Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag Donnerstag und Samstag. Preis pro Quartal: 1 Mark, durch die Post bezogen 1,25 Mark. Als wöchentliche Gratis-Beilage: Sonntagsblumen, herausgegeben von Friedr. Schnettler, Vicar in Oelinahausen b. Hüsten. Inserate pro 6=gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Reklamen 30 Pfg. Allgemeines Volksblatt und öffentlicher Anzeiger für den Kreis Brilon und die angrenzenden Kreise. Der Annoncentheil der„Briloner Zeitung“ ist mit dem, des in unsern Verlag übergegangenen„Diemel-Bote“ verbunden. Nr. 7. 3. Beitragswoche der Brilon, Samstag, den 16. Januar. Alters= und Inv.=Vers. 1892. Igenturen für Abonnements Insergte und Drucksachen; Elleringhausen: Herr Fritz Keuthen.— Rösenbeck: Herr Karl Bunse.— Bruchhausen: Herr A. Busch.— Medebach: Herr Agentüren für Abonnements, Znserale und Drucksachen: Fritz Althaus.— Winterberg: Herr Heinr. Nagel.— Antfeld: Herr Joseph Gödde.— N.=Marsberg: Herr Joh. Schulte. W. Das neue Trunksuchtsgesetz wird aller Wahrscheinlichkeit nach in der kommenden Woche, nachdem es die Zustimmung des Bundesrathes erhalten haben wird, an den Reichstag gelangen, und zwar in nicht unerheblich abgeänderter Gestalt. Es ist bekannt, wie in dem ursprünglichen Entwurf Bestimmungen enthalten waren, die, genau genommen, beim besten Willen nicht überall auszuführen waren. Sehr recht haben die deutschen Aerzte gesagt, daß bei der Bekämpfung und Eindämmung der Trunksucht nicht ausschließlich der Polizei das erste Wort gebühre, sondern daß auch vom ärztlichen Standpunkt ein sehr ernstes Wort mitzusprechen sei. Vor allen Dingen ist übereinstimmend gefordert, daß die Trunkenheit als solche nicht strafbar sein soll. Mit Recht, denn die Trunksucht findet sich in allen Klassen der Bevölkerung, und wenn sich Dieser in Wein betrinkt. Jener in Bier und der Dritte in Branntwein, so ist zwar die Qualität des berauschenden Stoffes verschieden, aber die Wirkung ist überall die gleiche, und Betrunkene können nur nach gleichem Maßstabe beurtheilt werden. Während aber der vom Branntwein oder Bier Betrunkene sehr leicht in der Oeffentlichkeit erscheinen und dann den„rächenden" Arm der Gerechtigkeit verfallen kann, wird der Weintrinker fast durch die Bank in der Lage sein, sich nach Hause fahren zu lassen und seinen Zustand Anderen zu entziehen. Wird denn überhaupt nur von ungebildeten Leuten oder lediglich des Trinkens wegen getrunken? Ganz gewiß nicht! Es läßt sich mehr als ein hochberühmter General dieses Jahrhunderts nennen, der ein gewaltiger Trinker war, und auch über bekannte Civilleute läßt sich Manches sagen. Einer der gefeiertsten Dichter der Neuzeit, dessen Werke in Tausenden von Exemplaren in deutschen Familien verbreitet sind und der eine seltene Popularität genießt, hat bis wenige Jahre vor seinem Tode außerordentlich stark getrunken; die Ursache war, nach ärztlichem Ausspruch, ein Leiden, welches sich der Dichter während einer längeren Festungshaft zugezogen hatte. So wie hier die Dinge liegen, liegen sie aber auch in vielen anderen Fällen, und darum, im Interesse der Gerechtigkeit, soll die TrunksuchtsBestrafung in einer Weise erfolgen, daß alle Trinker davon betroffen werden, also vornehmlich da, wo daraus Vergehen oder Verbrechen entstehen. Auch hier sind es nicht allein die unteren Klassen der Bevölkerung, denen besondere Aufmerksamkeit zu schenken ist, die Criminalgeschichte, der Großstädte namentlich, hat Erscheinungen gebucht, die recht betrübend sind. Die häufige Zuerkennung mildernder Umstände für eine im Trunk begangene Strafthat ist durchaus vom Uebel, und ganz zu verwerfen, wenn es sich um rückfällige oder Gewohnheitstrinker handelt. Sehr viele in der Tunkenheit begangene Strafthaten sind nicht aus der Trunkenheit entstanden, sondern die Thäter hatten ihre Handlungen längst vor dem Eintritt des Rausches geplant und sich erst Muth dazu angetrunken. Das Bauen auf die mildernden Umstände bei Trunkenheit muß ein Ende nehmen, wenngleich dem Richter nicht vorgegriffen werden darf, nach seinem besten Ermessen in jedem Einzelfalle zu entscheiden. Wenn Strenge noththut, so muß sie doch in allen Fällen mit Gerechtigkeit gepaart sein. Bessere sociale Stellung kann aber in keinem Falle eine Entschuldigung für Betrunkenheit bedeuten. Vielmehr kann man Jemandem, der eine vernachlässigte Erziehung genossen hat und der nun im Rausch brutale Dinge verübt, unter Umständen mildernde Umstände zuerkennen, als Jemandem, der in Folge seiner ganzen Lebensstellung wissen muß, daß mit dem Eintritt der Trunkenheit leicht fremde Gewalten die Herrschaft über seinen Geist gewinnen können. Für das, was der Betrunkene thut, kann er allerdings nicht immer verantwortlich gemacht werden, wohl aber dafür, daß er sich in einen Zustand versetzte, in welchem er die Gewalt über sich selbst verlor. Diese Punkte möchten vor allen Dingen bei der Regelung dieser Angelegenheit ins Auge gefaßt werden, damit keine falsche Auffassung in den verschiedenen Bevölkerungsklassen Platz greift. Die besondere Aufmerksamkeit und unser besonderes Mitleid auch müssen die Gewohnheitstrinker hervorrufen, diese Unglücklichen, denen der Fusel alle Kraft und alle Selbstständigkeit geraubt hat und die nicht selten zur Zielscheibe von Spott und Hohn werden. Tragen sie sicher an ihrem bejammernswerthen Zustand die Hauptschuld, so sind sie doch nicht selten auch durch die Mitschuld Anderer dahin gekommen, wo sie heute sich befinden. Es geht hier meist nicht ohne ein festes Einschreiten ab, und wenn bewährte ärztliche Sachverständige den dringenden Rath geben, die Entmündigung und Unterbringung von Gewohnheitstrinkern in Krankenhäusern eintreten zu lassen, zur Einrichtung von Trinkerasylen Vorschläge machen, so mag hierbei dem Einzelnen wohl Manches nicht gefallen, was doch im Interesse der Gesammtheit nornwendig wird. Der Schade, welchen die Gewohnheitstrinker sich und Anderen zufügen, ist noch weit größer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag, es kommen hierbei auch Dinge in Betracht, die sich nicht gut im Rahmen dieses Artikels veröffentlichen lassen. Es wird ferner auch eine umsichtige Mitwirkung der Gastwirthe erforderlich sein, um unmäßigem Trinken Einhalt zu thun. Die deutschen Gastwirthe sind ja im Allgemeinen nicht so sehr auf das Verdienen erpicht, daß sie auch einem Betrunkenen noch fortwährend geistige Getränke verabfolgen, bis dieser seiner Sinne nicht mehr mächtig ist, aber es sind auch auf diesem Gebiete, wiederum namentlich in großen Städten, Dinge passirt, die dazu auffordern, etwas weiter die Augen, als dies bisher geschehen ist, zu öffnen. Die Trunksucht ist eins der abscheulichsten Laster, wir wissen leider aus der menschlichen Entwicklungsgeschichte, daß die Laster, welche dem Menschen ankleben, sich niemals ganz werden ausrotten lassen, und daß auch Richter und Polizei mit der größten Strenge hieran absolut nichts zu ändern vermögen. Sie können nur die zu Tage tretenden groben Auswüchse des Lasters verschwinden machen, werden aber nie das treffen, was sich unter der Oberfläche des gesellschaftlichen Lebens behutsam verbirgt. Hier kann nur eine Besserung durch ernste moralische Einwirkung erzielt werden. Ein ernster Character, ein fester Wille, ein pflichtgetreues Streben werden immer erfolgreich solchen Anfechtungen Widerstand leisten, in edlen Dingen ihre Erholung finden, und solche fragwürdigen Sachen zurückweisen. Kein Mensch kann sich aber besser machen, als er ist, und so wäre es zuviel des Guten verlangt, wenn wir der albernen Temperenzbewegung der Yankee's, die Wasser predigen, und das Höllenzeug von Brandy saufen, Folge leisten wollten. Eine Temperenzbewegung brauchen wir nicht bei uns, sie würde nichts erreichen, als eine Verschlimmerung der heute noch leidlichen Zustände. Gönnen wir Jedem eine frohe Stunde, arbeiten wir nur der Unmäßigkeit entgegen. Politische Nachrichten. Deutsches Reich. Berlin, 15. Januar. —* Kaiser Wilhelm in Bückeburg. Unser Kaiser, welcher am Mittwoch Abend zur Theilnayme an den Hofjagden in Bückeburg eingetroffen und festlich empfangen war, wird seinen Besuch, in Folge des Ablebens seines Vetters, des Herzogs von Clarence, voraussichtlich abkürzen. Der Kaiser und Prinz Adolph zu Schaumburg=Lippe begaben sich Donnerstag Vormittag zur Jagd auf Hirsche am Bückeberge. Bei der Abfahrt wurde Se. Majestät von den auf dem Schloßplatz und dem Schloßwall versammelten Landleuten, die ihre Nationaltracht angelegt hatten, lebhaft begrüßt. In den Dorfgemeinden, welcher der Kaiser passirte, waren Ehrenpforten errichtet, an welchen Landleute und die Schulen Aufstellung genommen hatten. Der Fürst zu Schaumburg=Lippe war durch Unwohlsein verhindert, an der Jagd theilzunehmen. Nach der Rückkehr von der Jagd fand im Schloß zu Bückeburg ein Diner statt. Heute wird der Kaiser wieder in Berlin eintreffen. In Folge des Trauerfalles werden auch wohl die Berliner Hoffestlichkeiten eine Einschränkung erfahren. —* Die Thronrede, mit welcher der Reichskanzler Graf Caprivi Donnerstag Mittag die Session des preußischen LandTante Hanna's Original=Roman von E. v. Linden. 24)(Fortsetzung.) Nachdruck verboten. Der Polier, dem ein starker Baumast das Gesicht verwundet hatte, stand aufrecht, vor Schmerz, Schreck und Entsetzen ganz betäubt. Endlich aber erholte er sich, wischte sich das Blut aus dem Gesicht, ohne den Vorgang begreifen zu konnen, und bückte sich zu den wie leblos daliegenden Herrn nieder. Waren sie todt? „Mein himmlischer Vater, das ist zu schrecklich," jammerte er außer sich, als er sah, daß sie von Blut überströmt waren und fürchterlich zugerichtet sein mußten. Was sollte der arme Schulze hier oben doch nur beginnen? Woher denn schnell Hulfe holen, wenn sie am Ende noch lebten?" Da hörte er eilige Schritte sich nähren und athmete erleichtert auf, wobei er seine eigene Blessur ganz vergaß und sich mit dem bunten Taschentuch mechanisch das Blut abwischte. Jetzt wurden zwei Jäger sichtbar, der Förster und sein Jagdgehülfe, welche im Laufschritt daherkamen. „Was ist hier geschehen?" fragte der Förster athemlos. Woher kam der Knall den wir vorhin gehört haben?" „Weiß ich's denn? Bin ja selbst verwundet worden, die ganze Gegend hier ist wie verhext.“ „Alle Wetter, wie sind sie zugerichtet!" rief der Gehülfe erschrocken,„das kann nur von einer Explosion herrühren. Am Ende haben Sie Dynamit bei sich gehabt—“ „Dummes Zeug," unterbrach ihn der Förster,„das ist a Herr Marbach auf Rothenhof. Schnell Taschentücher her, sie verbluten sich sonst." . Er nahm den Verwundeten die Taschentücher aus den Taschen und brachte mit Zuhilfenahme des Seinigen einen dürftigen Nothverband zu Stande. sch.„So," fuhr er sich aufrichtend fort,„Ihr Riß im Gesicht, mein Lieber, wird wohl nicht gefährlich sein. Begleiten Sie meinen Gehülfen nach dem Forsthause, um Hülfe zu holen, vor allen Dingen eine Bahre, Wenzel!" wandte er sich an den Jäger.„Der Knecht kann mitkommen und Minna könnte nur sogleich nach Rothenhof sich aufmachen, damit sie dort einen Arzt aus der Stadt holen, der alsdann direct nach dem Forsthause fahren muß. Haben Sie alles kapirt, Wenzel?“ „Ja, Herr Förster, weiß Bescheid, kommen Sie, Mann!" Er winkte Schulze, der willig folgte, obgleich er empfindliche Schmerzen an seinen Gesichtswunden zu haben schien. Der Forstgehilfe schritt kräftig aus und so erreichten sie bald ihr Ziel und kehrten ebenso schnell mit dem Knechte und zwei Bahren an den Unglücksort zurück. Als die Verwundeten aufgehoben wurden, stöhnten sie plötzlich laut auf, was den Förster mit stiller Befriedigung erfüllte und Schulze seine Schmerzen vergessen ließ. Da der brave Förster selber Hand mit anlegte, so ging der schwierige Transport rascher und glücklicher von Statten als man's gefürchtet, und die Verwundeten lagen so gut als möglich gebettet, als Doctor Peters erschien. Der Wagen, welcher von Rothenhof abgeschickt worden, war ihm zum Glück unterwegs begegnet, da er nach Edenheim fuhr. Er sagte kein Wort zu der grausamen Bescheerung, konnte aber ein Erschrecken nicht unterdrücken und schien das Resultat der Untersuchung sehr bedenklich zu finden. Marbach hatte eine schwere Verwundung am Hinterkopf und Zerschmetterung des linken Armes davon getragen, während Reinhardt die rechte Gesichtshälfte verbrannt und die Schulter zerrissen worden war. „Das sind ja wahrhaft mörderische Wunden," begann der Doctor endlich, nachdem er mit Verbinden fertig war,„Reinhardt wird nach Rothenhof transportirt werden können, mit Marbach wäre das aber ein Risiko—“ „Dann bleibt er natürlich hier, Herr Doctor!" unterbrach ihn der Förster. „Wäre mir lieb, werde für die Krankenpflege sorgen und einen tüchtigen Heilgehülfen mitbringen. Muß heute noch einmal herauskommen, weil der Arm mir schwere Sorge macht.“ „Wird er durchkommen, Herr Doctor?" Dieser zuckte die Achsel. „Er lebt ja noch, und solange dürfen wir auch noch hoffen. Habe meine Vorschriften auf diesem Zettel notirt, werden sich genau danach richten müssen. Mein armer, alter Reinhardt wird auch tüchtig leiden, verdammte Geschichte wenn wir ihn nur retten. Erzählen sie mir doch jetzt, wie es eigentlich zugegangen ist, Herr Förster!" „Das wird der Mann mit dem blutigem Gesicht am besten berichten können, Herr Doctor!“ erwiderte der Förster, „es ist eine räthselhafte Geschichte, diese Gegend wird ja unheimlich verrufen." Sie traten vor die Thür, wo Schulze auf der Bank mit einer Waschschüssel saß und sich das Gesicht kühlte. „Na, Freund Schulze, lassen Sie mich den Riß erst mal anschauen, und dann erzählen Sie mir die Geschichte," sprach der Doctor zu ihm tretend.„Sieh, das ist Gottlob nicht gefährlich, ein Stückchen Fleisch ist darauf gegangen und dann der kleine Aderlaß. Hier hängt der ganze Fetzen noch, nun passen sie auf." Er zog Heftpflaster aus seiner Verbandtasche und klebte den abgerissenen Fetzen Fleisch fest damit. „So, Mann, und nun wirds schon anheilen. Erzählen Sie mir recht von Anfang an, wie das Schreckliche denn eigentlich passiren konnte.“ Schulze erzählte so ausführlich als möglich und der Doctor hörte aufmerksam zu. „Da wird so ein Teufelsbraten von Junge zum Spaß irgend ein Geschoß mit einer Zündschnur gelegt und diese aus Spielerei angesteckt haben,“ rief er im hellem Zorn,„könnt man dem Racker doch auf die Spur kommen. Sie können mit mir nach Hause fahren, Schulze!— Werde sofort bei der Polizei die Anzeige machen, Sie müssen natürlich als Hauptzeuge dabei sein. Man wird nachgerade ängstlich dabei sich irgendwo noch hinauszuwagen, wenn man am hellen Tage 3 tages eröffnet hal, ist so streng geschäftsmäßig, wie kaum eine einzige vorher und eigentlich nichts weiter als eine trockene Aufzählung der schon seit Wochen bekannten Gesetzesvorlagen. Die Auswärtige Politik wird gar nicht berührt, wohl im Hinblick auf die bekannten Darlegungen des Reichskanzlers im Reichstage. Die Finanzlage wird als eine wenig günstige bezeichnet, für das laufende Jahr in Folge der gewachsenen Ausgaben sogar ein Deficit in Aussicht gestellt. Diesen Punkt klar zu stellen, ist Sache des Abgeordnetenhauses. Darauf hingewiesen mag nur werden, daß die Mehreinnahmen aus der neuen Selbsteinschätzung dem Staate nicht zu gut kommen, vielmehr zur Gemeinden=Entlastung verwendet werden sollen. Strenge Sparsamkeit wird in Folge dieser Finanzlage als erforderlich erachtet, und nur wenige Beamten, die Lehrer höherer Schulen und der Seminarien, werden deßhalb eine Gehaltsaufbesserung erfahren. Die Gesetzentwürfe über die Entschädigung der ehemals reichsunmittelbaren Familien für die Aufhebung der Steuerfreiheit und betreffend die Neuregelung des Welfenfonds sind längst angekündigt. Das Gleiche von dem neuen Volksschulgesetz und der Ablösung der Stolgebühren für Taufen und Trauungen. Das Polizeikostengesetz für größere Städte ist ein alter Bekannter. Die übliche Eisenbahnvorlage fehlt selbstverständlich nicht, und endlich wird noch ein Berggesetz in Vorschlag gebracht. Es sind das ausschließlich trockene Thatsachen; das Nähere wird sich erst aus den Landtagsverhandlungen ergeben, die vor Allem dem Volksschulgesetz gelten werden. —* Der Bundesrath hielt am Donnerstag Nachmittag eine Plenarsitzung ab. In derselben wurde das neue Trunksuchtsgesetz fertig gestellt und der neue Gesetzentwurf betr. die Abänderung des Strafgesetzbuches den Ausschüssen überwiesen. — Der„Reichsanz." veröffentlicht eine Denkschrift betreffend die geschichtliche Entwicklung der Revision der Lehrpläne und Prüfungsordnungen für höhere Schulen in Preußen. —* Der Abg. v. Köller, Präsident des Abgeordnetenhauses, ist an der Influenza erkrankt, so daß derselbe an der Eröffnung des Landtags nicht theilnehmen konnte. — Wegen Abänderung des Alter= und Invalidenversicherungsgesetzes sind dem Reichstage von verschiedenen landwirthschaftlichen Vereinen Petitionen zugegangen. In dieser Session wird aber wohl kaum etwas daraus werden. Italien. * In Rom ist der Cardinal Simeoni, Generalpräfect der Propaganda, an der Influenza gestorben. Oesterreich. Wien. 13. Jan. Polnischen Blättern zufolge ist der Großfürst Wladimir zum Generalgouverneur von Warschau ernannt. Die Ursache der Abberufung Gurkos sollen dessen unwahre Berichte über die Verhältnisse in Congreßpolen sein. Rußland. Petersburg, 12. Jan. Die Polizei verhaftete in Wladiwostock 20 Nihilisten, die zur Beraubung der Staatskasse verdächtig erschienen. Aus Letzterer wurden kürzlich 340 000 Rubel entwendet. Die Polizei entdeckte der„Magb. Ztg." zufolge, einen unterirdischen Gang, der von der Wohnung eines der verhafteten Nihilisten Namens Seltow ins Staatskassengebäude von Wladiwostock führt. Frankreich. 12. Jan. Der„Paix" will erfahren haben, daß eine Versöhnung zwischen dem Papst und dem König von Italien bevorstände. Der König habe dem Papste einen Compromiß vorgeschlagen, dem Letztere wohlwollend gegenüberstände. (Wir geben diese an und für sich interessante, aber ebenso unwahrscheinliche Meldung nur mit allem Vorbehalt wieder. Die Red.) Großbritannien. London, 13. Jan. Cardinal Manning, kathl. Erzbischof von Westminster, ist schwer erkrankt. Sein Zustand hat sich seit heute früh derart bedenklich gestaltet, daß dem greisen Kirchenfürsten auf Anrathen der Aerzte die Sterbesacramente gereicht wurden. London, 13. Jan. Eine Lloyddepesche aus Hongkong nicht mehr sicher ist, todtgeschossen oder von einem sonstigen Sprenggeschoß getroffen zu werden. Adieu, Herr Förster!" setzte der Doctor hinzu,„es bleibt dabei, ich komme heute, mit dem nöthigen Rüstzeuge versehen noch einmal wieder." Wochen waren seit diesem zweiten Ereigniß, daß nicht allein die Stadt und Umgegend, sondern durch die Presse alle Welt in Aufregung und Verwunderung gesetzt hatte, vergangen und noch immer war es nicht gelungen, dieses sowohl wie die Mordschüsse im Hohlweg aufzuklären oder irgend eine Spur von dem Thäter zu entdecken. Wenigstens verlautete nicht das Geringste darüber in der Oeffentlichkeit. Während Werneck und die kleine Lotta längst im Schooß der Erde ruhten, Ersterer nach Marbachs Willen im Park zu Rothenhof, Letztere auf dem Friedhof der Stadt, lagen die beiden im Gebirge Verwundeten noch immer zwischen Tod und Leben, da auch Reinhardts Zustand sich wider Erwarten sehr ernst und bedenklich gestaltet hatte. Marbachs linker Arm war abgenommen worden während die Wunde am Hinterkopfe einen noch gefährlichern Character angenommen hatte und seine Wiederherstellung geradezu in Frage stellte. Er lag noch immer in Fieverphantasien und erging sich in wilden Drohhungen und Anklagen gegen einen Feind, dessen Namen er niemals aussprach. „Ganz natürlich," sagte der Doctor,„die unheimlichen Ereignisse, welche sich ja förmlich aufeinander gehäuft haben, mischen sich doch in seine Fieberträume und wälzen sich wie toll in seinem Gehirn umher. Wenn wir das Fieber nur erst gebannt hätten." „Ja, das bringt ihn ganz herab," erwiderte der Heilgehülfe.„Es ist merkwürdig, daß er fortwährend von einem blutigen Indianerschnitt phantasirt, darum dreht sich alles Andere wie um ein Centrum.“ „Lieber Gott, das ist ja ganz erklärlich, wenn nur die vertrackte Wunde im Gesicht säße, so aber wälzt er den Kopf umher und vereitelt jede Heilung. Es wird noch nöthig sein, ihn auf irgend eine Art festzuschnallen." meldet, der englische Dampfer„Namchow" sei in den chinesischen Gewässern bei den Kupchispihen untergegangen; 414 Menschen seien dabei umgekommen, dabei auch die ganze europäische Mannschaft. Als Ursache der schrecklichen Katastrophe wird der Bruch des Schraubenschaftes bezeichnet. * Der Tod des künftigen englischen Thronfolgers. Der älteste Sohn des Prinzen von Wales, also ein Vetter des deutschen Kaisers, ist am Donnerstag früh an der Influenza gestorben. Prinz Albert Victor, Herzog von Clarence und Avondale war am 8. Januar 1864 in Frogmore=Lodge bei Windsor geboren. Im englischen Heere bekleidete er die Charge eines Majors im 10. Husarenregiments„Prince of Wales's Owe Royal", ferner war er Ehrenoberst mehrerer anderer englischen Regimenter. In der deutschen Armee stand er à la suite des Husarenregiments Fürst Blücher von Wahlstadt Nr. 5. Erst am 6. Dezember v. J. hatte er sich, wie s. Z. berichtet, mit der Prinzessin Mary von Teck verlobt, und für die auf Ende Februar festgesetzte Vermählung wurden bereits am Hofe und in allen Kreisen der Bevölkerung festliche Veranstaltungen vorbereitet. Der Todesfall hat in England allgemeine und tiefe Trauer hervorgerufen; die Eltern des Prinzen erhielten von Nah und Fern zahlreiche Beweise der Theilnahme. In London und anderen englischen Städten wurden vielfache Trauerkundgebungen veranstaltet. Die Königin ist durch den Tod des jungen Prinzen auf das Tiefste erschüttert; Bestimmungen, bezüglich der Beisetzung werden in den nächsten Tagen getroffen werden. Der Prinz gilt als ein sehr fleißiger und strebsamer junger Mann. * Mit dem Tode des Herzogs von Clarence, ältesten Sohnes des Prinzen von Wales, wird des Letzteren zweiter Sohn künftiger britischer Thronfolger. Dieser, Prinz Georg von Wales, ist 18 Jahre alt. Er erfreut sich einer kräftigeren Natur, als sein so jäh verstorbener Bruder. Gleichfalls an der Influenza gestorben ist im Alter von 84 Jahren der Cardinal Manning. Manning entstammt einer der englischen Hochkirche angehörenden Familie, war auch selbst Geistlicher und trat erst später zur katholischen Kirche über, für die er dann in seiner Heimath mit unermüdlichem Eifer wirkte. Er erhielt dafür den Cardinalspurpur. Bei Arbeiterstreiks trat er häufig als Vermittler hervor. Egypten. * Heute Freitag hält der Chedive Abbas seinen Einzug in Kairo. Es werden jetzt auch schon Sensationsgeschichten in Verbindung mit der Person des jungen Fürsten verbreitet. Darnach soll ein Plan bestanden haben, ihn während der Ueberfahrt nach Alexandrien zu entführen. Natürlich ist das dummes Zeug und das Gleiche gilt von einer Nachricht, in Sofia sei eine neue große Verschwörung gegen das Leben des Fürsten Ferdinand entdeckt. Bei der Feier des griechischen Neujahrsfestes in Sofia hat der Fürst seine Zuversicht ausgesprochen, das neue Jahr werde ein friedliches sein. Deutscher Reichstag. * Am Dienstag hatte der Reichstag seine Arbeiten wieder aufgenommen und der Antrag Baumbach auf Bewilligung von Diäten an die Reichstagsabgeordneten bewilligt. Am Mittwoch wurde bei recht schwachbesetzten Hause die zweite Berathung des Reichshaltes beim Reichsamt des Innern fortgesetzt. Staatssecretär von Bötticher erwidert auf eine Anfrage des Abg. Grafen von Behr(freicons.) daß für ein deutsches Bersicherungsgesetz Vorarbeiten im Gange sein, deren Abschluß man noch nicht übersehen könne. Verschiedene Beschwerden des Abg. Frohme(Soc.) über die Lage der Arbeiter bezeichnet der Staatssecretär als übertrieben. Redner ersucht Frohme, darauf hinzuwirken, daß die Arbeiter vom Boykotiren ließen, dann würden die Arbeiter von Gegenmaßnahmen abkommen. Abg. Hartmann(cons.) begrüßt freudig die vom Staatssecretär angekündigte Einrichtung einer Commission für Arbeiterstatistik und tritt Frohme entgegen. Abg. Lingens(Ctr.) wünscht besonders Einschränkung der Ueberstundenarbeit. Abg. Kirsch(freis.) erklärt weiteren Ausbau der Arbeitergesetzgebung für unbedingt erforderlich wenn der sociale „Habe auch darüber nachgedacht, Herr Doctor! Wie wär's zum Exempel mit einem Verbandschutz?" „Sie meinen eine Vorrichtung, welche das Verschieben derselben verhindert?" „Ganz recht—“ „Ich will mit einem Bandagisten darüber reden," sagte der Doctor zustimmend.„Mit dem armen Herrn Reinhardt in Rothenhof habe ich immerhin leichtere Arbeit da er fieberfrei ist, aber seltsam genug auch von einem blutigen Schnitte faselt. Reden kann er Gott sei Dank noch nicht, weil er den Mund nicht regen kann, das eine Auge geht auch wohl zum Teufel, aber Papier und Bleistift muß ich ihm in die Hand geben und da kritzelt er wirklich tolles Zeug hin von einem blutigem Schnitt, woran man den Mörder erkennen könne und dabei einen Namen,— Gott steh' mir bei— ich sollte den Zettel dem Criminal=Commissar Frenzel geben." „Wollen Sie denn das nicht, Herr Doctor?" fragte der Heilgehülfe,„ich thäts doch da es nicht schaden kann.“ Dem alten Arzt schien die ein wenig zudringliche Klugheit dieses Handlangers der Medizin nicht angenehm zu sein. Er zuckte spöttisch die Achsel und ging, um nach Rothenhof zu fahren, wo Reinhardt auf dem Schmerzentager sich befand und sich ohnmächtig gegen sein schreckliches Geschick, das eine bübische Hand ihm bereitete, aufzulehnen suchte. Doctor Peters fand ihn in heftiger Ungeduld seiner harrend. Die Schulterwunde verheilte gut, aber die Brandwunden schienen von einer giftigen Substanz herzurühren und deshalb der ärztlichen Kunst noch immer spotteten. Der Kranke reichte ihm sogleich einen Zettel entgegen, den dieser nahm und überflog. „Haben Sie's dem Commissar gegeben, Doctor?" las er. „Ja, er wollte sich's überlegen," beantwortete dieser die Frage. (Fortsetzung folgt.) Friede hergestellt werden soll. Abg. Möller(natlib.) betont, daß es meist die Arbeiter seien, welche Streit vom Zaune brächen, und das nur diesen vor allem ins Gewissen geredet werden möge. Abg. Wurm(Soc.) bestreitet das und schildert das Verhältniß zwischen manchen Arbeitgebern und Arbeitern unter„scharfen Angriffen auf Arbeiter=Wohlthätigkeits=Einrichtungen. Abg. Rösike(lib.) führte aus, daß die ArbeiterBoykotts häufig genug zu Acten schwerster Ungerechtigkeit führten. Abg Bebel(Soc.) vertheidigt das Vorgehen der Arbeiter. Abg. Möller(natlib.) vertheidigt das Recht der Arbeitgeber, Leute, die ihm gefallen, anzustellen. Staatssecretär von Bötticher weist ebenfalls die Argriffe der socialistischen Redners energisch zurück. Die ersten sieben Etatscapitel werden hierauf genehmigt und die Weiterberathung auf Donnerstag vertagt. Am Donnerstag wurde die zweite Etatsberathung beim Etat des Reichsamtes des Innern fortgesetzt. Abg. v. Meyer Arnswalde(cons.) fragt, wie es mit dem National=Denkmal für Kaiser Wilhelm I. stehe. Staatssecretär v. Bötticher erwidert, daß der Kaiser eine bestimmte Entscheidung noch nicht getroffen habe. Bei den Forderungen für die subventionirten Reichs=Postdampferlinien bezeichnen die Abg. Samberger und Richter(freis.) das hierfür ausgegebene Geld als fortgeworfen. Staatssecretär von Bötticher und Abgeordneter Hammacher weisen darauf hin, daß der Verkehr auf den subventionirten Linien ständig zunehme. Die Forderungen selbst werden bewilligt, ebenso der Reichszuschuß von 9 213 830 Mk. zur Alters= und Invaliedenversicherung. Bei der Forderung für Ueberwachung des Auswanderungswesens theilte Staatssecretär von Bötticher mit, daß ein Auswanderungsgesetz in Vorbereitung sei. Zur Position Reichsschuldencommisson wird ein Antrag Richter(freis.) angenommen, durch welchen die verbündeten Regierungen ersucht werden, einen Gesetzentwurf einzubringen zur Regelung der Vorbedingungen, welche zum EinjährigenFreiwilligen=Dienst berechtigen. Freitag wird die Etatsberathung fortgesetzt. Preußischer Landtag. —* Die Eröffnung der Session des preußischen Landtages hat am Donnerstag Mittag in üblicher Weise im Berliner Schlosse, nach vorangegangenem Gottesdienst durch den Ministerpräsidenten Grafen Caprivi stattgefunden. Das Staatsministerium hatte neben dem Thron Aufstellung genommen, die Abgeordneten im Halbkreise vor denselben. Wegen des Neubaues des Weißen Saales waren Zuschauer diesmal nicht zugelassen. Die Thronrede wurde schweigend aufgenommen. Mit einem Hoch auf den Kaiser trennte sich die Versammlung. Abgeordnetenhaus. 1. Sitzung vom 14. Januar. 1 Uhr. Erster Vicepräsident Frhr. von Heeremann eröffnet die Sitzung mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser. Präsident v. Köller ist wegen Erkrankung an der Influenza am Erscheinen vorläufig verhindert. Auf dem Burean sind bereits 267 Mitglieder angemeldet, das Haus ist mithin beschlußfähig. Eingegangen ist der Entwurf des neuen Volksschulgesetzes. Der Präsident beraumt die nächste Sitzung zur Wahl des Präsidenten und Schriftführer und Entgegennahme von Mittheilung der kgl. Staatsregierung auf Freitag Vormittag 11 Uhr an. Herrenhaus. 1. Sitzung vom 14. Januar. 1 Uhr. Präsident Herzog von Ratibor eröffnet die Sitzung mit einem Hoch auf den Kaiser, in welches die Anwesenden begeistert einstimmen.— Unter den wegen anderweitiger Geschäfte für die Dauer der Session Urlaub Nachsuchenden befindet sich auch Fürst von Bismarck.— Der Namensaufruf ergiebt die Anwesenheit von 96 Mitgliedern. Dem Antrage des Herrn von Kleist=Retzow entsprechend werden die Mitglieder des Präsidiums durch Neuruf wieder gewählt und zwar Herzog von Ratibor zum Präsidenten, Frh. v. Manteuffel zum ersten und Herr BötticherMagdeburg zum zweiten Vicepräsidenten. Die Gewählten nehmen die Wahl dankend an. Sodann werden ebenfalls durch Zuruf die Schriftführer gewählt., Nächste Sitzung: Freitaa 1 Uhr (geschäftliche Mittheilungen.) Locales und Die verehrl. Leser werden ersucht, uns Nachrichten, welche für die Oeffentlichkeit von Interesse sind, gefl. zusenden zu wollen. ( Brilon, 14. Jan. Wir wollen nicht verfehlen, auf die Annonce des Herrn Director Osgord aufmerksam zu machen. Der Gesellschaft geht ein sehr guter Ruf voraus und sind die Zeitungen der Städte wo dieselbe bisher gastirte, des Lobes voll. Brilon, 15. Jan. Zum Colportagehandel mit Druckschriften u. s. w. hat die Regierung neuerdings Anordnungen getroffen, welche unseren vollen Beifall finden. Bekanntlich sind durch die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen Druckschriften ec. und Bildwerke, welche in religiöser und sittlicher Beziehung Anstoß erregen, vom Verkauf im Umherziehen ausgeschlossen. Die Ausführungsbehörden sind nun vor kurzem angewiesen worden, auf strengste Befolgung dieser Vorschrift zu achten und dafür zu sorgen, daß den Ortspolizeibehörden ein Verzeichniß der in Betracht kommenden Druckschriften vorgelegt und danach geprüft wird, ob sie zum Handel im Umherziehen geeignet sind. Die Prüfung soll auch auf solche Lectüre ausgedehnt werden, welche Raub= und Mordgeschichten behandelt und sich die Verherrlichung von Verbrechern ec. zur Aufgabe macht. Brilon, 15. Jan. Die Ziehung der zweiten Classe der 186. Kgl. Preußischen Classen=Lotterie findet statt am 23., 24. und 25. Februar d. J. Am letzten Tage ist nur Vormittags=Ziehung. X Fürstenberg, 15. Jan. Wie uns von zuverlässiger Seite mitgetheilt wird, wurden am 10. dieses Monats hierselbst von dem Fleischbeschauer Herrn Wiedemann unter Zuziehung des Fleischveschauers Herrn Drüppel, in einem von einem hiesigen Einwohner geschlachteten, circa 180 Pfund schwerem Schweine, Trichinen gefunden und zwar in ziemlicher Anzahl, welche, schon sämmtlich am Ziele inrer Wanderschaft V7 durch die Muskelfasern angelangt, zusammengerollt, in der Einkapselung begriffen waren. Das betr. Schwein, welches hiesigem Orte entstammte, ist gestern, nachdem der Befund durch den Herrn Kreisphysikus Dr. Terstesse in Büren bestätigt, vorschriftsmäßig vernichtet. Möge dieser Fall wieder mal Allen, welche der obligatorischen Fleischschau kühl gegenüberstehen, zur Warnung dienen. Neheim, 13. Jan. Ein gräßliches Unglück hat sich am Montag Nachmittag auf dem Neheimer Dampfsägewerk ereignet. Der Maschinist Wilh. Brinkmann wurde schwerverletzt an der Dampfmaschine aufgefunden. Derselbe muß wohl dem großen Schwungrade der Maschine zunahegekommen und von demselben herumgeworfen worden sein. Niemand ist Augenzeuge des traurigen Vorfalles gewesen. Der Bedauerswerthe konnte noch rechtzeitig mit den hl. Sterbesacramenten versehen werden; er wurde nach dem Hospitale verbracht und gab bereits um 7 Uhr unter großen Schmerzen seinen Geist auf. Eine Wittwe mit 3 kleinen Kindern beweint den Tod ihres Ernährers. Hörde, 12. Jan. Auf der Zeche„Crone" ereignete sich in der Nacht zum Dienstag ein trauriger Unglücksfall. Der Hauer Fr. Schneider aus Lücklemberg erlitt im Flötz„Dicke Jungfer“ der 1. östlichen Bauabtheilung beim Wegthun eines Schusses eine Zerschmetterung des Kopfes, die den sofortigen Tod zur Folge hatte. Dortmund, 14. Jan. Soeben ½8 Uhr Morgens ist auf dem Höfe des hiesigen Amtsgerichtsgefängnisses der Raubmörder August Michalski aus Gurko durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg durch das Beil hingerichtet worden. Die Vorbereitungen zur Hinrichtung waren in aller Stille getroffen, erst gestern Abend verbreitete sich die Nachricht über die Vollstreckung des Urtheils des hiesigen Schwurgerichts vom 15. April vorigen Jahres durch unsere Stadt. Von 6 Uhr heute Morgen an waren alle Zugänge zum Amtsgericht durch Polizeibeamte abgesperrt, nur einige Beamte. 12 geladene Bürger der Stadt, und der Gefängnißgeistliche, Herr Propst Loehers, waren zugelassen, selbst die Presse hatte man zarter Weise ausgeschlossen! Dem nunmehr Hingerichteten war gestern Abend das Todesurtheil verkündet. Herr Propst Loehers, welcher seit längere Zeit vergebens ein reumüthiges Geständniß Michalski zu erwirken bemüht gewesen, nahm seit gestern seine Arbeit mit verdoppeltem Eifer auf. Selbst die Kinder des kath. Waisenhauses haben gestern für den Aermsten gebetet, indeß Alles ist vergebens gewesen: Michalski hat nicht bekannt. Er hat vielmehr vor dem Henkersblock bei der Frage des Staatsanwalts, ob er noch etwas zu sagen habe, nur die eine Bemerkung gemacht:„Ich sterbe unschuldig, ich habe es nicht gethan." Im Uebrigen ging die Hinrichtung in bekannter Weise vor sich. Michalski betrat, ganz gebrochen, in Begleitung des Herrn Propst Löhers, dem das Kreuz voraufgetragen wurde, geführt von 2 Polizeibeamten den Gefängnißhof. Es wurde ihm das Kreuz gereicht, das er küßte, dann übergab der Staatsanwalt nach nochmaliger Verlesung des Todesurtheils den Deliquenten dem Scharfrichter Reindel und seinen Henkersknechten. Michalski sträubte sich keineswegs, sondern legte sich ruhig auf die Streckbank und im nächsten Augenblicke war das Urtheil vollstreckt. Die Leiche wurde sofort durch Todtenwagen zum Östenkirchhof gebracht.— Die Staatsanwaltschaft macht soeben an den Plakatsäulen das Ereigniß durch rothe Plakate bekannt, ebenso in den heutigen Zeitungen. — August Michalski ist geboren in Gurko(Kreis Kosten), jetzt 29 Jahre alt, verheirathet, Vater von 3 Kindern und mehrfach vorbestraft. Neben dem Todesurtheil bestanden noch Strafen von 19 Jahren Zuchthaus, von welchen ihn nunmehr der Tod erlöst hat.— Die That, welche das Todesurtheil für Michalski herbeiführte, ist geschehen in der Nacht zum 10. November 1890, wo er zu Rauxel bei Castrop seinen jugendlichen, unverheiratheten Landsmann, Bergmann Stephan Skrzypczak, in einen Hinterhalt lockte, überfiel, beraubte und ermordete. Das Schwurgericht sprach am 15. April v. Is. das Schuldig aus in Folge des geführten Indicienbeweises. Michalski machte dann am 19. Juli v. J. im hiesigen Gerichtsgefängniß den Versuch durch Ermordung des Gefangenwärters August Lange die Freiheit wieder zu erlangen und erhielt dafür vom Schwurgericht am 24. Oktober v. Is. 15 Jahre Zuchthaus Weitere Zuchthausstrafe hat er wegen Diebstahls zu verbüßen. Es ist beklagenswerth, daß Michalski die That nicht eingestanden hat, trotzdem ihm dieselbe aufs Eclatanteste nachgewiesen war. Waltrop, 12. Jan. Die hiesigen Lehrer, sowie die des Amtes Datteln haben in jüngster Zeit einen katholischen Lehrerverein gegründet und sich dem katholischen Lehrerverband angeschlossen. Der Zweigverein Waltrop=Datteln ist der 4. im Regierungsbezirk Münster und der 15. in der Provinz Westfalen. Wetter, 12. Jan. Der in der letzten Zeit durch Wildschweine an den Grundstücken auf dem Harkortberge verursachte Schaden ist ein ganz enormer; so sind einem hiesigen Landwirthe größere Komplexe total ertraglos gemacht; wiederholt abgehaltene Treibjagden verliefen stets erfolglos. Bei heute abgehaltenen großen Treibjagd wurde endlich durch den Herrn Gerichtsassessør Weigand aus Witten ein Keiler lmn Gewicht von 150 Pfund zur Strecke gebracht und werden durch diese Thatsache die berechtigten Klagen hiesiger Landwirthe einigermaßen gestillt sein. Bochum, 11. Jan. Das neue Gymnasialgebäude, das nach Schluß der Weihnachtsferien bezogen wurde, ist heute mit einer Feier im Kreise der Schüler und Lehrer, des Curatoriums und der städtischen Behörden eingeweiht worden. Oberpräsident Studt wohnte der Feier bei. Er überreichte dem Director Broicher und dem ersten Oberlehrer Professor Dr. Darpe den Rothen Adlerorden 4. Classe und zeigte dem Oberlehrer Pottgießer die Verleihung des Titels„Professor“ an. Eine größere öffentliche Feier ist für Ende nächsten Monats geplant. Bochum, 12. Jan. In dem„Stempelprozeß", der im nächsten Monat vor der Strafkammer des Landgerichts in Essen zur Verhandlung kommen wird, haben sich— wie die „Rhein.=Westf. Zto“ mittheilt— die Herren Rechtsanwalt Dr. Wallach=Essen, Kohn=Dortmund und Lenzmann=Lüdenscheid bereit erklärt, die Vertheidigung für die unter Anklage gestellten Arbeiter vom Bochumer Gußstahl=Verein unentgeltlich zu übernehmen, während die Kosten der Vertheidigung der mitangeklagten Beamten des„Bochumer Vereins" der letztere selbst tragen wird. Münster, 12. Jan. Gestern Abend feierte die hiesige farbentragende katholische Studentenverbindung„Saxonia“ im großen Saale des Café Victoria ihren feierlichen Weihnachtscommers, zu welchem von Docenten der Academie die Herren Prof. Dr. Nieheus, Dr. Soralek und Dr. Kappes erschienen waren. Die Verbindung zählt gegenwärtig dahier 25 active und inactive Mitglieder. Münster, 12. Jan. Ein sonderbares Liebesdrama hat vor der hiesigen Strafkammer seinen Abschluß gefunden. Aus irgend einem Grunde harte„er" das Verlöbniß mit„ihr“ aufgehoben; das Unglück wollte es, daß beide kurz nach diesem Vorkommniß in der Promenade zusammentrafen. Die verflossene Braut war des treulosen Geliebten kaum ansichtig geworden, als sie geflügelten Schrittes auf denselben zueilte und ihre Geschenke zurück forderte. Die erregte Dame ließ dem verdutzten Herrn nicht einmal Zeit zu einer Gegenerklärung und versetzte demselben mit ihrem Schirm wohlgezielte Schläge auf Kopf und Schultern und ließ nicht eher von ihrem Opfer ab, als bis sich ein gerade des Weges kommender menschenfreundlicher Mann ins Mittel legte. Das hiesige Schöffengericht hatte die streitbare Schöne zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt. Die Strafkammer sah die That in milderem Lichte an und hielt eine Strafe von 30 Mark für genügend. Münster, 12. Jan. Daß man polizeiliche Vorschriften nicht ungestraft außer Acht lassen darf, hat der Magistrat der Stadt Münster am eigenen Säckel erfahren müssen. Ein Beamter des hiesigen Landgerichts war bei herrschendem Frostwetter vor dem städtischen Theatergebäude zu Fall gekommen und hatte den Arm gebrochen. Da die Straße an jener Stelle nicht nach Vorschrift bestreut war, betrat der Verunglückte den Klageweg. Die Stadt Münster ist verurtheilt worden, dem Kläger für sämmtliche Kurkosten, Versäumnisse u. s. w. vollen Schadenersatz zu leisten. Aus Westfalen. 12. Jan. Aus verschiedenen Städten wird bereits gemeldet, daß die Ergebnisse der neuen Einschätzung gegen die Vorjahre sich so bedeutend höher gestalten, daß eine sehr wesentliche Herabsetzung der CommunalsteuerProcente eintreten dürfte.— In Siegen wurde der Ingenieur der Quellwasserleitung der Stadt, Herr Herms, nächtlicherweise von vier Raufbolden überfallen und schwer mißhandelt; zwei der Attentäter steckten in Frauenkleidern, so daß ein nichtswürdiger Bubenstreich vorzuliegen scheint, der strenge Ahndung finden dürfte.— Bei einer Saujagd in Burbach (im Siegerlande) wurde ein großer Keiler mit 8 Schüssen an den Kopf bedacht. Der alte Knabe schüttelte sich, warf einen Blick des Mitleids auf die Jäger, trottete gemüthlich von dannen und war nicht mehr zu sehen. Kein Jägerlatein! Essen. 13. Jan. In dem Nachtrage zur Anklageschrift wegen Stempelfälschung gegen 40 Beamte und Arbeiter des Bochumer Vereins wird es dem hiesigen Landgericht anheim gegeben, Baare mit unter Anklage zu stellen. Duisbura, 13. Jan. In der Helmischen Destillerie an der Königsstraße ereignete sich heute früh ein sehr bedauerlicher Unfall. Herr Helmich war laut der„Rh. u. Ruhrztg." gerade mit einem Arbeiter an dem Destillationsapparat beschäftigt, als plötzlich durch innern Druck der Helm des Kessels abgeschleudert wurde, der Spiritusdampf dem Apparat entströmte und durch das Kesselfeuer sofort in Brand gerieth. Herr Helmich und der Arbeiter wurden mit großer Gewalt fortgeschleudert und erhielten außerdem schwere Brandwunden. Aerztliche Hülfe war bald zur Stelle. Es dauerte einige Zeit, bis die Verunglückten unter ärztlichem Beistand wieder zur Besinnung kamen. Xanten, 13. Jan. In der Sache des Knabenmordes, der noch immer den ganzen Niederrhein in Spannung hält, richtet die„Kreuzzeitung" an die kgl. Justizverwaltung in einem Artikel das dringende Ersuchen, das Ergebniß der gerichtlichen Untersuchung, welches die Haftentlassung des jüdischen Schlächters Buschof in Xanten zur Folge hatte, möglichst bald in seinem ganzen Umfange zu veröffentlichen.„Unser deutsches Volk, schreibt das conservative Blatt, hat ein Recht darauf, zu verlangen, daß über die schändliche Mordthat, welche an dem Knaben Jeanchen Hegmann verübt wurde, und als deren Thäter die Stimme des Volkes sofort den Buschoff bezeichnete, amtlicherseits die vollste Klarheit geschafft werde. Mehr als zwanzig einwandsfreie Zeugen haben den Angeschuldigten auf das Schwerste belastet, der Berliner Criminalcommissar Wolff hat durch seine Ermittelungen an Ort und Stelle ein den Buschoff nahezu überführendes Material zusammengestellt. Buschoff versuchte anfänglich sein Alibi nachzuweisen, mußte aber sehr bald von diesem Unternehmen abstehen; außerdem ergab die gerichts=ärztliche Untersuchung, daß der Mord nur von einem geübten Schlächter ausgeführt sein könne, und daß die Leiche des Knaben völlig blutleer war." Das Blatt fordert daher auch im Interesse des Beschuldigten und seiner Glaubensgenossen selbst eine gewissenhafte und unzweideutige Darlegung von amtlicher Seite.— Wie der„Germania“ berichtet wird, gedenkt die unglückliche, bedauernswerthe Mutter des gemordeten Kindes, nach Berlin zu kommen, um eine Audienz bei dem Kaiser zu erwirken und vor dem Throne der berechtigten Forderung Ausdruck zu geben: daß der Gerechtigkeit voller freier Lauf gelassen und Alles gethan werde, um dem Blute des gemordeten unschuldigen Kindes Sühne zu schaffen. Wir glauben aber nicht, daß der Herr Justizminister erst einen höheren Befehl abwartet, um alle diejenigen Moßregeln anzuordnen, welche geeignet sind, das Dunkel dieses geheimnißvollen Verbrechens zu lichten und volle Klarheit in die Sache zu bringen. Düsseldorf, 12. Jan. Der Unteroffizier Kamp der 8. Compagnie des Regiments Nr. 39 tritt in die Ostafrikanische Schutztruppe ein. Kamp, ein Crefelder, ist heute nach Berlin abgereist. Viele Kameraden seines Regiments gaben ihm ein ehrenvolles Abschiedsgeleite bis zum Bahnhofe Derendorf. 13. Jan. Wie verlautet, wurde in der vergangenen Nacht in die königliche Kunstakademie eingebrochen. Das Secretariatsbureau wurde erbrochen und geplündert. Es wurden ungefähr 4000 Mark geraubt. Von den Thätern fehlt noch jede Spur. Trier, 12. Jan. Der hochw. Herr Weihbischof Feiten befand sich gestern etwas wohler; er leidet an einer starken Lungenentzündung.— Von den Domgeistlichen sind nunmehr einige wieder so weit genesen, daß sie Gottesdienst halten können. Am Sonntag Morgen 11 Uhr mußte im Dom die hl. Messe, zu dem sich über 4000 Gläubige eingefunden, ausfallen. Der hochw. Herr Bischof Korum hielt daher selbst unter Dispensation von der Anhörung einer solchen eine kurze Andacht. Am Dreikönigs=Feste trat der hochw. Herr Bischof ebenfalls an die Stelle des plötzlich erkrankten Dompredigers — Die Sterbefälle nehmen in unserer Stadt täglich zu. Mainz, 12. Jan. Unter dem Vorsitz des Fürsten Löwenstein fand hier gestern im Frankfurter Hof eine größere Versammlung statt, in welcher für die Ende August hier zusammentretende 39. General=Versammlung der Katholiken Deutschlands das Local=Comitee gebildet wurde. In dasselbe wählte man: als Ehrenmitglieder mit berathender Stimme die ehemaligen Landtags=Abgeordneten Wasserburg und Joh. Falk III sowie die Stadtverordneten N. Racke, ferner Beigeordneten Dr. Geier, Rechtsanwalt Dr. Schmitt, Professor Dr. Becker, Kaufmann Krug, Rechtsanwalt Dr. Kuhn, Stadtverordneten Hoffner, Domdecan Dr. Erler und Decan Keller. Vermischtes. * Ueber die Marschleistung eines Briefträgers gibt nachstehender Bericht aus Elbing einen Maßstab. Der dortige Uhrmacher Z. hatte, wie die„Altpreußische Ztg." erzählt dem Briefträger eines Reviers der innern Stadt einen„Schrittzähler" zur Benutzung während der letzten Tage gegeben. Mit absoluter Sicherheit markirt so ein Ding jeden Schritt, den sein Träger macht. Danach hat der betreffende Briefträger in seinen Hin und Her, Trepp' auf, Trepp' ab, in der Zeit vom 31. Dezember früh bis zum 2. Jan., Vormittags 10 Uhr, genau 158 900 Schritte gemacht, das sind in Meilen umgerechnet, die Meile zu 9500 Schritt, rund 17 Meilen. *[Ein russischer Harun al Raschid.] Aus Moskau wird englischen Blättern folgende märchenhafte Geschichte berichtet: In der vergangenen Woche begab sich Großfürst Sergius, der Gouverneur von Moskau, als Muschik verkleidet, in einen Bäckerladen, um festzustellen, was Wahres an den Erzählungen von den Schwierigkeiten wäre, womit der Einkauf kleiner Quantitäten Brod z. B. in Rußland verbunden sei. Das falsche Bäuerlein fragte den Bäcker nach dem Preise eines Pfundes Brod und erhielt zur Antwort, es koste dreieinhalb Kopeken. Daraufhin verlangte der Bauer für drei Kopeken Brod, mit dem Bemerken, mehr Geld habe er nicht. Der Bäcker weigerte sich, weniger als ein Pfund zu verkaufen, der Muschik bestand auf seinem guten Recht, so viel Brod zu kaufen, wie das von ihm gebotene Geld werth war. Der Bäcker wurde ungeduldig und forderte den vermeintlichen Landmann auf, den Laden zu verlassen. Dieser leistete keine Folge, der Bäcker rief die Polizei, die Polizei schnanzte den Bauern zunächst geziemend an und warf ihn schließlich auf die Straße, um ihn dann draußen wegen Beleidigung zu verhaften und ein Protocoll aufzunehmen, das der Arrestant unterzeichnen mußte: er setzte seinen vollen Namen sammt dem Gouverneurtitel darunter, warf die Verkleidung ab und gab sich der erstaunten Menge und den bestürzten Polizisten zu erkennen. Am selben Abend begingen drei in die Affaire verwickelte Polizeibeamte Selbstmord und die Schließung von vier Bäckerläden bildete den Beschluß des Vorfalles. Briefkasten der Redaction. Nach Niedersfeld: Besten Dank. War für die heutige Nummer zu spät. Nach Fürstenberg: Besten Dank. Marktbericht. Neuß. 12. Januar. Weizen 1. Qual. 23,00, 2. Qual. 22,00 Mk. Roggen 1. Qual. 21,80, 2. Qual. 20,30 Mk. Buchweizen 00,00 Mk. Hafer 15,00 Mk. Aveel(Rübsen) 00,00 Mk. Raps 1. Qual. 00,00, 2. Qual. 00,00 Mk. Kartoffeln 9,50 Mk., alles per 100 Kilo. Heu per 500 Kilo 40,00 Mk., Stroh per 500 Kilo 24,00 Mk., Rüböl per 100 Kilo 63,50 Mk., faßweise 65,00 Mk. Preßkuchen per 1000 Kilo 128 Mk., Kleien per 50 Kilo 6,00 Mk. Köln. 12. Jannar. Weizen hiesiger 23,00—24,50 B., fremder 24,50—26,00 B.; März 22,90 B., 22,60 G.; Mai 22,90 B., 22,60 G. Roggen vorräthig hiesiger 23,50—25,00 B., fremder 25,50—27,00 B.; März 24,10 B., 23,90 G.; Mai 24,30 B., 24,10 G. Hafer vorr. hiesiger 15,00 bis 16,00 B.; fremder 18,00—19,00 B. Rüböl vorr.(in Posten von 5000 Kg.) 65,00 B.; Mai 62,00 B., 61,50 G.; Oktbr. 60,50 B., 60,00 6. Redigirt unter Verantwortlichkeit des Verlegers. Hohmann's Violinschule, neue umgearbeitete Ernst Heim. Verlag von P. J. Tonger in Köln. 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An die katholischen Westfalen richte ich hierdurch die herzinnige, flehentliche Bitte, den in Berlin, wie nunmehr allgemein bekannt, herrschenden Mangel an katholischen Kirchen auch dadurch mit beseitigen helfen zu wollen, daß sie mir einen Baustein zur Errichtung einer Kirche für die bisher auf eine armselige Kapelle aus Fachwerk angewiesene Pius=Gemeinde recht bald einsenden. Wir möchten noch gerne im Herbste dieses Jahres den Bau beginnen, aus eigener Kraft aber ist die Pius=Gemeinde, die ärmste aller Berliner katholischer Gemeinden, nicht im Stande das Erforderliche aufzubringen. Darum nochmals katholische Glaubensgenossen in Westfalen, die ihr gewiß manchen Bekannten oder Berwandten hierselbst habet, helft uns, damit wir bald in einer massiven Kirche statt in einen morschen Fachwerkbau Gottesdienst halten können. Gott soll's lohnen. Die Gemeinde betet täglich mit dem Unterzeichneten nach der hl. Messe ausdrücklich„für die Wohlthäter der Piuskapelle," im Juni werden für dieselben 4 Hochämter gelesen und im November 4 Requiems für die verstorbenen Wohlthäter abgehalten. Pfarrer Frank bei St. Pius, Berlin, Pallisadenstr. 73. Neu! Neu! Neu! Eggiston Neues Musik-Instrument zur Begleitung eines jeden Instrumentes, in zehn Minuten zu erlernen. Versandt per Nachnahme per Stück zu Mk. 3,60. Wald, Rheinland. Herm. Geus, Scheuer Nr. 7. Singpiston-Geschäft. Gesinde=Dienstbücher zu haben bei Joh. Meyer in Brilon. Rud. Ibach Sohn Kgl. Hofpianofabrik: gegründet 1794. 999 BARMEN KÖLN Neuerweg 40. Neumarkt 1A. Von Fachgrössen als das Beste der Jetztzeit anerkannt. Flügel& Pianinos Ahsolute Garantie,# Firma, Adressen und Schutzmarke gefl. beachten. Absolute Garantie.% Vor Täuschungen wird gewarnt. Reis. Schönen Tafel=Reis, à Pfd. 14 Pfg., 22 Pfd. für 3 Mk. Prachtvollen„„„ 16„ 20„„ 3„ Extra großen„„„ 18„ 18„„ 3„ in ganzen Ballen billiger, empfiehlt C. Hohmann, Brilon. 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