Anzoigennrojs: Für 1 mm Höhe. 46 mm breit 5 Pfennig. elzeigenprels. Deblamen mm Höhe 9 mm breit 20 Pfg. Beilagengebühr je Causend 10 Mark. Sämtliche Anzeigen sind nach Steinheim i. Westf. zu senden. — Druch und Verlag: C. Simonowsdi, Steinheim i. Westt.= einer Zeitung Bote für das Emmertal Amtliches Verordnungsblatt .Für diesen Monat 1.50 Neichsmark frei Haus Erscheint sechs mal wöchentlich, mit Ausnahmvon Sonn= u. Feiertagen. Für die Schriftleitung verantwortlich: C. Simonowski, Steinheim, Fernsprecher Nr. 352 Nr. 119. Steinheim, Freitag, 25. Mai 1934. 41. Jahrgang Marktpolitik! Von H. Kolf Fritzsche, Pressereferent im Reichswirtschaftsministerium. Die Reichsregierung hat es unter der Führung Adolf Hitlers als eine vordringliche Aufgabe angesehen, die vom Führer verkündete Arbeitsschlacht mit Erfolg durchzuführen und die breiten Massen von Erwerbslosen von den Straßen hinweg wieder an Arbeitsstätten zu bringen. Schon im ersten Jahre der nationalsozialistischen Regierung wurde ein größerer Teil der Erwerbslosen wieder in Arbeit und Brot gebracht. Am 21. März leitete Adolf Hitler an der Baustelle der neuen Reichsautobahn in Unterhaching in Bayern den zweiten Kampfabschnitt zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit ein, und in der darauffolgenden Zeit wurden seitens der Regierung in verstärktem Umfange Maßnahmen eingeleitet, um durch eine innere Wirtschaftsbelebung die Erwerbslosigkeit wieder herabzumindern. Der Geist Adolf Hitlers ist im Sturm über Deutschland hinweggegangen. Er hat Millionen aufgerüttelt und zu einer neuen Einstellung zum Staate und zur Gesamtheit der Nation geführt. Freilich sind auch manche Volksgenossen vorhanden, die das Wesen und das Wollen des Nationalsozialismus aus ihrer ganzen Mentalität heraus nicht erfassen konnten. Sie haben sich zum Teil die Gesten des nationalsozialistischen Kämpfers angeeignet, aber sie wissen nichts von dem Wesen dieses Kampfes, sie wissen nichts von dem Wollen um die Erneuerung des Volkes Sie sind im Grunde die Alten geblieben und richten ihre größte Aufmerksamkeit darauf, wie weit eine konjunkturelle Entwicklung ihrem Eigennutz am besten dienen kann. Das sind gewisse verantwortungslose Unternehmer und Unternehmergruppen, die die innere Belebung unserer Wirtschaft dazu benutzen, um die Preise für ihre Waren oder Leistungen zu erhöhen. Es kommt diesen Leuten wenig darauf an, ob sie durch ihr eigennütziges Streben die Mittel schmälern, die von der Staatsführung und dem ehrlich willigen Teil der privaten Wirtschaft zur Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms eingesetzt worden sind. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt hat darum genau wie im Vorjahre, als sich diese Tendenz bemerkbar machte, diesen Saboteuren des wirtschaftlichen Aufbaues den schärfsten Kampf angesagt. Wer noch nicht natkonalsozialistisch zu denken und danach zu handeln gelernt hat, der muß eben an die Kandare genommen uno zur Erfüllung seiner Pflichten gezwungen werden. Versucht er, sich auch diesem Zwange zu entziehen, so hat er als Schädling an der Volksgemeinschaft aus dem Wirtschaften und Schaffen der Nation ausgeschaltet zu werden. Hier ist jede Milde unangebracht. Wir leben in einer Notzeit, in der wir die Zusammenfassung aller Kräfte brauchen, um uns durchzusetzen und um den Wiederaufstieg unseres Volkes zu sichern. Jeder schaffende deutsche Volksgenosse hat die Verpflichtung, hierbei durch Einsatz seiner ganzen Kraft mitzuwirken. Wenn heute von dem einzelnen Opfer gefordert werden, so sind diese notwendig, um das gigantische Werk zu fundieren, das unser genialer Führer geplant hat und das nicht nur uns, die wir das Glück haben, an seiner Durchführung mitarbeiten zu können, sondern auch unseren Kindern und Kindeskindern eine bessere Zukunft bringen soll. Darum tritt der Reichswirtschaftsminister allen eigennützigen Machenschaften und Versuchen, aus der von der nationalsozialistischen Regierung geförderten Wirtschaftsbelebung einen durch nichts zu rechtfertigenden Sondervorteil zu ziehen, mit aller Schärfe entgegen. Der Minister hat am 16. Mai eine neue Verordnung gegen Preissteigerungen erlassen, in der er sich gegen die Verabredung, Festsetzung oder Empfehlung von Mindestpreisen und gegen deren Erhöhung ausspricht. Nach dieser Verordnung dürfen bis auf weiteres für lebenswichtige Gegenstände des täglichen Bedarfs ohne Einwilligung der zuständigen Preisüberwachungsstelle(in Preußen der Regierungspräsident, in Berlin der Polizeipräsident, in Bayern die Kreisregierung, in den anderen Ländern die oberste Landesbehörde) von Verbänden oder anderen Zusammenschlüssen, gleichviel, ob sie auf öffentlichem oder bürgerlichem Recht beruhen, keine Mindestpreise, Meistverarbeitungsspannen, Mindesthandelsspannen, Höchstnachlässe oder Mindestzuschläge für den inländischen Geschäftsverkehr verabredet, festgesetzt oder empfohlen werden. Schon bestehende Abreden, Festsetzungen oder Empfehlungen dürfen ohne Einwilligung der zuständigen Preisüberwachungsstelle nicht zum Nachteil der Abnehmer verändert werden. Zu den im Gesetz genannten Zusammenschlüssen gehören auch z. B. Innungen, soweit sie sich bisher mit der Preisfestsetzung befassen durften. Die Preisüberwachungsstellen werden auch außer der Wahrnehmung der ihnen durch die Verordnung übertragenen Befugnisse jeder Preissteigerung für Gegenstände oder Leistungen, auch, soweit sie von einzelnen Unternehmern im Handel oder Handwerk ohne Vorliegen einer Marktregelung vorgenommen werden, nach dem Willen des Ministers Ait aller Schürfe entgegentreten. Wissenschaft und Volk Ansprache Dr. Leys auf der Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker. Köln, 24. Mai. In Anwesenheit von etwa 2000 deutschen Chemikern wurde in Köln die diesjährige Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker eröffnet. Der Vorsitzende des Vereins Deutscher Chemiker, Prof. Dr. Duden, betonte, daß der Chemiker seine Aufgabe so anzugreifen uno zu lösen habe, daß damit dem Volksganzen genützt werde. Notwendig seien zähes uno zielbewußtes Arbeiten und die Gemeinschaftsarbeit mit anderen Zweigen der Technik und der Landwirtchaft. Oberbürgermeister Dr. Riesen verwies auf die hochtehenden Leistungen der deutschen chemischen Industrie, und betonte, daß das neue Deutschland nur den Willen habe, dem wirtschaftlichen Fortschritt der gesamten Menschheit in friedlicher, werteschaffender Arbeit zu dienen. Nachdem der Prorektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Pfeiffer, die Glückwünsche der Universitäten Köln und Bonn und der Technischen Hochschule Aachen überbracht hatte und der Vorsitzende des Ortsausschusses des Vereins Deutscher Chemiker, Prof. Dr. Henglein, im Auftrage dieses Ausschusses die Gäste begrüßt hatte, ergriff Staatsrat Dr. Ley das Wort zu einer längeren mit großem Interesse und Beifall aufgenommenen Ansprache, in der er ausführte, daß alle Wissenschaft ohne die richtige Weltanschauung wertlos und für die Nation sogar chädlich sei. In der Vergangenheit hätten Wissen und Erkenntnis oft dazu verführt, den Instinkt und die Bedeutung der Rasse und des Blutes zu vernachlässigen. Die ungeheure Kraft des Glaubens dürfe bei aller Anerkennung der Bedeutung der Wissenschaft nicht verkannt werden. In der Vergangenheit beherrschte uns die Wissenschaft, statt daß wir sie beherrschten. Ehe man an die Wissenschaft herangehe, müsse man erst eine feste Weltanschauung besitzen. Solle die wissenschaftliche Arbeit für ein Volk von Wersein, so dürfe man nicht im luftleeren Raum einer sagenhaf ten Objektivität operieren, sondern auf dem Boden der Wirklichkeit und im Glauben an die Zukunft des Volkes. Wissen verpflichte zur Demut, denn die Wissenschaft könne keine neuen Gesetze aufstellen, sondern nur bereits vorhandene erkennen. Zum Schluß betonte Dr. Ley, daß die Wissenschaft keine internationale, sondern vor allem eine höchst nationale Angelegenheit sei, weil der neben dem Instinkt stehende Verstand eine Funktion der Rasse und des Blutes darstelle. Die Veranstaltung wurde umrahmt von Chören der JG.=Farbenwerke in Troisdorf, Leverkusen und Dormagen sowie von Orgelvorträgen des Kölner Domorganisten, Professor Hans Bachem. Zusammenarbeit der Presse Empfang der lettischen Journalisten im Haus der Presse. Berlin, 24. Mai. Die auf einer Deutschlandfahrt befindlichen lettischen Journalisten waren nach ihrer Rückkehr von München nach Berlin Gäste des Reichsverbandes der deutschen Presse. Ju dem Empfang der lettischen Journalisten hatten sich zahlreiche führende Männer der deutschen Presse eingefunden, um die Verbundenheit und die freundschaftlichen Gefühle der deutschen Presse für Lettland zu bekunden. Der Führer des Reichsverbandes der deutschen Presse, Chefredakteur Weiß, richtete an die lettischen Journalisten herzliche Worte der Begrüßung, wies auf das nationale Erwachen in Deutschland hin, und insbesondere auf die nationale Disziplin, die nun im neuen Deutschland wieder zu Ehren gekommen ist. Er sprach die Hoffnung aus, daß es den lettischen Journalisten in Deutschland recht gut gefallen habe und daß sie einen Eindruck mit nach Lettland nehmen möchten, wie das neue Deutschland in Wirklichkeit sei, nicht, wie es sich in Emigranten= und deutschfeindlichen Blättern spiegele. In seiner Antwortansprache behandelte Minister Seskis, der Pressechef des lettischen Außenministeriums, die Frage der Presseberichterstattung und wies darauf hin, daß Berichterstattung immer wahr sein müsse, es sei die unwahre und tendenziöse Berichterstattung, die die Völker einander entfremde. Deshalb müsse man in allen Ländern für die Wahrheit der Presse kämpfen und dafür sorgen, daß Presseberichte immer Tatsachen enthielten und den Tatsachen entsprächen. Dann werde es überhaupt keine Feindschaft zwischen den Völkern geben können. Er habe sich überzeugen können, daß die deutsche Presse heute diese Aufgabe erfülle, und er könne für die lettische Presse das gleiche versprechen. Minister Seskis dankte dann für die herzliche Aufnahme in Deutschland und verband damit die Hoffnung, daß die Beziehungen Lettlands und Deutschlands, zwischen denen es keine ernsten Differenzen gebe, noch herzlicher und freundlicher werden möchten. Beisetzung Dr. Schrenks Auf dem Stuttgarter Waldfriedhof wurde der bei seinem der wissenschaftlichen Forschung dienenden Ballonaufstieg in Rußland verunglückte Ballonfahrer Dr. Schrenk beigesetzt. Ein Fliegerehrensturm schritt dem mit zahlreichen Kränzen geschmückten Sarge voraus. Unter den Kranzspenden befanden sich auch die Kränze, mit denen Sowjetrußland das Opfer der Luft ehrte. Den Sarg umhüllte die Reichsflagge, die an der Gondel des verunglückten Ballons hing. Der Reichswirtschaftsminister hat dafür die Preisüberwachungsstellen mit besonderen Machtbefugnissen ausgestattet und zum Ausdruck gebracht, daß er in krassen Fällen der Zuwiderhandlung von Verbänden oder einzelnen Unternehmern keine Bedenken tragen wird, die Schließung von Betrieben anzuordnen oder gegen die Person des Schuldigen unter Veröffentlichung in der Presse die schärfsten Maßnahmen ergreifen zu lassen. Der Minister sieht eine unzulässige Preissteigerung im allgemeinen dann als gegeben an, wenn die Preise gegenüber dem Stand von Mitte 1933 erhöht worden sind, ohne daß die Selbstkosten(Rohstoffe, Löhne) gegenüber dieser Zeit Steigerung erfahren haben. Reichswirtschaftsminister Schmitt hat durch seine erneutVerordnung und die angekündigte Schärfe des Vorgehens gegen Widersacher im Anschluß an die Arbeitsschlacht der sregierung die Preisschlacht verkündet. Er hat sich dazu genötigt gesehen, weil es auf keinen Fall zugelassen werden kann, daß eigennützige Geschäftsleute die von dem deutschen Volke mit großen Opfern und der Staatsführung mit Tatkraft und Planmäßigkeit geführte Arbeitsbeschaffung dazu benutzen, um durch eine Erhöhung des Preisstandes Vorteil aus der unter großen Anstrengungen durchgeführten politischen und wirtschaftlichen Erhebung des Volkes zu ziehen. Gleichzeitig mit der erneuten Eröffnung der Preisschlacht hat der Reichswirtschaftsminister auch in die Erzeugung aufs neue marktregulierend eingegriffen, indem er Verbote für die Anlage neuer Produktionsstätten solcher Erzeugungszweige erließ, in denen die vorhandenen Betriebe nicht voll ausgenutzt sind. Damit istein neuer Abschnitt planmäßiger Marktpolitik durch den Reichswirtschaftsminister eingeleitet worden. Die in diesem Juge durchgeführten und noch durchzuführenden Maßnahmen werden wesentlich dazu beitragen, den inneren Gesundungsprozeß unserer Wirtschaft weiter zu entwickeln und der deutschen Wirtschaft die Spannkraft zu geben, die sie braucht, um mit den Schwierigkeiten, die sie insbesondere im Außenhandel noch zu überwinden hat, fertig zu werden. Gegen Reaktionäre und Miesmacher Der Pressechef der Reichsjugendführung, Gebietsführer Gustav Staebe, spricht am heutigen Donnerstag in der Zeit von 19.40 bis 20.00 Uhr über alle deutschen Sender über das Thema:„Gegen Reaktionäre, Miesmacher und Meckerer.“ Runderlaß Die Einsetzung von Kommissaren in Gemeinden. Der preußische Minister des Innern hat an die nachgordneten Behörden einen Runderlaß gerichtet, der die Einsetzung von Kommissaren in Gemeinden betrifft. Danach darf dieses Aufsichtsmittel nur in solchen Fällen angewendet werden, in denen andernfalls ernste Unzuträglichkeiten für die Ziele der Staatsführung und schwere Erschütterungen des Gemeindelebens unabweisbar sind. Weiter ist angeordnet daß in Fällen, in denen die Bestellung eines Beauftragten jeboten ist, regelmäßig vorher an den preußischen Minister des Innern berichtet werden muß. Politische Rundschau Wechsel in der Berliner Sowjetbotschaft. Der scheidendrussische Botschafter Chintschuk, der Ende Juni Berlin verläßt, weilt zur Zeit im Urlaub in Karlsbad. Der neue Botchafter Suritz, für dessen Ernennung das Agrement der Reichsregierung erteilt wurde, dürfte seinen Berliner Posten nicht vor Mitte Juli antreten. Landesgruppe China der NSDAP. spendet 185 000 Silberdollar. Die von der Landesgruppe China der NSDAP eingeleitete Sammlung zur Arbeitsbeschaffungsspende hat den ansehnlichen Betrag von 185 000 Silberdollar ergeben. Damit ist erneut dargetan, wie sehr der Kampf der Heimat um den Neubau Deutschlands von den Parteigenossen im Auslande tatkräftig unterstützt wird. Abenteuerliche Flucht Frauenfelds. Der Führer der Wiener Nationalsozialisten, Gauleiter Frauenfeld, ist nach abenteuerlicher Flucht aus Oesterreich entkommen und in München eingetroffen. Gauleiter Frauenfeld ist einer der bewährtesten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich Erfolg der Arbeitsschlacht Zunahme der Beschäftigtenzahl im April um 640 000. Berlin, 25. Mai. Deutlicher noch als in dem Rückgang der Zahl der Arbeitslosen kommt die erfolgreiche Fortführung der deutschen Arbeitsschlacht in der anhaltenden Erhöhung der Zahl der Beschäftigten zum Ausdruck. So hat sich im April die Beschäftigtenzahl nach der von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung geführten Statistik der Krankenkassenmitglieder um 640 000 auf 15 326 000 erhöht. Damit waren im April 1934 2 628 000 Personen mehr im Arbeitsprozeß tätig, als in der gleichen Zeit des Vorjahres und 3 839 000 mehr als während des Tiefstandes der Beschäftigung im Januar 1933. Es ist ein bedeutsames Zeichen für die Stärke der deutschen Volkswirtschaft, daß, wie sich aus der Statistik weiter ergibt, die Zahl der Arbeitslosen vom Januar bis Ende April 1934 um 1 450 000 gesunken ist, während sich die Zahl der Beschäftigten um 2039 000 erhöhen konnte. Eine derart hohe Zunahme der Beschäftigtenzahl ist bisher noch in keinem Jahre, und selbst nicht in dem konjunkturgünstigen Jahre 1929 zu verzeichnen gewesen! Hinsichtlich der einzelnen Monate war die Zunahme der Beschäftigtenziffer besonders groß im März(plus 720 000) und im April(plus 639 000), in denen die Arbeitslosenzahl um 574 000 und 190 000 gefallen ist. Insgesamt ist die Beschäftigtenziffer in diesen beiden Monaten um 595 000 mehr gestiegen, als die Arbeitslosenziffer zurückgegangen ist. Dies zeigt, daß in den Frühjahrsmonaten zahlreiche Volksgenossen, die den Winter über ohne versicherungspflichtige Beschäftigung waren, aber durch selbständigen Erwerb oder durch Arbeit in der Familiengemeinschaft ohne Inanspruchnahme der Unterstützungseinrichtungen der Reichsanstalt sich durchgeholfen haben, teils in der Wirtschaft Beschäftigung gefunden haben, teils zu den Arbeitsämtern gekommen sind, um sich als Arbeitsuchende eintragen zu lassen in der berechtigten Hoffnung, bei Besserung der Beschäftigungslage auf dem Wege über die Arbeitsvermittlung Beschäftigung zu finden. Die gegenüber der Abnahme der Arbeitslosenziffer besonders starke Zunahme der Beschäftigtenziffer im April läßt ferner den Schluß zu, daß die Wirtschaft für die Jugendlichen, die Östern aus der Schule entlassen sind, in erfreulichem Maße aufnahmefähig war. Die Eingliederung dieser Jugendlichen in das Wirtschaftsleben muß daher zu einem großen Teil bereits im April gelungen sein. Die Saar bleibt deutsch Abfuhr für eine französische Gesellschaft Saarlouis, 25. Mai. Saarlouis wurde von einer französischen Reisegesellschaft „beglückt“, die größtenteils aus Studenten bestand. Die Studenten, die in zwei Autobussen der französischen Grubenverwaltung nach Saarlouis gekommen waren, nahmen zunächst auf dem Marktplatz Aufenthalt, wo sie sich von ihrem Führer in französischer Sprache die Geschichte der deutschen Stadt Saarlouis erläutern ließen. Offenbar hatte dieser Führer aber selbst von der Geschichte der Stadt Saarlouis nicht die geringste Ahnung, schloß er doch seine Ansprache mit der Feststellung":„Saarlouis war, ist und bleibt französisch!“ Daraufhin begaben sich die Franzosen in ein Restaurant zum Mittagessen. Nicht lange danach hatten sich Hunderte von Menschen vor dem Restaurant eingefunden, wie denn auch der ungevohnte Besuch bereits bei dem„Geschichtsunterricht“ auf dem Marktplatz nicht wenige Personen angelockt hatte, denen ein zufällig anwesender deutscher Student die Worte des Franzosen sogleich übersetzte. Selbstverständlich hatten die Einwohner von Saarlouis, die Zeuge des französischen Besuches waren, danach nur den einen Wunsch, den Franzosen ihre deutsche Gesinnung nachdrücklichst zu bekunden. Das gelang denn auch auf eine eindrucksvolle Art. Mitglieder einer Musikkapelle, die sich unter der Masse befanden, holten schnell ihre Instrumente herbei und veranstalteten, während sich die Franzosen in dem Restaurant un der Mittagstafel niedergelassen hatten, ein vaterländisches Platzkonzert. Als das Deutschlandlied ertönte, stimmte die Menge spontan und begeistert ein. Ebenso sang die treudeutsche Bevölkerung das Horst-Wessel-Lied und das Saarlied mit. Inzwischen waren an sämtlichen Fenstern der umliegenden Häuser die Hakenkreuzfahnen und die schwarz-weiß-roten Fahnen in großer Zahl herausgehängt worden. Ein riesiges Schriftband trug die Inschrift:„Die Saar bleibt deutsch.“ Diese unvorbereitete nationale Kundgebung der treudeutschen Saarlouiser muß dann den Franzosen gehörig den Appetit verdorben haben. Die französischen Studenten verschwanden so rasch wie möglich in inren Kraftwagen in Richstung Fraulautern und bezogen schließlich Quartier auf der Grube Duhamel. Bei der Abfahrt der Autobusse schmetterte die Kapelle unter dem Hohnlachen der Bevölkerung das Lied: „Muß i' denn, muß i' denn zum Städtele hinaus.“ So hat die deutsche Bevölkerung von Saarlouis den Franzosen einen Empfang bereitet, der ihnen ganz gewiß noch lange in den Ohren nachklingen und sie so daran erinnert wird, daß das Saarvolk in allen seinen Schichten deutsch ist und deutsch bleiben wird! Eine Probe aufs Exempel Der Präsident der Regierungskommission des Saargebietes, Knox, der eifrig bemüht ist, der Weltöffentlichkeit gegenüber die Notwendigkeit der Entsendung einer fremden Polizeitruppe in das Saargebiet zu erhärten, hat während der Pfingstfeiertage Gelegenheit gehabt, seine Ansicht gründlich zu revidieren. Während der Pfingstfeiertage veranstalteten nämlich die roten internationalen Sportler in Saarbrücken ein Sportfest, das jedoch, was selbstverständlich von Anfang an beabsichtigt war, von den Drahtziehern in eine politische Kundgebung umgewandelt worden ist, ohne daß die Regierungskommission sich zu einem Verbot aufgerafft hätte. Die„Saarbrücker Zeitung“ fragt nun: „Am vergangenen Sonntag durchzogen mehrere hundert Leilnehmer an den beiden roten Pfingsttreffen die Straßen von Saarbrücken. Ist auch nur einem Teilnehmer dieser roen Zusammenkünfte irgend etwas geschehen, het man irzendeinem der erschienenen Emigranten, erkenntlich an hrem provinzialen Dialekt, ein Härlein gekrümmt? Hat irgendeines der politischen Abzeichen bei den Leuten Abwehrhandlungen oder Abwehrgesten ausgelöst, denen selbst das Tragen politischer Abzeichen verboten wurde? Wie psychoogisch verständlich wäre es gewesen, wenn die Anhänger der Deulschen Front die Abzeichen des Klassenhalses und der antideutschen Propaganda genau so„aufreizend“ und„provokaorisch“ empfunden hätten wie gewisse saarländische Zentralbehörden ein Paar braune Stiefel oder die Zeichen des Haenkreuzes! Trotz alledem geschah nichts! Es kam zu keinerlei Unrempelungen, zu keinem Wortwechsel, zu keiner Prügelei. In musterhafter Nichtachtung ließ die Bürgerschaft die vom ino zum Exerzierplatz strömenden Trupps Revue passieren. Es war gerade eine Probe aufs Exempel, dessen konturen der Präsident der saarländischen Regierungskomnission, von dem französischen Abstimmungsinteressenten Norize natürlich weitgehend unterstützt, sichtlich erregt an ne Genfer Wand zu malen beliebte. Soviel muß gesagt verden: Die Saarbevölkerung ist viel zu klug, um durch Gewissenofigkeiten dem Feind der deutschen Einheit in die Hände zu irbeiten. Mit peinlicher Genauigkeit und skrupelhafter Gewisenhaftigkeit erfüllt sie, wie der rote Pfingsttag hinlänglich beweist, das Gebot ihrer Führung. Es bedarf keiner„neuralen" Polizeitruppe, um Ordnung zu halten. Eine Bevölkerung, die ein wahrhafter Völkerbund in eine juristische und moralische Obhut hätte nehmen müssen, tatt durch eine Regierungskommission dem Volkswillen entjegenzutreten, eine solche Bevölkerung hat gelernt, sich auf ich selbst zu besinnen und in eigene Zucht zu nehmen. Sie ist im so meyr zu dieser Haltung befähigt, als an dem Sieg hres Rechts nicht im geringsten gezweifelt werden ann. Die Saarbevölkerung will und fordert nichts weiter als dieses Recht. Läßt sich diese Verschleppung der Abstimmung weder mit iner Bestimmung des Versailler Vertrages noch, wie der tole Pfingsttag gezeigt hat, mit der tatsächlichen Lage im Saargebiet begründen, so stützt sich die Saarbevölkerung bei hrem Widerstand gegen die Einstellung nichteinheimischer Beamten in die Saarpolizei auf den Vertrag von Versailles. Wir haben die Versailler Saargrenze moralisch nie anerkannt ind werden es auch nie tun. Aber wie wir in diesem geschichtich bedeutsamen und einmaligen Zeitpunkt um der politischen klarheit, der Volksgesamtheit und des Reiches willen die Jolksgenossen aus dem Reiche bitten, den Einheimischen die Führung des Abstimmungskampfes zu überlassen, so wünchen wir auch keine Aenderung des regionalen Charakters der Polizei. Der Versailler Vertrag schreibt diesen regionalen Charakter ausdrücklich vor, und die Bevölkerung ist in der merkwürdigen Lage, diese Bestimmung des Versailler Vertrages einen Verfassern und der Regierungskommission in Erinnerung rufen zu müssen. Die Bevölkerung fordert also auch hier nur ihr vertragliches Recht.“ Französische Intrigen Pariser Meldungen zufolge zeigt man sich dort äußerst erregt über einen angeblichen Diebstahl, der nach der ersten Lesart im Archiv der französischen Grubenverwaltung in Saarbrücken, nach späteren Meldungen in der Direktion der Domanialschule Friedrichsthal verübt worden sein soll. Es ollen aus dem Büro der Verwaltung der französischen Schulen Akten entfernt worden sein. Dieser zuerst nicht besonders beachtete Vorfall wird bemerkenswerter Weise von der gesamten Pariser Presse mit verdächtigem Eifer groß aufgemacht, um den„Beweis“ zu erbringen, daß die Polizei im Saargebiet angeblich nicht ausreiche und eine„neutrale Polizeitruppe notwendig sei. Diese Verstöße liegen natürlich ganz in der Richtung der bekannten französischen Bestrebungen. Die darauf angestellten Nachforschungen haben ergeben, daß als mutmaßliche Täter drei naturalisierte Franzosen namens Regneri, Scherer und Mäs in Frage kommen, die bisher zu den vertrautesten Mitarbeitern Roulliers gehörten und in den nächsten Tagen ihren Dienst in der französischen Armee antreten sollten. Als Entgelt für bisher treu geleistete Dienste hatten sich diese drei von Roullier 100 Franken und von dem Divisionär der Grube Maybach 200 Franken geliehen, die sie aber in der Eile offenbar vergaßen, zurugzuerstatten. Es liegt also offensichtlich eine Unterschlagung durch bisherige Treuhänder der französischen Verwaltung selbst oder aber eine beabsichtigte Provokation vor. Die„Saarbrücker Zeitung“ versieht ihre Pariser Meldungen über den Dokumentendiebstahl mit dem Nachwort: „Sind die Akten überhaupt gestohlen worden?“ Diese Frage ist nicht unberechtigt. Es gibt da eine andere Lesart, und die ist nicht eben unwahrscheinlich. Braucht man einen neuen„Fall“? Der Eifer, mit dem sich die französische Presse der Angelegenheit annimmt und sie politisch ausspielt, ist jedenfalls höchst verdächtig. Ob nun Diebstahl oder„Diebstahl“ vorliegt? Politische Kreise im Reich und im Saargebiet hatten es jedenfalls nicht nötig, neues Material über die französischen Domanialschulen beizubringen, über die man ja sattsam Bescheid weiß. Danziger Landesbauerntag Treuegelöbnis der Bauern und Landarbeiter. In Danzig wurde unter gewaltiger Beteiligung der erste Danziger Landesbauerntag abgehalten. Reichsobmann Staatsrat Meinberg entwickelte die Grundsätze der nationalsozialistischen Bauernpolitik und ging dabei ausführlich auf die Bedeutung des Erbhofgesetzes ein. Das Erbhofgesetz solle das deutsche Volk vor dem Untergang bewahren. Nur händlerische und eigensüchtige Kreise könnten es bekämpfen. Staatsrat Meinberg nahm dann zur Frage des ständischen Aufbaues Stellung und erklärte, daß der Reichsnährstand nicht nur die Bauern sondern auch die Landarbeiter sowie die Kreise umfassen müsse, die in der Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse tätig sind. Senatspräfident Dr. Rauschning, der gleichzeitig landwirtschaftlicher GauFachbearbeiter der NSDAP. ist, betonte, Danzig könne sich als Staat nur gestützt auf ein kräftiges Bauerntum halten. Die Gefahr eines fremdvölkischen Einflusses müsse erkannt verden. Die Durchführung des Erbhofgesetzes sei gerade in Danzig notwendig, denn die Rettung und Erhaltung des Bauerntums sei auch hier die Voraussetzung für den endzültigen Sieg des Nationalsozialismus. Dr. Rauschning kündigte die Weiterführung der von ihm eingeleiteten Bauernpolitik an und bat den Reichsobmann, dem Reichsbauernführer zu melden, daß in Danzig Zehnausende von deutschen Bauern und Landarbeitern getreu die Wacht auf deutschem Boden halten. Präsidentenwahl in Prag Masaryk zum dritten Male wiedergewählt. Der tschechische Staatspräsident Masaryk, der seit 1918 in der Soitze der Tschechoslowakischen Republik steht, wurde Gegen Reaktionäre und Miesmacher Der Pressechef der Reichsjugendführung, Staebe, äußerte sich in einer vom Rundfunk übertragenen Erklärung über das Thema:„Gegen Reaktionäre, Miesmacher und Metkerer“. Der Redner betonte, Reaktionäre seien nicht allein die, die das Leben vor 1914 für überaus großartig hielten und es zurückersehnten, sondern auch die, die die Zustände vor dem 30. Januar gegenüber der Aufbaupolitik des Führers für erträglicher und lebenswerter hinstellen. Reaktionäre im Sinne der ehemals marxistischen Parteien, deren Politik 14 Jahre lang der Landes= und Arbeiterverrat gewesen sei, fänden in der deutschen Arbeiterschaft keinen Widerhall, sondern nur eine abgrundtiefe Verachtung. Der deutsche Arbeiter wisse, daß der Sozialismus in 14 Jahren hätte vollendet werden können, aber nicht in einem Jahre aufgebaut werden kann. Der Pressechef der Reichsjugendführung führte dann weiter aus: Der Arbeiter weiß, daß das nationalsozialistische Reich nicht eher ruhen wird, bis der letzte Volksgenosse eine Arbeitsstätte finden wird und bis der letzte Arbeiter ein menschenwürdiges und dem Adel seines Schaffens entsprechendes Leben führen wird. Aber wir wissen— und die letzten Wochen haben es uns bewiesen— daß die Miesmacher und Meckerer um so mehr im reaktionären Bürgertum, und hier ganz besonders in der noch immer vegetierenden sogenannten„guten Gesellschaft" einen fruchtbaren Boden gefunden haben. Sie, deren liberalistische Welt dunkle und elende Hinterhöfe im Wedding baute, Müttern und Kindern die Sonne stahl, den Vaterlandsbegriff zur Salonparole der Gutverdienenden degradierte, sie, die am 9. November feige und erbärmlich vor der Unterwelt in die Mauselöcher krochen, sie sind es auch heute, die endlich begriffen haben, daß die nationalsozialistische Nation von heute keinen Platz für sie hat. Diesen Reaktionären gilt darum der Kampf. Hierbei müssen sich in allererster Linie alle jene Männer und Jungen die Hände reichen, die in 14 verzweifelten Jahren mehr geopfert und gerungen haben, als die gesamte Innenpolitik der deutschen Vergangenheit überhaupt aufweisen kann. Die Jugend hat aus der Geschichte gelernt. Sie wird sich nicht noch einmal, wie nach den Freiheitskriegen, um den Erfolg ihres Kampfes und ihrer Opfer betrügen lassen. Nationalsozialisten! Vor wenigen Wochen schrieb eine Berliner gleichgeschaltete Zeitung:„Daß die Jugend revolutionär fühlt und schwärmt, ist selbstverständlich, weil es eine Pubertätserscheinung ist.“ Auf der ersten Seite dieser famosen Zeitung aber konnte man den alles erklärenden Satz lesen:„Wir bleiben immer, was wir waren!“ Das ist eine Kampfansage an das gesamte nationalsozialistische Deutschland. Wir von der Hitlerjugend nehmen den Fehdehandschuh auf, wir blicken zurück und sehen die ganze Bewegung geschlossen hinter uns. Und wir blicken vor uns und sehen den alten Gegner aus den Jahren des Kampfes: die Reaktion. Der Redner rechnete dann aufs schärfste mit der Politik der Reaktionäre in den vergangenen Jahren ab und zeigte, wie oft diese Leute die politische Lage völlig verkannt und schwerste Verantwortung auf sich geladen haben. Für die HJ. gebe es keinen größeren Gegner, als die Reaktion. Während die HJ. erst Leistung und Charakter fordere, setze der Reaktionär an den Anfang aller Dinge das Geld, seinen Klassendünkel und seine Kleidung. Die Hitlerjugend kenne nur den Adel der Arbeit, der Reaktionär nur den Adel der Geburt und den Adel des Geldes. Darum werde auch mit der kommenden Generation eine Adelsauffassung verschwinden, die eine der stärksten Säulen der„oberen Zehntausend“, der sogenannten„guten Gesellschaft“ dargestellt habe. Wir, die deutsche Jugend, wollen arbeiten, aufbauen, schöpfen. Es gibt noch genug zu kun, bis der letzte Arbeitslose seinen Arbeitsplatz wiedergefunden hat und bis Deutschland in der Welt die Geltung hat, um die wir kämpfen, gleichberechtigt und angesehen als ein friedwilliges, großes Was hast du, reaktionärer Miesmacher und Meckerer, bisher getan, um auch deinen Teil zu diesem gewaltigen Werk beizutragen? Gar nichts, du hast abseits gestanden und alles bemängelt, obgleich-du kümmerlich bist an Geist und körperlicher Kraft. Unsere Geduld ist am Ende. Entweder bist du still und arveitest, oder das junge Deutschland wird dir den Mund stopfen, daß dir ein für allemal die Lust vergeht, das revolutionäre Fühlen der deutschen Jugend als eine Pubertätserscheinung zu bezeichnen. Die Hitlerjugend weiß sehr wohl zwischen Frontsoldaten und Frontsoldaten zu unterscheiden; denn es gab solche vom Schlage Remarques, die am Kriege zerbrachen, und jene, die im Kriege tapfer kämpften, aber am 9. November für immer die Uniform auszogen wie Brüning. Daneben aber gab es Frontsoldaten vom Schlage Adolf Hitlers, Ernst Röhms, Hermann Görings, Rusts und Killingers, Männer, die den Stahlhelm des Jahres 1916 niemals mit der Melone von 1926 verwechselt haben, sondern keine Minute vergaßen, was sie in der Gemeinschaft des Schützengrabens erlebt haben. Diesen Männern folgte die deutsche Jugend in 14 langen Jahren. Der alte deutsche Soldat des Krieges hat kein Verständnis dafür, wenn es heute außerhalb der SA. und des Kyffhäuserbundes Einrichtungen gibt, in denen er keine Verbindung meyr zur großen Masse der Nachkriegsgeneration hat. Die Hitlerjugend sieht sich darum gerade in diesen Tagen einig mit allen guten Deutschen, die ablehnen, das Werk der deutschen Revolution heute zum Objekt von nichtsnutzenden Miesmachern und Meckerern zu machen. Sie ruft deshalb inganze Volk: „Die Reaktion sterbe, damit die sozialistische Nation lebe!" n Prag von der Nationalversammlung in feierlicher Sitzung zum dritten Male zum Staatspräsidenten gewählt. Von 120 anwesenden Mitgliedern der beiden Kammern des Parlaments stimmten 327 für Masaryk. 38 Stimmen entfielen auf den kommunistischen Kandidaten Gottwald. Nach dem Wahlakt legte Präsident Masaryk den Eid auf die Verfassung ab und verließ dann unter den Hochrufen der Abgeordneten die Nationalversammlung. In zahlreichen Städten und Gemeinden fanden zur SStunde der Wahl feierliche Kundgebungen statt. In Prag feuerte eine Batterie 21 Salutschüsse ab. Die Vertreter der deutschen Parteien stimmten geschlossen für Masaryk. Ti für U. Unter eine Tral wagenung haus aufg hielten. gelegt, ßischen kanzler und des Unte haus auf Trommel eröffneten liche und der große dienstable Die Särg deckt. Tan Trauerzu schied vor geführt Kamerad Wessel-Li Die im Kran mäßig gi wenn kei können. Stac nehmen fen, um Krankenl Reichslei tung, wi auf Last wird. Der anläßlich leidsteleg meraden fallen sir Beise Auf liche Be man als kur" an Gefolge Ruhestät schen Ll und Me sprach G rief dem Berg Vor dringen genomn abgerieg den. 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Zahlreiche Kränze wurden an den Särgen niedergelegt, u. a. von Vertretern der Reichsregierung, der preusischen Staatsregierung, des Saarbevollmächtigten Vizekanzler von Papen, der schlesischen SA. und SS., der NSB0. und des Jägerbataillons. Unter Glockengeläut wurden die Särge aus dem Rat haus auf den Markt getragen und dort aufgebahrt. Dumpfe Frommelwirbel und der Choral„Jesus, meine Zuversicht“ gröffneten die Trauerfeier. Es sprachen der katholische Geistliche und der evangelische Standortgeistliche. Dann setzte sid der große Trauerzug in Bewegung, in dem u. a. Arbeits dienstableilungen, SA., SS. und Hitlerjugend marschierten die Särge waren mit der Flagge des Arbeitsdienstes be deckt. Tausende umsäumten die Straßen, durch die sich der Frauerzug bewegte. Auf dem Hauptbahnhof erfolgte der Abschied von den Toten, die in ihre saarländische Heimat übergeführt werden. Die Kapelle spielte das Lied vom guten gameraden, dann wurde das Deutschland- und das Horsi Wessel-Lied gesungen. Die Vertreter der Behörden besuchten anschließend die im Krankenhaus liegenden Verletzten, denen es verhältnis mäßig gut ging. Die Aerzte haben Hoffnung, alle Verletzten, wenn keine Komplikationen eintreten, am Leben erhalten zu können. Staatssekretär Hierl, der an der Trauerfeier nicht teil nehmen konnte, ist am Tage darauf in Hirschberg eingetrof fen, um die verwundeten Kameraden des Arbeitsdienstes im Krankenhaus zu besuchen. Wie verlautet, ist ein Erlaß der Reichsleitung des Freiwilligen Arbeitsdienstes in Vorberei tung, wonach der Transport von Arbeitsdienstkameraden auf Lastkraftwagen, außer in dringenden Fällen, verboten wird. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hal anläßlich des Autounglücks in Altschönau ein herzliches Bei leidstelegramm gesandt, in dem er hervorhebt, daß diese Kameraden der Arbeit für das deutsche Ideal der Pflicht ge fallen sind. Beisetzung des ersten„Merkur"=Opfers Auf dem Friedhof in Wesermünde=Lehe fand die feierliche Beisetzung des Seemanns Hinrich Seedorf statt, den man als ersten der acht Ertrunkenen vom Schlepper„Merkur“ am Pfingstsonntg aufgefunden hatte. Ein zahlreiches Gefolge begleitete den dahingeschiedenen Seemann zur letzten Ruhestätte, Man sah Vertreter der Behörden, des Norddeutschen Lloyd, der Partei und sämtliche verfügbaren Offiziere und Mannschaften des Norddeutschen Lloyd. Am Grabe sprach Generaldirektor Dr. Firle herzliche Abschiedsworte und rief dem Dahingeschiedenen ein letztes Lebewohl zu. in Buggingen Bergung der Opfer nicht vor Anfang Juni möglich. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß ein Vordringen in den Unglücksstollen nicht möglich ist, da die vorgenommenen Wetterproben gezeigt haven, daß sich in dem abgeriegelten Teil des Stollens noch Kohlenoxydgase befinden. Die Wetterproben werden nun täglich genommen und die chemischen Untersuchungen vom Chemischen Institut der Freiburger Universität durchgeführt. Als Ursache des Unglücks ist einwandfrei Kurzschluß festgestellt worden. Die Bergung der 86 toten Bergknappen ist vor Anfang Juni nicht möglich. Stadt, Kreis und Provinz. Steinheim, den 25. Mai 1934. — Gedenktage am 25. Mai. 1015: Grundsteinlegung zum Straßburger Münster.— 1818: Der Kunsthistoriker Jakob Burckhardt in Basel geb.(gest. 1897).— 1855: Der Maler Leopold Graf v. Kalckreuth in Düsseldorf geb.(gest. 1928).— 1865: Friedrich August III., ehem. König von Sachsen, in Dresden geb.(gest. 1932).— 1932: Der Admiral Franz v. Hipper in Altona gest.(geb. 1863). Sonne: Aufgang 3.50 Uhr, Untergang 20.03 Uhr. Mond: Untergang 1.42 Uhr, Aufgang 16.06 Uhr. Bergrutsch=Unglück in China 250 Opfer der Katastrophe? Hongkong, 25. Mai. Bei einem Bergrutsch bei Loktschang in der Provinz kwantung haben, wie befürchtet wird, 250 Menschen das Leben eingebüßt. Eine Seite des Kaiman-Berges stürzte plötzlich ein und verschüttete ein Dutzend Dörfer. Die in den benachbarten Fluß rollenden Fels- und Erdmassen verursachten eine hohe Flutwelle, die Hunderte von Booten zum kentern brachte. Nach dem großen Erdrutsch zeigte sich die merkwürdige Erscheinung, daß das von den Erdmassen zusammengedrängte Wasser an der einen Seite des Berges wie ein Wasserfall hervorquoll. Schlagwetterexplosion Zwei Tote, drei Schwerverletzte. Rybnik, 25. Mak. Auf der Anna-Grube in Pschow wurden durch eine plosion schlagender Wetter zwei Bergleute gelöfet und drei schwer verletzt. Flugzeugabsturz in der Schweiz Luzern, 25. Maj. Ein Trainingsflugzeug, das von Leutnant Rudolf Scheller gesteuert wurde, und in dem der Direktor der Firma Fogst=Gut AG. Arbon, Fogst=Wuethrich, als Passagier mitflog, stürzte in die Felsen des Stanser Horns, wobei die beiden Insassen getötet wurden. Kleine politische Meldungen Der deutsche Botschafter von Hoesch gav einen sabend, der durch die Beteiligung berühmter deutscher Künstler zu einem musikalischen Genuß ersten Ranges wurde. Unter den Gasten befanden sich zahlreiche Mitglieder des Ober= und Unterhauses, der Londoner Gesellschaft, der ausländischen Diplomatie und hohe Beamte des Foreign Office. * Grubenwehr-Erinnerungszeichen. Der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit hat die Einführung eines Erinnerungszeichens für Verdienste um das Grubenwehrwesen beschlossen. Das von der Staatlichen Münze in Feinsilber geprägte Erinnerungszeichen zeigt ein JohanniterKreuz mit darüber gekreuztem Schlägel und Eisen. Auf dem unteren Balken des Kreuzes ist der preußische Adler angebracht. Das Erinnerungszeichen sollen in erster Linie Grubenwehr=Männer im Dienst erhalten, die wenigstens Jahre in einer Grubenwehr in vorwurfsfreier Weise Denst getan haben. Bei besonderer Auszeichnung kann eine Verleihung auch schon früher erfolgen. Neben den Grubenwehr=Männern im Dienst kann das Erinnerungszeichen auch solchen Personen verliehen werden, die sich um die Organisation oder den Ausbau des Grubenwehr=Wesens besonders verdient gemacht haben. Turnverein Steinheim. Die Schüler= und Schülerinnen=Abteilungen treten heute nachmittag um 6 Uhr in der Turnhalle zu einer wichtigen Besprechung an. Alle müssen da sein. Gut Heil! Heil Hitler! *— Die Deutsche Turnerschaft verunstaltet in der Zeit vom 26. Mai bis 3. Juni im ganzen Reiche eine Werbewoche. — Kundgebungen gegen Miesmacher. Im Rahmen der großen, sich über das ganze Reich erstreckenden Aktion der RSDAP. gegen Miesmacher und Nörgler beginnen nunmehr auch im Kreise Höxter die vorgesehenen Kundgebungen. Heute, Freitag, spricht in Bad Driburg der Gauamtsleiter Pg. Dr. Roer. Der gleiche Redner spricht am Samstag in Lüchtringen. Am Sonntag folgen Kundgebungen in Brakel und Höxter, nachmittags und abends; in beiden Veranstaltungen spricht der Leiter der Landesstelle für Westfalen=Lippe, Pg. Schmidt=Münster. Viehmarkt in Steinheim. Am Mittwoch, dem 30. Mai, vormittags um 8 Uhr anfangend, findet auf dem hiesigen Marktplatze ein Biehmarkt stattt. — Lügde, 24. Mai. Verhandlungen, die auf eine Vereinigung der beiden hiesigen Schützenvereine abzielten und welche dank den Bemühungen unseres Bürgermeitlers auch schon zu Jen besten Hoffnungen berechtigend, soweit gediehen waren, sind nun doch noch gescheitert. Im Interesse der Volksgemeinschaft ist dieses sehr zu bedauern. Wir haben also nunmehr auch in diesem Jahre wieder zwei Schützenfeste zu erwarten. Die Schützengilde begeht ihr Fest am 9. und 10. Juni; das Königsschießen hierfür findet am 3. Juni statt. — Hameln, 24. Mai. Hier begann am Pfingstmontag die Feier der 650-jährigen Rattenfängersage. Die Stadt erscheint aus dieser Veranlassung im Fahnen= und Grünschmuck und bietet für den Beschauer große Anziehungskraft. Zu gleicher Zeit hat auch die Eröffnung der Ausstellung„Der schöne Garten“ neben der Reichsbank stattgefunden. Daß das Spiel vom Rattenfänger jetzt und in Zukunft gegeben wird, dient weiter als Ansporn für einen Besuch unserer Stadt. Die Rattenfängersage ist auf musikalischer Grundlage aufgebaut, denn die Töne sind es, die das Kinderherz im besonderen gefangennehmen sollen. So war es eine Selbstverständlichkeit, daß in dem Programme der Festwochen eine ganze Reihe Konzerte aufgenommen wurden. Sie werden ausgeführt von der städtischen Standarten=, Motorstaffel= und Reichswehrkapelle, wohinzu die Gesangvereine kommen, die sich in den Dienst dieser Jubelfeier gestellt haben. *— Scherfede, 24. Mai. Ein böser Streich wurde dem Hauderer B. in der Nacht zum Pfingstmontag gespielt. Während er sich in einer Gastwirtschaft aufhielt, lösten gewissenlose Burschen die Bremsen des draußen stehenden Wagens, so daß dieser die abfallende Straße hinunterlief. Am Ende des Dorfes verfehlte er die Brücke, sauste mit voller Wucht gegen das Eisengeländer und riß es mit den Bordsteinen in den drei Meter tiefliegenden Bach, blieb jedoch mit den Hinterrädern oben hängen. Eigentümlicher Weise fiel der Sitz auf den Knopf der Hupe, die nun unaufhörlich durch die stille Nacht schallte und die ganze Nachbarschaft aus dem Schlafe riß. Niemand wußte sich das unheimliche, eintönige Hupen zu erklären. Als die ersten zur Unglücksstelle kamen, meinten sie natürlich, der Wagen sei besetzt, und mit den Hilferufen wuchs die Aufregung, die sich jedoch als grundlos erwies, da niemand zu Schaden gekommen war. *— Oerlinghausen, 24. Mai. Durch Kinderhand angezündet, entstand in Evenhausen ein Brandschaden von über 7000 Mark. Ein 7-jähriger Junge hatte mit Streichhölzern in der Nähe einer Scheune, mit 300 Zentnern Stroh Inhalt, gespielt, die völlig abbrannte. *— Gandersheim, 24. Mai. Ein Schreiben des hiesigen Forstamtes spricht Lehrern und Schülern, die sich in den letzten Wochen an der Vernichtung von Maikäfern beteiligten, besten Dank aus. Im Kreise Gandersheim seien 170 Zentner dieser Schädlinge von den Schulkindern gesammelt worden. 170 Zentner gerechnet, das würde, 400 Stück auf das Pfund gerechnet, 6 800000 Maikäfer bedeuten. Ungeheuer Schaden ist damit von der Land= und Forstwirtschaft abgewendet worden. aktion auf seinen Besitzungen durchgeführt. Raubmörder sticht sich die Augen aus. Im Innsbrucker Gefängnis stieß sich der 25 Jahre alte Alois Lechner aus Hopfgarten, der sich im Juni wegen fünffachen Raubmordes, mehrerer Raubversuche und 39 Brandstiftungen zu verantworten haben sollte, mit einem Schuhnagel in beide Augen, so daß die Augäpfel aus den Höhlen traten und er vollständig erblindete. Lechner hatte bereits mehrere Selbstmordversuche verübt, weshalb man ihn vor Monater an Ketten gelegt hatte. Bedrohliche Streiklage in Nordamerika. In Toledo (Ohio) hat sich die Streiklage so bedrohlich entwickelt, daß acht Kompagnien Infanterie und drei Maschinengewehrkompagnien mobilisiert werden mußten, nachdem die streiken den Arbeiter dazu übergegangen waren, eine Fabrik elektrischer Apparate regelrecht zu belagern. Zwischen den Streikenden und der Polizei kam es zu weiteren heftigen Zusammenstößen, wobei bisher acht Personen schwer verletzt wurden. Die Geliebte Dillingers wegen Begünstigung verurteilt Wie aus St. Paul(Minnesota) gemeldet wird, verurteilte das Bundesschwurgericht die Geliebte Dillingers, Evelvn Frechette, und den Arzt Clayton May wegen Begünstigung bezw. Beherbergung Dillingers. May, der eine Schußwunde Dillingers behandelte, erhielt 2 Jahre Gefängnis und 1000 Dollar Geldstrafe. Dillingers Geliebte wurde zu einem zweijährigen Aufenthalt in einer Besserungsanstalt und ebenfalls 1000 Dollar Geldstrafe verurteilt. Streikunruhen in Palästina. Während des Generalstreiks der jüdischen Bevölkerung in Tel Aviv wegen der Einwanderungsbeschränkungspolitik der Regierung kam es zwischen Demonstranten und der Polizei zu schweren Zusammenstößen, bei denen rund 50 Personen verletzt wurden. In Jerusalem nahmen die Kundgebungen nur kleineren Umfang an. Allgemein herrscht große Erregung. Aus Stadt und Land Begräbnis des Ballonfliegers Masuch. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung fand auf dem katholischen St. Hedwigs=Friedhof in Berlin=Reinickendorf das Begräbnis des auf so tragische Weise im Dienste der Wisfenschaft umgekommenen Meteorologen des Höhenstrahlungslaboratoriums in Potsdam, Viktor Masuch, statt. Kameraden des Ballonturms, dem der Verstorbene angehört hatte, standen Ehrenvache. Aufklärung des Königsberger Mordes. Die Mordtat an dem Kaufmann Pillkuhn aus Königsberg hat bereits nach wenigen Stunden ihre Aufklärung gefunden. Der 21jährige Arthur S. erschien bei der Kriminalpolizei und legte ein volles Geständnis ab. Prinz von Pleß wieder frei. Prinz von Pleß, der bekanntlich vor einiger Zeit wegen Beschäftigung eines Ausländers in seinen Betrieben zu drei Wochen Haft verurteilt worden war, hatte nach Rückkehr von einer Auslandsreise die Strafe sofort angetreten. Jetzt wurde er nach Verbüßung der Strafe wieder aus der Haft entlassen. Während seiner Haft haben die polnischen Behörden wegen angeblicher Steuerrückstände des Prinzen eine umfangreiche PfändungsMit dem Einkassieren des Zeitungsgeldes für den Monat Mai(1.50 Mark) wird heute begonnen. Sport Caracciola wieder am Steuer. Der bekannte Rennfahrer Rudolf Caracciola, der sich bekanntlich beim Training in Monte Carlo einen sechsfachen Beinbruch zuzog und über ein Jahr außer Gefecht gesetzt war, saß auf der Berliner Avus zum ersten Male wieder am Steuer eines Rennwagens, und zwar im neuen MercedesBenz, mit dem er gleich die Runde 233 Stundenkilometer fuhr. Die beiden ausländischen Marken, Maserati und Bugatti, die zum Avus=Retten gemeldet hatten, haben ihre Meldung streichen lassen, Von Cramm und Tüscher in Paris siegreich. Im Pariser Roland=Carros=Stadion begannen die französischen Tennismeisterschaften, die auch diesmal wieder aus insgesamt 17 Nationen eine ganz ausgezeichnete Besetzung erhalten haben. Der deutsche Meister Gottfried von Cramm punktete den Neuseeländer Malfroy nach allen Regeln der Kunst aus. Der Berliner Tüscher hatte den Reisegenossen Hines an der Riviera, Culley, zum Gegner, den er zur Ueberraschung aller leicht mit 6: 4, 6:1, 6:4 abfertigte. Beginn der Medenspiele. Jahr für Jahr veranstaltet der Deutsche Tennis=Bund, um auch den Mannschaftssport zu Wort kommen zu lassen und den Kameradschaftsgeist zu pflegen, oie Spiele um die vom ersten Präsidenten des Bundes, Grafen C. A. von der Meden, gestiftete Trophäe. An diesem Kampf sind alle 16 Gaue des Bundes beteiligt, wobei Nieder= und Mittelrhein eine Mannschaft stellen, Brandenburg deren zwei. Ganz Tennis=Deutschland ist dabei in vier Zonen aufgeteilt.. Deutsche Handball=Meisterschaft. Nach zwei vorangegangenen Ausscheidungsrunden haben sich jetzt von den 16 Männer= und 15 Frauenmannschaften noch je vier Vereine für die erste, wirkliche deutsche Handball=Meisterschaft die weitere Teilnahmeberechtigung erworben. Diese„letzten Vier“ bestreiten am Sonntag die Vorschlußrunde. Bei den Männern sind noch die beiden Gaumeister Spog. Fürth und Askanischer TV. Berlin im Rennen, die sich in Fürth gegenüberstehen, sowie Sportfreunde Leipzig und Polizei=Darmstadt, deren Begegnung nach der Messestadt angesetzt wurde. Bei den Frauen dürfte Fortuna Leipzig, als kampferprobte Elf auf heimischem Boden gegen den VfR. Mannheim kaum zu schlagen sein. Auch die Kasseler Frauen von„Hessen=Preußen“ werden an der Wasserkante ihre weiteren Aussichten gegen den TV. Eimsbüttel begraben müssen. Rekordlauf Potsdam—Berlin. Der 27. Groß=Staffellauf Potsdam—Berlin am 3. Juni wird im Zeichen einer noch nie dagewesenen Beteiligung stehen. Zu dem größten Werbelauf der Reichshauptstadt meldeten insgesamt 7430 Läufer und Läuferinnen. Das Ergebnis übertrifft die kühnsten Erwartungen und des Vorjahres um nicht weniger als 75 Mannschaften. Am Hauptwettbewerb von Potsdam nach Berlin über 25 Kilometer nehmen allein 62 Männer= und 10 Jugendmannschaften teil. In den Sonderwettbewerben starten sechs SA.=Mannschaften, ferner Mannschaften des Luftschutzes, des Arbeitsdienstes und der Berliner Studentenschaft. Bemerkenswert ist bei der Jugend die Teilnahme von drei Mannschaften der HJ. Hanns=Braun=Sporifest. Am Sonntag veranstalten die Berliner Gaue der DSB. und des DFB. gemeinsam im Neuköllner Stadion ein Sportfest zum Gedenken der im Weltkrieg gefallenen Sportsleute, verbunden mit einer Ehrung des deutschen Freiheitshelden Albert Leo Schlageters. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Staffelwettbewerbe, von denen die größte über 50 mal eine halbe Runde dem Andenken Hanns Brauns, des größten deutschen Läufers der Vorkriegszeit, gewidmet ist. Vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaftskämpfe. Die Fußball=Weltmeisterschaft kann beginnen: alle Teilnehmer sind in Italien eingetroffen. Die deutsche Mannschaft hat in Oberitalien, in Cernobbio, unweit Mailands, Quartier genommen. Am Sonnabend treten die Deutschen die Fahrt nach Florenz an, wo die Belgier unsere Gegner sind. Im Falle des Sieges kehrt unsere Mannschaft nach Cernobbio zurück, um dann am 31. Mai das Spiel der zweiten Runde gegen den Sieger aus Argentinien— Schweden zu bestreiten. Hollands Wasserballer in Magdeburg. Außer seinen hervorragenden Schwimmerinnen wird Holland bei der diesjährigen Europameisterschaft in Magdeburg auch erstmalig durch eine Wasserball=Nationalmannschaft vertreten sein. * Wann ist eine Wohnung bezugsfertig? Im Hinblick auf die verschiedenen Steuerbefreiungsvorschriften hat der Reichsfinanzminister in einer Verordnung den Begriff deBezugsfertigwerdens von Wohnungsneubauten näher erläutert. Im Sinne der Vorschriften über die Steuerbefreiung von Wohnungsneubauten ist danach ein Wohngebäude dann als bezugsfertig anzusehen, wenn der Bau soweit gefördert ist, daß den zukünftigen Bewohnern des Hauses zügemutet werden kann, das Haus zu beziehen. Die Genehmigung der Baupolizeibehörde zum Beziehen des Hauses ist für die Entscheidung über die Steuerbefreiung nicht bindend. Die Verordnung gilt rückwirkend für alle noch nicht rechtskräftig erledigten Steuerfälle, in denen diese Frage zur Entscheidung steht. Verleger und Hauptschriftleiter: Karl Simonowski, Steinheim. Vertreter: Simonowski Steinheim. Verantworlich für den gesamten Textteil: Karl SimonowonSteinheim. Verantwortlicher Anzeigenleiter: Josef Simonowski, Steinheim. und Verlag: Buchdruckerei Karl Simonowski, Steinheim. DA IV. 34 Das Kind und seine Zähne Bedauerlicherweise stößt man bei der Behandlung von Kindern selbst bei der besorgtesten Mutter noch immer auf große Unkenntnis über die Wichtigkeit der Gesunderhaltung der Zähne. Gesunde Zähne sind die Voraussetzung für einen gesunden Körper! Wie sehen die Zähne aus? Welche Aufgabe fällt ihnen zu? Man unterscheidet an einem Zahn einen sichtbaren und einen unsichtbaren Teil. Der erstere wird durch die Krondargestellt, die in die Mundhöhle hineinragt. Den letzteren bildet die Wurzel, die im Kieferknochen steckt uno vom Zahnfleisch bedeckt ist. Der Zahnnerv, auch das Zahnmark genannt, füllt das Innere der Wurzel und einen Teil der Zahnkrone aus. Die äußere Schicht des Zahnes nennt man der Schmelz, darauf folgt eine Schicht, die als das Zahnbein bezeichnet wird. Der obere Teil des Zahnmarks ist also vom Zahnbein und dem Schmelz umgeben. Die Schneidezähne, die zwischen den Eckzähnen(Augenzähnen) stehen, haben die Aufgabe, die Speisen avzubeißen Die Backenzähne schließen sich nach hinten an die Eckzähne an und müssen die Zerkleinerung der Speisen verrichten. Die Zähne, die beim Kleinkind ungefähr im zweiten Lebensjahr erscheinen, sind die Milchzähne. Kommt die Schuleit heran, werden diese nach und nach locker und von der leibenden Zähnen verdrängt. Das Milchgebiß umfaß20 Zähne, jederseits 5, oben und unten. Das ausgewachsene bleibende Gebiß hat 32 Zähne, vorausgesetzt, daß aus der Weisheitszahn durchgebrochen ist. Bekanntlich läßt sidieser manchmal bis zum 40. Lebensjahre Zeit. Leider sieht man schon bei den kleinsten Patienten viele tiefzerstörte Zähne. Diese Zahnfäulnis nennt man Karies. Wenn nicht frühzeitig die Behandlung von kariösen Zähnen einsetzt, können gefährliche und schmerzhafte Wurzelhautentzündungen entstehen. Viele Eltern sind der Meinung, Milchzähne mit kleinen kariösen Stellen müßten gleich gezogen werden. Diese Ansicht ist aber nicht zutreffend, weil ein voreiliges Entfernen von Milchzähnen oft ein Schiefwachsen der nachfolgenden bleibenden Zähne verursacht. Unregelmäßige Zahnstellung kann auch in einem zu engen Kiefer begründet sein. Oeftere Beobachtung durch den Zahnarzt ist daher notwendig. Bei vielen Kindern zeigen sich nach überstandener englischer Krankheit an den Zähnen Grübchen und Zacken. Diese Zähne neigen um so mehr zur Fäulnis. Selbst bei tadellos gepflegten Zähnen setzt sich durch Absonderungen des Speichels und Ueberbleibsel von Speiseresten der wohlbekannte Zahnstein an. Er muß unbedingt von Zeit zu Zeit entfernt werden, da sich sonst die Zähne lockern. Die Mundhöhle ist die Eingangspforte für viele Krankheitsstoffe. Oberstes Gesetz für die Gesundheit ist gründliche Mundpflege. Sie muß in frühester Jugend beginnen. Dem Säugling wäscht die Mutter den Mund aus, und dem heranwachsenden Kind bringt sie Mundspülen, Gurgeln und Bürsten der Zähne bei— aber jedem Kind seine eigene Zahnbürste! Die Mundpflege muß morgens beim Waschen und abends vor dem Schlafengehen geschehen. „Gut gekaut ist halb verdaut!“— aber nur bei gesunden Zähnen. Um empfindlichen Verdauungsstörungen zu entgehen, darf man dem Magen keine halbgekauten Speisen anbieten. Die richtige Ernährung sichert gesunde Zähne und einen gesunden Körper. Vollkornbrot muß kräftig gekaut und eingespeichelt werden und bewirkt damit schon eine Selbstreinigung der Zähne. Man bevorzugt für die kindliche Nahrung in erster Linie frisches Obst und frisches Gemüse. Letzteres ist besser gedämpft als gekocht auf den Tisch zu bringen. Kalkreiche Nahrung ist notwendig zum Aufbau der Knochen und Zähne. Von großem Kalkgehalt sind z. B. rohe Milch, Quark, Kohlrabi, Spinat, Sauerkraut und Salate. Dr. med. dent. T. Kirchner. Wildpferd zum Renner Funde und Forschungen haben bewiesen, daß das Pferd sich in Jahrtausenden aus einem Vielzeher in einen Einhufer verwandelt hat. Danach sind die Stammeltern des Rosses in Amerika zu suchen, und Funde im Westen Nordamerikas lassen den Schluß zu, daß das Pferd von einem fuchsgroßen Tier abstammt mit 4 Zehen nebst einem Rudiment(Verkümmerung) einer fünften am Vorderfuß und drei Zehen am Hinterfuß. Spätere Funde werden dem heutigen Pferd an Struktur und Größe immer ähnlicher. In Europa läßt sich das Vorkommen des Pferdes seit dem Beginn der Diluvialzeit nachweisen. Die Merkmale des Pferdes aus dieser Zeit stimmen mit dessen Merkmalen aus der Gegenwart im wesentlichen überein; nur war das Pferd damals überaus plumpknochig, dickköpfig und nur etwa 1.50 Meter hoch. Später muß dann, wohl deswegen, weil die Menschen sich die Tiere nutzbar machten, ohne an planmäßige Züchtung zu denken, eine Degeneration eingetreten sein, denn die Größe ging im Durchschnitt auf etwa 1,35 Meter zurück. Erst zur Zeit Karls des Großen trifft man auf einen größeren Pferdeschlag. Das Rittertum erforderte dann den großen Streithengst, der bis zu 400 Pfund zu tragen hatte. Mit der Erfindung des Schießpulvers und dem Aufhören des Rittertums aber legte man besonderen Wert auf ein Pferd, das schnell und wendig sein mußte. Dieses schnelle und wendige Pferd erzielte man durch den Einfluß des orientalischen Pferdes, das fortab in allen Züchtungen zur Geltung kam. Heute noch steht das orientalische Pferd, der Araber, an erster Stelle unter allen Pferdestämmen. Jahrtausendelange, verständnisvolle Zucht hat ihm allmählich Vollendung der Gestalt und eine Fülle trefflicher Eigenschaften gegeben. Die Araber unterscheiden viele Rassen ihrer Pferde, und es ist eine bekannte Tatsache, daß das Pferd nur da, wo es geboren ist, zur vollkommenen Ausbildung gelangt. Deshalb stehen die Pferde der westlichen Sahara noch immer hinter denen zurück, die im„glücklichen Arabien“ geboren und erzogen sind. Hier nur findet man die echten Kohheli, die„Vollkommenen“, jene Pferde, die von den Stuten des Propheten abstammen sollen. Ebenso wie der Araber an seinem Tiere hängt, bewahrt ihm das Pferd Anhänglichkeit und Treue, so daß der Besitzer von seinem Roß größte Strapazen bei Futter= und Wassermangel verlangen kann. So ist das arabische Pferd imstande, fünf bis sechs Tage hintereinander 70—100 Kilometer täglich zurückzulegen und, wenn man ihm nur zwei Tage Ruhe gönnt, dieselbe Strecke in derselben Zeit wieder hinter sich zu bringen. Wie der Araber sein Pferd auf die Höchstform der Züchtung gebracht hat, ist auch der Engländer ein Meister der Pferdezucht. Sein züchterisches Ergebnis ist das Rennpferd, wobei als Ziel in der Hauptsache die Schnelligkeit gesteckt ist. Arabische, türkische und Berberpferde sind die nachweislichen Stammeltern des Rennpferdes. Aber wenn auch der Engländer sein Vollblut mit Stolz das schönste aller Pferde nennt, er hat unrecht. Das englische Pferd steht an Ebenmäßigkeit und Eleganz dem Araber nach; die übertrieben schlanken Formen, der Kopf und der Hals geben kein Bild vollendeter Ebenmäßigkeit. Und wie steht es mit der deutschen Pferdezucht? Man schenkt ihr erst seit dem Anfang des vorigen Jahrhunderts die gebührende Aufmerksamkeit. Bis dahin begnügte man sich damit, Pferde zu züchten, ohne auf deren Veredelung besonders Rücksicht zu nehmen. Erst durch Friedrich Wilhelm I. wurde bei uns die Pferdezucht in die richtigen Bahnen gelenkt. Der Grund war einerseits der, daß er seinen eigenen Marstall mit gutem Material zu versorgen bestrebt war, andererseits die Notwendigkeit, gute Pferde für militärische Zwecke zu bekommen. Von ihm wurde das Gestüt Trakehnen gegründet. Durch vielfache zweckmäßige Kreuzungen mit edlen arabischen und englischen Pferden schuf man nach und nach den vollendeten Trakehner, ein dem englischen Renner sehr nahestehendes, jedoch bedeutend schöneres, kräftigeres und in hohem Maße leistungsfähigeres Tier, das man mit Stolz als das deutsche Pferd bezeichnen kann. Darüber hinaus züchtet man in Hannover, Holstein, Oldendenburg, Mecklenburg und Württemberg große und schwere Pferde, zu allgemeinem Gebrauch, und Westfalen und das Rheinland bringen u. a. den schweren Percheron hervor, der nach seiner ursprünglichen Heimat, der französischen Provinz Perch, benannt ist. Daß sich Deutschland aber trotz der verhältnismäßig kurzen Zeit der Blüte seiner Pferdezucht wahrlich nicht zu schämen braucht, daß es nicht nötig hat, die ausländische Konkurrenz zu fürchten, das haben die Leistungen der deutschen Pferde auf den verschiedensten Reitund Fahrturnieren bewiesen. Kinder sind Arbeitgeber Der volkswirtschaftliche Satz, daß Kinder Arbeitgeber sind und die Wirtschaftslage desto besser ist, je mehr Kinder vorhanden sind, wird in einer Veröffentlichung des Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege unterstrichen. Auf dem Gebiet des öffentlichen Schulwesens läßt sich die Gültigkeit dieses Satzes ohne weiteres zahlenmäßig nachweisen. Zur Zeit sind in Deutschland im Volksschuldienst rund 190 000 Lehrer beschäftigt, die rund 7,6 Millionen Schüler betreuen. Im Jahre 1934 sind die im Jahre 1928 Geborenen schulpflichtig geworden. Gleichzeitig scheiden die 1920 Geborenen aus der allgemeinen Volksschulpflicht aus. Der Geburtenrückgang hat zur Folge gehabt, daß über eine Viertelmillion mehr Schüler abgingen als neu hinzukamen. Da die auf 1928 folgenden Geburtenjahrgänge immer geburtenärmer geworden sind, hat ein Teil der jetzt noch beschäftigten Volksschullehrkräfte in den nächsten Jahren Arbeitslosigkeit zu erwarten. Natürlich ist das Schicksal der kleinen Gruppe von Volksschullehrern nur ein Teilausschnitt aus dem deutschen Gesamtschicksal. Eine unbedingte Verallgemeinerung auf die Gesamtwirtschaft ist nicht möglich, weil sich nicht überall ein gleich unmittelbarer und offensichtlicher Zusammenhang zwischen Volkskinderzahl und Beschäftigungsgrad vorfindet. Daß aber überhaupt die Volkskinderzahl eine Schlüsselstellung für den Wirtschaftsangriff ist, läßt sich dann auch an dem Volksschulbeispiel zeigen. Das Schulkind braucht Lehrund Lernmittel. Das Papier= und Buchgewerbe und der Buchhandel sind daher weitgehend von allem Schwanken der Nachwuchszahlen abhängig. Durch jeden Zugang von 100 Schulkindern zur Gesamtzahl finden drei neue Lehrkräfte ihr Auskommen, werden drei neue Kaufkräfte in die Wirtschaft eingeschaltet. Das alles ist das getreue Gegenbild zu der Verödung und Friedhofsruhe, die eintreten muß, wenn jene Volksgenossen in ihrer Nachwuchsscheu beharren, die so nachdrücklich und überlaut betonen, daß sie aus Pflichtgefühl keine Kinder weiter in die Welt setz Aufzucht und für ihr Fortkommen ke Kinder sind Arbeitgeber. Wer das bes will, darf sich ni arbeitslos ist. en, weil sie für ihre ne Möglichkeit sähen reiten und verneinen wundern, wenn er eines Tages selbst Der nasse Tod Alljährlich ertrinkt eine große Anzahl Menschen beim Baden. Deshalb kann nicht eindringlich genug vor unbedachtem Verhalten gewarnt werden. Wer überhitzt, vielleicht in der Mittagssonne sich sofort in das Wasser begibt, ohne die nötige Abkühlung des Körpers in Ruhe zu erwarten, setzt sich der Gefahr aus, durch Herzschlag ein schnelles Ende zu finden. Es darf nicht übersehen werden, daß gerade beim Schwimmen das Herz besonderer Anstrengungen ausgesetzt ist, die ein von vornherein ganz gesundes Herz schnell zum Erlahmen bringen. Kommt dann noch die schädliche Wirkung großer Hitze auf das Herz hinzu, so tritt diese Erscheinung um so schneller ein. In allen Fällen haben daher Herzkranke oder solche Personen, deren Herz leicht anfällig ist, das Schwimmen zu unterlassen. Als Regel beim Baden ist anzusehen, daß man sich langsam auskleidet, damit der durch Gehen und äußere Hitzeeinwirkung heiße Körper sich abkühlen kann, und sich erst nach genügender Abkühlung ins Wasser begibt. Eine bestimmte Dauer des Schwimmens anzuraten ist nicht gut möglich, weil das Schwimmen sich völlig nach der körperlichen Leistungsfähigkeit des einzelnen Schwimmers richtet. Schwächliche Personen sollten aber ein pausenloses Schwimmen nicht über zehn Minuten ausdehnen. Hat infolge des Versagens der Herzkraft oder anderer Ursachen jemand das Bewußtsein verloren, so ist schnellstes Handeln unumgänglich. Dem Untergegangenen ist Schlamm, der sich bei dem Aufenthalt unter Wasser in Rachen und Kehlkopf angesammelt hat, unverzüglich zu entfernen. Dann ist nach Entleerung der Lunge von Wasser die Zunge kräftig hervorzuziehen und mit der künstlichen Atmung zu beginnen, die unter Umständen längere Zeit fortzusetzen ist. Daneben ist der Anregung der Herztätigkeit die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Hat der Verunglückte bereits das Bewußtsein wiedererlangt, und kann er schlucken, so ist ihm heißer Kaffee oder auch Kognak und dergleichen als Anregungsmittel einzuflößen. Die Tätigkeit der Hautgefäße ist durch Reiben der Haut, durch Abklatschen mit Handtüchern usw. in Gang zu bringen. Nachher ist der Körper in warme Tücher einzuhüllen, damit eine weitere Abkühlung, die infolge Versagens der Herztätigkeit eingetreten ist, vermieden wird. Erst wenn die Herztätigkeit wieder in Gang gekommen ist, und der Puls wieder seine normale Schlagzahl und Stärke erlangt hat, ist die unmittelbare Gefahr vorüber. Sonntagsgedanken Am Pfingsttage offenbarte sich einst den in Jerugt aus allen Teilen des römischen Weltreiches zusammen. strömten Volksscharen die von Christus gestiftete## Man hörte die Apostel in verschiedenen Sprachen die taten Gottes verkünden. Und viele ließen sich taufNamen des dreieinigen Gottes. Die Apostel predigten und tauften kraft göttlicher An rität. Sie hatten ihren Lehrauftrag nicht von Menschent. erhalten, sondern von ihrem göttlichen Herrn und Meiss von jenem, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und Erden, von jenem, der da sagen konnte: ich bin der Weg Wahrheit und das Leben. Von jenem, der ihnen einst offenbart: ich und der Vater sind eins. Von jenem, der ihnden Heiligen Geist versprochen hatte, der sie durch densels belehren, ermutigen, stärken und trösten lassen wollte.» jenem, der ihnen im Saale zu Jerusalem das heilige Aben mahl anvertraute mit den Worten: tuet dies zu meinem An denken. Von jenem, der ihnen als Auferstandener erschien war, um ihnen den Frieden zu schenken und mit diesem Oste geschenk zugleich auch die Gewalt zu übertragen, durch Nac lassung der Sünden den Herzensfrieden zu vermitteln. jenem, der ihnen vom Oelberg aus, wo er einst sein Leiden begonnen, nunmehr seinen glorreichen Triumph erleh sollte, den Heilsauftrag zu treuen Händen übergab: in hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen deVaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehre sie alles halten, was ich euch geboten habe.“ Mt. 28,19. Diesem Lehrauftrag Christi sind die Apostel und diSendboten der Kirche stets treu geblieben. Sie haben ym dieses Lehrauftrages willen alle Mühsal, Verfolgung, Kerke und Tod für nichts geachtet. Kein römischer Kaiser des hei) nischen Weltreiches, kein Kaiser des römischen Reiches deu scher Nation, kein Kaiser in Byzanz, kein Sultan der mos lemitischen Welt, keine Häuptlinge und Stammesfürsten heidnischer Völker konnten die Kirche zum Schweigen briy gen, wo Christus, ihr göttlicher Führer, zu reden ihr geboter hatte. Die Kirche hat nie den Anspruch aufgegeben, das Evangelium ungehindert und ungekürzt, rein und lauter und unverfälscht zu verkünden. Das Evangelium gilt arm und reich, hoch und niedrig, kleinen und großen Völkern zu allen Zeiten, auf allen Teilen der Welt. Ihr Lehramt ist univerigl erhaben über Zeitenwende und Erdenräume. Ihr Lehram ist göttlichen Ursprungs. Rundfunk=Programm Reichssender Köln. Sonnabend, 26. Mai. 6.00: Morgenruf.— 6.05: Frühkonzert.— 6.30: LeibesübunSchulentlassene chen kommen in Arbeit.— 10.00: Zeit, Nachrichten.— 10.10: Kindergarten.— 10.30: Arbeitsschlacht im Westen.— 11.00: Schulfunkfeierstunde.— 12.00: Unterhaltungskonzert.— 12.45: Mittagmeldungen, Glückwünsche.— 13.00 bis 15.30: Mittagskonzert.— 13.45: Mittagsmeldungen.— 15.30: Wirtschaftsmeldungen.— 15.45: Arbeitsbeschaffungsfront.— 16.00: Aus Berlin: Gartenkonzert und Tanz=Tee=Musik.— 17.00: Moritz Jahn, ein niederdeutscher Dichter.— 17.15: HJ. singt und musiziert.— 18.00: Denkmäler germanischer Kultur jenseits der Alpen.— 18.25: Kleine Musik.— 18.40: Vom Tage.— 18.50: Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht.— 19.00: Abendmusik.— 20.00: Abendmeldungen, 20.10: Soldatenmusik.— 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten.— 22.20 Zum Todestage Albert Leo Schlageters.— 23.00: Nachtmusik. Tüchtige Holzbildhauer für gutes Möbelornament in Dauerstellung gesucht. Wilhelm August Schröder Herford i. W., Luisenstraße 2. 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Akis Herz war vor Entsetzen geradezu erstarrt, als er Beate erkannt hatte. Er hatte erst geglaubt, seine Augen müßten ihn trügen— aber nein, das Bild, das sich ihm bot, war Wirklichkeit. Das war Beate, das war ihr schönes blondes Haar, ihr liebliches Gesicht, ihre ganze reine, zarte Gestalt. Das Mädchen, das er vergöttert hatte, das ihm hoch über allem Irdischen zu stehen schien, tanzte hier mit einem dieser bezahlten Gigolos! Schmerz und Scham brannten in ihm auf. So hatte der infame, anonyme Briefschreiber doch recht gehabt, daß er Beate hier finden würde? Wie war es nur möglich, daß sie hierher kam? Sie mußte von hier fort. Keinen Augenblick durfte sie länger hierbleiben. Wenn irgendwelche Bekannte aus dem Nystädtschen Hause sie hier sahen, war es mit Beates gutem Ruf ganz vorbei. Kein junges Mädchen aus der Gesellschaft durfte es wagen, sich hier in diesem Nachtlokal zu zeigen. Aber wie sollte er es anfangen? Was sollte er ihr sagen? Er schämte sich für sie, daß er sie hier finden mußte. Er mußte erst mit sich ins reine kommen, wie er es am besten anfing. Hier durfte sie ihn nicht sehen. Er zog sich behutsam zurück. Frentzoß sah von seinem Versteck aus, wie er den kleinen Gang zur Bar hinunterschritt. Dieser Augenblick war für ihn das Signal, seinen Plan weiter zu verfolgen. Rasch ging er an der kleinen Balustrade entlang bis zu einer Logentür, die im Hintergrunde des Saales lag. Er öffnete sie. Er befand sich in einem kleinen Extrazimmer, das mit schwellenden Seidenmöbeln ausgestattet war. Hier saß Tilly. Sie sah ihm gespannt entgegen. „Na, ist's soweit?" fragte sie. Er nickte haftig: „Beate tanzt im Augenblick mit Fredy. Wernoff ist soeben gekommen. Er hat die beiden gesehen.“ „Na— und sein Gesicht?" fragte Tilly gierig. „Das können Sie sich denken, Fräulein Tilly— geradezu entsetzt!“ Tilly lachte höhnisch auf: „Hab' ich mir gedacht- so ein Tugendschaf wie der gute Aki! Na, nun bringen Sie mir mal das andere Schäfchen, die Beate, her, ich werde ihr schon etwas erzählen!" Gerade war Beate von ihrem Tänzer wieder zu ihrem Platz gebracht worden. Sie war in schrecklicher Verlegenheit. Sollte sie hier allein an ihrem Tische sitzen und auf Frentzoß warten? Das war ihr sehr peinlich. Ohnehin stellte sie schon fest, daß viele Blicke der hier anwesenden Herren ihr folgten. Sollte sie ihren unbekannten Tänzer auffordern, bei ihr Platz zu nehmen? Sie atmete auf, wie sie jetzt aus dem Hintergrund Frentzoß schnell auf sich zukommen sah. Frentzoß gab dem Gigolo einen unmerklichen Wink mit den Augen. Der verstand und verbeugte sich abschiednehmend gegen Beate. Kaum war er außer Hörweite sprach Frentzoß leise: „Fräulein Tilly ist soeben gekommen, mein gnädiges Fräulein! Darf ich Sie zu ihr führen? Ich habe ein kleines Zimmer reservieren lassen, damit Sie ganz ungestört mit ihr reden können.“ Er zog Beates Arm durch den seinen. Sie folgte ihm willenlos. Hätte sie sich nur nicht auf dieses Abenteuer eingelassen! Ihr war so bange zumute. Aber nun war es einmal geschehen. Man konnte nicht mehr zurück.— Sie gingen durch einen kleinen Korridor, dann öffnete Frentzoß die Tür zu dem kleinen Zimmer. Eine junge Dame in einem weinroten Abendkleid, mit tief ausgeschnittener Taille, erhob sich. „Das ist Fräulein Tilly!“ stellte Frentzoß vor. Beate sah in ein schönes, dunkles Frauengesicht, das nur durch einen unfeinen Zug um den etwas zu üppigen Mund entstelli wurde. Sie empfand sofort eine heftige Abwehr gegen diese die sich jetzt mit einer geschmeidigen Bewegung erhob und mit liebenswürdig schüchternem Lächeln auf Beate zukam. Diese Schüchternheit Tillys war teils gespielt, teils aber echt. Ihre Selbstsicherheit schwand auf einmal angesichts Beates stiller Lieblichkeit. Sie empfand— von Seates Welt zu der ihren führte keine Brücke. Das machtfür den ersten Augenblick unsicher. Beate faßte sich zuerst. Sie durfte diesem Mädchen nicht zeigen, wie es in ihr aussah. Nichts von ihrer Abneigung bürfte zum Korschein kommen, und nichts von dem brennenden Schmerz. War es Eifersucht— oder etwas Tieferes? Genug— sie litt entsetzlich bei dem Gedanken, in dieser Tilly Akis Freundin vor sich zu haben. So also mußte man aussehen und sein, um auf einen Mann zu wirken? Dann war alles, was sie sich im geheimen von Aki und ihrer Zukunft geträumt hatte, kindisches Zeug gewesen. Dann mußte sie ihr Herz und ihren Stolz ganz fest in sich bewahren. Niemand durfte wissen, wie es in ihr ausschaute. Mit aller Gewalt nahm sie sich zusammen. So ruhig sie konnte, sagte sie, Tillys Hand flüchtig mit der ihren berührend: „Also, Fräulein Tilly, ich stehe zu der Aussprache zur Verfügung! Bitte!“ Sie deutete auf das kleine Sofa und setzte sich selbst sehr gerade in einen der kleinen rotseidenen Sessel. Öhne daß sie es wußte, lag in ihrer Miene ein starker Hochmut. Tilly empfand das sofort. Die besseren Regungen in ihr, die leise Scham vergingen im Augenblick. Törin, die sie war, sich von einem hochnäsigen Ding wie dieser kleinen Nystädt imponieren zu lassen. Was war die schon? Die wohlbehütete Tochter eines schwerreichen Vaters. Da konnte man gut fein und anständig bleiben. Sie hätte nur einmal sich so durchschlagen sollen wie sie, Tilly, es gemußt. Dann hätte man einmal sehen können, was noch von ihr übriggeblieben wäre. So ein verzogenes, verwöhntes Ding hatte ja keine Ahnung, wie es wirklich in der Welt aussah. Die glaubte vermutlich, alles wäre so rosenrot und zuckersüß wie in dummen Romanen. Die hatte ja keine Ahnung von den Menschen. Na, da würde sie ihr gleich einmal die Augen über Aki öffnen. „Also, bitte! Was haben Sie mir über Herrn Direktor Wernoff=zu sagen?" Tilly lachte höhnisch auf: „Direktor! Wenn ich das schon höre! Entschuldigen Sie, Fräulein Nystädt, das ist zu komisch! Da hätten Sie einmal den Aki sehen sollen, wie ich ihn aufgelesen habe. zerlumpt, ohne einen Pfennig in der Tasche.“ „Das passiert anderen Menschen auch!“ war Beates knappe Antwort. Tillys Augen wurden böse: „Aber daß sich einer nur durch Stehlen über Wasser hält, das passiert anderen Leuten wohl auch? Das finden Sie wohl auch richtig, Fräulein Nystädt?“ „Wenn ein Mensch in einer furchtbaren Notlage isi, könnte ich das vielleicht auch verstehen", gab Beate leise zur Antwort;„wenn ich es auch nicht billigen kann.“ „Na, da haben Sie ja ein weites Gewissen, Fräulein Nystädt! Vielleicht denken Sie auch wie der Aki: was dein ist, das ist auch mein! Solche Redensarten hat er von den Roten in Rußland gelernt. Und er läßt es nicht beim Reden bewenden, das kann ich Ihnen versichern. Der sieht schon auf seinen Vorteil. Was aus anderen Menschen wird, das ist ihm gleich. Dankbarkeit kennt der nicht für irgendeine Wohltat. Ich habe ihm geholfen, habe ihm Geld und Kleidung und Obdach gegeben. Ewige Dankbarkeit hat er mir geschworen, wie ich ihn aufgenommen habe. Mir hat er es zu verdanken, daß er wieder auf einen grünen Zweig kam. Ich habe ihm die Stellung in dem Tanzlokal verschafft, habe ihn tanzen gelehrt, bis er mein Partner werden konnte.“ „Mein Gott!" sagte Beate leise vor sich hin— Aki, dieser stolze, scheue Mensch, Tanzpartner dieser Frau— was mußte er gelitten baben! „Auf den Knien hat er mir gedankt damals“, fuhr Tilly fort,„ewige Treue hat er mir geschworen, daß er mich heiraten würde— und daß keine andere Frau auf der Welt für ihn existiere! Und ich dummes Ding, ich hab's ihm geglaubt, weil ich“— ihre Stimme bebte wie von unterdrückten Tränen—,„weil ich ihn geliebt habe.“ In Beate stieg etwas wie ein körperlicher Ekel auf. Diese Frau und Aki? Das Wort Liebe schien ihr plötzlich entweiht. Es war, als krieche über ihre Seele etwas Hänliches, Erniedrigendes. Wie war es nur möglich, daß Aki hinter der schönen Hülle dieser Tilly nicht das Wertlose ihres Charakters erkannt hatte? Denn wertlos war sie. Sonst hätte sie nicht in dieser häßlichen Weise von dem Manne, den sie geliebt, gesprochen. Tilly verstand Beates Entsetzen falsch. Triumphierend fuhr sie fort: „Wissen Sie, wie er es mir gelohnt hat, der Aki? Ich war ein paar Tage auf Gastspielreisen. Wie ich wiederkam, war der feine Herr fort. Zu meiner Mutter gezogen die mich all mein Lebtag schikaniert hat. Aber er war nicht allein fort— auch mein Geld und meine ganze Einrichtung. Die hatte er verkauft— und mit dem Erlös auf und davon.“ Beate stand auf: „Genug. Wenn ich Ihnen alles glauben würde, das eine nie und nimmer! Herr Wernoff ein gemeiner Dieb? Unmöglich! Dazu schätze ich ihn denn doch zu hoch ein. Er mag aus dem Dunkel herausgekommen sein, er mag in der Not begangen haben, was er will— er mag Ihnen antreu geworden und undankbar gewesen sein— aber daß er ohne zwingende Not einen gemeinen Diebstahl begehen konnte— dazu kenne ich ihn zu genau.“ „Na, dann freuen Sie sich nur, daß Sie ihn so gut kennen, Fräulein Nystädt. Aber wenn einmal herauskommt, wie der Aki Sie und Ihren Herrn Vater betrogen hat, dann wundern Sie sich nicht. Ach, Sie glauben mir nicht? Soll ich Ihnen mal was zeigen? Sie kennen doch die Handschrift von dem feinen Herrn Direktor, nehme ich an?" Ohne Beates Antwort abzuwarten, entnahm sie ihrer flitterglänzenden Abendtasche ein paar zusammengelegte Briefe und Schriftstücke. „Hier— sehen Sie, Fräulein Nystädt— sind ein paar Liebesbriefe von Aki an mich. Und hier ein paar Briefe, die er vor kurzer Zeit an ein paar auswärtige Freunde geschrieben hat. Diese Freunde sind Agenten, die Fabrilate der Firma Nystädt kaufen und verkaufen. Wenn Sie Geschäftsbriefe zu lesen verstehen, dann werden Sie sehen, daß der Preis der Fabrikate verschieden ist. Ein niedriger Preis, den Ihr Herr Vater erhält— und ein hoher Preis, den der Käufer bezahlen muß. Was dabei herausspringt, das teilt sich der feine Herr Direktor Wernoff mit seinen Freunden. Betrug nennt man das auf gut Deutsch, Fräulein Nystädt. Bleiben Sie nur ruhig hier, schauen Sie sich die Sachen gut an— dann werden Sie erkennen: die Briefe sind alle von Aki Wernoff. Vielleicht sind Sie mir dann dankbar, daß ich Sie und Ihren Vater gewarnt habe. Es wäre doch keine schöne Sache, wenn Sie sich noch länger mit einem Betrüger abgeben würden!" Sie erhob sich, ging an Beate vorüber. Leise schloß sie die Tür. Draußen blieb sie aufatmend stehen. So, der hochmütigen Prinzessin da drinnen mit ihrem Vergißmeinnichtblick hatte sie es nun gegeben! Die Lektüre die sie ihr da in die Hände gespielt, würde ein bitterer Bissen sein. Sie ging schnell ein paar Schritte weiter. In eine Nische gelehnt, stand Frentzoß. „Nun?" fragte er leise. „Angebissen", flüsterte ebenso leise Tilly.„Den Aki haben wir bei ihr abgemeldet, da können Sie sicher sein. Nun sehen Sie nur weiter zu.“ Frentzoß atmete auf. Es stand alles für ihn auf dem Spiel. Wernoff oder er— ein Drittes gab es nicht. Drinnen im Zimmer saß Beate. Vor ihr lagen die Briefe Aki Wernoffs. Mit schneeweißem Gesicht sah sie auf diese Briefe, die ihr Tilly überlassen. Wie sie den ersten in die Hand nahm, war es ihr, als stiege ein fressendes Feuer von ihnen auf, das sie verbrennen würde. Nur einen Blick hatte sie auf den ersten Brief zu werfen brauchen, um Akis Handschrift zu erkennen. Sie las diese Briefe nicht weiter. Ihr Schamgefühl sträubte sich, die Liebesworte zu lesen, die Aki Wernoff an eine andere — und noch dazu an Tilly— gerichtet. Aber zwei Briefe, auf dem Geschäftspapier der Firma Nystädt geschrieben, überflog sie. Von Akis Hand geschrieben, waren sie an einen unbekannten Herrn Cromer gerichtet und erwiesen auch für den Laien, daß Aki mit diesem Cromer zusammen gemeinsame Sache gegen die Interessen der Firma gemacht. Beate stöhnte auf— dann warf sie sich über den Tisch; ein wildes Schluchzen erschütterte ihren Körper. Leise öffnete sich die Tür. Beate fuhr auf. Kam diese furchtbare Person, diese Tilly, wieder zurück? Wollte sie sich vielleicht an ihrem Schmerz freuen? Aber es war nicht Tilly, sondern Frentzoß. Er stand mit einem ernst=teilnahmsvollen Gesicht an der Tür, die er nun schloß. „Mein gnädiges Fräulein", sagte er warm,„ich bir sehr, sehr traurig, daß die Unterredung mit Fräulein Tilly Ihnen anscheinend einen tiefen Kummer bereitet hat Aber wenn Sie es sich ruhig überlegen, dann werden Sie mir zugeben: Besser jetzt als später. Denken Sie, wenr Sie diesem Menschen noch weiter vertraut hätten, wenr Sie seinen Werbungen Gehör geschenkt hätten...“ Beute stand mit einer beinah wilden Bewegung auf „Ich will seinen Namen nicht mehr hören. Bitte, begleiten Sie mich heim!“ „Wie Sie befehlen, mein gnädiges Fräulein.“ Frentzoß verneigte sich, dann reichte er Beate seinen Arm. Sie taumelte vor Erschöpfung. „Lehnen Sie sich nur fest an mich, mein armes Kind“, sagte er zärtlich.„Ach, Fräulein Beate, wenn Sie doch Ihre wahren Freunde erkennen würden. Wenn Sie wüßten, was ich für Sie fühle! Aber nein, weichen Sie nicht zurück. Es ist unzart von mir, in diesem Augenblich von meinen heißen Wünschen zu sprechen. Später, viel später, wenn Sie diese bittere Erfahrung überwunden haben— dann werde ich es erst wagen dürfen. Bis dahin will ich nichts sein als Ihr ergebener Freund.“ Nr. 119. Beilage zur„Steinheimer Zeitung“ Freitag, 25. Mai 1934 Die päpstliche Homilie Papst Pius XI. über Konrad von Parzham. Anläßlich der Heiligsprechung des Bruders Konrad von Parzham hielt der Heilige Vater während der feierlichen Papstmesse am Pfingstsonntag in St. Peter zu Rom die übliche Predigt; in der er u. a. ausführte: „Plötzlich erhob sich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein Sturmwind dahinführe“(Apostelgeschichte 11, 2). So ziehen die Apostel, erfüllt vom Heiligen Geiste, nicht mehr wie vorher menschlicher Schwachheit, Unwissenheit, zitternder Furcht unterworfen, hinaus über Land und Meer, verbreiten allenthalben den christlichen Namen und bringen christliche Kultur. Enterbt und verbannt, tausend Irrtümern verfallen, von unzähligen und unmäßigen Begierden hin und her gerissen, trieb das Menschengeschlecht dem Untergang entgegen. Aus diesem tosenden Meer ersteht die Kirche, durch die wunderbaren Bemühungen der Glaubensboten erweckt und durch das göttliche Erlöserblut mit reichem Leben erfüllt; sie eint Kulturvölker und Barbaren mit brüderlichem Band. Sie tilgt die Sünden, sie fördert die Tugend und öffnet die Tore zum Himmelreich, dem neuen Vaterland, das überfließt von Freude und ewigem Glück. In der Jahrhunderte Lauf werden Staaten und Reiche durch der Menschen und der Zeiten Unbill zugrunde gehen; Gottes Kirche aber. vom Heiligen Geiste genährt und gestärkt, bleibt ewig. Ja, je elender die Umwelt, um so herrlicher erstrahlt der Glanz ihrer Heiligkeit. Und je mehr verbrecherische Anschläge, Verfolgungen, Verleumdungen die christliche Gemeinschaft bedrohen, um so mehr werden ihre Vorkämpfer erweckt, die kühn und unbesieglich sie schützen, ihre Freiheit decken und mit aller Tugend Glanz sie umkleiden. Im Garten der streitenden Kirche fehlen nicht die reinen Blüten der Jungfräulichkeit, nicht die Purpurrose des Märtyrertums und nicht die hochragenden, fruchtreichen Bäume großer Männer; daneben aber blühen auch, zart und bescheiden, die Veilchen voll süßen Duftes. Zu diesen zählt, ob seiner außerordentlichen Bescheidenheit, Konrad von Parzham, den wir, am hl. Pfingstfeste, nicht ohne Gottes gütige Vorsehung, mit dem Diadem der Heiligkeit geschmückt haben. Wenn einer, so hat er den Eingebungen des Heiligen Geistes hochgemuten Sinnes entsprochen und konnte in allen Lebenslagen mit gutem Recht von sich das Wort des Herrn sagen:„Allzeit tue ich, was ihm wohlgefällt"(Joh. 8, 29). Das niedrige Amt eines Pförtners, das die Obern seiner Ordensfamilie ihm anvertraut hatten, und das an die Geduld, die Umsicht und Klugheit nicht geringe Ansprüche stellt, hat er mit Eifer und frommer Hingabe auf sich genommen und ist so zur Gipfelhöhe der Heiligkeit emporgestiegen. Kein Wunder, daß daher sich in seiner Lebensweise nichts Außergewöhnliches findet, aber in allem ließ er sich ganz treu nur vom Gesetz der Liebe, des Gehorsams und der Gottverbundenheit leiten:„Er hat alles gut gemacht"(Markus 7, 37). Darum kann man gewiß behaupten, daß christliche Heiligkeit nicht das Vorrecht einiger weniger, sondern die Pflicht aller ist; daß sie nicht nur jene angehe, die mit ausgezeichneten Geistesgaben und göttlichen Gnadengeschenken bevorzugt sind, sondern schlechthin alle Christengläubigen verpflichtet, was ja auch Gott selbst allen befohlen hat:„Seid heilig, weil ich heilig bin“(1. Petr. 1, 16) und„Seid vollkommen, wie auch euer Vater im Himmel vollkommen ist“ (Matth. 5, 48). Auf welchen Wegen und mit welchen Mitteln hat unser Konrad die heroische Vollkommenheit echt christlichen Lebens erlangt? Ihr wisset um seine jungfräuliche Reinheit, die seine Seele zierte. Ihr kennt seine Demut, an deren Hand er die Mahnung Christi im Alltag durchführte:„Lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“(Matth. 11, 29). Ferner ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, ist euch nicht unbekannt, von welcher Gottes= und Nächstenliebe unser Heiliger entflammt war; seine größte Freude war es, Tag und Nacht vor dem Allerheiligsten zu knien und seine glühenden Gebete Gott darzubringen; und obwohl sein Amt ihn zu zerstreuender Tätigkeit zwang, blieb er trotzdem immerfort mit Gott aufs innigste vereint. Mit gleichem Eifer mühte er sich, so oft die Verhältnisse es ihm gestatteten, in der ganzen eindringlichen Zartheit seiner Seele um das Heil der Mitmenschen. So soll denn vor aller Augen aufleuchten und erstrahlen dieses Bild echter Heiligkeit, das der demütige Kapuzinerbruder in sich ausprägt. Möge der neue Heilige von Gott uns reichlich erflehen Erleuchtung und Gnade, damit das schließlich beglückende Wahrheit werde, was die Kirche vom Heiligen Geist erfleht:„Beuge, was unbeugsam hart, wärme, was im Frost erstarrt, lenke, was da irre geht. Amen." Kleine politische Meldungen Der Reichsminister des Innern hat den Verwaltungsdezergenten Ebel=Düsseldorf in den Kulturausschuß des Deutschen Gemeindetages berufen. Im polnischen Institut zur Zusammenarbeit mit dem Ausland i Warschau berichtete der Pressechef des Ministerratspräsidiums über den ersten Ausflug polnischer Journalisten nach Deutschland. Das schwedische Küstenpanzerschiff„Oskar II“, das als Kadettenschulschiff verwendet wird, passierte auf der Fahrt in das Mittelmeer die Holtenauer Schleuse. Der deutsche Geschäftsträger von Twardowski übermittelte bem stellvertretenden russischen Außenkommissar Krestinski den Dank der Reichsregierung für die Unterstützung, die die russischen Behörden bei der Bergung des Höhenballons„Bartsch von Sigsseld“, geleistet haben, sowie für die den Toten erwiesenen Ehungen. Günstiger Verlauf der Danzig-polnischen Verhandlungen. Die Wirtschafts= und Zollverhandlungen zwischen Danzig und Polen sind in Krakau weitergeführt worden und haben einen guten Fortgang genommen. Weitere Verhandlungen finden in Danzig statt. Beauftragung Starhembergs mit der Leitung des gesamten österreichischen Sportwesens. Im österreichischen Bundesgesetzblatt wird ein Gesetz veröffentlicht, das die Vorbereitung für die Uebernahme des gesamten Sportwesens durch Vizekanzler Starhemberg bedeutet. Einbringung der Silbervorlage Roosevelts in den Kongreß. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Roosevelt, hat dem Kongreß die von ihm angekündigte Silberbotschaft, die den ersten Schritt auf dem Wege zur Einführung einer teilweisen Silberdeckung des Dollars darstellt, zugehen lassen. Die Vorlage ermächtigt den Finanzminister zu Silberkäufen m In= und Auslande und stellt zunächst eine halbe Million Vollar für solche Käufe zur Verfügung. Handelsteil Berlin, 23. Mai. Weiter geschäftsunlustig Sowohl das Publikum wie auch die Berufskreise üben in Anbetracht der immer noch nicht beendeten Transferverhandlungen starke Zurückhaltung, so daß die Kursentwicklung schon durch die kleinsten Umsätze bedingt wurde. Die Haltung war nicht einheitlich. Am Markt der Braunkohlenwerte gewannen Rheinische Braunkohlen im Zusammenhang mit der Bilanzsitzung 2¾ Prozent, während andere Braunkohlenwerte wieder ebensoviel verloren. Auch Montanwerte bröckelten weiter ab. Auf dem Chemischen Markt war die JG.=Farbenaktie um 1¾ Prozent gebessert. Den gleichen Gewinn erzielten Kokswerte, bei denen die Dividendenzahlung wieder aufgenommen wird. Der Rentenmarkt erlebte eine merkliche Abschwächung fast sämtlicher Pfandbriefe und Kommunalobligationen der privaten Hypothekenbanken. Die öffentlichen Anleihen waren demgegenüber ziemlich widerstandsfähig Altbesitz war im Hinblick auf die bevorstehende Juniauslosung ziemlich fest, während Schuldbuchforderungen, Reichsbahnvorzugsaktien und Stahlobligationen zeitweilig gedrückt waren. Der Geldmarkt zeigte ruhige und unveränderte Tendenz Tagesgeld stellte sich auf 4—4¼ Prozent. Am Devisenmarkt wurde das Pfund etwas schwächer notiert. Die Reichsmark war im Ausland behauptet. Am Getreidegroßmarkt bleibt Roggen weiter begehrt, wohingegen Weizen immer noch ohne Geschäft ist. Hafer und Gerste stetig. Das Mehlgeschäft ist ruhig. Devisenmarkt. Belga(Belgien) 58,43(Geld) 58,55(Brief), dän. Krone 56,7: 56,91, engl. Pfund 12,715 12,745, franz. Franken 16,50 16,54, holländ. Gulden 169,53 169,87, ital. Lira 21,29 21,33, norw. Krone 63,89, 64,01, österr. Schilling 47,20 47,30, poln. Zloty 47,25 47,35, schwed. Krone 65,53 65,67, schweiz. Franken 81,23 81,39, span Peseta 34,27 34,38, tschech. Krone 10,43 10,45, Dollar 2,494 2,498 Getreidegroßmarkt. Mittagsbörse(amtlich). Preise in RM ab Station. Für 1000 Kilogramm: Weizen märk. WII 188(22. 5.: 188), W III 191(191), WIV 193(193), gesetzl. Mühleneinkaufspreis WII 194(194), W III 197(197), WIV 199(199), Roggen märk. RII 157(157), RIII 160(160), RIV 162(162), gesetzl. Mühleneinkaufspreis RII 163 (163), RIII 166(166), RIV 168(168), Braugerste gute 163—167 163—167), Sommergerste mittel 157—162(157—162), Hafer märk 62—167(162—167).— Für 100 Kilogramm: Weizenmehl Preisgruppe II 26,25(26,25), III 26,70(26,70), IV 27(27), Nachmehl 14(14), Rogenmehl Preisgruppe II 22,50(22,50), III 22,95(22,95) V 23.25(23,25), Weizenkleie 11,75(11,75), W.=Bollmehl 12,50 (12,50), Roggenkleie 11,25(11,25), R.-Bollmehl 12(12).— Für 50 Kilogramm: Viktoriaerbsen 20—22(20—22), kleine Speiseerbsen 14—17(14—17), Futtererbsen 9,50—11(9,50—11), Peluschken 8—8,25(8—8,25), Ackerbohnen 8,10—8,90(8,10—8,90), Wicken 7—7,50(7—7,50), Lupinen blaue 5,85—6,35(5,85—6,35), do. gelbe 7.60—8,40(7,60—8,40), Serradella—(—), Leinkuchen 5,55 bis 5,60"*)(5,55—5,60), Erdnußkuchen 4,75—4,80“ 2)(4,75—4,80), Erdnußkuchenmehl—(—), Trockenschnitzel 5,20(5,20), Sojabohnenschrot 4,55—4,65**)(4,55—4,65), Kartoffelflocken 6,90—7(6,90—7) *) ex Monopolabgabe für Inland:*) 2.55, 2) 2,90, 2) 3,05 RM Gemüsegroßhandelspreise. Amtlicher Marktbericht der Städtischen Markthallen=Direktion Berlin für inländisches Gemüse für 50 Kilogramm in Reichsmark: Spinat 6—8, Blatt= 7—10, Mohrrüben gewaschen 5—7, Meerrettich 16—20, Rhabarber Freiland= 1—2,50, Spargel geb. 1 25—30, 2. 14—18, 3. 7—11, lose 1. 22—28, 2. 12—16, 3. 5—8, Bohnen Treibhaus mittel und klein 60—100, Schaten 20—22, Champignons Treibhaus weiße 1. 85—100, 2. 80, blonde 1. 80 bis 90, Sellerie 8—15, Zwiebeln 5—5,50, große 5,50—6, Salat 100 Kopf 3—5, Radieschen Freiland= Schockbund 0,80—1, Gurken Treibhaus 100 Stück 12—28, Kohlrabi Schock 0,70—1,80, Porree Schock 1,50—2,40, Petersilie 100 Bund 3—8. Fischgroßhandelspreise. Amtlicher Marktbericht der Städtischen Markthallen=Direktion Berlin für lebende Fische für 50 Kilogramm in Reichsmark: Aale mittel 95—110, klein-mittel 1. 95—100, 2. 80—85, kleinste 60, Schleie unsortiert 80—85, Portions= 90, Hechte extra groß 50, groß 70, mittel 70, klein=mittel 80—85, kleine 80—85, Karpfen Spiegel= 58, Bleie groß 35, mittel 20—25, Plötzen unsortiert 30, Bunte Fische 30. Magerviehmarkt. Amtlicher Marktbericht vom Magerviehhof in Berlin=Friedrichsfelde. Schweine= und Ferkelmarkt. Auftrieb: 66 Schweine, 254 Ferkel. Verlauf: Langsam, Preise gedrückt. Es wurden gezahlt im Großhandel für: Läuferschweine 4—5 Monate alt 30—40, Pölke 3—4 Monate alt 20—30, Ferkel 8—12 Wochen alt 13—20 do. 6—8 Wochen alt 11—13, do. bis 6 Wochen alt 10—11 R9 je Stück. Schlachtviehmarkt. Hamburg, 23. Mai. Preise für 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark: Schweine(4610): 1. 50, 2. 39—39,50, 3. 38—38,50 1. 36—38, 5. 34—35, 6. 30—33, 7. 25—28, Sauen 1. 33—35, 2. 28—32; Kälber(870): 1.—, 2. 52—59, 3. 40—50, 4. 38—48, 5 18—23.— Marktverlauf: Schweine gut, Kälber rege. Amtlicher Berliner Schlachtviehmarkt. Auftrieb: 1706 Rinder, darunter 308 Ochsen, 560 838 Kühe und Färsen, 1833 Kälber, 5416 Schafe, 13 021 S — Preise für einen Zentner Lebendgewicht in RM: Bullen chweine. Schweine: 1. Speckschweine 2. vollfleischige über 300 Pfd. Lebendgewicht. 3. vollfleischige von 240—300 Pfd. 4. vollfleischige von 200—240 Pfd. 5. vollfleischige von 160—200 Pfd. 6. fleischige von 120—160 Pfd. 7. fleischige unter 120 Pfd 8. Specksauen 9. Sauen 37—38 33—35 35—37 32—3 32—35 29—32 30—32 26—28 36—37 33—34 33—35 30—32 Marktverlauf: In allen Gattungen glatt. 700 Jahre Stralsund. Die vorpommersche Stadt Stralsund begeht in diesem Sommer das Jubiläum ihres 700jährigen Bestehens. Den Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen bildet eine Gedenkfeier für den Freiheitskämpfer Ferdinand von Schill, der am 31. Mai vor 125 Jahren in den Mauern Stralsunds den Heldentod fand. Die Reichsbahn-Kraftfahrer in neuer Aniform. Die Vermehrung des Kraftwagenbestandes der Reichsbahn hat die Erhöhung des Personalbestandes und im Zusammenhang damit die Schaffung einer neuen Dienstkleidung für die Beamten des Kraftwagendienstes erforderlich gemacht, Als besonderes Abzeichen weist der steingraue Uniformrock an dem schwarzen Kragenspiegel einen dreiachsigen Lastwagen in Silber auf. ff.„Berlin kostet zehn Milliarden Dollar..." Ein englischer Schriftsteller hat sich, wie wir der„Deutschen Wochenschau“ entnehmen, der Mühe unterzogen, an Hand der Unterlagen und des Materials, wie es ihm von der Bibliothel des Völkerbundes in Genf zur Verfügung gestellt werden konnte, auszurechnen, was die einzelnen Weltstädte wert sind. An erster Stelle steht nach dieser Statistik Neuyork. Die amerikanische Metropole repräsentiert mit allen ihren Gebäuden, Häusern, Kirchen, Brücken, Bahnhöfen, Straßen, Instituten, Sammlungen und Kunstschätzen usw. schätzungsweise einen Wert von 30 Milliarden Dollar. An zweiter Stelle folgt dann London. Paris, dessen Kaufwert auf 11 Milliarden Dollar geschätzt wird, wovon allein der Louvre mit 300 Millionen und das Palais de Luxembourg mit 100 Millionen Dollar angesetzt sind, steht an dritter Stelle. Es folgt Berlin, das 10 Milliarden Dollar kosten soll. * Kurtaxordnungen. Der Präsident des Bundes Deutscher Verkehrsverbände und Bäder e. V. hat für die Bäderwirtschaft 1934 einschließlich der Kurtaxerhebung Richtlinien erlassen, die der Willkür in der Preisfestsetzung entgegenwirken und in dem reisenden Publikum das Gefühl erwecken sollen, daß es überall einer ehrbaren Wirtschaft gegenübersteht. Der preußische Minister des Innern und der preußischFinanzminister haben durch gemeinsamen Erlaß den meinden und Gemeindeverbänden dringend empfohlen, iore Kurtaxordnungen diesen Richtlinien alsbald anzupassen.