für das Emmertal Amtliches Berordnungsblatt Borugsnrorc: Für diesen Monat 1.50 Neichsmark frei Haus s.Erscheint sechs mal wöchentlich, mit Rusnahme von Sonn= u. Feiertagen. Für die Schriftleitung verantwortlich: C. Simonowski, Steinheim, Westf. Fernsprecher Nr. 352. Anzeigennreis: Für 1 mm Höhe. 45 mn breit 8 Pfennig, bei Anzeigenptels. Anzeigen im Kreise Hörter 5 Pfg. Neblamen 1 mm Höhe 90 mm breit 30 Pfennig. Beilagengebühr nach Uebereinhunft. Sämtliche Anzeigen sind nach Steinheim i. Westf. zu senden. Druck und Verlag: C. Simonowski, Steinheim i. Westf.= Nr. 176. Steinheim, Samstag, 29. Juli 1933. 40. Jahrgang Peter Rosegger, der Deutsche Zu seinem 90. Geburtstage. In wilder Zeiten Sturm und Not. Im Streit und Siegesmorgenrot Das schwergeprüfte deutsche Volk Das deutsche Volk, behüt es Gott! (Rosegger) Wer die deutsche Kulturgeschichte verfolgt, erkennt sofort den Wahnsinn derer, die das Politische trennen wollen, das durch Sprache und Kultur für immer zusammengehört. Haben nicht stets die Geisteshelden Oesterreichs ihr Echo im ganzen deutschen Sprachgebiet suchen müssen. Was wäre die Wiener Musik ohne die Resonanz im deutschen Volke. Der Klassiker Oesterreichs, Grillparzer, gehört uns Deutschen ebenso wie Anzengruber und Rosegger. Man wird in allen deutschen Gauen des 90. Geburtstages Roseggers gedenken, gerade weil er der Heimatdichter des deutschen Grenzlandes Steiermark gewesen ist, ist er nicht ein steiermärkischer oder österreichischer Dichter allein, sondern ein Deutscher. Peter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 in dem herrlich schönen Mürztal zu Alpel bei Krieglach als Sohn eines Bauern geboren. Die„Roßeggers“ sind in jenen Gegenden eines der ältesten Bauerngeschlechter, treu ihrem Heimatboden, verwachsen mit Acker und Wald der steirischen Bergwelt. Peter, der älteste Sproß des Lenz Rosegger und seiner Gattin Maria, hatte wohl die Größe eines steiermärkischen Burschen, aber die Kraft fehlte ihm, so daß er für die harte Landarbeit seiner Väter nicht recht zu taugen schien. Zum Pfarrer, der er erst werden sollte, mangelte es ihm an Geld, so sind die einzigen Predigten, die er gehalten hat, die Reden an die Rinder und Schafe der väterlichen Herde, wobei der Knabe seine Lust am Fabulieren austobte. Beim Schneider Ignaz Orthofer, zu dem Rosegger in die Lehre kam, tat er redlich mit Nadel und Faden seine Pflicht, aber am liebsten war er mit dem Meister unterwegs, und auf den Gängen in die Bauernhöfe in der weiten Runde traf er all die Gestalten, die in seinen Heimatgeschichten lebendig geworden sind. In seinen Waldgeschichten spiegelt sich alles wieder, was der„Waldbauernbube“ erlebte. Er offenbart uns die Seele des deutschen Volkes in diesem Grenzstamme, den Charakter der Männer, deren Söhne am Isonzo ihre zähe Tapferkeit bewährten, jene Oesterreicher, die aus innerstem Blutgefühl heraus deutsch sind. In„Als ich noch jung war“,„Am Wanderstabe",„Aus den Schriften eines Waldschulmeisters“, „Der Gottsucher“ und in den„Bergpredigten“, überall finden wir den Deutschen, der aus reinem Menschentum am seelischen Aufbau seines Volkes arbeitet, der in seinen Dichtungen dem Schöpfer auch heilige Pflichten der Nation gegenüber beimißt. Durch die schlichte ungekünstelte Art seines Erzählens hat er einen neuen Prosastiel geschaffen und sich unter die besten deutschen Erzähler eingereiht. Rosegger war Dichter, ehe er es selbst ahnte und für sein urwüchsiges, natürliches Schaffen gibt er selbst die beste Erklärung in einem Vorwort zu seinen Waldgeschichten. „Das war wieder einmal ein fruchtbares Waldgeschichtenjahr. Jeder Tautropfen und jeder Sonnenstrahl fruchtete! Was trank ich an den kalten Bergquellen wieder für Lebenslust! Von den Baumrunen gleichsam und den bemoosten Steinen las ich die sonnengoldige Jugend, und kleine Geschichten der Vergangenheit flatterten herein wie Schmetterlinge und Libellen und neckten mich!“ Das ist echte deutsche Träumerei, versonnen und naturgebunden. Aber Rosegger war nicht nur Träumer. Immer war er wach, wenn es das Deutschtum zu schützen galt, und er hat für die bedrohten deutschen Schulen in den Grenzgebieten dem V. D. A. wegweisend vorangehend die erste Millionenspende vor dem Kriege in die Wege geleitet. Den deutschen Heldengang im Weltkriege erlebte er ganz als Großdeutscher und er schrieb in seiner Freude über die deutsch=österreichische Waffenbrüderschaft:„Wie der kommende Friede auch aussehen mag, die Tore zwischen Deutschland und Oesterreich, die der Krieg so weit aufgerissen hat, bleiben offen. Es werden sich— sind die äußeren Feinde gewichen— ja wieder innere erheben... Ueberzeugt müssen diese inneren Feinde werden.“ Wir wissen heute mehr denn je, wie schwer dieser innere Kampf sein wird, aber Rosegger ist der österreichischen Jugend, der er so wundersame Geschichten erzählen konnte, ein leuchtendes Vorbild, Peter Rosegger, der Deutsche. Er starb im Jahre 1918. Die Siegfried=Aufführung Die Wiedergabe des„Siegfried“ in Fortsetzung der Ring=Aufführung vermittelte starke Eindrücke, wobei natürlich die hinreißende Steigerung zu dem leuchtenden Schlußgesang zwischen Brünhilde und Siegfried in der ersten Bayreuther Besetzung den großen Erfolg dieses Abends mitbestimmte. Unter den Besuchern traten die vielen jungen Gesichter herbo., jene Glücklichen, denen die Karten der Reichsregierung und der Länder in die Hände gekommen sind und die nun in Bayreuth das große Kunsterleben genießen. Unter diesen Jungen befindet sich eine größere Anzahl Berliner Musikstudierender. Mulert fristlos entlassen Berlin, 28. Juli. Wie mitgeteilt wird, ist das Strafverfahren gegen den früheren Präsidenten des Deutschen Städtetages, Mulert, aus formal=rechtlichen Gründen eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft betont jedoch, daß die Handlungsweise Mulerts(Abschluß von Verträgen unter bewußter oder unbewußter Täuschung des ehrenamtlichen Vorsitzenden des Städtetages) moralisch zu verurteilen ist. Mulert habe sich trotz seines bis dahin die Bezüge eines Reichsministers bedeutend übersteigenden Gehaltes um etwa 11 000 Mark bereichert. Wegen dieses unerhörten Vorganges ist Dr. Mulert fristlos entlassen worden. Eine vorbildliche Spende Dresden, 28. Juli. Wie die NSK mitteilt, hat der Sächsische Gemeindebeamtenbund anläßlich des Gauparteitages in Leipzig dem Reichsstatthalter Mutschmann drei großzügige Spenden überreicht: 1. Schenkung einer aus fünf Sporkflugzeugen bestehende Flugzeugstaffel, die eine großzügige Förderung des Luftsportes ermöglicht; 2. Stiftung einer„SA- und SS-Sachsenhilfe des Sächsischen Gemeindebeamtenbundes“, die jährlich 35 000 Reichsmark zur Unterstützung von unverschuldet in Not geratenen verdienten politischen Soldaten der deutschen Erhebung aus den Sturmabteilungen und Schutzstaffeln der RSDAP zur Verfügung stellt, und 3. eine„Spende des Sächsischen Gemeindebeamtenbundes zur Förderung der Nationalen Arbeit“, daß das Versprechen der Ablieferung von einem vom Hundert des Grundgehaltes aller 27 000 Bundesmitglieder als freiwillige Spende zur Förderung der Nationalen Arbeit enthält. Hindenburg=Eiche zerstört Berlin, 28. Juli. Die am 1. Mai zu Ehren des Reichspräsidenten auf dem Tempelhofer Feld von der Hitler-Jugend gepflanzte Hindenburg-Eiche wurde in nächtlicher Stunde von Bubenhand zerstört. Die Burschen müssen den zwei Meter hohen, mit Stacheldraht bewehrten Zaun überstiegen haben, um zu der Eiche zu gelangen, da die Tür vollkommen unbeschädigt war. Neubau von Heringsloggern Vermehrung des deutschen Heringsfangs um 200 000 Faß. Auf Veranlassung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft Darré sind im Rahmen der Arbeitsbeschaffung je drei Millionen RM, also insgesamt sechs Millionen RM, als Darlehen für den Bau von Heringsloggern und den Neubau von Fischdampfern bewilligt worden. Diese werden den deutschen Fischereigesellschaften als niedrig verzinsliche Darlehen gegen Rückzahlung in jährlichen Raten gegeben. Die Vergrößerung der Heringsloggerflotte ist dringend erwünscht, weil der Bedarf Deutschlands an Salzheringen über eine Million Faß beträgt und davon zur Zeit nur ein Viertel durch die deutsche Fischerei beschafft wird. Die neuen Logger werden den deuischen Heringsfang um ca. 200 000 Faß vermehren. Die aufgewandten Mittel werden also nicht nur vorübergehend, sondern für die Dauer volkswirtschaftlich nützliche Arbeitsmöglichkeiten erschließen. Niedersächsischer Kreis ohne Arbeitslose Hannover, 28. Juli. Im Kreise Stolzenau gibt es von nun an keine Arbeitslosen mehr. Die Freimachung weiterer Kreise ist in wenigen Tagen zu erwarten. Politische Rundschau Müllers Wahl zum Reichsbischof gesichert. Pfarrer Hofsenfelder hat an Wehrkreispfarrer Ludwig Müller einen Brief gerichtet, in dem es heißt, daß die Glaubensbewegung Deutsche Christen in allen unmittelbar und mittelbar zu wählenden Körperschaften die unbedingte Mehrheit haben werde. Dadurch dürfe die von den Deutschen Christen geforderte Wahl Pfarrer Müllers zum Reichsbischof als gesichert gelten. Ein Reichsbund für deutsche Sicherheit wurde in Berlin gegründet. Dem Bund schloß sich sofort eine Anzahl von Verbänden an. Seine Aufgabe ist die Aufklärung des deutschen Volkes und der Völker der Erde in dem Kampfe für die Gleichberechtigung Deutschlands unter den Nationen und für die Abrüstungs= und Sicherheitsfrage. Zum Präsidenten wurde Major a. D. Hans Weberstedt=Berlin ernannt. Steigender Ueberschuß bei der Reichsanstalt. Die Abrechnung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung für den Monat Mai schließt mit einem Gesamtüberschuß von 29.9 Millionen ab. Auch der April hatte einen Ueberschuß erbracht, so daß in den beiden ersten Monaten des neuen Rechnungsjahres die Reichsanstalt schon einen Ueberschuß von 64,8 Millionen buchen kann. Kleine politische Meldungen Reichspräsident von Hindenburg, Reichskanzler Hitler und Ministerpräsident Göring, haben sich in das Goldene Buch für die Förderer des Luftsportes eingetragen, das vom Deutschen Luftsport=Verband ausgelegt ist. Der neue Leiter des Reichsgesundheitsamtes, Prof. Dr. Reiter, wurde durch den Staatssekretär im Reichsministerium des Innern, Pfundtner, in sein neues Amt eingeführt. Die Königsberger Stadtverordnetenversammlung hat den bisherigen kommissarischen Oberbürgermeister Oberregierungsrat Dr. Will einstimmig zum Oberbürgermeister von Königsberg gewählt. Aus Anlaß des Abschlusses des Vertragswerkes über die Errichtung einer Zinkhütte in Magdeburg hat Oberbürgermeister Dr. Markmann Danktelegramme an den Reichskanzler, Staatssekretär Reinhardt und an den Reichsarbeitsminister Seldte gerichtet. Aus Stadt und Land Verwaltungsdirektor Vogel operiert. Der langjährige Vorsitzende des Bundes der Saarvereine, Verwaltungsdirektor Vogel=Berlin, hat sich einer Operation durch Entfernung des linken Auges unterziehen müssen. In zahlreichen Zuschriften der Anteilnahme und Anerkennung aus weitesten Kreisen der an dem Saarkampf beteiligten Stellen, Organisationen und Landsmannschaften sowie vor allem von Landsleuten an der Saar wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es Herrn Vogel recht bald vergönnt sein möge, leine Tätigkeit in alter Zähigkeit und Frische wieder aufzunehmen. Preisausschreiben für Goldschmiedekunst. Die DeutschGesellschaft für Goldschmiedekunst in Berlin, Jerusalemer Straße 25, hat zur Erlangung von künstlerisch wertvollen Goldschmiedearbeiten einen Wettbewerb für einen Kelch ausgeschrieben. Für die drei besten Arbeiten sind Studienreisen nach Rom und Geldpreise zum Besuch der Heiligen Ausstellung in Aussicht gestellt. Kommunistische Geheimversammlung überrascht. Im Walde zwischen Stollargowitz und Miechowitz in Oberschlesien wurden 14 Kommunisten bei einer Versammlung überrascht und in Sicherheit gebracht. 200 Kanarienvögel bei einer Feuersbrunst verbrannt, Auf dem Gehöft des Landwirtes Clemens Große in Bischoffsrode, Kreis Worbis, brach nachts Feuer aus, durch das Scheune und Stallungen eingeäschert wurden. Neben Stroh= und Heuvorräten ist auch eine Zucht von 200 Kanarienvögeln in den Flammen umgekommen. Ein gutes Beispiel! Die Gemeinde Rottach hat ihren Ehrenbürger, Reichskanzler Hitler, ersucht, vier Jahre lang jedes Jahr fünf erholungsbedürftige SA.=Männer nach Rottach zu schicken, wo ihnen den ganzen Monat September hindurch Unterkünfte auf Kosten der Gemeinde zur Verfügung stehen werden. Die gleiche Bitte richtete die Gemeinde an den Reichsstatthalter, General Ritter von Epp. Im Zuchthaus erhängt. Der 70jährige Möbelhändler Weingarten, der vor einigen Tagen von der Kasseler Strafkammer wegen Verleitung zum Meineid zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, hat sich in seiner Zelle in der Strafanstalt erhängt. 90jährige mit 95 Enkeln und Urenkeln. In Geusfeld (Ufr.) beging die Landwirtswitwe Marg. Bäuerlein in staunenswerter Frische ihren 90. Geburtstag. Die Jubilarin, die noch das ganze Hauswesen versieht, ist Ahne von 95 Enkeln und Urenkeln, die sich alle am Jubeltag um die Greisin versammelten. In der Hohen Tatra abgestürzt. Die Gattin des Professors Dr. Kettler, Vorsitzender des Geologisch=Paläontologischen Instituts der Karls=Universität in Prag, ist in der Hohen Tatra abgestürzt und bald danach ihren Verletzungen erlegen. Professor Kettler weilt gegenwärtig auf einer Forschungsreise in Amerika. Grundstückskäufe deutscher Juden in Kopenhagen. Schwedischen Zeitungsmeldungen zufolge haben in letzter Zeit deutsche Juden in Kopenhagen Grundstücke gekauft, um Kapital unterzubringen. Nach Ansicht der Sachverständigen handele es sich bereits um Millionenbeträge. dem Gerichtssaal Urteilsverkündigung im Rotter-Prozeß. Wegen Teilnahme an der versuchten Entführung derGebrüder Rotter alias Schaye in Liechtenstein verurteilte die Große Strafkammer des Landgerichts Konstanz die Angeklagten Witt, Wieser, Lehmann und Görtz zu der Mindeststrafe von je drei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte Trommeter wurde freigesprochen. Die Angabe der Angeklagten, sie hätten nur in vaterländischem Interesse gehandelt und die Gebrüder Rotter der deutschen Gerichtsbarkeit zuführen wollen, wurde von dem Gericht als glaubhaft benden. * Leben Mussolinis Zum 50. Geburtstag des Duce. Mussolini ist ein Feind offizieller Festlichkeiten mit Galadiners und großen Empfängen, und er hat den Wunsch ausgedrückt, daß man von einer Betrachtung seiner Persönlichkeit anläßlich seines 50. Geburtstages in der Presse Abstand nehmen möchte. Dieser Wunsch bezieht sich naturgemäß nur auf die italienische Presse, indes wir in Deutschland ein sehr reges Interesse haben, die Persönlichkeit Mussolinis einmal allen vor Augen zu führen, denn Mussolini hat eine neue Staatsform als erster begründet, die in dem Führerprinzip verwurzelt ist. Im italienischen Volke wird Benito Mussolini auch nur„il duce“, der Führer genannt. Am 29. Juli 1883 wurde er zu Predappio in der Romagna geboren. Sein Vater, Alessandro, war Schmied, Gastwirt und Bürgermeister, obgleich er nie eine Schule besucht hatte. Seine Mutter unterrichtete als Volksschullehrerin die Kinder des Ortes. Als Mussolini zur Welt kam, stand die Sonne im Zeichen des Löwen, und der Name Benito wurde ihm nach Benito Juarez, dem Freiheitshelden der Mexikaner, gegeben. Vorzeichen genug, daß hier ein besonderer Mensch in der Wiege lag. Mussolin wuchs wild auf, tollte mit seinen Kameraden in Wiese und Feld und erprügelte sich die nötige Achtung. Der Trieb zu führen, war ihm angeboren. Durch seinen Vater, der ein gefürchteter Revolutionär war, kam Mussolini in sozialistische Bahnen. Trotzdem hat er mustergültig seiner Militärpflicht genügt. 1904 mußte der sozialistische Hetzer Mussolini in die Schweiz flüchten und wurde in Lausanne der Laufbursche eines Weinhändlers. Die Abende aber benutzter, um sich weiterzubilden. Hierbei kam er mit einem Gedankengut in Berührung, das ihn auf neue Wege führen sollte. Er lernte die Werke Nietzsches kennen, die den aufstrebenden Menschen restlos begeisterten. Nietzsches Uebermensch ward ihm zum Inbegriff wahren Menschentums. Benito Mussolini Zunächst blieb Mussolini dem Sozialismus treu und wurde nach seiner Rückkehr nach Italien Sekretär der Sozialistischen Wahlvereinigung zu Forli, kämpfte aber hier schon gegen die falschen Sozialisten, jene Bonzen, die mit dem Sozialismus nur Schacher trieben. Da kam der Weltkrieg, Mussolini wollte im irredentistischen Sinne die Macht und Größe Italiens und sah dazu nur die Möglichkeit auf Seiten der Entente. Die Friedensschlüsse brachten den Italienern durch die Schwäche Orlandos und Sonninos nicht die restlose Erfüllung des Londoner Vertrags von 1915 Hier setzte Mussolinis Kampf ein. Gegen die Kriegsgegner und gegen die Bolschewisten ging es für Ehre und Freiheit Italiens. Am 23. März 1919 wurde in Mailand mit 145 Schwarzhemden das erste„Fascio di combattimento“ gebildet. In oft blutigen Kämpfen drang die neue Bewegung von Sieg zu Sieg, und 1921 hielt Mussolini mit 37 anderen Faschisten seinen Einzug in die Kammer, nahm aber sofort eine antiparlamentarische Stellung ein. Am 28. Oktober 1922 erfolgte der„Marsch auf Rom“, der als Wendepunkt der italienischen Geschicke in die Weltgeschichte eingehen wird, und am 29. Oktober wurde Mussolini vom König als Ministerpräsident nach Rom berufen. Bezeichnend sind die Worte Mussolinis an den Bahnhofsvorsteher von Mailand der ihn zu seiner Berufung beglückwünschte:„Ich erwarte, daß der Zug um acht Uhr Mailand verläßt. Von heute an herrscht Ordnung in Italien.“ Dieses Wort hat Mussolini erfüllt. Das Volk jubelt dem Duce zu, und der Haß derer, die er zu Boden warf, hat ihn trotz fünf versuchter Attentate nicht erreicht. Mussolini hat seinen Arbeitsplatz im„Saal der Weltkarte“ des Palazzo Venezia in Rom, ein weiter Saal, in dem auch die amtlichen Besuche von Mussolini empfangen werden Psychologisch interessant ist es, daß er seinen Arbeitsplatz so wählte, daß jeder Besucher den großen Raum in seiner ganzen Länge durchschreiten muß, bevor er zu dem Duce gelangt. Als Privatmann lebt Mussolini mit seiner Familie in der Villa Torlonia in Rom; er ist im Kreise der Seinen ein guter Familienvater. Seine ältesten Söhne Bruno und Vittorio sind begeisterte Schwarzhemden, und seine Tochter Edda wurde mit dem Grafen Ciano vermählt. Mussolini raucht und trinkt fast nie, treibt aber Sport, besonders Reiten und Fechten. Die Kundgebung, die Mussolini am Tage des Marsches auf Rom von Mailand aus erließ, lautete:„Wir haben die einstimmige Zustimmung der Nation. Der Sieg kann durch Kombinationen der letzten Stunde nicht mehr abgeschwächt werden. Wenn man ein Kabinett Salandra bekommen sollte, dann wäre es nicht der Mühe wert gewesen, zu mobilisieren. Die Regierung muß ausschließlich aus Faschisten bestehen. Der Faschismus wird seinen Sieg nicht mißbrauchen... Die Faschisten waren bewunderungswürdig. Ihre Opfer werden eine herrliche Krönung des Sieges sein! Der Faschismus will die Macht und wird sie haben!“ Adenauer dienstentlassen Köln, 28. Juli. Der frühere Oberbürgermeister der Stadt Köln, Adenauer, ist auf Grund des§ 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen worden. Sommersprossenmittel. Gegen Sommersprossen sollen helfen: 10 Gramm Borax in 150 Gramm Rosenwasser gelöst und mit dieser Lösung die Sommersprossen eingerieben. Geriebener Meerrettich mit scharfem Weinessig angestellt und 72 Stunden an warmem Orte ziehen gelassen und abends angewendet. Eine Mischung von 280 Gramm Orangenblütenwasser, 4 Gramm Borax und 16 Gramm säurefreiem Glyzerin, die abends angewendet wird. Morgens wird abgewaschen und mit Coldcreme oder Lanolin eingerieben. 8 . e E . ca. Hoher Festtag in Stuttgart. Die feierliche Einholung des Bundesbanners der Deutschen Turnerschaft in Stuttgart. Inmitten der Fahnen des neuen Deutschland wurde es vom Bahnhof in den Schloßhof geleitet, w. die Uebergabe an diStadt erfolgte. Westdeutscher Rundfunk Langenberg. Sonntag, den 30. Juli. 6.15: Hamburger Freihafenkonzert. Die Glocken vom Großen) Michel.— 8.15: Wiederholung der Abendmeldungen.— 8.30: Katholische Morgenfeier.— 9.20: 15. Deutsches Turnfest. Der Festzug der 150 000.— 10.30: Peter Rosegger, zu seinem 90. Geburtstage, eine Hörfolge von Theodor Zenker.— 11.15: Lotte Lehmann singt(Schallplatten).— 11.30: Tierschutz— So oder so.— 12.00: Aus München: Standmusik aus der Feldherrnhalle. — Einlage: Volk erzählt.— 13.00: Klaviermusik.— 13.30: Orchesterkonzert.— 14.45: Was kann der Städtebauer an den heutigen Großstädten bessern?— 15.00: Woher kommen Europas Nationalhymnen?— 15.20: Graziöse Musik(Schallplatten).— 15.45: Siedler= und Nationalsozialist.— 16.15: Alter und Jugend.— 17.00: Vesperkonzert.— 18.00: Internationales Reitturnier. Ein Hörbericht.— 18.30: Vom 15. Deutschen Turnfest Stuttgart. Von der Festwiese„Das hohe Lied des deutschen Turnertums. Ansprache des Reichskanzlers Adolf Hitler.— 20.15: Tanzabend.— 22.00: Letzte Meldungen, Sportbericht.— 22.30: Nachtmusik. Montag, den 31. Juli. 6.00: Morgenruf.— 6.05: Morgenkonzert.— 6.40: Wiederholung des Spätberichts.— 6.45: Leibesübungen.— 7.03: Morgenkonzert.— 8.30: Für die Frau. Was kochen wir diese Woche? — 8.15: Gymnastik für Frauen.— 10.15: Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose.— 11.58: Vom Rathausplatz Köln: Wir marschieren weiter. Zur Erinnerung an den 30. Januar 1933.— 12.10: Unterhaltungskonzert.— 12.50: Mittagsbericht.— 13.00: Mittagskonzert.— 14.30: Schlachtviehmarktberichte.— 15.30: Wirtschaftsbericht.— 15.50: Jugendfunk. Bauern wollen Hochzeit halten. Hörfolge aus Rheinland und Westfalen.— 16.30: Vesperkonzert.— 17.45: Stimme der Bewegung.— 17.50:„Der Straßenbauer“ von Johannes von Jungemann.— 18.00: Deutsche Kriegsopferversorgung.— 18.20: Dorfgemeinschaft.— 18.30: Elternstunde: Was Eltern und Kinder vom Wassersport halten.— 19.00: Stunde der Nation. Von Breslau: Eichendorff, ein deutscher Dichter aus Schlesien.— 20.05: Instrumentalkabarett.— 21.00: Westfälische Sagen. Wittekindsland. Hörfolge von Dr. Friedrich Castelle.— 22.00: Spätbericht.— 22.45: Nachtmusik. Dienstag, den 1. August. 6.00: Morgenruf.— 6.05: Morgenkonzert.— 6.40: Wiederholung des Spätberichts.— 6.45: Leibesübungen.— 7.03: Morgenkonzert.— 8.03: Für die Frau.— 8.15: Gymnastik für Frauen.— 9.10: Schulfunk. Ferien!— 10.05: Kindergarten.— 10.30: Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose.— 12.00: Unterhaltungskonzert.— 12.50: Mittagsbericht.— 13.00: Mittagskonzert.— 15.00: Kinderstunde. Gekribbel und Gekrabbel.— 15.30: Wirtschaftsbericht und Zeitangabe.— 15.50: Sommerreise und kein Geld.— 16.10: Landschaftliche Schulpolitik.— 16.30: Wir sagen den neuen Monat an!— 16.50: Stimme der Bewegung — 17.00: Schöne Stimmen auf Schallplatten.— 17.15: Klänge aus Chile.— 17.35: Italienisch.— 17.50: Junge, Junge, kannst du flunkern!— 18.00: Feierabendkonzert.— 19.00: Stunde der Nation. Von Frankfurt: Ein ewiges Feuer vom heiligen jungen Deutschland.— 20.05: Dichtung wird Volkslied. Vaterländische Lieder.— 20.55: Stippvisite.— 21.10: Ursendung: Heimkehr der Helden. Hörspiel von Walter Heuer. Musik von Claus=Eberhard Clausius.— 22.10: Spätbericht.— 22.30: Westdeutsche Wochenschau. Mittwoch, den 2. August. 6.00: Morgenruf.— 6.05: Morgenkonzert.— 6.40: Wiederholung des Spätberichts.— 6.45: Leibesübungen.— 7.03: Morgenkonzert.— 8.03: Kinderstubensorgen im Sommer.— 8.15: Gymnastik für Frauen.— 10.05: Ferienkonzert.— 10.30: Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose.— 12.00: Unterhaltungskonzert.— 12.50: Mittagsbericht.— 13.00: Klaviermusik.— 13.30: Mittagskonzert.— 15.00: Bastelstunde für die Kleinen.— 15.30: Wirtschaftsbericht.— 15.50: Jugendfunk. Erlebnisse von Auslandsdeutschen.— 16.30: Dichter des ganzen Volkes. Josef Ponten: Wolgadeutsche suchen Land in Asien.— 16.50: Katechismus der Deutschen.— 17.00: Beethoven: op. 16, Quintett in Es=dur. — 17.30: Stunde der NS.=Frauenschaft. Ueber die Disziplin der Gedanken.— 17.50: Tells letzte Tat, von Heinz Steguweit.— 18.00: Caruso-Schallplatten.— 19.00: Stunde der Nation. Von Hamburg: Die Reichsmarine.— 20.00: Aufruf für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit.— 20.10: Stimme der Bewegung.— 20.20: Rheinische Mädchen.— 21.30: Hans Michael Obentraut: Das Urbild des deutschen Michel.— 22.00: Spätbericht.— 22.45: Nachtmusik. Donnerstag, den 3. August. 6.00: Morgenruf.— 6.05: Morgenkonzert.— 6.40: Wiederholung des Spätberichts.— 6.45: Leibesübungen.— 7.03: Morgenkonzert.— 8.03: Für die Frau.— 8.15: Gymnastik für Frauen.— 10.00: Frühbericht.— 10.05: Kindergarten.— 10.30: Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose.— 12.00: Unterhaltungskonzert.— 12.50: Mittagsbericht.— 13.00: Mittagskonzert.— 15.00: Kinderstunde. Die 12 Kameraden, von L. Meurin.— 15.30: Wirtschaftsbericht und Zeitangabe.— 15.50: Zweitausend Stadtjungen helfen deutschen Bauern.— 16.10: Peter Rosegger: Als ich das erstemal auf dem Dampfwagen saß.— 16.30: Westdeutsche Museen, Denkstätten germanischer Frühgeschichte.— 17.00: Um die sieben Berge am Rhein, eine Hörfolge von Aenne von Werden.— 17.40: Sulpiz Boisserée, dem Hüter des Kölner Doms, zum 150. Geburtstage.— 18.00: Feierabendkonzert.— 19.00: Stunde der Nation. Von Königsberg: Uraufführung: Ostpreußens Landschaft klingt. Ein Ton= und Wortbild von der Heimat von Martin Borrmann. Musik von Otto Besch.— 20.05: Rheinischer Wein. Vom Berg zum Becher.— 21.30: Hunsrück.— 22.15: Spätbericht.— 22.35: Stimme der Zeit.— 22.45: Nachtmusik und Tanz. Freitag, den 4. August. 6.00: Morgenruf.— 6.05: Morgenkonzert.— 6.40: Wiederholung des Spätberichts.— 6.45: Leibesübungen.— 7.03: Morgenkonzert.— 8.03: Für die Frau.— 8.15: Gymnastik für Frauen.— 10.05: Ferienkonzert.— 10.30: Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose.— 12.00: Unterhaltungskonzert.— 12.50: Mittagsbericht.— 13.30: Mittagskonzert.— 15.00: Krankenversicherung und Erwerbslosigkeit.— 15.15: Lebendiges Recht.— 15.30: Wirtschaftsbericht.— 15.50: Jugendfunk. Tippelbrüder— Die Landstraße erzählt.— 16.30: Warum Familienforschung?— 16.50: Stimme der Bewegung.— 17.00: Orchesterkonzert.— 18.00: Feierabendkonzert.— 19.00: Stunde der Nation. Aus München: 9. Symphonie von Beethoven. Leitung: Richard Strauß.— 20.30: Ursendung: Der Bergsteiger. Ein Spiel vom neuen Menschen von Friedrich Deml. Musik von Gustav Kneip. — 21.30: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. —— 22.15: Spätbericht.— 22.35: Was gibt's nächste Woche in Westdeutschland?— 22.45: Nachtmusik. Sonnabend, den 5. August. 6.00: Morgenruf.— 6.05: Morgenkonzert.— 6.40: Wiederholung des Spätberichts.— 6.45: Leibesübungen.— 7.03: Morgenkonzert.— 8.15: Gymnastik für Frauen.— 10.00: Frühbericht.— 10.05: Kindergarten.— 10.30: Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose— 12.00: Unterhaltungskonzert.— 12.50: Mittagsbericht.— 13.00: Mittagskonzert.— 14.30: Wochenendkonzert(Schallplatten).— 15.30: Wirtschaftsbericht.— 15.50: Aus den Kinderjahren der Rheindampfer.— 16.10: Wanderungen in Rheinland und Westfalen.— 16.25: Badeunfälle und Rettung Ertrinkender.— 16.35: Volk erzählt.— 17.00: Berühmte Serenaden und Menuette.— 17.30: Wirtschaftliches Arbeiten in der Werkstatt.— 17.50: Feierabendkonzerl— 19.00: Stunde der Nation. Bom Deutschlandsender: Wir bauen eine Straße. Hörspiel von Peter Hagen und Günther Nierenz.— 20.05: Den Rhein entlang. Bunter Abend.— 22.15: Spätbericht.— 22.45: Wie tanzen. Der Kampf für das deutsche Bauerntum Der neue Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, seine Mitarbeiter und Ziele In seiner großen Rede auf der letzten Vollversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrates hat Reichskanzler Adolf Hitler sehr treffend darauf hingewiesen, daß die hinter uns liegende Erhebung überhaupt nicht durchführbar gewesen wäre, wenn uns der ständige, bestimmte Prozentsatz unseres Land volkes dabei gefehlt hätte. Das bedeutet: untrennbar ist der Begriff Heimat und Bauerntum, Blut und Scholle. Die tiefste und gesündeste Wurzel des heimatlichen Bodens, sein ursprünglichster Quell ist und bleibt das Bauerntum, und ohne seine segensreiche Einwirkung und Mitwirkung sind Aufbau, Gesundung und Fortbestehen eines Staates undenkbar. Mit jenem prägnanten Hinweis hat der Kanzler nicht nur tiefe Verbundenheit mit dem deutschen Bauerntum erneut dargelegt, sondern er hat zugleich einem seiner nächsten Mitarbeiter, seinem agrarpolitischen Berater dem Reichsbauernführer und jetzigem Reichsernährungsminister R. Walther Darré, die langverdiente Anerkennung in einem ganz besonderen Maße zuteil werden lassen. Niemand anders als Darré war es, der mit einem kleinen Trupp Menschen die nationalsozialistische Revolution auf dem Lande organisierte und den BauernHarro von Zeppelin, der persönliche Adjutant des Reichsernährungsministers. stand unter den Hakenkreuzfahnen des neuen Deutschlands vereinigte. Der Name Darré ist heute jedem Landbewohner zu einem unumstößlichen, glaubensstarken Begriff geworden. Darré, wie eine ganze Anzahl nationalsozialistischer Unterführer, Auslandsdeutscher— er ist 1895 in Argentinien geboren— hat als junger Diplomlandwirt seinen so einflußreichen Aufstieg ohne die geringsten Beziehungen zu maßgebenden Stellen gemacht. Seine klarliegende völkische Einstellung erschwerte ihm oft genug diesen Aufstieg. Als ihn andersdenkende, politisch einflußreiche Stellen durch ein amtliches Angebot“ nach Südamerika loswerden wollten, lehnte er entschlossen ab und versuchte, sich als unbekannter Schriftsteller weiter durchzukämpfen. Aus dieser Zeit stammt sein erstes Werk„Das Bauerntum als Lebensquell der nordischen Rasse“, das mit Entschiedenheit an Hand wissenschaftlicher Studien die Bedeutung der nordischen Rasse für das deutsche Volkstum beweist. Als 1930 sein Buch„Neuadel aus Blut und Boden“ erschien, das aus wissenschaftlicher Erkenntnis wertvolle Schlüsse auf praktische Bestrebungen, auf Volksgedanken und staatspolitische Folgerungen zieht, hatte Darré bereits die Aufmerksamkeit bestimmter Kreise auf sich gezogen. Da bringt es der Zufall, daß er im gleichen Jahr Adolf Hitler kennenlernt, der damals noch hart um die Ziele seiner Idee ringen mußte. Am Schlusse eines sehr eingehenden Gespräches bittet Hitler Darré, in der sicheren Erkennens, um eine äußerst wertvolle Kraft bereichert zu sein, seinem Ruf nach München Folge zu leisten. Als völlig unbekannter Politiker trat Darré dann seinen Dienst in der Reichsleitung an, um im Rahmen der nationalsozialistischen Bewegung das deutsche Bauerntum zu organisieren. Gegen jede Erwartung bestand das Resultat seiner Aufgabe nicht darin, den bestehenden landwirtschaftlichen Organisationen einen neuen nationalsozialistischen Verein gegenüberzustellen sondern es gipfelte vielmehr in der Schaffung einer neuen bäuerlichen Führerschicht innerhalb des agrarpolitischen Apparates. Mit diesem herausgebildeten Führerkorps ist Darré dann in jenen denkwürdigen Herbstwahlkampf 1930 eingetreten. Und von diesem Augenblick an macht sich auch ein immer mehr ansteigender Einsatz im Kampf um Stimme und Seele des deutschen Bauerntums bemerkbar. Immer mehr drang Darré mit seiner entschlossenen Gefolgschaft in den Landbund, in die LandwirtschaftsLinks: Herbert Backe, Reichskommissar z. b. V. im Reichs ernährungsministerium.— Rechts: Wilhelm Meinberg, der als geschäftsführender Präsident des Reichslandbundes zu den engsten Mitarbeitern des Reichsministers gehört. kammern und weiteren Berufsverbände ein. Die stärksten und sichersten Bataillone im Kampf für seine Idee erhielt Adolf Hitler durch seinen agrarpolitischen Berater Darré. Die Kampfentschlossenheit, mit vollem Einsatz jedes einzelnen, war in erster Linie ausschlaggebend und mitentscheidend für die endgültige Machtübernahme am 30. Jan. 1933. Die Ernennung Darrés zum Reichsernährungsminister, der nun mit der Führung der amtlichen Agarpolitik zugleich auch die Führung des gesamten Bauernstandes übernommen hat, wird eine entscheidende, alle Grundfesten erfassende Wandlung in der deutschen Agrarpolitik bringen. Seine Berufung an verantwortliche Stelle, die den Vorwärtsschauenden keineswegs überraschend kam, ist das Resultat der zwangsläufigen Neugestaltung des Staates im Sinne der nationalen Erhebung. Sie ist— und das beweist erst vollkommen, was Darré für das deutsche Bauerntum bedeutet— seit Beginn der deutschen Revolution immer wieder stürmisch gefordert worden. Darres Ernennung kann deshalb schon als eine der bedeutendsten Etappen im Rahmen der nationalsozialistischen Revolution bezeichnet werden, denn damit hat sie auch in der amtlichen Wirtschaftspolitik den Grundsatz die Totalität realisiert. Darrés Politik, die Wahl seiner Mitarbeiter wird eine Bauernpolitik im wahrsten Sinne des Wortes bringen, sein Name allein bürgt. für das Programm. Mit vollem Recht darf der deutsche Bauernstand vertrauensvoll auf seinen Reichsminister blicken, dessen Weg im Sinne seines Führers Adolf Hitler unter der Parole gehen wird, daß die Erhaltung des deutschen Bauerntums von nun an unumstößliche Tatsache ist. Links: Im Arbeitszimmer des Ministers. Von links nach rechts: Harro von Zeppelin, der persönliche Adjutant; Herbert Backe. M. d. L., Reichskommissar z. b. V.; Reichsminister R. Walther Darré und Reichslandbundführer Wilhelm Meinberg.— Unten: Der Reichsernährungsminister mit seinem Adjutanten im Arbeitszimmer des Reichsernährungsministeriums. Reichsbauernführer Darré spricht anläßlich seiner Ernennung zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft vor seinen Mitarbeitern. In der vorderen Reihe von links nach rechts Stabsleiter Dr. Hermann Reischle, der soeben eine Broschüre über Darré veröffentlichte; Gutsbesitzer Slawik, der neuernannte Landesbauernführer für Oberschlesien; Bauernhofbesitzer Huber, der neuernannte Landesbauernführer für Baden, Minister Darré, ganz rechts sein persönlicher Adjutant von Zeppelin. (36. Fortsetzung.) Wußte nur, daß dies der Augenblick war, nach dem sein ganzes Leben gedürstet hatte. Daß er sie liebte. Nicht, wie der Bruder die Schwester. Nein, wie der Mann das Weib, das sein alles ist. Das er liebt mit seiner ganzen Seele, aber auch mit der ganzen, heiligen Glut seiner Sinne. Nicht denken, nicht denken! Nicht in dieser Stunde! „He! Holla!" Draußen ein Ruf. Der Mann mit dem Kahn war da, und Georg fuhr auf. Das Leben rief, das herrliche Leben. „Zuerst du!" Agnes war totenblaß, zitterte am ganzen Körper; er reichte sie dem Knecht hinunter, sie ließ willenlos alles mit sich geschehen. „Er trägt uns drei.“ Georg stand wieder aufrecht und handhabte das große Ruder. Agnes saß zusammengekauert im Kahn, der Knecht bediente das Steuer. Sie waren weit fort, da brach die Schäferkate in sich zusammen, und der See spritzte hoch auf, der künstliche See, der jetzt dort war, wo vorher Wiesen gewesen. 21. Kapitel. Im Schloß Kynau hatte es wieder eine schlaflose Nacht gegeben. Agnes hatte sich in ihr Zimmer eingeschlossen. Ihr schauderte vor sich selbst! Sie liebte ihren Bruder Georg! Jetzt war ihr das ganze vergangene Leben klar. Jetzt wußte sie, warum sie sich immer zurückgezogen hatte, wenn einer der jungen Freunde des Hauses um sie ge worben. Warum sie fest entschlossen war, ledig zu bleiben, warum sie bittere Qualen gelitten, wenn sie an die Möglichkeit dachte, daß Georg einmal heiraten könnte. Ganz ähnlich waren die Empfindungen, die Georg ruhelos in seinem Turmzimmer grübeln ließ. Auch ihm waren die Schuppen von den Augen gefallen. Nur, daß er sich selbst alle Schuld gab. Er, er ganz allein hatte sich vergessen. Nicht Agnes! Sie hatte sich an den Bruder geklammert, er hatte die eigene Schwester entwürdigt, hatte sie wie eine Geliebte geküßt. Und dennoch gingen seine Gedanken ganz dieselben Verfolgten die Tage der Kindheit, wie sie beide, Agnes und er, immer miteinander ihre Zukunftsträume spannen, davon schwärmten, wie sie später einmal allein, zwei alte Geschwister, miteinander hausen wollten. Immer nur sie! Damals waren ihre Sinne noch nicht erwacht. Damals war es nur das Gefühl gemeinsamer Empfindungen, jetzt aber— Auch Kriminalrat Dr. Schlüter, der noch immer im „Grünen Baum“ in Pahlewitz saß und von dort aus ein Spinnennetz von Telegrammen über alle erdenklichen Städte ausbreitete, wäre fast recht unangenehm von dem Hochwasser betroffen worden. Er war schlechter Laune, der gute Kriminalrat! Hatte sich fest vorgenommen, den Fall Tarnau nicht eher zu beschließen, als bis er auch den alten Gwalion gefunden und dem Gericht ausgeliefert hatte. Dieser alte Inder, der ja überführt war, Viola aus dem Schlosse gelockt zu haben, spielte nach Schlüters Meinung sicher noch eine weit größere Rolle, zumal Graf Herbert ja zugegeben, daß Kerim Gamba, der Brandstifter, Gwalions Sohn war. Dann lockte ihn ein Geschrei an das Fenster, und ehe er sich recht klar wurde, was denn die stille Kleinstadt so plötzlich erschreckte, kam die gewaltige Wasserwoge schon heran, und in Minuten war das ganze Städtchen überflutet. Auch in die unteren Räume des Hotels brach das Wasser mit aller Gewalt ein, und die nächsten Stunden boten ein Bild des wildesten Chaos. Die unwahrscheinlichsten Gegenstände lagen, aufgeweicht und zerfetzt, in den Gastzimmern. Er stand einen Augenblick und betrachtete dieses Bild des Schreckens, in dem der Besitzer des Hotels mit höchst verzweifelter Miene umherging und seine Befehle gab. Plötzlich wurden des Kriminalrats Augen groß. Dicht vor ihm, am hinteren Eingang des Hauses, lag ein Paket in schwarzem Wachstuch. Das wäre an sich gewiß nichts Besonderes gewesen, aber auf diesem Paket klebte ein weißer, schmaler Zettel, und auf diesem stand in großen, roten Buchstaben das eine Wort: Benares! Schlüter griff nach dem Packen. „Herr Wirt, wie kommt denn ausgerechnet ein Paket aus Benares in Ihr Hotel?" Der Mann hatte wenig Zeit für Auskünfte. „Wird wahrscheinlich dem armen Teppichhändler gehören, der bis vor drei Stunden in der Kammer im Hinterhaus gewohnt hat." Der Wirt verstand nicht, warum der Herr Sanitätsinspektor durch diese Mitteilung in solche Erregang geriet, „Ein indischer Teppichhändler hat hier gewohnt?" „Herrgott, ja, solche Hausierer gibt es doch überall." „Ich muß Ihnen eine Mitteilung machen." Habe jetzt wirklich keine Zeit." „Sie müssen einen Augenblick erübrigen. Ich bin nicht der, für den Sie mich halten. Ich bin der Kriminalrat Dr. Schlüter aus Berlin.“ „Habe ich doch immer so etwas geahnt!“ „Ich bin in der Tarnauer Mordaffäre hier und suche seit Tagen in ganz Europa nach einem Inoer Gwalion, der sich auch unter dem Namen eines armenischen Teppichhändlers Hussein Omir herumgetrieben hat.“ Der Mann hieß Hussein Omar.“ Jetzt wunderte sich der Wirt wieder, daß der Kriminalrat laut und herzlich auflachte. „Aber, Herr Doktor!" „Da telegraphiere ich in der ganzen Welt umher, und der Mann wohnt ganz vergnügt mit mir in demselben Hause. Herr Wirt, das haben Sie mir nie gesagt!" „Wie kann ich annehmen, daß den Herrn Gesundheitsinspektor Schumacher so ein armseliger Teppichfritze interessieren könnte." „Und die Polizei?" „Herrgott, der Mann war wohl gar nicht gemeldet. Er hat immer ganz still in seinem Zimmer gesessen, einem Hinterstübchen, das er vorausbezahlte. Was sollte ich mich viel darum kümmern? Der Mann schien große Sorgen zu haben und sagte mir, daß er auf etwas warte. „Er tat mir leid, seine Papiere waren wohl nicht in Ordnung; deshalb bat er mich, ihn nicht zu melden. Aber der Man machte einen durchaus ehrlichen Eindruck, er war sehr alt, hatte einen langen weißen Bart und ein vertrauenerweckendes Gesicht. Ich habe ihn ruhig gewähren lassen. Er hat schon vor ein paar Wochen tagelang hier gewohnt, war damals auch gemeldet, und da dachte ich—“ „Wann war das?" Der Wirt dachte nach. „Das muß so ungefähr um die Zeit gewesen sein, als in Kynau der große Mord geschah.“ „Unglaublich! Unglaublich! Der Mann, den ich suche, wohnt mit mir im selben Hause! Weiß wahrscheinlich ganz genau, wer ich bin, und fühlt sich am sichersten unter meinen Augen.“ „Herr Doktor, machen Sie mich nicht unglücklich. Ich hatte Mitleid—“ „Ach, lassen wir das jetzt. Ich werde zunächst das Päckchen an mich nehmen. Der Mann ist abgereist?" „Heut früh, als eben das Unwetter losging. Fast fluchtartig." „Wissen Sie, wohin?" „Er ist mit dem Frühzug gefahren. Mein Hausdiener stand dabei, als er eine Fahrkarte nach Brémen löste.“ Schlüter rannte zur Post, die noch mehr verwüstet war als das Hotel. „Dringendes Telegramm nach Bremen.“ „Bedaure, alle Leitungen sind gestört." „Wann geht ein Zug?" „In einer Stunde, das heißt nur nordwärts, nach Liegnitz zu sind die Gleise gesperrt." Schlüter war wieder in seinem Zimmer und öffnete mit raschen Händen das Paket. Es enthielt einige indische Gewänder— holla— da waren Papiere! Briefe in englischer Sprache mit dem Aufdruck: „Bernhard Graf Tarnau auf Groß=Daberau.“ Schlüter durchflog die Briefe, in denen nur Anfragen standen bezüglich des Inders Gwalion. Dann aber— Briefe in indischer Sprache, die wiederum den Aufdruck jenes Engländers trugen und die Schlüter nicht zu lesen vermochte. Eine Stunde später saß der Kriminalrat in dem Bummelzug, der wenigstens zwischen Pahlewitz und dem nächsten Knotenpunkt der Hauptbahn eine Verbindung herstellte. Von der nächsten Station aus telegraphierte er nach Bremen. Es war Zeit: aus seinen Fahrplänen hatte er ersehen, daß erst am nächsten Tage der Postdampfer „Derfflinger“ vom Norddeutschen Lloyd nach Ostasien ausreiste. Abends endlich war Dr. Schlüter in Hannover und stieg dort aus. Schnell ein Telegramm an Landgerichtsrat Kräly: „Hauptverhandlung gegen Herbert Tarnau kann in der nächsten Woche angesetzt werden. Schlüter." Er wußte nicht, daß inzwischen schon ein Brief an ihn unterwegs war, der nun in Pahlewitz lagerte. Das Gericht hatte nach den letzten Ereignissen und dem Verhör Herberts sowie der Freilassung Georgs die Hauptverhandlung bereits auf den dritten Tag angesetzt. Mitten in der Nacht läutete die Klingel an der Wohnungstür des Professors Schrottmüller in Hannover. Der Gelehrte, ein alter Junggeselle, öffnete selbst. „Herrgott, Dr. Schlüter?" „Entschuldigen Sie, alter Freund, wenn ich in der Nacht störe. Ich muß von Ihnen, dem erfahrenen Indienforscher und Kenner aller dortigen Sprachen, eine wichtige Auskunft erbitten." eilig?" „Von Stunden kann ein Menschenleben abhängen. Ich muß um vier Uhr morgens mit dem Frühzug nach Bremen, und es kommt alles darauf an, daß ich vorher erfahre, was in diesen indischen Briefen steht, die mir ein geradezu unglaublicher Zufall in die Hände gespielt hat" „Dann also— ich stehe zur Verfügung. Uebrigens haben Sie Glück, daß ich noch wach war.“ Der Professor führte den Doktor, mit dem er seit vielen Jahren befreundet war, in sein Studierzimmer. Wein und Zigarren wurden gebracht, und während der Professor die Briefe auseinanderfaltete, wickelte der Kriminalrat ein paar Butterbrote aus, die er schnell auf dem Bahnhof gekauft hatte. „Höchst seltsam! Also, dies hier sind Anfragen, die der Engländer an einen gewissen Gwalion Lahore richtet, ob ein Graf Sebastian Tarnau vor etwa dreißig Jahren in der Tat eine Inderin mit Namen Maja geheiratet habe“ „Ist nicht von Bedeutung! Bitte, weiter!“ „Hier dreht es sich um irgendeine Majoratsgeschichte und um die Frage, ob eine gewisse Viola Erbin des Grafen Sebastian sei oder nicht." „Weiß ich! Bitte weiter—" Der Professor machte ein erstauntes Gesicht und wurde selbst interessiert. Der Professor übersetzte langsam„An Gwalion, den Panditen. Der du ein frommer Inder des Tempels bist: Mache gut, was dein Bruder Iram gesündigt. Führe zurück in die Gemächer des Tempels Viola, der Bajadere Maja Tochter, damit sich an ihr die Strafe der Götter vollziehe und ihr Opfertod auslösche die Schmach des Tempels. Das ist das eine. Was das andere ist, weißt du! Hilf oder tue es selbst! Du wirst alles von jenem Ungläubigen erfahren, der ich unseren Freund nennt. In deiner Hand liegt die Ehre des Tempels. Tue, was dein deutscher Freund von dir fordert—“ Der Professor schwieg. „Ist das alles?" „Das ist alles!" Dr. Schlüter kam morgens in Bremen an. Der Llyodbeamte schüttelte den Kopf. „Weder ein Inder noch ein Armenier hat eine Passazierkarte gelöst, sonst hätten wir die Polizei benachrichtigt." „Darf ich die Schiffsliste der„Derfflinger" sehen?" Er las genau. „Was ist denn das für ein Grieche Xerxes Stenatopulos?" „Hier ist der Paß. Wir nehmen diese den Passagieren der letzten Klasse ab, weil die Polizei sie heute vormittag prüft." „Danke verbindlichst! Der ist es, den ich suche. Uebrizens, das Paßphoto ist großartig gefälscht. Wenn ich das Gesicht dieses Mannes nicht genau kennen würde, ich jätte mich selbst täuschen lassen. Könnten Sie den Griehen nicht unauffällig hierherbringen? Es ist ein geriebener Bursche, und ich möchte mich so wenig wie möglich sehen lassen. Wahrscheinlich kennt er mich genauer als ich ihn." „Er wird um neun Uhr kommen, um seine Passagekarte zu empfangen." Kriminalrat Schlüter hatte gelernt, zu warten; aber unauffällig wurden, nach telephonischer Rücksprache mit der Polizei, ein paar Beamte in Zivil im Paßbüro der dritten Klasse aufgestellt, um den„Griechen", der ja als Südländer gewisse Aehnlichkeiten mit einem Inder haben mochte, zu verhaften, wenn er einen Fluchtversuch machte. Etwa und halb zehn Uhr meldete das Haustelephon: „Der Grieche ist da!" Einen Augenblick später trat eine hohe, geradezu Ehrfurcht gebietende Patriarchengestalt in das Zimmer, in dem ich Schlüter so aufgestellt hatte, daß er zunächst dem Eintretenden den Rücken zukehrte und ihn nur in einem Spiegel sah. „Was ist noch zu erledigen, daß Sie mich hierherciefen?" „Nichts als ein kurzes Wiedersehen mit einem Freunde, Gwalion Lahore." Schlüter hatte sich rasch umgedreht, und für einen Augenblick ging ein kurzes Erschrecken über das Greisengesicht. „Es hat keinen Zweck, daß Sie leugnen, Gwalion Lahore. Ich weiß, daß Sie in Pahlewitz Tür an Tür mit mir wohnten und wohl wissen, wer ich bin." Der Mann antwortete nicht. „Gwalion Lahore, Sie sind verhaftet, denn Sie haben die Gräfin Viola Tarnau entführt." Der Greis machte keinen Versuch, zu leugnen. „Freiwillig ist sie mit mir gegangen." „Wußte sie auch, daß sie den Opfertod im Tempel sterben sollte?" Er zeigte ihm das Schriftstück, das der Professor entcätselt hatte. Bote für das Emmertal . Für diesen Monat 1.50 Neichsmark frei Haus • Erscheint sechs mal wöchentlich, mit Ausnahme von Sonn= u. Feiertagen. Für die Schriftleitung verantwortlich: C. Simonowski, Steinheim, Westf. Fernsprecher Nr. 352.= Amtliches Verordnungsblatt Anzoigonnrojg: Für 1 mm Döhe. 45 mm breit 8 Pfennig, bei eitplels. Anzeigen im Kreise Höxter 5 Pfg. Neklamen 1 mm Höhe 90 mm breit 30 Pfennig. Beilagengebühr nach Uebereinkunft. Sämtliche Anzeigen sind nach Steinheim i. Westf. zu senden. Druch und Verlag: C. Simonowski, Steinheim i. Westf.= Nr. 176. Steinheim, Samstag, 29. Juli 1933. 40. Jahrgang Gömbös in Rom Die Underredung Mussolinis mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös, der auch der ungarische Außenminister Kanya und der italienische Unterstaatssekretär des Aeußeren, Suvich, beiwohnten, hat in der diplomatischen Welt starke Beachtung gefunden. Und das umsomehr, als, wie man weiß, die zweite Romreise des ungarischen Ministerpräsidenten sorgfältig vorbereitet worden ist. Daß insbesondere auch Ungarn die Besprechungen in Rom hoch bewertet, wird verständlich, wenn man an die erhöhte Aktivität denkt, mit der sich die französische Außenpolitik den Entwicklungen im Donauraum zugewendet hat. Die in letzter Zeit öfters wiederholten Versuche, Ungarn in das durch den Organisationspakt vom 16. Februar stabilisierte System der Kleinen Entente in irgend einer Form einzubeziehen, stoßen nach wie vor auf die grundsätzlich revisionistische Einstellung Budapests. Offenbar hat Gömbös jetzt in Rom erneut darauf hingewiesen, daß diese aus dem ungarischen Lebensnotwendigkeiten heraus geborene Haltung ihm nicht gestattet, den Beitritt zu einem ÖstLocarno auch nur in Erwägung zu ziehen. Mitbestimmend für die Romreise dürften daneben die Interpretationen gewesen sein, die man in Paris direkt oder besonders durch den französischen Botschafter in Rom, de Jouvenel, dem Viermächtepakt gegeben hat, der nach französischer Auffassung seine ursprünglich revisionistische Bedeutung verloren haben, ja sogar zu einem Instrument der Erhaltung des Status quo geworden sein soll. Diese Auslegungen, die naturgemäß ernsthafte Befürchtungen hervorrufen mußten, um so mehr als von gewissen Seiten her die Möglichkeiten einer gleichgerichteten italienisch=französischen Donaupolitik diskutiert wurden, sind inzwischen von der italienischen Presse mit aller Deutlichkeit zurückgewiesen worden, wie übrigens auch in den zur Begrüßung des ungarischen Gastes von den italienischen Zeitungen veröffentlichten Artikeln die sichere Freundschaft zwischen den beiden Regierungen und beiden Völkern sehr stark unterstrichen wird. Unter der Ueberschrift„Gerechtigkeit für Ungarn“ erinnert„Giornale d'Italia“ daran, wie Italien und Ungarn, die sich während des Krieges als ritterliche Gegner gegenübergestanden hätten, bald nach dem Krieg infolge der weitsichtigen politischen Initiative Mussolinis Freunde wurden. Damit sei die moralische Gleichberechtigung zwischen Sieger und Besiegten geschaffen worden, die die Voraussetzung für die juristische Gleichberechtigung sei. „Gerechtigkeit für Unaarn— auf diesen Ton sind die offiziösen Kommentare abgestimmt, wobei man es auch anderwärts begrüßen wird, daß die starke Betonung der Revisionsnotwendigkeiten sich nicht nur auf den Vertrag von Trianon bezieht, sondern ausdrücklich von der „wirksamen und gründlichen Abänderung der ungerechten Friedensverträge“ gesprochen wird. Damit wird zugleich dem Viermächtepakt sein eigentlicher Sinn, Werkzeug einer konstruktiven Friedenspolitit zu sein, wieder verliehen. Sind auch die Einzelheiten der in Rom gepflogenen Unterhaltungen zwischen Mussolini und Gömbös noch nicht bekannt, so erhalten sie ihre grundsätzliche Bedeutung durch das eindeutige Bestreben des italienischen Regierungschefs, den die gesamte europäische Politik lähmenden Zustand einer Aufspaltung Europas in zwei Lager, das der„Sieger“ und der„Besiegten“, sich nicht verewigen zu lassen. Von den übrigen Kommentaren zu den Besprechungen in Rom verdient noch eine Auslassung des„Neuen Wiener Journal“ Erwähnung, in der von besonderer diplomatischer Seite darauf hingewiesen wird, daß die römischen Besprechungen wiederum zeigten, wie Italien gegenwärtig Zentrum der mitteleuropäischen Politik sei und von dort aus auch die Initiative zur praktischen Arbeit bei der Neuordnung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Donauraum zu erwarten sei. Sehr bemerkenswert erscheint auch die Auffassung dieser diplomatischen Seite über die Ankündigung eines angeblichen Militärvertrages zwischen Frankreich und Rußland. Man kann nur hoffen, heißt es in diesem Zusammenhang, daß Frankreich sich nicht verleiten läßt, aus unbegründeter Furcht vor einem durch den Friedensvertrag von Versailles vollständig entwaffneten Deutschland mit den Bolschewiken zu paktieren. Es wäre jedenfalls ein politischer Fehler von ungeheurer Tragweite, wollte Frankreich, das bestgerüstete Land Europas, mit den Sowjets, den Feinden der europäischen Ordnung und der europäischen Wirtschaft, einen Vertrag schließen, von dem auf die Dauer nur Rußland Nutzen haben könnte. An Rußland Kriegsmaterial liefern, hieße die Rote Armee zum Kampf gegen Europa aufrüsten, und die Revolution, ie Rußland über seine Grenzen hinaus nach Europa tragen möchte, unterstützen, ja direkt herausfordern. Den bolschewistischen Feind der abendländischen Welt gegen einen europäischen Staat, noch dazu gegen einen abgerüsteten, zu mobilisieren, sei gleichbedeutend mit dem Selbstmord Europas. Die französische Presse ist der Ansicht, daß Mussolini anläßlich der Unterredung mit Gömbös Ungarn die Pläne mitgeteilt hat, die er im Interesse der Befriedung MittelDie Auslegung des Konkordats. Ein Kommentar des„Osservatore Romano“ Das Blatt des Vatikans,„Osservatore Romano“ legte in einer Besprechung des Reichskonkordates, ohne auf die Frage der Vorgeschichte näher einzugehen, auf die Auslegung verschiedener Bestimmungen des Konkordats besonderen Wert, so des Artikels 1 über die Freiheit des Bekenntnisses und der öffentlichen Ausübung der katholischen Religion, ferner der Artikel 21 bis 25 über den katholischen Unterricht und die damit zusammenhängenden Fragen einschließlich des Artikels 19 über die katholischen theologischen Fakultäten, des Artikels 26 über die Eheschließung und schließlich der Artikel 31 und 32 über die katholischen Organisationen und Verbände und das Verbot der Mitgliedschaft Geistlicher in politischen Parteien. Zu diesem letzteren Abschnitt schreibt„Osservatore Romano", das Reichskonkordat bestätige in Widerspiegelung der vom Heiligen Vater wiederholt gegebenen Anweisungen über die politische Tätigkeit der militanten Katholiken den Begriff der Entwicklung einer solchen Tätigkeit außerhalb jeder politischen Partei. Das bedeute aber durchaus nicht, sich außerhalb des wahren kollektiven Wohlergehens des Vaterlandes zu stellen. Die katholischen Organisationen genössen deshalb bei der Ausübung ihrer Arbeit sogar den Schutz des Staates. Damit seien die Nichtmitgliedschaft von Geistlichen und Ordensleuten in politischen Parteien und der Ausschluß ihrer Tätigkeit zugunsten dieser Parteien unter besonderen Bedingungen koordinierte Elemente. In der Tat werde im Artikel 32 ausdrücklich davon gesprochen, daß die erwähnten Bestimmungen gerade in Erwägung der durch das Reichsfonkordat geschaffenen Sicherungen einer die Rechte und Freiheiten der katholischen Kirche im Reich und seinen Ländern wahrende Gesetzgebung erlassen werden. Ueberdies werde die Haltung, die in Ausführung des Artikels 32 den Geistlichen und Ordensleuten zur Pflicht gemacht werde— wie das auch im Schlußprotokoll geklärt werde— keine irgendwie geartete Einschränkung in bezug darauf bedeuten, wie sie die Lehren und Grundsätze der Kirche, die dogmatischen sowohl wie die moralischen, unterrichteten und öffentlich erklärten, wie das ihre Pflicht sei. Zu dem Artikel 21, der den religiösen Unterricht und die Erziehung zum Bewußtsein der vaterländischen, bürgerlichen und sozialen Pflichten gemäß den Prinzipien des Glaubens regelt, wird folgende Auslegung gegeben: Mit anderen Worten besagt dieser Artikel: die Vaterlandsliebe wird nach den Normen der Lehre und des Gesetzes Jesu Christi geordnet und geregelt, das heißi nach den Normen des Evangeliums des Gesetzes von Gerechtigkeit und Liebe. Im Zusammenhang mit Artikel 33 wird gesagt, das Kanonische Recht bilde die Hauptgrundlage des Konkordats. Artikel 33 bedeute nicht nur die amtliche Anerkennung der kirchlichen Gesetzgebung, sondern auch die Annahme vieler Punkte dieser Gesetzgebung und den Schutz des gesamten Rechtsbesitzes der Kirche. Im übrigen werde durch Artikel 1 des Konkordates die Katholische Kirche als im vollen Besitz der Freiheiten anerkannt, auf die sie aus ihrem eigenen Wesen heraus und für die Entfaltung ihrer göttlichen Mission Anspruch hat. Göring in Aachen Ueberreichung der Ehrenbürgerurkunde. Aachen, 28. Juli. Der preußische Ministerpräsident Göring stattete der Stadt Aachen einen Besuch ab. Ihm zu Ehren hatte die Stadt überaus reichen Flaggenschmuck angelegt. Ungeheure Menschenmassen begrüßten stürmisch den Ministerpräsidenten. Im Rathaus wurde ihm feierlichst die Ehreneuropas den Unterzeichnern des Vier=Mächte=Vertrags zu unterbreiten gedenke. Wenn Mussolini aber, so beruhigt sich„Echo de Paris“ dabei, die Organisation irgend eines Donausystems, den Abschluß von Handelsabkommen zwischen Oesterreich, Ungarn, der Tschechoslowakei, Rumänien und Südslawien von der Beteiligung Italiens und der Reoision der ungarischen Grenzen abhängig machen sollte, „dürfte er keinen Erfolg haben.“ Im übrigen findet man in der französischen Presse noch Andeutungen über einen Besuch des tschechischen Außenministers Benesch in Rom, den man offenbar in Paris sehr gern sehen würde. Ob aber tatsächlich eine solche Einladung geplant ist, steht vorerst noch dahin. Die englische Presse ist der Auffassung, daß im Mittelunkt der römischen Besprechungen das Problem der Hertellung engerer wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Ungarn und Oesterreich stehe. bürgerurkunde überreicht, worauf sich der Ministerpräsident in das Goldene Buch der Stadt eintrug. In seiner Ansprache an die Festversammlung betonte Ministerpräsident Göring, eine solch gewaltige Geschichte, wie sie Aachen zu verzeichnen habe, verpflichte die Bürgerschaft. Er sei glücklich, daß dieses Aachen zu uns gehöre, daß die Bewegung seine Herzen erobert habe, er sei aber auch glücklich, daß die weitschauende Staatskunst des Führers das Konkordatgeschaffen habe, das den Frieden sichere zwischen Staat und Kirche. Von der Rathaustreppe nahm Ministerpräsident Görina den Vorbeimarsch der Formationen ab. Die vieltausendköpfige Menge sang die ersten Strophen des Deutschland= und des Horst=Wessel=Liedes. Eine Rundfahrt durch die Stadt beendete den festlich verlaufenen Vormittag. In den Straßen, die der Ministerpräsident mit seinem Wagen berührte, erschollen stürmische Heil= und Hochrufe, die kein Ende nehmen wollten. Gnadenerweise für Freiheitskämpfer Aus Anlaß der Beendigung der nationalsozialistischen Revolution. Der preußische Justizminister hat zur Durchführung der Begnadigungen einen Erlaß herausgegeben, in dem es u. a. heißt: Die Sturmabteilungen(der Stahlhelm) und die Schutzstaffeln der NSDAP. haben unter Einsatz von Leib und Leben dem deutschen Volke den Tag der Freiheit erkämpft. In Anerkennung des kämpferischen Geistes, dem der Sieg der nationalsozialistischen Revolution zu verdanken ist, ist aus Anlaß der Beendigung der Revolution zu prüfen, ob Angehörige der genannten Formationen, die sich strafbar gemacht haben, in geeigneten Einzelfällen eines Gnadenerweises würdig erscheinen. Der preußische Justizminister ersucht daher die Oberstaatsanwälte, über rechtskräftige Verurteilungen von Angehörigen der genannten Formationen, soweit die Strafvollstreckung noch nicht beendet ist, zu berichten, ob ein Gnadenerweis für angezeigt erachtet wird. Ebenso werden die Oberstaatsanwälte ersucht, in noch schwebenden Strafverfahren zu berichten, ob eine Niederschlagung befürwortet wird und bis zur ministeriellen Entscheidung von Untersuchungshandlungen abzusehen. Die Maßnahmen betreffen nicht Straftaten, die nach dem 15. Juli 1933 begangen sind oder begangen werden sollten. Ministergehälter—Maximalsätze auch in der Wirtschaft Berlin, 28. Juli. Für die Reichsregierung besteht die gesetzliche Ermächtigung zur Kürzung von Dienstbezügen und Pensionen der Vorstandsmitglieder und Angestellten bei Unternehmungen, die von der öffentlichen Hand eine finanzielle Beihilfe erfahren haben, oder bei öffentlich=rechtlichen Betrieben. Dem Vernehmen nach schweben im Reichswirtschaftsministerium Verhandlungen diese Bestimmungen möglichst bald in die Wirklichkeit umzusetzen. Es würde in der Oeffentlichkeit nicht verstanden werden, wenn die von der öffentlichen Hand subventionierten Betriebe, die sich nicht aus eigener Kraft erhalten können, noch weiterhin Gehälter an ihre Direktoren und Aufsichtsräte zahlen würden die die Ministergehälter übersteigen. Als Richtlinien sind die Reichsministergehälter gedacht. der Wohlfahrtsverbände Berlin, 28. Juli. Der bisherige Präsident der deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege, Graf Lerchenfeld, übergab die Führung der Liga an den Präsidenten der neu gebildeten Reichsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Deutschlands, von Oppen. An Stelle der bisherigen sieben Verbände gibt es künftighin nur noch vier Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege: NS.=Wohlfahrt, Zentralausschuß für die Innere Mission, Deutscher Caritasverband, Deutsches Rotes Kreuz. Die Geschäftsführung liegt in den Händen des bisherigen Generalsekretärs, Regierungsrat Voehringer. Beinhorns Begeisterter Empfang auf dem Tempelhofer Feld. Berlin, 28. Juli. Die erfolgreiche deutsche Afrikafliegerin Elly Beinhorn ist, nachdem sie vormittags um 9.30 Uhr Rom verlassen hatte, nachmittags um 17.33 Uhr auf dem Flughafen Tempelhof unter begeistertem Jubel einer großen Menschenmenge nach einer Ehrenschleife über den Platz gelandet. Volksdeutsche Kundgebung Der deutsche Mensch ist wieder etwas wert Im Rahmen des 15. Deutschen Turnfestes fand eine volksdeutsche Kundgebung statt. Dr. Hans Steinacher, der Führer des Vereins für das Deutschtum im Auslande, schilderte kurz die Geschichte des volksdeutschen Gedankens von Friedrich Ludwig Jahn bis in die Zeit der Gegenwart Heute, so führte der Redner weiter aus, bedeutet Volkstum echte Gemeinschaft. Wir erleben Volkstum als Gemeinsamkeit des Blutes, der Abstammung und des Schick sals. Volkstum ist Wesensgemeinschaft und Erlebnisgemein schaft! Wesensgemeinschaft ist Erbe und Besitz, Erlebnisgemeinschaft ist Aufgabe und Neugestaltung! Zum Weser dieses neuen Volksgedankens gehört es, daß keine Wert unterschiede mehr zwischen drinnen und draußen gemacht werden. Wir grüßen euch, auslandsdeutsche Brüder! Ihr habt euch immer wieder im Kampf um Art und Sprachals treueste Glieder der deutschen Nation bewährt. Auf 18 Staaten in Europa hat man uns Deutsche ver teilt. Für uns kennen wir nur einen deutschen Volkstums staat. Einspruch erheben wir gegen die Verfälschung des Volkstumsstaates, wie er in den Pariser Vorortverträger aufgezwungen wurde. Wir erstreben eine Gestaltung Eu ropas auf Grund der Würde und Hoheit der Völker. Des Führers und Kanzlers Gedanken, die er in seiner bekannten außenpolitischen Reichstagsrede entwickelt hat, sind uns maßgebend, weil sie nicht nur unserem eigenen Volke die nen, sondern den Weg zu einem neuen und besseren Eu copa öffnen. Im vergangenen Staate hat man nicht das richtige Verhältnis zu der Tatsache gefunden, daß vorläufig draußen der Krieg der Waffen mit anderen Mitteln als Krieg gegen das deutsche Volk überall fortgeführt wird Frieden hat man einen Kriegszustand genannt, dessen volksdeutsche Verpflichtung wir täglich an allen Fronten spüren So fordern wir heute die allgemeine Wehrpflicht des volksdeutschen Opfers für diesen Kampf, ebenso wie die allgemeine Wehrpflicht der Waffen im militärischen Kriege Notwendigkeit war. Wir fordern die allgemeine Opferpflicht von jedem Deutschen, der sich als Deutscher fühlt. Wir appellieren nicht mehr an eine blasse Mildtätigkeit In dieser Frage handelt es sich nicht mehr nur um Beschaffung von Mitteln, sondern um einen neuen Geist, der den Grundtatsachen des kommenden Lebens entspricht. Nehmt diesen neuen Geist mit hinaus. Es kommt darauf an, daß die aus den tiefsten Kräften des deutschen Volkstums, aus dem Geiste eures und unseres Vaters Jahn geborene Freiheitsbewegung draußen zündet, die Herzen erwärmt, den Charakter gestaltet. Rehmt vor allem als Forderung des neuen Deutschland an den Einzelmenschen mit hinaus den Willen zur Einfachheit, zur Bedürfnislosigkeit, wie sie das harte, kolonisatorische Bauerntum der Außengruppen uns vorgelebt hat, jene Bereitschaft zum Opfer ganzer Generationen für eine spätere Zukunft, den Sinn jenes„Stirb und Werde", wie ihn ein Spruch aus dem Banat dem Sinne nach etwa so ausgedrückt hat: Dieerste Generation findet den Tod, die zweite leidet die Not, die dritte hat das Brot. Und erkämpft euch als zweites die innere Haltung, den inneren Stolz. Ihr als Deutsche tragt deutsche Not, aber auch die Aufgabe besonderen Schicksals auf euren Schultern. Ihr könnt und ihr müßt aufrechten Hauptes hinaustreten unter die Völker in aller Welt! Volk sein heißt, eine gemeinsame Not in der inneren und letzten Verbundenheit aller Glieder tätig und kämpfend überwinden. Jahn ist nicht tot, er ist mitten unter uns! Er ist der unsichtbare Fahnenträger! Wir folgen ihm, wenn wir unter den Bannern des neuen Reiches unsere Glieder formieren zur großen heiligen Volksfront des ewigen Deutschland! Die Grüße der Auslandsdeutschen überbrachte Dr. Richard Csaki=Hermannstadt Redner führte aus: Vierzig Millionen Deutsche, mehr als ein Drittel der gesamten Nation leben außerhalb des deutschen Kernstaates auf der ganzen Erde zerstreut. Sie alle haben heute die Blüte ihrer Jugend nach Stuttgart entsendet, um zum Ausdruck zu bringen, daß sie teilhaben wollen und in Wahrheit teilhaben an der körperlichen Ertüchtigung und seelischen Erneuerung Deutschlands. Wir Auslandsdeutsche sehen in der Turnerschaft den lebendigsten ind gesundesten Ausdruck deutschen Geistes und vor allem auch die in höchstem und bedeutsamstew Sinne erhaltene Triebkraft deutschen Volkstums in der ganzen Welt. Ich weiß mich mit meinen Schicksalsgenossen eins, wenn ich das Neue Reich als den Grundstein unserer neuen Lebensmöglichkeiten in aller Welt bezeichne Wir spüren es überall im Auslande! Der deutsche Mensch ist wieder etwas wert, nicht nur innerhalb seiner eigenen Gemeinschaft, nein auch den anderen gegenüber, die die Ohren spitzen und die neben aller Achtung wieder auch ein wenig das Gruseln lernen. Aber was uns besonders frisch macht, ist die Tatsache, daß auch der auslandsdeutsche Mensch dem Mutterlande gegenüber im Kurs zu steigen begonnen hat. Wir erkennen beglückt, daß so unser Dasein auf dem Posten, den wir jahrhundertelang verteidigt haben, wieder einen tieferen Sinn erhält. Wir sehen in unserem Schicksal wieder das Walten der göttlichen Vorsehung. In diesem neuen Lebensgefühl wollen wir unser Bekenntnis zum Mutterlande ablegen, zum Lande, das wieder in den geliebten Farben schwarz=weißrot prangt! Es soll ein Treugelöbnis und Gebet zugleich sein. Unser Glaube, unsere Liebe, unsere Hoffnung gehört dir, du deutsches Volk und Mutterland! Deutscher Gruß in Mainz Als erste Stadt hat jetzt Mainz für ihre Bürger den deutschen Gruß allgemein eingeführt. In einer Besprechung der Behörden mit der Presse wurde mitgeteilt, jeder deutsche Staatsbürger arischer Abstammung solle sich des HitlerGrußes bedienen, um so auch nach außen hin seine Verbundenheit mit der Volksgemeinschaft zu bekunden. Ent rollte und vorangetragene Standarten sowie Sturmfahnen müssen gegrüßt werden; ein Unterlassen des Grußes bedeutet bewußte Ablehnung des Staates. Der Gruß selbst hat in allen Fällen durch einfaches Handaufheben zu erfolgen. Hitlerjugend verschickt 50000 Kinder Wie das Sozialamt der Reichsjugendführung mitteilt, ist es den Dienststellen der Hitlerjugend gelungen, in kürzester Zeit über 50 000 ihrer erholungsbedürftigen Kameraden in Familienpflegestellen auf dem Lande unterzubringen. Allein 2000 Saarkinder werden in das reichsdeutsche Gebiet, nach Rügen, nach Ostpreußen, an die Ostsee und die Bayerische Pfalz verschickt. 15 neue Arbeitsdienstlager In Ostpreußen. Am 1. August werden in Östpreußen 15 neue weibliche Arbeitsdienstlager eröffnet, und zwar in den wirtschaftlich und politisch schwer kämpfenden Grenzgebieten, in Lyck, Neidenburg, Stuhm. Alle diese Lager werden Siedlungshilfe leisten. Durch das Bekenntnis der weiblichen Jugend der Albertina zum deutschen Sozialismus, der sich nicht in Worten erschöpft, sondern sich durch die tätige Hilfsbereitschaft beweisen will, ist es möglich, 180 Studentinnen in diese neuen Arbeitslager hinauszuschicken. Außer ihnen werden 200 erwerbslose Mädchen mit hinausgehen und den Siedlerfrauen beim Beginn ihres neuen Lebensabschnittes zur Seite stehen. Explosion im Kalischacht Zwei Tote. Bei einer Begehung des Kalischachtes Graja gerieten nach einer Meldung aus Nordhausen der stellvertretende Betriebsführer Thiele und der Bergschüler Nolte auf einer alten, nicht mehr benutzten Strecke in brennbare Gase. Auf unaufgeklärte Weise entzündeten sich diese Gase, wobei Thiele und Nolte so schwere Brandwunden erlitten, daß sie nach ihrer Einlieferung in das Bleicheröder Krankenhaus starben. Die Herkunft der Gase ist bisher noch nicht restlos geklärt, da die bergpolizeiliche Untersuchung noch im Gange Irland in Erwartung Große Vorbereitungen für den Empfang. In Valencia(Irland) werden eifrig Vorbereitungen für den Empfang der italienischen Flieger bei ihrer Rückkehr aus Neuyork getroffen. General Balbo wird von dem Verteidigungsminister des irischen Freistaates, Frank Aiken, begrüßt werden. Eine große Truppenabteilung des Freistaates wurde als Ehrengarde für die Flieger nach Valencia entsandt. Besondere Vorkehrungen sind für die Wetterberichte getroffen worden, die durch eine Kette von sechs Fischerbooten zwischen Irland und Neufundland ermittelt werden. Gegenwärtig werden starke Regenfälle gemeldet. Europafahrt des amerikanischen Marineluftschiffes. Nach Meldungen aus Sevilla hat sich der amerikanische Konsul in Vorbereitung einer Europafahrt des amerikanischen Marineluftschiffes„Macon" mit den spanischen Behörden in Verbindung gesetzt. Die Ehestandsdarlehen Der Kreis der Darlehensberechtigten erweitert. Zu den Bestimmungen über die Gewährung von Ehestandsdarlehen ist jetzt eine zweite am 3. Juni 1933 in Kraft getretene Durchführungsverordnung erschienen, die den Kreis der Darlehensberechtigten erheblich erweitert. Voraussetzung für die Gewährung des Ehestandsdarlehens war es bisher, daß die künftige Ehefrau sechs Monate Arbeit in der Zeit zwischen 1. Juni 1931 und 31. Mai 1933 hatte. Nun hat sich herausgestellt, daß zahlreiche Volksgenossinnen heiraten und Ehestandsbarlehen haben wollten, die die vorgeschriebenen sechs Monate Arbeit grade nicht während dieser Zeit hatten, das sie schon mehr als zwei Jahre arbeitslos sind. Aus diesem Grunde ist in der neuen Durchführungsverordnung bestimmt, daß Ehestandsdarlehen in Zukunft auch dann gewährt werden, wenn das mindestens sechsmonatige Arbeitnehmerverhältnis der künftigen Ehefrau ganz oder teilweise in die Zeit zwischen dem 1. Juni 1928 und 31. Mai 1931 fällt. Der Zeitraum, in dem die mindestens sechsmonatige Arbeitnehmertätigkeit fallen muß, umfaßt nunmehr nicht mehr zwei, sondern fünf Jahre, nämlich die Zeit vom 1. Juni 1928 bis 31. Mai 1933. Ehestandshilfe auch für Verheiratete Die Voraussetzung für die Gewährung eines Ehestandsdarlehens ist ferner auch dann gegeben, wenn die Ehe in der Zeit vom 1. Juni 1932 bis 3. Juni 1933 geschlossen worden ist, die Ehefrau noch in einem Arbeitnehmerverhältnis steht, das bereits mindestens sechs Monate währt und wenn die Ehefrau dieses Arbeitnehmerverhältnis vor der Auszahlung des beantragten Ehestandsdarlehens aufgibt. Ehestandsdarlehen werden nicht gewährt, wenn einer der beiden Ehegatten zurzeit der Antragstellung an Infektionskrankheiten oder sonstigen das Leben bedrohenden Krankheiten leidet. Ein Zeugnis eines beamteten Arztes hierüber ist beizubringen. Die Ausstellung der Zeugnisse ist für die Ehegatten kostenfrei. Kirchenwahl überflüssig? Verhandlungen über eine Einheitsliste für die ProvinzialSynoden. Berlin, 29. Juli. Nachdem die Wahlen für die Provinzialsynoden für den 13. August anberaumt worden sind, haben Bestrebungen eingesetzt, diese Wahlen durch Schaffung einer Einheitsliste nach Möglichkeit überflüssig zu machen. Das Ergebnis der Kirchenwahlen vom 23. Juli war so eindeutig, daß die Vereinbarung einer solchen Einheitsliste für die Provinzialsynoden, die jetzt von den neugewählten Mitgliedern der kirchlichen Körperschaften zu wählen sind, eigentlich keine großen Schwierigkeiten bereiten sollte. Verhandlungen zwischen der Glaubensbewegung„Deutsche Christen" und der Gruppe„Evangelium und Kirche" sind bereits eingeleitet. Die Deutschen Christen sind entsprechend dem Ergebnis der Kirchenwahlen bereit, der Gruppe Evangelium und Kirche 15 bis 20 Prozent der Sitze in den Provinzialsynoden zuzubilligen. Die Reichsleitung der Glaubensbewegung Deutsche Christen hielt in Berlin eine außerordentliche Tagung ab. auf der Pfarrer Hossenfelder von der Berufung des Ministerialdirektors Jaeaer in die Reichsleitung als Staatsreferent Kenntnis gab. Er dankte dann allen GauKreisleitern für die bei den Kirchenwahlen getätigte erfolgreiche Arbeit. Sein besonderer Gruß galt Wehrkreispfarrer Müller, der in großen Zügen das Werden der Deutschen Evangelischen Kirche durch den Willen der Deutschen Christen entwickelte. Wehrkreispfarrer Müller wurde gebeten, dem Führer Adolf Hitler den Dank der Glaubensbewegung für die Worte der Anerkennung und des Vertrauens auszusprechen die er den Deutschen Christen gewidmet hatte. Der Reichsleiter betonte schließlich noch die Bereitwilligkeit der Deutschen Christen, mit den anderen kirchlichen Gruppen nach einem angemessenen Verhältnis Einheitslisten zu den Provinzialsynoden aufzustellen. 2 Landeskirchenwahl in Anhalt. Im neuen Landeskirchentag in Dessau wurde der Landeskirchenrat gewählt, der sich ausschließlich aus Vertreterr der Deutschen Christen zusammensetzt. Der neugewählte Landeskirchentag von Braunschweig der ebenfalls nur aus Vertretern der Glaubensbewegung Deutscher Christen besteht, trat zu seiner ersten Sitzung unter Vorsitz des Landesbischofes Dr. Bernewitz zusammen. Die Kirchenregierung wurde beauftragt, einen Verfassungsent wurf für die braunschweigische evangelisch=lutherische Lan deskirche auszuarbeiten. Gerechte Strafe Strafmaßnahmen wegen des Frevels an der Hinden burgeiche. Berlin, 29. Juli. Die Pressestelle im Staatsministerium teilt mit: Bekanntlich wurde die am Tage der nationalen Arbei auf dem Tempelhofer Felde gepflanzte Hindenburgeiche ir der Nacht zum 27. Juli von Kommunisten zerstört. DaGeheime Staatspolizeiamt hat als Gegenmaßnahme ange ordnet, daß sämtlichen kommunistischen Schutzhäftlingen für drei Tage die Mittagsmahlzeit entzogen wird. Den Schutz häftlingen ist diese Maßnahme im Hinblick auf den an der Hindenburgeiche verfügten Frevel zu eröffnen. Die Invalidenversicherung Berlin, 29. Juli. Die Reichsregierung beabsichtigt, in kürzester Frist durch eine grundsätzliche Neuordnung, welche ein gerechtes Verhältnis zwischen Beiträgen und Leistungen herstellen will die Leistungsfähigkeit der schwergefährdeten Invalidenversicherung wieder neu zu begründen und in ihrem Bestandendgültig zu sichern. Wenn jetzt dieser Neubau des Hauses der deutschen Invalidenversicherung in Angriff genommen wird, so geschieht es, wie Oberregierungsrat Heinze in einem Aufsatz im Reichsarbeitsblatt ausführt, in der Ueberzeugung, daß es mit einzelnen Ausbesserungsarbeiten nicht mehr getan ist Alle sachlichen Beurteiler seien sich heute darin einig, daß die Invalidenversicherung nur bei Rückkehr zu einem auf weite Sicht arbeitenden Deckungsverfahren wirklich als Versicherung erhalten werden könne. Dann müsse auch die Forderung der Wiederherstellung sachkundiger Ueberwachung der Höhe von Beiträgen und Leistungen anerkannt werden. Die notwendigen Vorbedingungen für eine solche Ueberwachung seien heute nicht gegeben, Es müsse vielmehr festgestellt werden, daß die rechnerischen Grundlagen für die Ueberwachung dieser Rentenversicherung mit nahezu 3½ Millionen Rentenempfängern ohne Zweifel unzureichend sind. Die Invalidenversicherung mit einem Versichertenbestand oon etwa 18 Millionen und Rentenzahlen, die demnächst die Viertelmillion-Grenze überschreiten, in abzusehender Zeit aber 5 und 6 Millionen erreichen werden, könne es sich jetzt wirklich nicht mehr leisten, Gefahr zu laufen, daß unzulässige oder bei ausreichender statistischer Ueberwachung vermeidbare Aufwendungen übernommen werden, die nach ihrem Umfang das Gedeihen und den Bestand der neu aufzubauenden Versicherung sehr bald wieder in Frage stellen könnten. Förderung Stempelsteuerfreiheit für Kaufverträge über Kraftfahrzeuge. Berlin, 29. Juli. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Finanzminister Popitz auf Grund von Paragraph 36 Absatz 2 des Gesetzes im Einklang mit den von der Reichsregierung verfolgten Zielen zur Förderung des Kraftfahrverkehrs die Stempelsteuer für Kaufverträge über Personenkrafträder und Personenkraftwagen(ausgenommen Kraftomnibusse) mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine mit Wirkung ab 1. August 1933 für die Dauer eines Jahres erlassen. Verkehrskontrolle auf Landstraßen Die erneute Zunahme des Kraftverkehrs auf den Landstraßen hat dazu geführt, daß die Straßenverkehrsdisziplin in bedenklicher Weise nachgelassen hat. Der preußische Minister des Innern hat deshalb die Regierungspräsidenten ersucht, die Landjägerei in vermehrtem Umfange zur Ueberwachung der Verkehrsdisziplin auf den Landstraßen, insonderheit auf den Fernverkehrs- und Durchgangsstraßen einzusetzen. In bestimmten Gegenden, in denen besonders über das Wochenende verstärkter Kraftverkehr herrscht,— z. B. Gebirgsorte, Badeorte, Ausflugsorte, Ausfallstraßen der Großstädte— sollen Landstraßenverkehrsstreifen eingerichtet werden. Als Hauptzweck ist die Erziehung aller Wegebenutzer zur Straßendisziplin, und damit eine Erhöhung der Verkehrssicherheit und eine Herabminderung der Unfälle au Landstraßen anzusehen. Generaldirektor v. Gontard haftunfähig Berlin, 29. Juli. Der im Zusammenhang mit dem Bullerjahn=Prozeß vielgenannte frühere Generaldirektor der Berlin=Karlsruher Maschinenwerke, v. Gontard, war vor einiger Zeit in lin in Haft genommen worden unter der Anschuldigung, Deoisenschiebungen begangen zu haben. Auf Grund eines Gutichtens des Gerichtsarztes, wonach v. Gontard haftunfähig ist, wurde der Angeschuldigte jetzt aus der Haft entlassen. Der Haftbefehl gegen ihn bleibt aber bestehen, und das Verfahren gegen v. Gontard geht auch weiter. Da Fluchtverdacht besteht. wurde v. Gontard der Auslandspaß abgenommen. Stadt, 6 1856: Der Kompo 1810).— 1883:: lini in Predappio Vinzent van Gogh Sonne Mond: G 877: Niederlage d Otto Fürst v. B 1914: Mobilmachu schall Hermann v. Sonne Mond: — Jünglin Morgen(Sonnt hof Seidensticker eine außerorden und Jungführer unsere Vereinsa geben. Erschein Nähere Auskun *— Paderbi Am Sonntag, d im Bürgerverein der Reichstagsal sitzende des Be Paderborn, eing 1.) Gauwirtsch 2.) Vorsitzende für die Pr 3.) Geschäftsfü Dortmund. mit akuten Tage Einzelhandels ur *— Minden, Die Beamten, A Minden haben e auf weiteres ein einkommen als Arbeit“ zur Vers Abführung an gierungshauptka — Hamm, Vor einigen Tag gefangen. Es h ein Angler aus de Heimatgebiet Of Fischerei immer *— Reckling Von der Staats: Adelhütte in das worden, weil er städtische SchlaHerrn Dr. Krek hiesige Metzgern behauptet, mit Vieh vom Schle Tuberkulöse Sch tauglich dem Ver für irgendwelche unterschlagen hal nicht das gering Nahrungsmittelfä vorbestrafter Me *— Anderna Der Namedy-Sp am 26. dss. Mts 70 Meter hoch. 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Mond: Aufgang 12.24, Untergang 21.51 Uhr. Gedenktage für den 30. Juli. 1877: Niederlage der Russen durch die Türken bei Plewna— 1898: Otto Fürst v. Bismarck in Friedrichsruh gest.(geb. 1815).— 1914: Mobilmachung in Rußland— 1918: Der Generalfeldmarschall Hermann v. Eichhorn in Kiew ermordet(geb. 1848). Sonne: Aufgang 4.15, Untergang 19.56 Uhr. Mond: Aufgang 13.52, Untergang 22.11 Uhr. *— Jünglings=Sodalität. Morgen(Sonntag) nachmittags 2.30 Uhr, findet im Gasthof Seidensticker in Sandebeck für den Bezirk Steinheim eine außerordentlich wichtige Taguna aller Präfekten und Jungführer statt. Es werden dort die Richtlinien für unsere Vereinsarbeit im neuen Deutschland bekannt gegeben. Erscheinen aller ist strengste Pflicht! Treu Heil! Nähere Auskunft beim Präses. *— Paderborn, 27. Juli. Am Sonntag, dem 30. Juli, vormittags 11.30 Uhr, findet im Bürgervereinssaale eine Einzelhandelstagung statt, zu der Reichstagsabgeordneter Franke=Münster und der Vorsitzende des Bezirksverbandes des Einzelhandels SchnellPaderborn, eingeladen haben. Es werden u. a. sprechen: 1.) Gauwirtschafts=Fachberater Franke=Münster; 2.) Vorsitzender des Landesverbandes des Einzelhandels für die Provinz Westfalen, Zarnitz-Bielefeld; 3.) Geschäftsführer des Landesverbandes Dr. ScholandDortmund. Die Versammlung wird sich hauptsächlich mit akuten Tagesfragen, dem berufsständischen Aufbau des Einzelhandels und der Gebietsabgrenzung beschäftigen. — Minden. 27. Juli. Die Beamten, Angestellten und Arbeiter der Regierung in Minden haben einmütig den Beschluß gefaßt, freiwillig bis auf weiteres einen Betrag von ihrem monatlichen Diensteinkommen als Spende zur Förderung der„Nationalen Arbeit“ zur Verfügung zu stellen. Die Einziehung und die Abführung an die Finanzkasse geschieht durch die Regierungshauptkasse auf Grund einer Erklärung. — Hamm, 27. Juli. Vor einigen Tagen wurde im Kanal eine Wollhandkrabbe gefangen. Es handelt sich um ein großes Exemplar, das ein Angler aus dem Wasser zog. Die Wollhandkrabbe, deren Heimatgebiet Ostasien ist, verbreitet sich zum Nachteil der Fischerei immer weiter in den deutschen Gewässern. — Recklinghausen, 27. Juli. Von der Staatspolizeistelle ist der Metzgermeister Wilhelm Adelhütte in das Konzentrationslager Brauweiler abgeführt worden, weil er die gemeinsten Verleumdungen gegen die städtische Schlachthofverwaltung, gegen ihren Direktor, Herrn Dr. Krekeler, gegen die Hilfspolizei und mehrere hiesige Metzgermeister verbreitet hat. So hatte er z. B. behauptet, mit Wissen von Direkt. Krekeler sei verendetes Vieh vom Schlachthofe in den Verkehr gebracht worden. Tuberkulöse Schweine habe man ohne Untersuchung als tauglich dem Verkehr übergeben. Das Gesundheitsamt soll für irgendwelche Metzgermeister unangenehme Fleischproben unterschlagen haben usw. An den Gerüchten war natürlich nicht das geringste wahr. Der Verleumder ist ein wegen Nahrungsmittelfälschung und Beamtenbeleidigung mehrfach vorbestrafter Mensch. *— Andernach, 27. Juli. Der Namedy=Sprudel, der größte Geiser Europas, sprang am 26. dss. Mts. wieder zum erstenmale nach dem Kriege 70 Meter hoch. Dieser Sprudel wirft alle 5 Stunden in 8 Minuten etwa 40000 Liter Mineralwasser in die Luft. Der Geiser wurde nach dem Kriege abgedrosselt, da während der Besatzungszeit die Soldaten große Steine in die Sprudelöffnung geworfen hatten. Der Sprudel wurde seit Kriegsende von einer holländischen Gesellschaft zu wirtschaftlichen Zwecken ausgebeutet. Dem Bürgermeister im Verein mit dem Verkehrsbüro der Stadt Andernach ist es nach langjährigen Verhandlungen gelungen, den Sprudel an Samstagen und Sonntagen der Oeffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. — Frankfurt. 27. Juli. Einen schrillen Ausklang nahm hier das Deutsche Bundeskegeln. Der Festwirt Eckermann war seit voriger Woche verschwunden. Jetzt wurde er in einer Pension bei Heidelberg festgenommen. Er hatte mit einer Schuldenlast von 60000 Mark das Weite gesucht. Bei Durchprüfung seiner Bücher stellte es sich heraus, daß die Buchführung geradezu katastrophal gewesen ist. Sein gesamtes Inventar war sechsmal gegen andere Personen übereignet; die Schulden und Verbindlichkeiten gegen sein Personal und gegen die Festhallengesellschaft sind dem Manne über den Kopf gewachsen, so daß ihm schließlich der Boden zu heiß wurde. deutsches Tanzprogramm Die Reichsfachschaft deutscher Tanzlehrer hat folgende Tänze einstimmig als deutsche Tänze anerkannt: der Gruppe allgemeiner Tanz: Marschtanz. Rheinländer in alter und neuer Form, langsamer Walzer, an Stelle des Foxtrotts der„Wechselschrittler", ein Tanz im Vierviertel=Takt, und den Galopp. In der Gruppe Gesellschaftstanz soll 1. ein Begrüßungsreigen, 2. ein lustiger kurzfiguriger Gesellschaftstanz, der Friedrichshainer, 3. ein aus dem Volkstanz übernommener „Gleitschrittler“, eine ganz neue Tanzform, statt der früheren Quadrille der sog.„Achter" getar werden. Durch diese neugeschaffenen Tanzjormen sollen der Foxtrott, der Onestep und der Tango von der Tanz= und Bildfläche verdrängt werden. Kirchen=Kalender. Katholische Pfarrkirche in Steinheim. Sonntag, den 30. Juli 1933. Vormittags 6.15 Uhr: Stille hl. Messe. „ 7.30 Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gemeinschaftliche hl. Kommunion der Schulkinder. Vormittags 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Im Hochamte wird der Kirchenchor der Propsteikirche in Bochum singen. Nachmittags 2.30 Uhr: Christenlehre. Nach derselben ist Betstunde für die Mitglieder des dritten Ordens. Samstag nachmittag und Sonntag morgen wird ein Franziskanerpater zum Beichthören hier sein. Freitag abend 8 Uhr: Andacht zum hochh. Herzen Jesu. Katholische Kirche in Rolfzen. Vormittags 8.15 Uhr: Austeilung der hlg. Kommunion. Darauf können Kranke die hl. Sakramente empfangen. Vormittags 9.15 Uhr: Hochamt mit Predigt. Evangelische Kirche in Steinheim. Sonntag, den 30. Juli 1933. Vormittags 7.45 Uhr: Gottesdienst. Sport Wettkämpfe am laufenden Band Großkampftag auf dem Deutschen Turnfest. Hochbetrieb in Stuttgart. Nicht in den Straßen der Stadt, sondern vor den Toren auf dem Cannstatter Wasen, auf dem die Hauptkämpfe der Turner vor einer gewaltigen Zuschauermenge ihren Anfang nahmen. Trotzdem nur die Besten aus allen Gauen ihre Kräfte maßen, war es ein Massenkampf, wie ihn die Welt noch nie gesehen. Gleichzeitig kämpften 5000 Turner und Turnerinnen. In pausenloser Reihenfolge folgte Weitkampf auf Weitkampf. Für das Geräteturnen waren die Geräte in einem Riesenzelt aufgestellt. Es mißt 260 Meter in der Länge und 30 Meter in der Breite, also die größte Turnhalle der Welt. Die besten und vielseitigsten Turner trafen im Zwölfkampf aufeinander. Eine zweite Klasse gab den Schwächeren Gelegenheit, ihre Kraft zu messen. Für Turner der älteren Jahrgänge war ein Neunkampf eingerichtet. Die nur Geräteturner kämpften in einem Zehnkampf, die Volksturner trugen in drei Klassen einen Fünfkampf im 100=MeterLauf=, Hoch= und Weitsprung, Kugelstoßen und Schleuderballwerfen aus. Die Turnerinnen führten einen Siebenkampf durch, der aus Geräte= und volkstümlichen Uebungen bestand und einen Vierkampf, der sich nur aus volkstümlichen Uebungen zusammensetzte. Die Kämpfe selbst zeitigten hervorragende Leistungen. Der Held des Tages war Krötzsch-Neurössen, der das noch nie erzielte Ergebnis von 226 Punkten im Zwölfkampf erreichte. Mit nur einem Punkt Abstand folgten Winter-Frankfurt und SandrockImmigrath. Eine Sensation eigener Art bildete die 100=mal=100Meter=Rundenstaffel, in der sich der Münchener=Männer=Turnverein allen seinen Gegnern weit überlegen zeigte. Weiter sah man Sondervorführungen, vornehmlich von Vereinen aus dem Mittelcheinkreis, aus Schwaben, Bayern, Thüringen und Sachsen. Auf der großen Festwiese wurde man Zeuge eines gewaltigen Erlebnisses. Die alten Turner der Deutschen Turnerschaft traten auf den Plan, um unter der Leitung des Männerturnwartes der Deutschen Turnerschaft, Martin Schneider, aller Welt darzutun, daß deutsches Turnen bis ins hohe Alter hinein frisch, gesund und leistungsfähig erhält. Ergebnisse der Wettkämpfe Zwölfkampf. Klasse I: 1. Kurt Krötzsch=TV. Neu=Rössen 226 P.; 2. Ernst Winter=Frankfurt a. M. 225 P.; Sandrock=Immigrath 225 P.; 3. Mack=Basel 221 P.; 4. Schwarzmann=TV. Fürth 220 P.; 5. Beckert=Neustadt 217 P.; 6. Loibl=MTV. München 216 P.; Schmidt=TG. Nürnberg 216 P.; 7. Eschwei=Pforzheim 214 P.; 8. Mock=ATV. Berlin 213 P.; Göbig=T Mainz=Mombach 213 P.; 9. Wedekind=Forst 208 Punkte. Klasse II: 1. Willi Grimm=Kornwestheim(Kr. Schwaben) 211 P.; 2. Friedrich Weiß=Reutlingen(Schwaben) 206 P.; 3. J Haller=Schwenningen(Schwaben) 201 P.; 4. W. Theilacker=Schnaidheim(Schwaben) 201 P.; 5. E. Scheerschmidt=Allgem. TV. Dresden 201 Punkte. Geräte-Zehnkampf der Turner. 1. Edi Steinmann=St. Gallen 192 P.; 2. Walter BettermannLeipzig 189 P.; 3. Anton Betzler=Göggingen 188 P.; 4. Konrad Frey=Bad Kreuznach 187 P.; 5. Kurt Rödel=Irschwitz 186 Punkte. Volkskümlicher Fünfkampf. Klasse I: 1. Leichum=TV. Neu=Isenburg 118 P.; 2. StöckUniv. Greifswald 115 P.; 3. Singer=TV. Kitzingen 110 P.; 4. BulstATV. Breslau 108 P.; 5. Meier=TG. Walldorf 106 P.; ReymannRendsburg 106 P.; 6. Storz=Alpirsbach 104 P.; Vogl=Passau 104 P.; 7. Bittner=TG. Plankstadt 103 P.; Würfel=Stobler=Tschft. München 103 P.; Fröhlich=Mutlangen 103 P.; Zur=Univ. Breslau 103 P.; 8. Wegner=TSV. Schöneberg 101 P.; Grosse=Polizei=SV. Zwickau 101 P.; 9. Kullmann=MTV. Karlsruhe 100 P.; GottschalkTuS. Helene Essen 100 Punkte. Klasse II: 1. Rob. Opitz=TV. 1860 Spandau 109 P.; 2. Fritz Block=TV. Jahn Ahlen 105 P.; Hans Emrich=TG. Worms 105 P.; Walter Braun=Sulzbach 105 P.; 3. Heinz von Ditzhuysen=Öhligs 103 P.; Karl Stemplinger=Straubing 103 Punkte. Klasse III: 1. Hümmeling=Rheinhausen 115 P.; 2. Ehrenfried Weber=Düsseldorf 111 P.; 3. Hans Schwald=Kottern 110 P.; 4. Max Fladt=Kehl 109 P.; Oskar Wegner=Kiel 109 Punkte. Neunkampf der Alterskurner. 1. Alex Sachse=Hamb. Turnerschaft 165 P.; Herm. Brosch=TK. Hannover 165 P.; Karl Jörg=TuSS. Augsburg 165 P.; 2. Rudolf Kirrstein=Stettiner TV. 164 P.; 3. Herm. Labahn=Stettiner TV. 163. P.; 4. Paul Hartmann=Bottrop 162 Punkte. Turnerinnen. Siebenkampf: 1. Paula Pohlsen=Hamb. Turnerschaft 141 P.: 2. Julie Schmitt=München 79 140 P.: Maraa Zschorn=TV. Die Hitlerzelle in Landsberg wird der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Bekanntlich hat Adolf Hitler die ihm von dem Münchener Volksgericht nach dem sogenannten„Hitler=Putsch“ im November 1923 auferlegte Festungshaft in der Gefangenen =Anstalt Landsberg verbüßt. Nun soll die Hitlerzelle dem Publikum zugänglich gemacht werden. Die Zelle wird so ausgestaltet, wie sie während der Festungshaft war. Frankenberg 140 P.; 3. Carola Reindl=TV. Leipzig 138 P.; 4. Emilie Bruch=TV. 48 Saarbrücken 137 P.; 5. Erna SchumannGuts Muts Berlin 136 P.; Gretel Peuschel=MTV. Trier 136 P.; Liesel Nikolaus=MTV. Pirmasens 136 P.; 6. Marg. FurchheimTV. Neukölln 132 P.; 7. Erna Burger==MTV. Eberswalde 128 P. Vierkampf: 1. Else Niederhoff=TuSV. Velbert 97 P.; 2. Mauermeyer=München 96 P.; 3. Charlotte Bachmann=MTB. Wittenberg 90 P.; Eberhardt=Eislingen 90 P.; Hölzle=München 90 P.; Melches=TV. Altenessen 90 Punkte. 100-mal-100-Meter-Staffel. 1. MTV. 1879 München 18: 51 Min.; 2. TB. Stuttgart 20: 06; 3. ATV. Leipzig 20: 46,2; 4. MTV. Altenburg 21: 13; 5. Berliner Turnerschaft; 6. ATV. Dresden. Wassersporkkämpfe. 15=Kilomèter=Langstreckenfahrt(1 Turner und 1 Turnerin): 1. Ballon=Caspari=TV. Sulzbach 1: 13: 15 Std.“ 2. Heinrichsmeyer=Töllner==Dortmund 1: 15: 15; 3. Dallner=Hinterberger 1:16: 19; 4. Kißling=Tappe=Dortmund 1:16: 22 Std.— 15 Kilometer(Turnerinnen): 1. Holl=Stuttgart 1:20:20; 2. Hahn=Bamberg 1: 20: 25; 3. Kremer=Frankfurt a. M. 1: 24: 14; 4. Schimank=TiB. Berlin 1:25:00 Std.— 25 Kilometer (Einer) 1. Klocke=Dortmund; 2. Hahn=Mülheim(Ruhr); 3. MendeDresden. 2000=Meter=Stromschwimmen: 1. Lauf: 1. Müller=Kiel 28: 05; 2. Hasselbach=Remscheidt; 3. Marx=Köln.— 2. Lauf: 1. Bode=Osnabrück 29: 15; 2. Haase=Untertürkheim; 3. BuschhausIserlohn=Schleddenheim.— Turnerkl. II. 1500 Meter: 1. SprungBreslau 24:09.— Damen, 1000 Meter: 1. Remme=Hamburg 16: 41.— Turnerkl. III: 1. Pätzold=Leipzig 15: 43. Die Spielmeister der Deutschen Turnerschaft Am zweiten Tage der Mannschaftswettkämpfe im Rahmen des 15. Deutschen Turnfestes in Stuttgart wurden folgende Spielmeister ermittelt: Frauen=Handball: NSTV. Breslau; FrauenFaustball: Barmbeck=Uhlenhorst; Fußball(Männer): Polizei Kiel. Bei den Leichtathleten siegte im Diskuswerfen der Frauen Hilde Geiling=Hamburg mit 36,36 Meter. Bei den Schwimmern gab es zwei neue DT.=Bestleistungen, die Bode=Osnabrück über 1000 Meter Kraul mit 15:02 und über 1500 Meter mit 23:08,4 aufstellte. Auf allen Feldern des Turnfestes herrschte wieder Hochbetrieb, und Hunderttausende bevölkerten die Riesenanlagen. Goebbels beglückwünscht Mussolini Berlin, 29. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels sandte an Mussolini folgendes Telegramm: Euer Exz. sende ich zum 50. Geburtstage meine besten und herzlichsten Grüße, verbunden mit dem Wunsche, daß Euer Exz. Leben und Gesundheit noch viele Jahrzehnte erhalten bleiben mögen für die glückliche Zukunft Ihres Landes zum Segen des europäischen Friedens. Ein weiteres Glückwunschtelegramm sandte Reichsaußenminister Freiherr von Neurath. Uebernahme der Wenzeslaus=Grube Breslau, 29. Juki. Vor dem Amtsgericht in Neurode gab im zweiten Versteigerungstermin als einzige Bieterin die Betriebsgemeinschaft Wenzeslaus=Grube durch ihre Vorstandsmitglieder ein Gebot von 18 600 RM ab. In früheren Zeiten war der Wert der Grube einmal auf 18 Millionen errechnet worden. Außer diesem Mindestgebot, das sich aus Gerichtskosten und rückständigen Beiträgen an der Knappschaft zusammensetzt, hat die Betriebsgemeinschaft die erste Hypothek der Reichsknappschaft mit 350 000 RM bereits vor einiger Zeit gekauft. Weitere Belastungen bestehen gegenwärtig nicht. Die Uebernahme der Grube durch die Betriebsgemeinschaft erfolgte dann in feierlicher Weise durch Hissung der Hakenkreuzflagge auf der Hauptanlage. Achtung! Achtung! Kriegsopfer=Tagung in Dortmund! Morgen früh 6.42 Uhr fährt der Sonderzug ab Steinheim. Sämtliche Kriegsbeschädigte haben laut höheren Befehl mitzufahren. Es entbindet nur schwere Krankheit, durch Arzt bestätigt. Die Fahrt erfolgt kostenlos. Für die Beköstigung hat jeder selbst zu sorgen. Es wird erwartet, daß sich keiner ausschließt. Antreten zwecks Ausstellung der Fahrtausweise um 6.15 Uhr am Bahnhof Steinheim. Weber, Ortsgruppen=Obmann. Riesenköpfe Blumenkonl Stück 20 Pfennig. Kochbirnen, 2 Pfund 15 Pfennig Hansmann. Achtung! Für kranke und schlechte Sehr wesentlich. Die Mercedes=Schuhfabriken sind dazu übergegangen, eine Abteilung zur Fabrikation von orthopädischen Schuhen einzurichten. Kranke sowie die stärksten und auch anormale erhalten nach Einsendung der Maße, welche in unserer Verkaufsstelle für Steinheim und Umgebung im Jos. Junker abgenommen werden, passende Schuhe oder Stiefel nach Maß. Mit Lieferfrist je nach Arbeitsvorlagen! Mercedes“=Schuhfabriken Stuttgart— Cannstatt— Balingen. Alle deutschen Jungens von 14—20 Jahren! e Schützenhaus Steinheim Heute, Samstag abend um 8 Uhr: KOMMERS verbunden mit Gesangvorträgen des Kirchen-Chors Bochum. D Sonntag abend ab 8 Uhr: Gemütliches Beisammensein mit Gesang- und humoristischen Vorträgen Tanzeinlagen. Eintritt pro Person 20 Pfg. Zu dieser Veranstaltung lade ich die gesamte Bürgerschaft herzlichst ein. H. Gellhaus G Willy Junker, Gartenbau Detmolderstraße. Empfehle preiswert: Frische Fettbückinge Pfd. 20 Pfg. 5 Pfd.=Kiste 95„ Frische Tomaten Pfd. 22„ Frische Pfirsiche„ 28„ Deutscher Blumenkohl große Köpfe, Stck. 25„ Feinste Fettheringe in Tomatensauce, ovale Dose nur 32„ Werte Hausfrau! Hamstern Sie ein? Dann versuchen Sie meine Blechdose, welche nicht mehr abgeschnitten wird und auch nicht zugelötet werden braucht! Sie brauchen sich nur einen neuen Ring für ganze 5 Pfennige zu kaufen und können Ihre Einkochdose und Deckel unbegrenzt benutzen wie ein Einkochglas. 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