Jag des Herrn FInnine 1-2 5r 11I/ Ann CS. Westfaͤlisches Gonntagsblast fuͤr evangelische syristen Nr. 9. Soest, den 2. März 1924. 73. Jahrgang. Inhalt: Betrachtung: Ein Hindernis des Glaubens. Gedicht: Gebet in der Not. Die große Bedeutung J. S. Bachs im Geistesleben der Gegenwart. Einige Bemerkungen zur Bibelübersetzung. Vom Ablaßstreit. A. Westf. u. Rhld. Kirchl. Nachricht. Gttsd. Estomihi. Ein Hindernis des Glaubens. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein andrer wird in seinem eignen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre von einander nehmet? und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht.(Joh. 5, 43 u 44). Es bleibt immer ein erschütternder Vorgang, daß Jesus von Israel verworfen ist. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Hundert Jahre später kam ein anderer, jener Simon Barkochba, gab vor, der Messias zu sein, führte sein Volk in den Freiheitskampf. Tausende folgten ihm und stürzten mit ihm ins Verderben. Er hatte sich selbst berufen. Jesus muß klagen:„Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein andrer wird in seinem eignen Namen kommen, den werdet ihr annehmen.“ Früh bahnt sich diese Entwicklung an. Jesus sieht ihre Anfänge deutlich in dem Unglauben der Führer seines Volkes und er begreift diesen Unglauben von innen heraus:„Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre von einander nehmet? und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht.“ Da stehn sie vor uns, greifbar anschaulich, wie Jesus sie schildert; alle ihre Werke tun sie, daß sie von den Leuten gesehen werden, sie sitzen gern obenan über Tisch und in den Schulen, und haben es gern, daß sie gegrüßt werden auf dem Markt und von den Menschen Rabbi genannt werden.(Matth. 23, 5—7). Zu ihnen kam Jesus, gern hätten sie ihn neben sich sitzen lassen, hätten ihm einen Ehrenplatz gegönnt, unter einer Bedingung, daß er in ihren Ton einstimmte, in den Ton gegenseitiger Anerkennung und Verherrlichung, daß er ihnen ihre Vortrefflschkeit bescheinigte. Das konnte er aber nicht, er kam ja im Namen des Gottes, der in der Höhe und im Heiligtum wohnt und bei denen, so zerschlagenen und demütigen Geistes sind, der die Herzen kennt und dem das, was ber den Menschen hoch ist, ein Greuel ist, vor dem man mit allen seinen guten Werken und Verdiensten doch in die Knie brechen muß mit dem Bekenntms:„Ich bin ein sündiger Mensch“, vor dem man nur an die Brust schlagen kann und sprechen:„Gott sei mir Sünder gnädig." Das paßte sich doch aber nicht für diese Leute, die davon leben, daß sie sich gegenseitig ihre Vortrefflichkeit bescheinigen, daß sie Ehre von einander nehmen. Sie suchen nicht die Ehre bei dem alleinisen Gott, mit Eitelkeit und Ehrgeiz verderben sie die Religion, was vor Gottes Augen, in seiner Furcht getan werden muß, daraus machen sie eine Schaustellung vor Menschen(Matth. 6, 1—18), so schalten sie den lebendigen Gott aus der Religion aus. Daher die heillose Verwirrung ihres religiösen Urteils, die Ablehnung dessen, der in Gottes Mamen kommt, darum können sie nicht glauben, denn wer Arges tut, der kommt nicht an das Licht. Ehrgeiz und Eitelkeit, das ist das große Hindernis ihres Glaubens. Pflanzen wir die Sinnesrichtung eines eitlen Ehrgeizes den Kindern nicht vielfach schon durch eine verkehrte Erziehung ein? Wird nicht in der Erziehung allzuhäufig der Beweggrund eingeführt: Was werden die Leute dazu sagen? Und werden die Kinder nicht damit daran gewöhnt, daß, wenn die Leute etwas Gutes oder nur nichts Nachteiliges sagen, eine Sache in Ordnung ist, mag sie in Wirklichkeit sein, wie sie wolle? Wo wird in der Erziehung der große Beweggrund wirksam gemacht, das Auge Gottes, der im Verborgenen sieht? Wo ist dies edle Treiben, wie Luther es nennt, mächtig, das alles Scheinwesen ausschaltet, die Furcht Gottes? Den Grund, der durch eine falsche Erziehung gelegt wird, bauen wir durch eine falsche Selbsterziehung noch aus. Es wäre gut, wenn wir den Verkehr, den wir pflegen, einmal daraufhin ansehen wollten, ob er nicht auch unter das Gericht des Wortes fällt: ihr nehmet Ehre von einander. In manchen Freundschaftsverhältnissen ist so viel gegenseitiges Rühmen, eine Versicherung auf Gegenseitigkeit. Wer dem andern schmechelt, vielleicht ganz fein, ist ein sympathischer Mensch. Auch fromme Kreise treiben oft Personenkultus, man bescheinigt sich gegenseitig die Vorzüge der Gotteskindschaft und Lauterkeit. Merken wir denn nicht, wie wir durch dies alles eine Nebelwand vor uns aufbauen, durch die unser Auge nicht hindurchdringt: es kann, es soll um alles in der Welt nicht dem Auge begegnen,„das nicht Trug noch Heucheler leidet", dem Auge dessen, der die Herzen kennt. Ihr nehmt Ehre von einander. Vielleicht sagt man, es ist doch etwas Natürliches, diese Sucht nach menschlicher Anerkennung. Und wenn? Ist es nicht eine verkehrte, krankhafte Sucht? Wie der Gewohnheitstrinker die süße Milch stehen läßt und aus krankhaftem Trieb nach der Branntweinflasche greift, so schalten wir den aus, auf dessen Urteil es allein ankommt und nehmen Ehre von einander und von uns selbst. Wenn das tief in unsrer Natur steckt, so ist damit der Beweis erbracht, daß unsre Väter Recht hatten, wenn sie in ihren Bekenntnisschriften immer wieder von der unreinen Natur reden, welche unlauter ist und bleibt, weil sie„Fleisch ist und sich selber sucht, daß die Schrift Recht hat, wenn sie sagt: Die fleischlich sind, mögen Gott nicht gefallen.(Röm. 8, 8). Da gilt es denn eben den Kampf zu führen nicht bloß gegen einzelne Sünden und Laster, sondern den Kampf gegen die Natur auf der ganzen Linie. Da mußz dies unser Hauptanliegen sein: Brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei. Und Gott erhört solche Bitte, vielleicht mit heilsamem Gericht, indem er uns einmal vor den Menschen zu Schanden werden läßt, damit wir es dernen, Ehre bei Ihm zu suchen, auf dessen Anerkennung es allein ankommt und der dem Demütigen Gnade gibt. „Ihr nehmet Ehre von einander". Einen hat es gegeben, dessen Losung war es: ich suche nicht meine Ehre, ich nehme nicht Ehre von Menschen. Die Pharisäer wollten ihn in ihren Kreis ziehen, aber„den Tisch der Pharisäer läßt du stehen und speisest mit den Sündern.“ Das Volk kam iyn zu haschen, daß sie ihn zum Könige machten, aber er entwich auf den Berg, er selbst allein(Joh. 6. 15).„Ich ehie meinen Vater", mit dieser Losung geht er seinen Weg, in der Furcht des lebendigen Gottes, den Weg des Gehorsams, des Glaubens, des Kreuzes. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters. J. M. Gebet in der Not. Will in trüben Kummertagen dir das müde Herz verzagen, steht dir Trost und Hilfe fern, flücht in deine stillste Kammer und vertraue deinen Jammer deinem Gott und deinem Herrn. Laß die heißen Tränen fließen, laß die Klagen sich ergießen in ein kindliches Gebet. Vaterohr ist immer offen, wenn ein Kind von Schmerz getroffen fromm und gläubig zu ihm fleht. Kann dir schnelle Hilfe frommen, glaube nur, sie wird dir kommen wohl im Schlaf schon über Nacht. Soll dein Leiden sich nicht enden, wird er seinen Tröster senden, der dich stark im Dulden macht. J. Sturm. Die große Bedeutung J. S. Bachs im Geistesleben der Gegenwart. Neben Luther und P. Gerhardt ist auch der Leipziger Thomaskantor J. S. Bach auf musikalischem Gebiet ein großer Führer seines deutschen Volkes geworden. Erst in den letzten Jahren, hunderr Jahre nach seinem Tode, ist er in seinem Volke zur Anerkennung und zu allgemeinem Verständnis gelangt. Wer hätte das für möglich gehalten bei einem Manne, der bei seinem Tode(1750) schon als eine musikalische Größe ersten Ranges von seinen Zeitgenossen verehrt und gepriefen wurde. Aber Bachs tiefste Auffassung, seine enorme Schaffenskraft und Kunst waren zu hoch, als daß sie von seinem Zeitalter völlig hätten gewürdigt werden können. Nach seinem Tode vergaß man ihn und seine Werke bald und ein öder und platter Rationalismus beherrschte lange Zeit die kirchliche Musik. Das wurde erst anders, als nach den Freiheitskriegen ein neuer Geist über unser Volk kam und man die Leistungen der älteren Zeit wieder würdigen lernte. Langsam wuchs auch das Verständms der Werke Bachs. Jetzt erst dämmert es den Musiksachverständigen unseres Volkes auf, daß Werke wie die H=molb= Messe und die Matthäus=Passion ihresgleichen in der gesamten deutschen und außerdeutschen Musikliteratur nicht hätten. Nun wurde die große Bach=Gesellschaft gegründet. Ihre Ausgabe liegt uns jetzt vor in sechsundvierzig großen Bänden, ein Monumental werk, daß die Bewunderung der Welt erweckt. Erst seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist Bachs Musik in weiteren Kreisen des deutschen Volkes bekannt geworden. In Westfalen war es Musikdirektor Prof. Grimm in Münster, welcher sich zuersi um die Einführung Bach'scher Musik verdient machte. Städte wie Dortmund. Bochum, Bielefeld und Hagen lernten erst gegen Ende des vorigen Jahrhunderts Bach'sche Musik kennen. In den letzten 25 Jahren ist es freilich ganz anders geworden. Fast in allen mittleren Städten prangt auf den Konzertprogrammen der Name Bach. Es gilt als rückständig und ungebildet, die Musik des großen Thomaskantors zu ignorieren. Und im Auslande? Hier ist der Umschwung noch viel größer wie im Inlande. Wer in der Welt herumreist, sieht auf allen Konzertprogrammen den Namen unseres größten deutschen Komponisten prangen. Von L. v. Beethoven stammt die bekannte Aeußerung:„Das ist kein Bach, das ist ein Meer“, von dem Belgier Tinel„das ist nicht menschliche, sondern göttliche Musik"; und so könnten wir noch zahlreiche Stimmen höchster Anerkennung aus dem gesamten Auslande ausführen. In einer größeren Stadt Nordamerikas fand vor zwanzig Jahren ein dreitägiges BachFest statt, in Paris und London werden seine großen Chorwerke mit Begeisterung gehört, wie mir vor kurzem noch ein Straßburger Pfarrer erzählte; in Rom prangte, wie Referent es selbst sah, an allen Straßenecken auf den Konzertanzeigen der Name Giovanni Sebastiano Bach. Es handelte sich um die Aufführung der Österkantate„Christ lag in Todesbanden mit Luthers Text und Bachs Musik. Was ist das Charakteristische an Bachs Musik? Höchste Kunst, geniale Erfindung und doch dabet eine musikasische Sprache, die in ihrer das Gemüt tief ergreifenden Einfachheit und Schlichtheit völlig einzigartig basteht. Ein Bach predigt mehr als tauseno Theologen. Mit Worten läßt es sich garnicht wiedergeben, was er dem deutschen Volke gewesen ist und jetzt noch ist. Er ist ein Musiker im Sinne unseres großen Reformators Dr. Luther. Dr. Eickhoff. Einige Bemerkungen zur Bibelübersetzung. Von Studienrat Robert Heinrichs. Bekanntlich wurde von Luther während seines Aufenthaltes auf der Wartburg das Neue Testament aus dem Griechischen in die deutsche Sprache übertragen. Damit tat der Reformator den ersten und wichtigsten Schritt zu seiner genjalen Gesamt=Bibelübersetzung. Erst im Jahke 1534, also 12 Jahre nach der Uebersetzung des gehaltvollsten Teiles fand die Uebertragung des Gesamtwerkes ihren Abschluß. Es gab schon vor der Reformation deutsche Bibelübersetzungen, doch krankten diese an mehr oder minder großer Schwerverständlichkeit. Es ist sehr lehrreich, einen Vergleich mit Luthers geistvoller, sprachgewandter und sprachgewaltiger Uebertragung anzustellen. Die kirchengeschichtlichen Lesebücher geben uns manche zweckdienliche Proben. Wir wollen uns aber für heute diese nicht näher ansehen, sondern uns deren Besprechung für eine andere Gelegenheit aufsparen. In dieser Nummer unseres Sonntagsblattes möchte ich die Aufmerksamkeit der Leser einer Uebertragung des Alten Testamentes zuwenoen, die nicht nur lange vor Luthers Zeit, sondern sogar einige Jahrhunderte vor Christi Geburt ausgeführt worden ist. Ich meine jene griechische Uebersetzung des hebräischen Bibeltextes, die wir mit dem Namen Septuaginta, d. i.„die Siebzig“ bezeichnen, weil sie das Werk von 70 oder richtiger 72 Gelehrten sein soll. Wie schwer es ist, die in der hebräischen Sprache geschriebenen Bücher des Alten Testaments in eine andere zu übertragen, das haben alle Uebersetzer in reichem Maße an sich erfahren. Auch Luther klagt darüber, daß er und seine Mitarbeiter nur langsam vorwärtskämen, da die deutsche Sprache sich so schwer den hebräischen Worten anpassen wolle. Bei jeder Uebersetzung aus einer Fremdsprache gilt es zunächst, den Grundsatz:„So wörtlich wie möglich, so frei wie nötig zu verwirklichen. Man muß Sorge tragen, daß die heiligen Schriften nicht nur verständlich werden, sondern daß nicht minder die Sprachgewalt und die Spracheigentümlichkeiten der Schriftsteller spürbar zum Ausdruck kommen.„Der Stil ist der Mann“, sagt ein französischer Gelehrter. Gilt dieses Wort wohl zunächst dem Schriftsteller selbst, so muß es doch nicht minder auch für den Uebersetzer in Anspruch evonnen werden/ Hier liegen besonders Luhers Horzige ofenschtu Tage im Vergleich zu seinen deutschen Vorgängern und olgern. Die andern lallten und stammelten, er redete. Die griechische Uebersetzung des Alten Testaments ist nicht aus einem Guß. Man merkt, daß verschiedene Uebersetzer bei dieser Uebertragung tätig gewesen sind, kann aber auch dabei beobachten, wie dem einen seine Leistung für den ihn zugewiesenen Teil besser gelungen ist als dem anderen die seinige. Eine besondere Schwierigkeit bot sich dem Uebersetzer des hebrätschen Textes dar: dem ursprünglichen hebräischen Schriftwort fehlt die Bezeichnung der Vokale oder Selbstlaute. Es sind nur die Konsonanten, die Mitlaute niedergeschrieben worden. Der Zusammenhang muß dann darüber entscheiden, welche Vokale oder Selbstlaute hinzuzufügen sind. Machen wir uns dies einmal an der deutschen Sprache klar. Da schreibe mir einer die Konsonantengruppe Ibn in das Gefüge eines Satzes hinein. Ich werde untersuchen, ob in dem Gedankengange dies als laben, leben oder loben aufzufassen ist. Das ende habe ich zu lesen, um verstanden zu werden. So hat es auch im Hebräischen zu geschehen. Da kann z. B. klh Schwiegertochter heißen, aber auch vollenden, fertig sein, Vollendung, gänzliche Vernichtung, schmachtend. Der Zusammenhang entscheidet über die Deutung. Die Anforderungen, welche an das Auffassungsvermögen und den Scharfblick der Lesenden gestellt werden, erhöhen sich noch ganz bedeutend, wenn eine Menge solcher Konsonantengruppen sich dem Auge darbietet. Es bildet jedes Wort für sich ein Rätsel, nur die richtige Zusammengruppierung kann einen passenden Sinn ergeben. Wiesehr wurde doch das Verständnis durch den sogenannten Parallelismus der Glieder erleichtert, so daß man sogar geneigt sein könnte, dessen Anwendung in der Poesie auf den Wunsch zurückzuführen, auf die einfachste Weise dem Leser verständlich zu werden, wenn man nicht mit größerem Rechte annehmen müßte, daß der Dichter doch zunächst seine Worte zu Gehör bringen wilt und diese dann erst später der Schrift anvertraut werden Es mußte schwer fallen, den hebräischen Texk sofort korrekt und ohne Anstoß herunterzulesen. An manchen Stellen konnte man verschiedener Ansicht sein. Das eine wie das andere gab an diesen Stelle einen passenden Sinn. Hier hatte zum Teil die mündliche Ueberlieferung, die Tradition, ihren Beistand zu leisten, Es waren Schriftgelehrte erforderlich, um den Sinn der einzelnen Stellen auf Grund einer etwaigen Ueberlieferung anzugeben oder, falls eine solche fehlte, erst den Sinn herauszuarbeiten und dem Konsonantentezte die rechten Vokale unterzulegen, so daß beim Vorlesen die Worte genau so klangen, wie sie der alttestamentliche Schriftsteller wollte verstanden wissen, oder wenigstens sie so zu deuten, daß die Aussage nicht im Widerspruch stand zu der Denkweise des Verfassers. Die Propheten z. B. mußten doch eigentlich genau so zur Nachwelt reden, wie sie es zu ihren Zeitgenossen getan hatten. Wenn Jeremias seine Reden durch seinen vertrauten Jünger Baruch aufschreiben ließ. übertrug dieser auf das Schreibmaterial(Häute, Pergament, Papyrus) nur die Konsonantzeichen, die Mitlautgruppen. Er mußte es dem Leser überlassen, beim Ablesen die sinngemäßen Vokale oder Selbstlaute hinzuzufügen und so das Schriftbild beim mündlichen Vortrag durch Ergänzung zu vervollständigen. Diese Tätigkeit ist die erste Pflicht der Schriftgelehrten gewesen, und sie wurde immer mehr nötig, als die Volkssprache sich von der alten heiligen Schriftsprache entfernte, wie es im Laufe der Jahrhunderte zu geschehen pflegt. Wie fern liegt uns Kindern des 20. Jahrhunderts schon die Ausdrucksweise der Reformationszeit, ja noch mehr die der mittelhochdeutschen Blütezeit unserer Literatur! Nachdem man viele Jahrhunderte hindurch den Wortlaut vielleicht mit Hilfe besonderer Zeichen, die man etwa im Privatgebrauche verwandte, festgehalten hatte, wurden schließlich im 7. Jahrhundert n. Chr. dem hl. Texte die Zeichen beigefügt, welche wir heute unter, über und sinnerhalb der Konsonantengruppen erblicken. Dadurch ist dem Uebersetzer seine Aufgabe wesentlich erleichtert worden. Aus diesem so festgelegten Texte hat außer anderen auch Luther seine Uebertragung angefertigt, während die Uebersetzer, welche vor der Tätigkeit der sognt. Puunktatoren oder Massoreten den hebräischen Text übertrugen, nur den Konsonantzeichen gegenüberstanden und den unpunktierten Text lesen und zum Verständnisse bringen mußten. Bei der Uebertragung ins Griechische sind an einigen Stellen einzelne Worte oder Buchstaben, die wir heute vielleicht zum vorhergehenden Verse oder Versteile ziehen, dem nachfolgenoen zugewiesen worden, wie z. B. in Psalm 42/43 und in Psalm 90. Es liegt auf der Hand, daß dadurch der Sinn an den angegebenen Stellen nicht unwesentlich beeinflußt wird. Besondere Belehrung vermag uns hierüber der 90. Psalm zu geben, der in der griechischen und der ihr folgenden lateinischen Übersetzung kaum verständlich ist. In diesem Psalm wurde das hebräische Wortbild schnh nicht als schenah(Schlaf), sondern als schanah(Jahr) gedeutet, und dies hat zur Folge gehabt, daß der Uebersetzer, um in die hebräischen Worte einen Sinn hineinbringen zu können, eine andere Einteilung des Textes vornehmen mußte, als wir es heute tun. Mir erscheint es recht zweifelhaft, ob ihm seine Aufgabe gelungen ist. Manchmal ist die Anderspunktierung von untergeordneter Bedeutung, indem sie nur den Sinn einiger Worte unwesentlich verändert. So lesen wir bei einem Propheten(Amos 1, 6) im massoretischen Texte das Wort sch'lemah(in voller Zahl), wo die Septuaginta sch'lomoh (Salomo) gedeutet hat und infolgedessen nicht von Kriegsgefangenen in voller Zahl, sondern von Gefangenen Salomos redet. Luther, der dem massoretischen Texte folgt, übersetzt: darum daß sie die Gefangenen alle weggeführt und an Edom überantwortet haben. Ein weit verbreitetes„Biblisches Lesebuch“, das mir vorliegt, bietet eine ähnliche Uebertragung:„weil sie die Gefangenen ganzer Städte weggeführt und an Edom verkauft haben. 1. Mos. 15, 11 liest man in Luthers Uebersetzung gemäß dem massoretischen Texte die Worte:„aber Abram scheuchte sie davon" (gemeint sind die Raubvögel), während in der Septuaginta auf Grund einer anderen Punktation die gleichlautenden Konsonanten des hebr. Textes folgendermaßen übersetzt werden:„und Abraham setzte sich zu ihnen"(gemeint sind offenbar die Opferstücke, welche in 572 AE MADE IN GEPMANV Gefahr waren, von den Raubvögeln davongetragen zu werden). Zum Schlusse möchte ich noch die Uebertragung von Amos 4, 10 erwähnen. Der Prophet zählt die Strafen auf, welche Gott über das sündige Volk bereits verhängt hat, indem er jenem die Worte in den Mund legt:„Ich schickte Pestilenz unter euch gleicherweise wie in Aegypten, /ich tötete eure junge Mannschaft durchs Schwert/ und ließ eure Pferde gefangen wegführen/ und ließ den Gestank voneurem eerlager in eure Nase geyen“ Statt der letzten Strafe ßt die griechische Uebersetzung infolge anderer Vokaleinsetzung Gott eine andere Strafe verhängen: die Vernichtung des israelstischen Heerlagers durch Feuer. Sie übersetzt nämlich die gleiche Konsonantenreihe mit den Worten:„ch ließ euer Lager in Flammen aufgehen aus Zorn über euch"(Nase und Zorn ist im Hebräischen dasselbe Wort, ferner heißt b'osch Gestank und ba=esch mit Feuer). Mancher Leser wird sich angesichts dieser vorstehenden Beispiele seine eigenen Gedanken über die Zuverlässigkeit der Ueberlieferung, — der Tradition— machen. Jedenfalls sind die Uebersetzungsproben geeignet, uns zu belehren, daß mit einer- treuen Uebermittelung des schriftlichen Bibeltextes nicht zugleich auch eine ebenso gescherte und verbürgte Deutung verbunden war. Wir sehen wenigstens, daß die in Palästina wirkenden jüdischen Gelehrten, die wir mit dem Namen Punktatoren oder Massoreten bezeichnen, auf die gewaltige fast ein Jahrtausend vor ihrer Zeit ausgeführte Leistung der Siebzig keine unbedingte Rücksicht genommen haben, etwa in der Art, daß sie es nicht gewagt hätten, in diesem oder jenem Falle anders zu urteilen. Sie haben nicht krampfhaft an einer sogenannten— etwa gar als unfehlbar angesehenen— Tradition festgehalten, die nun für alle Zeiten hätte maßgebend, verpflichtend uno bindeno sein sollen. Dem gesunden Menschenverstande hat man die wünschenswerte Freiheit gelassen. Wenn es gilt sich für die eine oder andere Lesart zu entscheiden, werden die Gelehrten daher gut tun, zu prüfen, wem im Einzelfall der Vorzug geben ist, ob den Siebzig, oder den weit später lebenden Punktatoren. Die Wissenschaft wird hier immer vor die Lösung interessanter Probleme gestellt werden. Vom Ablaßstreit. Vor einigen Wochen wurde in der Patroklikirche zu Soest von Es handelte sich um den Ablaßstreit, von dem wir alle aus den Schilderungen mittelalterlicher Mißbräuche und aus dem Miterleben der reformatorischen Frühlingszeit wissen. Es ist uns von Kindesbeinen an geläufig, was der Ablaßkrämer, der„dummdreiste Klamant“ Tetzel auf den Straßen und in den Kirchen predigte. Wir wissen, wie die geängsteten Seelen verwirrt wurden und die Seligkeit auch der schon Heimgegangenen käuflich erschien. Es ist bei uns Evangelischen männiglich bekannt, daß ein kluger Geldmann, Vertreter des großen Geldgeschäfts der Fugger, den Ablaßzug zu begleiten pflegte. WWir sind auch darüber unterrichtet, welche Gelder nach Rom und welche nach Mainz flossen. Wir verbergen noch heute das Angesicht vor Scham, wenn wir daran denken, zu welch ausschweifendem Hofleben mit seiner Buhlin der Kardinal=Erzbischof von Mainz und Magdeburg die einlaufenden Gelder verbrauchte. Und wir meinen, es sei allerlei Ursache gegeben, diese Dinge von römischer Seite nicht hervorzuzerren, denn der Ablaßhandel beleuchtet grelt die gefährliche Entwicklung der mittelalterlichen Lehre, das allgemeine Sinken der sittlichen Maßstäbe und die Abgründe der Kirchen=Finanzpolitik. Und die 95 Thesen wären nicht in 14 Tagen durch Deutschland geflogen,„als waren die Enget Gottes selber Boten gewesen“, hätte nicht das gequälte deutsche Gewissen nach Freiheit von dieser unerträglichen Belastung des sittlichen Empfindens geschrieen, und hätte Gott der Herr nicht seinen Knecht Martin Luther zum Propheten seines Volkes gesandt und ihm Worte in den Mund gegeben, von deren weltgeschichtlicher Tragweite der demütige Bettelmönch sich noch nichts träumen ließ. Es wäre auf der Gegenseite klüger, von diesen Dingen jetzt zu schweigen. Aber da die Bekämpfung des Protestantismus mit allen Mitteln von List und Gewalt nun einmai das Geschäft des Jesuitenordens ist, mußte auch in unsrer friedlichen Stadt Soest der Angriff vom Zaun gebrochen werden.„War der Ablaßstreit ein genügender Anlaß zur Kirchentrennung? Wahrheit und Dichtung“, so lautete das Thema des in der Patroklikirche gehaltenen und öffentlich ängekündigten Vortrags. Ich habe zwar nicht gehört, wie die Antwort dort ausgefallen ist, darf aber nach Kenntnis des dort verteilten Flugblattes und verwandter Literatur wohl annehmen, daß sie etwa folgendermaßen gelautet hat: natürlich war der harmose Ablaßstreit, bei dem wohl einige Entgleisungen ausführender Organe vorgekommen sein mögen, kein genügender Grund, sich von der mütterlichen Kirche zu trennen, sondern diese Trennung muß jetzt nach dem Sturze der protestantischen Herrscherhäuser durch Rückkehr der verlorenen Kinder in den Schoß der alleinseligmachenven Kirche wieder gut gemacht werden. Wir könnten sofort die Gegenfrage stellen: wer hat denn die Kirchentrennung vollzogen, der fromme önch und Bergmannssohn zu Wittenberg, der ihr getreuester Sohn war und noch in den Thesen seine Ergebenheit gegen die Kirche rührend und demütig zum Ausdruck brachte, oder der Papst, der ihn durch die Bannbulle in kaum wiederzugebenden Ausdrücken von der Kirche ausstieß und dadurch zwang, die altchristliche Kirche des reinen Evangeliums wiederherzustellen und den Deutschen wieder eine Heimat für den Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit wie für die Gemeinschaft des Priestertums aller Gläubigen aufzutun? Wäre es nun nicht besser, die beiden Kirchen lebten unter dem Dache des einen geliebten deutschen Vaterlandes in friedlichem Wettbewerb des Glaubens und der Liebe nebeneinander, als daß durch heimliches Wühlen und solchen öffentlichen Angriff die Streitart immer wieder ausgegraben würde? Natürlich sind wir, damit unser Schweigen nicht falsch gedeutet würde, unsern evangelischen Gemeinden auch unsererseits eine Antwort auf die aufgeworfene Frage schuldig. Im Auftrage der evangel Gemeinden von Soest und auf Beschluß der Pfarrer= und Kirchmeisterkonferenz veranstaltet der Zweigverein des Evangel. Bundes zu Soest am kommenden Sonntag den 2. Mäkz, abends 8 Uhr in den Sälen des Wiesegemeindehauses eine öffentliche Versammlung für alle erwachsenen evangelischen Gemeindeglieder, zu der hierdurch jeder Protestant herzlich und dringend eingeladen wird. Der Eintritt ist frei. Herr Studienrat Franzenburg=Hamm wiro über das gleiche Thema sprechen und dazu die evangelische Antwort geben:„War der Ablaßstreit ein genügender Anlaß zur Kirchentrennung? Wahrheit und Dichtung." Wer wollen niemand angreifen, wohl aber uns des geschehenen Angriffs erwehren, und sprechen die bestimmte Erwartung aus, daß solche Abwehr in Zukunft nicht wieder nötig sein wird. J. A.: Koch, Pfr., Seest. Westfalen und Rheinland. — Evangel. Jugendgottesdienst in der Synode Soest. Zur Pflege der Gemeinschaft, gegenseitiger Stärkung und Anregung als auch zur Zusammenfassung der Kräfte gegenüber anders oder gar gegnerisch gerichteten Bestrebungen sind sämtliche evangelische Jugendvereine in der Synode zu Kreisverbänden vereinigt. Ihre Aufgabe ist es, die wichtigeren Angelegenheiten des praktischen Vereinslebens zu beraten, als auch heoretische Fragen der Jugendarbeit zu erörtern. Die Kreiskonferenzen stellen so eine Helferversammlung im größeren Rahmen dar.— Der Kreisvorstand der Jugend= und Jungmännervereine hatte die Vertreter der Einzelvereine zu einer Sitzung am Sonntag den 17. Februar nach Soest, geladen. In der Zusammenkunft am Vormittage wurde beschlossen, das Kreisfest auf bes. Wunsch in Lohne Mitte Juli zu feiern. Am Sonntag Jubilate wird ein evangek. Jungmännnertreffen sämtlicher Vereine der Kreisverbindung am Möhnesee in Aussicht gestellt. Ferner wurde den Vertretern die Sonnenwendfeier in deutschchristlichem Sinne zur allgem. Einführung empfohlen. Der Krelsbeitrag ist pro Mitglied auf 50 Pfg. bezw. 25 Pfg. fürs Jahr festgesetzt und bis„am 1. April 1924 an den Kreiskassenführer(Kaufmann Guenkel, Soest, Hiddingserweg 20) zu zahlen. Der geschäftlichen Vormittagssitzung folgte eine mehr anregende, fördernde Versammlung am Nachmittag. Vorträge mit anschließenden Bespröchungen befaßten sich ma zeitgemäßen Fragen aus der Jugendarbeit. Lehrer Winkelmann referierte über die Zucht in den Vereinen; Kaufmann Guenket über den evangelisch=christlichen Charakter unserer Vereine; Kandidat Krahn über Jugendevangelisation. Mögen die Vorträge, deren reicher Inhalt im einzelnen hier wiederzugeben unmöglich sist, sowie die Tagung für die Arbeit der Einzelvereine und zum Bau des Reiches Gottes unter der Jugend von großem Segen sein. Am Montag den 25. Februar fanden sich auf Einladung des Vorsitzenden des Kreisjugendausschusses die Vertreter der Jugendvereinigungen der Diaspora=Gemeinden: Neheim=Hüsten, Brilon, Ramsbeck, Oeventrop und Arnsberg im evangel. Vereinshaus in Arnsberg ein. Herr Pfr. v. Renesse eröffnete die Zusammenkunft mit einer evangelischen Besprechung über Joh. 4, 31—42. Darnach berichtete Frt. Trompezter=Arnsberg aus ihrer Arbeit an der weiblichen Jugend in der Diaspora. An Stelle von Herrn Pfr. Patze, der durch Krankheit verhindert war, sprach Herr Pfr. Meyer=Spradow= Arnsberg über Ausgestaltung des Jugendsonntags in der Diaspora. Das Kreisfest der sauerländischen evangel. Jugend soll in Arnsberg stattfinden. Die Johannisoder Sonnenwendfeier am Sonntag den 22. Juni wurde auch hier empfohlen und den Vertretern eine Vortragsfolge, als Anhalt dienend, überreicht. Nach Erledigung sonstiger, die Jugendarbeit in der Diaspora betreffenden Fragen wurde die Tagung mit dem Gesang: Ach bleib mit deinem Segen, geschlossen. — Bekenntnisvorträge. Es war einer der großen Höhepunkte im Heldenleben unseres Luther, vielleicht der Höhepunkt, als der 46 jährige während des Augsburger Reichstages auf der Koburg weilte. Von dieser Zeit soll der zweite Vortrag handeln, in welchem reichliche Mitteilungen aus Luthers gewaltigen Briefen gegeben werden. Er findet am Donnerstag den 6. März, abends 8 Uhr im Petrushause statt.(s. Anzeige). — Das Djakonissenmutterhaus in Witten=Ruhr arbeitet mit zirka 600 Schwestern in einer großen Zahl von Krankenhäusern, Kleinkinderschulen und Gemeinden Westfalens. Im besetzten Gebiet des Ruhrbezirkes gelegen, hat es unter der Not der Zeit besonders schwer zu leiden. Die Bedrängnis war im vergangenem Jahre so grotz, daß fast am weiteren Fortgang des Werkes gezweifelt wurde. Aber wenn die Liebe, die bisher die Anstalt gehalten hat, weiter auf dem Plane ist, kann gehofft werden, mit Gottes Hilfe durchzukommen. Kirchliche Nachrichten. — Vierhundert Jahre evangelisches Gesangbuch. Der Deutsch=Evangelische Kirchenausschuß hat für den 18. Mai— Sonntag Cantate— eine gemeinsame Feier zur Erinnerung an die Entstehung des Evangel. Gesangbuches in allen evangel. Gemeinden angeregt. Auch in der Provinz Westfalen spürt man schon in vielen Gemeinden die Vorbereitung zu dieser Jubelfeier. In der Presse, nicht nur in der evangesischen Kleinpresse, wird schon jetzt vielfach Luthers als unseres Kirchenlieddichters und des evangelischen Gesangbuches gedacht. In Kirchenchören und in Schulen werden wertvolle und wuchtige alte Melodien eingeübt, die längst vergessen sind. Es wäre ein erfreuliches Ergebnis, wenn das Kirchenlied=Jubeljahr die Kennznis des Kirchenliedes in unseren evangel. Gemeinden erweiterts und die Pflege des Kirchengesanges steigerte. Soest Stadtarchiv Film-Nr. Bestandsbezeichnung Der lag des Herrn Bestandssignatur A 3 36 4 1 Sammlung für das Diakonissenhaus in Witten. Gottesdienste in Soest. Sonntag, den 2. März 1924. Petri: 9½ Uhr Pfr. Möller(Kirche geheizt). 10¾ Uhr Kindergottesdienst. 6 Uhr Pfr. Seidenstücker(Petrushaus). Mittwoch abend 8¼ Uhr Männerverein(Vortrag von Herrn K. Dahlhoff über:„Die Presse"). reitag 4 Uhr Frauenverein. Freitag 8¼ Uhr Kirchenchor. Pauli: 9½ Uhr Pfr. lic. Meßner(Kirche ist geheizt). 11 Uhr Kindergottesdienst. Mittwoch ½4 Uhr Frauenverein Thomä: 8½ Uhr Mette in der geheizten Sakristei, Kand. Schruck 10 Uhr Pfr. Koch, 11 Uhr Kindergottesd.(Kapelle). Dienstag abend 8¼ Uhr Kirchenchor, vollzähliges Erscheinen erforderlich. Thomä=Männerverein. Mittwoch 8½ Uhr Versammlung im Pfarrhaus. Donnerstag 3 Uhr Frauenverein. Reformierte: 10 Uhr Pfr. v. Renesse. Dienstag avend 8¼ Uhr Männerverein im Pfarrhause(Prof. Dr. Schäfer:„Die neue Kirchenordnung“.) Zur Wiese: 9½ Uhr Pfr. Dr. Girkon. 11 Uhr Kindergottesdienst. Freitag 8 Uhr Kirchenchor. Zur Höhe: 9½ Uhr Pfr. Neumann(1. Kor. 13, 1—13). Montag nchor. Abend Kirchench Mittwoch 3 Uhr Frauenverein Passionsgottesdienste: Zur Höhe: Mittwoch, 5. März, abends 8 Uhr in der geheizten Hohnekirche musikal. Passionsfeier mit Kirchenchor, Ansprache über 1. Kor. 1, 23; Pfr. Neumann. Donnerstag nachm. ½5 Uhr in Heppen(Schule). Thomä: Donnerstag abend 8¼ Uhr(Kapelle). Reformierte: Donnerstag abend 8 Uhr Pfr. v. Renesse. Für alle Gemeinden: Evangel. Leseverein(Petrushaus), Wiesebücherei(Wiesegemeindehaus), Thomäbücherei(Pfarrhaus), reform Bücherei(Kirche) und evang. Vereinsbüchereien(Volksverein, Mädchenbund, Männer= und Jünglingsverein, Jugendverein) jeden 1. und 3. Sonntag im Monat unmittelbar nach Schluß der Gottesdienste. Bund der Bekenner des Bibl. Evangeliums. Donnerstag aveno 8 Uhr im Petrushaus Vortrag von Pfr. lic. Meßner:„Luther auf der Koburg.“ Blaukreuzverein fällt aus wegen der Versammlung des ev. Bundes. Vereine. Evgl. Jugendverein. Sonntag 5 Uhr Versammlung. Vortrag: Monderlebnisse(Pfr. Koch). Dienstag 8¼ Uhr Zusammenkunft: Verschiedenes aus dem Gebiete der Mathematik und Musik. Evangel. Jünglings= und Männerverein. Sonntag abend 8¼ Uhr Pflichtversammlung: Bilder aus der Schweiz. Montag abend 8¼ Uhr Posaunenstunde für Anfänger. Donnerstag abend 8.15 Bibelbesprechstunde. Samstag abend 8¼ Uhr Posaunenchor. Evangel. Jungmädchenbund.- Montag abend 8¼ Uhr Gesang= und Bibelstunde im Wiese=Gemeindehaufe. Verein Philadelphia. Sonntag 2 Uhr Hoffnungsbund. 4 Uhr Versammlung. Mittwoch 8¼ Uhr Bibel= und Gebetsstunde. Gottesdienste in Werl und Wickede(Ruhr). Sonntag, den 2. März 1924 Werl: Morgens 10¼ Uhr. Wickede: Nachm. 4 Uhr. Sonntag, den 2. März er., abends 8 Uhr im Wiesegemeindehaus: Große protestantische Volksversammlung. Vortrag des Studienrats Franzenburg aus Hamm i. W.: „War der Ablaßstreit ein genügender Anlaß zur Kirchentrennung? Wahrheit und Dichtung“. Eintritt für jeden Evangelischen frei. Der Zweigverein des Evangelischen Bundes. Musikverein Soest. Konzert in der Thomäkirche zu Soest: Deutsches Requiem für Soli, Chor und Orchester von Joh. Brahms. 1. Aufführung: Sonnabend, den 8. März 1924, abends 8 Uhr, 2.„ Sonntag, den 9. März 1924, nachm. 3½ Uhr. Solisten: Rosa Hjorth-Sell— Sopran— Berlin, Robert Spörry— Bariton— Berlin. Chor: Der Chor des Musikvereins: 150 Damen und Herren. Orchester: Die verstärkte Kapelle des II. Bat. Inf.=Reg. 18, Münster. Kartenvorverkauf ab Montag, 3. März, im Zigarrengeschäft Schulze=Brockhausen, Rathausstraße.— Telefon 275. Mittelschiff und Chor num. 4.— Mk. Seitenschiff num. 2.50 Mk. einschl. Steuer. Pläne liegen aus. Volksmission in Lippstadt v. 2.—11. März er. durch Herrn Pastor J. Hölzel vom Zentral=Ausschuß für Innere Mission in Berlin. Jedermann hat freien Zutritt. Herr Pastor Hölzel steht auch jedem Versammlungsbesucher zur Aussprache zur Verfügung Sonntag Estomihi, den 2. März 1924, 10 Uhr vormittags in der Marienkirche: Predigt. 8 Uhr abends in der Marienkirche Vortrag: Wie erlebt man Gott? Montag, den 3. März, 5 Uhr nachm. im Gemeindehause Bibelstunde Jesu Bild. 8 Uhr abends in der Aula des Realgymnasiums Vortrag: Kann man noch an einen Gott der Liebe glauben?(Freie Aussprache). Dienstag, den 4. März. 5 Uhr nachm. im Gemeindehause Bibelstunde Lebensgemeinschaft mit dem Auferstandenen. 8 Uhr abends in der Aula des Realgymnasiums Vortrag: Wer war Christus?(Freie Aussprache). Mittwoch, den 5. März, nachm. 5 Uhr im Gemeindehaus Bibelstunde Das Gebet. 8 Uhr abends in der Marienkirche: Wo finde ich Frieden? Donnerstag, den 6. März, nachm. 5 Uhr im Gemeindehause Bibelstunde: Das heilige Abendmahl. 8 Uhr abends in der Marienkiche: Gibt es ein Fortleben nach dem Tode? Freitag, den 7. März, nachm. 5 Uhr im Gemeindehause Bibelstunde: Die christliche Hoffnung. 8 Uhr abends in der Marienkirche: Soll ich meines Bruders Hüter sein? Samstag, den 8. März, Jugendtag: nachm. 5 Uhr in der Marienkirche für junge Mädchen: 8 Uhr abends in der Marienkirche für junge Männer: Die gegenseitige Verantwortung der Geschlechter. Sonntag Invocavit, den 9. März. 10 Uhr vorm. in der Marienkirche: Predigt. 5 Uhr nachm in der Marienkirche: Wovon hängt das Glück in der Ehe av?(Nur für Ehegatten). 8 Uhr abends in der Marienkiche: Wie werde ich Sieger in den Kämpfen meines Lebens? Montag, den 10. März. 8 Uhr abends in der Marienkirche: Wie werde ich meiner Seligkeit gewiß? Dienstag, den 11. März. 8 Uhr abends in der Marienkirche: Was sollen wir tun? Das evangelische Pfarramt Lippstadt. Einmalige Anzeige Montag, den 3. März, pünktlich 3 Uhr im Petrushause Pfarrkonferenz. 1. Pfr. Seidenstücker, 1. Kor. 14. 2. Pf. Torhorst=Hamm.„Russell und die Internationale Vereinigung ernster Bibelforscher.“ Meßner. TaubstummenGottesdienst. Sonntag, 9. März, 3¼ Uhr. Text: Luc. 18, 31—43 Es lädt herzlich ein Pastor Neumann. Bekenntnisvorträge von Pfarrer lic. Meßner. 2. Vortrag: Donnerstag, 6. März, 8 Uhr im Petrushaus. Luther auf der Koburg — Eintritt frei.— Buchdruckerei Max Hoffmann, Soest. Suche auf möglichst bald ein ordentliches Hausmädchen. Frau Lauber, Hackeloh b. Soest. Zuverlässiges erfahrenes Mädchen, das selbständig kochen kann und gut empfohlen wird, zum baldigen Eintritt gesucht. nan MR Müller ir Soest, Markt 13. Besseres evang. Mädchen, zuverlässig u. gewandt, findet in einem ruhigen Privathaushalt(3 Pers.) bei hohem Gehalt angenehme Stellung. Schriftliche Meldungen unter SN an die Geschäftsst. ds. Bl. (Tür meine Konditorei u. Bäckerei suche ich zu Östern einen ordentlichen Jungen als Lehrling. Heinr. Witthöft, Soest, Brüderstr. 42. Suclg für m. klein. Haushalt z Suche 1. April od. Mai sauberes zum ehrliches Mädchen, Suche auf sofort ordentliches Mädchen für Küche und Haus. Frau Pilger, Soest, Lütgengrandweg 13. am liebsten von auswärts, das auch etwas Gartenarbeit besorgt. Zeitgemäßer Lohn. Frau Pastor Brand, Soest, Immermannstr. 25 Morgenmädchen für kleinen Haushalt gesucht Näh. in der Geschäftsst. ds. Bl.Berantwortl. für die Schriftleit.: Pfr. Kopfermann, Werl. Geschäftsst. u. Druck sowie Kasse: Max Hoffmann, Soest, Postscheck Cöln 42 242.