kasjärvi Polarkreis— sich überall die Kinder und sulhause zu. Aber auch die mit, um noch etwas Schulchnappen. Der Leiter der nger, schlanker Lappe aus in Gestalt und Kleidung erinnert, kommt mit dem „drei Lappinnen, als Letzfrüßung auf Englisch. Und Sämtliche Fotos: Kruse(M) den drei Schulstuben der mit der kleinsten Klasse. Polarkreis. Die Kinder tterrichten, denn heute ist Die Lehrerin ruft ein iffig stellt sie sich vor der n Renntier kostet 25 Krosten 2 Renntiere.“ Lange Hände hoch. Doch die will vollen Erfolg. Der der ich bin, soll staunen. flüstert das Mädel der Und dann recken sich alle öhe. en Klasse gibt es GeograHier unterrichtet der Auf einer schmalen Bank und horchen gespannt mit tfel hängt die Karte von Das Lappenwandern steht dnung.„Bei all unseren aben wir doch viele Grenz," sagt der Lehrer.„Bald itiere nach Finnland, bald und wieder zurück nach urch könnten wohl all hkeiten am besten behoben lasse denkt still nach. Doch h. Da springt ein kleiner f, stellt sich stramm hin, dem Rücken:„Das Beste Halbinsel Kola und Finnweden kämen." Eine klare Lösung. Der Lehrer läpen gibt es,“ fragt der „Insgesamt gibt es 7000 twa 3500 Renntierlappen. Fischlappen, arme Lapvom Fischfang kümmerlich z gibt das kleine Lappenwort, und ihr Vater, ein appe nickt freudestrahlend ist der größte Feind der t fragend der Lehrer fort. antwortet die Klasse unizen schneit es unaufhörlich bel. Leben und Streben i, wo es 30 Tage lang im g gibt und wo der längste zwei Monate währt. Ulstunde ist zu Ende. Die in den großen Schulsaal ten Lappen nehmen auf 3, während sich die Kinder hocken. Der Schulleiter Ulzeugnisse. Zensuren im id es werden sogar zwei rteilt. Ein reicher Mann so erzählt der Schulleiter eisgekrönten, ein LappenLappenjungen, den Priuf, die stolz die Auszeichhmen. Und dann betritt katheder, und eine Lehrearmonium.„Nun danket ilte Choral wird gemeinhohen Norden gesungen, iftig singen alle mit. Und Herr Propst das Vatertartiger Augenblick. Ernst Lappen mit ihren Monuf und beten leise mit das Reich und die Kraft, keit bis in alle Ewigkeit. Bote für das Emmertal F Bezugspreis: Für diesen Monat 1.50 Reichsmark frei Haus. Erscheint sechsmal wöchentlich mit Ausnahme von Sonn= u. Feiertagen Für die Schriftleitung verantwørtlich: Carl Simonowski, Steinheim i. Westf., Fernruf Nr. 352. Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe, 45 mm breit 5 Pfg., im Textteil 1 mm Höhe, 90 mm breit 20 Pfg. Beilagengebühr je 100 RM. 1.— Sämtl. Anzeigen sind nach Steinheim i. Westf. zu senden. Druck u. Verlag: C. Simonowski, Steinheim i. Weftf. Nr. 270 Steinheim, Montag, 18. November 1935 42. Jahrgang Von Woche zu Woche Randbemerkungen zur Zeitgeschichte. Der dritte Reichsbauerntag in Goslar verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil hier die berufenen Führer nicht nur Rechenschaft ablegen über das, was bisher geschah, sondern auch die neuen Aufgaben für das kommende Jahr festlegen. Vor allem geht es darum, die Erzeugungsschlacht, die mit dem zweiten Reichsbauerntag eingeleitet wurde und uns nun schon ein gutes Stück voran gebracht hat, in verstärktem Maße vorwärtszutreiben. Es ist notwendig, daß das neue Deutschland mit seiner wiedererrichteten Wehrhoheit auch in wirtschaftlicher Hinsicht unabhängig ist. Denn es steht einwandfrei fest, daß die politische Unavyangigkeit sowohl von der militärischen Stärke als auch von einer gesicherten Ernährungs= und Rohstoffgrundlage abhängt. Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik fordert daher an erster Stelle, daß die eiserne Ration an Nanrungsmitteln für Mensch und Vieh und die eiserne Ration an gewerblichen Rohstoffen im Lande selbst erzeugt wird, durch die wir bei Handelsboykott oder Blockade vor Kapitulation geschützt sind. Ohne Frage ist hier noch viel zu tun, dies um so mehr, als die fortschreitende Gesundung der Wirtschaft eine ständige Zunahme des Nahrungsmittelverbrauches mit sich bringt. Aber die deutsche Landwirtschaft hat noch große Möglichkeiten der Ertragssteigerung. Jedenfalls kann der Bauer jetzt seine ganze Kraft auf die Steigerung der heimischen Erzeugung richten. Wie wichtig das ist, hat auch der Städter in der letzten Zeit an den hier und da auftretenden Spannungen auf den Lobonamittolmärkten erkennen können. Die wachsende Erkenntnis des deutschen Volkes von der lebenswichtigen Bedeutung des Bauernstandes für die Gesamtheit hat bereits zu einer grundsätzlichen Wandlung der Verhältnisse von Stadt zu Land geführt. Der Reichsbauerntag, der für das kommende Jahr Weg und Tempo der Erzeugungsschlacht festlegt, ist zu einem wichtigen Bestandteil der Bauernpolitik geworden, und das ist im Hinblick auf die gewaltige Aufgabenstellung nicht nur eine Angelegenheit des Bauerntums, sondern des gesamten deutschen Volkes. In den kritischen Fragen der Weltpolitik naht jetzt langsam die Stunde der Entscheidung. Mit der Neuwahl des Unterhauses hat nunmehr die englische Regierung ihre Hände wieder frei bekommen. Wie zu erwarten war, hat die Neuwahl nichts daran geändert, daß die konservative Regierung im Unterhaus von einer großen Mehrheit gestützt wird. Der Führer oer liberalen Opposition, Sir Herbert Samuel, ist übrigens in seinem Wahlkreis Darwen geschlagen worden und kehrt nicht wieder in das Unterhaus zurück. Die Protestnote Italiens an die Staaten, die sich den Sühnemaßnahmen des Völkerbundes angeschlossen haben, hat keine große Ueberraschung hervorgerufen An dem Inkrafttreten der wirtschaftlichen Sanktionen in der kommenden Woche wird diese Note nichts ändern, sie wird von den Staatsmännern in Empfang genommen wie der Schriftsatz des gegnerischen Anwalts in einem schwebenden Rechtsstreit. Mit einer gewissen Beruhigung wird vor allem in der französischen Presse festgestellt, daß die Note nicht als eine bedingungslose Kriegserklärung an den Völkerbund zu betrachten sei, sondern die Tür für weitere Aussöhnungsbemühungen noch offen lasse. Die Bemühungen werden nun voraussichtlich mit verstärktem Nachdruck einsetzen. Die Antwort der Sanktionsstaaten an Italien wird übrigens durch Einzelnoten erfolgen, die sich aber auf einer„streng parallelen" Linie bewegen sollen. Ueberall-besteht das dringende Bedürfnis, möglichst bald zu einer für alle Beteiligten erträglichen Beilegung des afritanischen Konflikts zu kommen, der mit jeder weiteren Woche die Sorgen der am Völkerbund beteiligten Regierungen vermehrt. Es gibt ja auch sonst Sorgen genug auf dem Gebiet der Weltpolitik. Im Fernen Osten verstärkt Japan immer mehr seinen Druck auf China, und es wird schon mit einer „Mandschurisierung" Nordchinas gerechnet, die auch die Interessen mancher europäischen Staaten stark beruhren kann. In Syrien verlangten die Araber von der franzosischen Mandatsverwaltung die nationale Autonomie, in Aegypten kam es zu gewaltsamen Erhebungen der Nationalisten gegen die Regierung, der zu große Abhängigkeit von englischen Einflüssen vorgeworfen wird. Im Memelgebiet hat es die litauische Regierung fertiagebracht, mit der Bildung des Memeldirektoriums, das nach dem Statut das Vertrauen des Memellandtages genießen soll, einen Litauer zu beauftragen, der als Vertreter einer winzigen Minderheit in Opposition gegen die überwältigende deutsche Mehrheit des Landtages und der Wähler des Memelgebietes steht: den Abgeordneten Borchertas. In diesem gar zu krassen Falle hat denn doch ein kalter Wasserstrahl, der aus London und Paris nach Kowno gerichtet würde, recht bald zur Aufgabe des verfehlten Experiments geführt. Es ist aber kaum damit zu rechnen, daß die litauische Regierung sich zur ehrlichen Durchführung des Memelstatuts bereitfinden wird, sofern sie nicht von den Signatarmächten durch wirksame Mittel dazu genötigt wird. und Raum Der Boden die Grundlage der völkischen Standen bisher die Probleme der Erzeugungsschlacht, der Ordnungs= und der Blutsgedanke im Vordergrund der Haupttagung des dritten Reichsbauerntags, so wurden am Sonnabend die Probleme behandelt, in denen wirtschaftliche und blutsmäßige Momente aufs engste miteinander verknüpft sind. Stabsamtsführer Dr. Reischle sprach über „Gesittung aus dem Blut“ und zeigte an Beispielen der Kriegs= und der Nachkriegszeit, wie oft das Schicksal davon abhing, ob sich im letzten Augenblick, wenn alles verloren gegeben wurde, ein kaltblütiger Mann fand, der sich dem Verhängnis entgegenwarf. In grundlegenden Ausführungen widerlegte der Redner alsdann die Lehren der Untergangsapostel, die in den ersten Jahren nach dem Kriege hervorgetreten sind und erläuterte den Standpunkt des Nationalsozialismus, daß alle wahre Kultur aufs engste verknüpft ist mit der Arbeit schöpferischer Menschen. Die Gesittung eines Volkes gleiche der Ernte des Bauern auf dem Felde. Diese komme nie aus dem blauen Himmel, sondern wolle erkämpft, erstritten und erarbeitet sein. So sei Bau und Pflege des Bodens Sinn und Anfang aller Kultur, aller Gesittung. Was für den Bauern der Ackerboden sei, sei für das Volk sein Blut. Im Führer habe das alte schöpferische Blut seine göttliche Stimme und seine wahrhafte Auferstehung gefunden. Reichsminister Kerrl stand der Welt, der Not von Versailles, eine Tugend gemacht.„Wir wollen und werden den deutschen Lebensraum", so betonte Minister Kerrl,„eine nach dem Bedarf ausgerichtete Volkswirtschaft schaffen, mit einem Volk, das aus der Vermassung und Proletarisierung zurückfindet zu harmonisch gegliederter und mit Heimat und Boden verwurzelter Lebensgemeinschaft. Volk und Raum, das sind die beiden Grundfaktoren der Politik. Ueberall auf der Welt gilt der Satz, daß der Boden auf die Dauer nur dem gehört, der ihm durch den Pflug eng verbunden ist! Wenn der Nationalsozialismus in Deutschland neue Lebensgrundlagen für das Bauerntum schaffen wollte, so mußte er vor allem die aus dem artfremden römischen Recht hervorgehende liberalistische Beweglichkeit des Bodens beseitigen. Die nationalsozialistische Agrargesetzgebung sichert heute die Lebensfähigkeit der Erbhöfe und macht damit den Bauern wieder zum Fundament des Staates. Sie gewährleistet auch die Bodenständigkeit des siedelnden Bauern und stellt eine Treibkraft dar zur Neubildung von Bauerntum im menschenarmen Osten. Reichsminister Kerrl behandelte dann die Notwendigkeit der Planung, wie sie mit der Verknappung des deutschen Raumes gegeben ist und teilte dabei mit, daß die Verwirklichung der zweckvollen Neuordnung des deutschen Raumes der Reichsstelle für Raumordnung obliegt. Planungsbehörden sollten die Oberpräsidenten und die Reichsstatthalter werden. Das Fundament für diese Planung sei die Gemeinde. In der Raumordnung hätten wir ein politisches und wirtschaftliches Mittel, um der geistigen, materiellen Aufwärtsentwicklung des deutschen Volkes den Weg zu bereiten Die Raumordnung erstrebe, daß die Verteilung des Bodens und die Art seiner Nutzung sowie der Einsatz aller wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte im deutschen Raum in einer Weise erfolge, die geeignet sei, einen zweckmäßigen und bodenverbundenen Siedlungs=, Wirtschafts= und Volksaufbau sicherzustellen mit Ziel, jedem Volksgenossen eine wahre Heimat und das größte Maß von Lebensmöglichkeiten zu schaffen. Nach Reichsminister Kerrl sprach über den„Reichsarbeitsdienst als Dienst an Blut und Boden". Die allgemeine Aufgabe des Arbeitsdienstes im Rahmen der Erzeugungsschlacht sei dadurch gekennzeichnet, daß der deutsche Boden noch lange nicht in der bestmöglichen Weise ausgenutzt ist. Die jährliche Ertragssteigerung bei Ausführung von Landeskulturarbeiten durch den Arbeitsdienst sei schon beim gegenwärtigen Einsatz des Arbeitsdienstes auf durchschnittlich 10 v. y. des Gesamtaufwandes, also einschließlich der Kosten der Organisation des Arbeitsdienstes anzusetzen. Bei einer großen Anzahl von Arbeitsvorhaben betrage diese jährliche Ertragssteigerung 15, 20 und mehr v. H. des Gesamtaufwandes. Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes sei seit 2 Jahren bemüht, eine allmähliche systematische Umgruppierung vorzunehmen und die Arbeitsabteilungen dort einzusetzen, wo dies der Schlachtenplan der Erzeugungsschlacht erfordere Für den wirklich planvollen uno zweckentsprechenden Einsatz des Reichsarbeitsdienstes im Sinne der Erzeugungsschlacht müßten dem Arbeitsdienst durch den Reichsernährungsminister die nötigen Kredite gewährt werden. Dem Reichsarbeitsführer müsse in den nächsten Jahren durch einmalige Mittel zur Beschaffung von Reichsbarackenlagern die Möglichkeit gegeben werden, die Arbeitsabteilungen dort einzusetzen, wo dies der Reichsernährungsminister beantrage. Diese Zusammenarbeit des Reichsarbeitsdienstes mit dem Reichsnährstand habe auch große bevölkerungspolitische Bedeutung. Der Arbeitsdienst trage dazu bei, das Bauerntum, den Blutsquell des Volkes, zu erhalten uno zu stärken. Im gleichen Sinne wirke der Freiwillige Frauenarbeitsdienst. Der Reichsarbeitsführer behandelte dann noch die Bedeutung des Arbeitsdienstes als Schule der Nation und fuhr dann fort: Die Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht war der stärkste Schlag gegen den Geist eines entarteten Zeitalters, das die Arbeit des Bauern wie jede Handarbeit überhaupt mißachtete. Den Arbeitsmännern wird eingeprägt, daß es eine Ehre ist, den deutschen Boden bearbeiten zu dürfen. Deshalb wird es nicht verstanden, wenn die vom Arbeitsdienst übernommenen Arbeiten auch von Zuchthäuslern ausgeführt werden. Wir wollen ein Gesetz, das lautet: „Arbeiten am deutschen Boden zur Schaffung neuen und Verbesserung vorhandenen Kulturlandes sind Vorrecht des freien deutschen Mannes, Strafgefangene dürfen hierfür nicht verwendet werden.“ Zum Schluß betonte der Reichsarbeitsführer, deutsches Bauerntum und Reichsarbeitsdienst seien eng verbunden durch gemeinsame Wesenszüge und große gemeinsame Aufgaben. Empfang der Auslandsverireter Bei einem Empfang von über 100 Vertretern landwirtschaftlicher Organisationen aus aller Welt sprach der Reichsbauernführer Darré: „Ueber alles Trennende hinweg“, so führte der Reichsbauernführer aus,„besteht als stärkstes Band die Gemeinsamkeit des bäuerlichen Wesens, die Gemeinsamkeit der Bedeutung des Bauerntums für jedes Land und die Gemeinsamkeit der Pflichten, die allen denen auferlegt sind, die ihr Leben der Arbeit an der Scholle verschrieben haben.“ Der Reichsbauernführer betonte weiter, daß das Landvolk als die sicherste Grundlage aller Bestrebungen, der Welt den Frieden zu erhalten, angesehen werden darf. Das Landvolk könne nicht ruhig schaffen, wenn um es herum der Boden zu schwanken beginne und seine Nachbarn verzweifelt um ihr Dasein kämpfen. In der Stellungnahme zum Bolschewismus scheiden sich darum die Geister. Der Reichsbauernführer fuhr fort: „Ich glaube, unsere übereinstimmende Auffassung dahin feststellen zu können, daß es keine größere Aufgabe gibt als die Abwehr bolschewistischer Gedanken. Die Staaten Europas, die sich auf dem Bauerntum aufbauen, sind in engstem Maße schicksalsverbunden. Schicksalsverbundene Staaten sollten deshalb über das Trennende hinweg ihren Blick auf das Gemeinsame richten, sie sollten erkennen, daß das Gedeihen des fremden Landes dem eigenen Lande zuquiekommt und daß die fremde Not und die fremde Gefahr auch den eigenen Herd bedrohen. Eine gedeihliche Zusammenarbeit wird am leichtesten zwischen solchen Völkern durchführbar sein, die freiwillig mit Achtung vor der gegenseitigen Kraft, aber in vollem Bewußtsein der gemeinsamen Ziele sich zusammenfinden.“ Unter starkem Beifall schloß der Reichsbauernführer: „Mögen die Tage von Goslar auch bei Ihnen das Gefühl stärken, daß das Wohlergehen der europäischen Bauern untrennbar miteinander verbunden ist!“ Schärfste Gegensätze Rosenberg über Nationalsozialismus und Kommunismus. In einem Vortrag vor der ausländische Diplomatie und Presse wandte sich der Chef des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, gegen die im Auslande immer wieder erhobene Behauptung, daß doch die nationalsozialistische und die kommunistische Staatsform eigentlich gleichlautend seien. Der Redner stellte die scharfe Gegensätzlichkeit zwischen Kommunismus und Nationalsozialismus in folgenden kurzen Formeln gegenüber: Der Nationalsozialismus sei aus dem Volke entstanden und nicht wie der Kommunismus die Diktatur einer kleinen Kaste. Der Nationalsozialismus erhalte die Tradition, der Kommunismus zerstöre sie. Der Nationalsozialismus bekämpfe asoziale und staatsfeindliche subjektive Bestrebungen, der Kommunismus predige die Entsesselung dieser Triebe für eine einzige Klasse. Der Nationalsozialismus stelle sich auf die Grundlage eines ernsten religiösen Gefühls, wäh rend der Kommunismus für die Vernichtung nicht nur aller Religionsübungen, sondern auch jedes Religionsgefühls kämpfe. Niemals habe der Nationalsozialismus etwas mit dem kommunistischen Regime zu tun. Er sei aus dem Volke geboren und habe keine Herrscherkaste; er betone den Schutz nationaler Kultur, während der Kommunimus die Zersetzung aller Völker fordere. Nicht nur politisch, sondern auch geistig sei deshalb der Nationalsozialismus der schärfste Gegner des Kommunismus. des 3. Reichsbauerntages Rudolf Heß und Darré sprachen zum Landvolk Goslar, 18. November. Zum letzten Male versammelten sich am Sonntagmittag die 3000 Bauernführer und Gäste zur letzten Haupttagung, die sich durch die großen Reden des Stellvertreters des Führers und des Reichsbauernführers gleichzeitig zum Höhepunkt des Reichsbauerntages gestaltete. Brausende Heilrufe empfingen den Stellvertreter des Führers, den Reichsbauernführer und die Ehrengäste, als sie um 11 Uhr gemeinsam die Halle betraten. Nach einem Musikstück der SS.=Kapelle begrüßte der Sprecher des Reichsbauernrates, Ministerpräsident a. D. Granzow, die Gäste. Unter dem Beifall der versammelten Bauern hieß er besonders herzlich willkommen den Stellvertreter des Führers, die Reichsleiter Buch, Ley, Himmler, Bormann und Baldur von Schirach, die Reichsminister Generaloberst von Blomberg und Kerrl, Staatssekretär Körner in Vertretung des preußischen Ministerpräsidenten, sowie die Vertreter der Partei, des Staates und der Wehrmacht. Mit langanhaltenden Heilrufen und Beifallskundgebungen wurde Reichsminister R. Walther Darré von seinen Bauern begrüßt, als er die Rednertribüne beAls wir im vorigen Jahre hier in Goslar, begann der Reichsbauernführer, zur Erzeugungsschlacht aufriefen, da erregte unsere Absicht das Kopfschütteln aller nicht in unseren Reihen stehenden Sachverständigen der Wirtschaft. Heute kann man mit Recht behaupten, daß der Agrarpolitik des Nationalsozialismus ein voller Erfolg beschieden gewesen ist. Die Reichsregierung hat in allen wesentlichen Punkten die Verpflegung des deutschen Volkes sicherstellen können. Daß wir heute, fuhr Darré fort, noch an den Folgen der Wirtschaftspolitik der Vergangenheit leiden, sei selbstverständlich, das zeige sich am ehesten auf dem Gebiete der Fettversorgung. Man könne nicht erwarten, daß die Schäden einer seit 80 Jahren fehlgeleiteten Wirtschaftspolitik in zwei kurzen Jahren nationalsozialistischer Agrarpolitik vollrommen zu beheben seien. Das Feitproblem Die heutige Verknappung in der Feitversorgung gehe zurun auf die gerabejä sirafache zeugung von Fett in den Jahrzehnten vor der Machtübernahme. Das Fettproblem sei heute in Deutschland ein Devisenproblem und könne nicht ohne Beziehung zum Rohstoffproblem, das ebenfalls ein Devisenproblem sei, beurteilt werden. Das deutsche Volk müsse sich heute immer wieder die Frage vorlegen, ob es lieber ausreichend Butter esse oder im Interesse seiner Arbeitsbeschaffung sich vorübergehend einschränke. Wenn nun von vielen Seiten dargelegt werde, daß in Deutschland mehr Nahrungsmittel verbraucht würden als in den Elendsjahren seit 1918, ja selbst an hochwertigen Nahrungsmitteln mehr verzehrt werden als 1913, so könnten solche Hinweise nicht zu falschen Maßnahmen gegenüber dem Lebensmittelverbrauch der Bevölkerung verleiten. Mit Befriedigung könne er feststellen, daß die Lebenshaltung des deutschen Menschen sich im nationalsozialistischen Staat erheblich gebessert habe. In Uebereinstimmung mit dem Führer könne er erklären, daß weder der Führer noch er daran denke, zum Kartensystem überzugehen. Der Reichsbauernführer ging dann auf die Kritik an der Marktordnung ein. Man könne die Marktordnung nicht beurteilen, indem man auf die Organisationsformen hinstarre, sondern man müsse sie beurteilen auf Grund ihrer Leistung gegenüber der Nahrungsmittelversorgung des deutschen Volkes. So habe, um nur ein Beispiel anzuführen, die Ordnung des Milchmarktes in Württemberg zu einer Steigerung der Milcherzeugung um fast 30 v. H. geführt. Man habe aus der nationalsozialistischen Wirtschaftsauffassung heraus bei Uebernahme der Verantwortung so gehandelt, wie es nach Lage der Dinge richtig und zweckmäßig erschien. Man habe einfach den gesunden Menschenverstand walten lassen. Wehrstand und Nährstand Es sei kein Zufall, daß man diese Feststellungen wirtschaftspolitischer Natur in dem gleichen Jahre treffen könne, das uns die Wehrfreiheit gebracht habe. Man könne kein reies Bauerntum haben, ohne gleichzeitig das Schwert zu chmieden, das die Freiheit des Bauern schützt. Der Bauernohn Scharnhorst schuf die Grundlagen der deutschen Armee, deren letzter heute noch lebender Generalfeldmarschall an seinem Lebensabend wieder Bauer wird. Bauer im Reiche Adolf Hitlers, der die Schmach von 1918 zu tilgen wußte und uns das Volksheer von 1935 gab. Hier schließt sich der Ring von Bauerntum zu Bauernlum und Soldatentum zu Soldatentum zu einer unzerreißbaren Kette im Dasein unseres Volkes. Besser als diese Tatsache läßt sich die Beziehung von Soldatentum und Landvolk nicht zum Ausdruck bringen. Grundlinie der Der Reichsbauernführer behandelte dann die Grundlinie der Erzeugungsschlacht. Ich möchte an dieser Stelle betonen, so führte der Reichsbauernführer aus, daß es bei dieser Erzeugungsschlacht sehr viel weniger darauf ankommt, die an sich gutgeleiteten Betriebe zu einer äußersten Kraftanstrengung und Spitzenleistung anzuregen, als vielmehr die unter dem normalen Durchschnitt liegenden Betriebe auf ein normales Maß der Erzeugung zu bringen. Wie können allerdings die Erzeugungsschlacht nur gewinnen, wenn wir uns ganz rücksichtslos zur Leistung bekennen. Ich kündige daher heute bereits an, daß wir z. B. auf dem Gebiete der Tierzucht zukünftig nur noch der Leistung des Tieres eine Anerkennung zuteil werden lassen, und zwar Leistungszucht auf eigenwirtschaftlicher Futtergrundlage. Ich habe mich entschlossen, abgesehen von der Vollblutzucht bei dem Pferde, die aus besonderen Gründen ja ausgenommen werden muß, zukünftig keine Tiere mehr zu Prämiierungen zuzulassen, die auf ein ausländisches Tier als Vater oder Mutter zurückgehen, es sei denn, daß die Einfuhr des ausländischen Elterntieres von mir aus Gründen der Zucht ausdrücklich gebilligt und genehmigt worden ist. Ich weiß, daß diese Ankündigung einen Sturm der Opposition im Lager einiger der aus der früheren Zeit des Liberalismus berühmt gewordenen Züchter auslösen wird. Allein, diese Herren mögen sich rechtzeitig vergegenwärtigen, daß ich mit derselben Entschlossenheit und den gleichen eisernen Nerven auch hier mein Ziel werde zu erreichen wissen, wie ich mein Ziel in der Agrarpolitik gegenüber den liberal agrarpolitischen Führern der vergangenen Zeit zu erreichen gewußt habe. Blui und Bei dieser Gelegenheit muß ich auch gegen den immer wieder vorgebrachten Einwand Stellung nehmen, als wenn das Reichserbhofgesetz die letzten wirtschaftlichen Möglichkeiten im Dienste der Erzeugungsschlacht verhindere. Man begründet diesen Hinweis damit, daß der Erbhof es ja nicht gestatte, genügend Betriebsmittel aufzunehmen, um ihn mit höchstem Kräfteeinsatz zu bewirtschaften. Dies stimme sachlich nicht. Denn die Aufnahme einer dinglich gesicherten Schuld auf dem Erbhof ist ja mit Einwilligung des Anerbengerichtes jederzeit möglich. Vielfach ist mir auch nahegelegt worden, so führte Darré weiter aus, die Betonung der Blutsfragen im Bauerntum nicht so sehr in den Vordergrund zu stellen, zum mindesten sie aber jetzt den wirtschaftlichen Fragen der Erzeugungsschlacht gegenüber zurücktreten zu lassen. So richtig es nun ist, heute alle unsere Kräfte auf die Erzeugungsschlacht zu vereinigen, so wenig ist damit bewiesen, deswegen die Behandlung der Blutsfragen im Reichsnährstand zurückzustellen. Die Führung des Reichsnährstandes ist daher auch entschlossen, auf dem Gebiete der Blutsfragen die durch Reichsgesetz geforderte Aufgabe zu bewältigen. Heute will ich sogar schon ankündigen, daß ich als ein Mittel zur Wiedererweckung des Blutsgedankens, das heißt des Gedankens der bäuerlichen Sippe, alles das fördern werde, was, wie z. B. das Wappen, Ausdruck des Blutsstolzes darstellt. Aber überall dort, wo noch Hausmarken oder Bauernwappen vorhanden sind, werden wir den Stolz des Bauerntums auf diese alten Kennzeichen seines Geschlechtes fördern und solchermaßen den alten Wappenschild wieder zur Geltung bringen. Es ist eine Beleidigung unseres Bauerntums und unseres gesamten Landvolkes, so fuhr der Reichsbauernführer fort, ihm die Religion absprechen zu wollen. Allerdings eines habe ich zu verhindern gewußt, daß nämlich der Streit um kirchliche Dogmen tu sas vom Rationatsoziatismas nun glüiktich geeinte volk hineingetragen wird und von neuem Trennungslinien aufreißt. Dem Führerkorps des deutschen Reichsnährstandes ist es daher verbeten worden, sich in irgendwelche kirchliche Fragen einzumischen. Die Führung des Reichsnährstandes hat, so schloß ver Reichsbauernführer, aus solchen Erkenntnissen die klare Folgerung gezogen, daß dort, wo der deutsche Bauer leben und gedeihen will, der Jude und seine Wirtschaftsmethoden nicht herrschen dürfen. Wir sind daher entschlossen, als Nationalsozialisten und als verantwortungsbewußte Bauernführer unbeirrt unseren Weg zu gehen, damit am Ende nicht nur gesichert ist das deutsche Bauerntum, sondern infolge seiner Eigenschaft als Blutsquelle des deutschen Volkes auch das ganze deutsche Volk und damit das heilige, ewige Dritte Reich unseres Führers Adolf Hitler! Die programmatischen Ausführungen des Reichsbauernführers riefen immer wieder die begeisterte Zustimmung der Bauernführer hervor. Der Sprecher des Reichsbauernrates, Granzow, verlas sodann eine von Vertretern des ausländischen Landvolks an den Reichsbauernführer gerichtete Adresse, in dem der Dank der ausländischen Bauernvertreter für die ihnen gewährte Gastfreundschaft beredt zum Ausdruck gebracht wird. Bald gingen erneut stürmische Heilrufe durch die Halle: Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, ergriff das Wort, um dem deutschen Bauernvolk die Grüße des Führers zu entbieten. Der Stellvertreter des Führers betonte zunächst, daß nirgends anschaulicher als hier zum Bewußtsein gebracht werde, daß im deutschen Bauerntum beste Art unseres Volkes durch die Jahrtausende erhalten geblieben sei. Gerade denen, die Rasse und Eigenart bewahrt haben, müsse der jüdische Bolschewismus Feind sein. Im Marxismus und im Bolschewismus sei der Kampf des Judentums gegen Deutschland geführt worden, ein Kampf, der sich mit dem Versailler Vertrag und nach dem Kriege in erster Linie gegen die Ernährungsgrundlage des deutschen Volkes gerichtet habe. Durch den Hunger sollte Deutschland in den Bolschewismus getrieben werden, und wie nahe Deutschland vor der nationalsozialistischen Machtergreifung schon vor dem Bolschewismus stand, das sei der Welt noch nicht genügend zum Bewußtsein gekommen. Abwehrschlacht gegen Bolschewismus Nachdem Adolf Hitler mit seiner Gegenorganisation in che Organisation in Deutschstsetzte und damit den Drahtzwölfter Stunde die bolschewistif land niederwarf, ihre Führer fests ziehern der Weltrevolution die Rechnung durchkreuzte, setzte der im Judentum verkörperte Bolschewismus seinen Kampf von außen her fort; denn nichts anderes sei die jüdische Boykotthetze gegen deutsche Waren. Man wollte Deutschlands Ausfuhr weiter abwürgen, damit die Einfuhr von Lebensmitteln weiter zurückginge mit der Folge, daß Hunger in Deutschland doch noch ausbreche und das Hitler=Regiment endlich durch den Bolschewismus abgelöst würde. Wenn diese Rechnung fehlgeschlagen sei, so sei dies in erster Linie neben den zielsicheren Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung der wiedererweckten Kraft des deutschen Bauerntums zu danken. Die Erzeugungsschlacht, so rief der Stellvertreter des Führers aus, ist im wesentlichen eine Abwehrschlacht gegen den Bolschewismus: Mit Stolz stellen wir fest, auch diese Schlacht in unserm Verteidigungskrieg gegen die roie Fluf war erfolgreich. Nur den könne es wundern, daß im Verlauf dieser Schlacht auch Schwierigkeiten aufgetreten seien, der eine Schlacht mit einem Parademarsch verwechselt. Auf den Enderfolg komme es an, und der sei in der gelungenen Abwehr des Hungers als des gefährlichsten Kampfmittels des Bolschewismus erreicht. Die größte Leistung Zu des neuen Deutschland größten Leistungen gehört, daß das deutsche Volk vor dem Hunger bewahrt blieb. Was bedeuten demgegenüber zwischendurch auftretende kleine Schwierigkeiten wie das Fehlen von 10 Prozent des Fettbedarfs oder des Schweinefleischs. Ich weiß sehr wohl einzuschätzen, sagte Rudolf Heß, was es für einen Schwerarbeiter bedeutet, wenn er nicht ganz das Quantum Fett erhält, das er benötigt. Aber ich weiß auch, daß nichtsdestoweniger der deutsche Arbeiter es ist, der sich am wenigsten durch einen vorübergehend auftretenden Verzicht erschüttern läßt in seiner Treue zu einer Idee und einer Führung, die für gut anzuerkennen, er sich im schweren inneren Kampf durchgerungen hat. Um so weniger wird er sich erschüttern lassen, als er sieht, daß nicht böse Preistreiberei auf dem Buktermarkt infolge der Verknappung etwa unter dem Einfluß ausländischer Spekulanten geduldet wird. Der deutsche Arbeiter sieht vielmehr, daß die Butterverknappung nicht auf seinem Rücken ausgetragen wird, sondern daß das gesamte deutsche Volk in nationaler Disziplin einen vorübergehenden Mangel dadurch leichter erträgt, daß es ihn unterschiedslos auf sich nimmt. Die Rettung des Bauerniums Der deutsche Bauer habe, so führte Rudolf Heß zum Abschluß der Tagung aus, neben der ehrenvollen Aufgabe, die materielle Lebensgrundlage unseres Volkes zu sichern, noch ein weiteres kostbares Gut zu betreuen: Das beste deutsche Blut, was in so reichem Maße im deutschen Bauerntum vorhanden ist. Viel Schönes und Edles, das vergessen und verschüttet war, sei schon jetzt wieder freigelegt. Nie möge das Bauernkum vergessen, daß es auch seine Rettung zugleich mit der Rettung des ganzen deutschen Volkes— nächst dem Führer— den alten SA.- und SS.Männern und politischen Streitern verdankte, die in langen Jahren eines schier hoffnungslosen Kampfes treu zu Adolf Hitler standen. Der Kampf geht weiter, wenn auch immer wieder mit anderen Mitteln. Haupttrager des Kampfes bleiben die braven treuen Kämpfer an der Front draußen im Volk. Mit einem Sieg=Heil auf Adolf Hitler, den Führer in diesem Kampf, schloß Rudolf Het seine Ansprache. Der Appell des Stellvertreters des Führers an das deutsche Bauernvolk und darüber hinaus an alle deutschen Volksgenossen bildete den würdigen Abschluß des 3. Reichsbauerntages. Seine Feststellung, daß auch die Erzeugungsschlacht eine Abwehrschlacht gegen den Bolschewismus darstellt, wurde mit lebhafter Zustimmung aufgenommen, und als er die enge Verbundenheit zwischen den Männern vom Bauernvolk und der nationalsozialistischen Bewegung betonte, bestätigten langanhaltende Beifallskundgebungen diese unzerstörbare Einheit. Sein Gruß an den Führer fand ein vieltausendfältiges Echo. Mit erhobener Rechten sangen die 3000 deutschen Bauernführer das Horst=Wessel=Lied und das Deutschlandlied als heiliges Bekenntnis, ihre ganzen Kräfte einzusetzen für die Erzeugungsschlacht, für das deutsche Volk. Der Sprecher des Reichsbauernrats, Granzow, gab unter lebhaftem Beifall dem Dank des deutschen Bauernvolkes an den Stellvertreter des Führers Ausdruck: Der Reichsnährstand und die neuen Bauerngesetze sind aus dem Nationalsozialismus herausgewachsen, und dies könnte nicht schöner unterstrichen werden als durch die Tatsache, daß Sie, Stellvertreter des Führers, das Wort ergriffen haben. Damit erklärte er den 3. Reichsbauerntag in Goslar für geschlossen. Von der Terrasse der Stadthalle bietet sich uns noch einmal der Blick über die Stadt der Kaiserpfalz, die nun die erste Bauernstadt des Dritten Reiches geworden ist. Aus der Ferne ist der Jubel zu hören, der die Führer der Bewegung und des Bauernvolkes in den Straßen und Gassen der Stadt umgibt. Noch zeigt sich die Stadt in der festlichen Ausschmückung der Fahnen und Aehrenkränze. Aber bald wird sie wieder das gewohnte Bild zeigen. Die Männer vom Bauernstande aber ziehen wieder hinaus auf ihren Bauernhof als die treuen Pioniere und Soldaten der Erzeugngsschlacht, für die sie auf dem 3. Reichsbauerntag Befehlsausgabe empfangen haben. Weihe des Horst=Wessel=Hauses Einst kommunistische Hochburg— jetzt Stätte höchster Ordnung. In Anwesenheit des preußischen Ministerpräsidenten General der Flieger Hermann Göring und der Mutter von Horst Wessel fand in Berlin die feierliche Uebergabe des Horst=Wessel=Hauses(des früheren Karl=Liebknecht=Hauses) an die Katasterverwaltung durch den Finanzminister Dr. Popitz statt. Vor dem in würdiger Form zu einem Verwaltungsgebäude umgestalteten Hause hatten Abordnungen der Horst=Wessel=Standarte, der SA., der SS., der Politischen Leiter, des Deutschen Luftsport=Verbandes und der Hitlerjugend Aufstellung genommen. Staatsminister Professor Dr. Popitz wies in seiner Ansprache darauf hin, daß es sich um ein Gebäude handele, das früher eine Hochburg der Kommunisten gewesen und nmehr zu einem Haus oes Staates geworden sei, in dem an Stelle des Kampfes gegen Volk und Staat nunmehr schlichte Arbeit für Volk und Staat geleistet werden solle. Ministerpräsident Göring stellte an den Anfang seiner Ausführungen die Frage, wie es komme, daß das Haus solcher Zweckbestimmung zugeführt wurde. Aus der Kampfzeit sei das Haus jedem SA.=Mann bekannt gewesen. Hier habe jahrelang der Gegner gesessen, der ein leidenschaftlicher Vernichter Deutschlands gewesen sei. Hier habe auch die SA. als das Rückgrat der Bewegung Schritt um Schritt den Boden erfochten und damit den Sieg. Es habe hier im Berliner Norden nicht der Gewinnung von Stimmen gegolten, sondern der Gewinnung der Seelen, und dazu gehörte ein leidenschaftlicher Wille zum Brechen des Widerstandes. Dieser Widerstand habe nur gebrochen werden können dadurch, daß hier einer als lebendiges Beispiel die Idee des Führers gelebt habe. Von dem Augenblick des großen Opfers Horst Wessels sei der Berliner Norden sturmreif geworden und nun von dem Arbeiter selbst erkämpft worden, der sich zur Idee Adolf Hitlers bekannte. Horst Wessel rage als ewiger SA.-Mann weit über die anderen hinaus, die ihr eben für die Bewe ch gelebt habe. Nach der Mach usgeräuchert und ültig gelöscht Das begeistert aufgenom in den Liedern der legte Ministerpräsid rend die Fahnen si Kameraden. Nach e der Vorbeimarsch präsidenten. Folgen d Personalwech Nachdem das heit der nationalen hat, steht der komn win im Mittelpunk Mit einer um allerdings nicht ger Premierministerpos umfassender Austai hin kommen fünf Frage, und zwar fahrtministerium, d Kolonial- und Krie den voraussichtlich In erster Lini des früheren Mini des Staatsrates,? Wahl geschlagen w Macdonald sich völl oder aber zum Mi wird. Dem Minist es jedoch für mögli engen politischen B halten und daher ve ihn an anderer Ste Zukunft seines Soh Macdonald. d wurde. Seine Ers ist daher möglich, o Kabinettsposten ohr geschlossen ist. Ei Der Luftfahrt Lister wird vorar stens ins Oberhaus Kriegsministers Lo wahrscheinlicher Na jetzige Völkerbunds Außenministerium würde.„Morning Haupteinpeitschers zum Kriegsminister Eine der intere der bevorstehenden tische Zukunft Win Auffassung geht do Kabinett beabsichtig Sir Bolton Eyresoder aber—„Mor Geheimen Staatsre Sonderbeauftragun Luftfahrt= und Kr sammenhang genar keine endgültigen Kabinett aufgenom Fragen noch mehre zogen werden müßt Als möglicher Austen Chambe Lloyd G „Daily Expreß nachdem der Führe bert Samuel, aus führung der Opposi übrigen wird die lig im Unterhaus1 selbst wurden auch Von 615 Wah 600 Wahlkreisen v nis beträgt die Re Kabinett Bald gegenüber 415 im wurden insgesam 9 878 404 Stimmer Im einzelnen Sitze(im alten (38), Nationale Ar gesamt für die ReOppositio verale 16(30), U Arbeiterpartei 4( (0). insgesamt für Insgesamt ha den Wählerschaft 2 Stimmen abgegeb 1931 betrug die W Der Erfolg de übte am Freitag e doner City aus. allgemeinen AnziKüstungsaktien we Der britische C geben, um wegen in der Frage der 2 gen anzustellen n, daß im Verlauf dieser ufgetreten seien, der eine ch verwechselt. Auf den der sei in der gelungenen efährlichsten Kampfmittels Leistung größten Leistungen gehört, junger bewahrt blieb. zwischendurch auftretende Fehlen von 10 Prozent des eischs. Ich weiß sehr wohl was es für einen Schwerganz das Quantum Fett weiß auch, daß nichtsdestoist, der sich am wenigsten etenden Verzicht erschüttern ee und einer Führung, die n schweren inneren Kampf chüttern lassen, als er sieht, f dem Buktermarkt infolge dem Einfluß ausländischer deutsche Arbeiter sieht vielig nicht auf seinem Rücken das gesamte deutsche Volk rübergehenden Mangel dahn unterschiedslos auf sich Bauerniums o führte Rudolf Heß zum a der ehrenvollen Aufgabe, unseres Volkes zu sichern, it zu betreuen: Das beste Maße im deutschen Bauerns und Edles, das vergessen tzt wieder freigelegt. vergessen, daß es auch seine g des ganzen deutschen Volen alten SA.- und SS.rn verdankte, die in langen sen Kampfes treu zu Adolf t weiter, wenn auch immer Hauptträger des Kampfes pfer an der Front draußen ldolf Hitler, den Führer in ß seine Ansprache. eters des Führers an das er hinaus an alle deutschen igen Abschluß des 3. Reichs„daß auch die Erzeugungsen den Bolschewismus darmmung aufgenommen, und zwischen den Männern vom ozialistischen Bewegung beBeifallskundgebungen diese uß an den Führer fand ein thobener Rechten sangen die s Horst=Wessel=Lied und das enntnis, ihre ganzen Kräfte hlacht, für das deutsche Volk. auernrats, Granzow, gab ank des deutschen Bauernes Führers Ausdruck: Der Bauerngesetze sind aus dem achsen, und dies könnte nicht ls durch die Tatsache, daß das Wort ergriffen haben. richsbauerntag in Goslar ossen. le bietet sich uns noch einder Kaiserpfalz, die nun die Reiches geworden ist. Aus en, der die Führer der Bein den Straßen und Gassen ch die Stadt in der festlichen d Aehrenkränze. Aber bald Bild zeigen. Die Männer 1 wieder hinaus auf ihren tiere und Soldaten der Erdem 3. Reichsbauerntag BeWessel-Hauses g— jetzt Stätte höchster ng. ißischen Ministerpräsidenten Göring und der Mutter von die feierliche Uebergabe des ren Karl=Liebknecht=Hauses) rch den Finanzminister Dr. diger Form zu einem VerHause hatten Abordnungen r SA., der SS., der Poliuftsport=Verbandes und der imen. Dr. Popitz wies in seiner ch um ein Gebäude handele, Kommunisten gewesen und taates geworden sei, in dem Volk und Staat nunmehr Staat geleistet werden solle. ent Göring usführungen die Frage, wie Zweckbestimmung zugeführt das Haus jedem SA.=Mann prelang der Gegner gesessen, ter Deutschlands gewesen sei. as Rückgrat der Bewegung rfochten und damit den Sieg. en nicht der Gewinnung von er Gewinnung der Seelen, aftlicher Wille zum Brechen ir gebrochen werden können ndiges Beispiel die Idee des Augenblick des großen Opfers Norden sturmreif geworden st erkämpft worden, der sich nie. Horst Wessel rage als die anderen hinaus, die ihr deben für die Bewegung opferten, weil er die Idee vorbildlich gelebt habe. Nach der Machtübernahme habe man diesen Fuchsbau ausgeräuchert und den Namen Karl=Liebknecht=Haus endgültig gelöscht Das Haus mußte seiner ganzen Bauart nach als Bürohaus erhalten bleiben, und trotzdem sollte die Beziehung zu den Kampfjahren dem Haus den Namen geben. Es sei deshalb die Synthese gefunden worden, daß die Bestimmung des Hauses und sein Name dadurch in Einklang gebracht wurden, daß es früher eine Hochburg gegen den Staat und nun eine Stätte höchster Ordnung für den Staat sei. Die Rede des Ministerpräsidenten klang aus in einem begeistert aufgenommenen Sieg=Heil auf den Führer und in den Liedern der Nation. In der Ehrenhalle des Hauses segte Ministerpräsident Göring einen Kranz nieder. Während die Fahnen sich senkten, erklang das Lied vom guten Kameraden. Nach einer Führung durch das Haus erfolgte der Vorbeimarsch der Formationen vor dem Ministerpräsidenten. Folgen des Baldwin=Sieges Personalwechsel in der englischen Regierung Nachdem das englische Volk mit überwiegender Mehrheit der nationalen Regierung sein Vertrauen ausgesprochen hat, steht der kommende Personalwechsel im Kabinett Baldwin im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Mit einer umfangreichen Regierungsumbildung wird allerdings nicht gerechnet, da erst im Juli beim Wechsel des Premierministerpostens von Macdonald zu Baldwin ein umfassender Austausch von Ministerposten stattfand, immerhin kommen fünf Kabinettssitze für Neubesetzungen in Frage, und zwar nämlich die Admiralität und das Luftfahriministerium, das Präsidium des Staatsrats, sowie das Kolonial- und Kriegsministerium. Die Umbesetzungen werden voraussichtlich schon in der nächsten Woche erfolgen. In erster Linie beschäftigt man sich mit dem Schicksal des früheren Ministerpräsidenten und jetzigen Präsidenten des Staatsrates, Ramsan Macdonald, der in der Wahl geschlagen worden ist. Weite Kreise nehmen on, daß Macdonald sich völlig von der aktiven Politik zurückziehen oder aber zum Mitglied des Oberhauses ernannt werden wird. Dem Ministerpräsidenten nahestehende Kreise halten es jedoch für möglich, daß Baldwin den Wunsch hat, seine engen politischen Beziehungen zu Macdonald aufrechtzuerhalten und daher versuchen werde, einen Parlamentssitz für ihn an anderer Stelle zu finden. Noch zweifelhafter ist die Zukunft seines Sohnes, des Kolonialministers Malcolm Macdonald, der ebenfalls in den Wahlen geschlagen wurde. Seine Ersetzung durch eine andere Persönlichkeit ist daher möglich, obwohl ein zeitweiliges Innehaben eines Kabinettsposten ohne Parlamentssitz in England nicht ausgeschlossen ist. Eden Kriegsminister? Der Luftfahrtminister Sir Philipp CunnliffeLister wird voraussichtlich unter Beibehaltung seines Postens ins Oberhaus versetzt werden. Mit dem Rücktritt des Kriegsministers Lord Halifax ist zu rechnen. Als sein wahrscheinlicher Nachfolger wird in politischen Kreisen der jetzige Völkerbundsminister Eden bezeichnet, so daß das Außenministerium künftig wieder in einer Hand liegen würde.„Morning Post“ hält auch die Ernennung des Haupteinpeitschers der Regierung, Hauptmann Margesson, zum Kriegsminister für möglich. Eine der interessantesten Frage im Zusammenhang mit der bevorstehenden Kabinettsbildung ist schließlich die politische Zukunft Winston Churchills. Die vorherrschende Auffassung geht dahin, daß Baldwin seine Aufnahme ins Kabinett beabsichtigt; er kommt entweder als Nachfolger von Sir Bolton Eyres=Monsell im Marineministerium in Frage oder aber—„Morning Post“ zufolge— als Präsident des Geheimen Staatsrats anstelle von Macdonald mit der Sonderbeauftragung als oberster Wehrminister. Auch das Luftfahrt= und Kriegsministerium werden in diesem Zusammenhang genannt. Reuter meint jedoch, es seien noch keine endgültigen Beweise vorhanden, daß Churchill ins Kabinett aufgenommen werde, da außer den politischen Fragen noch mehrere andere Gesichtspunkte in Betracht gezogen werden müßten. Als möglicher Außenminister wird neuerdings auch Sir Austen Chamberlain genannt. Lloyd George Oppositionsführer? „Daily Expreß“ hält es für möglich, daß Lloyd George, nachdem der Führer der oppositionellen Liberalen, Sir Herbert Samuel, aus dem Parlament ausscheidet, die Gesamtführung der Opposition im Unterhaus übernehmen wird. Im übrigen wird die„Dynastie Lloyd George“ wieder vollzählig im Unterhaus vertreten sein; denn außer Lloyd George selbst wurden auch seine Tochter und sein Sohn gewählt. Zweidrittelmehrheit des Kabinetis Von 615 Wahlkreisen liegen bisher die Ergebnisse aus 500 Wahlkreisen vor. Nach diesem vorläufigen Wahlergebnis befrägt die Regierungsmehrheit bisher 242 Sitze, d. h. das Kabinett Baldwin besitzt mehr als Zweidrittelmehrheit gegenüber 415 im letzten Parlament. Für die Regierung wurden insgesamt 11 581 163 und für die Opposition 9878 404 Stimmen abgegeben. Im einzelnen haben erhalten: Konservaiive 380 Sitze(im alten Parlament 460), Nationale Liberale 31 (36), Nationale Arbeiterpartei 8(13), Nationale 2(3), insgesamt für die Regierung 421(514) Sitze. Obvosition: Arbeiterpartei 153(57), Oppositionstberale 16(30), Unabhängige Liberale 4(4), Unabhängige Arbeiterpartei 4(3), Unabhängige 1(5), Kommunisten 1 (0). insgesamt für die Opposition 179(99) Sitze. Insgesamt haben von einer 31,3 Millionen betragenden Wählerschaft 21.6 Millionen, also etwa 71,4 v. H., ihre Stimmen abgegeben. Bei den letzten Wahlen im Jahre 1931 betrug die Wahlbeteiligung 79,8 v. H. Der Erfolg der Regierung bei den Parlamentswahlen adte am Freitag eine sehr belebende Wirkung in der Lonvoner City aus. Die Zufriedenheit äußerte sich in einem augemeinen Anziehen der brilischen Papiere, besonderKüstungsaktien waren lebhaft. Der britische Gesandte in Riga hat sich nach Kowno bebeden, um wegen des Verhaltens der litauischen Regierung in der Frage der Bildung des Memeldirektoriums Erhebungen anzustellen Stadt, Kreis und Provinz Steinheim, den 18. November 1935. Gedenktage für den 18. November. 1772: Prinz Louis Ferdinand von Preußen in Berlin geb.(gefallen bei Saalfeld 1806).— 1827: Der Dichter Wilhelm Hauff in Stuttgart gest.(geb. 1802).— 1882: Der Polarforscher Adolf Erik Nordenskjöld in Helsingfors geb.(gest. 1901).— 1836: Der Mediziner Cesare Lombroso in Verona geb.(gest. 1909).— 1863: Der Dichter Richard Dehmel in Wendisch=Hermsdorf geb.(gest. 1920). — 1932: Rücktritt der Regierung von Papen. Sonne: Aufgang 7.26 Uhr, Untergang 16.05 Uhr. Mond: Aufgang—, Untergang 12.59 Uhr. Letztes Viertel 1.36 Uhr MEZ. *** * Ausschnitte gebrauchter Briefmarken für Sammler. Anfang Dezember verkauft die Versandstelle für Sammlermarken in Berlin W30, Geisbergstraße 7, Ausschnitte mit gebrauchten in= und ausländischen Marken. Sie werden in Päckchen zu 100 Gramm zum Preise von 8 RM einschließlich der Versendungskosten innerhalb Deutschlands abgegeben. Der Inhalt besteht aus etwa 300 bis 400 Postwertzeichen von 20 bis 25 europäischen Postverwaltungen. Der Inhalt und Wert der Päckchen ist verschieden. Viele Päckchen enthalten eine ganze Anzahl gleicher Werte. Ein Teil der Marken wird nicht fehlerlos sein. Bestellungen können nur schriftlich bis spätestens 30. November 1935 an die Versandstelle für Sammlermarken in Berlin W 30, Geisbergstraße 7, gerichtet werden. Später eingehende Aufträge bleiben unberücksichtigt. *— Kath. Gesellenverein. Heute abend um 8.15 Uhr: Versammlung mit Lichtbildervortrag. Hierzu sind auch die Ehrenmitglieder herzlichst eingeladen. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen wird gebeten. *— NSKK.(Trupp 5 Steinheim). Heute abend 8.30 Uhr: Antreten zum Dienst im Schützenhause zu Steinheim. *— Vom Stromverbrauch. Die Stadtverwaltung teilt uns folgendes mit: Nach dem mit dem Kreiselektrizitätsamt in Höxter abgeschlossenen Stromlieferungsvertrag ist es untersagt, in den Wintermonaten in der Hauptlichtzeit, d. h. in der Zeit von 5 bis 9 Uhr abends Motore laufen zu lassen, um den Höchstverbrauch, die sogenannte Spitze, nicht zu überschreiten. Die Beachtung dieser Bestimmung liegt im Interesse der Stadt und der Stromabnehmer selbst, um den Stromeinkaufspreis in normalen Grenzen zu ziehen. Es wird daher künftig eine Kontrolle darüber ausgeübt, ob der Gebrauch der Motoren in der angegebenen Zeit unterbleibt. Bei Feststellung von Verstößen gegen diese Anordnung wird eine anderweite Strompreisberechnung in jedem Einzelfalle vorgenommen werden. *— Lügde, 16. Novbr. Die hiesige Mühle ging durch Kauf in den Besitz von Aug. Schwaar aus der Zellerheide über. Der neue Eigentümer setzt die Mühle und die dazu gehörigen Gebäude wieder in guten Zustand, wodurch auch gleichzeitig der hiesige Arbeitsmarkt angekurbelt wird.— Dieser Abende ereignete sich auf der Pyrmonterstraße ein Verkehrsunfall. Ein herrenloses Rind stieß mit einem Auto zusammen, wobei die Windschutzscheibe in Trümmer ging. Der Eigentümer des Rindes konnte noch nicht ermittelt werden, so daß es in Polizeigewahrsam genommen wurde. *— Soest, 16. Nov. Die auf jahrhunderte altem Brauch zurückgehende Allerheiligenkirmes hatte in diesem Jahre einen Rekordbesuch aufzuweisen. Reichsbahn und Autobusse brachten 45000 Besucher aus dem Sauer= und Münfterlande, vom Hellweg und der Haar, aus der Börde und auch aus dem Industriegebiete in die Budenstadt, die inmitten des alten Soest in engster Nachbarschaft mit seinen berühmten Kirchen erstanden war. Auf dem Markt wurden 1659 Pferde, 2675 Schafe, 736 Ferkel und ca. 100 Rinder aufgetrieben und mit guten Preisen nach Köln, Karlsruhe, Ludwigshafen, Stettin usw. gehandelt. Auch der Umsatz der Kirmesgeschäfte war außerordentlich gut. Die Lokale der Stadt mußten stundenlang wegen Ueberfüllung geschlossen werden. Die Allerheiligenkirmes hat mit diesem Verlaufe ihren Ruf als westfälisches Volksfest von besonderer Anziehungskraft wieder einmal bestätigt. *— Kassel, 16. Novbr. Vier Waldecker machten eine Bierreise von Arolsen nach Kassel mit einem Auto. In einer Dorfwirtschaft wurde eingekehrt und einer wollte hier seine Leistung im Trinken zeigen. Er trank dreimal hintereinander ein Bierglas voll Schnaps, abwechselnd mit zwei Glas Bier. Dann brach er zusammen. Man brachte ihn in das Auto, damit er seinen Rausch ausschlafe und weiter ging die Fahrt nach Kassel. Hier angelangt, wurde unser „Trinkfester“ ins Krankenhaus geschafft, da mit ihm etwas „nicht stimme“, denn das Gesicht fühlte sich bereits kalt an und der Puls hatte ausgesetzt. So wurde ins Krankenhaus ein Toter eingeliefert; die ärztliche Untersuchung stellte Alkoholvergiftung fest. *— Iserlohn, 16. Novbr. Hier stürzte eine Frau aus dem Fenster ihrer im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung auf die Straße. Sie hatte beim Fensterputzen das Uebergewicht bekommen und den Halt verloren. Schwerverletzt wurde sie ins Krankenhaus gebracht; doch ist sie hier bald ihren schweren Verletzungen erlegen. *— Siegen, 16. November. Das hiesige Schöffengericht verurteilte wegen schwerer Gotteslästerung einen E. Sch. zu vier Monaten Gefängnis. Er hatte bei dem Erntedankfest „Witze“ vom Stapel gelassen, die eine Verhöhnung der Bergpredigt darstellten. Der Sturmführer der AS. verbat sich dieses und brachte den Fall zur Anzeige. *— Herborn, 16. November. Dieser Tage trafen in Norken zwei deutsche Familien aus Rußland ein, deren Großeltern im Jahre 1879 nach dem Kaukasus gewandert waren. Den Familien, die es hier zu Wohlstand gebracht hatten, wurde nach und nach ihr ganzer Besitz genommen. Und so beschloß man, nach Deutschland zurückzukehren. Besonders erfreulich ist es, daß beide Familien durch drei Generationen hindurch deutsche Sitten und ihre Sprache bewahrt haben. Den zurückgekehrten Familien wurde je eine Wohnung eingerichtet— Volksgemeinschaft. *** Zur Beraubung der Telgter Propsteikirche. Die Staatsanwaltschaft ist in Verbindung mit der Telgter Polizeibehörde mit größtem Eifer bemüht, in den Kirchenraub Licht zu bringen. Der Inhaber des Hotels Althaus in Telgte, Gastwirt Arning, hat in der Nacht zum Mittwoch ein Auto in Richtung des Kapellenplatzes fahren hören, das nach längerer Zeit wieder in Richtung Münster abgefahren ist, nachdem es gegen 2 Uhr dort angekommen war. Was sonft an Anhaltspunkten festgestellt worden ist, kann nicht verraten werden, um den Gang der Untersuchung nicht zu stören. So viel aber hat sich jetzt ergeben, daß der Wert der gestohlenen Gegenstände mit rund 50000 RM. bemessen ist. So ist auch jetzt bekannt geworden, daß auch nicht eines der gestohlenen Stücke aus purem Golde bestand. Sogar die bekannte Jubiläumskrone aus dem Jahre 1904 war nur ein silbervergoldetes Stück, allerdings in der sorgfältigsten Arbeit ausgeführt, durch die sich gerade die Goldschmiedekunst vergangener Jahrzehnte auszeichnete. Das Wertvollste an ihr waren drei große Perlen, die von einer adeligen Dame gestiftet worden waren. Die Krone war in sichtbarer Anlehnung an die ungarische Königskrone angefertigt und zeichnete sich vor allem durch die feine Ziselierung aus. Der Kopfreif war in vir#en quadratische Felder gegliedert. Jedes zweite Felit Emna llegrund mit einem großen Halbedelstein in Niee und vier Türkisen zu den Ecken hin. Die dazwischen liegenden sieben Felder zeigten Relifdarstellungen der sieben Schmerzen Mariens. Von ihnen aus gingen breite Bandbögen mit Orationen aus der Lauretanischen Litanei. Auf dem Zenith dieser Bögen war ein fein behandelter Berakristall befestigt, den vier sorgfältig ziselierte Bänder hielten. Die zwischen den Bandbögen offen gelassenen Felder wurden vom Zenith her teilweise mit stilisierten Blattornamenten gefüllt, während als obere Bekrönung des Reifens eine leicht nach außen vorgeragte, aus stilisiertem Blattornament gebildete, fein ziselierte Spitzenborde die Verbindung zwischen Reifen und Bogenaufsatz gut vermittelte. Rubinen und Jaspiskugeln brachten reiches Leben in die saubere Arbeit. Sehr schmerzlich ist der Verlust der beiden hohen Kelche aus der Zeit Christoph Bernards von Galen(1670). Die übrigen Meßkelche stellen einen Wert von 9000 Mark dar. Bedauerlicherweise sind auch von den vielen Ketten, goldenen und silbernen Rosenkränzen, mit denen das Gnadenbild prachtvoll geschmückt war, die meisten gestohlen. Nicht recht verständlich ist es, daß zur Aufbewahrung all dieser Kostbarkeiten ein vorsintflutlicher Geldschrank benutzt wurde, dessen Schloß nur mit einigen Schrauben befestigt war, zumal doch schon im Jahre 1901 ein Einbruch in die Gnadenkapelle verübt worden war. G. V. 21 Steinheim— M.T. B. Hörter 0:2 . Sport des Sonntags Eissporttag in München Der Führer und Reichskanzler im Prinzregentenstadion. Im Prinzregenten=Eisstadion zu München wohnte der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den von über 7000 Zuschauern besuchten Veranstaltungen bei. Ferner bemerkte man viele Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht. Der Führer und Reichskanzler verfolgte mit ganz besonderem Interesse die ausgezeichneten Darbietungen des deutschen Meisterpaares im Eiskunstlaufen Maxie Herber und Ernst Baier und sprach ihnen dann unter Ueberreichung einer prächtigen Blumenspende unter dem Jubel der Zuschauer seine Anerkennung aus Im Eishockey trafen die Auswahlmannschaften von Süd= und Norddeutschland zusammen. Der Süden siegte mit 2:0(1:0, 0:0, 1:0) Toren. Deuischer Rugby=Sieg Hollands Ländermannschaft verliert mit 5:11 Punkten. Im Stadion Köln=Müngersheim standen sich die Rugby=Nationalmannschaften von Deutschland und Holland im dritten Länderkampf gegenüber. Die beiden Mannschaften lieferten sich ein sehr ansprechendes Spiel, doch beeinträchtigte der starke Wind die Leistungen nicht unbeträchtlich. Bis zur Halbzeit stand das Spiel 8:0 für Deutschland, dann konnten die Holländer fünf Punkte aufholen. Im letzten Teil des Spieles erzielte die deutsche Mannschaft durch einen weiteren Versuch drei Punkte, während die Holländer leer ausgingen. Mit 11:5 Punkten blieb die deutsche Nationalmannschaft siegreich. Am den Handball=Pokal Die Gaue Schlesien, Baden, Südwest und Niederrhein siegreich. Im Wettbewerb um den Handballpokal stehen nunmehr in den Gauen Südwest, Baden, Niederrhein und Schlesien die letzten vier Bewerber fest. In den vier Spielen der Zwischenrunde gab es auf allen Plätzen harte und erbitterte Kämpfe. Das Treffen Südwest— Mitte in Darmstadt endete mit dem 14: 10=Siege des Gaues Südwest; Baden siegte in Hannover mit 9:5 Toren über die Niedersachsen; Westfalens Handballer verloren in Bielefeld sehr knapp gegen Niederrhein mit 7:8 Toren, und der Gau Schlesien blieb mit 7:4 Toren über Sachsen siegreich. Die vier Sieger treten am 22. März 1936 in der Vorschlußrunde einander gegenüber. Hamburger Städie=Elf mit 3:1 Toren geschlagen. Bei wundervollem Herbstwetter umstanden über 20 000 Zuschauer den Viktoria=Sportplatz in Hamburg, um dem 42. FußballStädtekampf zwischen Hamburg und Berlin beizuwohnen Dieser mit großer Spannung erwartete Kampf endete mit dem überlegenen Sieg der sehr schön zusammenspielenden Berliner Fußballelf von 3:1 Toren. Bis wenige Minuten vor Schluß stand das Spiel noch 3:0 für Berlin, als es den Hamburgern gelang, das Ehrentor zu erzielen. Hamburg führt in der Gesamtwertung immer noch mit 17 gegen 16 Siege von Berlin, bei 9 Unentschieden, die Berliner hoffen aber, bei der nächsten Städtebegegnung den Gleichstand zu erzielen. Das Gesamttorverhältnis zwischen Hamburg und Berlin stellt sich auf 110:97. Fußball im Gau Brandenburg. Da die Mehrzahl der Gaumannschaften Spieler an die gegen Hamburg spielende Städteelf abgeben mußten, fand um die Meisterschaftspunkte nur ein Spiel statt, und zwar zwischen Viktoria 89 und VfB. Pankow; um den Kube=Ehrenschild spielten Minerva 93—BSV. 92 und FriesenKottbus—Nowawes 03; im Gesellschaftsspiel trafen sich HerthaBSC. und Tennis=Borussia. Nachstehend die Spielergebnisse: Meisterschaftspunkte: Viktoria 89—VfB. Pankow 5:0; Kube=Ehrenschild: Minerva 93—Berliner Sport=Verein 2: 3, Friesen=Kottbus— Nowawes 03 2: 0; Gesellschaftsspiel: Hertha=BSC.—Tennis=Borussia 3: 4, Blau=Weiß—SC. Charlottenburg 1: 2. Kilian-Vopel an der Spitze des Chicagoer Sechstagerennens. Beim Sechstagerennen in Chicago konnten die sehr gut fahrenden Deutschen Kilian=Vopel auch weiterhin die Spitze behaupten. Die beiden Dortmunder führten nach 100 Stunden mit Rundenvorsprung vor Peden=Audy, Lands=Dempsey und HillRodman. Das deutsch-amerikanische Paar Wissel=Grimm ist zurückgefallen und liegt mit 3 Verlustrunden auf dem siebenten Platz. Verleger und Hauptschriftleiter: Carl Simonowski Steinhein. Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Carl Simonowski Steinheim. Verantwortlicher Anzeigenleiter Josef Simonowski. Druck und Verlag: Buchdruckerei Car' Simonowski, Steinheim X. 35„ 615 Zur Zeit ist Anzeigen=Preisliste Nr. 3 gültig er darf Orden tragen? Ausführungsverordnung zum Ordensgesetz Berlin, 16. November. Der Reichsminister des Innern hat mit Zustimmung des Führers und Reichskanzlers eine umfangreiche Ausführungsverordnung zum Ordensgesetz erlassen. Sie ist dazu bestimmt, die auf dem Gebiete des Tragens von Orden und Ehrenzeichen bestehenden zahlreichen Zweifelsfragen zu beseitigen und den Kreis der zum Tragen zugelassenen Orden und Ehrenzeichen sowie die Voraussetzungen der Zulässigkeit ihres Tragens genau festzulegen. Damit dient sie zugleich dem Zweck, den rechtmäßigen Inhabern anerkannter Orden und Ehrenzeichen den gebührenden rechtlichen Schutz zu gewähren, dem unbefugten Ordentragen aber wirksam entgegenzutreten. Wer den Vorschriften der Ausführungsverordnung zuwider inländische oder ausländische Orden trägt, setzt sich nach§ 6 b des Ergänzungsgesetzes zum Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 15. Mai 1934 der Bestrafung aus. Orden und Ehrenzeichen dürfen nur getragen werden, wenn sie von der dazu befugten Stelle ordnungsgemäß verliehen worden sind, und der Beliehene darüber ein Besitzzeugnis oder eine Verleihungsurkunde hat. Bei Orden und Ehrenzeichen für Verdienste im Weltkrieg gilt die ordnungsmäßige Eintragung der Auszeichnung in den Militärpapieren als ausreichender Ausweis über die Verleihung. Soweit Orden und Ehrenzeichen rechtmäßig, aber ohne Ausstellung eines Besitzzeugnisses oder einer Verleihungsurkunde verliehen worden sind, bedarf es zum Tragen der Auszeichnung der Genehmigung. Die Anträge sind an das Reichsministerium des Innern zu richten. Für verlorengegangene Besitzzeugnisse oder Verleihungsurkunden kann bei den in der Verordnung näher bezeichneten Stellen Ersatz beantragt werden. Zugelassene Orden und Ehrenzeichen Von den bei der Aufzählung der zugelassenen Orden und Ehrenzeichen an erster Stelle stehenden Ehrenzeichen der nationalsozialistischen Bewegung dürfen auf Anordnung des Führers und Reichskanzlers folgende Ehrenzeichen getragen werden: das Coburger Abzeichen, das Nürnberger Parteitagsabzeichen von 1929, das Abzeichen vom SA.=Treffen Braunschweig 1931, das Ehrenzeichen für Mitglieder unter Nummer 100000, der Blutorden vom 9. November 1923, die Traditions=Gauabzeichen und das Goldene HJ.=Abzeichen. Zu den zum Tragen zugelassenen Auszeichnungen gehören ferner alle während des Weltkrieges von einem Staatsoberhaupt oder einer Regierung oder mit ihrer Genehmigung verliehenen Orden und Ehrenzeichen. Dabei pielt es keine Rolle, ob diese Orden und Ehrenzeichen erst in der Nachkriegszeit verliehen worden sind. Nachträgliche Verleihungen finden jedoch nicht mehr statt. Für das Verwundetenabzeichen bleibt eine Sonderregelung vorbehalten. Von den erst in der Nachkriegszeit für die Teilnahme am Weltkrieg oder an den Nachkriegskämpfen oder aus diesem Anlaß geschaffenen Orden und Ehrenzeichen sind nur das Ehrenkreuz des Weltkrieges, das Schlesische Bewährungsabzeichen(Schlesischer Adler) und das Baltenkreuz zum Tragen gestattet. Alle übrigen Abzeichen dürfen nicht getragen werden. Die von der Regierung eines ehemals verbündeten Landes verliehenen Kriegserinnerungsmedaillen, z. B. österreichische Kriegserinnerungsmedaille, dürfen von den Inhabern des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer und Kriegsteilnehmer ohne besondere Genehmigung getragen werden. Für andere Beliehene ist zum Tragen der Medaille die Genehmigung des Führers und Reichskanzlers erforderlich. Sie wird nur beim Nachweis besonderer Verdienste des Beliehenen um das ehemals verbündete Land erteilt. Die von einer Landesreaierung oder mit ihrer Genehmigung sowie die von einem ehemaligen Landesherrn verliehenen Orden und Ehrenzeichen dürfen insoweit getragen werden, als sie bis zum Inkrafttreten der Verordnung verliehen worden sind. Damit ist, soweit in der Verodnung nicht Ausnahmen ausdrücklich zugelassen sind, klargestellt, daß weitere Orden und Ehrenzeichen von diesen Stellen nicht mehr verliehen werden dürfen. Die Verordnung enthält ferner Bestimmungen über das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes, das Sportehrenzeichen und die Auszeichnungen für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr. Sie sieht die Schaffung eines Reichsfeuerwehrehrenzeichens und eines Reichstreudienstabzeichens durch den Reichsminister des Innern, sowie die Schaffung eines Reichsgrubenwehrehrenzeichens durch den Reichswirtschaftsminister vor. Erweist sich ein Beliehener durch sein späteres Verhallen, insbesondere durch Begehung einer entehrenden Straftat der Auszeichnung unwürdig, so kann ihm der Reichsminister des Innern die Befugnis zum Tragen der Orden und Ehrenzeichen entziehen. Die gewerbs= oder geschäftsmäßige Vermittlung der Verleihung von Orden und Ehrenzeichen wird untersagt. Unter Strafandrohung wird angeordnet, daß derjenige, der Orden und Ehrenzeichen feilhält, diese sowie die dazu gehörigen Bänder nur gegen Vorlegung eines ordnungsmäßigen Ausweises an Privatpersonen aushändigen darf. Endlich schreibt die Verordung vor, daß Orden, Ehrenzeichen und Ordensbänder nur von solchen Verkaufsstellen vertrieben werden dürfen, die von dem Reichswirtschaftsminister oder den von ihm bezeichneten Stellen zugelassen sind. Das vorläufige Endergebnis Baldwins Regierungsmehrheit bisher 243 Sitze. London, 16. November.. Von 615 Wahlkreisen lagen am Freitagabend die Ergebnisse aus 597 Wahlkreisen vor. Nach diesem vorläufig endgültigen Wahlergebnis haben die Regierungsparteien 420 und die Oppositionsparteien 177 Sitze erhalten. Die Regierungsmehrheit beträgt demnach bisher 243 Sitze. Im einzelnen erhielten die Konservativen 379, die Nationalen Liberalen 30(Simon), die nationale Arbeiterpartei 8 und die unabhängigen Regierungsanhänger 3. Auf Seiten der Opposition erhielten die Arbeiterpartei 153, die unabhängige Arbeiterpartei 4, die SamuelLiberalen 15, die Lloyd=George=Liberalen 4 und die Kommunisten 1. Politische Rundschau Auflösung der Anthroprosophischen Gesellschaft. Die Geheime Staatspolizei hat die Anthroposophische Gesellschaft auf Grund der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 für das gesamte Reichsgebiet aufgelöst und ihr jede Weiterbetätigung verboten. Der Grund für das Vorgehen der staatlichen Behörden gegen die Anthroposophische Gesellschaft liegt darin, daß sie international eingestellt ist und bis heute noch enge Beziehungen zu ausländischen Freimaurern, Juden und Pazifisten unterhielt. Rudolf Heß ehrt die Toten der„Insterburg“. Auf der Höhe von Egmond wurde ein Kranz des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß zu Ehren der toten Kameraden von der „Insterburg“ durch den Dampfer„Masuren“ von der Poseidon=Reederei, Königsberg, versenkt. Aus dem Gerichtssaal Landesverräter zu zwölf Jahren Zuchthaus verurleilt. Von dem Dritten Senat des Volksgerichtshofes wurde der 34 Jahre alte Josef Albus aus Offenburg zu 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Albus hat sich nach den gerichtlichen Feststellungen der landesverräterischen Ausspähung schuldig gemacht. Was ist„Bierruhe?“— Die erste Narrensitzung.— Vorweihnachtsstimmung und Kindergedanken.— Die Tannenbäume auf der großen Reise. „Bierruhe“ ist ein Begriff, von dem man bisher eigentlich keine rechte Vorstellung hatte. Es muß wohl jeder zugeben, daß es beim Bier fast nie ruhig zugeht. Der edle Gerstensaft löst die Zungen. Wenn wir auch das Geschlecht der Bierbankstrategen und Biertischpolitiker im Aussterben wähnen, sie leben noch! Sie wissen heute schon ganz genau, was der Negus machen müßte, um die Italiener zu schlagen oder was demnächst Mussolini mit Abessinien beginnen wird, und auch in vielen anderen Dingen beherrschen sie die Kunst der Meckerei mit Meisterschaft, sehr zum Leidwesen derer, die mehr von Taten als von Bierreden halten. Da ist es ein Trost, daß man die echte Bierruhe jetzt entdeckt hat. Der Ort, an dem sie sich bewährte, ist leider in unserer Quelle nicht genau angegeben, aber es muß wohl in oder bei Mannheim gewesen sein. In einem Hause, in dem sich ein Gasthof befindet, brach ein Feuer aus. In dem Bericht aus Mannheim wird nun erzählt, daß keiner der Gäste daran dachte, seinen Platz zu räumen, als die Feuerwehr ihre schwere Arbeit begann. Die Zecher kümmerten sich nicht um Qualm und Flammen, bis sie schließlich gebeten wurden, wenigstens ihre Gläser zum Schutz gegen Staub und Asche— und frischem Wasser zuzudecken. So geschehen anno 1935. Das ist„Bierruhe“! Wohl keiner wird annehmen, daß diese Zecher dem Geschlechte der Meckerer angehören. Und sollte auch die Mannheimer Meldung nicht ganz zutreffen, sie ist zumindest se schön erfunden, daß sie es verdient, weiterverbreitet zu werden. Sie bringt Humor in das Novembergrau. Auch im Winter soll der Frohsinn gedeihen. Das wissen am besten die Rheinländer. Wenn andere noch gar nicht an Fasching und Mummenschanz denken, halten sie zu Köln und in den anderen Hauptskädten des Karnevals am 11. 11. jedes Jahres die erste Parrensitzung ab. Da wird das Programm der großen Feiern um den Rosenmontag mit viel Witz und froher Laune#estgesetzt. Ein Festkalender wird aufgestellt, der mit dem 31. Dezember eine lange Reihe karnevalistischer Sitzungen und Feiern eröffnet. Zum Schaden des echten volkstümlichen Faschings war es in früheren Jahren Mode geworden, diese Feiern ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Werbung für den Fremdenverkehr zu stellen, was der volkstümlichen Art des Festes nicht gut getan hat. Diesmal aber heißt das Motto:„Alt Köle lääv en kölsche Spröch un Zitate"(Alt=Köln lebt in kölnischen Sprüchen und Zitaten.) Wir dürfen sagen, daß die Vorfreude auf den Kölschen Karneval uns alle angesteckt hat, besonders die Rundfunkhörer, die den lustigen Samtagsnachmis, tag mit Bedauern entbehren. Und wenn es wieder so weil ist, wenn die Faschingslaune sich in Köln austobt, dann wird es in allen deutschen Gauen auf gut Kölsch wieder heißen „Nei, wat et nich alles gitt.“ Noch hat es jedoch gute Wege bis dahin, und es in Zeit, an Weihnachten zu denken. In allen Orten trifft der Weihnachtsmann seine Vorkehrungen. In den Auslagen der Geschäfte hat er seinen Einzug gehalten. Mit großer Freudmüssen wir feststellen, daß die Schaufensterkunst nicht nur in den großen Städten blüht. Der Einzelhandel hat die Bedeutung der Schaufensterwerbung sicher erkannt. Diese ersten Vorweihnachtstage gehören vor allen Dingen den Kindern. Man möchte fast selbst wieder ein kleiner Buboder ein kleines Mädchen sein, wenn man all die schönen Spielsachen sieht, die auf den Weihnachtsmarkt kommen. An der Spitze aller Spielwaren marschieren natürlich in diesem Jahre die Soldaten. Ist doch der große Bruder in das neuerstandene deutsche Heer eingezogen worden. Da darf sein Waffe natürlich auch nicht bei den Kleinen fehlen, die schon heute freudig hoffen, daß sie ihren großen Bruder im Glanz der Uniform zu Weihnachten zum ersten Urlaub in der Heimat begrüßen werden. In aller Stille rüsten sich in dem Winterwald auch die Tannenbäume zu ihrer großen Weihnachtsreise. Der Harz und ver Thüringer Wald und auch der Schwarzwald sind die Hauptgebiete, in denen die Festbäume gefällt werden Das Tannengrün für die Adnentskränze hat längst seine Reise vollendet. Es ist von fleißigen Binderinnen schon gebunden und mit farbigen Bändern geschmückt. Auch diese festliche Arbei= gibt vielen Menschen das tägliche Brot. Mis greßer Freude begrüßt man es, daß der Brauch des Adventskranzes oder der Adventskrone immer mehr an Raum gewinnt, aber man sollte den Brauch auch richtig üben; an jedem Advent ein Lichtlein mehr anzünden, um so das Näherkommen des lichten, heiligen Festes symbolisch anzudeuten, bis sich das Wunder der Weihnacht im Christbaum vollendet. Mellior. Aus Stadt und Land Dampfer im Hamburger Hafen mit einem Dock zusammengestoßen. Der englische Dampfer„Titan“ ist im Hamburger Hafen mit einem Dock der Howaldtswerke zusammengestoßen. Das Dock erhielt ein Leck von drei Metern Höhe, ist jedoch schwimmfähig geblieben. Französischer Dampfer auf dem Rhein gesunken. Der französische Dampfer„Enfant“ ist auf dem Rhein, 15 Kilometer nordwestlich von Hamborn, von dem deutschen Dampfer„Emma“ gerammt worden und gesunken. Die Besatzung konnte sich retten. Belohnung für Finder des Telgter Kirchenschatzes. Für die Ergreifung der Telgter Kirchenräuber ist eine Belohnung von 1500 RM ausgesetzt worden. Außerdem werden 10 v. H. des Versicherungswertes der wiederherbeigeschafften Kirchengeräte ausgezahlt. Weltausstellung in Rom im Jahre 1941. Italien plant für das Jahr 1941 eine Weltausstellung, die den Namen „Allgemeine Weltausstellung von Rom 1941/42“ tragen soll. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley nahm die Vereidigung der Mitglieder der Arbeitskammern Bremen und Hamburg vor. In Anwesenheit von mehr als 80 amerikanischen Senatoren, Abgeordneten, Beamten und Pressevertretern fand in Manila die feierliche Vereidigung des ersten StaatspräsiLynchjustiz mit Tränengas vereitelt New Vork, 16. November. In Moultrie im nordamerikanischen Bundesstaat Georgia rottete sich vor dem Gericht eine Volksmenge zusammen, die versuchte, den Nationalgardisten eines wegen Ermordung zum Tode verurteilten Neger zu entreißen. Es kam zu heftigen Kämpfen, bei denen es viele Verletzte gab. Unter Anwendung von Tränengas zerstreuten die Nationalgardisten die Menge. Wegen oer Lynchandrohungen der weißen Bevölkerung sind Nationalgardisten aus den Nachbarorten zur Verstärkung herbeiFrisch-Fisch für Buntag! (Frisch-Fisch-Verkauf Dienstag, solange Vorrat reicht) Frisch eingetroften: tal. grüne Bohnen Fid. 20 Pig. Turnverein Steinheim. Heute, Montag abend 815 Uhr im Vereinslokal Ferd. Hillebrandt: Monats=Versammlung Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Vereinsführer In Steinheim oder auf dem Wege Steinheim—Nieheim 1 Silber=Besteck=Musterkollektion verloren. Der Finder erhält gute Belohnung in der Geschäftsstelle dieses Blattes. Zur Haus-Schlachtung: Frische Gewürze und alle Zutaten Ferdinand Schrader DRUCKSACHEN Briefbogen, Briefumschläge Rechnungen, Mitteilungen Prospekte, Verlobungs- und Vermählungskarten, Totenbriefe, Totenzettel u. Danksagungskarten, Plakate, Programme und Mitgliedskarten liefert schnell. sauber und preiswert CARL SIMONOWSKI Nr. 270 Dernei Feierlicher In Anwesen aller führenden der Künste und schaft, des Diplo dischen Presse hiPhilharmonie ih fung der Mitgli besondere Bedeu Entwicklung des Bestehen des nat Der Präside Dr. Goebbels, un rer und geleitet Fanfarenklänge Friedrich Kayßle faßten„Vorspru Philharmonische der Reichsmusikke volles Musikstück nisten Hoyer zum der Präsident de das Rednerpult ti die Entwicklung listischen Deutschle führte u. a. aus: auf ein zweijähr Tage sei ihr inn beendet. Der Au den Schwierigkei gewesen sei, aber künstlerischen Um Goebbels zeichnet Schwierigkeiten, Reichskulturkamm „Die Reichski Kulturleben unser kann deshalb aud Dagegen seier geschiedenen Jude zur Pflege ihres Der Reichsverban 110 000 Mitgliede sowie mehrere eig tungen jeder Arti Pflege der deutsche ja umgekehrt auch sich am jüdischen Neben dieser eine Fülle von pi Förderung des Ne nationalsozialistisch regung zum künstl Aussetzen von hol lerischen Ausschrei befinde sich die Re der Arbeitsfront, 1 Schaffens endgülti Aus der Arbe eine Reihe eindru Aus der R Künste seien di bei der Planung nungsbauten der! nungsbauten, die tärflugplätzen und den. Bei allen Be für die Zwecke der Verfügung gestellt. streckten sich aufd kostenfreien Erholi Gewährung von B Not und auf eine bliebenenversorgun Der Präsident Durchführung sein hängigkeit der Pre tragenen Einflüsse gemeinschaft sei n Presse. Durch die tungsverlagen wur nisse beseitigt. 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Blatt Derneue Reichskultursenat Feierlicher Festakt in der Berliner Philharmonie In Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers und aller führenden Männer des Staates und der Bewegung, der Künste und Wissenschaften, der Wehrmacht, der Wirtschaft, des Diplomatischen Korps und der in- und ausländischen Presse hielt die Reichskulturkammer in der Berliner Philharmonie ihre Jahrestagung ab, die durch die Berufung der Mitglieder des neugebildeten Reichskultursenaks besondere Bedeutung gewann und einen Markstein in der Entwicklung des deutschen künstlerischen Lebens seit dem Bestehen des nationalsozialistischen Staates darstellt. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und Staatssekretär Funk empfingen den Führer und geleiteten ihn in den festlich geschmückten Saal. Fanfarenklänge leiteten den Festakt ein. Staatsschauspieler Friedrich Kayßler sprach den von Gerhard Schumann verfaßten„Vorspruch auf die Kunst". Hierauf brachte das Philharmonische Orchester unter Leitung des Präsidenten der Reichsmusikkammer, Professor Dr. Raabe, ein eindrucksvolles Musikstück des jungen nationalsozialistischen Komponisten Hoyer zum Vortrag. Brausender Jubel bricht los, als der Präsident der Reichskulturkammer, Dr. Goebbels, an das Rednerpult tritt, um in einer großangelegten Rede über die Entwicklung des kulturellen Lebens im nationalsozialistischen Deutschland zu berichten. Reichsminister Dr. Goebbels führte u. a. aus: Die Reichskulturkammer schaue nunmehr auf ein zweijähriges Bestehen zurück. Mit dem heutigen Tage sei ihr innerer Umriß und organisatorischer Aufbau beendet. Der Außenstehende mache sich keinen Begriff von den Schwierigkeiten, mit denen dieser Aufbau verbunden gewesen sei, aber auch nicht von der Größe des geistigen und künstlerischen Umbruchs, der sich hier vollzogen habe. Dr. Goebbels zeichnete in großen Strichen zunächst all diese Schwierigkeiten, um dann die positiven Leistungen der Reichskulturkammer aufzuzeigen. „Die Reichskulturkammer ist heute judenrein. Es ist im Kulturleben unseres Volkes kein Jude mehr tätig. Ein Jude kann deshalb auch nicht Mitglied einer Kammer sein.“ Dagegen seien den aus dem deutschen Kulturleben ausgeschiedenen Juden in großzügigster Weise Möglichkeiten zur Pflege ihres kulturellen Eigenlebens gegeben worden. Der Reichsverband der jüdischen Kulturbünde umfasse 110 000 Mitglieder und unterhalte drei jüdische Theater sowie mehrere eigene Orchester mit dauernden Veranstaltungen jeder Art in fast allen Städten des Reiches. Nur die Pflege der deutschen Kultur sei den Juden unterbunden, wie ja umgekehrt auch kein deutscher Künstler den Ehrgeiz habe, sich am jüdischen Kulturleben zu beteiligen. Neben dieser Tätigkeit rein organisatorischer Art stehe eine Fülle von praktischen, positiven Maßnahmen, die zur Förderung des Nachwuchses in der Kunst, zur Durchsetzung nationalsozialistischer Jugend in der Kulturführung, zur Anregung zum künstlerischen Schaffen auf allen Gebieten, zum Aussetzen von hohen Preisen, Aufgabenstellung und künstlerischen Ausschreibungen getroffen worden seien. Soeben befinde sich die Reichskulturkammer in Verhandlungen mit der Arbeitsfront, um die sozialen Grundlagen künstlerischen Schaffens endgültig festzulegen. Aus der Arbeit der Einzelkammern führte Dr. Goebbels eine Reihe eindrucksvoller Zahlen und Daten an. Aus der Reichskammer der bildenden Künste seien die Architekten in hervorragender Weise bei der Planung von bäuerlichen Siedlungen, bei Wohnungsbauten der Wehrmacht, Fliegerlagern und Volkswohnungsbauten, die Gartengestalter bei der Anlage von Militärflugplätzen und Reichsautobahnen herangezogen worden. Bei allen Bauvorhaben der öffentlichen Hand wurden für die Zwecke der bildenden Kunst bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt. Die Sozialmaßnahmen der Kammer erstreckten sich auf die Gewährung von 2—3wöchigen völlig kostenfreien Erholungsreisen an rund 1100 Künstler, auf Gewährung von Beihilfen zur Behebung der wirtschaftlichen Not und auf eine im Aufbau begriffene Alters= und Hinterbliebenenversorgung. Der Präsident der Reichspressekammer habe durch die Durchführung seiner Anordnung zur Wahrung der Unabhängigkeit der Presse alle von außen her an die Presse getragenen Einflüsse unterbunden. Der Dienst an der Volksgemeinschaft sei nunmehr einziger Zweck der deutschen Presse. Durch die Anordnung über Schließung von Zeitungsverlagen wurden die ungesunden Wettbewerbsverhältnisse beseitigt. Das Ergebnis konnte der Reichsminister an folgenden erfreulichen Zahlen aufzeigen:„Die Gesamtdruckauflage der deutschen Zeitungen ist von 18,7 Millionen im ersten Quartal 1934 auf 19 Millionen im ersten Quartal 1935 gestiegen. Die Auflagesteigerung bei den 1500 bedeutendsten Zeitschriften betrug 9 v. H. gegenüber 1934. Die Gesamtauflage der Rundfunkpresse stieg in einem Jahre von 3½ Millionen auf 4¼ Millionen“. Für die Reichsschrifttumskammer seien Litekaturpreise von insgesamt 250 000 RM pro Jahr vom Reiche, von den Ländern, Kommunen und Privaten zur Verfügung gestellt worden. Daneben stünden noch direkte Heihilfen an notleidende Schriftsteller in Höhe von 100 000 Reichsmark. Zur unmittelbaren Werbung und Förderung des Schrifttums seien 500 000 RM zur Ausgabe gelangt. Die Reichsmusikkammer habe bis Mitte Juni 935 in 21 Städten mit insgesamt 150 Einzelveranstaltungen und mit einer Besucherzahl von nahezu 200 000 die Bach=Händel=Schütz=Feier begangen. Zahllose Stipendien seien an mittellose Musikstudierende vermittelt, unbetannte junge Solisten durch Konzertveranstaltungen herbusdestellt, wertvolle Kompositionen durch DruckkostenzuDritte Jahrestagung der Reichskulturkammer. Weltbild(M). Auf der dritten Jahrestagung der Reichskulturkammer in der Berliner Philharmonie berief der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, den Kultursenat. Unser Bild zeigt den Festakt in der Berliner Philharmonie. schüsse gefördert worden. Die Arbeitslosenziffer innerhalb der deutschen Berufsmusikerschaft habe allein im letzten Jahr um 50 v. H. gesenkt werden können, zum Teil durch umfangreiche Umschulungen. Insgesamt seien im Jahre 1935 für Förderungszwecke der deutschen Musik über 600 000 RM verausgabt worden. Die Reichsrundfunkkammer habe in großen Zyklen Beethoven, Wagner, Mozart, Schiller und Chamberlain der Millionenhörerschaft des deutschen Rundfunks nahegeführt. Besonders die Förderung junger unbekannter Dichter und Komponisten habe sich der deutsche Rundfunk angelegen sein lassen. „Der Niggertanz“, so stellte Dr. Goebbels fest,„wurde für den gesamten deutschen Rundfunk verboten, dafür aber erfuhr die deutsche Tanzmusik besondere Pflege. Die Hörerzahl wuchs seit der Machtübernahme von 4,2 Millionen auf 6,8 Millionen. Das Ansteigen der Besucherzahl der Rundfunkausstellungen von 971 000 im Jahre 1932 auf 1 888 000 im Jahr 1935 zeigt die wachsende Volkstümlichkeit des nationalsozialistischen Rundfunks. Die Zahl der Volksempfänger wurde in diesem Jahre wiederum um eine Million vermehrt und durch die Schaffung des Arbeitsfrontempfängers dem Rundfunk der Weg in die Betriebe geebnet“ Auch der Film habe durch die Arbeit der Reichsfilmkammer seine Basis im Volke verbreitert. Die Beucherzahl der Lichtspieltheater sei entgegen allen gegnecischen Prophezeiungen im letzten Jahre wiederum um 10 vo. H. gestiegen. Die soziale Lage der Filmschaffenden habe durch neue Tarife verbessert werden können. Der tatkräftigen Arbeit der Reichstheaterkammer endlich sei es gelungen, auch in diesem Jahre wieder eine Anzahl von Theatern neu zu eröffnen. Zur Zeit seien in Deutschland 181 stehende Theater, 26 Wanderbühnen, 20 Gastspielunternehmen und 81 reisende Kleinbühnen in Tätigkeit. Welches andere Land habe dem auch nur annähernd Gleiches zur Seite zu stellen! Die Theaterzuschüsse des Reiches beliefen sich in diesem Etatjahr auf 12 Millionen. Die Schaffung einer Theaterakademie für besonders begabte junge Künstler sei bereits im Plan fertig. Nun sei auch der Augenblick gekommen, das große repräsentative Forum des deutschen Kulturlebens zusammenzuberufen: den Reichskuliursenat Nachdem der Minister die Grundsätze erörtert hatte, nach denen die Mitglieder dieses für die planvolle Entwicklung unseres Kulturlebens die letzte Verantwortung tragenden Senats ausgewählt wurden, und nach einem ehrenden Gedenken des vor kurzem verstorbenen ersten Präsidenten der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Otto Laubinger, verlas er die Namen der in den Reichskultursenat berufenen Senatoren, um dann kurz einige der aktuellen und grundsätzlichen Fragen zu streifen, mit denen sich der Reichskultursenat zu befassen haben wird. Dr. Goebbels führte dabei aus: „1. Es ist nicht möglich, den Eintritt in die Reichskulturkammer im einzelnen von einem Befähigungsnachweis abhängig zu machen; denn auch die Befähigung müßte wieder von Menschen überprüft werden. Menschen aber sind dem Irrtum unterworfen, und Kurzsichtigkeit, Neid oder Eifersucht könnten allzuleicht doch einmal ein kommendes Genie zwar aus der Kammer ausschließen, nicht aber daran hindern, seinen Namen unsterblich zu machen. 2. Die Ueberstürztheit der Organisation, die uns in den vergangenen zwei Jahren manchmal zwang, allzusehr dem Tage zu gehorchen, macht von nun ab einer klaren Ordnung Platz. Zu Kompromissen ist dabei nur noch wenig Raum. 3. Die deutsche Kultur der Gegenwart muß mehr noch als bisher Ausdruck unseres Zeitgeistes sein. Es ist nicht damit gelan, nach jungen Dichtern und Künstlern nur Ausschau zu halten. Man muß ihnen auch, wo sie sich zeigen, jede Möglichkeit zur Entwicklung geben. 4. Das kulturschöpferische Schaffen der Organisatiopen der NSDAP., vor allem der Hitlerjugend, des Arbeitsdienstes, der SA. und der SS. verdienen besondere Pflege und Betreuung. Denn hier ist in rohen Umrissen schon der kommende kulturelle Gestaltungswille unserer Zeit zu erkennen. 5. Nicht alles kann in Gesetzen gefaßt und reglementieri werden. Besonders im Kulturleben gilt der Grundsatz: Nicht zuviel den Gesetzen, mehr aber dem natürlichen Wachstum unserer kulfurellen Kräfte vertrauen. 6. Die Freiheit des künstlerischen Schaffens ist auch im neuen Staale gewährleistel. Sie bewegt sich im scharf abgegrenzten Be zirk unserer nationalen Notwendigkeit und Veraniwortung. Diese Grenzen aber werden von der Politik und nicht von der Kunsi gezogen. 7. Es ist an der Zeit, gegen Mystizismen Stellung zu nehmen, die nur geeignet erscheinen, die öffentliche Meinung zu verwirren. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, den Impuls unserer modernen Zeit in die Zwangsjacke längst vergangener Begriffe hineinzupressen, die um so billiger und bequemer sind, als niemand sich etwas Rechtes darunter vorzustellen vermag. Wir wünschen deshalb, vorerst von diesen labilen Redensarten nichts mehr zu hören. Nicht jede Vereinssitzung ist eine religiöse Feier, und die am meisten davon reden, stellen sich am wenigsten darunter vor. 8. Der Verkitschung unserer Symbole und Namen haben wir durch ein Gesetz Einhalt geboten. Der Verkitschung unserer Feiern und Feste nach bürgerlicher Vereinsmanier muß durch die einhellige Abwehr aller, die ein kulturelles Gewissen dem Volk und der Bewegung gegenüber in sich verspüren, ein Damm entgegengesetzt werden. 9. Dem reinen Stil unseres monumenkalen Kulturwillens muß der Weg geebnet werden. Diese Aufgabe verbindet sich mit der Klarheit der Schau ebensosehr wie mit der Ehrfurcht vor dem Worl, das nicht im Alltagsgebrauch des Superlativs abgenutzt werden darf. 10. Auch für den Künstler unserer Zeit gilt der Satz:„Sei natürlich, wie das Leben natürlich ist." „Lassen Sie mich", so schloß der Minister,„diesen Rückblick und Ausblick abschließen mit einem ehrfurchtsvollen Dank an den Führer, der uns auch in unserer Arbeit lebendigstes und greifbarstes Vorbild ist. Die deutschen Künstler grüßen in ihm den Patron und Schutzherrn ihres Schaffens. Er hält seine Hand über allem, was am Wesen einer echten deutschen Kunst und Kultur tätig ist. Die deutschen Künstler fühlen sich stolz und glücklich in dem Gefühl: Er gehört zu uns. Er ist Geist von unserem Geist, Trieb von unserem Trieb, er ist der Flügel unserer Phantasie, der Stern unserer Hoffnung.“ Als Schlußstück der eindrucksvollen Kundgebung spielten die Philharmoniker unter Leitung des Generalmusikdirektors Eugen Jochum die„Eroica" von Beethoven. Dem Führer und seinen Mitarbeitern wurden beim Verlassen der Philharmonie von den Versammelten und von den die Straßen säumenden, dicht gedrängten Menschenmassen herzliche Kundgebungen bereitet. Die Mitglieder des Senats In den Reichskultursenat wurden berufen: der Vizepräsident der Reichskulturkammer, Staatssekretär Walther Funk, die Geschäftsführer der Reichskulturkammer, Ministerialrat Dr. Heinz Schmidt=Leonhardt, SA.=Oberführer Franz Moraller, Reichstagsabgeordneter Hans Hinkel, denen die Bezeichnung„Reichskulturwalter“ verliehen wird. Aus den Einzelkammern wurden berufen die Präsidenten und der Präsidialrat der jeweiligen Kammer in den Reichskultursenat, und zwar: 1. aus dem Kreise der Reichsschrifttumskammer der Präsident, Staatsrat Hanns Johst, der Vizepräsident, Ministerialrat Dr. Heinz Wismann, der Geschäftsführer, Professor Richard Suchenwirth, der Altpräsident, Dr. Hans Friedrich Blunck, ferner: Verlagsdirektor Karl Baur, Verlagsleiter Wilhelm Baur, Verleger Hugo Bruckmann, Verlagsbuchhändler Theodor Fritsch, Reichsamtsleiter Carl=Heinz Hederich, Bürgermeister Krogmann, Hamburg, Schriftsteller Gerhard Schumann, Martin Wülfing; ferner wurden berufen folgende Dichter in den Reichskultursenat: Heinrich Anacker, Erich Edwin Dwinger, Richard Euringer, Eberhard Wolfgang Mölor. Hermann Stehr. 2. Aus dem Kreise der Reichsmusikkammer: der Präsident, Generalmusikdirektor Professor Dr. Peter Raabe, der Komponist Dr. Paul Graener, der gleichzeitig zum Vizepräsidenten der Kammer ernannt wurde, der Geschäftsührer, Ratsherr Heinz Ihlert; ferner Kapellmeister Franz Adam, vom Stab des Stellvertreters des Führers, Fritz Kaiser, stellvertr. Reichskulturamtsleiter, Oberbürgermeister Krebs, Frankfurt a. M., Hermann Müller=John, Musikmeister der Leibstandarte des Führers, Horst Sander, Leiter des Deutschen MusialienVerleger=Vereins, Generalmusikdirektor Hermann Stange, Professor Dr. Fritz Stein, Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik, Berlin; ferner folgende Persönlichkeiten des deutschen Musiklebens: Professor Wilhelm Backhaus, Generalmusikdirektor Dr. Wilhelm Furtwängter, Staatsoperndirektor Clemens Krauß, Professor Hans Pfitzner, Kammersänger Heinrich Schlusnus, Professor Georg Schumann. 3. Aus dem Kreise der Reichspressekammer: der Präsident, Reichsleiter und Direktor des Zentralparteiverlages Max Amann, der Vizepräsident, Reichspressechef der NSDAP. Dr. Otto Dietrich, der Geschäftsführer Dr. Ildephons Richter; ferner: Hauptschriftleiter Gunther d'Alquen, Hauptschriftleiter Hans Schwarz van Berk, Hauptschriftleiter Alfred Ingemar Berndt, Verlagsdirektor Willi Bischoff, Verlagsleiter Edgar Brinkmann. Dr. Adolf Dresler, Geheimrat Professor Dr. Walter Heide, Verlagsleiter Hans Hornauer, Rechtsanwalt Rolf Rienhardt, Hauptmann a. D. Wilhelm Weiß; ferner folgende Persönlichkeiten der deutschen Presse: Hauptschriftleiter Joseph Berchtold, Hauptschriftleiter Heinrich Fetkötter. Hauptschriftleiter Hans Graf Reischach, Hauptschriftleiter Dr. Richard Jügler. 4. Aus dem Kreise der Reichstheaterkammer: der Präsident, Reichsdramaturg Oberregierungsrat Dr. Rainer Schlösser, der Vizepräsident, Staatsschauspieler Eugen Klöpfer, der Geschäftsführer Alfred Frauenfeld; ferner: Benno von Arent, Präsident der Kameradschaft der deutschen Künstler, Intendant Gustaf Gründgens, Professor Otto Krauß, Stuttgart, Staatsschauspieler Lothar Müthel, Intendant Bernhard Graf Solms, Landesstellenleiter Müller=Scheld, Frankfurt a. M., Generalintendant Oskar Walleck, Oberbürgermeister Will, Königsberg; ferner folgende Persönlichkeiten des deutschen Theaters: Chefdramaturg und Dichter Friedrich Bethge, Intendant Heinz Hilpert, Staatsschauspieler Werner Krauß, Generalintendant Wilhelm Rode, Generalintendant Heinz Tietjen. 5. Aus dem Kreise der Reichsrundfunkkammer: der Präsident, Ministerialrat Horst Dreßler=Andreß, der Vizepräsident, Direktor Eugen Hadamovsky, der Geschäftsführer Herbert Packebusch; ferner: Intendant Dr. Kurt von Boekmann, Ingenieur Herbert Dominik, Hauptschriftleiter Heinz Franke, Präsident Julius Christoph Günthner, Intendant Hans Kriegler, Geschäftsführer Dr. Heinz Lotz, Intendant Dr. Alfred Lau, Intendant Goetz Otto Stoffregen; ferner folgende Persönlichkeiten: Staatsrat Professor Dr. Albert Esau, Intendant Dr. Heinrich Glasmeier. Direktor Dr. Paul Goer z Hauptamtsleiter Hugo Fischer. 6. Aus dem Kreise der Reichskammer der bildenden Künste: der Präsident, Professor Eugen Hönig, der Vizepräsident, Professor Adolf Ziegler, der Geschäftsführer Walther Hoffmann; ferner: Ministerialrat Erich Dammeier, Architekt Will Kelter, Ministerialrat Otto von Keudell. Dr. Hanns Sauermann, Diplom=Ingenieur Albert Speer, Bildhauer Kurt Schmidt=Ehmen, Ernst Schulte=Strathaus, Hans Schweitzer, Reichsbeauftragter für die künstlerische Formgebung, Oberbürgermeister Zörner, Dresden; ferner folgende Persönlichkeiten: Professor Paul Baumgarten, Professor German Bestelmeier, Präsident der Münchener Akademie, Professor Oswald Eduard Bieber, Professor Leonhard Gall, Professor Richard Klein. 7. Aus dem Kreise der Reichsfilmkammer: der Präsident, Statsminister Professor Dr. Lehnich, der Vizepräsident Hans Weidemann, der Geschäftsführer Karl Melzer; ferner: Bankdirektor Dr. Franz Belitz, Regisseur Karl Froelich, Siegmund Jung aus dem Wirtschaftsrat des Stellvertreters des Führers, Staatsschauspieler Eugen Klöpfer, Reichsfilmdramaturg Willi Krause, Ministerialrat Dr. Botho Mulert, Hans=Jürgen Nierentz, Ministerialrat Dr. Ernst Seeger, Gezeraldirektor Dr. Fritz Scheuermann; ferner folgende Persönlichkeiten: Film=Operateur Sepp Allgeier, Staatsschauspieler Friedrich Kayßler, Generaldirektor Ludwig Klitsch, Staatsschauspieler Theodor Loos. Abschluß der Kulturtagung Berlin, 16. November. In Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers, zahlreicher Mitglieder der Reichsregierung, des Diplomatischen Korps und vieler Ehrengäste fand als Abschluß der Jahrestagung der Reichskulturkammer und der Berufung des Reichskultursenats, im umgebauten Opernhaus eine Festvorstellung der„Meistersinger von Nürnberg“ statt. Die Aufführung gestaltete die unvergängliche Schöpfung Richard Wagners zu einem Ereignis, das durch den würdigen äußeren Rahmen im festlich ausgeschmückten Haus zu einem tiefen Kunsterleben gesteigert wurde. des Luftschutzbundes General Göring über die Aufgaben des Luftschutzes Die Landesgruppe Groß=Berlin des Reichsluftschutzbundes veranstaltete im Sportpalast ihre erste große öffentliche Kundgebung, bei der die neuen Fahnen geweiht und 18000 Luftschutzamtsträger verpflichtet wurden. Offiziere und Mannschaften aller Teile der Wehrmacht, der Polizei, des Luftsportverbandes, der SA. und SS., der HJ., der Deutschen Arbeitsfront, des Werkluftschutzes, des Kyffhäuserbundes, der Technischen Nothilfe, des Roten Kreuzes usw. waren als Gäste erschienen. Außerordentlich eindrucksvoll gestaltete sich der Einmarsch der mehr als 150 neuen Fahnen des Reichsluftschutzbundes, die auf blauem Grunde den silbernen Stern tragen. Fanfarenklänge und anhaltende Heilrufe grüßten den Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General der Flieger Hermann Göring. Der Präsident des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant a. D. Grimme, dankte im Namen der 7 Millionen Mitglieder des Reichsluftschutzbundes dem Ministerpräsidenten Göring dafür, daß er den Grundstein gelegt habe zu einer der großen Säulen der Landesverteidigung, die das Gebäude der deutschen Wehrfreiheit tragen. Auch der Reichsluftschutzbund sei Görings Werk und die Tatsache, daß der Bund so erfolgreich wirken konnte, sein Verdienst. Unter neuen großen Kundgebungen nahm General Göring das Wort. Im Rahmen der Wehrhaftmachung sei der Luftwaffe ein wichtiger Anteil gegeben worden. Sie sei geschaffen worden in der klaren Erkenntnis, daß trotz Heer und Marine die Wehr des Volkes ungenügend sei, solange nicht sein Luftraum geschützt werden konnte. Mit besonderer Betonung stellte der Minister fest, daß diese deutsche Luftwaffe von vornherein zum klaren Zweck der Verteidigung geschaffen worden sei, das deutsche Volk zu schützen, damit es im friedlichen Wettbewerb seiner Arbeit nachgehen könne. Diese große und einzigartige Aufgabe komme der deutschen Luftwaffe gemäß dem Befehl des ührers zu. Sie sei nicht ausgebaut worden, um andere taaten und Völker zu vernichten oder sie den Schrecken eines Luftkrieges auszusetzen. Sie sei in dem Rahmen gehalten worden, der notwendig war, das eigene Volk zu behüten. Zwangsläufig, so fuhr der Minister fort, habe mit der Luftwaffe zur Verteidigung Deutschlands auch der Luftschutz für das deutsche Volk entstehen müssen. „Wir wollen den Frieden, der dem deutschen Volke zukommen läßt, was ihm zukommen muß: einen Frieden der Ehre und der Gleichberechtigung." Diesen deutschen Frieden könne nur die wiedererwachte deutsche Kraf schützen, zu der die deutsche Luftwaffe gehört. Aus diesem Gesichtswinkel heraus komme dem Luftschutz eine unendlich wichtige Aufgabe zu: Er habe die Organisation zu schaffen, damit das deutsche Volk, wenn einst das Schicksal furchtbare Zeiten ohne oder gegen seinen Willen heraufbeschwören sollte, vor den schrecklichen Folgen von Angriffen aus der Luft geschützt werde. Dann umriß der Reichsluftfahrtminister die Aufgaben des Luftschutzes. Er wies auf die drei großen Gebiete des zivilen Luftschutzes hin, auf den Sicherheits= und Hilfsdienst, auf den Werkluftschutz, der die lebensnotwendigen Betriebe und die wichtigen Industriewerke in Gang zu halen habe, und auf den Selbstschutz, der dem Reichsluftschutzbund übertragen sei. Gerade dem letzteren sei die ungeheure Aufgabe auferlegt, zu Hause in der Heimat den unerschütterlichen Glauben an die Armee aufrechtzuerhalten. Der Reichsluftfahrtminister ging dann nochmals auf seinen bekannten Aufruf ein, in dem er die Aufgaben des Luftschutzes umrissen hatte, und sprach dem Luftschutz für seine bisherige Arbeit Anerkennung und Dank aus. Der Reichsluftschutzbund sei ein bedeutendes Betätigungsfeld für die Frau. Hier könne die Frau Freundin und Mitkämpferin des Mannes sein. Die deutsche Frau müsse die Bestrebungen des Luftschutzbundes verstehen, für sie eintreten und sie fördern. Zum Schluß richtete der Reichsluftfahrtminister einen heißen Appell an das deutsche Volk. Wenn jeder einzelne Volksgenosse auf den Führer blicke, der sein ganzes Leben und seine ganze Arbeit dem deutschen Volke geweiht habe, so werde ihm ein Beispiel gegeben. Wenn jeder einzelne für das Ganze eintrete, dann sei auch das Ganze für jeden einzelnen der sicherste Hort. Mit einem dreifachen Sieg=Heil schloß Reichsluftfahrtminister Göring seine mit begeistertem Beifall aufgenommene Ansprache. Das Deutschland= und das Horst=WesselLied folgten. Landesgruppenführer Major a. D. von Loeper nahm darauf die feierliche Verpflichtung von mehr als 18 000 Amtsträgern und Amtsträgerinnen sowie die Weihe der Fahne der Landesgruppe und der 200 Fahnen der GroßBerliner Bezirke und Ortsgruppen vor. Den Ausführungen des Landesgruppenführers ist zu entnehmen, daß der Reichsluftschutzbund in Groß=Berlin heute 760 000 Mitgliede zählt. Ehrung des Dichters Anion Dörfler Raabe-Gedenkfeier der NS.-Kulturgemeinde. Braunschweig, 16. November. Die Amtsleitung der NS.=Kulturgemeinde veranstaltete gemeinsam mit der ihr angeschlossenen Raabestiftung aus Anlaß des 25. Todestages von Wilhelm Raabe eine Gedenkfeier. Die Reihe der Veranstaltungen wurde eingeleitet mit einer Feierstunde am Denkmal des Dichters, an dem die Vertreter der einzelnen Körperschaften Kränze niederlegten. Es folgte eine Feierstunde im Landestheater. Die Festrede hielt der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns Johst. Der Reichsamtsleiter der NS.=Kulturgemeinde Dr. Stang gab bekannt, daß der„Volkspreis für deutsche Dichtung“ in diesem Jahre dem Mainfranken Anton Dörfler für seinen Roman„Der tausendjährige Krug" zugesprochen worden ist. Unter dem freudigem Beifall der Festgemeinde dankte der anwesende Dichter dem Preisgericht für die ihm zuteil gewordene Ehrung und erfreute die Zuhörer mit einem kurzen Vortrag aus seinen Werken. Musikalische Darbietungen und ein SS.=Sprechchor umrahmten die Feier. Nobelpreis für Physik und Chemie Stockholm, 16. November. Der Nobelpreis für Chemie ist dem Professor Joliot=Paris und seiner Gattin Irene Turie=Joliot für ihre Synthese der neuen radioaktiven Elemente verliehen worden. Im Jahre 1903 haben auch der Vater und die Mutter der Preisträgerin den Nobelpreis erhalten; die Mutter außerdem noch im Jahre 1911. Den diesjährigen Nobelpreis für Physik erhielt der m Jahre 1891 geborene Professos Chadwick, der bisher in der Universität Cambridge wirkte, inzwischen aber nach Liverpool berufen worden ist. Professor Chadwick erhielt den Preis für die Entdeckung des Neutrons. Ein= und Ausfuhr von Kriegsgerät Im Reichsgesetzblatt ist ein Gesetz über die Ein= und Ausfuhr von Kriegsgerüt erschienen. Das Gesetz bestimmt, daß diese nur mit besonderer Erlaubnis des Reichskommissars für Aus= und Einfuhrbewilligung im Einvernehmen mit dem Reichskriegsminister erfolgen darf. Zuwiderhandlungen gegen das neue Gesetz werden mit erheblichen Strafen bedroht. Die durch das neue Gesetz geschaffene Regelung der Aus= und Einfuhr von Kriegsgerät entspricht der Regelung, die auch in den meisten anderen Ländern, die Waffen herstellen, auf diesem Gebiet getroffen worden ist. Alles für Deutschland Handwerker und Beamie sammeln am 1. Dezember. Mit den Beamten sammeln am 1. Dezember auch die deutschen Handwerker für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Das Handwerk wird die Straßensammlungen in Beufstracht durchführen. Gesammelt wird jeweils in Gruppen zu drei Mann, so z. B. sammeln ein Handwerksmeister, ein Beamter und ein Handwerksgeselle oder-lehrling zusamnen. Alle übrigen Handwerker, die nicht für die Straßensammlung eingesetzt werden, werden zusammen mit den Beamten Werbemärsche durch die Straßen ihres Ortes veranstalten. Der Reichshandwerksmeister und Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Schmidt hat zu dieser Straßensammlung einen Aufruf erlassen, in dem er u. a. ausführt: „Handwerker, du bist des Führers Soldat, wenn du in vorderster Front mitkämpfft. An deinem Sammeltag für das WHW. wirst du deine Volksverbundenheit zeigen und beweisen, daß du bereit bist zum Sozialismus der Tat. Meister, Gesellen und Lehrlinge: Alles für den Führer und Deutschland!“ 2 kriegf ein. s geschenkt URHEBER-RECHTSSCHUTE DURCH VERLAC OSKAR MEISTER, WERDAU (2. Fortsetzung. Mit der Mutter konnte sie das nicht. Mutter sah prinzipiell alles rosig. Das war ja eine schöne Eigenschaft und im Verein schrankenloser Optimisten wäre Mutter sicher Ehrenmitglied geworden. Die Hausangelegenheit aber mußte gründlich überdacht werden, sonst setzte man sich damit eklig in die Nesseln. Werner Lisan und Heinz Brandt waren gescheite Jungen, aber sie hatten keine Lebenserfahrung. Die besaß Kurt Braun. Der mußte raten. „Na, Fräulein Friedel, Sie sehen ja aus, als hätten Sie einen dicken Kummerkloß auf dem Herzen?" „Habe ich auch!" „Dann heraus damit!" Und Friedel erzählte. Die Nacht vom 7. April... der Bettler als Millionär ... der Justizrat... das geschenkte Haus... alles bekam Kurt Braun zu hören und zum Schluß hielt sich der junge Mann vor Lachen die Seiten. „Na, wenn Sie mich bloß auslachen wollen," sagte Friedel beleidigt. „Tue ich ja gar nicht, kleines Mädel. Bloß habe ich die Geschichte schon einmal gehört, ha, ha, ha, ha!" Friedel staunte. „Erinnern Sie sich an den Artikel, den ich Ihnen vor einiger Zeit diktierte, Fräulein Friedel? Er hieß: Eine Nacht als Berliner Taxichauffeur," sagte Braun. „Natürlich erinnere ich mich. Die Arbeit erschien im Berliner Sechsuhrblatt.“ „Und wurde von mir nicht frei nach erfundenen Motiven geschrieben, sondern weil ich mir Max Gehrkes Antodroschke gepumpt habe und selber als Nachtchauffeur herumgegondelt bin. Das war in der Nacht vom 7. April, allwo ich das gleiche Erlebnis hatte wie Sie. Nur habe ich nicht darüber berichtet. Das hätte ausgesehen, als wolle ich mich als edler Menschenfreund aufspielen. Aber auch mich hat ein Bettler um zehn Mark für eine Hamburgreise angepumpt, und weil der Bursche so klapprig aussah, habe ich ihn in Maxens Taxe zum Lehrter Bahnhof gefahren. Dort habe ich ihm sogar von einem Wursthändler ein paar heiße Wiener spendiert, nebst einer Zigarette, was der Millionär aber vergessen zu haben scheint, ha, ha, ha!" Nun mußte auch Friedel lachen. Braun fuhr fort: „Eigentlich habe ich den Kerl ja für einen Schwindler gehalten. Aber ich habe mir gedacht: Lieber einmal dem Unrechten gegeben, wie dem Rechten die Hilfe versagt. Und weil ich Gehrkes Droschke fuhr, habe ich dessen Adresse angegeben. Auf Maxens Namen liegen nun zehntausend Mark bereit, die eigentlich mir zustehen. Als Sie kamen, hatten wir uns gerade um den edlen Mammon in den Haaren. Das heißt, die liebe Alwine war der Stänker. Gehrke und ich sind uns einig." „Wie denn, Herr Braun?" „Wir teilen. Aber nun wollen wir von gelegenheiten sprechen, Fräulein Friedel. das Haus annehmen?" weiß nicht, Herr Braun.“ „Ja, ja, Besitz macht Sorgen," lächelte der „Aber Sie sehen mir ganz danach aus, als ob Sie schon ein Plänchen hätten, kleines Mädel?" „Ich habe allerdings eine Idee." „Dann erzählen Sie mal." Friedel legte los und geriet in Eifer. Braun hörte ihr vergnügt zu. sichneter Einfall, Friedelchen. Kann famos hren Ansollen Sie werden und ist ni „Ja, aber ich ha cht teuer." abe doch gar kein Geld, Herr Braun!“ „Mädel, ich hab's jal Die Hälfte von den zehntausend stecke ich in Ihr Unternehmen.“ „Sy, Herr Braun, wollen Sie wirklich? Aber dann fange ich ja mit Schulden an und... das möchte ic nicht." „Das sind keine Schulden, Friedel. Das ist ein Mietvorschuß. Denn daß ich in das Haus am Kurfürstendamm ziehe, ist Ehrensache. Alwines Stänkereien sind mir schon lange über." „Großartig, Herr Braun! Sie sollen die schönsten Zimmer haben, die Tapeten dürfen Sie sich aussuchen keine soll zu teuer sein. Und... alle Ihre Arbeiten tippe ich umsonst." „Nichts zu machen, die verrechnen wir auf die fünftausend. Ich gratuliere, Fräulein Hausbesitzerin!“ Friedel stieß einen Jubelruf aus, mitten in den Schlag einer Kuckucksuhr hinein. Was sie daran erinnerte, daß sie nach Hause mußte. „Schönen, schönen Dank, Herr Braun! Nun muß ich weg. Mutter wartet auf mich. Ach, ich bin ja so vergnügt!" „Ich auch. So sehr, daß ich gar keine Lust habe, mich noch weiter mit Alwine herumzuzanken. Ich begleite Sie zum Autobus.“ Rudolf Hall machte noch immer Fensterpromenade vor Nummer 7. Wo blieb das Mädelchen bloß? Na, einmal mußte es ja wiederkommen. Und das tat Friedel denn auch! Sie trat aus dem Hause in Begleitung eines junge Mannes, der sie am Arme führte. Die beiden waren furchtbar vergnügt und wollten sich ausschütten vor Lachen. Rudolf Hall kriegte es mit der Eifersucht. Und schlug in Wut um, als er Friedels Begleiter erkannte Sein netter, blonder Chauffeur von der Nacht 7. April! Ganz offensichtlich waren die beiden ein Liebespaan Und er hatte sie finanziert... mit einem Hause zehntausend Mark in bar! Rudolf Hall nannte sich einen Esel. Fü sec Fü 271 Sta Die neuen A Volksernähru Die von der für eine große Z Rohstoffe lassen neue Maßnahme hat. Legt man! fenen Teil des I unter das Ausfu gesamten Außen seite, einen verhä der auf schätzung dürfte. Es komm um ein absolutes die Ausfuhr der einem Genehi gilt u. a. für di fertigerzeugnissen selbstverständlich Weise gefördert plis berührt, ufsverbändAusfuhr handelt, auf dem Gebiet ten. Es wäre den mit einer Verrin einer durch die Umleitung bestim gen zu rechnen. ler Rohstoffe ist v ten veranlaßt ur lage kaum näher lichen um Waren führen gezwunge nung beigegeben gemacht worden, Weltmarkt ein( ser Art Deutschla und unter erhö würde. 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