion an Heiz öl um 80 v. H., die Produktion an Erdöl um 90 v. H., die Produktion an Kunstseide um 100 v. H., die Produktion an Leuchtöl um 110 v. H., die Produktion an Stahl um 167 v. H. die Produktion an Schmieröl um 190 v. H., die Produktion an Benzin und sonstigen Kraftstoffen um 470 v. H., die Pro duktion an Aluminium um 570 v. H., die Produktion an Zell wolle um 2500 v. H. usw Beispiellose Produltionssteigerung Diese gigantisch gesteigerten nationalen Produktionen haben jene Werte geschaffen, die der deutschen Mark die Kauf kraft und damit ihre Stabilität sicherten, trotzdem in derselben Zeit, entsprechend dieser gesteigerten Produktion, die Zahl der Erwerbslosen von über 6,5 Millionen anläßlich der Macht übernahme auf rund 470 000 anfangs Oktober 1937 zurücksant Die Zahl der Neueingegliederten in den Produktions prozeß ist aber noch um rund 2 Millionen Menschen höher Diese enorme Wirtschaftsbetätigung findet ihren Ausdruck auch in den Zahlen des Außenhandels. Ohne uns an Weltwirtschaftskonferenzen zu beteiligen, ohne im Besitz jener gigantischen wirtschaftlichen Möglichkeiten anderer Weltmächie zu sein, ist es uns gelungen, unseren Außenhandel in der Einfuhr von 4,2 auf 5,5 Milliarden und in der Ausfuhr von 4.9 Milliarden 1933 auf 5,9 Milliarden 1937 zu steigern Bei den öffentlichen Sparkassen steigerten sich die Einlagen vom Jahre 1932 mit 11.4 Milliarden im Jahre 1937 auf 16,1 Milliarden RM. Eine Begleiterscheinung dieser planvollen Nationalwirtschaft war die organische Zinssenkung, die für kurzfristige Kredite von 6,23 Prozent im Jahre 1932 auf 2,93 Prozent im Jahre 1937 sank, und auch fur langfristige Kredite, die von 8,8 Prozent im Jahre 1932 auf 4,5 Prozent im Jahre 1937 heruntergingen. Die Reichseinnahmen selbst betrugen 1932 6,6 Milliarden und 1937 14 Milliarden RM. Sie werden 1938 über 17 Milliarden betragen! Eine der wichtigsten Grundlagen für unsere nationale Wirtschaft liegt in unserem Kohlenreichtum. Es betrua nun die Förderung an Steinkohle im Jahre 1932 104,7 Millionen Tonnen und 1937 184,5 Millionen Tonnen. Auch die Förderung der Braunkohle ergibt ein ähnliches Bild: 1932: 122,65 Millionen Tonnen und 1937: 184,7 Millionen Tonnen. Diese jährliche Mehrförderung von rund 80 Millionen Tonnen Steinkohlen und 62 Millionen Tonnen Braunkohlen ist ein anderer Wertfaktor, als wenn in den vielgerühmten Demokratien das im Umlauf befindliche Geld um soundsoviel Milliarden ohne jeden Gegenwert erhöht wird. Ein nicht minder imponierendes Bild ergibt der Blick auf die deutsche Stahl= und Gußerzeugung sowie auf die deutsche Eisenförderung. 1933 betrug die deutsche Stahlerzeugung 9,660 Millionen Tonnen, 1937 19,207 Millionen Tonnen, und sie wird im Jahre 1938 rund 21 Millionen Tonnen erreichen. In derselben Zeit stieg die Gußerzeugung von 1.4 Millionen Tonnen auf 3,7 Millionen Tonnen. Tausende von Fabrilen wieder in Betrieb Dies sind die Ergebnisse eines Produktionsprozesses, dessen äußere Merkmale die Zehntausende der nunmehr wieder rauchenden Schlote und Kamine sind, die Tausende und abermals Tausende von Fabriken und Werkstätten, in denen jene Millionenzahl deutscher Menschen wieder Arbeit und Brot finder, die der Nationalsozialismus der Erwerbslosigkeit entrissen hat. Nach der amerikanischen Union ist Deutschland heute wieder das weitaus größte Stahlland der Welt geworden(Starker Beifall.) Die deutsche Eisenerzförderung betrug im Jahre 1932 1,3 Millionen Tonnen; sie stieg im Jahre 1937 auf 9,6 Millionen Tonnen. Sie wird bis zum Jahr 1940 durch die schon früher eingeleiteten Maßnahmen auf 20 Millionen Tonnen gesteigert werden, und dazu kommt dann die in Ausführung des Viersayresplanes durch Pg. Göring begründete zusätzliche Förderung, bei der allein die Reichswerke Hermann Göring in einer Höhe in Erscheinung treten werden, die 1940 über 21 Millionen Tonnen betragen wird. Die deutsche Eisenerzförderung erreicht mithin im Jahr 1940 gegenüber 1,3 Mil* lionen Tonnen im Jahre 1932 alles in allem mindest 41 bis 45 Millionen Tonnen. Daraus mag das deutsche Volk ersehen, daß seine Not nicht durch Schwätzen sondern durch einmalige gigantische Maßnahmen behoben wird. Aehnlich liegt der Aufstieg unserer deutschen Eigenproduktion auf einer Reihe weiterer Gebiete. Die Erdölgewinnung stieg von 238 600 Tonnen im Jahre 1933 auf 453 000 Tonnen 1937. Die Erzeugung leichter Kraftstoffe, also Benzin usw., stieg von 386 000 Tonnen 1933 auf 1 480 000 Tonnen 1937 und wird heuer bereits 1 700 000 Tonnen übersteigen, obwohl die Großwerke des Vierjahresplanes dabei noch nicht in Erscheinung treten. Die Produktion von Dieselöl stieg von 60 000 Tonnen auf 120 000 Tonnen, von Schmieröl von 45 000 Tonnen auf 140 000 Tonnen, von Heizöl von 167 000 auf 320 000 Tonnen, von Leuchtöl von 19 000 auf 40 000 Tonnen Die Produktion an Wolle stieg von 4700 Tonnen auf 7500 Tonnen 1937. Von Flachs von 3100 auf 24 000 Tonnen, bei Hanf von 210 auf 6000 Tonnen, bei Zellwolle von 4000 Tonnen auf über 100 000 Tonnen, bei Kunstseide von 28000 auf über 57000 Tonnen. Zu diesen Erfolgen aber wird in wenigen Jahren das gigantische zusätzliche Resultat des Vierjahresplanes treten Wir haben ohne Rat und vor allem ohne Hilfe der anderen versucht, mit einer Not fertig zu werden, der manche Staaten der Umwelt bisher hilflos gegenüberstehen. Ich möchte nun die Ergebnisse auf einigen anderen Gebieten unserer Arbeit dem deutschen Volk vorlegen. Insgesamt hatte Deutschland vor 5½ Jahren 1½ Millionen und heute rund 3 Millionen Kraftfahrzeuge. Der Volkswagen wird aber hier schon in wenigen Jahren noch mit ganz anderen Zahlen aufwarten. Wenn im Jahre 1937 rund fünfmal soviel Kraftfahrzeuge zugelassen werden konnten wie 1932, dann hat sich die Ausfuhr von Automobilen aber beinahe um das Achtfache gegenüber 1932 erhöht. Dieser Steigerung des Kraftverkehrs steht aber zur Seite eine allgemeine Verkehrssteigerung. Die Schiffsfriedhöfe an der Elbe und an der Weser aus dem Jahre 1932 und an allen anderen deutschen Küstengebieten sind verschwunden Dem entsprechen auch die Neubauten in unseren Schiffswerften. Die deutschen Schiffsbauwerften, die im Jahre 1932 einen Bauaustrag von 22 000 Tonnen besaßen, arbeiten zur Zeit an einem Bauauftrag von 1 120.000 Tonnen allein für die zivile Schiffahrt. Die deutschen Reichsbahnen lagen in ihren Wagengestellungszahlen im Reichsbahngüterverkehr im Jahre 1937 im arbeitstäglichen Durchschniti um 47 Prozent höher als 1932. Dem entsprechen die Einnahmen des Güterverkehrs. Die Steigerung des Reichspostverkehrs bestätigt den gewaltigen allgemeinen Aufstieg unseres deutschen wirtschaftlichen Lebens. Seit 1933 umfaßt der deutsche Flugsportverband 100000 Mitglieder; 1937 zählt das Nationalsozialistische Fliegerkorps 3 Millionen Mitglieder, davon 50 000 aktive, mit Motoren= und 22 Segelflugschulen und 400 Motor= und 4600 Segelflugzeugen Bauleistung des Panamalanals übertroffen Ungeheuer ist die Entwicktung des deutschen Straßenbaues. Es sind für die Unterhaltung und den Ausbau der deutschen Straßen einschließlich der Reichsautobahn ausgegeben worden 1932 440 Millionen, 1933 708 Millionen, 1935 1325 Millionen, 1937 1450 Millionen. 2300 Kilometer konnten zum Bau freigegeben werden. Das Reichsautobahnnetz ist das größte Bauwerk der Welt und übertrifft schon jetzt mit 240 Millionen Kubikmeter Erdbewegung bei weitem die Bauleistungen des Panamakanals. An Reichsstraßen wurden von 1934 bis 1937 rund 10 000 Kilometer verbreitert. 7500 Kilometer mit schweren bzw. mittelschweren Decken versehen. 344 Brücken wurden erneuert bzw neu gebaut, hunderte schienengleiche Bahnübergänge beseitigt und Ortsumgehungen ausgeführt. In derselben Zeit wurden 5000 Kilometer Landstraßen erster und zweiter Ordnung verbreitert, 5000 Kilometer mit schweren bzw. mittelschweren Decken versehen,. 600 Brücken für diese Straßen erneuert bzw. neu gebaut und ebenfalls zahlreiche Bahnübergänge beseitigt und Ortsumgehungen ausgeführt. Im Zuge der Reichsautobahn wurden rund 3400 weitere Brücken gebaut. Der ungeheuren Steigerung der Leistungen auf diesem und anderen Gebieten entspricht die Steigerung unserer Wohnungsbautätigkeit. Sie führte im Jahre 1937 schon zum Bau von 340 000 Wohnungen, das sind mehr als die doppelte Zahl des Jahres 1932. Insgesamt wurden seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus über 1 400 000 Wohnungen dem Wohnungsmarkt neu zugeführt. Ich möchte dies nun ergänzen durch einige Ausführungen über unsere großen Organisationen und über unsere soziale Fürsorgetätigkeit. Die Millionenfront der Schaffenden Der Mitgliederbestand der Deutschen Arbeitsfront beträgt 1937 17 973 000 Einzelmitglieder. Mit den korporativen Mitgliedschaften erhöht sich die Zahl auf über 20 Milliongn. Hierbei sind die Mitglieder der Reichskulturkammer und des Reichs nährstandes nicht mit inbegriffen. Nach 5 Jahren nationalsozialistischer Aufbauarbeit: 7000 Tarifordnungen, klare Rechtsverhältnisse, kein Tarifschematismus, sondern Mindestbedingungen, Aufbau von Leistungslöhnen, kein Klassenkampf durch Streik und Aussperrung, keine untertarifliche Entlohnung, wirksamer Schutz aller sozialen Belange, sozialer Ausgleich durch die Deutsche Arbeitsfront, sozialer Friede im Gesamten!(Stürmischer Beifall!) Jedem schaffenden Volksgenossen ein Anspruch auf bezahlten Urlaub, statt Höchsturlaub— Mindesturlaub, Staffelung des Urlaubs nach Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Berufsalter und Arbeitsschwere, kurze Wartezeit, erhöhte Urlaubsdauer für Jugendliche, Urlaub auch für Saisonarbeiter, gesunde Erholung durch billige KdF.=Reisen. Sicherung des Rechts auf Arbeit, Sicherung eines Mindesteinkommens, Lohnerhöhung bei Steigerung der Produktion, Lohnbindung an die Leistung, Stetigkeit des Einkommens, gesunde und ehrliche Akkordschere, Maßnahmen zum Familienlastenausgleich, Bezahlung der Feiertage. Die von den Betrieben vorgenommenen Verbesserungen sozialer Art übersteigen seit 1933 die Summe von 600 Millionen Reichsmark. Das alles wurde früher durch Streiks und durch Aussperrungen vertan. Das Deutsche Volksbildungswerk ermöglichte dem deutschen Arbeiter den Besuch von rund 62000 Veranstaltungen. Diese Veranstaltungen wurden 1936 von über 10 Millionen Teilnehmern besucht. (Schluß folgt in nächster Ausgabe) Sport vom Sonntag Hochland 5A. gewann den Führerpreis Eindrucksvoller Auftakt der NS.=Winterkampfspiele Einen schönen Auftakt fanden die N S.=Winterkampfpiele in Oberhof mit dem Patrouillenlauf um den Wanderpreis des Führers. Ueberraschend mußte sich dabei der Preisverteidiger. ¼=Oberabschnitt Süd mit einem Platz zufriedengeben. Sieger wurde die Siegermannschaft von 1936 SA.=Gruppe Hochland, die ein hervorragendes Rennen lieferte und vor der NSKK.=Obergruppe Süd und dem SA.Hilfswerk Nordwest einkam.— Das Springen der HitlerJugend. das ebenfalls am ersten Tage ausgetragen wurde, prachte einen Sieg von Koch(Bayerische Östmark) vor Eichhorn(Thüringen) und Finger(Schlesien). Zu einem zweiten Triumph kam die SA.=Gruppe Hochland auch in der zweiten Staffel am Schlußtgge der Kampfspiele. Die 5X8=Kilometer= Meldestaffel wurde von dieser Mannschaft nach schwerstem Kampf gegen den=Oberabschnitt Süd 6 gewonnen. Einen glanzvollen Schlußakkord brachte das Spezialspringen. Toni Eisgruber begrub seine Siegesaussichten durch einen Sturz beim zweiten Sprung. Sieger wurde Alfred Stoll(NSKK.=Obergruppe Süd) vor H. Lantschner(SA.=Hilfswerk Nordwest) und Ludescher(Sammelstelle). Wieder Felix Kaspar Wie Herber=Baier ihre Weltmeisterschaft verteidigten. Die beiden Hauptwettbewerbe der Berliner Eislaufveranstaltungen sind vorüber. In beiden Weltmeisterchaften gelang es den Titelverteidigern, ihre Meisterschaft zu behalten. Bei den Männern hatte zwar der Engländer Sharp nach dem Pflichtlaufen noch knapp vor Kaspar(Wien) geführt, mußte sich dann aber beim Kürlaufen der unerhörten Ueberlegenheit des Weltmeisters beugen. Auf dem dritten Platz endete der elegante Wiener Alward, der unseren jungen deutschen Läufer Horst Faber(München) nur mit knappstem Abstand auf den vierten Platz verwies. Fabers Platz ist sehr ehrenvoll, konnte er doch so gute Läufer, wie den ungarischen Meister Tertak und den Engländer Tomlins hinter sich lassen. Bei der Paarlauf=Weltmeisterschaft hatte sich alles auf den Kampf zwischen den beiden führenden Paaren, den Titelverteidigern Herber=Baier, und dem Wiener Paar Geschwister Pausin gefaßt gemacht. Ueberraschend konnte in diesen Kampf noch das deutsche Paar, Inge Koch und Günther Noack, eingreifen, die einen sicheren dritten Platz eroberten und dabei das englische Ehepaar Cliff und die ungarischen Geschwister Szekrenyessy hinter ließen. Der Sieg des deutschen Meisterpaares war knapp, aber eindeutig, so daß sie jetzt also zum drittenmal hintereinander die Weltmeisterschaft erobert haben. Dramatische Endrunde in Deutschland verlor auch den zweiten Kampf gegen Kanada Die Eishockey=Weltmeisterschaft in Prag war diesmat wirklich reich an dramatischem Geschehen. Dabei hat sich die deutsche Mannschaft über Erwarten gut gehalten und sich unter den vier Ersten behauptet Nach dem knappen 1:0=Sieg über Ungarn waren die Deutschen durch Beschluß des Veranstalters in die Schlußrunde gekommen. Die Auslosung brachte das Ergebnis, daß Deutschland in der Vorschlußrunde noch einmal gegen Kanada anzutreten hatte. Auch dieses Spiel sah zwei gleichwertige Gegner, und erst vor Schluß war es ein Zufallstreffer, der Kanada in Führung brachte und gleichzeitig die Entscheidung des ganzen Kampfes erzielte. Vorher hatte Schweden mit 2:0 über die Schweiz gesiegt und sich damit den fünften Platz in dem Turnier erobert. England gewann mit 1:0 das andere Vorschlußrundenspiel gegen die Tschechen und wurde damit als neuer Europamenster Gegner des Titelverteidigers Kanada in der Schlußrunde, während Deutschland sich mit den Tschechen um den dritten und vierten Platz auseinanderzusetzen hatte. Im Kampf um den dritten und vierten Platz lieferten sich Deutschland und die Tschechoslowakei einen schönen Kampf, aus dem die Tschechen mit 3:0 Toren als Sieger hervorgingen. Aus dem Gerichtsfaal Todesurteil gegen einen Mädchenmörder. Das Schwurgericht in Limburg verurteilte, entsprechend den Ausführungen des Staatsanwalts, den 24jährigen Erwin Armand aus Wasenbach im Unterlahnkreis wegen Ermordung eines Mädchens zum Tode. Der Angeklagte hatte 1933 in Marburg ein 26jähriges Mädchen kennengelernt und mit ihm längere Zeit ein Verhältnis unterhalten, das nicht ohne Folgen blieb. Armand bestellte das Mädchen am 12. Oktober 1935 in einen Wald bei Laurenburg und verabreichte dem Mädchen ein Fläschchen mit Gift. Als sich die Wirkung des Giftes zeigte, versetzte er dem Mädchen mit einer Picke mehrere Schläge auf den Kopf, die den sofortigen Tod herbeiführten. Deutsche Kolpingsfamilie. Heute abend um 8.15 Uhr Versammlung im Vereinslokal. Auch die Ehrenmitglieder sind dazu herzlichst eingeladen. Stadt, Kreis und Provinz Steinheim, den 21. Februar 1938. Gedenktage für den 21. Februar. 1778: Der Rechtslehrer Karl v. Savigny in Frankfurt a. M. geb.(gest. 1861).— 1862: Der Dichter und Arzt Justinus Kerner in Weinsberg gest.(geb. 1786).— 1916(bis 9. September): Schlacht bei Verdun.— 1919: Der Jude Eisner, Präsident der Münchener Räterepublik, erschossen. Sonne: A.: 7.06, U.: 17.23, Mond: A.: 0.45, U.: 9.31 Uhr Führer und Volk. Am gestrigen Sonntag, ab 13 Uhr. sprach der Führer im Reichstag. Der Rundfunk vermittelte diese historische Stunde dem ganzen deutschen Volke. In Stadt und Land kamen die Volksgenossen durch ihn zur Teilnahme an einem Erlebnis, auf das nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt voller Erwartung blickte. Der Rundfunk hat wiederum Führer und Volk zu einer Gemeinsamkeit des Wollens und Handelns verbunden. Deutschland hörte seinen Führer und ist ihm, wie stets, wenn sein Ruf an das Volk erging, in unerschütterlicher Treue gefolgt. Damit jeder Volksgenosse die Rede des Führers hören konnte, wurde gestern in allen Orten ein Gemeinschaftsempfang auf Straßen und Gaststätten durchgeführt. Daneben hatte man in allen Häusern, die über einen Nundfunkempfänger verfügen, die Geräte eingeschaltet. Hundert Jahre Hermannsdenkmal. Vor 100 Jahren, am 24. Februar 1838, richtete der Detmolder Hauptverein für den Bau des Hermannsdenkmals seine erste Aufforderung zur Sammlung von Geldern für das Nationaldenkmal an das deutsche Volk. Zwar hatte Ernst von Bandel schon viele Jahre vorher unermüdlich für seinen Plan geworben, und er hatte auch schon verschiedene Entwürfe für das„Armindenkmal“ geschaffen, aber erst der Beginn der öffentlichen Sammlungen gab die Möglichkeit, mit den praktischen Arbeiten zu beginnen. Im Juli 1838 wurde die Fundamentierung in Angriff genommen. Am 18. Oktober 1838 legte Bandel in der Mitte des Grundes eine Kupfertafel, auf der zu lesen war, daß im Jahre 1838 Ernst von Bandel, zur Zeit als Paul Alexander Leopold, Fürst zur Lippe, regierte, die Tafel gelegt und über ihr Armin, dem Befreier Deutschlands, ein Denkmal errichten wolle, als ein Mahnzeichen zur Einigkeit aller deutschen Stämme. Damals glaubte man, das Denkmal schon im folgenden Jahre enthüllen zu können. Es dauerte aber noch 37 Jahre, bis Ernst von Bandel am 16. August 1875 das Nationaldenkmal im Teutoburger Wald dem deutschen Volk übergeben konnte. *** *— Beratungsstelle für das Rentengesetz. Wie die Gauwaltung der DAF. mitteilt, wird zur Vermeidung der vielen Anfragen bei den Dienststellen der DAF jedem Rentenempfänger empfohlen, sich die„Merkblätter zur Neugestaltung des Rentengesetzes" von der DAF. in Paderborn, Friedrichstraße 13, zu beschaffen.— Invalidenrentner, die auf Grund des§ 119 des Gesetzes vom 21. Dezember 1937 eine Anrechnung der Kriegsdienstzeit erhalten, können ihre Anträge unter Vorlage des Militärpasses, des Soldbuches und des Rentenbescheides ebenfalls bei der obigen Dienststelle stellen. — Ahnenpässe bei Schulentlassungen. In vielen Gemeinden ist es üblich, den Schülern am Tage der feierlichen Schulentlassung eine kleine Erinnerungsgabe auf den weiten Lebensweg zu geben. Als eine sinnvolle und zweckmäßige Gabe kommt, wie die Landgemeinde betont, insbesondere ein Ahnenpaß in Betracht. Der Ahnenpaß soll den Volksgenossen durch sein Leben begleiten. Wird er bei der Schulentlassung überreicht, so stellt er eine dauernde Erinnerung an die Schulzeit dar. *— Der Pedalrückstrahler. Jeder Radler möchte wissen, wie der„Pedalrückstrahler“ aussehen wird, den er vom 1. Juli ab an jedem neuen Fahrrad anzubringen hat. Die Physiikalisch=Technische Reichsanstalt veröffentlicht jetzt die Anforderungen. Die beiden Schmalseiten jedes Pedals müssen einen gelben Rückstrahler tragen, dessen Gehäuse 75 Millimeter lang, 21,7 Millimeter hoch und 9,2 Millimeter dick ist. Jedes dieser 75 Millimeter langen Rechtecke wird durch einen 5 Millimeter breiten senkrechten Mittelsteg in zwei Rückstrahlflächen geteilt. Die Anbringung muß so erfolgen, daß nach Abtreten der Gummiflächen der Pedale das Rückstrahlergehäuse nicht als Tretfläche dient, doch soll die handelsübliche Form der Pedale beibehalten werden. *— Lügde, 19. Februar. Der späte Winter mit seinem Schneetreiben hat auch in unserer Gegend viele Verkehrsstörungen verursacht. Am Dienstag konnte das Postauto von Höxter nach Lügde seine Fahrten nicht durchführen. Das benachbarte Kleinenberg war zum dritten Male von der Welt abgeschnitten. Schon am Sonntag hatte der Postomnibus seine Fahrt über die Bergdörfer eingestellt, der Postverkehr wird durch Schlitten aufrecht erhalten. Die Straßen von Kleinenberg nach Vahlbruch sind unbefahrbar. Oberhalb des Dorfes mußte ein Kraftwagen durch Pferde abgeschleppt werden. *— Zum 1. März wird Bahnhofsmeister Hans Bökert von Lügde nach Lehrte versetzt. *— Warburg, 19. Februar. Der älteste Standesbeamte von Westfalen ist zweifellos der Standesbeamte Rust in Eissen, der in diesen Tageu 80 Jahre alt wird. Seit 39 Jahren versieht er mit vorbildlicher Pflichttreue sein Amt, und bei seiner körperlichen Rüstigkeit und Frische denkt er noch gar nicht daran, das ihm liebgewordene Amt niederzulegen. An allen Tagungen der Standesbeamten nimmt er noch mit Interesse teil. Der Gauwalter der Standesbeamten Westfalens nahm dann auch Veranlassung, seine Tätigkeit und Pflichttreue bei einem Kursus am 15. d. M. in Brakel entsprechend zu würdigen. *— Zu einem wüsten Auftritt kam es Freitag morgen auf dem Bahnhofe in Warburg, wo ein mit der Ruhrtalbahn ankommender Fremder sich derart rabiat benahm, daß die Polizei zu Hilfe gerufen werden mußte. Unter Anwendung äußerster Gewalt und mit Zuhilfenahme mehrerer Eisenbahnbeamten gelang es, den Wüterich zu bändigen. Nach einigen Stunden Ruhe ergaben die Ermittelungen, daß es sich nm einen nervösen Mann handelt, welcher aus einem Erholungsheim fortgegangen war, in das er nun wieder zurückkehren muß. *— Münster, 19. Februar. Das Preußische Landgestüt in Warendorf verzeichnet nach den Feststellungen im Jahre 1937 ein Deckergebnis von 19 000. Besetzt ist dieses westfälische Gestüt mit 200 Hengsten. — Minden, 19. Februar. Heringsfänger aus dem Binnenlande an der Weser, die jedes Jahre zum Heringsfang bei den Fischereigesellschaften auf See ausfahren, sind in diesem Jahre erstmalig als Bergknappen im Bergwerk tätig. Während in früheren Jahren für sie im Winter nach der Rückkehr in die Heimat keine Arbeit zu bekommen war, können sie heute im Eisenerzbergwerke im Wiehengebirge ihren Verdienst finden, *— Simmern, 19. Februar Im hiesigen Krankenhause wurden zwei Frauen, die Geschwister sind, innerhalb einer Stunde von gesunden Zwillingspaaren(Jungen) entbunden. *— Meinbrexen, 19. Februar. Glück im Unglück hatte ein Hochzeitspaar von hier, als es mit einem Kraftwagen aus Lauenförde von der Kirche in Höxter, wo sich die jungen Leute trauen ließen, zurückkam und zwischen Fürstenberg und Meinbrexen gegen einen Baum fuhr. Der Vater des jungen Ehepaares kam mit einigen Beulen und Hautabschürfungen im Gesicht davon. Der schnell herbeigeholte Arzt leistete die erste Hilfe. Das Hochzeitspaar mußte den weiteren Weg zu Fuß zurücklegen, denn der Kraftwagen war so beschädigt, daß er abgeschleppt werden mußte. Aus aller Welt Vom Führer begnadigt. Der Führer und Reichskanzler hat die von dem Schwurgericht in Offenburg gegen die am 10. August 1894 geborene Susanne Hehle wegen Mordes an ihrem Ehemann ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in eine Zuchthausstrafe von zehn Jahren umgewandelt. Die Verurteilte hat ihren Ehemann erdrosselt. Hehle, früher ein fleiß ger Arbeiter, hatte seit Jahren, vom Erfinderwahn besessen, die Aufnahme jeder Arbeit verweigert und so seine Familie in größte Not und seine Frau in verzweifelte Stimmung gebracht. Bavaria Filmkunst G. m. b. H. gegründet. Die Kunststadt München erhält wieder eine eigene Filmproduktion. Nach Ueberwindung gewisser Schwierigkeiten wurde nunmeh die Bavaria Filmkunst G. m. b. H. mit einem Stammkapital von 500 000 RM. gegründet. Sie wird die Atelieranlagen and die Kopieranstalt in Geiselgasteig erwerben und weiter isbauen. Im ersten Produktionsjahr wird mit 5 bis 6.en gerechnet. Der Vertrieb der Filme wird durch die großrganisationen erfolgen. Der Aufsichtsrat besteht aus deneren Generaldirektor Döhlemann, als Vorsitzenden, Präsideni Albert Pietzsch und Direktor Ratsherr Max Reinhard, die den Wirtschaftsausschuß bilden. Die erste Gauheimmütterschule des Reiches. Das Deutsche Frauenwerk, Gau Koblenz=Trier, hat aus dem ehemaligen Burghotel bei Ramstein(Kreis Trier) eine Heimmütterschule, die erste ihrer Art im ganzen Reiche, herrichten lassen, die bewußt für die Frauen der ärmsten Grenzkreise geschaffen wurde. Die Schule wurde in einer Feierstunde von der Reichsfrauenführerin Frau Scholtz=Klink ihrer Bestimmung übergeben. Der Besuch der„Schlesien" in Santiago de Chile. Die 190 Kadetten des Schulschifses„Schlesien", die Santiago de Chile einen Besuch abgestattet haben, besichtigten den Militärflugplatz vor den Toren der Stadt. Nach einem Rundflug über der Stadt fand zu Ehren der Schulschiffabordnung ein Empfang statt, bei dem in den Ansprachen das innige freundschaftliche Verhältnis der beiden Länder zum Ausdruck kam. Bei einem Presseempfang an Bord richtete Kommandant Fleischer herzliche Worte der Begrüßung an die chilenischen Pressevertreter und gedachte der ritterlichen Haltung Chiles während des Weltkrieges. Franzose auf Weitstreckenflug verunglückt. Wie aus Guatemala verlautet, hat der französische Flieger Saint Exupery, der sich auf einem Weitflug von den Vereinigten Staaten nach Feuerland befand, in Guatemala einen Unfall erlitten. Der Flieger und seine Mechaniker sind schwer verletzt; das Flugzeug wurde völlig zertrümmert. Reichstheaterfestwoche 1938 in Stuttgart. Unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goevbels findet in Stuttgart, der Stadt des Auslandsdeutschtums, vom 12. bis 19. Juni die Reichstheaterfestwoche statt. Wrackteile bei der Insel Ameland. Wie von der Insel Ameland gemeldet wird, sind dort einige Wrackstücke und ebenso die Leiche eines unbekænnten Seemannes angetrieben worden. Aus den Wrackstücken geht hervor, daß sie von einem deutschen Schiff stammen. Man nimmt daher an, daß es sich um Reste des zwischen Hamburg und Rotterdam verschollenen deutschen Trampschiffes handelt. Wirbelsturm im amerikanischen Erdölgebiet. Ein schwerer Wirbelsturm richtete in dem Städtchen Rodessa(Staat Louisiana) außerordentlich hohen Schaden an. Zahlreiche Geschäftshäuser und eine große Zahl von Fachwerkhäusern wurden zerstört. Nach den ersten Meldungen sind etwa 20 Bewohner des Ortes getötet worden. Räuberbande überfällt eine Ortschaft. Im Staate Guerrero(Mexiko) verübte eine 200 Mann starke Räuberbande einen Raubüberfall auf die Ortschaft Quiza, um die Einwohner zu terrorisieren und auszuplündern. Fünf Stunden kämpften die Einwohner gegen die Bande, bis es mit Unterstützung durch Einwohner umliegender Ortschaften gelang, die Banditen in die Flucht zu schlagen. Mehrere Schwerverletzte sind als Opfer des Kampfes zu verzeichnen. WHW.=Postwertzeichen Ausgabe 1937. Die Sonderpostwertzeichen für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes, Ausgabe 1937, werden in diesem Jahr bei allen Postämtern und Amtsstellen bis Ende März 1938(in den früheren Jahren bis Ende Februar) abgegeben. Die Gültigkeitsdauer der Wertzeichen endigt am 30. Juni 1938. Sie haben recht behalten Nun haben die alten Bauernregeln doch noch recht behalten. Sie sind mit einer allzu warmen Lichtmeß nie zufrieden gewesen, das verspricht für den weiteren Verlauf des Februar und auch für später noch Kälte. Nun, so um Anfang Februar herum, hatten wir mancherorts fast schon vorfrühlingshafte Temperaturen. Dafür packt uns dann der Winter jetzt noch einmal tüchtig bei den Ohren. Oh, wie ist es kalt geworden! Die roten Nasen erinnern uns daran, daß der Februar von Rechts wegen als der eigentliche Kältemonat gilt. In allen alten Bauernregeln kommt zum Ausdruck, daß der Februar kalt sein soll. Er liebäugelt zwar oft mit dem Lenz, die Schneeglöckchen strecken schon ihre weißen Köpfchen über die braune Erde, der Krokos blüht mancherorts, und wir erleben es, daß warmes Februarwetter uns einen Vorgeschmack des Frühlings vermittelt. Das ist aber gar nicht nach dem Wunsch und Willen des Bauern. Und auf ihn kommt es in dieser Sache sehr viel an. Im Februar soll sich der Winter noch einmal recht austoben, dann werden Frühling und Sommer um so schöner werden. Umgekehrt aber:„Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muß man im März den Ofen wärmen.“ Hätte es an Lichtmeß gestürmt und geschneit, dann brauchten wir uns jetzt nicht in den warmen Mantel zu kuscheln und hätten es nicht nötig, im Ofen noch ein paar Kohlen mehr aufzulegen. Da es aber klar und hell war, so muß der Frühling mit seinem Kommen eben noch etwas warten! Nichts zu machen. Tun wir etwas gegen die roten Nasen und gegen den neuen Schnupfen, der sich im Hintergrund schon leise ankündigt. Ein Prozeß um Meerschweinchen.— Ein gutes Geschäft. — Eine Volkszählung kommt.— Der Fragebogen, Diener der Volksgemeinschaft. Es ist bekannt, daß sich auf Zollämtern allerhand Dinge ereignen, die nicht alltäglich sind. So waren vor kurzem die französischen Zollbeamten vor ein Problem gestellt worden, dessen Lösung ebenso kostspielig für das Zollamt sein sollte, wie es erheiternd für alle ist, die von dieser Geschichte erfahren. Man soll aber in der Faschingszeit eine erheiternde Geschichte nicht für sich selbst behalten, Die Geschichte fing damit an, daß von einem französischen Krankenhaus zu wissenschaftlichen Zwecken vierzehn Meerschweinchen in England bestellt worden waren. Die Sendung kam auch richtig in Calais an und sollte von den dortigen Zollbeamten geprüft werden. Aber siehe da, statt der deklarierten vierzehn Meerschweinchen fanden die Zollbeamten zweiundzwanzig dieser lieblichen Tierchen vor, denn die Meerschweinchen hatten sich auf der Reise von England nach Frankreich, ihren Fruchtbarkeitsgesetzen folgend, um acht Stück vermehrt. Von den Zollgesetzen freilich hatten sie keine Ahnung, und so kam es wie es kommen mußte. Das Krankenhaus, das nur vierzehn Meerschweinchen bestellt hatte, lehnte es ab, für die übrigen acht irgendwelchen Zoll zu entrichten, und die englische Firma behauptete, sie habe genau nach dem Auftrag nur vierzehn Meerschweinchen abgeschickt und sei daher ebenfalls zu nichts verpflichtet. Die Folge war ein Zollstreit mit immer mehr anschwellenden„Meerschweinakten". Die Meerschweinchen selbst blieben einstweilen auf dem Speicher des Zollamtes. Als es endlich zur entscheidenden Verhandlung kam, wurden die Tiere hereingeholt, aber zum Schrecken der Zollbeamten befanden sich nunmehr sechsundzwanzig gesunde und muntere Meerschweinchen in der umstrittenen Kiste. Jetzt erkannte man endlich, daß es höchste Zeit war, dem Amtsschimmel gewaltig die Sporen zu geben. Das Krankenhaus bekam seine vierzehn Meerschweinchen und mußte den entsprechenden Zoll bezahlen, die restlichen zwölf Tiere wurden nach England an die Lieferfirma zurückgeschickt. Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. In England kamen zwanzig Meerschweinchen an. Die Firma hatte ein gutes Geschäft gemacht: vierzehn Tiere versandt und richtig bezahlt erhalten und außerdem zwanzig gesunde Meerschweinchen zurückbekommen. Geschädigt war allein das französische Zollamt und hat nun zum Schaden auch noch den Spott zu tragen. Aber wer weiß, welche Heimtücke schon wieder irgendwo gegen St. Bürokratius ausgebrütet wird. Es kommt wieder eine große Volks=, Berufs= und Betriebszählung, und wieder werden wir einmal vor seiner Majestät dem Fragebogen Rechenschaft über unsere persönlichen Verhältnisse ablegen. Ueberhaupt lassen sich die Fragebogen gar nicht zählen, die wir im Laufe unseres Erdenwandels auszufüllen haben. Das trägt wohl auch die Schuld daran, daß die Fragebogen sich bei vielen Menschen keiner Beliebtheit erfreuen. Aber diese Menschen haben nur die eigene Unbequemlichkeit des Ausfüllens in Betracht gezogen und sich niemals Klarheit über das Warum verschafft. Der Fragebogen ist nicht etwa ein geheimnisvoller Schnüffler, der in unsere persönlichen Dinge eindringen will, sondern der Fragebogen ist ein Diener an der Volksgemeinschaft. Er schafft allein die Unterlagen für die staatliche Betreuung der Staatsbürger im weitesten Sinne. Ob dein Sohn Jura studieren soll, der Fragebogen gibt die Unterlagen für die Statistik, die dir sagt, wie die Möglichkeiten des Fortkommens als Jurist für die nächsten Zeiten sind. So ist es mit allen anderen Berufen auch. Der Staat stellt durch die Zählungen die Alters= und Berufsgliederung des Volkes fest, ebenso den Familienstand. Danach kann der Staat die verfügbaren Mittel einsetzen. Ob deine Erhöhung der Rente oder deine Kinderbeihilfe nicht auch eine Folge des Fragebogens ist? Und was bedeutet schon die Unbequemlichkeit der Ausfüllung eines Fragebogens gegenüber seinen Vorteilen? Alle Maßnahmen des Staates im Dienste seiner Staatsbürger sind von einer genauen Kenntnis der Struktur der Bevölkerung abhängig. Und je genauer und gewissenhafter die Unterlagen sind, um so gerechter vermag der Staat gegenüber den einzelnen Statsbürgern zu handeln Es ist also wahr, daß der Fragebogen ein wichtiger Diener der Volksgemeinschaft ist. So wird keiner die Mühen scheuen, und wer noch eines Trostes bedarf, der denke daran, wie beschwerlich früher die Volkszählungen waren, als man den Fragebogen noch nicht kannte, oder ihn wegen des Analphabetismus der meisten Menschen nicht benutzen konnte. Mellior. Berleger und Hauptschriftleiter: Carl Simonowski Steinheim. Verantwortlich fin den gesamten Textteil: Carl Simonowski Steinheim. Verantwortlicher Anzeigenleiter, Josef Simonowski. Druck und Verlag: Buchdruckerei Carl Simonowski, Steinhein DA. 1. 38„ 630 Zur Zeit ist Anzeigen=Preisliste Nr. 3 gültig Hausverkauf! Das Wohnhaus des Herrn Paul Röltker, Schiederstraße, bestehend aus 2 Wohnzimmern, 5 Schlafzimmern, 1 Küche, 1 Waschküche und 1 Keller; ferner Stallanbau und Hofraum umständehalber günstig zu verkaufen. Reflektanten wollen sich recht bald bei mir melden. Bernhard Döhre, Grundstücksvermittler. Hausverkauf! Ein halbes Wohnhaus, Mitte der Stadt gelegen, bestehend aus 1 Wohnzimmer, 3 Schlafzimmern, 1 Küche, 1 Vorratszimmer, 1 Waschküche und 1 Stall; ferner dahinter liegend ein kleiner Hausgarten unterhändig sofort zu verkaufen. Bernhard Döhre, Grundstücksvermittler. Reichsberufswettkampf. Die für Steinheim in der Gruppe„Bäcker“ angemeldeten 18 Lehrlinge verteilen sich auf nachstehende Betriebe: Rüsenberg= 3. Schriegel= 3, Manegold= 3, Döhre= 3, Lange= 2, Sigges= 2, Kröger= 2. Beginn der praktischen Arbeiten heute vormittag 8.30 Uhr. Erlogene Gerüchte Die angeblichen Unruhen in Ostpreußen. Der Berliner Korrespondent des„Daily Telegraph“ ist nach Östpreußen gereist, um festzustellen, ob etwas Wahres an den phantastischen, im Auslande verbreiteten Gerüchten der vorigen Woche sei. Er berichtet nun, daß er während seines Besuches in Östpreußen einwandfrei festgestellt habe, daß die Gerüchte über Unordnung und militärische Revolten in allen Fällen jeglicher Grundlage entbehrten. In der ganzen Provinz sei alles ruhig. auf russischen Admirai Früherer Sowjetdiplomat in Brüssel überfallen. Auf den früheren sowjetrussischen Diplomaten und ehemaligen Admiral Soboleff, der seinen Wohnsitz in Brüssel aufgeschlagen hat, wurde, als er in seine Wohnung in der Vorstadt Ixelles zurückkehrte, ein Anschlag verübt. Er erhielt im Treppenhaus mit einem Hammer einen Schlag auf den Kopf. Da die Verletzung nur leicht war, konnte Soboleff selbst der Polizei Meldung erstätten. Man glaubt, daß es sich um ein politisches Attentät handelt. Der Angreifer soll ein gewisser Herran Vaelave sein, der sich ohne polizeiliche Genehmigung in Brüssel aufhielt. Soboleff ist einer der Sowjetdiplomaten, die es vor einiger Zeit vorgezogen haben, aus Sicherheitsgründen ihren Dienst zu quittieren. Die echte Freiheit des Studenten Dr. Scheel und Minister Rust auf dem Studententag. Den Höhepunkt und Abschluß des Berliner Studententages bildete eine Kundgebung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und der NS.=Studenten=Kampfhilfe. Reichsstudentenführer Dr. Scheel ging von dem neuen Begriff der Freiheit aus. Der Nationalsozialismus habe das sogenannte „Freistudententum" beseitigt und dafür die echte Freiheit durch Einordnung eines jeden Studenten in eine höhere Erziehungsgemeinschaft begründet. Heute werde die Sehnsuchi so vieler bester deutscher Studenten, die 1815 ihren Anfang nahm, verwirklicht: die Einigung des deutschen Studententums in organisatorischer und vor allem in geistiger Hinsicht. Die nationalsozialistischen Kameradschaften des NSD.=Studentenbundes seien keinesfalls die Fortsetzung der früheren studentischen Korporationen, sondern eine Gliederung der nationalsozialistifchen Bewegung. Reichserziehungsminister Rust gedachte der besonderen Aufgaben die der Vierjahresplan an die deutsche Wissenschaft stellt. Es gelte nunmehr, in stiller Forschungsarbeit uns das zu ertrotzen, was uns der Boden nicht gibt. Er rief Professoren und Studenten auf zur Mobilmachung der wissenschaftlichen Arbeit im Dienste der Nation, aber auch zur Mobilmachung ihres ganzen politischen Einsatzes. Reichsminister Rust appellierte mit Nachdruck an die alten Akademiker:„Gehen Sie voran in dieser Zeit!" Er schloß mit den Worten:„Euer Fahnenträger, Studenten, Horst Wessel, ruft euch aus der Ewigkeit das verpflichtende Wort zu, das heute Deutschlands Nationalhymne geworden ist: Die Fahne hoch!" Krolloper im Die Vorbereitungen zur Reichstagssitzung beendet. Das deutsche Volk und die ganze Welt stehen in Erwartung der Tagung des Deutschen Reichstages am Sonntag. Alle organisatorischen und technischen Vorbereitungen sind getroffen, um jedem Volksgenossen das Hören der großen Rede des Führers zu ermöglichen. Auch die frühere Krolloper, in der wieder die bedeutende Reichstagstagung abgehalten wird, ist zu dem großen Ereignis gerüstet. Den Hintergrund der neuen Tribüne, von der der Führer seine große Rede halten wird und auf der sich wie bisher die Plätze des Führers und der Reichsregierung befinden, bildet eine riesige goldgerahmte Sonne, auf der der Adler des Hoheitszeichens seine Schwingen breitet. Die glanzvolle Wirkung dieser aus seidenartigem leichtgefalteten Stoff geschaffenen Sonne wird noch dadurch erhöht, daß sie von unsichtbarem Scheinwerfer noch stärker angeleuchtet wird. Die Breite des Adiers ist allein zehn Meter und gleicht in seiner eindrucksvollen Ausführung den von der Festausschmückung Unter den Linden bekannten Hoheitszeichen. Zu beiden Seiten dieser mächtigen Dekoration zeigt die Wandbekleidung große Hakenkreuze auf terrakottfarbenem Samt. Die Außenfassade der Krolloper ist wie immer durch eine Grünverkleidung und große Fahnen besonders wirkungsvoll gestaltet. An der Siegessäule hängen 20 Meter lange Fahnen. Musikalischer Abeno beim Führer Spenden von 1 073 711 RM. für das Winterhilfswerk. Der Führer und Reichskanzler hat im Rahmen einer musikalischen Veranstaltung führende Persönlichteiten der deutschen Wirtschaft in seinem Hause empfangen. Im Dienste des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes hatten ihre Kunst zur Verfügung gestellt die Kammersängerinnen Erna Berger, Martha Fuchs, Margarete Klose, Tiana Lemnitz, Margret Pfahl sowie Frau Marie Luise Schilp und Frau Tresi Rudolph; ferner die Kammersänger Rudolf Bockelmann, Walter Ludwig, Professor Josef von Manowarda, Helge Roswaenge, Heinrich Schlusnus, Franz Völker sowie Herr Karl SchmittWalter und Professor Michael Raucheisen. Aus freiwilligen Spenden der Gäste dieses Abends ergab sich ein Betrag von rund 1073 711 RM., den die Künstler dem Winterhilfswerk des Deutschen Volkes überwiesen haben. Ankunft des Führers in der Messestadt. Vor der Eröffnung der großen Automobilausstellung schritt der Führer Kraftfahr=Schützenkompanie des Reichsheeres ab. Weltbild(M). die Front einer Rundschau Unruhen in Damaskus. Die syrische Regierung, die sich schon seit Wochen sehr scharf mit der Opposition auseinandersetzt, hat jetzt die Oppositionsführer festsetzen lassen. Infolge dieser Verhaftungen kam es in mehreren Stadtteilen von Damaskus zu Kundgebungen der Oppositionsanhänger. Die Polizei verhaftete etwa 100 Kundgeber. Besonders heftig waren die Kundgebungen in einem hauptsächlich von Kurden bewohnten Stadtviertel. Hier wurden starke Polizeikräfte zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung eingesetzt. Für eine japanische nationale Einheitspartei. In Tokio wurden Kundgebungen für die Bildung einer nationalen Einheitspartei veranstaltet, wie sie Japan in dieser Form noch nicht erlebt hat. Etwa 400 Mitglieder der antikommunistischen „Nationalen Verteidigungsgesellschaft“ besetzten nach längeren Straßenkundgebungen die Haupthäuser dieser Parteien und sorderten die Bildung einer großen nationalen Einheitspartei. Ihre Wortführer verlangten die Parteivorstände zu sprechen, die aber Verhandlungen ablehnten. Als die Besetzung der Parteihäuser schon mehrere Stunden gedauert hatte, wandten sich die Parteien an den Innenminister, der 300 Polizisten einsetzte und rund 400 der Kundgeber verhaften ließ. Neutomischel jubiliert 150jähriges Gründungsjubiläum. Die Stadt Neutomischel, seit jeher ein Bollwerk deutschen Volkstums im Östen, beging ihr 150jähriges Gründungsjubiläum. Die Stadt wurde zunächst nur von Deutschen aufgebaut, die sich dem Handwerk, dem Handel und später auch der Wollweberei und dem Gerbereiwesen zuwandten. Deutscher Fleiß und Umsicht verwandelten ein ödes und brach daniederliegendes Sumpfland in blühende und ertragreiche Landwirtschaften. Heute ist Neutomischel Kreisstadt und somit Sitz sämtlicher Kreisbe hörden. Aus Anlaß dieses Jubiläums haben die„Deutschen Nachrichten“ in Posen eine Sondernummer herausge bracht. In dem Geleitwort des Landesleiters der Jungdeutschen Partei für Polen, Senator Wiesner, heißt es u. a., daß das Neutomischeler Deutschtum durch seinen Kampf um die deutsche Schule und um das Recht zu seiner freien Entfaltung erneut bewiesen habe, daß nur ein geschlossenes Deutschtum imstande ist, seine Zukunft zu sichern. en Südtalien Ein Toter, zahlreiche Verletzte. Mit der im Gebirge beginnenden Schneeschmelze sind in Süditalien zahlreiche Sturzbäche entstanden, die auf den Feldern beträchtlichen Schaden angerichtet haben. Aus Neapel und Benevent werden große Ueberschwemmungen und Erdruksche gemeldet, bei denen nach den bisher vorliegenden Meldungen ein Mann ums Leben kam und sieben Personen mehr oder weniger ernst verletzt wurden Der Kronprinz von Italien hat sich von Neapel aus in die überschwemmten Gebiete begeben, die Aufräumungsarbeiten besichtigt und die Verletzten im Krankenhaus von Benevent besucht Auch aus Sizilien wird von Erdrutschen und Ueberschwemmungen berichtet. An der Nordküste von Sizilien mußte zwischen Messina und Palermo eine Reihe von Bauernhäusern geräumt werden. In den Zitronen= und Orangepflanzungen ist ebenfalls beträchtlicher Schaden entstanden Gleichzeitig wuteten an der Nordküste von Sizilien schwere Hagel= und Gewitterstürme. Westlich von Messina hat der Blitz in ein Fort geschlagen, wobei drei Soldaten z. T. lebensgefährlich verletzt wurden. Neuer Vorstoß bei Teruel An der Alfambra=Front ist den nationalspanischen Truppen bei Villalba=Baja, 8 Kilometer nördlich von Teruel, ein Einbruch von etwa 3 Kilometer Tiefe und 3 Kilometer Breite gelungen. Der Angriff wird fortgesetzt. Schneesturm brachte Lebensgefahr Glückliche Rettung von 105 deutschen Studenten. Bei den Schneestürmen im Riesengebirge geriet am Donnerstag eine Skiläufergruppe von 105 reichsdeutschen Studenten aus Hirschberg in ernsteste Lebensaefahr. Die Skiläufer wurden um etwa 10 Uhr vormittags von einem schweren Schneesturm überrascht und verloren dabei den Weg zur nahen Hampel=Baude in der Nähe der tschechoslowakischen Grenze. Die 105 Studenten teilten sich, ohne daß sie es merkten, in kleinere Gruppen und gelangten schließlich auf tschechoslowakisches Gebiet. 53 von ihnen erreichten nach langem Umherirren ein Obdach. Die anderen 52 irrten verzweifelt in dem dichten Schneetreiben weiter. Tschechoslowakische Soldaten eines militärischen Skikurses auf der Geiergucke fanden auf dem Wege zwischen Geiergucke und Wiesenbaude einen Studenten bewußtlos auf. Als dieser die Besinnung wiedererlangte, berichtete er von dem Schicksal seiner Kameraden. Sofort wurden alle verfügbaren Rettungsmannschaften alarmiert. Auch die Gendarmeribeteiligte sich an den Rettungsarbeiten. Da die 105 Hochschüler auf dem großen Gebiet zwischen Wiesen= und Hamplbaude versprengt waren, wurde die Suche sehr erschwert. Sechs Mitglieder der Gruppe irrten so weit, daß sie bis zur Riesenbaude kamen. Den Bemühungen der Rettungsmannschaften ist es aber schließlich doch gelungen, alle Vermißten in Sicherheit zu bringen. Einige von ihnen mußten allerdings mit schweren Erfrierungen ins Krankenhaus gebracht werden. 10. Ziehungstag 18. Februar 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 89144 14 Gewinne zu 3000 RM. 60565 60976 114042 172479 216219 285800 315276 18 Gewinne zu 2000 RM. 6789 107305 123602 128285 210728 234708 327199 335656 385929 48 Gewinne zu 1000 RM. 20195 78637 86111 87841 110032 114154 141918 154306 154866 167033 204034 204148 209245 212971, 232027 243406 260367 278467 306935 324162 339826 343968 374967, 376246 102 Gewinne zu 500 RM. 3849 5875 6450 7475 20319 22857 26764 46820 52516 59993 62413 62647 72735 78999 80995 86423 94982 142263 151943 152053 154271 171681 172386 180068 185381 188400 198347 204750 228667 238523 246453 246793 248051 250842 251371 257155 261221 283621 286351 287932 293639 303780 310021 310783 313510 318380 350454 355379 361557 365566 379029 194 Gewinne zu 300 RM. 2557 17585 25082 29617 35876 36384 40808 44566 45303 58016 60296 63262 73980 75846 79480 88454 89842 92911 94396 96155 96892 97037 99060 104674 106327 115343 116302 120877 126585 128841 129449 135551 145354 148575 150172 163360 164409 174936 176868 182495 188635 190936 212017 215013 216274 218225 219745 222671 223515 227216 227992 228240 228552 231436 233039 233631 240228 245906 255031 257974 259515 260376 273805 273853 278178 283518 306545 308831 309993 312035 314046 315095 316522 320104 321283 323382 329574 337273 339576 339928 348886 350326 350381 352214 360037 365665 367438 368918 374819 376568 378536 381161 381289 388818 392275 393197 398424 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 181968 8 Gewinne zu 3000 RM. 194202 248270 248843 378749 16 Gewinne zu 2000 RM. 18875 59498 72747 157604 197047 284447 331570 370488 56 Gewinne zu 1000 RM. 4313 23261 36985 54119 74294 89188 98242 108544 116934 118154 152452 159962 176663 178852 187411 215514 240299 249577 297840 310972 311324 311424 345983 348544 349098 356966 386626 392906 74 Gewinne zu 500 RM. 4142 15240 58921 65231 68429 68753 98830 126330 136179 137774 140144 147528 194593 198695 214682 216809 225171 230007 233975 270632 275143 293981 298848 311252 321029 321297 322636 322653 337624 344030 347904 362320 367168 369050 382798 394811 396847 166 Gewinne zu 300 RM. 4259 6387 13211 13918 25345 32221 40094 42813 51174 53288 61399 65668 67938 83142 86195 87105 88707 89527 90112 90234 101969 102990 107095 107610 112651 131873 133508 138084 139460 140562 140832 141210 143525 145237 169340 169517 173320 176382 182429 185748 212823 218524 219712 220504 240646 243305 245136 249347 254487 259665 260224 268436 274661 308069 307355 307393 309590 327888 383246 338956 300198 398088 357o99/ 364948 370302 376279 376992 378004 382742 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu se 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 6 zu se 30000, 14 zu je 20000, 74 zu je 10000, 140 zu je 5000, 250 zu je 3000, 686 zu je 2000, 1878 zu je 1000, 3250 zu je 500, 6594 zu se 300, 156092 zu se 150 RM. Syoet Abgesagter Sonntagssport. Mit Rücksicht auf die Sitzung des Reichstages und die Führerrede wurden die für Sonntag vorgesehenen Fußballspiele um den Reichsbundpokal verschoben. Als neuer Termin wurde der 27. Februar bekanntgegeben.— Die Vorrundenspiele um den Handball=Adlerschild sind ebenfalls auf den 6. März verlegt worden. Ein Fachamt„Radsport“ gebildet. Auf Anweisung des Reichssportführers werden die Radfahrvereine des Deutschen Radfahrer=Verbandes künftig in einem besonderen Fachamt „Radsport“ des DRL. zusammengefaßt. Die Berufsfahrer, Schrittmacher und Veranstalter werden in einen besonderen Berufsverband eingegliedert. Diese Neuordnung bedeutet eine Zusammenfassung der Kräfte des deutschen Radsports und wird sich zweifellos für die Zukunft sehr günstig auswirken. Ueberraschungen in Prag. Bei der Eishockey=Weltmeisterschaft in Prag gab es neben der unverdienten und äußerst knappen 2:3=Niederlage Deutschlands gegen Kanada noch eine weitere Ueberraschung: Die Mannschaft von Amerika wurde von den Tschechen glatt mit 2:0 besiegt und ist damit vermutlich bereits jetzt aus den Endkämpfen ausgeschaltet. Schweden trug einen knappen 1:0=Sieg über die Polen davon. Käthe Grasegger dreifache Meisterin. Bei den franösischen Skimeisterschaften in Auron bei Nizza konnte Käthe Grasegger nach dem Abfahrtslauf nun auch den Torauf gewinnen. Sie wurde damit dreifache französische Meisterin, da sie vor Lisa Resch gleichzeitig auch Meisterin von Frankreich in der alpinen Kombination geworden ist. Den Torlauf der Männer gewann der Schweizer Rominger vor Roman Wörndle. Wörndle belegte in der Kombination hinter Rominger und Weltmeister Allais den dritten Platz Eder in Brüssel benachteiligi. Der deutsche Weltergewichtsmeister Gustav Eder ist bei seinem Versuch, die Weltmeisterschaft und den in Abwesenheit verlorenen Europameistertitel gegen den von ihm vor zwei Jahren entscheidend besiegten Belgier Felix Wouters in Brüssel zurückzuerobern, gescheitert. Obwohl Eder nach Punkten klar führte und in der letzten Runde Wouters sogar zu Boden schlagen konnte, gab das Kampfgericht dem Belgier unbegreiflicherweise den Punktsieg Doch Eder hat den Trost, daß der Belgier sich am 1. April in Berlin zum Revanchekampf stellen wird. Große Tage im Eiskunstlauf Weltmeisterschaften der Paare und der Männer. In dem festlich mit den Fahnen aller teilnehmenden Nationen geschmückten Berliner Sportpalast nahmen am Freitag früh die Weltmeisterschaften der Eiskunstläufer ihren Anfang. Seine Tollität Prinz Hubert Proklamation des Kölner Prinzen Karneval. Mit einer Prachtentfaltung, wie sie in der Geschichte des rheinischen Karnevals noch nicht zu verzeichnen war, fand im Gürzenich die feierliche Proklamation des Kölner Prinzen Karneval statt. Unter jubelndem Beifall zogen unter Vorantritt aller Karnevalskorps in prächtigen Uniformen Prinz, Jungfrau und Bauer ein. Der Vorsitzende des Festausschusses, Thomas Ließem, hieß den Prinzen auf das herzlichste willkommen. Oberbürgermeister Dr. Schmidt verlas dann die launige Proklamation und überreichte dem Prinzen den Amtsstab, der Jungfrau den Federfächer und dem Bauern den Flegel mit dem Wunsche, daß Köln unter diesen Zeichen frohe Tage erleben möge. Im Anschluß hieran richtete Seine Tollität Prinz Peter Hubert I. zum ersten Male das Wort an sein närrisches Volk. Es aebt dabei um die beiden höchsten Titel im Paarlau sen und im Einzellaufen der Männer. Die Besetzung die diese Weltmeisterschaften wie auch die Rahmenwettbewerbe gefunden haben, ist als ausgezeichnet zu bewerten. Bei den Männern hat Weltmeister Felix Kaspar(Wien) seinen Tite gegen den Ansturm zahlreicher ausgezeichneter Konkurrenten zu verteidigen, die deutschen Titelverteidiger im Paarlaufen, Herber=Baier, sind selbstverständlich am Start, und schließlich ist auch die neue Weltmeisterin der Frauen, die Engländerin Megan Taylor, in Berlin, um hier im Schaulaufen ihre große Kunst zu zeigen. Zwischendurch werden auch die Eishockeyspieler zu ihrem Recht kommen, da trotz der Prager Titelkämpfe für alle vier Tage gute Kampfpaarungen zusammengestellt worden sind. Den Beginn machte am Freitagmorgen das Pflicht laufen der Männer, bei dem sich wieder einmal zeigte daß Weltmeister Kaspar seinen größten Gegner in dem Engländer Sharp zu suchen hat, der sich mit 231,4 Punkten einen knappen Vorsprung vor Kaspar(229,7) sicherte. Aber neben dem Pflichtlaufen hat ja die Kür einen bedeutsamen Anteil an der Entscheidung des Einzelwettbewerbs, so daß durchaus noch nicht sicher ist, wie am Sonnabend der neue Weltmeister der Männer heißen wird. Die beiden deutschen Teilnehmer, Günther Lorenz und Horst Faber, haben lediglich Aussichten auf einen guten Platz. Bei der Auslosung für das Kürlaufen beider Wettbewerbe ergaben sich schon gewisse Ueberblicke. Bei den Männern hatte Sharp das Pech, den ungünstigen ersten Platz zu losen, während Weltmeister Kaspar als achter startet. Die beiden deutschen Läufer liegen ungefähr in der Mitte des Feldes. Die Startfolge für die Weltmeisterschaft im Paarlaufen, die ja schon am Freitagabend ausgetragen wurde, brachte den deutschen Weltmeistern den 7. Platz, während ihre schärfsten Konkurrenten, die Wiener Geschwister Pausin, die Nummer „5“ gelost haben. Der eigentliche festliche Auftakt dieser Weltmeisterschaffand am Freitagabend vor überfüllten Tribünen statt, wie z überhaupt sämtliche Plätze für alle vier Tage schon 1a Zeit vorher ausverkauft waren.ange Graham Sharp vor Weltmeister Kaspar. Der Stand der Weltmeisterschaft der Männer lautet nach dem Pflichtlaufen: aler nach 1. Graham Sharp=England 231,4 Punkte; 2. Feli. Kaspar=Oesterreich 229,7; 3. Herbert Alward=Oesterre 217,4; 4. Horst Faber=Deutschland 213,9; 5. Elemer von Tertak=Ungarn 212,8; 6. Edi Rada=Oesterreich"208,1; 7. Fredd Tomlins=England 206,8; 8. Günther Lorenz=Deutschland 206,3; 9. Robert van Zeebroek=Belgien 199,4; 10. Cock=Clausen (Dänemark) 198,8 Punkte. Der frühere sowjetrussische Geschäftsträger in Butarest, Budenko, empfing in Rom die italienische Presse der er Punkt für Punkt alle seine bereits veröffentlichten Erklärungen nochmals bestätigte. Budenko hat dann das Hotel, in dem er in Rom abgestiegen war, verlassen. Handelsteil Weiter fest Berlin, 18. Februar. Schebesrechtechatz: Kerrespendensverlag Fritz Mardicke, Leipzig C 1 33. Fortsetzung Der Geheimrat begreift nicht gleich, aber als er dann verstanden hat, da zittert er am ganzen Leibe. „Wir müssen etwas tun, Doktor Eck. Ich bitte Sie, telefonieren Sie mit dem Wachtmeister in Pinnigau. Er soll Leute mobilmachen, die nach ihm suchen! Und sprechen Sie mit dem Domkantor. Ihm gilt ja aller Haß Richards. Er soll auf dem Posten sein, und er soll wachen, daß ihm kein Unheil geschieht.“ „Ja“, sagt Dr. Eck,„ihm... und Frau Anna.“ Er geht zum Apparat. Zuerst spricht er mit dem Wachtmeister und holt ihn aus dem Bett. Er unterrichtet ihn über das Geschehnis, und der Wachtmeister verspricht, sofort einige Leute zu alarmieren und die Suche nach dem Kranken in die Wege zu leiten. Bei dem schrillen Klingeln des Telefons ist nicht nur Stephan Inniger munter geworden, sondern auch Zenzi und Frau Anna sind emporgeschreckt. Sie hören unten in der Diele Stephan sprechen, kleiden sich mit aller Hast an und laufen nach unten. Des Domkantors Züge sind seltsam ernst. „Was gibt es, Stephan?“ fragt Frau Anna erregt. „Doktor Eck ruft eben von drüben an“. erklärt der Domkantor.„Richard Rogaller ist plötzlich verschwunden! Man hat sein Bett leer gefunden, und wahrscheinlich hat er sich den Revolver des Geheimrats angeeignet. Doktor Eck fürchtet Schlimmstes.“ „Er wird sich doch nichts antun?“ spricht Zenzi schnell. „Doktor Eck meint, daß wir auf der Hut sein sollen. Er ist der überzeugung, daß Richard mich... und dich, Anna, mit seinem Haß verfolgt.“ Frau Anna schüttelt den Kopf.„Oh, Stephan“, sagt sie, „wie schön waren die Tage auf Luisenthal. Soll das Ende so bitter werden?“ „Nein, nein", ruft Zenzi leidenschaftlich,„gut soll alles werden! Aber was willst du tun, Stephan? Richard Rogaller ist wirr im Kopf, und es ist möglich, daß Doktor Eck recht hat. Es muß etwas geschehen! Stell' dir vor, wenn Richard Rogaller hier auf Luisenthal eindringt mit der Waffe in der Hand. Vorn im Pavillon, unweit des Tores, schlafen die Domspatzen. Sie müssen Schutz bekommen. Ich will Siebenstuhl wecken.“ „Ja, Zenzi, das tu, ich gehe einstweilen vor zu den Domspatzen. Siebenstuhl soll sich mit einem Gewehr bewaffnen und mich vorn abkösen. Du, Anna, aber gehst schlafen und schließt das Fenster, läßt die Laden herunter. Ich bitte dich, tue es, damit ich Ruhe habe.“ Frau Anna verspricht es, und der Domkantor geht davon. Niemand begegnet ihm auf dem Wege zum Pavillon, und als er eintritt— der Pavillon ist natürlich nicht verschlossen—, da findet er alles in tiefstem Schlafe. Nur der Peter Waldbauer, der einen leichten Schlaf hat, schrickt auf und sieht den Domkantor erstaunt an. Der Domkantor winkt ihm, daß er zu ihm auf den Vorraum herauskommt. Draußen will er beginnen, ihm alles zu erklären, als der Siebenstuhl mit seiner Hündin anrückt. Da überläßt es der Domkantor dem Siebenstuhl, Peter aufzuklären und begibt sich wieder in das Schlößchen zurück. brachte sie bis zum Doktorhaus. Dort gab es eine kurze Aussprache mit Dr. Eck und daraufhin verstreuten sich die zwölf Mann sternförmig in den Wald, um nach dem Kranken zu suchen. Noch vor Sonnenaufgang begannen sie, mit Pechfackeln ausgerüstet, ihre Suche. Am frühen Morgen gegen acht Uhr sammelten sie sich wieder mit dem Resuitat, daß die Suche erfolglos verlaufen war. Als sie aber ins Dorf zurückkamen, erwartete sie eine Schreckensnachricht, die ihnen von einer Schar Pinnigauer aufgeregt entgegengerufen wurde. „Der eine Amerikaner, der in der Schenke wohnt, den haben sie erwürgt auf seinem Zimmer aufgefunden!“ Der Wachtmeister rannte, begleitet von den anderen, sofort nach der Schenke, wo er Direktor Severin zusammengebrochen unten in der Gaststube antraf. Aber er fragte nicht lange, sondern ging nach oben und fand... Alf Rogaller erwürgt in seinem Bett liegen. Deutlich stellte er fest, daß ein heftiger Kampf stattgefunden hatte. Sollte es sich hier um eine Irrsinnstat des Kranren yandeln? Er ging soført zum Telefon und rief das Doktorhaus an. Im Anschluß daran sprach er mit dem Polizeiamt der Kreisstadt und bat um Entsendung der Mordkommission. Sepp Altenberger, der Wachtmeister, der in Pinnigau sein Standquartier hatte, alarmierte eine Schar beherzter Leute, und nachts gegen zwei Uhr zogen sie los. Ein Kraftwagen Als Doktor Eck am Telefon die Nachricht von der Entsetzenstat an Alf Rogaller entgegengenommen hatte, da wagte er nicht, sie dem Geheimrat zu sagen, weil er fürchtete, daß er bei dieser Nachricht zusammenbrechen müsse. Für ihn war alles klar. Hatte nicht Richard Rogaller seine Mutter gestern nach Alf gefragt und hatte er von ihr nicht erfahren, daß er nach der Schenke übergesiedelt war? Kein anderer als Richard war der Mörder! Aber da stand plötzlich der Geheimrat neben ihm und fragte hastig:„Hat der Wachtmeister angerufen? Ist etwas geschehen, Doktor Eck?“ „Nein, nein, Herr Geheimrat“, stotterte der Gefragte. „Es... man... man... hat nur bis jetzt keine Spur von... Richard gefunden!“ „Sie wollen mich belügen, Doktor Eck!“ schrie der Geheimrat.„Sagen Sie mir alles, sagen Sie mir, was geschehen ist. Ich habe alles bis heute überstanden und Schlimmeres kann ich nicht erleben! Was ist?“ „Man hat Alf Rogaller... erwürgt in seinem Bett aufgefunden!“ Schwer ging der Atem des greisen Arztes und ein qualvoller Laut entfuhr ihm. „Doktor Eck“, sagte er.„Das hat kein anderer getan als Richard. Ihn hat er immer gehaßt, und er hat ja auch Anna nachgestellt, sie hat es mir erzählt. Damals, die Szene beim Gartenfest, als ihn Alf Rogaller fast niedergeschossen, wenn ihn Anna nicht gehindert hätte. Richard... ist zum Mörder geworden!“ „Sie können ihn nicht verantwortlich dafür machen, Herr Geheimrat!“ „Nein, nein, ich weiß, aber es ist doch so entsetzlich!“ „Ich will ins Dorf fahren, Herr Geheimrat!“ „Ich komme mit Ihnen!“ „Herr Geheimrat, ersparen Sie es sich!“ bat der Doktor. „Nein, ich will dabei sein bis zum Ende, Doktor Eck, bis zum bitteren Ende!“ sagte Kahr entschlossen. Die Untersuchung Dr. Ecks ergab, daß Alf Rogaller nicht erwürgt worden war, sondern daß der Tod durch einen Herzschlag erfolgte. Wahrscheinlich hatte ihn der Schreck getötet. Im Gegensatz zu dieser Diagnose aber stand die Feststellung, daß im Zimmer ein Kampf stattgefunden haben mußte, denn der Tisch war verrückt, das Wasserglas umgefallen und das Bett heftig zerwühlt. Zu einem Kampf war es anscheinend auch gekommen, aber Am Aktienmarkt herrschte zuversichtliche Grundhaltung, die sich in nicht unerheblichen Kursbesserungen auswirkte. Chemiewerte und Montanpapiere lagen fest. Am Elektromarkt waren AEG., Siemens=Halske und Schuckert gebessert. Auch Verforgungswerte lagen überwiegend höher. Das Kaufinteresse für Autowerte hielt an. Am Rentenmarkt äußerte sich weiter reger Anlagebedarf. Gesucht waren die Konsolidierungsanleihen des Reiches. Die Umschuldungsanleihe war gut behauptet, und auch die Altbesitzanleihe leicht gebessert, Die Lage am Geldmarkt war kaum verändert. Blankotagesgeld notierte wieder mit 2,50 bis 2,75 Prozent. Schlachtviehmarkt. Berlin, 18. Februar. Auftrieb: 1831 Rinder(darunter 173 Ochsen, 254 Bullen, 1231 Kühe, 173 Färsen), 2109 Kälber, 5410 Schafe, 11460 Schweine, 15 Ziegen Verlauf: Rinder zugeteilt, Ausstichtiere über Notiz; Kälber verteilt, Schafe glatt; Schweine verteilt. Preise für 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark: Ochsen: 1. 43, 2. 39 3. 34; Bullen: 1. 41, 2. 37, 3. 32, 4. 25; Kühe: 1. 41, 2. 37, 3. 31 4. 20—23; Färsen: 1. 42, 2. 38, 3. 33, 4. 26; Kälber: 1 70—78 2. 63, 3. 57, 4. 48, 5. 30—38; Lämmer und Hammel: 1. 50, 2.— 3. 44—50, 4.—, 5. 38—43, 6. 25—37; Schafe: 1. 40, 2. 34—39 3. 20—30; Schweine: 1. 54, 2. 53, 3. 52, 4. 50, 5. 47, 6. 47 Sauen: 1. 51, 2. 49; Eber: 35; Altschneider: 51. der Tod war trotzdem nicht durch Erwürgen, sondern durch Herzschlag eingetreten. Auch der Gerichtsarzt, der mit den beiden Kriminalisten aus der Kreisstadt bald danach erschienen war, bestätigte Dr. Ecks Feststellungen. Am gleichen Morgen wurden fünfzig Mann aufgeboten, die nach Richard Rogaller suchen sollten. Zweifellos kam nur er als Mörder in Frage. Die Meldung von dem Mord an Alf Rogaller traf auf Luisenthal ein, und als Frau Rogaller davon erfuhr, aus dem Munde Severins, der sich aufgerafft hatte, brach sie ohnmächtig zusammen. Auch der alte Hilligon war tief erschüttert. Mit Windeseile ging die Nachricht durch Luisenthal. Die Gäste erfuhren davon, und ebenso die Domspatzen. Der Domkantor war bleicher als je. Er allein im Domspatzenhotel wußte, daß Annas Gatte in dieser Nacht wahrscheinlich zum Mörder geworden war, und sein Mund mußte versiegelt bleiben, mit niemand konnte er sich aussprechen. An diesem Tage verließen sieben Gäste das Domspatzenhotel, und die Zahl schmolz zusammen. Mit einem Male ging eine schwere, drückende Stimmung über Luisenthal; die Menschen waren seltsam verändert, und es schien, als scheue jeder das laute Lachen, als spürten sie, daß das Grauen in der Luft läge. Aber den ganzen Tag über ereignete sich nichts. Die Suche der fünfzig Mann verlief erfolglos, nirgends fand man eine Spur von Richard. Der Abend kam. Das Abendessen war vorbei, und die Domspatzen hatten sich zur Ruhe begeben. Der Siebenstuhl bezog wieder seinen Posten. Die Gäste im Domspatzenhotel saßen in der Schenkstube zusammen, wo ihnen Frau Zenzi Gesellschaft leistete Der Domkantor hatte an diesem Abend keine Ruhe und hielt sich im Musikzimmer auf. Frau Anna war bei ihm, und auch sie spürte ein seltsames Bangen. Ihr Herz schlug angstvoll wie noch nie in ihrem Leben. Sie hatte das Gefühl, als wenn eine Entscheidung herannahte, und wußte doch nicht, welche Entscheidung. Draußen wurde es stiller und stiller. Im Musikzimmer aber blühten die Lieder des Domkantors auf, und er sang, damit er den schweren Schlag seines Herzens nicht höre. Frau Anna saß bei ihm und lauschte, und je länger er spielte und sang, je inniger seine Stimme erklang, um so friedlicher wurde es ihr ums Herz. Sie hörten plötzlich einen Schrei, der von unten kam. Oder klang es ihnen nur so in den Ohren? Sie wußten nicht, daß die Therese den Schrei ausgestoßen hatte, denn als sie even die Küche verlassen wollte, da sah sie den Kranken wie einen Automaten durch die Diele laufen. Der weiße Verband um sein Haupt war schmutzig, und es sah aus, als könne er sich kaum auf den Füßen halten. Als er Thereses Schrei hörte, drehte er sich jäh um, und dann kam mit einem Male Leben in ihn, und er stürzte nur so die Treppe empor, den Tönen nach, die plötzlich ausklangen. An der Tür bleibt er gebückt stehen. Schwer geht sein Atem. Seine Rechte umspannt den Revolver, den er aus der Schublade des Geheimrats nahm. Im Zimmer spielt der Domkantor seine Weisen. Seine Lieder bringt er, die Tausenden schon Trost und Frieden brachten. Und er singt dazu, leise gedämpft, nur hin und wieder an einer besonders sangbaren Stelle, da erklingt seine Stimme in voller Kraft und Schönheit, daß Frau Anna die Augen schließt. Sie kämpft um die Ruhe ihres Herzens und spürt doch, daß die Angst nicht weichen will. Plötzlich blickt sie nach der Tür und stößt einen kurzen Schrei aus. 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