vähre bequene Prozent Rabon gestattet. 11, eelachs, oldbarsch hellsisch, nge, in Gelee 5, Sardinen e, )=Eier. rifugen=Butter Pfg. e Preise nheim. äder irkopp g ir. n 69. efähr hunder sleistung noch mitbewältigen ültig besiegell vorhandenen t kommt. Eine den Gedanken, sagen zu verzersteig stehenrin befindliche ichterladen als jen hatte, das ald darauf erauf der Bild1 Freude ihr derwagen aber konnte man sWagendiebingnis. Vom SchöfArbeiter Raeitsverbrechen Jahren Zuchtilt. tit. Die ReichsLetzter Tage ung erfahren. ht weiter verführungen an nterrichtet die nicht leichten des in einer führen. n Gang, oder jang". SelbstUebungen gekräftig bleibt. ist es jedoch wie ein Bretl t, im Gegensetzten Damen, er Umständen r tragen köneinigen groda ihren NachFür Monai November 1.80 Reichsmart frei Haus.— Erscheint laglich, mit Auszhme von Sonn= und Feiertagen. Wöchentliche Gratis Beilage as Wochenbild“ Für die Schriftleitung verantwortlich Simonowski. Steinheim Fernruf Steinheim, Sonnabend, den Wahlrecht ist In Preußen gibt es am nächsten Sonntag wieder einmal einen Wahltag, und zwar sind gleichzeitig die Wahlen zu den Provinziallandtaden und den Kreistagen vorzunehmen. Die jetzigen Provinziallandtage und Kreistage wurden im Jahre 1921 gewählt, und zwar gleichzeitig mit dem Landtag. Ihr Mandat mußte mehrmals verlängert werden, da das neue Wahlgesetz nicht rechtzeitig verabschiedet werden konnte. In den Grundzügen gleicht dieses Wahlrecht dem bei Reichstags=, Landtagsund Gemeindewahlen geltenden, d. h. es ist ein Listenwaylrecht. Dementsprechend sind auch die Provinziallandtags= und Kreistagswahlen weitgehend politisiert worden, obwohl der Aufgabenkreis dieser Körverschaften mehr örtlicher Natur ist und mit den Fragen der großen Politik nur wenig zu tun hat. Immerhin ist es in einigen Provinzen bei den jetzigen Wahlen gelungen, das starre Parteiprinzip wenigstens teilweise zu durchbrechen und durch Vereinbarungen zwischen den politischen Parteien nicht parteipolitisch abgestempelte Listen aufzustellen, um damit mehr den wirtschaftlichen Erfordernissen gerecht werden zu können. Auf der anderen Seite sind auch bei diesen Wahlen wieder eine Reihe der sonderbarsten Splitterparteichen auf der Bildfläche erschienen. Allerdings sind es, insbesondere in den Provinziallandtagen, nicht nur örtliche und wirtschaftliche Fragen, die zur Entscheidung stehen. Sie haben vielmehr zur Zeit auch noch ziemlich weitgehende politische Aufgaben zu erfüllen. Nach dem derzeitigen Rechtszustand ist jede preußische Provinz befugt, im Reichsrat ihre Stimme unabhängig von den Weisungen der preußischen Regierung abzugeben. Bekanntlich sind zur Zeit Bestrebungen im Gange, diesen Zustand zu ändern: im preußischen Landtag ist sogar schon ein entsprechender Antrag angenommen worden. Zur Begründung wurde darauf verwiesen, daß durch das Stimmrecht der einzelnen Provinzen der Einfluß Preußens im Reichsrat und damit auf die Reichspolitik so gut wie aufgehoben werden kann, weil sich die Stimmen der einzelnen Provinzen unter Umständen gegenseitig aufheben können. Das ist zweifellos richtig, es muß aber doch darauf hingewiesen werden, daß bei Schaffung der Reichsverfassung diese Möglichkeit offenbar auch beabsichtigt war. Ueberhaupt kann man sagen, daß die ganze Entwicklung zur Zeit eher auf eine Erweiterung der Provinzialautonomie hindrängt. Bei der zwar schon oft angekündigten, aber bisher noch im Anfangsstadium stecken gebliebenen preußischen Verwaltungsreform wird auch diese Frage eine bedeutsame Rolle spielen. Vorwiegend handelt es sich aber auch hierbei um wirtschaftliche Fragen. Wie weit hier den Wünschen der Provinzen Rechnung getragen werden kann, wird auch zum guten Teil von der Finanzfrage abhängen. Zur Zeit liegen die Dinge jedenfalls so, daß die Provinzen in finanzieller Hinsicht nicht gerade auf nofen gebettet sind, so daß ihrer Betätigung auf wirttlichem Gebiet schon dadurch Grenzen gezogen Provinziallandtags= und Kreistagswahlen haben das unmittelbar örtliche und persönliche Interesse in Andruch nehmen, wie die Gemeindewahlen. Es ist daher zu befürchten, daß sich die Wahlmüdigkeit, die sich den in letzter Zeit vorgenommenen„grotzen" Wahlen gezeigt hat, bei den Provinziallandtägsind Kreistagswahlen in verstärktem Maße bemerkbar machen wird. Wie schon erwähnt, fanden das vorige Mal diese Wahlen gleichzeitig mit den Landtagshnt." wodurch die Wahlbeteiligung günstig einru, wurde. Manch einer mag heute denken, es ine nicht, wegen der Wahlen zum Provinziallandtug und zum Kreistag den Weg zum Wahllokal zu rhen 4s ist aber ein falscher Standpunkt. Es Noch keine Klärung in der Unterzeichnungsfrage. Die Frage, in welcher Form die Locarno=Verträge unterzeichnet werden sollen, ist noch immer nicht geklärt. Reuter verbreitet eine Meldung, über eins Aenderung in den Vorkehrungen für die Unterzeichnung des Sicherheitspaktes und für die persönliche Teilnahme der Außenminister sei nichts bekannt. Die Meldung besagt weiter, wenn die beteiligten Regierungen es unter den gegebenen Umständen für besser finden würden, sich von ihren Votschaftern und Gesandten in London vertreten zu lassen, würde ein solches Arrangement für die britische Regierung natürlich durchans annehmbar sein. Nach einer Meldung der„Morning Post“ aus Rom soll jetzt endgültig beschlossen worden sein, daß Mussolini an der Unterzeichnung des LocarnoVertrags in London am 1. Dezember nicht teilneymen wird.„Westminster Gazette“ rechnet mit der Anwesenheit Luthers, Stresemanns, Briands, Vanderveldes, Beneschs, Skrzynskis und Scialojas bei der Unterzeichnung. Man wird aus diesen sich mehr oder weniger widersprechenden Meldungen den Schluß ziehen dürfen, daß es der englischen Regierung lieber wäre, wenn unter den obwaltenden Umständen die Unterzeichnung durch die Botschafter erfolge. Dabei denkt man wohl weniger an die Landestrauer, als an die Krise in Frankreich und an die Abneigung, auf die ein Besuch Mussolinis in England in den Kreisen der Arbeiterschaft stoßen würde. Der Nationalrat der Unabhängigen Arbeiterpartei hat sogar schon eine Warnung an die Regierung veröffentlicht, daß im Falle eines offiziellen Besuches Mussolinis in England die Arbeiter Protestkundgebungen veranstalten würden. mit Holland. Meistbegüustigung für die hokländische Einfuhr. Am Donnerstag wurden in Berlin zur Regelung der deutsch=holländischen Wareneinfuhr zwei Verträge unterzeichnet, die im wesentlichen folgendes bestimmen: Die deutsche Regierung sichert der niederländischen Wareneinfuhr die meistbegünstigte Behandlung zu, die auf Grund des deutsch=niederländischen Handels= und Schiffahrtsvertrages nur die deutsche Wareneinfuhr in den Niederlanden in vollem Maße genoß. Ferner wurde eine Regelung über die Einfuhr von niederländischer Steinkohle nach Deutschland getroffen Außerdem wurden für die nachfolgenden wichtigen niederländischen Ausfuhrartikel die deutschen Zollsätze ermäßigt: Kartoffeln, Küchengewächse, Pflanzen Blumenzwiebeln, Tafeltrauben, Kirschen und Erdbeeren, Schleie, Austern, Edamer= und Goudskäse, ungehärtete und gehärtete fette Oele, eingedickte Milch Blei= und Zinkweiß. Die Zollermäßigungen treten durch Stundung eine Woche nach Unterzeichnung des Vertrages in Wirksamkeit. Als ein wichtiges Zugeständnis der niederländi schen Regierung ist zu erwähnen, daß der Deutschland bisher bis Ende 1929 gewährte Kredit von 144 Millionen Gulden um sieben Jahre verlängert und der Zinsfuß dem des Weltmarktes angepaßt werder sokl. Ab 1. Januar 1927 soll er auf 5,5 Prozen sestgesetzt werden. Die französische Krise. Absage der Sozialisten an Herriot. Die französische Kabinettskrise wird immer der worrener. Nach Briand und Doumer hat als drit ter Herriot den Versuch unternommen, ein Kabinet auf die Beine zu bringen. Seine Aussichten waren vor vornherein dadurch stark beeinträchtigt, daß die Sozialisten vorher beschlossen hatten, nur in ein reit sozialistisches Kabinett einzutreten oder in ein so zialistisches unter radikaler Beteiligung, nicht aber ir ein unter radikaler Führung stehendes Kabinett. Bemühungen, diesen vom Verwaltungsrat der soziali stischen Partei mit 13 gegen 10 Stimmen gefaßten Beschluß umzustoßen, sind fehlgeschlagen. Eine riser Meldung besagt: In einer am Tonnerstag abgehaltenen gemein samen Sitzung des Parteivorstandes und der Kammergruppe der sozialistischen Partei gelangte eine Ent schließung zur Annahme, in der Herriot zwar die Sympathie der Partei zum Ausdruck gebracht, aber einBeteiligung an der Regierung abgelehnt wird. Nach diesem Beschluß sind alle Kombinationen über die Zusammensetzung eines Kabinetts Herriohinfällig, da sie auf der Teilnahme der Sozialkzen beruhten. Das neue badische Kabinett. Wie die badische Presse mitteilt, werden Zentrum und Sozialdemokraten dem Landtage folgendes Ministerium vorschlagen: Trunk(Ztr.) Justizminister wie bisher und zugleich Staatspräsident, Dr. Koehler(Ztr.) Finanzminister wie bisher; Remmele ne immer, wenn man seiner staatsbürgerlichen Politische Rundschau. — Berlin, den 27. November 1945. der Personalabban bei der Reichsbahn. Der engsausschuß zur Prüfung der Rechtsverhältu Reichsbahn nahm in seiner DonnerstagsZer ainstimmig folgende zwei Entschließungen an: süers seichstag wolle beschließen, die Reichsregierung eren, unverzüglich auf die Deutsche ReichsbahnReicheneg einzuwirken, daß der Personalabbau der recerndu beendet erklärt wird. 2. Die Reichseinzumits duecsuchen, auf die Reichsbahngesellschaft beiterverne. Pensionsverhältnisse der in das Arsionsverbäteurgefh Beamten den Pen— Tehalinissen der Reichsbahnbeamten anzupassen. wurde eonalbestand der Reichsbahngesellschaft Köpfe voerei fast einer Million um 279000 den Sriednenndant für das ständige Personal Arbeitersestand von 693000 Beamten und und als dritter Staatsrat Abg. Maier=Heidelberg Als Grund für die Nichtbeteiligung der Demokraten wird von diesen mitgeteilt, daß das Zentrum eine andere Verwaltung der Ministerien und vor allem das Unterrichtsministerium und den Posten des Berliner Gesandten für sich beansprucht hat. Ferner habe das Zentrum die Demokratische Partei von der turnusmäßigen Besetzung des Staatspräsidentenpostens künftig ausschließen wollen. ? Das estnische Kabinett ist ten, da von den 100 Abgeordneten zurückgetredes Parlaments im Anschluß an eine sozialistische Interpellation über die Kredite der estnischen Staatsbank an Privatpersonen nur 31 der Regierung das Vertrauen aussprachen. * Es wird bestätigt, daß der russische Außenkommissar Tschitscherin in Paris eine Besprechung mit Briand und anderen Politikern haben wird. Im englischen Unterhause teilte der Luftminister Hoare auf eine Anfrage mit, daß seit dem 1. August eine Vermehrung der Verteidigungs=Luft— Im Reichstag fand am Donnerstag die zweit Lesung des Locarnogesetzes statt. — In Berlin wurde am Donnerstag das deutschholländische Handelsabkommen unterzeichnet. — In Gegenwart des Reichspräsidenten v. Hindenbur wurde in Berlin die Automobilausstellung eröffnet. — Durch einen schweren Sturm im Kanal wurder zahlreiche Schiffsunfälle verursacht. — Auf dem Moskauer Schachturnier erlitt Lasker seine erste Niederlage. — Die französischen Sozialisten beschlossen, sich an einem Kabinett Herriot nicht zu beteiligen, streitkräfte um vier Geschwader, d. h. 48 Flugzeuge und 88 Flieger, im Gange sei. Nach einer Meldung aus Kopenhagen soll die Absicht bestehen, General Dawes in der nächsten Sitzung des Nobelpreiskomitees am 10. Dezember für den Friedenspreis vorzuschlagen. Ueber Damaskus und Umgegend wurde der Belagerungszustand verhängt. ? Schwere Stürme und Wolkenbrüche haben die spanischen Stellungen bei Tetuan und Ceuta überschwemmt. Mehrere Schützengraben wurden vernichtet. Die Verbindung zwischen Ceuta und Tetuan wurde durch Vernichtung deBrücken unterbrochen. Die ungarische Königsfrage. * In der ungarischen Nationalversammlung antwortetMinisterpräsident Graf Bethlen auf die Interpellation über die Königsfrage und die Habsburger Propaganda, die Regierung stehe auf der Grundlage des Gesetzes von 1921, in dem die Königsfrage geregelt wurde. Der persönliche Teil der Königsfrage sei nicht aktuell, bis die Natior ohne jeden äußeren Einfluß die Frage entscheiden könne Die Regierung würde nur mit Wissen der Nationalversammlung handeln. Die in Ungarn lebenden Habsburger hätten sich bisher von der Politik ferngehalten. Die Vorfälldürften nicht überschätzt werden. Die Nationalversammlung hat die Antwort des Ministerpräsidenten zur Kenntnis genommen. Keine Ermäßigung der militärischen Ansgaben. ?Der neue polnische Ministerpräsident und Minister des Aeußern, Graf Skrzynski, gab im Seim die Programmerklärung der neu gebildeten Regierung ab Der Ministerpräsident erklärte, daß das Programm der jetzigen Regierung die Zusammenfassung aller großen Parteien sei, um durch sofortige Maßnahmen die gegenwärtige Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Auch werde die Regierung es sich angelegen sein lassen, den Zloty zu halten und auf keinen Fall eine neue Inflation zulassen. Die nene Regierung habe nicht die Absicht, bei den militärischen Ansgaben besondere Ersparnisse vorzunehmen. Bei Besprechung der außenpolitischen Lage unterstrich der Ministerpräsident die guten Beziehungen Polens zu Frankreich, die niemals enger, besser und klarer gewesen seien als jetzt. Im Verhältnis zu Deutschland hofft Skrzynski nach Abschluß der Locarno=Verträge auf rasches Fortschreiten der Handelsvertragsverhandlungen. In der inneren Politik versprach er eine üiberale Behandlung der Minderheiten.(? Sensationen in Ein hitziger Zusammenstoß.— Aussagen gegen sagen.— Der Oberstaatsanwalt übernimmt die Vertretung der Anklage persönlich. Prenzlau, 28. November. Im Prenzlauer Mordprozeß ist durch die Aussage des derzeitigen Verwalters des Heymannschen Gutes, des Stadtverordneten Zimmerlingaus Eberswalde, eine auffallende Wendung zur Tatsache geworden. Zimmerling unterbreitete dem Gerichtshof ein Protokoll, das er seinerzeit, anknüpfend an eine Unterredung mit dem Eberswalder Pferdehändler Plath, angefertigt hatte. Im Verlaufe dieser Unterredung soll Plath, wie das Protokoll behauptet, die Aeußerung getan haben, die angeklagte Gutsbesitzerin habe außer der Kartenlegerin und Calvahla versucht, noch andere Leute zum Morde zu dingen. Diese Leute seien in nächster Nähe des Gutshofes zu suchen. Der Verlesung des Zimmerlingschen Protokolls stellte sich die Verteidigung in den Weg und suchte die Bekanntgabe des Wortlautes zu verhindern. Dennoch wurde die Verlesung durch das Gericht beschlossen. Plath, nach der Verlesung in den Saal gerufen, beschwor, die Zimmerlingschen Aufzeichnungen seien vollkommen unwahr. Die Folge war eine erregte Auseinandersetzung. Beide Zeugen blieben dabei, das Richtige bekundet zu haben. Alsdann drang das Gericht mit allem Nachdrud in Zimmerling und forderte ihn auf, den Namen desjenigen Mannes zu fagen, den Frau Heymann zu dem Morde an ihrem Manne dingen wollte. Zimmerling nennt nach langem Zögern den Namen des Bauernsohnes Huwe aus der Eberswalder Gegend, dem enge Beziehungen zu Frau Heymann noch zu Lebzeiten des Gutsbesitzers nachgewiesen werden konnten. Man beschloß, diesen Zeugen, der bereits ketzter Tage unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vernommen wurde, nochmals vorzuladen. Es folgte dann eine weitere große Sensation, die sehr viel Aufsehen verursachte. Der Prenzlauer Oberstaatsanwalt, der bisher in Zivil den Verhandlungen beiwohnte, hat plötzlich, nachdem das Gericht einen bemerkenswerten Beschluß faßte die Vertretung der Staatsanwaltschaft persönlich übernommen. Der Oberstaatsanwalt beantragte sogleich die unverzügliche Ladung des Oberarztes Dr. Riemann von der Landesirrenanstalt in Eberswalde als weiteren Sachverständigen. Im weiteren Verlaufe schritt sodann der Gerichtshof zur Vernehmung der Frau Die Zeugin erklärt unter größter Spannung, daß Frau Heymann sie aufgesucht habe, um sich von ihr die Karten legen zu lassen. Auch habe sie wiederholt die Angeklagte auf Einladung in Ferdinandsfelde, und zwar zur Nachtzeit, besucht. Frau Heymann habe sie eines Tages gefragt, ob sie ihr vielleicht jemand besorgen könne, der in der Lage sei, ihren Mann niederzuschießen. Sie bezahle dafür 5000 Mark. Später habe ihr Frau Heymann auch den Schuldschein über 5000 Mark ohne jede Aufforderung zugeschickt, mit der Bemerkung, daß die Einlösung erfolge, sobald die„Lieferung der Ware“ stattgefunden habe. Die Zeugin schilderte weiter, daß die Erschießung Heymanns für den 10. Juli ins Auge gefaßt war. Als sie an einem Abend Frau Heymann wieder besuchen wollte, sei ihr Markgraf entgegengekommen und habe gerufen:„Sie können heute nicht hineingehen, denn der Alte ist zurückgekommen." Markgraf habe dann noch gefragt:„Na, wissen Sie denn wirklich niemand, der Frau Heymann helfen will?“ Schlußdienst. Die Berliner Intendantenkrife. — Berlin, 28. November. Zeitungsmeldungen zufolge ist der Intendant des Staatlichen Schauspielhauses, Leopold Jessner, von seinem Amt zurückgetreten, weil ihm das Vorgehen des Ministeriums gegen den Generalintendanten v. Schillings unzulässig erscheint. Alarmmeldungen aus Paris. — Paris, 28. November. Die nationalistische „Liberté“ bringt alarmierende Meldungen über angebliche militärische Vorbereitungen der Regierung. Die republikanische Garde sei auf Kriegsfuß gesetzt worden, alle Urlaube seien zurückgezogen worden usw. Dies alles, weil die Regierung ein faschistisches Komolott befürchte. Der Die Locarno=Vorlage in dritter Lesung angenommen. — Berlin, den 27. November 1925. Ehe das Haus heute in die dritte Lesung der LocarnoVorlage eintrat, nahm es einstimmig einen Antrag an, wotach die Reichsregierung auf die Deutsche Reichsbahngesellchaft dahin einwirken soll, den Personalabbau für seendet zu erklären. Es folgte dann die Mitte Lesung des Locarno=Gesetzes. Außer den verschiedenen Mißtrauensanträgen, dem völischen Antrag auf Aussetzung der Inkraftsetzung und der Entschließung der Bayerischen Volkspartei lag noch eine Entschließung der Mittelparteien vor, die Reichsregierung aufzufordern, mit allen Kräften bemüht zu sein, um bis zum Eintritt Deutschlands in den Völkerbund eine dem Sinne des Vertragswerks von Locarno entsprechende Erweiterung der sogenannten Rückwirkungen zu sichern. Ferner beanragen die Mittelparteien, das Gesetz für dringlich zu erlären. Abg. Dr. Breitscheid(Soz.) betonte, daß die Stellung einer Fraktion völlig einheitlich sei. Die Entschließung der Nittelparteien sage etwas Selbstverständliches. Die sozialemokratische Fraktion werde ihr aber zustimmen, um zu beunden, daß auch sie die bisherigen Rückwirkungen für unjenügend hält. Eine Stellungnahme gegen Rußland liege richt vor. Abg. Dr. Zapf(D. Vp.) wies die Vorwürfe der Deutschtationalen gegen die Deutsche Volkspartei zurück. Es bleibe ein anderer Weg als die Annahme des Vertrages. Nach Loarno besteht kein innerer Grund mehr, das Rheinland besetzt u halten. In dieser Richtung bedarf der Vertrag der Erjänzung. Unsere Regierung muß sich alle Mühe geben in der Wahrnehmung der Interessen des Rheinlandes, wenn dieses sich dem Vertrage von Locarno freundlicher gegenWegen Ausbleibens des elektr. Stromes konnte die Zeitung heute morgen nicht ausgegeben werden. berstellen soll. Trotz allem müssen wir den Vertrag antehmen. Abg. Frau Zetkin(Komm.) betonte, daß keine andere stegierung sich an Einheit und Geschlossenheit und an klaren Zielen mit der Sowjetregierung messen könne, während in illen kapitalistischen Staaten eine Regierungskrise die andere iblöse. Abg. Fehr(Wirtsch. Vgg.) gab eine Erklärung ab, in der bedauert wird, daß durch die Ablehnung des Antrages, den endgültigen Eintritt in den Völkerbund durch besonderes Gesetz zu regeln, das letzte starke Mittel aus der Hand jegeben werde, das geeignet sei, eine tatsächliche Berücksichtijung der deutschen Forderungen herbeizuführen. Der von der Bayerischen Volkspartei eingebrachten Entschließung verde die Wirtschaftliche Vereinigung zustimmen, ebenso der Entschließung der übrigen Regierungsparteien. Die Virtschaftspartei werde das Locarnogesetz ablehnen, die deutschhannoveraner und der Bayerische Bauernbund würden trotz schwerer Bedenken dafür stimmen. Bei der Abstimnung über die Mißtrauensanträge werde sich die Wirtchaftliche Vereinigung der Stimme enthalten. Abg. Leicht(Br. Bp.) erklärte, seine Partei werde aus außenpolitischen Ad zirtschaftlichen Gründen den Loarno=Verträgen zustahmen, weil ein Scheitern des Verragswerkes durch eine deutsche Ablehnung in der ganzen Velt als neuer Beweis für die Böswilligkeit und Versandlungsunfähigkeit bezeichnet werden würde. Der Redter bedauerte die Verquickung des Locarno=Paktes mit der Völkerbundsfrage und warnte vor übertriebenen Hoffnungen. Staatssekretär Zweigert gab dann eine Erklärung über die Verfassungsmäßigkeit des Locarnogesetzes ab. Für die Zustimmung des Reichstages zum Locarnogesetz genüge die infache Mehrheit. Nach Ansicht der Reichsregierung enthielen weder die Abmachungen von Locarno noch die Ermächtijung zum Eintritt in den Völkerbund eine Verfassungsändetung. Für die Völkischen legte Abg. Gräfe noch einmal den blehnenden Standpunkt dar. Darauf gab Graf Westarp(Dntl.) eine Erklärung ab, n der er den Reichstag ersuchte, dem deutschnationalen Nißtrauensantrag zuzustimmen. Die vorliegenden Entschliezungen werde seine Partei ablehnen. Er betonte dann nochnals, daß die Deutschnationalen die bindende Kraft der Vorlage nicht anerkennen, wenn eine verfassungsändernde Nehrheit nicht zustandekomme. Die Abstimmungen. Es folgen die Abstimmungen. Zunächst wird nanentlich abgestimmt über den Artikel 1, der die Zustimnung zu den Locarnoverträgen enthält. Dagegen stimnen die Deutschnationalen, die Völkischen, die Kommutisten und die der Wirtschaftspartei angehörenden Mitlieder der Wirtschaftlichen Vereinigung. Artikel 1 wird mit 300 gegen 174 Stimmen ansenommen. Daran schließt sich die namentliche Abstimnung über den deutschnationalen Abänderungsantrag Artikel 2, wonach für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ein besonderes Gesetz erforderlich sein soll. Der Intrag wird mit 284 gegen 183 Stimmen bei 4 Enthaltungen abgelehnt. Es folgt dann die namentliche Abtimmung über Artikel 2, der den Beitritt zum Völkerund ausspricht. Der Artikel wird mit 278 gegen 183 Stimmen bei 6 Enthaltungen angenommen. In der Schlußabstimmung wird die Vorlage mit 291 gegen 174 Stimmen bei 3 Enthaltungen angetommen. Der Präsident stellte fest, daß eine Zweidrittelmehrheit richt erreicht sei, ohne daß er damit zur Frage der Verfasungsmäßigkeit Stellung nehmen wolle. Darauf wird über die Entschließungen abgestimmt. Die Entschließung der Bayerischen Volkspartei wird abgelehnt, die der Mittelparteien angenommen. Der völkische Antrag, die Veründung des Gesetzes zwei Monate auszusetzen, erhielt nur 34 Stimmen. Die Deutschnationalen enthielten sich der Abtimmungen. Der deutschnationale Mißtrauensantrag wird mit 285 gegen 121 Stimmen bei 61 Enthaltungen abgelehnt. Das Haus vertagte sich bis zum 1. Dezember. Gedenklasel für den 29. November. 1780 † Kaiserin Maria Theresia von Oesterreic (* 1717)— 1802* Der Dichter Wilhelm Hauff in Stuttgart(F 1827)— 1839* Der Dichter Ludwig Anzengruber in Wien(† 1889)— 1916 Die Deutschen erobern Pitescht und Campolung— 1919 † Der Bildhauer Fritz Schaper in Berlin(* 1841). Gedenktafel für den 30. November. 1796* Der Balladenkomponist Karl Löwe in Löbefün (F 1869)— 1835* Der amerikanische Humorist Mart Twain in Florida(† 1910)— 1870 Schlacht bei Villiers: Ausfall der Pariser Armee— 1900 † Der englische Dichter Oscar Wilde in Paris(* 1854)— 1923 W. Marx wird Reichskanzler. Sonne: Aufgang 7,41, Untergang 3,56. Mond: Aufg. 4,31 N., Unterg. 7,18 V. Vollmond. Die Maschine Wenn man einer Meldung, die aus Paris kommt, Glauben schenken darf, dann werden künftige Geschlechter ihr Gehirn als ganz oder nahezu überflüssig empfinden. Eine ganz wunderbare neue Erfindung macht die Anwendung des Gehirns völlig unnötig. Es handelt sich um eine Maschine, die alle höhere Mathematik aufs bequemste ersetzt. Will man z. B. die Quadratwurzel aus 0,037944 ausziehen, so bedarf es nur einiger kleiner Griffe und nach Ablauf von kaum zwei Sekunden liefert die Maschine einen kleinen Zettel ab, auf dem die gesuchte Zahl säuberlich getippt steht. Aber das ist nicht alles, die wunderbare Maschine kann nicht nur rechnen. Wer mit ihr umzugehen versteht, der braucht überhaupt sein Gehirn nicht mehr zu belasten; die Maschine arbeitet für ihn. Die verwickeltesten Fragen und Berechnungen werden ein Kinderspiel, und sich irgend etwas auswendig zu lernen, oder im Gedächtnis zu behalten, ist völlig unnütze Mühe, denn dazu hat man ja die Maschine. Sitzt man beispielsweise da und grübelt darüber, wer das Gramophon erfand, oder in welchem Jahre Peru entdeckt wurde, so bedarf es ebenfalls nur einiger Handgriffe, und die Maschine erteilt die gewünschte Auskunft. Das menschliche Denken wird also mit der Zeit vollkommen unnütz werden, die Hauptsache ist nur, daß jemand lernt, mit der Maschine richtig umzugehen. K. Kirchen=Kalender. 1. Advents=Sonntag, den 29. November 1095 Kath. Pfarrkirche in Steinheim Vormittags 6.15 Uhr: Hl. Messe. „ 7.30 Uhr: Frühmesse. Gemeinschonng Kommunion der Schulkommunikanten der Klassen3. Vormittags 10 Uhr: Hochamt. u. 2 Nachmittags 2.30 Uhr: Andacht. N B. Vom Dienstag an beginnt an Werkta erste hla. Messe um 6.30 1. 2gen die erste hlg. Messe um 6.30 Uhr, die Schuf um 7.30 Uhr. messe Katholische Kirche in Rolfzen. Vormittags 9.30 Uhr: Hochamt. Evangelische Kirche zu Steinheim. Sonntag, den 29. November.(1. Advent) Nachmittags. 4.15 Uhr: Gottesdienst Aerztlicher Sonntagsdienst. Am Sonntag, den 29. November 1925, steht Publikum, jedoch nur in Notfällen, zur Hilfeleistung zur Verfügung Herr Dr. Schonlau, Pyrmonterstrot, Stadt, Kreis und Provinz *.* Steinheim, 28. November Sonntagsworte. Das Kirchenjar hat seinen Lauf vollendet, wu dem ersten Adventssonntag beginnt es seinen von neuem. Adventszeit, Vorbereitungszeit! Zeit des sii len Zaubers und der Heimlichkeiten, der inneren und äußeren Vorbereitung auf die Geburt des Heilandes das herrlichste deutsche Fest, das Weihnachtsfest! DiZeit des Advents ist für den Christen die Zeit der seligsten Glaubensfreudigkeit, die Zeit, die uns auf dihöchste Liebestat des Gottessohnes vorbereitet, der uns zum Heile Mensch geworden ist. Müßte nicht im Anblick einer so unermeßlichen Liebe des Heilandes und Erlösers auch der Letzte wieder seinen Weg zurückfinden zu dem unerschöpflichen Born des Christentums, der die Gnadenströme seiner Seligkeit auch dem Aermsten und Bedrängtesten zugänglich macht. Gerade heute, wo so Unzählige um ihre Seele ringen, müßte die Adventszeit für alle, die bisher abseits gingen, eine Zeit der höchsten Gnade werden. Gott läßt keinen untergehen. Denn sein Wesen ist Liebe und Befreiung in ihren kostbarsten Formen. Es liegt nur am guten, aufrichtigen Willen der Einzelnen. Rechte Freude quillt nur aus dem Urquell der göttlichen Heilswahrheiten. Rechte Freude quillt aus dem neuen Leben im Geiste, das Gott in unschaffen will. Die Adventszeit soll nicht allein für uns ene Vorbereitungszeit sein, sie soll uns auch bereit firden, denen, die auf Irrwege geraten sind, wieder der Weg frei zu machen zu den Wesenheiten des Christenlums und zu den heiligen Feuern seiner Lehre. Ein kleines Portemonnaie mit Inhalt gefunden Der Eigentümer kann dasselbe bei der hiesigen Polizeiverwaltung in Empfang nehmen — Seine Meisterprüfung im Schneidergewerbe bestand Herr Josef Düker, Höxterstraße. Dem jungen Meister unsere besten Glückwünsche! *— Das Finanzamt teilt mit: Mit Rücksicht auf die Geschäftslage des Finanzamtes wird die Frist zur Abgabe der Vermögenssteuer= Erklärungen bis zum 24. Dezembet 1925 verlängert. Diejenigen Pflichtigen, die beabsichtigen, ihre Erklärung auf dem Finanzamt zu Protokoll zu geben werden gebeten, dies in der Zeit vom 15.—24. Dezember zu erledigen. *— Bad Pyrmont, 26. Dezember. Die Eröffnung der Weihnachtsmesse findet am 5. Dezember, nachmittags um 5 Uhr statt. Der weitere Aufbau hat sich so gestaltet, we man erwarten konnte und es wird wirklich lohnend sein, eine Fahrt nach Bad Pyrmont zu unternehmen und sich Ausstellung anzusehen, zumal für geeignete Verbindung nach allen Seiten gesorgt ist. — Hannover, 26. Novbr. Am morgigen Sonntag veranstaltet im„Volksheim" der Verband der Niebersächsischen Kanarienzüchter=Vereine eine Ausstellung. Die Stämme Kanarienvögel, die bei der Prämiierung die besen Preise erhalten, sollen heute abend im Radio ihre Weisen erschallen lassen, sodaß man nächste Woche die Sänger Radio zu hören bekommen wird. Man darf gespannt sen wie die Vogelstimmen im Radio zu hören find. — Altena, 25. Novbr. Gegen die vielen Fentichkeiten. Von der Polizeiverwaltung wird mitgeten, die wirtschaftliche Lage sich von Tag zu Tag verschlechten In fast allen Betrieben ist Kurzarbeit eingeführt. Die d der gänzlich Erwerbslosen hat eine Höhe angenommen, dn sie bisher noch nicht zu verzeichnen gewesen ist. steigt bis in's Unerträgliche. Die Polizeiverwaltung die Beobachtung machen müssen, daß, während weiddn kreise nicht wissen, wie sie ihr Leben von einem dus n andern fristen sollen, andererseits die Festlichsenndeg nur ab-, sondern zunehmen. Es vergeht kein S e oder Sonntag, an denen nicht der eine oder andere glaubt, Feste feiern zu müssen, unbekümmert dar weite Kreise unserer Mitbürger am Hungern sius diese Vorkommnisse nicht geeignet sind, dem DLeesige zu dienen, dürfte allgemein anerkannt werden. zie Polizeibehörde richtet daher an alle Verein han dringende Bitte, von allen Festlichkeiten abzusehen e wird von sich aus alle Anträge auf Verlang elehnen Polizeistunde bis auf weiteres grundsabemehl und die Erlaubnis zum öffentlichen Tanz nrn seitenerteilen. Sie läßt sich dabei von der Voraussetzunsge daß diese Maßnahmen das weiteste Verstänon Kreisen der Bevölkerung finden und in ihren Desunter dem öffentlichen Wohle zu dienen, weitgehe stützung finden werden. . Münster ale, fand Münsterische die bei rene grbeit, die pflege im terarbeit do Jugenopfleg Kampf gege Zwecke find allen Lehrgänge, staltet werd staltet zirksjugendt wreinigten vereinigten Handballspi unter Leitu platzanlager * Münste ische de höhung der Verband worden. A vom Reichs Münst kommen. bahnhof ei umher. N. gegriffen u stellte sich d vom Bahnl sorgen und gegeben. sein und so laufen. Die hoben könn * Emsde industrie u Hai der wirts Kreis 1. Adolf 2. Wilheln 3. Eduard steher, 4. Josef 2 5. Heinrich 6. Anton 7. 9. Fr. 10.§ 11. C der wirt Wahl 1. Julius 2. Josef 3. Adolf des 9 Höxter: Brakel: Driburg Steinheim mber 1925 eim. tein en 29 2 Deutsche Schmidt die fast ronzählig erschienenen schaftna1 runasrn pflegerinnen des aanzen Bezirks begrüßt en 2.5A fuendpiieg ter Führung des Kaplans Schepers von der hatte, luneine Besichtigung des Heimes statt, Muntellen Teilnehmern Anerkennung des hier Gedie de nen sie Darauf wurde in mehrstündiger Beschaffenen ausioner aun elede Zunähse berichtete ratung die 3.. Schüling=Bocholt, wie er als KreisKreishenop die Leibesübungen fördern konnte, darauf zugenplieper de Dr. Schmidt und Regierungsrätin Dr. gab Regeeübe die Ergebnisse der SommerLaarmann en delic Weiterentwicklung der Jugendarbeit, de nie anstellen als Ziel für die Win= pflege n led Förderung der kulturellen Seite der terarbeit dor aulem Jnhen den wil die Regierung den Lugendpeege Schund und Schmutz aufnehmen. Zu diesem amp en Ende November und Anfang Dezember in und Landkreisen Lehrgänge statt. Wie diese auen aute und das schlechte Buch" erfolgreich geLehrgange ele Referat, welches Bestaltet werden.Sn hele Net der Konfeen gerssagent die Teilnehmer zu einem gemeinsamen einvereinigten lens er nn de Vorführung des neuen Wersgn e Sa im. Advent) enst. nst. 920, steht den zur arzlichen Pyrmonterstraßrovinz 2d. November. ollendet. Mif 3 seinen Weg Zeit des stilr inneren und des Heilandes nachtsfest! Die die Zeit der te uns auf die rbereitet, der unermeßlichen ich der Letzte nerschöpflichen nströme seiner rängtesten zuUnzählige um zeit für alle, höchsten Gnade insein Wesen stbarsten Foren Willen des s dem Urquell Freude quillt Gott in un= für uns eine ich bereit finid, wieder der des ChristenLehre. Inhalt gefunden. igen Polizeivergewerbe bestand jungen Meister tücksicht auf die rist zur Abgabe n 24. Dezember sie beabsichtigen, tokoll zu jeben, —24. Dezember e Eröffnung der nachmittags um so gestaltet, wie ch lohnend sein, en und sich die ete Verbindung * Münster. Der Schiedsspruch für die Münsterische Textilindustrie, der eine 5 prozentige Erder Zeitlöhne und Akkordlöhne vorsah, war vom Verband Münsterischer Textilindustrieller abgelehnt rden. Auf Antrag der Gewerkschaften ist der Spruch vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt worden. Münster.(Wie Unglücksfälle zustandekommen.) Läuft da gestern auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein etwa dreijähriges Kind zwischen den Gleisen stellte sich dann enolich die vom Bahnhof in die Stadt gegangen, um Einkäufe zu besorgen und hatte das Kind einer fremden Frau in Verwahr gegeben. Diese muß ihrem Versprechen nicht treu geblieben sein und so war dann das Kind zwischen die Schienen gelaufen. Diese Unbedachtsamkeit hätte leicht schlimme Folgen hoben können. * Emsdetten. Die Wirtschaftslage in der hiesigen Textilindustrie wird ständig schlechter. Ein Teil der Firmen ist vereits zu Einschränkungen übergegangen. Stellenweise wird der Betrieb für einen oder mehrere Tage in der Woche stillgelegt. * Hiltrup.(Schwere Strafe für einen Wilddieb.) Zum neunten Male stand der Arbeiter N. von hier vor Gericht. Das letzte Mal mit einem Jahre 6 Monaten Gefängnis bestraft, konnte er doch den Wildfrevel nicht lassen. Früher war er mit der Flinte losgegangen; das schien ihm nunmehr zu gefährlich und er verlegte sich aufs Schlingenstellen. Am 20. August d. Is. fand ein Jagdaufseher in einer Schlinge ein junges Reh. Von Montage bis Donnerstags lag der Beamte nun auf der Lauer.mn dann endlich N. zu erwischen, wie er das Reh befreite und die Schlinge wieder aufstellte. Trotz der offenkundigen Beweise wollte der Angeklagte sich jetzt noch aufs Leugnen verlegen. Der Forstaufseher erklärte, daß er im Revier fast in jedem Wechsel Schlingen gefunden habe, die alle von einer Hand aufgestellt sein müßten. Das Geriht verurteilte den Angeklagten unter Berücksichtigung seiner Vorstrafen zu 2 Jahren Gefängnis, außerdem hat der Angeklagte sich unter Polizeiaufsicht zu stellen. * Minden.(Blutvergiftung.) Eine kleine Quetschung an einem Finger der rechten Hand, die der Landwirtssohn H. Stapel nicht beachtete, entwickelte sich zu einer Blutvergiftung, an deren Folgen er unter großen Schmerzen, trotz sofortiger Ueberführung ins Krankenhaus verstarb. * Bockum=Hövel.(Auf dem Eise eingebrochen und ertrunken.) Am Totensonntag spielten mehrere Kinder am Laakebach in der Nähe des Schachtes 4 der Zeche Rodbod. Trotz wiederholter Warnung wagte sich das 7tährige Söhnchen des Beramanns Wendter auf die dünne Eisdecke des Baches. Der Junge brach ein und ertrank vor den Augen seiner Spielkameraden, die ihm keine Hilfe bringen konnten. Ein 10 Jahre alter Schüler, der dem Ertrinkenden beispringen wollte, konnte nur mit Mühe wieder aus dem an dieser Stelle sehr tiefen Waner geholt werden. Die Leiche des Wendter wurde erst nach 5 Stunden angestrengten Suchens geborgen. * Bochum.(Raubüberfall.) Dieser Tage wurde der Reisende Otto Broke, wohnhaft in Bochum, auf dem Wege von Witten nach West=Herbede von zwei männlichen Personen überfallen und seiner Barschaft in Höhe von 843 Mark beraubt. V. wurde von zwei Personen um Feuer gebeten und erhielt gleichzeitig mehrere Schläge an den Kopf so daß er besinnungslos wurde. Später fand sich B. an einem Telegraphenpfosten, an Händen und Füßen gefesselt wieder. Die ihm beigebrachten Kopfverletzungen machten das ittener Martenleine sofortige Ueberfuhrung hospital erforderlich. * Dortmund.(Bauunglück in der Dortmunder Westfalenhalle.) Mittwoch morgen 10 Uhr ereignete sich in der kurz vor der Einweihung stehenden Westfalenhalle ein schwerer Unglücksfall. Ein Gerüst, auf dem Anstreicher der Firma Habs=Dortmund mit der Ausschmückung der Restaurationsräume beschäftigt waren, stürzte um. Während es einem Arbeiter gelang, noch im letzten Augenblick avzuspringen, kam der Anstreicher Wiecke aus Dortmund so unglücklich zu Fall, daß ihm der Schäde aufgeschlagen wurde. Es war sofort tot. Ein anderer Anstreicher aus Dortmund wurde so schwer verletzt, daß ei abends 6 Uhr noch nicht vernehmungsfähig war. * Nettesheim(Eifel). Durch Spielen mit einer Schußwaffe ist wieder ein Menschenleben vernichtet worden. Ein 17jähriger Junge spielte mit einem Revolver. Dabei ging ein Schuß los, und die Kugel drang dem 19jährigen Kameraden des Jungen in die Stirn. Der Verletzte starb kurz darauf. X Lasker abermals an zweiter Stelle. In Moskar brachte die 13. Runde beim Internationalen Schachturnier mehrere Ueberraschungen. Die bedeutendsten sind die Nie derlagen Torres und Marshalls. Torre verlor einspanisch eröffnete Partie gegen Romanowski, dem eine sehschöne Lösung gelang. Lasker hätte fast wieder eine Niederlage hinnehmen müssen, denn sein Gegner Chotimirski hatte bereits die überlegene Stellung erlangt, gal aber dann durch einen unglückseligen Zug alle Vorteilaus der Hand, und so ging Lasker schließlich doch noch siegreich hervor. Er ist wieder an die zweite Stelle vorgerückt X Um einen Leichtathletik=Länderkampf DeutschlandFrankreich zu ermöglichen, ist der Präsident des schweizerischen Leichtathletikverbandes, Schär, vom Präsidenten des Internationalen Verbandes, Edström=Schweden, ersucht worden, eine auf den 15. Dezember nach Lausanne einberufene Konferenz zwischen Vertretern des deutschen und des frazösischen Verbandes zu leiten. * Ein Rebord der Sparsamkeit. Frau Krüger trägt wie wir von glaubwürdiger Seite vernehmen, noch immer ein Paar Schuhe, das sie im Jahre 1915 gekauft hat! Bis 1921 trua sie die Schuhe nur Sonn= und Festtags, aber seit 1921 fast jeden Tag. Die Schuhe sehen natürlich nicht mehr ganz neu aus, aber niemand würde glauben, daß sie schon 10 Jahre getragen sind Frau Krüger erklärt sich die lange Lebensdauer der Schuhe nur dadurch, daß sie zum Putzen die bekannte„Erdal“=Schuhereme verwendet. Die Schwägerin von Frau Krüger, welche auch „Erdal“ verwendet, trägt ihre Schuhe schon im 6 Jahre. Bad Pyrmont— Weihnachtsmesse! Handels= und Gewerbe=Ausstellung und Verkaufsmesse vom 5. bis 14. Dezember 1925 in der geheizten 64 99 Wandelhalle. 66 99 Wahlvorschlag Ping der wirtschaftlichen Wählervereinigung für die Kreistagswahl am 29. November im Kreise Höxter. 1. Adolf Freiherr v. Spiegel, Rittergutsbesitzer, Rheder. 2. Wilhelm Kronsberg, Bürgermeister, Höxter. 3. Eduard Mühlenbein, Landwirt und Gemeindevorsteher, Amelunxen. 4. Josef Buthe, Bäckermeister, Höxter. 5. Heinrich Hausmann, Kunsttischlermeister, Steinheim. 6. Anton Saggel, Landwirt und Gemeindevorsteher, Tietelfen. 7. Christian Menne, Landwirt und Gemeindevorsteher, Sandebeck. 8. Karl Roessel, Direktor d. Landwirtschaftlichen Schule, Brakel. 9. Friedrich Rode, Landwirt und Gemeindevorsteher, Bremerberg. 10. Hans Happ, Architekt, Brakel. II. Gerhard Buddenberg, Fabrikant, Beverungen. 12. Hugo Lämmerhirdt, Proinzial=Oberstraßenmeister, Brakel. Wahlvorschlag wirtschaftlichen Wählervereinigung für die zum Provinziallandtag am 29. Novbr. 1925 im Kreise Höxter. 1 Julius Gøeken, Landwirt, Godelheim. Josef Buthe, Bäckermeister, Höxter. Abolf Freiherr v. Spiegel, Rittergutsbesitzer, Rheder. Zur Schneebahn! Linon, Chiffon, Maccotuch für feine Wasche geeignet. Feston's, Spitzen aller Art in grösster, Auswabl. Anfertigung und Sticken von Leibwäsche, Schürzen, Bettwäsche Taschentücher, sauber und preiswert. S. Emmerich, Wwe. Holzschuhe mit Kissen Rindl.=Galoschen Schnürschuhe mit Holzsohle empftehlt: Heinr. Lühn Franz Schrader Nachfolger. Sprechtage des Westfälischen Bauernvereins. Winterhalbjahr 25/26. 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Die Ergebnisse der Zählungen dienen lediglich volkswirtschaftlichen Zwecken, insbesondere der Erkenntnis der Lage der Landwirtschaft und der Biehzucht. Die in den Zählbezirkslisten aufgenommenen Angaben über den Viehbesitz der einzelnen Haushaltungen dürfen nicht für Zwecke der Steuerveranlagung verwendet werden. Ueber diese Angaben ist vielmehr das Amtsgeheimnis zu wahren. Ihre Benutzung für die Aufbringung der Viehseuchen=Entschädigungen ist jedoch zulässig, da diese nicht als Steuerveranlagung gilt. Wer vorsätzlich eine Anzeige, zu der er auf Grund der vorgenannten Bekanntmachungen aufgefordert wird, nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird nach§ 4 der Bekanntmachung vom 30. Januar 1917 mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft; auch kann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden ist, im Urteil „für dem Staate verfallen“ erklärt werden. Steinheim. den 25. November 1925. Der Bürgermeister: Starp. Sonntag, den 29. November abends 8 Uhr das große Lustspielprogramm Der blinde Passagier Luststück in 5 grossen Akten von Franz Rausch mit der bekannten Lustspielschauspielerin Ossi Oswalda. „Der Rauch im Hotel“ Lustpiel in 3 Akten. Preile der Plätze: Sperrüitz 1.80 Mk. 1. Platz 1.50„ 2. Platz 1.—„ 3. Platz 0.80„ Vorverkauf im Contor d. Steinheimer Lichspiele. Statt Karten! Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an: Carl Weil und Frau Sofie, geb. Arensberg. Steinheim, 26. November 1925. Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau und unserer guten Mutter, insbesondere für die zahlreichen Kranzspenden, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Ebenso Dank dem Mütterverein, sowie allen, die der teuren Verstorbenen das Geleite zur letzten Ruhestätte gegeben haben. Steinheim, im November 1925 Joseph Reineke nebst Angehörigen und Kindern. Verkauf landw. Maschinen und Geräte. Am Dienstag(Markttag) vormittags 10 Uhr ansangend, werde ich in dem Fabrikgebäude der Firma Ovenhausen u. Preising wegen teilweiser Umstellung des Betriebes, eine Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte öffentlich meistbietend gegen Kredit verkaufen. Johannes Schröder öffentlich angestellter und beeidigter Auktionator. Für Herbst und Winter empfehle mein reichhaltiges Lager in: Anzug= und Paletot=Stoffen Prompte und gute Bedienung Josef. Düker, Sehneidermeister — Höxterstraße Nr. 302— Am Mittwoch, den 2. Dezember 1925, abends um 7.30 Uhr findet im Rathaussaale eine Stadtverordneten=Sitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1.) Neuwahl von je 3 Beisitzern und 3 Stellvertretern des Mieteinigungsamtes für das Kalenderjahr 1926. a) in Wohnungssachen, b) in Kleingartenpachtsachen. 2.) Wahl des Gesundheitsausschusses. 3.) Wahl des Bauausschusses. 4.) Wahl des Feuerschauausschusses. 5) Wahl des Forstausschusses. 6.) Wahl des Elektrizitätsausschusses. 7.) Wahl des Wasserschauausschusses. 8.) Wahl des Kassen=Rechnungs=Prüfungsausschusses. 9.) Wahl des Unterstützungsausschusses. 10.) Wahl der Deputierten der Stadt als waldbesitzende Gemeinde. 11.) Wahl des Finanzausschusses. Der Stadtverordneten=Vorsteher: Walter. Für die Weihnachtszeit bringe ich mein reichhaltiges Lager in empfehlende Erinnerung. Clubmöbel, in Leder und Stoff, einfache Sofas u. Chaiselongues in bekannter, guter Qualität. Chaiselonguedecken in verschiedenen Qualitäten. Läufer und Bettvorlagen in sehr großer Auswahl und preiswert. Auflege=Matratzen und Stahlböden, Dekorationsstosse und Gardinen, sowie sämtlichen Zubehör Portierengarnituren, in Messing und HoizKoffer ans Leder und Fibre, mit und ohne Damenhandtaschen in sehr moderner und solieder Ausführung. Aktentaschen, Schultornister, Einkaufbeutel, Rucksacke, Regendecken u. s. w. u. s. w. Gerhard Lödige, Steinheim. Sattler=, Polsterer= und Dekorations=Geschäft Ladenlokal: Neuestraße. 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De gerichtsdirek *Die tionskasse als man an mit sage un Frage, ob d chen ist, be *Ter tigt zur Ze lastete ins bürgermeist den Mitan kauf des L stand, sei u den Kauf bäude mit Goldmark h bruar 1924 deponierten burg 6000 kauf mit A worden sei ites Steinheimer Zeitung nenheim, Sonnabend, den 28. November 1925. Zweites Blatt 32. Jahrgang. Stadt und 17. Juni in Schleswig auf dem Postamt aufIn sechs Jahren 63 Forstbeamte von Wilgctötet. Nach einer vom Deutschen Försterbund rertectlichten Statistik sind seit Ende 1919 bei 478 ousammenstößen mit Wild= und Holzdieben 63 Forstgetötet und 69 mehr oder weniger schwer eulezt worden. Die Regierung hat man deshalb erdurch entsprechende Maßnahmen einen erhöhten hutz der Forstbeamten anzustreben. Ungeheurer Hundezuwachs in Berlin. Wiedie Berliner Steuerbehörden immer ungnädiger die Besitzer von Hunden anfassen, hat sich in der eichshauptstadt die Zahl der Hunde seit der Vorriegszeit geradezu unglaublich vermehrt. Vor dem triegsausbruch waren in Berlin und den anschließenden Bezirken insgesamt 20 129 Hunde gezählt worden. Eine nunmehr vorgenommene neue Zählung ergab, daß augenblicklich in Groß=Berlin weit über 218000 Hunde vorhanden sind. In dieser Zahl sind die unversteuerten Hunde nicht mit einbegriffen. „Es ist wohl besser so." In der elterlichen Wohnung nahm sich ein 19 jähriger Arbeiter in Berlin durch Gasvergiftung das Leben. Als die Mutter nach Hause kam, fand sie den Sohn leblos vor. Er hatte auf den Tisch einen Zettel mit den Worten gelegt:„Es ist wohl besser so.“— In Charlottenburg hatte ein 40 jähriger Wächter den Gashahn aus Unvorsichtigkeit offen gelassen. Diese Unachtsamkeit kostete ihm das Leben. ** Die Beschlagnahme von Verteidigerakten scheint Schule zu machen. Nach dem Breslauer Muster sind setzt auch in Berlin einem Rechtsanwalt die Handakten in einem Meineidsprozeß beschlagnahmt worden. In diesem Falle aber auf Anordnung des Untersuchungsrichters. Einige Stunden später wurden die Akten infolge einer energischen Beschwerde wieder freigegeben. * In den Krallen der Wettsucht. Nach zwanzigjähriger Tätigkeit im Justizdienst ist jetzt in Berlin ein Strafanstaltssekretär als Folge einer ungezügelten Wettleidenschaft und einer maßlosen Leichtfertigkeit aus der Bahn geworfen worden. Dem Beamten unterstand die Gefangenen=Arbeitskasse. Bei einer unvernuteten Prüfung ergab sich ein Fehlbetrag von mehr als 15000 Mark. Der Ungetreue, der kurz vor der Beförderung zum Inspektor stand, ist verhaftet worden. Er bezichtigt auch andere Beamte der Veruntreuung. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß seine Angaben zutreffen, sodaß man wohl noch mit weiteren Festnahmen zu rechnen haben wird. * Einer Tragödie letzter Akt. Am 26. Januar vorigen Jahres unternahm ein Berliner Ingenieur eine mehr als wagehalfige Autofahrt über den jefrorenen Wannsee. Das Eis war jedoch nicht tragjähig genug, und der Kraftwagen versank. Während der Ingenieur sich retten konnte, brach sein Begleiter, in Monteur, ein und fand den Tod. Das Gericht erkannte jetzt auf eine Gefängnisstrafe von neun Monaten wegen fahrlässiger Tötung. * Bothmer=Prozeß in zweiter Auflage. Für den Berufungstermin des Prozesses gegen die Gräfin Bothmer in Potsdam ist der 16. Dezember vorgesehen. Voraussichtlich werden die Verhandlungen drei Tage dauern. Den Vorsitz wird in diesem Termin Landgerichtsdirektor Dr. Hellwig führen. ** Die Unterschlagungen bei der Oppelner Stationskasse erweisen sich als erheblich beträchtlicher, als man anfangs annehmen konnte. Sie werden jetzt mit sage und schreibe 49000 Mark angegeben. Die Frage, ob der Täter bei der Stationskasse selber zu suchen ist, bedarf noch der Klärung. ** Ter Waldenburger Stadtbank=Prozeß beschäftigt zur Zeit das Gericht. Der Angeklagte Rühle belastete in seinen Erklärungen den verstorbenen Oberbürgermeister Dr. Erdmann. Weiter bezichtigte Rühle den Mitangeklagten Püttmann der Lüge. Der Ankauf des Leuchtenberg=Palais, der vor dem Abschluß stand, sei unterblieben, da kostspielige Umbauten gegen den Kauf sprachen. Die Hansa=Bank habe das Gebäude mit bankmäßiger Ausstattung für 950 000 Goldmark hergeben wollen. Er sei deshalb Anfang Februar 1924 nach München gefahren und habe von den deponierten Sparkassengeldern der Stadtbank Waldenburg 600 000 Goldmark freigegeben, worauf der Haustauf mit Anzahlung von 50 000 Goldmark eingeleitet worden sei. Ein schwerer Motorradunfall ereignete sich in Homberg a. Ry. Ein mit drei Herren aus Duisburg besetztes Motorrad mit Beiwagen, das mit (0 Kilometer Geschwindigkeit ohne Licht fuhr, rannte gegen einen Krankenwagen der Stadt Homberg. Führer des Motorrades war auf der Stelle tot. Die beiden Insassen des Beiwagens erlitten schwere Verletzungen. Der Krankenwärter ist mit leichteren Verletzungen davongekommen. in der Breslauer lolge nen ist einer amtlichen Mitteilung zusen staßt zum Abschluß gekommen. Infolgedessen inender Zeitdunkt der Aufnahme des HauptverAngaben dar fer lasen uch auch noch keine ds Hauptverfahren richter olen. im dener in derusburger Reichswehrkaserne. Frenshrre nsthaues der Reichswehrkaserne in durch Schenc. in zwei Dachkammern, vermutlich schneil ausnbrand, ein Schadenfeuer, das sich öydranten desder Wirkungsgrad der nur e Lage der Kaserne zunächst vierstündiger Löscharbeit war Maschinengeme. Eine Anzahl Gewehre und betrpften unbrauchbar geworden. In den zungsmaterigerten Hanf, Gewehrreinieine Folge von nerkwürdige Meis.a China. Eine fehr dige Reise hat ein Brief hinter sich, der am Zusatz„China“ angebracht. Wie der Stempel nun zeigt, muß der Brief dann am 10. Juli in Schanghai gelandet sein, wo ein chinesischer Postbeamter den Vermerk„Miß Lotte Sch., Oliva near Danzig“ anbrachte. Das Wort China war mit roter Tinte durchstrichen und ein Rotstiftpfeil zeigte zudem zur Verdeutlichung auf die deutsche Marke. Es vergingen abermals vier Wochen, bis der Brief nach seiner so komischen Weltreise endlich an Ort und Stelle anlangte. ** Neun Jahre unterwegs. Einer Hamburger Meldung zufolge ist letzthin am Nordseestrand eine seit neun Jahren zurückliegende Flaschenpost angetrieben und von Schuljungen gefunden worden. Die Flasche enthielt einen Zettel mit der Mitteilung:„Bin bei Kap der guten Hoffnung voll Wasser gelaufen und treibe nun auf fünf Latten umher. Dampfer „Emma“. 6. August 1916.“ ** Die Typhusepidemie in Neviges(Rhld.) darf als überwunden angesehen werden. Seit dem 15. November sind keine weiteren Krankheitsfälle gemeldet worden. Insgesamt waren 266 Personen an Typhus erkrankt, wovon 20 der Krankheit zum Opfer gefallen sind. In dem von der Krankheit befallenen Stadtteil unterzogen sich von 7500 Personen etwa 3000 der Schutzimpfung. Von den noch zur Zeit in Behandlung befindlichen 175 Personen befindet sich die weitaus größte Zahl auf dem Wege der Besserung. Revision im Liricher Mordprozeß. Wie man aus Duisburg meldet, ist in dem Mordprozeß an der Liricher Grenze allem Anschein nach das letzte Wort noch nicht gesprochen. Es wurden damals der Bergmann Warczak wegen Ermordung des Ehemannes Brück und seine Ehefrau wegen Anstiftung zum Mord in der letzten Schwurgerichtsperiode zum Tode verurteilt. Gegen dieses Urteil haben beide Angeklagte Revision angestrengt. ** Heftiges Schueetreiben im Westen. Infolge heftigen Schneetreibens, das von starkem Sturm begleitet war, ist der Fernsprechverkehr von Saarbrükken aus nach fast allen Richtungen gestört. Besonders heftig scheint der Schneesturm im Westen gewütet zu haben, da Verbindungen nach Paris überhaupt nicht zu erhalten find. ** Zu einer blutigen Familientragödie kam es in Groß=Linden bei Gießen. Ein Tagelöhner bedrohte in der Betrunkenheit seine Frau und Schwiegertochter mit einer Axt. Der 19 Jahre alte Sohn entriß dem Vater die Axt und sprang damit auf die Straße, wurde jedoch von dem mit einem Küchenmesser bewaffneten Wüterich verfolgt. Als der junge Mann sich bedroht sah, schlug er seinem Vater mit der Art auf den Kopf. Er brach sofort, tödlich getroffen, zusammen. Der junge Mensch gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben. ** Ein fürchterlicher Doppelmord aufgedeckt. Letzter Tage kam ein Mann mit einem Kraftwagen in Timmenrode bei Blankenburg(Harz) an und kehrte in einem dortigen Gasthaus ein, wo er übernachten wollte. Allgemein fiel das verstörte Wesen des Fremden auf. Zur größten Ueberraschung entdeckte man dann auch bald darauf, daß der Kraftwagen und ein darin liegender Mantel mit Blut besudelt waren. Der Fremde erklärte, das Blut stamme von einem Huhn, das er überfahren habe. Als man sich aber bei dieser Erklärung nicht beruhigte und daran ging, die Polizei telephonisch zu verständigen, ergriff der Unbekannte die Flucht. Das Auto kam in Polizeigewahrsam. Der Polizei gelang es, die Persönlichkeit des Fremden als die eines gewissen Hans Rodelsberger aus München festzustellen. Man ermittelte, daß Rodelsberger den Chauffeur und den Reisenden einer Nordhausener Firma, die in dem gleichen Auto von Nordhausen wegfuhren, ums Leben gebracht hat. ** Hellseherische Aufklärung eines Diebstahls re Kreise Torgau. Nachdem durch die Gerichtsverhandlung gegen den Bernburger Lehrer Drost die Helbeherei wieder einmal in den Mittelpunkt des Tagesinteresses gerückt ist, wird jetzt aus Bethau im Kreise Torgau ein Fall von Hellseherei bekannt, der latsächlich ebenfalls zur Aufklärung eines begangenen Diebstahls führte. Bei dem wossirt Rockmann war ein schwerer Einbruchsdiebstayt veruot worden. Ermittlung des Täters zog man hellseherische Hilfe aus Leipzig heran. In kurzer Zeit wurden die gestohlenen Sachen, soweit sie noch vorhanden waren, aufgefunden. Die Anhänglichkeit eines Pferdes. Vor mehr als einem Jahre veräußerte ein Landwirt in Frose (Anhalt) sein Pferd an einen anderen Landwirt, der das Tier weitergab, bis es schließlich von Zigeunern erworben wurde. Als vor einigen Tagen diese braunen Gesellen auch Frose wieder mit ihrem Besuch beehrten, erkannte das Pferd die Straßen und Wege wieder. Unausstehliches Heimweh und Fluchtgedanken stiegen in ihm auf. Als endlich sein Wächter sich um die Mitternachtsstunde auf das Lager geworfen hatte, es sich los und trabte im Gakopp durch die dunklen Dorfstraßen. Am Tor seines früheren Besitzers begehrte es stürmisch Einlaß. Die Wiedersehensfreude und das Liebkosen waren groß, aber leider nur zu kurz, denn bald darauf schon tauchten die braunen Gesellen auf, die das Tier wieder fortnahmen. ** Glück beim Unglück. Als in Bernburg ein Dekorateur mit der Neueinrichtung des Schaufensters beschäftigt war, kipbte vlößzlich die Fußbank um. Der Dekorateur stürzte in die große Schaufensterscheibe, die in tausend Stücke ging. Wie durch ein Wunder trug der Mann nur Schnittwunden am Bein davon. ** Ein Schutzverband der Fußgänger ist in Paris ins Leben getreten. Man will vor allem in schärfster Weise gegen die Rücksichtslosigkeiten der dortigen Chauffeure, deren Zahl bereits auf 60000 angewachsen ist, vorgehen. Jeder Verstoß gegen die Verkehrsordnungen soll grundsätzlich zur Anzeige gebracht werden. ** Palasteinsturz in Neapel. Unter markerschütterndem Krachen ist in Neapel einer der ältesten historischen Paläste, der Palazzo San Severo, eingestürzt. Die gesamte Bewohnerschaft des Palastes wurde mit den drei Stockwerken in die Tiefe gerissen. Es sind zahlreiche Verletzte, darunter auch mehrere Schwerverletzte, festgestellt worden. Ein Bombenflugzeug ins Meer gestürzt. Wäh rend eines Fluges eines amerikanischen Bombenflug zeuges setzten plötzlich, wie aus Honolulu gemelde wird, auf der Höhe der Küste der Insel Dahu beide Mo tore aus. Das Flugzeug stürzte aus einer Höhe vor 500 Fuß ins Meer, wobei zwei Mann von der vier Mann starken Besatzung ertranken. ** Wahlschwänzen strafbar. Nicht in Deutsch land, aber in Australien. Dort ist bei den letzter Wahlen zum ersten Male das Fernbleiben von der Wahlurne unter Strafe gestellt worden. Den Nicht wählern wurde eine Geldbuße von 40 Mark angedroht Die Wirkung ist auch nicht ausgeblieben, denn diesma brachte man es auf eine Wahlbeteiligung von 9Prozent. Kleine Nachrichten. * In Oberhausen(Rheinland) fiel ein dreifähriget Bübchen in eine Badewanne mit heißem Wasser und verbrühte sich derartig, daß es schon am nächsten Tage starb * Einer Frankfurter Meldung zufolge erlitt der Ge neraldirektor der Höchster Farbwerke, Geheimer Regierungsrat Dr. Haeuser, infolge eines Autounfalls einen Ober schenkelbruch und erhebliche Verletzungen im Gesicht, se daß seine Ueberführung ins Krankenhaus notwendig wurde *Es steht eine Verordnung der österreichischen Regierung bevor, durch die die Schillingrechnung am 1. Januar 1926 bei allen öffentlich=rechtlichen Körperschafter und in allen Handelsbüchern zur Einführung gelangt. * Von der Sternwarte Jerkes bei Chicago sind zwe neue Kometen beobachtet worden. Die Zahl der dies jährigen Kometen ist damit auf zehn gestiegen, eine Ziffer, die seit 1898 nicht mehr erreicht wurde. Kleine Nachrichten. * Wie eine Londoner Meldung besagt, wurden im Oberhause zum erstenmale Mikrophone angebracht, um die schlechte Akustik des Saales zu verbessern. Auf beiden Seiten des Hauses und auf der Pressegalerie waren etwa zwei Dutzend Hörer angebracht. Die Neuerung bewährte sich gut. * In der Rähe von Steinbach(Oberbayern) stürzte ein mit vier Personen besetztes Auto eines Wagenfabrikanten von Markt=Oberdorf um, wobei ein Gastwirt getötet wurde. Zwei weitere Insassen wurden schwer verletzt. Gedenktafel für den 27. Novemder. 1237 Sieg Kaiser Friedrichs II. über die Lombarden bei Cortenuova— 1870 Deutschen Sieg bei Amiens— 1884 Hissung der deutschen Flagge in Finschhafen(Neuguinea) — 1913 Türkisch=serbischer Friede zu Konstantinopel 1914 Ernennung Hindenburgs zum Generalfeldmarschall. Sonne: Aufgang 7,36, Untergang 3.58. Mond: Aufgang 3,8 R., Untergang 3,43 P. Gedenktafel für den 28. November. 1793 Niederlage der Franzosen bei Kaiserslautern— 1870 Die Loirearmee wird bei Beaune la Rolande von den Deutschen zurückgeschlagen— 1898 † Der Dichter Konr. Ferd. Meyer in Kirchberg(* 1825). Sonne: Aufgang 7,38, Untergang 3,58. Mond: Aufgang 3.31 N., Untergang 4,57 V. A Eine amtliche Viehzählung. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, findet am 1. Dezember dieses Jahres im Deutschen Reich eine amtliche Viehzählung statt die sich auf Pferde, Maultiere und Maulesel, Esel, Rindvieh, Schafe, Schweine, Kaninchen, Federvieh und Bienenstöcke(Bienenvölker) erstreckt. Die Zählungen dienen nicht irgendwelchen steuerlichen, sondern lediglich statistischen und volkswirtschaftlichen Zwecken, insbesondere zur Erkenntnis der Lage der Landwirtschaft und der Viehzucht. Es ist unbedingte Notwendigkeit, daß den ehrenamtlich tätigen Zählern erschöpfende Angaben über die vorhandenen Viehbestände gemacht werden. Wissentlich falsche oder unvollständige Angaben werden gerichtlich verfolgt. Eine Erhebung der Hausschlachtungen findet bei der diesjährigen Zählung nicht statt. 7 Empfindliche Bestrafung wegen Nichtverwendung von abgezogenen Beitragsteilen. Ein Maler L. aus C. hatte bei über 30 Arbeitern, die er im Sommer des verflossenen Jahres beschäftigte, die bei der Lohnzahlung einbehaltenen Beitragsanteile zum größten Teil für sich selbst verbraucht, statt sie für die Invalidenversicherung zu verwenden. Auf Grund des Paragraphen 1492 der Reichsversicherungsordnung ist L. jetzt kostenpflichtig zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Der Fall darf als allgemeine Warnung dienen. A Die Post stundet, aber nicht zinslos. Vom Reichspostministerium ist dem Bund deutscher Fernsprechteilnehmer in Göttingen auf eine Anfrage der Bescheid geworden, die Reichspost sei aus wirtschaftlichen Gründen auf die rechtzeitige Einzahlung der Telephongebühren angewiesen. In besonders gelagerten FFällen könne jedoch, den Bedrängnissen des Fernsprecheilnehmers Rechnung tragend, eine Stundung einjeräumt werden. Immerhin könne diese Stundung her Gebühren ohne Zinsen nicht erfolgen.— Große Funkschau in Köln. Anfang Februar nächsten Jahres soll in Köln eine große Rundfunkausstellung veranstaltet werden. Der Zweck der Veranstaltung besteht darin, nach dem Freiwerden der Kölner Zone weitesten Kreisen die Möglichkeit zu geben, sich einen Ueberblick über den Stand des Funkwesens und seiner Technik zu verschaffen, die Bevölkerung vor dem Ankauf von veralteten und ungeeigneten Apparaten zu schützen, hier im Westen aber auch einer unproduktiven Zersplitterung in Veranstaltungen von lokaler Bedeutung zu begegnen. Ossi Oswalda, die beste Lustspielschauspielerin bringt Stimmuna und humor X Glatte Ablehnung der„modernen Kammermusik". In Frankfurt(Main) wurde eine Umfrage mittels sogenannter„Beifallskarten“ veranstaltet, in wie hohem Maße im Rundfunk Interesse für moderne Kammermusik besteht. Das Ergebnis der Rundfrage war eine entschiedene Zurückweisung solcher Veranstaltungen. X Das bisherige Funkgerat kann auch weiterhir beibehalten werden. Um die vielfach unzutreffende salsche Ansicht zu entkräften, der Rundfunkverkehr werde sich künftighin nur noch auf höheren Wellenlängen abspielen, sodaß das bisherige Funkgerät unbrauchbar werde, wird festgestellt, daß eine derartige Befürchtung jeglicher Grundlage entbehrt. Es kann also auch weiterhin das jetzige Funkgerät im Betriel bleiberHumor und Zu bedauern oder zu beneiden? Richter zu dem schon oftmals vorbestraften Angeklagten:„Sind Sie verheiratet?"— Angeklagter:„Bedauerlicherweise nicht. Wenn man fortwährend hinter Schloß und Riegel gesetzt wird, kann man doch nicht heiraten.“ Die Feuerprobe.„Sie haben mir hier diesen Schirm als erstklassige Ware verkauft, in Wirklichkeit ist er aber was ganz Ordinäres.“—„Aber gestatten Sie mal! Wieso soll das denn bewiesen werden?“— „Ich habe den Schirm gestern abend beim Gesellschaftsabend im„Goldenen Stern“ stehen lassen und heute fruy stand er noch unangetastet auf der gleichen Stelle.“ Ein wint mit dem Zaunpfahl. Obersekretär Dressel, trotz seines schönen Postens noch unbeweibt, wird eines Tages von der Großschlächtersgattin Lehbacher zum Abendessen eingeladen. Auch die verheiratete Tochter der Frau Lehbacher ist zugegen, ebenso die unverheiratete. Auf letztere versucht die Gastgeberin die besondere Aufmerksamkeit des Herrn Obersekretärs zu lenken.„Welche von meinen beiden Töchtern gefallt am besten, Herr Dressel?" fragt Frau Lehsachet weeiche, entgegnet schlagfertig Dressel: Sport. X Tasker nach wie vor erfolgreich. Beim internattonalen Schachturnier in Moskau kamen neuerdings die Hängepartien zur Erledigung. Capablanca verlor, wie der Stellung nach nicht anders zu erwarten, gegen Werlinski. Marshall mußte das unhaltbare Endspiel gegen Sämisch bald aufgeben. Ein böses Mißgeschick hatte Rubinstein Er übersah in seiner Partie gegen Yates eine feine Falle, die ihm der Gegner gestellt hatte, und verlor dadurch das Spiel, das sonst remis gewesen wäre. Lasker steht jetzt mit 8 Punkten an zweiter Stelle. Ein Sport=Strafgesetzbuch. Das erste seiner Art. Wie aus New York mitgeteilt wird, dürfte der StaaPensylvania der erste Staat sein, der in seine Strafgesetze Bestimmungen eingefügt hat, welche Sportvergehen mit zum Teil strengen Strafen bedrohen. Wir halten es für nützlich, eine der wichtigsten pensylvanischen Strafbestimmungen, die unserer Meinung nach ohne weiteres auch in europäische Strafgesetzbücher übernommen werden könnten, zier in wörtlicher Uebersetzung wiederzugeben: Mit Geldstrafen bis zu 5 Dollar(21 Mark) oder mit Gefängnis, bis zu fünf Jahren, wird derjenige bestraft, der durch Bestechung versucht, einen gewerbsmäßigen Fußballspieler, Baseballspieler, Ringkämpfer, Borer, Jockei oder einen anderen gewerbsmäßigen Sportsmann dazu zu bestimmen, daß er durch sein Verhalten während der sportlichen Vorführungen deren natürlichen Verlauf verhindert.“ Es soll damit offensichtlich der Unsitte entgegengereten werden, daß der Ausgang von sportlichen Kämpfen vorher zwischen den kämpfenden Parteien verabredet wird. neue Stern. Siege des Menschengeistes. Am 25. Mai dieses Jahres wurde in Südafrika ein neuer Stern aufgefunden. Heute liegen nähere Angaben vor, die auf ein starkes Abweichen von dem gewöhnlichen Verhalten neuer Sterne hindeuten. Statt des sonst beobachteten explosionsartigen Aufleuchtens fand diesmal eine außerordentlich langsame Helligkeitszunahme statt. Der Ausdruck„neuer Stern“ ist eigentlich nicht in aller Strenge richtig. Es handelt sich natürlich stets um einen schon vorhandenen, aber sehr dunklen Stern. An Hand der photographischen Platte kann man oft nachträglich die Größe vor dem Aufleuchten feststellen. Meistens haben sie dann die bescheidene Größe 10 bis herunter zu 13, so daß sie selbst im Fernrohr kaum zu sehen sind. Innerhalb weniger Stunden kann jedoch das Aufleuchten eintreten. Die bekannte Nova Persei z. B. war noch 28 Stunden vor ihrer Entdeckung am 21. Februar 1901 ein Stern 12. Größe und erreichte zwei Tage später bereits die Größe 0, gehörte also zu den schönsten und hellsten Erscheinungen am Fixsternhimmel. Aber langsam nahm die Leuchtkraft wieder ab, nach einem Monat bereits war sie nur schwach sichtbar, leuchtete dann wieder etwas auf, jedoch nur kurz. Es folgte in dem nächsten Vierteljahr ein periodischer Lichtwechsel, der langsam flacher wurde, und seit 1906 ist die Nova Persei wieder ein unsichtparer Stern 11. Größe. Uns Erdenbewohner berührt es nicht sonderlich, venn auf einem fernen Stern Ereignisse auftreten, die den„Weltuntergang“ bedeutet hätten, wenn unser im Vergleich zu manchem Fixstern so zierliches SonBesuchen Sie Sonntag das große Lustspielprogramm der Steinheimer Lichtspiele! nensystem einer ähnlichen Katastrophe begegnet wäre. Wir können uns ja von kosmischen Katastrophen kaum eine Vorstellung machen, aber wir verfügen über die nötigen Hilfsmittel, um die Temperaturen der fernsten Sterne zu messen. Da ergab es sich, daß eine indere Nova, die Nova Aquilaer Temperaturschwanlungen von 6000 bis 11000 Grad zeigte. Woher stammen diese Veränderungen? Es hat an Erklärungsversuchen nicht gefehlt. So chien es naheliegend, an einen Zusammenpralt zweier dunkler Sterne zu denken, deren gewaltige Bewegungsenergie eine ungeheure Erwärmung zur Folge hätte. Aber warum sollte diese Glut so bald wieder verschwinden? Sind doch die anderen Sterne, wie die Sonne, beständig. Man dachte an chemische Vorgänge, an plötzliche Verbrennungen. Doch machen verschiedene Umstände die Annahme unwahrscheinlich. Es scheint sich um Vorgänge auf der Oberfläche des Sternes zu handeln. Dieser Vermutung wird die Hypothese Seligers gerecht, der meint, daß der feste Himmelskörper einen Nebel durchdringt. Dadurch kann sehr wohl eine rein oberflächliche Erhitzung auftreten, die wieder abklingt, sobald der Stern die Nebelwolke verläßt. Und da sich gerade in der Umgebung der Nova Persei Nebel befinden, gewinnt die Vermutung Seligers große Wahrscheinlichkeit. Man fand fernen, daß in der Nebelhülle der Nova Persei einige helle Knoten ihre Lage veränderten. Messungen ergaben, daß es sich um ganz gewaltige Bewegungsvorgänge jandeln müsse, und man errechnete Geschwindigkeiten. die der des Lichtes nahe kamen. Es ist kaum denkbar, daß Materie mit solcher Gewalt ausgeschleudert wird, und es bleibt keine andere Möglichkeit, als die Erscheinung optisch zu deuten. Die Natur hat hier einen Trickfilm von überwältigender Großartigkeit geschaffen, der sich auf der riesigen Projektionswand eines Sternennebels abspielt. Jene Wanderung der hellen Lichtknoten ist nämlich richts anderes als das Licht selbst, das nach dem Auflammen des Sternes mit einer Geschwindigkeit von 300 000 Kilometer durch die Nebelhülle kriecht. Vor solchen Ausmaßen schrumpft unser Planet zu einem Staubkorn zusammen, und die Nichtigkeit inserer kleinen menschlichen Existenz müßte uns erbrücken, wäre es nicht dem Menschengeist gelungen, die Leere des Weltalls zu überbrücken und mit Geankenschnelle in Fernen zu eilen, die das träge Licht nur in Jahrhunderten gemächlich durchquert. Im Kampf mit dem Aussatz. Mittelalterliche Badestuben. Dem Menschen der Neuzeit ist es eine liebe Gevohnheit geworden, über das Mittelalter geringschätlig zu urteilen und mitleidig auf die„mittelalterlichen Zustände" herabzusehen, wie sie sich damals in der Kultur des Volkes zeigten: Mittelalterliche Neisung zur Grausamkeit und Gewalttat, mittelalterliches Rechtsverfahren, mittelalterliche Zuchtlosigkeit und Gesittung. Und doch fällt dem Kulturforscher etwas auf, worin noch heute das Mittelalter der Neuzeit überlegen war: Es gab oft in den kleinsten Orten öffentliche Badestuben, in denen die Einwohner warme und kalte Bäder nehmen konnten. Die Einrichtung dieser Badestuben hatte ihren Grund in den damaligen sehr schlechten Gesundheitsverhältnissen. Man wollte auf diese Weise dem Aussatz, jener furchtbaren Hautkrankheit, steuern, die bis ins Mittelalter hinein Mittel= und Südeuropa, Aegypten und Kleinasien heimsuchte und sich umso schneller ind besser ausbreitete, als sie durch Uebertragung äußerst ansteckend war. Deshalb wurden die Aussätzigen getrennt von den Gefunden untergebracht. Die Hauptursache der gräßlichen Krankheit war ohne Zweisel große Unsauberkeit, wodurch die Hanträtigkeit völlig darniederliegt, sodaß Säfte und Blut nur noch mangelhaft in Gang sind. Reinlichkeit war die beste Bekämptung dieser Seuche. Deshalb enthielten ja schon die mosaischen Gesetze die ausführlichsten Reinigungsvorschriften. Während man in den heißen Ländern möglichst oft kurze Vollbäder nahm, begnügte man sich in den Ländern der gemäßigten Zone mit täglichen„Ganzwaschungen. Zur Zeit der Kreuzzüge hatten die Pilger den Aussatz aus dem Morgenlande ins Abendland eingeschleppt. Um der Unsauberkeit, dem Herd des satzes, zu steuern, wurden überall in großer Anzahl öffentliche Badestuben eingerichtet, wo jedermanz kalte und warme Bäder nehmen konnte. Erst im 15. Jahrhundert gerieten sie in Europa in Verfall, nachdem die Aussatz=Ansteckungsgefahr endgültig vorüber war. Dadurch haben unendlich viele Orte ihre „Warmbadeanstalt“ verloren. Aus Gründen der Hautpflege bleibt dies zu bedauern. F. S. Gefärbte Haare. Welche Färbemittel sind besonders schädlich? Von jeher hat die Eitelkeit die Menschen— und zwar ganz besonders das zarte Geschlecht— veranlaßt, mit Hilfe von künstlichen Mitteln die natürliche Schönheit des Körpers zu erhöhen, zu erhalten oder Mängel zu verbessern. Färben die wilden Völker mit Vorliebe Haut und Zähne, so legten Griechen und Römer mit ihrem besonderen Kulturbedürfnis besonderen Wert auf Haaxfarbe, deren Verschönerung seit einiger Zeit auch bei uns wieder in Mode gekommen ist. Das Färben geht gewöhnlich so vor sich, daß Haar zunächst durch Waschen mit Seifenwasser, mit einprozentiger Ammonium= oder Sodalösung entfettet wird, um dann soweit abgetrocknet zu werden, daß noch ein wenig Feuchtigkeit zurückbleibt. Das durchgekämmte Haar nimmt dann die mittels einer Bürste kalt aufgetragene Farbe besser an. Nachdem das Haar wieder ganz trocken geworden ist, trägt man eine zweite Lösung mit einer dünnen Bürste auf. Dann pflegt bei guten Haarfärbemitteln nach kurzer Zeit die gewünschte Farbe zu erscheinen; sonst kann man unter Umständen stundenlang warten. Der Ueberschuß an Farbe wird durch gründliches Waschen mit Seifenwasser wieder beseitigt, und schließlich wird das getrocknete Haar gut eingefettet. Von den anorganischen Mitteln sind besonders die silbersalzhaltigen zu empfehlen; in der zuerst auf„Der blinde Passagier“ das große Lustspielprogramn getragenen Flüssigkeit ist gewöhnlich Höllenstein halten; in der zweiten ein reduzierendes wite das aus der Photographie bekannte Pyrogallyf das Natriumthiosulfat, durch das aus dem Höllen metallisches Silber gebildet und in fein vertet Form auf dem Haar niedergeschlagen wird: ter der zweiten Flasche ist ein Salz enthalten, das in Silber eine schwer lösliche Verbindung eingeht schwarzen Silberflecken lassen sich mit Hilfe von kali=Lösung leicht entfernen. Mit der genannten w thode werden schwarze, blonde und braune Töngzielt. Sehr schädlich ist es, vor dem Färben;# schwarz und weiß meliertes Haar mit Wasserstos superoxyd zu bleichen, da hierbei die Haare leis brüchig werden. Von den natürlichen Farbstoffen wird chinen sche Tusche verwendet, besonders für die Augen brauen. Sie ist aber nicht haltbar, ebensowenig wiNußextrakt=Haarfarben. Dagegen sind die persischen Haarfärbemittel— Henna und Reng, dieses aus dem Indigostrauch— sehr empfehlenswert. Mit vird das Haar orangefarbig oder fuchsrot, mit dagegen blond bis schwarz gefärbt. Die Färbung ist allerdings recht umständlich, hält jedoch monate lang an. Unter den künstlich hergestellten organischen Stofen steht, wie Professor Joseph gefunden hat, mit ar erster Stelle das Primal. Die in ihm enthaltenen, un sprünglich giftigen Farbstoffe werden vor dem Färber in ungiftige, nicht gefärbte Stoffe umgewandelt, die in wässriger Lösung auf das Haar gebracht, durc Oxydation mit Hilfe des Luftsauerstoffes als ungiftig Farbentöne erscheinen. Dieses Verfahren hat den gro ßen Vorzug, daß die Haare nur mit unschädlichen Farh stoffen in Berührung kommen, und daß bei dem Pri mal im Gegensatz zu anderen Haarfärbemitteln, be denen hier und da recht unangenehme Reizungen und Ekzeme der Haut beobachtet werden, niemals schäd liche Folgen zu beobachten sind. M. Verlieren und Finden. Ein Bittruf an die klare Vernunft, Ueber das heikle Kapitel: Verlieren und Finden das täglich in kurzen dürren Zeitungsnotizen sein Wiederholung findet, ist schon so viel geschrieben wor den, daß ein Kommentar dazu eigentlich überflüssig erscheint. Und wenn man mit Engelszungen redete in unserem Zeitalter, wo Treu und Glauben, Ehrlich leit ach so selten geworden sind, würde man nur auben Ohren predigen. Wer heute etwas findet und die Neugier mag zunächst als ein leicht verzeihlicher Fehler der ganzen Menschheit hingestellt werden — prüft zuerst, ob sich das Gefundene auch der Rück zabe lohnt. Leider wird diese in den weitaus meisten Fällen der wenigen Ehrlichen sei hier dankbar gedacht, ga richt erst in Erwägung gezogen, wenn es sich um Beld oder Wertsachen handelt. Der volle Wert des sundes lockt ja weit mehr, als die zu erwartend. Belohnung. Gewissensbisse darüber, daß durch der Perlust, wie das so oft zu lesen ist, selbst ein armer Teufel, wie der Finder, schwer betroffen und geschädig würde, macht man sich in selbstsüchtiger Freude jo nicht. Doch genug davon. Weiteres darüber zu schreiden, hieße nur leeres Stroh dreschen, und das is eine undankbare Arbeit. Man wird höchstens noch aus elacht und für vorsintflutlich dumm gehalten, wenn nan noch an eine Ehrlichkeit glauben wollte. Die Frage, wer im Straßenbahnwagen oder im Fisenbahnabteil der eigentliche Finder ist, sein müßte edarf noch der Klärung. Meines Erachtens sind en diesen Fällen die Besitzer der Fundørte, währen die offene Straße niemand gehört. Wer hier einen Fundgegenstand an sich nimmt, ohne ihn an der nachten zuständigen Stelle abzugeben, begeht ganz tlat richts anderes als eine Fundunterschlagung, einen Diebstahl. Hier eine Streitfrage aufzurollen, liegt aber richt in meiner Absicht, vielmehr möchte ich oard indeuten, was außer Gold= und Wertsachen son noch täglich in Verlust gerät. So viele, viele Kleinigkeiten, Aktes=, Hand un Brieftaschen, Notizbücher usw., die für den Find absolut keinen materiellen Wert habel aft nur tizen, Zettelchen enthaltend. Und doch, was diese Nichtigkeiten oft für unersetzliche Werte? Die, wenn sie zurückgegeben, oft mit wogen würden. Aber was ist meist das dieser Fundobjekte?— Die Straßengosse, der Muneimer oder das Feuerloch. Dorthin wirft man es ersten Verdruß der getäuschten Erwartung. man nur einmal daran denken wollte, wieviel Ja lose Nächte, wieviel Aerger und Verdruß erspart o. ben könnten, wenn man wenigstens diese Fundsach dem Verlierer wieder erreichbar machen wollte, statt sie in geradezu verbrecherischer Weise zu verlich ten. Manch klingender Lohn würde der Erfolg 1 Was ist es hier, was den Finder zurückhält, einzig richtigen Weg zu gehen? Eine ungelöste denn gegen Dummheit und Unvernunft kämpfen Götter vergebens. Möchte doch dieser Appell an klare Vernunft nicht ganz vergebens sein: deß. stens diese Fundsachen ihren Weg zu dem Verliere rückfinden. Dann würde das traurige Kapitel Verlieren und Finden viel von seiner Bittertert lieren und sicher einen versöhnenden Abschluß tigen. Sie werden und müssen lachen wenn Sie Sonntag die Lichtspiele Ter birch — Müne des Landta gestern noch werk von tät unter all und dem im schen Volkes Dr. Held w. Völkerbund lehnen. Völkerbund land möglich lehne er ab. erster Linie sprüchen, die — Londr slawien ang griechisch=bul Neutralität rung erhebt, kans angesel dat betraut z es, falls seir eines Sitzes — Tondi Hongkong is jüngerer Br den Thronf Kon — Berli Staatsoper i gegangen, in von Schillin wird. Säm beschlossen e treten und Professor v. Kontrakt un Der — Berli deutschen Ll zember d. Fusionsvert einerseits u mer-Afrikaanderseits zu Konzern zu deutschen S würden säm Der N — Bra Tröbelsberg mordet hat, festgenomme Leugnen ein 6 Fra alte Krimin auf dem 2 einem Schu Die 3 ergriff Der Re len und mit hel Redner greiflic auch n Pakt k führen sachlich beim derer Vertr in n Verzie rechts. ersten vürde veiter vie geber nicht kraa die Stui Neg hatt wen der die llenstein Mittel.. rogallol oden txd; oder in mit dem eingeht. J. lfe von Jod nannten Mene Töne. Färben 2 2 Wasserstof. Haare leich wird chinesidie Augennsowenig wie te persischen eses aus dem Mit Heun ot, mit Reno Die Färbung doch monate mischen Stof. hat, mit ar haltenen, ur dem Färber wandelt, die bracht, duré als ungiftig hat den groidlichen Farb bei dem Priemitteln, be eizungen un iemals schäd ernunft. und Finden notizen sein chrieben wor h überflüssig ingen redete ben, Ehrlich de man nui as findet— eicht verzeihestellt werden ich der Rückeisten Fällen gedacht, gar es sich um le Wert del erwartend. ß durch der st ein armer nd geschädig r Freude jo der zu schreiund das ist ns noch aus alten, wenn ollte. gen oder im sein müßte tens sind ei tte, während e hier einen an der nächt ganz klai gung, einen egt aber gat ich darau sachen sonst cen. Schlußdienst. .Her angekündigte Aenderungsantrag der Wirt Vereinigung zum Locarnogesetz liegt jetzt in Gartlaut vor. Danach soll Artikel 2 folgende Faserhalten:„Die Ermächtigung der Reichsregieuns die für den Eintritt des Deutschen Reiches in Völkerbund erforderlichen Schritte zu tun, wird besonderes Reichsgesetz geregelt.“ Eine neue Rede Helds. München, 27. Novbr. Im Zwischenausschuß es Landtages nahm Ministerpräsident Dr. Held estern noch einmal das Wort, um für das Vertragse von Locarno einzutreten, das in seiner Totaliunter allen Umständen einen Fortschritt bedeute ind dem im Interesse des Gesamtwohles des deuthen Volkes zuzustimmen sei. Dagegen sei, erklärte dr Held weiter, der Eintritt Deutschlands in den gölkerbund im gegenwärtigen Zeitpunkt strikt abzusehnen. Die Gegner hätten es in der Hand, den Alkerbund so zu gestalten, daß der Eintritt Deutschland möglich werde. Ein Plebiszit über Locarno sehne er ab. Was dem deutschen Volke nottue, sei in eriter Linie die einheitliche Front gegenüber den Ansprüchen, die das Ausland an Deutschland stelle. Jugoslawischer Größenwahn. — London, 27. Novbr. Es verlautet, daß Jugoslawien angesichts der von ihm während des letzten griechisch=bulgarischen Zwischenfalls bewahrten strikten Neutralität und seiner militärischen Stärke die Forderung erhebt, vom Völkerbund als Polizist des Balkans angesehen und mit einem entsprechenden Mandat betraut zu werden. In dieser Eigenschaft verlangt 3, falls sein Anspruch durchdringt, die Einräumung eines Sitzes im Völkerbundrat. Der König von Siam v. — Tondon, 27. Novbr. Nach einer Meldung aus Hongkong ist der König von Siam gestorben; sein jüngerer Bruder, Prinz Prajadhipok wird ihm auf den Thron folgen. Konflikt in der Berliner Staatsoper. — Berlin, 27. Novbr. Bei der Intendantur der Staatsoper ist ein Schreiben des Kultusministers eingegangen, in dem dem Intendanten Professor Max von Schillings die fristlose Entlassung ausgesprochen wird. Sämtliche Personalvertreter der Staatsoper beschlossen einstimmig, hinter ihren Intendanten zu treten und den Kampf an seiner Seite auszufechten. Professor v. Schillings hat noch einen vierjährigen Kontrakt und dürfte den Rechtsweg beschreiten. Der größte deutsche Schiffahrtskonzern. — Berlin, 27. Novbr. Der Aufsichtsrat des Norödeutschen Lloyd hat beschlossen, einer auf den 21. Dezember d. J. einzuberufenden Generalversammlung Fusionsverträge zwischen dem Norddeutschen Lloyd einerseits und der Roland=Linie, der Hamburg=Bremer=Afrika=Linie und der Dampfschiffsreederei Horn anderseits zur Genehmigung vorzulegen. Falls dieser Konzern zustandekommen sollte, würde er der größte deutschen Schiffahrtskonzern werden. Seine Schiffe würden sämtliche Erdteile anlaufen. Der Nordhansener Doppelmörder gefaßt. — Brannschweig. 27. Novbr. Der Mörder Tröbelsberger, der zwei Nordhausener Einwohner ermordet hat, ist auf dem Magdeburger Hauptbahnhof festgenommen worden. Er hat nach anfänglichem Leugnen ein Geständnis abgelegt. Ein Kriminalbeamter ermordet. — Frankfurt a. M., 27. Novbr. Der 41 Jahre alte Kriminalbeamte Otto Sack wurde von Passanien auf dem Westendplatz mit zwei Bauchschüffen und einem Schuß an der Hand tot aufgefunden. Die zweite Lesung der Lecarno=Vorlage. — Berlin, den 26. November 1325. Bei der heutigen zweiten Lesung der Locarno=Vorlage ergriff als erster Redner Abg. Landsberg(Soz.) das Wort. Der Redner polemisierte zunächst gegen die Deutschnationaten und betonte dann, daß auch die Sozialdemokraten nicht mit heller Begeisterung dem Locarno=Bakt zustimmten. Der 3, wies dann darauf hin, daß das Mißtrauen, das die Deutschnationalen gegenüber den Versprechungen der Vertragsgegner hätten, bei den Deutschnationalen subjektiv begreiflich sei. Aber sie sollten doch endlich lernen, daß es ich noch Leute gebe, die ihr Wort halten. Der LocarnoHatt koste uns den Verzicht auf Krieg, den wir doch nicht führen können, bringe uns aber den Schutz vor neuen Sanktionen und die Befreiung des Rheinlandes. Abg. Wallraf(Dntl.) erklärte, das Volk verlange eine süchliche Auseinandersetzung über diese Fragen, die man delm Vorredner habe vermissen müssen. Von ganz besonerer Bedeutung sei die verschiedenartige Interpretation Locarno=Vertrages. Die deutsche Regierung dürfe keinen Hertrag unterzeichnen, der auch nur die Deutung zulasse, daß ees Anerkenntnis des Versailler Vertrages und ein auf deutsches Land ausgesprochen werde.(Beifall rstenIm„Temps“ werde bestritten, daß die Räumung der nürden nur er. Anfang sei, und erklärt, die Alliierten veiter nicht einmal auf eine Unterhaltung über eine de demung einlassen. Wenn ein alter Rheinländer, Regier und mutige Justizminister Frenken, die tänden alse, weil er mit Locarno unter keinen Umann sein konnte, so müsse das zu denken cen glauben an unser deutsches Volk und wollen Zugend 3i Annahme des Locarno=Vertrages unserer die freie Bahn in eine bessere Zukunft versperren. siaegosunnsic der Kommunist Schueller gegen den Verdie deutschochel Jarte, erklärte Abg. Dr. Dernburg(Dem.), entschnt Politik sei dieselbe, die schließlich zum Regierung. zu Versailles führte. Wenn die hätte, dan den Eintritt in den Völkerbund erklärt tonnen sie den Umweg über Locarno vermeiden vennsichdch muß und wird angenommen werden, auch sich die Deutschnationalen auf den Kopf stellen. lerbundsrraen(Wirtsch. Vgg.) forderte Regelung der Völzu, daß maße durch ein besonderes Gesetz. Der Redner gab Abe emaugsverschiedenheiten in seiner Partei bestehen. der Bertre Jaherödörfer(Bayr. Vp.) erklärte, daß, wenn de Besetusarno überhaupt einen Zweck haben solle, ltens.d823 Rheinlandes beseitigt werden oder mindeAbg, denrist abgekürzt werden müßte. ) warnte vor der Locarno=Psychose, us unglück bringe. 3. Lefung der ventante erkrsauodnn erblich belastet? Das Aerzte=Gutachten über den Leichenbefund in Ferdinandsfelde.—„Ich geve zu, daß Heymann durch meine Einwirkung getötet worden ist.“ + Prenzlan, 27. November, Die Prozeßverhandlungen in der Ferdinandsfelder Mordaffäre nähern sich nunmehr allmählich dem Kernpunkt des Verfahrens: der Feststellung darüber, inwieweit die beiden Angeklagten an dem plötzlichen Tode Heymanns schuld sind. Vorläufig steht noch immer die Frage im Vordergrund, inwieweit es mit der Behauptung zahlreicher Zeugen, der Ermordete habe an Herzanfällen gelitten, seine Richtigkeit hat. Wegen der nur noch spärlich verhandenen Leichenreste, die lediglich aus zu Kohle gewordenen Knochen bestanden, konnten die Aerzte sichere Spuren für die wirkliche Todesart nicht finden. Infolgedessen lauten die ärztlichen Feststellungen lediglich dahin, daß Heymann infolge Verbrennung gestorben ist.— Der Gerichtschemiker Dr. Jeserich, der die Leichenreste dreiviertel Jahre nach der Beisetzung auf das etwaige Vorhandensein von Gift untersucht hat, war nicht mehr in der Lage, etwas Wesentliches nach dieser Richtung hin zu entdecken. Verfolgungswahn in der Familie Markgraf. Die Oberin Schuhknecht aus Leipzig, die früher im Hause des Pastors Markgraf, des Vaters des Angeklagten, Hauslehrerin war, führte u. a. aus, der Vater des Angeschuldigten sei wie sein Sohn mitunter sehr merkwürdig gewei n. Es habe zuweilen den Anschein gehabt, als sei er geistig nicht normal. Diese Absonderlichkeit habe sich später bis zum Verfolgungswahn verstärkt. Vom Verteidiger des Angeklagten wird darauf hingewiesen, in einem Protokoil über eine Vernehmung Markgrafs durch die Kriminalpolizei stehe zu lesen: „ Ich gebe zu, daß Heymann durch meine Einwirkung getötet worden ist.“ Markgraf bestreitet nachdrücklich, das gefagt zu haben. Als das Protokoll mit ihm aufgenommen wurde, seien seine Nerven nicht in Ordnung gemesen. Die zwei Dokumente der Kartenlegerin. Die Kartenlegerin Ullrich aus Kupferhammer bei Eberswalde, die in dem Prozeß die Rolle der Hauptbelastungszeugin spielt, hat zwei wichtige Dokumente im Besitz, die vielleicht sehr in die Wagschale fallen dürften, trotzdem die Zeugin durch den Leiter der Eberswalder Irrenanstalt als geistig minderwertig bezeichnet worden ist. Das eine Dokument lautet wie folgt:„Frau Ullrich hat von mir nach gelieferter Ware 5000 Mark zu erhalten.“ Unterschrift Emma Heymann. Der Inhalt des zweiten Schreibens hat folgenden Wortlaut:„Ich verpfände hiermit vom 18. Mai 1924 bis 10. Juni 1924 Frau Ullrich ein Pferd aus meinem Stall. Ist bis 10. Juni die vereinbarte Lieferung nicht geschehen, so geht das Pferd an besagtem Tage wieder in meinen Besitz zurück.“ Für die restlichen Tage soll der Gang der Verhandlungen so gestaltet werden, daß am Sonnabend, wenn erforderlich, unter Zuhilfenahme von Abendsitzungen, die Plaidoyers und die Urteilsberatung stattfinden können. Das Urteil dürfte für Sonnabend spät abends zu erwarten sein Schwere Schiffskatastrophen. Ein früheres dentsches Kriegsschiff zerscheilt.— Fünfzehn Segelschiffe verlorengegangen. Im Kanal haben während der letzten Tage Stürme mit außerordentlicher Gewalt gewütet. Zahlreiche Schiffe sind dabei in große Rot geraten. Die Rettungsstationen von Rhyl, Southshields, Grimsby und Margate waren ununterbrochen tätig und konnren viele Schiffsmannschaften retten. Der Kanaldienst von Frankreich nach New Haven wurde eingestellt. englische Dampfer baten funkentelegra= phisch um Hilfe. Ein ehemaliges deutsches Kriegsdas man bei Scapa Flow wisder flott gemacht hatte, hat sich losgerissen und ist an einem Felsen bei Fraserbourgh bei Schottland zerschellt. Mannschaft scheint nicht an Vord gewesen zu sein. Des weiteren wird gemeldet, daß 15 Segelschiffe als verloren anzusehen sind. Einer Amsterdamer Meldung zufolge nimmt man an, daß bei dem Unwetter zahlreiche Personen ertrunken sind. Im Amsterdamer Hafen wurden zahlreiche Schiffe losgerissen, von denen die meisten inzwischen wieder festgemacht werden konnten. Vierzehn Schleppkähne sind mit ihrer Ladung gesunken. Im Rotterdamer Hafen wurde ebenfalls eine Reihe größerer Schiffe von ihrem Ankerplatz losgerissen, von denen mehrere noch treiben, während verschiedene andere Beschädigungen erlitten. In zahtreichen Orten wurden auch Personen durch herabfallende Ziegel und Schornsteine oder stürzende Bäume verletzt. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf der Zuider=See. Der von Rotterdam nach Zwolle unterwegs befindliche Schleppdampfer Nyverheid I ist auf der Höhe von Kethel gesunken. Vier Mann der Besatzung werden vermißt. Sie sind wahrscheinlich ertrunken. Ein Fischerfahrzeug aus Volendam geriet bei einem Rettungsversuch in große Gefahr und konnte nur mit Mühe die Küste wieder erreichen. In Volendam hegt man starke Befürchtungen um das Schicksal der Mannschaften der noch nicht wieder eingetroffenen Fischerflotte. Nur drei Mann gerettet. Wie eine Pariser Meldung besagt, verfehlte der französische Segler„Eliane", als er sich vor dem Sturm in den Hafen von Calais retten wollte, die Einfahrt und scheiterte an der Mole. Das Schiff barst in zwei Teile auseinander. Drei Mann der Besatzung konnten gerettet werden. Der Kapitän und die übrigen Leute haben das Leben eingebüßt. des engisce Uhlercectool 1Ioes mi 68 Pon Besatung in hand uere Stunden im Heim. Drantzen sputet sich der Tag, als gelte es einer Rekord, die grauen Stunden der Dämmerung zu er reichen. Sterbensmüde taumeln die falben Blätten des Spätheröstes zu Boden. Dazwischen meldet sich deWind und stöhnt, langsam verröchelnd, wie ermatte ter Wille nach anstrengendem Tagewerk. Gleich Schattengestalten huschen die Menschen an Fenster vorüber. Rascher als sonst. Des früher Abends bleischwerer Dunst legt sich wie Frösteln au die Seele. Treibt ungestüm heimwärts nach den fried lichen, lauschigen Winkeln. Dort aber ist die Stille in diesen Adventswocher eingekehrt wie bei einer großen Vesperfeier. Kinder glück und Kinderbegehren träumen nach den Sonnen bergen, und das Jauchzen singt in der Mütter Her zen mit in köstlichster Harmonie. Es ist, als schreite das Heilige segnend durch die Lande. Es ist, als brause die Seligkeit einer Orgel fuge bis in das letzte Gäßlein, um auch dem Aermster heimliche Erinnerungen zu bringen aus einer seligen lächelnden Kindheit.——— fürs deutsche Volk aller Stände füralle, ohne Parteienunterschier, die draußen im Feld und in der Heimat ihre barte Pflicht urs Vaterland erfullten, kämpften und biuteten für deutsches Land und Volk, für Vater, und Kind! Ein reines, unpolitisches Bilder=Erinnerungswerk edelster Art, getreue Photographien der geogen Erlebnisse von Heer und Flotte auf allen Kriegsschauplänen in West und Ost und Süd und Nord, in Frankreich, Veestland, Polen, Italien, den Wogesen und Karpathen. in Serbien, Bulgarien, Numünien, Maredonien, der Türkel und Kleinasien, Finnland und im lumn, wie auf hoher See und in den Kolonien: Von überall her, wo deutsche Helden kämpften, erscheinen im Laufe der Sammlung naturgetreue Bilder=Zerien(jede Folge 8 große Seiten in hochkünstlerischer Ausführung auf starkem Hochglanz=Kunstbruckpapiers. Wie oft schon sah sich dieser oder jener Kamerad überrascht in diesen Bildern verewige zur Freude seiner Angehörigen. Wer diese Sammlung um wenige Pfennige im Monat sich zulegt, wird dald eine ums Bielfache des bezahlten Betrages(monatlich nur 25 Pig.!) wertvollere Sammlung besitzen, die für spätere Generationen immer kostbarer wird Jetzt ist eine um einmalige Gelegenheit geboten, mit dem Bezuge nen zu beginnen bieten an: Folze 1 bis 6 in einer prächtigen, starken, weinroten Karton=Sammelmappe mit odigem, Bfarbigem sgeld und blau) Klischee=Aufdruck in Relief=Prägung nur Mk. 2.75 nebst 20 Pfg. für Porto. Jeder deutsche Kriegsteilnehmer sei Besteller! Eine vornehme und Dankesgabe der Mutter, des Baters an den Sohn, des Sohnes an den Bater oder die Geschwister, der Braut an den Bräutigam, die den Weltkrieg mitmachten, gleich ob als Offizier oder als schlichter Mann in Reih und Glied. Man zahle durch blaue Vostscheck=Zahlkarten bei seiner Post ein für eine Mappe mit Inhall 2Rark 2.93 an Postscheckkonto Nr. 20046 München Deutsche C. J. Berger, Verlagsdruckerei, München 2. Organisationen, Krieger= und Veteranenvereine, Regiments=Vereinigungen, alle Frontkriegerbunde, Hinterbliebenen= und Kriegsbeschädigten=Vereine können bei Sammelbestellungen von mindestens 10 Stück 5 Prozent Preisnachlaß in AAbzug bringen. Man bestelle sofart, da das Werk sonft vergriffen sein könnte. Berger=Verlag(E. J. Berger), Buch= und Verlagsdruckerei, München=Pasing Telskon 80400, 80583 und 54885 Eine billige, hehre Weihnachtsgabe. Der Berger=Verlag, (C. J. Berger) München 2 und München=Pasing, ein im 20. Jahre bestehendes Presse=Institut, bietet heuer ein schönes Volksgeschenk für alle Deutschen, die im Stahlhelm oder Landwehrmütze ihr Vaterland im Weltkriege verteidigten, zu billigem Preise an Auch der wirtschaftlich Schwache kann sich oder seinen Lieben damit eine schöne, billige, dauernde Weihnachtsfreude bereiten. Frei von Tendenz, nur die bildhafte Wiedergabe der großen Taten des deutschen Volkes in Feld und Heimat pflegend, ist das in Monatslieferungen zu nur je 25 Pfennig erscheinende illustrierte PrachtSammelwerk:„Der Weltärieg im Bild“, eine unvergängliche Erinnerung an das, was der Gatte, Vater, Bruder, der Liebste. draußen an Heldentaten vollbrachten, ist ein für Kinder u. Kindeskinder stolzes und wertvolles Ruhmesbuch für jeden Helden der im schlichten Feldgrau an der Front, oder am Amboß, in Lazarett, bei Post, Eisenbahn etc im Dienst am Vaterland seine Pflicht getan. Der Berger=Verlag München=Pasing bietet Folge 1—6 des Werkes mit prächtiger, weinroter Karton=Sammelmappe für zusammen nur Mk. 2.95 franko an Näheres ist aus dem Inserat dieser Verlagsdruckerei, die als graphisches Presseunternehmen von ihrem Inhaber vor 20 Jahren begründet wurde, in unserem Blatt zu ersehen Die amtlichen Stimmzettel sehen folgendermaßen aus Provinziallandtagswahl, Wahlbezirk Hörter Westfälische Zentrumsvartei Dr. Gotthardt— Stock— Schlüter— Dr. Berendes Sozialdemokratische Partei Deutschlands Schlüter— von Wehrden— Sude— Henze Deutsche Volkspartei Dr. Heim— Westheide— Stapenhorft— Becker Deutschnationale Volkspartei f. d. R.=B. Minden Gruppenkennwort: Deutschnationale Volkspartei f. d. Prov. Westf. Grundmann— Barkey— Frhr. v. Ledebour— Dr. Mann Kommunistische Partei Vollmer— Schülper— Walther— Henrichs Deutsche Demokratische Partei Hövener— Finkmann— Blase— Schnuphase 7 Unabhängige Sozialdemokratische Partei Stolle— Lehr— Frisch— Elmer Elmer Polen=Partei Kolpacki— Kwiatkowski— Kierczynski— Drukarczyk Christlich=soziale Gesinnungsgemeinschaft(evgl.) Graf von Baudissin— Thiele— Gehring— Sinemus an dieser Stelle mußt Du sie mit einem Kreuz im Kreis bezeichnen! Christlich=soziale Partei Kleine— Vogel— Rieks— Schmit Deutschvölkische Freiheitsbewegung Richardt— Falkenroth— Pahmeyer— Grisse Harte Landwirtschaft Frhr. von Heeremann und Zuydtwyck Guntermann Sparerbund Dr. Dieterle— Dr. Kaiser— Kneer 16 17 Wirtschaftliche Wählervereinigung Goeken— Buthe— Frhr. von Spiegel Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes Lünenschloß— Thiele— Gellhaar— Wulf 17 Kreistagswahl Wahlbezirk Höxter Westfälische Zentrumspartei Dr. Berendes— Stock— Finkeldei— Heinemann Sozialdemokratische Partei Deutschlands Schlüter— von Wehrden— Sude— Henze Christlich=soziale Partei Knoke— Rieks— Borgolte— Deppe Wirtschaftliche Wählervereinigung Frhr. von Spiegel— Kronsbein— Mühlenbein— Buthe Was bedeutet der Centrums=Wahlvorschlag zum Kreistag auf gerechte Berücksichtigung der Standes= und Berufsbelange sowohl als der regionalen Interessen? Die Zentrumspartei des Kreises Hörter hat bei der Aufstellung der Kandidaten für den Kreistag nach Anhörung aller Stände und Berufe die Kandidaten auf Städte und Amter gemäß einstimmigem Beschluß der berufenen Vertretung verteilt. Es sind Männer aufgestellt, von denen die Partei weiß, daß sie das Vertrauen der Wählerschaft besitzen. Wie die Kandidatenliste zeigt, ist jeder Beruf voll und ganz zu seinem Recht gekommen und Gewähr gegeben, daß neben den kulturellen auch die Wirtschaftsfragen im künftigen Kreisparlament auf dem Boden echt sozialen Ausgleichs aufs Beste gewerden können. Im Nachstehenden wollen wir die an unbedingt sicherer Stelle stehenden Kandidatengruppen der einzelnen Stände etwas näher erläutern, damit jeder Wähler sich selbst Rechenschaft darüber geben kann, wo seine Interl.) Gutsbesitzer Dr. Josef Berendes, Marienmänte — 2.) Rittergutspächter Hubert Suermann, Amesned. — 3.) Landwirt Ferdinand Parensen, Nieheim Gutsbesitzer Werner Berendes jun., Flechtheimerhoi Brakel.— Die 3 Erstgenannten gehörten dem Kreistage an. Herr Berendes=Brakel ist 2. Vorsibaud des Landw. Kreisvereins. c) Handwerker=Vertreter: 1.) Tischlermeister Franz Finkeldey, Steinheim 2.) Schuhmachermeister Heinrich Schlüter, Godelheim 3.) Bäckermeister Hermann Krekeler, Lüchtringen Drei gehörten dem alten Kreistag an und wurden voihren Organisationen wieder vorgeschlagen. d) Vertreter der Beamten, der Kaufmannschad und der freien Berufe: 1.) Bürgermeister und Amtmann Josef Stock. Driburg.— 2.) Dr. med. Ferdinand Schwerter, Hört= — 3.) Kaufmann Laurenz Meyer, Brakel.— 4) wirt Wilhelm Diener, Höxter.— San Von besonderer Wichtigkeit ist noch, daß bindende Beschlüsse der Kreisvertretung vorliegen, wonach jedes Mitglied des Kreistages, welches bei den später durch das Kreisparlament selbst zu tätigenden Wahlen zum Kreisausschuß in diesen einzieht, sein Mandat im Krefstag niederzulegen hat und daß dafür ein anderes Mitglied des gleichen Berufsstandes als Ersatz in den Kreistag kommt. Man darf also bei objektiver Beurteilung des Vorstehenden mit Fug und Recht behaupten, daß auf der Centrumsliste die Interessen aller Berufsstände am besten gewahrt sind. Darum am kommenden Sonntag nur dem Centrum! Für die Provinziallandtagswahl zeigt die Liste der Centrumspartei ebenfalls nu Kandidaten, die sich durch die Tat bereits bestens bewährt haben, mit den Belangen unserer engeren Heimat tatsächlich aufs Beste vertraut sind und die sich des unbedingten Vertrauens aller Kreise erfreuen. Hier tritt noch das bedeutungsvolle Moment hinzu, daß diese vom Centrum vorgeschlugenen Männer der Heimat im Provinz=Parlament unserer gemeinsamen, in ihrer entscheidenden Behandlung durch die Regierungsstellen jetzt akut werdenden Sache des Reichsehrenmals auf der Rabenklippe an der Oberweser wertvolle Dienste zu leisten in der Lage und gewillt sind. Auch hier kann es also eigentlich gar kein Schwanken und Überlegen geben. Auch für die Provinziallandtagswahl gehört die letzte Stimme dem Centrum! a) Arbeiter=Bertreter 1.) Hafenmacher Johann Heinemann, Bad Driburg, Hafenmacher ist eine sachliche Bezeichnung im Glashüt tenbetriebe und gleichbedeutend mit Fabrikarbeiter; Herr Heinemann ist führendes Mitglied der christl. Gewerkschaften und Magistralsmitalied der Stadt Driburg.— 2.) Schneidermeister Ignal Siumpe, Lügde; Herr Stümpe ist Beigeordneter der Stadt Lügde, Vorsitzender des kath. Arbeitervereins und wird von der Arbeiterschaft Lügdes als ihr Vertreter gefordert.— 3.) Ferdinand Hölscher, Fabrikarbeiter, Sandebeck; Herr Hölscher gehörte wie Herr Stumpe schon dem alten Kreistage an und wahrt auch entschieden die Interessen seines Berufsstandes.— 4.) Johann Tewes, Dalhausen; Herr Tewes ist macher und vertritt ebenfalls die Arbeiterschaft, zu den Amtsbezirk Beverungen, besonders jenen Teil. Gerichtssaal. * Im oftpreußischen Kommunistenprozeß wurde fetzt in Leipzig nach 6 tägiger Verhandlung das Urteil gefällt. Wegen Vergehens nach Par. 7 des Republik=Schutzgesetzes, unbefugten Waffenbesitzes und Verheimlichung von Waffenlagern, wurde Lengning zu 3 Jahren Zuchthaus und 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Geldstrafen und ein Teil der Frei heitsstrafen gelten als verbüßt. Sport. X Lasker von Torre geschlagen. Im Moskauer turnier brachte die zwölfte Runde einen großes Aufsehen erregenden Sieg des Mexikaners Torre über Lasten Lasker hatte als Nachziehender in einem Damengamon bereits eine Gewinnstellung erlangt, aber er übersah einen naheliegenden Zug des Gegners, durch den er mehrere Bauern und daher die Partie verloren hat. X Schachmeister Burn F. In London ist der derühmte Schachmeister Amos Burn, der 30 Jahre, lang an den internationalen Tournieren teilnahm, gestorben. Deutsche Automobil=Ausstellung. Eröffnung in Gegenwart des denten. X In den Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Un ist am Donnerstag die diesjährige deutsche Automodt Ausstellung im Beisein des Reichspräsidenten eröffnet wor den. Niemals zuvor hat in Deutschland eine Ausitellung stattgefunden von der Ausdehnung der diesjährigen. alte große Ausstellungshalle beherbergt nur Personemtawagen. In der neuen Ausstellungshalle werden Lasitta, wagen ausgestellt, während die Motorindustrie in der sim halle Platz gefunden hat. Der bedeutend größere Flächenraum, der zur Verfugun steht, kommt den ausgestellten Fahrzeugen insofern Augun als sie freier stehen, besser zugänglich sind und sich wirtüngvoller darbieten. Das Ausstellungsmaterial ist in do reicher Fülle vertreten. Scherz und Ernst. tk. Riesenschildkröten aus der Zeit des In dem südamerikanischen Staat es noch eine allerdings beschränkte Anzahl dor senschildkröten, die vielleicht die ältesten Leberte Erde sind und schon zu der Zeit, als Kolum Fuß auf amerikanischen Boden setzte, ausge di und vernünftige Schildkröten waren. Leider armen Tiere aber sehr unter den Ecuadortnone zu leiden, die keineswegs Hochachtung vor ihr Farfurchtgebietenden Alter haben, sondern sie dhneei herzigkeit als Jagdwild betrachten. Einige areffen nische Gelehrte haben nun ein Abkommen Leuhnt die ganze Schildkrötengesellschaft auf eine unden gey Insel an der Küste der Vereinigten Steate Zarfenpflanzen, wo sie in Ruhe und Frieden lede Was die Schildkröten selbst zu diesem Umg ist uns nicht bekannt: aber vermutlich zur diesewohl nichts dagegen einzuwenden, wenn sie uier Wege der Gefahr entgehen, von gierigen Hue g aufgegessen zu werden. L Steinheim, Sonnabend, den 28. November 1925. rittes Blatt. 32. Jahrgang. Glück vergessen. Roman von Fr. Lehne. Rit einem Ausruf der Freude bückte er sich da, uns reichte er der errötenden Christa, sich leicht verseigend, ein vierblättriges blück Sie nicht vergis Ihre Hände zitterte slees die seinen berührte. Sie nahm aus ihrem Handtäschhen ein kleines Notizbüchlein, in das sie den Vierklee .—„Möge Ihr Wunsch in Erfüllung gehen!“ sagte seise und wieder stieg die Röte in ihr durchsichtiges ilienweißes Gesicht. Sind die Damen schon lange unterwegs und haben Zie ein größeres Ziel?" fragte er. Hilfesuchend wandte sich Christa nach Gwendoline um, zie auf dem schmalen Wiesenpfad hinter den beiden ging. Wir sind auf dem Wege nach dem Glück!" meinie öwendoline,„ist das nicht ein großes Ziel?“ — und glauben Sie es zu erreichen?“ Wir wollen es!“ entgegnete Gwendoline in bestimmtem Ton. Ob der Wille allein es vermag?— Glauben Sie an das Glück— das ist schon Glück: der Glaube daran!“ Fragend sah Maria Christina nach Gwendoline. Würde der Fremde denn so ohne weiteres bei ihnen bleiben? Die Kühle des Waldes hatte sie schon wieder aufgenommen. Zwischen den schlanken Fichtenstämmen spielten tringelnde Sonnenlichter. Heimlich und leise flüsterte es um sie her. „Müssen wir nicht umkehren, Gwendoline?“ Wo wohnen die Damen, wenn ich fragen darf?“ „In Erlkönigs Reich—“ entgegnete Gwendoline rasch. das Inkognito der Prinzessin mußte gewahrt bleiben! „Daher auch das Unirdische Ihrer Erscheinungen— wie Erlkönigs Töchter sind Sie mir erschienen.“ „Dann müssen Sie uns fürchten! Denn Erlkönigs Töchter sind Sterblichen gefährlich—“ meinte Christa lächelnd. „Das Leid, das mir Erlkönigs Tochter angetan, ist süß!“ entgegnete er leise, Christinas Augen mit tiefem Blick suchend. Errötend senkte sie die ihren. Wie war er kühn! Und doch konnte sie ihm nicht zürnen! „Ich hoffe aber, daß der Vierklee, den Sie tragen, für den armen Sterblichen ein Fürsprecher sein wird! Und ich bitte gütigst um Ihre Empfehlung bei Sr. Majestät den Erlkönig: wenn er einen Leibarzt braucht— ich stells meine Dienste gern zur Verfügung—— Dr. Ivers— Er verbeugte sich vor den beiden Damen, die seine Vorstellung mit graziösem Verneigen erwiderten. Sein Blic ging von einer zur anderen; zwei blonde Mädchen und doch so grundverschieden— die eine herb, sicher, stolz, von einer walkürenhaften Schönheit, die andere zärtlich, von einer süßen, weichen Anmut umfangen, hilfs= und schutzbedürftig wie ein Kind. das man in die Arme nehmen möchte— unwiderstehlich war der Anblick der fanften, dunklen Rehaugen. Höflich bat er um die Erlaubnis, noch für eine Weile in Begleitung der Damen bleiben zu dürfen, und Maria Christina war die erste, die ihre Zustimmung gab. War das Wunderbare, das sie sich ersehnt, jetzt zu ihr gekommen? Träumerisch ging sie neben ihm her, horchte versonnen auf seine tönende Stimme, und wie im Traume antwortete sie — so unwahrscheinlich war ihr das alles— als ob sie ein Märchen erlebte! Ich glaube, wir mussen an den Heimweg denken!“ mahnte jetzt Gwendoline. „Wenn ich die Damen zurückbegleiten dürfte——?“ Er gab sich mit der sanften, aber doch bestimmten Ablehnung seiner Bitte nicht zufrieden— für ihn durfte das Närchen heute nicht schon ein Ende haben— und das Gleiche las er wohl auch in Maria Christinas Augen, die schen die seinen suchten und dann verwirrt zu Boden blickten.„Gut, ich will mich für heute fügen, aber nur unter der Bedingung, daß mir ein Wiedersehen morgen gestattet wird!— Sonst frage ich in Kreuth in jedem Hause nach Erlkönigs Töchtern—“ drohte er lustig. Und zu Gwendolines grenzenloser Verwunderung gas die Prinzessin das Versprechen: morgen um dieselbe Zeit auf der Waldwiese, wo der Vierklee gefunden war! Was dachte sie sich? Eine heiße Angst überfiel Gwendoline, als sie in die schwärmerischen, weltentrückten Augen der jungen Furstin blickte, als sie sah, wie die dem Touristen die Hand zum Abschied reichte. „Schilt mich, ja, schilt mich— verdiente es! Aber hilf mit, bleibe bei mir, Gwendoline! Sei barmherzig und gonne mir morgen noch die Stunde.“ meine liebe, liebe Christa, was denkst du fie legte die schmalen Hände gegen die Schlafen—„nichts denke ich! Ich will träumen und Stin eine unterdrückte Leidenschaft bebte in ihrer „Und das Erwachen—“ Wird früh genug kommen! Richt, nicht, Gwendöline! Sill ich denn weiter—! Nur morgen noch einmal nem Menschen plaudern, den mir heute ein gütiges m uer den Weg geführt!“ Sie sprach mit einer l fremden nervösen Lebendigkeit, und Gwendoline „Nachgeben, Träuer und Sorge im Herzen. wird die Sonne wieder scheinen—“ sang den de Sistina halblaut vor sich hin, ihren Arm unter den der Freundin schiebend. Zwölftes Kapitel. Cheist.n Limbach war sehr erschrocken, als Maria widina am nächsten Tage mit Gwendoline Reinhardt se diechieren gehen wollte. Beinahe verzweifelt rang Angnods—"Wenn Hoheit zurückkommt—! Hoheits Ungnade wird mich schwer treffen wird einsehennicht darum, gute Limbach! Mama ennehen, daß Sie nichts in Ihren Pflichten versäumt hängte sich in Gwendolines Arm. Wie ist die, Liebe?“ fragte nie neckend. gestohlen ha.das in Nachbars Garten Aepfel eoblen auaiehl nicht, da ich noch keine Aepfel ea ait Pringessin e u demlich in der Luft. Drückend lag der tleinen Wiese, die rings von Tannenwald um= schlossen war. Dr. Ivers wartete schon. Mit einem Aufleuchten seiner klugen grauen Augen begrüßte er die Damen. Rosige Glut färbte Maria Christinas Gesicht. „Auf meinem Wege hierher fand ich das.“ Er überreichte Maria Christina vier oder fünf vierblättrige Kleeblätter, wovon diese der Freundin eins gab.„Damit das Glück dich nicht vergißt!“ lächelte sie. „Und ich?“ fragte Dr. Ivers. „O, Sie sind ja der glückliche Finder.“ „Dennoch nehme ich gern eines aus Ihrer Hand zurück!“ Und dann blieb er an Maria Christinas Seite, auf dem schmalen Pfad Gwendoline den Vortritt lassend. „Was soll das werden?“ dachte sie bang, als sie der Prinzessin weiche, süße Stimme so fröhlich lachen und plaudern hörte, wie noch nie, so lange sie sie kannte. Alle drei hatten im schützenden Walde nicht bemerkt daß schwere Wolken aufgezogen waren, und daß der Sonne Glanz fahl und matt geworden war. Die Hitze brütete zwischen den Baumstämmen. Ein schwacher Donner, der drohend in der Ferne grollte, ließ Gwendoline jetzt erschreckt aufhorchen. „Christa, hörst du nichts?“ rief sie, stehen bleibend,„ein Gewitter naht!“ Aengstlich blickte die Angerufene umher. Als jetzt ein Blitzstrahl aufzuckte, stieß sie einen schwachen Schrei aus. „Wir müssen umkehren.“ Es wurde dunkel. Dr. Ivers lief voraus, um einen freieren Blick nach dem Himmel zu haben, der ihm hier unmöglich war. Jetzt blieb er stehen und rief zurück: „Es geht nicht, meine Damen, das Gewitter kommt. Sie erreichen das Dorf nicht mehr.“ Maria Christina zitterte am ganzen Leibe. Sie fort von zu Hause bei einem Gewitter, das war zum ersten Mal in ihrem Leben! Gwendoline war außer sich. Ein Glück wenigstens, daß sie den Regenmantel der Prinzessin mitgenommen. „Wenn sich die Damen mir anvertrauen wollen— hier in der Nähe ist eine Hütte für die Holzarbeiter, so viel ich mich erinnere, dort können wir in Ruhe das Wetter abwarten,“ tröstete der junge Arzt. Die drei beschleunigten ihre Schritte; der Donner grollte stärker, näher, und der Wind brauste in den Wipfeln der Bäume, daß sie sich ächzend vor seiner Gewalt neigten. Schwere Tropfen begannen zu fallen; Gwendoline fühlte sie kalt durch die dünne weiße Bluse auf Schultern und Armen. Dr. Ivers hüllte Maria Christina in den langen Regenmantel ein und schob die Kapuze über das blonde Haar der jungen Dame. Er war froh, als die Hütte erreicht war, die hinreichend Schutz gegen das Toben der Elemente gewährte, das bald losbrach. Schaurig heulte der Sturm, übertönt vom Krachen des Donners. Und grell blendeten die Blitze die tränenerfüllten Augen der beiden Mädchen. Nicht aus Furmt vor dem Wetter war Gwendoline dem Weinen nahe— nein— sie dachte an die Angst der Gräfin Limbach, da die Prinzessin nicht zu Hause war! Und sie, Gwendoline, fühlte sich verantwortlich! Immer von neuem trat sie vor den Eingang der Hütte. um nachzusehen, ob der mit Hagelkörnern untermischte Regen, der auf das Dach der Hütte herniederprasselte, nicht bald aufhöre oder wenigstens nachlasse. Maria Christinas Aufregung hatte sich bald gelegt. Sie empfand jetzt nur noch das Romantische ihrer Lage. Dr. Ivers war in der zartesten Weise um sie bemüht, und er erzählte ihr von allem Möglichen, um sie abzulenken. „Drei Wochen also wollen Sie hierbleiben, Herr Doktor? And der Geheimrat Lohs im Bad ist Ihr Onkel?“ fragte sie auf eine Bemerkung von ihm. „Ja, gnädiges Fräulein! Und dann übernehme ich in A., der reizenden Hauptstadt des Herzogtums Hernsheim, die Praxis eines anderen Oheims— wir Ivers sind eine alte Arztfamilie— die Söhne werden Aerzte und die Töchter heiraten Aerzte,“ lachte er.„In A. ist ein sehr angenehmes Leben; es ist ein gutes Theater dort, viel Geselligkeit, und die herrliche, waldreiche Umgebung gestattet die schönsten Ausflüge— ich freue mich auf den Wirkungskreis dort,“ in allen Tonarten pries er die Stadt und ihre Vorzüge; als ob er einen besonderen Grund dabei hatte, so war es beinahe. Die Hände im Schoße gefaltet, saß Maria Christina da und sah ihn mit den großen, strahlenden Rehaugen an. „Und dann werden Sie sich eine Hausfrau nehmen.“ sagte sie leise, wie tastend— brennend gern mochte sie wissen, ob er schon gebunden war. „Ja, das möchte ich wohl, gnädiges Fräulein! Und ich weiß auch, wen ich mir dazu wünsche— seit gestern weiß ich es!“ Da schlug eine flammende Röte über ihr Gesicht bei diesen nicht mißzuverstehenden Worten, die er mit einem heißen, innigen Blick seiner klugen, gütigen Augen begleitete. Ihre langen, dunklen Wimpern lagen wie breite Schatten auf ihren Wangen; das Herz klopfte ihr, daß sie meinte, man müsse es hören. Er neigte sich gegen sie und suchte im Schein der flammenden Blitze in ihrem Gesicht zu lesen. Gwendoline stand in der halbgeöffneten Tür. Sie war unfähig zu einem Gespräch, da sie vor Nervosität, Ungeduld und Sorge förmlich bebte. Ganz von ihren Gedanken in Anspruch genommen, achtete sie nicht auf die Unterhaltung der beiden. Sie sah nicht, wie Dr. Ivers jetzt nach der weißen, schlanken Hand der Prinzessin griff und zärtlich und leise darüber hinfuhr— und sie sah auch nicht, daß Maria Christina ihm inre Rechte ließ. „Ja, seit gestern weiß ich es,“ wiederholte der junge Arzt seine letzten Worte. Die unbeschreibliche Anmut und Holdseligkeit des fremden Mädchens hatten ihn ganz gefangen genommen. Wußte er nur erst, wer sie war! Mit dreiunddreißig Jahren verliebte man sich doch nicht mehr wie ein junger Student in das erste hübsche Gesicht. Da schreckte Maria Christina vor einem grellen Blitz zusammen, dem krachend ein heftiger Donnerschlag folgte. Beruhigend wagte er seinen Arm um ihre Schultern zu legen. Und sie ließ es geschehen, Ichmiegte sich förmlich sinein in einer süßen Schwäche. Und sie schlug vor seinem seißen, werbenden Blick ihre Augen nicht nieder. Stürnisch klopfte ihr Herz. War das die Liebe, von der die Dichter sangen? Sie hatte ganz vergessen, wer sie war— zur der eine Gedanke lebte bewußt in ihr; der Mann hrer Seite! Noch keiner hatte solchen Eindruck auf gemacht, wie der zunge Arzt mit dem eneraischen und dac zütigen Gesicht. Und das war so blitzschnell über sie gesommen, daß sie gar nicht Zeit hatte, darüber nachzudenten. Gestern, beim ersten Blick, als er ihr den Vierklee überreichte, hatte sie schon gefühlt, welche Macht von dieem Manne ausging— und jetzt saß sie hier bei ihm, als sei das ganz selbstverständlich— versunken war Zeit und Raum für sie; sie hatte nur das beglückende Gefühl seiner Segenwart, seiner Nähe. Und da tauchte ein Gedanke in ihr auf, ein Gedanke, der ihr das Blut in die Wangen trieb— möchte er dich doch küssen! Wie füß müßte das sein! Sie sehnte sich danach. Sie hatte noch keinen geküßt— ihr Mund war rein! Sie blickte ihn an und las den gleichen Wunsch in seinen Augen. Scheu sah sie nach Gwendoline, und beinahe störend empfand sie deren Anwesenheit jetzt. Warum ging sie nicht hinaus und sah nach dem Wetter, wie vorhin? War es Maria Christinas Wunsch oder Gwendolines Unruhe, die das schöne, blonde Mädchen hinaustrieb in den strömenden Regen, nachzusehen, ob der Himmel nicht bald ein Einsehen habe? Nun waren Sie allein. Er hielt ihre Hand fest. „Christa,“ flüsterte er,„so heißen Sie doch— so hörte ich Sie nennen,“ und er legte seine Lippen auf ihre Hand. Sie schauerte zusammen. Da hob er ihr Kinn in die Höhe und sah mit heißem, zärtlichem Blick in ihre strahlenden Augen. „Liebe, füße Christa!" Ihre Blicke wurzelten ineinander. Näher kam sein Gesicht dem ihren; sie bog ihm nicht aus— und dann fühlte sie plötzlich in füßem Schauer seinen Mund auf ihren Lippen. Sie wehrte ihm nicht. Und da küßte er sie noch einmal und noch einmal. Er riß sie an sich, und einen Herzschlag lang lag sie an seiner Brust. „Christa, gelte ich Ihnen etwas?“ „Ja, ja,“ und sie bot ihm in einer unbeschreiblich süßen schenen Hingabe die Lippen, daß er sie wieder küßte. Hätte er geahnt, daß dieses fremde schöne Mädchen in diesen wenigen Minuten das einzige, flüchtige Glück ihres Lebens suchte, das sie verschwiegen und verstohlen auskosten wollte, um davon ihr ganzes künftiges Leben lang zu zehren! Nur widerstrebend gab er sie frei. „Sind Sie mir böse, Christa?“ fragte er, wie von Reue erfaßt, daß er wohl das Alleinsein mißbraucht. „Nein, gar nicht!“ lächelte sie ihn an. In zarter Huldigung küßte er abbittend die schmale weiße Mädchenhand, an der ein kostbarer Brillantring funkelte. Die dämmerige Hütte war voll strahlenden Lichtes für Christina. Nun hatte sie das Wunderbare erlebt, wonach sie sich gesehnt, und sie empfand keine Reue darüber daß sie ihren Mädchenstolz vergessen. Gwendoline kam wieder herein. „Kein Aufhören, Christa!“ Sie sah so trostlos und verzweifelt dabei aus, daß die Angeredete lachte.„Aber Liebste, was ist da schlimm? Und morgen wird die Sonne wieder scheinen!“ Gwendoline war sehr verwundert; die Sorglosigkeit der Prinzessin schien ihr unbegreiflich. „Christa, man ängstigt sich um uns! Wollen wir nicht doch lieber gehen?“ „Aber Gwendoline, du wirst ja naß!“ „Mehr als ich es bin, kann ich es nicht werden! Du bist durch einen Regenkragen geschützt, und das Gewitter ist so ziemlich vorbei!“ „Warum drängen Sie so, gnädiges Fräulein?“ fragte Doktor Ivers,„ich bin untröftlich, daß ich den Damen mit nichts dienen kann! Mein Wettermantel hängt daheim in guter Hut!“ „Bitte, lassen Sie uns dennoch den Versuch machen zu gehen, Herr Doktor, ich bin so voller Unruhe— ich habe Pflichten zu erfüllen!“ Als Arzt kann ich es eigentlich nicht verantworten Ihretwegen, gnädiges Fräulein!“ „O, ich bin abgehärtet, und sollte ich dennoch krand werden, werde ich Sie konsultieren. Herr Daktor,“ sie zwang sich zu einem Lächeln,„komm, Christa,— ich ditte dich!“ Sie hüllte die Prinzeffin in den langen Regenkragen, legte ihr ein Taschentuch um den Hals und die Kapuze über den Kopf— so war Christa wenigstens vor der Nässe geschützt. Mit kaum verminderter Gewalt strömte der Regen hernieder, wenn auch das Gwitter sich verzogen hatte. Die Bäume gewährten kaum Schutz. Gwendoline triefte vor Nässe; die dünne, weiße Bluse Tebte förmlich an ihrem schönen, kräftigen Ober Dach sie a9 nicht auf sich— ihre ganze Sorge Prinzessin, diesem zarten verwöhnten Wesen, das merkwürdigerweise dieses Regen wetter mit strahlender Laune aufnahm. „Herr Doktor, wir sind jetzt bald am Ziele! Bitte lassen Sie uns allein weitergehen!“ sagte Gwendoline unter einem breitästigen Baum stehen bleibend, indem sie ihm verabschiedend die Hand reichte. Er bat um ein Wiedersehen. Flehend sah Christa au die Freundin:„Bestimme du!“ „Ich weiß doch nicht, Christa, wie morgen das Wetter ist und ob wir wieder Erlaubnis bekommen,“ versetzte sie zögernd. Es ging doch nicht, was Christa sich da in ihrem romantischen Sinn ausmalte. Was sollte denn werden wenn die Prinzessin=Mutter zurückkam? „Wir werden Ihnen schreiben, Herr Doktor. Meine Adresse ist Gwendoline Reinhardt. Sollten Sie uns etwas mitzuteilen haben, schreiben Sie mir, bitte, postlagernd Es sind da so verschiedene Mütter und Tanten— Sie verstehen!“ Gwendoline ging schon wieder weiter, von ihrer Unruhe getrieben. Verstohlen küßte Dr. Ivers Maria Christinas Hand zum Abschied. Die Prinzessin gab es auf keinen Fall zu, daß Gwendoline sich vor Villa„Waldflucht“ verabschiedete. Sie mußte mit ihr, durchnäßt wie sie war. Händeringend empfing Gräfin Limbach die jungen Mädchen. „Hoheit, ich bin beinahe gestorben vor Angst! Mein Gott, mein Gott,“ jammerte sie,„und wenn Hoheit zurückkommen— wie soll ich vor Hoheit bestehen!“ „Mama kommt aber doch noch nicht!“ Maria Christina wurde ein wenig ungeduldig; diese ewigen Lamentationen langweilten sie allmählich. „Verzeihung, Hoheit, daß ich widersprechen muß! Doch ein Telegramm meldet Hoheits Ankunft tür beute abend!“ Da erlosch jäh aller Glanz in Maria Christinas Gesicht.„Heute abend!“ murmelte sie und dachte, morgen würde sie ihn nicht sehen können! Ihre blassen Lippen lächelten müde. „Meine gute Gräfin, wir werden eben Mama nichts von dieser Eskapade sagen, die mir— ich darfs wohl behaupten— sehr gut bekommen ist. Besser als meiner lieben Baronesse! Sie haben gar keine Ahnung von dem erhabenen Schauspiel der entfesselten Naturgewalten hier von Ihrem„sicheren Hafen“ aus!“ Eine kühle, etwas hochmütige Abwehr klang aus ihrer Stimme. Dann faßte sie Gwendoline unter dem Arm. „Kommen Sie, meine Liebe, damit Sie endlich trockene Kleidung auf den Körper bekommen. Ich lege mich inzwischen auf ein halbes Stündchen, damit ich frisch bei Mamas Ankunft bin.“ Mit Hilfe Maria Christinas Jungfer, die sie trocken rieb, zog sich Gwendoline vollständig um. Feinste Battistwäsche und ein zartgrünes Eoliennekleid lagen für sie bereit. habs nur einmal getragen, Liebste, mache mir die Freude und trage es zum Andenken an heute!“ Maria Christina ließ Gwendolines Einspruch nicht gelten. Sie ruhte, in ein bequemes seidenes Hausgewand gehüllt, auf dem Diwan und ließ sich von der Freundin Tee reichen. „Die gute Limbach geht mir manchmal auf die Nerven. Könntest du immer um mich sein!“ Christas Gedanken arbeiteten unablässig. In nervösem Spiel bewegte sie die Ringe an ihren Fingern, schob sie auf und ab, lächelte vor sich hin und zog dann wieder die Stirne kraus. „Gwendoline, wenn er nun morgen wieder da ist und wartet,“ sagte sie plötzlich,„und er wird warten, ich weiß es genau, weil er denkt, ich komme doch— und ich kann nicht zu ihm!“ In leisem Klagen klang ihre Stimme, und erwartungsvoll fragend, bittend, sah sie die Freundin an. „Ich werde gehen, damit er nicht wartet!“ Lebhaft nahm die Prinzessin Gwendolines Hände.„Ja, gehe! Auf jeden Fall gehst du morgen nach Tisch wieder nach der Wiese, und sage ihm, daß— nein, nichts! Und auch nicht, wer ich bin! Gib mir dein Wort! Ich selbst will es ihm sagen, du nicht— versprich mir!“ Gwendoline Iniete vor ihr; sie legte ihre Lippen auf Maria Christinas Hand. „Alles will ich für dich tun, Christa, alles! Aber mir ist so bang um dich— was soll werden?“ Mit einer heftigen Bewegung richtete sich die Prinzessin auf.„Warum fragst du mich und willst mich in meinem schönen Traum stören? Rühre doch nicht daran! Wie seid ihr Menschen so grausam! Keiner versteht mich! Weißt du denn, Gwendoline, was Liebe ist?“ „Das Höchste und Heiligste im Leben, das Beseeligendste und Schmerzvollste, ich weiß es wohl, Christa! Aber du?“ „Ah, lasse mich! Das Beseeligendste und das Schmerzvollste— ja, du hast recht!“ Gräfin Limbach kam herein, um Gwendoline an das Fortgehen zu mahnen. Gottlob würde ja mit morgen das ungeregelte Leben der Prinzessin ein Ende haben— diese abenteuerlichen Spaziergänge und längeren Unterhaltungen zu zweien mit der Baronesse Reinhardt gingen gegen Gefühl. Die Musikstunden wollte sie den beiden— schon in ihrem, der Gräfin eigenem Interesse— gern gönnen. Aber weiter nichts. Im stillen segnete sie den Entschluß der Hoheit, etwas früher als geplant zurückzukommen! Sie wußte sich nicht mehr zu helfen! Dreizehntes Kapitel. „Endlich bist du da, Line! Wir warten schon eine halbe Ewigkeit auf dich! Hast du vergessen, daß Malte fort will? Er muß doch seiner Schwester Adieu sagen!“ Blanka war übel gelaunt; sie wußte nicht, was sie wollte. Unfreundlich sprach sie auf Gwendoline ein. Ihre Augen weiteten sich vor Staunen, als sie die Freundin der Schwester in der zartgrünen, eleganten Toilette sah. „Nanu?" Gwendoline erzählte, daß sie auf einem Spaziergang mit der Prinzessin eingeregnet und naß bis auf die Haut geworden war. „Und dann hast du dich in Villa„Waldflucht“ umgezogen? Und das kostbare Kleid und den Mantel haft du gleich geschenkt bekommen? Das lasse ich mir gefallen. Na, wenn du dich wieder umgekleidet hast, dann gehe zu Jeannette— sie schwimmt jetzt schon in Tränen!“ Das Brautpaar saß auf dem Sofa, als Gwendoline ins Wohnzimmer trat. Sie bestellte der„kleinen Braut“ einen herzlichen Gruß von der Prinzessin. Dann mußte sie der Frau Kommerzienrätin genau Bericht erstatten über alles, was sich in der Villa„Waldflucht“ ereignet hatte. Das war ihr so interessant, daß sie die Lektüre des neuesten Romans unterbrach, in dem sie gerade las. „Also heute abend kommt die Frau Prinzessin zurück. Sag' mal, Line, hast du nicht andeuten können, wie sehr mich eine Einladung zum Tee erfreuen würde? Diesen kleinen Gefallen wirst du mir schon tun, dachte ich. Ebenso gut Blanka bei der jungen Prinzessin zum Tee war, ebenso gut könntest du die alte Hoheit für mich interessieren. Bei der Gräfin Limbach habe ich schon vorgearbeitet. Ich habe ihr für ihre Armen eine größere Zuwendung versprochen!“ „Ich habe schon mein Möglichstes getan, Tante! Prinzessin Maria Christina ist sehr liebenswürdig— umso zugeknöpfter ist aber die Mutter!“ Es war Gwendoline sehr peinlich, daß man derartiges von ihr verlangte. Für Malte war es jetzt Zeit, sich zu verabschieden. Hanna weinte laut. „Gott, hab' dich doch nicht so!“ sagte Blanka,„nächsten Sonntag kommt dein Herzallerliebster ja wieder! Wann soll denn sonst sein Schauspiel oder sein Roman fertig werden? Und schon im Oktober habt ihr euch ganz!“ Ueberrascht fragte Gwendoline:„Im Oktober? Ich denke, im Frühjahr soll erst Hochzeit sein?“ „Nein, Line, die hohen Herrschaften haben heute ausgemacht, daß sie lieber schon im Herbst heiraten wollen!“ belehrte Blanka ironisch„und Jeanettchen will die zum Verkauf ausgeschriebene Villa des Konsuls Langkamer in Pullach erstehen, damit Malte unbehelligt vom Großstadtlärm seinem Schaffen leben kann— und seinem jungen Glück! Malte freut sich sehr darauf; er kann die Zeit nicht erwarten!“ Mit einem schrägen, spöttischen Blick streifte Blanka ihn, der vor Aerger ganz rot wurde, umso mehr, da Hanna, die Ironie der Schwester nicht bemerkend, lebhaft auf deren Worte einging und die Vorteile schilderte, die er haben würde. „Ich könnte mich totlachen!“ sagte Manka halblaut zu Gwendoline.„Malte, der flotte Malte, bald ehrwürdiger Ehemann!“ —— Malte war fort. Fassungslos weinend und jammernd lag Johanna auf dem Diwan. Ihre Angehörigen hielten sich ihr wohlweislich fern; nur Gwendoline saß bei ihr und tröstete sie mit guten Worten. „Malte liebt mich doch! Blanka ist herzlos, neidisch! Sie gönnt mir mein Glück nur nicht! Sie hat sehr für ihn geschwärmt— ich hab' es im letzten Jahre genügend beobachtet— meinst du nicht auch, Gwendoline?“ „Sie haben doch immer zusammen getanzt, Tennis gespielt und Ausflüge gemacht, und Blanka tut das nicht mit ihr unsympathischen Leuten— davon bin ich überzeugt,“ wich Gwendoline einer direkten Antwort aus. „Ah, wenn ich erst mit Malte zusammen bin— Gott, das Glück!“ Hanna faltete andächtig die Hände vor der Brust und blickte vor sich hin.„Du hilfft mir mit dem Einrichten, Gwendoline, ja? Von Mama und Blanka verlange ich das nicht, weil ich weiß, daß sie es nur ungern und gleichgültig tun würden! Die Villa ist hübsch und bequem— ich kenne sie! Wie denkst du, daß ich Maltes Arbeitszimmer einrichte? Im ernsten gotischen Stil oder doch lieber ganz modern. Ich sah da neulich bei Ballin ein entzückend apartes Herrenzimmer— du kennst doch sicher seinen Geschmack.“ Johanna konnte sich nicht genug tun, il zukünftiges Heim auszumalen, und ihre Gedanken drehte sich darum, daß Malte zufrieden sein würde. Und Gwendoline wurde das Herz schwer, wenn sie an den leichtsinnigen, gewissenlosen Bruder dachte— er hatte sich nicht geändert— er würde Hanna nach kurzer todunglücklich machen! Am anderen Vormittag, der für Gwendoline mancherlei Beschäftigung brachte, hatte Blanka die Post geholt. Ein Brief für Gwendoline war dabei: Poststempel Kreuth. „Da, ein Liebesbrief für dich, Line!“ „Ich weiß wahrhaftig nicht, Blanka!“ „Dann von einem unbekannten Verehrer!“ Argwöhnisch beobachtete Blanka die andere. „Na, bist du nicht neugierig, willst du nicht erfahren, von wem? Ah, ich verstehe, ich störe dich, du möchtest den Brief allein lesen— nun, ich will mich nicht in deine Geheimnisse drängen," sagte Blanka pikiert, als Gwendoline den Brief mit leichtem Erröten in die Tasche ihrer Hausschürze steckte. Sicher war es eine Nachricht von Dr. Ivers für die Prinzessin! „Brucks und Kronau kommen wahrscheinlich heute wieder; es ist Samstag, da nehmen sich die Herren leicht Urlaub—“ warf Blanka beifällig hin.„Lola hat wieder eine Karte geschrieben— sie und Lilli kommen bestimmt.“ Mit Schmerz hörte Gwendoline das— sollte sie Axel heute wieder nicht sehen? Denn vorhin erst hatte ihr die Kommerzienrätin auf ihre Bitte die Erlaubnis gegeben, nach Tisch wieder zur Prinzessin zu gehen. Dafür hatte sie jetzt genug zu schaffen; sie hatte für Blanka vier feine, duftige Stickereiblusen zu bügeln, die man der Wäscherin nicht anvertraut hatte. Das Wetter klärte sich auf; schüchtern durchbrach die Sonne die Wolken, die noch schwer im Tal hingen. Gwendoline brach gleich nach Tisch auf. Blanka war schon früher fort, um mit Brucks im Hotel zu essen. Ob Axel Kronau mit war, hatte sie nicht erfahren können. Sie war voller Unruhe. Sie mußte eilen, um pünktlich auf der kleinen Waldwiese zu sein. Dr. Ivers hatte sie in dem Brief, in dem für Maria Christina einige Zeilen lagen, um eine kurze Unterredung gebeten. Und sie beeilte sich doppelt in dem Gedanken, heute doch noch Axel zu sehen. Sie sehnte sich nach ihm, nach seinen guten, treuen Augen, nach seinem Händedruck, der ihr sagte— du gehörst zu mir! Dr. Ivers wartete schon. „Sie sind enttäuscht, Herr Doktor, nur mich zu sehen! Doch meine Freundin ist heute verhindert, zu kommen. Nachher werde ich ihr Ihren Brief geben," sagte Gwendoline. „Sie ist doch nicht krank geworden?" „Keine Sorge, Herr Doktor, Christa ist gesund.“ „Eine Frage, gnädiges Fräulein: warum verschweigt sie mir, wo sie wohnt?“ „Herr Doktor, Sie werden alles erfahren! Doch da sind Verhältnisse stärker als ihr eigener Wille.“ „Ist sie gar schon gebunden?“ Erregt stieß er die Frage hervor. „Nein, Herr Doktor, in dem Sinne, wie Sie vielleicht denken, nicht! Dennoch sind so viele Rücksichten zu nehmen; meine Freundin kann nicht bestimmen, wie sie möchte. Darum bitte ich Sie, quälen Sie Christa nicht!“ Sie gab ihm ausweichende Antworten auf seine drängenden Fragen. Wie gern hätte sie ihm die Wahrheit gesagt; aber sie fühlte sich durch ihr Wort gebunden. Viel besser war es doch, er wußte Bescheid—— er tat ihr leid; denn es war ja klar, daß er an Christa sein Herz verloren hatte. Er fragte und fragte, bettelte um ein Wiedersehen mit Christa, er müsse sich mit ihr aussprechen, ehe er wieder abreiste. Sie gab ihm die Zusage und reichte ihm verabschiedend die Hand.„Sie wartet schon auf mich!“ „Ich danke Ihnen, gnädiges Fräulein! Wenn auch die Begegnungen der letzten Tage wie ein Roman anmuten, so ziehe ich doch die Folgerungen der Wirklichkeit daraus! Ich bin kühn genug, den Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Sagen Sie das Christa, meinem holden„Mädchen aus der Fremde“, mit tausend innigen Grüßen.“ Mit einem großen, traurigen, unbestimmten Blick sah sie ihn an und ging zurück, während er sich am Waldesrand auf einen abgehauenen Baumstamm setzte, ein Buch aus der Tasche zog und darin las. Sie beflügelte ihre Schritte, wohl wissend, wie Christa wartete— und der Weg war noch weit. Da hörte sie plötzlich lautes Lachen, Sprechen, und deutlich glaubte sie Blankas helle Stimme zu unterscheiden. Wie unangenehm war ihr das; denn Blanka vermutete sie sicher schon bei der Prinzessin! Sie überlegte, welchen Weg sie einschlagen wollte, um eine Begegnung zu vermeiden, doch schon war es zu spät dazu geworden— Blanka und die beiden von Brucks kamen ihr entgegen, gefolgt von zwei Herren im Touristenkostüm. Oberleutnant von Bruck und Arel Kronau! Alle blieben überrascht stehen und ihr schoß das Blut ins Gesicht bei der Begegnung. „Ah, sieh da, Line! Wo kommst du denn jetzt her?“ rief Blanka erstaunt, ich denke, du bist längst bei den Hoheiten,“ mißb.ch sie nach dem Verlobten jammert." Gwendoline hörte kaum auf Blankas Schelten: Auge suchte den Geliebten. Er reichte ihr die Hand: deutlich sah sie den Ausdruch unliebsamen Staunens seinem Gesicht, sie allein hier im Walde zu treffen 1. peinigte sie unsagbar, ihm keine Erklärung geben zu fün„Na, Line, so verschwiegen?" meinte Blankg z. stumme Augenspiel der beiden beobachtend, die sirFrage in den seinen, das scheue Flehen in den ihren „Aha, jetzt weiß ich es! Der Brief von heute mora mit dem du so geheimnisvoll tatest, von dem ich wissen durfte.“ Neckend drohte sie mit dem Zeigeti„Wer weiß, wer sich in die schöne Gwendoline verliebdes sie zu einem Rendezvous bestellt hat! Ja, ja, stille M.““ sind tief! Vielleicht kommst du gar als Braut heim wir können zwei Hochzeiten im Herbst feiern—an„Es ist nicht an dem, was du denkst, Blanka, nel glaube es mir!“ Ihr flehender Widerfpruch galt aber nich Blanka Likowski, er galt dem Geliebten, der mit gerzelter Stirn dastand und sie zürnend ansah, nach der g wähnung des Briefes schien er ihren Worten nichglauben, wie auch die anderen nicht, die sich in g#e Neckereien ergingen. allerle O über dieses unselige Begegnen! Was mußte von ihr nach Blankas hinterhältigen, perfiden denken! Sie stand wie auf Kohlen. „Kommen Sie mit uns, Baronesse!" sagte Leutnan Bruck, dem das schöne Mädchen sehr gefiel,„wir sind audem Wege nach dem Bad, um dort Kaffee zu trinken" „Ich kann leider nicht, Herr Oberleutnant! Die Pri zessin Ehrenberg erwartet mich,“ murmelte sie mit den Lippen,„ich bin auf dem Wege zu ihr.“ „Dann hast du aber einen tüchtigen Umweg gemacht Line, um nach Villa„Waldflucht" zu gelangen!" lacht Blanka spöttisch,„na, Servus denn, wir wollen dich nich länger aufhalten, eile dich, Hofdienst geht vor." Wie gehetzt hastete Gwendoline vorwärts, verfolgt Axels finsterm Blick. Schmerzlich fühlte sie seine Zweife — er, der so korrekt dachte und handelte. Sie mußte sich vor ihm rechtfertigen, aber wie——? Die kleine Gesellschaft war weitergegangen und kan an die Wiese, wo Gwendoline mit Dr. Ivers zusammen getroffen war. Er saß noch da und las. Flüchtig blickt er auf, als er Schritte und Sprechen hörte. Die Anwesen heit dieses Herrn löste in Axel ein beunruhigendes, guä lendes Gefühl aus— er mußte ihn mit Gwendoline ir Verbindung bringen. Die fünf gingen ziemlich nahe ar ihm vorüber. Blanka betrachtete ihn forschend, neugierig Nach nur wenigen Schritten entdeckten ihre scharfen Auger einen weißen Gegenstand im Gras; es war ein langen Halbhandschuh. Sie bückte sich, ihn aufzuheben—„ah, haGwendoline ihren Handschuh verloren! Gut, daß ich ihr gefunden habe! Sie wird ihn schon vermißt haben,“ sagt sie, nachdem sie den Handschuh betrachtete und ihn al Gwendoline gehörig erkannt hatte. Das wirkte auf Axel; sie beobachtete ihn und lächelte froh über diesen Zufall, in sich hinein. Und sie hatte ihm für den Rest des Tages die Laune verdorben!—— Atemlos kam Gwendoline in Villa„Waldflucht“ an „Hoheit wartet schon lange auf Sie. Sie haben sich verspätet, meine Liebe.“ Mit zuckenden Lippen murmelte sie auf die tadelnder Worte der Gräfin Limbach eine Entulschdigung. „Endlich—!“ Die Prinzessin steckte ihr beide Hände entgegen, und ihr ganzes Wesen war eine einzige stumme Frage. Doch die Hofdame wich nicht von ihnen; umständlich machte sie sich am Fenster mit ihrer Handarbeit zu schaffen „Singen Sie, Baronesse, hier, Strauß—„Und morgen wird die Sonne wieder scheinen“, nein, doch lieber nicht, das Lied lügt,“ sie starrte einen Augenblick mit schmerzlich zusammengezogenen Brauen vor sich hin,„ein anderes denn:„Ich trage meine Minne“—.“ „Verzeihung, Hoheit, ich bin heute nicht bei Stimme — ich würde Hoheit enttäuschen,“ entgegnete Gwendoline Nein, heute konnte sie nicht singen, mit dem besten Willen nicht! Die Gräfin Limbach warf einen verstohlenen Blid auf die beiden jungen Damen. „Wahrscheinlich wohl eine Folge von dem gestrigen Ausflug, Baronesse,“ meinte sie. Die Prinzessin wandte sich um.„Ah, Sie sind auch da, Gräfin.“— Ein hochmütiger Zug, der ihrem sanften lieben Gesicht sonst nicht eigen war, bog ihre Mundwinkel herab. Beschämt und verletzt neigte die Gräfin den Kopf tiefer auf die Stickerei in ihren Händen. „Selbstverständlich dispensiere ich Sie, liebe Baronesse! Ich bemühe Sie so wie so immer schon genügend um micht — Wollen wir dann Chopin spielen?“ Gwendoline suchte die Roten, und schwermütige Weisen durchzogen den Raum. Endlich gelang es ihr, den Brief des jungen Arztes, unbemerkt von der Hofdame, auf di Notenblätter zu legen. Christas Augen leuchteien auf nun hatte sie einen Gruß! „Ah, liebe Gräfin, wollen wir jetzt nicht den Tee zehmen?“ fragte sie die Limbach in ihrer früheren Liebens würdigkeit,„ich bin durstig geworden." Eilfertig erhob sich die Hofdame, um dem Dienet lingeln und ihm Auftrag zu geben, den Teetisch zu Währenddem konnte die Prinzessin das Briefcen e merkt am Halsausschnitt ihres rosa Gewandes verschwin lassen. „Hast du ihn gesprochen?“ hauchte sie. „Er läßt dir tausend ungeduldige Grüße sagen sin wartet sehnlich auf Antwort! Christa, er liebt dich „holdes Mädchen aus der Fremde“. Er drängt zu wissen, wer du bist! Es bleibt dir nichts übrig, als dich ihm o entdecken!" flüsterte sie hastig. heim Maria Christinas Finger zitterten vor Erregungde Weiterspielen— sie dachte an gestern; sie Druck seiner Lippen auf den ihren.—— Die innere lung zum Musizieren war ihr abhanden gekomme ne ging es auch Gwendoline, die froh war, als Martstina aufhörte. Ihre Gedanken waren bei Axel. Gefühl ihn doch erst gesprochen! Ein dumpfes, traurige bemächtigte sich ihrer. Wenn er an ihr zweifelte?habt z Sie mußte jetzt gehen, ohne Gelegenheit ger haben, die Prinzessin allein zu sprechen. Ihr sch habe die Hofdame das mit Absicht verhindert. Gräfin Limbach geleitete sie hinaus. „Meine liebe Baronesse," sagte sie draußen,„Hch ten werden wahrscheinlich bald abreisen. Une Cheidie Frau Prinzessin, finden, daß Prinzessin duh nerpös stina durch das anhaltende Musizieren reichlich das geworden ist—— zu ihrem Erschrecken haben Höhe gestern abend festgestellt—“ Gwendoline verstand den Wink. „Ich muß also meine täglichen Besuche Gräfin Limbach nickte zustimmend