lin und Hagr. paarausfall ng ist gend! Uhleme. Fußschweiß igene Hände nd alle Ha este Mitel. Dose 30 Pf. nische Fab sden, We. Dankschreiden Nr 127. Brilon, Donnerstag, den 15. Oktober 1903. er—.502 —.35 —.40„ —.30 3b.—.50 ler—.35„ —.50„ —.30„ der—.50„ rer Seite an aufgeführten her, u. Liste her 1903. 11 000 000 die 1130 u. die 31 garantiert fürmer assburg berg orn ernspr. 11 Better etten 2 Kissen) grau=ro mit neuen Federn 50, 18, 31 55 Mk 2½ 38½ Mk., jetten 17 und ), 4,50 un lis. nicht! chlein bau Entgelt? vertrau'. Fonds besic Seelenzahl, ben; ben. sein, ke? schickt was e nke! Parkstr. 2 Kuratus. titut Kostüme. de 1c., chkeitsartite irg i. W. tlerei annover. der Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags und der Feiertage, Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 50 Pfg., pro Monat 50 Pfg. Durch den Briefträger ins Haus gebracht pro Monat 14 Pfg. mehr. Bestellungen nimmt jedes Postamt und jeder Landbriefträger, sowie unsere Agenten entgegen. Als wöchentliche Gratis=Beilage:„Sonntagsblumen“ herausgegeben vom Pfarrer Friedr. Schnettler. und Landwirtschaftlicher Ratgeber. Als Extra=Beilage:„Illustrirte Sonntags=Zeitung“ vierteljährlich 25 Pfennige. Inserate aus dem Kreise Brilon pro 6gespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfennige, auswärtige 15 pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabati gewähr, Reklamen werden mit 30 Psg. pro Zeile berechnet. Amtl. Anzeiger für die Stadt Brilon u. öffentliches Volksblatt für den Kreis Brilon u. die angrenzenden Kreise Expedition in Niedermarsberg: A. Buddenkotte. Verantwortlicher Redakteur: Heinr. Bungartz in Brilon. Druck, Verlag und Expedition von Joh. Meyer(Inh. H. Bungartz) in rilon. Telegramm Adresse.: Brilone Zeitung. Alafalaalalalaesee lae Abonnements-Einladung pro 4. Quartal 1903. Bestellungen auf die täglich erscheinende „Briloner Zeitung“ mit den Gratis=Beilagen „Sonntagsblumen u.„Landwirtsch. Ratgeber“, verden schon jetzt von allen Postanstalten und Briefträgern sowie bei der Expedition und durch unsere Boten u. Herren Agenten zum Preise von 1,50 Mk., mit der„Züustrirten Sonntagszeitung“ 25 Pfg. ertra entgegen genommen. Wir richten hierdurch an alle unsere verehrten Leser und Leserinnen die Herren Geistlichen und Lehrer, sowie an alle Freunde und Gönner die ergebene Bitte, unsere Zeitung in Bekannten= und Freundeskreisen bestens zu empfeblen. Gleichzeitig bitten wir Alle, uns durch Zusendung von Lokalnachrichten und Tagesereignissen gütigst unterstützen zu wollen. Wir sind gern bereit die entstandenen Kosten zu ersetzen und uns durch Ueberweisung eines Freiexemplars an unsere Herren Mitarbeiter erkenntlich zu zeigen. stehen jederzeit gratis zur Verfügung. Neu hinzutretende Abonnenten erhalten unsere Zeitung auf Wunsch 14 Tage lang gratis zugesandt Die Expedition. tleltelteltestestelse ltestelte K. Brief aus Baden. Die Rede des Geistlichen Rates Wacker auf der Landesversammlung der badischen Zentrnmspartei hat das größte Interesse in aulen polit. Kreisen Süddeutschlands erregt, in den nationalliberalen ist man geradezu bestürzt von derselben. Man hatte nämlich angenommen, daß Wacker sein Schwanenlied anstimmen und eine große Versöhnungsaktion einleiten werde; wie man zu dieser Meinung kommen konnte, ist geradezu unbegreiflich angesichts des Umstandes, daß es die Liberalen sind, die auf ihrer Karlsruher Versammlung acht Tage vorher dem Zentrum den schärfsten Kampf angesagt und erklärt hatten, sie ständen in manchen Fragen sogar der Sozialdemokratie näher. Das Echo dieses Kampfesrufes ist in Rastatt erschollen, und Wacker hat vor seinem ganz und gar freiwilligen Ausscheiden aus dem parlamentarischen, aber nicht politischen Leben, eine Art politischen Testamentes dem Zentrum übergeben, dessen Kernsatz lautet: Niederringen des gewalttätigen Nationalliberalismus! Baden ist ein zu mehr als drei Fünfteln kathol. Land, und doch tritt nirgends der Liberalismus so gewaltig auf, wie gerade hier; es erscheint auch auf den ersten Blick fast unbegreiflich, daß Bezirke mit überwiegend kathol. Mehrheit selbst heute noch nationalliberal wählen. Der Josephinismus und Wessenbergianismus hat noch jahrzehnteland nach seinem Erlöschen im übrigen Deutschland hier geherrscht; in den Seegegenden ist auch das Wort eines sonst durchaus braven Bauersmannes zu seinem Sohn gefallen:„Du wirst mir doch nicht die Schande antun und zweimal im Jahre beichten!" Der badische Kulturkampf fand deshalb vorbereiteten Boden und der Beamtenapparat tat das Weitere. Dazu kam noch die Unterstützung des Nationallismus durch den früheren Fürsten von Fürstenberg, der in der Donaueschinger Gegend dominierte; der jetzige Majoratsherr will vom badischen Nationalliberalismus nichts wissen, dafür aber erfreut sich diese Partei des besonderen Wohlwollens des Landesfürsten. In keinem anderen deutschen Staate sind Regierung und Nationalliberalismus seither so eng verbunden gewesen, wie in Baden, wo- deshalb die für den letzteren bestimmten Kugeln die erstere und noch höher treffen, denn wer sich freiwillig in die polit. Schießbahn stellt, darf sich nicht beklagen, wenn er auch getroffen wird. Diese Konsequenz hat nun Wacker gezogen und vor allem die Tatsache festgestellt, daß der Großherzog so eng verbunden mit dem Liberalismus sei, daß dies aber das Zentrum nicht hindern werde, seinen Hauptgegner weiter zu bekämpfen, und dasselbe diesem unter keinen Umständen ein Mandat zuführen dürfe, selbst auf die Gefahr hin, daß ein Sozialdemokrat gewählt werde; in solchem Falle müsse es dann einfach heißen: „Gewehr bei Fuß!" Diese ganz natürliche Taktik der Selbsterhaltung wird nun in der liberalen Presse zur Denunziation nach oben verwendet; die giftige Spitze dieser Machination hat aber Wacker schon zum voraus abgebrochen, indem er offen erklärte, daß das Zentrum gar nicht Regierungspartei zu werden beabsichtige. Am tollsten treibt es die „Münchener Allg. Ztg.", die Wacker der„priesterlichen Demagogie" beschuldigt. Es ist das das nämliche Blatt, welches kein Wort des Tadels fand, als Pastor Schwarz von Heidelberg sine gotteslästerlichen Aeußerungen über das Altarsakrament verbreitete, als der sächsische Superintendant Meyer„zum Kampfe mit Gott wider Rom!“ aufforderte, als der Bundespastor Dr. Gmelin erklärte, man solle lieber den Teufel wählen als einen Zentrumsmann! Die liberale Presse kennt das Gefühl der eigenen Schwäche, darum muß sie zu solchen Mitteln greifen, um bei Hof sich„lieb Kind" zu machen und dadurch den gesamten Regierungsapparat bei den kommenden Wahlen für sich zu gewinnen. das wird nicht mehr helfen! Aber auch Politische Nachrichten. Dentsches Reich. Berlin, 12. Oktober 1903. —* Die Einseguung der Prinzen August Wilhelm und Oskar von Preußen findet am kommenden Samstag, 17. Oktober, vormittags 11 Uhr, in der Friedenskirche zu Potsdam durch den Oberhofprediger und Schloßpfarrer Dr. Dryander statt. —* Wieder ein Duellopfer. Der am Samstag bei einem Pistolenduell in der Spellener Heide bei Wesel schwer verletzte Leutnant Schreuer vom 57. Infanterieregiment ist der Essener Volkszeitung zufolge am Montag gestorben. —* Eine Verschwörung gegen den Sultan in Mazedonien. Die Wetscherna Posta in Sofia meldet aus Konstantinopel, im Yildiz=Palast sei eine Verschwörung entdeckt worden, durch welche Sultan Abdul Hamid vom Throne gestürzt werden sollte. Zwanzig Offiziere seien verhaftet und in bie Verbannung geschickt worden. Sie dürften unterwegs ermordet werden. —* Die italienischen christlichen Demokraten geben anscheinend dem neuen Generalpräsidenten der Opera der Congressi, Grafen Grosolt viel zu schaffen. Der Össervatore Romano veröffentlicht einen neuen Brief desselben, welcher darauf sowie auf den demnächstigen allgemeinen Katholiken=Kongreß in Bologna Bezug nimmt. Nach dem Stande der Dinge ist an eine von dem genannten Präsidenten angestrebte Versöhnung der verschiedenen Elemente in der christlichen Demokratie Italiens gar nicht zu denken. Im Gegenteil, die prinzipielle Kluft scheint immer unüberbrückbarer zu werden. Grosoli sowie der Spezialpräsident der sogenannten II. Gruppe der Opera, welchem die christlich=demokratische Bewegung unterstehen soll. wurden kürzlich vom h. Vater empfangen. Hoffentlich wird es noch der Weisheit und der Milde Pius X. gelingen, wenigstens einen Teil der Sezessionisten zum Ganzen zurückzuführen. Denn bei einer Beibehaltung des jetzigen Zustandes triumphiert schließlich nur der Sozialismus— ohne Christentum. —* Nach einer Mitteilung des Kriegsministeriums ist der Ablösungstransport der Ostasiatischen Besatzungs=Brigade auf dem Dampfer „Silvia" am 12. Oktober in Colombo eingetroffen und am 13. Oktober nach Suez abgegangen. —* Ueber getäuschte Hoffnungen jammert ein sächsischer Gastwirt in den Zittauer Zeitungen: Vor der Reichstagswahl wurde mir von den Mitgliedern des Textilarbeiterverbandes versprochen, meine mißliche Lage zu verbessern, wenn ich ihnen meinen Saal zur Verfügung gäbe zur Abhaltung von Volksversammlungen für eine geringe Entschädigung. Leider bin ich sehr getäuscht worden, sehe mich daher veranlaßt, mein Versprechen hierdurch öffentlich zurückzuziehen. Werde, wie zuvor, auch in Zukunft als vaterlandsliebender Soldat seit 1865 und Veteran bleiben bis an mein Ende. Dies zur gef. Kenntnisnahme. Hermann Naumann, Gastwirt in Schlegel. Auch die Landtagswahlen sind vorüber, und somit hat der arme Schlucker seine Arbeit getan. —** Ueber Schlaganfälle als Betriebsunfall hat das Reichsversicherungsamt aus Anlaß eines Spezialfalles dem„B. T." zufolge soeben die folgende wichtige Entscheidung getroffen: Das ärztilche Obergutachten erachtet die in gebückter Haltung ausgeführte Arbeit wegen des erhöhten Blutdruckes auf das Gehirn für geeignet, den Schlaganfall zu verursachen, um so mehr, wenn eine Erkrankung der Windungen kleiner Gehirnarterien schon vorlag. Die Arbeit war nach dem Obergutachten mit großer Wahrscheinlichkeit als begünstigendes und auslösendes Moment für den Schlaganfall anzusehen. Bei schon vorhandener krankhafter Veranlagung war die Arbeit nach Ansicht des Reichsversicherungsamtes wohl geeignet, als wesentlich mitwirkende und ins Gewicht fallende Ursache für den Schlaganfall angesehen zu werden. In diesem Sinne ist die eingetretene Erkrankung ein durch die Betriebsarbeit hervorgerufener entschändigungspflichtige Unfall. —* Eine merkwürdige amtliche Rundfrage ist, laut„Schles. Ztg.", von der Negierung in Bromberg an die Kreisschulinspektoren ihres Bezirks erlassen. In denselben wird über nachstehende Fragen Bericht gefordert: 1. Ob und in welchem Umfang bei Einweihung von Volksschulgebäuden eine Mitwirkung katholischer Geistlicher als solchen, ganz unabhängig von ihrer etwaigen Beteiligung als Schulinspektoren, im Bezirk stattgefunden hat und noch stattfindet; 2. ob bezw. welche Schwierigkeiten dabei überhaupt, insonderheit aber durch den von den Geistlichen hierbei beanspruchten Gebrauch der polnischen Sprache sich ergeben habeu; 3. ob es zur Vermeidung solcher Schwierigkeiten sich empfiehlt, bei den fraglichen Einweihungsfeierlichkeiten von der Mitwirkung katholischer Geistlicher, soweit sie nicht Schulinspektoren sind, künftig Abstand zu nehmen. Die Schlesische Zeitung will diese Rundfrage zurückführen auf eine Schuleinweihung im Posener Bezirk, wo der katholische Geistliche angeblich das neue Schulhaus bei der Einweihungsfeierlichkeit schleunigst verlassen habe, als ein Redner das Kaiserhoch ausbringen wollte. Diese Annahme müssen wir vorläufig für absurd erklären; jedenfalls wäre das noch kein Grund, prinzipiell den katholischen Geistlichen wird Offerten peditio en mu raggebe von erartig Kämpfe und Siege. Erzählung aus dem ersten christlichen Jahrhundert. Aus dem Französischen von Guenot. (Nachdruck verboten.) 12. Fortsetzung. Noch ein anderer Beweggrund flößte dem Vater der Euphemia Widerwillen gegen den jungen Israeliten ein. Manahem verabscheute die Christen; er hatte ihnen bittern Haß geschworen. Ohne mit Bestimmtheit zu wissen, ob solche sich im Hause des Clemens befänden, ließ er niemals die Gelegenheit vorübergehen, mit Verachtung über ihre Lehre und ihren Kult zu reden. Das war fast dieselbe blinde Wut, mit der die Juden unsern Herrn mißhandelt und ans Kreuz geschlagen hatten. Auch Euphemia kannte die Stimmung des Juden. Eines Tages hörte sie, wie er dem Herrn fluchte, seinen heiligen Namen lästerte und sich über den Tod freute, den er erduldet. Sie schwieg jedoch. Ihre edelmütige Nächstenliebe kannte kein anderes Gefühl, das eines lebhaften Mitleides mit einem Unglücklichen, der verhönte, was er nicht kannte. So blieben die Dinge während eines Jahres. Manahem, der während desselben große Fortschritte in der Gunst Domitians gemacht hatte, sprach diesem den Wunsch aus, die Hand Euphemiens zu erhalten. „Warum so eilig?" entgegnete ihm Domitian. „Habe Geduld, warte noch ein wenig, und ich gebe Dir eine der reichsten Erbinnen des Kaiserreiches, anstatt die Tochter eines Freigelassenen." „Fürst," sagte darauf der Jude,„ich bin erkenntlich für Deine gütigen Absichten und das Interesse, das Du an mir zu nehmen geruhest; aber ich kenne nun einmal die Tochter des Gaudentius und sie ist es, die ich erwählt habe." „Bei Deinem Alter“, warf Domitian spöttelnd hin,„schweigt das Herz ebenso leicht, als es spricht. Bedenke, daß Du mein Freund bist, und daß ich auf den Stufen des Thrones stehe, und ich Dir meine Gunst geschenkt habe. Denke an alles das." „Das vergesse ich nie; trotzdem verharre ich bei meinem Entschluß, um die Hand Euphemiens zu bitten.“ „Nun es sei," entgegnete Domitian mit Aerger.„Ich werde zu Clemens gehen, mit Gautentius sprechen und die Sache wird bald im Reinen sein." Manahem verließ den Fürsten. Sein Herz war voll der schönsten Hoffnungen; er zweifelte nicht, zum Ziel seiner Wünsche zu gelangen. Wie groß war aber seine Beklemmung, als er am anderen Tage aus dem Munde Domitians erfuhr, daß seine Bemühung vergebens gewesen. Clemens und Gaudentius hätten dem kaiserlichen Unterhändler gesagt, Euphemia sei nicht frei und ihre Hand bereits versprochen. Diese Antwort war vernichtend für den unglücklichen Manahem. Sein Antlitz wurde leichenblaß, seine Lippen zitterten, seine sonst so feurigen Augen wurden matt und glanzlos. Als er sich von seiner Niedergeschlagenheit erholt hatte, fragte er Domitian, wer ihn dann wohl ausgestochen haben könnte? „Warum Dir das sagen?" entgegnete Domitian mit einem boshaften Lächeln. „Ich will meinen Feind kennen!" „Ist denn ein vorgezogener Nebenbuhler notwendig ein Feind?“ „Ja, denn er stiehlt mir mein Glück; er vergiftet mein Leben, indem er der Liebe meines Herzens alle Hoffnungen nimmt. Sage mir, ich bitte Dich," fuhr Manahem mit Heftigkeit fort,„nenne mir den Namen meines Feindes.“ „Noch einmal, er ist nicht Dein Feind.“ lachte Domitian, der mit der Verzweiflung des Juden sein Spiel trieb. „Sprich doch, um des Himmels willen, wer ist dieser Mensch?" „Es ist Dein Freund Caleb," versicherte Domitian, dessen grausame Seele sich an den Qualen des jungen Mannes weidete. Bei diesen Worten sprang Manahem auf und Domitian in der Furcht, sein Spiel zu weit getrieben zu haben, wich feige zurück. „Verflucht sei er auf seinen Wegen"" rief der Jude mit schrecklicher Stimme.„Er! zwischen mir und Euphemia! Ich werde mich zu rächen wissen.— Mein ganzes Leben für meine Rache!" Mit diesen Worten verließ Manahem den Palast, um der Bosheit Domitians zu entgehen, welche dieser noch auf's neue an dem Juden zu üben, Miene machte. Er floh in das seines Herrn, wo er sich in sein Zimmer einschloß, um seinen Schmerz und die Bitterkeit seines verwundeten Stolzes vor aller Augen zu verbergen. Zugleich beschäftigte er sich mit dem Plane seiner Rache. In seiner gleißnerischen, rücksichtslosen und dem Haß ergebenen Seele wuchs die Lust zum Bösen mi reißender Schnelligkeit. Noch ehe der Tag zu Ende war, hatte er in Bezug auf Gaudentius und Clemens, die er beide für die gewordene Zurückweisung ebenfalls verantwortlich machte, seinen Racheplan bereits entworfen. Derselbe war in Wahrheit teuflisch ausgedacht. Was Caleb anging, so wollte er ihn bis zum Tode verfolgen, nachdem er ihn vorher alle Qualen des Geistes und des Herzens hatte dulden lassen. Zugleich beschloß er, den heftigen Aerger über seine getäuschten Hoffnungen in keiner Weise merken zu lassen, damit sein Nebenbuhler, wie er meinte, keinen Anlaß hätte, über ihn zu triumphieren. „Ich heirate eine andere Frau," sagte er zu sich selbst;„meine Kinder seinen die Helfer und Fortsetzer meiner Rache, wenn ich sie nicht selbst vollständig zu Ende führen kann; sie sollen das blutige Werk vollenden, wenn das Leben mir nicht ausreichen sollte." Am folgenden Tage, auf den über kurz oder lang Tage voll verabscheuungswürdiger Verbrechen folgen sollten, trat Manahem in gewohnter Weise auf. Nichts deutete in seinem Aeußern auf die Zuckungen hin, die noch kurz zuvor seine Seele in Bewegung gesetzt hatten. Sein Angesicht, abgesehen von einem leichten Beben der Nerven, verriet in nichts die Kämpfe des Vorabends. Er ging seiner Gewohnheit gemäß zum kaiserlichen Palaste. Als Domitian ihn wiedersah, war er erstaunt über diese äußerliche Ruhe und sagte zu ihm: „Ich sehe es, daß Deine Trauer schon zu Ende ist." „Sie ist es," gab Manahem dumpf zurück. „Du wirst also mit Deiner Heirat warten und meinen Rat befolgen. Es handelt sich um Deine Interessen, und ich bin glücklich, Dich heute vernünftiger zu sehen."(Fortsetzung folgt.) die Teilnahme an Einweihungen katholischer Schulen zu versagen und auf eine kirchliche Einsegnung der Schule, wie sie jedem Neubau eines Katholiken zuteil wird, zu verzichten. Die Angelegenheit bedarf dringend der Aufklärung. —* Professor Ladenburg aus Breslau veröffentlicht in einem Kasseler Blatte gegen die von der Kasseler Synode gefaßte und von uns kürzlich gemeldete Entschließung eine Gegenerklärung, in der er darlegt, seine Rede auf der 75. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte sei rein wissenschaftlich und habe in keiner Weise die Grenzen überschritten, die durch logische Dedukiion aus wissenschaftlichen Ergebnissen festgelegt sind. Eine Verletzung der religiösen Empfindung habe er streng zu vermeiden gesucht. Nur ungenaue und tendenziös gefärbte Auszüge eines Tageblattes hätten zu solchen Folgerungen Veranlassung gegeben. Jedenfalls hätte die Synode mit ihrer Resolution warten müssen, bis eine authentische Wiedergabe der Rede vorlag. —* Der„Lok.=Anz." meldet aus Posen: „Wiebkopolanin" meldet, auf Verlangen der Regierung bestimmte Erzbischof Stablewski, daß die Kleriker des Posener Priesterseminars deutsche Geschichte und Literatur an der Posener Akademie hören müssen. Dem Erzbischof soll andernfalls die Sistierung des Seminars angedroht worden sein. Braunschweig, 12. Okt. Ein Parteitag der Rechtspartei(Extreme Welfen) beschloß, eine Eingabe an sämtliche Bundesfürsten und freien Städte mit dem Ersuchen zu richten, dahin zu wtrken, de der Herzog von Cumberland den braunschweigischen Thron besteige und der Bundesratsbeschluß vom Juli 1885 aufgeheben werde. Darmstadt, 13. Okt. Die Zarenfamilie fährt heute Nachmittag nach dem Jagdschloß Wolfsgarten ab und verbleibt daselbst zehn Tage. Alsdann bleibt die kaiserliche Familie weitere vier Wochen in Darmstadt. München, 13. Okt. In der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses wurde beim Etat des königlichen Hauses an den Ministerpräsidenten die Frage nach dem Besinden des Königs Otto gerichtet. Herr v. Podewils gab zur Antwort, daß eine Aenderung in dem Befinden des Kranken weder zum Schlimmern noch zum Bessern eingetreten sei, worauf der Titel ohne weitere Debatte genehmigt wurde. Tübingen, 12. Sept. Das„Tübinger Tageblatt“ berichtet über einen Austritt aus der sozialdemokratischen Partei.„Die skandalösen Vorgänge auf dem sozialdemokratischen Parteitage und das dort, wie auch in den Stuttgarter Versammlungen den akademisch gebildeten sogenannten „Revisionisten" ausgesprochene Mißtrauen haben auch den hiesigen Vertrauensmann der Gewerkschaften, Professor a. D. Dr. Meier, der der Vollmar’schen Richtung huldigte, zum Austritt aus der sozialdemokratischen Partei bewogen.“ Oesterreich=Ungaru. Wien, 12. Okt. Die in Ungarn als höchst wahrscheinlich angekündigte Betrauung Tiszas mit dem Ministerpräfidium ist ausgeblieben. Tisza verließ schon heute nachmittag Wien, desgleichen der ebenfalls in Audienz empfangene Graf Andrassy und Perczel, der ehemalige Präsident des ungarischen Abgeordnetenhauses. Ein vorgestern hier verbreitetes Gerücht, daß Graf Zichy, der Führer der ungarischen Klerikalen, Aussicht habe, ist selbstverständlich falsch.— Tisza erklärt, er werde nur im äußersten Falle das Abgeordnetenhaus auflösen. Daher taucht die Vermutung auf, daß er deshalb nicht mit der Kabinettsbildung betraut wurde. Als wahrscheinlicher gilt, daß nunmehr auch er erweiterte nationale Zugeständnisse für nötig halte, um in etwaigen Wahlen Aussicht auf Erfolg zu haben. Es werden neue Namen genannt, darunter Finanzminister Lukacs. Rußand. Petertsburg, 13. Okt. Aus Nachitschewan (Gouvernement Jekaterinoslaw) wird gemeldet: Als gestern die Uebergabe des armenischen Kirchenvermögens an die Regierungskommission stattfinden sollte, trieb die vor der Kathedrale versammelte Menge die Kirchenältesten aus dieser hinaus, verschloß die Türen und nahm die Schlüssel an sich. Die Menge vor der Kirche wuchs in bedrohlicher Weise an. Weder die Polizei noch die Feuerweyr vermochten sie zu zerstreuen, so daß eine Kompagnie des dortigen Infanterie=Regiments und Kosaken aufgeboten werden mußten. Letztere trieben die Menge dann auseinander, wobei mehrere Verletzungen vorkamen. Die Uebergabe des Kirchenvermögens wurde nicht vollzogen. Frankreich. Paris, 13. Okt. Der König von Belgien traf gestern hier ein und stattete Loubet nachmittags einen Besuch ab, den dieser alsbald erwiderte. 13. Okt. Die Blätter verzeichnen das Gerücht, der König der Belgier, der gestern dem Präsidenten Loubet einen Besuch abgestattet hat, habe den Wunsch geäußert, daß der englischbelgische Zwist betreffend den Kongostaat einem Schiedsgericht unterbreitet werde, bei dem Frankreich die Rolle des Schiedsrichters übernehmen solle. Frankreich dürfte voraussichtlich das Ersuchen ablehnen. Italien. Rom, 12. Okt. Das Königspaar tritt morgen, begleitet vom Minister Morin von Risa aus die Reise nach Paris an. Rom, 13. Okt. Das nächste päpstliche Konsistorium in dem die Zeremonie der Hutaufsetzung bei den Kardinälen Katschthaler, Ajuti und Taliani vorgenommen wird, wird wahrscheinlich in den Tagen um den 8. Dezember abgehalten werden.— In den vatikanischen Kreisen glaubt man, daß der jetzige Prostaatssekretär Merry del Val oder Kardinal Cavagnis zum Staatssekretär ernannt werde. Es heißt jedoch, daß Oesterreich gegen die Ernennung Merry del Val's protestiere und auch die Ernennung des Wiener Nuntius ungern sehe. Als weitere mutmaßliche Beförderungen bei der Kurie werden bezeichnet diejenige des Unterstaatssekretärs Cagiano zum Kardinal und des Monsignore Misciatelli zum Oberkämmerer.— Das Befinden des Kardinals Mocenni hat sich verschlechtert.— Der gegenwärtige Leiter der venetianischen Zeitung La Difesa wird die Leitung des Össervatore Romano übernehmen. Spanien. * Das Befinden des jungen Königs von Spanien ist, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, ein vortreffliches. Der Aufenthalt in San Sebastian, von wo bekanntlich der Hof dieser Tage nach Madrid zurückgekehrt ist, ist dem jungen Monarchen vortrefflich bekommen. Er ist so gesund und kräftig, wie man es überhaupt nur wünschen kann. Als passionierter Reiter hat er oft weite Ausflüge zu Pferde gemacht und dabei nicht selten acht und mehr Stunden im Sattel zugebracht, ohne darauf irgend eine Spur von Ermüdung zu zeigen. Diese Ritte, sowie die erstaunliche Ausdauer, mit welcher er die Strapazen der vielen Empfänge und Festlichkeiten auf seiner Rundreise durch die nördlichen Provinzen ertrug, beweisen wohl zur Genüge, daß die von Zeit zu Zeit aufgetauchten Gerüchte über sein Befinden auf böswilliger oder doch mindestens leichtsinniger Erfindung beruhen. Jener Rundreise sollte sich nach früheren Dispositionen vor der Rückkehr nach Madrid noch ein Besuch Saragossas anschließen. Auf Wunsch der Behörden dieser Stadt, die eine Deputation nach San Sebastian entsandten, hat der König seinen Besuch jedoch bis zu den großen Kirchenfesten de Nuesta Sennora del Pilar(Unserer Lieben Frau vom Pfeiler) verschoben. Dieser Aufschub in Verbindung mit der Rückkehr des Hofes nach Madrid brachte es mit sich, daß auch die Kirchenfeste auf einige Tage später verlegt werden mußten. Der König wird nun, neuesten Bestimmungen zufolge, am Freitag, den 16. d. M. in Saragossa eintreffen nnd dort drei bis vier Tage bleiben. Zu seinem Empfange sind großartige Vorbereitungen getroffen. Orient. Belgrad, 13. Oktober Heute wurde die außerordentliche Session der Skupschtina geschlossen, morgen wird die ordentliche Session eröffnet. * Von verschiedenen Seiten werden wieder ostasiatische Telegramme verbreitet, die teils die gefährliche Lage im Östen mildern. Wir haben stets gesagt, daß die junge ostasiatische Großmacht Japan sich trotz aller Herausforderungen nicht an Rußland heranwagen wird. So wäre also das alte Resultat geblieben, daß Rußland in der Mandschurei ist und bleibt und dadurch wegen der direkten Nachbarschaft im Kaiserreich Korea die einflußreichste Macht ist. Türkei. Konstantinopel, 11. Okt. Der montenegrinische Geschäftsträger, Matanowitsch, verlangte von der Pforte die Zurückziehung der türkischen Truppen, die in Dörfern an der montenegrinischen Grenze eingetroffen sind, um Nachforschungen nach Waffen anzustellen und eine neue Viehsteuer einzuführen, wodurch es zu blutigen Zusammentößen mit der christlichen Bevölkerung kam. Der Minister des Aeußern versprach, unverzüglich Befehl zum Zurückziehen der Truppen zu geben und teilte gleichzeitig mit, daß an den Vali von Skutari in Albanien der Befehl ergangen sei, alles nach Montenegro bestimmte Getreide zollfrei passieren zu lassen. England. London, 12. Okt. Dem„Reuter'schen Bureau“ geht die Mitteilung zu, daß verschiedene Mächte, die vertragliche Rechte mit China haben, die ihre Position und ihre Staatsangehörige (einschließlich der Mandschurei) betreffen, fordern würden, daß, was für Abmachungen auch Rußland mit der chinesischen Regierung treffen werde, diese Rechte ungeschmälert aufrecht erhalten bleiben. Wenn dies geschehe, so sei es als wahrscheinlich zu betrachten, daß weder Japan noch eine andere Macht geneigt sein werde, Rußlands Wunsch, seine Sonderinteressen in der Mandschurei sicher zu stellen, zu durchkreuzen oder den Frieden im fernen Östen zu bedrohen. London, 13. Okt. Dem„Standard“ unterm 12. Oktober aus Kapstadt zugehende Meldungen schildern die Zustände in der Kapkolonie kläglich. Infolge der Trockenheit kamen tausende von Schafen und Ziegen um; es gebe keine Ochsen mehr. Milch sei nicht vorhanden, das Hammelfleisch sei tatsächlich ungenießbar. Sollten nicht bald Regengüsse eintreten, so sei eine Hungersnot zu befürchten. London, 12. Okt. Der„Morning Post“ wird aus Tschifu vom 10. Okt. gemeldet: Die Russen wollen am kommenden Freitag beginnen. Es findet ein Auszug chinesischer Kaufleute aus dem Yalutale statt, die sich nach Tschifu begeben. Ein Telegramm der„Daily Mail" aus Schanghai weist darauf hin, daß Japan ein kleines Stück Land bei Masampo behufs Bau einer Eisenbahn von Korea abgetreten erhalten hat, und daß Japan dem Vertrage gemäß handelt, wenn es dort landet Lokales und Provinzielles. X Brilon, 14. Okt. Dem Donnerstag Abend stattfindenden Konzert der 158er Kapelle im Hotel Rosenbaum ist folgende Programm zugrunde gelegt: 1. Ouverture zum Siegesspiel„Die Heimkehr aus der Fremde“ v. Mendelssohn=Bartholdy; 2. Largo v. Händel; 3. Entr’ act a. d. Op.:„Die Brautlotterie“ v. Massager; 4. Waldesflüstern v. Cibalka; 5. Fantasie a. d. Op.:„Hans Heiling" v. Marschner; 6. Ouverture zur Op.:„Die vier Haimonskinder v. Balfe; 7. Vöglein im Baum v. Stötzel.(Violine: Herr Hönemann); 8. Fahr' wohl! Ich hatte Dich so lieb! Lied v. Schoene; 9. Cardas No. 1 v. Michiels; 10. Fantasie a. d. Op.:„Wenn ich König wär"" v. Adam; 11. Ouverture zur Op.:„Flotte Burschen" v. Suppé; 12. Serenade espagrole v. Metra; 13. Frohsinn, Walzer v. Waldteufel; 14. Streifzug durch sämtliche Joh. Strauß'fche Operetten v. Schlögel. Brilon, 13. Oktober. Die„Westfälische Landesbahn", welche u. a. auch im Möhnetale den Verkehr vermittelt, hat sich bekanntlich noch immer nicht zu einer allgemeinen Einführung der 45 tägigen Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten entschließen können. Die von Belecke, Allagen usw. bis Soest oder Brilon, also für den inneren Verkehr, gelösten Rückfahrkarten gelten nur drei Tage. Allerdings werden von einigen Stationen der W. L. B. neuerdings nach einzelnen Orten der Staatsbahnlinien durchgehende Fahrkarten ausgegeben, deren Gültigkeit 45 Tage dauert. Wenn man nun bedenkt, daß auf der hiesigen Bahnstrecke manche Reisenden regelmäßig die zweite Wagenklasse benutzen— aus Gründen, die hier unbesprochen bleiben mögen— während sie auf der Staatsbahn in der dritten Klasse weiter fahren, so ist leicht einzusehen, daß eine Reise von längerer Dauer durch die zweimal notwendige Lösung einer einfachen Fahrkarte gerade auf der Landeseisenbahn übermäßig verteuert wird, sodaß dieserhalb mancher lieber auf eine Reise verzichten wird. Für das Reisegeld, das eine Reise etwa von Belecke nach Soest und zurück auf zwei einfache Fahrkarten, hin erfordert — die vierte Wagenklasse fehlt bekanntlich ganz sodaß jeder zur Lösung wenigstens einer Karte dritter Klasse gezwungen ist— für dieses Geld kann man von Soest oder Brilon aus auf der Staatsbahn, sei es in der dritten Klasse mit 45 tägiger Gültigkeit der Rückfahrkarte, sei es in der vierten— bedeutend weiter kommen. Die allgemeine Einführung der längeren Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten auf den Strecken der W. L. B. würde daher dem reisenden Publikum manche Erleichterung bringen, nicht zum wenigsten aber auch der Eigentümerin dieser Linien Vorteil verschaffen durch die Hebung des ganzen Verkehrs! Belecke, 13. Okt. Gestern stürzte hier auf der Chaussee nahe vor Belecke der Knecht eines Karusselbesitzers aus Herfort bei einer Bewegung des Wagens zwischen die Pferde. Der Wagen, unter welchem sich hängende Ketten und Latten 2c. befanden, ging über ihn, und so wurde Brust, Hals und Kopf übel zugerichtet. Der Mann wurde ins Kankenhaus nach Warstein gebracht; es wird an seinem Aufkommen gezweifelt. Es ist ein Schuster von Profession und stammt aus Östpreußen. Meschede, 10. Okt. Am Sonntag nachmittag hielt der Volksverein für das katholische Deutschland in der geräumigen Schützenhalle zu Meschede für die Pfarreien Meschede, Calle, Eversberg, Remblinghausen und Velmede eine Katholiken Versammlung ab, die als die erste seit einer Reihe von Jahren außerordentlich stark besucht war. Arnsberg, 13. Okt. Vor der Handwerkskammer fand heute die Prüfung des Uhrmacherlehrlings Joh. Honert, geboren zu Volkeringhausen statt, welcher seine Lehre bei Uhrmacher Fritz Sauer in Sundern absolvirt hatte. Der Prüfling hatte in einer Taschenuhr diverse Teile ersetzt; Triebe und Zylinder eingedreht und die Uhr reparirt. Es fand auch noch eine theoretische Prüfung und eine solche in Buchführung, Zinsrechnung usw. statt. Dem Prüfling wurde das Prädikat„gut" zuerkannt. Die Komission bestand aus den Uhrmachermeistern Engb. Evers, Arnsberg, Fr. Richter, Brilon und Fr. Evers, Meschede. Arnsberg, 13. Okt. Das Kammergericht hat seinen seitherigen Standpunkt bez. des polizeilichen Verbots des Waffentragens nunmehr aufgegeben. Bisher erklärte es bekanntlich diejenigen Polizeiverordnungen, durch die das Verkaufen und Tragen von Waffen untersagt war, für rechtsungültig und sprach die Uebertreter der betreffenden Verordnungen jedesmal frei. In seiner letzten Sitzung hat es jedoch die betr. Verordnungen als rechtsverbindlich anerkannt und den verurteilenden Spruch des Vorrichters bestehen lassen. Arnsberg, 13. Okt. In Bestwig und Niedermarsberg sind Fernsprechvermittelungsämter eingerichtet worden. Die Gebühr für ein Dreiminutengespräch beträgt nach Bestwig 20 Pf., nach Niedermarsberg 50 Pf. 13. Okt. Dieser Tage wurde gemeldet, daß die Frau Franz Meier nach dem Genuß verdorbener Fischspeise gestorben sei. Diese Nachricht bestätigt sich. Die Leiche ist ärztlich untersucht worden und lautet der Befund auf Vergiftung infolge Genusses verdorbenen Schell fisches. Letmathe, 12. Okt. Jubiläum. Gestern beging bie Gesamt=Innung hierselbst im Kaiser saal des Herrn Schmale eine schöne Festfeier. Nächste Veranlassung dazu war der Schneidergeselle Herr W. Quandt, welcher seit 25. Jahren ununterbrochen beim Schneidermeister Herrn Isenberg in Stellung ist. Vom Vorstande der Handwerkerkammer war Boos aus Iserlohn erschienen und überreichte dem Jubilar ein Diplom. Die hiesigen Meister machten ihm ein ansehnliches Geldgeschenk, und der Chef des Jubilars schenkte diesem eine goldene Uhr. Herr Sckretär Kahlen aus Arnsberg sprach über die Handwerkerfrage Außer von dem Vorsitzenden der Innung, Herrn Anstreichermeist Humpert, wurden noch Ansprachen gehalten von den Geistlichen Herren Pastor von der Kuhlen und dem Präses des katholischen Gesellenvereins, Herrn Kaplan Wern Erwähnt sei noch, daß die Gesangabteilung des katholischen Gesellenvereins und der evangelisch Männer=Gesang=Verein durch fchöne Gesänge mel zur Hebung der Feststimmung beitrugen. Hohensyburg, 12. Okt. Heute vormitrag wurde im hiesigen Steinbruch der Arbeiter Neuhaus tot aufgefunden. Ob hier ein Verbrechen vorliegt, wird wohl erst durch die amtliche Unterfuchung festgestellt werden. Plettenberg, 12. Okt. Ein Unglücksfan ereignete sich heute morgen im benachbarten Holthausen. Der bei der Firma Kirchhoff jun beschäftigte Dachdecker Karl Müller aus Neuenrade war mit der Dachbekleidung des in der Nähe der Surresschen Wirtschaft neu errichteten Akkumulatorenhäuschen beschäftigt und kam dabei mit Hals und Nacken der elektrischen Hoch pannung so nahe, daß er sofort vom elktrischen Strahl getötet wurde. Elspe, 12. Okt. Gestern Nachmittag fanz im Schützenhof eine von 700—800 Personen beuchte Versammlung des Volksvereins für das kath. Deutschland statt. Herr Pfarrer Budde eröffnete die Verhandlungen gegen 4 Uhr mit einer Begrüßung der Anwesenden und übertug dann mit Zustimmung der Versammlung dem Herrn Orkonomierat Ölzer die Leitung der Verhandlungen, drr nach längerer Ansprache ein Hoch auf Papst und Kaiser ausbrachte Dann prach unser hochw. Herr Vikar über den Kampf gegen die katholische Kirche; er schilderte die Angriffe seitens des Liberalismus und des Sozialismus und zeigte dann den vernichtenden Einfluß der schlechten Lektüre und Presse. Nach diesem beifällig aufgenommenen Vortrag zog Herr Arbeitersekretär Becker in längeren Ausführungen die Lehren aus den letzten Reichstagswahlen. Nach dem Absingen des Volksvereinsliedes wurde die Versammlung von dem Vorsitzenden geschlossen Paderborn, 14. Okt. Zum Nachfolger des hochw. Armeebischofs Aßmann ist dem Vernehmen nach dessen bisheriger Generalvikar, Militär=Oberpfarrer Heinrich Vollmar, bestimmt. Der hochw. Herr wird am heutigen Tage vor dem päpstlichen Nuntius in München das feierliche Glaubensbekenntnis ablegen, die feierliche Bischofsweihe dürfte in näcster Zeit erfolgen, nachdem die päpstliche Ernennung geschehen ist. Der neu Armeebischof ist ein Sohn unserer Stadt, er is geboren am 1. Mai 1833 und im hiesigen Dom zum Priester geweiht am 18. August 1859. Den größten Teil seiner priesterlichen Tätigkeit hat er in aufopferndster Weise der Militärseelsorge gewidmet und ist deshalb in erster Linie befähigt, die Oberleitung auf diesem Gebiete zu übernehmen. Die Stadt Paderborn wird sich geehrt fühlen, daß einer ihrer Söhne zu dem erhabenen Amte des Episkopats befördert wird, insbesondere aber die Jesuitenpfarre, aus der der künftige hochwürdigste Bischof entsprossen ist. Wie wir hören, wird voraussichtlich ein anderer verdienstvoller Priester unserer Diözese, der hochw. Divisionspfarrer Dr. theol. Iseke, zum Generalvikar des Armeebischofs ernannt werden. Lippstadt, 12. Okt. Am Samstag Nachmittag fiel ein Landwehrmann des 158. Infanterieregiments welcher mit mehreren Kameraden nach Socst resp. Unna in Urlaub fahren wollte, beim Anlehnen an die Wagentüre aus dem Eisenbahnzuge. Das Unglück geschah zwischen Geseke und Ehringhausen; der Verunglückte wurde in das Geseker Krankenhaus gebracht. Er heißt E. Hesse, ist aus Unna, verheiratet und Vater von drei Kindern. Die Verletzung ist schwer, aber nicht lebensgefährlich. Lünen, 11. Okt. Dynamitattentat. Auf dem Bahnhof der Gornau=Enscheder Eisenbahn fand man gestern nachmittag gegen 4 Uhr im ersten Gleis gerade der Abortanlage gegenüber drei Dynamit-Patronen, von denen zwei gefüllt und eine leer vor. Heute morgen war bereits die Staatsanwaltschaft hier, um die Sache zu untersuchen. Es wird angenommen, daß die Patronen wahrscheinlich in der Nacht auf die Schienen gelegt, Adurch den Wind herabgeweht sind. Münster, 13. Okt. Die feierliche Uebergabe des Rektorates an den ordentlichen Prof. der Botanik, Dr. Wilh. Zopf, findet am 15. Oktober d. J. um 11 Uhr in der Aula der Universität statt. Haltern 10. Okt. Von den Ausgrabungen Im Laufe der letzten Woche sind hier in Gegenwart der Herren Professoreu Dr. Conze=Berlin Dr. Dragendorss=Frankfurt a. M., Dr. Schuchhardt=Hannover und Dr. Koepp=Münster neue Forschungsarbeiten beim großen römischen Lage vorgenommen worden, welche der durch sein früheren Arbeiten hier wohlbekannte Herr Oberst leutnant O. Dahm-Berlin leitete. Es handel sich um einige Nachuntersuchungen im Anschluß an die vorigjährigen Grabungen an diesem Platz welche erfolgen mußten, ehe die Veröffentlichung der Ergebnisse in den„Mitteilungen der Altertumskommission der Provinz Westfalen" gescheher konnte. Am provisorischen Kastellgraben wurd die Lage des Toreingangs und die Spur der früheren Palisadenbefestigung einer eingehenden Prüfung unterzogen, und bisher ein als Ent wässerungsgraben bezw. Latrinenanlage bezeichneter Graben wurde als Teil einer besonderen Feld lagerbefestigung festgestellt, die weder mit den provisorischen noch mit dem definitiven Kastel in Verbindung gebracht werden konnte, also ein selbständige Periode, wahrscheinlich die allererst auf der Anhöhe darstellt. Die neuentdeckte Befestigungslinie ist über die bisher bekannten Kastellgrenzen hinaus verfolgt bis auf ein Acker feld nördlich vom alten Weseler Weg. Auch ein Toreingang, nämlich eine Erdbrücke von 12 Metel Breite, gefunden und zwar gerade gegenüber der den Besuchern des großen Lagers wohlbekannten Rekonstruktion. Bei diesen Arbeiten sind auch einige Fundstücke ausgehoben, worunter zwei Waffenst ein gro wendung eleganten die im die bei gewonne geplante berge un Schuchb bis zum Schöffen Göbel n diesem( 17. Sep Asphalte 1,65 M sofort fe fängnis Es Franken einem B säule.( aufgesun M Thyssens schrecklich Zeit, der los darn Rh Amtsgeri gefangene hier, we genomme Weiß, si antworter Sü man in t Leiche ein sitzend. Tischlamp Schulrat Schlaganf früherer wirkt und für Maln und Mon Ma dachte, bed zu haben, förderung Aac die Verein fand hier Sitzung st des christli Duisburg) Metall- u des Aussch lichen Ge „Köln. Vz die Mitgli Verbande (Duisbnrg bandes un gegen wer Siegen vo gestanden, ist der Hi gewordene Folgen de dem Hund Tochter de nach dem überführt. 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Tätigkeit irseelsorge befähigt, ernehmen. tt fühlen, nen Amte dere aber tige hochvir hören, ienstvoller Divisionsvikar des ag Nachnfanterieden nach Ute, beim isenbahneseke und in das E. Hesse, von drei ber nicht tat. Auf Eisenbahn Uhr im gegenüber ei gefüllt ereits die Waffenstücke, ein Speer und eine Pfeilspitze, und ein großes verziertes Bronzestück, dessen Vermendung noch nicht festgestellt werden konnte. An eleganter Ausführung übertrifft das Stück sogar die im Museum gezeigte bronzene Gürtelschnalle die hei den Grabungen des letzten Sommers geplanten weiteren Ausgrabungen auf dem Annaberge unter Leitung des Herrn Professors Dr. Schuchhardt Hannover sind aus mehrfachen Gründen his zum nächsten Frühjahr verschoben worden. Dortmund, 12. Okt. Vor dem hiesigen Schöffengericht stand heute der Installateur Karl Göbel wegen Taschendiebstahls. Göbel, der auf diesem Gebiete kein Neuling mehr ist, hatte am 17. Sept. d. J. einem Reisenden, der den Asphalterungsarbeiten auf der Brückstraße zusah, 1,65 Mk. aus der Tasche gestohlen. Er wurde sofort festgehalten und heute zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Essen(Ruhr), 13. Okt. Der Schuhmacher Franken in Holsterhausen durchschnitt sich mit einem Brotmesser den Hals bis auf die Wirbelsäule. Er wurde als Leiche von seiner Ehefrau aufgesunden. Meiderich, 12. Okt. Auf den neuen Thyssenschen Hochöfen wurden zwei Arbeiter schrecklich verbrüht; der eine starb nach kurzer Zeit, der andere liegt im Krankenhause hoffnungslos darnieder. 12. Okt. Aus dem hiesigen Amtsgerichtsgefängnis sind zwei Untersuchungsgefangene entflohen. Einer, Albert Gerritzen von hier, war wegen Sittlichkeitsverbrechen festgenommen worden, während sein Kumpan, Josef Weiß, sich wegen schwerer Körperverletzung verantworten soll. Süchteln, 12. Okt. Gestern abend fand man in der Holzschen Mühle die halbverkohlte Leiche eines Dienstmädchens auf einem Stuhle sitzend. Das Unglück ist durch Explosion einer Tischlampe herbeigeführt worden. Euven. 12. Okt. Kreisschulinspektor Schulrat Franz Zillikens ist hier an einem Schlaganfalle plötzlich gestorben. Derselbe hatte in früherer Zeit auch am Gymnasium in Bonn gewirkt und war seit 1877 als Kreisschulinspektor für Malmedy und später für die Kreise Eupen und Montjoie tätig. Mannheim, 11. Okt. Unter dem Verdachte, bedeutende Warenhausdiebstähle ausgeführt zu haben, wurde der Inhaber der Privatpacketbeförderung Haeusler und dessen Gehülfe verhaftet. Aachen, 11. Okt. Zwecks Beratung über die Vereinigung der beiden Metallarbeiterverbände fand hier heute nachmittag eine gemeinsame Sitzung statt von Mitgliedern der Vorstände 1. des christlich-sozialen Metallarbeiterverbandes(Sitz Duisburg), 2. des Zentralverbandes christlicher Metall= und Hüttenarbeiter(Sitz Siegen), 3. des Ausschusses vom Gesamtverbande der christlichen Gewerkschaften. Man einigte sich laut „Köln. Vztg.", darauf, daß mit dem 15. November die Mitglieder des Verbandes in Siegen dem Verbande in Duisburg zugeführt werden. Wieber (Duisburg) bleibt dort Vorsitzender des Verbandes und Redakteur des Vereinsorgans. Dagegen werden den Angehörigen des Verbandes in Siegen von zwölf Vorstandsmitgliedern fünf zugestanden, darunter der zweite Vorsitzende. Vom Main, 12. Okt. In Moschendorf ist der Hirt Amann von seinem eigenen tollwütig gewordenen Hunde ge issen worden und an den Folgen des Bisses gestorben. Zwei weitere von dem Hunde gebissene Personen, die erwachsene Tochter des Hirten und ein Maurergeselle wurden nach dem Pasteurschen Institute nach Berlin überführt. Coblenz, 12. Okt. Vor der hiesigen Strafkammer wurde längere Zeit verhandelt gegen den Schneidergesellen Johann Hatterscheid aus Irlenborn, Siegkreis. Er har ein recht bewegtes Leben hinter sich, er ist wegen Betrugs, auch häufig wegen Landstreicherei bestraft, ist aus Oesterreich ausgewiesen, hat im Missionshaus zu Steyl als Handwerker gearbeitet, in Algir und Tonkin gedient, und war eine Zeit lang bis Anfang Juni dieses Jahres in einer Irrrenanstalt zu Bonn, aus der er als nicht geisteskrank entlassen wurde. hatte sich nunmehr„wegen Diebstahl, Betrugs Gebrauchs eines falschen Namens und Beleidigung zu verantworten. Am Abend des 13. Juni kam er nach Kloster Laach und stellte sich als Bruder Anselmus aus dem Missionshause zu Steyl vor. Daß er keine Ausweispapiere hatte, erklärte er mit der Ausrede, daß der Bruder Alexis, der in Mainz zurückgeblieben sei, und nach'omme, diese auf einem Bogen geschrieben bei sich führe. Mantraute seinen Angaben nicht, weil es aber schon spät war, gab man ihm Essen und gewährte ihm Nachtquartier. Am anderen Morgen ging er in aller Frühe weiter) man fand auf dem Tische einen nicht ganz vollendeten Brief an seine Mutter(diese ist schon längere Zeit tot), in dem ihr in gewandter Weise die Schönheiten des Klosters Laach schilderte und mitteilte, daß es dort weit schöner sei und man besser beten könne, als in Steyl. Diesen Brief hatte er lediglich deshalb geschrieben, damit man keine Nachforschungen nach ihm anstellen solle. Bald nach seinem Fortgehen entdeckt man aber, daß er ein Ordenstleid gestohlen hatte. Dieses hatte er angezogen und erschien damit bei der Haushälterin eines Heistlichen in Engers, wo er angab, daß er sein Geld verloren habe; er erhielt darauf cine Reiseunterstützung. In Arenberg stellte er sich dem Pastor Dr. Clausen als Frater Anselmus vor, erklärte, daß er vom Kloster Laach komme, um sich die Anlagen anzusehen und längere Zeit in Beuron gewesen sei. Er wußte dem Pastor aber auf seine Frägen über Beuron und Laach nur Anbestimmte Antworten zu geben. Im Kloster wurde.— Die für Monat Oktober rabungen n Gegenze=Berlin Schuch= ster neue en Lage rch sein er Obers handel Anschluß em Platzentlichung er Altergeschehen n wurd pur der ngehenden als Ent rzeichneter ren Feldmit dem der Pallotiner in Ehrenbreitstein, wo er sich ebenfalls vorstellte, erhielt er Essen. Als jedoch bald nachher von Laach die Nachricht eintraf, daß dort ein Ordenskleid gestohlen worden sei, wurde der Polizeisergeant Stock benachrichtigt. Er vermutete, daß der Angeklagte im Vrüderhaus Unterkunft gefunden habe nnd sprach dort vor. Trotzdem es bereits halb 11 Uhr war, begab sich St. auf das Zimmer des„fremden Klosterbruders" und fing mit diesem eine Unterhaltung an. H. hielt St. für einen Soldaten und nicht für einen Polizeibeamten. Diesen Irrtum des Angeklagten nutzte St. aus und erhielt die gewünschte Auskunft über die Anwesenheit des Angeklagten in Arenberg und Ehrenbreitstein. Dann ließ St. den Angeklagten aufstehen und nahm ihn fest. In der Verhandlung war der Angeklagte äußerst still und stellte sich, als wenn er schwachsinnig sei, gab aber im Allgemeinen die Anklage zu. Ueber seinen Geisteszustand äußert sich Dr. med. Kirchgässer von hier in einem längeren Gutachten und bezeichnete den Angeklagten als einen moralisch verkommenen Menschen, der sich zwar verstelle, aber von der Strafbarkeit der begangenen Handlungen völlig überzeugt sei Der Angeklagte wurde zu einer Gesamtstrafe von 6 Monaten Gefängnis und 1. Woche Haft verurteilt, dem Polizeisergeanten Stock wurde die Publikationsbefugnis zugesprochen. Vermischtes. Kassel, 12. Okt. Heute Vormittag wurde nach 14 tägiger Dauer der Ausstand der Belegschaft der Braunkohlenwerke Drussel=HabichtSpiel(früher vereinigte Glückauf) beendet und die Förderung wieder aufgenommen. Marienburg, 12. Okt. Im benachbarten Dorfe Sandhof brach in der vergangenen Nacht Feuer aus, bei welchem fünf Personen in den Flammen umkammen und eine tödtliche Verletzung erlitt. Mehreren Familien verbrannte das ganze Mobiliar. Vom Eichsfelde, 12. Okt. Wie ein Blitz aus heitrem Himmel hat die Nachricht von der Ablehnung des Bahnprojektes seitens der Regierung in den Bevölkerungskreisen des Eichsfeldes und Mühlhausen gezündet, in denen man nach all den schönen Reden bei der Feier der 100 jährigen Zugehörigkeit dieser Landesteile zum preußischen Staate annehmen mußte, daß der Staat nun auch durch die Tat seine Fürsorge für das notleidende Ober=Eichsfeld beweisen würde. Schon anläßlich des Hierseins der KleinbahnUnterstützungskommission und der zur großen Interessenten=Zusammenkunft am 3. Juni sagte man sich, daß das Ergebnis der Verhandlungen ein„Begräbnis erster Klasse" sein werde, aber nach den vom Oberpräsidenten gesprochenen Worten daß das Ministerium ein„offenes Herz" für das Eichsfeld beziehungsweise für den Bahnbau habe," mußte man annehmen, daß dem offenen Herzen auch eine offene Hand" folgen würde. Wie aus dem Bescheide des Regierungspräsidenten hervorgeht, hat man es nicht einmal der Mühe für wert gehalten, das Projekt dem Provinzialausschuß zu unterbreiten. Angesichts der wirtschaftlichen Notlage, in der das Obereichsfeld sich befindet, ist dies Resultat nach jahrelanger opfervoller Tätigkeit des Komitees, an dessen Spitze der rührige Pfarrer Teichmann in Wachstedt steht, lebhaft zu bedauern. Jedenfalls wird dies Eisenbahnprojekt noch Gegenstand lebhafter Debatten im neuen Abgeordnetenhause sein. Glogau, 11. Okt. Das Schwurgericht verurteilte den Tischler Motzko wegen Ermordung des Handelsmann Gutacker zum Tode. Hambnrg, 11. Okt. Der Dreimaster „Albion" ist auf der Fahrt von Helsingborg nach Hernoesand bei Ronholm gestrandet. Der Kapitän uud der Steuermann sowie zwei Matrosen ertranken. Konitz, 10. Okt. Der wegen Meineids zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurteilte Schlächter Moritz Levy ist begnadigt worden. Paris, 12. Oke. Ein schwerer Automobilunfall. Im Walde von Compiegny stürzte gestern Nachmittag ein Automobil die Böschung hinab. Von den sechs Insassen blieben der Maschinist und ein Reisender tot, die übrigen wurden schwer verletzt darunter eine Dame lebensgefährlich. Die Reisenden sind Ausländer, ihre Persönlichteiten konnten bisher noch nicht festgestellt werden. Marienbura, 12. Okt. Im benachbarten Dorf Sandhof brach in der letzten Nacht Feuer aus, wobei 5 Personen verbrannten, und eine tötlich verletzt wurde. Mehreren Familien verbrannte das gesamte Mobiliar. Hamburg, 13. Oktober. Der Dampfer „Silvia", der von London hier angekommen ist, traf in der Nordsee den dänischen Segler „rremad“ brennend. Das Schiff war von der Mannschaft verlassen, deren Verbleib bisher unbekannt ist. Kopenhagen, 10. Okt. Eine Falschmünzerbande wurde unter folgenden Umständen hier entdeckt. Die Nationalbank hatte seit mehreren Tagen konstatiert, daß falsche 10 Kronen-Banknoten, die sehr gut nachgemacht waren, im Umlauf waren. Ein Herr und eine Dame kamen in ein hiesiges Geschäft, um einen Pelzkragen zu kaufen; da aber die vorgelegten Proben der Dame nicht gefielen, versprach man ihr die gewünschte Sorte in einigen Stunden zu verschaffen. Der Herr deponierte 50 Kronen in ganz neuen Banknoten, und bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß alle fünf Banknoten dieselbe Nummer trugen. Sie wurden in eine Bank geschickt, wo man sie gleich als falsch erkannte. Als der Herr zurückkam, um den Pelzkragen zu holen, wurde er verhaftet. Er sagte, er sei Schneider und habe in einer deutschen Lotterie 75000 Mk. gewonnen. Man fand eine Menge falscher Banknoten bei ihm und in seiner Wohnung entdeckte man eine vollständige Werkstätte mit allen zur Falschmünzerei nötigen Apparaten. Indessen hat er nicht das falsche Geld hergestellt, sondern dasselbe nur ausgegeben; sein Schwiegersohn, ein schwedischer Lithograph Namens Brasch, ist der Hauptschuldige. Dieser ist mit seiner Frau geflüchtet und hat eine Menge Banknoten mit sich genommen. Daß er mehrere Mitschuldige hat, ist zweifellos, bis jetzt sind sie aber nicht gefunden. Im ganzen sind falsche Banknoten im Werte von über 20000 Kronen verfertigt und im Umlauf gesetzt worden. Brüssel. 11. Okt. Als Hehler bedeuten der Mengen von einem Millionendiebstahl herrührender italienischer Staatsaktien wurden hier ein Börsenmakler, sowie zwei weitere Personen in vorletzter Nacht festgenommen. Von den gestohlenen Aktien, die die Summe von 3½ Mill. darstellten, wurden Wertpapiere in Höhe von ½ Millionen in der Wohnung vorgefunden. Bilbao, 12. Okt. Gestern wurde hier eine republikanische Versammlung abgehalten, woran etwa 2000 Personen teilnahmen. Die Teilnehmer veranstalteten alsdann eine Kundgebung und schlugen die Fenster der Häuser ein, worin die klerikale Zeitung„Gaceta del Norte" erscheint. Die Gendarmerie wurde mit Steinwürfen empfangen. New=York, 11. Okt. Die Verbindung auf vielen Eisenbahn= und Trambahnlinien in New=Jersey ist noch unterbrochen. Die Lage in Paterson ist bedenklich. Man befürchtet den Zusammenbruch des großen Dammes, was ein schweres Unglück nach sich ziehen würde. 50 Häuser sollen in Paterson schon weggeschwemmt und 500 Familien obdachlos sein; mehrere Tausende sollen wegen der in den Mühlen angerichteten Schäden ohne Arbeit sein. Die Pennsylvania- Eisenbahn konnte den Verkehr zwischen New=York und Philadelphia gestern abend wieder aufnehmen. *Tödlicher Unfall eines Nennfahrers. Aus Dresden meldet unterm 11. Oktober das Wolff'sche Burean: Bei dem heutigen 100 Kilometer Radrennen, bei dem Robl München gegen Dangala=Frankreich Sieger blieb, stürzte Görnemann=Berlin nnd zog sich eine schwere Gehirnerschütterung und Bruch des Genickes zu, an welchen Verletzungen er Abends im Krankenhause verstarb. Briefkasten. Abonnent im Negertale. Für Ihr Interesse besten Dank. Die Sonntagsblumen werden in Zukunft der Samstags=Nummer beigelegt. Schlachtviehpreise nach Lebendgewicht auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt und nach eigenen telegraphischen Berichten bearbeitet von der Zentralstelle der Preußischen Landwirtschaftskammern(Viehverwertungsstelle,) Berlin W., Köthener Straße 29. *) Kälber und Schafnotiz vom 9. 10. 63. Vorstehende Preise verstehen sich für 100 Pfund Lebendgewicht; auf die Notizen für Schweine rechnet Berlin 20 pCt., die übrigen Märkte ca. 20—22 pCt. Tara ab. Insoweit nicht Marktnotierungen nach Lebendgewicht vorliegen, sind die Schlachtgewichtspreise mittelst der angegebenen Schlachtprozente umgerechnet. Für die Märkte in der Rheinprovinz kommen die von der Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz am Kölner Schlachtviehhofe ermittelten Schlachtprozente bei der Umrechnung zur Anwendung. 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