Mescheder Zeitung. Amtliches Kreisblatt für den Rreis orantwortlicher Schriftleiter: Fr. Drees in Meschede. Druck und Verlag von A. Harmann Inh. Fr. Drees in Meschede. N. 146. Monlag, den 16. Dezember 1918. 78. Jahrgang Pollische Ueberfichl. Verlängerung des Waffenstillstandes. Trier, 18. Dez. Der Waffenstillstandsvertrag wurde heule bis zum 17. 1. 19 verlängert. Diese Verlängerung wird vorbehaltlich der Zustimmung der alliierten Regierungen bis zum Abschluß des Präliminarfriedens ausgedehnt werden. Das Oberkommando der Alliierken behält sich vor, die neutrale Zone auf dem rechten Rheinuser nördlich des Kölner Brückenkopfes und bis zur holländischen Grenze zu besetzen. Zu Beginn der Verhandlungen teilte Marschall Foch im Namen des amerikanischen Lebensmittelkontrolleurs Hoover mit, daß die in Deuischland liegenden 2.5 Millionen Tonnen Schiffsraum unter Kontrolle der Alliierten zur Versorgung Deutschlands zur Verfügung gestellt werden müssen, wobei die Schiffe selbstverständlich deutsches Eigentum verbleiben und mit deutscher Besatzung versehen werden können. Diese Versorgung mit Lebensmilteln wird von 2 Kommissionen geleilet werden. Die eine, welche die Lebensmittel aufkauft, hat ihren Sitz in Paris, während die zweite Kommission, welche mit der Verteilung und dem Transport beaustragt ist, ihren Sitz in London hat. Der zweite Einzugstag in Berlin. Trotz des rieseinden Regens und schmutzbedeckter Straßen erschien die Berliner Bevölkerung wieder auf dem Plan, um mit derselben herzlichen Begeisterung die deuische Jägerdivision zu begrüßen, die schon mehrere Tage vorher in den Orlschaften am Grunewald eintraf und dort Rast machte. Als sich der Zug mit den Lanzenreitern an der Spitze dem Brandenburger Tor näherle, spielten die vereinigien Kapellen den Präsenliermarsch. Es war eine Freude, zu sehen, wie die Beine flogen, als unsere Jäger an dem Kriegsminister und General Leq tis vorbeimarschierten, die unaufhörlich mit Kopf und Hand unsere Helden grüßten. Als ein Teil der Truppen auf dem weilen Platz Aufstellung nahm, begrüßle als erster Redner Volksbeaustragter Haase unsere Braden. Darauf spielle die Kapelle unter Leilung des Musikinspizienten Grawert:„Stimmt an mit hellem hohem Klang." Als der letzte Ton verhalli war, hielt der zweile Bürgermeister der Stadt Berlin, Dr. Reicke, im Namen der Stadt eine Ansprache, die mit einem dreisachen Hoch auf die Jäger schloß, in das alle freudig einstimmten. Unter den Klängen des Vorbschen Marsches ging es weiler durch die geschmücklen Linden, Quarlieren enlgegen, WTB. Berlin, 18. Dez. Die Preußliche Regierung bal bestimmt, daß die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung in Preußen acht Tage nach den Wahlen zur versassunggebenden deutschen Nalionalversammlung stailfinden sollen. Die Kaiserin erkrankt. WTB. Haag. 12. Dez.„Vaderland“ meldet: Die fröhere Kaiserin sei in Amerongen an einem Herzle den ernsilich erkrankl. Ein Berliner Arzt wurde telegraphisch nach Amerongen berufen. Die Heeresgruppe Mackensen hat Befehl, den Rückmarsch mit der Bahn und zu Fuß fortzuführen. Bereits ist eine Reihe weiterer Formationen in Deutschland eingetroffen. T U. Berlin. 12. Dez. Auf Veranlassung der Reichsregierung, der sich die preußischen Ministerien des Innern und der Justiz angeschlossen hatten, ist die Hastentlassung der Herren Thyssen und der mit ihnen Festgenommenen erfolgt, und zwar auf besondere Order der Minister Hirsch und Rosenseld. Nach Meldung der„D. Allg. Ztg.“ werden sich polnischamerikanische Divisionen von Le Havre nach Danzig einschiffen, um Posen und Schlesien zu besetzen. Die Stadt Posen soll Hauptquartier werden. Zwischen Großbritannien und den Vereinigien Staaten sind informatorische Besprechungen über die Freiheit der Meere im Gange, wobei Wilson konkrete Vorschläge machte, die den Forderungen Englands bezüglich des Rechts der Durchsuchung, des Kontrebandegesetzes und des Blockadegesetzes gerecht werden. Amerikanische Bewunderung des deutschen Schiffbaumaterials. Von den Angehörigen der aus Scapa Flow zurückkehrenden Transportdampfer wird berichtet: Die deutschen Schiffe wurden unter strengster Bewachung in Scapa Flow interniert. Der Verkehr zwischen den deutschen und englischen Schiffen wurde nicht gestattet, ebensowenig der Verkehr zwischen den deuischen Schiffen untereinander, außer geringem Sienalverkehr. Die deutschen Schiffe wurden genau untersucht. Die amerikanischen Vertreter äußerten ihre Bewunderung über die deutschen Schiffbaulen, besonders über den Panzerkreuzer und Linienschiff„Bayern“. In der ganzen alliierten Flotte gäbe es kein einziges so vorzügliches Schiff, wie diesen deutschen Linienschiffstyp. Eine ähnliche Bewunderung wurde den modernen deuischen Zerstörern gezollt. Schweiz. Die schweizerische Bundesversammlung wählte den Bundesrat Ador zum Bundespräsidenten für 1919. Zur Frage der rheinisch=westfälischen Republik. Hamm, 12. Dez. Die heute im Vereinshause staligehable Provinzialausschußsitzung der Zentrumsparkei hat zur Frage der Errichtung einer Rheinisch=Wessälischen Repablik einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Die heule in Hamm lagende Provinzialveriretung der westsälischen Zentrumspartei hal die von Köln angeregte Frage der Errichtung einer rheinisch=westälischen Republik einer eingehenden Beratung unterzogen. Sie verkannte nicht, daß die jetzigen Regierungsorgane in Berlin bislang nicht imstande waien, die für Wiederherstellung geordneler Zustände im Reiche und die für die Sicherheit der Staatsbürger erforderlichen Maßnahmen zur Durchführung zu bringen. Sie verhehlle sich auch nicht, daß die von den Leitern des preußischen Kultusministeriums bei Beginn ihrer Tätigkeit angekündigten, der gesetzlichen Hrundlage entbehrenden Anordnungen auf dem Gebiete des Kirchen= und Schulwesens die heiligsten Gefühle der Anhänger der christlichen Kirchen schwer verletzen und lief in das Leben des Volkes einschneiden. Die Provinzialvertretung steht aber auf dem Standpunkle, daß es nicht Sache einer einzelnen Partel sein darf, diese Frage einer Entscheidung entgegenzuführen, und daß auch die Frage an sich nicht spruchreif ist. können indes Verhä tnisse einlrelen, welche die Eerichlung einer rheinisch=westjälischen Rpublik wänschenswert machen. Dann müssen aber möglichst alle Parteien zusammenstehen, um die Errichtung einer solchen Republik zu ermöglichen und lebensfähig zu gestallen. Die Provinzialvertrelung verlangt mit Entschiedenheit und Nachbruck die unverzügliche Wahl zur Reichs=Nationalver= sammlung und zur preuß schen Landesversammlung und deren schleunigste Einberufung. Bis zum Zusammentritt der Nationalversammlung ist der bestehende Reichstag als gesetzliche Vertrelung des deuischen Volkes ohne Verzug einzuberusen. Sollten die Regierungen nicht in bürzester Feist die Herbeiführung geordneler und gesetzlicher Zustanbe im Reich und in Preußen erwirken, wird die Volbsbewegung in den westlichen Landesteilen für Abtrennung von Preußen in stark zunehmendem Maße wachsen und zur Gründung einer westlichen Republik als deutscher Bundesstaat führen.“ Ebenso wurde an den Reichslagsp äsidenien Fehrenbach ein Telegramm gerichlet, das die sofortige Einberusung des Reichslags in einer geeigneten Stadt fordert. Berstiedenes. Meschede, den 16. Dezember 1918. Nicht nur durch die infolge der Papiernot gebotene Beschränkung des Umfanges der„Mescheder Zeitung“ waren wir in den letzten Wochen mehrfach gezwungen, nur halbe, also zweiseitige Zeitungen herauszugeben; auch schwierige Personalverhältnisse veranlaßten uns zu dieser Maßnahme. Denn die in unserm Betriebe seit mehr als drei Jahren anstelle der zum Heere eingezogenen deutschen Arbeiter beschäftigten Kriegsgefangenen sind von ihrem Stammlager in die Heimat zurückgesandt worden, während unser altbewährtes deutsches Personal vorerst nur zu einem geringen Teil wieder zurückgekehrt ist. Bei der Demobilmachung in verschiedenen enifernt liegenden Garnisonorten, die erst in langen Fußmärschen erreicht werden müssen, weil die Verkehrsnot auf den Eisenbahnen eine andere Beförderung nicht zuläßt, ist es nicht unmöglich, daß die Rückkehr unserer Arbeiterschaft und damit auch der Eintritt geordneler Belriebsverhältnisse sich noch verzögert und wir somit nicht in der Lage sind, die Zeitung in dem gewohnlen Umfange herauszugeben. Wir bilten unsere verehrten Leser dieserhalb um Geduld, auch wenn infolge der genannten Schwierigkeiten einmal eine Zeitung ganz ausfallen müßte. Wir haben uns nach Kräften bemüht, Abhilfe zu schaffen, aber gegen die Uebermacht der Verhältnisse ist nicht anzukämpfen. Zur Durchführung der wirtschaftlichen Demobilmachung ist vom Staalskommissar für Demobilmachung zu Berlin für den Regierungsbezirk Aensberg der Regierungspräsibenl als Demobilmachungskommissar(D. K.) worden, dem ein aus Vertretern der Arbeilgeber und Arbeitvehmer in Bergbau, Hüllenwerken, Maschinenindustrie, Baugewerbe und Landwitischaft gebildeler Beirat zur Seite flehl. Die Interessen. der werkläligen Frauen werden in diesem Beirat von der Leilerin des Arbeilsnachweises Dortmund wahrgenommen. In den Land- und Sladtkreisen liegt die örtliche Leitung der wirtschaftlichen Demobilmachung in der Hand von Demobilmachungsausschüssen(Dem. A), welche sich unter dem Vorsitz des Landrais oder des Oberbürgermeisters gleichlalls zur Hälsts aus Vertretern der Arbeitgeber und Arbeilnehmer zusammen setzen. Die wichligste Aufgabe von D. Kr. und Dem. A. ist es, das Wirischaftsleben im Gang zu halten, die Arbeitskräfte, soweit sie in Rüslungsbetrieben nicht mehr beschäftigt werden bönnen, sowie entlassene Soldaten in Heimat und Arbeit unterzubringen. Bestehende Betriebe sind zunächst ohne Rüchsicht auf Wittschafllichkeit iunlichst im Gange zu erhalten; stillgelegie, insbesondere auch Handwerksbetriebe in Gang zu bringen. Für die Rohsloffwieischaft bleiben einstweilen die bisherigen Kriegsorganisationen maßgebend, jedoch sind Erleichterungen in Vorbereilung und sind im Eisengewerbe die Verwendungsverbole und Freigabeverfahren für Halb= und Fertigfabrikale bereits aufgehoben. Die Baulenpeüsung durch die Bautenprüsstelle fällt hünftig fort. Für auskömmliche Löhne soll funlichst gesorgt werden, wo sonst keine Arbeilsgelegenheil sich findet, ist sie durch Fandsarbeilen der öffentlichen Verbände zu schaffen, denen das Reich Geldunterßützungen gewähren wird. Die bisherigen Organisationen für Arbeitsnachweis bleiben bestlehen und werden nach Bedarf weiler ausgebaul. De Kriegsamistellen und Kriegswirischaftsämier stehen dem Demobilmachungskommissar und den Demobilmachungsausschüssen mit Rat und Tat zur Seile. Die Arbelterund Soldalenräle sind gebelen, sich in wirlschafllichen Oemobilmachungssachen an die D. K. und Dem. A. zu halten und nicht selbst einzugreifen. Die Organe der Kohlenwirtschaft bleiben vorläufig unverändert, wie sich auch die Ernährungswirtschaft lediglich nach den geltenden Zusländigheilen und Vorschriften regelt. Die Demobilmachungsausschüsse sind vom Regierungspräsidenten zu allen erforderlichen, insbesondere vorläufigen Regelungen innerhalb ihres Bezirks ermächligt worden An diese Ausschüsse sind daher Anfragen und Anregungen in Sachen der wirtschaftlichen Demobilmachung zunächst zu richten. In Zosiselfällen entscheidet der Regierungspräsident als Demobilmachungskommissar. Die Demobilmachung hal begonnen, unsere Feldgrauen behren in die Heimal zurück. Alles kommi jetzt darauf an, das wirischaftliche Leben wieder in Gang zu bringen, in Stadt und Land Gelegenheit zu redlicher Arbeit zu schaffen; denn Arbeitslosigkeit bringt die Gefahr von Hungersnot und Ausschreilungen. Schon sind Staat und Gemeinden am Werke, für die forlfallenden Heeresausträge durch Inangriffnahme größerer Arbeilen und Erteilung mannigfaltiger Austräge Gelegenheit zu Arbeit und Verdienst zu bielen. Damit geschieht aber nicht genug; auch für den Handwerker, der an diesen öffentlichen Arbeiten keinen Anteil gewinnt, muß gesorgt werden. Deswegen ergeht außer an die öffenllichen Körpeschaften auch an jeden Privaibel eb und Privathaushall der Ruf: Denkt an die Handwerker, die aus dem Felde oder aus dem Hilfsdienst heimkehren und jetzt wieder Arbeit und Brot haben wollen und haben mössen. In jedem Belriebe und Haushalte werden Arbeilen oder Anschaffungen vorzunehmen sein, die während des Krieges zurückgeßellt waren, wird es Aenderungen und Ausbesserungen geben, die schon, längst bätten ausgeführt sein sollen. Jetzi ist die rechte Zeit, sie in Austrag zu geben. Damil für den einzelnen verbundene kleine Geldopfer müssen gebracht werden. Verlasse sich niemand daraul, daß vielleicht in wenigen Wochen die Preise niedriger sein werden. Bleiben unsere Handwerker und Geschäftsleute jetzt ohne Verdienst, so können daraus Zustände entstehen, die der Gesamtheit und jedem einzelnen unendlich viel leurer zu slehen kommen. 2 Das Eiserne Kreuz wurde verliehen dem Kanonier Joseph Schulte gnt. Gassenschulte aus Meschede. Arnsbeig, 12. Dez. Die Spruchliste der für die ersie Sitzungsperiode 1919 ausgelosten Geschworenen weist folgende Namen aul: 1. Carl Feaux de Lacroix Professor, Arnsberg 2. Adolf Sachs, Maler, Arnsberg. 3. August. Rmm, Werkführer, Arnsberg. 4. Franz Gro hoff, Fabrikanl, Niedereimer. 5. Franz Viegener 11, Fabrikant, Altendorn. 6. Heinrich Cordes, Auklionaior(Bächer), Balve. 7. Wilhelm Schneider, Landwirt und Darlehnskassenrendant, Arfeld(Kes. Willgenstein). 8. Abraham Michel Levi, Kaufmann, Erndiebrück(Krs. Wulger stein). 9. August Hanfland, Gast= v. Landwirl, Bruchhausen (Krs. Brilon). 10. Olto Liohoff, Obersö ster, Brilon.0 11. Ollo Zimmermann, Buchhaller, Alme(Krs. Brilon). 12 Anion Saden, Landwirt, Beringhausen(Krs. Brilon. 13. Gustay Adolf Durth, Bergmann, Wahlbach(Krs. Siegen). 14. Franz Püllmann, Landwirl, Lochtrop(Krs. Meschede 15. Ernst Mittelmann, Fabrikant, Laasphe. 16. Julius Nordheimer, Kaufmann, Niedermarsberg. 17. Anson Schälle, Landwirt, Küstelberg(Krs. Brilon). 18. Alexinder Ewers, Fabrikant, Medebach. 19. Friedrich von der Helm, Fabrikant, Winlerberg. 20. Konstanlin Wansch. Beisenzer, Wennemen. 21. Josef Woliers, Postassistent, Bestwig. 22. Hermann Feindler, Bauunlernehmer, Siegen. 23 Hermann Giesler, Achtlekt, Segen. 24. Karl Ewald, Gewerke, Caar=Marienborn. 25 Wilhelm Peleisen, Hültendirektor, Riederschelden. 26. Jakob Guslav Siebel, Fabrikant, Freudenberg. 27. Robert Warmbach, Rentmeister, Burgholdinghausen. 28. Bernhard Reiffenrath, Gewerke, Neunkirchen. 29. Gustav Brüninghaus, Kaufmarn, Oberneiphen. 30. Karl Cruse, Gastwirt, Belecke(Krs. Arnsberg). Hindenburgs künftiger Wohnsitz. Aus Lüneburg wird der„Voss. Zig.“ geschrieben, daß sich der Generalfeldmarschall v. Hindenburg nach vollendeter Demobilisation in der Nähe der alten Heidestadt zur Ruhs setzen wird. Er hat sich als Wohnsitz das eine Viertelstunde von Lüneburg gelegene Kloster Läne ausgewählt. Die Ausübung der Jagd. Das Ministerialblatt für Landwirtschaft teilt mit: Es kommt noch fortgeletzt vor, daß örlliche Arbeiler= und Soldaienräte in den Forstbslrieb eigenmächtig eingreifen, die geregelte Jagdausübung der Forstbeamien und anderer Jagdberechligten unterbinden, ja selbst Treibjagden unter Hinzuziehung zur Jagd unberechtigter Personen veranstalten. Dieses Vorgehen verstößt gegen die Verordnungen, die die Reichs= und Staaisregierung und der Vollzugsrat des Arbeiler= und Soldatenrals erlassen haben. Im Jateresse der Volksernährung und zur Vermeidung von Wildschäden ist bereits angeordnet worden, daß alle Forstbehörden füre inen verstä klen Abschuß des Wildes in geregelter Jagd Sorge tragen. Glauben örtliche Arbeiter= und Soldalenräts feststellen zu hönnen, daß dieser Anordnung von örilichen Forstbehörden und sonstigen Jagdberechtigten nicht hinreichend enisp ochen wird, dann müssen sie sich an die Regierungsbehöeden ihres Bezirbs oder an die Zenkralbehörden wegen Abhilfe werden. Eigenmächtiges Eingreifen in die Befagnisse der Fo stbehörden und in die Rechte der Jagdberechtigten muß unlerbleiben. Alle Jagdberechtigten weisen wir erneut darauf hin, daß die Sicherstellung unserer Volksernährung den erheblich stärkeren Abschuß des Wildes dringend geboten erscheinen läßt. gez. Braun, gez. Hofer. Kriegsbeschädigtenfürsorge— eir Recht. Trotzdem die Kriegsbeschädigienfürsorge in all ihren Teilen bereits jahrelang tälig ist, begegnet man ihr. von seiten der Kriegsbeschäbigten nicht sellen mit unverhohlenem Mißtrauen. Der Grund für diese Erscheinung ist zweifellos darin zu suchen, daß durch die ehrenamiliche Milaebeit. der Vertreier aller Berufsstände der Anschein erweckt würde, als handle es sich um die Gewährung einer Gnade, als wäre ihre Belätigüng ein Enlgegenkommen gegen die Kriegsbeschädigten. Demgegenüber kann mit allem Nachdruck nur darauf hingewiesen werden, daß die Gewährung aller Fürsorgemaßnahmen eine ebenso selbstverständliche Pflicht ist, wie die Gewährung der Rente. Der Kriegsbeschädigle, der die Einrichtungen der Fürsorge in Anspruch nimmt, macht damit nur Gebrauch von einem ihm zustehenden Recht. Die Ansicht der leitenden Kreise der Kriegsbeschädigtenüssorge gehl durchweg dahin, daß ihre Tätigkeit nicht mit den Ausflüssen privaler Wohlfahrlspflege auf eine Stufs gestellt werden darf, sondern daß es Pflicht des Reiches ist, neben der Renlenfürsorge auch die Berufsfürsorge zu gewähren. Selbstverständlich wird durch dieses Recht auf soziale Fürsorge das Recht auf Renle in keiner Weise beeinflußt. 1 2 W9. er in e Weizenablieferung. Die Ablieferung von Weizen hat in letzter Zeit derart nachgelassen, daß die Versorgung der Kinder und Kranken mit Weizenmehl zu stocken droht. Mehrfache Versuche, durch Vermittelung der Reichsgetreidestelle Weizen von auswärts zu beziehen, sind gescheitert. Der Kreis ist somit auf seine eigenen Weizenbestände angewiesen. Jeder Landwirt, der Weizen angebaut hat, soll und muß daher einen entsprechenden Teil hiervon abgeben. Mil der Ablieferung von Roggen allein haben solche Besitzer ihrer Ablieferungspflicht nicht genügt. Ich fordere daher hierdurch dringend zur schleunigen Weizenablieferung auf und hoffe bestimmt, daß dieser Aufforderung allseitig Folge geleistet wird, und daß die beteiligten Besitzer auf unberechtigte, eigennützige Vorteile verzichten, damit die Ernährung der Kinder und der Kranken wenigstens in etwa gesichert bleibt. Sollte das jedoch wider Erwarten nicht der Fall sein, so wäre unnachsichtliche zwangsweise Einziehung von Weizen die unausbleibliche Folge. Vor dieser Zwangsmaßnahme sei jeder Besitzer hierdurch ausdrücklich gewarnt. Meschede, den 12. Dezember 1918. Der Landrat. v. Mallinckrodl. 9 0 11 n 1 Anlieferung von Selbstversorgergetreide an die Mühlen. Bei den in letzter Zeit staitgehabten Mühlenrevisionen is wiederholt seßgestellt worden, daß Selbstversorger mehr Getreide in die Mühle befördert hatten, als ihnen auf Mahlkarte freigegeben war. Dieser Verstoß gegen die Mahlvorschriften wurde dann von den betreffenden Besitzern damit entschuldigt, daß sie keine Wage hätten und daher versehentlich und ohne ibVorwissen eiwas mehr Getreide angeliefert worden sei. Ich gebe zu, daß die Gewichtsfesstellung des zur Ausmahlung freigegebenen Getreides wegen des Fehleas einer Wage in manchen Fällen auf Schwierigkeiten stößt und die Mehranlieferung vielfach unbeabsichtigt geschiebt. Die vorerwähnte Ealschuldigung ist jedoch allmählich so allgemein geworden, daß an ihrer Richtigheit gezweifelt werden muß. In Zukunft können daher derartige Entschuldigungen in keinem Falle mehr berücksichtigt werden. Auf Anordnung des Herrn Regierungs=Präsidenlen mache c ausdrücklich darauf aufmerksam, daß auch diejenigen Selbstversorger, die nicht im Besitze einer Wage sind, für die richlige Anlieferung der zur Ausmahlung freigegebenen Gelreidemengen verantwortlich sind, und daß künftig im Uebertretungsfalle gegen die schuldigen Besitzer unnachsichlich mit Entziehung des Selbstversorgerrechts usw. vorgegangen werden wird. Meschede, den 7. Dezember 1918. Der Landrak. v. Mallinckrodt. 198 Hausschlachtung von Schweinen. ach Anordnung des Herrn Staatssekretärs des Reichsernährungsamts müssen sämtliche Hausschlachtungen von Schweinen bis spätestens 31. Dezember 1918 durchgeführt sein. Sollten besondere Umstände in Einzelfällen Ausnahmen von vorstehender Anordnung unumgänglich notwendig erscheinen lassen, bin ich ermächtigt, Ausnahmen zu genehmigen. Ich betone aber ausdrücklich, daß die fehlende Schlachtreise eines Hausschlachtungsschweines allein keinen Grund zu einer Ausnahmebewilligung bilden soll. Eine Ausnahmebewilligung wird in besonderen Fällen nur dann gewährt werden können, wenn die Möglichkeit der Weiterfütterung mit erlaubten Futtermitteln nachgewiesen wird. Schriftliche Anträge auf Zulassung von Hausschlachtungen nach dem 31. d. Mts. sind gegebenenfalls bis spätestens zum 20. d. Mts. an mich einzureichen. Den Anträgen ist eine amtliche Bescheinigung über Anzahl der Schweine, für die die Genehmigung zur Weiterfütterung nachgesucht wird, sowie über die Art und Menge der zur Versügung stehenden erlaubten Futtermittel beizufügen. Anträge, bei denen diese Bescheinigung fehlt, werden ohne Weiteres nicht berücksichtigt werden. Die nach dem 1. Januar 1919 noch in den Beständen ohne Ausnahmebewilligung b findlichen schlachtfähigen Schweine werden, abgesehen von Zuchtschweinen, sofort zur Erfüllung der Schlachtviehumlage herangezogen werden. Die getroffene Maßnahme ist zur Vermeidung einer unerlaubten Verfütterung der zur menschlichen Ernährung so dringend notwendigen Getreide= und Kartoffelmengen notwendig. Wenn sie hier und da auch ungerechtfertigt erscheinen mag, so müssen etwa enistehende Härten mit Rücksicht auf die allgemeine Ernährung getragen werden. Die ländliche Bevölkerung weise ich hierbei auf den großen Vorteil hin, der ihr durch Sicherstellung des Fleisch= und Fettbedarfs für einen längeren Zeitraum zukommt, während die gesamte versorgungsberechtigten Bevölkerung hierin weit schlechter gestellt ist. Meschede, den 10. Dezember 1918. Der Landrat. v. Mallinckrodt. Die vom Heeresdienst entlassenen Soldaten, welche in den zum Wiederausbau der Friedenswirtschaft wichtigen Betrieben, sowie in der Landwirtschaft Arbeit nehmen, erhalten Kleidung auf Grund eines Ankaufscheines, welcher von der arbeitgebenden Stelle bei der Reichsbekleidungsstelle Abtlg. H. in Berlin W 50, Nürnbergerplatz 1, anzufordern ist. Meschede, den 12. Dezember 1918. Der Landrak. v. Mallinckrodt. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die bestehenden Gesetze und Verordnungen, soweit sie nicht ausdrücklich durch die Regierung aufgehoben sind, in Kraft bleiben und von Jedermann zu beobachten sind, wie auch Jedermann in ungestörtem Genuß der ihm dadurch gewährten Rechte verbleibt. Danach besteht für alle Staatsangehörigen die Verpflichtung zur Entrichtung der bisherigen Steuern und Abgaben unverändert fort. Berlin. den 14. November 1918. Namens der preußischen Regierung. gez. Unterschrift. gez. Dr. Südekum. Auf Grund des§ 8 der Verordnung über die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung(Reichswahlgesetz) vom 80. November 1918(R.=G.=Bl. S. 1345) und des§ 11 der Wahlordnung für die Wahl zur verfassunggebenden deuischen Nationalversammlung vom 30 November 1918(R.=G=Bl. S. 1353) habe ich den Polizeipräsidenten Gerstein in Bochum zum Wahlkommissar für den den Regierungsbezirk Arnsberg umfassenden 18. Wahlkreis ernannt. Arnsberg, den 10. Dezember 1919. Der Regierungspräsideni: v. Bake. Herzliche Weibnachtsbitte der Krüppelanstalten Volmarstein 1818. Das ist der Tag, auf den sie warten, Wenn wieder kot und kalt der Garten, Wenn unser Dorf im Schnee verfteckt Und nachts der Sturm uns heulend weckt. Da schaul das bleiche, kranke Kind Hinaus in die Flocken, weiß und lind. Es steht der lahme Knab' im Taum Den hellen, schönen Weihnachtsbaum, Und in der Werkstalt ems'gem Regen, Da schlägi das Herz dem Fest entgegen. Es üben alte Lippen wieder Der Kindheit sel'ge Weinachtslieder. Ich aber steh' und stag' im stillen: „Wie willst du all' die Hände süllen? Wo nimmst du Kleider, Spielzeug her Und Tabak, Kuchen, Lichter und mehr?“ So stell' ich mich als Bettler ein Fürs Krüppelheim in Volmarstein. Sie warlen all' in Kreuz und Leid Auf einen Tag voll Weihnachlsfreud. Dreihundert leidvolle Gestalten, Beihanien mit hundert Alten, Soldalen, die nach Kampf und Graus Das Role Kreuz uns bracht ins Haus. Hilf ihnen Weihnacht zu bescheren und laß, o Freund, bald von dir hören. Pastor Vietor, Leiter der Krüppelanstalten Volmarstein Postscheckami Cöln Nr. 29490 habe meine Praxis wieder aufgenommen. Tierarzi Bjederbeck, Grevenbrück=Förde, Telefon 197. 17. 9ez, nachmittags 1 Uhr, sollen auf dem Soer'schen Hofe in Wennemen 2 Maulesel und 1 Esel öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung verkauft werden. I. A.: Meyer, Ortsvorsleher. Bründlihen Violliund Klavierunterricht erteilt(auch nach auswärts) konservatorisch geb. Musiker. Zu erfragen Heinz Biebris, Meschede, am Bahof 92 k part. für die Färberei und chemische Reinigungsanstalt Oskar Klarner, Siegen, bei: Heinrich Koch, Meschede, neben der Post. Färben und Reinigen von Kleidungstücken in kürzester Zeit Briefpapiere aller Art in einfachen und besseren Zusammenstellungen soeben neu eingetroffen. A. Harmann Inh. Fr. Drees, Buchhandl., Meschede. bezugscheinfrei, empfiehlt Jos. Küchenhoff. Ich suche für sofort ein Klavier-, Violin=Unterricht sowie Unterricht in musikal. Theorie erteilt Musiklehrer W. Hilt, Absolvent des Konservatoriums zu Köln und der Kirchenmusikschule zu Regensburg, Meschede, Alt. Pastorat. für ganze Tage, welches zu Hause schlafen kann. Wo, sagt die Exp. d. Itg. Intelligenter Mann, kath., gesetzt. Alters, mit bess. Schulbildung, kaufm. gebildet, lange Jahre auf Montage elektr. Anlagen tätig gewesen, wünscht sich zu verändern. Reflektiert wird auf eine bessere Stellung bei solid. Firma, entweder für Reise, Bureau oder Montage gleich welcher Branche. Gefl. ausführl. Off. unter O. F. 122 an die Geschäftsstelle d. Ztg. erbeten. Zum 1 April 3—4 ZimmerWohnung in Meschede zu mieten gesucht. Offerten unter Nr. 240 Z. an die Exp. d. Ztg. Zwei tüchtige Schuhmachergesellen auf sofort gegen hohen Lohn gesucht. Heinrich Krischick, Schuhmacher, Oststraße. Ein jüngerer Arbeiter auf sofort gesucht. Th. Meschede. Lohnender Artikel für Hausterer und Haustererinnen: Aufkauf von Rohhaar. Off u. B. U. 14819 an die Anz.=Vert. Friedr. Schatz, Duisburg. Aus dem Felde zurück. Dr. Reipen, Hals-, Nasen- und Ohren-Arzt, Siegen, Kampstraße 171. Sprechzeit: 10—12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm. Samstags nur 10—12 Uhr vorm. Sonntags keine Sprechstunden. Aus dem Felde zurück, werde ich meine Bäckerei in der früher gewohnten Weise weiterführen und bitte um geneigten Zuspruch. Anton Schröjahr, Meschede. Dem Kommunalverband für den Kreis Meschede wurden von der Reichsbekleidungsstelle zugewiesen: Jackenkleider und Herrenbemden, ferner treffen in den ersten Tagen ein: Herrensocken, Kinderstrümpfe, Frauenbemden, Mädchen- und Knabenbemden, Unterröcke und Erstlingswäsche. La. 1800 Meter Stoffe für Männer= und Knaben=Oberbekleidung sind für Anfang Januar zugesagt. Sämtliche Waren sind in den einschlägigen Geschäften des Kreises Meschede zu haben. Die Verteilungsstelle. J. A: Josef Küchenhoff, Meschede Kirschlikör haben wir noch ein kleines Pöstchen aozugeben. Preis für die ¾/4 Liter-Flasche Mk. 20.—. haben wir noch ein kleines Pöstchen abzugeben. Preis für die ¾/4 Liter-Flasche Mk. 20.—. Gauerländische Beeren= u. Obsiverwerlungsgesellschaft m. b. h.. Eslobe. An der Beseh lichen Pri daß da. der Pferd die PferdStaa Sollie die die Pferd unierzubri &o wegen M Soldaten haben. Es Pferden 1 unveranin an den G ständend gezogen 3 Ver wortliche Staatsint veraniwos Sol zelnen Ge= Preisen 3 raisami Genezaldr Die unterstellte lassen, da hält, deß antworilie infolgodef Fra Bücher= u. Möbelverkauf. Aus dem Nachlasse der Frau Geheimrat Dr. Federath werden in Olsberg, Villa Federaih, je vormittags 10 Uhr beginnend, öffentlich versteigert werden: Am Donnerstag, 19. Dezember d. Js., 962 Bücher(sund 2000 Bände Belletristik, Geschichte, Kunst, Memoiren, Reisewerkeusw.) in durchweg gut erhaltener Friedensausstattung. Am Freitag, den 20. Dezember d. Js., keine Mabagoni-Möbel una zwar: 1 Schreibtisch, 1 größerer Schrank, 2 kleine Schränke, 2 Kaminumbauten mit Spiegel, 1 Spieltisch, 1 kl. Tisch, 1 kl. Ausziebiisch, auch 5 Sessel, 2 Stüble, 1 Paravant, Deckenbeleuchtung, sowie zahlreiche Photographieständer und verschiedene andere kleine Sachen, darunter 1 Dutzend versilberte Suppentassen. Im Termin wird über den Zuschlag entschieden werden. Olsberg, den 12. Dezember 1918. Glenzer, vereid. Auklionator. 1 Ich kaufe von der demnächstigen Ernte jeden Posten Eichen- und Fichtenrinde zu Höchstpreisen. Aufkäufer an allen Plätzen gesucht. Peter heuell, Olpe i. W. hohe Erträge! Original Kirsches Ideal Runkelsamen, Original Kirsches Lobbericher Möhrensamen. Alleiniger Vertreter des Züchters: Firma Ernst Wallach, Soest. Vorzugsangebote für Wiederverkäufer. Prospekte usw. stehen zur Verfügung. Bezugsquellen für Verbraucher auf Wunsch nachgewiesen. 1/e Vinzenz-Verein. Heute abend 8¼ Uhr: Versammlung in der Kaplanei: Verleilung der Weibnachtsgaben. Rundpappeln von 15 cm Zopf aufwärts, sowie Fichtenund Kiefern=Schleifholz, sauber geschält, in Stärken von 8 cm aufwärts und Längen von 1—2 m zu kaufen gesucht. Ausführliche Angebote unter Aufgabe des Preises per 10000 kg, der Beschaffenheit und Merge unter Nr. 131 R W. an die Geschäftsstelle d. Bl. erbeten. Jn völkerung mann aus für Well bekannt. Me 69 vom 259 vomber 1 Brotzulag Unter Ab an, daß sorgungs 30. die Oe heimlie — alle zählen jeden Hi ander. Un ihrer letzten fangen 3 weit si Augen Sie sa jungen 9 war e sich in ke* Anfragen bei der Polizeiverwaltung Meschede.