Erscheint wöchentlich dreimal u. zwar: Dienstag, Donnerstag und Samstag. Preis pro Quartal 1 Mk., durch die Post bezogen 1.25 Mk. Inserate pro einspaltigeGarmondzeile oder deren Raum 10 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Reclamen pro Petitzeile 30 Pfg. mit der wöchentlichen Gratis=Beilage:„Sonntagsblumen“, zugleich Marsberger Zeitung und Anzeiger für die Aemter Nieder=Marsberg, Fürstenberg und die Stadt Ober=Marsberg Der Annoncentheil des„Diemel-Bote“ ist mit dem der„Hriloner Zeitung verbunden. Annoncen und Correspondenzen besorgt die Filial=Expedition von Joh. Schulte in N.=Marsberg. Inserate werden bei der Expedition in Brilon am Tage vor Erscheinen der Zeitung bis Morgensi.rin Nieder=Marsberg bis Morgens 7 Uhr erbeten Nr. 18. 7. Beitragswoche der Niedermarsberg, Dienstag, den 12. Februar. Alters= und Inv.=Vers. 1895. Noch immer werden Bestellungen auf den„Diemel=Bote" für die Monate Februar und März von allen Postanstalten, Briefträgern, sowie in der Expedition entgegengenommen. Preis 67 Pfg. durch die Post bezogen 84 Pfg. Alle Leser, Freunde und Gönner bitten wir, für die Verbreitung unseres Blattes durch ein gutes Wort in den Kreisen ihrer Bekannten nach Kräften mitwirken zu wollen, eingedenk der Worte: Wem die Presse gehört, dem gehört die Zukunft! Probenummern auf Wunsch kostenfrei. Die Expedition. CVC Es dämmert. Je weiter in Frankreich der sittlich-religiöse Zerfall um sich greift und als naturgemäße Folge der Anarchismus in Entsetzen erregenden Attentaten sich breit macht, um so mehr greift dort auch bei denkenden, wenn auch der Kirche entfremdeten Männern die Erkentniß Platz, daß die von dem gottentfremdeten Liberalismus und Logenthum eingeführte religionslose Schule den Hauptantheil an dem Unheil trage und daß eine Heilung des Uebels nur zu erwarten sei, wenn auf diesem Gebiete Wandel geschafft werde. So schreibt Angesichts des Attentats auf den Präsidenten Carnot der bekannte Philosoph und frühere Unterrichtsminister Jules Simon: „Kein Volk darf ungestraft Jahre hindurch den Gedanken an Gott aus seinem Unterrichtswesen verdrängen. Ich weiß wohl, daß die Regierung die Religion nicht ausgerottet hat, aber sie hat dieselbe ausgewiesen, zurückgestoßen, verborgen. Sie hatte damit angefangen, die Ordensleute zu verjagen, dann verjagte sie die Priester und entfernte selbst die religiösen Bücher aus den Schulen. Ein im Pulte eines Schülers aufgefundener Katechismus galt als Beweismittel gegen den Lehrer. Die Crucifixe wurden als unbrauchbare Schulmöbel angesehen und auf Wagen fortgeschafft. Man brachte sie aus den Gerichtszimmern und den Sälen der Hospitäler weg. Gewisse Gemeinderäthe hielten es für ihre Aufgabe die Schulbibliotheken zu untersuchen und daraus die Bücher zu entfernen, in welchen der Name Gottes enthalten war. Als ein Mitglied der Kammer, dessen Gewissen sich regte, vorschlug, an die Spitze des Programms für den Primärunterricht die Liebe zu Gott und dem Vaterlande zu setzen, rief man um ihn herum:„Was für einen Gott?“ Das sollte heißen: gibt keinen Gott!" oder wenigstens:„Es gibt keinen Gott, den man unsere Kinder lehren sollte". Inmitten dieses Krieges, den ein Minister einen großen Krieg nannte, kam das Wort auf: ni dieu ni maître.(weder Gott noch Herr), welches alle Geister über die Folgen dessen, was man that, hätte aufklären müssen. Selbst damals erkannte man, daß der Untericht, ohne Erziehung werthlos ist. Was aber ist die Erziehung ohne Gott? Ich setze entschieden den Priester an die Seite des Lehrers und der Mutter, nicht als ob ich eine Staatsreligion oder eine Herrschaft der Kirche haben wollte... ich verlange für die Religion nur Achtung und Freiheit; ich verlange für den Glauben an Gott nur das Bürgerrecht. Jeder soll ihn frei anrufen können nach dem Glauben seiner Väter. Ich kann es nicht vergessen, daß zu jenen Zeiten, als gegen die Kirche der Kampf heftig war, Frankreich den Namen Gottes, an den Anfang seiner Gesetze schrieb. Da man die Seele Frankreichs wieder beleben will, möge man nicht eine wichtige Erziehungskraft vergessen. Nächst der Familie, welche die Ouelle aller guten Gefühle ist, gibt es noch zwei Kräfte, welche Cousin und Thiers als unsterbliche Schwestern bezeichnen: die Religion und die Philosophir. Die Erziehung eines Volkes muß sich an die Autorität anlehnen. Die Natur selbst hat den Mann bestimmt, zu discutiren, und das Kind, zu glauben. Ein Gesetz über die Erziehung ist schwieriger zu machen, als ein Gesetz über die Presse. Die religionsfeindlichen Lehren, welche an Boden in Frankreich verliren, werden noch leidenschaftlich vertheidigt durch gewisse Leute, welche sich für fortgeschritten halten und doch Rückschrittler sind. Das ist kein Grund, allen Arten von Nihilisten und Anarchisten diejenigen Schranken nicht entgegenzustellen, die sie nicht überspringen können. Die große Mehrzahl der Unglücklichen, an welche in Folge der letzten Attentate die Gerechtigkeit Hand angelegt hat, sind junge Leute, die erzogen sind, als das Bild Gottes überall verhüllt war. Die schreckliche Lection ist gegeben, möge sie verstanden werden! Die Erziehung macht den Menschen und der Mensch das Volk.“ Ganz in Uebereinstimmung hiermit hat sich neuerdings ein nicht minder competenter Beurtheiler, der Untersuchungsrichter Guillot, über die Verwerflichkeit der religionslosen Schule wie folgt ausgesprochen: „Warum scheitern so viele gutgemeinte Versuche, der Jugend auszuhelfen? Weil man die Kinder der einzigen Kraft beraubt, die auf sie wirkt, nämlich der sittlichen und religiösen Erziehung. Mag man von der Religion denken wie man will, sie ist besonders für das Kind ein sittlich bildendes Element. und zwar das mächtigste von allen. Das Kind, welches sich von Gott gesehen und verfolgt glaubt, wird anders gehütet sein, als dasjenige, das nur einem menschlichen Auge sich zu entziehen sucht, welches das Kind nicht überall sieht und verfolgt. Man hat die Religion aus den officiellen Kreisen wie aus manchen Privatgesellschaften verbannt, daher rührt— das sage ich nicht von meinem Gefühle, sondern auf Grund langjähriger Erfahrung— ein gewaltiger Rückgang. Mit dem religiösen Ideal schwindet auch jedes andere Ideal. Vaterland, Familie, Pflicht sind Worte, die ebenso wie das Wort Religion nur ein Lächeln hervorrufen. Es bleibt nur noch der Kampf für das Leben, für die unmittelbaren Bedürfnisse und die rohen Instincte. Dies Alles erwacht im Alter, wo man früher mit Soldaten und Puppen spielte, und führt in den Schlamm, ins Gefängniß und manchmal auf das Schaffot. Trotzdem wird in gewissen anticlerikalen Anstalten des Landes die Verlildung der Jugend systematisch betrieben. Ein Zeitungsredacteur hatte im August, zur Zeit der Preisaustheilungen, mit dem Director eines Mädchenpensionats folgende Unterredung:„Sie haben keinen Preis für Katechismusunterricht?,— Wahrhaftig, nein!"—„So werden Sie das Gegentheil haben?"— Ja, gewiß. Wir haben den Preis für den Anticlerikalismus; derselbe wird der Schülerin ertheilt, die das Jahr hindurch sich als die von den alten Vorurtheilen am weitesten befreite erwiesen hat. Es trifft sich sehr selten, daß die Kinder, die man uns anvertraut, auf dem Schooß ihrer Mütter oder ihrer Großmütter nicht einige religiös Grundsätze gelernt haben. Und das verschwinden zu machen ist schwerer als man glaubt, aber man bringt es dahin."— Schreckliche Zustände! Wohin muß es mit einem Volke kommen, in dem so von der Schule aus die Frömmigkeit geflissentlich zerstört wird!— Die Ereignisse zeigen es nur zu deutlich, und wehe Frankreich, wenn die bei vernünftigen Geistern aufdämmernde Erkenntniß nicht bald weitere Kreise ergreift. Auf Irrpfaden. Original=Roman von E. Heinrichs. 53 Nahdruck verboten „Melanie's Weg führte erst recht in die Irre, als sie, um die Ihrigen zu retten, sich an einen so tief unter ihr stehenden Mann fesseln ließ," fuhr der Oberst schaudernd fort, „es war der Pfad der Verdammten, den ein Engel betreten um anderer Sünden willen. Ich wurde auf diesem Schreckenswege zeitig ein Mann und brach die Kette mit einem wahren Heldenmuth." Er war bleich geworden und starrte schweigend vor sich hin. „Das Blut Ihrer Ahner kam zum Durchbruch," rief der Nras,„eine edle Abstammung ist das höchste Gut, sie bewährt in den meisten Fällen und trieb Sie gewaltsam in die JorIn. Auf Irrpfaden befanden sich Graf Obernitz und Jihre Großnichte sowohl wie meine Nichte und der junge Voctor und auf dem letzten Irrpfade jagt soeben der Majoratsherr von Landenberg dahin." „Mit dem Vorsatz, seine Schuld zu verewigen," sagte der derst verächtlich lächelnd,„lassen wir ihn auf diesem Pfade, tas, er kommt doch an's rechte Ziel. Ist auch diese Stunde gewählt," setzte er, seine Uhr ziehend, hinzu,„da Abend bereits hineinbricht, so muß ich doch auf meinen Wunsch von vorhin bestehen." „Graf Kurt hat in seiner Aufregung um das Majorat die Comtesse vergessen," versetzte Wildhagen,„ich werde somit Ihren Wunsch erfüllen können, ohne specielle Vorschriften zu übertreten." Die beiden Herren begaben sich nun nach Graf Kurts Zimmern, welche sie passiren mußten, um zu dem Zimmer der Comtesse zu gelangen. Die Thür war verschlossen, der Schlüssel abgezogen. Graf Wildhagen klopfte. „Liebe Angelika!" „Was beliebt, Oheim?" „Olffne, liebes Kind, ich bringe eine gute Botschaft!" „Wer den Schlüssel besitzt, muß den Kerker öffnen,"— rief sie mit ungeduldiger Stimme. „Er hat den Schlüssel mitgenommen," sagte Wildhagen betroffen. „Vielleicht will er's mit einer Hungercur bei der Comtesse versuchen," bemerkte der Oberst Wolfsberg achselzuckend. „Möglich," nickte der Graf, rasch die Klingel in Bewegung setzend. „Wer hat den Schlüssel zu diesem Zimmer abgezogen?" fragte er den eintretenden Lacaien. „Ich weiß es nicht, Herr Graf!" „Rufen Sie die Zofe der Comtesse." „Die alte oder die neue Zofe, Herr Graf?" „Beide, Dummkopf!" „Die Comtesse ist eingeschlossen," rief Wildhagen zornig, „wer hat den Schlüssel zu sich genommen?" „Beide versicherten ihre Unschuld,— Rosine war selber eine Art Gefangene gewesen. Graf Kurt hatte also den Schlüssel mitgenommen; die Comtesse war jetzt in der That eine Gefangene. „Was machen wir nun?" fragte Wildhagen, als die beiden Zofen entlassen waren. „Wir lassen die Thür gewaltsam öffnen," versetzte der Oberst,„befreien die Comtesse und bringen sie von hier fort. „Das würde Aufsehen erregen—" „Warum nicht gar," lachte der Oberst,„soviel ich weiß, haben Sie doch Vaterstelle bei Ihr vertreten." „Weil Graf Kurt sich mit seinem Bruder verfeindet hatte." „Weshalb?" „Hm, wegen der Heirath des Majoratsherrn, im Grunde also wegen seines Treubruches gegen Melanie," versetzte der Graf zögernd. „Ist das wahr?" fragte der Oberst überrascht. „Mein Ehrenwort zum Pfande," nickte der Graf ernst. „Dann wird der Vater diesen Bund segnen," rief der Oberst gerührt,„und mein Thun gerechtfertigt halten. Graf Kurts Macht ist hier zu Ende, sein Bruder hat das Schicksal seines Kindes in Ihre Hand gelegt, mein bester Graf!— Lassen Sie mich diese Hand drücken, sie hat ein gutes Werk vollbracht, als sie die Waise vor dem Schutz des Majoratsherrn bewahrte.— Reden Sie als Vater mit der Comtesse, fragen Sie an, ob sie mir folgen will." „Hast Du gehört, was hier gesprochen worden, Angelika?" fragte der Graf mit lauter Stimme. „Ja, Onkel!— Ist der brasilianische Oberst bei Dir?" „Du hast es errathen,— ja, mehr noch, er ist in der That, wie ich fürchtete, ein Landenberg, ist der künftige Majoratsherr und des Doctors Oheim. Willst Du selber mit ihm reden?" „Ja, auf der Stelle.“ Onkel Kurt ist verreist, er hat den Schlüssel mitgenommen. Sollen wir die Thür gewaltsam öffnen?" „Natürlich—" „In diesem Falle mußt Du mit dem Oberst das Schloß verlassen—“ „So öffne doch nur, ich vergehe vor Ungeduld." Der Graf klingelte aufs neue und befahl dem Lacaien, einen Schlosser herbeizurufen. Nach kurzer Zeit war die Thür geöffnet und mit einer tiefen Verbeugung begrüßte der Oberst die vor Erregung zitternde Comtesse. „Ich danke Ihnen als meinem Befreier, Herr Oberst!" sagte Angelika, ihm beide Hände entgegenstreckend;„wie lieb von Ihnen, daß Sie hierher gekommen. O, sagen Sie mir ein Wort des Trostes, der Hoffnung.“ Der Oberst drückte sie lächelnd in einen Sessel und setzte sich ihr gegenüber. „Mein Großneffe— ich hätte den jungen Mann niemals für so tollkühn gehalten— wäre selber mitgekommen, Politische Nachrichten. Deutsches Reich. Berlin, 8. Februar. —* Vom Kaiserhofe. Der Kaiser empfing am Samstag den Reichscommissar Dr. Karl Peters, welcher sein Werk über unser südwestafrikanisches Schutzgebiet übergab. Abends wohnte der Monarch einem Mahl beim 1. Garde=Regiment in Potsdam zur Erinnerung seines Eintritts in dieses Regiment am 9. Februar 1869 bei. Der Kaiser übernachtete im Potsdamer Stadtschlosse und besuchte am Sonntag die Garnisonkirche dort. Um 11 Uhr reiste der Kaiser über Eberswalde nach Jagdschloß Hubertusstock, wo er bis Dienstag verweilen wird, um auf Hirsche zu pürschen. —* Kaiser Wilhelm und der französische Botschafter in Berlin. Der Pariser„Matin“ läßt sich aus Berlin berihten: „Kaiser und Kaiserin werden im Laufe des Winters einer großen Soiree in der französischen Botschaft beiwohnen. Man bemerkt schon seit langer Zeit die liebenswürdigen Aufmerksamkeiten, deren Gegenstand unser Botschafter von Seiten der kaiserlichen Familie ist. Der Kaiser erweist diesem Diplomaten unaufhörlich die herzlichsten Rücksichten. Man schließt daraus nicht nur, daß Herr Herbette beim deutschen Kaiser persona grata ist, sondern, auch, daß ein gut Theil dieser leutseligen Kundgebungen, deren er sich zu erfreuen hat, der Macht gelten, die er vertritt. Alle Freunde des Friedens beglückwünschen sich dazu." —* Aus Friedrichsruh. Fürst Bismarck hat sich bereit erklärt, den ihm zu Ehren von dem Reichstagswahlverein in Hamburg geplanten Fackelzug am 1. April anzunehmen. Ob der Fürst alle die angekündigten zahllosen Deputationen wird empfangen können, steht aber noch dahin. —* Zur Feier der Einweihung des Nordostseekanals im Juli wird eine Einladung an olle großen seefahrenden Nationen ergehen; bisher steht schon fest daß ein österreichisches Geschwader unter dem Erzherzog Stephan anwesend sein, und ein Riesenmanöver der gesammten deutschen Flotte folgen wird. Der Kaiser wird mit seinen Gästen auf den Yachten„Hohenzollern" und„Kaiseradler“ den Kanal durchfahren und bei Brensbüttel in die Elbe einlaufen. —* Das prenßische Staatoministerium hielt Sonnabend Nachmittag unter Vorsitz des Fürsten Hohenlohe eine Sitzung im Reichstagsgebäude ab. Die Verhandlung soll der Umsturzvorlage, deren Erledigung noch in weiter Ferne liegt, gegolten haben. —* Abwendung der Präsidentenkrists im Reichstag. In der damit beauftragten Reichstagscommission ist es bekanntlich nicht gelungen, eine Form festzustellen, in welcher die von Herrn von Levetzow gewünscht Verstärkung der Präsidialgewalt erfolgen soll. Nun hat der Centrumsabgeordnete Roeren einen neuen Vermittellungsvorschlag ausgearbeitet, den, wie man annimmt, das Reichstags Plenum gutheißen wird. —* Die Budgetcommission des Reichstages fuhr am Samstag in der Berathung der einmaligen Ausgaben des ordentlichen Militäretats fort. Für eine Caserne für ein InfanterieRegiment in Berlin wurden 200000 Mark gestrichen, 600 000 Mark bewilligt, zu Baulichkeiten für ein Eisenbahnregiment in Berlin 2000 Mark abgelehnt, für eine zweite Garnisonwaschanstalt zu Berlin 180000 Mark gestrichen, ebenso 58 000 Mark zu Baulichkeiten bei Arys, für ein Stabs= und Kammergebäude zu Tilsit 50000 Mark gestrichen und 54 785 Mark bewilligt, zu einer Caserne in Brandenburg die zweite Rate 400000. Mark abgelehnt, für eine Caserne in Halberstadt 15000 Mark gestrichen, desgleichen für eine Caserne in Torgau, 150 000 Mark, für eine Garnisonwaschanstalt in Posen 100000 Mark, zu einer Caserne in Schweidnitz 200 000 Mark und für eine Garnison=Simultankirche in Düsseldorf 10000 Mk. —* Die Umsturzcommission des Reichstages berieth nochmals über§ 112, ohne zu einem Beschluß zu gelangen. Seitens der Conservativen wird beantragt, die Untergrabung der Manneszucht zu bestrafen. —* Die Instizcommission des Reichstags hat die in der Novelle zum Gerichtsverfassungsgesetz von der Regierung beantragte Verweisung des Verbrechens des Meineides zur Competenz der Strafkammern mit 14 gegen 8 Stimmen angenommen. —* Die Mehreinnahme aus dem dem preußischen Abgewenn ihn nicht ein kleiner Sturz auf dem Perron irgend einer Station augenblicklich kampfunfähig gemacht hätte." Die Comtesse blickte ihren Oheim vorwurfsvoll an. „Nothwehr, meine Beste!" entschuldigte sich dieser verlegen. „Graf Wildhagen gebrauchte nur sein Hausrecht, Comtesse!" fuhr der Oberst ruhig fort.„Er mußte den jungen Doctor für einen Abenteurer und seine Nichte für eine Wahnsinnige halten, da er eine revolutionäre Wandlung der stolzen Dame unmöglich voraussetzen konnte." „Sie irren, Herr Oberst!" lächelte Angelika,„Graf Wildhagen kannte diese Wandlung.“ „Glaubte aber nicht an den Ernst derselben," fiel der Graf achselzuckend ein,„der Wahnsinn begann plötzlich mit einer Apotheose Ihrer Schwester Melanie, Herr Oberst. Setzte sich fort mit der Liebeserklärung für einen obscuren Arzt und endigte in der romanhaften Flucht. Die Comtesse Landenberg wollte hinter dem ihr von der Familie bestimmten Gemahl in der Romantik nicht zurückbleiben.“ „Spotte nicht, Onkel, wem Gott ein Herz gegeben, dem schenkt er auch Gefühle und ich schäme mich derselben nicht." „Bravo, meine theure Comtesse!" rief der Oberst, ihre Hand ergreifend und an seine Lippen führend,„ich habe Ihnen ein Unrecht abzubitten, als ich den Doctor vor Ihrer Nähe warnte; ich wollte ihn vor schwerem Leid beschützen, weil ich Sie für herzlos und hochmüthig, aber auch für gefallsüchtig genug hielt, um ein höhnend Spiel mit ihm zu treiben.— Wollen Sie sich mir anvertrauen, mit mir dieses Schloß verlassen, ohne die Rückkehr des Grafen Kurt abzuwarten?" „Der mich zur Hungercur verurtheilt hat und ohne ordnetenhause vorgelegten Stempelstenergesetz wird, wie es heißt, auf 12—15 Millionen veranschlagt. —* Der Gesetzentwurf betr. Abänderung des stenergesetzes vom 24. Juni 1887 ist, wie die„Post" hört, nunmehr fertiggestellt. Der Bundesrath dürfte sich in seiner nächsten Sitzung damit beschäftigen. —* Keine Weltpostmarke. Eine Nachricht, daß Deutschland die Einführung einer Weltpostmarke für den nächsten Postcongreß in Vorschlag bringen wolle, ist unbegründet. Die Valutaverschiedenheiten zwischen den einzelnen Ländern des Weltpostvereins machen eine solche Einrichtung unmöglich. Oesterreich. * Kaiser Franz Joseph ist am Sonntag früh nach Cap Martin bei Monte Carlo abgereist, um dort einige Winterwochen zu verbringen. Vorher hatte der Monarch in Wien noch längere Conferenzen mit dem österreichischen und ungarischen Ministerpräsidenten gehabt. Rußland. * Der frühere bulgarische Capitän Benderem, der bei der Entführung des Fürsten Alexander Battenberg z. Z. die Hauptrolle spielte, ist jetzt zum russischen Rittmeister ernannt. Wer noch nicht gewußt hat, wie Czar Nicolaus über Bulgarien denkt, der weiß es nun. * In Orel, Charkow, Kiew und Odessa sind mehrere Personen unter dem Verdachte verhaftet, daß sie Prohbriefe an den Czaren und dessen Familie geschrieben haben. Belgien. * Im Anarchistenprozeß zu Lüttich, in welchem bekanntlich auch eine Anzahl Deutsche angekagt waren, ist jetzt das Urtheil gesprochen, und zwar ist es recht streng ausgefallen. Die Strafen lauteten von 6 Monaten Gesängniß bis zu zehn Jahren Zwangsarbeit. Einer der zu zehn Jahren Zwangsarbeit Verurtheilten gerieth in eine solche Aufregung, daß er wie ein Wahnsinniger auf die bewachenden Gedarmen loszuschlagen begann und von diesen gefesselt werden mußte. Großbritannien. * An der englischen Küste sind, wie im Parlament mitgetheilt wurde, von Mitte Dezember bis bis Mitte Januar 586 Schiffbrüchige ertrunken. * Die gerüchtweise Meldung von einer bevorstehenden Verlobung des Kronprinzen von Italien mit der Prinzessin Maud von England wird für unbegründet erklärt. Asien. * Der Kaiser von China soll die Absicht gehabt haben, abzudanken, sich hinterher aber anders besonnen haben. Was die Kämpfe bei Waihaiwai betrifft, so sind die Chinesen nun dort völlig verdrängt, man muß aber zugeben, daß sich ihrMarinetruppen recht gut geschlagen haben. Haben auch die Japaner mehrere chinesische Schiffe in den Grund gebohrt, so haben doch auch die Chinesen zwei japanische Torpedodivisionen und ein großes Kriegsschiff fast total vernichtet. Die allgemeine Annahme geht dahin, daß von Seiten der interessirten Großmächte nichts geschehen wird, bis Peking von den Japanern gewonnen ist, dann werden aber auch Russen und Engländer ihren Vortheil wahrnehmen. Der Krieg hat dich Japan dermaßen angestrengt, daß es es nicht wagen kann, sich noch mit einer Großmacht zu verfeinden. Reichstag. * Der Reichstag brachte am Freitag, dem dritten Tage der Debatte, die Berathung über die Interpellation Hitze wegen der Errichtung von Arbeiterkammern u. s. w. nach einigen weiteren Reden zu Ende. Irgend welcher Beschluß wurde nicht gefaßt. Weiterhin wurden noch verschiedene Wahlprüfungen erledigt. Für ungilti= erklärt wurden die Mandare der Abgg Pichler, Casselmana, Meister, Greisz, Bentleon. Dann wurde die Sitzung bis Samstag vertagt * Am Samstag wurde die Interpellation Stumm verhandelt, welcher anfragt, was die Reichsregierung zu thuen gedenke, um den durch Untergang von Seeschiffen verursachten Verlust von Menschenleben mehr, als bisher, zu verhüten. Avg. von Stumm(freicons.) wünscht besonders eine genaue Ueberwachung des Schiffsbaues. Reichskanzler Fürst Hoyenlohe betont, daß die Reichsregierung nicht wüßig gewesen sei Für Controlle der Seetüchtigkeit der Schiffe sorgten die Unfall=Berufsgenossenschaft und der Germanische Lloyd, für eine Zweifel nach seiner Rückkehr noch andere Qualen ersinnen wird, um meinen Willen zu brechen," rief Angelika mit blitzenden Augen und einem verächtlichen Lächeln;„nein, Onkel Landenberg, ich gehe mit Ihnen und sehe mit Genugthuung, daß Onkel Wildhagen seinen Beifall, wenn auch mit sauersüßer Miene, dazu zollt." „Weil ich einsehe, daß Onkel Kurt bis zur Unzurechnungsfähigkeit seinen Willen durchzusetzen droht und ich solches nicht zugeben darf," versetzte Graf Wildhagen seufzend;„ich muß hier bleiben und die Schale des Zornes über mich ausgießen lassen." „Dafür bist Du auch wieder mein gütiger Onkel, dem ich alles verdanke," rief Angelika, ihm mit zärtlichem Blick die Hand reichend.„Im Uebrigen ist Graf Wildhagen unabhängig von dem Majoratsherrn von Landenberg, follt' ich meinen." „Das ist er in jeder Hinsicht, Kind!" lächelte der Graf; „wann reisen Sie, Oberst?" „Am liebsten sogleich—“ „Das ist unmöglich, doch können Sie mit dem zweiten Zuge reisen. Und welches Ziel haben Sie vor Augen?" „Die Residenz, ich erwarte dort wichtige Nachrichten." Aber meine Nichte—“ warf der Graf bedenklich ein. Sie nimmt ihre Zofe mit und bleibt unter meinem Schutze im Hotel„Zum Kronprinzen.“ „Gut, da es nun einmal nicht anders geht.— Jetzt, meine Herrschaften, zum Diner, ich spüre nach der vielen Aufregung einen Wolfshunger.“ ung folgt.) Reform des internationalen Seestraßenrechtes werde Sor gege tragen und sei diese bald zu erwarten, auch für die Ausrüstung mit Rettungsgeräthen und Booten sei Alles vorgesehen. Sollte die heutige Controlle nicht genügen, so werde allerdings eine Reichscontrolle eintreten müssen. Die„Elbe" sei ein durchaus seetüchtiges Schiff gewesen, Capitän und Mannschaften hätten ihre Schuldigkeit in vollstem Umfange gethan.(Wiederholter, lauter Beifall) Abg. Jebsen(natlib) verweist darauf, daß bei den deutschen Schiffen die Zahl der Unfälle am Geringsten sei; eine besondere Reichscontrolle sei also nicht wohl erforderlich. Abg. Singer(Soc.) verlangt gerade diese Controlle; erst komme die Sicherheit von Passagieren und Mannschaften und dann der Vortheil der Rheder. Staatssecretär von Bötticher erachtet das als selbstverständlich. Bei der „Elbe" seien aber alle Unglücksfälle dermaßen zusammengekommen, daß auch keine Staatscontrolle geholfen hätte. Das Schiff war durchaus seetüchtig. Genügt die hentige Controüle auf Grund von practischen Erfahrungen nicht, dann soll auch eine staatliche Ueberwachung des Schiffbaues eintreien. Abg. Lieber(Ctr.) ist durch die Erklärungen der Reichsregierung befriedigt und spricht Officieren und Mannschaften der„Elbe" seine vollste Anerkennung aus. Diese hatte keine Schuld an der Catastrophe. Abg. von Manteuffel(cons.), Rickert(frs.), Möller(natlib.) äußern sich in gleichem Sinn, zum Theil unter ernstlicher Mißbilligung der Handlungsweise des englischen Schiffes„Crathie", womit die Angelegenheit erledigt ist. Hierauf wird has neue Consulargesetz in erster und zweiter Lesung angenommen, und alsdann die Sitzung bis Montag 1 Uhr vertagt.(Zweite Etatsberathung.) Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. * Am Freitag hatte das Haus in Fortsetzung der Berathung des Eisenbahnetats die Einnahmen aus ven Personentarifen genehmigt. Am Samstag folgte die Berattung der Einnahmen aus dem Güterverkehr. Es kam hierbei zu einer sehr umfangreichen Erörterung der Einrichtung der sogen. Staffeltarife, welche zu verschiedener Beurtheilung Anlaß geben. Eine Petition schlesischer landwirthschaftlicher Vereine auf Einführung gleichmäßiger niedriger Frachtsätze für lebendes Vieh und auf Wiedereinführung der Staffeltarife wiro der Staatsregierung zur Erwägung überwiesen. Aesdann wird die Weiterberathung des Eisenbahnetats bis Montag vertagt vere 11 Beserwerden ersucht, uns Nechrichten, welche für die Jessentlichkeit v. Interesse sind, gesl. znserden zu wollen. Gedenket der darbenden Vögel! N=Marsberg, 11. Febr. Noch vier Wochen Winter Welch' herrliche Aussichten! Also wird die muniere Jugend ausrufen, die sich jetzt täglich auf den blanken Eisflächen tummelt! Wie schrecklich! werden die alten brummen, die selbst mit Hülfe eines Vollpelzes sich nicht die behagliche Wärme verschaffen können, oder die durch den vermehrten Kohlenbedarf eine empfindliche Lücke in die Kasse einreitzen sehen! Wer hat uns nun diese Aussichten eröffnet? Meister Dachs, der Grimbart in Sage und Dichtung, hat uns om 2. Februar diese Prophezeiung kund und zu wissen gethan. Er komt nämlich nach einem alten Vollsglauben stets am Mariä Lichtmeßtage hervor aus seiner unterirdischen Höhle, wo er seinen Winterschlaf hält. Heller Sonnenschein strahlte ihm diesmal in die schläfrigen Augen Er sah seinen Schatten und hatte nichts Eitigeres zu thun, als sofort wieder in seinen geschützten Kessel zurückzukehren und sich dort zum behaglichen Winterschlafe von Neuen zusammenzurollen. Mit diesem Verhalten aber sagt er uns, daß wir nus noch auf vier Wochen Winterzeit gefaßt machen tönnen. Nach Knauers hundertjährigem Kalender soll die Kälte für die nächste Zeit noch andauern, so daß die Freuden des Eislaufsportes vorerst keine Trübung erfahren werden. Gegen Ende des Februars wird dann wieder wärmerers Wetter und sogar Regen in Aussicht gestellt. Es winkt uns also, treffen die angeführten Bauernregeln ein, ein schönes Frühjahr und warmer SommerDer Hoffnung zu Liebe wollen wir gern noch ein Weilchen frieren. N.=Marsberg, 11. Febr. Ueber Sturm, Schneesälle und strenge Kälte laufen Nachrichten aus allen Theilen der Windrose ein. In ganz England herrscht strenge Kälte, die auch in Frankreich noch andauert. Der südliche Theil des Kattegats ist zugefroren. Der Mittwoch von Gothenburg nach Kiel abgegangene Dampfer„Diana“ traf auf dem Kupfergrunde Packeis von solcher Stärke, daß die Kraft des Dampfers nicht genügte, um hindurch zu kommen; Donnerstag Nacht traf der Dampfer in Gothenburg in völlig übereistem Zustande wieder ein. Ganz Rumänien meldet heftige Schneefälle, Triest „eine eisige Bora— der Telegraphenverkehr ist unterbrochen." Auf Sicilien heftiger Sturm; mehrere Flüsse sind aus ihren Ufern getreten. Infolge der großen Schneemassen stürzten die Dächer ein, wobei einige Personen verletzt wurden. Viele Schiffe flüchteten vor dem Sturm in die Häsen, ein mit Holz beladenes Boot erlitt schwere Havarien.— Bei einem heftigen Sturm gingen am Donnerstag im Hafen von Genua 20 Boote und eine Schaluppe des englischen Dampfers„Cyrenian" unter; 2 Mann erlranken. In der Stadt wurden zahlreiche Schornsteine umgestürzt. X Brilon, 11. Febr. Bei der gestrigen General=Versammlung der hiesigen freiwilligen Feuerwehr wurden der bisherige Vorstand Herr C. Rrimann als Hauptmann, Herr P. Böddicker als Stellvertreter und Herr F. Hüser als Rendant u. Schriftführer wiedergewählt. Es wurde, wie schon öfter, auch jetzt wieder der Wunsch um Erbauung eines Steigerthurmes ausgesprochen und wird hoffentlich die Stadtvertretung der Erbauung dieses längst nothwendig gewordenen Thurmes bals näher treten. ( Beilo das außerhalb Die Entstehun wohnende Fan + Thül einiger Zeit er Jahren wirkte Gemeinde.S Freunde jewo Mesched Handelskamme an welcher au werberath Sc vollzählig ersch die Berathung kammern unte kammerwesens sich unter and Bei der Festst bildungsschule Handelsschule der Neubildui kammer, weld Altena durch Eisenbahurath willigt worde Schenck in Arr Bering in Al Zoll auf Quer vertrag mit wurde nach ein zur Erledigun Von de gegenwärtig d stark. Die B fall, denn übNeheim hier heute Ne und um 8 U Paderb Prälaten Dr Domherrnstell hl. Vater an Vorgängerd Domcapitels 1. Dr. Richa Vicar und V Friedrich Cle 27. Novembe Nacke, geb. 1 Pastoraltheol seminars, D 1843, † 10. zu Paderbor Domprediger April 1854 berg, geb. 18 bischof(seit 1 Franz Caspa14. Novemb Wilhelm Stu Militär=Ober 1894. Paderl werden in Kaiser stattsi in der Senn der Kaiser vo in die Senne wird, ist noc Ausd fälischen Koh Hamburg eir Hamburg wi sandt 1 192 gegen 1893 Dortm sich hier vor auf den Bodsten Kälte ho samen Orte Hausbewohn merksam wun dem Versteck chen währen Ryeda, abgeschlossen fürstlich von gebracht hat Wesel kreis ReesLandrath Ge Amtsgerichts Zählung üb (freicons.). Wesel, war heute 2 in einem hie der schwächl rückwärts di ließ dasselbe aber aus, fi welches übe daß er sofor Düssel ist heute Na bewerkstelligt Sor gege die Ausorgesehen. illerdings sei ein inschaften (Wiederst darauf, am Geicht wohl jese Cond Mannissecretär Bei der mmenge= te. Das Controlle soll auch n. 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Seit nahezu 19 Jahren wirkte der Verstorbene höchst segensreich in unserer Gemeinde. Sein überaus biederer Character hatte ihm viele Freunde gewonnen und wird sein Andenken ein gesegnetes sein. Meschede, 6. Febr. Zu der heutigen Sitzung der Handelskammer für die Kreise Arnsberg, Meschede und Brilon an welcher auch die Herren Regierungsrath Bredow und Gewerberath Schüler theilnahmen, waren die Mitglieder fast vollzählig erschienen. Hauptgegenstand der Tagesordnung war die Berathung der von dem Herrn Handelsminister den Handelstammern unterbreiteten, auf die Neuregelung des Handelskammerwesens bezüglichen Fragen. Die Handelskammer sprach sich unter anderem gegen die Bildung alzugroßer Bezirke aus. Bei der Feststellung des Etats wurde für die Handels=Fortbildungsschule in Arnsberg und die in Aussicht genommene Handelsschule in Neheim je 100 Mk. Beitrag bewilligt. Bei der Neubildung der Bezirks=Eisenbahnräthe ist der Handelskammer, welche bisher mit den Kammern in Iserlohn und Altena durch einen gemeinschaftlichen Delegirten im Bezirk Eisenbahnrathe Köln vertreten war, ein eigener Vertreter bewilligt worden. Die Wahl fiel auf Herrn Friedrich von Schenck in Arnsberg. Zum Stellvertreter wurde Herr Christian Bering in Alme gewählt. Eine Reihe von Eingaben, betr. Zoll auf Querbrachoholz, Aenderung der Aichordnung, Handelsvertrag mit Argentinien und Zollverhältnisse mit Rußland, wurde nach eingehender Berathung den betreffenden Commissionen zur Erledigung überwiesen. Von der Ruhr, 6. Febr. Eine starke Eisdecke hat gegenwärtig die Ruhr überbrückt, dieselbe ist fast einen Fuß stark. Die Brückengeldereinnahme erleidet dadurch einen Ausfall, denn überall wird der Fluß so überschritten. Neheim, 7. Febr. Eine auffallende Kälte hatten wir hier heute Nacht. Das Minimalthermometer zeigte 29 Grad und um 8 Uhr Morgens war es noch 28 Grad C. Paderborn, 5. Febr. Durch die Ernennung des Hrn. Prälaten Dr. theol. Schneider zum Dompropst wird eine Domherrnstelle an der hiesigen Kathedrale frei, welche vom hl. Vater auf Präsentation des Königs besetzt wird. Die Vorgänger des neuen Dompropstes seit Reorganisation des Domcapitels(am 26. Oktober 1823) waren laut„W. V“ 1. Dr. Richard Dammers, geb. 1762 zu Paderborn, GeneralVicar und Weihbischof unter den Bischöfen Franz Egon und Friedrich Clemens, zum Bischof von Paderborn gewählt am 27. November 1841, † 11. Oktober 1844. 2. Dr. Martin Nacke, geb. 1773 zu Hörste, Gymnasiallehrer, Professor der Pastoraltheologie, Subregens, später Regens des Priesterseminars, Domcapitular seit 1823, Dompropst seit August 1843, † 10. April 1853. 3. Dr. Joseph Strider, geb. 1786 zu Paderborn, Gymnasiallehrer, Professor der Philosophie, Domprediger und(seit 1823) Domcapitular, Dompropst seit April 1854 † 18. Dezember 1857. 4. Dr. Joseph Freusberg, geb. 1806 zu Bilstein, Domcapitular seit 1850, Weihbischof(seit 1854) unter den Bischöfen Franz, Conrad und Franz Caspar, Dompropst seit dem 14. November 1858 † 14. November 1889.(Volle 31 Jahre Dompropst.) 5. Wilhelm Stuckmann, geb. 1828 zu Bislich, Divisions= und Militär=Oberpfarrer, Dompropst seit April 1890, † 29. Juli 1894. Paderborn, 5. Febr. Im Laufe des nächsten Sommers werden in der Senne große Cavallerie=Uebungen vor dem Kaiser stattsinden. Zu dem Zwecke werden sechs Regimenter in der Senne zusammengezogen werden. Wahrscheinlich wird der Kaiser von den Hofjagden im Lippe'schen über Lapsborn in die Senne kommen; ob er auch nach Paderborn kommen wird, ist noch nicht bekannt. Aus dem Ruhrkohlenrevier, 7. Febr. Die westfälischen Kohle bürgert sich erfreulicher Weise immer mehr in Hamburg ein und verdrängt dadurch die englische Kohle. Nach Hamburg wurden im letzten Jahre von Westfalen aus versandt 1 192879 Tonnen, das ist ein Mehr von 18,86 pEi. gegen 1893 und 32,08 gegen 1892. Dortmund, 10. Febr. Aus Furcht vor Strafe hatte sich hier vor einigen Tagen ein etwa 14 Jahre altes Mädchen auf den Boden begeben und sich dort versteckt. Bei der bittersten Kälte hat das Mädchen nun fast zwei Tage an dem einsamen Orte zugebracht, bis schließlich der„Tremonia" zufolge Hausbewohner durch lautes Stöhnen auf das Mädchen aufmertsam wurden und dasselbe in halberfrorenem Zustande aus em Versteck hervorzogen. Ein Wunder ist es, daß das Mäd en wah nd der bitteren Kälte nicht erfroren ist. abgeschlossen. Obschon die Untersuchung noch nicht fürstlich von Henso=ist, es doch so gut wie sicher, daß sich der surracht de dentheim'sche Leibjäger Otte das Gift selbst bei Mesel.0 zwar weil er seine Stelle verwirkt hatte. kreis Res=Mörs.3.(Reichstagsersatzwahl.) Der WahlLandrath Gescher verloren ging. ist iett alänzend Amtsgerichtsrath Fritzenlanzeno zuruckerobert. Zählung über 2800:n. Dulten erhielt nach bisheriger freicons). rückwärts die Treppe hinuntergehend, vor sich genommns, as ließ dasselbe von Stufe zu Stufe hinunterrollen, glitt hierbei aber aus, fiel mit dem Gesicht auf die Treppe und de Fas welches über ihn wegging, zerquetschte iym den Schädel so daß er sofort todt war. Der Verunglückte ist Familienpater Düsseldorf, 7. Febr. Ein gefährlicher Rheinübergang ist heute Nachmittag hier von mehreren waghalsigen Knaben bewerkstelligt worden. Etliche Knaben kletterten über die gigantischen Eismassen bis aufs jenseitige Rheinufer. Kaum dort angelangt, setzten sich die Eismassen in der Mitte des Stromes in Bewegung und trieben schnell ab. Die Knaben standen hülflos am jenseitigen Ufer, vollständig von Düsseldorf abgeschnitten, denn die den Verkehr zwischen Oberkassel und Düsseldorf vermittelnden Schiffchen haben seit gestern ihre Fahrten vollständig eingestellt. Die Knaben mußten also nach Neuß marschiren und von dort aus mit der Bahn heimkehren; dach auch das war mit Schwierigkeiten verknüpft, da die Burschen kein Geld besaßen. Düsseldorf, 5. Febr. Eine irrsinnige Frauensperson übergoß sich hier mit mit Petroleum und zündete sich an Mit Brandwundeu über und über bedeckt, wurde sie nach dem Marienhospital gebracht. An ihren Aufkommen wird gezweifelt. Düsseldorf, 9. Jan. In hiesiger Stadt scheint laut„Düsseld. Volksblatt" die Errichtung einer„Spitzbuben=Capelle" geplant zu sein. Nachdem umlängst einem Wirthe 2 Violinen gestohlen worden sind, wurde neuerdings in der Liefergasse eine Ziether, in der Bismarckstraße eine Flöte und aus einem Hause an der Gerresheimerstraße eine Trompete gestohlen. (Zur Vervollständigung der Capelle fehlt nur noch dieTrommel und der Tactstock für den Dirigenten, zu deren Herbeischaffung sich wohl noch ein musikalisches Diebsgenie finden dürfte. Die Noten würde dann schließlich die Polizei liefern. D. Red.) Neuß, 8. Febr. Ein 7jähriger Junge hatte gestern Nachmittag auf Zureden einiger Kameraden an die Eisenstangen des Geländers in der Erftstraße mit der Zunge geleckt und war selbstverständlich damit an dem Eisen hängen geblieben. Nachbarsleute befreiten durch Erwärmen des Eisens mit heißem Wasser den armen Jungen aus seiner ungemüthlichen Lage. Vermischtes. *Berlin. 5. Febr. Der Westfalen=Verein zu Berlin feierte am Sonntag den 3. Febr. im Saale der Old FellowLoge sein drittes Stiftungsfest unter großartiger Theilnahme der Mitglieder und Freunde des Vereins. Auch einige der hier weilenden Abgeordneten hatten der an sie ergangenen Einladung Folge geleistet. Das reichhaltige Programm wies u. A. zwei westfälische Männerchöre auf und zwar das„Lied der Markaner" von H. Österhold=Iserlohn(für Männerchor in Musik gesetzt von Wilhelm Handwerg und den anmuthigen „Westfalengruß aus der Ferne" von Joseph Wormstall=Münster welche, wie noch zwei andere Chöre von dem eigens zu dem Stiftungsfest gebildeten Gesangchor mit großer Accuratesse vorgetragen wurden. Fräulein Kleemann sprach den von Landsmann Fritz Holzgräfe gedichteten Prolog, welcher wie auch das heimathliche Lied„An der Weser" allgemeinen Beifall fanden. Die Festrede des Vorsitzenden bildete einen kurzen Rückblick auf die verflossenen drei Jahre, auf die der Verein nur mit voller Zufriedenheit blicken kann. Unser sauerländischer Landsmann Reichstagsabgeordneter Lenzmann=Hagen gab seiner Freude übrr den Westfalen=Verein und dessen echt landsmännischen Geist beredten Ausdruck. Lebhaften Aplaus fanden drei humoristische Aufführungen, darunter namentlich der„Musikalifche Wettstreit" zwischen dem Künstler Schwanenhals und dem westfälischen Bauer Klutenkamp. An der Kaffeepause betheiligten sich über 300 Personen. Während derselben spielte das Künstler=Ensemble unsers Landsmanns Wiemann von den Drei Raben. und dann beschloß ein großartiger Ball die Feier, wobei festgestellt wurde, daß die Söhne der rothen Erde keineswegs steif und eckig, sondern, daß sie auch beweglich und rund sind, aus dem Vorstehenden ist er sichtlich, daß der Westfalen=Verein einen Hort treuer Landsmannschaft in der Reichshauptstadt bildet. In Berlin lebende Landsleute sollten sich alle dem Vereine anschließen. Vorsitzender ist R. Herrmann, Berlin W., Yorkstraße 44. * Lowestoft. 7. Febr. Bei Southwold wurde die Leiche einer Dame und vier Postbeutel der untergegangenen „Elbe" an den Strand geworfen. Die Leiche ist noch nicht recognoscirt. Seit Montag sind dort zusammen acht Rettungs boote,„Elbe" gezeichnet, ein Faß Oel und 26 hölzerne Postbeutelschilder gefunden worden. Ein starker Nordost treibt zahlreiche Trümmer ans Land und die gesammte Küstenbe völkerung widmet sich den eifrigsten Nachforschungen. Auch die hiesigen Fischerschmacken wetteifern jetzt gegenseitig in der Suche nach Trümmern und Leichen auf der Unglückstelle und in der Richtung der treibenden Schiffsreste. Die Behörden erließen eine Bekanntmachung, daß die Capitäne keine Beerdigungskosten für die eingebrachten Leichen träfen. Mehrere Schmackenbesitzer instruirten ihre Capitäne, bei wichtigen Funden sofort hierher nach Lovestoft zurückzukehren. Als gestern ein Dampfer berichtete, daß die Mannschaft mehrere Leichen gesehen habe, befahl der Besitzer mehrerer Schmacken, John Williams, daß sofort eine derselben dorthin segeln und nachsuchen sollte. Ein anderer Schmackencapitän berichtet, daß er meilenweit zwischen denselben dahin segelte. Das zersplitterte Holzwerk bot characterisirte Mertmale, woraus zu schließen ist, daß die Kessel der„Elbe" beim Untergehen explodirten. Der Capitän der nach Great Yarmouth zurückgekehrten Yacht „Snowdrop" meldet, er habe einen stark beschädigten Handkoffer in der Nordsee gefunden; dessen Inhalt, zumeist Stickereien, habe er behalten und den Koffer wieder in See geworfen. Andere Yarmouther Schmacken sahen zahlreiche Trümmer im Fischereigebiet. Drei Rettungsboote mit der Aufschrif„Elbe", eines mit der Aufschrift„Havce", wurden bei Walton on the Naze aufgefischt und ein großes weißes Boot, mit dem Kiel nach oben, tief im Schlamm steckend, ebendaselbst gefunden. * Wie gemüthlich es bei unseren Kleinbahnen zugeht, lehrt folgendes Stückchen, das sich Ende voriger Woche auf der schlesischen Strecke Tr.=Pr. abgespielt hat. Eine Handelsfrau hatte sich auf dem Wege zur Station R. verspätet und sah den Zug bereits herankommen. Kurz entschlossen lief sie querfeldein auf ihn zu, winkte dem Maschinenführer, den Zug anzuhalten, was denn auch etwa 500 Meter nach der Station geschah. Und nun stieg die resolute Frau ein mit selbstbewußtem Lächeln darüber, daß man den Zug eigens für sie hatte halten lassen. Als der Schaffner ihr nun aber den Fahrfchein reichte, der 20 Pfg. kostete, erklärte sie, daß es ihr nicht einfalle, so viel zu geben. Sie habe unterwegs so schlechte Geschäfte gemacht, daß sie für die Karte nur 5 Pfg. zahlen könne. Der Schaffner suchte ihr mit allen Mitteln der Beredsamkeit klar zu machen, daß es bei der Eisenbahn nur„feste Preise" gebe, doch vermochte dies die hartnäckige Frau nur zu einer Erhöhung ihres Gebotes auf 10 Pfg. zu bewegen, weshalb schließlich der Zug abermals angehalten und die Frau mitten auf dem Felde wieder ausgesetzt wurde. * Der größen Silberklumpen, den je ein Bergwerk geliefert hat, ist kürzlich in der Smugglers Mine in Aspen, Col., Vereinigte Staaten, zu Tage gefördert worden. Dort stießen die Bergleute auf einen gewaltigen Erzklumpen und als sie ihn näher besichtigten, fanden sie, daß es ein Block von fast reinem Silber sei. Nach harter Arbeit gelang es, den Block, der ein Gewicht von 3300 Pfund hatte und einen Werth von 25 000 Dollars repräsentirt, an die Oberfläche zu schaffen. Es ist das größte Stück ganz reinen Silbers, von dem man jemals gehört hat. * Nord und Süd reichen sich alljährlich am Kaisers Geburtstag die Hände. Einer alten Gepflogenheit getreu, haben auch in diesem Jahre die Officiere der nördlichsten und südlichsten Garnison, Memel und Lindau, am 27. Jan. Telegramme ausgetauscht. Das Officiercorps des 3. Bataillons des 3. bayerischen Infantrie=Regiments Prinz Karl von Bayern in Lindau telegraphirte: Es tönt und braust am Meeresstrande „Es lebe der Kaiser!" durch die Lande, Und von den Bergen schallt es wieder Wie Sonntagsglocken und Frühlingslieder: „Es lebe der Kaiser!" Hierauf antworteten die Officiere des 3. Bataillons des 5. ostpreußischen Infantrie=Regiments Nr. 41(v. Boyen) in Memel mit folgender Depesche: Von Norden her, aus Eis und Schnee, Zum Süden hin, zum Bodensee, Tönt's jubelnd heut', das Glas zur Hand: Heil Kaiser Dir! Heil Vaterland! Neuß, 7. Febr. Weizen 1. Qual. 11,90, 2. Qual. 11,10 Mk. Roggen 1. Qual. 10,00, 2. Qual. 9,00 Mk. Buchweizen 00,00 Mk. Hafer 10,50 Mk. Aveel(Rübsen) 18,75 Mk. Raps 1. Qual. 19,75, 2. Qual. 00,00 Mk. Kartoffeln 6,00 Mk., alles per 100 Kilo. Heu per 500 Kilo 26,00 Mk., Stroh per 500 Kilo 14,00 Mk., Rüböl per 100 Kilo 45,50 Mk., faßweise 47,50 Mk. Preßkuchen per 1000 Kilo 82,00 Mk., Kleien per 50 Kilo 4,00 Mk. Köln, 7. Febr. Weizen hiesiger 11,50—12,50 B. fremder 13,00—15,00 B. Roggen vorräthig hiesiger 10,25 bis 11,25 B., fremder 12,50—13,50 B. Hafer vorr.hiesiger. 11,00—12,00 B., fremder 13,00—14,00 B. Rüböl vorr. in Posten von 5000 Kg.) 48,00 B.; Mai 47,00 B., 46,50 G. Verantwortlicher Redacteur: Franz Meyer in Brilon. „Die Post“, Universal=Anzeiger für Briefmarken=Sammler. Verlag des Universal-Briefmarken=Albums Baumbach& Co. in Leipzig. Nr. 1 1895 enthält: Was wird das neue Jahr bringen? Rußlands Briefumschläge. Neues aus allen Welttheilen. Der Postanweisungsverkehr im Königl, Sächs. Postbezirk. Fälschungen. Stimmen aus Sammlerkreisen. James I., Fürst von Trinidad. Briefkasten. Nicht unbemerkt wollen wir lassen, daß folgende drei Beiblätter der„Post“ kostenlos beiliegen: Veceins=Nachrichten, Die philatelistisch Literatur und Die Briefmarken=Börse. Die Reichhaltigkeit und Zuverlässigkeit und Zuverlässigkeit des Inhalts sind so in die Augen springend, daß kein Sammler versäumen sollte, diese vorzügliche Briefmarken=Zeitung zu abonniren. Die in derselben enthaltenen Zeichnungen sind sehr correct ausgeführt. Auch ist im Briefkasten sehr eingehende Beantwortung der eingelaufenen Anfragen zu constatiren. Dem Blatte wird ev. ein illustrirtes Nachtragsblatt beigegeben, welches jeden Samm ler in den Stand setzt, sein Album fortlaufend auf der Höhe der Zeit zu halten. Der billige Preis, 24 Hefte pro Jahr, kosten nur 75 Pfg. in jeder Buchhandlung oder Postanstalt (excl. Bestellgeld) ermöglicht es jedem Philatelisten, sich dieses Blatt zu halten. Probe=Nummern versenden die Verleger kostenlos. Wer den Erfolg für sich hat, der hat die Zukunft! Dieser Satz findet wieder einmal volle Bestätigung in dem raschen Aufstreben eines Zeitschriften=Unternehmens, welches in dem kurzen Zeitraum von noch nicht drei Jahren zu einer dominirenden Weltstellung gelangt ist. Wir sprechen von der in dem bekannten Verlage von John Henry Schwerin, Berlin W., zweimal monatlich erscheinenden„Großen Modenwelt", deren Name vor drei Jahren in der deutschen Zeitschriftenliteratur noch gänzlich unbekannt war und die jetzt bereits über 100,000 feste Abonnenten allein in Dentschlaad hat, mit ihren fremdsprachigen Ausgaben aber in ca. 150,000 Auflagen erscheint — ein Erfolg, der in der deutschen Zeitschriftenliteratur wohl ohne Beispiel sein dürfte. Und immer weitere Sprachgebiete erobert sich dieses vornehme, practische und billigste Weltmodenblatt, von dem jetzt zu gleicher Zeit eine französische, eine englische und eine spanische Ausgabe vorbereitet werden. 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