Soester Zeitung, Tageblatt u. General=Anzeiger, Publikationskraft für die Behörden Eescheint läglich morgens mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage./ Bezugspreis monatlich tar../ Bei zeitweiligem Nichterscheinen infolge höherer Gewalt muß der Bezugspreis voll entrichtet werden./ Geschäftsstelle; Soest, Wiesestr. 5./ Fernspr. 59./ Postscheckk.: Hannover 22 539 fruher Wochenblatt mit allein rechtsverbindlicher des Kreises Soest/ Gegründet 1810 Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeterzeile 8 Pfg., für Auswärtige 10 Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt und kommt bei gerichtlich Erfüllung von Platzvorschriften wird keine Gewähr übernommen. „für Auswärtige 10 Pfg. Reklamen 60 Pfg. bei gerichtlichen Klagen mn Forlfall=Für ruommen.-Anzeigenannahme bis 6 Uhr abendNr. 41 Donnerstag. den 18. Februar 1932 114. Jahrgano Vor entscheidender Reichstags obstimmung Mißtrauensanträge- Große Aussprache Zu Beginn der Plenarverhandlungen des Reichstages in der nächsten Woche werden die Nationalsozialisten, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, einen Mißtrauensantrag gegen das Gesamtkabinett Brüning und einen Antrag auf Auflösung des Reichstages einbringen. Gleichartige Anträge sind von den Deutschnationalen zu erwarten. Die Kommunisten haben bereits am Mittwoch einen Mißtrauensantrag gegen das Reichskabinett und einen besonderen gegen Minister Gröner eingebracht. Der Aeltestenrat des Reichstages, der für Montag einberufen ist, wird sich mit der Frage zu beschäftigen haben, ob diese Mißlrauensanträge mit der Beratung über den Termin für die Reichspräsidentenwahl der vorläufig als einziger Punkt auf der Tagesordnung der ersten Reichstagssitzung am Dienstag steht, verbunden werden sollen, oder ob die Mißtrauensvoten als besonderer Punkt auf die Taggsordnung gesetzt werden. In dem letzten Fall würde immerhin die Möglichkeit bestehen, daß eine Mehrheit des Reichstages der Aufsetzung auf die Tagesordnung widerspricht und dadurch eine baldige Entscheidung über die Mißtrauensanträge verhindert. Da jedoch die Regierung, wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, selbst den Wunsch hat, schon aus außenpolitischen Gründen eine klare Entscheidung herbeizuführen, so rechnet man damit, daß die Beratung über den Verschlag der Reichsregierung zur Festsetzung des Termins der Präsidentenwahl zu einer großen Aussprache über die gesamte Politik der Reichsregierung in den vergangenen Monaten ausgestaltet wird, an der sich von jeder Fraktion mehrere Redner beteiligen, die also drei bis vier Tage in Anspruch nehmen dürfte. Nach Abschluß dieser Aussprache würde dann nicht nur über den Termin für die Präsidentenwahl, sondern auch über die Mißtrauensanträge und damit über das Schicksal des Kabinetts Brüning entschieden werden. In diesem Sinne dürfte sich der Aeltestenrat am Montag aussprechen. Wie das Nachrichtenbüro des V9Z. weiter erfährt, ist bisher nicht vorgesehen, daß die große politische Aussprache etwa durch längere Darlegungen des Reichskanzlers Dr. Brüning eingeleitet wird, es ist vielmehr beabsichtigt, daß nur Reichsinnenminister Gröner zu Beginn der Sitzung das Wort nimmt, um den Vorschlag der Reichsregierung für die Präsidentenwahl zu begründen. Dr. Brüning hält sich jedoch zum Eingreifen in die Debatte bereit. Je nach dem Verlauf der Aussprache werden der Reichskanzler oder auch andere Regierungsmitglieder das Wort nehmen. Das Schicksal des Kabinetts Brüning wird, wie schon mehrmals, im wesentlichen von der Haltung der Deutschen Volkspartei, des Landvolks u. der Wirtschaftspartei gegenüber den Mißtranensanträgen abhängen. Diese Fraktionen werden ihren Entschluß wahrscheinlich wieder bis zum letzten Augenblick zurückhalten. Ihre Fraktionssitzungen sind für Montag und Dienstag anberaumt. hielt der Deutschen Volkspartei vor, daß sie 3½ Jahren in der Preußen=Regierung war, ohne eine Initiative für die jetzt gewünschte große Verwaltungsreform zu zeigen. Im übrigen brachten die Redner regionale Wünsche vor. Beim Abschnitt „öffentliche Fürsorgeleistungen“ appellierte Berichterstatter Kloft(Zentr.) an die Regierung, dafür zu sorgen, daß die Gemeinden nicht die kärglichen Sätze der Wohlfahrtsunterstützung weiter abbauen müßten. Zum Abbau der Gewerbeaufsichtsämter und Bergreviere betonte Frau Hanna(Soz.), daß es im Interessdes Staates liege, wenn die von der Regierung im Ausschuß gegebene Zusicherung erfüllt werde daß ein Abbau des Arbeitnehmerschutzes nich erfolgen solle. Eine längere Debatte ergab sich noch über di Auflösung der Kulturbauämter. Dann war die Debatte über die Sparverordnun gen beendet. Appell an Jayans Ehegefühl Tote in der internationalen Zone Schanghais Aus dem Schreiben des Zwölferausschusses In dem am 16. Februar der japanischen Regierung übermittelten Appell des Zwölferausschusses heißt es, wie wir zuverlässig erfahren, u. a.: Der Zwölferausschuß spricht den ernstlichen Wunsch aus, daß Japan eine versöhnliche und Die Fürstenabfindung Abstimmung im Rechtsausschuß Der Rechtsausschuß des Reichstages nahm die Abstimmungen über die Neuregelung der Auseinandersetzung mit den Fürstenhäusern vor. Nach Ablehnung weitergehender sozialdemokratischer und kommunistischer Anträge wurde gegen die sechs Stimmen der Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei und der Landvolkpartei mit 15 Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Bayer. Volkspartei und der Christlich=Sezialen sowie der Kommunisten ein sozialdemokratischer Antrag angenommen. Dieser besagt, daß die an ein vormals regierendes Fürstenhaus zu entrichtenden wiederkehrenden Leistungen, wenn sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen für diese zuungunsten des Landes wesentlich verändert haben, in Anwendung der Grundsätze der Notverordnung vom 24. August 1931, also wie die Beamtengehälter, herabgesetzt werden können. Ueber das Maß der Herabsetzung entscheidet auf Antrag der Landesregierung eine „Reichsschiedsstelle", die beim Reichsinnenministerium zu bilden ist, und von diesem, dem Reichsjustiz= und dem Reichsfinanzministeriun durch je ein Mitglied besetzt wird. Die Reichsschiedsstelle entscheidet nach Anjörung der Parteien nach billigem Ermessen endfültig. Auf der anderen Seite sollen sich, wenn die Leistungen herabgosetzt werden, die unmitelbar der Erfüllung privatrechtlicher Verpflichungen der Berechtigten zu dienen bestimmt ind, diese in demselben Verhältnis ermäßigen, u dem die entsprechenden Leistungen des Landes herabgesetzt sind. Das Zentrum und die Sozialdemokratie hatenle einen neuen Antrag eingebracht, über die aamner zweiten Lesung am Donnerstag entschieden werden soll. Der Zentrumsantrag sieht im Stagtsrentengesetz einen Zusatz vor, daß die oooch zum 1. Januar 1935, verlangen können. Diesy Bestimmung würde sich nuf den Fall Benn denbural baateben. Der sozialdemokratische Antrag sieht eine Ergänzung des angenommenen Antrages in der Weise vor, daß bereits anhängige Verfahren in dem Zustand, in dem sie sich bei Stellung des Antrages auf Entscheidung durch die Reichsschiedsstelle befinden, an diese übergeben. Die Spardebatte im Preußischen Landtag Der Preußische Landtag beendete am Mittwoch die zweite Aussprache über die Ablehnungs= bzw. Aenderungsanträge Oppositionsparteien. Es entwickelte sich zu die preußischen Sparverordnungen und der nächst nochmals eine lebhafte Auseinandersetzung über die Schlietzung der neun pädagogischen Akademien. Ein Regierungsvertreter wies ausführlich den Vorwurf zurück, daß parteipolitische Erwägungen beim Abbau an den Akademien maßgebend gewesen seien. Abg. Dr. Bohner(Staatspartei) bezeichnete es als selbstverständlich, daß bei Besserung der staatlichen Finanzverhältnisse das Schulgeld an den höheren Schulen gesenkt werde. Beim Abschnitt „Verwattangsreform“ verlangte Abg. Werdes(Landvolk) Anhörung der Kreise vor Zusammenlegungen und Ueberlassung der ganzen Materie für den neuen Land tag. Abg. Stendel(DVP.) lehnte es ab, au Kosten der Bevölkerung Einsparungen in der Rhiel(Zentr.) dar gleichfaus das Justizministerium, die Fage der Zusammenlegung von Amtsgerichten noch einmal zu prüfen. Abg. v. keine Berwaitangoleseina aey. Haasep meinte, daß unter der Zusammenlegung von Kreisen besonders die Grenzbevölkerung im Osten zu laiden habe. Aba Barteld(Staatspartei) Man vermutet, daß es sich um chinesische Geschosse handelt. Der britische Dampfer„Suwio“ der sich dem Feuer entziehen wollte und über den Fluß kreuzte, erhielt einige Treffer, durch die zwei Mann seiner zum Teil chinesischen Besatzung getötet und acht verwundet wurden Außerdem wurden zwei englische Angehörige der Schiffsbesatzung verletzt. tglied des Völkerbundsrates ist. likt in Ostasien soll von der mit der beiden streitenden Parteien eingesetzten Kom mission geprüft werden. Der Schanghaier Zwi schenfall ist jedoch nach der Bildung der Kommission eingetreten. Er droht den ersprießlichen Verlauf der jetzt tagenden Abrüstungskonferenz zu gefährden. Dem Zwölferausschuß sind die Beschwerden Japans wohl bekannt. Er hat desjalb auf Japan, das in den letzten Monaten eine internationalen Verpflichtungen loyal gejalten hat, Vertrauen gesetzt. Der Zwölferausschuß kann jedoch nur tiefes Bedauern darüber aussprechen, daß die japanische Regierung sich nicht in der Lage sieht, eine Methode der friedlichen Regelung innerhalb der Bestimmungen des Völkerbundspaktes anzunehmen. Wir erwarten, daß Japan gegenüber der Weltöffentlichkeit nachweist, daß seine Aktion gerecht und maßvoll ist. Der Zwölferausschuß appelliert dringend an das Ehrgefühl Japans, in der Erwartung, daß Japan seine Verpflichtungen anerkennen und das Vertrauen, das die Mächte der Welt auf Japan setzen, rechtfertigen wird Japan erbittet von Paul Boncour Anfklärung Der japanische Delegierte in Genf hat an den Ratspräsidenten Paul Boncour mehrere Rückfragen wegen des Appells des Zwölferrates gerichtet. Er fragte u. a., ob unter„Mäßigung" die bedingungslose Zuruaziehung der Truppen aus Schanghai zu verstehen sei, worauf Paul Boncour erwiderte, es sei in erster Linie an die Errichtung einer neutralen Zone und die Bereitschaft Japans zur friedlichen Regelung des Konfliktes gedacht. Die Frage, warum der Appell nur an Japan und nicht auch an China gerichtet sei, beantwortete Paul Boncour dahin, daß Japan als Großmacht und ständiges Rats mitglied größere Aktionsmöglichkeit und eine be sondere Verantwortung habe. Die Aufnahme in Tokio Aus Tokio, 17. Febr., wird berichtet: Der Appell der Ratsmächte an Japan, der eine Beenigung der Feindseligkeiten in Schanghai fordert, hat in politischen, militärischen und journalistischen Kreisen eine heftige Erregung hervorgerufen, weil er nur an Japan gerichtet worden ist. In diesen Kreisen wird die Ansicht ver treten, daß der Schritt des Völkerbundes ledig lich auf das Betreiben Englands und Amerikas zurückzuführen sei und den erfolgreichen Versuch darstelle, den Völkerbund zu einem politischen Instrument einzelner Mitglieder oder einzelner Gruppen zu machen und ihn in den Dienst von Sonderinteressen zu stellen. Der Kampf um Schanghai— Verirrte Granaten Aus Schanghai, 17. Febr., meldet Associated reß: Auf den englischen Werften am Whan luß, die mitten in der internationalen Kon zession liegen, schlugen mehrem Granaten ein Nach einer Meldung aus Tokio vom 17. Føbr hat die japanische Regierung den Oberbefehls haber der japanischen Truppen in Schanghai ermächtigt, in einem Ultimatum zu verlangen, das die 19. chinesische Armee binnen einer bestimm ten Frist bis 20 Kilometer von der Grenze der internationalen Konzession zurückgezogen wird Ter japanische Gesandte in China hat seiner Re gierung mitgeteilt, daß man nach seiner Ansicht jede Hoffnung aufgeben müsse, die Chinesen zum freiwilligen Rückzug zu bewegen. * Wie die Polizei in Schanghat chlugen Dienstag abend 45 Granaten in ie internationale Zone ein, wobe vier Personen geroret und 14 ver wundet wurden. Einer der verletzten engischen Besatzungsmitglieder des Dampfers„Suwio" ist seinen Verletzungen erlegen. Wie verlautet, werden wahrscheinlich die Japaner ihre militärischen Operationen bis zum Ende dieser Woche einstellen. Amerika uno die Ereignisse in Schanghai Wie aus zuverlässiger Quelle in Torio verlautet, soll Japan bereit sein, die Beteiligung der Mächte an den endgültigen Verhandlungen über die Zurücknahme der chinesischen Truppen zuzulassen. Nach amtlichen Mitteilungen aus japanischer Quelle soll der amerikanische Staatssekretär Stimson eine neue Protestnote gegen die Landung japanischer Truppen in der internationalen Konzession vorbereiten. Danach würden die Vereinigten Staaten Japan für den Fall verantwortlich machen, daß infolge eines chinesischen Vorgehens gegen die Japaner amerikanische Bürger getötet würden. Stimson hoffe daß sich Frankreich und Großbritannien seinem Protest anschließen werden. Englands Haltung Im Unterhause fragte ein Abgeordneter, ob die britische Regierung nicht die Regierungen der Vereinigten Staaten, Frankreichs, Italiens und Deutschlands sondieren wolle, um einen gemeinsamen energischen Protestschritt bei der japanischen Regierung herbeizuführen, auf den nötigenfalls eine Abberufung der Botschafter und ein Abbruch der Handelsbeziehungen folgen würde. Der Staatssekretär des Aeußeren, Sir John Simon, verneinte und fügte hinzu: Die Lage wird vom Völkerbund geprüft, dessen Mitglied wir sind. Die britische Regierung wird auch weiterhin in enger Zusammenarbeit mit den im Völkerbund vertretenen Mächten und mit der amerikanischen Regierung handeln. Auf die Frage, ob Artikel 16 des Völkerbundspaktes nicht zur Anwendung gebracht werden sollte, erwiderte Sir John Simon, die britische Regierung würde es für sehr unangebracht halten, ein Urteil über eine Frage abzugebin die der juristischen Prüfung eines Gerichts unterbreitet sei, indem sie selbst vertreten sei. Sie würde jeden Vorschlag bedauern, der zu er voreiligen Schlußfolgerung führen würd Der kampf Er Aufeuf der Deutschen Zenkrumsparkei Die Deutsche Zentrumspartei hat einen Aufauf erlassen, in dem es u. a. heißt: Das deutsche Volk steht vor der Wahl desenigen, der ihm Hüter der Verfassung, Garant ter Ordnung, Symbol seines Einheitswillens ein soll. Diese hehre und schwere Aufgabe ist heute dur gewährleistet in den Händen einer Persönlichkeit, die über dem trennenden und verjetzenden Kampf parteiischen Geistes steht, die nicht Gefolgsmann und Diener einzelner politicher Gruppen ist, sondern Führer und Repräsentant der Volksgesamtheit. Mehr als irgendein anderer verkörpert diese Eigenschaften der bisherige Reichspräsident, Geteralfeldmarschall von Hindenburg. Was an Gegenkandidaten genannt wird und jonannt werden kann, ist angesichts der Gesamtige nicht die Bejahung, sondern die Verneinung woutschen Einheitswillens— im besten Falle unweantwortbare Schwäche. Gegenüber der schon oute der Geschichte angehörenden, im In- und Auslande in einzigartiger Achtung stehenden, in krieg und Frieden bewährten, in glorreichen und dunklen Stunden erprobten Heldengestalt Hindenburgs sinken seine parteipolitisch gekürten end parteipolitisch belasteteten Gegenspieler zur Bedeutungslosigkeit herab. Verhetzung und Denagogie ist ihr Weg zur Macht, Unfähigkeit und bewalttätigkeit wäre ihre Betätigung im Bestze der Macht. Der Versuch, dem deutschen Volke diesen Wahllampf zu ersparen, ist gescheitert. Eine einzig zetige Gelegenheit der Sammlung im Innern, riedlicher Kraftbekundung nach außen ist versäumt worden. Im Vertrauen auf die Zustim nung und Unterstützung ungezählter Volksgenossen außerhalb unserer Reihen bekennen wir Mitilieder der Deutschen Zentrumspantei uns über ille politischen und konfessionellen Schranken Ainweg in staatspolitischem und volklichem Gepeinschaftsgeist zu Hindenburg und proklamieren n freudig und entschlossen auch als den Kanaten unserer Wahl. In gewollter Verneinung alles Trennenden wollen wir den 13. März zu einem Bekenntnistag volksbejahenden Einheitswillens, sammelnden Gemeinschaftsgeistes machen An unsere Freunde in Stadt und Land er darum der Ruf, sich der Bedeutung dieser A und der Größe ihrer Verantwortung bewuß zu sein. Aufstieg oder Niedergang, Friede oder Kampf, Aufbau oder Zerstörung hängt ah von der Fühverweisheit und Charakterstärke, der geistigen und sittlichen Reife, der Ausgeglichenheit/ und Anparteilichkeit des Mannes, in dessen Hand in Meser beklemmend ernsten Stunde die Wahrung ver beutschen Geschicke gelegt wird. Unsere Wahl ist getroffen. Sie ist/ auf den würdigsten gefallen, den eine deutsche Mutter diese Notzeit geboren hat.„Deutschlands Am Mittwochabend fand eine Sitzung des Memelländischen Landtages statt, auf deren Tagesordnung als einziger Punkt die Beratung der durch die gewaltsame Absetzung des Direktoriums des Memel-Gebietes geschaffene Lage stand. Schon zwei Stunden vor der Sitzung war der Zuhörerraum überfüllt. Zu Hunderten standen die Menschen auf den Korridoren und Treppen des Memeler Rathauses, in dem der Landtag tagte. Der Abgeordnete Kraus verlas Landwirtschaftslärung, Wiederaufstieg ist mit dem Namen verknüpft. Sein Sieg wird Bieg sein! Berlin, 16. Febr. 1932. gez. Kaas, Vorsitzenver sindenburgs utschlands der Zentrumspartei. Deutschen Dor des Memelländer Landtages errt eine Erklärung, namens der Volks= und partei(Mehrheitspartei) n der er auf die bekannten Vorgänge betrefend die Absetzung des Direktoriums und die damit im Zusammenhang stehenden Vorgänge einging. Er schloß mit folgendem Antrag: Der Memelländische Landtag erhebt nachdrücklichen und feierlichen Protest gegen die seit dem 6. Februar vorgekommenen Eingriffe des Gouverneurs in die autonomen Rechte des Memelgebiets, die augenblicklich Gegenstand der Beratungen des Völkerbundes bilden. Der Präsident des Direktoriums, Böttcher, und Landesdirektor Podszus werden auch jetzt noch interniert, und Landesdirektor Szinas wurde durch Androhung von Gewaltmaßnahmen an der Fortführung der Geschäfte verhindert. Der Gouverneur hat mit der einstweiligen Füh rung der Präsidialgeschäfte den Landesrat To bischus beauftragt und wiederum zwei Beamte des Direktoriums zur Wahrnehmung der Geschäfte des Landesdirektoriums beauftragt, eine Regelung, die aber den Gesetzen widerspricht und keine Billigung des Landtages erhalten kann. Der Landtag des Memelgebietes fordert die sofortige Aufhebung aller Gewaltmaßnahmen und die Wiederherstellung verfassungsmäßiger Zustände. Der nationallitauische Abgeordnete Borchert verlas dann eine etwa zehn Blatt lange Erklärung, in der er versuchte, die Absetzung des Direktoriums als zu Recht erfolgt hinzustellen und beschimpfte die deutsche Regierung, deren Vertreter in Genf, die deutsche Presse und das deutsche Generalkonsulat in Memel. Seine Rede fand wiederholt stärksten Widerspruch, und es wurde ihm des öfteren„Lügner“ zugerufen. Am Schluß erklärte er, daß es wohl besser sein würde, wenn der Landtag nach Hause gehen würde. Der Sprecher der sozialistischen Partei erklärte, daß eine Verletzung der Memel-Konvention vorliege, und daß seine Fraktion dagegen Protest erhebe. Ein Redner der litauischen Arbeiterpartei ver wahrte sich gegen die Vergewaltigung der memelländischen Bevölkerung und sagte, seine Partei müsse die Maßnahmen des Gouverneurs aufs schärfste verurteilen. Der Antrag der Mehrheitsparteien wurde mit allen Stimmen von links bis rechts gegen die vier Stimmen der nativnallitauischen Abgeordneten angenommmen. Das Ringen um Gleichberechtigung in der Rüstung der Völker Deuischnationale Beratungen Aus Berlin, 17. Febr., meldet das VDZ.=Buro In der Sitzung des deutschnationalen Partei vorstandes erstattete zunächst der Parteiführer Dr. Hugenberg einen ausführlichen Bericht über die politische Lage, insbesondere übber die bevorlehende Präsidentenwahl. Daran schloß sich eine Aussprache, die um 3 Uhr durch eine Pause unerbrochen wurde und um 5.30 Uhr fortgesetzt verden soll. Die Verhandlungen, die für streng vertraulich erklärt wurden, werden voraussichtich bis zum späten Abend dauern Die Stellung des Reichslandbundes Der Reichslandbund veröffentlicht ein Schreiden seines geschäftsführenden Präsidenten Grasen Kalckreuth, an die Führer der„nationalen Opposition". In dem Schreiben heißt es, daß der Reichslandbund die Wiederwahl Hindumburas abehnen müßte. Aufhebung der Immunität für zwei thüringische Landtagsabgeordnete Aus Weimar, 17. Febr., wird berichtet: Im sandtag wurde heute die große Aussprache über Bolizeimaßnahmen der Regierung und über den Versuch der Einbürgerung Hitlers fortgesetzt. hervorzuheben ist die durch Minifter Dr. Kästner vorgenommene nochmalige Rechtfertigung der seiden von Dr. Frick seinerzer zur Amtsverchwiegenheit verpflichteten Beamten und die Ffeststellung des Ministers, daß das Vorgehen Dr. Fricks gesetzlich zulässig geweten sei. Der Landtag stimmte dann noch über Gesuche luf Freigabe von Abgeordnesten zur strafrechtichen Verfolgung ab. Die Inimunität des Abg. dennick-Gotha(NS9AP.) und des nationalozialistischen Froktions=und Gauführers auckel, die weger Körperverletzung bzw. öffent icher Beleidigurig angeklagt sind, wurde aufge soben. Die Bespreschung der Regierungsantwort wird Za Donnerstag fortgesetzt Außerdem soll über en komministischan Auflösunasantraa abae mmt werden. Die große Aussprache in Genf In der Vollversammlung der Abrüstungskonferenz machte der Vertreter Uruguays, der Gesandte in Berlin Pedro Cosio, einige interessante Bemerkungen zu der Frage der moralischen Abrüstung. Die Hauptursache der Schwierigkeiten, erklärte er, ist in der fatalen Tatsache zu erblicken, daß der Geisteszustand, der Ende des Jahres 1918 in Europa vorherrschte, das Verlangen aufkommen ließ, in den Friedensverträgen gewisse Bestimmungen zu verewigen, die ein sehr erheblicher Teil der öffentlichen Meinung in Europa ablehne. Wenn es nicht gelinge, gewisse große Ursachen für die Unzufriedenheit zu beseitigen, würde es sehr schwer sein, zu endgültigen und dauerhaften Lösungen zu kommen. Die Völker erblicken in der Verteidigung ihrer nationalen Ansprüche eine hohe patrivtische Pflicht. Die Menschheit, erklärte Cosio, ist in zwei Lager geteilt: Hier die Nationen, die den jetzigen Zustand beibehalten wollen und die Sicherheit vor der Abrüstung verlangen, auf der anderen Seite die Völker, die den status quo ablehnen und sich gegen seine Verewigung wehren, weil sie ihn für ungerecht ansehen. Sie widersetzen sich den Garantieverträgen, weil sie die letzte Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, auf friedlichem Wege durch Verhandlungen und gegenseitige Konzessionen einen großen Teil ihrer nationalen Forderungen verwirklicht zu sehen. Diejenigen, die die These Sicherheit vor Abrüstung vertreten, müßten für diese Gedankengänge Verständnis haben. Der finnische Außenminister Baron Yrjö-Koskinen entwickelte den Gedanken, daß der Grundsatz „Friede durch Recht" Friede durch eine internationale Organisation bedeute. Er wies darauf hin, daß die französischen Vorschläge die Notwendigkeit anerkennen, gewisse Aufgaben, die sich aus den Durchführungen der abzuschließenden Abrüstungskonvention ergeben, einer internatio nalen Organisation zu übertragen, die auf noch breiterer Grundlage beruhe als der Völkerbund. Der rumänische Außenminister Ghika stellte in Uebereinstimmung mit der polnischen Auffassung die moralische Abrüstung und die Verstärkung der Sicherheit in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Ferner trat er für eine wirtschaftliche Entspannung durch Verzicht au das System der zweiseitigen Handelsverträge ein, das nur zu neuen Konflikten führen könnte. Ghika hob hervor, daß Rumänien das Delikt der Kriegspropaganda als erster Staat in den Entwurf seines Strafgesetzbuches aufgenommen habe. Zum Schluß erklärte der Minister, daß die Rüstungen Rumäniens den Anforderungen seiner Sicherheit nicht entsprächen; die Begrenzung seines Programmes in dieser Hinsicht hänge von den Garantien ab, die ihm zugesichert würden und von der Achtung der vertragsmäßigen Abrüstungsbestimmungen. Der Vertreter Oesterreichs, Gesandter Pflügel, erklärte, daß Oesterreich die Anregungen für eine wirksame und möglichst weitaehende Herabsetzung aber des Rüstungsstandes begrüße; er müsse fragen, ob dieses Ziel, das auch eine wirt liche Befriedigung und Erleichterung in schließe, erreicht werden könne, wenn für Oesterreich die Ungleichheit von Recht und Sicherheit bestehen bleibt, die über das Land ver Dieser Zustand sei auf die Dauer für erträglich. Gesandter Pflügel hob das Mißver hältnis hervor, das zwischen den gegen Oester reich ergriffenen Maßnahmen und Oesterreichs Bestrebungen, Mitteln und Bedürfnissen bestehe und erklärte zum Schluß, daß die erste Konvention über die Begrenzung der Rüstungen, die von Oesterreich als vollkommen gleichberechtigten Partner unterzeichnet würde, der erste Schri zum organisierten Frieden sein könnte. Als letzter Redner sprach der Delegierte Estlands, General Laidoner, der sich für die völlige Abschaffung der schweren Angriffswaffen einsetzte. Die nächste Vollversammlung findet am Donnerstag statt. Als erster Redner am Donnerstag wird der deutsche Delegierte Botschafter Nadolny die deutschen Vorschläge zur Abrüstung begründen. Der Bericht des Abg. Bouilloux-Lafont über das französische Kriegsbudgel Der Bericht des Abgeordneten VouillouxLafont über das französische Kriegsbudget gelangt demnächst zur Verteilung. In diesem Bericht werden die Ausgaben des französischen Kriegsbudgets mit 3 929 314 640 Franken und die Ausgaben für die Verteidigung der überseeischen Besitzungen mit 1 331 563 230 Franken angegeben. Der Berichterstatter bemerkt, daß die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr sich auf drei Prozent der Gesamtausgaben belaufe und in der Hauptsache auf die Durchfüh runa der Militärorganisation zurückgehe. Das stehende Heer wird mit 163 000 Mann im Jahre 1931 aegenüber 400 000 im Jahre 1921 angegeben. die Kriegsmarinetonnage mit 621 000 im Jahre 1931 gegenüber 750 000 im Jahre 1914, die Zahl der Flugzeuge einschließlich der in Uebersee mit 1667 Apparaten im Jahre 1931 gegenüber 2427, die im Ja 1924 vorgesehen waren. Der Berichterstatter analysiert auch die Kriegsbudgets der verschiedensten Länder, namentlich Deutschlands, Italiens, Englands, der Vereinigten Staaten, Japans, Rußlands, Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens. Was er über Deutschland sagt, bewegt sich auf der Linie der Betrachtungen, wie sie in letzter Zeit wiederholt durch die französische Presse gegangen sind. BouillouxLafont behauptet, daß Deutschland die Bestimmungen des Versailler Vertrages umgehe und Er spricht von der militärischen Ausbildung de Polizei, der nationalistischen Organisationen der Sportvereinigungen und will sogar den „freiwilligen Arbeitsdienst" militärischen Charakter zuschreiben. Er zählt weiter in bekann ter Weise die ausländischen Stimmen auf, die angeblich für deutsche Rechnung Kriegsmateria herstellen, unter besonderer Betonung der an geblichen Vorbereitung Deutschlands auf der chemischen und Luftkrieg. Schließlich zergliedert er das Reichsbudget. Die in Genf vertreten deutsche These bezeichnet Bouilloux-Lafont alt eine„direkte Drohung für den Frieden", die wenn sie Gestalt gewinnen sollte, den schlimm ten Rüstungswettlauf eröffnen würde. Bouib oux-Lafont bemängelte auch, daß Deutschlan dem Völkerbund die durch den Versailler Ver rag erlaubten Rüstungen und Effektivbeständ angegeben habe, aber nicht sämtliche Hilfsver bände wie Gendarmerie, Zollbeamte, Forstbeamt usw. Der Küstungsstand der Sowjekunion Die russische Regierung hat in Genf die An gaben über ihren Rüstungsstand veröffentlicht Bemerkenswert ist, daß die russischen Angaber schon vor mehreren Monaten beim Völkerbunds sekretariat mit der ausdrücklichen Forderung ein gereicht wurden, sie nicht, wie üblich, den an deren Regierungen, sondern einzig der Ab rüstungskonferenz in geschlossenem Umschlage zu übergeben. Die Gesamtsumme der russischen Effektivbestände zählt 562 000 Mann, wovon 504 303 Mann an Landstreitkräfte, 28 658 auf die Luftschiffahr und 29038 auf die Marine entfallen. De Mannschaftsbestand der O6Pu. beläuft sich auf insgesamt 40 390 Mann. Zahl der russischen Kriegsflugzeuge wird mit 750 angegeben. Die russische Marine besteht u. a. aus zwei Kreuzern, 17 Torpedt booten, 16 U-Booten, zwei Minenlegern un sechs Minensuchern, ferner vier Schulschiffen, Die Gesamtausgaben der Sowjetregierung für militärische Zweckebe tragen insgesemt 1,29 Milliarden Rubel jährli Ernste Zusammenstöße in Saragossa In Saragossa kam os zwischen Streikenve und Polizei zu ernsten Zusammenstößen.O verlautet, daß eine Zivilperson getötet und dr Polizisten schwer verletzt wurden. 5. Klasse 38. Preußisch-Südoeutsche (264. Preuß.) Staats-Lotterie Gewinn=Auszug Ohne Gewähr Nachdruck verdolen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Ableilungen I und II 7. Ziehungstag 16. Februar 193e In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 25000 M. 150463 2 Gewinne zu 10000 M. 328502 10 Gewinne zu 5000 M. 32834 166387 241228 327261 390416 8 Gewinne zu 3000 M. 111690 232478 305337 341901 28 Gewinne zu 2000 M. 3391 44800 64268 69681 84165 91925 121853 132834 152343 205810 256047 304009 372835376115 80 Gewinne zu 1000 M. 3560 5651 17549 24823 36782 40673 47710 51402 56667 59332 77291 79224 87762 108493 110327 114418 123239 123913 136459 140506 140941 156428 166229 169229 200642 205314 208884 227765 234955 269105 282758 295802 314510 316362 337336 354989 359756 376798 382901 387250 180 Gewinne zu 500 M. 4385 5490 13164 16018 29219 30825 40173 43204 50737 63037 63412 69572 70460 75651 79104 95933 99344 105524 107426 114121 115795 117834 119600 130087 130239 135444 137909 138604 139249 143223 158246 166814 170018 174633 175421 181966 192992 193000 200872 215075 216417 220257 229051 237711 245430 250779 252355 255856 258807 264223 264401 264881 266165 267148 267818 282424 288662 289898 294636 294746 301295 307330 308167 308505 309288 311950 312452 314279 316008 329500 331422 333432 333966 334298 334926 336228 337160 339394 342376 343076 347238 352465 354633 364619 370249 370932 372116 376844 383771 383991 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 25000 m. Au 10 hre 362153 2 Gewinna zu 10000 M. 88498 6 Gewinne zu 5000 M. 39496 83156 182471 219618 292240 300707 324063 367977 4 Gewinne zu 3000 M. 86574 119877 168282 179721 315793 339994 362954 56 Gewinne zu 2000 M. 23879 38247 51564 89534 42535 146468 168256 193398 208177 226819 226488 231760 232186 235560 236916 246468 249709 249969 250060 257289 303277 308681 309277 315324 321870 354398 354692 364507 112 Gewinne zu 1000 M. 2382 14795 18638 46117 52073 58427 58482 59381 63317 64583 73304 73594 74162 75271 99428 99975 101795 112132 114181 138118 143205 145196 146168 155358 158759 162672 171360 175537 179658 183547 184336 188049 188762 192055 203714 216617 235221 236552 237002 242883 255376 273771 284484 285898 290507 297286 299315 320416 342098 350810 353507 365043 374480 377795 391962 399821 204 Gewinne zu 500 M. 1074 2724 2966 3200 13154 15062 24981 27329 23581 36646 37203 37920 38350 41233 41461 48188 49958 54582 55464 57678 59613 64008 66091 67292 81892 86239 87584 91637 91762 95996 100815 105654 110334 113903 115055 118602 149689 168019 308935 228829 261224 289609 312694 866774 367992 396389 136660 150021 183122 209226 218372 229715 262170 292465 324855 360096 377614 142778 162497 187201 210460 218544 231516 270404 296689 331394 360959 377688 146532 148498 164119 157294 198088 198847 210651 212516 219618 220961 238237 253468 287934 299539 338770 362563 381985 288130 304605 343440 364491 386533 148514 164556 200031 213746 226980 260401 288897 305304 355712 365668 395510: Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 4 zu je 75000, 10 zu je 50000, 90 zu fe 25000, 148 zu je 10000, 370 zu je 5000, 766 zu je 8000, 2256 zu je 2000, 4528 au te 1000. 7388 au le 500. 22244 au je 400 M. Nr. 41 Zweites Blatt den 18. Februar 1932 Aus der Stadt Bezugscheine für verbilligtes Fleisch Die Ausgabe der Bezugscheine für verbilligles Fleisch erfolgt am Freitag, den 19. Februar 1932, nachmittags, im Vorzimmer des Blauen Saales und zwar für: Klein= und Sozialrenter von 15—16 Uhr, und für Zusatzrentner und allgemeine Fürsorgeempfänger von 16—17 Uhr. Die vom Wohlsahrtsamt betreuten Erwerbslosen erhalten die Bezugscheine am Freitag nachmittag im Stadthaus(Erwerbslosenbüro, Zimmer Nr. 7.) Reichsblindenwoche Im Rahmen der Reichsblindenwoche veranstalten die westfälischen Blinden am 20, Februar 1932, 16,30 Uhr im Bürgerhaus, 1. Kampstr. 67=69 zu Dortmund, eine große öffentliche Kundgebung, zu der alle freien Eintritt haben. Zweck der Veranstaltung ist, die breite Oaffentlichkeit auf die Bedrängnisse der Blinden in der jetzigen überaus schweren Wirtschaftslage hinzuweisen. Die 35000 Blinden Deutschlands wollen durch diese Kundgebung einen weiteren Abbau der Wohlfahrtspflege verhindern und hoffen, daß ihnen eine weitgehendere Fürsorge in ihrer unerträglichen Notlage zuteil wird. Redner: Der Blinde, Blindenoberlehrer Gerling, Soest. * „Vom Führhund geführt oder sonstwie geleitet, teils forsch und teils tastend, strömen die Blinden herbei, füllend den Kundgebungssaal! Denn eine Kundgebung gilt es, wie nie eine Zeit sie erlevte, eindrucksvoll, mächtig und wahr, aber erschütternd zugleich; tot überall sind die Augen; in Haltung jedoch und Gebärde ähneld einander man nicht! Jeder trägt anders sein Kreuz: stumpf sind die einen in Resignation und Eifer die anderen; Hoffnung, Ergebung, Trotz, Haß wechseln mit Ingrimm und Mut! Lebensbejaher und Menschenverächter in jeglichem Alter, schicksalsverbunden in Not— dies ist der Kundgebung Bikd!„Arbeitslos“, dieser Begriff, fast verbraucht schon, zum Schlagwort erniedrigt, steigert sich furchtbar, sobald„blind" noch hinzu sich gesellt! Fast will es scheinen, als sei für die Blinden kein Raum mehr auf Erden; auch aber Menschen sind sie, haben ans Leben ein Recht!: Daß man alich sie nicht vergesse, das sei dieser Kundgebung Inhalt! Arm zwar fühlt jeder sich heut, aber, wer„sieht“ — ist noch reich!—“ * Die Anklage der Staatsanwaltschaft Die Justizpressestelle teilt uns mit: Gegen den Obergerichtsvollzieher Bräutigam in Soest ist die gerichtliche Voruntersuchung wegen Amtsunkerschlagung und Urkundenvernichtung im Amt eröffnet worden. Bräutigam ist vorgestern auf Grund eines Hastbefehls des Untersuchungsrichters verhaftet und als Untersuchungsgefangener in das Gerichtsgefängnis Dortmund eingeliefert. Aussprache-Abend der Westf. Haufmannsgilde Auf einem gut besuchten Aussprache=Abend der Westfälischen Kaufmannsgilde e. V., Sitz Dortmund, in der„Concordia“ zu Hagen berichtete der Präsident, Kaufmann Gustav Wiskott, Dortmund, nach Begrüßung der Mitglieder und Gäste ausführlich über die neuerlichen Verhandlungen wegen Errichtung kaufmännischer Ehrengerichte in Deutschland. Die anschließende ausführliche Erörterung des Für und Wider ergab, daß noch sehr beachtliche Schwierigkeiten einer praktischen Durchführung der geplanten Einrichtung entgegenstehen. leber die Frage des Abbaues des Verufsschulwesens fand nach einem Vortrag von Dr. Franke=Bochum eine längere Aussprache statt. Es wurde betont, daß die bisherigen Ersparnismaßnahmen der Notlage der Wirtschaft, des Staates und der Gemeinden nicht ausreichend Rechnung tragen. Gefordert wunde Beschränkung auf das unbedingt Notwendige und finanziell Mögliche. Staatsbürgerlicher und hauswirtschaftlicher Unterricht, sowie die Unterrichtung der ungelernten Berufe müssen radikal abgebaut werden, um den für Wirtschaft und Allgemeinheit wichtigen Wesenskern des Berufsschulwesens zu erhalten: Schulung der gelernten Berufe, Berufsschule von der Grundlage des Berufes aus. Deutsche Haufmannsgehilfen in Südamerika Die Auslandsabteilung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes stellt uns aus den neuesten bei ihr eingegangenen Berichten folgende interessante Angaben zur Verfügung: In Argentinien zeigt die allgemeine geschäftliche Am Mittwoch abend versammelten sich die Mitglieder der Soester Gewerbebank im Hotel verweg zur ordentlichen Generalversammlung. Wie in früheren Jahren war auch am Dienstag wieder der. Besuch sehr zahlreich. Ein Beweis jafür, welches rege Interesse die Mitglieder an dem Geschehen ihrer Genossenschaftsbank haben. Die anwesenden Mitglieder werden über das Gehörte sicherlich erfreut gewesen sein, steht die Soester Gewerbebank dank ihrer tatkräftigen u. weitschauenden Leitung doch vollständig saniert da. Die Bilanz wie auch ein Ueberblick über das Geschäftsjahr 1931. wurden bereits im Januar veröffentlicht, sodaß wir uns heute auf Einzelheiten nicht mehr einlassen brauchen. Die Generalversammlung wurde von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Herrn Rechtsanwalt Höpker, eröffnet und geleitet. Er begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und als willkommene Ehrengäste das Oberhaupt der Stadt Soest, Herrn Bürgermeister Kleim, und Herrn Verbandsdirektor Schlief=Münster. Sodann gedachte der Vorsitzende des Ablebens 6 Mitglieder, zu deren Ehrung die Anwesenden sich von ihren Plätzen erhoben. Den Bericht des Vorstandes über das 17. Geschäftsjahr erstattete Herr Bankdirektor Dammann. Dies geschah in einer so erschöpfenden, klaren, von scharfem Weitblick getragenen Art und Weise, daß wir uns hier des Raumes wegen nur auf einige Andeutungen beschränken müssen. Herr Dammann schilderte nicht nur die Gegenwarts= und Zukunftsaufgaben, sondern griff in anschaulicher Weise auf die Dinge der Weltfinanzlage und die diese beeinflussenden politischen internationalen Ereignisse zurück. Wenn man Anfang 1931 dieses Jahr das Jahr der Entscheidungen genannt habe, so sei das z. T. eingetroffen. Manches habe sich in diesem Jahre entschieden. Die Verhandlungen über die Reparationen wären in Fluß gekommen, ein schneidende Notverordnungen erlassen worden, Kapitalzusammenbrüche im In- und Ausland erfolgt, das Arbeitslosenheer sei auf die prophezeite Höhe angewachsen. Dennoch ständen die großen politischen Auseinandersetzungen bevor Die Weltwirtschaftskrise sei eingetreten. Sie erfordere den Schluß, des Reparationssystems. Rødner schilderte die Weltwirtschaftskrise, die sich u. a. in Amerika durch die Abwanderung des Goldbestandes nach Frankreich und ein großes Arbeitslosenheer bemerbbar gemacht habe, in der Schweiz liege die Uhrenindustrie danieder, Englands Valuta habe nicht mehr die frühere Geltung und Frankreich, das unter demselben Uebel leide, drücke außerdem die Exportschwie rigkeit. Deutschland habe das Jahr 1931 neben anderen erschütternden Ereignissen den Zusammenbruch der Danatbank und anderer gebracht Die Ursachen dieser Krisen und Vorkommnisse eingehend und gründlichst beleuchtend, sagt Redner, daß die Lösung des Kreditsystems eine Forderung der Stunde sein müsse. In ausführlicher Weise behandelte Redner die verschiedensten Vorkommnisse in der Privatwirtschaft, die leider oft in Einzelfällen unerquickliche Ausmaße krimineller Art angenommen hätten, wobei Vortragender auf die Zusammenbrüche verschiedenster Unternehmen in älterer und jüngerer Zeit hinwies. Das wäre umso bedauerlicher, als diesen großen Unternehmen Kredite in unglaublicher Höhe zuerteilt worden wären, während für den Mittelstand, Handel und Gewerbe keine Kreditmöglichkeiten bestanden hätten. Entschieden wandte sich der Redner in sachkenntlichen Ausführungen gegen die Gerüchte von neuer Inflätion. Die Inflationsspieler, die das Vertrauen des Volkes zu seiner Währung unterwühlten, wären Verbrecher am Volksganzen. Luther habe gesagt, daß in Deutschland an eine Inflation nicht gedacht werden könnte. Zum Kapitel Bankaufsicht erklärt Vortragender, daß Deutschland noch einer der wenigen Staaten wäre, die die Bankfreiheit besäßen. Eine Bankaufsicht wäre nicht erforderlich, wenn ein verantwortungsbewußtes Bankbeamtentum vorhanden sei. Redner begrüßte in seinen weiteren Ausführungen die im vorigen Jahre erfolgte Steueramnestie, um aber dennoch keinen Zweifel darüber zu lassen, daß auch heute noch ein ungeheurer Steuerdruck auf dem steuerzahlenden Bürger laste. Die Verhältnisse auf dem Kapitalmarkt, mit dem im Zusammenhang der Baumarkt zu nennen wäre, müßten als sehr schlecht bezeichnet werden. Stark zu leiden hätten auch die Versicherungsgesellschaften, da bei der heutigen Notlage kein Zugang mehr zu verzeichnen wäre. Alle Hypothekeninstitute wären außer Lage gesetzt, noch größere langfristigen Ausschüttungen zu machen. Die Bausparkassen besprechend mahnt Redner unter Hinweis auf die in den letzten Tagen erfolgten Zusammenbrüche und die hohen Verluste vieler Sparer zur größten Vorsicht. Zusammenfassend die Ereignisse u. Maß nahmen des vergangenen Jahres betrachtend, sagt Redner, daß man zur Regierung stehen möge wie man wolle, so sei nicht zu verkennen, daß Ausnahwezeiten auch Ausnahmemaßnahmen erforderlich machten. Heimisches Wirtschaftsleben. Am Schluß seiner Ausführungen wandte ich Herr Direktor Dammann dem heimischen Wirtschaftsleben zu. Wenn man auch der Stadt Soest nachsage, daß Soest noch gesund dastehe, o sei dennoch nicht zu verkennen, daß sich auch in Soest im letzten Jahre wesentliche Verschlechterungen ergeben hätten. Die Landwirtschaft sei unverschuldet so heruntergewirtschaftet, daß bei ihr ven einer Befruchtung des Handwerks und Handels nicht mehr gesprochen werden könne. In der Stadt selbst sei durch Arbeitsmangel, Stillegungen, Arbeitskürzungen usw. die Arbeitslosigkeit größer geworden. Das Gerücht von einer Verlegung der Umladehalle werde sich hoffentlich nicht verwirklichen. Für die Landwirtschaft sei das Jahr 1931 ein Leidensjahr gewesen. Auf der einen Seite doppelte Zinssätze, auf der anderen Seite ein erschreckender Tiefstand der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Die Viehpreise seien wieder auf dem Stand von 1898 angelangt. Im heimischen Handwerk habe sich eine Beschäftigungslosigkeit breit gemacht, die man, insbesondere für das Bauhandwerk, als Arbeitslosigkeit bezeichnen könne. Von dieser großen Notlage seien auch einige Mitglieder der Bank hart getroffen worden. Ihr Optimismus habe sie zur Strecke gebracht. Die Gewerbebank habe es tief bedauert, dadurch einige ihrer treuen Mitglieder verloren zu haben. Für 1932 stehe nichts bevor, was eine Besserung der Lage erkennen lasse. Der heimische Einzel= und Großhandel leide an der geschwächten Kaufkraft der Bevölkerung. Preisschneidend sei in Soest die Eröffnung des Einheitspreisgeschäftes gewesen. Das kaufschwache Publikum sehe leider nicht mehr so sehr auf die Qualität der Ware, sondern die Quantität und den billigen Preis. Der hiesige Einzelhandel habe sich aber sehr schnell auf die Konkurrenz eingestellt. Redner bezeichnete die Einheitspreisgeschäfte als die Totengräber des guten Geschmacks und des gesunden Sinnes für Qualitäten. Redner befaßt sich in weiteren Ausführungen mit dem eigentlichen Geschäftsbericht der Bank. Wir wollen, da wie bereits erwähnt, die Bilanz und ein Bericht bereits verisfentilcht wurden, nur noch kurz erwähnen, daß sich die Soester Gewerbebank allen fragwürdigen Spekulationen und der Termineffektengeschäfte fernhielt und bei allen Bankangelegenheiten größter Vorsicht befleißigte. Der Erfolg dieser Maßnahmen ergibt sich aus der Bilanz, die einen Reingewinn von 16 000 Mk. ergibt. Am Schluß seiner Ausführungen gedenkt der Vorsitzende des verstorbenen Mitgliedes Innungsgeschäftsführers Josef Spieß in warmen und ehrenden Worten. Der Verstorbene, der Mitbegründer der Bank gewesen sei, habe es als eine Ehrensache betrachtet, seine ganze Kraft der Bank und ihrem Aufblühen zur Verfügung zu stellen. Die Belange des Mittelstandes und des Handwerks hätten in ihm zu jeder Zeit einen eifrigen Förderer und Fürsprecher gefunden. In ehrenden Worten gedachte der Vorsitzende des verstorbenen Daniel Henkel, der ebenfalls Mitbegründer der Bank gewesen sei. Herr Dammann fordert die Mitglieder auf, weiterhin für die Gewerbebank werbend tätig zu sein. Wenn das Wirtschaftsleben aufblühe, müsse eine schlagkräftige Genossenschaftsbank dastehen, die ihren Mitgliedern dann helfend unter die Arme greifen könne. Die interessanten Ausführungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Der Vorsitzende, Herr Höpker, dankt dem Redner für die Ausführungen, die von tiefem Ernst getragen, mit großem Fleiß ausgearbeitet gewesen wären. Verbandsdirektor Schlief=Münster betonte, daß er nach diesen inhaltsreichen und umfassenden Ausführungen des Herrn Direktor Dammann kaum noch etwas sagen könne. Die Soester Gewerbebank könne sich freuen, einen so rührigen Direktor an der Leitung der Bank zu haben, die einen so schönen Gewinn habe herausarbeiten können. Auf den erstatteten Revisionsbericht könne die Bank, die ein gesundes Unternehmen dastelle, stolz sein. Der Verbandsdirektor mahnt, den bisherigen Grundsätzen im Geschäftsverkehr treu zu bleiben, dem Institut und seiner Leitung weiterhin volles Vertrauen zu schenken, dann werde der Erfolg auch fernerhin nicht ausbleiben. Der Vorsitzende dankt ebenfalls dem Vorstand für die Art der Geschäftsführung. Nachdem die Bilanz von der Versammlung genehmigt, dem Vorstand Entlastung erteilt ist, wird folgende Verteilung des Reingewinns auf Vorschlag des Vorstandes beschlossen: Zuschreibung zum ordentlichen Reservefands 1000,— R. Zuschreibung zum außerordentlichen Reservefonds 2000.— Rel Dividende 7972,30 R.A Tantieme 1800,— R Vortrag 3305,07 RA Mit dem Innungsausschuß ist ein neuer Metvertrag ausgearbeitet worden, der nach dem Vorschlage des Vorstandes angenommen wird. Bei den Aufsichtsratswahlen scheiden saizungsgemäß die Mitglieder Carl Weimann, Franz Schlieper, Curt Stolper und Adolf Storck aus. Von der Versammlung wird Wiederwahl vorgeschlagen. Herr Schlieper erklärt aber, wegen seines vorgerückten Altes eine Wiederwahl abzulehnen. An seine Stelle schlägt der Vorstand Herrn August Müller vor, von der Versammlung wird Herr Roloff namhaft gemacht. Die Wahl, die durch Stimmzettel erfolgt, fällt auf Herrn Roloff, der die Wahl annimmt. Die drei übrigen Herren werden durch Zuruf wiedergewählt. Unter Punkt Verschiedenes erfolgte sodann die hochherzige Stiftung von 1000.— R. an die Erwerbslosen der Stadt. Darüber berichteten wir bereits gestern ausführlich. Nach Schluß der Versammlung blieb man noch bei gemütlicher Unterhaltung einige Zeit zusammen.—m— Lage leichte Besserungserscheinungen; der Kurs der Währung ist ziemlich fest, die Ernte ist gut ausgefallen, und das Land hat die Wahlen nohig überstanden. Die Besserung ist aber zu gering, als daß sie auf dem überfüllten kaufmännischen Arbeitsmarkt spürbar wäre. Es kann daher nur immer wieder vor unbesonnener Auswanderung eindringlich gewamnt werden. Auch die argentinische Wirtschaft ist auf Gedeih und Verderb der Weltwirtschaft verbunden, und vor einer allgomeinen Erholung wird das Land über die Depression nicht hinwegkommen. Der Stellenlosenkasse des HGV. in Buenos Aires sind in den letzten Monaten 800 Peso zugeflossen, ein schönes Zeichen der Heimatverbundenheit und Hilfsbereitschaft im fernen Süden. Aus dem brasilianischen Staat Rio do Sul werden große Schwierigkeiten infolge der Währungsschwankungen gemeldet. Bei gleichbleibenden Gehältern sind alle Auslandswaren durch Währungs verschlechterung und Zölle teurer geworden. Nam hafte Firmen mußten in Liquidation treten; die Folge waren Angestellten= und Arbeiterentlassungen. Außerdem hat Bräsilien die Bestimmungen für die Zulassung ausländischer Arbeitskräfte wei terhin verschärft, sodaß die ohnehin nicht erfreulichen Aussichten noch schlechter geworden sind. In Bolivien hat sich die Lage der Angestellten besonders durch die Entwertung des Boliviano verschlechtert; trotz steigender Teuerung werden infolge der gedrückten Lage die Gehälter gekürzt. In Potosi ist es ohne vorherigen festen Anstellungsvertrag unmöglich Stellung zu finden; dabei ist dort die Lage noch verhältnismäßig besser als in anderen Städten. In Venezuela sind neben Gehaltskünzungen viele Kündigungen erfolgt. Auch hier zunehmende Teuerung bei schlechteren Gehältern. Namentlich die Oelgesellschaften mußten ihren Betrieb teilweise bis auf ein Viertel einschränken, sodaß Maracaibo hart betroffen ist. Die ohne Dauervertrag angestellten barftädte laufen soll, wird ab Freitag im Programm der„Lichtburg" erstmalig gezeigt. :?: Hausfrauenbund. Es wird nochmals auf den Monatsabend des Hausfrauenbundes am Freitag abend um 8 Uhr bei Wipker hingewiesen. Der Puchstein=Film.„Das Erwachen der Seele" hat überall viell Anklang gefunden. U. a. schreibt die Berliner Volkszeitung: Prachtvoll beobachtete Scenen gefielen dem Publikum besonders.... etwas unbedingt Neues! Das Entzücken über die wunderbar photographierten Scenen wird ebensq groß u. ehrlich sein, wie bei der Uraufführung. Der Eintritt ist für Mitglieder frei, Gäste zahlen 50 Pfg. Freiw. Feuerwehr Soest. Die am 14. FeDeutschen in Maracaibo haben fast restlos das Land bruar im Vereinslokal stattgefundene Frühjahrsverlassen müssen. Die Zuwanderung hat völlig auf gehört; denn es ist ausgeschlossen, Stellung zu finden. * )( Die sportärztliche Beratungsstunde findet heute abend nicht statt. Die nächste Beratung ist am 3. März. :?: Der Markt der 40 000 Fremden heißt der von den Westf. Landeslichtspielen im Auftrage des Städt. Verkehrsamts geschaffene Kurzfilm vom Soaster Allerheiligenmarkt. Der Film, der in diesem Jahr vor der Kirmes in den Kinotheatern der NachHauptversammlung war gut besucht. Herr Kreisbranddirektor Werth begrüßte die Erschienenen, besonders den Herrn Büngermeister Kleim. Letzterer dankte herzlichst für die Einladung zum heutigen Abend und findet warme Dankesworte für die von der Wehr im letzten Jahre geleiftete Arbeit.— Hiernach, fand eine Ehrung verdienter Kameraden statt. Es erhielten die Auszeichnung des Preuß. Feuerwohr-Beirates für 40jährige Dienstzeit die Kameraden Weißnicht und Romberg, die Staatl. Auszeichnung für 25jährige Dienstzeit die Kameraden; 2 18 Kneer I, Kaub, Kerstin und Henke I; die Auszeichnung für 20jährige Dienstzeit die Kam. Trockel und Czock; für 10jährige Dienstzeit die Kameraden Zurmühl, Kemper J., Brunnert, Rosenbauer II, HaverW. Eickhoff und Elshoff. Allen Ausgezeichneten wurde ein kräftiges„Gut Schlauch" ausgebracht. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Cummerwie, Pfaff, Rosenbauer und Schlüter wurden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt und nahmen die Wahl dankend an. Die Kameraden Adam, Knop, D. Köster, Leimann, Güter, Romberg u. Weißnicht, welche nunmehr 40 Jahre ununterbrochen der Wehr angehören wurden zu Ehrenmitglieder ernannt.— Als Abgeordnere zu den Verbandstagen wurden die Kameraden Bühner, Karrie und Birkenfeld, als Ersatz Witthöft, Cummerwie und Wogmann gewählt. Nach Erledigung mehrerer interner Punkte wurde die Versammlung vom Herrn Kreisbrandmeister geschlossen. (!) Ev. Junglehrer-Arbeilsgemeinschaft, Soest. Die nächste Ganztagung findet am Freitag, den 19. Februar 1932, vormittags 8 Uhr, in der Wieseschule in Soest statt. )( Vereinigte Männerchöre. Morgen, Freitag. 20,30 Uhr, bei Gruß Probe für den Volkstrauertag. Die Sänger werden um pünktliches und vollzähliges Erscheinen gebeten. :?: Deulsche Jugendkraft! Sämtliche Turner und Fußballspieler haben heute abend um 8 Uhr in der Turnhalle, zu erscheinen. Jugendkraft Heil! :- Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ortsgr. Soest. Wir weisen alle Mitglieder der Ortsgruppe darauf hin, daß sich die Ortsgruppe geschlossen an der Gedenkfeier für unsere Gefallenen auf dem Ehrenfriedhof beteiligt. Besonders werden die Hinterbliebenen gebeten, recht zahlreich an der Gedenkfeier teilzunehmen. Treffpunkt ist der erste Toreingang des Osthofenfriedhofes(Osthofenstraße), an dem sich alle Mitglieder spätestens um 11 Uhr einfinden wollen, da die Feier um 11,30 Uhr beginnt. (!)„Eiserne Front". Uns wird geschrieben: Der Vorverkauf der Karten im Domhof für die heutige Kundgebung im Schützenhof dauert bis 5 Uhr. An der Abendkasse im Schützenhof werden auch noch Karten verlauft. Nach der Versammlung stehen Autobusse und Autos Soester Unternehmer zur Rückfahrt bereit. Verlängerung der Anrufungsfrist bei Streiligkeiten über Mietsenkung. Bei der Anwendung der Dritten Preußischen Verordnung über die Mietsenkung vom 11. Januar 1932, wonach bei Streitigkeiten über die Mietsenkung bei Wohnungen in Altbauten das Mieteinigungsamt spätestens bis zum 25. Januar 1932 anzurufen ist, haben sich in der Praxis Schwierigkeiten insofern ergeben, als ein nicht geringer Teil der Vermieter die nach Paragraphen 15, 16 der Preußischen Verordnung über die Mietsenkung in der Neufassung vom 5. Januar 1932 zu machende Mitteilung des neuen Mietzinses dem Mieter erst am 25. Januar 1932 oder noch später oder überhaupt noch nicht zugesandt hat, Dadurch ist dem Mieter die Möglichkeit der fristgemäßen Anrufung des Mieteinigungsamts bis zum 25. Januar ds. Is. genommen. Deshalb wird, wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, durch eine A. Preußische Verordnung über die Mietsenkung vom 12. Februar 1932 dem Mieter Gesegenheit gegeben, noch bis zum 1. März 1932— und für den Fall, daß der Vermieter erst nach dem/ 25. Februar 1932 seine Mitteilung macht, binnen /zwei Wochen nach erfolgter Mitteilung,— das Mieteinigungsamt zur endgültigen Feststellung der Miethöhe anzurufen. Hilferuf der Blinden! Der Westfälische Blindenverein hält am Sonnabend, den 20. Februar 1932, 16,30 Uhr zu Dortmund, Bürgerhaus, 1. Kampstraße 67=69, eine öffentliche Blindenversammlung ab, um mit vereinter Kraft einen Hilferuf der Blinden in die Oeffentlichkeit hinauszuschicken, durch welchen Staat und Volk, öffentliche Fürsorge und die frese Wohlfahrtspflege zum Aufhorchen gebracht werden sollen. Der ungeheuer verschärfte Kampf um Arbeit führt naturgemäß zu einer entsprechend verschärften Auslese der Tüchtigsten und Tauglichsten und damit zur Verdrängung der Mindergeeigneten, vor allem der Gebrechlichen, aus dem Erwerbsleben. Die Zuwendungen der freien Wohlfahrtspflege, die für die hilfsbedürftigen Blinden früher sehr viel getan hat, lassen immer mehr nach, denn immer weniger sind derer, die noch geben können und immer dringlicher und vielstimmiger werden die Bitten und Fonderungen nach tätiger Hilfe. Die Leistungen der öffentlichen Fürsorge werden immer mehr abgebaut und die Sozial=Versicherungen sind dem gleichfalls gefolgt. Nach der neuesten amtlichen Erhebung sind von den 35000 deutschen Blinden nur 17. Prozent in der Lage, durch Renteneinkommen den Mindestbedarf zu decken, nämlich Kriegsblinde, Unfallrentner und Beamtenpensionäre. Vom Ertrag der eigenen Arbeit oder des eigenen Vermögens leben nur 3 Prozent der Blindenschaft, sodaß ungefähr 80 Prozent übrig bleiben, die mehr oder weniger auf Unterstützungen und Almosen oder auf die Gnade ihrer Angehörigen angewiesen sind. So wirkt sich der Jämmer unserer Zeit am furchtbarsten gerade bei denen aus, die ohnehin im tiefsten Schatten stehen. In all dem wirtschaftlichen Elend der Gegenwart bleiben doch dem Sehenden ungezählte Möglichkeiten, sich im Anschauen und Beobachten von Natur und Welt zu vergessen, sich durch Spiel und Sport durch alle jene Beschäftigungen und Liebhabereien abzulenken und zu ergötzen, die es für Blinde nicht gibt und nie geben kann. Deshalb wird es von jedem, mag er politisch eingestellt sein wie er will, als recht und billig empfunden, wenn Staat und Gesellschaft den Blinden zum Ausgleich ihrer schicksalsmäßigen Belastung ein erhöhtes Maß von Schutz und Fürsorge, von Unterstützung und Förderung zuteil werden ließen. So fordern die deutschen Friedensblinden, die Blindenlehrer und Blindenfürsorger schon seit mehreren Jahren die Einführung einer öffentlich-rechtlichen Blindenrente, die alle Blindennot beseitigen würde. Trotz der gegenwärtigen Notzeit hat die freie Stadt Danzig kürzlich ein Blindenrentengesetz erlassen, durch das den dortigen Blinden mit unzureichenden Einkünften ein Rechtsanspruch auf eine— wenn auch bescheidene— Rente eingeräumt wird. Solange es eine solche, von den deutschen Friedensblinden sehnlichst angestrebte Einrichtung bei uns noch nicht gibt, bedürfen diese umsomehr der öffentlichen und privaten Hilfe, brauchen sie umsomehr eine auf menschlicher Güte, sozialem Verständnis und edlem Gerechtigkeitsgefühl ruhende Behandlung in Gesetzgebung und Verwaltung, im Beruf und Erwerb und nicht zuletzt im persönlichen Verkehr von Mensch zu Mensch. flügel an der linken Seite wurde stark beschädigt, der Wagenführer erlitt keine Verletzungen.— Ein Personenauto, welches aus der Richtung Erwitte kam und anscheinend an der Unfallstelle halten wollte, geriet ebenfalls durch zu starkes Bremsen ins Schleudern und befand sich nach einer Rutschpartie in entgegengesetzter Fahrtrichtung.— Kurz darauf kam ein Sassendorfer Motorradfahrer etwa 10 m von der Unfallstelle zu Fall, der Fahrer zog sich eine Veinverletzung dabei zu, konnte aber sein Fahrt nach Soest zur Arbeitsstelle fortsetzen. Aus demsparteileben Kulturkundgebung der N. S. D. A. P. Auf der am Dienstag abend auf dem Schützenhof stattgefundenen Kultukundgebung der NSDAP. referierten die Redner Reichskulturwart Pg. Konopath und Gaukulturwart Pg. Weil über das Thema „Zentrum, Christliche Kultur und die NSDAP." Pg. Konopath, welchem zuerst das Wort erteilt wurde, führte ungefähr folgendes aus: Wir ständen heute an einer Weltwende, deren Entscheidung bei der in den nächsten Wochen stattfindenden Reichspräsidentenwahl fallen würde. Es handele sich bei dieser kommenden Wahl nicht nur um die Kandidatur des Reichspräsidenten, sondern um die Zukunft und das Wohlergehen des Volkes. Denn heute sei die Frage der Politik eine Frage der Weltwende, deren Krisis ihren Ursprung in der fran Zeitalter der französischen Revolution vorbei. Auch Amerika habe erkannt, daß bei den vorgenannten Zuständen und Vorkommnissen ein Chaos, ein Untergang der Völler unvermeidlich sei. Darum seien die Staaten mit der Einwanderungssperre gekommen, damit nicht die Angehörigen jeder bel bigen Rasse einfach dort einwandern könnten: Nur der Einwanderung von Angehörigen nordischer Vörker, Deutscher und Engländer habe man keine Schwo. rigkeiten entgegengestellt, da ma wisse, daß aus digsen Ländern noch kein verbrauchtes Menschenmaterial komme und gekommen sei. Die Erhaltung der Rasse sei auch die Hauptaufgabe der NSDAP.— Hiller habe dus Wort geprägt:„Der völkische Staat hat die Rasse in den Mittelpunkt des Inleresses zu stellen". Wenn die Rasse dem Volke nicht erhalten bliebe, sei die Folge der Untergang des Volkes, da alle Völker, die, wenn sie auch tragend in der Kultur gewesen wären, untergegangen wären, wenn sie ihre Rasse nicht bewahrt und sich gemischt hätten. Die NSOAp. wolle eine Rassenmischung Deutscher insofern vermeiden, daß es keinemAngehörigen einer anderen Rasse als der germanischen, ermöglicht würde, die Staatsbürgerschaft in Deutschland zu erwerben. Vor allem sei der Grundgedanke zur Erhaltung der Nation in die Jugend hinein zu verpflanzen. Nach einer kurzen Pause wurde Pg. WeilBochum das Wort erteilt. Er sprach besonders über die kommende Präsidentenwahl, Bildung der Eisernen Front und kritisierte in schärfster Weise die heutige Innen= und Außenpolitik. Er richtete an alle die Mahnung, in dem Kampf treu zu der Bewägung zösischen Revolution habe. Seit dieser großen Revo stehen und mitznhelfen damit der Sieg endlich lution sei der Geist des Parlamentarismus, Imer und Mntge wit einem Hoch auf Aus dem Kreise Soest Oestinghausen, 18. Febr. Jungbauernschaft Oestinghausen. Versammlung am Freitag, den 19. ds. Mts., abends 8 Uhr, im Lokale der Gastwirtschaft Sauerland, Oestinghausen. Vortrag:„Die Bedeutung des heimischen Obstbaues unter Berücksichtigung der Absatzverhältnisse"(von Jungb. Wilhelm Grote, Brockhausen).— Es wird ferner ein zweiter Vortrag gehalten werden, das Thema wird noch bekannt gegeben.— Erscheinen-aller Mitglieder, ist Pflicht. Bad Sassendorf, 17. Febr. Eine Serie von Unglücksfällen ereignete sich am heutigen morgen um 8,15 Uhr an der Ecke Provinzial—Schützenstraße. Glücklicherweise alle leichterer Art. Der Lieferwagen der Großhandelsfirma Rob. Hülsemann, Soest geriet, da die Straße mit einer dünnen Eisdecke überzogen war, in der Kurve ins Schleudern und fuhr gegen einen Pappelbaum. Der vordere Kotnationalismus und Materialismus auf der ganzen Welt verbreitet. Ueberall, wo wir nur hinschauten, habe sich die Demokratie, die Frucht der französischen Revolution, augebreitet. So z. B. in Südamerika, Nordamerika, Frankreich, Spanien, Schweiz, Polen, usw. Die krasseste Form aber zeige uns heute Rußland, in welchem sich das System des Marxismus und Bolschewismus mit der Phrase„Ihr seid ja alle gleich" aufrecht erhalte. Aber auch der Paneuropagedanke sei ein Prodult der franz. Revolution, eine Erscheinung der Weltwende. Die Träger dieses Gedankens wollten die Grenzen, welche die Völker trennen, beseitigen, alle Völker und Stämme zu einer planlosen Masse, zu einem Menschenbrei machen. In Frankreich, in dem der Gedanke des Paneuropas geboren sei, sei man in der Verwirklichung, dieser Idee am weitesten voraus. Wenn heute jemand nach Paris und den anderen großen Städten Frankreichs komme, so sehe man, daß diese Städte chon keine weißen Städte mehr seien. Ueberall begegne man Negern, Mulatten, Marokkanern und anderen, aus den französischen Kolonien herbeigeholten Menschen und Mischlingen. In Südfrankreich namentlich seien diese Farbigen am stärksten vertreten. Die Bevölkerung ganzer Städte u. das Militär beständen fast nur aus diesen, ja Farbige seien sogar in der französischen Regierung. Aber bei diesem Volke, welches die Rassenschande bewußt betreibe, habe sich auch zuerst der Geburtenrückgang bemetkbar gemacht. Besonders, wies der Redner auf die Vorkomnnisse während der Rheinlandbesetzung hin. Aber nicht Frankreich allein, sondern auch Rußland betreibe die Rassenschande und die Verbreiung des Menschentums bewußt, indem es ungezählte Chinesinnen in Rußland einführe. Daß aber auch nach Deutschland diese Auswüchse der französischen Revolution gierig und immer mehr ihre Hände streckten, verdiene besondere Beachtung. In dieser Lage trete nun die NSDAP. auf, die Bewegung, die ursprünglich aus sieben Mann bestanden habe, und jetzt fast eine Million eingeschriebener Mitglieder, und fast 15 Millionen Bekenner aufzuweisen habe. Aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in den nordischen Ländern, England, Schweiz und Amerika seien Menschen aufgestanden, die sich zu dieser Bewegung bekennten. Jetzt sei das herbeigeführt werden könne.— Mit einem Hoch auf das Vaterland und dem Absingen des Horst=WesselLiedes wurde die ruhig verlaufene Kundgebung geschlossen. Eingesandl Für die unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernehmen wir nur die preßgeseyliche Verantwortung. „Eiserne Front.“ Was ist sie?— Was will sie?— Eine Bürgerkriegstruppe? Uns wird geschrieben: So. hört man ständig die Fragen gestellt. Mancher lächelt, spöttelt, manchem Philister läuft ein Gruseln über den Rücken. Und es ist doch zu keinem von Belden Veramassung gageben. Die„Esserne Front" will keine Bürgerkriegstruppe sein. Gerade das Gegenteil soll sie bezwecken. Sie soll jeden Bürgerkriegsgedanken von vornherein ersticken. Nicht etwa durch Gewalt, oder irgendwelche Terrormaßnahmen, sondern durch eine zusammenfassende intensive Aufklärungsarbeit.„Kampf dem staats- und volksverderblichen Radikallsmus", ist die Parole der„Eisernen Front", deshalb erstrebt die„Eiserne Front" die Zusammenfassung aller verantwortungsbewußten Staatsbürger, die auf dem Boden der Demokratie und der deutschen Republik stehen, die die Weimarer Verfassung als höchstes Reichsgesetz anerkennen und ihre Erhaltung zu schützen bereit sind. Die Reichsverfassung ist die Grundlage des sözialen Volksstaates und einer gleichberechtigten Volksgemeinschaft. Sie ondnet den Arbeiter mit gleichen Pflichten und Rechten in das Staatsganze ein und schafft ihm das Vaterland, nach dem er sich seit Jahrhunderten gesehnt hat. Die Weimarer Verfassung soll ein einiges, starkes kultur und sittlich hochstehendes Volk schaffen. Die Erreichung des Zieles ist in der Gegenwart durch einen blindwütigen Radikälismus von rechts und links gefährdet, die ungeheure wirtschaftliche Not und das damit verbundene unbeschreibliche Volkselend, sie erleichtern, den Volksverderbern das Handwerk. Sie fragen nicht nach Ursache der Not, schaffen keine Aufklärung darüber. Im Gegenteil, die ungeheure UM Roman von Kurt Martin (Naehdruck verboten) OI GA Copyright by Verlag Neues Leben, Bayr. Gmain. „Das kann gar nicht anders sein," erwiderte Ibenstein. „Wenn dieser Mensch nicht beteiligt war an dem Raub der Geheimpapiere.. „Das war er eben nicht, Herr Professor. Der Mann, der Sie mit dem Messer angriff, hat gewiß gar nicht gewußt, wo Ihre Papiere lagen und daß man sie Ihnen gestohlen hatte! Ich soge: gestohlen hatte; denn als er sich in Ihr Zimmer schlich, um Sie zu überfallen, da waren die Papiere sicher längst geraubt." wird alles immer verwirrter!“ „Nein, es wird immer klarer! Wir werden bald alle Rätsel gelöst haben." „Und Lia Nissander soll die Papiere bei sich gehabt haben, als ich sie damals nach dem Tanz in ihrem Ankleideaufsuchte und mit ihr zu ihrer Wohnung fuhr?" bestimmt hatte sie sie bei sich." „Mein Gott, was trieb man alles um mich herum" „s hätte noch schlimmer kommen können, Herr Pro„Schlimmer?— Ihenstein, denken Sie an meine Tochter, denken Sie an meinen Sohn! Ich habe vielleicht beide Kinder verloren, habe sie durch meine Schuld in schlimmste Not gebracht!— Und oa sagen Sie: Es hätte noch schlimmer, tommen können!" „Jal Es hätte gar nicht viel gefehlt, und Sie wären des Mordes an Komitako angeschuldigt worden." „Ich?" „Sie! Es war ein hohes Glück, daß ich vor dem Hause wand und Sie kommen sah, daß wir gemeinsam zu Komitakos Wohnung hinaufstiegen. Wären Sie allein in der Wohnung Komitakos gewesen, wären Sie dann aufgeregt auf die Straße gestürzt und hätten die Polizei alarmiert— man hätte Sie aur zu leicht für den Mörder halten können. Die Jähzornsat eines Vaters, dem man sein Kind geraubt hatte!" Lieber Himmell— Daa alsg auch nochl“— „Diese Gefahr ist an Ihnen vorübergegangen. Ich erkannte sogleich die schlimme Lage, in der Sie schwebten, und ich war wirklich froh, daß ich Sie in Komitakos Wohnung begleitet hatte." Sie fuhren durch die Vorstadtstraßen. Bert Ibenstein sah nach der Uhr.„Ich bin dafür, daß wir erst noch bei der Polizeidirektion vorfahren. Vielleicht treffen wir Inspektor Schubart. Wir wollen berichten, daß unsere Hoffnung wieder vergebens war, und fragen, ob irgendeine neue Nachricht eingelaufen ist.— Oder wollen Sie sogleich heim?" Unruhig wehrte Klüber.„Was soll ich daheim?- Es ist gleich, wo ich bin!" „Also dann zur Polizeidirektion!" Ibenstein verständigte den Chauffeur. Als der Wagen hielt, sprang der Detektiv rasch auf den Fußsteig. Er war Klüber beim Aussteigen behilflich. Wehmütig lächelte der Professor.„Ich bin wahrhaftig ein alter Mann geworden!" „Es werden wieder bessere Zeiten kommen, Herr Professor." Für mich?" „Ich hoffe es!" „Ich hoffe nichts mehr." Sie schritten durch das Portal. Bert Ibenstein ertundigte sich nach Schubart. Der diensthabende Oberwachtmeister erklärte wichtig:„Der Herr Kriminalinspektor wird jetzt kaum zu sprechen sein. Er verhört einen Verhafteten. Er ist erst vorhin gekommen." „Wir wollen es versuchen." „Ich will Sie ihm melden." „Sagen Sie nur, Professor Klüber sei da!" Der Beamte ging zum ersten Stock empor. Er kam rasch zurück.„Sie möchten beide sofort zu Herrn Inspektor Schubart kommen." Bert Ibenstein nickte.„Na also!" Gemeinsam mit dem Professor begab er sich hinauf zum ersten Stock, und wenige Augenblicke später traten sie in Schubarts Dienstzimmer. Der Inspektor saß an seinem Schreibtisch. Als er seiner Besucher ansichtig wurde, sprang er auf. Vor dem Schreibtisch, dem Kriminalinspektor gegenüber, saß ein Mann, neben dem ein Polizist stand. Klüber starrte befremdet auf den Gefangenen.„Herr Lautroit!“ Ibenstein mußte offen bekennen, wie er zufrieden war, in dem Gefangenen Lautwit zu erkennen. Er rief erregt: „Herr Inspektor, Sie haben da einen guten Griff getan! Gaston Lautroit ist der Mörder Daniel Lokadziejs!“ Schubart begrüßte den Professor. Bei Bert Ibensteins Worten verrieten seine Mienen Erstaunen. Er sah auf den Gefangenen. Gaston Lautroit war aufgesprungen. Er stierte auf Ibenstein wie auf ein Gespenst. In Abwehr hob er die Hände. „Nein!— Nein!— Nein!" Schubart befahl dem Polizisten:„Geben Sie scharf auf den Mann acht!" Er wandte sich wieder an Klüber und Ibenstein.„Wie war es?" „Es war wieder nichts. Die Leute hatten sich geirrt." „Wir haben auch noch nichts feststellen können. Es iseinfach keine Spur von dem Auto zu finden. Verzweifeln Sie aber noch nicht, Herr Professor! Wir müssen ja doch noch zu einer Aufklärung kommen!" Klüber nickte ernst.„Und wenn es zu spät ist: „Es darf nicht zu spät sein! Ich habe da eben etwas anderes Wichtiges mit Ihnen zu besprechen. Hier— Herr Gaston Lautroit, Kunstmaler. Sie kennen wohl den Herrn, Herr Professor?" „Allerdings." „Ich entschloß mich heute zu einer kleinen Haussuchung bei dem Herrn, und ich arbeitete nicht vergebens." Bert Ibenstein lächelte.„Was Sie diese Nacht unternahmen, Herr Inspektor, war auch mein Plan. Es mangelte mir bisher nur an der Zeit.— Haben Sie die geheimen Aufzeichnungen Professor Klübers gefunden?" „Ich nehme es an." Der Inspektor griff hinter sich nach dem Schreibtisch.„Hinter einem Gemälde verborgen fand ich diesen Umschlag. Er enthält geheime Aufzeichnungen. Auf dem Umschlag steht Omega'." Klüher griff hastig danach.„Es ist der Umschlag, jal Da, das„Omega" ist Klaus' Handschrift „Vortrefflich!" Klüber zog die Papiere aus der Umhüllung. Er schlug die einzelnen Blätter auseinander.„Das ist nicht meines Sohnes Handschrift. Die Zeichen sind auch ganz widersinnig tordnet. Es ist eine Fälschung!" Er reichte dem Inspektor Umschlag und die Papiere zurlick. Not von Volk und Vaterland ist ihnen das willkommenste Mittel, die verelenden Massen an sich zu reißen, um zur Macht zu kommen. Versprechungen über Versprechungen werden gemacht, die nie, selbst unter einer stärksten Diktatur erfüllt werden können. Jedes Denken wird bewußt verhindert, in dem Haß und wieder Haß gepredigt wird. Das Ende einer solchen Agitation kann nur Bolschewismus ssein, der Untergang Deutschlands. Das darf nicht sein!— dazu ist uns Volk und Vaterland zu lieb und zu heilig. Darum haben deutsche Männer aus den Schichten der Kopf= und Handarbeiter zum gemeinsamen Abwehrkampf aufgerufen mit pisernem Willen und in geschlossener Front wollen sie diesem politischen Wahnsinn entgegenarbeiten. Deshalb sollen in den Kreisen der republikanischen Parteien und Organisationen die Parteiunterschiede zurückgestellt werden. Erst gilt es, das Recht der freien Meinungsäußerung wieder zu erkämpfen, das Volk zur Achtung der politischen Gegner zu erziehen und dadurch die Straße vom politischen Rowdytum zu befreien.— Millionen von unständigen und sittlichen Menschen wagen ihre Stimme nicht mehr zu erheben, weil sie von der Phrase„Das dritte Reich komml" fuggestriert sind, oder weil sie den Moskauer Bolschewismus fürchten. Diese Millionen heißt es aufzurütteln, ihnen den Glauben an die Macht des Gesetzes wieder zu geben. Sie müssen in die Front der staatstreuen Republikaner eingegliedert werden. Diesen Kampf führt seit 1923 das Reichsbanner, oft verkannt, oft geschmäht. Jetzt sieht das Volk ein, daß der Abwehrkampf dringend nötig ist.. Darum ruft das Reichsbanner zur Bildung der„Eisernen Front“ alle anständigen Staatsbürger auf. Keiner ist ausgeschlossen, der die Domokratie verfechtet und die Republik erhält., Unser Ruf geht vor allem an das junge Deutschland. Wie das junge Deutschland durch den Sportgedanken gebunden ist, so muß der höhere Begriff des Volksrechts zum noch größeren Bindemittel werden. Fort mit dem Rassen= und Klassenhaß! Fort mit dem politischen Rowdytum! Achtung vor den politischen Gegnern! Achtung vor seiner religiösen Einstellung! Ein Ziel: Ein einiges, starkes Volk auf dem Boden des Volksrechts in der demokratischen Republik. Wirtschaftliches Berliner Produktennolierungen vom 17. Febr. Weizen märk. 75—76 Kg. 248—250, März=Lieferung Roggen märk. 72—73 Kg. 198—200 stark Geld, ein Waggon 208 waggonfrei Berlin bezahlt, März=Lieferung 205 und Geld, Mai=Lieferung 212,50 und Geld. Gerste, Braugerste 162—169, Industrie= und Futtergerste 154—158, Hafer märk. 146—153, MärzLieferung 159,50—160—159,75, Mai=Lieferung 167 bis 167,25, Weizenmehl 30,25—34,25. Roggenmehl 28—29,75, Weizenklete 9,60—9,90, Roggenkleie, 9.65 bis 9,90, Viktoriaerbsen 21—27,50, Kl. Speiseerbsen 21—23,50, Futtererbsen 15—17, Peluschken 16—18, Ackerhohnen 14—16, Wicken. 16—19. Lupinen blaue 10—12, gelbe 14,50—16, Seradella neue 24—30, Leinkuchen ab Hamburg 11,40, Erdnußkuchen 50% ab Hamburg 12,40, Erdnußkuchenmehl. 50% ab Hamburg 12,20—12,30, Trockenschnitzel 7,80—8, Extrah. Soyabohnenschrot 46% ab Hamburg 10,50 bis 10,60, ab Stettin 11,30, Kartoffelflocken 12,50 bis 12,60. Dortmunder Zucht- und Faselmarkt vom 17. Febr. Zum heutigen Zucht- und Fasemarkt waren aufgetrieben: Großvieh 465, Schweine 140, Kälber 31. Geschäftsgang langsam. Es wurden bezahlt für Kühe 330—380, 270—330, 200—270, Rinder 180 bis 280, beste Tiere über Notiz. Am Schweinemarkt war der Handel langsam. Es wurden bezahlt für Ferkel im Alter von 6—8 Wochen 8—11, von 8—10 Wochen 11—16, von 10—12 Wochen 16—29. Nächster Markt am Mittwoch, den 24. Februar 1932. Turnen Spiel Svort S. S. Soest— Spielv. Neubeckum 4:1(2:1). Das prächtige, milde Wetter hatte eine große Zuschauermenge zum Sportplatz„Jakobitor" hinausgelockt. Sie wurde Zeuge eines Meisterschaftsspieles, indem sich die Partner einen erbitterten aber stets ritterlichen Kampf lieferten. Zum Spielverlauf: Gleich im Anfang gab es eine unangenehme Ueberraschung. Soests Torwart startete zur Abwehr eines weit vorgetragenen Balles, schoß dabei einen Gegner an, der Ball saß im Netz. Dieser Vorfall rief bei den Braun=Weißen keine Verstimmung hervor, vielmehr war dieses der Anlaß zur Generaloffensive. Im Strafraum der Gäste ging es lebhaft zu. In dieser Drangperiode erzielte der Halblinke durch einen Prachtschuß den Ausgleich, nachdem man sich bei einem Elfer ein Kabinettstückchen geleistet hatte. Neubeckum gab den eifrigen Soestern nichts nach und wußte seinen gefährlichen Sturmwohl, zu beschäftigen, stieß aber bei dem linken Verteidiger auf den Turm in der Schlacht. Das Spiel blieb für eine halbe Stunde völlig offen, Beide Mannschaften warteten mit gleichen Leistungen auf. Erst in den restlichen 15 Minuten dominierten die Hiesigen. Vor dem Gästetor kam es einmal zu einem wisten Durcheinander, das Leder entzog sich ihm und mahm die Richtung in das Gehäuse. Bei diesem Stande wurden die Seiten gewechselt.— Die Umstellung im Sturm kurz vor der Halbzeit erwies sich jetzt als günstig. Die Verständigung wurde immer offensichtlicher und führte zu einer Belagerung des Gegnertores. Ecke auf Ecke wurde erzielt, von denen eine zum 3. Erfolge führte. Der Sieg schien vorerst noch gefährdet, da die Neubeckumer eine Schwächeperiode des Platzyereins ausnutzten und unter der umsichtigen Führusig des schußgewaltigen Mittelstürmers zum Finale übergingen. Aber das Pulver verschössen, und die Hiesigen übernahmen wieder das Kommando.„Das kleine Wiesel auf dem Linksaußenposten setzte einer Vorlage nach, schlug dem herbeieilenden Verkeidiger ein Schnipp chen: dem Hüter fiel nur noch die Aufgabe zu, hinter sich zu greifen. Der gleiche Spieler hatte ferner Gelegenheit, den Vorsprung zu erhöhen, als er eine Flanke von rechts vor dem leeren Tore annahm und über die Latte jagte— auch ein Kunststück! Dann ertönte der Schlußpfiff.— Kritik: Der Soester Torwart war gut, konnte das einzige Tor aber verhindern. Der linke Verteidiger war der Turm der Schlacht, während sein Nehenmann in der ersten Halbzeit schwach war. Die gesamte Läuferreihe war wieder auf dem Posten. Das Stellungsspiel war erheblich besser als früher. Im Sturm überragte der Linksaußen. Sein Nebenmann entfaltete sich erst nach der Umstellung.— Die Gäste stellten eine kampffreudige und zähe Mannschaft. Ihre Hauptstütze waren der vorbildlich fair spielende Mittelläufer und die Schußkanone Peters auf dem Mittelstürmerposten, der früher in der Sonderliga Teutonia Lippstadt spielte. Herr. Bauschuß war dem Spiele ein unparteiischer Leiter. Arbeiter=Turn- und Sportverein„Brandenburgertor" Soest. 1. M. Vorwärts=Paderborn— 1. M. B. V. B. Soest 2:8(1:4). 2. M. Vorwärts Paderborn— 2. M. B. V. B. Soest 4:11(2:6). Am vergangenen Sonntag, weilte die 1. und 2. Fußballmannschaft des B. V. B. zu einem Freundschaftstreffen in Paderborn, beide brachten einen hohen Sieg mit nach Hause. Auch hier zeigten die Soester Mannschaften Leistungen, die den Gegner einfach nicht aufkommen ließ. Der Enfolg am Sonntag hat bewiesen, daß die in den letzten Spielen erkämpften hohen Siege keine Zufallserfolge waren, sondern die Gegner, die diese Niederlagen einstecken mußten, sind als sehr spielstark bekannt. Umso höher sind die Siege der beiden Mannschaften zu bewerten. Sollten sie beständig bleiben, so werden sie in den Meisterschaftsspielen, die in Kürze beginnen, noch ein ernstes Wort mitzureden haben. Die erste Mannschaft konnte wieder sehr gut gefallen, besonders der Sturm hatte hier wieder seinen Torschuß. Der Linksaußen wartete mit den seit langer Zeit vermißten Bombenschüssen wieder auf und schoß allein vier Tore. An der Hintermannschaft ist nichts mnehr zu rütteln, sie zu überwinden, heißt, sein Letztes hergeben. Die Paderborner zeigten wohl einzelnes Können, aber sonst fehlte ihnen das Zusammenspiel. Die 2. Mannschaft zeigte wieder, daß über sie nicht viel zu sagen ist. Auch in Paderborn, dem Gegner bei weitem überlegen, siegte sie hier sicher miit einer zweistelligen Zahl. Handball. 1. To.„Jahn" Soest— 2. Soester Turnverein 2:1. Auf dem Sportplatz des Reichsbahn=Turn= und Sportvereins trafen sich am Sonntag obige Munnschatten zum Frein dtstospiei. Beide Mannschaften stellten sich um 10 Uhr dem unparteiischen Schiedsrichter in stärkster Aufstellung. Es entwickelte sich von Beginn ein sehr flottes Spiel, welches unter dem stark gefrorenen Platz litt. Nach einem schönen Durchbruch der Jahner, kann der Halbrechte zum ersten Mal einsenden. Der Soester Turnverein setzt jetzt alles daran, den Ausgleich zu schaffen, aber das Jahner Hinterdreieck versteht es, das Tor reinzuhalten. Nach der Halbzeit kommen die Soester auf und es gelingt ihnen, das Ergebnis gleichzustellen. Auf beiden Seiten wird jetzt auf Sieg gespielt. Die Soester können das Tempo der Jahner nicht mehr durchhalten und werden ganz in ihre Spielhälfte zurückgedrängt. Viele gefährliche Torwürfe der Jahner meistert der Toart der Soester, der seinen guten Tag hatte. Dock nach einem Bombenwurf des Mittelstürmers muß er sich geschlagen bekennen. Die Soester gehen jetzt zum Endspurt über, aber alle Angriffe scheitern an der starken Hintermannschaft. Mit diesem Ergebnis pfeift der Unparteiische das Spiel ab. Bei den Jahnern konnte besonders der Mittelläufer und der Sturm gefallen. Der Soester Sturm verstand sich gut. Gut Heil! Vom Ski-Club Sauerland, Ortsgruppe Soest. Bei wenig Schnee, aber mit den größten Hoffnungen auf eine bessere Schneedecke im Sauerland hatten sich am letzten Sonntag ganze drei Mitélieder der Soester Ortsgruppe des Ski=Erh. zerland mit dem Wintersportzug 7,44 Uhr ab Soest auf den Weg in unser Skigebiet gemacht. Die Bohnfahrt ging bis Brilon=Stadt. Natürlich wurde unterwegs nur vom Schnee gesprochen. Ein piertel Partimeter Neuschnee, der auf dem Nebengeleis festzustellen war, machte uns viel Freude und ftärkte unsere Hoffnung. Allerdings mußte sich der gute, alte Petrus manche Kritik darüber gefallen lassen, daß er heuer für uns Wintersportler so wenig übrig hat. In Niederbergheim stieß noch einer unserer Kameraden zu uns, den nichts, buchstäblich garnichts, vom schönen, weißen Sport zurückhalten kann. In Brilon-Stadt angekommen, gaben uns Briloner Einwohner Auskunft über die dortigen Schneeverhältnisse. Später konnten wir uns überzeugen, daß Lokalpatriotismus den Schneebericht etwas venfärbt. hatte. Und dann auf die Bretter, welch ein herrliches Gefühl, zum ersten Mul in diesem Jahr. Auf zum Teil verschlungenen Pfaden gings hiwauf zum Poppelsberg, die neuerbaute Sprungschanze wurde besichtigt. Sehr schön ist sie, darüber waren wir uns einig, wenn, ja wenn es bloß mehr Schnee gäbe. Nun wunde Willingen als Ziel unferer SkiWanderung festgelegt. Fräulein Pieper und zwei Herrenmitglieder machten sich auf den Weg, dieses Ziel zu erreichen. Der Weg ging den Poppelsberg hinunter in der Richtung auf die Bruchhauser Steine zu, die rechts liegen blieben, weiter nach BrilonWald. Von Brilon=Wald ging es dann vergauf, bergab bis zum Ziel. Ziemlich erschöpft und mitgenommen kamen wir in Willingen an. Es war aber auch eine harte Tour die uns noch einige Tage in den Gliedern sitzen wird Acht mal mußte abgeschnallt werden, weil weder auf= noch talwärts auf den Brettern zu kommen war. Die in Aussicht genommene Erbsensuppe war inzwischen kalt geworden, also mußten die Rucksäcke zeigen, was sie in sich hatten. Dann war es aber auch Zeit für die Rückfahrt. Im Auto ging es bis Brilon=Stadt, von dort dann mit dem Zuge ins heimatliche Soest. Auf der Rückfahrt wurde festgestellt, wie erstaunlich viel eine Zeitung bringt.— Zum Schluß laßt es Euch gesagt sein, Kameradinnen und Kameraden vom S. K. S., es war ein schöner Tag, den wir in unserer Erinnerung nicht missen möchten, und Euch alle hätten wir gestern so gern bei uns gehabt. Denkt darau, kommenden Sonntag gehts nach Usseln. Und zum Schluß: „Lieber Petrus mein, laß es tüchtig schnei'n in die Täler, auf die Höh'n, Schneeschuhlaufen ist so schön." Ski Heil! Chr. Pieper, A. Witthöft, P. Bittner. Deutsche Turnerschaft Ostweslfalens Spielwarie tagten in Geseke. Die Vereins=Spielwarte des Ostwestfälischen Turngaues hatten sich am letzten Sonntag zum diesjährigen Gauspieltag im Gasthof Greve in Geseke versammelt. Der Gauspielwart, Dbr. Oeste, Soest gab nach kurzer Begrüßung einen ausführlichen Bericht über das verflossene Spieljahr. Trotz der großen Hemmungen der wirtschaftlichen Notzeit, von denen unsere Spielbewegung im besonderen Maße betroffen ist, war ein erfreulicher Fortschritt in der Zunahme der teilnehmenden Vereine, wie auch in der- Hobung der Spielstärke der einzelnen Mannschaften zu verzeichnen. Die Austragung der Sommerspiele(Faustball) fand am 31. Mai auf der Stadtheide in Paderborn statt. Gaumeister wurde wie im Vorjahr der T. V.„Germania“ Paderborn. Bei den weiteren Spielen um die Kreismeisterschaft in Arnsberg konnte sich unser Meister noch nicht durchsetzen. In der Gruppe der Bezirksklasse wurde der T. V. Brakel 1. Sieger. Leider wird unser schönes Schlagballspiel von den Vereinen des Gaues mit Ausnahme des T. V. Soest 1862 nicht mehr gepflegt. Die Handballspiele ergaben eine weitere Zunahme von 6 Mannschaften. In der Kreisklasse wurde im 1. Bezirk T. V. Soest 1862 und im 2. Bezirk T. V. Lügde Gruppensieger. Im Ausscheidungsspiel 1. gegen 2. Bezirk holte sich der T. V. Soest 1862 erneut den Gaumeistertitel u. vertritt damit zum 8. Male uunseren Ostwestfalengau bei den Endspielen um die Kreismeisterschaft. Zu Beginn der Reihenspiele, fand in Altenveken ein Handball=Turnier der Kreisklasse statt. Auch hier wurde der T. V. Soest 1862 1. Sieger. Zur Ausbildung unserer Schiedsrichter fanden im. Gau 2 Schiedsrichter=Lehrgänge statt, welche im kommenden Jahre noch weiter gusgebaut werden sollen. Nach Verlesung des Kassenberichts wurde dem Gaupielwart Entlastung erteilt. Die ungünstige geographische Lage unseres Gaues erforderte eine neue Bezirkseinteilung. Die 1. Mannschaf und Lügde werden den Nachbar=Ga mannschaften überwiesen. Im kommenden Jahre werden sämtliche Spiele in einer Kreisklasse sowie 3 Bezirksklassen ausgetragen.: Die Ausschreibung zu den Sommerspielen wird den Vereinen in kurzer Zeit zugestellt werden. Um eine bessere Berichterstattung über unsere Spielbewegung zu erhalten, wurde die Schaffung einer Gaupressestelle beschlossen und deren Benutzung allen Vereinen zur Pflicht gemacht. Der Gauspielwart gab Aufklärung über Spiele mit W. S. V.-Mannschaften. Die bei lokalen Treffen(Bezinke) anmeldepflichtig sind.„In Zukunft werden Verstöße hiengegen streng geahndet. Die Spielsperre für Handballspiele ist für die Vereine, welche auch zu den Sommerspielen melden, für die Zeit vom 1. Juni bis 1. August, für solche ohne Sommerspiele vom 1. Mai bis 1. August festgesetzt. Dem neuen Gauspiel=Ausschuß gehören für das kommende Jahr folgende Turnbrüder an: Gauspieltwart Tbr. Oeste, Soest, Gauspiel=Pressewart: Heinr. Hoischen, Paderborn, Gauschieds=Richterobmann: Hilker, Lügde, Spielwart des 1. Bezirks: Winter, Sassendorf, Spielwart des 2. Bezinks: Hoischen, Padervorn, Spielwart des 3. Bezirks: Lüdeke, Brakel. Nach Erledigung einiger kleinerer Anfragen konnte Gauspielwart Oeste die Tagung mit den besten Wünschen für das kommende Spiehjahr beenden. Dorimund im Zeichen der fünf Ringe Ein Jahr schweren wirtschaftlichen Nieder ganges liegt hinter uns. Aber trotz Krisenzeit hat sich der deutsche Sport im Jahre 1931 behauptet. Niemand wird dem vergangenen Jahre auch nur eine Träne nachweinen. Die Zukunft liegt dunkel vor uns, aber dennoch richten sich unsere Hoffnungen auf 1932 Los Angeles! Eine der wenigen deutschen Hoffnungen im Sport sind die X Olympischen Spiele. Im Jahre 1920 wurde der Peschluß gefaßt, die Olympiade des Jahres 1932 dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu übertragen. Der Zeitpunkt lag so weit, daß es niemand geglaubt hätte, daß die Teilnahme an diesen Spielen für Deutschland und die anderen zuropäischen Staaten so überaus schwer sein würde. Amarikalunstet! Mit der ninleg: vriesenen amer kanischen Großzügigkeitin Varödiese der kolenischen Gasdküste, allesauf das beste vorbereitet Fünkzehn Minuten vom Stadtzentrum Los Angeles entfernt liegt das riesenhafte Stadion, auf dessen Zuschauertribünen 125 000 Menschen Platz finden können. Rings um das große Oval liegen die Hallen für die Wettkämpfe, die nicht im Stadion selbst abgehalten werden, z. B., das Schwimmstadion, dessen Baukosten allein 125000 Dollar betrugen. Ein Olympisches Dorf von rund 1000 lleinen Häuschen soll der Unterbringung der Sportsleute dienen. Das Dorf selbst wird einSehenswürdlgkeit sein, denn die Häuschen werden möglichst im Nationalftil der Bewohner ekbaut. ** Wir fahren! Auf dem Olympischen Kongreß in Berlin erkannte der Vertreter der Reichsregierung, Dr. Wirth, allein aus rein wirtschaftlichen Gründen die Notwendigkeit einer Beschickung der Spiele. Obwohl wir uns in einer Zeit befinden, wo Millionen darben, und wir noch nicht wissen, wie unser Volk durch die nächsten Monate hindurchkommen wird, hat die D. S. B. nach ernster Prüfung der allgemeinen Lage, trotz aller Widerwärtigkeiten, die Zusage gemacht, in Los Angeles vertreten zu sein. Selbstverständlich wird sich die Teilnehmerzahl in bescheidenen Grenzen halten und werden nur solche Kämpfer entsandt werden, die unbedingte Aussichten haben Weshalb gehen wir? Ohne große Umschweife: Die XI. Olympischen Spiele 1936 finden in Deutschland statt. Kann es daher als eine moralische Haltung betrachtet werden, die Spiele 1936 für uns zu begehren und von den Amerikanern zu erwarten, daß sie die doch ebenso weite Reise von ihnen zu uns, wie die von uns zu ihnen, antreten, wenn wir jetzt unsere Zusage nicht halten? Selbst mit Ernst ist von Aposteln rücksichtslosester Sparsamkeit darauf hingewiesen worden, daß auch in Zeiten der Not Deutschland Opfer zur Hebung des Fremdenverkehrs unternehmen müßte. Ohne sich allzu großen Hoffnungen hinzugeben, so rechnet man doch in Berlin mit einer Einnahme von acht bis neun Millionen Reichsmark während der Hauptspiele, und, was sehr wichtig ist, zum Teil in Form von Devisen. Mithin würde der Sport den Beweis liefern, daß er nicht nur gesundheitlichen, sondern auch wirtschaftlichen Wert besitzt, was leider bisher zu wenig gewürdigt wurde. Also, wer sich die XI. Olympischen Spiele nach Berlin wünscht, muß auch dafür eintreten, daß wir an den X. Spielen in Los Angeles teilnehmen. ..* Wer wird erwartet? Nach den letzten Mitteilungen der verschiedenen Nationen über ihre Beteiligung an den olympischen Spielen 1932 in Los Angeles gibt das amerikanische Komitee bekannt, daß man rund 1700 Teilnehmer aus 45 Ländern erwartet. Durchschnittlich en von Soeft werden von den größeren Ländern 60--80 Teil= ien als Gast in Amerika starten. U. S. A. selbst wird über 300 Sportsleute entsenden. Haben wir Aussichten? Es wäre sinnlos, Athleten nach Los Angeles zu schicken. für die keine Erfolgsmöglichkeiten bestehen. Und wenn wir die Spiele beschicken, dann wird die Zahl derer sehr klein sein, die den Anforderungen genügen und die bestimmte Aussichten auf eine Medaille haben. Wir nennen einige, die unsere größten Hoffnungen bedeuten: Janath, Sievert, Dr. Peltzer, Syring, Hirschfeld, also die Leute, die wir am 27. Februar in der Westfalenhalle kämpfen sehen werden. In ihren Händen liegt das Ansehen des deutschen Sports. ***4 500000 Olympia Marken! Bei der vorgesehenen Stärke der deutschen Vertretung würde der Kostenantell der D. S. B. für die Arempische Expedition rund 5000 Mark betragen. Um diese Summe aufziebringen, hat die D. S. B. 500 000 Olympia-Marken zu je 10 Pfg. herausgegeben. Der Verkauf dieser Marken kann nur dann erfolgen, wenn sich eder Freund der deutschen Leichtathletik zur Mitar eit erklärt. Jeder Werber, der 100 Marken abwimmt, erhält als kleine sichtbare Anerkennung die OlympiaNadel. Olympia-Kämpfe in der Wast falenhalle! Wenn die D. S. B. dem Dortmunder Sportklub v. 1895 zu ebiger Veranftaltung, an der Deutschlands Olympin Kandidaten teilnehmen, die Genehmigung ertent nn dann geschah dieses in erster Linie, um ben Srortlerinnen und Sportlern mit aller Deutlich eit zu zeigen: Olympia tut not! Dortmunder Reit- und Fahrturnier. Die ländlichen Reiter. Die Ausschreibungen für das vom 3. his 6. Mörz in der Dortmunder Westfalenhall finderdReit- und Fahrturnier sind wieder so gestaltet, ein sehr abwechslungsreiches Programm zur wicklung gelangt. Noch nie sind aber auch bei den Dortmunder Turnieren die ländlichen Reiter vergessen worden, die in diesem Jahre wieder bevhrzugt zu Worte kommen.— Große Schaunuanmann umrahmen die in ihrer Vielseitigkeit anübertröffene Veranstaltung. Rotationsdruck und Verlag des vester Kieshlatt"„Geschwister Mayne. Verantwortlich für Politik: Herm. Mayne; für Lokales, Provinzielles, Sport u. den übrigen redattionekten Teil: J. Müller, für den Anzeigenteil: Cat Ravne Bergisches Land und Südwestfalen 11 780 000 KM. Fehlbetrgin Wupperkal Ueber 140 Millionen Schulden. Der Oberbürgermeister von Wuppertal gab der Fresse bekannt, daß der Haushaltsplan für 1931 mt einem Fehlbetrag von 11 780 000 RM abschließen werde. In diesem Minus seien 1682720 RM Defizit aus 1929 und 4 678 678 RM aus 1930 zatbalten. In der Besprechung wurde betont, daß der Fehlbetrag viel größer wäre, wenn nicht durch Me Sparaktion Entlassungen in Höhe von 8.6 Rillionen eingetreten wären. Den Entlassungen ständen 12 533 000 RM Belastungen entgegen, die nicht im Etat vorgesehen seien. Der Fehlbetrag des Haushaltsplans 1932, dessen Zifsern noch nicht endgültig feststünden, werde auf rund 14,8 Millionen RM berechnet. Dabei habe man bereits pöhere Lasten für die Wohlfahrtserwerbslosenfürge und niedrigere Steuereingänge eingesetzt. Obgleich es der Verwaltung möglich gewesen ist. im Laufe des Etatsjahres etwa 8.4 Mill. Mark Schulden zurückzuzahlen, werden die Anleiheschulden am Ende des Etatsjahres laut Haushaltvoranschlag etwa 125 Mill. Mark betragen. Dazu kommen 16 462 200 Mark Hypothekenschulden, sodaß der Gesamtbetrag der Schulden 141572200 Mark beträgt. Von diesen Schulden sind nur 14.4 Mill. alte(Aufwertungs)=Anleihen. Mehr als 127 Millionen sind nach dem Jahre 1924 aufgenommen worden. Für das Etatsiahr 1932 sind insgesamt 12 879 500 Mark an Verzinsung und Tilgung dieser Anleihe vorgesehen, und zwar 992 800 Mark, für die Anleihen und 2886 000 Mark für die Hypotheken. 200 000 Mark Eeldstrafe wegen Zollhinterziehung 35 000 Zigaretten und 23 Kilogramm Tabak geschmuggelt Das Schöffengericht Wuppertal verurteilte einen Kraftfahrer aus Solingen zu drei Monaten Gefängnis und 200 000 Mark Geldstrafe wegen Zollhinterziehung. Der Angeklagte war im November 1931 von Beamten der Zollfahndungsstelle Düsseldorf in der Nähe von Haan erwischt worden, als er etwa 35 000 geschmuggelte Zigaretten und 23 Kilogramm Tabak bei einem Abnehmer verstecken schaft vorgenommen und soll sich an das bekannte Buch Josef Winklers anlehnen. Die Aufnahmen dürften in der Hauptsache auf dem Prinzipalmarkt, dem Roggenmarkt und der Bogenstraße gedrebt werden. Wuppertal. Ein Ehepaar gasvergiftet aufgefunden. Die Eheleute Sieper aus dem Stadtteil Ronsdorf wurden morgens in ihren Betten bewußtlos aufgefunden. Der herbeigerusene Arzt stellte Gasvergiftung fest und ordnete die Ueberführung des Ehepaares ins Krankenhaus an. Wenn auch die Vergiftungen namentlich bei der Frau sehr schwerer Natur sind, so hoffen die Aerzte doch, die Verunglückten am Leben erhalten zu können. Soweit bis jetzt feststeht, ist das Unglück auf eine schadhafte Stelle an der Gasleitung zurückzuführen. Schon seit mehreren Tagen hatte man in der Nähe der Wohnung Gasgeruch wahrgenommen. Betzdorf. Todessturz auf der Eisbahn. Im benachbarten Oberkron vergnügten sich eine Anzahl Kinder mit Schlittschublaufen auf dem zugefrorenen Dorfteich. Dabei stürzte ein 11jähriger Junge so unglücklich auf den Hinterkopf, daß er einen Schädelbruch und Verletzungen am Halswirbel erlitt. Der Junge starb kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Münsterland und Ostwestfalen Ahaus. Der Bürgermeister wiedergewählt. Abends fand eine Stadtverordnetensitzung statt, die sich mit der Neuwahl des Bürgermeisters zu beschäftigen hatte. Mit sämtlichen 17 Stimmen des Kollegiums wurde Bürgermeister Ridder auf 12 Jahre wiedergewählt. Lingen. Ein Gutshof in Flammen. Das Anwesen des Gutsbesitzers Tegeder in Rottum bei Lingen stand mittags in Flammen. Das Feuer griff so schnell um sich, daß das Wohnhaus und die Stallungen nicht mehr gerettet werden konnten. Er gelang lediglich, den größten Teil des Mobiliars zu retten, doch kamen mehrere Schweine in den Flammen um. Auch die Ernte fiel dem Feuer zum Opser. Vom Niederrhein Ein Heiratsschwindler von Format fesigenommen Einer Hausaugestellten 10 000 RM. abgeschwindelt Von der Kriminalpolizei wurde in Düsseldorf wegen umfangreicher Betrügereien der Kaufmann Friedrich Albrecht sestgenommen, bei dem es sich um einen Heirats= und Kautionsschwindler von besonderem Format handelt. Nachdem er eine Bewerberin, die sich auf eine von ihm ausgeschriebene Stelle meldete, um 500 RM. erleichtert hatte, schwindelte er einer Hausangestellten, der er baldige Heirat versprach, die gesamten Ersparnisse von beinahe 10 000 RM. ab. Ob ei ist noMord an einem 70jährigen Landwirt Der Täter unerkannt entkommen In Rehmerloh bei Bünde wurde in den Abendstunden der 70jährige Landwirt Obersundermeyer von einem Unbekannten erschossen. Der Täter erschien mit einer Doppelflinte in der Küchentür und forderte die Anwesenden in plattdeutschem Dialekt auf, in die auf der anderen Seite der Tenne liegende Stube zu kommen, da er ihnen etwas zu erzählen habe. Obersundermeyer befand sich bereits in dieser Stube. Der Sohn und der Landwirtsgehilfe folgten der Aufforderung. Plötzlich schoß der Unbekannte auf den alten Oberundermeyer und tötete ihn durch einen Bruftschuß. In der allgemeinen Aufregung gelang es dem Täter zu entkommen. Das Motiv zu der Tat ist unbekannt. Der Mörder wird als ein 25-30jähriger Mann beschrieben. Der Unterkiefer hinter der Wahrscheinlich auf der Spur eines Mordes In dem Orte Horst(Amt Herbern) machte Ende Januar dieses Jahres ein Kötter/ einen seltsamen Fund. Hinter einer Hecke stieß er auf einen menschchen Unterkiefer, der sehr wahrscheinlich aus einer Mordsache herrührt. Die sofort von der Polizei vorgenommenen weiteren Grabungen förderten andere Knochenteile nicht zu Tage. Wahrscheinlich ist der in Frage kommende menschliche Körper an einer anderen Stelle vergraben worden. Seit 1920 wird in Horst ein Mann vermißt und es ist nicht ausgeschlossen, daß dieser einem Mordgesellen zum Opfer gefallen ist. standen ist. Die Ermittlungen haben ergeben, daß vorsätzliche Brandstiftung in Frage kommt. Frau W. und ihr Knecht K. wurden festgenommen. Der Knecht legte nach seiner Festnahme ein Geständnis ab. Er gab zu, daß Anwesen auf Veranlassung seiner Dienstherrin in Brand gesteckt zu haben. Frau W. wollte sich durch die Brandstiftung in den Besitz der Versicherungssumme setzen. Aus dem gleichen Motiv hat sie mit ihrem Knecht einen Diebstahl von 160 Hühnern fingiert und von der Versicherung einen Betrag von 1000 RM. verlangt. Dem Amtssekretär Haverkamp in Greffen bei Harsenwinkel wurde im Dezember vorigen Jahres ein Holzschuppen angezündet, der fast restlos niederbrannte. Einige Tage später stand auch das Wohnhaus des Amtssekretärs in Flammen. Dank dem tatkräftigen Eingreifen der Feuerwehr wurde der Brand schnell gelöscht, sodaß nur geringer Sachschaden entstand. Verschiedene Umstände deuten darauf hin, daß es sich hier um einen Racheakt eines Nachbarn handelt, der auch unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen und ins Amtsgericht nach Münster transportiert wurde. Einem Landwirt aus Hardt bei Beckum wurde vor einigen Tagen in einem Drohbrief angekündigt, daß der„rote Hahn" auf sein Besitztum gesetzt und daß er in Flammen umkommen würde. Die Staatsanwaltschaft Münster hat die Landeskriminalpolizei mit den Fahndungen nach dem Täter beauftraat. gegen einen Regierungsrat a. D. 50—60 000 RM. unterschlagen Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Schöffengericht Düsseldorf gegen den Regierungsrat a. D. Dr. Gräf Haftbefehl erlassen, nachdem gegen ihn vor einiger Zeit die Anklage wegen Betruges und Unterschlagung erhoben worden war. Gräf ist hinreichend verdächtigt, seinem Sozius. dem Amtsrichter a. D. Frech, mit dem er eine Art Treuhandgesellschaft betrieben hat, 50—60 000 RM. unterschlagen zu haben. Regierungsrat a. D. Dr. Gräf spielte bereits in der Schwindelakkäre des Schriftstellers Wilhelm Pieper, der bekanntlich durch die„Gemeinnützige Gesellschaft zur Errichtung eines deutsch-amerikanischen Kinderheimes“ zahlreiche Personen um erhebliche Summen erleichterte, eine gewisse Rolle. Er gehörte zum Aussichtsrat der Gesellschaft, wurde aber nicht unter Anklage gestellt, da man annahm, daß er gutgläubig gehandelt habe. Nach seiner polizeilichen Vernehmung in der neuen Affäre hat Gräf sich in ein Sanatorium bei Godesberg begeben, da er krank ist. Ob der Haftbefehl vollstreckt werden kann, wird von dem Gutachten der Aerste abhängen, Die ländl. Westfalens Verhandlungen über die Erhaltung der Zahlungsfähigkeit Auf Veranlassung des Landtagsabgeordneten Grueter(Scherlebeck) fand am Mittwoch im Preutzischen Finanzministerium in Berlin mit dem weiten Präsidenten der Preußenkasse eine Konferenz statt. In dieser Besprechung schilderte der Abgeordnete Grueter die Schwierigkeiten, in der sich die westfälischen Genossenschaftskassen befäni. hervorgerufen durch die Rückforderungen der Einlagen bei den Kassen seitens der Sparer. Die Genossenschaftskassen hätten in letzter Zeit, um Gelder flüssig zu machen und den Anforderungen der Sparer nachkommen zu können, ihren Kunden den Kredit gekündigt und gegebene Darlehen zurückgefordert. Durch diese Maßnahme würden sehr viele Gewerbetreibende und Handwerker in ihrer Eristenz bedroht und zum Teil ruiniert werden Auch evtl. vorzunehmende Zwangsversteigerungen würden den Kassen keine wesentliche Entlastung bringen. Die Preußenkasse erklärte sich daraufhin bereit, mit der Regierung sofort in Verbindung zu treten, damit Mittel zur Verfügung gestellt werden und so die Kassen zahlungsfähig bleiben. Dadurch würden weitere Zwangsmaßnahmen gegen Schuldner und Kunden der Bank nicht zur Durchführung gelangen. Dem Mittelstand wird damit die Möglichkeit zur Weitererhaltung seiner Existenzen gegeben. „kolle Bomberg“ im In den Straßen Münsters soll„gedreht" werden Wie bekannt, besteht die Absicht, die Streiche des„tollen Bomberg“ in Münster zu verfilmen. Die Verfilmung wird von der Gloria=Film=GesellDüsseldorf. Der Pelzschwindler in Düsseldorf festgenommen. Ein junger Mann. der während der Karnevalstage zwei Damen von Köln die Pelzmäntel von der Garderobe abgeholt hatte und damit verschwand, wurde im Düsseldorfer Leibhaus in dem Augenblick festgenommen, als er die Mäntel versetzen wollte. Dabei benahm er sich so auffällig, daß der Leihhausbeamte den Schwindler kurzerhand festnehmen ließ. Düsseldorf. Ein Mädchen gasvergiftet. In einem Hause in der Siebelstraße wurde ein 20jähriges Mädchen infolge Gasvergiftung lebloaufgefunden. Die von der Feuerwehr vorgenommeuen Wiederbelehungsversuche blieben ohne ErVom Mittel- und Oberrhein folg, da der Tod schon eingetreten war. Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, nicht bekannt. Krefeld. Unterschlagungen bei de Krefelder Verkehrs=A.=G. Der bei de Krefelder Verkehrs=A.=G. angestellte Kanzleivor steher Herres hat sich Unterschlagungen von mer reren tausend Mark suschulden kommen lasser Herres legte ein Geständnis ab. Auf Veranla sung der Staatsanwaltschuft wurde er gesten nachmittag verhaftet. Gladbach=Rheydt. 250 000 R M. für Klein siedlungen. Für die vorstädtischen Kleinsied lungen sind der Stadt vom Reichskommissa 250 000 RM. in Aussicht gestellt worden. Di Stadt will mit dieser Summe insgesamt 110 Sied lerstellen einrichten. Aachen. Demnächst endgültige Ent scheidung über die Spielbankkon zession. In der Frage des Spielbankgesetzes il dem Bürgermeister Servais folgendes Schreiber des Reichsinnenministers zugegangen:„Auf Ih gefl. Schreiben vom 24. Januar 1932 beehre ic mich zu erwidern, daß die Frage der Zulassung vor Spielbanken in Deutschland— insbesondere unte Berücksichtigung des inzwischen im Reichshaushalts ausschuß von sieben Parteien eingebrachten Antra ges vom 26. Januar 1932. der sich gegen die Aen derung des Gesetzes, betreffend die Schließung un Beschränkung der öffentlichen Spielbanken von 1. Juli 1868 ausspricht— demnächst einer end gültigen Entscheidung zugeführt werden wird. Ge setzgeberische Vorarbeiten liegen bisher nicht vor." Aachen. Der Bahnhof in Palenber wird gebaut. Der Notwendigkeit des Baueeines Bahnhofes in Palenberg hat sich die Reichs bahn nicht länger verschließen können. Wie wit hören, hat die Reichsbahndirektion Köln die Mittel für den Bahnhofsneubau bewilligt. Vorerst wird der Güterbahnhof errichtet; der zweite Bauabschnitt sieht dann die Errichtung des Personenbahnhofes vor. Mit den Arbeiten soll bereits in Frühjahr begonnen werden. Aus dem Ruhrbezirk Bochum. Das war eine reiche Veute Bisher noch unbekannte Täter statteten in der Nacht zum 16. Februar einem Kaufhause in der Bongardstraße einen Besuch ab. 135 Paar Kinder und Backfischstrümpfe, 486 Paar Seidenstrümpfe 90 Paar Wollstrümpfe. 70 Paar Seidenflor strümpfe, 276 Paar Herrensocken, 67 Schlüpfer auKunstseide, Einsatzhemden, Maccohemden und Ho sen, weiße Oberhemden. Krawatten und weiß Kragen fielen den Dieben in die Hände. Der Ge samtwert der gestohlenen Sachen beläuft sich au 3000 RM. Gelsenkirchen. Selbstmord. Vormittag wurde ein 51jähriger Mann aus der Industrie straße in seiner Wohnung tot aufgefunden. Nas einem hinterlassenen Briefe ist der Mann wegen zerrütteter Familienverhältnisse freiwillig in der Tod gegangen. Hamborn. Ein Täter in Hannover sest genommen. Bekanntlich wurde vor einige Zeit auf eine Walsumer Filialleiterin ein schwe rer Raubüberfall verübt. Der Haupttäter, der mit dem geraubten Gelde nach Hannover geflüch tet war, konnte jetzt von der dortigen Kr minal polizei festgenommen werden. Es handelt sich un den 22 Jahre alten Arbeiter Oskar Thiemann auf Hamborn, der noch sechs Jahre Gefängnis wegen früherer Straftaten zu verbüßen hat. Er macht nach seiner Festnahme in Hannover zwei Aus bruchsversuche, die jedoch rechtzeitig bemerkt un vereitelt werden konnten. Der Festgenommen ist inzwischen dem Hamborner Gerichtsgefängnig zugeführt worden. Nunmehr sind sämtliche an den Walsumer Raubüberfall beteiligte Personen, in Haft Die Kindesleiche im Konfervenglas Grauenhafter Fund auf dem Maineis. Einen grauenhaften Fund machten in Frankfurt a. M. Ende voriger Woche zwei iunge Burschen auf dem zugefrorenen Müller=Main. Sie fanden dort ein großes Konservenglas, das durch die Kälte bereits geplatzt war. Der Inhalt interessierte sie, und die Jungen stellten mit Entsetzen fest, daß es sich um die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechts handelt. Sie übergaben den Fund der Polizei, die die Nachforschungen bereits eingeleitet hat. Weitere Aufklärung von Bränden im Münsterland Ein Drohbrief Die Zahl der Brände im Münsterland hat sich in letzter Zeit dank der erfolgreichen Aufklärungsarbeit der Landeskriminalpolizeistelle Recklinghausen wesentlich vermindert. Auch in Oelde ist es nunmehr gelungen, einen Brand zu klären. Am 5. Januar dieses Jahres, gegen 23.30 Uhr. brannte die Scheune des Landwirts W. mit sämtlichen Ackergeräten vollständig nieder wodurch ein Schaden von 8000 RM. entSchicksalsschlag Ein Kind wurde geboren— das andere ertrank. Nachmittags herrschte in der Familie des Arbeiters Walgenbach in der Hardtstraße in Eitorf (Sieg) eitel Freude, da die Frau einem zweiten Stammhalter das Leben geschenkt hatte. Während man noch die Glückwünsche der Verwandten und Bekannten entgegennahm, stürzte ein Junge in das Haus mit der Kunde, daß der 4½jährige Peter Walgenbach beim Zurückholen eines Spielzeuges auf der Eisdecke der Sieg eingebrochen sei. Die Rettungsversuche kamen zu spät, das Kind war schon unter der Eisdecke verschwunden. Einen Tag später konnte der tote Knabe geborgen werden, der sein Brüderchen nicht mehr sehen sollte. Trier. Eine zehnköpfige Einbrecherbande festgenommen. Die hiesige Kriminalpolizei verhaftete zehn Mitglieder einer Einbrecherbande, auf deren Konto fast alle Einbrüche der letzten Monate in Trier und Umgebung kommen. 20 Diebeszüge sind den Burschen bereits nachgewiesen worden; weitere stehen vor der Aufklürung. Weine und Spirituosen wurden bevoranat. aber auch Lebensmittel und Fahrräder nicht verschmäht. Der Führer der Bande, der vor kurzem wegen Einbruchs zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, hatte in seiner Wohnung einen Geheimausgang, durch den die Diebesbeute unauffällig weitergeleitet wurde. Dort fand sich auch eine modern eingerichtete Reparaturwerkstätte, wo die gestohlenen Fahrräder auseinander genommen und aus verschiedenen Rädern wieder zusammengesetzt wurden, um sie unkenntlich zu machen. Simmern(Hunsrück). Die Finanzlage des Kreises. In der letzten Zeit werden alle möglichen Gerüchte über die finanzielle Lage des Kreises Simmern in Stadt und Land verbreitet und dadurch erhebliche Unruhe und Erregung in die Bevölkerung getragen. Diese Gerüchte haben ihren Ursprung in einem Artikel eines Koblenzer Blattes. Dazu wird amtlich mitgeteilt, daß die Vermögenslage des Kreises in Anbetracht der Notzeit als gesund bezeichnet werden könne. Die Kreisumlage für 1931 liege um 13 Prozent niedriger als die Umlage der Vorkriegszeit. Ob 1932 diese Umlage durchgehalten werden könne, lasse sich zurzeit noch nicht übersehen. Jedenfalls dürfte sie eine der niedrigsten in der Provinz bleiben. Saarburg. Der 1931er ist Fräftig. Der erste Abstich der 1931er Weined Saar und der Obermosel ist beendet. Die Gewächse haben sich als sehr schöne, kräftige und aut mundende Mittelweine entwickelt, die ihrem Vorgänger nicht nachstehen. Trotz der Nachfrage sind die Preise so gedrückt, daß die Selbstkosten kaum erreicht werden. Frankenholz(Saar). Lohnabbau oder Entlassung! Falls die Belegschaft der Grube, „Frankenholz“ eine 10prozentige Lohnkürzung annimmt, die bereits in den nächsten Tagen zur Verhandlung stehen wird, will die Direktion prüfen, ob sie die bereits gemeldete Kündigung der 100 Mann wieder rückgängig machen kann. Falls keine Annahme der Lohnverkürzung erfolgt, wird erwogen, die Grube zu schließen, was für die Höcherberagemeinden den Ruin bedeuten würde Junenminister ernannt Marschall Feng. der früher oft genannte christliche Bürgerkrieg general, wurde jetzt zum Innenminister der chine schen Republik ernann/ Die Grundlagen für die Lösung In einer Mittwoch mittag ausgegebenen Miteilung der Agentur Havas über die Besprechunsen zur Lösung der Kabinettskrise heißt es: Die bisherigen Besprechungen im Elysee eruben drei Punkte hervorzuheben, die allgemein us wesentlich betrachtet werden: 1. Die Beibehaltung der französischen Außenwlitik, wie sie Tardleu und Paul Boncour in benf. auseinandergesetzt haben. 2. Die Notwendigkeit, das Budget in Kamner und Senat vor Beendigung der Legislaturseriode verabschieden zu lassen. 3. Die Nachteile, die eine Verschiebung der kammerwahlen bis auf den letztzulässigen Ternin bringen würde. Nach der Agentur Havas dürfte es unwahrcheinlich sein, daß Präsident Doumer bereits Nittwoch abend die Persönlichkeit berufen werde, die mit der Kabinettsbildung beauftragt weren soll. Letzte Drahtnachrichten düflerberg Reichspräsidentenkandidat für 9ADP. und Auf der Tagung des Parteivorstandes der Deutschnationalen Volkspartei wurde nach einer Meldung der„Rhein.=Westf. Ztg.“ festgestellt, daß zwischen der DNPP. und Stahlhelm in den Dingen, die sich auf die Reichspräsidentenfrage beziehen, durchaus Einigkeit herrsche. Man nimmt danach an, daß auf Grund dieser gleichen Marschrichtung die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten als das zweckmäßigste erscheine. Wie man nach dem genannten Blatt wissen will, soll man sich auf die Person des 2. Bundesführers des Stahlhelm, Oberstleutnant a. D. Düsterberg, als Kandidaten für die Reichspräsidentschaft im ersten Wahlgang einigt haben. Bevorstehende Unabhängigkeikserklärung der Mandschurei und Mongolei? Wie die Agentur Indo Pacifique aus Tokio berichtet, soll der neue, die Mandschurei und die Mongolei umfassende Staat, am 18. und 19. Februar seine Unabhängigkeit erklären. Mit den erforderlichen Vorbereitungsarbeiten sei ein politischer Zentralrat beauftragt worden. geKabineltssitzung wegen der Biersteuer Die am Mittwoch in der Biersteuerfrage gepflogenen Verhandlungen haben, wie die Tel.Union berichtet, die Voraussetzung dafür geschaffen, daß von einer für Donnerstag anberaumten Kabinettssitzung eine Regelung zu erwarten ist, die beide Teile befriedigt. Es heißt, daß sich diese Regelung auf das gesamte Gebiet der Getränkesteuer und nicht nur auf die Reichsbiersteuer erstrecken wird. Die Kabinettssitzung ist für Donnerstag nachmittag vorgesehen. Ministerpräsident Pierre Laval Doumers Besprechungen Dor Präsident der Republik hat seine Besprejungen gur Lösung der Regierungskrife damit gonnen, daß er die Borsitzenden der Finanzausschüsse von Kammer und Genat und die budgetberichterstatter empfing. Anschließend verhandelte er heute vormittag mit einer Reihe von Parteiführern, so mit Herriot, Blum, Marin ind mit mehreren Senatoren, darunter Jeanieney. Der Abgeordnete Malvy meinte beim Verlassen des Elysees, er rechne mit der Bilsung eines Budgetministeriums und eines Wahlministexiums. Lamoureux, bisher Budgetberichterstatter der Kammer, erklärte, er habe dem Präsidenten der Republik auf Befragen erklärt, ier glaube, daß das Budget für 1932 verabschiedet werden könne, wenn man das neue Miniserium rasch bilde. Er sei eventuell bereit, unter en gegebenen Umständen seine Demission zurücksunehmen. Das Budget könnte dann in Kamner und Senat bis 10. März verabschiedet werden. Das neue Ministerium habe eine doppelte Aufgabe zu erfüllen, das Budget zu verabschieden und die Wahlen im Geiste der Neutralität, der die Entspannung zwischen Kammer und Senat ermögliche, abhalten zu lassen. Der Abgeordnete Leon Blum erklärte beim Verlassen des Elysees, er habe dem Präsidenten der Republik mitgeteilt, daß die sozialistische Partei nur eines verlange, nämlich, daß die Regierung, zleichviel, wie sie sich zusammensetze, Freiwahlen zu dem normalen Zeitpunkt und unter einem normalen Regime sichere. Persönlich habe er dem Präsidenten außerdem gesagt, er glaube nicht, daß eine Regierung, die sich mit diesem Programm der Kammer vorstellen würde, irgendeine Gefahr laufen würde. Der preußische Verfassungsausschuß gegen den Rechtsbruch im Memelland Gegen den litauischen Rechtsbruch im Memelland wandte sich am Mittwochabend der Verfassungsausschuß des Preußischen Landtages, indem er einen deutschnationalen Antrag annahm, der das Staatsministerium ersucht, sofort auf die Reichsregierung einzuwirken alle nur möglichen Maßnahmen gegenüber der litanischen Regierung anzuordnen, um dem vergewaltigten Deutschtum im Memelland zu seinem Recht zu verhelfen. Die weitere Forderung dieses Antrages, wo nach gegebenenfalls Repressiv=Mittel anzuwenden seien, wurde gegen Deutschnationale und Deutsche Volkspartei gestrichen. Im übrigen wurde der Antrag von allen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten angenommen. Schwerer Sturm auf dem Allantischen Ozean Aus Paris wird berichtet: Der Dampfer „Europa“ ist am Mittwoch mit 24 Stunden Verspätung in Cherbourg eingetroffen. Der Ozeanriese hat einen Sturm wie selten überstanden, der großen Materialschaden anrichtete. Das erste und das zweite Deck wurden unaufhörlich von haushohen Wellen überschwemmt, wobei fast alle Fensterscheiben zertrümmert wurden. Eine Reihe von Fahrgästen wurde zu Boden geschleudert, ohne ernstlichen Schaden zu erleiden. Die „Europa“ führt 400 Millionen Francs Gold an Bord, die für die Bank von Frankreich bestimmt sind. Das 26. Berliner Sechstagerennen verspricht eine reizvolle letzte Nacht. Nach den Abendwertungen liegen fünf Paare in der Spitzengruppe. Für Charlier=Deneef haben sich Preuß=Rieger nach vorn gearbeitet. Es dürfte sich allerdings an jene Jagd, die nach dem dritten Spurt von Rieger=Preuß inszeniert wurde, weitere Jagden nach Mitternacht anschließen, wodurch das Feld noch sehr verändert werden kann. Göbel, Miethe, Göbel, Dinale, Tietz, Thierbach wurden Spurtsieger. Nach 120 Stunden, um 22 Uhr, waren 2478 Kilometer zurückgelegt. Der Stand des Rennens ist: Spitze: Rausch=Hürtgen 209 Punkte; 2. SchönGöbel 205 Punkte; 3. Broccardo=Tietz 181 Punkte; 4. Kroll-Funda 149 Punkte; 5. Rieger=Preuß 148 Punkte; eine Runde zurück: 6. Siegel=Thierbach 220 Punkte; fünf Runden zurück: 7. Gebrüder van Kempen 327 Punkte; 8. Sieger=Thierbach 220 Punkte; fünf Runden zurück: 9. Dülberg=Braspenning 94 Punkte; acht Runden zurück: 10. Dinale=Miethe 169 Punkte. Gedieren nach.Dussewdorf gelommen waren= ter kam es auf der Mittelstraße zwischen politischen Gegnekn, und zwar zwischen Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten zu Auseinandersetzungen, in deren Verlauf einige Natio nalsozialisten Hiebverletzungen erlitten. In kur zer Zeit war die Ruhe wiederhergestellt. Verhaftungen in Bremen— Vorbereitung zum Hochverrat In Bremen sind Samstag mehrere Personen unter dem Verdacht der Vorbereitung zum Hochverrat festgenommen worden. Bei zwei Verhafteten soll es sich um bekannte Kommunisten handeln. Die Haussuchungen haben angeblich belastendes Material zutage gefördert. Festnahmen in Hamburg Im Zusammenhang mit politischen Unruhen in der Nacht zum Dienstag sind sechs Angehörigder KPD. verhaftet woroen. Unter den Ver hafteten befindet sich ein 27jähriger Arbeiter der geständig ist, den Schuß auf den Polizei wachtmeister Kluever abgegeben zu haben. Kommunistische Propaganda in der Artilleriekaserne von Itzehoe Aus Itzehoe meldet das Wolffbüro: Drei Kommunisten gelang es in der Nacht, über die Mauer in den Hof der Artilleriekaserne zu ge langen, wo sie Flugblätter anklebten und um herstreuten. Im Laufe des Vormittags wurder fünf Personen verhaftet, die unter dem dringen den Verdacht stehen, sich an der Propaganda aktion beteiligt zu haben. Erschossen In Bankau wurde bei Auseinanversetzunge zwischen Kommunisten und Nationalsozialister der Kommunist Bassy erschossen. Zwischen jun gen Leuten, die ihre Arbeitslosenunterstützung geholt hatten, war es gegen 18 Uhr zu Streitig keiten gekommen, in deren Verlauf ein Natio nalsozialist einen Messerstich in die Brust erhielt Darauf entspann sich zwischen einer größeren Zahl von Nationalsozialisten und Kommunisten ein Kampf. Der Kommunist Bassy flüchtete in seine Wohnung, wo er durch einen von de Straße her abgegebenen Schuß getötet wurde 1 Die Arbeit des Preiskommissars Kein Zehnstundentagprojekt Dr. Goerdelers Ein Berliner Blatt berichtete über einen angeblichen Plan des Preiskommissars Oberbürgermeisters Dr. Goerdeler, die Ankurbelung der Wirtschaft durch Einführung des Zehnstundentages zu erreichen. Wie das Contibüro auf Anfrage von Dr. Goerdeler erfährt, kann aber gar nicht die Rede davon sein, daß er ein solches oder ähnliches Projekt propagiert hat. Derartige Pläne wären nach seiner Ansicht auch nur geeignet, die innerpolitischen Spannungen noch zu vermehren. Die Möglichkeiten der Wirtschaftsankurbelung, die er für ausnutzbar hält, hat Dr. Goerdeler schon mehrfach vor der Oeffentlichkeit trörtert. Verhandlungen mit dem Anwaltsverein Die Verhandlungen des Preiskommissars mit dem Anwaltsverein haben zu dem Ergebnis geführt, daß der Vorstand seinen früheren Beschluß aufhob, wonach den örtlichen Vereinen empfohlen wird, die Erhebung der Gewerbesteuerzuschläge zu den Anwaltsgebühren zur Standespflicht zu machen. Nochmals der Gagenabbau Der Preiskommissar Dr. Goerdeler hat erklärt, daß er bis Ende Februar dafür sorgen werde, daß die Gagen unserer Filmstars um mindestens 80% gekürzt würden; die Gagen sind in den letzten Monaten ganz erheblich heruntergegangen. Keine die Bierpreissenkung betreffende Aufforderung an die Gemeindebehörden Auf Anfrage wird dem Wolffbüro amtlich mitgeteilt, daß die Gemeindebehörden vom Reichskommissar für Preisüberwachung keine die Bierpreissenkung betreffende Anfforderung erhalten ebes Die Beleidigungsparagraphen im Strafrechtsausschuß des Reichstags Der Strafrechtsausschuß des Reichstages setzte die Beratung des Abschnitts„Beleidigung und Verletzung fremder Geheimnisse" fort.§ 320 über die Wahrnehmung berechtigter Interessen" lautet nach den Beschlüssen des Ausschusses: „Tadelnde Urteile über wissenschaftliche, künstlerische oder gewerbliche Leistungen und über Urteile eines Gerichtes oder Entscheidungen einer Behörde und Aeußerungen, durch die jemand eine Rechtspflicht erfüllt oder ein Recht ausübt, sind nicht als üble Nachrede strafbar. Dasselbe gilt, wenn der Täter zur Wahrnehmung eines berechtigten öffentlichen oder ihn nahe angehenden privaten Interesses handelt und die Umstände die Annahme rechtfertigen, daß er sich in entschuldbarem gutem Glauben an die Wahrheit der Aeußerung befunden hat.“ Weiter wurde auf Antrag des Berichterstatters Dr. Bell(Ztr.)§ 321 „Sonderfälle der Beleidigung“ folgendermaßen gefaßt: „In den Fällen der§§ 319, 320 ist der Täter wegen Beleidigung(§ 317) strafbar, wenn sich aus der Form oder den Umständen der Aeußerung eine Beleidigung ergibt.“ Die weiteren Vorschriften wurden mit der Ergänzung angenommen, daß auch bei Beleidigung in einer öffentlichen Versammlung auf Antrag des Beleidigten die Verurteilung auf Kosten des Verurteilten öffentlich bekanntzumachen ist. Der Ausschuß nahm dann den Abschnitt über die Freiheitsdelikte onne wesentliche Aenderun gen an. nordischen Rasse. Beide Ideen sind Religionsersatz. Die christliche Arbeiterschaft lehnt sie als unchristlich und geistesunwürdig ab. Der Nationalsozialismus gefährdet vor allem die soziale Entwicklung der deutschen Zukunft. Sein täglicher Schrei nach„Aenderung des Sytems" geht auf die Zerstörung aller Ansatzunkte des soziglen Volksstaates. Sein Ziel ist die Diktatur des brutalen Machtgedankens. Und hinter ihm stehen starke Kräfte der Reaktion, die von seinem Siege als„Ware" für ihr„Geld" die Ausschaltung und enbliche Vernichtung der Gewerkschaften erhoffen. Diese Erkenntnis weise auch der christlichen Arbeiterschaft ihren Platz an. Ihr Kampf gilt der Freiheit der Arbeiterschaft, der Freiheit ver christlichen Kultur und Lebensform, der nationalen Freiheit des deutschen Volkes. Ihr Kampf gilt der Sicherung einer zukünftigen sozialen Volks= und Wirtschaftsordnung. Die christlichen Gewerkschaften gegen den Radikalismus Veranlaßt durch die innerpolitischen Spannungen, erläßt der Vorstand des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands eine Verlautbarung, in der es u. a. heißt: Zwischen zwei Radikalismen, zwischen Kom munismus und Nationalsozialismus, schwankt das deutsche Volksschicksal. Beide versprechen dem gepeinigten deutschen Volke für die Zukunft glückhafte Zustände. Der Kommunismus verspricht das Paradies menschlicher Gleichheit; die christliche Arheiter schaft hat diesen utopischen Wahn seit Anbeginn bekämpft. Das russische Beispiel gibt ihr Recht. Aber auch den Nationalsozialismus lehnt die christliche Arbeiterschaft ab. Sein Rassenglaube ist unchristlich. Die christliche Arbeiterschaft hat die marxistische Auffassung leidenschaftlich b kämpft, daß alle Kultur nichts als Ausstrahlung der Wirtschaft ist. Genau so lehnt sie die nationalsozialistischen Theorien ab, die verkünden hau mahre Rultur chhängis sei nam Blut der Zwischenfälle im Hessischen Landtag In der Plenarsitzung des hessischen Landtages verlas der nationalsozialistische Fraktionsführer Lenz eine Erklärung über Zusammenstöße zwi schen Kommunisten und Nationalsozialisten, die sich in einem Mainzer Vorort ereignet haben. Als er im Anschluß an diese Erklärung behaup tete, die Zusammenstöße hätten das Versagen des hessischen Staates zum Schutze der Nationalsozialisten erwiesen und er müsse schleunigst das Eingreifen der Reichsaufsicht fordern, kam es auf der Linken des Hauses zu lebhaften Zwischenrufen. Der Abgeordnete Galm(Komm. Opp.) erklärte daraufhin, bald müsse man sich schämen, hessischer Landtagsabgeordneter zu sein, wenn man mit den Nationalsozialisten unter einem Dache arbeiten müsse. Diese Worte lösten bei den Nationalsozialisten einen Sturm der Erregung aus, und es kam zwischen ihnen und den Kommunisten sowie Sozialdemokraten zu lebhaften Auseinandersetzungen. Als der Präsident die Streitenden nicht auseinanderzubringen vermochte, erschien Polizei, die durch Pfuirufe der Nationalsozialisten empfangen wurde. Die Nationalsozialisten riefen dem Innenminister zu: „Wer hat die Polizei geholt? Die Polizeigewalt steht nur dem Präsidenten zu!" Schließlich gelang es, die Abgeordneten zum Verlassen des Hauses zu bewegen. Die Sitzung wurde auf eine Stunde unterbrochen. Aus dem englischen Parlament Der englische Schatzkanzler wurde im Unteo haus gefragt, ob es die Politik der Regierung sei, keinem Nachlaß der deutschen Reparationen zuzustimmen, ohne daß damit ein entsprechenos Nachlaß der Schulden Englands an die Vereinig ten Staaten Hand in Hand gehe. Neville Cham berlain erwiderte, die Politik der Regierung se in der von ihm am 2. Februar erteilten Ant wort festgelegt, und er ziehe es aus den in die ser Antwort dargelegten Gründen vor, gegen wärtig keine weitere Erklärung abzugeben. Bei der Debatte über die Zollvorlage ergriff der ehemalige konservative Schatzkanzlet Sir Robert Horne das Wort zu einer Rede, in der er sich mit den Maßnahmen der Regierung zufrieden erklärte und sich zuversichtlich über die weitere wirtschaftliche Entwicklung aussprach. I. einem Zolltarif und einem balanzierten Büdge sehe er für die Stabilität des Sterlings keinerlGrund zu Befürchtungen. Es würde keine Stö rungen verursachen, wenn das Pfund unter der Stand fiele, den es gegenwärtig habe. Do Sterling dürfe nicht zu hoch sein, damit die In dustrie in der Lage sei, die gewaltige Schulden last zu tragen, die England auferlegt werde. Sit Herbert Horne sprach weiter die Ansicht aus, das sogar die Zeit gekommen sei, wo die Bankratruhig herabgesetzt und die Beschränkungen in bezug auf das Ausleihen von Sterlina aufgeho ben werden könnte. Eingreifen der Polizei bei politischen Auseinandersetzungen In Düsseldorf bot sich ver Polizei nach Beendigung einer Hitlerkundgebung eine schwierige Aufgabe. Zahlreiche Streifenwagen der Schutzpolizei sowie berittene und Ueberfallkommandos mußten zur Sicherung der Ordnung eingesetzt werden. Es wurde festgestellt, daß zahlreiche Elemente von auswärts, u. a. von Essen, Duisburg, Hagen, Barmen, Remscheid und aus den linksrbeinischen Neville Thamberlain über die Freihafen=Frage In der Unterhausdehatte erklärte Nevilli Chamberlain zur Frage der Freihäfen, daß Hamburg als Beispiel angeführt worden sei; seine beiden größten Konkurrenten, Antwerpen und Rotterdam aber, so sagte er, seien keine Freihäfen. Die Vereinigten Staaten und Frankreic lehnten das System der Freihäfen ab. Es be stünden gegen die Einführung des Freihafen Systems in den Häfen des Vereinigten König reiches große Schwierigkeiten. Seit der Ein führung der Zölle auf den anormalen Impor sei es möglich gewesen, für eine ganze Anzah von Artikeln die Behandlungsweise in den Um schlaghäusern auszuarbeiten, und, wenn über haupt dem Wiederausfuhrhandel ein Schaden er wachse, so würde er nur gering sein. Chamber lain fügte hinzu, daß die fi den Zolltarif in Frage kommenden Artikel so ausgewählt worder seien, daß die Lebenshaltungskosten nun gan geringfügig gesteigert würden Der Kündigungsantrag der Friedenshütte Aus Kattowitz wird berichtet: Beim Demobil machungskommissar wurde heute über den Antrag der Friedenshütte auf Kündigung der gesamten 2100 Mann starken Belegschaft verhandelt. Der Kommissar gab dem Antrag nich statt, sondern nur der Genehmigung zur schicht weisen Beurlaubung der Belegschaft für die Zeit von drei Monaten. Die Plessische Bergwerksdirektion hat den Belegschaften der Schächte Brade 1 und 2 gekündigt, da beide Werke still gelegt werden sollen. Die Belegschaft hat sich an den Gomohilmachunaskommiar aemandt. Suche zu sofort ein kath Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die sahlreichen Kransspenden beim Heimgung unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlich. Frau Hillemeyer und Kinder. Soest, im Februar 1932. im Alter von 15 bis 18 Jahren. Zu erfr. in der Gesch ds. Bl. unter Nr. 1041 sucht Frau A. Sylvanus Kolkstraße 4 Prima Autobenzin 30 Pig. per Liter, Autoöle u. sonstige technische Fette und Oele liefern prompt ab Lager Schreibmoschine und sämtliche EUROPA SCHREIBMASCHINEN A.E. bekannt immer frisch, gut und billig. Niederbergheimerstr. 25. Soest. R der Staubsauger ohne Kurzschlußgefahr. Alle stromführenden seile sind von dem Jsoliergehäuse eingeschlossen. Außergewöhnlich hohe Saugwirkung Geringer Stromverbrauch. Staubkesselaus bestem Stahlblech nahtlos gerogen Mahagonifarbig. Infolge seiner gediegenen Ausführung und seines ansprechenden Aussehens ein Schmuckstück für jeden Haushalt. 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