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V. P. Absatzjünste. trockenes Nr. 272. liebt uch kräftiger 4 Tage eine inn erhalten g. erhältlich handlungen. urken ader Nachf.) Steinheimer Zeitun Bote für das Emmertal Für dielen Monat 1.80 Reichsmark usnahme von Sann. 1 Feiertagen. Wöchentliche Gratis-Beilage das„Wochenbild". Schriftleitung verantwortlich: Carl Simonowski, Steinheim i. Welti, für die Sohrinenang Fernruf Nr. 352. Amtliches Verordnungsblatt. " Fur alelen mondi 1.00 Reiimark frei Haus.11 BeZUGSPrelS. Erlcheint lechs mal wöchentlich, mit Ausnahme von 224 tich Grotie-Roil de Machenbld" Almaoigonnroic: Für 1 mm Höhe, 45 mm breit 8 Piennig, bei Alizeigenptels. Anzeigen im Kreise Höxter 5 Pfg. Reklamen 1 mm Höhe 90 mm breit 30 Pfennig. Beilagengsbühr nach Uobereinkunkt. Sämt Anzeigen sind nach Steinheim i. Weltk. zu lenden. Druck und = Uerlag: Carl Simonowski, Steinheim i. Westi.= Nr. 100. Steinheim. Mittwoch. den 9. Mai 1920. Jahrgang 35. „Poincarés Dummheiten." Der Einzug der elsässischen Autonomisten in die Zariser Kammer hat in der französischen Oeffentlichseit jo alarmierend gewirkt, daß Poincaré sich verandaßt sah, seiner Elsaßreise vom Februar d. Is. eine weite Fahrt in das„befreite Gebiet" folgen zu lassen. War man doch im Innern Frankreichs stets im Glauben, daß die Brüder und Schwestern in den zurückgewonnenen Provinzen sich nach ihrer Rückkehr zu Frantreich überaus wohl fühlten und dem gemeinsamen Vaterland treu ergeben seien. Von einer Unzufriedenheit der elsaß=lothringischen Bevölkerung hatte man in der ersten Nachkriegszeit nie etwas gehört, da die große Pariser Presse wohl auf höheres Geheiß alles fotgeschwiegen hatte, was irgendwie auf eine Mißstimmung der Elsässer über die französische Regierungswirtschaft schließen ließ. Erst als im vergangenen Jahre einige führende Persönlichkeiten im Elsaß zur Gründung des Heimatbundes schritten, um die Rechte und Eigenarten des elsaß=lothringischen Volles gegen die Pariser Verwelschungspolitik zu verteidigen, da merkte man in Innerfrankreich, daß zwischen Rhein und Vogesen nicht alles in Ordnung sein könnte. Natürlich durfte die französische Verwaltung an dieser Entwicklung nicht schuld sein; als Hauptschuldige stellte man vielmehr einige „landesverräterische Elemente“ hin, die angeblich die Zusammenarbeit mit„ausländischen" Kreisen auf eine Trennung Elsaß=Lothringens von Frankreich hinarbeileten. Es folgten dann die bekannten Massenverhaflungen von Heimatbündlern und die Einleitung des großen Sensationsprozesses, der sich jetzt vor den Schranken des Kolmarer Schwurgerichts abspielt. Pointare selbst hielt am 13. Februar 1928 bei dem Bürgerneisterbankett in Straßburg eine flammende Rede gegen die„Autonomistenbande“, die er als Verbrecher und Feinde Frankreichs an den Pranger stellte, ohne irgend einen greifbaren Beweis für seine schweren Anschuldigungen zu erbringen. Inzwischen hat das elsässische Volk selbst sein Ureeil über die Pariser Gewaltmaßnahmen gesprochen und die seit Monaren in Haft gehaltenen Führer der heimatbewegung, Ricklin, Rossé und einige andere, in die französische Kammer gewählt. Das war ein Schlag für Poincaré, den er nur schwer wird verwinden können. Außerdem steht der Prozeß selbst, der einen Tag nach den Stichwahlen in Kolmar begann, bis jetzt überaus günstig für die Angeklagten. Trotz aller Mahenschaften und Schikanen ist die französische Justizbehörde bis jetzt den Beweis für ihre Verleumdungen schuldig geblieben. Um den peinlichen Eindruck des Wahlausfalls und der Kolmarer Justizkomödie zu verwischen, hat jetzt Poincaré die zweite Reise ins Elsaß unternommen. Wenn einer der Verteidiger im Autonomistenorozeß meinte, der Ministerpräsident wollte jetzt seine Wummheiten" vom Februar wieder gutmachen, so mag er in gewissem Sinne recht haben. Im Prinzip aber zeigt Poincaré sich unbelehrbar. In den beiden reden, die er in den letzten Tagen in Straßburg und Metz gehalten hat, hat er sich diesmal einer Beschimpfung der Heimatbündler enthalten, andererseits falt er an der sogenannten„Assimilation" der Verschmelzung von Elsaß=Lothringen mit Frankreich nach die vor fest. Bei seiner Ansprache in Metz betonte er, die französische Regierung habe nach dem Waffenstillstand die Zweisprachigkeit, den Religionsunterricht und die Aufrechterhaltung des Konkordates versprochen und dieses Versprechen auch gehalten habe, aber sie habe auch das Recht, zu verlangen, daß die Aufrechtchaltung einer besonderen Gesetzgebung, die durch jahreunge Trennung gerechtfertigt sei, mit einer einwandden Loyalität gegenüber Frankreich und mit dem elgatorischen Unterricht in der natioSprache Hand in Hand gehe. Da Frankreit entschlossen sei, sich niemals mehr auch ur das geringste Stück von Elsaß=Lothugn nehmen zu lassen, da Frankreichs NachVer überdies verpflichtet hätten, nie mehr einen den zur Rückeroberung Elsaß=Lothringens zu ma„ da außerdem Frankreich die Schaffung deseneutralen oder autonomen Staates, nach nic stares Leben notwendigerweise neue Konflikte e siehen müsse, nicht dulden werde, könne die atung der wiedererungenen Gebiete von nun ab benbei nur in einer immer enger werdenden Verhundinau übrigen Frankreich die gesicherte Beschaftlichen und sozialen Fortschritts ersre Daher sei es unerläßlich, daß sie französisch Der S. Bauernmarsch Die Massentagung in Karlsburg.— Rumänien steht offenbar am Vorabend ernster Ereignisse. Am letzten Sonntag haben in allen Landesteilen große Versammlungen der nationalen Bauernpartei stattgefunden, in denen stürmisch der Rücktritt des liberalen Kabinetts Bratianu und die Auflösung des Parlaments gefordert wurde. Die Hauptkundgedung wurde in Alba Julia, der alten siebenbürgischen Krönungsstadt Karlsburg, veranstaltet, wo weit über 100 000 Bauern zusammengeströmt waren. Auf Verlangen ihrer Führer leisteten die Bauern einen Eid, in ihrem Kampfe nicht nachzulassen, bis der Regentschaftsrat ihre Forderung nach dem Rücktritt der Regierung angenommen habe. Es kam zu stürmischen Kundgebungen für den Führer der Bauernpartei, Manin, der sich nach Bukarest begeben hat, um dem Regentschaftsrat die Forderungen der Bauern zu überbringen. Wie verlautet, wurden die Beschlüsse der Karlsburger Bauerntagung von der Regierung abgelehnt mit der Begründung, daß sie keinen Anlaß habe zurückzutreten. Maniu machte darauf aufmerksam, daß die Bauern nunmehr wahrscheinlich nicht mehr zu halten wären und daß er für die Folgen nicht mehr verantwortlich sein könnte, zumal sich bereits 200000 auf dem Wege nach Bukarest befänden. Die rumänische Regierung sucht demgegen. iber durch beschwichtigende Erklärungen den Eindrud zu erwecken, als ob die Bauerntagung in voller Ruhe und Ordnung abgelaufen sei. Der Abzug der in Karlsburg versammelten Bauern habe sich reibungslos abgewickelt. Die Behörden hätten den Teilnehmern Eisenbahnzüge für die Heimreise zur Verfügung gestellt. Karlsburg zeige jetzt wieder das gewohnte Bild. Im übrigen könne von einer Veränderung in der politischen Lage keineswegs die Rede sein. Die Wiedereinführung der Telephonsperre und der Telegrammzensur durch die rumänische Postverwaltung lassen jedoch diese Regierungserklärung wenig glaubwürdig erscheinen. Nach den letzten Meldungen woller die Anhänger der Bauernpartei in Kronstadt die stückkehr Manius aus Bukarest abwarten. Hier soll ann über die weiteren Schritte Beschluß gefaßt werden. Hier werden sich auch die nach Bukarest gehende Bauern versammeln. Sie sind fest entschlossen, sic denheit der„vefceiten Provinzen“ und trotz des Wahlsieges der Heimatbündler die gewaltsame Unterdrückung des Elsässer Deutschtums fortsetzen will. Der„Erfolg“ wird nicht ausbleiben. Das französische Volk mag sich vielleicht durch diese„starken Worte“ beruhigen lassen, im Elsaß aber wird sich jetzt immer mehr die Erkenntnis vertiefen, wie berechtigt und notwendig die Heimarbewegung ist, um den Anschlag auf das Grundrecht eines Volkes, seine Sprache, abzuwehren. Die Lage in Tsinanfu Japanische Verstärkungen für Ehina unterwegs. Eine Division und 19 Kriegsschiffe. Nach neuen Meldungen aus Tokio scheint sich die Nachricht über die Kapitulation und Entwafsnung der japanischen Truppen in Tsinanfu, dem Mittelpunki der chinesisch-japanischen Zusammenstöße, nicht zu bestätigen. Doch wird die Lage in Tsiaanfu als sehr ernst bezeichnet. Die Verluste unter den japanischen Soldaten betragen 12 Tote, 13 Verwundete. Vierzehn japanische Zivilpersonen, unter ihnen einige Frauen wurden getötet, viele verwundet. Die Opfer wurden verstümmelt. Mindestens 50 Häuser wurden geplündert. Inzwischen sind die aus Tsingtau in Eilmärschen heranbeorderten Verstärkungen des Generals Iwakurs nach Bukarest. - Rücktritt der Regierung gefordert. der Polizei, Gendarmerie und auch der Mitttargewan zu widersetzen und gegebenenfalls das Militärtwaffnen. Ein Staatsstreich er mißglückte Propagandaflug.— Verhandlungen mit Ungarn. Der ehemalige rumänische Kronprinz Carol, desich bekanntlich seit kurzem in England aufhält, schein. an die Karlsburger Bauertagung ganz besondere Erwartungen geknüpft zu haben. Nach den Berichten einzelner englischer Blätter hatte Prinz Carol in England Flugzeuge gemietet, die einen von ihm verfaßten Aufruf an das rumänische Volk in Massen über Rumänien abwerfen sollten. Dieser Teil des Planes sei gescheitert. Während die Flugzeuge auf dem Flugplatz Croydon bei London warteten, hätten die britischen Behörden von dem Plan erfahren und den Abflug verboten. Carol habe darauf einen englischen Agenten in geheimer Mission nack dem Kontinent gesandt. Angeblich soll der Agent versuchen, die Unterstützung der ungarischen Regierung für Carol zu erhalten, der als Gegenleistung für eine Revision des Trianon=Vertrages zu wirken versprechen solle. Das Blatt veröffentlicht auch eine Photographie des erwähnten Manifestes, das aus London vom 5. Mai datiert ist, Carols Bild trägt und u. a. ausführt: „Ich will durch zuren Willen zurückkehren, um Rumänien zu seinem rechten Platz in der Welt zu führen. Ich wünsche zu meinem Kind zurückzukehren und es zu einen würdigen Nachfolger auf dem Thron der Tynastie zu machen. Ich erkläre, daß ich mein Land gegen meinen Willen verlassen habe, gezwungen durch unglückliche Um stände." Das Manifest appelliert dann an alle Rumänen, sich um ihn zu scharren unter der Losung: freie Wahlen, Freiheit der Presse, Reinigung des Heeres und des Gerichtswesens von politischen Einflüssen. Abschaffung der Monopole und Unterstützung der Bauern. Das Manifest betont zum Schluß, daß Carol bereit wäre, auf den Ruf seines Volkes hin den Thron zu besteigen. Chronik des — Für die Reichstagswahlen sind 30 verschiedene Wahlvorschläge eingereicht worden. — In einer Rede in Baden mahnte Reichsfinanzminister Dr. Köhler zur größten Vorsicht bei der Aufnahme ausländischen Leihkapitals für die deutsche Wirtschaft. — Große Massen rumänischer Bauern wollen nach Bularest marschieren, um das Kabinett Bratianu zu stürzen. — Nach Londoner Zeitungsberichten hat die englische Polizei den Prinzen Carol an der Entsendung von Propagandaflugzeugen nach Rumänien gehindert. — Poincaré sprach sich in einer Rede in Metz gegen die SSchaffung eines neutralen oder autonomen Elsaß=Lothringens aus. — Die japanische Regierung hat die Entsendung einer Oivision neuer Truppen nach China beschlossen. — General Nobile ist nach 15 stündiger Sturmfahrt flücklich mit der„Italia“ in Kingsbay auf Spitzbergen gelandet. — Der Deutsche Fußballbund hat den Beschluß, den Spielverkehr mit Berufsspielervereinen unter bestimmten Voraussetzungen zu gestatten, aufgehoben. in Tsinanfu eingetroffen. In Tsingtau selbst ist ein Transport von 1000 Mann japanischer Truppen aus Dairen(Mandschurei) angekommen. Außerdem soll die gesamte Nagoya=Division nach China entsandt werden. Als Zweck der neuen Truppenentsendung wird die Bewachung und Verwaltung der Schantungeisenbahn angegeben. General Ugaki, der frühere Kriegsminister, ist zum Oberstkommandierenden der nach Schantung entsandten Truppen, deren Stärke sich jetzt auf 13000 Mann beläuft, ernannt worden. Ferner hat das japanische Marineministerium beschlossen, acht Torpedojäger, die zur Zeit in dem japanischen Hafen Kure liegen, nach dem Jangtse zu entsenden. Sieben weitere laufen von Sasebo nach Swatau und Kanton aus und schließlich vier von Maizuru nach Schanghai. Ein deutsches Hotel geplündert. Nach einer der Deutschen Gesandtschaft in Peking zugegangenen zuverlässigen Meldung befinden sich die deutschen Reichsangehörigen und der deutsche Konsul in Tsinanfu wohl. Das deutsche Hotel Stein ist geplündert worden. Inzwischen haben die südchinesischen Truppen das Fremdenviertel der Stadt völlig geräumt. Der Rechtsbruch in Kolmar. Die Angeklagten fordern ihre Vernehmung. Zu Beginn der Montagssitzung des Autonomisten prozesses vor dem Kolmarer Schwurgericht entspann sich eine längere Debatte über die Wahl des Verfahrens für die weitere Verhandlung. Die Anwälte traten dafur ein, daß die Verhandlung beschleunigt werder nüsse und daß man an die Angeklagten präzise, das angebliche Komplott gegen die Sicherheit des Staates betreffende Fragen stellen müsse, aber das Verhör der Angeklagten fortsetze. Sie stellten einen entsprechenden Antrag, und sämtliche Angeklagten begründeten fur ihre Person in mehr oder minder kurzen Ausführungen, weshalb sie Wert darauf legen, vor der Zeugenvernehmung gehört zu werden. Mit Ausnahme von vier Angeklagten(darunter er neue Abgeordnete Rossé) sprechen die Angeklagten Elsässer Dialekt. Von den Aussagen sei erwähnt, daß „orucker Hauß betonte, man möge ihm sagen, durch velche Worte oder durch welche Handlungen er gegen die Sicherheit des französischen Staates ein Komplott betrieben habe. Es sei niemals der Fall gewesen, daß die autonomistische Bewegung ausländisches Geld erhalten habe. Die Angeklagten Wurz und der Maler Solveen äußerten sich in aleichem Sinne. 30 Parteien im Wahlkampf! Im Zeichen der deutschen Einigkeit. Bei den kommenden Reichstagswahlen feiert die die politische Zersplitterung wieder einmal wahre Triumphe. Nicht weniger als 30 verschiedene Bewerbungslisten sind bis zum 6. Mai, an dem die Frist für die Einreichung der Wahlvorschläge zu Ende ging, eingereicht worden. Danach wollen sich folgende Parteien an dem Wahlkampf beteiligen: Sozialdemokratische Partei Deutschlands, Deutschnationale Volkspartei, Zentrum, Deutsche Volkspartei, Kommunistische Partei, Deutsche Demokratische Partei, Wirtschaftspartei, Bayerische Volkspartei, Bayerischer Bauern= und Mittelstandsbund, Deutsch=Hannoversche Partei, Nationalsozialistische Arbeiterpartei, Völkische Freiheitspartei, Handwerkerpartei, Unabhängige Sozialdemokratie Deutschlands, Hauswirte=Partei, Deutscher Reichsblock der Geschädigten. unpolitische Liste der Kriegsgeschädigten, Aufwertungspartei, Christliche Reichspartei, zwei Volksrechtsparteien, Deutsch=soziale Partei, Volkswohlpartei, Zentrumspartei Niedersachsens, Partei für Recht und Mieterschutz, Evangelische Partei Deutschlands, Evangelischer Volksbund, Alte sozialdemokratische Partei, Liste der linken Kommunisten, Liste revolutionärer Kommunisten. Die formelle Entscheidung über die Zulassung dieser Parteien obliegt dem Reichswahlausschuß, der unter dem Vorsitz des Reichswahlleiters, des Präsidenten des Statistischen Reichsamtes, Professor Dr. Wagemann, bereits mit seinen Beratungen begonnen hat. Vorsichtige Anleihepolitik! Erklärung des Reichsministers Köhler. In einer Rede in Baden gab Reichsfinanzminister Dr. Köhler eine Erklärung über die deutsche Anleihepolitik ab: Die Arbeiten der Beratungsstelle über die Zulassung oon Anleibeanträgen der Gemeinden stehen vor dem Abschluß. Die Aufnahme der Verhandlungen durch die zunächst für die Inanspruchnahme des Auslandsmarktes in Betracht ommenden öffentlichen Körperschaften oder ihre Kreditverbände wird daher in kürzester Zeit freigegeben werden Die Erledigung des jetzt durchzuführenden Programms wird allerdings nur dem dringendsten Bedarf der Gemeinder gerecht. Im übrigen sei hinsichtlich der Heranziehung vor Auslandskapital größte Vorsicht und Zurückhaltung angebracht. Auslandsanleihen des Reiches und der Länder, sowiAuslandsanleihen, die Reich oder Länder garantieren, er scheinen auch weiterhin nicht ratsam. Die Notlage der Land wirtschaft macht auf dem Gebiete der Auslandsfinan zierung außergewöhnliche Anstrengungen erfor lich. Insbesondere kann den Landwirten, die nach dem Not programm der Reichsregierung Umschuldungsh'lfe erwarten gegenwärtig im wesentlichen nur durch Inanspruchnahm ausländischen Leihkapitals die dringend gebotene und nich aufschiebbare Unterstützung zu teil werden. Von der hier bei vorgesehenen Art der Finanzierung wird indessen nu im engsten Umfange Gebrauch gemacht werden. Beginn der Zeugenvernehmung. Der erste„Belastungszeuge“. Im weiteren Verlauf des Autonomistenprozesse erklärte der Vorsitzende des Gerichts, daß er trotz de Wunsches der Angeklagten, weiter verhört zu werden in die Zeugenvernehmung eintrete und die Verneh mung der Angeklagten hiermit unterbreche. Als erster Zeuge wurde der Straßburger Po lizeikommissar Bauer vernommen, der zunächst erklärte, die Autonomiebewegung, die darauf abziele, das Elsaß von Frankreich zu trennen und es wieder aDeutschland zurückzubringen, gehe auf die Zeit kur vor dem Waffenstillstand zurück. 1918, noch vor den Waffenstillstand, sei unter dem Protektorat des Statthalters v. Dallwitz' von 63 deutschfreundlich gesinnter Leuten der Elsässerbund gegründet worden, der den Gedanken propagieren sollte, daß das Elsaß deutsch bleiben müsse. Von jenseits des Rheines seien sei Juli 1919 Flugschriften nach dem Elsaß hinüberbefördert worden, die die Elsässer aufforderten: Erhebt euch in Massen, um euer Selbstbestimmungsrecht zy fordern. Im Juli 1919 sei auf Betreiben des El sässerbundes im französischen Elsaß eine Partei unter dem Namen„Parti fédéraliste alsacien et lorrain“ begründet worden, und man begegne in ihren Lister zum Teil auch Leuten, wie sie jetzt in der Autono mistenbewegung zu finden seien. So hätten am 8. August 1919 in einer geheimen Versammlung Abbé Haegy, Keppi, Faßhauer und Hauß das Vrogramm dieser Partei festgelegt. Rundschau. — Berlin, den 8. Mai 1928. :: Falsche Gerüchte über die Tarifdenkschrift. Eine politische Korrespondenz hatte gemeldet, daß der Reichsverkehrsminister Dr. Koch die mit dem Uebergang zum Zweiklassensystem verbundene Erhöhung der Fahrpreise 4. Klasse bereits genehmigt habe. Von zuständiger Seite wird hierzu erklärt, daß der Reichsverkehrsminister zur Denkschrift der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft, die erst vor wenigen Tagen eingegangen ist, noch in keiner Richtung Stellung genommen har. Rundschau im ? Der griechische General Kondylis fordert in einem Aufruf an das Volk die sofortige Auflösung der Kammer. Falls die Regierung das Ultimatum, das am 2. Juni abläuft, nicht annimmt, droht er mit eigenem Vorgeben. Staatssekretär Kellogg und der deutsche Botschafter von Prittwitz haben in Washington den deutsch=amerikanischen Schieds= und Vergleichsvertrag unterzeichnet. * Russischer Protest gegen das Warschaner Attentat. Dieser Tage hatte in Warschau ein russischer Emigrant namens Wojziechowski mehrere Revolverschüsse auf ein Auto der russischen Handelsvertretung abgegeben Von den beiden Insassen wurde der Handelsvertreter Liarew leicht verwundet. Die polnische Regierung hat sofort in Moskau ihr Bedauern aussprechen lassen und strenge Untersuchung des Attentates zugesaat. Trotzdem hat der russische Gesandte in Warschau dem polnischen Außenminister Zaleski eine Protestnote überreicht, in der entschiedener Einspruch gegen die Passivität der polnischen Behörden gegenüber terroristischen russischen Emigrantenorganisationen eingelegt wird. Im Zusammenhang mit dem Attentat wurden in Warschau Haussuchungen bei den Emigranten vorgenommen und mehrere Personen verhaftet. Der Nauener Gattenmord aufgeklärt. — Nauen b. Berlin, 8. Mai. Die Bluttat in Nauen, wo vor etwa vierzehn Tagen der Schlächtermeister Gustav Noack tot aufgefunden wurde, ist auf geklärt: Noack ist im Schlaf von seiner Frau mit einem Beil erschlagen worden.— Die Frau hat ein umfassendes Geständnis abgelegt. Begnadigt. — Stendal, 8. Mai. Der vom Stendaler Schwurgericht wegen Ermordung seiner Ehefrau, die er mit einer Bierflasche erschlug, und Totschlages an seinem Sohn zum Tode und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilte Gemüsehändler Hermann Gansenig ist vom preußischen Staatsministerium zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Das Verfahren gegen den Fabrikanten Hiller. — Hannover, 8. Mai. In dem Voruntersuchungs verfahren gegen den„Lukutate"=Fabrikanten Hiller hat der Untersuchungsrichter dessen Festnahme angeordnet. Der Aufenthalt Hillers ist der Polizei zur Zeit unbekannt. Autobusunfall. — Langendreer, 8. Mai. Ein mit 24 Personen besetzter Autoomnibus mußte in einer Kurve der Kaiserstraße beim Ausweichen vor einer die Straße füllenden, aus Mitgliedern eines Fußballklubs bestehenden Fußgängergruppe scharf ausbiegen und schlug dabei um Etwa 6 bis 8 Personen wurden leicht verletzt. Grausiger Leichenfund im Rhein. — Köln, 8. Mai. Montag vormittag zog ein Schiffseigentümer unterhalb der neuen Mülheimer Brücke einen zugenähten Sack aus dem Wasser, in dem sich der Rumpf einer 30= bis 40jährigen weiblichen Person befand, dem Arme, Beine und Kopf kunstgerecht abgeschnitten waren. Anhaltspunkte für diPersönlichkeit der Toten sind nicht vorhanden. Prinz Carol wollte nach Rumänien fliegen. — London, 8. Mai. Prinz Carol von Rumänker eat am Sonnabend an die Imperial Airways mit dem Antrag heran, ihm zwei Flugzeuge zur Verfügung zu stellen, damit er nach Rumänien fliegen könne. Er beabsichtigte, am Sonntag morgen den Flug anzutreten Da die englischen Behörden sich nicht davon überzeugen konnten, daß Carol die zur Landung in Rumänien erforderlichen Papiere besaß, wurde die Abfahrt der Flugzeuge nicht gestattet. In der Wüste verdurstet. — Beirut, 8. Mai. Ein Auto mit 20 Pilgern hat bei der Fahrt durch die Wüste von Bagdad nach Beirut den Weg verloren. Es wurde von einem englischen Flugzeug ausfindig gemacht, doch waren sämliche Insassen tot, als Hilfe ankam. Bischof Dr. Ernst von Hildesheim F. Nach 13jähriger Amtstätigkeit ist der Bischof Dr. Joseph Ernst von Hildesheim im Alter von 65 Jahren im Krankenhaus zu Göttingen gestorben. Namens der Reichsregierung hat Staatssekretär Dr. Pünder dem Domkapitel das Beileid des Reiches zum Ausdruc gebracht. Sturmfahrt über dem Eismeer. Die„Italia" in Spitzbergen gelandet. Nach einer mehr als 15stündigen Fahrt durch Stürme und Schneegestöber von Vadsö an der Nordspitze Norwegens quer über das Eismeer ist Nobiles Polarluftschiff in Kingsbay auf Spitzbergen glücklich gelandet. Die„Italia" traf um 1 Uhr in Kingsbay auf Spitzbergen ein. Infolge des außergewöhnlich starken Windes mußte das Luftschiff zuerst am Anlegemast verankert werden, und erst abends gegen 8 Uhr gelang es den vereinten Bemühungen der Besatzung und der Matrosen des Hilfsdampfers„Citta di Milano", das Luftschiff in der Halle vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Die Fahrt war zunächst sehr schwierig. Bis zur Bäreninsel hatte das Luftschiff mit heftigem Gegenwind zu kämpfen. Dann fand es günstige westliche Winde, aber ständig litt es unter starkem Schneetreiben Die Vorstöße zum Nordpol. Die Entfernung von Vadsö bis Kingsbay beträgt 1050 Kilometer, die von Kingsbay bis zum Nordpol 1200 Kilometer. General Nobile läßt zur Zeit das Luftschiff überholen. Dann sollen, sobald es die Wetterlage irgendwie gestattet, die Vorstöße zum Nordpol unternommen werden. Zwei oder drei Flüge sollen über das unerforiche Polarmeer unternommen werden. Nobile will versuchen, über dem Pol den Eisanker auszuweund dort zu„landen". Ungefähr 4 Millionen Qnodrekilometer des Polgebietes sind noch völlig unerforse“ Es gibt also für den Nordvolfahrer reichliche Zu Fuß nach Abessinien. Sechshundert Arbeitslose aus Oesterreich und auf dem Marsche.he Sechshundert Menschen, alles Arbeitslose zweifelte, befinden sich gegenwärtig auf einem Ans wanderungsmarsche von Bayern und Oesterreich Abessinien, das sie für das gelobte Land halten, is dem sie Arbeit und Brot zu finden hoffen. Der Plan geht von einem ehemaligen Offizier eter Wallner, aus, der in Abessinien „das alte christliche Reich“ gründen will. Seine Anhänger nennen sich„Wardgnieri". Kurz vor Beginn dieses„Kreuzzuges“ wurde Wallner zur Beobachtung seines Geisteszustandes in eine psychiatrische Klinik gesteckt; dasselbe Schicksal wierfuhr seinem Stellvertreter Hoffmann. Trotzdem sind die unglücklichen Menschen am 3. Mai abmarschiert Der derzeitige„Kommandant“ der Truppe, die bereits 500 Köpfe zählt, ist ein Bayer, namens Franz Steffel der in München Privatbeamter gewesen ist. Die meisten Leute besitzen nicht einen roten Heller keiner hat einen Paß oder die nötigen Visa. Sie waupern längs des Schienenstranges zur italienischen Grenze nach Tarvis, um dann von dort auf irgendwelche Weise nach Triest, ans Meer zu kommen. Ueberall wird der Zug reichlich beschenkt. Die Leute glauben an ihre Mission und vertrauen auf ein gütiges Geschick. Auf ihrer Fahne steht der Spruch; „Der alte Gott lebt noch!“ Henri Dunant. Der Gründer des Roten Kreuzes. Am 8. Mai war die 100jährige Wiederkehr des Geburtstages des Begründers des Roten Kreuzes und des Hauptförderers der Genfer Konvention, Henri Dunant. Das Werk der internationalen Liebe, das er geschaffen, hat auch im Weltkriege nicht vernichtet werden können, wenn auch manchmal ein schändlicher Mißbrauch mit der Flagge des Roten Kreuzes getrieben worden ist. Ungezählte Verwundete, Hilfsbedürftige und Gefangene erinnern sich mit Dankbarkeit an die Wohltaten, die sie durch das Rote Kreuz empfangen haben. Der Weltkrieg selbst, die große Probe für den inneren Wert seines Werkes, hat Henri Dunant nicht mehr erlebt. Er starb im Alter von 82 Jahren in Genf, dem Geburtsort der Organisation. Das Rote Kreuz selbst verdankt seine Farben der Schweizer Flagge, die ein farblich umgekehrtes Bild zeigt: das weiße Kreuz im roten Felde. Scherz und Ernst. tr. Pariser Zeitungskrieg. In Paris ist eine neue Tageszeitung, die von dem Parfumeriefabrikanten Coty finanziert wird, erschienen. Sie führt den Titel L’Ami du Peuple. Sie ist die einzige französische Tageszeitung, die, um den breiten Volksmassen, und namentlich, um den Arbeitern zugänglich zu sein, für zehn Centimes verkauft wird, während die übrigen Blätter 25 Centimes fosten. Die Vereinigung der Tagesblätter hat daher gegen Coty einen Kampf eingeleitet und die Verkaufs= und Verbreitungsstellen veranlaßt, den Vertrieb des neuen Blattes abzulehnen. Aus diesem Grunde hat Coty eine neue eigene Vertriebsgesellschaft begründet. tr. Die Ehefrau hat keinen Anspruch auf Taschengeld. Nach dem Gesetz hat jede Frau Anspruch darauf, von ihrem Ehemann unterhalten zu werden. Ist damit aber auch der Anspruch auf ein Taschengeld begründet? Ein weiser Gerichtshof in der englischen Stadt Willesden hat dies verneint. Vor den Richtern war nämlich eine Frau erschienen, die sich darüber beklagte, daß ihr Mann ihr keinen Pfennia Geld in die Hand gebe. Bares Geld bekomme nur seine Mutter, die der Frau Nahrungsmittel aushändigte. Ohne sich in eine Untersuchung darüber einzulassen, ob sich der Ehemann über eine besondere Verschwendungssucht seiner Gattin zu beklagen hatte, erklärte der Gerichtsho, daß kein Gesetz dem Ehemann die Art und Weise vorschreibe, in der er seine Frau zu unterhalten habe. lange sie sich sattessen könne und Kleidung erhalte, sei gesetzlich alles in Ordnung. Selbst Fahrgeld und kleine Beträge für ähnliche Ausgaben seien von keiner frau zu beanspruchen. Es ist zu erwarten, daß diele Ehemänner nunmehr nach Willesden übersiedem werden. A Eine Reichsgemeinschaft für Gerichtshilfe. langwierigen Verhandlungen mit den konfessionelt Spitzenverbänden anläßlich der Tagung des Deursag Reichsverbandes für Gerichtshilfe, GefangenenEntlassenenfürsorge ist eine Reichsgemeinschaft geri worden. Der Arbeitsgemeinschaft sind beigetreten: katholische Reichsarbeitsgemeinschaft für Gerichtshilse Gefangenen= und Entlassenenfürsorge, die evangelt Konferenz zur Straffälligenpflege und die Arbeilsg meinschaft der jüdischen Gefährdetenfürsorge. Federführung ist zunächst auf zwei Jahre dem schen Reichsverband übertragen worden. Die No blätter des Reichsverbandes werden gleichzeitig des Zusammenschlusses, die Redaktion werden ein mit dem Generalsekretär des Reichsverband Pastor Dr. H. Seyfkarth in Hamburg, Diretto Stabl und Pfarrer Faßbender besorgen. Kleine Nachrichten. Die„Bremen"-Flieger haben, um der kanbusen Bevölkerung ihren Dank für die gastfreundliche Au eieabstatten zu können, sich zu einer Erweiterung ihres de programms entschlossen und werden nunmehr ren Städten Quebec und Montreal einen Besuch abstatten. * In Paris gestaltete sich die erste Gastspielvorfuh der Wiener Staatsoper in der Großen Oper mit„eri von Beethoven zu einem gesellschaftlichen und schen Ereignis. wurden * Bei der Lemberger Staatseisenbahndirektion umfangreiche Lieferungsschiebungen aufgedeckt. amte sind verhaftet worden. le will Anadrat nien. und Bayerr eitslose, Vereinem Aus. nd halten, in igen Offizier sich„Wardazuges“ wurde 3zustandes in Schicksal wiTrotzdem sind abmarschiert. de, die bereits Franz Steffel, i roten Heller, sa. Sie warnischen Grenze dwelche Weise eschenkt. Die rauen auf ein der Spruch: euzes. erkehr des GeKreuzes und on, Henri Dude, das er geernichtet werindlicher Mißuzes getrieben Hilfsbedürftige arkeit an die uz empfangen robe für den Dunant nicht 82 Jahren on. Das Rote der Schweizer ild zeigt: das ist eine neue kanten Coden Titel zösische Tan, und nain, für zehn gen Blätter Lagesblätter jeleitet und anlaßt, den Aus diesem triebsgesellich auf Ta= zu Anspruch zu werden. Taschengeld er englischen den Richtern darüber beGeld in die dur Bereitung von Suppen und Soßen verwendet die Hausfrau vorteilhaft MAGGl'S Fleischbrühwürfel Stadt, Kreis uno Provinz. Steinheim. 9. Mai 1928. Gedenktafel für den 9. Mai. 1525* Der italienische Kirchenkomponist Giovanni nierluigi da Palestrina(† 1594)— 1796* Joseph Meyer. pielia des Bibliographischen Instituts. in Gotha Sonne: Aufgang 4,18, Untergang 7(19),35. Mond: Aufgang—, Untergang 6.53. * Silberne Hochzeit. Am heutigen Tage begehen die Eheleute Josef Schäfers und Frau, Maria geb Gemmke, Rochusstraße, das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Jubelpogre zu ihrem Ehrentage die herzlichsten Glückwünsche! Zentrumspartei. In der Anzeige der DienstagsNummer mußte es heißen:„Versammlung des Ortsausschusses der Zentrumspartei" Mittwoch abend um 8 Uhr im Sagle des Herrn Gastwirts Joh. Schriegel. Zur Beachtung! Es wird erneut darauf hingewiesen, daß für Häuseranstriche, Häuserverputz usw. vorger die haupolizeiliche Genehmigung einzuholen ist. — Wahlversammlungen der Zentrumspartei fanden statt am Sonntag nach dem Hochamte in Marienmünster, nachmittags in Börden und abends in Nieheim. Die Versammlungen waren alle recht gut besucht. Abg. Röingh legte im einzelnen die Arbeit des Zentrums für den Mittelstand, die Landwirtschaft und die Arbeiterschaft dar. Er warnte, gerade was die Landwirtschaft anbelangt, vor der neuen Bauernpartei. Wie zwecklos und zum Schaden für die Landwirtschaft solche Zersplitterungen sind, ginge aus der Tatsache hervor, daß bei weniger als 15 Abgeordneten eine Partei noch nicht einmal einen Antrag einbringen könnte Man schwäche gerade jetzt bei der wirtschaftlichen Not die Front der Landbevölkerung. Viel wichtiger sei es, daß die Landwirte ausnahmslos zur Wahl gingen und die Partei wählten, die für die westdeutsche Landwirtschaft auch aus kulturellen Gründen einzig und allein in Frage kommt, und zwar die Zeintrumspartei. *— Baumblüte. Es ist eine wundersame Zeit— das leuchtet und schimmert in weiß und rosa und darüber liegt der Glanz der Maiensonne! Hat es schon einmal jemand festgestellt, daß unsere Obstbäume Erfüllungen der Natur sind? Vollkommenheiten nach menschlichem Ermessen insofern, als sie uns in beiden Stadien, dem der Blüte und der Frucht, erfreuen und beschenken? Die Bäume des Waldes wirken in und aus sich selbst; sie sind majestätische Gedanken der Schöpfung, ihre Blüte ist unscheinbar und wird von den meisten übersehen; ihre Früchte haben nur in der Ausnahme Wert für uns. Durch die Obstbaumblüte erhält unser Landschaftsbild nach der kahlen Winteröde wieder mahlerische Fülle und fröhliche Plastik. In vielen Gegenden wird die erste Baumblüte in Volksfesten gefeiert, die ohne Frage Ueberreste heidnischer Kultur sind. Ueberall aber ist sie das Wanderziel naturhungriger Städter geworden. — Sport vom Sonntag. S. V. 21-Steinheim gegen D. T.=Altenbeken 0: 5 abgebrochen. Die Hiesigen traten mit Ersatz für Torwart, Verteidiger und Halbrechts an. Der Partner hatte Wahl und nahm Sonne und Wind als Bundesgenossen, sodaß unsere geschwächte Vertretung gewiß keinen leichten Stand hatte, zumal Altenbeken die Mannschaft durch zwei nicht spielberechtigte Reichswehrsoldaten von „Preußen"- Paderborn verstärkt hatte. Dazu stellten die Gastgeber einen Schiedsrichter, der auch nicht die geringsten ORHEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MEISTER, WERDAU Sie streichelte seine kalten Finger.„Eigentlich bin ich es za ihon seit Jahren! Nicht?— Nur hast du es damals als ets genommen.— Aber heute!— Du brauchst gar keine gst zu haben. Rolf. Ich werde ganz bescheiden sein. Nur zu dich sehen und einen Kuß und ein liebes Wort. och werde gewiß nicht mehr von dir verlangen, als du selbst geben willst.“ „ schwacher Schimmer von Freude ging über sein nahm mit einer scheuen Bewegung ihr Gesicht und schüttelte den Kopf. „Bas denkst du, Lieber?“ us traumhaftem Erwachen sah er sie an.„Ich weiß dus werden soll, Maria, und wie es enden wird“ el wird? Aber Rolf, es hat ja noch kaum annurd 2. Sie lachte zu iym auf. Sieghaft, unbekümmert e FFreude der Stunde lebend. Das Morgen lag noch Onkelir wollen gleich in den nächsten Tagen zu Ertram gehen und ihn fragen, wie es am besten ist.“ schrak.„Nein, Maria!— Das muß ich selbst tun. binn allein.— Aber du mußt mir Zeit lassen.— Ich ichic derwachsen mit St. Georgen. Vor nichts habe sehr gefürchtet, wie vor dem.“ tnte, Guntram denn so schrecklich?" aguttelte den Kopf.„Das nicht!— Aber das Geständgeschenkt er. Jahre lang einem Unwürdigen seine Liebe Ein Ante dermag ich kaum über die Lippen zu bringen.“ legen murs tam die Straße herab. Sie sah, wie er verdann surrte and inn einzusteigen. Eine rasche Drehung, Rade Motor, sie sprang auf den Sitz neben dem einane riher.. Führung gutten die beiden Wagen anlachenrede ihrer zwanzig Jahre brach sich Bahn. Rauschen ri Sommersonne droben! Das geheimnisvolle masum, der blaue, flimmernde Hauch, der über Hört den Mahnruf unseres Kandidaten, Dr. Wiegand, am Freitag, den 11. Mai, abends 8.30 Uhr, im Saale des Hotel„Zur Krone“,(Frz. Müller) in Steinheim. Kämpft mit uns in geschlossener Front für sparsame Wirtschaft, für deutsche und christliche Kultur, für eine durchgreifende Verwaltungsreform, für Erhaltung des Mittelstandes durch Schutz deutscher Arbeit, für vernünftige Sozialpolitik, für die Freiheit des deutschen Volkes und die Revision der Reparationsverträge. Es ist Pflicht eines Jeden, zu erscheinen!. Blomberg, ist regelmäßig hier. Aufträge erbitte an Johann Schriegel, Markt, oder Blomberg, Gartenstraße 2. la Sauerkraut Bücklinge Harzer Käse Deutsche Volkspartei. Holländer Käse Ferdinand Hillebrand. Fähigkeiten besaß, ein Spiel zu leiten.— Steinheim hat Anstoß, zieht vor des Gegners Tor, doch die Verteidiger klären sicher. Danach Feldspiel und nach ca. 25 Minuten können die Rot=Weißen durch glücklichen Zufall, der lediglich dem Wind zuzusprechen ist, in Führung gehen. Erfolgreich können die Schwarz=Weißen gegen Wind und Sonne kämpfen, doch mehrere sichere Torchancen verdirbt ihnen der total unsichere Pfeifenmann, der stets in falschen Momenten abseits gibt, aber auf der Gegenseite diese Regel überhaupt nicht anwendet und seinen heimischen Leuten somit zum zweiten Erfolge verhilft. Kurz vor Halbzeit kann Altenbeken durch eine schöne Kombination der rechten Seite durch den Rechtsaußen zum dritten Erfolge einsenden. Nach Halbzeit sind die Hiesigen tonangebend, können jedoch durch das körperliche und unfaire Spielen der Gastgeber, das von Unparteiischen nur unterbunden wird— die Strafstöße fallen sogar nach der Gegenseite— nichts schaffen. Nach weiteren Regelverstößen des Pfeifenmannes bricht der Spielführer das Treffen ab(es waren noch 15 Minuten zu spielen), eine Maßnahme, die mehr als berechtigt war. Vor diesem Spiel kämpften die beiderseitigen Jugendmannschaften. Die hiesige Vertretung kann nach schönem Kombinationsspiel der Stürmerreihe, unterstützt von der Hintermannschaft, das Treffen verdient mit 2: 0 gewinnen. Wieder ein Beweis, daß die 1. Jugend des S. V. 21 zu spielen versteht und einen gefürchteten Gegner abgibt. Ball Heil! *— Brand. Am Sonntag nachmittag sind auf dem „Wöhlberge“ etwa 2 Morgen Fichten= und Tannenbestand durch Feuer vernichtet worden. Es wurde von übermütigen Burschen, die bereits ermittelt sind, angelegt. *— Preisschießen. Die Preise zu dem am Sonntag auf dem Schützenhofe stattfindenden Preisschießen sind Schaufenster der Firma P. A. Lange Söhne ausgestellt. Das Schießen beginnt vormittags 9 Uhr. *— Höxter, 8. Mai. Am Montag nachmittag 5 Uhr ertrank beim Baden in der freien Weser in der Nähe der Badeanstalt der Baugewerkschüler Wilhelm Fritzemeier. *Horn 1. Lippe.(Ein Maschen von einem Straßenräuber angefallen.) Auf dem Wege von hier nach Leopoldstal wurde die 20 jährige Tochter des Landwirts Schmidtmeier von einem Burschen überfallen und unter Vorhalten eines Revolvers zur Herausgabe von Geld aufgefordert. Als das Mädchen um Hilse schrie, entwand ihr der Straßenräuber die Aktentasche mit 20 RM. Inhalt, die sie bei sich trug und entkam den in zwischen herbeieilenden Verfolgern durch den nahen Wald * Detmold.(Junge Burschen als Wildschweinjäger.) Wildschweine zu jagen soll, wie aus Jägerkreisen versichert wird, nicht jedermanns Sache sein Unweit des Lopshorner Gestüts aber machten sich 14jäh rige Burschen das sonderbare Vergnügen, alte Wildschweine zu verjagen, um sich der Frischlinge zu bemächtigen. Einer der Burschen ist beobachtet worden, wie e mit einem solchen Naturferkel unter dem Arme das Weitsuchte. * Dorsten.(Auffindung einer alten Wollburg.) Unweit des neuen Wulfener Friedhofes fanman auf einem dem Wirt Altegoer gehörenden Gelände Spuren von alten Ringwällen und dazwischenliegenden Gräben, die darauf hindeuten, daß sich hier früher einalte Wallburg befunden haben muß. Ringburgen dieser Art sind ziemlich selten und dienten dazu, in Zeiten von Krieg und Not Weib, Kind und bewegliche Habe darin unterzubringen. Die bestexhaltene Burg findet sich u. W. in einem Walde in der Bauerschaft Holthausen bei Laer in der Beerlage. Man sollte alles aufbieten, um diese alten Kulturdenkmäler unter Naturschutz zu stellen. *Hörde.(Eine für Schulen wichtige Erfindung.) Dem am hiesigen Lyzeum angestellten Hausmeister Jung gelang es gemeinsam mit seinem Freunde Weber, eine Einheitsschulbank zu konstruieren, die sich für Schüler jeder Größe einrichten läßt, gleichviel ob es sich um 6jährige oder die ältesten Semester handelt. Die Westfälische Holzindustrie in Arnsberg ist bereits dabei, solche Bänke nach dem System Jung=Weber anzufertigen. *Dortmund.(Der Mann mit dem untertänigen Gruß.) Vor einem Modewarengeschäfte an der Stahlwerkstraße steht ein Mann und betrachtet sehr angelegentlich die Auslagen. Der Inhaber tritt vor die Tür, wohl in Erwartung eines Geschäftes in dieser schlappen Zeit. Der interessierte Mann zieht untertänig seinen Hut vor dem Besitzer dieser begehrenswerten Sachen tritt auch in den Laden und möchte Damenschirme sehen. Selbstverständlich gern. Ja, die seien alle die richtigen nicht; im Fenster stehe einer, der ihm wohl gefallen könne Man holt ihn, der Mann prüft und meint, er sei doch etwas enttäuscht; am Nachmitag wolle er mit seiner Frau wiederkommen. Wieder der untertänige Gruß gegen den Beherrscher dieses Reiches. Aber beim Aufräumen fehlt ein Schirm für 36 RM. Den muß, wie die„D. Z.“ mit Recht vermutet, bei dem Miniaturformat unserer Damenschirme der Mann wohl in die Taschen seines Ueberziehers haber verschwinden lassen. Daher der untertänige Gruß. Deutsch=nationale Wahlversammlung. Auf Wunsch weisen wir auch an dieser Stelle auf die Wahlversammlung(siehe Anzeige in gestriger Nummer.) Der deutsch-nationale Reichstagskandidat Homann ist ein praktischer Landwirt aus dem Münsterlande. Er wird als solcher den Herren Landwirten hiesiger Gegend sehr viel zu sagen haben. Auch in anderen Fragen wird er als katholischer Christ seinen Glaubensgenossen mit dem Worte dienen können. Herr Grundmann ist Mittelständler, der sich in der Hauptsache mit den Fragen des Handwerks und des gesamten Mittelstandes beschäftigen wird. Den Handwerkskreisen, dem kaufmännischen Mittelstande und den Landwirten ist also der Besuch dringend zu empfehlen. dem Hochwald schwebte. Das Luftgekose, das sich um ihre Glieder schmeichelte, alles verdichtete sich in ihrer vollkommen unberührten reinen Mädchenseele zu einer brausend weltumschlingenden Harmonie. Die rechte Hand am Rade, suchte ihre Linke nach der des Geliebten und drückte sie in stummer wortloser Seligkeit.„Nun entführe ich dich, Rolf!— Wo die Welt zu Ende geht, da bringe ich dich hin, damit dich mir keiner mehr nehmen kann.— Wenn ich hundert Kilometer fahre, sind wir am Abend so weit, daß uns niemand mehr findet.— Ich weiß einen Pfarrer drüben über der Grenze, der muß uns trauen.“ „Maria!"—— An ihrem Lachen erkannte er, daß sie scherzte.„Gott, was machst du für entsetzte Augen, Liebster? Wäre es denn so fürchterlich, wenn ich heute noch deine Frau würde?— Wieoiele Sommer zählst du denn?— Erst sechsundzwanzig!— Wie jung du bist!— Aber das schadet nichts!— Lieben kannst du ja.— Und mehr brauchst du nicht zu können.“ Er sah sie mit einem stillen Lächeln von der Seite an. „Wohin willst du mich denn bringen,“ frug er, als sie in eine schmale Seitenstraße einbogen. Sie erwiderte nichts, aber nach einer Weile hielt sie vor einer grünen Wiese, die wie ein friedlich atmentes Herz zwischen den Hochwald eingebettet lag, still.„Hier wollen wir bleiben und Verlobung feiern. Wir beide ganz allein. — Was braucht man andere Menschen, wenn man so glücklich ist?" Behutsam küßte sie ihn auf den Mund.„Hab keine Angst, Liebster, ich werde ganz brav sein.— Nimm den Korb aus dem Fond, dort hinein hat die alte Martha mein Mittagessen verstaut,— und hilf mir dann decken, bitte. Willst du im Wagen speisen oder auf der Wiese?— Auf der Wiese also, welch netter Mensch du bist, sogar Sinn und Poesie hast du.“ Sie sah ihm lächelnd zu, wie er sich mühte, das Tischtuch auf das Gras zu breiten. Der Sommerwind nahm es immer wieder schäkernd hoch und suchte es zu entführen. Ohne ein Wort zu sagen, bückte sie sich nach dem Wege, nahm vier Steine auf und beschwerte die Enden des Tuches. „Wie praktisch," lobte er. „Nicht wahr?“— Sie begann die Sachen zu ordnen und er war ihr dabei behilflich. Wie furchtbar ungeschickt er alles anfing! Kaum glaublich, daß ein Mann solch täppische Finger hatte. Aber als er in ihre Nähe kam, küßte sie dieselben in Andacht.„Hast du schon oft für mich gebetet, Rolf?" „Immer, seid du zurück bist,“ sagte er und wich ihrem Blicke aus. Sie legte ihm vor und füllte den hellen, goldfarbenen Wein in das Glas. Sie hatte nur dieses einzige, sie mußten es zu zweien benützen, und Maria weidete sich an seiner Verlegenheit, als sie ihm just die Stelle bot, an der ihre Lippen geschlürft hatten. Das Huhn war dampfend heiß, sie teilte es redlich mit ihm, soviel er auch wehrte. Ebenso die Biskuits, die den Nachtisch bildeten. Der Wein schien eine eigene Wirkung auf ihn auszuüben, er wurde unruhig und biß die Lippen aufeinander. Dann tastete er mit beiden Händen nach ihr und zog sie wortlos an sich. Müde von der Fahrt und der starken, harzigen Luft des Waldes, schloß sie die Augen. „Nicht schlafen,“ mahnte er bittend. „Nicht?“ Sie fuhr empor und sah ihn verwundert an. Nichtsdestoweniger fielen ihre Lider willenlos, wiederum herab. An den Wochentagen blieb ihr keine Zeit zu ruhen, nur die Sonntage gehörten ihr ungeteilt. „Maria," bat er leise. Ein Lächeln war die Antwort. Noch überwand sie das hemmungslose Schlafbedürfnis und suchte in seinen Augen. Aber sein Blick ging geradeaus und seine Lippen bewegten sich. „Was sprachst du eben?“ Sie versuchte wach zu bleiben. Er schüttelte den Kopf. Ihre Augen lagen schon wieder halb geschlossen, dann erschien ein Lächeln um ihren Mund.„Den Ring, den du mir damals gabst, trage ich immer bei mir, aber er ist mir viel zu klein geworden. Du mußt mir einen anderen dafür geben, Rolf.— Aber den Gleichen.— Ich bin abergläubisch.“ „Aberglaube ist Sünde,“ mahnte er liebevoll. „Ja?— Wenn es Sünde ist, dann mach es wieder gut! — Mach alles aut. was schlecht ist an mir. Rolf.“ Zur großen Ernährungsausstellung in Berlin. Von Hermann Buge. Ausstellungen und ganz besonders große sind im illgemeinen Zuschußbetriebe. Ihr wirtschaftlicher Erfolg ist meist nur ein indirekter, indem große Menschenmengen längere Zeit an eine Stelle gezogen werden, und indem auf bestimmte, irgendwie mit der Wirtschaft zusammenhängende Gebiete hingewiesen wird und neue Umsatzmöglichkeiten geschaffen werden. Eine der wenigen Ausnahmen brachte vor nunnehr 17 Jahren die„Internationale Hygiene=Ausstelung" in Dresden. Sie war nicht auf Industrie= oder Warenpropaganda eingestellt, sondern diente der Belehrung des Menschen in seinem eigensten Interesse. Und— sie schloß trotzdem mit einem beträchtlichen Ueberschuß ab. Darüber hinaus konnte Deutschland einen gewaltigen Achtungserfolg für sich buchen. Der große Gehalt, die wirklich allgemeinverständliche Darstellung, die klare Uebersicht und Gliederung sowie die treffende Belehrung nahmen jeden Einzelnen aus der ungeheuren Besucherzahl gefangen und riefen in der ganzen Welt ehrlichste Anerkennung hervor. Dieser Erfolg war in erster Linie der sogenannten populären Abteilung der Ausstellung zu danken, wo unter dem Kennwort„Der Mensch“ uns eine Sonderschau den Bau des menschlichen Körpers, seine Lebensfunktionen und seine Bedürfnisse zeigte. In einer bis dahin noch nicht gesehenen Art wurde hier, das wissenschaftliche Gebiet der Anatomie und der Physiologie auch dem ganz ungelehrten Laien nahegebracht. Präparate und naturgetreue Nachbildungen sowie mechanische Modelle und chemische Darstellungen, alles mit leicht verständlichen Erklärungen, führten in diese sonst so schwierigen Gebiete ein. Es war deshalb kein Wunder, daß man nach Beendigung der Ausstellung das gesamte für die Oeffentlichkeit bestimmte Material zu einem bleibenden Museum zu vereinigen beschloß. Krieg und Inflation haben zwar sehr störend auf den Aufbau des„Deutschen Hygiene=Museums“ gewirkt, aber seit Jahren besteht doch nunmehr diese einzigartige Sammlung soweit, daß die einzelnen Gruppen dem Publikum dargeboten werden können. Und zwar geschieht dies in der Form, daß bald dieser, bald jener Teil zu Ausstellungen medizinischen und hygienischen Inhalts ausgeliehen wird. Das Museum hatte dabei die Genugtuung, daß auch das Ausland sich diese Kostbarkeiten nicht entgehen ließ Das Zentrum und der wertvollste Bestandteil des „Deutschen Hygiene=Museums" sind naturgemäß die Modelle, Präparate und Bilder der ehemaligen Ausstellungsabteilung„Der Mensch". Wohl ist seit 1911 eine ganze Zeit verflossen, andere Darstellungsmethoden sind aufgekommen. Trotzdem hat diese Sammlung in ihrer unübertrefflichen Anschaulichkeit ihren vollen Wert behalten, und noch niemals ist ihre technische Durchführung übertroffen worden, sondern sie haim Gegenteil immer als Vorbild gedient. Andererseits aber sind dauernd zeitgemäße Verbesserungen an den Objekten vorgenommen, neue Bilder, Modelle und Apparate sind hinzugetreten, so daß die Sammlung „Der Mensch“ stets auf einer vollkommenen Stufe gehalten wird. Diese gewaltige Schau bietet sich nunmehr der Jeffentlichkeit auf der großen Ausstellung„Die ErNährung“ in Berlin dar. Sie bildet hier die Grundlagder Ausstellung, wie ja das Verständnis des menschlichen Aufbaues und der inneren und äußeren Verrichtungen auch die unentbehrliche Grundlage abgeben nuß für die Beurteilung der Ernährung des Menschen in allen seinen Lebensaltern, Lebenslagen, in gefunden und kranken Tagen. Wir gehen deshalb nach solcher Belehrung an die Fragen, die uns Nahrung und Ernährung aufgeben. ganz anders heran. Wir betrachten die Baustoffe des Körpers und die Brennstoffe zu seiner Unterhaltung mit besserem Verständnis. Begriffe, die längst, ohne daß ihr eigentlicher Sinn vollkommen erkannt wäre, zum Schlagwort geworden sind, wie„Kalorie" und „Vitamine", wandeln sich vor unseren Augen zu Realitäten. Die Hoffnung erscheint berechtigt, daß„Der Mensch“ als Glied dieser Ernährungsausstellung, der größten Ausstellung, die die Reichshauptstadt nach dem Kriege auf ihrem Messegelände veranstaltet, seinen Wert erweist und sich zu seinen alten Freunden neue hinzu erwirbt. Sport. 22 Sieg Michards auf der Rütt=Arena. Der Franzose Michard schlug den deutschen Exweltmeister Engel auf der Rütt=Arena, die sehr gut besucht war. Den Ausschlag gab die bessere Taktik des Franzosen, der ständig führte. Enge hat allerdings am Tage vorher erst recht anstrengende Rennen siegreich bestritten, so daß ihm die nötige Ruhezeit gefehlt hat. 22 Frankreichs Sieg im Rugby=Städtespiel. Vor 4000 Zuschauern fand in Berlin das Rugby=Städtespiel zwischen Berlin und Paris statt. Berlin führte überraschen mit 3:0, mußte sich aber zum Schluß ohne weiteren Gewinn mit einem 12:3=Sieg der Franzosen abfinden. 22 Der deutsche Fechtmeister in Kopenhagen geschlagen In der dänischen Florett=Meisterschaft wurde der vielfache deutsche Fechtmeister Erwin Casmir von Dänemarks bestem Fechter Osiier in Kopenhagen besiegt. 22 Um den Tennis=Tavis=Cup besiegt England Argentinien sicher mit 4:1. Die Engländer müssen nun noch gegen den Sieger der Vorrunde, Jugoslawien—Finnland, antreten 22 Der Südafrikaner Spence schlägt den Franzoser Cochet. Im internationalen Tennis=Turnier zu Bourne mouth wurde der Weltmeister Cochet von dem bekannten Spence besiegt, so daß der Südafrikaner Spence mit dew Franzosen Lacoste die Endrunde bestreiten wird. 22 Teutschlands neuer Weltrekord im Kugelstoßen Im Leichtathletik=Verbandskampf Balten=Südost stellte Hirschfeld=Allenstein einen neuen Weltrekord im Kugelstoßen auf Er stieß die Kugel 15,79 Meter. Mit diesem hervorragenden Ergebnis ist der erst kürzlich von Kuck=Amerika aufgestellte Rekord mit 15,56 Meter gebrochen. 22 Handballmeisterschaftskämpfe. Der Deutsche Handballklub siegte in Berlin über den Polizei=S.V.=Hamburg im Vorschlußrundenspiel um die D.S.B.=Handball=Meisterschaft 8:4, während bei den Damen der S.C.=Charlottenburg 2:0 über Fortung=Leipzig siegte. 22 Deutscher Sieg im Olympiaübungsspiel. Mit nich zeringer Spannung wurde das erste Olympiaübungsspie der deutschen Fußballmannschaft gegen die erstklassige schot tische Profimannschaft Cowdenbeath erwartet. Nürnbera als Schauplatz der ersten Generalprobe sah dann auch Zuschauer als Zeugen des Kampfes. Das Spiel selbst erfüllte die gestellten Erwartungen. Es wurde ein flottes, sehr faires Spiel geboten mit vielen sehr guten technischen Kampfszenen. Die deutsche Mannschaft siegte 1:0. ein sehr erfreuliches Ergebnis. Am Sonntag konnten diDeutschen beim zweiten Spiel in München einen 4:2=Sieerringen. Leutschlands Sieg im Wasserball. Der Deutsch. chwimmverband unterbrach die Zwangspause im deutscher chwimmsport mit den Vorbereitungsspielen seiner Olympiavasserballmannschaft. Nach Aachen war Belgien verpflichtet vorden. Das erste Spiel am Sonnabend sah die deutsche Sieben in sehr guter Verfassung. Wenn auch die Belgier behaupteten, nicht ihre beste Mannschaft gestellt zu haben, se eigte die deutsche Auswahl wirklich gutes Können. Schon ur Pause stand das Spiel 3:1 für uns, bis zum Schluß ourde es ein klarer 7:3=Erfolg. Ganz besonders zeichneten ich die Gebrüder Rademacher aus. 22 Tiener statt Schmeling in der Westfalenhalle. Der Boxer Schmeling kann seine Meisterschaft wegen Handknöchelbruchs gegen Haymann nicht verteidigen, deshalb wird voraussichtlich Diener am 12. Mai in der Westfalenhalle an Schmelings Stelle treten. gegen 22 Die mit Spannung erwartete Begegnung zwischen ertha“ und„Viktoria“ im Wettbewerb um den Fußball=Verbandspokal endete mit einer Niederlage des Titelhalters der letzten zwei Jahre. Trotz der tapferen Gegenwehr von Vittoria, die sich bis zur Pause noch mir 1:1 halten konnte, riß Hertha in der letzten halben Stunde das Spiel an sich und gewann sicher mit 3:0. Damit dürfte Hertha wohl die aussichtsreichste Anwartschaft iuf Gewinn des Pokals haben. Glücklicherweise hat die Krise im Deutschen FußballBund ihr Ende durch einen einstimmig gefaßten Beschluß erreicht. Der Inhalt des Beschlusses ist folgender: „Der Bundesvorstand erblickt in dem von mehreren National=Verbänden der„Fifa“ gefaßten und in der Oeffentlichkeit bekanntgegebenen Beschluß, den D.F.B. zu zwingen den Spielverkehr mit Berufsspielervereinen uneingeschränkt zu gestatten, eine unzulässige Einmischung in die deutschen Verhältnisse, die ihn veranlaßt, den in der Bundesvorstandssitzung vom 17. März 1928 gefaßten Beschluß, den Spielverkehr mit Berufsspielervereinen unter bestimmten Voraussetzungen zu gestatten, aufzuheben.“ Außer dem eingangs erwähnten Berliner Kampf zwischen Hertha=B.S.C. und Viktoria gab es im Reiche noch folgende bemerkenswerte Kämpfe, deren Ergebnisse wir kurz mitteilen: In Norddeutschland schlug in der Runde der Ersten der H.S.V. mit 5:3 Viktoria, Holstein=Kiel mit 4:0 Kasensport=Harburg, Arminia=Hannover mit 2:1 Hannover 96. In Süddeutschland brachte die Fortsetzung der Kunde der Ersten einen sicheren Sieg der Spielvereinisung Fürth mit 4:2 über F.V. Saarbrücken und einen Sieg von Wormatia=Worms mit 3:0 über den Karlsruher F.V. Im Baltenverband schlug Preußen=Stettin mit :0 Titania und ist damit zusammen mit dem V.f.B.Königsberg Teilnehmer an den Spielen um die deutsche Der billige Pfingst=Verkauf in Gardinen und Dekorationen. Meisterschaft. In Mitteldeutschland gab es nur patspiele, von denen der Sieg des Dresdener S.C über den V.f.B. Leipzig besonders erwähnenswert ist Leipziger verloren mit dem gleichen Ergebnis gegen JL“ 93. In Westdeutschland ist Sülz 07 jetzt ong Meister geworden, da sich Preußen=Krefeld mit zecherer Schwarz=Weiß=Barmen schlagen ließ. Um den zweiten on ämpfen Preußen=Krefeld und Schalke 04. Aus uoeutschland liegen keine besonderen Ergebnisse Stadt und Land. Riszticz will noch in dieser Woche starten. Start des Ozeanflugzeugs„Europa“ zum deutschen Transatlantikflug soll Ende dieser Woche vom Rudolstädter Flugplatz aus stattfinden. Den Pilpten Riszticz und die Wiener Schauspielerin Frau Lin Dillenz erwartet man Mitte dieser Woche in Rudoll tadt, das als Startort vertraglich festgelegt ist.—M aus New York gemeldet wird, will die deutsche Kunstliegerin Thea Rasche mit Vertretern der amerikanischen Flugzeugindustrie in Verhandlungen treten, ym ein Flugzeug für eine Ozeanüberquerung zu chartern Heidebrand in Westfalen. In der Marler Heide n der neuen Straße zwischen Polsum und Hervest rach ein Waldbrand aus, dem 60 Morgen 20jährigen Kiefernbestandes und 40 Morgen Kieferschonung und Heide zum Opfer fielen. Nach zweistündiger angestrengter Tätigkeit gelang es, den Brand zu löschen Das betroffene Waldgebiet ist Eigentum des Freiherrn von Twickel. Geeiherrn Mörder im Auto! In Köln stürzte abends, kurz vor 10 Uhr, auf der Bonner Straße ungefähr an der Kreuzung Bayenthal=Gürtel ein etwa 20jähriges Mädchen aus einem von Bonn kommenden Auto und starb slsvalo. Gegen die Annahme eines Unfalls spricht der verdächtige Umstand, daß der Führer des Autos. obwohl er von einem Passanten angerufen und auf den Vorfall aufmerksam gemacht wurde, nicht anhielt. sondern die Beleuchtung des Nummernschildes am Wagenende ausschaltete und im schnellsten Tempo in Richtung Köln weiterfuhr. Im Innern des Wagens soll toch eine andere Person bemerkt worden sein. Schwere Autounfälle. An der Hohn'schen Mühle bei Merseburg überschlug sich ein schweres Auto zweimal. Zwei männliche Insassen waren sofort tot, während die Frauen schwer verletzt unter den Trümmern des Autos hervorgezogen wurden. Der Führer des Wagens kam mit leichteren Verletzungen davon.— Im einen Zusammenstoß mit einem anderen Gefährt zu vermeiden, fuhr in Ulm ein Auto in eine Nebenstraße und geriet auf einen Gehweg, wo zwei dienstfreie Polizeibeamte mit ihren Familien standen. Die 28 Jahre alte Ehefrau des Polizeiwachtmeisters Schneider und ihr einziges Kind wurden dabei sofort getötet. Ein Töchterchen des Polizeioberwachtmeisters Traub wurde schwer verletzt, während Frau Traub einen Nerdenschock erlitt. Die übrigen Kinder des Ehepaares Traub gerieten unter das Auto, wurden aber anscheinend nur leicht verletzt. Jahresversammlung des Deutschen Museums in München. Der diesjährigen Jahresversammlung des Deutschen Museums in München wohnten u. a. auch der Reichsminister des Innern von Keudell, Reichswehrminister Dr. Gröner und Reichsbankdirektor Dr. Schacht bei. Eingeleitet wurde die Versammlung mit der feierlichen Eröffnung der neu geschaffenen Sammlungen auf den Gebieten des Bauwesens, der Heizung, der Wasserversorgung, der Kanalisation und der Gasund der Elektrotechnik. Absturz mit dem Fallschirm. Bei einem Flugneeting in Neuenburg bei Lörrach ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Als der bekannte Fallschirmpilot Ernst Buser aus Basel von einem Militärflugzeug aus 450 Meter Höhe mit dem Fallschirm abspringen wollte, öffnete sich dieser nicht, und Buser stürzte ab. Der Pilot war sofort tot. Stanbregen über Pommerellen. Im nördlichen Pommerellen ist bei unbedecktem Himmel und schönem Wetter ein dunkelgelber Staub niedergefallen. Untersuchung hat ergeben, daß es sich hier nicht um oulkanischen, sondern um kosmischen Staub handen, der sein Entstehen wahrscheinlich irgendeiner Katastrophe im Weltenraum verdankt. * In Kratau ist der Botaniker Professor Joseph Rostafinski gestorben. Er war Mitglied zahlreicher wissenschaft licher Akademien und hat eine Reihe von Fachschrifte In Korinth wurden wieder vier Erdstöße verzeich net, die aber nur von geringer Stärke waren. * In Eldorado in Kansas hat ein 17 jähriger merssohn seine Eltern und seine 7 Geschwister erschof Betten= und BettfedernReinigung Donnerstag, den 10. dss. Mts. Alte Betten werden wie neu. C. Schrader jr., Steinheim Dampf=Bettfedern=Reinigungs=Betrieb. Zum 1. Juli suche ich ein in Hausarbeit erfahreneMädchen nicht unter 18 Jahren. Frau Henny Frankenstein, Näheres bei Frau Georg Hoffmann. Steinheim Gesangverein„Liederkrand Heute abend 8.30 Uhr im Vereinslokal: Gesangstunde. Da am kommenden Sonntag das We singen stattfindet, wollen die aktiven Sangesbi heute abend pünktlich und vollzählig erscheinen. Der VorstanSpargel, Salatgurken empfiehlt: Heinr. Lühn(Frz. Schrader