5 der n Tisch reicher. wieder tiedhof, ell des war in wurde m Juni ird die taillons Bupper einem le durch itzenhof m stattun befunden, durchkannte der Er3 Tages it ihren s bedarf e Tanzgar ein ng und schöner tadschaft es verlichtiges hnteer rch DummGesicht ?" ht mehr großer, gestattelich aus, um Teil Sesseln me KogMykopotüchtigen und dem jen. Der verlieben den Ge" höhnte tz. Reden n Schrei n, die auf iger". Er richt von Valentins ehaltenem reter: Otto Ulgemeines, Hans Joaftleiter; für zeigen=Teil ors, BuchZV.(Lau3 gültig. srer sucht 98122 Nr. 420 an die g. Men und-Angebote iteste Verbreiaserer Zeitung dnung. om 14. August insebeck" muß Verlag und Geschäftsstelle Buchdr. F. J. Cors, Höxter Kreisblatt für Anzeigenblatt der Stadt=, Amts= und Landesbehörden Bote für das Erscheint täglich morgens mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis monatl.: durch Boten 1.80 A (einschl. Bestellgeld), Selbstabholer 1.55 RA, Postbezugspreis 1.91 RA(einschl. Postgebühren). Einzelnummer 109. Kostenlose Beilagen:„Dreizehnlinden"=Heimatklänge, Der illustrierte Sonntag, den Kreis Höxter Fernruf Nr. 258 Gegr. 1848 Postscheckk. Hannover 48620 Heimatblatt und älteste Zeitung des Kreises Höxter Anzeigenpreis für 1 mm Höhe 46 mm breit Millimeterzeile im Textteil... 92mm breit 20 Nachlaß und Beilage=Gebühren gemäß Preisliste. Verlagsort für den Postzeitungs=Vertrieb Lippstadt. Sonntagsblumen, Am häuslichen Herde, Ratgeber für Landwirte, Aus dem Reiche der Frau Corveyer Land 191(1. Blatt) Höxter, Donnerstag, 17. August 1939 92. Jahrgang Der Führer 25 Jahre Soldat Generalfeldmarschall Göring überbringt die Glückwünsche der Regierung Weitere Gratulationen der Wehrmacht, der 66 und des persönlichen Stabes Berchtesgaden, 16. Aug. Aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Tages, an dem der Führer als Kriegsfreiwilliger in das 16. Bayerische Reserve=Infanterie=Regiment eintrat, sprach heute mittag der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, dem Führer auf dem Berghof seine persönlichen und die Glückwünsche der deutschen Wehrmacht aus. Die Oberbefehlshaber des Heeres und der Kriegsmarine sowie der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht gedachten des Tages durch Glückwunschschreiben an den Führer. Appell in der Adolf=Hitler=Kaserne in München München, 16. Aug. Am heutigen Mittwoch jährte sich zum 25. Male der Tag, an dem der Führer als Kriegsfreiwilliger in das 16. Bayerische Reserve=Infanterieregiment List eintrat, dem er bis zum Kriegsende angehörte. Mit einer kurzen militärischen Feier wurde dieser Tag der Erinnerung in der Adolf=Hitler=Kaserne des Infanterieregiments 19 begangen, des Regiments, das die stolze Tradition des 16. Bayerischen Reserve=Infanterie=Regiments List fortführt. Von der Kaserne am Vimy=Platz flattert am heutigen Tage die Reichskriegsflagge, das Symbol des wiedererstarkten geeinten Großdeutschlands. Die schlichte Gedenktafel vor der Kaserne ist mit Eichenlaub umkränzt. Vor der Tafel ist ein Doppelposten aufgezogen. Im Rahmen eines Appells wurde vom Regimentskommandeur Oberst Zorn ein Tagesbefehl an die Truppen verlesen, in dem es heißt: „Am heutigen Tage sind es 25 Jahre, seit der Führer in unserer Kaserne als Kriegsfreiwilliger in die Reihen des 16. Bayerischen Infanterie=Regiments List eintrat, um für Deutschland zu kämpfen. Als Traditionsregiment gedenken wir in besonderer Verbundenheit dieses Tages und jenes unbekannten Soldaten, der auszog und uns alle Kriegsjahre hindurch beispielhaft Tapferkeit, Opferbereitschaft und Treue vorlebte, den das Schicksal bewahrte in Tod und Gefahr, damit er sein geliebtes deutsches Vaterland aus tiefster Not wieder emporführe zu Macht und Ansehen. Wir sind stolz darauf, daß er in unserem Regiment kämpfte. Wir wissen, daß uns das dazu verpflichtet, es ihm in allen Soldatentugenden gleichzutun. So erneuern wir an diesem erinnerungsreichen Tag, da Franco besucht im September Rom Rom, 16. Aug. Von den italienischen Zeitungen werden die ersten Mitteilungen über die großartigen Feierlichkeiten gemacht, die zu dem Empfang Francos vorgesehen sind. Der Caudillo trifft in der zweiten Septemberhälfte in Rom ein. Anläßlich seines Besuches werden große militärische Kundgebungen stattfinden, so eine Flottenparade in Neapel und eine große Truppenschau in Rom. Terrorwelle über Ostoberschlesien Polnischer Aufständischenverband bewaffnet- Ueber 400 Verhaftungen Wehr sose Deutsche nach Innerpolen verschleppt. Der Reichsführer ¼, Himmler, erschien in Begleitung der =Führer Heydrich und Wolff auf dem Berghof, um dem Führer die Glückwünsche der nationalsozialistischen Schutzstaffeln zu diesem Tage zu übermitteln. Als erste Gratulanten hatten bereits um die Mitternachtsstunde die Angehörigen des persönlichen Stabes des Führers, an der Spitze der persönliche Chef=Adjutant, SA=Obergruppenführer Brückner, und der Chef=Adjutant der Wehrmacht, Oberst Schmundt, dem Führer ihre Glückwünsche ausgesprochen. sich wieder aller Augen auf unseren Führer richten, das Gelöbnis, ihm treu zu folgen und uns voll einzusetzen für Großdeutschlands Zukunft.“ Die Glückwünsche der Partei Der Stellvertreter des Führers der NSDAP. auf dem Berghof Berchtesgaden, 16. Aug. Am Mittwochabend stattete der Stellvertreter des Führers der NSDAP., Reichsminister Rudolf Heß, dem Führer auf dem Berghof einen Besuch ab, um ihm zugleich im Namen der Partei seine Glückwünsche zum 25jährigen Soldatenjubiläum zu übermitteln. Gratulanten auf dem Obersalzberg Berchtesgaden, 16. Aug. Der Führer und Oberste Befehlshaber empfing am Mittwochnachmittag im Berghof auf dem Obersalzberg eine Abordnung des Infanterieregimentes 16(München), das die Tradition des 16. bayerischen Reserve=Infanterie=Regimentes List fortführt. Die Abordnung bestand aus dem Kommandeur Oberst Zorn sowie Oberleutnant Euen, Hauptfeldwebel Pirngruber und Gefreiten Reichenberger. Oberst Zorn überreichte dem Führer eine Glückwunschadresse, die von Hauptfeldwebel Pirngruber künstlerisch ausgestaltet war. Der Führer dankte mit herzlichen Worten und überreichte jedem Mitglied der Abordnung zur Erinnerung an diesen Tag ein Bild mit eigenhändiger Unterschrift. Zu seinem militärischen Gedenktag sprachen dem Führer im Laufe des Tages auf dem Berghof u. a. auch Reichsaußenminister von Ribbentrop, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter Woermann, Generalbauinspektor Prof. Speer und Reichsbildberichterstatter Prof. Hoffmann ihre Ggückwünsche aus. Geschichte im Kreise? Bewegt sich die Geschichte im Kreise? So haben sich in diesen Tagen Millionen rings um den Erdball und vor allem in Europa gefragt. In den Zeitungen aller Länder schlug man den Bogen zum Jahre 1914. Sind die 25 Jahre umsonst gewesen und muß heute eine neue Generation antreten, um das nicht zu Ende gebrachte Ringen in blutigem Austrag zu erneuern? Haben wir nicht auch heute wieder die Entente cordiale und das Bemühen um die dritte östliche Großmacht? Existiert nicht auch heute wieder ein slawischer Staat, der bereit ist, den ersten Schuß zu tun? Wird nicht wieder die Einkreisung unter Friedensphrasen gerade von England aus betrieben? Sitzt nicht wieder ein zweiter Wilson auf dem Präsidentenstuhl in USA.? Soviel Fragen und nur eine Antwort scheint möglich: Ja, die Geschichte bewegt sich im Kreise! Aber solange wir Menschengeschichte kennen, war dies dennoch nie der Fall. Wohl gibt es immer wieder äußere Aehnlichkeiten, aber die inneren Kräfte und Möglichkeiten, die Wirklichkeit, war stets etwas Einmaliges und Unwiederbringliches. *Diese Lehre gibt uns die geschichtliche Erfahrung. Die gleiche Erkenntnis vermittelt uns auch ein klarer Blick in die Welt von 1939. Deutschland und Italien stehen im Herzen des Kontinents unlöslich miteinander verbunden. Es ist dieser Zweibund von 1939, der an die Stelle des deutsch=österreichischen Bundes von 1914 getreten. Damals aber war nur der eine Partner eine wirkliche erstrangige Macht. Das habsburgische Oesterreich war schon längst nicht mehr die Fiktion einer Großmacht. Die vielfältig auseinanderstrebenden Kräfte der Doppelmonarchie wurden nur mehr durch die Rücksichtnahme auf das bald zu erwartende Ende des Kaisers Franz Josef veranlaßt, auf der Stelle zu treten. Italien, das damals in einem losen Bündnisverhältnis mit den Zentralmächten stand, hatte eine alte, glühende nationalistische Rechnung mit diesem habsburgischen Bundesgenossen zu begleichen. Zudem war dieser italienische Staat nicht der Herr, sondern der Gefangene des Mittelmeers. Das Mittelmeer aber lag unter der Panzerfaust der britischen Flotte. Ausdrücklich mußte sich daher Rom in jenem Dreibund vorbehalten, daß die Bündnisklausel nie gegen eine Feindkoalition, die England einschloß, angewandt werden konnte. Weiterhin kamen nach Bulgarien und die Türkei zum Kreis der Mittelmächte. Bulgarien war schon in mehrjährigen blutigen Kriegen aufs äußerste geschwächt, und es war nur ein Zeichen für die wahrlich staunenswerte Lebenskraft dieses kleinen Volkes, daß es überhaupt in der Lage war, sich an einem neuen Waffengang zu beteiligen. Kraft zum Siege in einer so verzweifelten Koalition hatte das ausgeblutete Volk nicht mehr. Die osmanische Türkei war aber schon nicht mehr nur der„kranke Mann am Bosporus“, sondern ein regelrecht leichenhaftes Staatsgebilde, um dessen Erbe der Streit von Anfang mit geführt wurde. Dies also war die Lage 1914: Italien aktionsunfähig und innerlich glühend den Sturz Habsburgs wünschend, die Doppelmonarchie stand schon mitten in der Auflösung, und um die Beuteanteile wurde bereits von Anbeginn an gerungen. Bulgarien schon bei Kriegsbeginn durch lange Kriesjahre ausgeblutet, die Türkei nur mehr ein Phantom, deren offizielle Grenzen von Thrazien bis nach Aegypten und zum Persischen Golf nur bunte Striche in den Schulatlanten waren, aber auf keiner Generalstabskarte mehr Gültigkeit hatten. Deutschland stand ganz allein, und es war ja noch das kleindeutsche Reich, dem Millionen seiner besten Söhne fehlten. Wie völlig anders ist die Lage heute! Deutschland hat einen Umfang wie nie zuvor. 87 Millionen Menschen leben in seinen Grenzen, und 80 Millionen sind Deutsche, geformt von einer Idee, geleitet von einem Führer. Das verbündete Italien aber ist die Macht im Mittelmeer, schon der abessinische Feldzug hat dies klar bewiesen. Dieses Italien blickt heute nach einer anderen Irredenta, über der die Trikolore weht, dieses Italien schirmt heute sein ostafrikanisches Imperium, das von England bedroht ist. Rom ist heute Herr seines Schicksals, und dieses Schicksal ist unlöslich durch äußere Tatsachen und durch innere Bindungen mit dem Deutschlands verbunden. Die Feinde Roms sind auch die Feinde Berlins und umgekehrt. Diese gegnerischen Mächte aber haben sich stärkstens verändert. Wer hätte vor 1914 an Englands absoluter Weltmacht auch nur zu zweifeln gewagt. Ein Brite war eine Art Halbgott und wo er seinen Fuß hinsetzte, da war Empire. Dieses Empire hat sich in den Jahren des Krieges und der Nachkriegszeit als sein eigener Totengräber am eifrigsten betätigt. Söhne Albions als Kuligespött, diese eine Tatsachenanführung genügt vollkommen. Dazu kommt die veränderte Wehrlage der britischen Insel. Das Flickwerk der notdürftigen Wehrpflicht beweist hier viel klarer die katastrophale Schwäche, als es ohne diese verzweifelte Maßnahme der Fall wäre. Fankreich steht heute isoliert auf dem Kontinent. Seine afrikanische Menschenund Materialreserve kann im Ernstfall ihren Weg über Kattowitz, 16. Aug. Aus allen Orten Ostoberschlesiens kommen Meldungen über Massenverhaftungen von Angehörigen der deutsche Volksgruppe in Ostoberschlesien, die ganz überraschend am Montag, Dienstag und Mittwoch vorgenommen wurden. Allen Verhaftungen gingen umfangreiche Haussuchungen voran, die in der rigorosesten und brutalsten Weise vorgenommen wurden. Die Zahl der Verhafteten läßt sich noch nicht annähernd feststellen. Sie dürfte allerdings 350 bis 400 betragen. Darunter befinden sich vor allem Unterführer, Vorsitzende und Vorstandsmitglieder aller deutschen Organisationen. Die Verhafteten wurden zu einem Teil ins Kattowitzer Gerichtsgefängnis eingeliefert, zum anderen Teil in das Innere Polens, z. B. in die berüchtigten Gefängnisse von Kleinpolen verschleppt. Gleichzeitig wurden die Büros zahlreicher Deutschtumsorganisationen verschlossen und versiegelt. Ebenso das Mittelmeer nicht mehr finden. Und der Landweg über Spanien ist in dem Blutstrom des Bürgerkrieges für immer untergegangen— ja, Paris muß froh sein, wenn es nicht gezwungen wird, eine dritte Front an den Pyrenäen zu verteidigen. In den Alpen würde mehr stehen als der von Bismarck gewünschte italienische Trommler mit der Fahne. Im Westen ist der deutsche Grenzwall und im Nordosten ein sehr abgekühltes Belgien, das weiß, daß es die Grundfesten seines staatlichen Zusammenhaltes zerstören würde, wenn es sich in das Joch der Entente einspannen ließ. Wie steht es aber mit der„russischen Dampfwalze"? Sie ist um einige hundert Kilometer zurückgeworfen, und was die zaristische trotz jahrelanger Vorbereitung dicht unter den Grenzen der Mittelmächte nicht erreichte, traut doch wohl kein Verständiger der sowjetischen zu Ganz dawurden in sämtlichen deutschen Zeitungen Hausdurchsuchungen durchgeführt. In der Kattowitzer Zeitung wurden Schriftleitung und Verlag versiegelt. Dagegen ist die Druckerei von dieser Maßnahme verschont geblieben, so daß die Zeitung versuchen will, ohne Rücksicht auf den polnischen Druck in beschränktem Umfang zu erscheinen. Das Schicksal der übrigen Deutschtumszeitungen in Östoberschlesien ist noch unbekannt. Die Haussuchungen und Verhaftungen erfolgten unter den fadenscheinigsten Gründen. Die Maßnahmen lösten in der deutschen Volksgruppe begreiflicher Weise eine ungeheure Erregung und Panikstimmung aus. Viele Deutsche sind durch die nahelegenen Wälder geflüchtet und halten sich dort vor den polnischen Häschern verborgen. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ist der Aufständischenverband in den letzten zwei (Schluß nächste Seite!) von abgesehen, daß die Machthaber des Kreml wohl einen anderen Ehrgeiz haben, als die Söldner der Westmächte zu sein. Im außereuropäischen Raum ist nun in diesen 25 Jahren Japan zur ersten Weltmacht in Pazifik aufgestiegen. Was das für England bedeutet, hat es im abessinischen Feldzug erlebt. Der Rücken des Empire ist nicht mehr frei. Wo Japan im Ernstfalle steht, darüber gibt man sich auch in London keinerlei Täuschungen hin und die verzweifeltsten diplomatischen Bemühungen können aus schwarz heute nicht mehr weiß machen. So zeigt der Blick in die Wirklichkeit von 1939 nur eins: die Churchill und Genossen sind die gleichen geblieben. Aber auch wenn derartige Greise es wünschen mögen, die Geschichte bewegt sich nicht im Kreise! Dittmar 10000 Arbeiter werden brotlos gemacht Polnische Willkür an der oberschlesischen Grenze Gleiwitz, 16. Aug. Die willkürliche Absperrung der oberschlesischen Grenze durch polnische Polizei ist der Anlaß zu erregten Szenen. Die Verschärfung der Absperrmaßnahmen erfolgte am Dienstag um 13 Uhr. Die polnischen Polizisten nahmen den in Ostoberschlesien wohnenden Arbeitern, die auf deutscher Seite Lohn und Brot gefunden hatten, die Grenzkarten ab und zerrissen sie vor den Augen der Grenzgänger, denen damit die Möglichkeit genommen wurde, die Grenze zu überschreiten und ihren Lebensunterhalt wie bisher zu finden. In der ostoberschlesischen Grenzbevölkerung herrscht über diese Entrechtung weiter Kreise der Arbeiterschaft eine ungeheure Erregung. Nicht weniger als 10 000 Arbeiter sollen nach dem Willen des Woiwoden in Kattowitz durch diese Maßnahme getroffen werden. Ganze Gruppen von Arbeitern weigerten sich, ihre Grenzkarten abzugeben. Es nützte ihnen aber nichts, da die Polen überhaupt niemand mehr über die Grenze lassen. Diejenigen Ostoberschlesier, die noch in letzter Minute versuchten, auf deutsches Gebiet zurückzukehren, wurden von der polnischen Polizei daran gehindert. Der Leidensweg der Deutschen in Polen Betriebsschließungen, Verhaftungen, Verfolgungen.... Thorn, 16. Aug. Auch in Pomerellen dauert die Schließung deutscher Gewerbebetriebe weiterhin an. So wurde der Reichsangehörige Karl Filbrandt in Berent, dem am 10. Juli 1939 seine Fahrradhandlung von der Starostei geschlossen worden war, am 11. August aufgefordert, seine Fahrradreparaturwerkstatt, die er seit 1925 ohne jemalige Beanstandungen betrieb, sofort zu schließen, weil der Raum den baupolizeilichen Vorschriften nicht genüge. Nach einer Meldung des„Slowo Pomorski“ vom 12. August wurde der Volksdeutsche Hermann Brose aus Putzig aus der Grenzzone ausgewiesen. Ebenso wurde die Volksdeutsche Maria Holland vom Regierungskommissariat in Gdingen aus der Grenzzone ausgewiesen. Dem Reichsangehörigen Hermann Dargatz aus Gostkowo, Kreis Thorn, wurden in der Nacht mehrere Fensterscheiben eingeworfen. Dasselbe ereignete sich, nach einer Meldung der„Gacette Pomorska“ vom 14. August in den letzten Nächten bei zahlreichen Deutschen in Neumark, Kreis Löbau. Am 15. August gegen 9 Uhr erschienen zwei bewaffnete Soldaten auf dem Hof des Reichsangehörigen Kamp in Groß=Plowenz, Kreis Strasburg, und gaben an, eine Haussuchung durchführen zu müssen, weigerten sich jedoch, einen schriftlichen Durchsuchungsbefehl vorzuzeigen. Nach längeren Beschimpfungen, wie„Du Hitlerschwein, du verfluchter Dreckschwab“ und ähnlichem führten sie die Durchsuchung in Anwesenheit des Ortsvorstehers durch und führten Kamp im Anschluß daran zwangsweise ab. Die Ehefrau von Kamp, die krank zu Bett lag, wurde bei der Hausdurchsuchung von den Soldaten schwer beschimpft. Einer der Rowdies erklärte, daß man bei ihr von einer Verhaftung nur Abstand nehme, weil sie„womöglich doch krepiere“. Neue Herausforderung Danzig, 16. Aug. Es wird ein neuer schwerer Zwischenfall von der Danziger Grenze gemeldet. Gegen 19 Uhr wurde von polnischer Seite auf einen deutschen Kraftwagen, der sich in Liessau, in der Nähe der Tirschauer Brücke, also auf Danziger Gebiet befand, scharf geschossen. In dem Wagen, der vor einer Tankstelle halt gemacht hatte, befanden sich Danziger Pressevertreter. Der Danziger Senat hat sofort wegen dieser erneuten polnischen Herausforderung schärfsten Protest bei der polnischen Regierung erhoben und darauf hingewiesen, daß die Tatsache, daß an einem Tage von polnischer Seite zwei schwere Grenzzwischenfälle hervorgerufen worden seien, als„unerträglich angesehen wird. Ein neuer Beweis polnischer Kriegslüsternheit General Haller ruft zum Sieg Warschau, 16. Aug. Auch der im Ruhestand lebende General Haller hat jetzt nach dem Beispiel der kriegslüsternen Erklärungen anderer polnischer Militärs an die Mitglieder der von ihm geleiteten halbmilitärischen Organisationen seines Namens einen Befehl erlassen, in dem es u. a. heißt: Heute droht uns nichts mehr von Osten, sondern der von Westen entfesselte Teutonismus, der sich gegen unsere Freiheit und die Unabhängigkeit des polnischen Volkes richtet. Aber wir sind bereit, bis zum vollständigen und„für immer“ entscheidenden Sieg zu kämpfen. Terrorwelle über Ostoberschlesien (Schluß von der 1. Seite.) Tagen bewaffnet worden, so daß mit einem furchtbaren Terrorgegenüber wehrlosen Deutschen zu rechnen ist. Die Tatsache, daß alle Nachrichtenverbindungen schon jetzt so gut wie abgeschnitten sind, wirft ein eindeutiges Licht auf das Vorhaben der Polen. Aus Tarnowitz wird gemeldet, daß dort— abgesehen von der allgemeinen Verhaftungswelle gegen volksdeutsche Führer“ in Polen— noch 450 volksdeutsche Männer und Frauen und sogar Kinder aus Östoberschlesien und Mittelpolen verhaftet wurden, weil sie versucht hatten, angesichts des ungeheuren polnischen Terrors sich auf deutsches Gebiet in Sicherheit zu bringen. Der jüngste Verhaftete zählt erst 11 Jahre, der älteste hat bereits das 80. Lebensjahr überschritten. ZE Wie verlautet, sollen die noch arbeitsfähigen Volksdeutschen zu Zwangsarbeiten nach Ostgalizien abgeschoben werden. Die Behandlung der verhafteten Deutschen in den polnischen Gefängnissen spottet jeder Beschreibung. Die Gefangenen werden in übergroßer Zahl in engen Zellen zusammengefercht, von dem polnischen Aufsichtspersonal mißhandelt und den gemeinsten Untersuchungsmethoden unterzogen. Die Verpflegung kann man schlechtlich als ungenießbar bezeichnen. o Zwischenfall an der Danziger Danzig, 16. Aug. Mittwoch früh um 3.20 Uhr erschien ein polnischer Soldat auf Danziger Gebiet dicht vor der Grenzsperre am Grenzübergang Kohling. Auf Anruf der Danziger Grenzbeamten legte der polnische Soldat auf die Danziger Beamten an: Die Danziger Beamten machten daraufhin von der Schußwaffe Gebrauch. Der polnische Soldat wurde tödlich verwundet. Zu dem Grenzzwischenfall werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Der Danziger Grenzbeamte erblickte an der Danziger Grenzsperre, die sich in einer Entfernung von etwa 350 m von der Danzig=polnischen Grenze auf Danziger Gebiet befindet, einen polnischen Soldaten. In einer Entfernung von etwa acht Metern rief er den Polen an, der sofort sein Gewehr von der Schulter riß. Auf einen nochmaligen Anruf des deutschen Beamten, der sofort einen Warnungsschuß in die Erde abgab, feuerte der Pole auf den Danziger, in dessen Begleitung sich zwei weitere Grenzbeamte befanden, einen Schuß ab. Daraufhin schoß einer der beiden anderen Beamten auf den Polen. Der Pole wurde in die Brust getroffen und war sofort tot. Ein Arzt aus Kohling stellte um 3,45 Uhr den Tod des Soldaten fest. Der polnische Soldat hatte 96 Patronen bei sich und fünf im Lauf, von denen eine fehlte, da sie eben abgeschossen worden war. Polens Existenz im Kriegsfall gefährdet Nutzlose Versuchsballone- Weg mit den Falschmeldungen! Rom, 16. Aug. Gegen die in der demokratischen Presse aufsteigende Versuchsballone, die von der Möglichkeit einer Konferenz und von Kompromißverhandlungen wissen wollen, wendet sich das halbamtliche„Giornale d'Italia“. Das Blatt betont, es gebe Rechte, die von keiner Konferenz anerkannt zu werden brauchten, sondern, einfach erfüllt werden müßten. Um ein solches Recht handele es sich bei dem Anspruch Deutschlands auf Danzig und bei den Forderungen Italiens im Mittelmeer und in Afrika. Es sei also an der Zeit, daß die Demokratien endlich aufhörten, Falschmeldungen in die Welt zu setzen mit dem Zweck, die polnischen Obersten und Marschälle in ihrer provokatorischen Haltung zu stärken. Um solche Faschmeldungen handele es sich, wenn man in der demokratischen Presse von Meinungsverschiedenheiten zwischen Italien und Deutschland, von einer Verstimmung Ungarns gegen die Achse oder gar von einem bevorstehenden Marsch der Achsenmächte gegen einige südosteuropäischen Staaten rede, oder wenn man von Kompromißversuchen phantasieren wolle. Unter der Ueberschrift:„Das entscheidende Dilemma“ erklärt„Giornale d'Italia“, nach der Stellungnahme der Achsenmächte in der Danzigfrage müsse Polen nunmehr selbst sein Schicksal entscheiden. Es müsse wählen, ob es mit Deutschland verhandeln und die Rechte Deutschlands auf die deutschen Städte und Gebiete anerkenne, oder ob es offen einen Krieg gegen Deutschland vom Zaune brechen wolle. Möge sich Polen bei seiner Wahl klar sein, daß es, wenn es Deutschlands Recht nicht anerkenne und den Kriegsfall beschließen sollte, seine ganze Existenz aufs Spiel setzen würde. Denn im Kriegsfalle würde es nicht um Danzig, sondern um Polens Unabhängigkeit gehen. Von den Westmächten könne es keine Hilfe erwarten. Polen werde Italien im Falle eines Krieges an Deutschlands Seite finden. Die Westmächte aber, so betont das halbamtliche Blatt abschließend, sollten sich des Schicksals der TschechoSlowakei erinnern, die alles verloxen hat, da sie sich einer gerechten Forderung widersetzte. Sie sollten Polen ebenfalls zum Verhandeln raten, wenn sie nicht ein ganzes Volk ihrem eigenen Groll und ihren Kriegsplänen opfern wollten. Die Demokratien werden sich hüten, für ein aussichtsloses Unternehmen zu verbluten! Ernste Mahnung der norditalienischen Presse an polnische Illusionisten Mailand, 16, Aug. Die norditalienische Presse setzt die Warnungen an Polen und die es aufstachelnden Einkreisungsmächte fort. „Popolo d'Italia“ schreibt: Polen könne im Konfliktsfalle nicht auf greifbare Hilfe der Westmächte zählen, was auch die erbittertsten Strategen einsehen müßten. Diese Wirklichkeit sollte endlich allen Illusionen ein Ende machen und Polen veranlassen, so rasch wie möglich zu einer klaren und vernünftigen Lösung der Dänziger Frage zu gelangen. Polens einzige Möglichkeit sei, mil Deutschland eine gerechte und dauerhafte Lösung zu suchen. Italien müßte immer wieder ausdrücklich und entschieden betonen, daß seine Stellung im Falle eines allgemeinen Konfliktes eindeutig festgelegt sei. „Gacetta d'Popolo“ schreibt, es sei widersinnig zu glauben, daß die Demokratien für ein aussichtsloses Unternehmen verbluten wollten. Polen würde gut daran tun, Deutschlands lich mit seinem Nachbarn zu einigen. Standpunkt anzuerkennen und sich friedDarf das französische Volk die Wahrheit nicht erfahren? Paris, 16. Aug. Die Pariser Presse geht auch heute Abend an den klaren Tatbeständen, die in der europäischen Politik zur Debatte stehen, vorüber. In einer verwirrenden Fülle von einander widersprechenden Kombinationen werden dem französischen Zeitungsleser die harten Tatsachen der politischen Wirklichkeit zu vernebeln versucht. Grand auf polnischem Ueberseedampfer Gdingen, 16. Aug. Auf dem neuen 14000 Tonnen großen polnischen Ueberseedampfer„Sobieski“, der erst vor kurzem von seiner Jungfernreise nach Buenos Aires zurückgekehrt ist, entstand am Dienstag infolge Kurzschlusses ein Brand, der erst nach drei Stunden gelöscht werden konnte. Das Feuer, an dessen Bekämpfung die Hafenfeuerwehr mit der Besatzung des Schiffes zusammenarbeitete, hat großen Schaden angerichtet. Die für für den 18. August vorgesehene nächste Reise des„Sobieski“ mußte infolgedessen verschoben werden. ..könnte ich fast Sieg=Heil Wie sich King=Hall gemausert hat- Im vergangenen Jahr dachte er ganz anders Berlin, 16. Aug. Der sattsam bekannte englische Briefschreiber King=Hall, der mitz Unterstützung des Foreign Office Hetzbriefe an deutsche Privatadressen versendet hat, wird durch eine Aufdeckung der„BZ. am Mittag“ mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Derselbe Geheim=Briefschreiber, der versucht, in Deutschland gegen die nationalsozialistische Regierung und gegen die großdeutsche Aufbaupolitik zu hetzen, hat voriges Jahr ein vernichtendes Urteil über seine Freunde, die Polen, abgegeben. Als die Polen seinerzeit wie die Raubtiere über das ihnen von Deutschland zugeschanzte Olsa=Gebiet sich hermachten, schrieb derselbe Mr. King=Hall: „Die unanständige Hast, mit der der polnische Geier auf den hilflosen Leichnam seiner Beute niederstieß, bildet ein schmachvolles Blatt in der polnischen Geschichte, und wenn Herr Hitler plötzlich den polnischen Korridor in Besitz nehmen würde, könnte ich fast Sieg=Heil rufen“. Dieses allerdings ist ein Brief des Herrn King=Hall, den er in diesem Jahre nicht gern wahrhaben will. Seitdem er das deutsche Volk mit Hetzbriefen überschwemmt, ist er nämlich ein unentwegter Parteigänger der Polen, auch jener Polen, die heute im Falle Danzig und Korridor das Recht in glattes Unrecht verdrehen. Neue Anschläge der London, 16, Aug. In der Umgehung des Picadillyplatzes, der schon mehrfach der Schauplatz von Anschlägen der IRA. war, wurden Dienstag abend 40 Telephonzellen von bisher unbekannten Tätern zerstört, die Telephonleitungen durchgeschnitten, die Apparate unbrauchbar gemacht und zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Die Polizei glaubt, daß die Täter in den Reihen der IRA. zu suchen sind. Zunahme der arabischen Freiheitsbewegung Jerusalem, 16. Aug. Der Oberkommandierende der britischen Truppen in Palästina, General Haining, hat weitere Entlassungen von Arabern aus den Konzentrationslagern in Frau Roosevelt reichlich geschmacklos „Allerhöchstes“ Lob für eine freche Pöbelei gegenüber dem Führer Eine tolle politische Entgleisung Newyork, 16. Aug. Frau Roosevelt, die sich von Zeit zu J. bemüht, durch ihre ehrgeizigen— und nebenbei sehr einträglichen— journalistischen Gehversuche die verfahrene politische Haltung ihres Gatten noch mehr zu belasten, hat sich durch ein nicht mißzuverstehendes Lob, mit dem sie das Machwerk eines üblen Hetzjournalisten auszeichnete, wieder einmal gründlich bloßgestellt. In ihrer täglichen Rubrik im„World Telegramm“ zitiert Roosevelt lobend einen über Kriegerfriedhöfe auf Frankreichs Schlachtfeldern geschriebenen Artikel, in dem es heißt: „Niemals sprach der Gewaltapostel Hitler vor dieser GefallenenArmee. Er könnte es dort tun, es würde die Sache des Friedens bestimmt fördern“. Es scheint dieser politisierenden Dame entgangen zu sein, daß der„Gewaltapostel“ Adolf Hitler auf den Schlachtfeldern Frankreichs über vier Jahre als einfacher Soldat für sein Vaterland gekämpft hat, während viele der heute auftretenden Kriegshetzer den Krieg nur aus der Perspektive des Klubsessels kennen. Die geschmacklosen Frechheiten des amerikanischen Blattes, die sich Frau Roosevelt durch ihr Lob zu eigen macht, richten sich daher von selbst. Palästina mit der Begründung eingestellt, daß die arabische Freiheitsbewegung während der letzten Tage angewachsen sei. In Palästina gibt es über 30 Konzentrationslager mit weit über 20000 arabischen Häftlingen; davon, daß jüdische Terroristen in Konzentrationglager eingesperrt seien, ist nichts bekannt geworden. Ausgehverbot in Gibraltar London, 16. Aug. Wie die Morgenblätter aus Gibraltat melden, ist es jetzt den britischen Soldaen Gibraltars sowie den Hafenbeamten und ihren Familienangehörigen von der Festungskommandantur verboten worden, sich auf spanisches Gebiet zu begeben. Wieder ein Großfeuer in London Kartonagenfabrik in Flammen London, 16. Aug. Im Zentrum Londons entstand am Dienstag abend in einer Kartonagenfabrik ein Großfeuer. Die ganze Front des etwa 50 Meter breiten Gebäudes wurde von den Flammen erfaßt, die 30 bis 40 Meter hoch schlugen. Ueber 20 Löschzüge wurden eingesetzt, die schließlich den Brand unter Kontrolle brachten. Inzwischen war jedoch bereits ein großer Teil der Fabrik zerstört. Hunderte Bewohner in der Umgegend der Fabrik mußten in aller Eile ihre Wohnungen räumen, da die Gefahr eines Uebergreifens der Flammen infolge des Funkenfluges sehr groß war. Ueber die Ursache des Brandes und vor allem darüber, ob es sich um einen Anschlag handelt ist noch nichts bekannt. Ständiger Gegensttom aus der Stadt zum Lande Vorschläge des Rassenhygienikers zur Bekämpfung der Stadtsucht Berlin, 16. Aug. Vom Standpunkt des Rassenhygienikers und Bevölkerungspolitikers macht der Geheime Medizinalraty Dr. Fischer vom Kaiser-Wilhelm=Institut für Anthropologie Berlin=Dahlem, im„öffentlichen Gesundheitsdienst“ Vorschläge zur Bekämpfung der Stadtsucht. Es wäre, so sagt er u. a. ein großer Irrtum, anzunehmen, daß vom Lande immer mehldie Tüchtigen in die Stadt abwanderten. Sie unterlägen inegesteigerten Daseinskampf und gerieten unter die gescheiterter Existenzen. Auf dem flachen Lande dagegen könnten dieselber Personen in der Stille des Landlebens, in der altgewohnten geregelten Tätigkeit ganz gut gedeihen. Bei dem Abgewander ten und in den Städten seßhaft Gewordenen müßte man von Zeit zu Zeit in der Familie nachforschen, welche Abkömmling der ersten oder zweiten Generation nicht für das Stadtlebe geschaffen sind, wobei ihre Rückkehr aufs Land bestimmt werdes sollte. Auch bei der alteingesessenen städtischen Bevölkerun sollte Umschau gehalten werden, ob nicht 3. und 4. Söhne un Töchter anzutreffen sind, die Lust und Liebe und auch die nötig gesundheitliche Verfassung für die Landwirtschaft besäßen. solle dem in gewissen Grenzen unentbehrlichen Zustrom von Land in die Stadt allmählich ein ständiger Gegenstrom aus de Stadt zum Land entgegengesetzt werden. Nr. 191 2. Blatt Donnerstag, den 17. 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Da eine telefonische Verbindung mit Garsden nicht zu erreichen ist— das Postamt soll ausgebrannt sein— liegen nur Nachrichten aus dem deutschen Ort Laugallen vor, der etwa einen Kilometer von Garsden entfernt ist. Danach soll fast die halbe Stadt in Flammen stehen. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Ebenso weiß man nicht, ob Menschenleben zu beklagen sind. Die Memeler Feuerwehr ist kurz nach 21 Uhr alarmiert worden und rückte mit zwei Löschzügen nach Garsden aus. Auch eine Abteilung des Reichsarbeitsdienstes ging zur Hilfeleistung über die Grenze. 3. Insgesamt sollen annähernd 500 Häuser abgebrannt sein. Dabei sollen auch drei Personen ihr Leben eingebüßt haben. Das Feuer entstand auf dem Hofe eines jüdischen Eisenwarengeschäfts. Beim Rauchen von Zigaretten soll der Benzintank eines Autos, das auf dem Hofe stand, explodiert sein und im Anschluß daran hat sich dann das Feuer mit rasender Geschwindigkeit ausgedehnt. Zugleich soll an drei weiteren Stellen der Stadt Feuer ausgebrochen sein. Taucher fanden das Flugzeug Kopenhagen, 16. Aug. Das Wrack des Dienstag mittag bei der Storströms=Brücke verunglückten britischen Passagierflugzeuges ist abends durch Taucher gefunden worden. Die Maschine stand aufrecht im Meeresgrund in etwa 15 m Tiefe. Die Kabinenfenster waren zerschlagen. Die Ursache des Unglücks soll auf Materialfehler zurückzuführen sein. Zu dem Unglück ist ergänzend zu melden, daß die Taucher vier der stark verbrannten Leichen bergen konnten. Die Leiche des fünften Todesopfers wird erst heute heraufgeholt. Ebenso hofft man, heute das Flugzeugwrack heben zu können. Der verunglückte Deutsche namens Erich Reuß stammt aus Wilhemshaven. Der Engländer Anthony Großby war konservatives Unterhausmitglied und früher Staatssekretär im englischen Verkehrsministerium. Bei dem Amerikaner Simonton und dem Mexikaner Castello handelt es sich um Angestellte der Standard Oil. Der gleichfalls ums Leben gekommene englische Mechaniker und Funker des Flugzeuges hieß Leigh. Der gerettete Flugzeugführer Clifford Wright, der im Krankenhaus von Vordingborg liegt, hat nur geringfügige Verletzungen davongetragen. Seine Erinnerungen sind lückenhaft. Er berichtet, daß er plötzlich Rauch in seiner Kabine bemerkt habe, als die Maschine sich mit voll arbeitenden Motoren in etwa 500 Meter Höhe befand. Er habe dem Funker aufgetragen, nach der Ursache zu sehen. Bei der Rückkehr sei der Funker infolge des erstickenden Qualms zu Boden gestürzt. Er selbst habe ein Loch in die Scheibe seiner Kabine geschlagen und sei hinausgeklettert, nachdem er sich vorher vergebens nach einem Landungsplatz umgesehen und die Maschine aufs Wasser gebracht hatte. Seine Bemühungen, die Tür zur Passagierkabine von außen zu öffnen, seien mißlungen. Schließlich habe er eines der Fenster eingeschlagen. Die Maschine sei gesunken, ohne daß er einen der Insassen zu Gesicht bekommen habe. Als er keine Möglichkeit mehr gehabt habe, etwas zur Rettung der Eingeschlossenen zu tun, sei er auf die Brücke zügeschwommen. Ein Lotse aus Masnedö nahm ihn schließlich halb bewußtlos in sein Motorboot auf. Die verunglückte Maschine hatte Post aus Deutschland und England an Bord. 3 Kopenhagen, 16. Aug. Das Wrack des Flugzeuges wurde am Mittwoch vormittag geborgen, nachdem vorher auch die 5. der Leichen, die des Funkers Leigh, an Land gebracht worden war. Nach der Aussage des geretteten Piloten sind die Fluggäste und der Funker schon während des Absturzes infolge der starke Rauchentwicklung bewußtlos geworden. Die Leichenschau ergab, daß zwei der Umgekommenen vermutlich an ihren Brandwunden gestorben, die drei anderen wahrscheinlich ertrunken sind. Tierkreisumsegler Nicht Jules Verne war der erste utopische Schriftsteller, dessen Phantasie den Menschen einen Stratosphärenflug zumutete. Schon ein Römer hat mit der Feder wundersame Mondreisen ausgeführt und, wie wir sehen werden, gär nicht so einfältige. Jedenfalls hat die Seefahrt schon zu allen Zeiten die Vorstellungskraft der schiffahrttreibenden Völker um manche Zauberinsel und um manches Fabelland bereichert. Die sagenhafte Ferne, in der große Abenteuer des kühnen Helden harren, wo sagenumwobene Schätze und märchenhaft schöne Frauen locken, sie hat wohl zu allen Zeiten die Fabel mit Himmelsreisen belebt und manche Geisterinsel— die Insel der Kalypso, die Insel des Aeolos— ist auf diese Weise in die Literatur der Antike eingegangen. Der antike Schriftsteller Lukian, der Rasse nach Grieche, der geistreichste unter den letzten griechischen Schriftstellern, hat Mond= und Tierkreisreisen geschrieben, die nicht nur Vernesche Phantasie offenbaren, sondern zugleich die satirische Fabulierkunst eines Dante. Wir wollen ein paar Reisen mitmachen, ein paar Segelfahrten über die Scheibe der Erde hinaus, denn die Erde als Kugel war damals noch eine unbekannte Vorstellung. „Nach einem furchtbaren Sturm“, so erzählt der lateinische Utopist,„kamen drei Seeleute in eine ihnen völlig fremde und unerklärliche Welt. Sie waren anscheinend auf einer Insel gelandet, auf einer Insel im Weltenraum. Und diese Insel war der Mond, wie sich später herausstellte. So waren also die drei an das Ende der Scheibe Erde getrieben worden und schließlich ins Weltall abgestürzt.— Damals also brauchte man gar keine Rakete, um ins Weltall zu gelangen.. Die ersten Bewohner, die sie erblickten, ritten auf großen dreiköpfigen Geiern. Die drei Schiffbrüchigen wurden nun zum König des Mondes geführt, der sie gnädig empfing, da gerade ein Kriegszug gegen die Sonnenbewohner vorbereitet wurde. Die Seefahrer mußten nun an diesem Feldzuge teilnehmen. Auch sie bekamen als Reittiere dreiköpfige Geier Von der Kavallerie ritten 80 000 Mann auf Geiern und 20 0000 auf Kohlvögeln; die Kohlvögel hatten keine Federn, sondern sie waren mit lauter Kohlblättern bewachsen. Vom„Großen Bären“ wurden 30 000 Flohschützen und 50 000 Windläufer zur Hilfe geschickt. Die Flohschützen ritten auf Flöhen, die zwölfmal so groß waren wie ein ausgewachsener Elefant. Die Windläufer benutzten ihre Röcke als Segel= und Tragflächen. Das Schlachtfeld befand sich zwischen dem Mond und dem Morgenstern. Große Spinnen, jede so groß wie eine Kykade, hatten hier den Luftraum mit Geweben überspannt, so daß die Heere in Stellung rücken konnten. In der Armee des Gegners befanden sich ebenso merkwürdige Hilfstruppen. Da waren 50000 Krieger, die auf gewaltigen Ameisen ritten, jede etwa einen Morgen groß, die Bogenschützen ritten auf gleichgroßen Mücken. Nachdem zuerst die Mondbewohner gesiegt hatten, kam den Sonnenleuten Hilfe von seiten der Wolkentauren, die von einem Kommando des Schützen aus dem Tierkreis geführt wurden. Weil die Erde nach der Vorstellungswelt der Alten eine Scheibe war, gelangte man ihrer Ansicht nach hinter der Erde Eine Sondermarke zum Reichsparteitag Zum Reichsparteitag des Friedens 1939 gibt die Deutsche Reichspost diese Sondermarke heraus in den Tierkwis. Lukian hat Seefahrer noch des öfteren durch den Tierkres segeln lassen. Als seine drei Helden wieder einmal ans Ende der Welt gelangten— noch heute sprechen Seeleute vom„Ende der Welt“, wenn sie den Südpazifik meinen —, landeten sie alsbald am Morgenstern, wo sie frisches Wasser an Bord nahmen. Allerlei Kämpfe mit Drachen und Aalmenschen und mit siebenköpfigen Wasserschlangen waren zu bestehen. Im Zeichen des Löwen wurden sie von feuerspeienden Menschen überrascht. Sie kamen zu den Korkmenschen, die Füße von Kork hatten und auf dem Meer gehen konnten. Die Lampenmenschen, die innerlich brannten und Krabbengesichter hatten, begegneten ihnen. Sodann sichteten sie die Insel der Seligen und gingen im Reiche des Rhadamanthys vor Anker. Hier hatten sie Homer und Achilles vorgefunden. Aber auch die schöne Helena sei dort gewesen. Mit Kinyras, einem der drei kühnen Tierkreisumsegler, plante Helena die Flucht, denn sie hatte auch am Ort der Seligen ihr kokettes Wesen nicht eingebüßt. Mit knapper Not konnten die beiden Kameraden den verführten Bruder aus dem Garn des schönsten Weibes aller Zeiten befreien. Nun passierten sie die Insel der Bösen. Ein Gestank von Schwefel und Pech, ein ranziger, sengender Fettgeruch stieg auf, sie hörten das Jammern der halb Angebratenen.— Die Vorstellung der Höllenpein als Feuerspein war zu der damaligen Zeit naheliegend, war doch der Feuertod eine durchaus übliche Hinrichtungsmethode auch auf der irdischen Welt.— Hier nun wurde Kinyras, der der Lockung der Helena nicht genügend standgehalten hatte, ergriffen und sogleich geschmort. Könige und Kaiser schmorten hier und Lukian nennt sogar einige Namen. Lukian, der geistreiche Satiriker und schlichte Fabelpoet, war also im Grunde genommen der Johannes des größten HimmelHölle=Dichters, nämlich Dantes. Er ist auch einer der ersten Schriftsteller, die die Idee des Todesschiffes gestaltet haben, das abgeschiedene Seelen ins Jenseits bringt. Allerdings wird der Fährmann Charon, eine uralte griechische Mythenfigur, hier Modell gestanden haben. Christian Urhammer. Germanisches Königsschiff aus dem 6. Jahrhundert gefunden In Sutton Hoo wurde jetzt das Grabschiff eines angelsächsischen Königs aus dem 6. Jahrhundert gefunden. Das Schiff ist rund 30 Meter lang, 3 Meter breit und erreicht eine Höhe von 6 Metern. Wie man sieht, ist das Schiff des vor 1300 Jahren gestorbenen Herrschers noch sehr gut erhalten. Im Boden des Schiffes fand man zahlreiche gold= und silberverzierte Waffen. Blick in eine bedeutsame deutsche Waffenschmiede Unser Bild gewährt einen Blick in eine der ältesten für die Rüstung des Reiches bedeutsamsten Waffenschmiede. Wir schauen in eine der Hallen der Rheinmetall==Borsig A.G., deren Verdienste um die technische Entwicklung auf allen artilleristischen Gebieten in den 50 Jahren ihres Bestehens Generaloberst von Brauchitsch mit seinem Besuch im Zweigwerk Düsseldorf anläßlich des Gefolgschaftsappells aller großdeutschen Heeresrüstungsbetriebe auszeichnete. (Scherl=M.) Der erste Kabinettsrat der neuen spanischen Regierung Unter dem Vorsitz des Staatschefs General Franco trat die neue spanische Regierung zu ihrer ersten Sitzung zusammen.— Die erste Sitzung der neuen spanischen Regierung. In der Mitte General Franco. Zur Rechten des Staatschefs: Außenminister Oberst Juan Beigbeder, zur Linken: Innenminister Suner.(Weltbild=M.— 3) Rundschau in Daten für den 17. August 1939 Sonnenaufgang 5,13 Uhr—=untergang 19,54 Uhr Mondaufgang 8,26 Uhr—=untergang 20,34 Uhr 1544: Eröffnung der Universität Königsberg.— 1676: Der Dichter Hans Jakob Christoffel v. Grimmelshausen in Renchen in Baden gest.(geb. 1625).— 1786: Friedrich der Große im Schloß Sanssouci bei Potsdam gest.(geb. 1712).— 1830: Der Mediziner und Märchendichter Richard v. Volkmann=Leander in Leipzig geb.(gest. 1889).)— 1861: Der Maler Ludwig von Hofmann in Darmstadt geb.— 1876: Der Dichter Theodor Däubler in Triest geb.(gest. 1934).— 1878: Der Baumeister Paul Ludwig Troost in Elberfeld geb.(gest. 1934).— 1891: Arthur Gütt, Schöpfer der bevölkerungs= und rassenpolitischen Gesetze, in Michelau, Westpreußen geb. *( Wieder Wollhandkrabben in der Lippe Wesel, 18. Aug. Nachdem man schon lange Zeit nichts mehr über die in der Lippe festgesetzten Wollhandkrabben gehört hatte, hat jetzt ein Angler aus Lohberg unterhalb von Crudenburg an einem Vormittag wieder zwei Exemplare des Fischmörders gefangen. Die Annahme, daß die Wollhandkrabben aus der Lippe ganz verschwunden seien, beruht also auf einem bedauerlichen Irrtum. * Aus der„Raritätenkiste“ der Natur Fürstenau, 18. Aug. Unter einem Wurf von sechs Schäferhunden in Fürstenau ist ein Jungtier von strahlender Weiße. Das Tierchen ist kräftig und wohlauf und zeigt außer seiner weißen Farbe keinerlei Abnormität. Von einer anderen Seltenheit wird aus Lohne berichtet. Dort trägt ein Baum Aepfel und Birnen zur gleichen Zeit. Allerdings findet sich die Erklärung rasch in einem vor Jahren aufgepfropften Birnbaumreis. Weeze, 18. Aug. Bei der Kartoffelernte auf der van Ophovenschen Gutsverwaltung wurde eine Kartoffel eingebracht, die das außergewöhnliche Gewicht von 700 Gramm aufwies. * retteten ihm das Leben Hünxe, 18. Aug. Auf einem hiesigen Bauernhof geriet ein junger Mann beim Versetzen einer langen Leiter mit der elektrischen Leitung in Berührung. Im gleichen Augenblick gab es ein Feuerwerk und erschrocken ließ der Leichtsinnige die Leiter fallen. Wenn er auch stark elektrisiert worden war, so kam er doch, weil er Holzschuhe getragen hatte, diesmal mit dem Schrecken davon. Nähnadel 22 Jahre im Kiefer Rotenburg, 18. Aug. Ein eigenartiger Krankheitsfall fand in Rotenburg seine glückliche Heilung. Eine Einwohnerin klagte seit einem Jahre über heftige Zahnschmerzen und mußte sich mancher zahnärztlichen Behandlung unterziehen. Mit Hilfe einer Röntgenplatte konnte nun in einer Bremer Klinik die Ursache erkannt und durch Operation beseitigt werden. Die Frau hatte im Jahre 1917 bei Näharbeiten eine Nähnadel in den Mund genommen, wobei die Spitze der Nadel abbrach. Diese Spitze ist entweder verschluckt worden, oder in das Zahnfleisch eingedrungen. Da keine Schmerzen zu verzeichnen waren, schenkte man dem Vorfall keine Beachtung. Ueber 20 Jahre ging die Sache also gut. Nach 22 Jahren machte sich der Fremökörper aber so unliebsam bemerkbar, daß er durch eine Operation aus dem Kiefer entfernt werden mußte. * Keine Schußwaffen in Kinderhand! Herten, 18. Aug. Montagmittag verletzte sich ein 12 Jahre alter Schüler aus Herten beim leichtsinnigen Hantieren mit einem Trommelrevolver durch einen Schuß schwer. Der Junge wurde in lebensgefährlichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Die Schußwaffe wurde sichergestellt. Elberfelder Schlachtviehmarkt Elberfeld, 15. Aug. Auf dem Elberfelder Schlachtviehmarkt waren folgene Tiere Aufgetrieben: 603 Rinder, darunter 126 Ochsen, 29 Bullen, 322 Kühe und 126 Färsen; ferner 1 Ziege, 905 Kälber, 42 Schafe, Lämmer und Hammel, 3069 Schweine. Es wurden für 50 kg Lebendgewicht bezahlt: 1. Rinder: A) Ochsen: a) 46,5, b) 42,5, c) 37,5; B) Bullen: a) 44,5, b) 40,5; C) Kühe: a) 43—44,5, b) 38—40,5, c) 33—34,5, d) 20—25,5; D) Färsen(Kalbinnen): a) 45,5, b) 39—41,5, c) 34—36,5.— 2. Kälber: A) Sonderklasse: Doppellender 70—78; B) Andere Kälber: a) 63, b) 57, c) 48, d) 36—38.— 3. Lämmer, Hammel und Schafe: A) Lämmer und Hammel: a) 48, e) 44, f) 38—40. B) Schafe: b) 36—39, c) 30—32. 4. Schweine: a) 61,5, b) 60,5, c) 59,5, d) 55.5, e) und f) 52,5; Fette Specksauen 60,5, andere Sauen 54,5, Altschneider 59,5.— Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Schafe sehr flott. Spitzentiere über Notiz. Bericht aus der Viehverkaufshalle in Lehrte vom 15. August Auftrieb: 1512 Ferkel, 223 Läuferschweine und 4 ältere Futterschweine. Es kosteten(Durchschnittsqualität und Durchschnittspreise): a) Ferkel: 5—6 Wochen alt bis 12 RM.. 6—8 Wochen alt 13—15 RM., 8—10 Wochen alt 16—20 RM., 10—12 Wochen alt 21—25 RM.; b) Läuferschweine: über 3—5 Monate alt 26—39 RM.; c) Aeltere Futterschweine bis 68 RM.(Abfallende Ware entspr. niedriger, ausgesuchte Spitzenware höher). Marktverlauf: Schleppend; Ueberstand. Nächster Markt: Dienstag, den 22. August 1939. Wieder in Westfalen 900 westfälische Jungen und Mädel beendeten ihren Ernteeinsatz Ende der vergangenen Woche kehrten die westfälischen Jungen und Mädel, die ihre 14 Tage im schlesischen Ernteeinsatz gestanden haben, in ihre Heimat zurück. Wie in den vergangenen Jahren war auch in diesem Sommer Schlesien das Ziel zahlreicher westfälischer Fahrtengruppen, die die gute Zusammenarbeit, die seit Jahren zwischen dem Gebiet Westfalen und dem Gebiet Schlesien besteht, wieder einmal unter Beweis stellten. Diese jährlichen Fahrten nach Schlesien sind neben dem Erlebnis der schlesischen Landschaft aus der Notwendigkeit heraus entstanden, dem Bauern bei seiner schweren Arbeit zu helfen. Die Jungen und Mädel, die hier einmal an der Östgrenze waren und unter gänzlich veränderten Bedingungen selbst mit Hand angelegt haben, sind mit dem schlesischen Menschen vertraut gworden. Die gemeinsame Arbeit schlägt eine Brücke des Verstehens, die durch nichts mehr erschüttert werden kann. Dieser Ernteeinsatz hat den westfälischen Jungen und Mädeln einen Einblick in die besonderen Verhältnisse Schlesiens gegeben und den Schlesiern gleichzeitig gezeigt, daß er nicht allein steht, sondern daß auch der Westen um sein schweres Tagewerk weiß, und es achtet und anerkennt. Ueber ganz Schlesien waren die Jungen und Mädels Westfalens verteilt. Während die Mädel bis zu 9 Tagen Ernteeinsatz geleistet haben und anschließend auf Fahrt gingen, waren die Jungen für die ganze Dauer ihres Aufenthalts in der Ernte eingesetzt. Zum großen Teil sind es Jungen gewesen, die bereits beruflich tätig sind und die in ihrem Urlaub diese Erntearbeit geleistet haben. Dasselbe gilt auch für die Mädel. In Oberschlesien waren allein 200 Jungen eingesetzt, in Mittelschlesien ebenfalls 200 und in Niederschlesien 120. Die Mädel waren im gleichen Verhältnis verteilt. Diese Tage in Schlesien sind allen Jungen und Mädeln zum unvergeßlichen Erlebnis geworden, sie haben hier in eine Gemeinschaft hineingefunden, wie sie sich schöner gar nicht denken läßt, weil sie bei gemeinsamer schwerer Arbeit um das tägliche Brot entstanden ist. Im Streit erstochen Essen, 18. Aug. In der Nacht zum Sonntag kam es vot einer Wirtschaft in Essen=Steele zu einer folgenschweren Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 19jährige Felix Retz aus Essen=Kray den 32jährigen Johann Werding durch einen Messerstich in den Hals tötete. Retz, der in eine Auseinandersetzung zwischen Werding und seinem Freunde eingegriffen hatte, zog im Verlauf des Handgemenges sein Taschenmesser und brachte Werding den tödlichen Stich bei. Der Täter wurde festgenommen. Die Ermittlungen der Mordkommission sind noch im Gange. * Auf Pantoffeln von Verviers nach Aachen 7 Arbeiter vom Krastwagen getötet Der Fahrer des Wagens nach der Flucht gefaßt Kleve, 18. Aug. Am Montag früh wurde der 32 Jahre alte Arbeiter Evers aus Düsseldorf, der seit einiger Zeit in Kleve beschäftigt ist, auf dem Wege zu seiner Arbeitsstätte von einem überholenden Kraftwagen tödlich überfahren. Durch Fahrerflucht suchte sich der Führer des Kraftwagens der Verantwortung zu entziehen. Durch die polizeilichen Ermittlungen ist es aber schon im Laufe des Montagnachmittag gelungen, in der Person des Kraftwagenfahrers Paul Reinders aus Grieth den Täter zu fassen. Er wird sich jetzt vor Gericht wegen seiner unverantwortlichen Handlung zu verantworten haben. Zusammenstoß Lastzug—Straßenbahn Dortmund, 18. Aug. In den späten Abendstunden des Montags prallte aus bisher nicht bekannter Ursache ein Lastzug auf der Münsterstraße mit einer aus der Stadtmitte kommenden Straßenbahn zusammen. Dabei wurden acht Personen, darunErziehung des Kindes zur Tierliebe Aus eigener Erfahrung wissen wir, daß man den Charakter eines Menschen am besten aus seinem Umgang mit Tieren erkennt. Wer ein feines Innenleben hat und in dem Naturleben seelische Bereicherung findet, der kann unmöglich roh oder gar frech sein. Und Menschenkenner machen sich diese Erkenntnis oft zunutze; indem sie ihre Mitmenschen daraufhin prüfen, ehe sie mit ihnen in Verkehr treten. Nun ist die Tierliebe einem älteren Menschen sehr schwer zu predigen, ja, man kann ihn kaum mehr dazu erziehen, wenn man das in seiner Jugend versäumte. Es ist deshalb notwendig, schon beim Kleinkind damit zu beginnen, und ich kann mir keine schönere Aufgabe für eine Mutter denken. Die Natur kommt einem selber zu Hilfe, indem sie überall Gelegenheit bietet, das Erziehungswerk aufs beste zu vollenden. Schon ein kurzer Spaziergang durch einen Park kann Wunder wirken. Man wird staunen, wie das nebenherlaufende Kind auf alles achtet, wie es begeistert in die Händchen klatscht, wenn es einen Vogel im Grase hüpfen sieht oder ein junger Hund vorbeiläuft. Und wie es versucht, die Bewegungen der Tiere, sei es nun das Hüpfen oder das Bellen, nachzumachen. Wie strahlt es nicht über das ganze Gesichtchen, wenn man ihm kleine Ferkelchen oder andere Jungtiere zeigt! Es genügt aber nicht, in dem Kinde die Freude am Tier zu wecken; denn damit würde der Zweck verfehlt sein, da das letzten Endes nichts weiter bedeutete, als Befriedigung eigener selbstherrlicher Wünsche. Nein, die Liebe zum Tier scheint mir wichtiger zu sein. Das Kind muß wissen, daß die Tiere die besten Spielkameraden sind, daß man sie deshalb aber nicht quälen dürfe, da sie ebenso Schmerzen empfänden wie der Mensch. Man tut auch gut, die Kinder dazu anzuhalten, ihre vierbeinigen Freunde selbst zu füttern und ihnen regelmäßig Wasser hinzustellen, da man dadurch in ihnen schon frühzeitig das Verankwortungsbewußtsein und die Hilfsbereitschaft weckt. Und das Mitleid zu leidenden Wesen kommt dann von selbst hinzu. Wir brauchen diese Dinge nur richtig anzufassen, um Erfolge zu erzielen; denn erstens lernt das Kind gern, es geht auch gern auf Entdeckungen aus, und schließlich gewöhnt es sich schnell an wahres Menschentum. Bernt Karger=Decker. ter der Straßenbahnführer und der Schaffner, mehr oder weniger schwer verletzt; sie mußten sämtlich dem Krankenhaus zugeführt werden. Die Fahrzeuge wurden durch den Zusammenstoß so schwer beschädigt, daß sie durch die Feuerlöschpolizei abgeschleppt werden mußten. Zwischen die Puffer geraten Montabaur, 18. Aug. Der 26jährige Bahnhilfsarbeiter Robert Stähler war vertretungsweise im Rangierdienst auf dem Bahnhof des Westerwaldortes Welsenroth beschäftigt. Am letzten Vertretungstage geriet er eine halbe Stunde vor Feierabend beim Rangieren zwischen die Puffer zweier Waggöns und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er kurze Zeit später starb. (Wie wird das Wetter?) Vorhersage für heute: Nach kühler Nacht am Vormittag vielfach dunstig oder neblig, tagsüber wolkig, aber trocken, mäßige Winde aus Nord bis Ost. Aussichten für Freitag: Fortdauer des herrschenden Witterungscharakters. Die Täter bereits verhaftet Bochum, 18. Aug. Dieser Tage lockte in den Abendstunden an der Grenze von Lütgendortmund ein 21jähriger Bursche aus Bochum=Langendreer eine 13jährige Schülerin, die von ihrer Mutter zu Besorgungen nach Lütgendortmund geschickt worden war, an sich, nahm das Kind unter dem Versprechen, es nach seinem Elternhause zu bringen, mit auf sein Fahrrad und fuhr in Richtung Langendreer davon. Der Bursche schlug auf dieser Fahrt einen Feldweg ein, der an einem einsamen Waldstück vorbeiführt. Hier verging er sich in nicht wiederzugebender Weise an dem Mädchen. In Langendreer traf er anschließend einen Kumpanen, dem er von seinem Ueberfall erzählte und gleichzeitig berichtete, daß er das geängstigte Mädchen in dem Walde zurückgelassen hatte. Beide faßten nun den verbrecherischen Entschluß, an den Tatort zurückzufahren, und als sie dort das Kind noch antrafen, vergingen sie sich nochmals gemeinsam an ihm. Die Täter wurden auf die Anzeige der Eltern noch in der gleichen Nacht ermittelt und festgenommen. Beide gaben unter der Wucht des Beweismaterials ihre Verbrechen zu; sie wurden dem Amtsgericht in Bochum zugeführt. Der Fall gibt Veranlassung, alle Eltern und Erzieher erneut auf die Gefahren, die ihren Kindern durch verbrecherische Elemente in sittlicher Hinsicht drohen, nachdrücklich hinzuweisen. Kinder müssen immer wieder belehrt werden, daß Vertrauensseligkeit Unbekannten gegenüber, auch wenn diese durch Bersprechen und Geschenke sich einzuschmeicheln versuchen, nicht am Platze ist. Besorgungen, die Kinder besonders noch zu Abendzeiten in einsame und entlegene Gegenden führen, bieten zudem Sittlichkeitverbrechern, wie im vorliegenden Falle durch die Ermittlungen der Kriminalpolizei erwiesen wurde, eine willkommene Gelegenheit, ihren verbrecherischen Neigungen nachzugehen. Siebenjähriges Maͤdchen ermordet Saarbrücken, 16. Aug. Montagmorgen gegen 5 Uhr wurde in Saarbrücken=Malstatt ein schweres(Sittlichkeitsverbrechen und Mord entdeckt. Auf dem Verbindungsweg zwischen Leipziger und Wenn einem der Zug fortfährt. Aachen, 17. Aug. Ein ärgerliches Mißgeschick, das zwar eine heitere Seite— allerdings nur für den Zuschauer und den Leser dieser Zeilen— hat, widerfuhr dieser Tage einem ausländischen Studenten, der von Frankreich nach Polen unterwegs war. Der junge Wissenschaftsbeflissene hatte in Paris den Zug bestiegen und es sich für die lange Fahrt gemütlich gemacht. Er hatte seine schweren Stiefel mit den Pantoffeln vertauscht und war auch so bei dem Aufenthalt des Zuges in Lüttich ins Restaurant gegangen, um eine Erfrischung zu sich zu nehmen. Wie groß war aber sein Entsetzen, als er wieder zum Bahnsteig zurückkam und gerade noch den letzten Wagen seines Zuges aus dem Bahnhof herausfahren sah. In seiner Not wandte er sich an einen Bahnbeamten, der ihm riet, mit einer Taxe nach Verviers zu fahren, wo er sicherlich den Zug noch erreichen werde. Gesagt— getan. Obwohl der Fahrer des Wagens sein Bestes tat, kam er doch zu spät am Bahnhof von Verviers an. Man telephonierte nach Herbesthal, um den Zug dort einige Minuten länger als sonst festhalten zu lassen. Aber o weh, auch hier war der Zug schon wieder weg. Es blieb nichts anderes übrig, als den Aachener Bahnhofsvorsteher telephonisch zu bitten, die Koffer, die sich in dem verpaßten Zuge befanden, in Verwahr zu nehmen, was denn auch geschah. Nun gabs aber eine neue Schwierigkeit: der Student mußte den Kraftfahrer bezahlen und hatte nicht genügend Geld. Er mußte mit zur Polizei, wo ihm jedoch ein Landsmann aus seinen Nöten half. Das Allerschlimmste aber kam noch. Der Student mußte nun in seinen Pantoffeln von Verviers nach Aachen laufen, wo er sein Gepäck ausgehändigt erhielt. Weidenstraße hinter dem Fabrikgelände der Schreinerei Vicari wurde die siebenjährige Anneliese Helbing ermordet aufgefunden. Die Tat ist in den späten Nachmittagsstunden des Sonntags verübt worden. Der Täter hat an dem Kinde ein Sittlichkeitsverbrechen begangen und es dann mit einem sogenannten Speckriemen in der Art eines Nähriemens von etwa 2 Millimeter Breite erdrosselt. Runöfunk=Programm Donnerstag, den 17. August 1933 Reichssender Köln(Welle 455,9) 9.30: Warum neuzeitliche Ernährung? 10.00: Die Bauernwiege. Anekdote. 10.15: Sendepause. 12.00: Die Werkpause. 13.15: Ipa=Berlin: Leichte Mittagsmusik aus Italien. 16.00: Beuthen O.=S.: Nachmittagskonzert. 18.00: Junge Welt. 18.20: Der Dichter Wilhelm Schäfer erzählt neue Anekdoten. 18.45: Eine Viertelstunde Weltgeschichte. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Die NSV=Stunde. 20.15: Die Stunde der Bewegung. 21.00; Bunte Musik am Abend. 24.00: Musik zur guten Nacht, Aufn. Deutschlandsender(Welle 1571) 10.00: Volksliedsingen. 12.00: Breslau: Musik zum Mittag. 13.15: Turin: Musik zum Mittag. 15.15: Hausmusik. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Königsberg: Musik am Nachmittag. In der Pause 17.00: Die Stunde vor Tag. Gedichte. 18.00: Das Wort hat der Sport. 18.15: Das deutsche Lied. 18.45: Musik auf dem Trautonium. 19.00: Filmkunst=Ausstellung in Venedig. 19.15: Liebesfreud— Liebesleid. 20.15: Erstes großdeutsches Bruckner=Fest. 2. Symphonie C=Moll(Originalfassung). 21.30: Aus dem Schaffen von Rich. Strauß. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Hannover: Spätmusik. Scheußliches Verbrechen an einer 13jährigen Ernteeinsatz lischen Juniteeinsatz gesem Sommer gruppen, die dem Gebiet einmal unter n sind neben Notwendigkeit n Arbeit zu der Ostgrenze n selbst mit chen vertraut icke des Verkann. Dieser n einen Eineben und den steht, sondern weiß, und es Mädels Westn Ernteeinsatz n, waren die der Ernte einn, die bereits rntearbeit geIn Oberschleschlesien ebenen im gleichen Mädeln zum in eine Gec nicht denken n das tägliche kam es vot schweren AusFelix Retz aus einen Messerinandersetzung fen hatte, zog er und brachte rde festgenomsind noch im hick, das zwar chauer und den ge einem auslen unterwegs Paris den Zug itlich gemacht. feln vertauscht in Lüttich ins ich zu nehmen. zum Bahnsteig nes Zuges aus wandte er sich Taxe nach Verrreichen werde. ens sein Bestes iers an. Man einige Minuten weh, auch hier anderes übrig, zu bitten, die n, in Verwahr aber eine neue ahrer bezahlen zur Polizei, wo alf. Das Allernun in seinen o er sein Gepäck rigen hreinerei Vicari det aufgefunden. Sonntags verittlichkeitsverbreten Speckriemen meter Breite er7. August 1933 : Die Bauernseichte Mittags18.00: Junge r erzählt neue eschichte. 19.00 inde. unte Musik am fn. : Turin: Musik l.: ProgrammIn der Pause 3.00: Das Wort 18.45: Musik =Ausstellung in ). 2. Symphonie m Schaffen von htmusik. 23.00: 4 Drei Mädel Lür Züdwest Roman von Wolfgang Marken Urheber-Rechtsschutz Fritz-Mardicke-Verlag Hamburg 18) Alle Gardinen und Vorhänge wurden heruntergerissen und neue angebracht, denn der Wäscheschrank war übervoll. Wahrlich, in den Stunden wurde dem Gesinde nichts geschenkt, und da es ziemlich heiß war, lief allen der Schweiß in Strömen herunter. Selbst Ossi, die das Ganze nur überwachte, die nicht mit zugriff, sondern nur aufpaßte, wurde matt. Aber sie riß sich zusammen und hatte nur den einen Wunsch, Saß alles Ordnung sei, ehe Ingenheim eintraf. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht. Ingenheim traf nachmittags gegen vier Uhr mit einem neuen Auto, das er sich in Windhuk gekauft hatte und das von einem erfahrenen schwarzen Schofför gesteuert wurde, auf der Farm ein. Er glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er inmitten des lebhaften Treibens vor dem Haus... Össi erkannte. „Fräulein Ossi, sind Sie es wirklich oder Ihr Geist?" rief er ihr erfreut entgegen. Und schon war er bei ihr und schüttelte ihr die Hände, daß sie ganz verlegen wurde, denn sie sah, daß er über das ganze Gesicht strahlte. „Ja, ich bin es wirklich", gab Ossi verlegen zurück.„Da staunen Sie, was? Gerade ich muß der Römhildt=Farm zugeteilt werden!“ „Staunen?" rief Ingenheim begeistert.„Nein, Fräulein Ossi, ich bin glücklich, restlos glücklich, und wenn Sie hier sind, dann wird es mir auch hier auf der Farm gefallen. Verlassen Sie sich drauf!“ „Dann hat ja meine Anwesenheit einen gewissen Wert“, entgegnete Össi trocken.„Sie staunen, wie es hier aussieht, was? Ging aber nicht anders, wir müssen einmal gründlich aufräumen." Plötzlich wurde ihr Gesicht ernst. „Ach, Herr von Ingenheim, da rede ich von allen möglichen belanglofen Dingen und vergesse Ihnen die Hauptsache zu sagen, die schwerwiegendste Angelegenheit.“ „Was gibt es denn, Fräulein Osst? Ist Onkel krank?" fragte Ferdi beunruhigt. „Ihr Onkel, Herr von Ingenheim, ist heute morgen... begraben worden!“ Ferdi sah sie bestürzt an.„Das ist doch nicht möglich! Onkel war doch nie krank!“ „Er ist ganz plötzlich gestorben. Ein Herzschlag, wie mir Mister Houghton sagte, hat seinem Leben ein Ende gemacht. Ich muß Ihnen mein aufrichtiges Beileid aussprechen, Herr von Ingenheim. Darf ich Sie jetzt einmal zum Grabe Ihres Onkels führen?" Ingenheim nickte stumm, und sie gingen gemeinsam in den kleinen Park, wo man den Herrn der Römhildt=Farm zur letzten Ruhe gebettet hatte. Mit gesenktem Haupt sprach Ingenheim ein stilles Gebet, und dann wandte er sich wieder an Össi. „Das tut mir weh, Fräulein Össi, daß ich zu spät gekommen bin. Ich kenne meinen Onkel nur aus Briefen. Wir haben uns jahrelang miteinander geschrieben, und ich war immer der Überzeugung, daß ich mich mit dem alten Herrn ausgezeichnet verstehen würde, denn wir waren durch die Briefe übers Meer schon Freunde geworden. Und nun kann ich ihn doch nicht sehen, Angesicht zu Angesicht. „Ich verstehe Sie, Herr von Ingenheim, ein schönes Lebenswerk hat hier Ihr Onkel aufgebaut. Sie sind der Erbe und werden sich der Pflicht nicht entziehen, dieses Erbe zu halten und zu mehren.“ Ferdi nickte und dann seufzte er. „Wir sind beide noch nicht lange in diesem Lande", begann er dann,„aber sagen Sie mir ehrlich, Fräulein Ossi, gefällt es Ihnen hier?" „Ja, es gefällt mir sehr gut!" „Und mich bedrückt das Land“, erklärte Ingenheim.„Es ist alles so fremd, alles so weit..., so unendlich. Ich komme mir wie verloren hier in diesem Lande vor!“ „Aus Ihnen spricht der typische Großstädter. Aber das gibt sich. Wenn Sie sich erst einmal auf Ihrer schönen Farm umgeschaut haben, dann werden Sie das Land liebgewinnen. Davon bin ich überzeugt. Liegt die Farm nicht wunderschön? Das Gelände ist nicht ganz eben. Es gibt Hügel, die bewaldet sind. Wir haben ein paar schöne, wenn auch kleine Wälder um die Farm, und die Farm selbst liegt mitten in einem schönen Park. Natürlich ist es nicht nach europäischen Begriffen ein Park., Ein deutscher Förster würde ihn vielleicht als Wildnis bezeichnen, aber ich liebe diese wilden Parks, sie sind von einer ganz besonderen Schönheit. Der ganze Besitz ist prachtvoll.“ „Ja, das geb ich zu! Ich gestehe gern, daß mir wohler wurde, als ich die Farm erreichte.“ „Und wenn Sie nach Westen schauen, dann sehen Sie das Vorland der roten Berge. Das Land der Farm reicht ja bis weit in dieses Vorland hinein. Es ist ein liebliches, schönes Bild, daß sich Ihnen zeigt. Nein, Herr von Ingenheim, hier werden Sie sich schon wohlfühlen können. Sie müssen nur den Willen dazu haben." „Ich werde mir Mühe geben. Aber Sie helfen mir dabei!" „Wenn ich es vermag, von Herzen gern!“ * Bret Houghton lernte den neuen Herrn der Farm gegen Abend kennen, als er von einem Besuch der Karakulherde, die ziemlich weit von der Farm entfernt im Vorgelände der Berge in der Nähe einer Quelle stationiert war. Mit seiner großen, fast phlegmatischen Ruhe, aber sehr liebenswürdig, begrüßte er Ingenheim und hieß ihn willkommen. Auch Ingenheim war sehr freundlich zu dem Engländer, er verriet mit keiner Miene, mit keinem Wort, daß ihm dieser Mann seltsamerweise äußerst unsympathisch war. Aber als gerechter Mensch sagte er sich, daß der erste Eindruck täuschen könne, und gab sich sehr freundlich. Zu Abend speisten sie gemeinsam mit Ossi zusammen, und der Verwalter gab Ingenheim einen guten Überblick über den Besitz der Farm. Er sprach langsam, da Ingenheim das Englisch noch nicht ganz so gut wie Ossi beherrschte. Wenn Ingenheim manchmal etwas fragte, dann mußte er nach Worten suchen, und er war sehr froh, daß ihm Ossi dabei half, so daß sich auf diese Weise eine ziemlich flotte Unterhaltung entspann. Dann ließ Houghton den jungen Herero Omba rufen und empfahl ihn Ferdi als Diener. „Omba ist ein sehr intelligenter Bursche, er ist zuverlässig und fleißig und spricht ausgezeichnet Deutsch. Das ist für Sie nicht ganz unwesentlich, Mister Ingenheim. Ich empfehle Ihnen daher, Omba als Diener zu nehmen." Selbstverständlich war Ferdi ohne weiteres damit einverstanden, und ein paar Minuten später verließ Omba stolz das Wohnzimmer, um einmal in der Küche Streichhölzer für den Aubaas zu holen. Bei dieser Gelegenheit sagte er natürlich stolz den Mädchen, daß er jetzt der Diener des Aubaas geworden sei. Bonje kicherte und meinte zu dem jungen Herero:„Oh, dann wird sich Omba bald die vierundzwanzig Ochsen verdienen, damit er Coa=Co heiraten kann.“ Das hörte Ossi, die zufällig in die Küche gekommen war, und sie fragte Omba:„Warum seufzt du so? Zu was brauchst du vierundzwanzig Ochsen?" Ombo stotterte etwas Unverständliches und machte sich verlegen davon. Ossi sah die beiden Mädchen fragend an. „Oh, gute Miß", sagte Inga wichtig,„Omba liebt CoaCo, die Tochter des Zauberers beim alten Stamm.“ Ossi verstand nicht gleich, dann fragte sie:„Ach so, hier in der Nähe befindet sich noch ein alter Stamm Herero?" Inga nickte wichtig.„O yes, ist in Bergen große Ansiedlungen von Herexos. Coa=Cos, der Zauberer, will vierundzwanzig Ochsen für seine Tochter!“ „Und wenn sie Omba nicht zahlen kann?“ „Nie kriegen Coa=Co", meinte Inga und sah Omba so tieftraurig an, als erschüttere sie das Schicksal des braven Omba im Innersten. Das ist ja eine reizende Sache hier, dachte Össi belustigt, als sie wieder dem Wohnzimmer zustrebte. Wieviel Ochsen bin ich eigentlich wert? * Als sich Ossi an diesem Abend zur Ruhe legte, gingen ihre Gedanken zurück in die Heimat, zum Vater, und plötzlich packte sie eine große Traurigkeit, daß die Tränen aufstiegen. Sie ließ sie fließen, denn es tat ihr wohl. Doch plötzlich stutzte sie. Klang das nicht, als ob draußen ein Kätzchen schrie? Sie erhob sich und knipste das Licht an Richtig, draußen auf dem Fensterbrett saß ein kleines allerliebstes schwarzes Kätzchen mit weißem Bäffchen und weißen Pfoten. Ossi öffnete das Fenster und nahm das kleine zitternde Kätzchen herein. Glücklich drückte sie das Tier an sich, und siehe da, es begann wohlig zu schnurren. Ossi legte sich wieder nieder, und das Kätzchen schlief an ihrer linken Schulter ein. Wie geborgen fühlte sich mit einem Male das Mädchen, jetzt, wo eine kleine Kreatur den Weg zu ihr gefunden hatte, wie ein Bote der Heimat. Denn ein solch allerliebstes Kätzchen hatte sie vor Jahren auf dem Gut des Vaters auch einmal gehabt. Putzi hatte sie das Kätzchen getauft, aber es sollte sich später herausstellen, daß es ein Kater war. 6. Und nun zu Irene, zum dritten der drei Mädel, die auf die Farm Johann Schills aekommen war. Auch sie schlief in der ersten Nacht tief und fest, und aug sie hatte klugerweise den Wecker gestellt, weil sie fürchtete es zu verschlafen. Und es war gut so. Als früh der Wecker klingelte, lag sie noch in einem tiefen Schlafe. Es dauerte Sekunden, bis sie überhaupt begriffen hatte, daß sie nicht mehr in Deutschland, sondern hier in Südwest auf einer Farm schlief. Am liebsten hätte sie sich noch eine halbe Stunde gestreckt, aber sie riß sich zusammen. Sie quälte sich an diesem Morgen förmlich aus dem Bett heraus, aber als sie auf den Beinen stand, da wurde ihr wohler. Sie sah nach dem Fenster, das geschlossen war.„Ich hätte es ein wenig offenstehen lassen sollen", dachte sie,„dann wäre ich jetzt wahrscheinlich nicht so müde.“ Sie riß beide Flügel des Fensters weit auf, und die frische Morgenluft drang zu ihr herein. Gottlob, dachte sie, daß die Farm klimatisch günstig liegt. Dann wusch sie sich, kleidete sich an und ging hinunter in die Küche. Dort traf sie Frau Anselma, ekne alte Afrikanderfrau, deren Vorfahren Holländer gewesen waren. Frau Anselma war hoch in den Sechzigern, und die Gicht plagte sie oft schwer, aber trotzdem bemühte sie sich mit allem Fleiß, die Küche zu besorgen. Sie war selbstverständlich sehr froh, endlich eine Hilfe auf der Farm zu haben, und als jetzt Irene Frau Anselma begrüßte, da erwiderte sie den Gruß sehr munter. „Haben Sie gut geschlafen, Fräulein Irenes?“ „Wie ein Murmeltier", gab Irene zurück.„Ich kann mich nicht besinnen, daß ich schon einmal so fest geschlafen hätte wie hier.“ „Ja, das ist das andere Klima. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie die ersten Wochen oft verschlafen sind. Das gibt sich langsam. Hoffentlich gefällt es Ihnen bei uns recht gut." „Oh, ich hoffe doch, Frau Anselma!" „Sie werden es hier auch gut haben. Schill ist ein herzensguter Mensch. Ein bißchen ernst und zurückhaltend, aber ein Mann, auf den man sich verlassen kann. Seit dem Tode seiner Frau ist er nun noch etwas ernster geworden. Er war damals ganz verzweifelt. Es ist ja auch zu verstehen." „Ja, ja, Frau Anselma, die drei Kinder! Das machte es ihm besonders schwer, aber vielleicht auch besonders leicht.“ „Ja, Fräulein Irene, so ist es!" „Bitte, Frau Anselma, lassen Sie das Fräulein weg-und sagen Sie nur Irene zu mir!" „Gern, Kindchen, sehr gern. Ich bin nun schon die vielen Jahre auf der Farm und ich habe mich immer hier wohlgefühlt, aber jetzt plagt mich zuweilen die Gicht, und da fällt es mir ein bißchen sehr sauer, Besonders wenn Witterungsumschläge kommen. Aber ich arbeite deswegen noch genau so, und ich wäre Ihnen nur dankbar, wenn Sie sich in der Hauptsache um die Kinder kümmern würden. In der Küche kann ich Ihnen viel abnehmen. Aber Sie können natürlich schalten und walten, wie Sie wollen. Sie dürfen nicht denken, daß ich hier nach meinem Wunsch weitermachen will.“ „Wir werden uns schon verstehen, Frau Anfelma.“ „Ich habe mir ja immer alle Mühe gegeben, damit es recht schön sauber ist. Sauberkeit ist hier alles!“ „Ja, und ich staune, wie fauber alles ist. Sauberer kann in Deutschland nirgends sein. Daß Sie das ulles so geschafft haben!" „Ach, Irene, so schwer war es nicht. Wir haben gute Leute. Der Aubaas hat eine besondere Art, mit seinen Leuumzugehen, und sie hängen an ihm und haben einen Respekt vor ihm, daß ich immer staune. Der braucht bloß zu lallen, und da springen sie schon. Ob es nun der Ludwia. der Ernst oder Mombo ist!“(Forts. folgt.) Achtung— wertes Publikum! 2 : geyt wieder um!! III „Groschengrab“ ist ein gefährlicher Räuber! Verdorbene und schlecht ausgenutzte Nahrungsmittel sind seine Beute. So mästet er sich auf fremde Kosten — sobald man nicht aufpaßt! Männer— schaut mal in den Spiegel: Wirtt nicht Euer„Mollenhügel“, So nennt man den Bauch gewöhnlich!) Wie Herr„Groschengrab“ persönlich? Nein, das kann kein Zufall sein! Wer vernünftig ist, sieht ein: Lehnt Ihr Frisches, Leichtes ab, Wird's ein Raub für„Groschengrab“ Wenn Ihr Obst. Gemüse, Laßt verkommen auf dem Tisch Und nur Wurst und Schinken eßt. Dann hält„Groschengrab“ sein Fest Eßt Ihr Frisches, das zugleich Auch an Vitaminen reich, Lebt Ihr Eyrem Wohl zu Dank Und bewahrt die Linie schlank. Allen sollt Ihr dieses künden:„Groschengrab" muß rasch verschwinden! Im Banne afrikanischer„Zauberei" Eine Frau 5 Jahre allein im französischen Kongogebiet Eine Vision in der Wildnis In London ist vor kurzem eine Mrs. Elsie Osborne, eine Biologin und Forscherin französischer Abkunft, eingetroffen, die fünf Jahre lang in den Wildnissen des französischen Kongogebietes weilte, um dort die Zauberkünste afrikanischer farbiger Hexenmeister zu studieren. Mrs. Osborne, die sich vor neun Jahren nach dem tragischen Absturz ihres Gatten, eines französischen Bergwerksbesitzers, ausschließlich der Wissenschaft widmete, ist im afrikanischen Busch offenbar eine überzeugte Anhängerin des schwarzen Aberglaubens geworden. Jedenfalls lassen ihre Berichte darauf schließen, daß sie keine kritische Einstellung zu den„Wundern“ hat, die die schwarzen Medizinmänner ihr vorführten. Immerhin bleiben ihre Erlebnisse abenteuerlich genug. Wir geben sie ohne Kommentar wieder, wie Mrs. Osborne sie selbst berichtete. Das große Rätsel um die„heilige Lanze“. Eines Tages war in einem Eingeborenendorfe ein„heiliger Speer“ gestohlen worden, was große Unruhe unter den betreffenden Stamm brachte. Schleunigst wurde ein„Zauberdoktor“ geholt, um den Dieb zu entdecken. Wie der schwarze Detektiv es fertigbrachte, einen bestimmten Mann als Verdächtigen herauszufinden, scheint nicht ganz klar. Der Verdächtige wurde vor den Stamm gebracht. Er leugnete hartnäckig, den heiligen Speer gestohlen zu haben. Die Forscherin wurde eingeladen, um zu sehen, wie der Zauberer die Lanze wieder herbeischaffen und den Dieb bestrafen würde. Ort der Handlung war eine große, dunkle Eingeborenenhütte, die keinerlei Fenster, dafür aber eine ungewöhnlich feste Holztür besaß. In der Hütte lag der durch den Zauberer und seine Gehilfen als Täter verdächtigte Mann hilflos gefesselt. Inzwischen bereitete sich im Dorf eine große Zauberfeier vor. Dumpf schallten die Trommeln. An loderndem Feuer beschwor der Stammeshäuptling in vollem Kriegsschmuck die Rache der Geister auf den schuldigen Dieb herab, während ihn die scheußlich bemalten und maskierten Zauberer unter Anführung des Ober=Medizinmannes heulend und tanzend unterstützten. Um Mitternacht begab man sich in die Hütte des Gefesselten. Mrs. Osborne durfte die Zauberer begleiten. Ja, es wurde ihr sogar gestattet, den Lichtkegel ihrer großen elektrischen Taschenlampe bei dem nun folgenden Höhepunkt des Aktes dauernd auf den Gefangenen gerichtet zu halten. Die Hüttentür war verschlossen. Die Forscherin war mit dem Verurteilten allein. Fünf Minuten lang hörte sie nichts als das eintönige, nervenaufreizende Geräusch der Negertrommeln, die unermüdlich ihr„tom=tom=tom“ durch die Nacht klingen ließen. Dann sang es hell und klirrend auf und— vor den entsetzten Augen der Frau stak plötzlich ein Speer tief in dem Körper des Gerichteten. Der Mann war tot und die Waffe, die ihn getötet hatte, war der vermißte heilige Speer. Die Forscherin versichert, daß niemand in der Hütte war, der den Speer hätte werfen können. Diese subjektive Bekundung einer weißen Frau, die sich mitten in der Nacht der Beobachtung afrikanischer Zeremonien ergibt, läßt natürlich die Möglichkeit eines geschickten Betruges durch die um Mittel und Wege nicht verlegenen farbigen Zauberdoktoren offen. Woran starb das Krokodil? Bei einem anderen geheimnisvollen Vorfall, von dem Mrs. Osborne berichtete, handelte es sich darum, Rache an einem Krokodil zu nehmen. Das gewaltige Reptil, das in einem Wasserloch hauste, hatte ein Negerkind getötet. Der Hauptzauberer des Dorfes übernahm die Aufgabe, den Tod des jugendlichen Stammesmitgliedes an dem Krokodil zu rächen. Auch diesmal durfte die Forscherin der Zaubertat beiwohnen. Von oben bis unten bemalt, behängt mit Schlangenhäuten und Rasseln, begab sich der. Oberzauberer, geschmückt mit einem gewaltigen Federbusch, im feierlichen Schritt zu dem Pfuhl, den das Krokodil bewohnte. Mrs. Osborne versichert, daß er keinerlei andere Waffe bei sich hatte als seinen Zauberstock. Bald wurde das Krokodil gesichtet, das lauernd den Feind erwartete. Der Zauberer schritt ohne weiteres in den Sumpf hinein und kam dem Reptil immer näher und näher. Atemlos beobachteten Mrs. Osborne und die Eingeborenen das Kommende. Es ging alles schneller, als sie gedacht hatte. Das Krokodil öffnete kaum seinen riesigen, mit den messerscharfen Zähnen gefüllten Rachen, um den Zauberer anzugreifen, als dieser mit seinem Zauberstab nach dem Untier schlug und es berührte. In demselben Augenblick schlossen sich die Kiefern des Reptils krachend. Es wandte sich zur Flucht, schien unter einem furchtbaren Krampf zu leiden und wälzte sich schmerzvoll hin und her, während der Schwanz wütend die Oberfläche des Wassers peitschte. Dann verstarb es und sank wie ein Stein in die Tiefe, des Pfuhls. Eine Erklärung dieses seltsamen Ereignisses auf wissenschaftlicher oder natürlicher Grundlage vermag die Forscherin auch bei diesem Vorfall nicht zu geben. Im Zauberschlaf die Heimat erlebt. Dagegen scheint ein drittes Erlebnis, das sie mit afrikanischen Zaubermitteln hatte, auf Selbstbeeinflussung oder Hypnose zu beruhen. Als sie dem schon genannten Oberzauberer zu verstehen gab, daß sie schon sehr lange von ihrer Heimat— von London— fort sei und Sehnsucht nach ihren Bekannten und Freunden empfände, wurde sie von ihm hinter ihre Hütte geführt, wo der Zauberer mit seinen Gehilfen im Schein von lodernden Fackeln und bei dem obligaten Trommelklang einen wilden Beschwörungstanz um sie aufführte, wobei eintönige Zaubersprüche gesungen wurden. Mrs. Osborne erhielt dann, nachdem sie offenbar auf jegliche Beeinflüssung vorbereitet war, ein sonderbares Pulver, das sie auf der Stelle einnahm. Innerhalb weniger Minuten verfiel sie in einen tiefen Schlaf. Sie träumte sofort, daß sie nach London reise. Im Traum besuchte sie dort alle ihr vertrauten Stätten und alle Menschen, die sie kannte. Sie sah das Londoner Straßenleben und stellte fest, daß sich in ihrem Bekanntenkreis nichts Ungewöhnliches oder Tragisches ereignet hatte. Wenige Tage, nachdem sie den „Zauberschlaf“ hinter sich hatte, exhielt sie einen Brief aus London, der ihr tatsächlich das Wohlergehen aller Freunde und Bekannten bestätigte. Mrs. Osborne hat sich von der„Wirklichkeit" afrikanischer schwarzer Magie so überzeugen lassen, daß sie unbedingt daran glaubt. Sie ist der felsenfesten Meinung, daß die schwarzen Medizinmänner ungeahnte Kenntnisse an Heilmethoden und „geheimen Kräfte“ besitzen die der westlichen weißen Kulturwelt von ungeheurem Nutzen sein könnten! Wir brauchen nicht besonders zu betonen, daß wir diese Meinung nicht teilen. Feuerwehr in Polizeiuniform Berlin, 16. Aug. Nach dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23: September 1938 treten die bisherigen Berufswehren unter der Bezeichnung„Feuerschutzpolizei“ dem Chef der Ordnungspolizei unterstellt, zum Korps der deutschen Polizei. Sie erhalten als jüngste Polizeiformation eine Uniform, die dem Dienstanzug der Ordnungspolizei(Schutzpolizei und Gendarmerie) völli gangeglichen ist und sich von dieser nur durch karmesinrote Aufschläge und Paspelierung unterscheidet. Statt des Tschakos trägt die Feuerschutzpolizei den Feuerschutzhelm, in Form dem Stahlhelm ähnlich, der bei dienstlichem Einsatz durch das Nackenleder vervollständigt wird. Die Offiziere der Feuerschutzpolizei erhalten den Degen, während die Mannschaften am Koppel das Faschinenmesser tragen. Verlust mindestens 80 Millionen Gulden Amsterdam, 16. Aug. Die Veröffentlichung der Gläubigerlisten der Firma Mendelssohn u. Co., die am Dienstag erfolgte, hat in Amsterdam allerstärkstes Aufsehen erregt. Der Gesamtumfang der Verpflichtungen beträgt etwa 294 Millionen Gulden, so daß man den Verlust auf mindestens 80 Millionen Gulden schätzen muß Verhinderte Fahnenflucht britischer Goldaten Tel Aviv, 16. Aug. Wie die hebräische Zeitung„Haaret“ aus der jüdischen Küstenstadt Natanja in Palästina meldet, versuchten fünf britische Soldaten des Queens=Regimtens mit Hilfe eines Motorboots, mit dem sie sich auf hoher See in Sicherheit begeben wollten, zu desertieren. Sie wurden von der Militärpolizei festgenommen und dem Kommandeur ihres Regiments übergeben. eld erkämpfte ein ehrenvolleso:3 Gegen die Ball=Artisten von Sparta Prag konnte es der gute Wille allein nicht schaffen Arminia Bielefeld ist auch in Lippstadt gut bekannt. Wir erinnern nur an die heißen Punktekämpfe mit den Lippstädter Teutonen vor einigen Jahren und an den letzten Tschammerpokalkampf auf dem Platz am Waldschlößchen. Aus diesem Grunde haben wir auch am Dienstag das Spiel Arminia Bielefeld gegen Sparta Prag, eine Mannschaft, die als eine der besten des Protektorats bezeichnet wird, wahrgenommen. (Von unserem nach Bielefeld entsandten Sportschriftleiter) Matt leuchtende Abendsone tauchte den schön gelegenen Arminenplatz an der Melanchtonstraße, der von ca. 3 500 HZuschauern umrahmt wurde, in ein sanftes, nicht störendes Glühen, das die Gesichter der Spieler, besonders der von Sparta Prag, noch braungebrannter erscheinen ließ, während die dunklen Silhuetten des Teutoburger Waldes den stimmungsvollen Hintergrund für das spannende Kampfgeschehen abgaben, das sich sofort zu Beginn des Spieles auf dem sattgrünen Rasen des in der Sommerpause gut exholten Sportplatzes entwickelte. Schon das Resultat des Kampfes verrät deutlich, daß die Auseinandersetzung zwischen den westfälischen Gauklassenvertreter und der Gäste aus dem Protektorat in erster Linie im Zeichen der Vertreter des Prager Fußballs stand. Und dennoch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Arminia wenigsens den Ehrentreffer verdient hätte. Wenn auch die technischen Feinheiten im Spiel der Prager und die größere Routine sich auf die Dauer durchsetzen mußten, so war der Kampfverlauf doch nicht derartig, daß man von Einseitiakeit hätte sprechen können. Mehr als einmal kam das Tor der Prager beängstigend in Gefahr, aber der Schlußmann der Protektoratsmannschaft, ein wahrer Meister seines Faches, mächte alle noch so wohlgemeinten Anstrengungen des Arminensturmes zunichte. Jedoch kann Arminia mit dem 0:3=Ergebnis degen diesen großen Gegner zufrieden sein, auch wenn das verdiente Ehrentor nicht gefallen ist. Bereits in der ersten Viertelstunde war Sparta Prag in Führung gegangen. Arminia ließ sich aber nicht entmutigen; im Gegenteil, ohne Unterlaß rollten jetzt die auf breiter Front vorgetragenen Angriffe vor das Sparta=Tor. Allerdings waren sie zu offen und zu durchsichtig, als daß die in manchen Schlachten gehärtete Hintermannschaft von Sparta Prag sich dadurch in große Verlegenheit hätte bringen lassen. Besonders der linke Verteidiger war die Ruhe selbst. Auch die gefährlichsten Bälle zog er in aller Seelenruhe, wenn es nicht mehr anders ging, über den Kopf in das Spielfeld zurück. Und was sonst durchkam, wurde eine Beute des Prager Torhüters, der mit katzenartiger Geschmeidigkeit die Bälle, manchmal fast waagerecht in der Luft liegend, mit seinen Armen ansichzog und sie so an seinem Körper haltend, im Fallen unschädlich machte. Man kann sogar behaupten, daß auch die Schüsse, die knapp am Pfosten vorbeigegangen waren, ebenfalls von diesem Tormann gemeistert worden wären, wenn sie, ja wenn sie eben nicht vorbeigegangen wären. Denn auch diese Bälle veranlaßten ihn wundervolle Paraden zu zeigen. Erst nach der Halbzeit setzte bei Sparta Prag, denn ein Ergebnis von nur einem Tor Unterschied erschien den Protektoratsvertretern denn doch zu niedrig, der Generalangriff gegen das Arminentor ein. Wer will es Arminia verübeln, daß es dieses Egebnis mit allen Kräften zu halten versuchte?— Aber das Spielsystem der Prager zeigte sich nun als eine gute Hilfe in der Abwehr. Prag griff niemals, wie es z. B. Arminia tat, in der ganzen Breite an, sondern nur in einer Dreieckkombination. Meistens wurden die Angriffe von rechts oder links vorgetragen, so daß sich vor dem Tor immer schnell genug eine Arminenabwehrmauer bilden konnte. Außerdem zeigte Prag das Bestreben, einen von rechts oder links hereingegebenen Ball noch in das gegnerische Tor hineinzutragen. Schüsse aus einer Entfernung von mehr als elf Metern waren jedenfalls eine Seltenheit. Diese Spielweise mußte natürlich für das Publikum dem Prager Angriffsspiel den Reiz nehmen, denn das Publikum verlangt nun einmal vor dem Tor Schüsse aus allen Lagen und Entfernungen. Doch für die fehlenden Bomben entschädigten die Prager die Zuschauer durch herrliche Einzelleistungen. Ohne Uebertreibung kann man wohl behaupten, daß jeder einzelne Prager Spieler ein ausgesprochener Ballkünstler war, ein Artist auf dem Gebiete des Fußballspiels. Selbst im Feldspiel spendete das erstaunlich objektive Publikum immer wieder den Pragern Beifall, wenn ein Kabinettstückchen den gewünschten Erfolg gehabt hatte und der Arminenmann einfach von dem nach vorn stürmenden Gegner stehen gelassen wurde. Besonders hatten die beiden Außen die Sympathien der 3500 auf ihrer Seite, wenn sie die Außenlinie entlang vorwärts stürmten, einige Gegner souverän umspielten und mit elegantem Schrägschuß vor das Tor flankten. Das war Fußball in höchster Vollendung!— Gegen diesen Gegner nur 0:3 zu verlieren, ist wahrhaftig keine Schande und ein schönes Zeichen für das Spielniveau der westfälischen Gauklasse, die ja auch in ihrem Exponnenten Schalke 04 den Großdeutschen Meister besitzt und die ebenfalls in den anderen Mannschaften Vereine aufweist, die, wie es dieser Dienstag gezeigt hat, auch gegen die stärksten Gegner ehrenvoll zu kämpfen verstehen. hajo. Der Kampf um die Punkte Die Meisterschaftstermine der Gauliga— Schalke 04 am 17. September in MMünster Die Spieltermine der ersten Serie in der westfälischen Gauliga sind wie folgt angesetzt worden: 10. 9. Westfalia Herne— VfB Bielefeld(Scheidt, Haspe) Borussia Dortmund— Gelsenguß(Knäpper, Ergste) SpVgg Röhlingh.— Preußen Münster(Wieland, Resse) Arminia Marten— Schalke 04(P. Schmidt, Bochum) VfL Bochum 48— Arminia Bielefeld(Verführt, Gelsenkirchen) 17. 9. VfB Bielefeld— Arminia Bielefeld(Wittenius, Hattingen) Arminia Marten— Vf8 Bochum 48(Rosenkranz, Gelsenkirchen) Preußen Münster— Schalke 04(Vicariesmann, Dortmund) Gelsenguß— SpVgg. Röhlinghausen(Illian, Hattingen) Westfalia Herne— Borussia Dortmund(Hanisch, Gelsenkirchen) Borussia Dortmund— VfB Bielefeld(Kaplan, Hamm) SpVgg Röhlinghausen— Westfalia Herne(Nieland, Bocholt) FC Schalke 04— Gelsenguß(Oevermann, Recklinghausen) VfL Bochum 48— Preußen Münster(Limberg, Eichlingh.) Arminia. Bielefeld— Arminia Marten(Becker, Heeßen) VfB Bielefeld— Arminia Marten Preußen Münster— Arminia Bielefeld Gelsenguß— VfL Bochum 48 Westfalia Herne— FC. Schalke 04 Borussia Dortmund— SpVgg Röhlinghausen Spogg Röhlinghausen— VfB Bielefeld FC Schalke 04— Borussia Dortmund VfL. Bochum 48— Westfalia Herne Arminia Bielefeld— Gelsenguß Gelsenkirchen Arminia Marten— Preußen Münster VfB Bielefeld— Preußen Münster Gelsenguß— Arminia Marten Borussia Dortmund— VfL Bochum 48 SpVgg Röhlinghausen— FC Schalke 04 FC Schalke 04— VfB Bielefeld VfL Bochum 48— SpVgg Röhlinghausen Arminia Bielefeld— Borussia Dortmund Arminia Marten— Westfalia Herne Preußen Münster— Gelsenguß Gelsenkirchen VfB Bielefeld— Gelsenguß Gelsenkirchen Westfalia Herne— Preußen Münster Borussia Dortmund— Arminia Marten SpVgg Röhlinghausen— Arminia Bielefeld FC Schalke 04— VfL Bochum 48 VfL Bochum 48— VfB Bielefeld Arminia Bielefeld— FC Schalke 04 Arminia Bielefeld— SpVgg Röhlinghausen Preußen Münster— Borussia Dortmund Gelsenguß— Westfalia Herne Zum Fußball=Länderkampf Schweden— Deutschland Am 27. August findet in Stockholm das Fußball=Länderspiel Schweden— Deutschland statt. Man rechnet damit, daß 40 000 Zuschauer das Rasunda=Stadion bis zum letzten Platz füllen. Das Länderspiel wird als das bedeutendste des Jahres angesehen. Unser Bild zeigt Schwedens Fußballmannschaft für den Länderkampf gegen Deutschland in Stockholm. Stehend von links: Nyberg, Dahl, Martinsson, Andersson, Persson, Nisson. Erste Reihe von links: G. Bergström. A. Emanuelsson, S. Bergquist, H. Nilsson und K. E. Grahn. (Weltbild=Wagenborg=M.) 24. 9. 8. 10. 15. 10. 22. 10. 29. 10. 5. 11. 19. 11. Tannenberg sch, Hamm) Nieland, Seeßen) Erinnerungen eines Mitkämpfers Von Oberstleutnant z. V. Matthaei. n eld zuerlöschBerufsem Chef deutschen on eine (Schutzsich von pelierung sutzpolizei der bei digt wird. Degen, nenmesser r GläubigerDienstag ererregt. Der 94 Millionen 80 Millionen So a meldet, itens mit r See in n von der eur ihres borenen das Das Krokodil rfen Zähnen ls dieser mit berührte. In Reptils kram furchtbaren ind her, wähssers peitschte. die Tiefe, des isses auf wislag die Forit afrikader Hypüberer zu at— von inten und Hütte gechein von ang einen eintönige ielt dann, eitet war, einnahm. fen Schlaf. Traum beMenschen, und stellte wöhnliches em sie den Brief aus teunde und frikanischer ingt daran schwarzen hoden und Kulturwelt n nicht beDie kriegerischen Geschehnisse in Ostpreußen vom Tage der Mobilmachung bis zu dem gewaltigen Höhepunkt der Tannenberger Schlacht bilden ein in sich geschlossenes Ganzes, welches in gerader Linie und in nachträglich erstaunlicher Folgerichtigkeit zu dem größten und wohl auch am schwersten errungenen Siege deutscher Truppen in der Weltgeschichte führte. Persönliche Aufzeichnungen, Kriestagebücher und Feldzugsbriefe, die nun in diesen Tagen aus der Schublade geholt werden, geben in fast wundersamer Weise ein farbensattes, von der wachen Erinnerung neu belebtes Bild jener Wochen, in denen ein Feldherrnpaar im ersten Strahlenkranz des Ruhmes sichtbar wurde, in denen eine deutsche Provinz gerettet und befreit war und in denen eine wohl auf verlorenen Posten stehende, dem Gegner weit unterlegene deutsche Armee unter Einsatz des letzten Mannes die große Linie des Schlieffenschen Gesamtfeldzugsplanes im Osten aus eigenster Kraft innezuhalten wußte. Während des ganzen Juli 1914 lagen die Regimenter des 17. Armeekorps auf den Truppenübungsplätzen in West= und Ostpreußen. Bei einer Gefechtsübung dort fielen in den letzten Tagen des Monats plötzlich zwei scharfe Schüsse, die ein Mannaus Neugier und Uebermut in die Luft abgegeben hatte. Die Uebung wurde abgeblasen, alle Gewehre untersucht, der„Täter“ aber nicht festgestellt. Unvergeßlich blieb allen übrigen Angehörigen der Truppe jenes wohl geringfügige Ereignis, als dann nur wenige Tage später in den Grenzgefechten wirklich die ersten scharfen Schüsse knallten und niemand mehr das Sianal „Das Ganze Halt!“ gab. Das Zwitschern und Sausen und Singen der Infanteriegeschosse, die man auf dem Truppenübungsplatz Arys zum erstenmal vom markierten Feind her gehört hatte, wurden nun schnell die tägliche Gewohnheit des Soldaten. Vorzeitig ward die Uebungszeit abgebrochen und durch die reifenden, goldgelben Kornfelder fuhr das Regiment an einem strahlenden Hochsommertage in die Garnison zurück: der Zustand der„drohender Kriegsgefahr“ war ausgesprochen und schwüle Erwartung lagerte über dem Land, als schon die ersten Reservisten Abschied nahmen und zu ihren Regimentern einrückten. Am 12. August erhielt das Regiment die Feuertaufe auf russischem Boden südlich Soldau, ward dann nach Gumbinnen mit der Bahn gefahren, griff dort im Rahmen des 17. Armeekorps und der anderen Truppen der 8. Armee die Armee RenEin Bernsteinabzeichen für die Tannenberg=Fahrer Die Teilnehmer an der großen 25=Jahr=Feier im Reichsehrenmal Tannenberg werden dieses Bernsteinabzeichen als Anstecknadel tragen.(Scherl=M.) nenkampf an und wurde blutig abgewiesen. Am 21. August trat man den Rückzug an, der, wie es mit Schrecken durch die Truppe ging, bis hinter die Weichsel führen sollte. Es war nicht zu glauben, daß man das herrliche Land nun kampflos im Stich lassen und räumen sollte, und alle Schrecken eines bevorstehenden tartarischen Einfalles begleiteten jetzt schon die Truppe, als sie die leeren Dörfer, das umherjagende Vieh, die Räumung der Amtsstellen und die erbarmungswürdige Flucht der Bewohner mitansehen mußte, ohne helfen zu können. Sie hemmten vielfach die militärischen Bewegungen der Trunne die Straßen, so daß schließlich die Marschkolonnen vor den Bewohnern, ihrem Hab und Gut und Vieh gewaltsam den Vorrang sich schaffen mußten. Wohl trostlos und hoffnungsarm war die Stimmung, die der blutige Rückschlag von Gumbinnen nicht so herabgemindert hatte, wie gerade das Elend des Landes. Da lief am 22. August während einer Rast die Nachricht vom Wechsel im Oberkommando ein, die Namen Hindenburg und Ludendorff tauchten auf und schon am folgenden Tage bog das 17. Korps von der unerwünschten westlichen Marschrichtung ab. zog die Nachhut ein und marschierte wieder mit Vorhut nach Süden, einem neuen Feinde entgegen, im Rücken gegen Rennenkampf nur schwach durch Kavallerie gedeckt. aber gehohe in der Stimmung und bereit und willig, die Scharte von Gumbinnen auszuwetzen und, was auch kommen mochte, den Feind nun anders und kräftiger zu packen:„Tannenberg“ zeichnete sich am Horizont ab, als am gleichen Tage Hindenburg und Ludendorff in Marienburg eintrafen und bei Lahna und Orlau das 20. Korps den ersten Stoß der Armee Ssamssonow auffing und, befehlsmäßig zurückweichend, die Oeffnung des Kessels freimachte, in dem der russische Führer sich verfangen und mit seiner Armee untergehen sollte. In gewaltigen Märschen bei glühender Sonnenhitze und auf schlechtesten Landstraßen zogen am 24. und 25. August die Kolonnen der deutschen Korps und Reservedivisionen neben= und hintereinander nach Süden. Unbekannt blieb zwar das Ziel. ober der Marschtritt war beschwingt, weil auch der letzte Mann fühlen mochte, daß eine große und entscheidende Operation bevorstand, an der teilzuhaben das Korps nicht versäumen wollte. Kosakenpatrouillen tauchten da und dort lauschend und spähend auf, sie wurden verjagt und rastlos strebte die Truppe weiter, als sie am 26. August bei Lautern und Großbössau auf starken Feind stieß. Es war das russische 6. Korps, welches weit östlich Alleinstein nach Norden vorfühlte, um die Verbindung mit der in westlicher Richtung vormarschierend gedachten Armee Rennenkampf aufzunehmen und so die deutschen Operationen zu zertrümmern. Anders wie bei Gumbinnen setzte die Führung den deutschen Angriff diesmal an: unvergeßlich der Augenblick, als auf die ersten Meldungen über die Stärke und Stellung des Gegners in den frühen Vormittagsstunden der Kommandierende General des 17. Armeekorps, General der Kavallerie v. Mackensen, mit seinem Wagen fast bis zur Infanteriespitze vorfuhr. in persönlichem Augenschein die Lage erkundete und dann den Befehl zum Angriff gab. Erst sollte die Artillerie den Gegner zusammenschlagen, und dann erst die Infanterie das Ihre tun, — so schnell hatte man von Gumbinnen her die erste Kriegserfahrung ausgewertet und zum Nutzen der Truppe verwandt. In weitem Raume entfaltete sich die Infanterie, trug den Angriff bis auf mittlere Entfernungen vor, und dann erhielt die Artillerie die Aufgabe der Bekämpfung. Einen harten Tag lang rang das Korps neben anderen Truppen und Reserveverbänden mit den Russen, und als am Abend die Infanterie sich erhob und in schnellem Lauf die letzten paar hundert Meter den Verghang hinabstürmte und den Feind aus dem Walde heraustrieb, war der Sieg errungen. Sofort trat man zur Verfolgung an, und in tiefster Nacht marschierten die Korps durch dunkle Wälder dicht aufgeschlossen und drückten den Gegner nach Süden zurück, dessen Marschstraße an umgestürzten Fahrzeugen und Geschützen, an toten Pferden und fortgeworfenen Waffen alle Zeichen eines überstürzten Rückzuges führte. Als der 27. August heraufdämmerte, war das russische 6. Korps verschwunden; es ging hinein in den Kessel, dessen Nordostrand nun das 17. Korps abschloß, um keinen mehr durchzulassen. Nachzügler und Versprengte. Verwundete und Beute fielen den nachstoßenden Truppen in die Hand, als sie am 27. und 28. August über Bischofsburg weiter nach Süden drückten und sich dem Innern des Kessels näherten. Es war der Tag, an dem die Krise der Schlacht auf der westlichen Seite sich fühlbar machte, als der verzweifelte Vorstoß Ssamssonows in Richtung auf Allenstein deutlich wurde und die einschließenden deutschen Korps, hin= und hergeworfen, bald da bald dort aushelfen mußten. Zahlreiche Abteilungen von Bataillonsstärke und mehr und weniger wurden entsandt, um Löcher zuzustopfen, Marschkreuzungen mit anderen Korps haben unerwünschten Aufenthalt, jeder ahnte, daß eine gewaltige Entscheidung bevorstand. Generalstabsoffiziere jagten in eiligen Kraftwagen an der marschierenden Truppe vorbei und erteilten Anweisungen zur beschleunigten Verfolgung in südöstlicher Richtung. Eine Fuhrparkkolonne wurde entleert, die Truppe legte die Tornister ab, bestieg die Fahrzeuge und eilends ging es in der befohlenen Richtung fort, um den Kessel zu schließen. Ueber Mensguth und Passenheim auf Jedwabno und Ortelsburg, ja bis Willenberg hinauf jagten und eilten kleinere und größere Truppenteile aller Waffen, während auf der West= und Südseite des Kessels bei Neidenburg und Usdau, bei Mühlen und Hohenstein die anderen Korps der Armee in erbittertem Angriff nach Osten vorwärtsdrangen. Wieder kam eine Nacht in Alarmbereitschaft lag das Regiment nun mit der Front nach Westen vor Sumpf und Wald und Wiese als östliche Sperrkette im großen Schlachtplan Hindenburgs und Ludendorffs. Ueberall regte es sich im großen star? durchschnittenen Gelände, hier wurden Dutzende, dort Hunderte von Russen sichtbar, die bei jähem Erkennen der deutschen Helme wieder im Walde verschwanden, um anderswo wieder aufzutauchen. Sie schossen, sie griffen an, sie liefen über, sie ergaben sich, ziel= und planlos hin= und hergejagt und halb irre vor Erschöpfung und Verzweiflung. Uns unvergeßlich blieb allen der Anblick jener grauen Kolonne von einigen hundert Mann, die, ohne Waffen, die Offiziere voran, mit hocherhobenen Händen und winkend auf die deutschen Linien zukamen und dann im schnellen Lauf uns fast überrannte: waren es doch deutsche Infanteristen, die in dem schweren Nachtgefecht von Waplitz zwei Tage vorher von den Russen gefangen und nun in dem Wirrwarr des Kessels sich selbst freigemacht hatten und strahlend vor Freude und doch mit allen Anzeichen überstandenen Schreckens wieder ihre eigenen Kameraden sahen. Noch einmal kam eine drohende Gefahr aus dem Rücken von Ortelsburg her als der Gegner dort den letzten Versuch zur Entlastung machte. Atemlos strebten dort kleine deutsche teilungen zu Wagen und zu Fuß dorthin, zwangen den Gegner in härtestem Kampf zurück, jagten ihn über die Grenze, und als der 30. August herabsank, kam von oben der Befehl zum Stillstand und zum Biwak. In ungezählten langen Kolonnen, die Generale auf Fahrzeugen und die Offiziere zu Fuß voran, marschierten Zehntausende und Aberzehntausende Gefangene russischer Soldaten bei Davidsdorf an uns vorbei und nach Norden ab. Ergriffen und durchschauert von der ungewöhnlichen, jetzt. erst deutlich sichtbaren Größe des Sieges sah der deutsche Soldat die Wirkung seiner Leistung und die harte Entscheidung eines Schicksals, welches die russische Narew=Armee vernichtet und ihren tapferen Führer, den General Ssamssonow, in den Freitod getrieben hatte. Eine der größten Schlachten der Weltgeschichte war siegreich beendet. Aus den zahlreichen erbeuteten Kriegskassen ließ der Armeeführer Beutegeld an alle seine Soldaten verteilen und nirgendwo wurde in Befehlen und Ansprachen mit der Anerkennung einer Leistung gespart, an der die Oberste Führung der 8. Armee den größten, die Truppe aber mit ihrem Einsatz den entscheidenden Anteil hatte. Der Tannenberg=Kämpfer sah mit bescheidenem Stolz auf eine Waffentat zurück, die ihresgleichen suchte. Nach zweitägiger Rast und Aufräumung des Schlachtfeldes zog die 8. Armee hinauf nach Norden, um die Armee Rennenkampf neun Tage später bei Lötzen an den masurischen Seeen zu schlagen, über die Grenze des Landes zu werfen und das ostpreußische Land von dem letzten Feinde zu befreien. Grandschaden- Landschaden! Wenn die Ernte eingebracht isl... Von Staatsanwalt Dr. jur. W. Becker Der Vierjahresplan will dem deutschen Volke die wirtschaftliche Unabhängigkeit sichern. Daher ist die Zusammenfassung aller Kräfte im Kampfe um eine gesteigerte Produktion notwendig. Daneben gilt es, allen Schaden, der dem Volke erwachsen kann, zu verhüten. Ein großer Teil wertvollen Volksvermögens wurde alljährlich durch Feuer vernichtet. Besonders in den Zeiten, in denen die Ernte eingebracht war und die Marktlage für landwirtschaftliche Erzeugnisse sich ungünstig gestaltete, konnte man früher täglich von Bränden oder Brandstiftungen lesen. Man hat geschätzt, daß die jährlich vernichteten Erntevorräte für die volle Ernährung von 200 000 Menschen ausgereicht hätte. Der nationalsözialistische Staat hat den Kampf gegen Not und Verelendung erfolgreich aufgenommen. Er läßt es auch nicht zu, daß weiterhin unersetzliches Volksgut in Flammen aufgeht. Im Kampf gegen Brand und Feuet gilt es aber auch, die Ursachen der Brände zu erforschen und festzustellen, damit den Brandgefahren und dem Verlust an Volksvermögen vorgebeugt wird. Zu den mühseligsten, aber auch interessantesten Aufgaben der modernen Kriminalistik gehört die Aufklärung der Brände. In den meisten Fällen gelingt es, die gewissenlosen Brandstifter zu überführen und der verdienten Strafe zuzuführen, obwohl die Brandstifter häufig mit raffiniertesten Kniffen arbeiten und die Spuren ihrer Tätigket durch den Brand oft vollständig vernichtet werden. Selbstverständlich sind nicht alle Brände auf vorsätzliche Brandstiftung zurückzuführen. Es gibt auch zahlreiche natürliche Brandursachen: Blitzschlag, Funkenflug aus Essen und Schornsteinen. Seltener kommen schon die oft von Brandstiftern vorgeschützten„Selbstentzündungen“ vor. Voraussetzung Berlins unheimlichster Gast wütete die Cholera- Die Särge reichten nicht Berlin, 16. Aug. Der Sommer 1939 birgt für die Reichshauptstadt eine recht traurige Erinnerung. Vor 90 Jahren ging ein unheimlicher Gast in den Straßen um und jagte der Bevölkerung geradezu panischen Schrecken ein. Es war die Cholera, die in den ersten Junitagen des Jahres 1849 wahrscheinlich aus dem Östen in Berlin eingeschleppt worden war und Mitte des Monats die ersten Todesopfer forderte. Zuerst glaubte man, daß es sich nur um Einzlfälle handlte, aber nach wenigen Wochen schon hatte sich die Krankheit derart ausgebreitet, daß gar nicht sd viel Särge herbeigeschafft werden konnten, als an einem Tage gebraucht wurden. Hunderte von Menschen raffte die Seuche, als sie im Juli ihren Höhepunkt erreicht hatte, täglich dahin, lähmendes Entsetzen hatte die Menschen ergriffen, die aus Furcht vor Ansteckung es kaum wagten, die Kranken zu pflegen und die Toten zu bestatten. Berlin wies damals eine Einwohnerzahl von 424 000 auf, von der innerhalb weniger Stunden 3553 Menschen hingerafft wurden. Besonders groß war die Sterblichkeit unter den Frauen und Mädchen, die fast das Doppele als jene der Männer betrug. Das mag damit zusammenhängen, daß der weibliche Teil der Bevölkerung sich durch die häufige Berührung mit den Kranken, durch die Reinigung der Wäsche und dergleichen sich gegen eine Ansteckung viel weniger schützen konnten als die Männer. Da der Erreger der Krankheit, der sogenannte Kommabazillus, exst 1883 von Robert Koch entdeckt werden konnte, gab es damals noch keine wirksamen Mittel gegen die Seuche, deren rasche Ausbreitung durch die schlechten sanitären und hygienischen Verhältnisse in der Reichshauptstadt und das enge Zusammenwohnen 1 der Menschen sehr begünstigt wurde. Die Rinnsteine, die das schmutzige Wasser sammelten und in die Spree leiteten, wurden zum Sammelpunkt von Bakterien. Damals hatte man aber die Gefahren, die dieses Uebel heraufbeschwor nicht erkannt, und es mußte erst ein Pettenkofer kommen, mit seinem bewußt energischen Kampf gegen die Verunreinigung des Trinkwassers= und des Bodens als Hauptübertragungsherde für Seuchen, um hier grundlegende Abhilfe zu schaffen. Erst als Berlin in. Jahre 1866 eine neue Choleraepidemie über sich ergehen lassen mußte, die diesmal mehr als 6000 Todesopfer forderte, ging man an die Schaffung einer Kanalisation und die Einrichtung einer Stadtentwässerung, so daß 1887 die Rinnsteine verschwanden und dadurch die Stadt endlich in einen einigermaßen sauberen Zustand versetzt werden konnte. Die Cholera ist seit alter Zeit in Östindien heimisch, vor allem am Ufergebiet des Ganges und in Niederbengalen. Erst im Jahre 1831 begann sie sich in großen Epidemien auf der ganzen Erde auszubreiten, nur Australien wurde eigentümlicherweise bis heute von dieser Geißel verschont. In Deutschland trat sie zuletzt 1892, und zwar in Hamburg, auf, seitdem blieben wir von ihr verschont und werden auch in Zukunft verschont bleiben, da bei dem Stand der heutigen /Hygiene, den sanitären Einrichtungen in den Städten und den stkengen behördlichen Vorbeugungsmaßnahmen dieser asiatischen Krankheit der Boden genommen, Vor allem schuldet die Welt den großen deutschen Aerzten Koch und Pettenkofer Dank, die durch Entdeckung des Bazillus und der Uebertragungsherde dieser mordenden Seuche die stärkste Waffe genommen haben. für eine Selbstentzündung ist, daß größere Mengen Heu oder Feldfrucht in feuchtem Zustande ohne Luftzutritt lagern; außerdem findet eine Selbstentzündung regelmäßig erst etwa zehn Wochen nach der Einlagerung statt. Mit Hilfe der ihm zu Gebote stehenden technischen Mittel kann der Kriminalist regelmäßig feststellen, ob eine Selbstentzündung stattgefunden hat. Außerdem kommt es vor, daß durch Blasen im Glas der Dachfenster ein Brand zum Ausbruch kommt. Bekannt sind auch die Katzen als Brandstifterinnen, wenn in der Nähe des Ofens oder Herdfeuers ihr Fell durch einen Funken zu glimmen anfängt, so daß sie vor Schmerzen in die Scheune laufen, um sich dort im Heu oder Stroh zu wälzen. Auch auf Kurzschluß in der elektrischen Leitung infolge mangelhafter oder fehlender Sicherungen sind zahlreiche Brände zurückzuführen. Unlängst ereignete sich der Fall, daß die Ursache eines Brandes in der Dreschmaschine gefunden wurde. Zwischen Kollektor und Schleifring des Elektromotors hatten sich Funken gebildet, die das kleingeschnittene Stroh zur Entzündung brachten. Es ergab sich aus diesem Fall die Notwendigkeit, die Aufstellung offener, nicht verkapselter Elektromotoren in Scheunen polizeilich zu verbieten. Auch ungelöschter Düngekalk kann bei unsachgemäßer Aufbewahrung Brandgefahr bringen. Die Kenntnis von den Brandursachen bildet die Möglichkeit, diese Ursachen auszuschalten. Jeder ist verpflichtet, seine Gebäude, Lichtleitungen, Dachfenster usw. so instand zu halten, daß jeder Gefahr vorgebeugt ist. Wer Heu im feuchten Zustande lagert, ohne daß Luft hinzutreten kann, handelt schon fahrlässig. Wer es an der nötigen Aufmerksamkeit fehlen läßt, versündigt sich am deutschen Völke. Wohl viel häufiger als die auf natürliche Ursachen zurückzuführenden Brände sind die Brände durch Menschenhand. Wie oft kommt es vor, daß die heimlich gerauchte Zigarette einen verheerenden Brand zur Folge hat! Oder nachlässige Eltern lassen ihre Kinder ohne Aufsicht, so daß sie mit Streichhölzern spielen. Neben den Bränden aus grobem, unverzeilichem Leichtsinn wird häufig von verbrecherischer Hand vorsätzlich Brand gestiftet. Der Beweggrund braucht nicht immer in wirtschaftlicher Bedrängnis mit dem Ziele des Versicherungsbetruges. in Habsucht. Bosheit und Rachgier zu liegen; es kommen auch Fälle vor. in denen krankhafte Neigungen zur Brandstiftung getrieben haben. Man kennt eine„Pyromanie“ und hat selbst Brandstiftungen aus seruellen Motiven feststellen müssen. Dem Brändstifter sei gesaat, daß es moderner Kriminalistik stets gelingen wird, die Ursachen des Brandes festzustellen und unsere heutige Rechtsprechung mit dem Brandstifter kurzen Prozeß macht. Bekannt ist, daß die unmittelbaren Brandlegungen ganz selten vorkommen, viel häufiger wendet der Brandstifter eine„Zeitzündung“ mit Hilfe von Kerzen an. Häufig gelingt es dem chemischen Sachverständigen, noch Reste von Paraffin am Brandherde zu entdecken, ebenso wie er aus Ruß und Asche regelmäßig die Verwendung von Petroleum, Benzin oder Benzol sogar noch nach Wochen feststellen kann. Ein erfahrener Sachverständiger schließt oft aus der Art der Verrußung. daß mit Petroleum oder Schwerbenzin gearbeitet wurde. Brandstifter nflegen meist ihr„Alibi“ nachzuweisen, werden dann aber doch durch eigene Unvorsichtigkeit überführt. Bei Brandstiftungen hot der Polizef= und Kriminalbeamte eine schwere Aufgabe im Dienste der Volksgesamtheit zu erfüllen. Alle rechtlich denkenden Volksgenossen sollten ihm dabei Hilfe leisten. Denn während bei den Eigentumsvergehen, bei Diebstahl oder Betrug. Vermögenswerte nur verschoben werden. gehen bei Brandstiftungen große volkswirtschaftliche Werte unwiederbringlich verloren. Da die Allgemeinheit den Schaden trägt, rechnet unser geltendes Strafgesetzbuch die Brandstiftung zu den„gemeingefährlichen Verbrechen“. Auch das kommende Strafrecht wird die Brandstiftungen als besonders schwere Angriffe gegen das Volksgut unter härteste Strafen stellen, Gleichgültigkeit und Milde sind fehl am Platze, wenn es um die Erhaltung und Sicherung der wirtschaftlichen Grundlagen eines Volkes geht. Aus der Kreisstadt. Höxter, Donnerstag, den 17. August 1939. Jahresversammlung des Landesfremdenverkehrsverbandes Niedersachsen=Weserbergland. Die ursprünglich für Anfang Juni vorgesehene Jahresmitgliederversammlung des Landesfremdenverkehrsverbandes Niedersachsen=Weserbergland findet nunmehr am 29. und 30. August im Kurhaus des Bades Bentheim statt. Staatssekretär Hermann Esser hat sein Erscheinen zugesagt und wird im Rahmen der Tagung auf einer öffentlichen Kundgebung im Kurhaus zu den Tagungsteilnehmern und der Grafschafter Bevölkerung sprechen. Anschließend wird der Leiter der Fachgruppe des Gaststättenund Beherbergungsgewerbes Fritz Gabler=Hildesheim das Wort ergreifen. Die Tagung nimmt ihren Auftakt am 29. August mit einer Burgbesichtigung und anschließender Kaffeetafel im Schloßhotel. Um 17 Uhr beginnt im Kurhaus die JahresMitgliederversammlung, die mit einer Ansprache des Verbandsleiters, Landeshauptmann Dr. Geßner=Hannover, eingeleitet wird. Nach der Erstattung der Geschäfts= und Kassenberichte durch den Geschäftsführer Verbandsdirektor Fischer und den Verbandsschatzmeister Freise werden noch zwei Fachreferate von Direktor Dr. Ronnefeld und Hauptschriftleiter Jurinek vom Reichsfremdenverkehrsverband gehalten. Am Abend findet ein geselliges Beisammensein statt, bei dem Rektor Specht einen heimatkundlichen Vortrag über die Grafschaft Bentheim halten wird. Der Mittwoch bringt vormittags die große öffentliche Kundgebung und als Abschluß den Besuch einer Nibelungen=Aufführung auf der Bentheimer Freilichtbühne. * (§ Es leuchten die Gärten. Nun sind die Gärten übervoll von farbiger, prangender Pracht. In allen Tönen leuchten die Blumensterne der Dahlien und Georginen jetzt. Die Sonne taucht diese Wundergeschöpfe der Natur in ihren Schein und da prunken sie nun in all ihrer Herrlichkeit. Wie oft hält der Wanderer, der an solch leuchtenden Gärten vorbeigeht, seinen Schritt an und läßt das Auge trinken von soviel Schönheit und Daseinswonne, Ein Glanz von diesen prächtigen Gärten stiehlt sich in sein Herz hinein und es ist ihm, als könne der Tag, der ihn so mit Blumen begrüßt, bestimmt nur Freude bringen! Aber einen anderen Gedanken rufen diese leuchtenden Gärten mit ihren köstlichen Blumen auch in uns wach. Wissen wir doch, daß es des Sommers letzte Kinder sind, die da wie zum kommenden Abschied wunderbare Farben in unsere Tage hineinweben. Leise Wehmut möchte über uns kommen, aber zu köstlich lachen uns die Blumen an, alle trüben Stimmungen verscheuchend, denn sie wollen uns daran erinnern, noch die schönen Tage zu genießen, die uns die Sommerzeit schenkt. (F Aehrenlese. Die Mädel und Jungen aller Klassen der beiden Volksschulen treffen sich am Donnerstag, den 17. August, 14 Uhr auf den Schulplätzen zur Aehrenlese. Es darf kein Junge und kein Mädel fehlen! (* Wer wird von der ASKOV. betreut? Alle ehemaligen Angehörigen der Legion Condor und sonstige Spanienkämpfer und deren Hinterbliebenen; ferner Angehörige der Wehrmacht, die bei der Befreiung der Sudetendeutschen Gebiete eingesetzt waren, und ihre Hinterbliebenen, werden jetzt ausnahmslos durch die ASK9V vertreten. Das Gleiche gilt für die ehemaligen Angehörigen des sudetendeutschen Freikorps und deren Hinterbliebenen. Weiter vertritt die NSKOV alle Ansprüche aus dem Wehrmachtsfürsorge= und Versorgungsgesetz(WFVG.) und damit jetzt alle Soldaten der alten und neuen Wehrmacht, wenn Fürsorge oder Versorgung gewährt werden soll; ebenso für die Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes. Nähere Auskunft hierüber erteilen alle Dienststellen der NSKOV im Gau Westfalen=Nord. (F Dorfverschönerung auf neuer Grundlage. Wie in der„Nationalsozialistischen Gemeinde“ mitgeteilt wird, soll die Dorfverschönerung auf neue Grundlagen gestellt werden. Ohne Beeinträchtigung der hervorragenden erzieherischen Arbeit der ASG.„Kraft durch Freude“ soll das Hauptamt für Kommunalpolitik führend in die Aufgabe eingeschaltet werden. Die nötige Rücksicht auf die örtlichen Besonderheiten historischer und anderer Art kann nur vom Bürgermeister erwartet werden. Es soll ein beratendes Gremium aus bedeutenden Männern unseres Kulturlebens, namhaften Künstlern usw. eingesetzt werden, die auf dem Gebiet der Dorfverschönerung tätig sein werden. Der Geschichte der gemeindlichen Kulturpflege wird damit ein neues Blatt hinzugefügt. Es wird erwartet, daß die Arbeit rasch über den eigentlichen Rahmen der Dorfverschönerung hinauswachsen und geradezu ein Element der Bekämpfung der Landflucht werden wird. Es gilt, das Lebensgefühl auf dem Lande zu steigern, den Heimatstolz in den Dörfern zu heben und der Landbevölkerung jedes Gefühl der Rückständigkeit oder Benachteiligung der Stadt gegenüber zu nehmen. (F. Verkauf und Vermittlung von Pflanzkartoffeln. Mit Wirkung vom 7. August ab darf auf Grund einer Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft der Verkauf oder die Vermittlung von Pflanzkartoffeln durch Verteiler oder Züchter an Anbauer nur auf Grund eines von einem Kartoffelwirtschaftsverband auf den Namen des Antragstellers ausgestellten Berechtigungsausweises zusammen mit einem Sichtvermerk=Sammelbuch ausgeübt werden. Diese Ausweise müssen ständig mitgeführt werden und haben nur Gultigkeit, wenn sie mit dem Stempel der Kreisbauernschaft versehen sind, in deren Gebiet die Verkaufstätigkeit ausgeübt werden soll. Verstöße werden bestraft. (F Wasserstand der Weser. Die Weser zeigte gestern mittag 12 Uhr am hiesigen Pegel einen Wasserstand von 2.25 Meter. Aus den Nachbargebieten. (* Derental, 15. Aug. Am Montag wurde die erste Fahrt auf der neuen, verlängerten Strecke Derental— Meinbrexen und Eulenkrug der Kraftpostlinie Höxter—Derental—Meinbrexen eröffnet. Damit ist der schon langjährige Wunsch der Einwohner erfüllt worden. In den frühen Morgenstunden erreichten unseren Ort zwei Autobusse, welche mit vielen Blumen und frischem Grün geschmückt waren, um auch die Berufskameradinnen und=kameraden an dieser Eröffnungsfahrt teilnehmen zu lassen. Die Begrüßung in unserem Orte war sehr herzlich. Zellenleiter Lindenberg überbrachte im Namen der Partei und für den verhinderten Bürgermeister für die Gemeinde die besten Wünsche für die folgenden Fahrten: Auch die gesamte Schuljugend hatte sich mit ihrem Lehrer zu der Begrüßung eingefunden. Der Leiter des Postamtes Höxter nahm auch an dieser ersten Fahrt teil. Das große Interesse der Bevölkerung wurde dadurch bezeugt, daß sich die noch im Ort anwesenden Einwohner vor ihren Häusern eingefunden hatten. (* Schwalenberg, 15. Aug. Auf Einladung der Kreisamtsleitung der NSV in Detmold besuchten eine größere Anzahl Jungschwestern aus Detmold und Lemgo das Müttererholungsheim auf der Burg Schwalenberg. Kreisamtsleiter Möller war ebenfalls erschienen und begrüßte besonders auch die hier zur Zeit weilenden Mütter und die zur Besichtigung anwesenden Jungschwestern. Im besonderen ging er dann auch noch auf die großen sozialen Aufgaben der NS=Volkswohlfahrt ein. Ernte=Einsatz im Paderborner Land. Im Bereich des Arbeitsamtes Paderborn, zu dem die Kreise Paderborn, Warburg, Büren und Höxter gehören, konnten den Bauern 500 Männer aus dem Reichsarbeitsdienst als ständige. Hilfskräfte, 300 Schüler aus dem Industriegebiet als Helfer zugewiesen und weitere 150 Helfer auf Grund von freiwilligen Meldungen bereitgestellt werden. Bücherbesprechungen. „Westermanns Monatshefte— August=Folge. Noch ist Urlaubs= und Reisezeit. Die Gedanken suchen die Ferne, noch sind alle Pläne nicht zu Ende.— So mag ein Beitrag über„Schienen und Bahnen““ uns mancherlei zu sagen haben, schildert er doch den totalen Reiseweg, d. h. alle Beförderungsmittel, die die Reichsbahn dem Reiselustigen zur Verfügung stellt. Wer weiß z. B., daß zu ihr auch die Bodenseeschiffe gehören, die großen Dampferfähren der Ostsee, auf den Autostraßen die bequemen Autobuslinien, und heute sogar wieder die— Postkutsche.— Unter dem Gesichtspunkt des Reisens folgt ein Beitrag, von dem„Unbekannten Ostpreußen“.— Im Volkskundlichen wurzelt die Arbeit„Sippenzeichen und Sippenglaube“, die uns die Bedeutung der Sippe bei unseren Vorfahren widerspiegelt.— Ein Beitrag von Heinrich Guthmann„Die Entwicklung des Bildungsgedankens“ verzeichnet die großen Stufen deutschen Bildungsstrebens, vom Volkstum her gesehen.— Einen Sprung in die Technik tun wir mit dem Beitrag„Wertzeugmaschinen“ von Dr. Gartenhof, zu dem der Maler Carl Großberg seine ausgezeichneten, im Technischen wurzelnden farbigen Bilddarstellungen gibt.— Zum künstlerischen Schaffen unsrer Zeit bringt das Heft eine Würdigung Anton Grauels, dessen bildhauerisches Werk sehr zukunf erheißend ist und mit Recht gefördert wird. Auch hierzu werden einige seiner Plastiken in guter Wiedergabe gezeigt.— Zum 20. Todestag des großen Forschers Ernst Haeckel zeichnet ein Neffe von ihm, Dr. Konrad Huschke, das menschliche Bild dieses in der Wissenschaft wie in der Kunst gleich einmaligen Mannes.— Als neuem Roman begegnet man dem jüngsten Werk des Deutsch=Schweizers Karl Friedrich Kurz, der am Söndfjord in Norwegen lebt. Man kennt ihn vornehmlich durch das preisgekrönte Buch„Tyra, die Märcheninsel“.— Von dem übrigen erzählenden Teil ist der Schluß von Karl Emil Uphoffs volksechter Erzählung„Die Reise nach Amerika“ besonders zu nennen. DURCH VERLAGEOSKAR MEISTER, WERDAU 18)(Nachdruck verboten) „Das ist Pech," sagte sie endlich verdrießlich,„irgend jemand ist uns zuvorgekommen." Fedor Barinkoff knüllte die Zeitung zusammen und warf sie auf den Boden. „Verdammt!" schrie er,„das macht uns einen Strich durch die Rechnung. Dabei ließ sich alles so gut an. Wir bekommen die Nachricht, daß Dr. Mahnke und Valentin ihre neue Erfindung fertig haben und nach Larstedt geyen, um das Flugzeug zu starten. Der Zufall fügt es, daß ich an der Riviera eine Dame aus eben diesem Ort kennenlerne, der ich dort, weniger um ihrer Jugend und Schönheit, als um ihrer fabelhaften Brillanten willen den Hof mache. Mir gelingt es, im Busen der umfangreichen Rosalie das Feuer heißer Liebe zu entfachen. Sie lädt mich dringend ein, sie in Larstedt zu besuchen, wodurch ich einen wunderschönen Grund bekomme, hier die Rolle eines ältlichen, aber unverdächtigen Liebhabers zu spielen. Dazu kommt, daß Natascha den Flieger von früher her kennt. Wir beschließen, daß sie mich als meine Tochter begleiten soll. Der liebe Tarras mimt den hochfürstlichen Diener, alles läßt sich prächtig an, und ich sehe bereits Valentins kostbare Pläne in meiner Tasche. Nun kommt dieser Zwischenfall." „Na, wenn schon, dann reisen wir eben ab," sagte Natascha gelassen. „Nicht ohne Rosalies Glitzersteinchen," meinte der Fürst.„Ein Andenken an die Larstedter Reise muß ich haben. Stellt euch mal vor: Ich werde zufrieden, und Rosalie— erleichtert sein... Gab's jemals vollkommenere Harmonis be#nem Paar wie uns. Ha, häl" Tarras schlug mit der Faust auf den Tisch. „Wir bleiben," entschied er.„Hört mal zu. Ich kam doch als euer Diener schon gestern hier an, brachte die Koffer aufs Schlößchen und trieb mich dann unten im Orte umher. Bei Einbruch der Dunkelheit spazierte ich auf der Landstraße, die zum Fliegerhause führt. Natürlich war ich vorsichtig und ließ mich vor niemand blicken. So gelang es mir, eine interessante Feststellung zu machen.“ „Schau mal an," meinte Natascha interessiert,„und wie sieht diese Feststellüng aus „Der veverfall auf Dr. Maynte ist nichts weiter wie eine Mache, mit der man den Leuten Sand in die Augen streuen will," stellte Tarras fest.„Dadurch sich Valentin und sein Freund vor unerwünschten Liebhabern ihrer Pläne schützen und sie sich gegenseitig auf den Hals hetzen, um selber Ruhe zu haben." Barinkoff pfiff vielsagend durch die Zähne. „Donnerwetter, gar keine dumme Idee," lachte er „dann haben wir ja wieder Aussichten.“ Tarras gebot mit einer herrischen Gebärde Schweigen „Ich habe mir die ganze Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen," sagte er.„Valentins Flugzeug wird in den nächsten Tagen hier eintreffen, davon spricht ia bereits das ganze Nest. Dann wird er mit Doktor Mahnke hier auf irgendeinem Gelände seinen Fernlenk=Apparat aufbauen. Nach einigen Versuchen wird das Flugzeug der Oeffentlichkeit vorgeführt werden. Ich habe mir nun etwas ausgedacht. Hört gut zu." Die drei steckten die Köpfe zusammen. Um dieselbe Zeit, da im Schlößchen drei Gauner über ihren Plänen brüteten, saß Herr Kriminalinspektor Temme beim Abendessen. Es gab Rührei mit Schinken und knusprig braunen Bratkartoffeln, eine von August Temme sehr geschätzte Speise, für die er sonst immer Lobsprüche hatte. Aber heute verzehrte er sein Leibgericht stumm und war mit seinen Gedanken offensichtlich ganz wo anders. Erst als Hieronymus mit lautem Knall eine Bierflasche entkorkte, hob er die Augen. „Wo steckt denn die Maxie?" fragte er. Auf diese Frage schien Hieronymus nur gewartet zu haben, denn er legte sofort los: „Fräulein Maxie hat ihr bißchen Futter in der Küche verschlungen. Noch dazu im Stehen. Dann hat sie gesagt, ich solle dem Herrn Inspektor einen schönen Gruß bestellen, und sie ginge spazieren... hm, hm..." „So, so. Ng, ist ja auch'n wunderschöner Abend.“ „... natürlich mit dem Flieger, Herrn Schulze,“ vollendete Hieronymus nachdrücklich. „Das ist'n netter Junge," sagte Herr Temme. Hieronymus bumste die leere Bierflasche auf den Tisch. „Und was soll aus dem„Rumgezerre" der beiden werden, wollte ich den Herrn Inspektor mal fragen? Mit allem Respekt natürlich.“ „Herrje, was bei jungen Leuten immer daraus wird, Alter. Eine Verlobung und Heirat natürlich.“ „Aber der Junge hat doch nischt wie seinen großen Mund und seine Keckheit!“ „Und die Maxie besitzt ebensoviel und ebensowenig. Sie ergänzen sich also ausgezeichnet." Hieronymus machte ein ärgerliches Gesicht. „Unsere Maxie ist'n Bild von'nem Mädel, Herr Inspektor. Die kann noch'nen ganz anderen kriegen, wie so'n Habenichts von Fliegerküken.“ Inspektor Temme lachte. „Alter, du redest wie eine Mama, die für ihre Einzige nen Gatten mit Lebensstellung und Pensionsberechtigung sucht! Der kleine Schulze ist ein anständiger Kerl, und im Grunde kannst du ihn ganz gut leiden.“ „Na ja, er ist nicht ohne." „Na also. Laß die beiden Krabben in Ruhe. Die passen sehr aut zusammen." „Herrje, wenn sie sich sehen, zanken sie, daß die Federn Film=Ecke. Gausilmstelle Westfalen=Nord. Film„Indisches Grabmal“ am 17. August in Nieheim „ 18.„„ Ottbergen Hauptschriftleiter: Emil Reuber=Lippstadt; Stellvertreter: Otto Birkle=Büren. Verantwortlich für Politik, Kultur, Allgemeines, Beilagen: Emil Reuber; für Sport und Provinz: Hans Joachim Koziolek=Lippstadt; für Bilder die Ressortschriftleiter; für den lokalen Teil: Joseph Cors; für den Anzeigen=Teil Eduard Cors, beide in Höxter.— Verlag: F. J. Cors, Buchdruckerei, Höxter. D.=A. VII/39 1891. Druck: WZV.(Laumanns), Lippstadt. Zurzeit ist Preisliste Nr. 6 gültig. amtlichen Bekanntmachungen. Das Sammeln von Fallobst unter den städtischen Obstbäumen wird mit sofortiger Wirkung auf die Zeit von 7—9 Uhr vormittags und 5—7 Uhr nachmittags beschränkt. Die Erlaubnisscheine verlieren insoweit ihre Gültigkeit. Besondere Umstände haben mich veranlaßt, eine strenge Kontrolle einzusetzen. Höxter, den 16. August 1939.