Erscheint jeden Diens= tag und Freitag jedesmal ein halber Bonen von 4 Seiten, und kostet viertel= jährlich hier 5½ Sgr., durch die Königlichen Aemter 6½ Sgr. Jnserate under 5 Zelten oder deren Raum 5 Sgr. über 5 Zeilen per Zeile od. deren Raum 1 Sgr. u. wer= den dieselben spätestens bis Montag und Donnerstag Morgens 10 Uhr erbeten. 3 Wochenblatt 40. Jahrgang. Motto:„Durch Einigkeit, gegenseitige Mäßigung, Uneigennützigkeit der Absichten und Liebe zur Gerechtigkeit, gelangen wir zum erwünschten Ziele." N 38. Dienstag, den 11. Mai. 1838. Die nächste Nummer des Kreisblattes erscheint wegen des auf Donnerstag fallen= den Feiertags erst am Sonnabend den 15. Mai und werden die hierfür bestimmten Anzeigen bis Freitag Morgen 10 Uhr erbeten. Die Redaction. Amtliches. Bekanntmachung des Königl. Landraths. Nachfolgende Bekanntmachung der Königlichen Regierung über das Viehhäten durch schulpflichtige Kinder, wird abermals zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Soest, den 8. Mai 1858. Auf Grund der§§. 6 und 11 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850 verordnen wir hierdurch für den gesammten Umfang unteres Verwaltungs=Bezirkes und unter Aufbebung aller früheren diesen Gegenstand betreffenden Polizei=Vorschriften, insbesondere der Verordnung der General=Forst=Administration zu Düsseldorf vom 8. März 1808, des Generale vom 26. Februar 1811, sowie der Amtsblatts=Bekanntmachungen vom 23. April 1820 und 10. Dezember 1841: 0. Feorunt 101, §. 1. Das Viebhüten durch schulpflichtige Kinder ist nur ausnahmsweise da gestattet, wo die betreffenden Schul=Inspectoren und KreisLandräthe oie specielle und ausdrückliche Genehmigung dazu ertheilt haben. §. 2. Eltern und Vormünder verfallen bei Contraventionen ihrer Kinder oder Pflegebefohlenen gegen vorstehende Bestimmung in eine Geldstrafe von 1 bis 5 Thalern. ey vospeyenss Sepimmung § 3. Eine gleiche Strafe trifft Diejenigen, welche fremde schulpflichtige Kinder, denen die nach§. 1 erforderliche ausdrückliche Erlaubniß Seitens der Schul=Inspectoren und Kreis=Landräthe nicht ertheilt ist, zum Viehhüten annehmen. Arnsberg, den 29. Juni 1855 Oeffentliche Bekanntmachungen. Am 17. April c. sind dem Gastwirth Heinrich Köppelmann hierselbst aus dem Schießgraben zwei 1½ Fuß lange eiserne Bolzen, mittelst denen die Scheibe befestigt war, entwendet worden, indem die Schrauben mit Gewalt gelöst sind. Warnend vor dem Ankauf, fordere ich Jeden, der über den Dieb oder den Verbleib der gestohlenen Bolzen Auskunft geben kann, zur sofortigen Anzeige auf. Soest, den 3. Mai 1858. Der Staats=Anwalt: Rocholl. Den Empfang der mit dem gefälligen Schreiben vom 3. d. M. für die Niederenser Abgebrannten mir zugesandten„Einen Thaler fünfzehn Silbergroschen" bescheinige ich hiemit Namens der Abgebrannten ganz herzlich dankend. Den geehrten Gebern wolle Gott mit reichen Segen vergelten. Körbecke, den 4. Mai 1858. An die Erped. des Kreisbl. Der Amtmann: Scheferhoff. Zur Fortschreibung der Grundstücke in der Mutterrolle hat Herr Steuerrath Kerckboff für das Amt Schwefe Termin auf Freitag den 14. Mai(nicht Samstag wie in voriger Nummer d. Bl. irrthümlich angegeben wurde) von 8½ Uhr Morgens ab am Hause des Gastwirths Rumphorst hierselbst anberaumt. Alle Diejenigen, welche Grundstücke zur Umschreibung zu bringen haben, werden zum Erscheinen und Vorlegung der Erwerbungsdokumente oder Gestellung der Vorbesitzer hierdurch aufgefordert. Welver, den 5. Mai 1858.. Der Amtmann Dreyer. Mittwoch den 12. d. Mts. werden die Kuhzeichen auf der Kämmerei=Kassen=Stube gegen Entrichtung von 2½ Sgr. ausgegeben. Soest, den 8. Mai 1858. Der Communal=Empfänger. Politischer Ueberblick. Berlin. Am 27. v. M. fand der Schluß der Sitzung der beiden Häuser des Landtages statt. Aus der Rede des Ministerpräsidenten Frorn. v. Manteuffel entnehmen wir folgende Stelle: „Mit dem Schlusse Jhrer diesjährigen Sitzungsperiode bat zugleich auch die vierte Legislaturperiode ihr Ende erreicht. Werfen wer einen Rückblick auf diesen Zeitraum, so fehlt es darin nicht an Aufforderung zum Danke für den Schutz und die Segnungen, welche unserm Vaterlande durch Got= tes Gnade unter dem landesväterlichen Regiment Sr. Majestätdes Königs zu Theil geworden sind. Die drohenden Gefahren des Krieges sind von unseren Grenzen fern gehalten worden. Die öffentliche Wohlfahrt hat ungeachtet der Hemmnisse, welche ihr eine mehrjährige jetzt großentheils gehobene Theuerung und eine unerwartete Stockung des auswärtigen Handels bereiten mußten, sichtbare Fortschritte gemacht. Dadurch, daß Regierung und Landesvertretung sich gegenseitig mit Vertrauen entgegengekommen sind und in kritischen Momenten gestützt haben, ist Wesentliches zur Kräftigung und Einigung des Vaterlandes geleistet worden. Werden diese Betrachtungen gegenwärtig noch getrübt durch den Schmerz über das noch immer nicht vollständig gehobene schwere Leiden, von welchem Se. Majestät der König heimgesucht worden, so dürfen wir uns doch der begründeten Hoffnung hingeben, daß es unserm Allergnädigsten Landesherrn durch das Fortschreiten der eingetretenen Besserung bis zur vollen Genesung mit Gottes Hülfe vergönnt sein werde, zur Freude aller getreuen Unterthanen die Leitung der Regierung mit ungeschwächter Kraft wieder zu übernehmen. Es wird aber zugleich in Aller Herzen der Dank tief mit empfunden werden, welchen des Königs Majestät Allerhöchstselbst dem Prinzen von Preußen K. H. für die Bereit= willigkeit und hingebende Treue ausgesprochen haben, mit der Höchstdieselben die Stellvertretung übernommen und die Regierungsgeschäfte zum Segen des Landes in ungestörtem Fortgang erhalten haben. Indem Sie, meine Herren, jetzt in Ihre Heimath zurückkehren, werden Sie nicht aufhören, die Gnade und den Schutz des Allmächtigen für das Wohl unseres theuren Königs und des geliebten Vaterlandes zu erflehen, und in dieser Gesinnung werden wir uns noch ferner mit Ihnen verbunden erachten.— Im Allerhöchsten Auftrage Sr. Majestät des Königs erkläre ich hiermit die Sitzung der beiden Häuser des Landtages für geschlossen."(Für den künftigen Landtag muß, wie bekannt, eine neue allgemeine Wahl der Abgeoxdneten stattfinden.) — 4. Mai. Gestern Vormittag fand die Bestattung des Geheimen Medizinalrathes Professor Dr. Johannes Müller von der Wohnung des Verstorbenen aus unter kirchlicher Feierlichkeit und bei großer Theilnahme statt. — Der evangelische Kirchentag soll sich, den getroffenen Verabredungen gemäß, vom 14. September d. J. ab in Hamburg versammeln. Koblenz, 2. Mai. Des Königs Majestät haben, wie die „Elberfelder Zeitung" meldet, der durch Brandunglück heimgesuchten Stadt Trarbach a. d. Mosel zum Wiederaufbau der ganz oder theilweise eingeäscherten öffentlichen Gebäude, so wie zur Deckung der Straßenbaukosten und der Ausgaben an Grundentschädigungen behufs Durchführung des Straßen=Alignements eine Unterstützung von zwanzigtausend Thalern zu bewilligen geruht. Paris, 9. Mai. Der heutige Constitutionel bringt einen Artikel A. Renée's, welcher sich gegen die Absicht der Türken ausspricht, Montenegro zu cerniren, oder in jenes Land einzufallen, um es zur Anerkennung der Suverainetät der Pforte zu zwingen. Eine solche Oberherrlichkeit der Pforte sei nie anerkannt worden. Die türkischen Commissare seien aber beauftragt, auf dieselbe zu dringen, bevor sie sich auf Unterhandlungen einließen. Wo ein Ansinnen gestellt werde, dessen Erfüllung so unmöglich sei, müsse man erwarten, daß die andern Mächte die Haltung der Türkei mit ungünstigem Auge ansehen werden. Wie Rußland gesinnt sei, wisse man, und es lasse sich annehmen, daß die önerreichische Regierung, die im Jahre 1852 Montenegro geschützt habe, nicht jene österreichischen Blätter inspirire, welche die Türkei vertheidigten. Frankreich werde für die gerechte Sache Montenegro's eintreten. St. Petersbura, 3. Mai. Ein ausführliches, in seinen Vorschriften verbindliches Programm für die Arbeiten der AdelsComite's zur Lösung der Bauernfrage ist erschienen. Dasselbe schreibt drei Stufen oder Perioden vor: 1) Feststellung der Principien; 2) Durchführung derselben für jedes Gut des Geschäftsbereichs; 3) Abfassung eines Gesammt-Coder für die Landbevölkerung. Für die Vorbereitungs-Arbeiten der ersten Periode, statistische und systematische, sind sechs Monate als Frist gesetzt. Nach Vollendung derselben sollen die Bauern alle Rechte der übrigen. steuerpflichtigen Stände erhalten, jedoch zeitweilig an das Gut gebunden bleiben, bis der Preis ihrer Loskaufung abgetragen ist. Asien. In den letzten Tagen sind in Bombay, zum nicht geringen Schrecken der Stadt, mehrere geheimnißvolle Todesfälle durch Arsenik und andere Vergiftungen vorgekommen. Die Polizei ist auf der Hut, allein noch hat sie keinen Schuldigen zu erwischen vermocht. Die Zahl der unerklärlichen Todesfälle war in letzter Zeit mehr als durchschnittlich groß. Bombay hat eine Bevölkerung von wenigstens 750,000 Seelen; da ist die schärfste Wachsamkeit gewiß geboten. Verschiedenes. Soest, den 10. Mai. Gestern gegen 11 Uhr Vormittags wurde auch unsere Stadt von einem Brandunglücke heimgesucht, so daß in ganz kurzer Zeit, beschleunigt durch starken Ostwind, 12 Häuser und 14 Scheunen resp. Stallgebäude von den Flammen ergriffen und fast ganz in Asche gelegt wurden. Die Brandstätte liegt im äußersten westlichen Stadttheile, am sog. Hellwege, und verhütete somit der Ostwind, Gott Dank! ein noch größeres Unglück, zumal gerade hier ein großer Wassermangel zu beklagen war. Die Gebäude sind im Ganzen zu nur 16,995 Thlr. versichert.— Das Betrübendste des Unglücks ist der Verlust eines Menschenlebens:- der Tagelöhner Namens Anton Gilbert, Familienvater von einer Frau und sechs Kindern, wurde beim Retten von einem berabstürzenden Balken getroffen und augenblicklich gerobter.— Die gewohnte Mildthätigkeit der Bürger wird da, wo Roth entstanden, nach Kräften helfen;— das ist gewiß.— Den so zahlreich und schnell zur Hülfe herbeigeeilten Auswärtigen gebührt der wärmste Dank! Potsdam, 4 Mai. Gestern Morgen bald nach 11 Uhr erhob sich der Feuerruf und alsbald erfuhr man, daß die großen Tischlerwerkstätten des Inhabers eines ausgedehnten Möbelmagazins in der Kirchstraße, des Hn. Hasselkampff in Flammen ständen. Gleich darauf eilen die Arbeiter der Fabrik mit anderen Hülfeleistenden in die glimmenden und dampfenden Räume, um wo möglich werthvollere Gegenstände noch zu retten, da stürzt die Hinterwand des Gebäudes ein, verschüttet die in der dritten Etage sich aufhaltenden Unglücklichen, der gewaltige Druck der qualmenden Masse durchbricht den Boden und sie stürzt mit den Menschen in das zweite Stockwerk. Aus den rauchenden Trümmern wurden bis spät am Abend 4 Todte und 9 mehr oder weniger schwer Verletzte hervorgezogen und man fürchtet, unter den Schutthaufen, deren Aufräumung mit dem größten Eifer geschiebt, noch mehr Verunglückte aufzufinden. Unter ihnen sind mehrere Familienväter. Wien, 5. Mai. Während unsere Blätter einen ausführlichen Bericht über den Brand in Spetzan, im Thürotzer Komitat, bringen, durch den 1200 Menschen obdachlos geworden sind, läuft auf telegraphischem Wege die Nachricht ein, daß am 2. d. eine Feuersbrunst Szent=Anna und Komlos verzehrt babe und dabei 900 Häuser sammt der Kirche, Vorräthe aller Art, Vieh u. s. w. ein Raub der Flammen geworden sind. Potsdam, 6. Mai. Bei einem jüngst gegen Gr. Glienicke hin ausgeführten Manöver verging sich ein Unterofficier des 1. Garde=Regiments, so wird berichtet, gegen einen Vorgesetzten, indem er die Ausdrucksweise desselben spöttisch wiederholte. Das Kriegsgericht fällte das Urtheil, wonach derselbe seinen Rang verlieren und als Gemeiner weiter dienen sollte; das aber kränkte ihn, der bisher 4—5 Jahre gut und tadellos gedient hatte, so tief, daß er zu dem unseligen Entschlusse kam, sein Leben zugleich mit dem seiner Braut, die hier bei einer achtbaren Familie diente, ein Ende zu machen. Am vergangenen Sonntage führten sie die That aus. Man fand die durch einen Schuß getödteten Leichname an der Havel unfern der Jakobs'schen Besitzung. Das Mädchen hatte ior Gesangbuch in den Händen. Köln, 7. Mai. In der heutigen Sitzung sprach der königl. Assisenhof sein Urtheil in der seit dem 30. April unter großem Zudrang des Publikums verhandelten Anklagesache gegen die Wittwe Josephine Brückmann, geb. Bliesing, welche bekanntlich angeklagt war, ihren Gatten und ihre 9jährige Tochter durch Beibringung von Gift getödtet zu haben. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete auf Schuldig, und in Folge dessen verurtheilte sie der königl. Assisenhof zum Tode. Schwurgericht zu Münster. Verhandlung über den an dem Tagelöhner Stegemann verübten Mord. Sein Schlafgemach lag so, daß er von demselben auf die Straße gelangen konnte, ohne das Haus zu passiren. Er habe sich dann wieder in's Bett gelegt, sei um halb sechs Uhr aufgestanden und habe das Mädchen geweckt. Er könne daher die That nicht verübt haben, da der Ort der That 1400 Ruthen(eine starke Stunde) von Buer entfernt sei.— Nach seiner Arrestation aber wurden seine Kleider untersucht, man fand ein anscheinend von Schweiß feuchtes Hemde, worin sich am Arme zwei Bluiflecken vorfanden, seinen Kittel aber fand man nicht, erst nach längerem Suchen wurde er auf dem Boden, unter Sroh versteckt, aufgefunden, und in diesem fanden sich sowohl an den Armen als am unteren Theile viele Blutflecken, auch ein Paar Stiefel wurden aufgefunden, an welchen sich Blutspuren vorfanden, und diese Stiefel paßten ziemlich genau zu einer Spur, welche man am Orte der That, von dem Wege ab über ein Kornfeld verfolgt hatte.— Bei dem Kittel entdeckte jene außerdem in auffallender Weise ein Tuch der Ehefrau Stegemann versteckt. Angeklagter versucht zwar diese einzelnen Umstände natürlich zu erklären, so soll das Blut in seinem Kittel von einer Verletzung herrühren, welche er kurz zuvor erhalten hat, welche er allerdings durch Zeugen nachweiset. Als ihm jedoch in der Voruntersuchung der durch seinen blutigen Kittel gegen ibn entstehende Verdacht vorgehalten wurde, erwiderte er: man sagt wohl, ich sei verdächtig, den Mann getödtet zu haben, ich verlange aber Zeugen, welche es gesehen haben, wenn die es sagen, dann will ich beichten und kommuniziren, dann mag es gehen wie es will. Er weinte dabei und sagte, man kann nur einmal sterben, man mag dann thuen mit mir, was man will.— Der durch alle diese Umstände auf dem Angeklagten ruhende dringende und schwere Verdacht wurde noch durch Gespräche, welche von ihm im Gefängnisse zu Dorsten, laut vor sich hin geführt, belauscht waren, um ein Erhebliches vermehrt. Die Ehefrau des Polizeidieners Brinkmann bekundete eidlich, Terwege habe oft laut mit sich in dem Gefängnisse gesprochen, sie habe solche Gespräche von ihm angehört, einmal habe er, nachdem er vorher von seiner Unschuld gesprochen, geäußert: sie können mir nichts machen, es hat keiner gesehen. Ein anderes Mal habe er Folgendes gesprochen: Als sie mich frugen nach dem Messer, da habe ich gesagt, ich kenne es; das war dumm, ich hätte auch anders sagen können, doch das ist vorbei, ich habe es mir scharf gemacht, um die Nägel zu schneiden.— Auch über die Geschworenen habe er sich geäußert: Es ist mir einerlei, ob ich vor die Geschworenen komme. Mir wird nicht geglaubt und dem Weibe wird nicht geglaubt; es kommt nur auf die Zeugen an; es kommt so mancher durch, da will ich auch wohl durchkommen.— Aehnliche andere Gespräche soll er noch geführt haben, durch welche er sich mehr oder minder als schuldbewußt darstellte. Auch die Ehefrau Stegemann hat bei ihrem Transporte nach Münster Aeußerungen gethan, welche abgesehen von ihren früheren Geständnissen sie als der That schuldig verriethen; so sagte sie dem Transporteur: Ihr bringt mich jetzt nach Münster in mein Grab; auch erkundigte sie sich dabei, wie es zugehe, wenn Jemand hingeaichtet werde rc.— Alle diese Umstände gaben der Staatsanwaltschaft die Veranlassung von den Geschworenen das Schuldig über beide Angeklagte zu beantragen. Das Schuldig erfolgte auch, wie mitgetheilt, nach etwa zweistündiger Berathung.— Des Landmanns Gedanken im Frühling. Der Frühling ist erschienen, Der Winter dünkt uns nur ein Traum! Nun liegt die Welt im Grünen, Und schneeweiß schimmert Heck' und Baum; Hört, wie so frob die Lerche Ihr Lied erschallen läßt! Die Schwalben und die Störche Bezieh'n ihr altes Nest. Mit fröhlicher Geberde Geht nun der Mensch, und streut Den Samen in die Erde, Den er auf Wucher leiht.— Wer aber gibt auf's Neue Dem Saamenkörnlein das Gebot: Keim' auf wachs' und gedeibe, Und werde Halm und Aehr' und Brod!? Du sprichst den Segen leise, Allmächtiger! und sieh', Es wächst für Menschen Speise Und Futter für das Vieh. Kein Zweifel soll uns kränken, Du wirst barmherzig sein, Fruchtbaren Regen schenken, Und milden Sonnenschein. Denksprüche. Das Gold bleibt immer edel, wenn es auch noch so tief unter der Schlacke verborgen, und die Schlacke bleibt immer gemein, wenn sie auch noch so dick vom Golde bedeckt ist. Die Liebe gleicht der Natur. Sie fühlt sich nur reich, wenn sie gibt, und je mehr sie gibt, desto reicher wird sie. Literarisches. Christian Lammfell. Roman in 5 Bänden von Earl von Holtei. 2. Auflage. Breslau. Trewendt. Unter den vielen Erzeugnissen, welche die Roman=Literatur in neuester Zeit bietet, ist vorgenanntes Werk eine wirklich willkommene Erscheinung. Die ganze Durchführung ist bis in die kleinsten Details edel und christlich, weshalb wir nicht verfehlen, die allgemeine Anfmerksamkeit darauf zu lenken. Die Ausstattung ist gut und der Preis von 1 Thir. 7½ Sgr. für 81¼ Druckbogen sehr mäßig. D. (726) In dem Konkurse über das Vermogen des Kaufmanns A. P. Schüller zu Soest ist ein neuer Termin zur weitern Verhandlung und Beschlußfassung über einen Seitens des Gemeinschuldners in Vorschlag ge= brachten Akkord auf den 15. Mai, Morgens 9 Uhr, vor dem Unterzeichneten Commissar im Audienzzimmer anberaumt. Sollte der Akkord in jenem Termine nicht zum Abschluß kommen, so sollen in demselben die Erklärungen der Gläubiger über ihre Vorschläge zur Bestellung des definitiven Verwaltungs=Personals entgegen genommen werden, wovon die Gläubiger mit dem Bemerken in Kenntniß gesetzt werden, daß zu diesem Behufe kein weiterer Termin anberaumt wird. Soest, den 4. Mai 1858. Königl. Kreisgericht I. Abtbeilung. Der Commissar des Conkurses: Böhmer. Auctions=Anzeige. (743) Verziebungshalber sollen nächsten Montag den 17. Mai, Morgens 9 Uhr beginnend, und nöthigenfalls am folgenden Tage auf dem Pfarrhofe zu Neuengesecke allerlei Haus=, Küchen= und Wirtbschaftsgeräthe als: Tische, Stühle, Spiegel, Bettstellen nebst Betten, Kommoden, Schildereien, zinnene Teller und Schüsseln, Kessel, 1 großer eiserner Brautopf, Stannen, Fässer, Bottiche, Badewannen, Wannemühle, 1 einspänniger Ackerwagen, 1 Kutschwagen, Pflug, Schneidebank, Pferdegeschirre, Gewehre u. s. w., so wie auch ein Pferd, eine Kuh und ein Esel gegen ausgedehnte Zahlungsfrist öffentlich meistbietend verkauft werden. Kauflustige werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß das Vieh am ersten Verkaufstage gegen Mittag ausgesetzt wird. Voswinckel, Auct.=Comm. Anzeigen. (748) Herr Gastwirtb Bäcker im Ullrich läßt nächsten Freitag den 14. May, Mittags 1 Uhr 1000 Schobben Weizen= und Haferstroh und mehrere Haufen Börden gegen Credit meistbietend verkaufen. Voswinckel, Auct.=Com. (747) Nächsten Sonnabend den 15. May, Mittags 1 Uhr sollen an der Wobnung des Unterzeichneten(bei der Pauli Kirche) 1000 Schobben gutes Roagenstroh partbienweise gegen ausgedehnte Zahlungsfrist meistbietend verkauft werden. Voswinckel, Auct.=Com. Verpachtung eines Landguts. (659) Das dem Freiherrn von Böselager=Heessen gebörige in der Steuergemeinde Heessen, circa 20 Minuten von Hamm an der Münster=Hammer Eisenbahn und Chaussee belegene Gut Killwinckel bestehend aus: 112 M. 162 R. 59 F. Ackerland, 57„ 80„ 99„ Wiesen u. Weiden, 4„ 141„ 92„ Gärten und Horraum, nebst den dazu gehörenden neuen Wobn- und Wirthschaftsgebäuden soll im Wege der Submission auf 14 nach einander folgende Jahre verpachtet werden. Der günstigen Lage wegen ist es dem Pächter gestattet, eine Caffee=Wirthschaft zu führen. Der Antritt der Pacht erfolgt am 1. November c. Die Bedingungen liegen auf der hiesigen Renteistube zu Jedermanns Einsicht offen, können auch auf Verlangen gegen Entnahme der Copialien eingesandt werden. Pachtliebhaber wollen ihre Gebote bis spätestens 1. Juni c. schriftlich dem Unterzeichneten einreichen. Haus Heessen bei Hamm, den 20. April 1858. Freiherrlich von Böselager'scher Rentmeister: Wetzell Soest. Ausstellung der rühmlichst bekannten Charles’schen Stereoscopen aus paris. Der Schauplatz ist auf dem Petri=Kirchhofe. Unterzeichneter wird die Ehre haben, ei= nige Tage hindurch von Morgens 9 bis Abends 10 Uhr seine ganz neu eingerichtete Stereoscopen=Ausstellung dem hohen Adel und ver= ehrten Publikum sehen zu lassen. Die auf Silber= und Glasplatten photographirten Naturaufnahmen, durch Stereos= copen gesehen, ahmen die Natur körperlich bis in's kleinste Detail genau nach und werden das Auge eines jeden Natur= und Kunstfreun= des auf das Angenehmste überraschen. Ich bitte, diese Kunst=Ausstellung nicht mit einem Panorama zu verwechseln, indem die natur= getreu= und bestgemalten Panorama's gegen die pbotographirten Naturaufnahmen in kei= nem Vergleiche stehen Der Eigenthümer dieser Stereoseo= pen findet sich veranlaßt, das Publi= kum davon in Kenntniß zu setzen, daß dasselbe nicht durch Musik oder öffentli= ches Ausrufen u. s. w. herbeigezogen wird. Entree 2½ Sgr., Kinder die Hälfte. Oeser. (739) Bei freiem Transport nach Soeß wird sofort auf dem Pfarrhofe zu Neuenge= secke Roggen=, Weizen=, Gersten=, Hafer= und Rauhfutter=Stroh verkauft. Deutscher Versicherungs-Gesellschaft in Frankfurt a. M. (741) Folgendes sind die Resultate der in der dreizehnten General=Versammlung am 17. April 1858 abgelegten Rechnung des Jahres 1857: Grundkapital........ Thlr. 3,142,800 Pr. Ct. Im Jahre 1857 abgeschlossene Feuer=Versicherungen....„ 282,791,936„ Einnahme für Prämien und Zinsen„ 572,729„ Total=Summe der baaren Reserven„ 562,381„ Der Protocoll=Auszug und Rechnungs=Abschluß können bei dem unterzeichneten BezirksAgenten eingesehen werden. Soest, den 1. Mai 1858. M. Piekenbrock, Bezirks=Agent des Deutschen Phönix Thuringia. Grundkapital: 3 Millionen Thaler. (745) Die Thuringia gewährt gegen feste und sehr mäßige Prämien: Versicherungen gegen Feuerschaden auf Mobilien, Waaren, Fabrikgeräthschaften, Maschinen, Felderzeugnisse, Vieb, überhaupt alle beweglichen und unbeweglichen Gegenstände, so nach unserer Auskunft auch auf Immobilien. Dabei vertheilt die Thuringia olljährlich unter ihre sämmtlichen Versicherten Prämien und verwendet dazu die Hälfte ihres jährlichen Geschäftsgewinnes— eine von den Principien anderer Gesellschaften abweichende neue Einrichtung. Ausführliche Prospecte und Antragsformulare, sowie jede gewünschte Auskunft werde ich mit Bereitwilligkeit ertheilen. Soest, im Mai 1858. W. Frackmann, Agent der Thuringia Zur Nachricht, daß von den Ehrlichschen Rechenbüchern in Kürze neue, nach dem neuen Gewichte revidirte Auflagen erscheinen. Die Revision derselben besorgt der Herr Seminarlehrer Schwier bierselbst, der bekanntlich vor einigen Jahren mit dem verstorbenen Herrn Verfasser ein„Kopf= und Tafel=Rechenbuch" bearbeitet und herausgegeben hat. Soest. Nasse'sche Buchbandlung. (711) Mein Lager von Tapeten u. Borden ist wieder auf's Reichbaltigste durch ganz neue Dessins vervollständigt und empfehle ich solche zu billigst gestellten Preisen. Soest, den 3. Mai 1858. (742) Einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich von beute an im Hause des Herrn Gastwirths Rürup wohne, und bitte um geneigten Zuspruch. Soest. D. Neuhaus, Hauderer. (738) Ein braves Dienstmädchen wird zu miethen gesucht, welches sofort in Dienst treten kann. Das Näbere ist in der Exped. dieses Blattes zu erfahren. Geaichte Zollgewichte deren Einführung am 1. Juli beginnt, von 1& bis zu 1 Centner in Gußeisen, Einsatzund Cylindergewichte von 1/10 Quentchen bis zu 1& in Messing, sind so eben in neuer Sendung eingetroffen und zu billigen Preisen wieder bei mir zu haben. Bei zeitigen Aufträgen darauf gewähre ich eine Vergütung, und empfangen die geehrten Abnehmer eine Vergleichungstabelle des alten Gewichts in das neue Gewicht, unter besonderer Berücksichsichtigung für den Privagebrauch für Küche und Bäckerei, gratis. Alte Gewichte werden zu guten Preisen angenommen und können nach dem 1. Juli zurückgeliefert werden.(744) Soest, den 10. Mai 1858. Johannes van Engelen Ww. Tanzunterricht: (699) Dem geehrten Publikum die ergedene Anzeige, daß der diesjährige Cursus Ende Mai seinen Anfang nimmt. Zugleich erlaube ich mir die beliebte „Quadrille à la Cour“ auf das Beste zu empfehlen. Um zur angegebenen Ze“ den Cursus eröffnen zu können, ersuche ich höflichst und dringend, die Anmeldungen vor meinem Eintreffen, im Gasthofe der Frau Wwe. Brüning schriftlich abgeben zu wollen. Soest, im Mai 1858. Ferd. Heeser. (737) Am 15. und 16. d. M. ist in Eickelborn wozu ergebenst einladet der Vorstand. Handels= u. ökon. Nachrichten. Dortmund, 5. Mai. Weizen 2 Thlr 12 Sgr.— Pr. Roggen 1 Thlr 23 Sar.— Pf Som= mergerste 1 Thlr 18 Sgr.— Pf. Wintergerste 1 Thlr. 18 Sgr.— Pf. Hafer 1 Thlr. 18 Sgr.— Pf. Erbsen 2 Thlr. 25 Sgr.— Pf. Bohnen 2 Thlr. — Sgr— Pf. Kartoffeln— Thlr. 21 Sar— Pf. Heu pr. Etr. 1 Thlr. 12 Sgr. Pf. Strob pr. Ctr. 1 Thlr 8 Sgr. Paderborn, 5. Mai. Weizen 2 Thlr. 7 Sgr. Roggen 1 Thlr. 22½ Sgr Gerste 1 Thlr. 21 Sgr. Hafer 1 Thl. 12 Sgr Kartoffeln— Jhlr. 12 Sgr Erbsen 2 Thlr. 20 Sgr. Linsen 3 Tdlr. — Sgr. Bohnen 2 Uhlr 15 Sgr. Heu ver Ctr. 1 Thlr. 7½ Sgr. Stroh per Schock 8 Thlr. 25 Sgr. Köln, 6. Mai. Rüböl per Mai zu steigenden Preisen gehandelt. Weizen und Roagen unverändert. Spiritus still— Am Landmarkt bei sehr schwacher Zufuhr keine Aenderung Stimmung flau. Neuß, 7. Mai Weizen(per Berl. Scheffel a 90 Pfd.) 1. Qual. 2 Thlr. 11 Sgr. 4 Pf., 2. Qual. 2 Thlr. 7 Sgr. 3 Pf 3. Qual. 2 Thlr. 4 Sgr. 3 Pf. Land=Roagen 1 Thlr. 17 Sgr. 4 Pf. Wintergerste a 70 Pfd. 1 Thlr. 20 Sgr.— Pf.— Sommergerste 70 Pfd. 1 Thlr. 20 Sgr.— Pf.— Buchweizen a 80 Psd 2 Thlr. 4 Sar. — Pf. Hofer a 50 Pf 1 Thlr. 12 Sgr.— Pf. Erbsen 3 Thlr.— Sgr Pf— Rübsamen 4 Thlr. 18 Sgr.— Pf.— Kartoffeln a 100 Pfd.— Thlr. 18 Sgr. Heu p. Ctr. a 110 Pfd. 1 Tdlr. 15 Sgr. Strob p. Schock a 1200 Pfd 6 Thlr. — Sgr. Aveel=Samen 4 Tblr. 15 Sgr.— Rüböl pr. Obm a 282 Pfo. ohne Faß 41 Thlr.— Sgr. Rüdkuchen p. 1000 Stück Stampf 44 Thlr.— Sgr. Preßkuchen p. 2000 Pfd. 39 Thlr. Sgr. Branntwein p. Oým a 123 Quart zu 47 pCt.(ohne Maklergeld) 11 Thlr. 10 Sar. Gereinigtes Oel 42 Thlr. Sar- Pf.— den Getreide bei unbedeuten= der Zufuhr keine Veränderung, Rübol bedeutend böher Auf Herbstlieferun, wurde dieser Tage Einiges 1385 Thlr. die 100 Pfund neues Gewicht gehandelt und blieb serner gesucht, ohne jedoch Abgeber zu finden. Fruchtpreise. Werl. Höchster. 1 Mittel. 7. Mai|Thl. Sg. Pf. Thl. Sg Pf. Niedrigster Tol Sg. Pf Fonds=Course. Den 8. M.i 1858. (746) Ein Mutterschwein mit 8 Ferkeln steht zu verkaufen. Wo sagt die Erpdt. d. Bl. Geld=Course. Elberfeld, den 7. Mat 1858. Druck und Verlag der Nasse'schen Buch= handlung in Soest. Verantwortlicher Redacteur: A. Zieglog.