N 39 Sonnabend, den 30. März 1918. 24. Jahrgang. Steinbeimer Anzeiger Erscheint Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Amtlichos Verordnungshlatt der kädtischen Behörden Einrückungsgebühr für Anzeigen: 20 Pfg. für die Bezugspreis vierteljährlich: 1,50 Mark, mit der Veroronungsblatt der städlischen Behörden. spaltige Petitzeile(45 mm) breit oder deren Beilage„Christliche Familie 2,20 Mark frei ins Redaktion, Druck und Verlag: Raum; Reklamen: 50 Pfg. für die Petitzeile Haus gebracht; durch die Post bezogen 24 Pfg. Freoattion, Druag:(90 mm) breit. Sämtliche Anzeigen sind an die Bestellgeld mehr. Carl Simonowski, Steinheim i. Westf. Geschäftsstelle in Steinheim i. Westf- zu senden. n Zum vierten Österfeste im Weltkriege. Das Frührot glüht, aus tiefer Nacht Steigt auf der Tag mit heh'rer Pracht;; Er schmückt im gold'nen Sonnenglanz Das Kreuz mit seinem Siegeskranz. Und um das düst're Golgatha Klingt jubelndes Halleluja! Slorreich erscheint und sieggekrönt Die Liebe, die der Haß verhöhnt, Sie hat ihr großes Werk vollbracht Und frei der Menschen Heil gemacht; „Den ihr Getreuen sie verleiht Die Krone der Unsterblichkeit! Das gibt der Östertag uns kund Und ob das weite Erdenrund Erfüllt von Schrecken noch und Grau'n: Getrosten Muts wir vorwärts schau'n; Denn nichts die Zuversicht uns raubt, Die an des Ew'gen Walten glaubt. * Mit Gott voran! Durch Kampf und Not Erglüht des Tages Morgenrot, Der uns des Sieges Preis erringt Und den ersehnten Frieden bringt, Daß rings erschallet, fern und nah Ein jubelndes Halleluja! B. Saget. Bisher 60 Kilometer vor! Großes Hauptquartier, 28. März. Amtlich.(WTB.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Schlachtfelde in Frankreich führte der ngländer erneut frische aus anderen Fronten herausezogene Divisionen unseren Truppen entgegen. Nordwestlich von Bapaume warfen wir den Feind vergeblich Starke von Panzerwagen begleitete Angriffe bracher auf den Hängen der der Stadt westlich vorgelagerten Höhen blutig zusammen. Südlich von der Somme bahnten sich unsere Divi. sionen an vielen Stellen den Weg durch alte feindliche Stellungen und warfen Engländer und Franzosen in das seit 1914 vom Kriege unberührt gebliebene Gebiet Frankreichs zurück. Die siegreichen Truppen des Deutschen Kronprinken haben im unaufhaltsamen Angriff von St. Quentin über die Somme die feindlichen Stellungen in 60 Kilometer Tiefe eingestoßen. Sie drangen gestern bis Pierrepont vor und haben Montdidier genommen. Unsere Verluste halten sich in normalen Grenzenz an einzelnen Brennpunkten sind sie schwerer. Die Zahl der Leichtverwundeten wird auf 60 bis 70 von Hundert aller Verluste geschätzt. An der lothringischen Front nahmen die Artillerie kämpfe an Stärke zu. Rittmeister Freiherr von Richthofen errang 71., 72. und 73. Luftsieg. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues, Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff Amerikanische Mätzchen. Natürlich wollen die Leser der amerikanischen Presse auch von den Ihrigen in Frankreich etwas hören, und natürlich nur gutes. Also geben sich die Mitarbeiter der amerikanischen Presse die redlichste Mühe, Heldentaten zu erfinden und recht nett auszuschmücken. Und wenn es keine Heldentaten gibt, nun, dann schmückt man eben andere Vorkommnisse aus. Man lese nur folgende Errettung des amerikanischen Höchstkommandierenden Baker durch seinen Chauffeur.„Ueber die Feuertaufe des amerikanischen Kriegsministers Baker berichtet die Pariser Ausgabe der„Daily Mail“ vom 21. 3.: Baker trug beim Besuch an der Front einen Zivilrock und darüber einen Schützengrabenmantel, einen Stahlhelm, Khakihosen und Stiefel, die er von einem Obersten geliehen hatte der ungefähr seine Größe besaß. Deutsche 10,5=Zentimeter=Granaten schlugen 50 Meter vor seinem Auto mobil ein. Ein Schuß traf einen Unterstand am Wege, ein großer Krater entstand. Baker wollte anhalten, um zu sehen, ob Leute im Unterstand waren, aber der Chauffeur, der die Gefahr erkannte, fuhr mit höchster Geschwindigkeit, bis er aus dem Bereich der Granaten heraus war.“ So ein Kriegsminister, der zwangsweise vor seiner eigenen Kurage gerettet werden muß, das ist doch eine fabelhafte Erscheinung in der Geschichte. Von der italienischen Front. Wien, 28. März. Amtlich wird verlautbart: In Venetien stellenweise lebhafteres Geschützfeuer. An der Westfront gewann der Angriff erneut Raum. Der Chef des Generalstabes. Aus Mazedonien meldet der bulgarische Heeresbericht vom 26. März: Mazedonische Front: Zwischen Ochrida= und Presbasee drangen im Verlaufe eines wohlvorbereiteten und glänzend durchgeführten Angriffes unsere Sturmtruppen in die feindlichen Stellungen ein und brachten gefangene Franzosen zurück. Auf den Höhenstellungen im Cernabogen bombardierte der Feind eine Zeitlang unsere Stellungen durch Minenfeuer. Westlich des Wardar lebhaftes beiderseitiges Artilleriefeuer, östlich des Wardar machte eine unserer Vatrouillen Engländer zu Gefangenen, darunter einen Offizier. In der Gegend von Bitolia und westlich vom Dojransee lebhafte Fliegertätigkeit. Auflebende Kämpfe in Palästina und am Enphrat Konstantinopel, 27. März. Tagesbericht. Balästinafront. An der ganzen Front lebhafte Fliegertätigkeit, an einzelnen Stellen auch lebhaftes Artilleriefeuer, im Zwischengelände Patrouillengefechte zu unseren Gunsten, ein feindlicher Kavallerie, angriff am Wadi Abiat wurde abgewiesen. Oestlich des Jordan kam es mit den dorthin gegangenen feindlichen Kräften zu Kämpfen, die noch nicht abgeschlossen sind. Mesopotamien. Am Euphrat wurde ein feindliches Flugzeug abgeschoffen; die Besatzung bestand aus dem Kommandeur der englischen Flieger und einem Major vom Generalstab. Sie wurden gefangen genommen. Das Flugzeug ist nach geringen Ausbesserungen benutzbar. In der Nacht vom 25. zum 26. näherten sich feindliche Kräfte unseren vorderen Stellungen, sie wurden unter Verlusten zum Zurückgehen gezwungen. Die Wiederholung eines solchen Vorstoßes gegen 4 Uhr morgens mit Kavallerie, Kraftwagen und einigen Kompagnien hatte ebenso wenig Erfolg. Eine gemischte feindliche Abteilung, die gegen unsere Stellungen bei Karatepe vorgegangen war, zog sich wieder zurück, ohne daß es zu ernsten Kämpfen gekommen war. gewehre, Eisenbahnwagen und Munition zurückgelassen. Zahlreiche Gefangene sind gemacht worden. Die Offenüive wird weiter auf Tammerfors fortgesetzt. 41 wollen nichts mehr davon hören. Bald wird wiederum ein Werberuf durch die Gaue des Vaterlandes gehen: der Werberuf zur Zeichnung der Kriegsanleihe sucht jeden Deutschen zu erreichen. Alle müssen ihn hören. Wer ihn nicht hören will, muß sich die Ohren gewaltsam zuhalten— zustopfen. Das täten welche? Leider ja. Tritt der Werber nicht mit dem mündlichen Wort an sie heran, dann winken sie ihm schon aus der Ferne ab, vielleicht verbindlich lächelnd, aber zäh, bestimmt:„Schon gut, wir wissen Bescheid, wir wollen nichts mehr davon hören.“ Und findet ein aufklärendes Werbeblatt zu ihnen den Weg dann werfen sie es beiseite, bedauern als vermeintliche gute Patrioten die schädliche Papierverschwendung. „Wir wollen nichts mehr davon lesen.“ „Wir wollen nichts mehr davon hören!“— Ihr, die ihr so sprechet, ihr braucht es nicht mehr zu hören. Ihr wollet nicht mehr hören, weil ihr gehöret habt, weil ihr wisset, was eure Pflicht ist, aber— selbst die leichte nicht tun wollt. Euer„Wir wollen nichts mehr davon hören!“ wird euch zur schweren Selbstanklage werden, wenn ihr späterhin als die unwissend Gewesenen erscheinen möchtet. Eure klägliche Verteidigungsrede wird von allen Gutgesinnten mit eurem eigenen Wort abgeschnitten werden:„Wir wollen nichts mehr davon hören"; die Pflichtgetreuen, die sich unseren Helden anreihen dürfen, setzen das vernichtende Wort hinzu:„Wir wollen von euch nichts mehr wissen!“ F. J. Klein. Die Kämpfe in Finnland. Die„rote" Front durchbrochen. Nach amtlichen Meldungen aus Finnland ist die Front der Roten bei Towdstehus durchbrochen. Die Roten fliehen panikartig südwärts. Ein Flankenangriff aus östlicher Roten Spaltung unter den finnländischen Sozialisten, Nach dem amtlichen Sprachrohr der bürgerlichen finnischen Regierung in Wasa haben sich die Rechtssozialisten in Helsingfors von den Linken getrennt. Sie verurteilen aufs schärfste das Vorgehen der Roten und haben sich zum Kampf gegen die Anarchie zusammengeschlossen. Den Führern der sozialisten, wie dem als Quertreiber berüchtigten Haspalainen, wurde die Aufnahme verweigert. * Die„eingefrorenen" Ententevertreter. Die aus Petersburg geflohenen Vertreter Frankreichs, Belgiens, Portugals und Serbiens sitzen auf einer Bahnstation zwischen Tammerfors und Helsingfors, da beide Parteien ihnen die Weiterreise verbieten. Ueber 500 Prozent Lohnsteigung in Rußland. und 1917 Zeitabschnitt die Lebensmittel um 566 v. H. stiegen. Nach den Ausweisen des Moskauer Stadtrates stieg der Preis von Baumwolle und Kaliko um 1000 v. H., der von Tuchen und Stiefeln um beinahe 2000 v. H. Natürlich sind diese Prozentsätze nach dem Wertstande des bolschewistischen Papiergebers berechnet worden. das allerdings nur ein Fünftel des alten Geldwertes erreicht. Der Siegesanteil der 132 000 Kilogr. Bomben. An den siegreichen Großkampftagen der Schlacht zwischen Arras und La Fere haben unsere gesamten Luftstreitkräfte hervorragenden Anteil. Während der Vorbereitungen für die Durchbruchsschlacht haben unsere Flugzeugbeobachter, aller feindlichen Gegenwirkung die Stirne bietend, ihre Aufklärung lückenlos bis weit ins Hinterland des Feindes getragen. Das Netz seiner rückwärtigen Stellungen war im Lichtbild festgelegt, der Verkehr auf Bahnen und Straßen peinlichst überwacht und so der deutschen Führung die Gewißheit verschafft, daß der Gegner von dem ihm unmittelbar bevorstehenden Stoß keine Kenntnis hatte. Die eigene Infanterie war durch Lichtbilder über jede Einzelheit der zu stürmenden Kampfstellung des Gegners, über jedes Maschinengewehrnest und jeden Minenwerferstand unterrichtet. Eigene Jagdstreitkräfte hatten diese gefahrvolle Tätigkeit der Beobachter geschützt und den feindlichen Luftstreitkräften den Einblick in unsere Vorbereitungen durch rücksichtslosen Angriff erfolgreich verwehrt. Als am 21. 3. der Nebel, der in den Morgenstunden jede Flugtätigkeit ausschloß, sich verzog, zeigten die gesamten Luftstreitkräfte den gleichen unüberwindlichen Angriffsgeist wie die auf dem Schlachtfeld vorstürmenden Truppen. Die Jagdstreitkräfte behaupteten die unbedingte Ueberlegenheit in der Luft. Sie schossen am ersten Angriffstage allein 6 Fesselballone ab und haben im Verlauf der weiteren Kampftage bisher 93 Flugzeuge zum Absturz gebracht. Der 67. und 68. Luftsieg des Rittmeisters Freiherrn v. Richthofen beweist die oft bewährte Ueberlegenheit unserer alten Meister des Luftkampfes. 3 Abschüsse des Leutnants Windisch an einem Tage zeigen, daß auch der Nachwuchs an Leistungen nicht nachsteht. Starke Schlachtgeschwader begleiten, das erbitterte Feuer der feindlichen Maschinengewehre nicht achtend, in ganz geringer Höhe die stürmende Infanterie. Sie brachten feuernde feindliche Batterien durch Wurfminen, Bomben und Maschinengewehrfener zum Schweigen und rissen an den Hauptbrennpunkten des Kampfes die stürmende Truppe über die letzte feindliche Gegenwirkung weg. Sie griffen die heraneilenden Kolonnen des Gegners aus 80 Meter Höhe an, zersprengten sie vor dem Eingreifen und brachten Verwirrung und Schrecken in den Rückzug des Gegners. Auch die Flugabwehrkanonen haben sich vom ersten Angriffstage an am Vormarsch beteiligt; Kraftwagengeschütze folgten unmittelbar der stürmenden Truppe und sicherten im eroberten Gelände Flugzeug und Ballonbeobachter. Unsere Bombengeschwader haben in den Nächten vor und zwischen den Schlachttagen Bahnknotenpunkte hinter der feind ungünstigen Wet chen wurden mit 10 650 Kilogramm Bomden belegt. Von besonderer Bedeutung ist der Angriff auf eine Haupteisenbahnlinie hinter der Schlachtfront, der aus ganz geringer Höhe 36 Kilometer hinter der Fronausgeführt, besonders gute Erfolge zeitigte. Im ganze wurden von den Bombengeschwadern in vier Nächt 132 666 Kilogramm Bomben geworfen. mündelsichere Kapitalsanlage in die Kriegsanleihe. Das ganze deutsche Volk mit seiner Arbeits- und Wirtschaftskraft bürgt für ihre Sicherheit. Krieg zur See. U=Boot=Beute. Berlin, 27. März.(Amtlich.) Unsere Unterseeboote versenkten im Aermelkanal und in der Irischen See 5 Dampfer und mehrere Segler mit zusammen 20000 Br.=Reg.=To. Die versenkten Dampfer waren sämtlich tiefbeladen. Namentlich wurden festgestellt; die englischen bewaffneten Dampfer„Navigator“(3798 Br.=Reg.=To.),„Tweed“(1777 Br.=Reg.=To.) mit Kohlenladung, der englische Segler„Eliza Anne", die englischen Fischkutter„Margaret“,„Wave“,„Sanrise“ und der belgische Fischkutter„O. 266“. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * Wöchentlich 120 000 Tonnen im Durchschnitt. Wenn es noch eines Beweises dafür bedürfte, daß unsere U=Boote viermal schneller versenken als die englischen Werften bauen, so hat ihn das konservative Unterhausmitglied Bellairs durch seine Kritik der Rede des englischen Ministers Geddes erbracht. Bellairs behauptete, daß sich der Verlust des Weltschiffsraums, ungerechnet den durch Seeunfälle aller Art entstandenen Schaden, im Jahre 1917 auf 6¼ Millionen Br.=Reg.=To, belief: In Wirklichkeit hat der Verlust 9¾ Millionen Br.=Reg.=To. betragen; doch Bellairs rechnet für England zu günstig und fährt deshalb fort: Die deutschen U=Boote versenkten mithin wöchentlich 120 000 Br.Reg.=To. im Durchschnitt. Da die englischen Werften im Januar 1918 nur 56000 Br.=Reg.=To. erbauten, während die englische Handelsflotte sich nach amtlichen englischen Berichten wöchentlich um 70 000 Br.=Reg.=To., im Februar sogar um 80 000 Br.=Reg.=To. verminderte, so folgt hieraus, daß die Welttonnage in dieser Zeit wöchentlich mehr verlor, als England in einem ganzen Monat erbaute! Bellairs kam auch auf die mit den Geleitzügen verknüpften Nachteile zu sprechen und faßte sein Urteil zusammen in die Worte:„Ich glaube nicht an die Wirksamkeit der Geleitzüge!“ Kanzler an Der Reichskanzler hat nach dem großen deutschen Siege im Westen an den Generalfeldmarschall von Hindenburg die folgende Depesche gerichtet: „Voll aufrichtiger Bewunderung für die herrlichen Taten unseres Heeres unter Ew. Exzellens und Ihres Ersten Generalquartiermeister bewährter Leitung begrüße ich mit freudiger Genugtuung die Verleihung des höchsten militärischen Ehrenzeichens an Euer Exzellenz und die so verdienstvolle Auszeichnung Ihrer Mitarbeiter. Mit mir freut sich das ganze deutsche Volk, das mit so berechtigtem Vertrauen auf Euer Exzellenz blickt, und das weiß, daß, wo Hindenburg und Ludendorff führen, der Sieg eine Notwendigkeit ist. gez. Graf von Hertling.“ Der Generalfeldmarschall hat dem Reichskanzler daraufhin folgende Antwort zugehen lassen: „Euere Exzellenz sage ich für die freundlichen Worte, die Euere Exzellenz anläßlich des Sieges über das englische Heer an mich zu richten die Güte hatten, tiefempfundenen Dank. Im Vertrauen auf unsere herrlichen Truppen haben wir den großen Schlag gewagt. Stolz darauf, unter der Führung und unter den Augen ihres obersten Kriegsherrn zu fechten, schlagen sie sich über alles Lob erhaben, jeder Mann erfüllt von dem Bewußtsein, daß es um die Zukunft des geliebten Vaterlandes geht. Das Heez wird nicht nachlassen, bis es mit Gottes Hilfe der Heimat den ganzen Sieg erkämpft hat, den sie als Grundlage ihrer auf einen kraftvollen deutschen Friegestüen Zukunft braucht. gez. von Hindenburg.“ Auf Wegen zur Sonne. Es ist doch etwas Herrliches um einen jungen Frühlingstag! Rosenrot wirft die Sonne ihre Strahlen auf die taufrische Erde und weckt das junge Grün, und aus den saftigen Ackerschollen steigt die Lerche jubilierend in die Lüfte empor. Auch das Herz jauchzt, und frohe Hoffnung zieht ein und neue Freude am Leben und neue Kraft zum Schaffen. Ein solch' köstlicher Frühlingstag brach an, als die frommen Frauen auf dem Wege waren zum Grabe ihres Heilandes. Freude in der Natur, aber Trauer in ihrem Herzen! Wer hätte das gedacht, daß sie in ihren Hoffnungen so enttäuscht würden! Sie können es kaum fassen, daß nun alles vorüber sein soll. Aber sie haben es ja selbst gesehen, wie man ihn getötet, wie man ihn begraben und sein Grab versiegelt hat. Da nützt kein Zweifeln mehr. Ihre einzige Sorge ist jetzt nur noch: „Wer wird uns den Stein von dem Grabe wälzen?“ Nur einmal wollen sie noch zu ihm, um ihn zu salben, und dann kommt der Abschied für immer. „Es gibt Augenblicke im Menschenleben, wo alles sinkt und zerbricht. Es gibt Stunden, wo es einsam um einen Menschen im Unglück wird: wenn er sich verlassen sieht in seinem höchsten Streben, geknickt in seinen schönsten Hoffnungen, getäuscht in seiner heiligen Sache, der er alle Fähigkeiten, Herz und Gut und alles geopfert hat. Es gibt Enttäuschungen, die einer ebenslang nicht zu überwinden vermag. Nun erst diese: in der Nähe eines Gottgesandten gestellt zu sein, der Quellen lebendigen Wassers verheißt, und jetzt sollten diese im Sande verlaufen? In die Gemeinschaft eines Propheten berufen zu werden, der sein Feuer allerorten entzünden will, und jetzt dies Feuer verlöschen sehen? In das Gefolge eines Königs begeistert sich einzureihen, dessen Reiches kein Ende sein wird, und jetzt alle kühnen Hoffnungen zu Grabe tragen müssen? Wo gäbe es schlimmere Enttäuschungen?“ Mit diesen Gedanken kommen die Frauen an das Grab. Welch ein Wunder! Der Stein ist weggewälzt, und auf ihm steht leuchtenden Gewandes ein Engel der Auferstehung. Unter seiner Botschaft wird der kalte Grabstein zur Felsenkanzel der Österfreude, die nun von der Stätte des Todes in die Welt hinausgeht:„Er lebt! Er ist auferstanden!“ Jubel in der Natur, Jubel auch in den Herzen der Frauen! Ihr Sehnen ist erfüllt! Wir wandeln jetzt auf Wegen, wie einstens die Frauen. Wenn in diesem Jahre die Östersonne leuchtet und uns aus dem Osten den Frieden mitbringt, wenn das Grünen und Sprießen in der Natur uns einlädt. auch in unseren Herzen die frohe Hoffnung aufsteigen zu lassen, dann will es uns nicht recht wohl zu Mute werden. Wir fragen ängstlich:„Wer wird uns den Stein von dem Grabe wegwälzen? Wann wird der endliche Sieg kommen, wann wird wieder Ruhe und Frieden unter den Völkern Einkehr halten wie einst?“ Und die bange Sorge kriecht in die Seele:„Was werden wir essen, was werden wir anziehen, wie werden wir durchhalten!“ O ihr zaghaften Seelen! Seht ihr nicht, wie der Engel des Friedens daran ist, die schwere Last des Krieges von der Menschheit abzuwälzen, wie aus dem Schutt und Moder neues Leben erblüht und sturmerprobte, opferstarke, kampfes= und schaffensfrohe Menschen erstehen? Österlicht leuchtet schon durch die Welt, der Österglaube hat euch bis jetzt aufrecht gehalten, der Östersieg wird eures Leidens Krone sein! „Wer wird uns den Stein vom Grabe wälzen?“ So fragen jetzt zahlreiche Menschen, und ihre Seele ist betrübt. Der Heiland hat sich von ihnen entfernt, mußte weichen, weil ihr Herz sich öffnete für seinen größten Feind. Mit der schweren Schuld zog finstere Nacht in ihre Seele ein, und die dunklen Molken der Mutlosigkeit und Verzagtheit, die Schatten des Mißmutes drücken sie fast zu Boden. Und sie sehen nicht das leuchtende Sonnenlicht der Gnade, hören nicht den Jubelgesang der Heiligen, die mit reiner Seele den Auferstandenen umgeben, verspüren nicht den Hauch der Gottesliebe, die das Herz der frommen Christen so beseligend erfüllt. O ihr sündhaften Seelen! Auch euch ruft der Auferstehungsengel zu:„Er lebt! Er ist auferstanden! Der alte Gott der Liebe und Treue hat noch ein Herz für euch! Laßt von ihm aufrichten eure müde Seele, erfrischen eure matten Schwingen und beseligen euer freudearmes, trostloses Herz! Und auch ihr werdet dann, wie einst die Frauen, vom Auferstandenen zurückeilen, mit Jubel im Herzen, der Sonne entgegen, dem Frühling, dem neuen schönen deben im Licht und in der Kraft des Auferstandenen. Und so werdet ihr weiterwandern zum ewigen Glück, dort, wo auf den langen Karfreitag des Erdenlebens ein wahrer Östermorgen folgt. Das ist die große Stunde des Sieges nach dem schweren Kampf, des Triumphes nach dem tiefen Leid, der Glorie, die nimmermehr endet. Fr Beulke. Allgemeine Kriegsnachrichten. Die Finnen und wir. Von dem Austausch=Verwundeten=Transport, der über Finnland aus Rußland heimkam, teilt der Hauptmann Carl Lange in der„Nordd. Allgem. Ztg.“ folgendes mit: „Wie kommt es nun, daß trotz aller dieser Erlebnisse der äußere Eindruck ein verhältnismäßig günstiger war? Die letzte Zeit verlebten unsere Kriegsgefangenen in Finnland. Dort warteten sie auf die Weiterbeförderung nach Schweden. In Abö, an der Südwestküste Finnlands, den durch die Ereignisse bekanntgewordenen Aalandsinseln gegenüber, hielten sie sich fünf Wochen auf. In dieser Zeit wurden sie von den Finnen in der aufopferndsten Weise aufgenommen und gepflegt. Ob Offizier oder Mann, ob Deutscher oder Oesterreicher, überall begegnete man ihnen mit offenen Armen. Auch das Letzte gaben die Finnen her. Die Bekleidung wurde aufgefrischt, Wäsche gewechselt, Stiefel empfangen und vor allen Dingen der Körper durch gute Ernährung gestählt und gefestigt. Es ist herrlich, wie die nun auf der letzten Station befindlichen Kriegsgefangenen strahlenden Auges erzählen, daß sie hier in Abö nicht wie gute Bekannte, sondern wie Freunde und Brüder, wie Befreier aufgenommen wurden. Die dort befindlichen Finnen rissen sich ordentlich um jeden einzelnen, und so gab es an einem Tage oft viele Einladungen und Veranstaltungen ihnen zur Ehre." Glänzende Fliegertaten. Am 27. März 1918 schoß der Rittmeister Manfred Freiherr von Richthofen über dem Schlachtfelde der Kaiserschlacht seinen 71., 72. und 73. Gegner ab. Aus diesem Anlaß erhielt sein Vater, Major von Richthofen, vom Kommandierenden General der Luftstreitkräfte folgendes Telegramm: Heute schoß Ihr Sohn Manfred seinen 71., 72. und 73. Gegner ab. Der 71. Sieg des Rittmeisters rundet die Zahl der Luftsiege Ihrer beiden Söhne auf 100. In dankbarer Bewunderung beglückwünschen mi mir die Luftstreitkräfte das Elternpaar der in ihren Leistungen so stolzen und in ihrem Wesen so bescheibenen Brüder. In vielen tausend deutschen Herzen werden heute die innigsten Wünsche für Ihre tapferen Söhne aufglühen. Ihr aufrichtig ergebener v. Hoeppner, Kommandierender General der Luftstreitkräfte. Eine Mesalliance. Erzählung aus der Gesellschaft von Joh. v. Dewall. 11) Fortsetzung.(Nachdr. verboten.) „Graf Zoborn," sprach der beleidigte Gatte, und seine Stimme klang seltsam, so hart wie Stahl und eiskalt, „Sie haben zwar viel getrunken, aber betrunken sind Sie nicht. Wir sind nicht so nahe verwandt miteinander, dem Himmel sei Dank, daß ich nicht jede Rechenschaft von Ihnen erwarten dürfte für jenes Wort. Von Stunde an betrachte ich Sie als ein giftiges Reptil, das man zertreten muß. Ich heiße Sie einen ehrlosen Verleumder, einen Lügner! Und nun entfernen Sie sich, Graf Zoborn!“ Und wiederum trat eine schwere, verhängnisvolle Stille ein. Die über alle Begriffe peinliche Situation spiegelte sich auf allen Gesichtern wieder. Ein tiefes Mitgefühl für den Grafen Anton und seine Gattin erfüllte jede Brust. Zwar waren unter der Menge der geladenen Gäste manche, die die Mesalliance des Grafen mit einer Schauspielerin mißbilligten, und die nur aus Achtung vor diesem seiner Einladung gefolgt waren, aber empört und entrüstet waren sie von dem brutalen Benehmen des Grasen Zoborn. Wohin dieser blickte, er begegnete nur finsteren, verachtenden Gesichtern. Die Worte des tief beleidigten Bruders und Gatten schnitten scharf wie Schwerter, die Geste, womit er seinen letzten Befehl begleitete, womit er jenen gehen hieß, war so imponierend, das ganze Benehmen des Grafen so gebietend und würdevoll, daß der Schurke trotz seines augenblicklichen Zustandes die Wucht desselben empfand. Zwar machte er noch eine Anstrengung, sich geltend zu machen, aber vergeblich. „Ein Lügner— so— ein Lügner!“ rief er drohend und focht abermals mit seinen Armen in der Luft herum, „wir werden sehen— wir werden sehen!“ Das waren seine letzten verständlichen Worte, denn schon hatte die Geduld der Umstehenden ihr Ende erreicht. Der General, Graf Edmund und Konstantin und noch einige von den Herren legten ohne weiteres Hand an den Wütenden, zwangen ihn in den ersten besten Wagen hinein und hießen den Kutscher im Galopp davonfahren: seinen Reitknecht mit den Pferden sandte man ihm nach. So endete dieser so fröhlich begonnene Morgen. Was nützte es dem Grafen Anton, daß alle Anwesenden sich herzudrängten und ihr tiefes Bedauern über diesen abscheulichen Vorfall aussprachen, was nützte es ihm und seiner liebenswürdigen Gattin, daß ein ganz vorwurfsfreies Leben hinter ihnen lag? Ein Schurke hatte den giftigen Pfeil auf ihr junges Glück abgedrückt, und das Gift wirkte. Und nur den einen Troft hatte Graf Anton, daß er genau wußte, wie jener Bube log, ms nur den einen Trost hatte das junge Weib, daß sie si rein und schuldlos fühlte und an ihres Gatten Brust sich ausweinen durfte. 9. Kapitel. Die Baronin Baczianyi war in einer entsetzlichen Lage. Man wußte, daß sie die Mitschuldige des Grafen Zoborn war, und man ließ sie es genugsam fühlen. Man behandelte sie mit Kälte, ja mit Verachtung, man wich ihr aus. Ihre Position war unhaltbar geworden, sie hatte sich in ihrem Komplizen stark verrechnet, ihr Haß, ihr Neid hatten weit über das Ziel hinweggeschossen, es war ein grober Fehler, sich mit einem Mann einzulassen wie Graf Franz. Sie fühlte es: sie war unmöglich geworden, für alle Zeiten komprimittiert. Sie war so töricht gewesen, dem Schurken zu glauben. als er ihr mitgeteilt hatte, jene Ehe könne nicht zugelassen werden, die junge Gräfin sei einst seine eigene Geliebte gewesen. In ihrer Bosheit hatte sie triumphiert. War dieses wirklich der Fall, dann mußte sie obsiegen. Eine Auseinandersetzung mußte stattfinden, die Ehe wurde nafürlich getrennt, Josephine Knebel wurde abgefunden, und dann konnte Graf Anton doch nichts Klügeres tun, um die bösen Mäuler zu stopfen, als einer Dame wie sie, anstatt der Schauspielerin seine Hand zu reichen. So hatte sich die leichtfertige, charakterlose Frau das alles vorgespiegelt, und deshalb war sie gekommen, um gleich bei der Hand zu sein, wenn sie gebraucht wurde. Sie hatte sich ihre Rolle so schön gedacht und so dankbar, und nun? Sie hatte kaum ihr Zimmer betreten, als sie in heftige Tränen ausbrach. Die ganz erstaunte Wiener Zofe erhielt den Befehl, sofort einzupacken, in einer Stunde wollte die Baronin abreisen. Während diese nun mit sichtlichem Unmut diesem Befehle nachkam, raste die schöne Dame ruhelos und in einer wahrhaft furchtbaren Laune im Zimmer umher, sich und die Welt verwünschend. Endlich aber hielt sie den Zustand nicht länger aus Da niemand kam, um sich mit ihr zu beschäftigen, so warf sie einen dichten Spitzenschleier über den Kopf und ging hinüber zu der jungen Gräfin Waltersdorff, sie mußte Menschen sehen, die Ungewißheit, die Einsamkeit brachten sie zur Verzweiflung. Sie klopfte an. Gottlob, jene war im Zimmer und allein! „Lisbeth, sagen Sie mir um Gotteswillen in der Welt, was bedeutet das alles, wie war das nur möglich? Ich bin doch mehr tot wie lebendig vor Alternation und Abscheu! rief sie und ließ sich in einen Stuhl fallen. Als Lisi, ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit, stil und kühl blieb bei jener eraltierten Anrede, fuhr die Baronin, in Tränen ausbrechend, fort:„Und denken Sie sich das Entsetzliche, man entblödet sich nicht, mich— mich mit in jene Angelegenheit hineinzuziehen— man flieht mich man beleidigt mich mit Blicken, mit Gebärden, mich, eine arme, schutzlose Frau!“ „Und spricht Ihr Gewissen Sie gänzlich frei, Baronin?" hub Lisi Waltersdorff jetzt mit ihrer tiefen, klangvollen Stimme an und richtete ihr volles Auge ernst und vorwurfsvoll auf jenes falsche Weib, deren Komödienspiel sie völlig durchschaute. „Wie, auch Sie, Lisbeth, auch Sie zweifeln an mir? Sie trauen mir zu, ich könnte bei so einer entsetzlichen Affäre meine Hand im Spiele haben? O Gott, das kann Ihr Ernst nicht sein— Sie sollten mich doch besser kennen! Ich schwöre Ihnen auf das heilige Evangelium—“ „Halt, schwören Sie nicht, Baronin.“ unterbrach sie hier die junge Dame, indem sie aufstand und mit Entrüstung auf sie zuschritt,„schwören Sie nicht. Sie würden eine Todsünde auf sich laden, und es wurde Ihnen doch nichts nützen.“ „Aber um Jesu willen!“ „Still, nicht so laut, was wir miteinandr zu sprechen haben, bedarf keine Zeugen. Sie waren einstmals meine Freundin, heute will ich mich als die Ihre bewähren. Sie sind schwer komprimittiert.— Ehe noch Sie hierherkamen,„wußten wir bereits, welchen schwarzen Gedanken Sie hegten gegen das Glück der Neuvermählten. Sie waten verraten, wir kannten Ihre Pläne und hätten sie gern vereitelt, um ein Unglück zu verhüten und Ihnen eine Beschämung zu ersparen. Jener Wahnwitzige hat alles verdorben, vernichtet, und zu Ihrer Ehre nehme ich an, daß Sie selbst überrascht waren von seiner Art, jene Pläne zu verwirklichen. Es ist ein Skandal passiert, ein in unseren Kreisen unerhörter Skandal.“ „Barmherziger Gott!“ „Was die Folgen davon sein werden, das weiß nur der Himmel! Doch zu Ihnen: von Ihrer Verbindung mi Graf Zoborn, von Ihren Plänen, die Sie geschmiedet hat ten, wissen nur drei oder vier Personen, und diese werden schweigen, das sei meine Sorge, Baronin. Sie werden es tun, um der Welt und der Presse nicht noch mehr pikanten Stoff zu geben und Gelegenheit, über unser Kaste herzufallen. Aber in den Augen aller haben Sie sich schwer komprimittiert, Baronin, durch Ihr eigentüm, liches, unkluges Betragen. Sie spielten eine Rolle, und weiß Gott, Sie spielten sie herzlich schlecht, Sie sind eine erbärmliche Schauspielerin und müßten verhungern, sollten Sie von Ihrem Talente leben!“ Die Baronin schluchzte heftig, den Kopf tief in die Kissen gedrückt. Ohne sich stören zu lassen, fuhr Lisi Waltersdorff fort: „Wie schlecht Sie sich verstellen können und wie unklug Sie handelten, das haben Ihnen wohl die Blicke und das Benehmen aller rechtlichen Menschen gezeigt. Sie fühlen jetzt die ganze Tragweite Ihrer Handlungsweise, die Rache kam schnell und furchthar. Den Streich. den jener Bube Tie Flieger in der Riesenschlacht. Besonders wirkungsvoll war die Unterstützung der Schlachtflieger bei den Infanterieangriffen auf apaume und beim Sturm gegen die vielumstrittene Ferme La Maisonette bei Peronne. Bei Albert griffen sie zurückflutende Kolonnen mit Wurfminen und über 80 000 Schuß aus Maschinengewehren an. Unsere Bombengeschwader setzten Nacht für Nacht ihren Kampf gegen die Verbindungslinien, die Truppenunterkünfte und die Flughäfen des Feindes fort. Beim Angriff negen die Bahnhöfe hinter der Schlachtfront gingen unsere Flieger mehrfach auf weniger als 100 Meter herunter. Treffer mitten in die Bahnanlagen und in Züge, schwere Explosionen und starke Brände lohnten ihre Kühnheit. Im ganzen wurden in den drei Nächten seit dem 25. März fast 190 000 Kilogramm Sprengstoff abgeworfen. Die Verluste unserer Gegner an Flugzeugen seit Beginn der großen Schlacht übersteigen jetzt schon 100 bei weitem. Paris flieht. Die Beschießung von Paris dauert an, und die französische Hauptstadt wird beherrscht von dem einen Jedanken:„Rette sich, wer kann!" Nicht nur die Bahnen, auch die Landstraßen nach dem Süden Frankreichs sind mit nach auswärts fahrenden Fuhrwerken vollgestopft. Infolge der Fortdauer der Fernbeschießung wurden umfassende Sicherheitsmaßnahmen für die Kirchen und öffentlichen Gebäude angeordnet. Montdidier, das soeben genommen worden ist, ist ein Punkt an der wichtigen Bahn Paris—Amiens, die von den Amerikanern kürzlich viergleisig ausgebaut worden ist. Parallel damit läuft zwar von St. Just aus noch eine 20 Kilometer westlicher liegende Linie. Diese Parallelbohn bedeutet zur Zeit die einzige Bahnverbindung von Paris mit dem Pas de Calais, dem von den Engländern besetzten Nordzipfel Frankreichs. Clemenceau orakelt wieder. Der redselige französische Ministerpräsident sagtim Heeresausschuß der französischen Kammer, die Lage beginne sich zu kristallisieren. Seit einigen Stunden sei eine Verlangsamung der feindlichen Anstrengungen festgestellt. Der Augenblick sei nahe, wo die französischen und die englischen Reserven in den Kampf eintreten würden. Die Schlacht werde eine neue Wendung nehmen, es sei aller Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß der Feind die Vorteile der Gewinne, die er um den Preis blutiger Verluste erziel habe. nicht werde bewahren können. Vom„langen Hernrich“, em neuen so gefährlichen Kollegen der„dicken Bertha“ macht der Kriegsberichterstatter der„Deutschen Tageszettung“ allerlei andeutende Mitteilungen: „Damit hat Deutschland, das nach dem Glauben seiner Feinde am Ende seiner Kriegsrohstoffe ist, eine echnische und ingeniöse Leistung vollbracht, die ihm niemand nachmacht. Der Bau und der Einschuß dieser Geschütze hat gewaltige Vorarbeiten verursacht, ist aber in erstaunlich kurzer Zeit vollbracht worden. Genaue Einzelheiten können selbstverständlich nicht mitgeteilt werden, doch kann sich auch der Laie sagen, daß bei der Länge der Flugbahn der Kulminationspunk sich in Höhen erheben muß, die bisher mit Menschen, kraft niemals erreicht worden sind, daß die Hitze des Mündungsfeuers einen Erad hat, bei dem gewöhnliche Geschosse verbrennen würden, und daß die Endgeschwindigkeit so groß ist, daß Hartstahle durch die Reibung der Luft glühend wie Meteorite werden müßten. Nehr als der Lösung aller der Rätsel Jules Vernescher Phantasie nachzugrübeln, deren Verwirklichung einem Deutschen gelungen ist, wird die Pariser die Sorge bewegen, wie sie diese Strafheimsuchung ihrer sich weit vom Schusse wähnenden Festung von sich abwehren können. Doch ist ihnen auch in dieser Beziehung jeder mögliche Gedanke vorausgedacht.“ Bekanntlich behaupten die Franzosen, das Geschoß gehe 34000 Meter— 7 mal so hoch, wie der höchste Berg Europas. Des Kaisers Dauk für den„langen Heinrich“. Vom Kaiser erhielt Herr Krupp von Bohlen und Halbach nachstehendes Telegramm: „Ihr neues Geschütz hat mit der Beschießung von Paris auf weit über 100 Kilometer Entfernung seine Probe glänzend bestanden. Sie haben mit der Fertigstellung des Geschützes der Geschichte des Hauses Krupp ein neues Ruhmesblatt hinzugefügt. Ich spreche daher Ihnen und allen Mitarbeitern Meinen kaiserlichen Dank für diese Leistung deutschen Wissens und deutscher Arbeit aus. Wilhelm R.“ Der feindliche Schlachtplan zerstört. . Zum ersten Male gesteht eine Havasnote zu, daß die verblüffende Schnelligkeit der deutschen Operationen die Hauptursache des Zusammenbruches der frauzösisch-englischen Pläue gewesen ist. Run gelte es, burch Einsatz bedeutender Ententereserven neue Pläne zur Reife zu bringen. führte, traf nicht den Grafen, nicht die Grafin, er traf ihn selbst und Sie.— Ich vermute, Sie kommen zu mir, Bakonin, um Abschied zu nehmen, aber ich lasse Sie noch nicht, Sie dürfen noch nicht fort, ich will hier retten, wenig, slens, was noch zu retten ist.— Man sagt, Sie seien ruiniert—“ „O Lisbeth!“ „Wenn Sie jetzt abreisen, dann sind Sie nicht nur utniert, Baronin, dann machen Sie sich unmöglich! Man wird Sie nirgends mehr empfangen. Sie haben in Ihren blinden Eifer sich so tief mit jenem Menschen eingelassen sich so bloßgestellt seinetwegen, daß dann Ihr Name vor dem jenes Schurken nicht mehr zu trennen sein wird.“ Es war ein schneidender Wehruf, welcher bei dieser Worten das Gemach durchschütterte. Lisi Waltersdorf sentte ihre Stimme ein wenig und fuhr sanfter fort:„ zn wurde es kommen, wenn Sie voreilig Laxon verließen Ste würden das bestätigen, was man bis jetzt nur ver mutet. Das darf nicht geschehen. Sie bleiben, Baronin seben sich gänzlich in meine Hand, es ist die Hand e. Freundin, die Ihnen helfen will, und Sie bedürfen jetzt der Hilfe mehr, als Sie glauben „Ich werde bleiben." schluchzte die Baronin. (Fortsetzung folgt.) Rus Stadt. Rreis und Provinz. Sleinheim. 30. März. *— Ostern! Christus ist erstanden! In hellem Jubel klingt diese Freudenbotschaft in alle Lande. Der düsteren Karwoche ist der Sieg des Lichtes gefolgt, des Lenzes Wehen geht durch die Welt und auch in der Seele des Verlassendsten unter den Menschen keimt nun auf's neue leises Hoffen empor. Christ ist erstanden! Der starre Bann des Todes hat sich gelöst und die Pforten des Grabes sind gesprengt. Möge das schöne Österfest, das wie kein anderes Fest geeignet ist, die Freude am Dasein in eines jeden Menschen Brust zu erwecken, auch für all' unsere Leser und Leserinnen, und besonders für unsere tapferen Krieger im Felde, ein recht gesegnetes werden. Wir wünschen es ihnen von ganzem Herzen mit den Worten: Fröhliche Feiertage! * *— Kompanie— nicht mehr Kompagnie. Gemäß einer Verfügung hat im schriftlichen Verkehr der militärischen Dienststellen das„g“ aus dem Worte Kompagnie in Wegfall zu kommen. Da es sich hierbei um eine durchaus angebrachte Verdeutschung handelt, empfiehlt es sich, von der neuen Schreib weise allgemein Gebrauch zu machen. *— In dem Verwaltungsbericht der Kreissparkasse zu Brakel für 1917 heißt es u. a.: „Soweit die Sparer ihre Spareinlagen zwecks Anlage in Kriegsanleihe nicht zurückfordern, erwarb die Kreissparkasse Kriegsanleihe für eigene Rechnung. Bei der guten Verzinsung war dies eine recht lohnende Anlage, was sich besonders bei der Feststellung des Reingewinns bemerkbar macht, denn der im Sparkassenfonds gegenüber dem Vorjahre mehr erzielte Reingewinn von rund Mark 20 000 ist allein auf den Erwerb von mehr als 2 Millionen Mark Kriegsanleihe im Berichtsjahre zurückzuführen." Aus der vorsteheuden Feststellung ist zu ersehen, daß die mündelsicheren Sparkassen die Einlagen in größtem Umfange in Kriegsanleihe anlegen, wenn die Sparer dies nicht selbst tun. Nun ist es aber durchaus nicht dasselbe, ob einige tansend Banken und Kassen oder einige Millionen Einzelzeichner die Anleihe gezeichnet haben. Der Milliardensieg ist nur dann vollkommen, wenn Millionen von Einzelzeichnern zu ihm beigetragen haben. Um allen Sparern die Beteiligung an der Zeichnung zu ermöglichen, hat die Kreissparkasse in Brakel beschlossen, alle Spareinlagen, auch die mit Jahreskündigung angelegten, ohne jede Beschränkung zur Zeichnung auf Kriegsanleihe freizugeben. A Weitreichende Hilfsmaßnahmen. Der Bundesrat hat eine Verordnung erlassen, durch deren§ 1 während des Krieges die Durchführung der Bekanntmachung vom 22. Nov. 1917 über die Krankenbersicherung erleichtert wird. Die daselbst vorgesehene Erhöhung des Grundlohnes von 5 und 6 Mark auf 8 und 10 Mark kann danach ohne Satzungsänderung durch den Kassenvorstand beschlossen werden. Eine solche Beschlußfassung bedarf der Zustimmung des Oberversicherungsamts. Auf Grund des§ 2 wird den Kassenmitgliedern aus Gründen der Papierknappheit nur auf Antrag ein Abdruck der Satzungsänderung zugewiesen. A Eine scharfe mannanme gegen die Metzger bedeutet das neue Schleichhandelsgesetz, da es sie zu strengster Aufmerksamkeit zwingt. Bekanntlich unterliegen die Rohfette von Rindvieh und Schafen vom Augenblick des Anfalls an nur noch der Verfügung des Kriegsausschusses. Erwirbt die Schlachtstelle oder der Schlächter die Rohfette dadurch, daß sie der zuständigen Annahmestelle des Kriegsausschusses entzogen werden, und veräußert die Schlachtstelle oder der Schlächter die Rohfette demnächst weiter, gleichgültig ob in Form von Rohfetten oder Rohfetterzeugnissen (Feintalg, technischer Talg), so ist der Tatbestand des Schleichhandels erfüllt, und das Gericht hat nicht mehr die Wahl zwischen Gefängnis= und Geldstrafe, es mus vielmehr auf Gefängnisstrafe, beim zweiten Wie derholungsfall unter Umständen auf Zuchthaus erkennen. A Auskünfte über vermißte Heeresangehörige. In letzter Zeit bieten sich verschiedentlich gewerbliche Auskunfteien zur Ermittlung vermißter Heeresangehöriger an. Vor der Inanspruchnahme derartiger Unternehmungen zu Nachforschungen nach Vermißten muß dringend gewarnt werden. Auskunft über den Verbleib von Militärpersonen erteilt, soweit es sich um das preußische Kontingent handelt, das Zentralnachweisebureau des Kriegsministeriums in Berlin NW 7, für die Kontingente von Bayern, Sachsen und Württemberg die Nachweisebureaus in München, Dresden und Stuttgart. Ist durch diese amtlichen Stellen keine Auskunft zu erlangen, so wende man sich an den zuständigen Verein des deutschen Roten Kreuzes, das über eine umfassende Organisation zur Ermittelung Vermißter verfügt und mit allen in Betracht kommenden ausländischen Stellen in Verbindung steht.(Welcher Verein im Einzelfalle zuständig ist, ergeben die auf den Postämtern aushängenden Merkblätter über den Kriegsgefangenen=Postverkehr.) Privatpersonen und gewerbliche Unternehmungen sind nach den bestehenden Vorschriften überhaup nicht in der Lage, unmittelbare Anfragen an das Ausland zu richten, sie müssen sich daher stets an die amtlichen deutschen Stellen oder das deutsche Rote Kreuz wenden. Die Benutzung derartiger Mittelpersonen stellt also nur eine unnütze Geldausgabe dar. Alle amtlichen Stellen und das Rote Kreuz erteilen unentgeltlich Auskunft und erheben auch für Anfragen nach dem Auslande, Ermittlungen bei gefangenen Kameraden usw. keine Gebühren. Z Vertungert die Kriegsanleihe den Krieg! Immer wieder taucht diese Frage auf, und immer wieder kann jeder vernünftige, klarblickende Deutsche sie nur mit„Nein“ beantworten. Im Gegenteil: Ein voller Erfolg der achten Kriegsanleihe muß den Feinden Deutschlands deutlich zeigen, daß das deutsche Voll hinter der Front gewillt ist, das Letzte zur Erhaltung seiner Heimat zu opfern. Kein Teil dieser Heimat mit all ihrer Schönheit, mit all ihren Erinnerungen, welche wir von unseren Vätern ererbt haben und für die jetzt wieder Tausende und Abertausende ihr Leben hingeben, darf ein Raub des Feindes werden. Was Ihr ererbt von Euren Vätern habt, erwerbt es, um es zu besitzen: Schafft Euch durch einen vollen Erfolg der achten Kriegsanleihe die Gewähr dafür, daß alle Deutschen ruhig in dem Besitz ihrer Heimat bleiben können. 2le fllegenden Hamster. Die„Sauerl. Ztg.“ erzählt: Hier wird die Hamsterei auf die neueste Art vollführt. Von Zeit zu Zeit kann man hier beobachten, wie sich ein anscheinend gut orientierter Flieger unserm Dörfchen nähert und alsdann in einer größeren Weide landet. Alt und jung verläßt Haus und Hof, um diesen früher selten gesehenen Vogel anzustaunen. Aus Dankbarkeit holen die Landwirte parauf Butter und Eier in Hülle und Fülle herbei. Einige Leute sind sogar noch über solche aufgebracht, die sich an diesem Liebeswerk nicht beteiligen, va doch, wie bekannt ist, derartige Produkte abgeliefert werden müssen. Nach längerem Aufenthalt und Erledigung des einträglichen Geschäfts besteigen die Flieger ihren Apparat und zum Abschied winkend verschwinden sie in den Lüften. ** Tas Ende eines deutschen Heldenmädchens. Vor einiger Zeit wurde mitgeteilt, daß sich unter den deutschen Frauen und Mädchen, die von den Franzosen und Belgiern wegen Spionage füsiliert wurden, auch ein Fräulein Ottilie Moß aus Dortmund befunden habe, die im Mai 1915 in Bourges in Frankreich standrechtlich erschossen wurde. Katholische Blätter können über den Fall folgende Einzelheiten mitteilen: Fräulein Moß lebte mit ihrer Mutter, einer Witwe, zu Beginn des Krieges in Dortmund. Sie war Ladnerin in einem kaufmännischen Geschäft und nach Bildung und Begabung ragte sie weit über den Durchschnitt ihrer Fachkolleginnen hinaus. Infolge längeren Aufenthalts in Paris und London beherrschte sie die englische und französische Sprache vollkommen. Ihre glühende Liebe zum Vaterlande ließ in ihr sofort nach Beginn des Weltkrieges den Entschluß reifen, sich dem bedrängten Vaterlande zur Verfügung zu stellen. An berufener Stelle wurde ihr Anerbieten gern angenommen und voller Zuversicht und großer Entschlossenheit schied sie bald darauf von ihrer Mutter und von ihren Kolleginnen im Verein der kath. kaufnännischen Gehilfinnen, in dem sie eine führende Stellung bekleidet hatte. Lange Monate hörten weder ihre Mutter noch ihre engeren Freundinnen von ihr, bis im Mai 1915 der damalige Präses des Vereins der kath. kaufmänn. Gehilfinnen, jetziger Pfarrer Tölle, von dem greisen Pfarrer in Bourges in Ausführung des letzten Wunsches der Ottilie Moß die Mitteilung erhielt, daß er der Moß den letzten Beistand geleistet und das letzte Geleit gegeben habe. Auf dem Schießplatz zu Bourges ist sie damals erschossen worden und damit im Dienste des Vaterlandes gefallen. Auch ihr Andenken wird fortleben als das einer Heldin, die das Beste, was sie hatte, ihr Leben, gern und freudig hingab für ihr so geliebtes Vaterland. tk. Kino=Anfug. Welch skandalösen Unfug die in Arbeitskräften noch treiben, zeigt eine Verhandlung vor dem Berliner Gewerbegericht. Der Schauspieler Eder erhob gegen die Naturfilm=Gesellschaft einen Anspruch von 250 Mark„Sensations=Honorar“, während ihm die Filmfirma nur 100 Mark zubilligen wollte. Eder war für eine Naturaufnahme verpflichtet worden, die an der Ostsee stattfinden sollte. Er hatte sich von einem 12 Meter hohen Felsenvorsprung in die See zu stürzen, mußte eine Zeitlang unter Wasser bleiben, klammerte sich dann an auf dem Meere schwimmende Wrackteile und wurde, völlig erschöpft, von zu Hilfe eilenden Seeleuten gerettet. Als Bezahlung für die Aufnahmen waren 20 Mark Tagegelder und 25 Mark Honorar pro Tag vereinbart worden,„für die Wassersache“ sollte E. 50 Mark erhalten. Ueber den Begriff„Wassersache“ entstand nun zwischen dem Künstler und der Gesellschaft Streit. Der Kläger mußte namlich meyrere Male den Ertrinkenden spielen, weil die Aufnahme zuerst nicht klappen wollte. Nach seiner Auffassung müßte er für jedesmalige Ertrinkungsgefahr nebst Rettung 50 Mark erhalten, was bei der großen physischen Anstrengung durchaus nicht zu hoch sei.— Das KinoSchauspieler=Proletariat ist übrigens zur Zeit das hilfloseste Proletariat der Reichshauptstadt. Dutzende Kino=Unternehmer auch jetzt in der Zeit des Mangels hungern, aber arbeiten wollen die Herrschaften nicht. Ein Schlauberger. Ein Feldwebel hatte seine Leute eingeteilt zum Arbeitsdienst. Nach einer Weile findet er nur noch etwa die Hälfte von ihnen am Arbeitsplatz und geht deshalb in die Quartiere, um nachzusuchen. Gleich auf dem Korridor trifft er einen Many und brüllt ihn gewaltig an. Ein Landstürmer ist noch in der Stube. Wie er das Gebrüll hört, springt er schnell in den Schrank. Eben hat er die Türe hinter sich zugezogen, als auch schon der Feldwebel eintritt, Der guckt verwundert in alle Ecken; er hat wohl etwas gehört, doch nichts gesehen. Dann geht er unwillkürlich an den Schrank und öffnet ihn. Beide sind einen Augenblick starr vor Schreck, der vor dem Schrank und auch der drinnen. Dann will der Feldwebel loswettern, doch der Landstürmer kommt ihm zuvor mit den Worten:„So, nu wät wü awer, wer uns hier ümmer den Tabak ut das Schapp klemmt!“— Für die soll eine Tankspende veranstaltet werden. Folgende Allerhöchste Kabinetts=Ordre wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht: „Der Friedensschluß mit der Ukrainischen Volksrepublik, dem die Siege des deutschen Schwertes weitere Friedensschlüsse folgen lassen werden, wird zahlreichen deutschen Kriegs= und Zivilgefangenen die langersehnte Freiheit wiederschenken. Es ist Mein besonderer Wunsch, daß Volk und Heer, Behörden und Organe der freien Liebestätigkeit zusammenwirken, um unseren jetzt oder später aus Feindesland zurückkehrenden Landsleuten nach schweren opferreichen Jahren einen warmen Empfang und heilende, pflegende Fürsorge in der Heimazuteil werden zu lassen. Als Grundstock für die Aufwendungen, die dazu erforderlich sein werden, lasse Ich Ihnen 250000 Mark zu gemeinsamer Verwendung zugehen. Den heimkehrenden Gefangenen ersuche Ich, beim Empfang Meinen Kaiserlichen Willkommengruß in geeigneter Form zum Ausdruck zu bringen.“ Großes Hauptquartier, den 25. Februar 1918. gez. Wilhelm R. Dieser Schritt des Kaisers wird allerseits freudibegrüßt werden. Es sind Schritte eingeleitet worder zu einer größeren Sammlung von Geldmitteln und nutzlichen Gebrauchsgegenständen, Jedem aus der Gefangenschaft zurückkehrenden Deutschen werden Liebesaaben überreicht werden. Kreissparkalle zu Brakel Kreis Höxter. Girokonto Reichsbank Paderborn.— Telefon Nr. 45.— Postscheckkonto Hannøver 1651. Bilanz am 31. Dezember 1917. Bekanntmachung! Diejenigen Personen, welche glauben, Anspruch auf Saathafer zu haben, ohne in der Lage zu sein, anderen Hafer oder Gerste einzutauschen, werden aufgefordert, dieses am 2. April auf dem hiesigen Magistratsbüro anzumelden. Steinheim. den 28. März 1918. Der Bürgermeister: Schürholz. Bekanntmachung! Nach§ 38 der Ministerial=Polizeiverordnung zum FischereiGesetz vom 11. Mai 1916 müssen Entenbesitzer ihre Enten von fremden Fischgewässern fernhalten, wenn ihnen der Fischereiberechtigte nicht deren Einlassung gestattet hat. Bei Zuwiderhandlungen setzen sie sich, abgesehen von einer evtl. Bestrafung (§ 53), der Gefahr der Beschädigung oder Tötung der Enter nach§ 228 des Bürgerlichen Gesetzbuches aus. Steinheim, den 28. März 1918. Der Bürgermeister: Schürholz. Wir halten auf Lager: Milchtransport-Kannen à 10 Liter. 18,25 Mark à 15 Liter.. 21,25 Mark à 20 Liter.. 24,— Mark Kriegsgetreidestelle Brakel. Kreis Höxter. wurde von der Ottomeyer'schen Fabrik nach dem Markte 1 Portemonnaie mit Inhalt. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen Belohnung bei mir abzugeben. Rossius, Wallstraße. ZwiebelGurkenKopfsalatempfiehlt: Franz Schrader Nachf. Geschäfts-Verlegung 9... Den geehrten Bewohnern von Steinheim und Umgegend zur gefl. Nachricht, dass ich am 2. April cr. mein Barbier- und FriseurGeschäft von der Marktstrasse nach der Höxterstrasse 55b, Markt= und Höxterstrassen=Ecke gegenüber der Gastwirtschaft Kleine, verlege. Für das mir bisher bewiesene Wohlwollen sage ich meinen besten Dank und bitte mir solches auch in Zukunft bewahren zu wollen. Hochachtungsvol Josef Stenner, Friseur. 2 Gymnasiasten finden Pension bei guter Verpflegung. W. Arens. Höxter. Kaninchen nicht unter 4 Pfund wiegend, lebend oder getötet, per Pfund 2.— Mark, kauft ständig M. Hirschland, Steinheim Ein gut erhaltener Ofen abzugeben. Von wem? sagt Geschäftsstelle dss. Blattes. 1 gut erhaltenes Fahrrad (komplett) zu kaufen gesucht. Klimusch, Schornsteinfeger Nieheim, Kr. Höxter. Gesangbücher Grob= und Dünndruck Carl Simonowski. Holz-Auktion. Bekanntmachung! Achte Kriegsanleihe in Beträgen von 100—20 000 Mark kann bei der geringen Anzahlung von 10 Proz. gegen mässige Vierteljahrsbeiträge durch den Abschluss einer Kriegsanleihe- Versicherung bei der Provinzial-Lebensversicherungsanstalt von Westfalen zu Münster erworben werden. Aufnahmefähig sind Personen vom 7. bis zum 60. Lebensjahre. Nähere Auskunft erteilt die Sparkasse der Stadt Steinheim i. W. Soeben eingetroffen: Echten Eckendörfer Runkelrüben=Samen sowie Futter-Zucker Friedr. Pickert, Steinheim Samen-Handlung. Bestellungen auf Rektoratschüler-Mützen nimmt entgegen Kaufhaus Carl Nerzfeld. Am Dienstag, den 2. April ds. Js. Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen aus dem von Donop'schen Forste„Nefsenberg" in der Broder'schen Gastwirtschaft in Wöbbel öffentlich meistbietend verkauft werden: 43 rm Buchenknüppel Nr. 308—322 44 Haufen Buchen=Astreisig 300 Stück Fichtenstangen, 2. u. 3. Kl. Eichen Nr. 1—12= 2,1rm ungekürzt 4 Stück Eichen=Nutzholz mit 1,97 fm. Die Gutsverwaltung. Holz-Verkaufl Am Donnerstag, den 4. April cr. Vormittags 9½ Uhr anfangend, werden in den Gräfl. Wolff=Metternich'schen Forstorten Deopad Gänserott und Brede meistbietend an Ort und Stelle verkauft Fichtenstangen. 120 Stangen 1. Klasse, 280 Stangen 2. Klasse, 800 Stangen 3. Klasse, 700 Stangen 4. Klasse, 450 Stangen 5. Klasse, 500 Stangen 6. Klasse, zu Einfriedigungszwecken, Baumpfählen etc. geeignet. Sammelplatz im Deopat, 9 Uhr vormittags. Vinsebeck, den 29. März 1918. Reichsgräfl. Wolff=Metternich'sche Rentei. Im nordamerikanischen Senat schlug der Deutschenhasser Senator Lodge die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht für alle jungen Leute schen dem 18. und 21. Lebensjahre vor. Die holländische Regierung hat unerwartet alle bei den Händlern in ganz Holland lagernden Steinkohlenvorräte für den eigenen Bedarf beschlagnahmt. " Bis Donnerstag hatten die französischen Flieger die Stellung der Paris noch immer beschießenden Riesengeschütze noch nicht entdecken können. Vom A=Bootkrieg. Trotz stärkster Gegenwirkung. Berlin, 28. März.(Amtlich.) Im Sperrgebiet um England vernichteten unsere U=Boote 20 500 Br.Reg.=To. feindlichen Handelsschiffsraumes. Die Erfolge wurden unter stärkster feindlicher Gegenwirkung zum Teil im Aermelkanal erzielt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * „Amerika hat uns im Stich gelassen.“ Die Schiffsraumnot und der schlechte Stand der Neubauten gaben kürzlich Herrn Barnes, dem Vertreter der Arbeiter im Kriegskabinett, Anlaß zu einem warmherzigen Aufruf an die Leute auf den Werften. Der„Times“ vom 27. Febr. zufolge sagte er:„Die Arbeitsleistung ist infolge der industriellen Gährung in der letzten Zeit zurückgegangen. Ich wünsche, die Stückarbeit zu ermutigen, damit die Werftarbeiter ihre ganze Kraft entfalten, um dem Lande durch den Krieg zu helfen. Im vergangenen Monat wurden weniger als die Hälfte der veranschlagten Schiffe fertiggestellt und im laufenden Monat wird es nicht besser sein. Auch Amerika hat uns, was Schiffe angeht, im Stich gelassen, trotzdem die Werften wichtiger sind als die Munitionsfabriken. Wir müssen Schiffe, Schiffe und nochmals Schiffe in größerer Menge bauen, damit wir den Soldaten gerecht werden können, die für uns tapfer kämpfen und nicht wie die Arbeiter 120 oder gar 200 Mark die Woche verBarnes hält anscheinend nicht mehr wie Grey 1914 diesen Krieg für ein„Geschäft wie immer!“ (DO(DOX(DOX(DOXX(DOX(OR(00206 OR(DOX(OX(DOXX(OX(0OX00020O Kriegsanleihe! Der Geldsieg bringl den Feldsieg! Der Feldsieg bringt den Frieden! (DOX(DOX(DOX(OXX(D0X(0OX(07(00 XXXXXOxoxoax Na wie habe ich das wieder gedeichsell?