Nr. 185/ 96.-123. Jahrgang Dienstag, den 10. August 1943 Seler Anzeiger Verlag und Druck: Rocholsche Buchdruckerei W. Zahn, Soest. Bezugspreis: 2.- RM einschl. Botenlohn. Bei Nichterscheinen inJakobistr. 46, Ruf 1958. Hauptschriftleiter: Walter Zahn(im Felde),folge höherer Gewalt keine Rückzahlungd Bezugspreises. AnzeigenStellv.: Albert Dalhoff, Soest.— Der„SA" erscheint werkläglich.RRNannahme werkt. bis 16, sonnt. 19—20 Uhr. Preisliste 8 v. 1. 9. 1940. Sgestee Kreisblattdie heimatzeitung des Kreises Soeft/ Bezugspreis: 2.— RM einschl. Botenlohn. Bei Nichterscheinen folge höherer Gewalt keine Rückzahlungd Bezugspreises. Anzeigenannahme werkt. bis 16, sonnt. 19—20 Uhr. Preisliste Am Rande Die Ostmedaille Oktober 1941. Eine Kompanie Grenadiere marschiert nach Osten, marschiert und kämpft, kämpft und marschiert, obwohl die Tage kürzer und die Nächte kühler werden. Aber der Winter ist ja noch weit. Und rechts und links marschieren vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer Tausende und aber Tausende solche Kompanien braver Grenadiere, rasseln die Panzer, rollen die Geschütze und fahren die Trosse. Tag um Tag, Kilometer um Kilometer, ein Heerbann von wahrhaft epischer Größe. Abends aber hocken die Landser bei mattem Kerzenschimmer in einer kleinen Bauernhütte oder auch nur im Straßengraben und schreiben schnell ein paar Zeilen nach Hause. Und in allen diesen Briefen heißt es: Macht euch keine Sorgen, es geht vorwärts, es geht uns gut, und so schlimm kann der russische Winter auch nicht werden. Es sind bis zum November ja noch vier Wochen Zeit. In vier Wochen kann viel geschehen, vier Wochen sind eine lange Zeit für ein Heer, das gewohnt ist, den Siea auf den Spitzen seiner Bajonette voranzutragen! Und dann war die Katastrophe da. Plötzlich und unvermittelt kam sie, ohne warnende Vorzeichen, grausam und unerbittlich, von einer unvorstellbaren Gewalt. Wie eine alles mit sich reißende und unter sich begrabende Lawine, die eine rasende Springflut, die alle Deiche niederreißt, so stürzle der russische Winter, jeder Vorsorge und jedes Widerstandes der Menschen spottend, mit der Wucht entfesselter Elemente über die deutsche Front herein. Was seit Menschengedenken nicht mehr geschehen war, trat ein: in einer einzigen Nacht sank das Thermometer um 30. 40 oder 50 Grad, und unter dem eisigen Griff einer unsichtbaren Schicksalshand erstarrte mit einem Schlage die Front. In dieser gnadenlosen Oktobernacht des Jahres 1941, in der die unberechenbare Natur alle Berechnungen der deutschen Führung und alle Pläne der weiteren Operationen über den Hausen warf, begann für den deutschen Grenadier eine Leidenszeit ohnegleichen, in der er, über sich selbst hinauswachsend, eine in der Geschichte einmalige soldatische Tat vollbrachte und damit zum Vorbild aller Ostfrontkämpfer wurde. In dieser Winterschlacht entschied das Opfer des namenlosen Grenadiers das Schicksal Europas, zerrann für immer das Schreckgespenst einer bolschewistischen Invasion. Seit jenem Winter, in dem. wahrhaft Uebermenschliches geleistet worden ist, haben wir die unbedingte Gewißheit, daß die Ostfront nicht zu erschüttern ist. So hebt sich die Winterschlacht 1941/42 als etwas wirklich Einmaliges aus der Fülle der Schlachten in dem gegenwärtigen Schicksalsringen unseres Volkes heraus. Jene, die damals dabei waren, empfangen nun zum rot=weißschwarzen Bande die stahlfarbene Medaille, die neben dem Lorbeerzweig des Sieges und dem weißen Stahlhelm die beiden Waffen zeigt, die im erbarmungs losem Ringen Mann gegen Mann, da wo die Feuerwaffen versaglen, die Entscheidung ersochten: Seitengewehr und Handgranate. Auf der Rückseite der Me daille aber stehen die Worte: Winterschlacht im Osten, 1941/42 Ein ungelöstes Problem In Detroit gingen die Pistolen los, weil ein Neger eine weiße Frau vergewaltigt hatte, es gab dreißig Tote, einige hundert Verletzte, die Polizei konnte mit dem Krawall nicht fertig werden und mußte dem tränengasbewehrten Militär den Vortritt lassen; in Newyork kam es zu einem Sturm auf das Negerviertel Harlem, es gab fünf Tote und über fünfhundert Verletzte; im mexikanischen Viertel von Los Angeles, auf der Schiffswerft von Alabama und in Beaumont im Staate Texas kam es zu ähnlichen Zusammenstößen. Nun fangen sogar die Schulkinder schon einen Art Rassekrieg an wie in Newyork. In den Vereinigten Staaten gibt es rd. 13 Millionen Neger, Abkömmlinge der Sklaven, die einst in Afrika zusammengetrieben und nach den Plantagen des Südens verfrachtet wurden. Sie sind aber nach der Befreiung nicht im Süden geblieben, obwohl dort noch die Hauptmasse ansässig ist. Seit Jahren sind sie auf der Wanderung nach Nordosten und Norden begriffen, und die Nachkommen der Männer, die sie vor 80 Jahren von der Sklaverei- befreiten, müssen sich nun ihrerseits mit der Negerfrage befassen. Verfassungsmäßig hat der Neger das gleiche Recht mie der Weiße, aber in der Praxis sieht das anders aus. Das mochte zunächst eine Folge des unterschiedlichen Kulturniveaus sein, aber in den USA. ist es dem Neger nicht allzu schwer geworden, sich dem allgemeinen Standard anzupassen. Es gibt etliche tausende schwarze Aerzte und Rechtsanwälte; die Reger unterhalten 450 eigene Zeitungen, die meister Negerkinder besuchen regelmäßig eine Schule, so daß es nur 8 Prozent Analphabeten unter den Negern gibt. Die Schwierigkeit entsteht aus dem sonderbaren Dualismus: einerseits sind die Neger gleichberechtigt, andererseits lehnt sich das Volksempfinden gegen sie auf und entsprechend ist denn auch ihre Behandlung seitens der Regierung, besonders in arbeitsrechtlicher Hinsicht. In normalen Zeit gibt es zwei Klassen, was auch lohnmäßig ganz klar zum Ausdruck kommt. Jetzt aber müssen den Negern große Konzessionen eingeräumt werden. Ende vor. Js. waren 2 Millionen in der Rüstungsindustrie beschäftigt, und zwar zu denselben Bedingungen wie die Weißen, die darob nicht sonderlich erfreut sind, und daraus sind denn die Zusammenstöße zu erklären. Ein anschauliches Beispiel für das Vordringen der Neger liefert Harlem. Es war nicht immer das Newyorker Negerviertel Ursprünglich war es von Holländern besiedelt; dann kamen die Iren, und seit der Jahrhundertwende wurde es Mittelpunkt des Negerlebens. Heute dehnt sich das Viertel von der 125. bis zur 150. Straße aus und bildet eine Großstadt für sich. Um 1910 hatte Harlem 91 000 Neger, zehn Jahre später waren es 200 000, und heute zählt man annähernd eine halbe Million. Jeder achte Newyorker ist Neger. Die Regierung in Washington sieht das Problem, weiß es aber nicht anders zu lösen, als daß sie die Neger nun auch im Gebrauch moderner Waffen unterweist. Wer weiß, ob nicht die Negerpiloten, die nun deutsche Dome zertrümmern, eines Tages über Newyork fliegen! Zwölf Typhusfälle wurden in einer Woche in Palästina neu registriert. Besonders in Haifa leben die Seuchen wieder auf. Ebenso ist die Pesigefahr nicht beseitigt. In Ramatgan wurden infolge der Pestfälle die Zwangsimpfung durchgeführt und die Zer störung mehrerer Häuser angeordnet. Die Abnutzung im Osten und am Pazifik Sowjets verloren am Kuban bisher 300000 Mann— Weltverteiler Knox Von unserer Berliner Vertretung. Berlin. 9. Aug. Heute geht der sowjetische Ansturm schon in die sechste Woche. Unvorstellbares wird unsern Truppen abverlangt. Die Materialschlacht, in der der Tod hundertmal durchschritten wird, stellt sie auf eine schwere Probe und gibt ihnen zugleich die Kraft, gelassen alles, was die Natur doch einmal von ihnen verlangen würde, hinter sich zu lassen. Wenn man auch noch nicht absehen kann, wann diese furchtbare Schlacht zu Ende sein wird, so verlangt seder Tag, den unsere Truppen Widerstand leisten, schwerste Verluste von den Sowjets. In einer Uebersicht über die Kämpfe am Kuban-Brückenkopf wird festgestellt, daß gegenwärtig— seit dem 17. Juli— die fünfte Schlacht um diese Sperrstellung im Gange ist, und daß der Versuch wie die vier vorhergehenden blutig scheitern wird. Wenn die Panzerverluste hier, auch nicht so hoch sind wie im Mittelabschnitt— das sumpfige Gelände läßt die Verwendung schwerer Waffen nur an einigen Stellen zu—, so sind sie mit insgesamt 600 doch recht beträchtlich. Die blutigen Verluste entsprechen denen vor Orel; sie werden mit 300 000 Mann angegeben. Wenn es den Brilen auch recht ist, daß sich die Sowsets vor den deutschen Stellungen verbluten— auch in London hat man von dem Dokumentenfund und der Aeußerung Stalins gehört, daß in der„zweiten Phase" dieses Krieges das Großreinemachen mit den Kapitalisten beginnen soll—, so werden doch gelegentlich besorgte Stimmen laut, ob die Sowjets einen solchen Auszehrungsprozeß auf die Dauer aushelten werden, zumal die Ernährungsbasis immer schmaler wird. Skeptisch sieht der„Evening Standard" dem Winter entgegen, der diesmal der Verbündete Deutschlands werden könnte. Der„Observer" meint, die Rückgewinnung Orels sei gewiß von Wert, aber man dürfe sich nicht darüber täuschen, daß im Osten nicht um den Besitz von Städten und Landstrichen, sondern um die Vernichtung der gegnerischen Kampfkraft gerungen werde. Dem kann man ergänzend anfügen, daß die deutsche Strategie nicht auf Augenblicksergebnisse, sondern ausschließlich auf den Endsieg ausgerichtet ist, und der fällt uns dann zu, wenn der Geaner zermürbt ist. Mag er diese oder jene Stadt besetzen, die für uns einmal ein Symbol war, wenn er solche Erfolge mit Hunderttausenden an Menschen erkauft, ist das allemal ein Pyrrhussieg. Auch am Bombenkrieg erlebt der Gegner noch etwas anderes als reine Freude. Er wird ihn sicherlich nicht einschränken, aber die Plulokraten spüren ihn jetzt an ihrer empfindlichsten Stelle, nämlich am Geldbeutel.„Die„Washington Times" schreibt, der Bombenkrieg sei die kostspieligste Phase des Krieges, und er sei nur berechtigt, wenn man die baldige Wirkung der Demoralisierung erkennen könne. Offenbar kann das Blatt davon aber noch nichts sehen. Auch dem Londoner„People" erscheinen die Kosten reichlich hoch. Der Luftkrieg verschlinge mehr Geld als der größte Flottenbau. Wir glauben nicht, daß die Terroristen deshalb ihr Handwerk einstellen; ihr„Gewissen" wird erst wach, wenn unser Vergeltungsschlag fällt. Im Westpazifik war am Wochenende ein Jahr seit der sogenannten amerikanischen Offensive vergangen, und wenn die Amerikaner ihre Erfolge mit dem Aufwand vergleichen, wird ihre Siegeszuversicht sicherlich nicht gerade größer. Ihr Ziel ist Tokio, das 3000 Seemeilen von den Salomoninseln, dem Ausgangspunkt der amerikanischen Offensive, entfernt ist. In diesem Jahr sind sie ihm um 300 Seemeilen näher gekommen, und es sieht nicht danach aus, als könnten sie ihr Tempo so bald beschleunigen. Sie verloren bei ihren Angriffen 150 Kriegsschiffe, 3000 Flugzeuge und schätzungsweise 100 000 Mann an Geangenen, Toten, Verwundeten und Kranken. Besonders schwer wiegen die Schiffsverluste; darauf ist es wohl zurückzuführen, daß die Kämpfe heute überwiejend in der Luft ausgetragen werden. Die Japaner saben keine Veranlassung, sich auf eine Entscheidungschlacht einzulassen. Je länger sich die Amerikaner im Stellungskrieg zur See abmühen, um so stärker wird ihre Position in Ostasien. Selbst wenn es ihren Gegnern gelingen sollte, dichter an die japanischen Inseln heranzukommen, hätten sie noch Zeit, die gewaltigen Reserven des asiatischen Festlandes zu mobilisieren. Welche Pläne sie hier haben, beweisen die Industrialisierung Mandschukuos, die Bündnisse mit den Südstaaten, aber auch die Einstellung gegenüber China. Mit Nanking ist nun alles im reinen. Tokio wäre aber auch nicht abgeneigt, sich mit Tschungling zu vereinbaren. General Yahagi, Leiter der Presseabteilung des Kaiserlichen Hauptquartiers, hat dieser Tage eine sensationelle Erklärung abgegeben, nach der Japan im Falle einer Einigung mit Tschungking=China seine Truppen aus den besetzten Gebieten zurückziehen werde. Voraussetzung sei, daß Tschungking sich dem ostasiatischen Block gegen Amerika anschlösse. Die Entscheidung liegt bei Marschall Tschiangkaischek, der nac) dem Tod des Staatpräsidenten Linsen nun auch die Staatsführung übernommen hat. Er scheint im Augenblick allerdings noch nicht zu einer Einigung geneigt zu sein. Sein Außenminister befindet sich auf einer Reise zu den Westmächten, um ihnen erneut die Nöle Tschungkings vorzustellen. Aber Asien ist der Kontinent der Ueberraschungen. In den Vereinigten Staaten hat das Gefühl, endlich einmal nicht angegriffen zu werden, sondern selbst Ort und Zeitpunkt angeben zu können, bei Leuten, denen man sonst nicht gerade eine glückliche Hand nachrühmt, zu einer Art Glückstaumel geführt. Marineminister Knox fühlt sich schon in der Rolle des Weltenverteilers. Nach dem Kriege, sagte er, hätten die ASA. das stärkste Heer, die größte Flotte und die gewaltigste Luftwaffe der Welt, und sie sollten daher auch auf Grund ihrer Ueberlegenheit einen Beitrag zur Weltsicherheit liefern. Es lohnt nicht, sich mit diesen Phrasen auseinanderzusetzen, aber die Aeußerung muß festgehalt einmal sehen, wohin sich steigt, wenn er einmal etwas Glück hat. Was würde Knox erst sagen, wenn amerikanische Truppen nur einen Monat lan Truppen nun stehen! Oder was wulde sche Streitkräfte der japanischen Flotte eine Niederlage wie Pearl Harbour beibrächten! Wenn eine Partei die Berechtigung hätte, schon jetzt Zukunftsbilder zu malen, wären es sicher nicht die Amerikaner, die erst noch zeigen müssen; daß sie auch noch etwas anderes können, als Negerpiloten auf deutsche und italienische Dome loszulassen. Forstmann im Osten Von Ministerialdirigent Barth Die Richtigkeit der Tatsache, daß die Forst, und Holzwirtschaft in den besetzten Ostgebieten eine der Hauptgrundlagen des wirtschaftlichen Lebens bildet, ist nach nunmehr zweijähtiger Erfahrung Gemeingut aller mit kriegswirtschaftlichen Aufgaben in den beetzten Ostgebieten befaßten zivilen und militärischen Dienststellen geworden. Es gibt keinen Wirtschaftszweig, der nicht mindestens für den Aufbau und Beginn seiner Arbeiten in irgendeiner Form Holz benötigt. Die Truppe braucht riesige Massen von Holz in allen Phasen ihrer Operationen. Der Laie spricht oft von dem ungeheuren Waldreichtum der besetzten Ostgebiete. Wohl sind diese Gebiete, vor allem in der Mitte und im Norden, reichlich mit Wald bestockt. Bei der Beurteilung jedoch der Ausnutzungsfähigkeit dieser Wälder sind folgende Gesichtspunkte maßgebend: Der ganze südliche Teil der besetzten Ostgebiete ist fast absolut waldlos. Der Zustand des Waldes ist ein völlig anderer als im Reich. Die Waldgebiete sind nur im geringsten Maße durch Wege, Bahnen Flußläufe aufgeschloss it lang eine Schlacht führten, wie sie unsere in schon über zwei Jahre im Osten durch r was würde er sagen, wenn amerikaniund flößbare läufe aufgeschlossen. In zwei Tagen 352 Sowjetpanzer Zahlreiche feindliche Angriffe abgeschlagen— Vernichtung starker Banden Aus dem Führerhauptquartier, 9. Aug. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Kubanbrückenkopf setzten die Sowjets ihre von zahlreichen Schlachtfliegern unterstützten Angriffe erfolglos fort. Vom Mius und vom mittleren Donez werden Kämpfe örtlicher Bedeutung gemeldet. Im Raum von Bjelgorod und im Orel=Abschnitt brachen zahlreiche Angrifse stärkerer Infanterie= und Panzerverbände der Sowjets zusammen. Die Luftwaffe griff besonders in diesen beiden Kampfabschnitten in die Erdkämpfe ein und vernichtete neben einer großen Zahl von Panzern und Geschützen über 300 motorisierte, mit Mannschaften besetzte Fahrzeuge des Feindes. Feindes sind hoch. Südlich des Ladogasees herrschte nur geringe örtliche Kampftätigkeit. In den beiden letzten Tagen wurden an der Ostfront 352 Panzer abgeschossen. Seestrei Leichte deutsche itkräfte versenkten im SeeSec) ebiet von Noworossijsk zwei mit Munition beladeno sowjetische Küstendampfer mit zusammen 1400 BRT. Im Nordabschnitt der Sizilienfront erneuerte der Feind mit überlegenen Kräften seine Angriffe entlang der Küstenstraße. Die Kämpfe sind noch im Gange. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge trafen vor der Nordküste Siziliens einen Zerstörer und ein Handelsschiff von 7000 BRT vernichtend. Bei Tagesvorstößen weniger feindlicher Flugzeuge auf die besetzten Westgebiete wurden zwei britische Bomber, über dem Atlantik ein viermotoriges nordamerikanisches Flugzeug abgeschossen. 4= und Polizeiverbände haben zusammen mit Einheiten des Heeres im rückwärtigen Gebiet der Ostfront wieder ein größeres Unternehmen mit der Vernichtung zahlreicher Banden im Raume westlich Minse abgeschlossen. Es wurden bei geringen eigenen Verlusten 4200 Banditen getötet, über 6000 gefangen oder festgenommen. 154 Bandenlager und 151 Bunker wurden zerstört und neben 60 Geschützen eine große Beute an Handwaffen, Munition und sonstigem Kriegsgerät eingebracht. Heftige Kämpfe in Nordsizilien Rom, 9. Ang. Nach dem rlinischen Wel Nlachtsbericht vom Montag fanden in Nordsizilien heftige Kämpfe statt. Eigene Flugzeuge bombardierten Ziele im feindlichen Hinterland. Deutsche Flugzeuge griffen erfolgreich zwei feindliche Zerstörer in den Gewässern Nordsiziliens an. Britisch=amerikanische Flugzeuge vombardierten Ortschaften in Sizilien und Calabrien, ohne größeren Schaden anzurichten. 80 Salvengeschütze vernichtet Berlin. 9. Aug. Durch die hervorragende Zusammenarbeit von Nahaufklärern und Artillerie wurden vor einigen Tagen im Kampfabschnitt südlich des Ilmensees 80 sowjetische Salvengeschütze vernichtel. Ein Nahaufklärer hatte im Waldgelände ostwärts von Staraja=Rußja die Bereitstellung der Salvengeschütze erkannt, und gab seine Beobachtungen sofort an die Feuerstellungen der Artillerie weiter. Schlagartig setzte ein Feuerüberfall ein. Die Granaten unserer Artillerie saßen genau im Ziel. Riesige Brände und Explosionen entstanden. Die gesamte neben den Salvengeschützen gelagerte Munition flog in die Luft. Noch am nächsten Tage stand das Waldgelände in Flammen, während Explosion auf Explosion folgte. Der 270. Eichenlaubträger Führerhauptquartier, 9. Aug. Der Führer verlieh am 8. August das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Bruno Kahl, Abteilungskommandeur in einem Panzer=Jäger=Rgt. als 270. Soldaten der deutsche. Wehrmacht. Der Terrorangriff auf Turin Rom, 9. Aug. Der anglo=amerikanische Terrorangriff auf Turin in der Nacht zum 8. August rief bedeutende Schäden an berühmten Kulturstätten hervor. Der Platz San Carlo erlitt erneut ernstliche Beschädigungen. Der Carignano=Palast, in dem König Victor Emanuel II. geboren wurde, brannte aus. Das Balbo=Theater sowie die Stadtbibliothek mit ihren seltenen Büchern von großem kulturellem Wert wurden vollständig zerstört. Die Rückseite des Stadthauses wurde schwer mitgenommen. Mehrere Kirchen erlitten Schäden, so die Barbarakirche. Die Carmeliterkirche sowie die Crocettakirche, deren Glockentum zur Hälfte zerstört wurde. Das Hospiz von Cottolengo, das kürzlich bereits schwer getroffen worden war, wurde fast vollständig vernichtet. Das gleiche Schicksal erlitt auch ein anderes Krankenhaus. sch Es war deshalb von vornherein notwendig, eine umfassende Organisation für die Bewirtschaftung des Waldes zu schaffen, um genügend Holzmengen bereitzustellen und diese dann in geeigneter Weise den Bedarfsträgern zuzuführen. Wenn auch ein Forstamt in den besetzten Ostgebieten etwa zehnmal so groß ist als im Reich, so handelt es sich doch um derart riesige Flächen— die Waldfläche der besetzten Ostgebiete ist etwa ebenso groß wie die des Reiches—, daß von vornherein nicht daran gedacht werden konnte, die gesamte forstliche und holzwirtschaftliche Exekutive in die Hand deutscher Beamter zu legen. Die deutsche forstliche Organisation beschränkt sich daher hauptsächlich auf forst= und holzwirtschaftliche Führungsstäbe im Rahmen der für die Durchführung der wirtschaftlichen Aufgaben im besetzten Ostgebiet tätigen militärischen und zivilen Dienststellen. Während in den Generalbezirken Estland, Lettland und Litauen sofort nach dem Einmarsch die ursprünglich dort vor dem Eindringen der Sowjets vorhandenen Landessorstdirektionen wieder eröffnet wurden, betraute man im übrigen Gebiet einheimische Kräfte mit den forstlichen Arbeiten bis zur Stufe des Forstamtsleiters. Man kann feststellen, daß sich dieses System der Bewirtschaftung und das damit den einheimischen Fachkräften entgegengebrachte Vertrauen durchaus bewährt hat. Abgesehen davon bedarf es für den deutschen Forstmann einer starken inneren Umstellung, sich auf die schon erwähnten Gegebenheiten des östlichen Waldes umzustellen. Während etwa im Reich ein wohlgepflegter, vielfach nur mit einer Holzart bestockter, ausgesprochener Wirtschaftswald vorherrscht, sind die Forsten des Ostens typische Naturwälder, die oft wirtschaftlich wenig oder aar nicht erschlossen sind von Pflege gar nicht zu sprechen—. und die neben reich bestockten Waldteilen riesige Flächen an Unland und Sümpfen aufweisen. Die Bestockung der Waldflächen ist der riesigen Größe und den damit gegebenen klimatischen und bodenmäßigen Verschiedenheiten entsprechend außerordentlich wechselvoll und manIn den nördlichen Gebieten herrscht vielfach ein dem skandinavischen Fichten=, Kiefern=, Birkenmischwald ähnlicher Bestand vor, dem nur die Birke und die Espe etwas stärker beigemischt sind. Nach Süden zu geht dann das Vorkommen der Fichte zurück, und es tritt neben die Kiefer das Laubholz in Form von Birke, Espe, Erle, Eiche und Esche, bis dann schließlich noch weiter nach Süden die Eiche die Hauptholzart ist. Etwa von der Linie Tscherkassy—Uman an nach Südosten gibt es keinen Naturwald mehr. Hier, im Getreideland der Schwarzerde, befinden sich lediglich noch einige wenige künstliche Aufforstungsflächen und dürftige Auewälder. Auf der Halbinsel Krim trägt nur das Jailagebirge Wald. Hier wächst die außerordentlich wertvolle Krimkiefer. Bemerkenswert ist, daß bis auf ganz geringe Vorkommen auf der auch die Krim die Buche überall fehlt, und daß Lärche nur als Seltenheit vorhanden ist. Die Hauptaufgabe der forstlichen Dienststellen in den besetzten Ostgebieten besteht heute in der Deckung des Bedarfs, d. h. im Einschlag und Abtransport von nach Länge und Stärke für den Bedarfsträger geeigneten transportgünstig gelegenen Hölzern. Diesem Vorhaben stellen sich naturgemäß zum Teil nicht unerhebliche Schwierigkeiten entgegen. Abgesehen von der Weite des Raumes, ist der Vorrat an entsprechend starkem Altholz keineswegs der riesigen Waldfläche entsprechend groß. Das kommt vor allem daher, daß die in Frage stehenden Waldgebiete, als sie noch in polnischer und sowjetischer Hand waren, dazu dienen mußten,/ durch den Export von Holz Devisen zu schaffen und damit die nötigen Mittel für den Aufbau der Rüstung bereitzustellen. Weitere Schwierigkeiten liegen in der Bereitstellung der nötigen Arbeitskräfte, in der Beschaffung und Instandhaltung von Werkzeugen und schließlich im Abtransport des Holzes, der sich hauptsächlich auf den sogenannten Panjewagen und Panjeschlitten vollzieht. Wenn man bedenkt, daß ein solches Fahrzeug nur etwa dreiviertel Festmeter laden kann, daß aber viele Millionen abtransportiert werden müssen, so kann man sich einen Begriff von der ungeheuren" Transportleistung machen, die laufend durchgeführt werden muß. Wer sind nun die Bedarfsträger? Den Vorrang hat unter allen Umständen die Truppe; sie braucht Holz für den Stellungsbau, Befestigung der Wege, Bau von Unterkünften und Baracken, Ställen, Flugzeughallen und Brücken. Es ist kaum eine landwirtschaftliche oder industrielle Planung möglich, ohne daß die Frage der Holzbeschaffung ausschlaggebend mitspricht. Da werden Höfe wieder aufgebaut, man braucht Vorratsräume, Silos, Ställe, Panjewagen, und vor allen Dingen Kisten und Fässer in riesigen Mengen. Im Sektor Industrie wird das Holz vor allen Dingen im Bergbau zum Schlüsselrohstoff, denn ohne Grubenholz keine Förderung. Auch die Eisenbahn hat einen riesigen Bedarf an Schwellen und am Holz für Unterkünfte, Schuppen, Lagerräume usw Darüber hinaus aber ist es klar, daß in einem Land. das nur in seinem südlichsten Teil Kohlevorkommen hat, und dessen Torfvorräte noch zum großen Teil unerschlossen sind, das Brennholz sowohl als Heizmaterial für alle Unterkünfte als auch als Energjequelle für den industriellen Sektor und auch als fester Brennstoff für den Betrieb der Lastwagen eine ungeheure Rolle spielt. Neben dem Holz spielen bei der Bewirtschaftung der Forsten des besetzten Ostgebietes auch die sogenannten Sondernutzungen eine große Rolle. Hierher gehört vor allen Dingen die Harznutzung, die Holzverschwelung und=verkohlung sowie die Nutzung einer ganzen Anzahl von Wildpflanzen, in deren Wurzeln oder Rinde sich wichtige industriell verwertbare Rohstoffe befinden. Abgesehen davon, daß an sich wenig Wild vorhanden ist, muß die Jagd gegenüber diesen kriegswirtschaftlichen Aufgaben vollständig zurücktreten. Dafür hat der im Osten eingesetzte Forstmann wenig oder gar keine Zeit. Daß das Wild nicht überhand nimmt und zum Schädling für die Landwirtschaft wird, dafür sorgt im Osten die Natur noch selbst, denn dort zieht noch der Wolf und hier und da auch der Bär seine Fährte. Die„Abendstern““ vor Krymskaja Im Osten, Anfang August. Die Straße am Berg zieht sich endlos in die Höhe, der Staub liegt als zentimeterhohe Mehlschicht auf ihr und zeichnet kleine Krater hinter den Tritten der Pioniere. Dem heißen Tag folgt ein schwüler Abend, den kein Luftzug und keine Wolke trübt. So ist der Süden dieser Front: Extrem in jeder Hinsicht. Entweder ersäuft man in Schlammtund Sumpf, oder man erstickt in Staub und Sand. Zwischendinge gibt es nicht. Und wo sie landschaftlich gegeben wären, werden sie vom Klima überblendet. Schweißdurchnäßt und außer Atem stehen wir an der Höhe. Im Hohlweg wird eine kleine Marschpause eingelegt. Neben einer Warnungstafel steht ein Absperrposten der Jäger. Wir wissen es, Kamerad, daß man die vom Feind eingesehene und immer wieder mit allen Kalibern bepflasterte Höhe vor Einbruch der Dunkelheit nicht passieren soll. Immer wieder gibt es hier Verluste. Wir müssen aber trotzdem hinüber. Denn wenn die Sonne in ihr weites Hügelbett sinkt, haben wir bereits in den rumänischen Stellungen zu sein. Die Nacht ist kurz, und für unseren heutigen Einsatz brauchen wir die Nacht, diese dunkle Neumondnacht. Auf geht's!— Hier hat gestern ein feindlicher Scharfschütze einen Essenträger abgeschossen. Da sind dig Trichter des Salvengeschützes und dort gewaltige Bombenkrater. Man zieht den Kopf ein und lauscht in die Luft. Wenn die Wurfgranate im Endstadium ihrer Flugbahn zischt, muß man in Gedankenschnelle am Boden liegen. In weiten Abständen, immer zwei und zwei, spurten wir im Eilmarsch den Hang hinab, die„Ratsch=bumm" setzt ihre Brocken durch das Gelände. Titschewo! Wir sind an der Brücke in der Deckung der nächsten Höhe, auf der die Hauptkampflinie vor Krymskaja sich hinzieht. Der dunkle Sandweg liegt am halben Hang. Die langen Schatten zu unseren Füßen sind verschwunden, die ersten Sterne blinken matt am Abendhimmel. Leuchtspur zischt hoch über uns weg. Hier und dort zirpt ein verirrter Querschläger ins hohe Gras. Am notgelandeten Jagdflugzeug biegen wir links zum überwucherten Hang ab. Gesträuch und Gräser stehen brusthoch. An der Höhe zeichnen sich die[MG=Stände der vordersten Linie schwarz vøn dem von Leuchtkugeln erhellten Horizont ab. Die Front ist in der ersten Dunkelheit immer lebhaft. Die MG=Garben reißen nicht ab. Granateinschläge bellen dazwischen, und am Himmel werden die ersten Nachtbomber von Leuchtspurketten verfolgt, Freund und Feind schießt auf sie, denn keiner weiß, ob sie Balkenkreuz oder Sowjetstern auf den Doppelflächen tragen. Erst wenn die Scheinwerfer sich an sie herantasten, geben die Piloten ihre Erkennungsleuchtzeichen. Ein Sprung über die Höhe. Wir stehen im Grabensystem der Verbündeten. Mancher der Kameraden ist aus dem Banat und spricht süddeutsche Mundart. Einer übersetzt dem Führer des Abschnitts: Deutsche Pioniere sind da, um im Vorfeld eingesetzt zu werden. Die Rumänen sollen möglichst keine Leuchtkugeln schießen und auch sonst nicht mit ihren Waffen in der Gegend herumsuchtenn. Jedes Feuer ruft Gegenfeuer hervor. Und es ist dann kein angenehmes Gefühl, im Niemandsland zu liegen. Nach kurzer Rast setzen wir unsere Minensuchgeräte zusammen. Hier draußen weit vor der Stellung liegen Minen. Minen aller Sorten und Größen. Von deutschen Pionieren, Rumänen und Sowjets in den Boden vergraben, zum Teil unter Feindberührung und Artilleriebeschuß schon krepiert. Wir sollen einen Gegenstoß vorbereiten, eine Minengasse für unsere in den nächsten Tagen angreifenden Sturmgeschütze schaffen. Unter den knirschenden Backen der Drahtschere fällt eine Stacheldrahtsperre. In breiter Linie untersuchen die Pioniere den Boden. Dem Feind ist Ruhe in den rumänischen Stellungen nicht ganz geheuer. Er vermutet Spähtrupps unterwegs und wird nervös. Wir tauchen im Gras unter, suchen im Knien weiter, und wenn die Garben besonders niedrig heranzischen, dann muß es auch im Liegen gehen. Dumpf hallt ein Granateinschlag von unserer rechten Flanke. Jemand getroffen? Von Mann zu Mann geflüstert kommt die Antwort zurück: Alles gesund... Das erste Suchgerät stößt auf Widerstand. Die Minen! In der Erde lauert ein unheimlicher Tod. Den Pionieren war er Begleiter durch alle Feldzüge. Sie sind seiner Herr! Vorsichtig werden die Kästen ausgebuddelt. Es bleibt keine Zeit, sie zu entschärfen. Das ist auch unnötig— wir haben etwas anderes mit ihnen vor, Zwei Stunden später ist die breite Gasse geschaffen. Ein Draht grenzt sie nach beiden Seiten hin ab. Das Schlagen der Pfähle hat noch einmal rasendes Feindfeuer hervorgerufen, das sich, als es nicht beantwortet wird, aber bald beruhigt. Die Frau aus Bochum Der Oberleutnant hat seine Mühe gehabt, bis die Frau, die in Bochum zustieg, endlich den Platz nahm. Er solle nur sitzenbleiben, hätte nach dem weiten Weg von der Front die Ruhe nötig genug. Nun sitzt sie auf dem Platz, über dem der graue Soldatenmantel hängt, eine Frau zwischen fünfzig und sechzig vielleicht. Das kleine dankbare Lächeln, das dem Offizier gilt, überblüht für Sekunden den Ernst und die Gefaßtheit ihres Antlitzes, das der Griffel des Leides zeichnete und die Sorge modellierte. Unter dem ein wenig altmodischen Kapotthut, den sie trägt, quillt eine weiße Strähne. Und die Hände, die die schwarze Strohtasche mit dem Wenigen, was sie noch besitzt, halten, Hände, die einmal zärtlich über die Stirnen ihrer Kinder strichen, die so selten ruhten, die stopften, nähten und wuschen, tragen noch die dunklen Narben jenes zähen und stillen Kampfes um die Wohnstätte, die der Feind in Brand warf. Die Bänke und Polstersitze des Zuges Essen— Berlin sind nicht von Ferienreisenden bevölkert. Viele Menschen, die heute diese Strecke fahren, ließen in den Städten des Westens, ließen in den Trümmern ihrer Häuser manches oder auch alles von dem, was Sinn und Inhalt des Daseins ausmachte. Das Schicksal der Frau, die in Bochum zustieg, ist vielleicht nur eines von vielen, aber die Ueberwindung dieses Schicksals, das sie nicht zerbrach, dieses Schicksals tiefster und letzter Bitterkeit, drängt in das große Gleichnishafte und zum Beispiel — zum Beispiel jener Tapferkeit jenseits allen Ruhmes, die der Mensch des Heimatkriegsgebietes immer wieder zeigte. Der Mann dieser Frau fiel am Tage des Waffenstillstandes während des Ersten Weltkrieges. Sie blieb mit vier kleinen Kindern zurück, drei Söhnen, einer Tochter. Um ihre Kinder durchzubringen, von denen zwei Jungen später studierten, arbeitete sie halbtags in einer Fabrik. Ihr Aeltester wurde zu Beginn deKrieges Soldat und blieb zusammen mit ihrem Schwiegersohn in Polen; er fiel in der Schlacht um Graudenz. Der Westfeldzug behielt ihren Jüngsten, den seine Kameraden unweit von Langemarck in Flandern in das Soldatengrab betteten. Als sie jetzt in Bochum ihre Wohnung verlor, hatte sie gerade Nachricht erhalten, daß der andere Sohn, der sich auf einer Urlaubsfahrt in den Bergen befand, verunglückte und schwerverletzt in ein süddeutsches Krankenhaus eingeliefert worden war. Von ihrer Tochter, die in Köln lebte, hat sie seit dem letzten Angriff auf diese Stadt noch nichts wieder gehört. Sie sitzt auf dem Platz, über dem der graue Soldatenmantel hängt, ihre Hände streichen, während sie diese unerbittlichen Daten ihres Schicksals aufzählt, über das Gesicht, als vermöchte sie so das Sichtbardes erlittenen Schmerzes zu löschen. Was sie nun begänne? fragt jemand im Abteil. Arbeiten, sagt sie, neu anfangen, wenn nur erst Nachricht von meinem Kind aus Köln da ist. Fritz Fröhling. Wir tragen die scharfen Minen zurück und gehen an unseren zweiten Auftrag, dreißig Meter hinter der neuen Minengasse wieder einen Minenriegel zu legen. Sollte der Feind zufällig in die Gasse geraten, so wird er im Riegel liegenbleiben. Die eigenen Panzer aber können von einem Pionier in minenfreies Gelände geschleust werden. Noch sind in den Drahtverhauen die Gassen offen. die nach Miternacht mit Spanischen Reitern geschlossen werden. Bis der Minenriegel schließlich noch genau vermessen ist, und auf seiner freundwärtigen Seite Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Rumänen angebracht sind graut über dem Kuban bereits der neue Tag. Das war eine glückliche Nacht! Zeyntausend Kugeln sind über uns hinweggepfiffen und keine hat getroffen. Schweißgebadet stehen wir im anbrechenden Morgen wieder auf der Höhe. Der Absperrposten ist ein anderer. Wir Pioniere aber sind noch die gleichen. „Abendsterne“ nennen die Rumänen uns. Am Abend kommen wir, um im Morgengrauen wieder zu verschwinden... Fritz E. Maier=Florian. Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet Berlin. 10. Aug. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Gust. Reimar, Kompanieführer in einem Panzergrenadier=Regiment, Unteroffizier Hugo Deventer, Gruppenführer in einem Pionierbataillon, Unteroffizier Franz Zursa, Zugführer in einem GrenadierRgt., Leutnant Heinrich Teriete, Zugführer in einer Schweren Panzer=Jäger=Abtg., Feldwebel d. R. Fritz Jokisch, Zugführer in einem Panzer=Grenadier=Rgt., Oberleutnant Baumgartl, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader Leutnant Heinrich Teriete wurde am 20. Mai 1915 als Sohn des Landwirts Theodor T. in Altenrhede(Krs. Borken) geboren. Hauptmann d. R. Kurt Wontorra, Bataillonsführer in einem rheinisch-westfälischen Grenadier=Rgt., stürmte südöstlich Bjelgorod an der Spitze seines Bataillons der Masse der Division weit voraus. Trotz heftiger Gegenwehr durchbrach er im Angriff über den Donez eine stark ausgebaute feindliche Bahndammstellung und zerschlug mehrere erbitterte Gegenangriffe der Bolschewisten. Dadurch ermöglichle er der Division den Uebergang über den Donez und das Erreichen des Angriffsziels. Wenige Tage später ist dieser vorbildliche Offizier noch vor der Verleihung des Ritterkreuzes bei den schweren Kämpfen gefallen. Die Kämpfe in der Südsee Tokio, 9. Aug. Das Kaiserliche Hauptquartier gibt bekannt, daß japanische Zerstörer in der Nacht vom 7. August in den Gewässern westlich von KulamReichsmarschall Göring besichtigte im Berliner Östen den Bau von Luftschutzgräben. Rechts vom Reichsmarschall Generaloberst Loerzer.(PK-Aufn.: Kriegsberichter Ditel Lange, HH, Z) Kämpfen gesunken und ein weiterer wurde beschädigt. Ueber der Insel Shortland schossen japanische Marinejäger am 6. August von 16 Angreifern 15 ab. Bolivien verlangt Zugang zum Meer Vigo. 9. Aug. Der bolivianische Staatschef Penaranda forderte, wie aus La Paz gemeldet wird, in einer Rede vor dem bolivianischen Kongreß energisch einen Zugang zum Meer für Bolivien. Bolivien werde niemals auf diese Forderung verzichten, da ein Zugang zum Meer von grundlegender Bedeutung sei. Penarada erklärte, daß er bei seinen Besuchen in Washington und anderen amerikanischen Hauptstädten überall volles Verständnis für die bolivianischen Forderungen gefunden habe. Kein Postamt für Markensammler Berlin. 9. Aug. In einigen Tageszeitungen ist kürzlich ein Aufsatz veröffentlicht worden, der sich in irreführender Weise mit den„besonderen Aufgaben des Postamts Berlin W 30“ beschäftigte, in Deutschland als„einziges Postamt“ gültige und ungültige u. a. auch alte deutsche Marken auf Bestellung an Markensammler zu versenden. Zur Richtigstellung wird sagt, daß früher, und zwar bis zum Jayre 1940, beim Postamt Berlin W 30 eine Versandstelle für Sammlermarken bestand, die den Bezug von Postwertzeichen, insbesondere von Sondermarken, der deutschen Reichspost vermittelte. Die Versandstelle wurde im Januar 1941 nach Berlin SW 68 verlegt, ist dann aber aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung mit Ablauf des Januar 1943 aufgehoben worden. Die Abgabe von Sondermarken der deutschen Reichspost ist danach auf die Postämter übergegangen, die auf Wunsch auch Anträge auf Eintragung als Dauerbezieher von Sammlermarken entgegennehmen. Fahrkarten gelten 14 Tage Berlin. 9. Aug. Die Reichsbahn hat die viertägige Geltungsdauer der vom 8. August 1943 an gelösten Fahrausweise vorübergehend auf 14 Tage verlängert. Die Geltungsdauer der Fahrausweise mit bisher mehr als vier Tagen Gültigkeit, wie z. B. die Reisebürofahrscheine, Arbeiterrückfahrkarten usw. sowie der Fahrausweis nach dem Ausland bleibt unverändert. Kleine Chronik Ritterkreuzträger Oberst Erich Kahsnitz, Kommandeur des Füsilier-Regiments„Großdeutschland", ist am 29 7. seiner schweren Verwundung erlegen. Bs gelang ihm, nördligh Bjelgorod in die hartnäckig verteidigten Feldbefestigungen einzubrechen, eine zäh verteidigte, beherrschende Höhe im Sturm zu nehmen und gegen starke Gegenangriffe zu behaupten. Dabei wurde er schwer verwundet. An der Östfront fiel Ritterkreuzträger Oberleutnant Willi Hörner, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader. Er bewährte sich im Einsatz gegen England wie im Balkanfeldzgg und im Kampf gegen die Sowjetunion. Der Japanische Botschafter in Burma. Benzo Sawade, überreichte am Montag dem Adipadi von Burma, Ba Maw, sein Beglaubigungsschreiben. Der deutsche Botschafter Dr. Ernst Würmann wurde in der Festhalle der chinesischen Nationalregierung vom Präsidenten Wantschingwei zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens emplangen. Die ägyptischen Zeltungen, die die panarabischen Besprechungen in Alexandria zwischen Nahas Tascha und Nuri Said erwähnten, sind in Palästina, Syrien und im Libanon Gebiet verboten worden. Front Sizllien Eine Panzerreparaturwerkstatt dicht hinter der Front. In kurzer Zeit werden hier beschädigte Panzer an Ort und Stelle wieder einsatzbereit gemacht. (PK-Aufn.: Kriegsberichter Dohm PBZ, Z) Der Abend von Torgau/ Historische Skizze von Günther Burghardt Die Augen des Königs lagen in tiefen Höhlen. Offizier merkte, ein wenig erschrocken, daß Zieten picht muß Er/ ihn le bleiben— Der junge sein Souverän gegen eine große Müdigkeit ankämpfte. „Reit Er wie der Blitz! Wenn der Zi schon zum Teufel gegangen ist, dann mi finden. Zieten muß, muß in der Bataille sag Er ihm das! Die Reserven sind ja noch am Feind — wenn wir die verhexten Weinberge dort haben— — vielleicht sind wir dann gerettet.“ Die letzten Worte sprach der König leise, mehr für sich als für den anderen. Der Leutnannt salutierte und eilte hinaus. Friedrich stand allein im dämmernden Raum und lauschte dem Hufschlag des davonsprengenden Pferdes. Der da draußen ritt wie die letzte Hoffnung Preußens davon, hinein in den drohenden, kalten Abend. Friedrich überdachte noch einmal den Schlachtplan. War nicht alles klar und einfach gewesen? Der Feind sollte zu gleicher Zeit vorn von Zieten- und seinen Husaren, im Rücken von des Königs Grenadieren angegriffen werden. Gewehrfeuer auf der Seite des Königs war als Signal zum gemeinsamen Losschlagen verabredet worden. Nun hatte der General offensichtlich zu früh angegriffen. Lag es daran, daß sich der Wind gedreht hatte und man vorn die Gewehrsalven gar nicht hätte hören können? Oder batte Daun mit seiner Artillerie im voraus den ganzen schönen Plan zusammengeschossen? Seit Stunden war jede Verbindung mit der anderen Seite unterbrochen. Der König durchmaß rastlos die Stube. Warum ah hatte man in den letzten Jahren trotz aller Mühen nichts als Unglück und war gezwungen, so unendlich lange gegen eine übermächtige Koalition zu kämpfen, statt in der heiteren Tafelrunde zu Sanssouci bei lächelnden Göttern zu Gast zu sitzen? Unnütze Frage das! Friedrich wandte sich zu dem großen roben Tisch, der die Stube des Ortsschulzen von Neiden gewichtig füllte. Sein Blick fiel auf den Brief, den er morgens geschrieben hatte. Er entfaltete ihn und las noch einmal: „Es ist ein Hundeleben, das außer Don Quichotlkein Mensch geführt hat als ich. Diese Lebensweise, diese Unruhe, die kein Ende nimmt, hat mich so alt gemacht, daß es Ihnen Mühe machen wird, mich wiederzuerkennen. An der rechten Seite des Kopfes sind die Haare ganz grau geworden, meine Zähne zerbröckeln und fallen aus, ich habe Falten im Gesicht wie die Falbeln an einem Damenkleid, der Rücken ist so gekrümmt wie der eines Mönches von La Trappe.“ Das flackernde Licht der Kerze zuckte über das von tiefen Runen durchschnittene Gesicht des Königs, als er den Brief beiseite warf und, von dem unruhigen Warten bedrängt, seine Wanderung durch den Raum wieder aufnahm. Von fern knatterte plötzlich Gewehrfeuer. Friedrich horchte auf und ging hinaus. Dunkel lag die Straße in der Dämmerung. Die Schüsse waren verhallt. Am Dorfrand brannte ein Wachtfeuer. Vielleicht war es gut, sich dort unter die Soldaten zu setzen— dieses Warten machte das Alleinsein unerträglich. Am Feuer waren zwei Grenadiere, ein jüngerer und einer von den alten, schlachtbewährten, die immer weniger wurden. Der Jüngere ging umher und sprach auf den anderen ein. Friedrich blieb hinter dem Baum in ihrem Rücken stehen. „Nein“, hörte er den Mann sprechen,„es ist kein Stern mehr bei dem Alten. Im vorigen Jahr war Kunersdorf, und den Fink fingen sie bei Maxen mit allem, was er hatte. Nun haben sie auch Dresden wie dererobert, und Glatz. Vielleicht geben sie ihm heute den Rest. Es sind eben zu viele. Der Angesprochene, ein Wachtmeister, schwieg beharrlich und stopfte sich bedachtsam eine Pfeife. „Siehst du denn nicht, was los ist?“ rief der andere wieder.„Hast du den Ersatz gesehen, den sie uns schicken? Ich glaube, die Kerls haben sie vom Galgen losgeschnitten. Gesindel aus ganz Europa! Hol's der Teufel, ich bin es satt!“ „Halt's Maul!“ sagte der Wachtmeister und spukte langsam und umständlich aus. „Halt's Maul— ja, das ist alles, was Ihr jetzt wißt!“ „Ich will dir einmal etwas sagen, mein Junge", erwiderte der Alte.„Daß die Sache nicht so einfach ist wie ein Psingstschießen, wissen wir alle. Aber ich diene dem Fritz nun schon fünfzehn Jahre. Weißt du, was der kann? Warten und Geduld haben— und damit hat er es immer noch geschafft.“ Nun trat der König an das Feuer! War es schon so, daß der gemeine Mann sah, was er selbst, dem all die Last oblag, nicht mehr sehen konnte oder wollte? Die beiden stellten sich kerzengrade auf, Friedrich winkte ab. „Sag Er“, fragte er den Jüngeren, sich die klammen Hände am Feuer wärmend,„was wird Er machen, wenn wir geschlagen sind und der Krieg zu Ende ist?“ „Majestät— Der Mann war sichtlich verlegen. „Nun red' Er, genier Er sich nicht!“ „Ich weiß noch nicht— vielleicht heiraten, einen Handel aufmachen... „Und Er?“ wandte sich der König an den Wachtmeister. „Seiner Königlichen Majestät gedenke ich noch lange zu dienen. Aber wenn wirklich einmal der Teufel seinen Schwanz darauf legen sollte, dann will ich Schule halten, die Jungens lehren. Das sollten nur die machen die mit dabei gewesen sind, bei Prag— und auch bei Kunersdorf.“ Friedrich nickte. „Gut, gut, so hat jeder seine Hantierung. Wißt ihr, daß die drüben schon den Käfig bereit halten, in dem sie den Markgrafen von Brändenburg durch die Straßen fahren wollen?— Doch das wird nie sein“, beruhigte er den Wachtmeister, der mit bösem Gesicht auffuhr,„ich werde mich schon salvieren.“ Seine Hand faßte in die Rocktasche und umklammerte die Phiole, die er ständig bei sich trug. Nur einige Tropfen würden genügen, um für ihn die Welt auszulöschen. Die Dämmerung war von der Nacht vollends verschluckt worden. Von der Elbe fuhr ein scharfer Wind auf. Der König fröstelte, trotz des Feuers. Schwer lastete die Einsamkeit der Stunde, schweret noch die Ungewißheit. Ah, die anderen hatten es leicht, alle hatten es leicht. Gingen sie nicht beinahe wie Zuschauer durch die vom Kampflärm erfüllte Zeit? Aber er, der mit den Schicksalsmächten rang— wie sollte er es vertragen, wenn sie ihn nicht segneten? In der Ferne peitschten von neuem einige Gewehrsalven. Verfolgte Daun schon die fliehenden Preußen? Die Ungewißheit wurde immer unerträglicher. Zum Teufel, warum meldete sich niemand? War Zieten auf der anderen Seite überhaupt nicht vorangekommen? War er schon geschlagen, waren seine Husaren in alle Winde zersprengt? Von der Straße scholl Hufschlag. Der Wachtmeister spähte in die Nacht. „Majestät, ein Reiter— ein Offizier von den Zieten=Husaren!“ Ein weißer Mantel leuchtete im Feuerschein auf. Friedrich raffte sich und sah dem Reiter entgegen. „Wo ist der König?“ rief der und klopfte dem zitternden Pferd beruhigend den Hals.„Schnell, wo ist der König?“ „Hier steht er. Was gibt es, Zieten?“ Der General sprang ab.„Majestät— Sieg!“ „Noch einmal! Sag Er das noch einmäl!“ „Der Feind ist in wilder Flucht. Die Reserven haben seine rechte Flanke aufgerollt! Es war auch die höchste Zeit. Mir hat Dauns Artillerie eine ganze Brigade zusammenkartätscht.“ Der König umarmte seinen General. „Zieten, das werde ich Ihm nie vergessen!“ Dann wandte er sich dem Dorfeingang zu:„Und nun komm Er, wir haben noch viel zu besprechen.“ „Junge“, sagte der Wachtmeister,„was habe ich dir gesagt? Wärten können— das ist alles. Klapp nur dein Maul zu, daß dir kein Frosch hineinhupft— und mach, daß Zietens Gaul was zu fressen bekommt!“ Kleine Nachrichten Ausstellung Hans Geilen. In Olsberg zeigt' man eine Auswahl von Werken des Malers Hans Geilen. Geilen, ein Kind des Hochsauerlandes, arbeitet seit Jahren in Olsberg und Umgebung. Jin dieser Landschaft mit steilen Berghängen und tiefen Tälern findet der Landschafter seine Motive. In Oelbildern und Aquarellen hat er die Stimmung dieser Bergwelt eingefangen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine lebendige und wirkungsvolle Farbigkeit aus. Die Westdeutsche Puppenbühne bereist das Geneorsahre eingeleitete Kul ralgouvernement. Der im Vorjahre eingeleitete Kulturaustausch zwischen West und Ost findet in diesen Tagen durch ein Gastspiel der Puppenbühne Westmark seine Fortsetzung, die nach ihrem Debut in Krakau volksdeutsche Siedlungsorte in den Distrikten Krakau und Galizien mit ihrem Märchenspiel für Kinder und einem derben Pfälzer Lustspiel für Erwachsene besuchen wird. Im Anschluß an ihre Gastspielreise durch das Generalgouvernement wird die erst vor kurzem gegründete Puppenbühne Westmark von ihrem Standort Metz aus in ihrer engeren Heimat eingesetzt werden. Sladtsoest Auf 1 gkm der Stadt Soest 641 Einwohner Entwicklung der Bevölkerungsdichte seit der Machtübernahme in Stadt u. Kreis Die weiße Wolke So sag' mir, du weiße Wolke Da oben in sel'ger Höh', Warum dies Sehnen und Ahnen, Wenn ich dich schweben seh'? Der Himmel atmet Frieden; Mein Sehnen bleibt ungestillt. Ach, könnt' ich mit dir entschweben, Du zartes Wolkengebild'! Die Wolke leise entfliehet Am weiten Himmelsraum, Bis sie voll Inbrunst küsset Der Abendsonne Saum. Da plötzlich löst sich die Wolke Im Flammenmeer auf im Nu. Nun weiß ich, Geliebte, die Wolke, Die weiße Wolke bist du. Und ich bin die rote Sonne, Die dich umlodernd begehrt, Ich bin die lockende Flamme, Die dich im Kusse verzehrt. Wilh. Dietrich. A Auf Soester Gehsteigen. Der Soester Straßenverkehr ist in mancher Hinsicht stärkeren Hemmungen unterworfen als der Verkehr in vielen anderen Städten. Soest, die viele Jahrhunderte alte Bauernstadt, hat schmale und winkelige Straßen, denen die spätere Zeit keine oder nur unzureichende Bürgersteige geben konnte. An ihnen stehen viele alte Häuser, die nicht nach der Fluchtlinie gebaut sind. Eigenwillig schieben sie sich ins Straßenbild vor. Man kann sie nicht wenden und ausrichten, wie es für die Abwicklung des geordneten Straßenverkehrs manchmal erwünscht: wäre. Viele dieser Häuser haben niedrige Fenster, und diese wieder tragen nach der Straßenfront schwere, zusammenklappbare Fensterläden. Diese haben ihre Tücken. Wind und Sturm lösen Haken und Klemmen. Da und dort werden die Blenden recht hinderlich. Man läuft davor und stößt sich an ihnen, man muß vom Bürgersteig auf den Fahrdamm und die Hindernisse umgehen. Eine sorgfältigere Befestigung wäre manchmal zu empfehlen, denn auch daran scheint es bisweilen zu mangeln.— Mülleimer setze man erst dann auf die Bordsteinkante, wenn sie bald abgeholt werden, und man entferne sie, sobald sie geleert sind. Man kann beobachten, daß sie oft länger stehen, als dies verantwortet werden kann. A. Am Donnerstag Unterrichtsbeginn der Soester höheren Schulen. Nachdem die Volksschulen bereits in der vergangenen Woche ihre Pforten wieder geöffnet haben, beginnt der Unterricht an den Soester höheren Schulen am Donnerstag, dem 12. August." A Was kann noch auf Kleiderkarte eingekauft werden? Die Reichsstelle für Kleidung hat im Interesse der Belieserung von Fliegergeschädigten die Punkte der 3. und 4. Kleiderkarte der Erwachsenen mit gewissen Ausnahmen für den Einkauf der wichtigsten Kleidungsstücke vorerst gesperrt. Um welche Kleidungsstücke es sich dabei handelt, ist in einer besonderen Liste aufgezählt, die jedem Textileinzelhändler bekannt ist. Artikel, die nicht in dieser Verbotsliste enthalten sind, können vom Verbraucher also weiterhin eingekauft werden. Hierzu rechnen beispielsweise Nachthemden und Sommerhandschuhe für Männer, Armblätter, Nähmittel usw. Die Verbotsliste zählt nur die Anzüge auf, nicht aber Hosen und Sakkos. Dennoch fallen auch Hosen und Sakkos unter die Verkaufsbeschränkung, da beide Teile eines Anzugs sind und zusammen einen Anzug ergeben würden. Von der Verkaufsbeschränkung ist ausdrücklich Stoff bis zu 0,80.m für Reparaturzwecke ausgenommen worden. Dasselbe gilt für den Stoff und die Strickwolle usw., die das Textilgeschäft oder der Schneider für Reparaturen an Kleidung, an Wirkund Strickwaren benötigt. A Größte Zurückhaltung in der Aufgabe von Telegrammen! Die Deutsche Reichspost teilt mit: In einzelnen Gebieten Deutschlands ist der telegraphische Nachrichtenaustausch der Bevölkerung auf ein Vielfaches des normalen angestiegen. Die Deutsche Reichspost ist daher zur Zeit nicht in der Lage, die Telegramme mit der üblichen Schnelligkeit zu übermitteln und zuzustellen. Sehr bäufig müssen die Telegrammwegen Ueberlastung des Drahtes mit der Post versandt werden. Beschwerden wegen Verzögerung oder Nichtankunft sind daher zwecklos. Es ist unbedingt erforderlich, sich in der Aufgabe von Telegrammen größte Zurückhaltung auszuerlegen. Aus der NSDAP. Alle Mädel der Laienspielschar treten heute um 19,30 Uhr am Haus der H0. an. Die Führerinnen des M.=Ringes 1/132 treten heute, 10. 8. 43, um 19,30 Uhr vom Haus der HJ. an. Das Wissen von der Dichte der Bevölkerung ist in mancherlei Hinsicht recht aufschlußreich. In erster Linie dürfte die Bevölkerungsdichte ausschlaggebend ein für Fragen der Wohnungs= und Arbeitsbeschafung. In Kriegszeiten spielt die Bevölkerungsdichte n ernährungswirtschaftlicher Hinsicht eine überaus große Rolle. Je dichter die Bevölkerung in einem Kreisgebiet wohnt, um so geballter müssen die bensmittellieferungen herangeführt werden. Schließlich ist die Bevölkerungsdichte auch entscheidend in sozialer und kultureller Betreuung der Einwohnerschaft. In einem dicht besiedelten Gebiet müssen mehr Schulen gebaut werden als in einem weniger dichtbesiedelten Bezirk. Diese Beispiele könnte man noch erheblich erweitern, um zu zeigen, in welchem Maße und in wievielerlei Hinsicht die Bevölkerungsdichte für Planung und Beurteilung als oftmals entscheidender Faktor gewertet werden muß. Das Statistische Reichsamt hat soeben ein neues Werk über den Stand der Entwicklung und Siedlungsweise der Bevölkerung veröffentlicht, das gleichzeitig Vergleiche zwischen 1933 und 1939 zuläßt. Dabei erkennen wir, daß bis zum Ausbrüch des jetzigen Weltkrieges die Bevölkerung im allgemeinen„dichter" geworden ist. Hauptursache ist hier die Geburtenzunayme in den ersten sechs Jahren nationalsozialistischer Staatsführung und erst an zweiter Stelle kommt eine Verdichtung der Bevölkerung infolge Wanderungsgewinn. Für die Beurteilung der Bevölkerungsdichte ist die flächenmäßige Ausdehnung einer Gemeinde ausschlaggebend. Eine Stadt mit einer großen Einwohnerzahl hat jedoch nicht immer eine„dichte" Bevölkerung; vielmehr hat eine flächenmäßig kleine Stadt durchwea eine überaus hohe Bevölkerungsdichte aufzuweisei. Solche Gemeinden sind namentlich in den dichtbesiedelten Industriezentren anzutreffen. Betrachten wir jetzt einmal die Statistik und sehen nach, was sie hinsichtlich der Bevölkerungsdichte über unseren Bezirk berichtet. Die Bevölkerungsdichte im Landkreis Soest belief sich im letzten Friedensjahr 1939 im Durchschnitt auf 143,1 Einwohner je Quadratkilometer. Kurz nach der Machtübernahme, im Mai 1933 kamen auf 1 gkm unseres Zählbezirks 130,6 Einwohner. Trotz aller Auflockerungsbestrebungen der Städte ergab sich eine Zunahme der Bevölkerungsdichte, deren Ursache wir bereits vorhergehend erläutert haben, wobei allerdings noch erwähnt werden muß, daß infolge des Aufstiegs der Wirtschaft in den größeren Stadtgemeinden diese eine stärkere Anziehungskraft auf die Bevölkerung ausübten als das flache Land. So nahm beispielsweise die Bevölkerungsdichte in den Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern folgende Entwicklung: 1939= 72 gegenüber 1933 mit 70,5 Einwohnern, während in den Gemeinden unseres Landkreises mit 2000 bis zu 10000 Einwohnern im Jahre 1939= 640,8 und 1933 = 531,0 Einwohner je gkm gezählt wurden. Die Bevölkerungsdichte innerhalb der Stadt Soest zeigte folgende Entwicklung: den 868,8 Einwohner auf 1 gkm im Jahre 1939 slanden 780,8 Einwoyner im Jahre 1933 gegenüber. Also auch hier eine weitere Verdichtung. Jeder auf den besten Arbeitsplatz! Richtiger Einsatz erhöht die Leistung Ebenso wie der totale Krieg den Einsatz der materiellen Mittel, der Produktiönsstoffe, der Produktionsanlagen, der Verkehrsmittel usw. verlangt, macht er auch den totalen Einsatz der Arbeitskraft des Volkes notwendig, um der Kriegsführung alles zur Verfügung stellen zu können, was den Sieg der Waffen sichert. Völlig neue Herstellungsverfahren haben im Betriebsleben und in der Betriebsstruktur einschneidende Aenderungen hervorgerufen. Das gleiche geschah durch die Ausdehnung der bisherigen Fertigungen und durch die Verwendung neuer Werkstoffe. Die Arbeitsplätze Millionen schaffender Männer, die heute mit der Waffe an den Fronten stehen, mußten durch andere Kräfte ersetzt werden. Noch nicht waffenfähiger Nachwuchs, ältere aus dem Arbeitsprozeß mitunter schon ausgeschiedene, vom Kriegsdienst freie oder zurückgestellte Männer und nicht zuletzt die deutschen Frauen traten an ihre Stelle. Hinzu kamen Arbeitskräfte befreundeter Völker, Zivilarbeiter aus den besetzten Gebieten und Kriegsgefangene. Auskämmungsaktionen, die Stillegung in Handel und Gewerbe machten ebenso wie die Heranziehung bisher noch nicht in den Arbeitsprozeß eingegliederter Menschen weitere Kräfte frei. Ihre Ueberführung in die kriegswichtige Produktion ging in kürzester Zeit vor sich. Ein gewaltiger Umstellungsprozeh wurde so durchgeführt, dessen Zweckbestimmung, nämlich das höchste Maß kriegswichtiger Erzeugung zu erreichen, auf die Dauer nur gesichert werden kann, wenn jeder Betriebsführer die ihm anvertrauten Kräfte planvoll und sicher ansetzt, sie richtig anleitet und einen auf lange Sicht bemessenen Leistungshaushalt pflegt. Die allgemeinen Voraussetzungen dazu bestehen in einer Jorgfältigen Aufteilung des Arbeitsganges zur Verhinderung von Zeitverlusten und Fehlleitungen, in Kraft= und Zeiteinsparungen durch innerbetriebliche Organisations= und Rationalisierungsmaßnahmen und im zweckmäßigen Einsatz der Arbeitskräfte, die gegebenenfalls nach Erfahrung der Kenntnisse innerbetrieblich ausgetauscht werden müssen. Dabei muß vor allem dem Einsatz der hochwertigen und knappgewordenen Fachkräfte ein besonderes Augenmerk gewidmet werden. Sie dürfen nur für hochwertige Arbeit Verwendung finden und sind als Prüfer und Einrichter und beim Einsatz von ungeschutten oder angelernten Serienarbeitern zu verwenden, deren Tätigkeit hohe Präzision und geringste Toleranzen erfordert. Ihre Beschäftigungen mit Arbeiten, die von Gefolgschaftsangehörigen mit geringerer oder andes gelagerter Befähigung bewältigt werben können, ist Vergeudung wertvoller Produktionskraft. Ebenso fehlerhaft sind Facharbeiter angesetzt, die aus lohnpolitischen Gesichtspunkten Akkordarbeit verrichten, die durch Anlernlinge mit gleichem Erfolg geleistet werden kann. Die den höchsten Nutzen sichernde Verwendung der neuen betriebsfremben und teilweise arbeitsungewohnten Kräfte, zu denen insbesondere die Frauen gehören, ist meist nicht ohne weiteres erkenntlich. Körperliche und geistige Verfassung, die bisherige Tätigkeit, Willenskraft, Vorbildung, Schulung, Einsicht und Einfühlungsvermögen sind hier von grundlegender Bedeutung. Ein zuverlässiges Bild über die Eignung zu bestimmter Tätigkeit wird sich erst nach praktischer Arbeit und sorgfältiger Beobachtung ergeben. Aus diesem Grunde darf der erste Arbeitsplatz wohl nur in den seltensten Fällen der endgültige sein. Durch mangelndes Verständnis kann hier nicht gutzumachender Schaden und Arbeitsunlust hervorgerufen werden, wo richtiger Ansatz zu einer ständigen hochwertigen Leistung geführt hätte. Selbstverständlicher Grundsatz muß es sein, daß beim Fraueneinsatz nur solche Tätigkeit in Frage kommt, die der physischen Leistungsfähigkeit der Frau Rechnung trägt. Man wird die deutsche Frau in der Regel als Anlernerin und Vorarbeiterin ansetzen, wenn sie gemeinsam mit auslänoischen Arbeiterinnen arbeiten muß. Das Leistungsoptimum kann auf die Dauer nur behauptet werden, wenn die Pflege der Arbeits= und Leistungskraft und des Arbeitswillens mit allen Mitteln menschenführender Betreuung gesichert ist. Als wertvolle Mittler fachlicher Ausbildung, unter Hebung des Leistungswillens, dienen die betrieblichen und überbetrieblichen Lehrgemeinschaften des Leistungsertüchtigungswerkes der Deutschen Arbeitsfront. Für den kriegsbedingten Arbeitseinsatz hat auch die in diesem Rahmen erfolgende Laufbahnberatung starke Bedeutung. Die Zuweisung des richtigen Arbeitsplatzes für den betrieblichen Neuling wird durch die psychologische Eignungsuntersuchung, ein in der PraSladtwerl Kaninchenhaltung mit Verstand Die Kaninchenhaltung hat in Werl in den letzten Jahren einen großen Auftrieb erhalten. Wo sie in beschränktem Umfange aus wirtschaftseigenen Abfällen bzw. aus sonst nicht nutzbaren Grünfuttermitteln aufrechterhalten wird, ist nichts dagegen einzuwenden. Wo dagegen eine Kaninchenhaltung in größerem Umfange betrieben wird, taucht der Verdacht auf, daß Futtermittel verbraucht werden, die vorteilhafter an Großvieh, besonders Schweine verfüttert werden könnten. Kaninchen fressen beinahe immer und verhältnismäßig viel, und was sie fressen, das bekommt auch den Schweinen. Würde man sich der gleichen Mühe unterziehen, die die Beschaffung des Futters für fünf oder sechs Kaninchen großer Rassen macht, dann könnte man mit dem gleichen Aufwand womöglich auch ein Schwein füttern, zumal dann, wenn die Stallmöglichkeiten dafür gegeben sind. Das trifft besonders auch für Kleinsiedler zu, deren Baulichkeiten von Anfang an für eine mäßige Schweinehaltung eingerichtet sind. Natürlich soll diese Forderung nicht allgemein auf alle Kaninchenhalter bezogen werden. Wer nur wenige Kaninchen zur Verwertung von Abfällen halten kann, der soll es tun. Auch solche Kaninchenzüchter, deren Aufgabe es ist, durch die Vermehrungszucht unsere anerkannten Wirtschaftsrassen zu fördern, sollen es auf wirtschaftseigener Futtergrundlage weiterhin tun. Alle diejenigen, die ihre Kaninchennhaltung auszuweiten beabsichtigen, sollen es ernsthaft überprüfen, ob es nicht richtiger ware, statt dessen ein Schwein aufzustallen. Ein gutes Schwein frißt bekanntlich alles. Und wenn der Kaninchenmagen schon ein dankbarer Futterverwerter ist, der Schweinemagen ist noch ein besserer, ganz abgesehen von der volkswirtschaftlichen Bedeutung, die der Schweinehaltung zukommt. * Schluß der Sommerferien. An den höheren Schulen Werls endigen die Sommerserien am morgigen Mittwoch. Der Unterricht wird am Donnerstag, dem 12. August wieder aufgenommen. Der Rundfunk am Dienstag Reichsprogramm: 19,45—20: Vortrag von Generalleulnant Dittmar. 20,15—21: Klaviersonate von Motert und Sinfonie Nummer 2 von Beethoven. 21—22: Komponistenbild: Robert Schumann. Deutschlandsender: 17,15—18,30: Konzertsendung mit Werken von Händel, Mozart, Roselli u. a. 20,15 bis 21: Gern gehörte„kleine Melodien". 21—22: „Eine Stunde für Dich“ mit bekannten Unterhaltungsorchestern und Solisten. xis vielfach bewährtes Hilfsmittel, wesentlich arleichtert. Für Betriebe, die im Rahmen ihrer Ausbildungseinrichtungen über keine psychologischen Begutachter verfügen, wurde als zentrale psychologische Untersuchungsstelle das Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitspädagogik im Amt für Leistungsertüchtigung, Berufserziehung und Betriebsführung der Deutschen Arbeitsfront geschaffen. Es kommt heute darauf an, den besten Arbeitsplatz für jeden zu finden, weil er nur an diesem das Höchste leisten kann. Die höchste Leistung jedes einzelnen aber ist notwendig, um den Sieg zu erringen. E. W. Bevor es auf den Acker gehf In aller Frühe wird die Milch zur Molk erei gefahren Auf der Schulbank der Mütterschule Was eine Hausfrau alles lernen kann Vielerlei Fragen sind es, die in den Mütterschulkursen des Deutschen Frauenwerkes austauchen, deren Beantwortung gemeinsam von den Müttern und der Kursusleiterin erarbeitet wird. Alle Themen werden nach bewährten Plänen von den erfahrenen Lehrkräften der Mükterschule den Kursusteilnehmerinnen zur Diskussion gestellt. Es gibt eine ganze Reihe von Lehrgangen, für die immer wieder Interesse besteht und die so zu einem festen Bestandteil des Arbeitsplanes der Schule geworden sind. So beginnt der Lehrgang für Säuglingspflege schon lange vor der Geburt des Kindes mit der Beratung der werdenden Mutter. Fragen und Antworten klären die zweckmäßigste Pflege und Ernährung während dieser Zeit: Kleiderfragen werden angeschnitten, Ratschläge für die Vorbereitungen auf die Ankunft des Kindes erfragt und erteilt: die Handgriffe der Säuglingspflege werden praktisch geüht. Stiller geht es im Raum für Gesundheits, und Krankenpflege zu, denn die Teilnehmerinnen an diesem Kursus sind meistens Mütter, die schon mehr als einmal ratlos und bestürzt am Krankenbett ihres kleinen Lieblings gestanden haben. Sie haben selbst erlebt, daß sie auf die Fragen des Arztes keine klare Antwort wußten, weil sie nicht gelernt hatten ihr * Kind richtig zu beobachten und den Zeitpunkt und die Erscheinungsformen der Erkrankung festzustellen und anzugeben. Bei Anordnungen des Arztes zeigten sie sich trotz aller Bereitwilligkeit ängstlich und ungeschickt. Wie mißt man Fieber? Was ist überhaupt Fieber, und welche Erleichterungen kann man einem Fieberkranken verschaffen? Wann u. wie macht man Hals=, Brust= und Wadenwickel? Praktische Krankenpflege lernt man in desem Kursus beim Bettenmachen, bei der Anlegung von Verbänden bei ersten Hilfeleistungen für kleine und auch ernstere Unfälle im Kinderzimmer und auf dem Spielplatz. Pflege, Ernährung und Unterhaltung des kranken Kindes finden eine fachlich=einwandfreie, liebevolle und lebendige Behandlung. Das gesunde Kind macht der Mutter oftmals noch mehr Sorgen; es ist lebhaft bis zur Unbändigkeit oder still bis zur Aengstlichkeit, altklug, zänkisch, vorlaut oder ungehorsam, trotzig, neidisch, lügnerisch oder was es sonst an Charakter= und ausgesprochenen Kinderfehlern gibt. Die Mütter gestehen sie sich nur recht ungern ein und meist erst dann, wenn sie selbst mit ihrem Tunichtgut nicht mehr zurechtkommen. Auch hier heißt es wie im Krankenzimmer: besser vorbeugen als heilen. Darüber hinaus erfährt aber die Mutter im Lehrgang für Erziehungsfragen noch sehr viele Dinge, die sie in diesem Zusammenhang lebhaft interessieren. Sie lernt Finger= und Kreisspiele sowie Kinderlieder. Unter sorgfältiger Anleitung entstehen aus Papier und Pappe. Streichholzschachteln, Stoff= und Garnresten mit ein wenig Buntpapier, Schere und Leimtopf Spielzeuge, die kaum Pfennigwert haben und doch viel Freude ins Kinderzimmer tragen und auf längerer Eisenbahnfahrt oder im Krankenbett des beste Beschäftigungsmittel sein können. Ueber diese kleine Beschäftigungslehre hinaus, die der Lehrgang für Erziehungsfragen ihr bietet, kann sie sich im Lehrgang für Spielzeug an die Herstellung größerer und stabilerer Spielsachen wagen. Da entstehen in fröhlicher Gemeinschaft mit dem Handwerkszeug der Mütterschule angefertigt Kasperletheater, Puppenbettchen mit Puppen, Eisenbahnen, Hühnerhöfe, Hampelmänner, Schaukelpferde, Stofftiere, Burgen, Kriegsschiffe, Kanonen, Tanks und Flugzeuge— Herrlichkeiten für Kinherherzen und=hände jedes Alters. Aber Mütter haben ja noch andere Sorgen, die die Mütterschule mit ihnen teilt: Kinder wollen gut und zweckmäßig gekleidet sein; sie brauchen Wäsche, Kleider, Mäntel und Mützchen. Es gibt Löcher zu flicken und im Zeichen der Kleiderkarte aus Altem Neues zu arbeiten. Rat und Hilfe gibt es für solche Nöte im Lehrgang für Nähen. Wer da meint, er könne schon alles, lernt froh noch vielerlei dazu, vielleicht einen hübschen wirkungsvollen Zierstich, eine Tasche oder eine Faltengruppe machen oder die selbständige Herstellung eines gutsitznden Schnittes. Und noch ein anderes großes Interessengebiet der Hausfrau und Mutter hat sich die Mütterschule zu eigen gemacht: die Küche mit allen darin vorkommenden Arbeiten. Gedanken zur neuzeitlichen Ernährung, zu einer sparsamen zweckentsprechenden und schmackhaften Zubereitung auch der kriegsbedingten Kost, finden hier in vielen Rezepten ihre praktische Verwirklichung. Da die Mütter die von ihnen zubereiteten Gerichte auch selbst essen, sind sie Schüler und Kritiker zugleich. Und viele von ihnen haben sich überzeugen lassen, daß sie als„alte Hausfrauen" noch vieles dazu gelernt haben. In Friedenszeiten macht sich der Städter kaum Gedanken darüber, woher die Dinge kommen, die der täglichen Ernährung dienen. Die Lebensmittel stehen dann ja in den einschlägigen Geschäften, beim Bäcker, Metzger, Gemüse= und Milchhändler, in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Erst recht stellt der Verbraucher zumeist keine Ueberlegungen darüber an, welche hohen Arbeitsanforderungen an die Angehörigen des Reichsnährstandes gerichtet werden, damit die Hausfrau das zum Leben Notwendige einkaufen kann. Anders im Kriege. Da wird dem Städter bald überzeugend klar, wie sehr er von der Hände Fleis des Landvolkes abhängig ist, das von früh bis späs schafft, damit es uns am täglichen Brot nicht fehle. Er lernt des Bauern Arbeit würdigen und schätzen. Und vielleicht denkt er, wenn er am Morgen aufsteht, auch einmal oaran, daß der Landmann schon längst mit dem Tagewerk begonnen hat. Die Milch zum Morgenkaffee wird ihn vielleicht daran erinnern, daß um die Zeit da draußen auf den Bauernhöfen von Börde, Haar und Hellweg die Kühe gemolken sind, die Milch gekühlt ist und die Kannen auf den Wagen geladen werden, der sie zur Molkerei bringen soll. Wer als Frühaufsteher schon einmal dorfwärts gewandert ist, wird sicher hier und da an der Landstraße Gestelle entdeckt haben, auf denen in großen Kannen die Morgenmilch auf den Abtransport wartete. Diese Gestelle sind so hergerichtet, daß der Lenker des Milchwagens die Kannen übernehmen kann, ohne erst absteigen zu müssen Wenn man weiß, daß im Kreise Soest allein neun Mölkereien bestehen. dann ist leicht errechnet, daß täglich weit über 100 Aufnahme Pongratz Fuhrwerke den Milchzubringedienst verrichten müssen. Davon werden allein 21 Wagen für die Molkerei Soest und 17 für die Molkerei Welver beschäftigt. Nicht nur das Melken will getan sein, ehe es hinaus geht auf den Acker. Auch das Füttern des Viehes muß erledigt sein. Vom Futter hängt der Milchertrag ab. Ueppige Weiden verbürgen reichliche Milchmengen. Darum begrüßen es die Bauern, daß nach hitzereichen Wochen die den Wiesen abträgliche Periode der Trockenheit überwunden ist und das Grünfutter nunmehr wieder prächtig gedeiht. sr. Aus den Landgemeinden In der Erntezeit hilft die Kochkiste Die gute, alte Kochkiste ist gerade in den arbeitsreichen Tagen der Ernte eine große Hilfe. In ihr werden die Speisen auch ohne Beaufsichtigung gar. Ferner verbraucht man nur ein Viertel der Feuerung oder des Stromes, der sonst zum Kochen notwendig ist. Aus der Tatsache, daß durch stundenlanges heißes Stehen wertvolle Vitamine bei Gemüse und Kartoffeln verlorengehen, ziehen wir die Folgerung, daß wir in der Kochkiste in erster Linie nur Gerichte von Reis, Grieß, Graupen, Haferflocken, Grütze, Hirsebrei und Hülsenfrüchte herstellen. Diese Nährmittel brauchen nach dem Abkochen keine Siedetemperatur. Sie quellen in der Kochkiste langsam gar. Ein Gemüseeintopf können wir trotzdem in der Kochkiste zubereiten, wenn wir dem fertigen Gericht feingeriebenes rohes Gemüse zusetzen wie Möhren, Kohlrüben, Sellerie usw. Frische Rohkostsalate undf risches Obst als Nachtisch ersetzen wieder die in der Kochkiste verlorengegangenen Vitamine. Bei der Kochkistenbenutzung ist vor allen Dingen auf das richtige Einfüllen zu achten. Nur bis zu drei Viertel der Topfhöhe darf eingefüllt werden. Damit die Hitze lange genug aneinehält, muß sich im restlichen Viertel genügend Dampf ansammeln können. Ein Sechstel der normalen Kochzeit sollen die Speisen vorgekocht werden und dann — was sehr wichtig ist— im fest verschlossenen Topf in die Kochkiste gestellt werden. Vor allen Dingen darf der Deckel nicht noch einmal geöffnet werden, nachdem man den Topf in die Kochkiste gestellt hat. BAD SASSENDORF — Ersatzrad im Haferfeld. Hier wurde in einem Haferstück etwa 30 Meter von der Reichsstraße entfernt ein großes Ersatzrad für Lastkraftwagen gesunden. AMT BORGELN-SCHWEFE a Einecke. Rind aufgegriffen. Dieser Tage wurde hier ein Rind aufgegriffen, das offenbar von einer Weide in der Umgebung ausgebrochen ist. Der Eigentümer des Tieres möge sich an das Amt BorgelnSchwefe wenden. a Borgeln. DRK.=Bereitschaft Borgeln. Am Freitag, dem 13. August, abends 20 Uhr, findet in der Wirtschaft Jaspert eine DRK.=Pflichtversammlung statt. Alle Helferinnen haben pünnktlich zu erscheinen. a Welver. Deutsches Rotes Kreuz Welver. Am Donnerstag, dem 12. August, abends 20 Uhr, findet im Bereitschaftsheim eine Pflichtversammlung statt, an der alle Helferinnen teilzunehmen haben. Das Gebot der Stunde Gewiß hat jeder seine eigene Arbeit und seine täglichen Pflichten. Aber hast Du es nicht sehr viel besser als eine Bäuerin, deren Mann und Söhne Soldat sind? Die Ernte steht vor der Tür, die Bäuerin kann allein die Arbeit nicht schaffen. Hilfe tut not! Ob wir sie in Haus und Garten oder auf dem Felde untertützen, ist dabei gleichgültig. Es gibt auch genug Arbeit im Hause für körperlich schwächliche Frauen und Mädchen: da ist zu flicken, zu bügeln und einzumachen, die Kinder sind zu beaufsichtigen und manches andere zu tun. Wer nicht tagelang abkommen kann, der stelle sich stundenweise oder über das Wochenende zur Verfügung. Das Hereinbringen der Ernte geht allem anderen vor! Je eher Ihr Euch meldet, desto besser. Besprecht alles Nähere mit Eurer Ortsfrauenschaftsleiterin, die sich ebenfalls in den Dienst der Sache gestellt hat. Verdunkeln von 21.05 bis 6.05 Uhr Franziska und die 7 Raben/ 36. Fortsetzung Lohmüller ist bleich geworden. Aber er ist auf der Hut. Er hat erwartet, daß das kommen würde, er ist nicht ganz ohne Erfahrung als Angeklagter. „Was heißt das?“ stottert er unschuldig.„Das versteh' ich nicht „Tun Sie nicht so. Bitte, Mittermayr, erzählen Sie uns doch, was der Mann hier sagte, als Sie ihn neulich in der Nacht festnahmen; aber vergessen Sie dabei kein Wort!“ Der Kommissar tut's, und so gut hat er sich alles gemerkt, daß er eine wortgetreue Schilderung geben kann. „Na?— Und was sagen S' jetzt?“ Mühlritter läßt den Kleinen nicht aus den Augen.„Sie haben ja selbst erzählt, daß Sie jemanden gefunden hätten, einen Toten, nicht wahr... heraus mit der Sprache! Und ein bißchen rasch! Und seien Sie vorsichtig mit der Wahrheit— das ist etwas, bei dem es für Sie um Kopf und Kragen gehen kann!“ „Was soll ich da schon sagen?— Ich bin so erschrocken, wie ich den Herrn Mittermayr in meinem Zimmer gesehn hab', und wie die Taschenlampe aufgeleucht' ist... da täten Sie auch erschrecken, Herr Rat. Und nüchtern war ich auch gar nicht. Da redet man viel dummes Zeug.“ Der Kommissar fährt auf:„Nicht mehr nüchtern! Wir haben festg'stellt, daß du an dem Abend bloß zwei Halbe getrunken hast beim Lamm und drei in der Post— das wirft einen Kerl wie dich nicht um!“ Der Richter gibt dem Aufgeregten einen Wink, daß er schweigen solle.„Ich mache Sie noch einmal darauf aufmerksam, Lohmüller, daß Sie sich da mit ein paar Worten in eine Sache hineingeredet haben, die ich aufklären werde, so oder so!“ Die Stimme ist nun alles andere als freundlich.„Man kennt Sie. Man kennt Sie sehr genau. Man glaubt Ihnen nicht alles. Aber es ist ja immer noch möglich, daß das Ganze ohne alle Folgen für Sie bleiben kann, nehmen wir einmal an, Sie hätten einen Selbstmörder gefunden... was? Das wäre denkbar. Das würde auch Ihre im ersten Schreck gestammelten Worte erklären.— Aber warum sagen Sie es dann nicht? Was? Nun sprechen Sie schon. Ich gebe nicht nach, darauf können Sie sich verlassen. Sie erreichen mit Ihrer Hartnäckigkeit höchstens, daß sich die Mordkommission mit Ihnen befaßt— aber dann wird es für Sie noch unangenehmer.“ Der Bucklige hat den Kopf gesenkt und schweigt So steht er und läßt den Richter reden und den Kommissar dazu; sie bringen kein Wort aus ihm heraus. Und nach einer Stunde gibt Mühlritter es auf und läßt ihn wieder abführen— natürlich nur für diesmal, so rasch gibt ein Mann wie er sich nicht geschlagen. Mißmutig verläßt er das Haus. Der erste, dem er in die Hand läuft, ist Forstmeister Lodroner. „Hallo, Nepomuk!“ ruft er ihm zu, sie kennen sich vom Kegeln her.„Gerade hatte ich mit einem guten Freund von Ihnen eine kleine Aussprache, Lohmüller heißt er." „Wenn Sie noch einmal von meinem„Freund sprechen, dann erwürge ich Sie auf diesem Platz!“ entgegnete der Forstmeister liebenswürdig.„Ja?— Und was ist?— Er leugnet natürlich alles?“ „Er wollte. Aber jetzt gibt er es zu, das heißt, wenigstens das mit dem Fallenstellen und dem Wild el. Roman von Rudolf Anderl Copyr. by Ve lag Knori& Hirth Die Leute sagen ihm nicht viel Sie frevel. Aber da ist noch etwas anderes kennen den Mann doch schon länger?“ „Vom Hörensagen wohl; persönlich nicht, obgleich er doch. schon lange hier lebt. Aber er war immer wieder Jahre weg. Artigkeiten nach.“ „Weiß ich. Glauben Sie übrigens“, Mühlritter zertritt seine fertig gerauchte Zigarre sorgfältig, glauben Sie übrigens, daß ein Mensch, der ein Tier kaltblütig im Eisen oder in einer Schlinge verkommen läßt... glauben Sie, daß so einer einen Menschen auch umlegen könnte—?“ Nepomuk stutzt. Was soll das heißen? Er überlegt zuerst, ehe er antwortet:„Ich hab' schon ein paarmal Rehe gesehen, die in Schlingen verendeten; es gibt nicht viel, was noch schrecklicher anzuschauen ist. Für mich ist jeder, der so eine Schlinge legt, ein Mörder... ein Mörder, verstehen Sie, ein richtiger Mörder.“ „Ich versteh' schon. Mehr wollte ich auch nicht wissen.— Was haben Sie vor? Gehen Sie ins Amt? Dann hätten wir noch ein Stück gleichen Weges.“ Leider muß ich nein sagen. Ich will auf den Berg zu meinem Onkel.— Wiedersehen, Leonhard.“ und alles Gute, Nepomuk.“ Der Forstmeister steigt auf dem schmalen Serpentinenweg zum kleinen Haus des Onkels Justus empor und überlegt dabei was Mühlritter mit seinen Worten eben gemeint hat. Steht Lohmüller noch in einem anderen Verdacht als in dem der Wilddieberei? Zuzutrauen wäre es ihm. Der Onkel sieht den Neffen schon heraufkommen. Er holt die bäuchige Flasche vom Fensterbrett, entkorkt sie und stellt zwei Gläser bereit, und Nepomuk hat auch gegen eine entsprechende Aufforderung nichts einzuwenden. Dann sitzen sie nebeneinander auf der grünen Bank in der Sonne und schweigen sich erst einmal richtig aus; das tieforgelnde Summen der Bienen und das Duften des Heus erfüllt die warme Luft. Zwischen den Spitzen der Bäume hindurch sieht man kleine weiße Wolken, die über den mittsommerlich blauen Himmel segeln. Der Alte fängt endlich an:„Was ist?— Hast du mir gar nichts zu erzählen?“ „Hm. Doch. Der Mühlritter hat den Lohmüller verhört. Er hat nicht lange geleugnet.“ „Hast du daran gezweifelt, daß der Lump ein Wilddieb ist?“ „Natürlich nicht.“ „Ich auch nicht. Hoffentlich lassen sie ihn so schnell nicht wieder heraus. Prost“ Er trinkt.„So Das ist also ganz gut.— Und was ist nun eigentlich mit der Franzl?“ Der Forstmeister beißt an seiner Pfeife herum, windet sich ein wenig und meint dann:„Du? Woher weißt denn du davon—?“ *„Ich lebe auch nicht auf dem Mond. Jeden Tag kommen deine Waldarbeiter vorbei; für Schnaps erzählen die eine ganze Menge“ „Aber woher wissen denn die—!“ „Kunststück. Der Pankraz selber soll ges ben, daß die Verlobung zwischen deinem Ludwig und dem Fräulein Lammbacher in die Brüchgegangen ist. weil besagter Ludwig draufgekommen ist, daß sie früher schon einmal mit einem anderen———. Freilich, es gibt eine ganze Menge Männer, die bei einer solchen Entdeckung nicht gleich den goldenen Ring zurückschicken; aber der Bauer vom Weiherhof hat eben eine sehr genau eingeteilte Moral. Und dann... wenn sie's natürlich mit dem eigenen Bruder gehabt haben sollte... und wenn dieser Bruder ausgerechnet wieder eben der Pankraz war..“ „Das sagen die Leute auch—?!“ „Leider ja.“ „Grundgütiger Hubertus!— Müssen sie ihre Mäuler denn an allem wetzen!“ „Ach, Nepomuk, wir sind alle Menschen; die Salzbrunner machen da keine Ausnahme. Und leider haben sie gerade in der letzten Zeit recht häufig Gelegenheit gehabt, über den„Goldenen Raben' zu schwätzen, beziehungsweise über einige der Brüder, denen er gehört... find'st du nicht auch?“ „Ich versteh' dich schon. Das geht auf mich." „Wie du meinst. Tja und was wird nun eigentlich? Die Lage ist gespannt, das läßt sich denken... was?“ „Alledings. Michael hat mich heute morgen angerufen, daß wir Brüder zusammenkommen sollten — morgen vormittag. Er will Pankraz bestimmen, daß er weggeht, so schnell wie möglich.“ „uno ov er's tut?“ (Fortsetzung folgt.) Aus den Nachbarkreisen Museen. Nach den Berichten über die Entwicklung der westfälischen Heimatmuseen konnten diese auch im vierten Kriegsjahr durch beachtliche Neuerwerbungen bereichert werden. Das Museum in Paderborn erhielt durch Geschenke, vier vorgeschichtliche Urnen, zwei Pergamenturkunden von 1670 und 1745, eine von 1518. eine spanische Silbermünze, Glaspokal und Siegelabdrücke Durch Ankauf wurde ein Bronzemörser von 1736 erworben. Als Leihgabe erhielt das Museum eine Urkunde des Abtes Paulus von Abdinghoff von 1677—80. Das Heimatmuseum in Menden erhielt zwei ausgezeichnete Porträts des Mendener Malers Franz Lillotte, der zu den besten Porträtisten des 18. Jahrhunderts zählt. Als Geschenk erhielt das Museum ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit, interessante Beutewaffen aus dem Osten, gute Stücke für die Trachtensammlung und eine wertvolle zweibändige illustrierte Geschichte der Grafschaft Mark. Paderborn. Brutaler Mord. Am Sonntag, dem 1. August 1943, wurde in den Abendstunden auf dem Philosophenweg in Paderborn die 22jährige Postfacharbeiterin Magdalene Sippel sterbend aufgefunden. Die Verletzte hatte zahlreiche Stichverletzüngen erhalten, die bald nach ihrer Auffindung zum Tode führten. Die sofort aufgenommenen tatkräftigen Ermittlungen der Kriminalpolizei Paderborn führten in Zusammenhang mit der Mordkommission der Kriminalpolizeistelle Dortmund zur schnellen Aufklärung dieses brutalen Verbrechens. Der 18jährige Johann Schröder ist überführt und geständig, die Sippel niedergestochen zu haben, als sie seine Begleitung und unsittlichen Anträge ablehnte. Dortmund. Als auch Musikdirektor der Staatskapellmeister Karl tet. Sendung ihrer schaffenden Kameradinnen aus Sachsen besonders willkommen, und ihr Dank wird den Frauen und Mädchen in Auerbach die schönste Anerkennung und Belohnung für ihren Opfersinn bedeuten. Warendorf. Im Kellereingang tödlich verunglückt. Ein bei seinem Onkel zu Besuch weilender 13jähriger Junge fiel beim schnellen Laufen vom Hof in das Haus in einen Kellereingang. Der Junge zog sich eine Gehirnerschütterung zu, an deren Folgen er bald darauf starb. Bochum. Anerkennung für den Bergmann. Wie vor drei Wochen in Dortmund fand jetzt auch in Bochum eine Ehrung von Bergmännern statt, die sich bet der Bekämpfung von Notständen nach feindlichen Fliegerangriffen durch einen besonderen Einsatz ausgezeichnet haben 623 Bochumer Bergmänner waren der Einladung der Deutschen Arbeitsfront in den Gefolgschaftsraum der Schlegel=Brauerei gefolgt. Mit herzlichen Worten wandte sich Gauleiter Hoffmann an der Be Opexndirektor, gleichzeitig Gauhauptstadt Posen, wurde Köhler, Dortmund, verpflicheinen t haruder Dortmund. Sächsische Werkfrauengruppen spenden für Dortmunder Frauen. Der Kreiswaltung der DAF. in Dortmund sind nach den Terrorangriffen aus den verschiedenen Gauen überzeugende Beweise der Hilfsbereitschaft und des Mitgefühls zugegangen. Eine besondere Freude beteiteten unseren totalgeschädigten Rüstungsarbeiterinnen die Werkfrauengruppen des Kreises Auerbach in Sachsen. Die Mitglieder dieser Werkfrauengruppen hatten in ihren Heimabenden Kleidungsstücke für fliegergeschädigte Arbeitskameradinnen in den luftgefährdeten Gebieten angefertigt. Sie verpackten die Ergebnisse ihres Fleißes in große Kisten, die vor einigen Tagen bei der Kreiswaltung der DAF. in Dortmund eingingen. Diese enthielten Oberhemden, Schlafanzüge, Damenuntetwäsche, Kinderkleidung, Socken, Strümpfe, Hauspantofseln und ähnliche nützliche, sonst nur gegen Punkte erhältliche Gegenstände, und zwar jeweils in 50 bis 60 Stücken Es stellt den Werkfrauengruppen ein schönes Zeugnis der Hilfsbereitschaft aus, ihre bescheidenen Möglichkeiten so umfassend eingesetzt und ausgenutzt zu haben. Die Kreiswaltung in Dortmund hat inzwischen die Spende verteilt. Die einzelnen Kleidungsstücke wurden totalfliegergeschädigten Frauen ausgehändigt, die in Rüstungsbetrieben tätig sind. Ihnen war die die Bergmänner um ihnen im Namen der Bewegung und der gesamten Bevölkerung des Gaues Dank und Anerkennung auszusprechen für das, was sie in den Nächten während und nach den Luftangriffen geleistet haben.„Schon immer war der Kumpel der Stolz unserer Heimat, unseres Gaues. Nunmehr, nach diesen Luftangriffen ist der Kumpel uns ganz besonders ans Herz gewachsen.“ Fischerhude. Ulrich Modersohn gefallen. Ulrich Modersohn, der Sohn des im Frühjahr 1943 verstorbenen Prosessors Otto Modersohn, ist bei den schweren Kämpfen im mittleren Abschnitt der Ostfront im Alter von 30 Jahren für Volk und Führer gefallen. Mit ihm ist ein junger Maler dahingegangen, von dem Großes zu hoffen war. Er gehörte zu der jungen Malergeneration, von der man eine Erneuerung des Gedankens„Worpswede“ erwartete. Sein Tod trifft darum die gesamte Künstlerschaft des niederdeutschen Raumes. Papenburg. Säugling vom Schwein angefressen. Im Garten eines Hauses in der Friederikenstraße war ein Kleinkind in die frische Luft gestellt worden. Aus einem naheliegenden Schweinestall war zur gleichen Zeit ein Schwein unbemerkt ausgebrochen. Es geriet an den Wagen des Kindes und brachte diesem erhebliche Fraßwunden an der Wade bei und biß dem Kind außerdem eine Zehe ab. Steinhausen. Kind kam durch Unfall zu Tode. Das drei Jahre alte Töchterchen der Eheleute Gärtnereibesitzer Lammers ist durch ein eigenartiges Mißgeschick ums Leben gekommen. Während die Mutter Küche beschäftigt war, spielte das Kind auf der Deele, wo mehrere Säcke mit Kalk aufgestapeit waren. Dabei fiel ein Sack so unglücklich auf den Hnterkopf des Mädchen daß es einen Genickbruch erlitt, der den sofortigen Tod des Kindes zur Folge hatte. Amelsen(Kr. Einbeck). Einen oinzigartigen Rekord in der Rapsernte erzielte der Bauer Hermann Ebers von hier, der von einem Morgen bestellten Raps bei einer Aussaat von nur knapp anderthalb Kilo 22½ Ztr. Raps ernten konnte. 1 Ab heute bis einschl. Donnerstag Ein großer Kriminalfilm Zentrale Rio Ein Terra-Film mit Leni Marenbach, Camilla Horn, Werner Fuetterer, Ivan Petrovich, Hans Zesch-Ballot u. a. m. Sensationen und Untaten, aber auch die Bravourstückchen der Polizei halten uns in Atem. Ein Film mit einem unerhört. Tempol Kulturfilm/ Wochenschau Nicht für Jugendliche. Vorstellungen 16.301 0 19.301 Uhr Vorverkauf ab 15,30 Uhr. Nur bis einschl. Donnerstag Gesund lachen! Das ist die Devise dies. Heinz-Rühmann-Films Hurra! Ich bin Papa! mit Heinz Rühmann, Leny Marenbach, Ursula Grabley, Albert Florath, Ludwig Schmitz In diesem Film übertrifft Heinz Rühmann sich selbst.— Ein bezaubernder Lustspiel-Film. Wochenschau— Kulturfilm: Rund um den Reifträger. Jugendliche n.' zugel. Heute 16,30 u. 19,30 Uhr. Mittwoch 15,30 u. 19,30 Uhr tut mehr als Lehr! Aber wir wollenjes beim Thema Wäschewaschen nicht erst auf ein solches Exempel ankommen lassen. Schließlich sind uns unsere Punkte doch recht wichtig. Und da merken wir uns: Die Wäsche wird mit DALLITA, wie die Ge brauchsanweisung es sagt, eingeweicht. So löst sich der Schmutz, so wird das Waschen leichter so erhalten wir die Wäsche Paddelboof oder Kanu zu kaufen gesucht. Angebote unt. A 6354 an die Geschäftsstelle. M Elektr. Bügeleisen geg. 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Böhmer Trägerin des goldenen Ehrenkreuzes der deutschen Mutter im Alter Von 76 Jahren, einen Tag vor ihrem Geburtstag, versehen mit den hl. Sterbesakramenten der kath. Kirche. Die trauernden Hinterbliebenen. Soest(Thomästr. 6), Lippstadt, Hagen-Delstern, Iserlohn, Hamm, Buer, Stockum a. d. Möhne, Ahlfeld, Haspe, den 9. August 1943. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 12. Aug. 1943, um 15 Uhr von der Leichenhalle des Östhofenfriedhofes aus statt. Das feierl. Seelenamt ist am gleichen Tage morgens 8 Uhr im St, Patrokli-Dom. Warten Sie nicht bis Ihr Vorrat zur Neige geht! Fragen Sie uns frühzeitig. Wir stehen Ihnen gerne persönlich oder telefonisch mit Rat und Tat zur Seite; denn wir bedienen Sie gerne im Rahmen unserer Lieferungsmöglichkeiten. Gute Drucksachen liefert auch heute Rocholsche Buchdruckerei W. Jahn Ruf 1958 Für kleinen Geschäftsshaushalt Frau oder Fräulein die den Haushalt versieht u. stun denweise im Geschäft mit tätig sein kann, gesucht. Gefl. Angeb. unter R 6504 an die Geschäftsst. Haushälterin über 45 Jahre, für kleinen Vil lenhaushalt von berufstätigem Ehepaar gesucht. Fabrikant Felix Ruberg, Hagen 1. W., Bredelle 11. Tüchtiges Mädchen von 17—20 Jahren zur Stütze der Hausfrau für meinen Haushalt gesucht. Gehalt nach Uebereinkunft. Franz Rickert, Bauer, Bettinghausen. Biete: 4 Zimmerwohn. mit Zubehör in Lippstadt gegen gleiche in Bad Sassendorf zum Tausch. Angeb. unt. L 6490 an die Geschäftsst. Leeres Zimmer zum Abstellen v. Möbeln gesucht. Stapelfeld, Meyerich Nr. 205. Amtliche bekanntmachung Betrifft: Uebungsschießen der Flakartillerie. Es leßt die leichte Flak am Mittwoch, dem 11. August 1943, von 12 bis 13 Uhr. Gefährdeter Raum: Hüsten — Bruchhausen— Niedereimer— Breitenbruch. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich luftschutzmäßig zu verhalten."„ Der Landrat. Sonntag früh 7 Uhr erlöste der Herr unsern lieben, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, meinen lieben Bruder und Onkel, dèn Reichb.-Zugführer 1. R. Josef Schröer von seinem langen Leiden. Er starb, versehen mit den hl. Sterbesakramenten unserer kath. Kirche, im Alter von 86 Jahren. In tiefer Trauer: Theresia Müller geb. Schröer Philipp Müller/ Wilhelm Schröer/ Maria Schröer geb. Droste/ Theodor Schröer Maria Schröer geb. Camen/ Mimi Schröer Emma Schröer/ Fritz Schröer/ Maria Schröer geb. Lalmer/ Toni Reckzeh geb. Schröer/ 19 Enkel und 7 Urenkel. Soest, den 8. August 1943. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 11. Aug., nachm. 15 Uhr von der Leichenhalle des Osthofenfriedhofes statt. Das feierl, Seelenamt ist Mittwoch, den 11. Aug., morgens 8(10) Uhr im St. Patrokli-Dom. Gott der Allmächtige nahm Sonntag abend um 10,30 Uhr nach schwerer Krankheit unser liebes, kleines Horstchen im zarten Alter von 3½ Jahren wieder zu sich in den Himmel. Er war unser aller Sonnensehein. In tiefer Trauer: Familie Karl Risken-Gerstemeier Famille Georg Schenzer und alle Anverwandten Ampen, den 9 August 1943 Die Beerdigung findet-am Donnerstag, dem 12. August, um 3,30 Uhr vom Elternhause, Reichsstraße 108, aus statt. Einige alte Fensterflügel je 50—80 Pfg., und eine große Wäschemangel 30 RM. abzugeben. Zu erfragen in der Geschäftsstelle.(6506 Biete: 2 gr. Zimmer in Hagen. Suche: 1—2 in Soest. Jakobi-Nöttenwallstr: 9. sjohe Damenschuhe Pförtner Gr. 40/41, zu kaufen gesucht. Angebote unter J 6488 an die Geschäftsstelle. Zuverl., selbst., kinderliebes, jung. Mädchen als Haustochter in Etagenhaush. mit 4 Kindern gesucht. Angebote unter D 6456 an die Geschäftsst. zum sofortig. Antritt gesucht für Vormittags- u. Nachmittagsdienst in Wechselschicht. Standard-Werke G. m. b. H., Werl, Kreis Soest Schülerpult mit Sitz gegen 2 Rohrsessel zu tauschen gesucht. Angeb, unter G 6486 an die Geschäftsstelle.