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Unterhaltungsbeilage/ Märkisch=Sauerland/ Das Blatt des Bauern/ Für unsere Frauen/ Wirtschaftsblatt/ Technische Rundschau/ Turnen, Spiel, Sport Wehrdienst— Wehrwille/ Zeitung für kleine Leute/ Heimatliebe—Heimatschutz/ Schachecke Blatt. Fernruf: Schristleitung Nr. 2591 Nr. 100 Samstaa. 30. April/Sonntag 1. Mai 1938 84. Jahrgang Nationalfeiertag Gemeinschaft und Leistung im Dienst am Volk. Der Nationalfeiertag des deutschen Volkes, der 1. Mai, ist der Tag der Ehre der Arbeit und der Verbundenheit aller Schaffenden. Die Feinde des nationalsozialistischen Deutschlands haben uns vorgeworfen, wir hätten ihnen die Maifeier gestohlen und aus ihr das Gegenteil dessen gemacht, was sie ursprünglich bedeutet habe. Wir gehen an diesen Vorwürfen achselzuckend vorüber. Richtig ist daran nur, daß wir allerdings den Feind auf seinem eigenen Boden geschlagen haben. So mußte der Tag der Verhetzung zu einem Tagder Versöhnung aller arbeitenden Volksgenossen, und der Protest gegen den„Fluch der Arbeit", wie er dem Marxismus wesenseigentümlich ist, zur Anerkennung des Segens der Arbeit, wie der Nationalsozialismus ihn empfindet, werden. Wenn schon von einem Recht auf diesen Feiertag gesprochen werden soll, so hat die alte deutsche Frühlingsfeier zu Beginn des Wonnemonats unendlich viel ältere Rechte als der Marxismus, der diesen klassenkämpferischen„Feiertag“ vor einem halben Jahrhundert zur Aufrüttelung der Massen und zur Ein schüchterung der Bürger ins Leben rief. Auf den Nationalfeiertag des deutschen Volkes sind einige für die deutsche Kultur, den nationalsozialistischen Geist und die Arbeitsehre charakteristische Akte gelegt worden. Das Propagandaministerium verteilt den Film= und Buchpreis, die Deutsche Arbeitsfront präsentiert dem Führer jene Betriebe, die sich wegen ihrer mustergültigen, produktionstechnischen und sozialen Einrichtungen Anspruch auf den Ehrentitel„Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ erworben haben. Weiter führt die Deutsche Arbeitsfront in Gemeinschaft mit der Reichsjugendführung dem Führer die Sieger im Berufswettkampf des deutschen Volkes vor und schafft damit neuen Ansporn für ein weiteres Jahr beruflichen Strebens. Aber auch ein Sonderakt verdient verzeichnet zu werden: der Leiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley hat den Werkscharen die Schulung innerhalb der Betriebe übertragen und damit anerkannt, daß diese nat.=soz. Garde innerhalb der Betriebsgemeinschaft neben der Pflicht der nat.=soz. Ausrichtung der Arbeitskameraden auch das alleinige Recht ihrer Anweisung und Anleitung haben sol Die letzte Etappe des Berufswettkampfes ist in diesem Jahre in Hamburg ausgetragen worden. Diese Stadt, die in besonderem Maß die Früchte der nat.=soz. Aufbauarbeit pflücken konnte, hat alles getan, um das letzte Ringen um den Siegespreis beruflicher Tüchtigkeit zu erleichtern und gleichzeitig für alle Teilnehmer und Zuschauer anregend zu gestalten. Auch der britische Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, hat einen Aufenthalt in Hamburg benutzt, um einige der Wettkampfstätten zu besichtigen. Man hat gelegentlich eingewandt, daß es unmöglich das Ziel des Berufswettkampfes sein könne, ein paar außerordentliche Einzelleistungen hervorzubringen. Dieser Einwand ist nur zum Teil richtig. Ein Volk, das sich so große Aufgaben gestellt hat wie das deutsche, kann nicht darauf verzichten, immer wieder besonders tüchtige Menschen aufzufinden, sie zu fördern und ihnen dann entsprechende Stellungen in der Produktion einzuräumen. Vom Standpunkt des Führerprinzips aus hat also der Berufswettkampf, der die Besten der Besten in Erscheinung treten läßt, unbestreitbare Bedeutung. Daneben spielt allerdings ein weiterer Umstand eine wesentliche Rolle: je mehr junge Menschen und auch Erwachsene sich um den Siegespreis bemühen, desto größer und allgemeiner wird das berufliche Streben und desto höher steigt die Durchschnittsleistung. Deutschland wird in den nächsten zehn Jahren als Folge des Geburtenrückganges in der Zeit von 1923 bis 1932 abnehmende Jahrgänge von Berufsanwärtern haben. Wir müssen damit rechnen, daß der Zugang jugendlicher Arbeiter geringer sein wird als der Abgang älterer. Hieran kann auch der gewissenhafteste Arbeitseinsatz nichts Grundsätzliches ändern. Gelingt es aber, die durchschnittliche Arbeitsleistung nur um fünf Prozent zu erhöhen, so werden wir in unserer Aufbauarbeit die Ausfälle an jugendlichen Arbeitskräften weniger scharf empfinden.— Der Nationalfeiertag wird auch in diesem Jahr mit einer Huldigung der Jugend für den Führer beginnen. Das kennzeichnet deutlicher als Abschluß des Reichsberufswettkampfes Ley verkündet die Errichtung einer Kampfstätte zur Austragung der Berufswettbewerbe Der Wille zum Leben .Großzügige Begabtenförderung. Hamburg, 29. April. Der Reichsberufswettkampf 1938 ist beendet. Er gestaltete sich in diesem Jahr wie nie zuvor zu einem machtvollen Bekenntnis des ganzen schaffenden Deutschland zum Grundsatz der Steigerung der beruflichen Leistung. In einer Großkundgebung von eindrucksvoller Wucht fand der Reichskampf am Freitagabend in der reichgeschmückten Hanseatenhalle seinen Abschluß. Die Riesenhalle war bis auf den letzten Platz besetzt mit Zehntaufenden strahlender deutscher Jungen und Mädel aus allen Gauen. Wohnten doch zum ersten Mal nicht nur die am Reichskampf teilnehmenden über 6000 Gausieger der Siegerehrung bei, sondern auch die Reichssieger und=siegerinnen aller vorausgegangenen Reichsberufswettkämpfe. Als Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsjugendführer Baldur von Schirach mit Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann eintrafen, brandete ihnen der Jubelsturm einer frohen und stolzen Jugend entgegen. Unter den Ehrengästen sah man Reichspostminister Dr. Ohnesorge, als Vertreter des Reichsführers SS den SS=Obergruppenführer von Woyrsch und die Reichsreferentin des BDM, Jutta Rüdiger, sowie zahlreiche führende Männer Hamburgs aus Partei, Staat und Wehrmacht. Der Leiter des ReichsberufswettIm Zeichen der Lebensfreude feiert Großdeutschland seinen 1. Mai alles andere den Charakter dieses Tages. Was der Führer in diesen fünf Jahren auf allen öffentlichen Gebieten, insbesondere auf dem der Wirtschaft, geleistet hat, ist Dienst an der deutschen Jugend und an den Generationen, die nach uns kommen. Die lebende Generation ist zeitgebunden, das Volk ist ewig. Die Jugend ist das sichtbare Symbol unserer nationalen Zukunft. Die Jugend wird, wenn sie selbst herangewachsen ist, selbst wieder der neuen Generation und den ungeborenen Geschlechtern unseres Volkes dienen und Vorarbeit leisten. Sie nimmt im Stafettenlauf in eine große nationale Zukunft hinein der Generation, die vor ihr gewesen ist, den Stab aus der Hand, um ihn später wieder einer neuen jungen Generation in die Hand zu geben. Es ist daher nur gerecht und sinnvoll, wenn der Nationalfeiertag eines Volkes mit einer Kundgebung seiner Jugend beginnt. Die Jugend wird aber auch Träger des neuen Geistes in der Wertung der Arbeit sein. Am ersten Maifeiertag im nat.=soz. Deutschland, am 1. Mai 1933, wurde dem sozialen Hochmut Fehde angesagt, der„hohe" von„niederen" Arbeiten unterscheiden und denen, die solche Arbeiten verrichteten, verschiedene Ehre geben wollte. Jeder Angehörige einer Nation bringt ein bestimmtes Maß von Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten in sein Dasein mit. Es gibt nichts Höheres und nichts Ehrenhafteres, als diese Fähigkeiten nach Kräften entwickelt und genutzt zu haben. Wer seine schwachen Kräfte gut nutzt, muß in der Ehre der Nation höher stehen als derjenige, der seine starken Kräfte wenig nutzt. Die Jugend des nat.=soz. Reichs ist in dieser Vorstellung aufgewachsen, sie wird gyer auch die Reste von sozialem Hochmut und beruflicher Ueberheblichkeit tilgen kampfes, Obergebietsführer Axmann, eröffnete die Kundgebung. Reichtsstatthalter Gauleiter Kaufmann hieß dann den Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, den Reichsjugendführer und die übrigen Gäste herzlich willkommen. Von Jubelstürmen empfangen, trat dann Reichsorganisationsleiter Dr. Ley ans Mikrofon. Er erinnerte einleitend an das Wort des Führers in seiner Rede vor der alten Parteigarde in München am vorigen 8. November, daß man nur auf den Leistungs= und Berufswettkampf schauen möge, damit auch dem Letzten der allumfassende Wandel in Deutschland offenbar werde. In der ganzen Welt sei es heute, so hob Dr. Ley hervor, bekannt, daß in unserem Volk wieder der Wille zum Leben erwacht sei. Die Jugend schreit es hinaus und der Chor der Alten wiederholt es: Deutschland will leben, Deutsch land hat ein Recht, zu leben!(Stürmische B fallskundgebungen.) Jeder Deutsche muß etwas lernen! In diesem Kampf um das Leben genüge es nicht, Soldaten und ein begeisterungsfähiges Volk zu haben, man müsse diesem Volke auch die We Nationalfeiertag in Italien Eine erste Ehrung des Führers. DNB. Rom, 29. April. Die italienische Regierung hat anläßlich des Besuches des Führers und Reichskanzlers folgendes Gesetz erlassen: Artikel I. Der 3. Mai 1938(Jahr XVI der faschistischen Zeitrechnung) ist zum nationalen Feiertag erklärt worden. Feiertage im Sinne des Gesetzes werden außerdem der 5. Mai 1938 für die Provinzen Avellino, Benevento, Littoria, Neapel und Salerno und der 9 Mai 1938 für die Provinzen Frosinone, Rieti, Rom, Viterbo, Arezzo, Florenz, Grosseto, Livorno, Lucca, Marta Carrara, Pisa, Pistoia und Sieng Artikel II. Die Präfekten werden ermächtigt, für die Tage de 3., 5. und 9. die teilweise oder vollständige Schließung aller Betriebe anzuordnen. Im Falle der Schließun werden den Arbeitern die Löhne ausgezahlt, doch ist es den Arbeitgebern freigestellt, die verloren gegangenen Arbeitsstunden nachholen zu lassen. In Rom können für den 8. Mai die Bestimmungen über die Sonntagsruhe aufgehoben werden. fen in die Hand geben, um sein Schicksal meistern. Eine der edelsten und schönsten Waf aber sei die Leistung, die Auswertungd Leistungsfähigkeit der Menschen. Dem deutsch Volke, so rief Dr. Ley unter jubelnder Zustin mung aus, die besten Waffen im Kampfu seine Lebensbehauptung zu geben, ist unser h liger Wille! Dies ist der Sinn des Reichsberuf wettkampfes! Wir wollen das Wort„ungelernt Arbeiter“ in Deutschland nicht mehr höre Jeder Deutsche muß etwas lernen, und Durchführung dieses Grundsatzes können wir ni dem Zufall überlassen oder als Privatsached enzelnen ansehen, denn„Privatleute" gibt esi neuen Deutschland nicht mehr. Wir müssen, so rief Dr. Ley der deutschen I gend unter deren brausendem Beifall zu, von d deutscher Junge und deutsches Mädel, das Größ an Leistungssteigerung verlangen, nicht um irger welchen Unternehmern große Gewinne zu gebe sondern allein um Deutschlands willen, dam Deutschland den Platz in der Welt erhält, den verlangen kann. So solle der Reichsberufswet kampf, der von Jahr zu Jahr größere Ausma annehme, unserem Volke dienstbar sein. Durch Reichsberufswettkampf zur Berufslenkun Dr. Ley schilderte dann die großen Erfolge, d bereits heute als Auswirkung der Reichsberuf wettkämpfe zu verzeichnen seien. Schon heute sei wertvolle Fortschritte bei der Aufstellung ein Berufsbilanz des deutschen Volkes erzielt. D Berufswettkampf sei die Grundlage einer wirkli Eine Amnestie der Verfügung des Führers. Berlin. 29. April. Ans Anlaß der Schaffung Großdentschlands hat der Führer für die Parteigerichtsbareit eine Amnestie erlassen. Die Verfügung des Führers hat folgenden Wortlaut: 1. Parteigerichtliche Verfahren werden wegen Handlungen, die vor dem 10. April 1938 begangen worden sind, nicht eingelettet, wenn es sich um Verfehlungen handelt, für die eine geringere Strafe als der Ausschluß aus der Partei zu erwarten ist. 2. Im selben Umfang werden anhängige Verfahren eingestellt und ertannte Strafen erlassen, deren Frist noch nicht abgelaufen. ist. 3. Die Beschränkung ehemaliger Logenangehöriger in der Partei wird, soweit es sich nicht um Hochgrade handelt, ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt des Austrittes aus der Loge aufgehoben. 4. Die Bestimmungen zur Durchführung dieser Verfügung erläßt der oberste Richter der Partei. München, den 27. April 1938. gez. Adolf Hitler. gez. Walter Buch, Oberster Richter der Partei. lebensnahen Berufsberatung, die in Zukunft verhindern werde, daß— wie es bisher der Fall war— nicht weniger als 40 v. H. aller Schaffenden einen falschen, ihrem Können und ihrer Veranlagung nicht entsprechenden Beruf ausübten. Der Berufswettkampf gestalte sich so zu einem bedeutsamen Mittel der Berufslenkung. Es sei das erste Mal, daß in so großzügiger Weise eine Begabtenförderung durchgeführt werde, jenseits aller früheren Vorurteile der Klasse und Gesellschaft. Unter tosendem Jubel verkündete Dr. Ley sodann die Inangriffnahme eines der größten und schönsten Werke des nationalsozialistischen Aufbaues. Im Einvernehmen mit dem Jugendführer des Deutschen Reiches gab er bekannt: Es hat sich gezeigt, daß die Städte des Reiches einfach nicht mehr ausreichen, um den Reichskampf durchzufuhren. Selbst eine Stadt wie Hamburg kann die Vielzahl der Gausieger nicht aufnehmen, da es technisch nicht möglich ist, sie alle zu prüfen. Ueber 6000 Jungen und Mädel sind hier versammelt. Eine wunderbare Bilanz. In den nächsten Jahren wird die Zahl der Gausieger weiter steigen, denn wir haben nicht die Absicht, ihre Zahl etwa durch eine uferlose Steigerung der Bedingungen zu halten. Ein Stadion für den Leistungskampf Wie sind froh, glücklich und stolz darüber, daß es uns in den fünf Jahren seit der Machtergreifung gelungen ist, die beruflichen Fähigkeiten unseres Volkes gewaltig zu steigern. Wir sind stolz, daß unser Volk ein so edles und großes Volk ist, daß es das hohe Ziel erreichen kann, so möchte ich hiermit verkünden, daß wir jetzt daran gehen, eine Wettkampfstätte, ein wahres Stadion für den Reichsberufswettkampf zu bauen! Eine große neue Stadt wird gebaut und in ihr werden alle Werkstätten, Unterkünfte und Vorrichtungen und alles, was sonst zur Durchführung des großen Reichsberufswettkampfes nötig ist, errichtet werden. Das wird erstmalig sein und einmalig. Wir wissen, so erklärte Dr. Ley zum Schluß, daß der von uns beschrittene Weg der richtige ist. Der Reichsberufswettkampf 1938 hat erneut bewiesen, daß Deutschland immer schöner wird, daß die deutschen Menschen immer fleißiger werden, und immer größere Leistungen zeigen, auf die die gesamte übrige Welt voll Staunen und. Bewunderung blickt Stürmisch begrüßt nahm dann der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach das Wort: Jahr für Jahr sind wir mit größter Freude. mit mehr Menschen, mit mehr Begeisterung und mit mehr Erfolg zum Reichsberufswettkampf zusammengekommen. Die Leistungsgemeinschaft des deutschen Volkes hat sich heute zusammengefunden zu einem Bekenntnis, das eine Verpflichtung für ihr ganzes, Leben bedeutet. Für ihn sei das Bewußtsein besonders schön, daß von den Reichssiegern und=siegerinnen des vorjährigen Reichsberufswettkampfes allein 48 v. H. der aktiven Führerschaft der Hitlerjugend angehörten. Was jedoch den diesjährigen Reichsberufswettkampf hinaushebe über die vorausgegangenen Wettkämpfe sei die Tatsache, daß er nicht mehr der Berufswettkampf der Jugend allein, sondern nach dem Willen Dr. Leys der Berufskampf des ganzen schaffenden deutschen Volkes sei. Dieser Reichsberufswettkampf, so stellte Baldur von Schirach unter stärkstem Beifall fest, war Ausdruck des Leistungswillens des ganzen Deutschland. Der Reichsjugendführer dankte im Namen der vielen Millionen der deutschen Jugend Reichsorganisationsleiter Dr. Ley für das große idealistische Beispiel, das dieser für die Jugend bedeute.„Sie gehören zur Jugend und wir gehören zu Ihnen, Arbeiter und Jugend in einer untrennbaren Gemeinschaft und im gemeinsamen Bekenntnis zu dem großen Werk des Reichsberufswettkampefs!“ Der Beifallsturm der Massen begleitete jeden atz Baldur von Schirachs, der sodann die Siegerverkündung des Reichsberufswettkampfes 1938 eröffnete. 557 Reichssieger und=siegerinnen. Der Leiter des Reichsberufswettkampfes, Obergebietsführer Axmann, leitete die Siegerehrung ein:„Aus 2800000 Teilnehmern am Reichsberufswettkampf wurden 37700 Sieger ermittelt, die zum Gauwettkampf antraten. diesem Gauwettkampf wurden 6342 Sieger ermittelt, die nach Hamburg tamen zum Reichskampf um die Ehre, die Besten in ihrem Beruf zu sein!“ Dr. Ley und Baldur von Schirach überreichten sodann, während Obergebietsführer Armann die Namen der Reichssieger und=siegerinnen dete, die künstlerisch ausgestalteten, mit einem Bilde des Führers geschmückten Ehrenurkunden und das Siegerabzeichen. Keine neuen Bindungen Englands der englisch-französischen Besprechungen— Klärung in fünf verschiedenen Punkten Die militärische Zusammenarbeit London hält sich zurück. London, 29. April. Die englisch=französischen Besprechungen wurden kurz vor 17 Uhr abgeschlossen. Wie verlautet, haben sie sich am Freitag in der Hauptsache mit der tschechoslowakischen Frage bøfaßt. Eine amtliche Mitteilung hat folgenden. Wortlaut: Während ihres Aufenthaltes in London hatten die Herren Daladier und Bonnet eine Anzahl von Besprechungen mit dem Premierminister, dem Außenminister und anderen britischen Ministern. Im Verlaufe dieser Besprechungen erörterten sie in dem Geiste gegenseitigen Vertrauens, das die Beziehungen zwischen den beiden Ländern leitet, die hauptsächlichen Fragen, die gegenwärtig für die Erhaltung des Friedens von Bedeutung sind. Die französischen und britischen Minister prüften die Ergebnisse der kürzlichen Besprechungen zwischen Lord Perth, dem britischen Botschafter in Rom, und dem italienischen Außenminister, die bereits in dem englisch-italienischen Abkommen aufgeführt sind. Die französischen Minister haben diesen Beitrag zur Befriedung in Europa gebilligt, die englischen Minister haben ihrerseits der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Besprechungen, die die französische Regierung soeben mit der italienischen Regierung begonnen hat, zu ebensolchen befriedigenden Ergebnissen fuhren werden. Die französischen und englischen Minister waren der Ansicht, daß die Beruhigung im Mittelmeer, die sich aus diesem Abkommen ergeben würde, zur Durchführung der Entschließung vom 4. November 1937 über die Zurückziehung von Ausländern, die sich am spanischen Bürgerkrieg beteiligen, beitragen und den Abschluß eines Abkommens für die Zurückziehung von Kriegsmaterial erleichtern würde. Sie haben ihre volle Aufmerksamkeit der Lage in Mitteleuropa zugewandt, und sie stimmen im allgemeinen über die Aktion überein, die wahrscheinlich sich als die beste erweisen würde, um die Probleme dieses Gebietes friedlich und gerecht zu lösen. Sie haben ferner gewisse Fragen geprüft, welche die Lage im Fernen Osten betreffen, und haben die Gelegenheit ergriffen, gewisse Fragen zu erörtern, die zurzeit auf der Tagesordnung für die nächste Sitzung des Genfer Rates erscheinen. Die beiden Regierungen haben beschlossen, soweit als erforderlich die Kontakte zwischen den Generalstäben fortzusetzen, die gemäß dem Abkommen vom 19. März 1936 geschaffen wurden. Nach den sehr freien und vollständigen Erörterungen, die stattgefunden haben, wird wieder einmal anerkannt, daß Großbritannien und Frankreich durch eineenge Gemeinschaftder Interessen vereint werden, und die französischen und britischen Minister sind übereingekommen, daß es unter den gegenwärtigen Umständen von höchster Bedeutung ist, daß die beiden Regierungen ihre Politik der Konsultation und Zusammenarbeit, was die Verteidigung anbetrifft, fortfahren zu entwickeln, nicht nur in ihrem gemeinsamen Interesse, sondern auch in dem Interesse der Ideale des nationalen und internationalen Lebens, die diese beiden Länder einen. Deutschland und Italien werden unterrichtet. Unmittelbar nach Beendigung der englisch-französischen Besprechungen bat der englische Außenminister Lord Haltfax den deutschen Geschäftsträger Dr. Kort zu sich, um ihn über die englischfranzösischen Besprechungen zu unterrichten. Lord Halifax empfing ferner den italienischen Botschafter Graf Grandi und gab ihm ebenfalls den Inhalt der Besprechungen bekannt. Daladiers„sehr glücklicher Eindruck“ Entgegen seinen ursprünglichen Absichten ist der französische Außenminister Bonnet zusammen mit Ministerpräsident Daladier nach Abschluß der englisch=französischen Besprechungen nach Paris zurückgeflogen. Auch die übrigen Mitglieder der französischen Abordnung haben die Rückreise nach Paris angetreten. Bei seiner Ankunft in Paris gab Daladier folgende Erklärung ab: „Wir haben vor uns Männer von einer absoluten Offenheit und Redlichkeit gefunden. Wir haben infolgedessen in völligem Vertrauen die wichtigsten Fragen prüfen können, die die Aufmerksamkeit unserer beiden Länder erwecken. Ich glaube sagen zu können, daß Uebereinstimmung besteht und daß die Beschlüsse, die gefaßt worden sind, nicht verfehlen werden, die glücklichsten Auswirkungen zu haben. Ich bringe deshalb von meiner Reise nach England einen sehr glücklichen Eindruck mit.“ Am Montag werden die französischen Minister zu einem Kabinettsrat zusammentreten, in dessen Verlauf Ministerpräsident Daladier seine Kollegen über die Londoner Aussprache unterrichten wird. Ferner soll eine Reihe von Gesetzeserlassen finanzieller Art veröffentlicht werden. In London ist man kühler In London scheint man Wert darauf zu legen, daß bei den englisch-französischen Besprechungen über die militärische Zusammenarbeit keinerStrahlenden Auges traten die Jungen und Mädel und auch die erwachsenen männlichen und weiblichen Reichssieger vor, um die Symbole ihres Leistungskampfes in Empfang zu nehmen. Nicht weniger als 557 Reichssieger und=siegerinnen verkündete Obergebietsführer Axmann. Von ihnen werden 133 am Sonnabend zur Reichshauptstadt fahren, um dem Führer vorgestellt zu werden und an den Feiern des Nationalen eiertages des deutschen Volkes in Berlin teilzunehmen. Reichssieger aus Westfalen. Unter den Reichssiegern, die am 1. Mai dem Führer vorgestellt werden, stammen sechs aus lei Vereinbarungen getroffen würden, die über den Rahmen der Vereinbarungen hinausgehen, die im Frühjahr 1936 getroffen worden sind und die seinerzeit auch der deutschen Regierung amtlich zur Kenntnis gegeben wurden. Ferner wird von englischer Seite ausdrücklich erklärt, daß auch in den Besprechungen über die Tschechoslowakei enalischerseits keinerlei neue Verpflichtungen auf sich genommen worden sind. Zu den verschiedenen Punkten der Besprechungen wird englischerseits im übrigen folgendes erklärt: In den Besprechungen über die Verteidigung habe sich kein neues englisch-französisches Abkommen ergeben. Die britischen Minister hätten ausdrücklich klargestellt, daß die Generalstabsbesprechungen keinerlei neue Verpflichtungen Englands darstellten oder darstellen könnten. Es wird englischerseits sodann ausdrücklich betont, daß Lord Halifax den deutschen Geschäftsträger und den italienischen Botschafter hiervon verständigt habe — damit keinerlei Mißverständnisse aufkämen— und daß diese in Aus“t genommenen Generalstabsbesprechungen keinerlei Wechsel in der britischen Politik darstellten. Was die Frage der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei angehe, so sei als wichtigstes Ergebnis der Besprechungen festzustellen, daß hier die Haltung Großbritanniens eindeutig klargestellt worden sei. Englischerseits sei erklärt worden, daß Großbritannien sich voll und ganz auf der Seite des Friedens einsetzen würde. Der Beitrag, den es hier zu leisten imstande sei, wäre sehr viel größer als man vielrach vermute. Es sei aber weiter auch festgestellt worden, daß Großbritannien hier keine Verpflichtungen übernehmen könnte, die über das hinausgingen, was der Premierminister in seiner seinerzeitigen Erklärung vor dem Unterhaus ausgeführt habe. Großbritannien und Frankreich würden über ihren Einfluß dahin einsetzen, daß eine Bereitschaft bei allen betroffenen Parteien erzielt wird, die Frage freundschaftlich zu regeln. Es sei nicht unwahrscheinlich, daß zu einem späteren Zeitpunkt Großbritannien und Frankreich vielleicht auch direkt an Deutschland herantreten würden, um diese Fragen zu lösen. Auch die Frage des wirtschaftlichen Beistandes an die Tschechoslowakei und für andere mitteleuropäische Länder sei von den Franzosen aufgeworsen worden. Man sei jedoch der Ansicht gewesen, daß es sich hierbei um eine höchst komplizierte technische Frage handele, und daß beide Länder daher hierin selbständig vorgehen, allerdings, sich auch gegenseitig unterrichten sollen. der spanischen Frage sei französischerseits auf die große Besorgnis hingewiesen worden, die Frankreich wegen der Errichtung eines faschistischen Staates jenseits der Pyrengen verspürte.(!) Die französischen Minister hätten bestimmte Vorschläge, insbesondere im Zusammenhang mit der Wiedererrichtung der Kontrolle und der Freiwilligenfrage, gemacht. Englischerseits habe man daraufhin dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß es Frankreich möglich sein möchte, hier einen weiteren Beitrag zur Zurückziehung von Freiwilligen und Kriegsmaterial zu machen, sovald es ein Uebereinkommen mit Italien abgeschlossen habe; dem habe man französischerseits zugestimmt. der abessinischen Frage sei man übereingekommen, einen bestimmten Kurs einzuschlagen. Man habe gemeinsam festgestellt, daß der Zeitpunkt gekommen sei, daß die Mitglieder der Genfer Liga aufgefordert werden sollen, sich ihre freie Hand zurückzunehmen, was die Frage der Anerkennung der italienischen Eroberung angehe. Die englische Anerkennung der italienischen Souveränität werde aber erst nach der Völkerbundsratssitzung erfolgen. Lord Halifax werde England persönlich auf der Ratssitzung vertreten. Ferner sei die Frage der Schweizer Neutralität behandelt worden. Hier sei eine Formel angenommen worden, die als Entschließung auf der nächsten Völkerbundsratssitzung vorgebracht werden soll, um der besonderen Lage der Schweiz Rechnung zu tragen, die bekanntlich neutral zu bleiben wünscht. Endlich sei die fernöstliche Frage kurz gestreift worden. Insgesamt sei festzustellen, daß die Konferenz zwar keinerlei epochemachenden Entscheidungen mit sich gebracht habe, es habe sich jedoch feststellen lassen, daß die Ansichten der beiden Länder über viele internationale Fragen aynlich sei. Die Konferenz habe damit weiter das ihrige zur Förderung der Freundschaft zwischen England und Frankreich beigetragen. Auch Havas ist zurückhaltend + Paris, 29. April. Der Londoner Sonderberichterstatter von Havas gibt einen Ueberblick über das Ergebnis der britisch=französischen Besprechungen. Der Berichterstatter weist darauf hin, daß in erster Linie das deutsche Problem und damit im Zusammenhang die mitteleuropäischen Fragen eingehend erörtert worden seien. Der französische Ministerpräsident wünsche bei der nächstvesten günstigen Gelegenheit, mit Berlin Verhandlungen zu beginnen, um unter Umständen zu einem ähnlichen Abkommen mit Deutschland wie letzthin mit Rom zu gelangen. Zu der Schrift der Prager Regierung, die vor dem französischen Ministerbesuch in London und Paris überreicht worden ist, fragt der Korrespondent, ob die Zugeständnisse, die die tscheVestfalen=Nord. Es sind dieses: Gruppe Jugendliche, männlich: Vermessungstechniker Ludwig Schwartz, Münster(Freie Berufe); Gruppe Erwachsene, männlich: Leinenweber Wilhelm Breetpohl, Milse über Bielefeld(Textil); Heringsfischer Wilhelm Luethmeyer, Niederwöhren 187(Energie, Verkehr, Verwaltung); Modelltischler Emil Berkau, Gelsenkirchen(Eisen und Metall); Gruppe Jugendliche, weiblich: Zigarillo=Rollerin Lisbeth Brinkmann, Bilshausen(Nahrung und Genuß); Kinderpflegerin Anneliese Merten, Bielefeld(Hausgehilfin). Für Westfalen=Süd wies die Liste keine Namen auf. choslowakische Regierung den Sudetendeutschen zu machen gewillt sei, ausreichen werden? Es sei auch fraglich, ob die Vorschläge demnächst von seiten Frankreichs und Englands eine vollkommene diplomatische Unterstützung finden werde. Die englischen Minister hätten„die schwierige Stellung Frankreichs in der tschechoslowakischen Frage auf Grund des französischen Beistandsabkommens von 1925 anerkannt“, aber sie hätten sich vor allem über die Rückwirkungen besorgt gezeigt, die eine Aktion Frankreichs zu Gunsten der Tschechoslowakei mit sich bringen könnte. Bekanntlich sei England nicht geneigt, neue Verpflichtungen auf dem Festlande zu übernehmen. Daladier habe seinerseits„mit Nachdruck“ den Standpunkt seiner Regierung auseinandergesetzt. Frankreich könne sich den in seinem Namen von Briand im Jahre 1925 unterzeichneten Verpflichtungen nicht entziehen. Aus den zu diesem Punkt vom Havasvertreter angegebenen Schwierigkeiten ist zu entnehmen, daß Frankreich offenbar auf die alte Politik der Einkreisung und der Militärbündnisse immer noch nicht verzichten zu können glaubt. Frankreichs„Unentbehrlichkeit“ Der sozialdemokratische„Populaire" und das Kommunistenblatt ist mit der Zustimmung der französischen Minister zur zeitweisen Wiederherstellung der internationalen Kontrolle an der Pyrenäengrenze nicht einverstanden.—„Epoque“ stellt es so hin, als ob das britische Imperium an drei lebenswichtigen Punkten zu Wasser und in der Luft bedroht sei: im fernen Östen, im Mittelmeer und in der Nordsee. Das Blatt kommt dann natürlich zu dem Schluß, daß Frankreich die einzige Macht sei, die an diesen drei Punkten gleichzeitig eine wirksame Hilfe leisten könne.— Der Hauptschriftleiter des„Matin" findet in seinem Bericht aus London, daß Daladier und Bonnet die besten Abgesandten seien, die Paris seit langerZeit nach London geschickt habe.—„Figaro" empfiehlt Frankreich eine realistischere und schnellere Politik. Frankreich müsse Schluß machen mit dem aus einer anderen Zeit stammenden Rechthabereien und Prozeduren. Großes Interesse der belgischen Presse DNB. Brüssel, 29. April. Die belgische Presse verfolgt die englisch-französischen Besprechungen in London mit großer Spannung und gibt alle Berichte und Mutmaßungen über ihren Verlauf in größter Ausführungen wieder. In ihrer Berichterstattung wird das Hauptgewicht auf die Beratungen über ein militärische Zusammenarbeit der beiden Länder, sowie auch ihre Stellungnahme zum mitteleuropäischen Problem gelegt.„Vingtième Siècle“ ist der Ansicht, daß der britische Ministerpräsident Chamberlain einen auf die„Wirklichkeit der Tatsachen“ begründeten Frieden wünsche und sich nicht in eine abenteuerliche Politik einlassen werde. Er werde sich nicht dazu bereit finden, die neugeknüpfte Freundschaft mit Frankreich in eine Waffe zu verwandeln, die gegen andere Länder gerichtet würde. Die Absicht, einen neuen Versuch zur Schaffung eines demokratischen Blockes zu unternehmen, wäre zum sicheren Scheitern verurteilt. Das Blatt kritisiert in diesem Zusammenhang das Verhalten der tschechischen Regierung, die sich geweigert habe, mit dem Führer der Sudetendeutschen. Henlein, in Verhandlungen einzutreten. Diese Ungeschicklichkeit werde die Unzufriedenheit vergrößern und den Gang der Ereignisse beschleunigen.— Der vlämisch=katholische„Standard“ weist auf den Meinungsunterschied zwischen England und Frankreich in der Tschechoslowakei=Frage hin. England werde nicht von seinem durch Chamberlain bekanntgewordenen Standpunkt abrücken. schlechtes Gewissen DNB Prag, 29. April. Die gesamte tschechische Presse beschäftigt sich eingehend mit der französisch=englischen Konferenz in London. Der tschechisch-agrarische„Vecer" erklärt, man dürfe sich darüber nicht täuschen, daß die Lage ernst sei, wobei allerdings hervorgehoben werden müsse, daß die Sorgen, die ein Staat hat, diesem kein anderer abnehmen könne.— Im linksgerichteten „Lidove Neviny“ wird darauf hingewiesen, daß die französischen Minister bereits in den Beratungen vom Donnerstag verschiedene Male versucht hatten, auf die Angelegenheiten der Tschechoslowakei einzugehen; es sei jedoch zu der Aussprache darüber noch nicht gekommen. England wolle keine neuen und weiteren Bürgschaften für die Tschechoslowakei übernehmen. Der Vormarsch an der Teruelfront Salamanca, 29. April. An der Teruelfront gehen die militärischen Operationen trotz schlechten Wetters weiter. Das am Vortage von den nationalen Truppen abgeriegelte rote Gebiet südlich von Aliaga wurde in einer Ausdehnung von 500 Quadratkilometer gesäubert. Dabei wurden viele Gefangene gemacht. Die Vorbeträgt für 6 Offensivtage von Montalban aus 40 Kilometer. Das ist Nichteinmischung! Nach den neuesten Unterlagen, die in den Besitz der nationalspanischen Behörden gelangten, stehen 160000 ausländische Kommunisten im Solde Moskaus auf sowjetspanischer Seite im Felde, darunter allein 60 000 Franzosen. Prieto ist Privatmann geworden. + Paris, 29. April. Wie Havas aus Vervianan meldet, ist dort das frühere Mitglied der„Regierung Negrin", Herr Prieto, im Kraftwagen eingetroffen. Prieto, der seine Reise nach Paris fortsetzte, verweigerte jede Erklärung unter dem Hinweis, daß er als Privatmann reise. Die Frankfurter Staatsoper in Bukarest. Die Frankfurter Staatsoper führt gegenwärtig in der Bukarester Staatsoper den„Ring der Nibelungen" auf. Zu der Vorstellung der„Walküre" erschien auch König Carol in Begleitung seiner Schwester, der Prinzessin Elisabeth. 3 sei &e ne te 8l. ige mich gi en exen. en tzt. on he it en te 1te en n ser xy4 an in 8 nn nce er jete er eltit jtse sse in ein jtaer in ne x eit nd ent te ne er ch zu xn9. e 22 n& b" gge nhe ö2 c st e. n n 5 1= jt e e e e 84. Jahrg. Nr. 100 Zweites Blatt Lüdenscheider General=Anzeiger den 30. April 1938 Mit Urlaubskarte nach Oesterreich Von Mitte Juni an sämtliche Fahrkarten zu den Preisen der Reichsbahn 1 Erleichter Reiseverkehr Zu Pfingsten Festtagsrückfahrkarten. Berlin, 29. April. Um den Reiseverkehr nach Deutsch=Oesterreich zu erleichtern und zu verbilligen, werden vom 5. Mai ab in der Richtung von Deutschland nach Oesterreich über deutsche Strecken— also nicht über Tschechoslowakei!— die wichtigeren Verbindungem Urlaubskarten zu deutschen Fahrpreisen auszugeben. Ebenso können Gesellschaftsfahrten, Gesellschaftssonderzüge und Urlaubersonderzüge„Kraft durch Freude" vom 5. Mai ab zu deutschen Fahrpreisen nach Zielorten in vormaligen Oesterreich und zurück abgefertigt werden. Zu Pfingsten werden Festtagsrückfahrkarten auch nach österreichischen Orten ausgegeben. Von Mitte Juni an werden voraussichtlich sämtliche Fahrkarten, auch die zu den gewöhnlichen Fahrpreisen, nach dem österreichischen Reichsteil zu deutschen Preisen und Bedingungen ausgegeben werden. Vom österreichischen Reichsteil nach dem alten Reich werden Fahrkarten zu deutschen Preisen und Bedingungen voraussichtlich erst av frühestens Mitte Juni ausgegeben werden. Bis dahin bleiben in der Richtung vom österreichischen Reichsteil die jetzigen Fahrpreise bestehen. Allgemeine Preissenkung in Oesterreich Der Reichskommissar für die Preisbildung hat mit Wirkung vom 1. Mai 1938 eine Verordnung über eine allgemeine Preissenkung im Lande. Oesterreich erlassen. Durch die Einführung des im alten Reichsgebiet geltenden Umsatzsteuernechtes ist für die österreichische Wirtschaft eine Entlastung eingetreten, die eine Senkung der Preise ermöglicht. Die Verordnung, die in der nächsten Nummer des Reichsgesetzblattes veröffentlicht wird, macht es daher sämtlichen Unternehmern, die in Zukunft eine niedrigere Umsatzsteuer zu entrichten haben zur Pflicht, den Abnehmern einen Preisnachlaß in Höhe der Steuerminderung zu gewähren. Der Abnehmer ist verpflichtet, den erhaltenen Nachlaß an die folgenden Wirtschaftsstufen weiterzugeben, damit eine Senkung der Verbraucherpreise erzielt wird. Wenn in Ausnahmefällen eine Steuererhöhung eintritt, darf sie dem geforderten Entgelt zugeschlagen werden. Eine Erhöhung der Verbrauchenkreise bleibt aber stets ausgeschlossen, da die in einer Wirtschaftsstufe eingetretene Steuererhöhung innerhalb der anderen Wirtschaftsstufen durch Steuerminderungen und entsprechende Preisnachlässe in der Regel ausgeglichen wird. Der Reichsstatthalter(österreichische Landesregierung) kann in volkswirtschaftlich begründeten Fällen oder zum Ausgleich unbilliger Härten auf Antrag der Berufsorganisationen Sonderregelungen(zum Beispiel Festsetzung von durchschnittlichen Senkungsbeträgen) zulassen. Die Verordnung wird zu einer allgemeinen Preissenkung und zu einer Angleichung der Preise im Lande Oesterreich an den Preisstand im übrigen Reichsgebiet beitragen. Kriegsopfersiedlung Leopoldau Wien, 29. April. Reichskriegsopferführer Oberlindober nahm in Leopoldau an der Grenze Wiens den ersten Spatenstich zum Bau einer Kriegsopfersiedlung vor. Die Siedlung umfaßt zunächst 40 Baugründe von je 1000 Quadratmetern. In einer Ansprache vor vielen hundert Kriegsverletzten betonte Oberlindober, daß die Männer, die im Kriege ihre Gesundheit im Schützengraben für das Vaterland eingesetzt hätten, jetzt vom Vaterland ein Stück der Heimaterde bekämen, die sie durch mehr als vier Jahre mit dem Einsatz ihres Lebens geschützt hätten. Offene Worte Rothermeres mit Deutschland!/ Für schnelle Lösung des Tschechenproblems Eine dringende Warnung 2 Die Frage der Kolonien. London, 29. April. Lord Rothemere setzt sich in seinem Blatt „Daily Mail“ in einem langen Artikel aufs neue für eine Verständigung zwischen England und Deutschland ein. Gleichzeitig zieht er gegen die tschechoslowakische Regierung scharf ins Feld, indem er den Standpunkt der Sudetendeutschen mit Wärme verteidigt. Im einzelnen schreibt Lord Rothermere, er habe für England noch nie, nicht einmal nur einen Augenblick lang, eine andere Politik für möglich gehalten als die einer Freundschaft mit Deutschland. Jede amdere Politik wäre äußerst gefährlich. Eine Fortsetzung der Politik Edens hätte England sehr schnell in den fürchterlichsten Krieg der Geschichte hineingezogen. In Chamberlain habe England einen wunderbaren Ministerpräsident gefunden. Er sei ein Realist mit dem unfehlbaren Gefühl für die richtige Tat im rechten Augenblick. Man könne nur hoffen, daß er seine Bemühungen um eine Annäherung an Deutschland fortsetzen werde, und daß er es nicht gestatten werde, daß Fragen, wie die der deutschen Kolonien, die auf alle Fälle nicht englisch seien, im Wege ständen. Er, Rothermere, zweifele kaum daran, daß ein 20jähriger Friedenspakt zwischen den beiden Ländern zustande kommen könne. Umter der Ueberschrift„Die Wahrheit über die Tschechoslowakei“ schreibt Lord Rothermere dann weiter, zahlreiche streitsüchtige englische Pazifisten sagten heute, England solle sich für die Tschewoslowakei einsetzen. Wüßten diese denn, daß fast die halbe Bevölkerung der Tschechoslowakei die Prager Regierung als eine Tyrannei ansehe? Wüßten sie überhaupt, daß das Land 3,5 Millionen Deutsche, d. h. 24 v. H. der gesamten Bevölkerung, enthailte, die der Regierung todfeindlich gegenüberständen? Außer dieser deutschen Minderheit gebe es große Minderheiten von Ungarn, Polen, Slowaken und Ruthenen, die ebenfalls die Tyrannei von Prag haßten Augenblicklich sehen 1300 Bürger in der Tschechoslowakei ihrer Aburteilung unter der Anklage des Vernats militärischer Geheimnisse entgegen. Das sei ein bezeichnendes Symptom für den Terror und die Unruhe in diesem Lande, das unter seinen tschechischen Führern fast nichts als Dummheiten begangen habe. Entgegen dem Geiste jenes Vertrages, auf dem die Verfassung dieses Landes beruhe, habe die Tschechoslowakei bis zu den Zähnen aufgerüstet und diese Waffen lediglich dazu benutzt, jene Minderheiten zu terrorisieren, die der Gnade der Tschechen ausgeliefert worden seien, ohne daß man sie überhaupt befragt habe. Nicht allein die Deutschen habe man roh behandelt. Noch vor kurzem habe man Mitgliedern der ungarischen Minderheiten die Visen verweigert, mit denen sie in ihr Mutterland Ungarn fahren wollten, um dort an privaten Veranstaltungen teilzunehmen, wie z. B. an einer so heiligen Feier wie der Beerdigung einer Mutter. Die 3,5 Millionen Deutsche in der Tschechoslowakei, daran müsse man sich erinnern, bildeten eine größere Gemeinschaft als die Bevölkerung SüdIrlands, der die britische Regierung Unabhängigkeit zugestanden habe. Unter den mißhandelten Minderheiten der Tschechoslowakei befänden sich gewisse Völker, die die stärksten und vitalsten Europas seien. Ihre Unterwerfung sei eine unausgesprochene Herausforderung. In der Londoner City, so sagt Rothermere weiter, erklärten Leute, die für die Wohlfahrt des englischen Volkes verantwortlich seien, offen, daß das tschechoslowakische Problem wie eine Wolke über ihren Zukunftsplänen laste. Sie würden es als eine Erleichterung begrüßen, wenn durch eine blutlose Ernverleibung, ähnlich wie diejenige Oesterreichs in das Reich, die unterdrückte deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei in das Vaterland zurückkehren könnten, zu dem diese Minderheit gehören wolle. Die britische Regierung sollte Frankreich warnen, daß der französische Vertrag mit der Tschechoslowakei, die soweit von der französischen Presse entfernt sei, praktisch eine Herausforderung gegenüber Deutschland darstelle. Für das Problem der Tschechoslowakei sei aber Frankreich nicht zuständig.— Abschließend setzt sich Rothermere für die britische Aufrüstung ein. Auch„Daily Expreß“ schlägt heute im Leitartikel in die gleiche Kerbe und rät England an, die Finger von der Tschechoslowakei wegzulassen. Es sei unmöglich, daß die britische Regierung die Eng länder verpflichte, in den Krieg zu ziehen, um den zusammengewürfelten Staat der Tschechoslowakei zusammenzuhalten. Nicht einmal die Tschechoslowakei selbst werde dafür kämpfen." crona=Stockholm zeigte, wie Erscheinungen an den Augen oft auf Geschwülste im Gehirn hinweisen. Ehe die Schädeldecke geöffnet wird, kann der erfahrene Hirnchirurg die Lage der Geschwulst an den Augenbewegungen feststellen und danach seine Operationsanordnungen treffen. FamilienDrucksachen liefert schnell und billig Lüdenscheid. General=Anzeiger Deutsche Forschung an der Die Weltakademie für ärztliche Fortbildung kommt nach Berlin Berlin, 29. April. Die Begründung einer internationalen Akademie für ärztliche Fortbildung mit dem ständigen Sitz Berlin, die in der soeben beendeten Veranstaltung des internationalen Aerztetreffens in Budapest verkündet wurde, ist ein großer Erfolg der deutschen Forschung und der deutschen Aersteführung. Die vom Reichsärzteführer vor drei Jahren eingeführte Pflichtfortbildung mit ihrer großzügigen Organisation, bisher in der ganzen Welt noch ohne Gegenstück, gibt Deutschland einen erheblichen Vorsprung auf diesem für die Volksgesundheit so wichtigen Gebiet, der nunmehr eine hervorragende Anerkennung gefunden hat. Wie der Präsident des Ständigen Büros, Dr. Blome(Berlin) mitteilt, wird die praktische Arbeit in Fachgruppen durchgeführt, von denen etwa 30 vorgesehen sind. Für Chirurgie, Bäderkunde, Frauenheilkunde und alle anderen medizinischen Teilgebiete wird dann je ein nternational anerkannter Fachgelehrter als Präsident mit vier Beiräten die Durchführung von internationalen Fortbldungskursen zu leiten haben, die in den verschiedensten Ländern veranstaltet werden sollen. Auf der Budapester Tagung gaben hervorragende Vertreter der europäischen medizinischen Forschung in Vorträgen einen Ueberblick über die aktuellen Probleme, besonders über den Stand der Vitamineund Hormonforschung. Ueber das Problem„Leib und Seele“ sprach der Berliner Internist Professor von Beramann. Alle Muskeln verbrauchten bei Bewegung Muskelbetriebsstoff, nämlich Zucker. Um die Vorräte aufzufüllen, muß das Blut aus dem großen Zentrallager der Leber den Zuckernachschub besorgen. Die Steuerung des Bluttransportes erfolgt durch die Gefäßnerven unter dem Einfluß des Adrenalins, eines Homons des Nebennierenmarks. Aber wie sich dieser Einfluß vollzieht, das blieb bisher das Rätsel. Gibt es hier eine Brücke zwischen Leib und Seele? Das ist die große Frage nach der„Einheit“ in der Medizin, die noch immer nicht gelöst ist. Der berühmte Hirnoperateur Professor OliveHenlein klärt auf Aussprache mit Henderson. DNB Prag, 29. April. Wie die„Rundschau“, das Blatt Konrad Henleins, meldet, hielt sich Konrad Henlein am Donnerstag in Marienbad auf, wo er eine Aussprache mit dem Abgeordneten der Labourparth, Wenverson, hatte. Als in Marienbad die Anwesenheit Konrad Henleins bekannt wurde, wurden ihm stürmische Ovationen dargebracht. Henderson traf in Begleitung des Vorsitzenden des Parlamentarischen Klubs der Sudetendeutschen Partei, Kundt, im Hotel Carlton mit Henlein zusammen. Die Aussprache zwischen Henderson und Henlein in Anwesenheit von Kundt erstreckte sich vor allem auf Informationen über die Auswirkungen und Durchführungsmöglichkeiten der von Konrad Henlein in Karlsbad verkündeten sudetendeutschen Forderungen. Der englische Abgeordnete erklärte, daß er die in der englischen Presse aufgetauchten Mißdeutungen für aufgeklärt betrachte und mit der Aussprache außerordentlich zufrieden sei. Wie Japans Kaiser Geburtstag feierte. Am 29. April, dem Geburtstag des Kaisers von Japan, fand in Tokio eine Parade statt. An Stelle der abgesagten Hoffeierlichkeiten wurden zahlreiche Gedenkfeiern für die kämpfende Truppe und die Gefallenen veranstaltet, wobei die Hoffnung des japanischen Volkes auf siegreiche Beendigung des China=Konfliktes und die Herstellung eines starken und dauerhaften Friedens zum Ausdruck kam. nzeigen-Teil! 1 Haus, 6 Zimmer, mit 8½ Morgen, bei Herscheid, 12000 Mark, 8000 Mark Anzahlung. 2815 Wilh. Friedrichs, Schalksmühle. Zu verkaufen: 6 elektr. Säulenbohrmaschinen. neu, 1 elektr. Tischbohrmaschine,neu, 3 neue Shapingmaschinen, 450Hub mit u. ohne Motor, 1 Friktionspresse mit Horn, 90 mm, 1 elektr. Lackiertrommel, Mäueler. Maschinen fabrik Ludwig Grefe, Lüdenscheid. Fernr. 3793 u. 3791 Einrichtung zur Fabrikation v. Broschen, Blusennadeln u. Bilderrahmen billig zu verkaufen. Schr. Angeb. unt. P 11007 an d. LGA. Gut erhalt. rotes Plüschsofa und Grammophon mit Schrank u. Platten billig zu verkaufen. Zu erfragen in b. Geschst. ds. LGA. 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Die Komintern unternehmen jetzt auf außenpolitischem Gebiet bei anscheinender Zurückhaltung der offiziellen Stellen riesenhafte Anstrengung, um die letzten Positionen Moskaus in Europa angesichts der englisch=französischitalienischen Verständigung, des Machtzuwachses Deutschlunds und des sich immer deutlicher abhebenden Fiaskos der sowjetischen Pläne in Spanien zu retten. Die Bemühungen der Komintern seien ausgezeichnet getarnt. Mit Hilfe der in Frankreich zur Verfügung stehenden Pressekanäle werde darauf hingewiesen, wie notwendig es sei, durch eine„Belebung“ des Hilfsleistungspaktes zwischen der Sowjetunion und Frankreich eine Verständigung zwischen Paris und Rom auszugleichen. Der Anschein, demzufolge sich Moskau aus den europäischen Angelegenheiten zurückzuziehen beabsichtige, sei jedenfalls falsch. Mit seinen„Frühlingsmanövern" wolle es angesichts der Niederlage auf sämtlichen Fronten Zeit gewinnen bis zu dem Augenblick, in dem seine Aufrüstung abgeschlossen sei. Polen will keine roten Maikrawalle. Im Wilnaer Gebiet und in den angrenzenden Woiwodschaften wurden am Mittwoch 80 weitere Verhaftungen von Kommunisten vorgenommen. Der Polizei fielen hierbei mehrere Rundschreiben in die Hände, aus denen hervorgeht, daß sich die Kommunisten in Polen fieberhaft für den 1. Mai vorbereiten. Araber gegen die Teilungskommission DNB. Jerusalem, 30. April. Die Araberstädte Nablus, Jaffa, Akko und Safed sowie der Araberteil Haifas schlossen am Freitag aus Anlaß des Eintreffens der britischen Teilungskommission vor zwei Tagen die Läden und traten in einen Proteststreik. Der Standpunkt der Araber der Teilungskommission gegenüber ist völlig ablehnend. Schon der Name dieser Kommission sowie die früheren Ersuhrungen haben die Araber kommissionsscheu gemacht. Begnadigungen durch den Führer Berlin, 29. April. Der Führer und Reichskanzler hat die am 8. November 1937 vom Schwurgericht bei dem Landgericht München II gegen die am 24. November 1912 geb. Anna Wittmann aus Einhausen bei Straubing wegen Mordes ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in lebenslange Zuchthausstrafe umgewandelt. Der Führer und Reichskanzler hat ferner die vom Schwurgericht in OldenLurg gegen den am 27. Mai 1883 geborenen Bernhard Wölbern aus Oldenburg wegen Mordes erkannte Todesstraße im Gnadenwege in eine 15jährige Zuchthausstrafe umgewandelt. Der Führer und Reichskanzler hat die von dem Schwurgericht in Suarbrücken gegen die am 18. Februar 1897 geborene Frieda Biehl wegen Mordes an ihrem Ehemann ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in eine Zuchthausstrafe von 15 Jayren umgewandelt. Die Tat ist nach jahrelanger, zum erheblichen Teil auf der Schuld des Mannes beruhenden Zerrüttung der Ehe verübt. 2 Heinkelflugzeuge nach Tokio geflogen Berlin, 29. April. Am 23. April starteten in Berlin zwei Heinkelflugzeuge HE 116 zum Fluge nach Japan. Beide Maschinen sind heute um 715 Uhr (Deutscher Zeit) in Tokio gelandet. Der Flug führte über die Etappen Rhodos, Basra, Karachi, Kalkutta, Bangkog, Formosa und Tokio. Die Flugzeuge sind für den Luftverkehr zwischen Japan und Mandschukuo bestimmt. Eine dritte Partei in USA Sammlung der Unzufriedenen durch die Brüder La Follette anismus als Heilmittel Ein umfassendes Programm. Newyork, 29. April. Aus Madison im Staate Wisconsin wird gemeldet, daß dort die Brüder La Follette eine neue amerikanische Partei, genannt„Nationale Fortschrittspartei" ins Leben gerufen haben. Die Parteigründung erfolgte in einer Versammlung von 4000 Bürgern des Staates Wisconsin und zahlreichen geladenen politischen Persönlichkeiten aus ganz USA. Die Brüder La Follette sind in politischen Kreisen Amerikas sehr bekannt, denn der eine von beiden ist Gouverneur des Staates Wisconsin und der andere ist Senator. Die Brüder waren bereits seit mehreren Monaten von der Politik Roosevelts gerückt, den sie früher tatkräftig unterstützt hatten. Sie hoffen jetzt, in ihrer neuen Partei alle unzufriedenen demokratischen und republikanischen Elemente zu vereinigen. Ihr Parteiprogrammeist in fünf Hauptpunkten zusammengefaßt: 1. Staatliche Kontrolle von Geld und Krediten. 2. Energische Beseitigung der Arbeitslosigkeit. 3. Stärkung der Zentralgewalt der Bundesregierung. 4. Soziale Sicherstellung der Farmer und Arbeiter durch die Festsetzung eines jährlichen Mindesteinkommen. 5. Abschaffung der„Wirtschaftspolitik des Mangels“, Steigerung der Erzeugung und Abschaffung aller bundesstaatlichen Unterstützungen. Das Programm, besonders der fünfte Punkte, ist sehr allgemein formuliert und läßt eine gedehnte Auslegung der einzelnen Punkte zu. In seiner Gründungsrede verurteilte einer der Brüder La Follette sowohl den altmodischen Kapitalismus und Kommunismus, als auch die autoritäre Regierungsform sowie die politische Philosophie Roosevelts, die darin bestehen soll, alle Menschen auf einen Tiefstand herabzuziehen. Er versprach dagegen eine neue Wirtschaftsordnung, die sich auf die bewährten Methoden des„Amerikanismus“ stützen werde. Das Parteiprogramm läßt die Außenpolitik völlig unberührt. Die Brüder La Follette sind jedoch als Anhänger einer Isolierungspolitik bekannt. Erst gestern griff Senator La Follette im Sengt die 1,26=Dollar=Milliarden=Flottenbill heftig an und warf Roosevelt vor, er suche die Aufmerksamkeit der Bevölkerung in den Vereinigten Staaten durch kriegerische Gesten von der eigenen Wirtschaftsnot abzulenken. Die Anhängerschaft der neuen Partei soll alsbald in den einzelnen Bundesstaaten organisiert werden. Die Brüder La Follette und ihre Anhänger versprechen sich von der Neugründung die Aenderung der gesamten politischen Struktur Amerikas. Bereits der Vater der Brüder La Follettes, der ehemalige Senator Robert La Follette, versuchte im Jahre 1924 als Präsidentschaftskandidat die Gründung einer dritten Partei in Amerika. Er hatte jedoch keinen Erfolg. Kominternspezialist verhaftet Zahlreiche Festnahmen von Kommunisten in Polen DNB. Warschau, 29. April. In einer in der näheren Umgebung Warschaus gelegenen Ortschaft wurde das Hauptquartier eines von Moskau nach Polen entsandten KominternSpezialisten für Straßenkrawalle und Streiks von der Polizei aufgehoben und sein Leiter verhaftet. Der Nome des Komintern=Spezialisten wird noch im Interesse des Verfahrens und weiterer Nachforschungen geheim gehalten. Die Haussuchung führte zu sensationellen Ergebnissen und förderte reiches Belastungsmaterial zu Tage. Aus ihm geht hervor, daß die Komintern im Zusammenhang mit den marxistischen Demonstrationen am 1. Mai blutige Zusammenstöße und Streiks in Polen planten. Für die entsprechende Agitation stand dem Sonderbeauftragten der Komintern ein Fonds von 100 000 Zloty zur Verfügung. Von diesem Geld sollten auch illegale Druckschriften angefertigt werden, in denen für die Schaffung eines„demokratischen Blocks zur Bekämpfung des Faschismus und des Antisemitismus" eingetreten werden sollte. Im Zusammenhang mit der kommunistischen Agitationszentrale wurden in Warschau allein 37 Personen festgenommen, von denen sehr viele bereits wegen kommunistischer Hetzurbeit vorbestraft sind. In dem jüdischen Stadtteil Warschaus wurden bisher noch drei große Lager mit kommunistischen Hetzschrißten ausfindig gemacht. Auch in den polnischen Provinzen wurden Verhaftungen vorgenommen. Unter den in Warschau Verhafteten befinden sich 5 kommunistische Verbindungsleute aus Sosnowitz, Lublin, Kattowitz, Tarnopol und Wolhynien, die nach Wurschau gekommen waren, um sich neues kommunistisches Agitationsmaterial und Anweisungen zu holen. Aus dem aufgefundenen Material ergibt sich, daß der inzwischen ins Gefängnis eingelieferte KominternSpezialist sich des hesonderen Vertrauens Stalins erfreut. Ein Beschluß der Danziger Jäger DNB. Danzig, 29. April. Auf der Jahresversammlung der Jäger des Landesverbandes Danzig wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, das Danziger Abzeichen abzulegen und fortan das Abzeichen der Deutschen Jägerschaft zu tragen. Der Gau=Jägermeister von Ostpreußen, Graf Finkenstein, der als Gast an der Jahrestagung teilnahm, legte daraufhin dem Danziger Landesjägermeister, Senatspräsidenten Greiser, sein eigenes Abzeichen an, damit dieser als erster Danziger Jäger das neue übernommene Abzeichen tragen konnte. Mit Bezug auf die Uebernahme Generalfeldmarschall Göring ein Telegramm gerichtet, in dem die Danziger Jägerschaft diesem einen Treugruß entbietet. Nach deutschem Vorbild Besuch aus Jugoslawien. Belgrad, 29. April. Der jugoslawische Min: ster für körperliche Ertüchtigung, Dr. Miletitsch dem die Fragen der Jugend und des Sports unterstehen, reiste heute zu einem 11 tägigen Besuch Deutschlands ab. Er erwiderte damit den Besuch des Reichsjugendführers Baldur von Schirach im Herbst vorigen Jahres in der jugoslawischen Hauptstadt. Dr. Miletitsch wird begleitet von dem Leiter der Jugendorganisation der Regierungspartei, Dr. Pirz, und dem Generalsekretär des jugoslawischen Sportverbandes, Matschanowitsch. Der Minister wird Gelegenheit zum eingehenden Studium des gesumten deutschen Sportes und der gesamten deutschen Jugendeinrichtungen haben. Nach deutschem Vorbild sollen übrigens in Jugoslawien nach seiner Rückkehr besiondere Sportund Turnschulen geschaffen werden. Am Freitag um 16,30 Uhr traf der jugoslawische Minister in Salzburg ein. Er wurde am Bahnhof in Vertretung des verreisten Gauleitzers von Landesrat Springenschmid, vom Gauorganisationsleiter Feßmann und vom Chef des Grenz= und Auslandsdienstes der Reichsjugendführung, Gebietsführer Theo Stadler, empfangen. Ferner war zu Ehren des jugoslawischen Gastes eine Ehrenabordnung der HI angetreten. In die Generalbauinspektion berufen Berlin, 29. April. Der GeneraWauinspektor für die Reichshauptstadt hat den Oberbürgermeister in Dresden, Parteigenossen Zörner zur Durchführung aller aus der Planung der Neugestaltung der Reichshauptstadt sich ergebenden Arbeiten und Aufgaben auf Weisung des Führers und Reichskanzlers in die Gleneralbauinspektion berufen und ihn zu seinem ständigen Stellvertreter bestellt. Parteigemosse Zörner stammt aus der freien Wirtschaft und gehört seit Dezember 1922 der NSDAP an. Er ist Träger des Goldenen Ehrenzeichens. Babelsberg ehrt Dr. Goebbels Berlin, 29. April. Reichsminister Dr. Goebbels empfing den Burgermeister und die Ratsherren von Babelsberg, die dem Minister den Ehrenburgerbrief ihrer jungen Stadt überreichten. Reichsminister Dr. Goebbels dankte den Vertretern der Bürgerschaft herzlich für ihre Ehrung. Anschließend unterhielt sich Dr. Goebbels mit Bürgermeister Dr. Benz über die Aufgaben, die Babelsberg als Stadt dess deutschen Films in Zukunft in noch stärkerem Maße als bisher zufallen werden. Andrang zur grogen München, 29. April. Wie aus dem Haus der Deutschen Kunst mitgeteilt wird, sind für die vom 10. Juli bis 16. Oktober geplante große Sthau zeitgenössischer deutscher Malerei, Graphik und Plastik bereits Tausende von Anmeldungen eingegangen. Di. Ausstellungsleitung weist nochmals darauf hin, daß weitere Anmeldungen nur noch in den nächsten Tagen entgegengenommen werden können. Für die Einsendung bzw. Einlieferung der angemeldeten Werke ist die Zeit vom 2. bis 21. Mai festgesetzt, Rückfragen sind ausschließlich an die Direktion des Huuses der deutschen Kunst, München, Prinzregentenstraße 1, zu richten. Die Frau im Dunkel (Nschdruck verboten Ein Eheroman von Hans Schulze (17. Fortsetzung.) Er fühlte, daß das erste gegenseitige Sichverstehen, die erste leise Neigung jenes Abends allmählich zu einer großen, tiefen Liebe geworden war, die, immer mächtiger wachsend, sein ganzes Wesen wie ein einziger voller Akkord durchdrang. In der gemeinsamen Arbeit mit der jungen Herrin hatte er den reinen Adel ihrer Gesinnung, die ganze Tiefe ihrer Geistes= und Herzensbildung und eine Frauenkeuschheit in ihr kennengelernt, die gerade durch ihr reifes Verständnis für alle Menschlichkeit in sich selbst gefestigt, erhaben über jedem Gedanken einer Versuchung stand. Daß ihr sein Kommen lieb und sein Gehen leid war, wußte er, und er wußte auch, daß er nicht lange mehr die Kraft besitzen würde, diesen ernsten Augen gegenüber die Maske kühl beherrschter Höflichkeit und gesellschaftlicher Förmlichkeit zu bewahren. Und immer wieder erhob sich in ihm die quälende Frage, ob es ihm nicht seine Ehre gehiete, diesem kaum erträglichen Verhältnis ein Ende zu machen, solange überhaupt noch für ihn ein Zurück in Ehren möglich war.—— Da klang auf einmal ein kurzes Pferdeschnauben durch die leise rieselnde Abendstille. Eine hellseidene Bluse leuchtete zur Linken durch das Stangenholz. Im nächsten Augenblick parierte die Baronin ihre Schimmelstute an seiner Seite. „Man muß im Walde streifen, Wenn man ihn fahnden will", begrüßte sie ihn mit frohem Lächeln. „Wohin des Wegs?" Walter lüftete den Hut. Offen gestanden, um Sie zu treffen, gnädige Frau. Der Schäfer hat mich angeknurrt, daß Sie nach dem Walde hinübergeritten seien.“ „Ja, der alte Thomas ist fast noch bissiger als sein Hund“, versetzte die Baronin, den Trensenzügel kürzer fassend.„Aber die ganze Gegend schwört auf ihn als Viehdoktor. Auch mein verstorbener Mann pflegte ihn immer erst zu konsultieren, ehe er den Groß=Altenberger Tierarzt kommen ließ." „Nun, diesmal habe ich die Wissenschaft gleich aus erster Hand bemüht!" gab Walter lachend zurück.„Dr. Richter war nachmittags in Neuhof und hat mich über die vermeintliche Erblindung des kleinen Vollbluts vollkommen beruhigt.“ „Das ist sehr erfreulich!" war die Antwort. Ich hatte mich um das arme Tier schon recht gesorgt. Ich will übrigens am See entlang nach Hause. Wenn Sie frei sein sollten, würde ich mich über Ihre Begleitung sehr freuen!“ Kopf an Kopf gingen die beiden Pferde in verhaltenem Trab einen einsamen Buchenweg hinunter. Weiße Schaumflocken lagen auf den Sprungriemen und den Mähnen der schlanken Hälse, und ein helles Wiehern stieg dann und wann herausfordernd auf, wenn der Fuchs dem schnelleren Hunter an den Gurten zu bleiben suchte. Zuweilen gurrte es schläfrig im Holz. Eine Kinnkette klirrte, das Sattelzeug knarrte leise. Und wie im Traum ging unablässig das kühle Blätterrauschen, das feine Märchenflüstern, indes die Sonne mit harten, roten Lichtern durch die ragenden Tannen zuckte. Schon längst war das Gespräch zwischen den beiden Reitern wieder verstummt, als scheue sich ein jeder, die köstliche Stille dieser Stunde durch ein lautes Wort zu entweihen. Erst als die Pferde zum See hinablenkten, der jetzt zwischen den hellen Laubbäumen vor ihnen auftauchte, unterbrach die Baronin das lastende Schweigen. „Wollen wir noch ein wenig am Wasser sitzen“, fragte sie,„und die Sonne untergehen lassen?" Walter stimmte freudig zu; mit einem raschen Sprung war er aus dem Sattel und hob seine Begleiterin herab. Dann gingen sie nebeneinander über den weichen Ufersand, und er führte die Pferde. Ringsum die große Feierstille des Tages, so tief und traumumhütet. Der Wind hatte sich gelegt. Aus den Wäldern stieg der Abend leise hernieder und blieb noch einmal wie sinnend am Ufer stehen.—— Walter hatte die Pferde ein wenig abseits geführt und die Zügel lose um einen Erlenstamm geknotet. Da standen sie, steckten die schmalen Köpfe zusammen, nickten und schüttelten sie wieder, als führten sie ein heimliches Gespräch, gleich den beiden Menschen, die auf einem umgestürzten Baumstamm unten am Wasser saßen. „So habe ich mir oft die Heimat terträumt", sagte Walter,„wenn ich in einsamer Tropennacht ganz allein durch die Pampas streifte. Wasser und d im Abendrot, Felder mit wogendem Korn, sonnendurchglühter Nadelduft und ein alter Gutshof, hoch ummauert, als ritten noch die Quitzows durch das Land.“ Er hatte sich eine Zigarette angesteckt und umfaßte mit sehnsüchtigen Blicken immer wieder das Gesicht der jungen Frau, das so still und ernst war, wie dieser Abend über Wald und See. Seit langem schon war die Sonne hinter blaßrosa Schleiern zerronnen. Nur im Westen stand noch ein letzter goldener Schein, daß die schlanken Birken am Waldrand wie in lichten Feuerflammen glühten. Immer tiefer spann sich die Welt in Einsamkeit und Dunkel. Und in dem schützenden Schleier dieses Dunkels öffneten sich allmählich die Herzen, daß sie zum erstenmal von allerlei Dingen sprachen, die sie bisher ängstlich in innerster Seele voreinander behütet hatten. Die Baronin erzählte aus ihrer Ehe, die ein halbes Jahrzehnt in ruhigem Gleichmaß dahingegangen war. „Mein Mann war mir ein guter Kamerad“, schloß sie,„dessen jäher Tod eine große Lücke in mein Leben gerissen hat. Wenn auch unsere Liebe kein solches Weltuntergangsgewitter war, wie es Dr. Eckard entfesselt, wenn er„Tristan und Isolde“ spielt!" Walter nickte gedankenvoll. „Ja, die Liebe!“ sagte er.„Ein jeder Mensch erlebt sie anders und wohl noch keiner hat ihre Tiefe ergründet. Auch in mein Schicksal hat sie einst mit rücksichtsloser Hand eingegriffen, daß ich noch die Narbe davon fühle und damals meinte, ich müßte ein Weltmeer zwischen mich und jene Liebe legen. Wie soll ich Ihnen meine junge Frau beschreiben in ihrer ersten siebzehnjährigen Jugend? Jeder Tag, den ich mit ihr verleben durfte, war mir wie ein Geschenk, und noch heute scheint mir die Zeit meines kurzen Glücks wie ein einziger schöner Traum! Und dann kam die Katastrophe, urplötzlich und mit einem einzigen furchtbaren Schlage mein Leben vernichtend!“ Mit einem tiefen Aufatmen hielt er inne und peitschte mit der Reitgerte nervös den feuchten Ufersand. Drüben in Neuhof glomm hier und da bereits ein Licht auf, ein Wasservogel schrie im Rohr und die ersten Fledermäuse glitten in lautlos schwankendem Fluge vorbei. „Ein alter Freund und Regimentskamerad“, sagte er endlich, sich mit einem energischem Ruck höher emporrichtend,„schickte mir eines Tages seinen jüngeren Bruder zu, der auf meinem Gute seine landwirtschaftlichen Kenntnisse vervollständigen sollte. Ich kannte den Jungen schon aus dem Felde, denn er hatte als kaum neunzehnführiger Bursche meiner Fliegerstaffel angehört und sich schon nach ganz kurzer Zeit den Pour le mérite errungen, als ihn ein Engländer eines Tages bei Chateau Thierry aus der Luft herunterholte. Wie durch ein Wunder kam er damals mit dem Leber davon und schlug sich nach Kriegsschluß noch be allen möglichen Freikorps im Baltikum, in Ober schlesien und im Ruhrgebiet herum. Er war woh' der geborene Abenteurer, der später in keinem bürgerlichen Beruf festen Fuß fassen konnte, bis ihn sein Bruder, ein großer mecklenburgischer Majoratsherr, als ultima ratio bei mir unterkrachte. Anfangs ging auch alles gut, durch seine fabelhafte Erscheinung und sein ritterliches Wesen eroberte er sich rasch die Sympathie der ganzen Gegend, vor allem der Frauen. Bald war er der Held einer ganzen Anzahl von Liebesaffären, über die ich zuerst hinwegzusehen suchte, bis er auch vor meiner Schwelle nicht halt machte. Ich war eines Tages in einer dringenden wirtschaftlichen Angelegenheit nach Berlin gefahren. Es war die erste Trennung in unserer jungen Ehe, und ich ahnte damals noch nicht, daß es eine Trennung für alle Zeiten werden würde. Ich hatte meine Abwesenheit ursprünglich auf eine halbe Woche berechnet, allein die Dinge wickelten sich so glatt und günstig ab, daß ich schon am Abend des ersten Tages meine Rückreise antreten konnte. Spät in der Nacht kam ich wieder auf meinem Gut an, so recht frohen Herzens, meine junge Frau zu überraschen. Da das Hoftor schon geschlossen war, liaß ich mein Auto vorläufig auf der Chaussee stehen und ging durch den Park zu meinem Hause hinüber. Als ich den dunklen Vorgarten durchschritt, hörte ich im Erdgeschoß auf einmal gedämpftes Sprechen. amenuna fotat Schriften und Nachweis billigster Bezugsquellen für das Mineralwasser durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. Cheonik des märkischen Sauerlandes Nachrichten aus Stadt und Amt Lüdenscheid und aus dem Kreise Altena Geschäftsstelle Nr. 2521 Hernrus: Schriftleitung Nr. 2531 Samstaa, 30. April 1938 en der Redaktion vormittags 11—12 Uhr roisnachrichte (Nachdruck aller Lokal= und Kreisnack ten verboten) *. 21 re n 9 er m le nuf hur en 26. n* n en ts nd n1d tte m ch ite pei die er ) 1 h' m. is = te. 1= 1 be1e or tn. n= te be 10 es Der Maibaum 0 Rudolf Schneider 1. Mai 1938! Ein Aufruf des Kreisleiters. zu keiner Zeit hatten wir in diesem Maße das Recht, uns des Lebens zu freuen, wie an diesem 1. Mai, zu dem ein 75=Millionen=Volk in der Gemeinschaft und festen Geschlossenheit eines Großdeutschen Reiches rüstete. 1. Mai 1938! Dieser Tag erhält auch in unserem Kreise seine große Bedeutung und gibt uns Veranlassung genug, dem Ehrentage aller schaffenden deutschen Menschen die Form und das lebendige Erlebnis zu geben, wie es einem Fest- und Feiertage sondergleichen gebührt. Es ist ein stolzes Gefühl, in diesen Tagen, da wieder von allen Häusern und in allen Straßen die Fahnen des neuen Reiches sieghaft und kraftbewußt wehen werden, zu wissen, daß der deutsche Arbeiter wieder seine Ehre erhielt, daß er von einem staatsverneinenden Menschen zu dem stärksten und verantwortungsbewußten Träger des neuen Staates wurde. „Freuteuch des Lebens!— Wir haben das Recht, uns nach großer und krafterfüllter Arbeit des Lebens zu freuen! Wir in den Städten und Dörfern des Kreises Altena=Lüdenscheid bilden an diesem 1. Mai die große und frohe Gemeinschaft, die keine Unterschiede der Klassen und Stände, sondern nür das Volk kennt. Borlinghaus, Kreisleiter. Eine Diamantene Hochzeit Die Eheleute Ferdinand Grafe und Frau, Henriette geb. Köcker, Schmidtscher Kamp 16, feiern am Montag dem 2. Mai. das sehr seltene Fest der Diamantenen Hochzeit. An diesem Tage wurden die Eheleute im Jahre 1878 in Lüdenscheid getraut. Herr Grafe ist am 12. Dezember 1851 in Brunscheid geboren, also 87 Jahre alt, seine Frau ist Lüdenscheiderin und zählt 83 Jahre. Trotz dieses hohen Alters erfreuen sich die Eheleute einer vortrefflichen Rüstigkeit, beide besitzen ein gutes Erzählertalent, und lebhaft plaudern sie, wenn die Rede auf die alten Lüdenscheider Zeiten kommt, die sie mitgemacht haben. m 11 ich n tt. (Aufnahme: Huth.) Beruflich war Vater Grafe als Beizer in mehreren Ludenscheider Betrieben tätig; Soldat war er nicht; 1870 wurde er wegen seiner Jugend nicht eingezogen. Das Ehepaar hatte 10 Kinder, von denen noch 9 am Jubeltage den Eltern ihre Glückwünsche aussprechen werden; den Kindern schließen sich 16 Enkel und 7 Urenkel an. Auch viele Freunde und Nachbarn werden dem Jubelpaar an seinem Ehrentage Glück wünschen— wir schließen uns mit besten Wünschen an. Lüdenscheid fertig zur Maifeier Heute abend Aufrichtung des Maibaumes— wroßes Festprogramm für den 1. Mai Nach einer Woche angestrengtester Vorbereitungen schickt sich unser Lüdenscheid an, den 1. Mai, den Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes, in besonderer Weise zu begehen. An die KdF=Stadt auf dem Schützenplatz wird die letzte Hand gelegt, damit heute abend bei der Aufrichtung des Maibaumes alles fertig ist. In den letzten Tagen waren auf dem Schützenplatz und in den Straßen allein 150 Männer unausgesetzt tätig. Soldaten, Männer des RAD, Technische Nothilfe, Tiefbauarbeiter, Zimmerleute und Gärtner arbeiten in echter Arbeitskameradschaft Hand in Hand. Alles wird in diesem Jahr getan, damit der 1. Mai als größtes Fest der deutschen Volksgemeinschaft würdevoll begangen werden kann. Um etwa bestehende Unklarheiten zu beseitigen, sei an dieser Stelle noch auf folgendes hingewiesen: Neben den Ehrenabordnungen der Formationen, die sich an der Abholung des Maibaumes am heutigen Nachmittag und an dessen Aufrichtung auf dem Schützenplatz am Abend beteiligen, sind selbstverständlich auch alle Volksgenossen zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen eingeladen. Im Festzug, der sich Sonntag vom Adolf=Hitler=Platz zum Schützenplatz bewegt, marschieren nur kleine Gruppen der Organisationen als Ehrenformationen. Alle übrigen Volksgenossen beteiligen sich in den Betriebsgemeinschaften am Zuge. Sie treten zu diesem Zweck vor ihren Betrieben an und marschieren, an der Spitze der Betriebsführer, zum Adolf=Hitler=Platz, wo sie in den Zug eingereiht werden. Frauen und Kinder begeben sich zur Feststätte, wo die Arbeitskameraden den Nachmittag und Abend nicht nur mit ihren Berufskollegen, sondern auch mit ihrer Familie feiern werden. Die Wettkampfleiter im Reichsberufswettkampf versammeln sich mit sämtlichen Prüflingen Sonntag 8,30 Uhr auf dem Adolf=HitlerPlatz zur Teilnahme an der Jugendkundgebung, der anschließend die örtliche Siegerehrunge aus dem RBW folgt. Die Handwerker machen den Festzug am Nachmittag in Berufskleidung mit. Sie treten um 14,15 Uhr an der Südschule an, marschieren geschlossen zum Adolf=Hitler=Platz av und reihen sich dort in den Festzug ein. Alle Mädel des Mädelringes LüdenDas Ehrentor in der Wilhelmstraße. (Aufnahme: Lehder.) Die letzten Vorbereitungen auf dem Lüdenscheider Maifeld. (Aufnahme: Conze.) scheid treten am heutigen Samstag um 19,45 Uhr an der Kerksighalle an, alle Jungmädel außer den IM=Anwärterinnen um 19,30 Uhr. Am Sonntagmorgen treten alle Mädel und Jungmädel pünktlich um 8 Uhr an der Kerksighalle an. Das Programm für Samstag: 17,45: Abrücken der Formationen vom Adolf=Hitler=Platz zur Höh zur Abholung des Maibaumes. Anschließend Marsch durch die Stadt. 19,00: Aufstellung des Maibaumes auf dem Schützenplatz. Währenddessen Tänze und Spiele. Die Veranstaltungen des Sonntags: 6—7: Wecken durch Musikzüge der Infanterie, Flak und der SA=Standarte 131. 8,30—9,15: Kundgebung der HI auf dem AdolfHitler=Platz. Ehrung der Sieger im Reichsberufswettkampf. 11,50—13: Gemeinschaftsempfang in den Betrieben. 14,45: Antreten auf dem Adolf=Hitler=Platz. 15,00: Abmarsch zum Schützenplatz. 15,30: Singen der Gesangvereine. Anschließend Ansprache des Kreisleiters. Das Volksfest auf dem Schützenplatz. Nach der Eröffnung der Maifeier auf dem Schützenplatz beginnt das Volksfest. Auf dem ersten Podium wickelt sich folgendes ab: 16 Uhr Sport der Wehrmacht, 16,30 Uhr Gymnastik des BDM, 16,45 Uhr Sport der Wehrmacht, 17,15 Uhr Pferdübungen der Turner, 17,40 Uhr Keulenübungen der Turnerinnen, 18,05 Uhr Barrenübungen der Turner, 18,30 Uhr Geh= und Laufschule, Körperschule und Ballspiele der Gefolgschaft Firma Hueck u. Büren. Auf dem zweiten Podium wird gezeigt: 16 Uhr Volkstänze der Volkstumsgruppe, Tanz und Singen von Volksliedern in bunter Reihenfolge. Für das dritte Podium ist folgendes vorgesehen: 16 Uhr Rollschuhlaufen, 17,30 Uhr Ringergruppe, 18 Uhr Fechtgruppe, 18,30 Uhr Rollschuhgruppe. Auf dem vierten Podium beginnen um 16 Uhr Boxvorführungen, die den ganzen Nachmittag durchgeführt werden. Für die Kinder sind Belustigungen aller Art vorgesehen. Werkscharmänner versehen den Ordnungsdienst. Den Ordnungs= und Wachdienst während der Großveranstaltung am 1. Mai versehen die Männer der Werkschar unter Leitung des Hauptwerkscharführers Rütting. 60 Kameraden aus allen Betrieben marschieren in einem Ehrensturm des Festzuges und beziehen dann das Wachzelt am Eingang des Schützenplatzes. Die Wache, die um 15 Uhr ihren Ordnungsdienst beginnt, wechselt alle zwei Stunden und besteht aus jeweils 20 Männern, denen ein Werkscharführer vorsteht. Tagsüber wird der Dienst auf dem Platz durchgeführt, ab Eintritt der Dunkelheit verteilt er sich auf beide Festhallen. Den Anordnungen der Männer, die mit einer weißen Armbinde versehen sind, ist unbedingt Folge zu leisten. Zudem ist das Wachzelt ständig mit einer Bereitschaft in gleicher Stärke belegt. Irgendwelche besonderen Vorkommnisse oder Zwischenfälle sind der Bereitschaft sofort zu melden. Im gleichen Zelt, das von der Freiw. Sanitätskolonne zur Verfügung gestellt wurde und 4X8 Meter groß ist, wird auch eine Station für erste Hilfe bei Unglücksfällen eingerichtet, Kameraden vom Gesundheitsdienst der Werkscharen und der Freiw. Sanitätskolonne versehen hier in gemeinsamer Pflichterfüllung ihren Dienst. * X Wieder ein Wettersturz. Um Wetterstürze waren wir in diesem Jahre nicht verlegen, jeder Monat hat sie uns bisher noch gebracht. Der April, der seine Launen in ungewöhnlichem Maße gezeigt hat, nahm in der letzten Nacht mit einem weiteren Wettersturz von uns Abschied. Blinde Künstler Vortragsveranstaltung in der Zeppelinschule. Die„Gemeinschaft erblindeter Künstler“, Gau Westfalen, hatte für den gestrigen Freitagabend zu einer Vortragsveranstaltung in die Auka der Zeppelinschule, Oberschule für Jungen, eingeladen. Die gekommen waren, werden ihren Besuch wahrlich nicht bereut haben, denn die beiden blinden Künstler, Heinrich Meyer(Rezitation) und Willi Müller(Klavier) verstanden es, auch den letzten Zuhörer in ihren Bann zu ziehen Im ersten Teil des Abends gab es melodramatische Werke und zwar zunächst die Balladen „Der Todesspieler“ von Börries von Münchhausen und„Die Mette von Marienburg" von Felix Dahn, wozu Viktor von Wiokowsky=Biedau eine fesselnde musikalische Untermalung geschrieben hat.- Heinrich Meyer rezitierte die umfangreichen Werke zwar im Sprechton, aber doch so, daß die Sprache als Steigerung gegenüber der Tonbewegung auftrat, wobei er sich als feinsinniger und formvollendeter Sprecher erwies. Dem mit edlem Pathos vorgetragenen„Der Organist von Schmalkalden“ von Manns, Musik von Ritzau, folgten Gedichte von Liliencron und Fontaine („Pidder Lüng" und„Herr von Ribbeck"). Der zweite Teil brachte Heiteres in Hoch= und Plattdeutsch. Nach den zwei heiteren Tiergeschichten von Kyber„Jakob Krakel=Kakel" und„Lups“, über die Tränen gelacht wurden, rezitierte Herr Meyer bekannte und unbekannte Verse von Fritz Reuter, Lulu von Strauß und Torney, Nepomuk Vogel, Wilhelm Busch und Edmund Haas, die in ihrer ausgezeichneten Darbietung ebenfalls mit großem Beifall aufgenommen wurden. Willi Müller, der schon bei den Melodramen großes pianistisches Können gezeigt hatte, erwies sich mit dem Andante in F=Dur von Beethoven und dem Impromptu in B=Dur von Schubert als ein Klavierkünstler, der es mit jedem sehenden Kollegen aufnehmen kann. Dem kunstvollen Satz von Beethoven spürte er mit gleicher Empfindsamkeit nach wie dem Schubert'schen Variantenwerk, die er mit frei und sicher gestaltenden Händen in durchaus gnerkennenswerter Weise zum Vortrag brachte. Den beiden Künstlern wurde wiederholt verdienter Beifall gespendet. bg. „Gasparone" (Centraltheater) Millöckers leichtbeschwingte Operette„Gasparone" hat in diesem Film eine— wie es zunächst anmutet— etwas kühne Veränderung erfahren. Der Bühnenhandlung, die den filmischen Gesetzen entsprechend in rasch vorbeieilende Bilder aufgelöst ist, sind vewußt Elemente der Gegenwartskunst angefügt worden, der Film folgt ihr nur in großen Zügen. Das ganze Geschehen ist so neuzeitlichem Empfinden angepaßt. Aber eines ist geblieben: die heitere Musik Millöckers. Die Melodien und Rhythmen aus„Gasparone" sind noch ergänzt durch die besten Stellen anderer Operetten(„Cousin Bobby",„Die sieben Schwaben",„Der Probekuß"), die mit modernsten instrumentalen Mitteln frei in die Filmhandlung hineinverarbeitet worden sind. Das Zustandekommen dieser Fassung der Operette ist vor allem de Verdienst Peter Kreuders, des bekannten Filmkomponisten, der die musikalische Bearbeitung in Händen hatte. Spielleiter Georg Jacoby versteht es dazu meisterhaft, den wirren Faden der Handlung zu entknoten, ohne der Uebersichtlichkeit zu schaden. So ist für die Darsteller ein Rahmen geschaffen, in dessen Grenzen sie sich frei ihrer Aufgabe hingeben können. Und das tun sie alle mit dem besten Erfolg. Besondere Anerkennung verdient Marika Rökk vor allem wegen ihrer tänzerischen Leistungen, die manchmal geradezu ans Artistische heranreichen: Johannes Heesters gibt seiner Rolle als Gasparone überzeugende Ausdruckskraft. Daß bei aller Spannung die heitere Stimmung erhalten bleibt, dafür sorgen mit Erfolg u. a. Leo Slezak, Rudolf Platte und Ursula Herking. Zu erwähnen ist noch die Operettensoubrette Edith Schollwer, die hier zum ersten Mal auf der Leinwand erscheint und damit keinen schlechten Start hat. Im Beiprogramm werden außer der neuesten Wochenschau mehrere sehenswerte Kurzfilme gezeigt. ko. „Meine Frau— die (Capitol) Wieviel ist schon über das verlorengegangene Kragenknöpfchen geschrieben worden! Und wieviel Zank und Streit hat das fehlende Kragenknöpfchen nicht schon in manchen Ehestand gebracht! Hier im Film leitet dieses Knöpfchen die Handlung gleich ein, und es hat eine recht tragische Folge: eine Scheidung. Sofort aber beginnt die Sache auch wieder humoristisch zu werden, und sie bleibt es dann bis zum Schluß, sie ist stellenweise so lustig, daß man laut auflachen muß. Es erübrigt sich eigentlich, zu sagen, daß sich die ziemlich verzwickt angelegte Sache schließlich wieder für alle zum Besten wendet. Ralph Arthur Roberts und Robert Dorsay beleben den Stoff durch ihre Komik; vielleicht Dorsay noch mehr als Roberts. Trude Marlen vertritt ungekünstelt die weibliche Hauptrolle, eine weitere komische Figur ist Vicky Werckmeister als Köchin. Groß ist die Spannung, mit der man dem Boxkampftag von Hamburg folgt. Bestimmt sieht man von den Kämpfen im Film mehr, als wenn man den Kampf selbst besucht, denn besonders wichtige oder charakteristische Runden werden als Zeitlupenaufnahmen gezeigt. So kann man sich nicht nur von dem glänzenden Stil überzeugen, mit dem Max Schmeling über Steeve Dudas siegte, sondern man erkennt auch tadellos die Tiefschläge, deretwegen Ben Foord im Kampf gegen Walter Neusel gemaßregelt wurde. lo. Aus dem Kreise Ein alter Brauch zum 1. Mai. Von Hugo Noelle=Lüdenscheid Für unsere Vorfahren war, soweit sie dem Bauerngeschlecht angehörten, der 1. Mai ein Tag von besonderer Bedeutung. Der wertvollste Besitz für den Bauern war sein Vieh, dem seine ganze Sorge galt. Wenn nun draußen die Natur überall quellendes Leben hervorbrechen ließ, so wollte der Bauer von diesem befruchtenden Lebensgeheimnis auch ein wenig in seinen Viehstall hineinzaubern. Uralt ist nachstehender Brauch und hat vielleicht in noch feierlicherer Form bereits bei den Germanen gläubiges Hoffen erwirkt. Am 1. Mai jedes Jahres fand das Quicken der Rinder statt. Ein Kuhhirt mußte die im Vorjahre geworfenen Rinder mit einer Rute vom Vogelkirschenbaum unter Hersagung einer gewissen Formel auf den Rücken schlagen, hierbei wurden den Tieren die Namen gegeben. Die gebrauchten Quicken wurden auf die Tore der Hecken oder Zäune gesteckt, der Kuhhirte erhielt eine Belohnung. Bei dem Quicken handelte es sich um eine Zauberform der Fruchtbarkeit. Wie fest die Sache eingewurzelt war, beweist die Tatsache, daß ein Verbot des Großen Kurfürsten vom 18. 7. 1669 gegen das Quicken völlig wirkungslos blieb. In den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts wurde diesem Brauch noch mancherorts gehuldigt. Wie sehr der Bauer mit dem lebenden Inventar seines Hofes verbunden war, mögen folgende Namen, welche die Rinder zeitlebens trugen, zeigen: Goldblaume, Goldfinke, Blautfinke, Nachtigalle, Rothenne, Hiärteblaume, Wittemuhle, Kiälwitte, Kleeblaume, Sprenkelnase, Silberrose, Rosenelle, Mairose, Ringeltuwe= Ringeltaube, Sinae oste= Singdrossel, Spielrose, Sommerlade, Perlenkrone, Appeltruwe= Apfeltraube, Goldkrone, Landkrone, Striebhenne, Sprohle= Star, Wientruwe= Weintraube, Ringeldrosel Brunrose, Brunette, Brunelle, Rosenblaume, Maylode, Rinelle, Rosine, Goudeostern, Schimmel, Nettegeile, Güllenprume(Goldene Pflaume). Von den Namen sind einige erhalten geblieben und werden heute noch gebraucht, aber die Bedeutung der Namensgebung ist verlorengegangen. Während sonst dem Regen eine Erwärmung in der Natur zu folgen pflegt, gab es nach dem gestrigen Regen empfindliche Kälte. Heute früh lag eine Schneedecke von vier Zentimetern auf Dächern, Bäumen und Erde, wie mitten im Winter. Nu maut et owwer bolle guet sien! X( Auszeichnung im Leistungskampf der deutschen Betriebe. Der Firma Dr. Ing. Boehme u. Co., Apparatebau, Lüdenscheid(Werk in Minden/W.), die am Leistungskampf der deutschen Betriebe teilnimmt, wurde anläßlich einer Tagung der Arbeitskammer, Gau Westfalen=Nord, das„Gaudivlom für hervorragende Leistungen" verliehen. Die Uebergabe der Urkunde erfolgte durch den Gauleiter Dr. Meyer. Die Firma hat damit die höchste Auszeichnung erhalten, die der Gau im Leistungskampf zu vergeben hat. Verbunden mit der Auszeichnung ist das Recht zur Führung des von der Deutschen Arbeitsfront gestifteten Ehrenschildes. 40jähriges Geschäftsjubiläum. Das Lebensmittelgeschäft Hugo Hohage besteht am 1. Mai 40 Jahre. Es hat sich an der Kluserstraße aus kleinen Anfängen zu einer sehr beachtlichen Größe entwickelt, dank der rührigen, fachkundigen Tätigkeit seines Inhabers. □ Amt Lüdenscheid. Am Sonntag, dem 1. Mai, Brügge Filmvorführung:„Der Bettelstudent“. (:) Auf die von der Gaufilmstelle Westfalen=Süd am Mittwoch, dem 4. Mai. im Saale des Gasthofes zur Post um 20 Uhr zur Aufführung gelangende UfaOperette„Der Bettelstudent“ wird hiermit aufmerksam gemacht. Es erübrigt sich, auf die bekannte und ausgezeichnete Operette noch näher einzugehen. Vorverkaufskarten sind zu haben: in Brügge im Zigarrengeschäft des Pg. Ernst Lohmann, in Winkhausen beim Ortsgruppenorganisationsleiter Pg. Lemken. Heesfeld Festprogramm zum 1. Mai. 2 Zur Ausgestaltung des nationalen Feiertages wurde folgendes Programm aufgestellt: Samstag treten sämtliche Volksgenossen um 19.30 Uhr auf dem Sportplatz Susannenhöhe an. Von dort wird durch die HI der Maibaum zum Heesfelder Schulplatz getragen. Bei Darbietungen der Jugendorganisationen wird der Maibaum hier aufgepflanzt, wozu Zellenleiter R. Linnepe passende Worte spricht. Am 1. Mai wird nach einem Umzug von 11.50 bis 1 Uhr auf dem Schulhof die Führerrede angehört. Abends findet dann um 6,30 Uhr im Saal am deutschen Eck eine Maifeier statt. Schalksmühle Kaninchenzüchter halten Rückschau. k. In der Jahreshauptversammlung des Schalksmühler Kaninchenzuchtvereins erstattete der Schriftfühführer Erich Klinge einen umfangreichen und überaus interessanten Jahresbericht. Der Mitgliederbestand betrug zu Beginn des Jahres 23 und zum Schluß 21. 10 Vorträge wurden gehalten. Mehrere Tiere wurden zur Schau vorgeführt. Zwei Häsinnen wurden vom Verein beschafft, während aus Staatszuschüssen ebenfalls 2 Tiere angeschafft wurden. Anträge für Stallneu= und Umbauten wurden eingereicht. Eine Kalkspritze ist angeschafft worden. An Delegiertentagungen nahm der Vereine stets regen Anteil. Um das Fachwissen zu bereichern, nahmen zwei Züchter un einem Schulungslehrgang in Altena teil. Mit 85 Tieren wurden auf Ausstellungen Preise erzielt. Selbst hielt der Verein eine Schau ab mit 52 Nummern Tiere und 10 Nummern Produkten. 140 Tiere sind vorhanden, 147 Felle wurden erzielt. 121 Tiere wurden hat im Versetal: Gendarmeriemeister Höfig, Lüdenscheid, Fernruf: Lüdenscheid 3020; im Rahmedetal: Gendarmeriehauptwachtmeister Wietasch, Mühlenrahmede, Fernruf: 2730 Altena; im Volmetal: Gendurmeriehauptwachtmeister Keßler, Schlade, Fernruf: Lüdenscheid 4217, Polizeibereitschaftsdienst. Der Dienst beginnt um 8 Uhr und dauert bis 24 Uhr. □ Fundamt(Amt Lüdenscheid). In Oberrahmede ist ein kleiner brauner Hund zugelaufen. Eigentumsansprüche können im Amtshause zu Lüdenscheid, Zimmer 15, geltend gemacht werden. 1. Markt. Der Schneefall warf die Marktdispositionen der Händler über den Haufen— sie kamen später an, und auch der Aufbau dauerte länger uls sonst. Für den 1. Mai war durch großes Blumenangebot gesorgt Maigrün von Birken war nur wenig vorhanden, es wurde aber gern gekauft. Auf dem Gemüsemarkt war Blumenkohl seltener als an den früheren Markttagen (50—45 J); junge Kohlrabi kommen mehr heran als sonst(25 A); Schlangengurken wurden billiger(70 bis 40 S): im übrigen war der Gemüsemarkt hauptgeschlachtet, mit durchschnittlich 5 Pfund Gewicht gerechnet, ergibt das Pfund zu 0,70 RM insgesamt 423,50 RM. die der Volkswirtschaft zugeführt wurden Ein Kameradschaftsabend mit dem KZV EssenKaternberg fand am 12. März statt. Von der Kreisfachgruppe wurden 20.— RM. an Prämien gezahlt. Der Vorsitzende Robert Eicker, der schon über 25 Jahre erfolgreich in der Kaninchenzucht steht, wurde infolge seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Neuer Berufsschullehrer. k. Für den nach M.=Gladbach versetzten Gewerbeoberlehrer Weiß wurde der hiesige Ing. Pg. Wilhelm Engel mit dem Unterricht an den Fachklassen der Berufsschule beauftragt. Meinerzhagen Jahresversammlung des Löschzuges Meinerzhagen. ö Der Löschzug Meinerzhagen der Freiw. Amtsfeuerwehr Meinerzhagen hielt im Lokale Borlinghaus seine Jahreshauptversammlung ab, die vom Löschzugführer Karl Körbi geleitet wurde. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte die Versammlung der im verflossenen Jahre verstorbenen Ehrenmitglieder Franz Borlinghaus und Wilh. Hengsbach. Der Löschzugführer erstattete dann den Jahresbericht, der von der Versammlung anerkannt wurde. Der Kassenwart Willi Kohl gab den Kassenbericht. Die Kasse war geprüft und in Ordnung befunden sodaß dem Kassierer Entlastung erteilt werden konnte. Es wurde beschlossen. außer der Kameradschaftsfeier auch einen Kameradschaftsabend zu veranstalten, zu dem die übrigen Löschzüge der Amtsfeuerwehr eingeladen werden solten. Verschiedene technische Angelegenheiten wurden ebenfalls noch beraten. Kleinhammer Noch einmal gut abgelaufen. —— Von Lüdenscheid kommend stieß ein Motorradfahrer an der Einfahrt zur Colsmanschen Fabrik mit einem Personenwagen zusammen. Dieser, aus Richtung Werdohl kommend, hatte die unübersichtliche Kurve nicht vorschriftsmäßig genommen. Trotzdem der Motorradfahrer durch den heftigen Zusammenstoß in weitem Bogen von seiner Maschine flog, kam er ohne ernstere Verletzungen davon. Auch der Wagenfahrer wurde nicht verletzt. Die Fahrzeuge wurden stark beschädigt. sächlich mit Spinat, Kopfsalat und Rhabarber beschickt. Breitlauch war sehr viel vorhanden, und in Zwiebeln wurde jede Menge abgegeben, da wieder größere Lieferungen erfolgt waren. Die Gemüsepflunzen=Händler, die sehr viel Ware auf den Markt gelegt hatten, düreften kein gutes Geschäft gemacht haben. Persönliche Nachrichten □ Glückwunschecke. Herr Wilhelm Halfmann, Niederstein=Anlage 2, wird am 2. Mai 80 Juhre alt. Der alte Herr ist noch gesund und wohlauf, ein alter kerniger Sauerländer. Er stammt aus Oberhunscheid bei Lüdenscheid. Am 17. September v. J. feierte Herr Halfmann mit seiner Frau die Goldene Hochzeit. ö Meinerzhagen. Die Eheleute Wilhelm Haase und Frau, Auguste geb Sönnecken, zu Mühlhofe können am morgigen Sonntag ihre Goldene Hochzeit feiern. Trotz ihres hohen Alters, der Jubelbräutigam ist 78 und die Jubelbraut 75 Jahre alt, erfreuen sich beide noch einer guten körperlichen und geistigen Rüstigkeit. —1— Werdohl. Am 1. Mai begeht Herr Albert Höhborn, Feldstraße, seinen 79. Geburtstag. Flugzeugunfall Terbobens Der Pilot tot, der Gauleiter verletzt. A.Essen, 30. April. Gestern abend gegen 20 Uhr ist der Gaulei ter und Oberpräsident der Rheinprovinz, Terboven, auf dem Flughafen Essen=Mülheim von einem schweren Flugzeugunfall betroffen worden. Sein Privatflugzeug, das von Hauptmann a. D. von Heydebreck gesteuert wurde, ist unmittel bar am Flughafen abgestürzt. Der Flugzeng führer glaubte, bei der Landung nicht mit dem Platz auszukommen, da die Maschine auf ein Ge bäude zuschwebte, und startete erneut. Infolge Aus setzen des linken Motors verlor das Flugzeug an Fahrt, schlug auf den Boden auf und wurde zer trümmert. Der Flugzeugführer verlor das Leben, während Gauleiter Terboven und der Bordfunker Schoeß verletzt ins Krankenhaus gebracht wurden. SS=Brigabeführer Schleßmann, der Polizeipräsident von Essen, der sich auch im Flugzeng befand, trug leichtere Verletzungen davon. Die Verletzten befinden sich nicht in Lebensgefahr. Jugendliche nur bei der Jugendkundgebung! Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, hat folgende Verfügung erlassen: Um Ueberanstrengungen zu verhindern, ordne ich an: Alle der Hitlerjugend(DI. IM, HJ. BDM) angehörenden Jugendlichen marschieren in ihren Standorten in allen Teilen des Reiches am 1. Mai ausschließlich zum Gemeinschaftsempfang der Rede des Führers an seine Jugend auf. Amtliche Wetterstelle Lüdenscheid Am 29. 4. 1938 Höchste Temperatur 9,7° C Niedrigste Temperatur.. 06° C Niederschlag. 10,9 mm Sonnenscheindauer.... 0,0 Std. Schneehöhe— cm Unbeständig Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim. Das unser Wetter bestimmende nordwestlich Großbritanniens liegende Hochdruckgebiet erstreckt sich in mehr nordsüdlicher Richtung. Bei vorübergehend auffrischenden Winden nördlicher Richtung wird wieder kältere Luft aus hohen Breiten eingeströmt, sodaß das Wetter unbeständig sein wird. Borhersage für Sonntag: Winde nördlicher Richtung. stärker bewölkt bis bedeckt, immer noch Schauer, im Bergland in Form von Schnee. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Unbeständig. Hauptschriftleitung Dr. Wilhelm Ehmer Stellvertreter d. Hauptschriftleiters: G. Friedrich Bagens ky (Verantwortl. für Lokales, Unterhaltung, Sport) Landwirtschaft, Technik: Werner Kolbe Georg Schaar, sämtlich in Lüdenscheid Berliner Schriftleitung: Dr. Kurt Motaer, Berlin SW 68 Verlag Lüdenscheider General=Anzeiger Dr. Wilhelm Ehmer, Lüdenscheid i. Westf. D.=Auflage 3. 1938: über 10000 Zeit ist Preisliste Nr. 9 gültig. Wirtschaft Anzeigen „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus— Da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus!“ Diese Lust zum Daheimbleiben wird an dièsem 1. Maitage wohl kaum jemand haben, sondern jeder wird sich zum Schützenplatz begeben, um in der großen Volksgemeinschaft den„Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes" zu feiern. Mit großer Erwartung sieht man in diesem Jahre der Maifeier entgegen, da sie zum ersten Mal in einem Rahmen begangen werden soll, der das Bisherige vollkommen hinter sich läßt. Es scheint auch, daß der Winter endgültig Abkehr gehalten hat, daß mit Aprilende auch das Aprilwetter verschwinden wird, das uns in diesem Jahre so viel zu schaffen gemacht hat. Man kam aus dem Schnupfen nicht heraus, der sonst bekanntlich 9 Tage dauert, denn schon unser heimisches Wort sagt: „Vam Schnuwen säit me: Drei Dage kümet he, Drei Dage steht he, Drei Dage geht he.“ Hoffentlich sind nun die Schnupfentage ganz und gar gegangen, hoffentlich strahlt uns am 1. Mai die goldene Sonne— damit es eine Maifeier werden kann, wie sie uns allen erwünscht ist, wie sie uns allen wohl tut! Die Maiblüte ist in anderen Gegenden schon vorüber und zum größten Teil erfroren. Wir dagegen haben noch allerlei von ihr zu erwarten, denn bei uns beginnt das Blühen später, und wir werden voraussichtlich eine schöne Maiblüte haben. Zur Maiblüte gehört die Maibowle. Auch für sie ist schon gesorgt, denn auf den Wochenmärktenzeigt sich bereits das würzige Maikraut, ohne das die richtige Bowle nicht gebraut werden kann. Gerade in den ersten Maitagen soll das Maiböwlchen besonders gut schmecken— darum wünsche ich jedem zum ersten Mai ein solches Böwlchen auf den Tisch— denken wir einmal daran, daß wir nicht nur in der Weinwoche, sondern auch zu jeder andern Jahreszeit unsere Winzer unterstützen sollen! Mit der Gartenarbeit soll auch die Arbeit in der Stadt am Balkon= und Fensterschmuck beginnen. Die Balkonkästen müssen aus ihrem Versteck hervorgeholt werden; sie weisen allerlei Mängel auf, für deren Behebung jetzt noch die richtige Zeit ist, damit sie rechtzeitig bepflanzt werden können. Auch der Balkon= und Fenster=Blumenschmuck ist ein Ausdruck des Wesens„Kraft durch Freude", des„Freut' Euch des Lebens!", mit dem wir morgen den schöneren Teil des Jahres beginnen. In der Zeit der„Reichsgartenschau", die ja vor einigen Tagen in Essen eröffnet worden ist. müssen wir auch unsern kommenden Sommerbesuchern zeigen, daß wir im Zeichen der Blumen tehen. * Augenblicklich werden wir an die Zeit des Krieges in einer besonderen Weise erinnert: die„Dicke Berta“ ist hei uns eingekehrt. Es ist zwar nur ein Modell dieses mit Recht von unseren damaligen Feinden gefürchteten Geschützes, aber, da selbst im Felde nur wenige Mitkämpfer es zu Gesicht bekommen haben, wird es auch denen etwas Neues bringen, die die gewaltige Kriegsmaschine noch nicht gesehen haben. Wir haben dabei zugleich Gelegenheit, den Unterschied kennen zu lernen, der sich in unserer artilleristischen Bewaffnung herausgebildet hat. Am Loh steht vor der Siegesgöttin eine Kanone, wie wir sie vor nahezu einem Jahrhundert noch benutzen mußten. Auf ihr steht die Inschrift: Nr. 406 Spandau 1861“. Sie mutet uns, wenn man die„Dicke Berta“ besichtigt hat, wie ein Kinderspielzeug an— und doch hat auch sie uns einmal geholfen, einen, ja mehrere Kriege zu gewinnen! Die Erfolge des Generals Franco in Spanien hatten zwei Männer, einen aus Lüdenscheid und einen aus Altena, veranlaßt, dem siegreichen General ein Glückwunschschreiben zu senden. Sie teilten dem General darin mit, daß sie, als ehemalige in der Kriegszeit 1914—19 in Spanien Internierte mit besonderem Interesse das Schicksal des spanischen Volkes verfolgten, und ihm alles Gute wünschten. Umgehend haben die beiden Briefschreiber— Via Italia— eine sehr freundliche Antwort des Generals erhalten, die er selbst unterzeichnet hat. Außerdem sandte er ihnen auch noch je ein Bild mit ebenfalls eigenhändiger Unterschrift. Bemerkenswert heißt es in dem Briefe außerdem:„Ich spreche„hnen meine Sympathie aus für die große deutsche Nation und ihren Führer!“ Daß die beiden Freunde sehr stolz auf den Besitz dieses Schreibens sind, das auch den Zensurstempel von Burgos trägt, ist verständlich. Zigarettenraucher haben im allgemeinen niemals Streichhölzer in der Tasche. Oft muß man ehalt es erleben, daß jemand auf der Straße angehalten wird, um seinem Volksgenossen„etwas Feuer" zu geben, weil er gerade raucht und der andere auch gern rauchen möchte. Zu den ewig„Feuerlosen“ gehört auch Freund X. Er raucht zwar nicht nur Zigaretten, sondern auch Zigarren, aber trotzdem — Feuerzeug hat er nie in der Tasche. Dieser Tage nun hatte er Silberne Hochzeit, und seine Freunde überlegten, was sie ihm denn wohl als nützliches und auch willkommenes Geschenk überreichen könnten. Dabei kam einer der Freunde auf den Einfall:„Wir schenken ihm eine janze Kiste Streichhölzer, damit er für einen grozen Teil seines Lebens mit diesen für ihn so wichtigen Dingern versorgt ist!“ Gesagt getan. Und so überraschten die Freunde das Jubelpaar mit einer großen Kiste, bei deren Auspacken sich denn auch eine wirkliche„Ueberraschung“ ergab! Eine Maibowle"(siehe oben) sorgte dann für die weitere Fröhlichkeit. Weniger angenehm überrascht waren in der jüngsten Zeit mehrere Hausfrauen, wie sie mir schreiben. Sie hatten sich alle erdenkliche Mühe gegeben, die Küchenabfälle für die Schweinemastanstalt zu sammeln, und sie stellten das Sammelergebnis in den bekannten„Spankörbchen“ vor die Türe, da sie gerade keinen anderen Behälter hatbfäl nehmen wollten. Nach Abholung der Küchenabfälle waren aber auch die Spankörbchen verschwunden. Nicht daß die Beauftragten der Schweinemastanstalt sie etwa mitgenommen hätten, nein, Nachbarn hatten gesehen, daß sie nach der Entleerung wieder zurückgestellt worden waren. Also hatten sich andere Liebhaber für die Körbchen gefunden. Diese Liebhaber sind sich wahrscheinlich nicht klar darüber gewesen, daß ihre Liebhaberei Diebstahl ist und daß sie der guten Sache an sich damit auch keinen Dienst getan haben. Also— wenn wieder einmal leere Spankörbchen vor der Türe stehen, dann lasse man sie ruhig für die Eigentümer dort stehen. Nicht jede Hausfrau kann darauf warten, bis die Behälter durch die Schweinemast=Beauftragten entleert worden sind, um sie dann sofort ins Haus zu holen, aber soviel Zutrauen in die Ehrlichkeit der Volksgenossen darf sie schon haben, daß sie sie eine Stunde lang unbeaufsichtigt stehen lassen kann Was sollen wir in diesem Monat essen? Der Reichsbauernführer hat vor einiger Zeit in Hamburg vom Meer als von der einzigen Kolonie, die wir besäßen, gesprochen. Was liegt näher, als daß wir die Schätze dieser Kolonie, soweit es nur geht, der Volksernährung dienstbar machen! Der Aberglaube, daß Fisch, der seiner leichten Verdaulichkeit halber nicht„lange vorhält", aus diesem Grunde wenig nahrhaft sei, kann heute mit Recht als überwunden angesehen werden. Die moderne Ernährungswissenschaft hat den Beweis führen können, daß das Fischeiweiß dem Eiweiß der Schlachttiere völlig gleichwertig ist. Die leichte Verdaulichkeit des Fischfleisches führt dazu, daß schon bald nach dem Genuß das Sättigungsgefühl schwindet. Dieser Nachteil kann aber leicht dadurch behoben werden, daß der Fisch zusammen mit Gemüse gereicht wird. Mancher deutschen Hausfrau wird diese Verbindung neu sein, in England, und besonders in den skandinavischen Ländern aber sind(bemüse=Fisch=Gerichte an der Tagesordnung. Wichtig ist, zu wissen, daß gerade Kabeljau, Schellfisch, Seelachs, die in diesen Wochen auf die Märkte kommen, sich ausgezeichnet zur Gemüsebeilage eignen. Als wohlschmeckendes Gericht sollte die Hausfrau einmal Kabeljau oder Seelachs mit Sauerkraut bereiten, und sie wird bestimmt Beifall finden. Wie gut ferner Pichelsteiner mit Fisch mundet, hat manche Hausfrau schon in den Kochkursen erfahren. Interessant ist, daß der Japaner jährlich durchschnittlich 50 Kg. Fisch ißt, während der Deutsche es nur auf 12 Kg. bringt, und die Javaner zählen bekanntlich zu den zähesten und kräftigsten Nationen der Stiärt. Nr. 100 Viertes Blatt Lüdenscheider General=Anzeiger den 30. April 1938 Ausländische Anerkennung für KdF Stimmen der Wahrheit Der Lebensstondard des deutschen schaffenden Menschen im Urteil des Auslondes Eine große Anzahl ausländischer Presseorgane ist an den enormen Leistungen, die die Deutsche Arbeitsfront seit ihrem Bestehen zu verzeichnen hat, nicht teilnahmslos vorübergegangen, sondern hat bei der Beurteilung dieser Leistungen gleichzeitig die Verhältnisse im eigenen Lande zum Vergleich herangezogen. Aus der Fülle solcher zustimmender Presseurteile führen wir einige an: Maibrauch in Oesterreich Wiener„Lauferfest" und andere Frühlingsfeiern. Seit altersher wird auch in der Östmark der 1. Mai kultisch gefeiert: als Frühlingsfest und schon nicht mehr allzu schwerer Kampf mit den Dämonen der Finsternis, die der Mensch mit Hilfe der durch die Sonnenkraft erwachten Natur vertreibt. Die Hexen beginnen nun, als„Wetterhexen" sich auf die Bergspitzen zurückzuziehen, und wenn sie in der Walpurgisnacht, die dem 1. Mai vorangeht, sich mit Gepolter und Getöse noch einmal— wie man weiß, besonders gern— auf dem Blocksberg versammeln, so bedeutet das eigentlich eine Art Rückzugsgefecht. Trotzdem fühlt das Landvolk die Luft noch angefüllt mit Gefahren. In Oesterreich stecken die Mägde Mistgabeln und Schaufeln mit den Spitzen nach oben in die Erde, damit sich die durch den Rauchfang herabfahrenden Hexen darin verhängen und jämmerlich zerschinden. Die ledigen Burschen in den an Oberösterreich grenzenden Gegenden Niederösterreichs lassen vierzehn Tage vor und nach Georgi(24. April), welcher Tag als der heidnische Ostertag gilt, gern ihre Peitschen knallen, um die Hexen vom Feldrain fernzuhalten. Damit ist der noch heute übliche Brauch dieser Zeit, das„Rainpritzen", verwandt. Man begeht am 1. Mai die Feldraine, betet dabei einen Rosenkranz und besprengt sie mit Weihwasser. Im unteren Yppstal spricht man dabei: „Alles Böse weich von dannen In Jesu und Mariä Namen!" Der nämliche Flurgang heißt im Marchfeld „lebern gehen"; nach dem mitteldeutschen Ausdruck„le“ oder„lewer", was Hügel bedeutet. Man wirft kleine Erdhügel um die Marksteine auf, um sie sichtbarer und damit gefeit für die Dämonen zu machen. Besondere Bedeutung kommt dem Tau der Walpurgisnacht zu. Wenn man die Tropfen, die an den Weizen= und Roggenhalmen hängen, sorgfältig sammelt, so besitzt man ein nicht zu unterschätzendes Schönheitsmittel: übers Gesicht gewischt, vergehen die häßlichen Sommersprossen. Und umgibt man den Unterleib eines krummbeinigen Kindes mit solch einem vom Tau getränkten Tuch, so darf man erwarten, daß seine Beinchen" wieder gerade werden, Schließlich birgt diese Macht auch prophezeiende Kräfte in sich: Legen die Mägde„Walpurgiskräuter“ mit Sand gemischt auf eine Pflugschar, die sie über das Herdfeuer stellen, so können sie erfahren, wie das Bild ihres Zukünftigen aussehen wird— Neben diesen aus grauer Vorzeit heraufreichenden Bräuchen spielt der 1. Mai als Freudenund Belustigungstag seit je die größte Rolle. Da ist vor allem der„Maibaum“, der ein Liebesund Fruchtbarkeitssymbol ist. Er war ursprünglich nur für das Mädchen bestimmt, vor deren Haus er vom Liebhaber in der Nacht heimlich gesetzt wurde. Die Sitte ist im Oberinntal noch in anderer Form'exhalten: er wird dem zuletzt vermählten Paar so lange vor die Fenster gestellt, bis das erste Kind— geboren ist. Dann hat er seine magische Wirkung erfüllt und wird von den Burschen heimlich und nächtlicherweise wieder abgeschnitten. Heute gebraucht man den„Maien“, wie der Maibaum in Tirol heißt, mehr für öffentliche Anlässe, für Unterhaltungen oder zu Ehren einer angesehenen Person, vor deren Haus man ihn aufstellt.(Er kann übrigens auch als„Spottbaum“ den Mädchen, die keinen guten Ruf haben, vor die Türe gepflanzt werden.) Gewöhnlich ist er ein etwa 30 Meter hoher Fichtenbaum, der noch in der Nacht geschlagen und entrindet werden muß. Nur der oberste Wipfel bleibt als„Maibuschen" erhalten, der, mit bunten Bändern durchwirkt, mit Fähnlein, Buchsbaum und allerlei Preisen behängt, den kühnen Kletterer ein verlockendes Ziel bietet. Wien war der 1. Mai schon im Mittelalter ein Anlaß zur Festfreude: das berühmte Veilchenfest, das in der Umgebung des Kahlenberges gefeiert wurde, fiel auf diesen Tag. Später ging der Schauplatz der Handlung auf den Prater über. Da waren im 11. Jahrhundert die„Lauferfeste" üblich, die schon um 6 Uhr früh begannen. Die Läufer, die in ihrer schmucken Tracht den herrschaftlichen Karossen vorzulaufen pflegten, fanden sich an diesem Tag auf dem„Praterstern“, dem großen Platz vor dem Prater, ein, um ein Wettrennen bis zum„Lusthaus“ und wieder zurück zu veranstalten, was alles höchstens eine Stunde dauern durfte. Dies war eine ganz besondere sportliche Leistung, die selbst so trainierte Leute, wie es die barocken Läufer waren, manchmal nicht durchführen konnten: manche fieken hin, ohne sich jemals wieder vom Boden zu erheben. Die„Lauferfeste“, die die einzige Gelegenheit des Jahres boten, den damals noch verschlossenen Prater zu betreten, pflanzten sich noch bis in die späteste Zeit fort, als es schon keine Karossen mehr gab und dieser Beruf längst ausgestorben war: die drei Böllerschüsse, die ihren Start auf dem Praterstern, die Ankunft beim Lusthaus und die endliche Rückkehr bezeichneten, blieben mit dem 1. Mai unaufhörlich verbunden. Hier herrscht Arbeitsfriede Im Anschluß an eine kürzliche Rede von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley bemerkte die holländische Zeitung„Het Nationale Dagblad“: „Heute kann man in Deutschland die Zweieinigkeit von Kapital und Arbeit wieder ohne Leidenschaft behandeln. Zwischen ihnen besteht heute kein Gegensatz mehr, vielmehr ergänzen sie einander. Kapital ist ja aufgespeicherte Energie, nicht verzehrte Arbeit. Daß in Deutschland die Zusammenarbeit zwischen Kapital und Arbeit so eng geworden ist, ist auf die Zufriedenyeit des deutschen Arbeiters und auf die Bemühungen der Deutschen Arbeitsfront zurückzuführen. In den vier Jahren ihres Bestehens ist es der Deutschen Arbeitsfront gelungen, daß in Deutschland unbedingter Arbeitsfriede herrscht." Der französische Schriftsteller Georges Brousse schildert in einer bedeutenden französischen Provinzzeitung„sndependant“, Erscheinungsort Perpignan, seine Eindrücke von einer Deutschlandreise.„Das Grundmotiv seiner Artikelreihe, die er dann veröffentlicht hat, drückt sich in folgenden Worten aus: „Nach meiner Rückkehr nach Frankreich sprach ich mit verschiedenen Abgeordneten des Parlaments über die Reise, die ich soeben gemacht hatte, und als ich ihnen sagte, daß ich beim deutschen Volke. Frankreich gegenüber eine außerordentlich günstige Einstellung hatte feststellen können, wollten diese Männer, die über die Außenpolitik unseres Landes zu entscheiden haben, nicht ihren Ohren trauen. Und dennoch ist dies die reine Wahrheit. Wenn man aus Deutschland zurückkommt, so lächelt man über die Diskussionen, die sich vor unserem Parlament wegen der Verabschiedung eines Arbeitsgesetzes abgespielt haben. Man schildert uns den Nationalsozialismus als ein arbeiterfeindliches, volksfeindliches Regime. Erkennen wir aber die Verdienste Deutschlands an und bemühen wir uns doch, ohne vorhergefaßte Meinung besser zu beobachten, was bei unseren Nachbarn vor sich geht!“ Interessant sind die Bemerkungen, die Bertrand de Jouvenel über den Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen in der„Liberté" veröffentlicht: „Als ich dieser Kundgebung beiwohnte, konnte ich mich eines Gefühles der Erniedrigung nicht erwehren, wenn ich daran dachte, wie man bei uns in Frankreich die Medaille der Arbeit verteilt. Irgendein unterer Beamter, der nichts von der Schönheit und der Würde der Handarbeit versteht, verteilt die Medaille, wie man Bänder an die Ohren von Kühen hängt, und verzapft dabei einige Eseleien über den Fortschritt. Im Berliner Sportpalast dagegen wurden herrliche Kantaten zum Ruhme der Arbeit von Arbeitern selber gesungen.“ „Kein Staat hat so viel Die norwegische Zeitung„Moß Avis“ hat vor einiger Zeit eine große Reihe von Aufsätzen veroffentlicht, die die persönlichen Eindrücke ihres Mitarbeiters wiedergaben. Ueber die sozialen Verhältnisse in Deutschland äußert sich der Verfasser zusammenfassend: „Ich glaube, daß man mit Bestimmtheit sagen kann, daß kein Staat soviel für die rein körperlich arbeitende Klasse getan hat, sowohl leiblich als auch seelisch, wie das Dritte Reich. Man merkt es immer deutlicher, wenn man die Tausende, die man auf den Straßen sieht oder mit denen men in Berührung kommt, spricht, ganz gleich in welchem Stadtteil.“ Wie sehr die Bemühungen der Deutschen Arbeitsfront auf dem Gebiete„Schönheit der Arbeit“ Beachtung finden, geht nicht nur aus vielen Hunderten positiver ausländischer Pressestimmen hervor, sondern es ist vor allem bemerkenswert, daß sich sogar der„Schweizer Metallarbeiter“. das Gewerkschaftsorgan des schweizerischen Metallarbeiterverbandes, letzthin bemüßigt fühlte, diese deutsche soziale Aktion zu loben. Mit der Ueberschrift„Das Aussehen der Arbeitsstätte— Schönheit der Arbeit“ behandelte dieses Sozialistenorgan das Problem der Arbeitsstätte in ausführlicher Weise. Der Schluß des Artikels klingt in den Worten aus: „Nehmen wir uns als Gewerkschaftler vor, dahin zu wirken, daß der Arbeiter die 2500 Arbeitsstunden im Jahr, die er im Betriebe verbringt, unter den besten Umständen und unter Aufbietung aller Errungenschaften verbringen kann. Wir nützen der arbeitenden Menschheit und fördern deren Gesundheit. Schließlich tragen solche Maßnahmen auch zur Arbeitsfreude bei, denn eine Arbeit in dunklen schmutzigen Löchern kann nicht von Freude begleitet sein.“ Die Welt für 6 Pence wöchentlich Die englische Zeitung„The Midland Daily Telegraph“ hat sich kürzlich eingehend mit dem Sparsystem für Kraft=durch=Freude=Reisen befaßt und veröffentlicht den entsprechenden Aufsatz mit der drastischen Ueberschrift„Deutsche Arbeiter sehen die Welt für 6 Pence wöchentlich“. In dem Artikel heißt es u. a.: „Kraft durch Freude“ ist der Name, den man einer einzigartigen Organisation in Deutschland gegeben hat, um die Arbeiter und ihre Familien nach den besten Städten und sogar ins Ausland zu schicken, für einen Betrag, der sich im Durchschnitt auf 25 bis 50 Schilling pro Woche beläuft, die die besten Theaterplätze für 10 Pence bietet und ihre eigene Flotte von Jachten und Dampfern besitzt. Während in früherer Zeit eine weite Urlaubsreise das Vorrecht der Bessergestellten war, können jetzt Mitglieder der arbeitenden Klassen ihre eigene Reise nach Madeira, rund um die englische Küste, nach Norwegen oder nach irgendeinem deutschen Ort wählen, und sie zahlen dafür, wenn sie dies wollen, so viel, daß sie jede Woche eine 6=Pence=Marke kaufen.“ In der kanadischen Zeitung„World News and Views“ bringt der Korrespondent der Londoner„Sunday Pictorial“ einen Aufsatz über die wirtschafts= und sozialpolitischen Verhältnisse in Deutschland. Besonders aufschlußreich ist seine Erklärung, daß die kanadischen Linksparteien von vornherein an ein politisches Glaubensbekenntnis gebunden seien und infolgedessen die sozialen Bestrebungen des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland hochmütig verächtlich machen. „Die Kraft=durch=Freude=Organisation“, so exklärt der Journalist,„sollte von unseren Paschas von der Arbeiterpartei an Ort und Stelle monatelang eingehend studiert werden. Durch Kraft durch Freude werden der arbeitenden Bevölkerung Möglichkeiten geboten, die geradezu einzigartig sind." Deutscher Sinn für großzügige Lebensweise Sogar der in seinem Urteil sehr vorsichtige„Le Temps", Paris, hat das Fazit gezogen: „Die Schöpfer von Kraft durch Freude können sich sagen, daß ihr Werk gelungen ist. Es entspricht dem Sinn des Deutschen für Organisation, ebenso wie dem Geschmack dieses Volkes an dem Leben in der Gemeinschaft, an schauspielerischen Darbietungen, am Sport, an einer großzügigen Lebensweise und an Reisen.“ Sehr häufig werden die KdF=Urlauber auf ihren Seefahrten von der ausländischen Presse als „verkappte Millionäre" bezeichnet, mit anderen Worten, man vermutet kaum, daß es sich tatsächlich um Arbeiter handelt, die sich solche Reisen leisten können. Die Pariser Zeitung„L'Intransigeant“ hat sich jedoch anläßlich einer Norwegenfahrt von Kraft durch Freude der Mühe unterzogen, die amtliche Bordliste einzusehen. Der Berichterstatter mußte feststellen, daß von den 939 Passagieren 217 Arbeiter, 249 Angestellte und Handwerker, 28 AnSchwere Last Holzschnitt von Wilhelm Geißk gehörige freier Berufe, 202 Frauen mit Beruf, 187 Frauen in Begleitung ihrer Männer, 56 Männer und Frauen angeblich ohne Beruf, waren. Dieser Franzose hat weiterhin seine große Bewunderung darüber ausgedrückt, daß er auf Deck eine so große Anzahl Arbeiter gesehen hat, die mit Leicas, Rolliflex und anderen photographischen Apparaten bewaffnet waren. Die Leistungen der NS=Gemeinschaft Kraft durch Freude auf dem Gebiete des Sports werden von einer riesigen Anzahl ausländischer Stimmen als etwas durchaus Einzigartiges bezeichnet. Ueber die KdF=Skikurse hat kürzlich das größte italienische Sportblatt„La Gazetta dello Sport“ in einer Großreportage die Gesamteindrücke wie folgt zusammengefaßt: „Was den größten Eindruck auf uns machte, außer der Organisation selbst, die in allen Einzelheiten ausgezeichnet ist, so ist dies die Atmosphäre echter Kameradschaft, die unter den Teilnehmern an den Kursen herrscht.“ Volksgemeinschaft in höchster Vollendung Der„Nieuwe Winschoter Courant“ brachte seinen Lesern die Eindrücke seines Berichterstatters von einer von ihm unternommenen KdFSegelfahrt auf der Ostsee. „Das Segeln auf See ist von großem erzieherischen Wert, und wenn irgendwo, dann muß hier die Kameradschaft eine große Rolle spielen.. Hier aber findet er— bei KdF— eine Volksgemeinschaft in höchster Vollendung. Kraft durch Freude hat mit diesem Segeln einen großen Erfolg erzielt, und es zeigt sich jetzt, wie diese Organisation mit jedem Tag mehr Anhänger gewinnt." H. R. Segen der Betriebsgemeinschaft Ein Betriebsobmann hat das Wort. Im Wesen der nationalsozialistischen Menschenführung liegt es, daß man für soziale Leistungen kein starres Schema aufstellen kann, sondern daß man aus seiner Gesinnung und Ueberzeugung heraus sein Herz für die Menschen sprechen lassen muß, die man zu betreuen hat. Es ergibt sich daraus, daß der Mensch im Mittelpunkt aller Betrachtungen und Ueberlegungen steht und stehen muß. Hält man sich dieses vor Augen, dann wird man in seinem Handeln und Arbeiten den richtigen Weg gehen, der zum Wohle des schaffenden Menschen gegangen werden muß. Denkt man daran, daß in früheren Jahren vor der Machtergreifung immer nur die tote Materie als ausschlaggebend angesehen wurde, dann hatte der Nationalsozialismus in den Betrieben ein ungeheures Feld zu bearbeiten, um die Werke in ihren Gesinnungen grundsätzlich zu ändern. Unternehmer und Arbeiter haben in der Zeit von 1933 nur starren Dogmen gehuldigt, auf der einen Seite Gewinnsucht und auf der anderen Seite Streitigkeiten eines Prinzips wegen. Es ist selbstverständlich, daß hier zuerst der Hebel angesetzt werden mußte. Wenn der Gedanke immer mehr verankert wurde, daß ausschließlich bei einem gemeinsamen Arbeiten alle Kräfte sich enrfalten können, dann hat der Weg, den wir geschritten sind, uns recht gegeben. So war die erste Arbeit nach 1933 die, den Menschen innerhalb des Werkes an seinem Arbeitsplatz zufrieden zu machen und die gegnerische Einstellung zu beseitigen. Durch eine klare und anständige Menschenführung vor allem seitens des Betriebsführers ergab sich sehr schnell eine willige und aufnahmebereite Gefolgschaft. Durch gemeinsames Arbeiten konnten wir zu Erfolgen kommen, auf die wir heute stolz sind. Erkennt der Mann erst einmal, daß in einer gemeinsamen Arbeit auch für ihn ein Nutzen liegt, dann wird er noch einmal so gern und so gut arbeiten. So kam es, daß die sozialen Leistungen, die absolut freiwillig und zusätzlich seitens des Betriebsführers gegeben wurden, einen Widerhall fanden in einer verstärkten Arbeitsfreudigkeit und Qualitätssteigerung. Es hat sich hier bewahrheitet, daß jede gute Tat ihren Lohn in sich trägt. Wir müssen uns vor Augen halten, daß alles das, was bei uns geschaffen wurde, aus unserer Arbeit selbst herauskam, daß wir also nicht irgendwelche Gelder aufnahmen, um soziale Anlagen zu schaffen und soziale Leistungen zu steigern, sondern alles das konnte der Betriebsführer nur schaffen, weil hinter ihm eine einsatzbereite Gefolgschaft stand und steht. Daß die freiwilligen Leistungen in Uebereinklang mit einer Wirtschaftlichkeit stehen beweist der Geschäftsbericht über das letzte-Geschäftsjahr, dem man entnehmen konnte, daß trotz der gesteigerten sozialen Leistungen ein namhafter Gewinn erzielt wurde, der zum Teil wiederum der Gefolgschaft zugute kam. Wenn jeder Arbeitskamerad stolz auf seinen Arbeitsplatz ist und weiß, was er sich, seinem Werke und selbstverständlich seinem Lande schuldig ist, dann ergibt sich eine festgefügte Gemeinschaft, die auf Gedeih und Verderb zusammenarbeitet. Das ist letzten Endes das Geheimnis, soweit man von einem solchen reden kann. Die Auszeichnung: Nationalsozialistischer Musterbetrieb bedeutet für uns die Bestätigung dafür, daß der Weg, den wir gegangen sind, richtig ist. H. C. und„Rerik“ Schwerin, 29. April. Der Reichsstatthalter für Recklenburg hat die beiden aneinander grenzenden Ost seebäder Brunshaupten und Arendsee zu einer Stadt zusammengefaßt, die den Namen Kühlungsborn erhielt. Dieser Name wurde nach dem Hochwald, der „Kühlung", gewählt, der in der Nähe liegt. Auch das wenige Kilometer weiter westlich gelegene Östseebad Alt=Gaarz wurde unter Eingemeindung von Neu=Gaarz, Wustrow, Gaarzer Hof und Blengow unter dem Namen Rerik zur Stadt erhoben. Tödlicher Absturz eines Deutschen in Süd=Tirol. Im Gebiet des Cevedale verunglückte der deutsche Reichsangehörige Heinrich Tschorner bei einer Skitour, die er gemeinsam mit fünf anderen Skifahrern unternommen hatte. Er stürzte in einem 50 Meter tiefen Abgrund und war sofort tot. Von der Casati=Schutzhütte wurde sofort eine Rettungsexpedition ausgerüstet, der es gelang, den Verunglückten zu bergen. Die ersten Luftschutz=Ehrenzeichen Provinz Westfalen Verleihung an Göring, Frick, Milch, von Roques und Dierig=Langenbielau Der Werkluftschutz Tagung der Reichsgruppe Industrie. Berlin, 29. April. Die Reichsgruppe Industrie, der die Leitung der Durchführung des Werkluftschutzes nach den Weisungen des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe gesetzlich übertragen ist, hatte am Freitag zur ersten Tagung für Betriebsführer, Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder ins Preußenhaus geladen. Der Einladung haben in Erkenntnis ihrer Bedeutung nahezu 400 leitende Industrielle Folge geleistet. Die Bedeutung der Zusammenkunft wurde durch die Anwesenheit des Staatssekretärs der Luftfahrt, General der Flieger Milch, zahlreicher hoher Offiziere der drei Wehrmachtteile und Beamter der obersten Reichsbehörden sowie maßgeblicher Vertreter des Reichsluftschutzbundes, des Deutschen Roten Kreuzes, der Technischen Nothilfe und anderer mehr unterstrichen. Nach Begrüßung der Anwesenden durch den Leiter Reichsgruppe Industrie, Dierig=Langenbielau, schilderte General der Flieger Milch einleitend die Zusammenhänge zwischen Luftverteidigung und Werkluftschutz, dessen einwandfreie Vorbereitung ständige persönliche Einflußnahme der verantwortlichen Persönlichkeiten der Werkluftschutzbetriebe bedinge. Wie Staatssekretär Milch weiterhin mitteilte, sind als Beweis der Würdigung für die bisher auf dem Gebiete des Luftschutzes und des Werkluftschutzes erzielten Leistungen durch den Führer und Reichskanzler dre ersten Luftschutz=Ehrenzeichen verliehen worden. Generalfeldmarschall Göring, der Reichs= und Preußische Minister des Innern Frick und Staatssekretär der Flieger Milch wurden mit der ersten Stufe des Ehrenzeichens ausgezeichnet. Im Anschluß an seine Ansprache überreichte General Milch dem Präsidenten des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant von Roques, und dem Leiter der Reichsgruppe Industrie, Dierig=Langenbielau, die auch ihnen vom Führer und Reichskanzler verliehenen Luftschutz=Ehrenzeichen Erster Stufe. Anschließend wurden den Tagungsteilnehmern umfassende Einblicke in wesentliche Gebiete des Luftschutzes und der Luftverteidigung durch Wort und Bild übermittelt. Der Nachmittag brachte Gefechtsvorführungen der Flakaxtillerie im Gelände unter Einsatz von Flugzeugen der Luftwaffe. Am Schluß der Tagung bot ein kameradschaftliches Beisammensein im Haus der Flieger Gelegenheit zu eingehender Aussprache über die neugewonnenen vielseitigen Erkenntnisse, insbesondere auch über deren Verwertung bei der weiteren Ausgestaltung des Werkluftschutzes. Eine Lebensfrage des deutschen Volkes Berlin, 30. April. In Verbindung mit dem Abschluß des Sonderlehrganges für Schriftleiter an der Reichsluftschutzschule fand am Freitagabend im Zoo ein feierliches Gedenken an die vor fünf Jahren durch den Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, erfolgte Gründung des Reichsluftschutzbundes statt. Der Präsident des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant von 5 Jahre Reichsluftschutzbund Erstaunlicher Aufschwung einer Miklionenorganisation. Der vom Reichsminister der Luftfahrt Hermann Göring=gegründete Reichsluftschutzbund, die große Organisation für den passiven Selbstschutz des deutschen Volkes gegen die Gefahren aus Luftangriffen, kann am 29. April auf die ersten fünf Jahre seines Bestehens zurückblicken. In dieser Zeit hat der RLB mit einem für den organisatorischen Aufbau fast beispiellosen Erfolg Eingang in das Leben der Nation gefunden. Das wird vor allem aus der sprunghaften Entwicklung seiner Mitgliederzahl deutlich. Während am 31. Dezember 1933, also 8 Monate nach der Gründung, immerhin schon 1,362 Millionen Mitglieder gezählt wurden, waren es am 31. Dezember 1934 bereits 4,966 Millionen. Am 31. Dezember 1935 zählte man 8,2 Millionen, am 31. Dezember 1936 war die Mitgliederzahl auf 10,793 Millionen angestiegen und am bisher letzten Stichtag, dem 30. September 1937 hatte sie sich auf 12,374 Millionen gesteigert. Die letztere Ziffer bedeutet, daß 19 Prozent aller deutschen Einwohner Mitglieder des Reichsluftschutzbundes sind. Eine beträchtliche Zahl von Amtsträgern und ausgebildeten Selbstschutzkräften sorgt, gestützt auf die reichsgesetzliche Luftschutzpflicht, daß es nicht bei einer karteimäßigen Erfassung von Mitgliedern sein Bewenden hat, sondern daß das für die Sicherheit von Leben und Eigentum der Zivilbevölkerung so bedeutsame Arbeitsgebiet des Reichsluftschutzbundes immer stärker von allen Volksschichten praktisch erfaßt wird. In diesem Sinne wird die Werbung um neue Mitglieder und Mithelfer fortgesetzt. Laasphe, 29. April. Freiballon in Bäumen hängen geblieben. In der Nähe der Orthaft Wingeshausen geriet ein in Münster aufgestiegener Freiballon, der mit vier Personen besetzt war beim Landen in eine Baumreihe. Die vier Insassen trugen dabei mehr oder minder schwere Verletzungen davon. Man mußte einen Baum fällen, um die Ballonhülle unversehrt bergen zu können. Roques, nahm das Wort zu seiner Festrede, in der er nachstehende Gedanken entwickelte: Als heute vor 5 Jahren auf Veranlassung des damaligen Reichskommissars für Luftfahrt Göring der Reichsluftschutzbund gegründet wurde, da war ein entscheidender Schritt getan zum Aufbau der Landessicherheit und zur Sicherheit der Bevölkerung. Immer wieder muß man mit dem Worte Görings betonen, daß der Lufischutz eine Lebensfrage für das deutsche Volk bedeutet. Neben der fundamentalen Organisation des Bundes der 12 Millionen ist auch die Ausbildung der Bevölkerung gewaltig vorwärts gekommen. Millionen von Volksgenossen sind in den Lehrgängen unterrichtet und ausgebildet worden. Als eine machtvolle und geachtete Organisation steht heute der Deutsche Luftschutz im nat.=soz. Deutschland da. Von 5 bis 6 Deutschen ist wenigstens einer Mitglied des Bundes, rund 600000 sind als Amtsträger die würdigen Vertreter der Bewegung. Der Redner erinnerte dann an die ersten Durchführungsbestimmungen zum Luftschutzgesetz, an die Gründung der Luftschutzschule, deren Neubau in Wannsee zum Herbst bezogen werden soll, an die große Entrümpelung im vergangenen Jahr und an die Schaffung des Luftschutzehrenzeichens für diejenigen, die sich besonders um den Luftschutz verdient gemacht haben. Ein Kurpfuscher vor Gericht „Kosmetische Flüssigkeitsbestrahlung" sollte helfen Bielefeld, 29. April. Die 1. Große Strafkammer des Landgerichtes Bielefeld hatte sich mit den gefährlichsten Machenschaften eines Kurpfuschers, des 1895 in Wilna geborenen W. von Birut, zu befassen. Der Angeklagte, der einige Semester Medizin studiert hat, machte als Feldscher auf russischer Seite den Krieg mit und geriet 1916 in deutsche Gefangenschaft. Später erwarb er die litauische Staatsangehörigkeit, blieb aber in Deutschland und ließ sich im Kreise Recklinghausen als Heilkundiger nieder. In der Hauptsache„kurierte" er Zuckerkranke, für die er ein„Geheimmittel“ zusammenbraute, das zwar ungefährlich, aber auch vollkommen wertlos war. Obschon es sich immer um dieselbe Medizin handelte, war sie einmal rot, das andere Mal grün, dann wieder gelb gefärbt. Biruta betrachtete seine Patienten zunächst durch die Lupe, kniff sie ins Ohrläppchen und fühlte den Puls. Dann schlug er seine„kosmetische Flüssigkeitsbestrahlung“ vor, die innerhalb von wenigen Monaten zur Heilung führen sollte. Die„Kur" kostete nur die Kleinigkeit von RM 80. Der„Wunderdoktor" hatte einen ziemlichen Zulauf, zumal einige„Renommierpatienten" eifrig um ihn warben. Die Kunden kamen nicht nur aus dem rheinisch=westfälischen Industriegebiet, sondern vor allem auch aus den ländlichen Gegenden Westfalens bis nach Minden herauf. Birutas Behandlungsmethoden hatten den Erfolg, daß in einigen Fällen die Zuckerkranken die Anordnungen der ordentlichen Aerzte nicht mehr befolgten, was zu schweren Komplikationen und in einem Falle zum Tode eines 15jährigen Jungen führte. Auf Grund dieses traurigen „Erfolges" wurde dem Angeklagten das Handwerk gelegt, zumal sich ein ähnlicher Vorfall in Wanne-Eickel ereignet hatte, wo ein ElektroMeister nach der„Behandlung" durch den Angeklagten innerhalb weniger Tage starb. Wegen dieses Falles ist B. im Herbst v. J. in Bochum zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Strafkammer Bielefeld erkannte jetzt unter Einbeziehung dieser Strafe auf ein Jahr Gefängnis. Ausmusterung für die Ordensburgen. NSG. An den Ordensburgen der NSDAP beginnt am 1. Oktober wiederum ein 4jähriger Ausbildungslehrgang. Für diesen Lehrgang findet zurzeit in den Ortsgruppen des Gaues Westfalen=Süd eine Vorauslese von Parteigenossen und Parteianwärtern statt, die für den Führernachwuchs der NSDAP geeignet erscheinen. Die Ortsgruppenleiter prüfen diese Eignung. Sie melden die Bewerber dem Gaupersonalamt, das sie dann weiter betreut. Wenn ein Anwärter noch nicht auf der Gauschule gewesen ist, dann wird er zum nächsten vierwöchentlichen Kurs, der bereits Anfang Mai beginnen soll, einberufen. Nach dem Besuch der Gauschule nimmt der Reichsorganisationsleiter der NSDAP die endgültige Ausmusterung vor. Wann diese erfolgt, steht zurzeit noch nicht fest; jedoch müssen die Anmeldungen für die Ausmusterung jetzt umgehend erfolgen. Gesunde Parteigenossen und Parteianwärter im Alter von 23 bis 26 Jahren, die als Politische Leiter oder in einer Formation tätig sind, wollen sich aber sofort bei ihren Ortsgruppenleitern melden. Die Dauer des Lehrgangs beträgt 4 Jahre Die Anwärter werden während dieser Zeit jährlich ¼ Jahr in die Heimat abkommandiert, um bei den Kreisleitungen und Ortsgruppen Dienst zu tun. Nach Abschluß des 4jährigen Ausbildungslehrgangs werden sie hauptmatlich eingesetzt. Während der Ausbildung erhalten sie ein angemessenes Taschengeld und, falls sie bereits verheiratet sind, eine ausreichende Versorgung für ihre Familie. Die Bücherfreunde tagen Stuttgart, 29. April. Die diesjährige Tagung der Weimarer Gesellschaft der Bibliophilen, deren Präsident der Dichter Börries von Münchhausen ist, findet vom 20.—22. Mai 1938 in der Stadt der Auslandsdeutschen Stuttgart statt. Unter den zahlreichen Veranstaltungen erscheint die Festsitzung mit einem Vortrag des Universitätsprofessors Dr. Hermann Schneider=Tübingen über„Goethes Verskunst“ besonders unterrichtend. Den Teilnehmern werden in Führungen das„Ehrenmal der deutschen Leistung im Ausland", die Württembergische Landesbibliothek mit einer kleinen bibliophilen Sonderausstellung, die in der ehemaligen Hohen Karlsschule untergebrachte Hofbibliothek und die Privatbücherei von Hugo Borst gezeigt. Außerdem sind eine Theatervorstellung, eine Besichtigung der Altstadt und Autobusfahrten nach Ludwigsburg und der Schillerstadt Marbach vorgesehen. Neben den zahlreichen Reichsdeutschen werden auch viele Auslandsdeutsche an der Tagung teilnehmen. Hameln, 29. April. 300 Jahre Töpferhandwerk. In Brüninghausen, dem alten Töpferdorf des Weserberglandes, kann jetzt die Tövferei Meywerk auf ein 300jähriges Bestehen zurückblicken Die Werkstatt, in der nach wie vor das-Tengeschritt mit der Hand gedreht wird, befindet sich in der fünften Generation. Wertvolle Gefäße, Schalen, Vasen und Krüge mit kunstvollen Ornamenten sind früher auf den Scheiben gedreht worden, und zahlreiche Anerkennungsschreiben bekunden die Güte und das handwerkliche Können der Töpferei. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland, besonders in den nordischen Ländern waren die Tonwaren aus Brüninghausen sehr gefragt. Nordhorn, 29. April. Ein vierjähriger Lebensretter. Beim Spielen stüerzte das sechsjährige Töchterchen eines Anwohners der Schleusenstraße im Stadtteil Bockholt in die Jauchegrube. Das vierjährige Brüderchen war entschlossen genug, nachzuspringen und das Schwesterchen wieder aufzurichten. Die beiden Kleinen konnten dann wieder aus der Grube herauskrabbeln. Ohne das entschlossene Handeln des kleinen Kerls wäre das Mädchen, das mit dem Kopf voran in die Grube stürzte, ertrunken. Das rasche Handeln des Knirps verhütete so einen schlimmen Ausgang. Trier, 29 April Gauner verkaufte fremden Kraftwagen für 1600 RM. Die Trierer Kriminalpolizei fahndet nach dem 27 Jahre alten Franz Pfeiffer aus Trier, der nach einem raffiniert eingefädelten Gaunerstreich das Weite gesucht hat. Ein Schießmeister aus der Eifel wollte ein gebrauchtes Auto kaufen und hatte zu diesem Zweck eine Anzeige in einer Zeitung aufgegeben. Hierauf meldete sich Pfeiffer und erklärte, daß er mehrere gute Fahrzeune an der Hand habe. Man traf sich in Trier, und Pfeiffer zeigte dem Interessenten einen auf einem Platz abgestellten Wagen, den er zum Preise von 1600 RM abgeben könne. Der Kauf wurde gleich abgeschlossen, und Pfeiffer drängte auf sofortige Zahlung. Der Schießmeister begab sich mit Pfeiffer zur Sparkasse und händigte ihm hier von seinem Guthaben die 1600 RM aus. Man verabredete zur Ablieferung des Wagens einige Stunden später, da Pfeiffer angeblich noch einige Kleinigkeiten an dem Wagen in Ordnung bringen wollte. Der Käufer war auch pünktlich zur Stelle, nur Pfeiffer ließ sich nicht ehen. Und das hatte seinen guten Grund, denn der Wagen gehörte ihm garnicht. Kurz darauf erschien der richtge Eigentümer des Wagens, und der Schießmeister mußte nun einsehen, daß er einem gerissenen Betrüger aufgesessen war Schwerer Autounfall bei Fulda Skandalöse Geschäfte eines Juden F. Traben=Trarba“ 29. April. Preisgekrönte Moselweine. Auf der Weinprämiierung der Landesbauernschaft Rheinland in Bonn fielen auf die vom Gebiet der Mittelmosel eingesandten 1935er Naturweine im ganzen fünf Preise. Davon wurden drei Preise Gewächsen aus der Stadt Traben=Trarbe zuerkannt. Außerdem erbielten unter den 1934er Naturweinen ein Trabener Unterburger Zollhaus einen Preis. Alle prämiierten Weine wurden mit der silbernen Preismünze der Landesbauernschaft Rheinland ausgezeichnet. Fulda, 29. April. Abends ereignete sich in der Nähe von Fulda ein schwerer Autounfall der auf den Ungehorsam eines Chauffeurs zurückzuführen ist. Trotz dem ausdrücklichen Verbot des Kraftwagenbesitzers, sich des Wagens eigenmächtig zu bedienen, wollte der Chauffeur vier Personen von einer Richtfestfeier in ihre Wohnungen in der Nähe von Fulda fahren. Bei schneller Fahrt streifte er in dem Dorf Kohlhaus einen Lastkraftwagen mit Anhänger. Be dem Zusammenprall wurden die vier Insassen des Lie ferwagens auf die Straße geschleudert Zwei vor ihnen waren auf der Stelle tot, während ein Dritter in schwerverletztem Zustanb in ein Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Der unbotmäßigeFahrer des Lieferwagens wurde verhaftet Wien, 29. April. Die Untersuchung gegen die Wiener jüdischen Damenkonfektionsfirma Julius Krupnik, die in der Systemzeit durch ihre skandalösen Geschäftsmethoden bei der Bevölkerung wiederholt helle Empörung auslöste und die namentlich durch schamlose Ausbeutung arischer Arbeiter und Angestellter berüchtigt war, ist jetzt in ein neues Stadium getreten. Von der Kriminalpolizeistelle Wien wurde der 50jährige Jude Isidor Tausen, Schwager des geflüchteten Chefs der Firma Julius Krupnik, der Staatsanwalt angezeigt. Isidor Tausen der als„Direktor" und als „Aufsichtsperson“ über die Angestellten in der Firma tätig war, zwang unter Drohung mit Verlust der Arbeit bei der Firma beschäftigte Schneiderinnen, bei der Lieferung der ihnen zur Verarbeitung übergegebenen Kleider jeweils einen bestimmten Betrag an ihn zu leisten Die Erhebungen der Kriminalpolizei über Isidor Tausen, der sich seit dem 12. März in Schutzhaft befindet, werden fortgesetzt. Jüdischer Arzt schändete Patientinnen Wien, 29. April. Der in Traisen bei St. Pölten (Niederösterreich) ansässige jüdische Arzt Dr. Otto Wolken wurde wegen einer ganzen Reihe gemeinster Verbrechen verhaftet. Dr. Wolken hat sich vielfach an seinen weiblichen Patienten vergangen und war bereits einmal in einem aufsehenerregenden Sittlichkeitsskandal verwickelt worden, als er als Arzt des Krankenhauses in St. Pölten eine 13 jährige Patientin schändete. Die Anklage, die damals gegen ihn erdach niedergeschl hoben worden war, wurde jedoch niedergeschlagen. Dr. Wolken ist außerdem beschuldigt, in sechs Fällen Abtreibungen vorgenommen und bei den Krankenkassen Betrügereien begangen zu haben, in dem er viel meyr Ordinationen anrechnete, als er tatsächlich leistete. Ebenfalls in St. Pölten wurde der ehemalige Sekretär der Vaterländischen Front, Karl Kurzmann, wegen Verbrechens der versuchten Notzucht verhaftet, Jenseits von Schminke und Rampenlicht Berühmte Artisten und ihr Schicksal— Zugnummern der letzten Jahrzehnte Einer unserer Mitarbeiter besuchte ein bekanntes Berliner Artistenlokal und ließ sich von dem Wirt, einem einst selbst berühmten Artisten, von den seltsamsten Lebensschicksalen der VarietéSterne erzählen. O Berlin, im April. Seltsam anregend und erregend ist das Leben in einem ausgesprochenen Artistenlokal, ist. die Begegnung mit den Artisten jenseits von Schminke und Rampenlicht. Das funkelnde Kostüm, die Maske, alles, was zum Artisten auf der Bühne gehört, ist weit von hier entfernt. Bescheidene, stille, ohne irgendwelche äußere Extravaganz gekleideten Männer und Frauen sitzen hier zusammen und erzählen von ihrer Arbeit, sprechen über neue Tricks, berichten von ihren Erfahrungen im Ausland, bei dieser, bei jener Direktion. Artisten sprechen fast immer von ihrer Arbeit, von ihrem Beruf. Da sitzen die Zugnummern des Wintergartens in herzlicher Fachunterhaltung mit engagementslosen Artisten zusammen Und O'Leary, der einstmals berühmte deutsche Clown, begrüßt nun als Wirt dieser Artistenheimat seine Gäste. Seine Gäste sind alle seine Kameraden. Alle sind sie Angehörige eines ernsten und schweren Berufes, der— soll er Erfolg bringen— außer der Begabung noch den ganzen Einsatz des Fleißes verlangt. Was läge wohl näher, als hier in dieser Artistenklause über das Beispiel O'Learys hinaus sich zu fragen:„Was mögen eigentlich jene großen Nummern nun machen, die einst unsere Väter und Großväter mit ihrer Kunst begeisterten?" Kommen und Gehen, Abtreten und Eintreten, schweigend vollzieht sich Tag um Tag diese stille Tragödie des Abtretens von der Bühne. Nachdenklich sieht O Leary vor sich hin, so, als habe die unverhoffte Frage Vorhänge von lange vergessenen Zeiten weggezogen.„Wenn es einer wissen dann doch Sie, nicht wahr?“ Ein leises erinnerndes Lächeln zieht über sein Gesicht:„Das schon, ich kenne sie schon alle, die vor Jahren und Jahrzehnten... Wix setzen uns tiefer in die Ecke zurück, und O'Leary erzählt mir vom Schicksal ehedem weltberühmter Nummern des Varietés: „Manche von ihnen, ich meine nun die ältesten, kommen auch jetzt noch zu mir, und wir plaudern zusammen. Der Renello zum Beispiel. Sie werden ihn ja nicht mehr kennen. Also Renello war im Ausgang des vorigen Jahrhunderts ein weltberühmter Luftgymnastiker, eine Attraktion für die größten Häuser in aller Welt. Er wird nun so an die Zweiundsiebzig sein. Es geht ihm nicht schlecht, er ist Hausverwalter in Lichterfelde. Aber, bei dem Namen, den er in der Welt hatte... Diejenigen, unter uns, die aller Sorgen ledig von der Bühne abtreten und ins bürgerliche Leben gehen können, sind ja an den Fingern beider Hände abzuzählen. Gan, anders schon liegt der Fall Adolf Borowsky. War ein sehr guter Artist, der Borowsky. Er führte, es war auch so um die Jahrhundertwende herum, die Type des Bauernakrobaten ein und hatte damit einen ganz großen Erfolg. Wenn Sie heute'mal in die Filmhörse gehen, dann wird Ihnen gewiß ein alter Komparse auffallen, der hin und wider als Statist beschäftigt wird. Das ist der Adolf Borowsky.“ — Immer mehr füllt sich das Lakol. Die Tische sind alle besetzt. Und alle Worte und Gedanken, Hoffnungen und Kümmernisse, die in den Gesprächen aufklingen, gelten nur einem: der artistischen Arbeit. „Der Wotpert“, spricht O'Leary weiter— das Thema nimmt ihn sichtlich sehr gefangen— „ist heute auch schon an die Siebzig, heran. Wotpert umgekehrt Treptow, müssen Sie wissen, war sozusagen der Erfinder des Schleuderbrettaktes. Die Sache machte damals großes Aufsehen und brachte ihm große Verträge ein. In Pankow wohnt er, sehr zurückgezogen, still. Ja, und dann der Willi Iwan. Das war einer der besten Untermänner, die ich je gesehen habe. Ein Prachtkerl. Und heute— ja, der Iwan wohnt im Berliner Östen und macht in kleinen Lokalen gelegentlich Aushilfsarbeiten. Corty war auch zu seiner Zeit sehr gefragt. Ein ausgezeichneter Reckakt, bis er eines Tages bei der Arbeit schwer verunglückte. Aber wie das so ist, die Bretter lassen den nicht los, den sie einmal gepackt haben. Corty stellte sich um und machte sich eine Clownnummer fertig. Er hat— gerade fällt mir's ein— vor kurzem erst seine goldene Hochzeit gefeiert. Große Sprünge kann er aber auch nicht machen, wie ich weiß. Er lebt von einer Altersrente... Da sind ja noch so viele, wie zum Beispiel der Begründer des Perchaktes von Beetz und Partner, der heute in Bayern ein Kino hat, oder die Barratruppe, die vor vielen Jahren mit ihrer Musikalnummer großartig einschlug und die nun in Birkenwerder draußen immer noch zusammen lebt obwohl sie lange von der Bühne abgetreten ist.“ „Und Frauen?“ frage ich. Da lacht er und meint:„Ich richtig, die habe ich ja ganz vergessen. Ja, also Frauen... richtig, die Waldau, die Deta Wildau, ein flottes, temperamentvolles Mädel, berühmte Soubrette. Sie lebt jetzt sehr zurückgezogen in der Nähe von Berlin. Und dann Alice Carber, eine weit und breit gefeierte Kunstschützin. Sie hatte auf lange Sicht stets die besten Verträge mit den größten Häusern im In= und Ausland. Jetzt steht sie auf einem Berliner Wochenmarkt und verkauft bedruckte Schürzen und ähnliches. Ja, ja, mein Lieber, so ein kleiner Blick hinter die Kulissen hat es manchmal in sich. Wenn ich schon einmal bei den Frauen bin, dann dürfen wir die Larsen=Sisters nicht vergessen. Die drei Mädel hatten einen Springakt, der dazumal seinesgleichen suchte. Was die beiden jüngeren heute machen, weiß ich nicht, die älteste führt mit ihrem Mann zusammen am Kurfürstendamm eine Gymnastikschule, in der— wie es bei uns heißt— so manche gute Nummer fertiggemacht wird23 Die hier erwähnten Künstler gehörten zu den bekanntesten und berühmtesten Nummern des Weltvarietés. Alle waren oft im Ausland. Und dieser kurze Querschnitt beweist sehr eindringlich, daß auch sie nicht gerade mit Reichtümern überschüttet sind, sondern sich mühsam durchs Leben schlagen. Genau so wie heute haben natürlich auch damals unendlich viele artistische Nummern im Schatten dieser vorgenannten Großen gestanden. Es gehört nun nicht biel Nachdenken dazu, um zu dem Schluß zu kommen, daß es das Schicksal mit diesen kleineren Artisten nicht gerade gut gemeint haben mag. Meistens war der Weg vom mittleren zum kleinen Varieté, dann mit zunehmendem Alter auf die Jahrmärkte hinaus, in die Schaubuden, auf die Rummelplätze und schließlich... Wer weiß es? Rekordverkäufer Wenn Elmer Wheeler Wäscheklammern losschlagen will... § Baltimore, im April. „You know the newest Wheeler-sentence? — Kennen Sie die neueste Wheeler=Redensart? — diese Frage ist heute in der USA nahezu so geläufig geworden wie in anderen Ländern die Frage nach dem neuesten Witz. Denn ganz Amerika lacht heute nicht nur über neue Wheeler=Redensarten. In Pennsylvanien wie im Staate Newyork, in Nebraska wie in Florida macht heute der tüchtige Amerikaner sein Geschäft mit einer „Wheeler-Sentence“. Der Mann, der in jähem Aufstieg zum Idol des modernen Busineß=Mann geworden ist, gehörte vor wenigen Jahren noch wie tausend andere zum anonymen Stab der Inseratenabteilung einer amerikanischen Provinzzeitung. Eines Tages kam der Besitzer eines Konfektionsgeschäftes zu ihm und setzte ihm auseinander, daß auf Grund der letzten ganzseitigen Inserate zwar eine große Zahl von neuen Käufern in den Laden gekommen sei, viele aber das Geschäft verlassen hätten, ohne etwas zu kaufen. Und damit begann Wheelers Karriere. Er begleitete den Inserenten in sein Geschäft und strich dort ein paar Tage um die Ladentische. Er hörte, was die Verkäufer sagten, beobachtete die Kunden dabei. Und dann prägte er seine erste„sentence"— heute sind es über 100000 geworden. Den Hemdenverkäufern sagte er:„Die Knöpfe die an diesen Hemden hier sind, sind doch besonders fest angenäht. Sagen Sie den Kunden einmal:„Die Knöpfe sind verankert!“ und lassen Sie sie gleichzeitig an den Knöpfen zerren." Diese Sentence mag primitiv wirken und auch die Verkäufer schüttelten zunächst den Kopf. Aber sie folgten dem Wink. Innerhalb von 14 Tagen verdreifachte sich dank dieses Wörtchens„verankert“ der Umsatz der Hemdenabteilung!— Seitdem sind eine Reihe von Jahren verflossen und für Amerika ist heute Wheeler der„Mann mit den selling sentences". Eine seiner berühmtesten Kampagnen galt der Durchsetzung eines neuartigen Rasiermittels— wie die meisten dieser Präparate empfahl es sich damit, daß es das Rafieren angenehmer und leichter mache. Nachdem Wheeler wochenlange Beobachtungen bei dem Verkauf dieses Mittels angestellt hatte, gab er folgende„Verkaufsredensart“ an:„Möchten Sie beim Rasieren 6 Minuten sparen?"— Der Erfolg war, daß der Umsatz des Präparates sich verdoppelte. Doch damit schien „Amerikas orignellster Kaufmann" noch nicht zufrieden. Nach einigen weiteren Wochen Beobachtung gab er Anweisung, in Zukunft den Verkauf mit folgender neuen Sentenz einzuleiten:„Wie wurde es Ihnen gefallen, sich in der halben Zeit zu rasieren?“ Wie die Firma mitteilt, konnte sie daraufhin den Umsatz verdreifachen! Die Methode, mit der Wheeler vorgeht, um solche Sentenzen zu finden, ist stets die gleiche. Diese oder jene Firma bittet ihn um Vorschläge. Daraufhin beybachtet er— heute umgeben von einem Stab geschulter Mitarbeiter— alle Stadien des Verkaufsvorgangs. Jede Redewendung, die von den Verkäufern gebraucht wird, notiert er(so konnte er im Fall des Rasiermittels 146 verschiedene Anpreisungsformen feststellen). Nicht selten findet er schon hierbei die Sentenz, die am erfolgversprechendsten erscheint; manchmal ergibt sie sich auch aus einer Kombination. Diese wird dann zunächst— immer unter unaufälliger Beobachtung der Verkäufer und des Publikums— „durchgeprobt" und erst, wenn sich die Formel auch hierbei bewährt, wird sie als das WerbeSchlagwort herausgestellt, das von da an von allen Verkäufern zu gebrauchen ist. Es gibt kaum ein Gebiet, auf dem Wheeler sich noch nicht betätigt hat. Ein besonders verzweiBritische ferngesteuerte Flugzeuge Die Flakartillerie der britischen Kriegsmarine bedient sich seit geraumer Zeit für ihre Schießübungen ferngesteuerter Flugzeuge. In Devonport liegt zurzeit der Flugzeugträger„Argus", der künftig die Rolle eines Mutterschiffes für ferngelenkte Flugzeuge übernehmen soll. Die erforderlichen Umbauten werden an der„Argus“ bereits vorgenommen. Der Flugzeugträger soll zwanzig Flugzeuge an Bord nehmen, er erhält auch die Fernlenkeinrichtungen. Die Fernsteuerung ist bereits vor Jahren von uns bei den Zielschiffen angewandt worden. Von den Engländern wurde sie auf Flugzeuge übertragen, die unbemannt starten und landen können. felter Fall waren kantige Wäscheklammern, die im Dutzend 3 Cent teurer waren als runde. Auf die Frage, des Kunden, was der Unterschied zwischen den kantigen und den runden sei, konnten die Verkäufer beim besten Willen nichts anderes antworten als:„Sie sind drei Cent teurer“. Der Geschäftsbesitzer, der sich mit einem großen Posten kantiger Klammern eingedeckt hatte, rief in seiner Not schließlich Wheeler. Nach dreitägigem Studium hatte er die„Selling Sentence“ gefunden. Auf die Frage„Was ist der Unterschied?" bekam der Kunde nun die Antwort:„Die eckigen können nicht fortrollen". Wenige Wochen später waren diese Klammern ausverkauft— der Geschäftsbesitzer war in Sorge, was er mit den billigeren runden anfangen solle. „Hiermit erwischt man sie auch in den Ecken!“ war eine andere„Wheeler=Sentence“ für Fliegenklatschen, und sein Schlagwort„Haben Sie schon einmal eine wissenschaftliche Zahnbürste benutzt" machte die so angepriesene Bürste zu einem der größten Geschäftserfolge dieses Gebietes Aber nicht nur auf die reine Verkaufstechnik hat sich Wheeler beschränkt. Ein Hotel klagte über den Rückgang der Gäste. Wheelers erste Maßnahme war, daß er die Anküdigung„Zimmer von 3,50 aufwärts" in„Zimmer von 6 Dollar abwärts“ ändern ließ. Zu den vielen anderen von ihm in diesem Hotel eingeführten Maßnahmen gehört auch seine Anweisung an den Barkeeper, den Gästen Gelegenheit zu gehen, sich ihre Gläser selber einzuschenken. Durch diese Maßnahme erhöhte sich der Gewinn des Hotels an jeder ausgeschenkten Flasche um etwa 2 Dollar. Denn die ungeübten Hände der Gäste können die Gläser nicht so sicher vollfüllen, wie dies vom Barkeeper verlangt wird. Als besonders wirkungsvoll erwies sich auch der Rat, den Wheeler einer großen Speditionsfirma gab. Die Packer erhielten Anweisung, jeden neuen Kunden mit— Handtuch und Seife ausgerüstet aufzusuchen! Ehe sie ein Möbelstück anfaßten, hatten sie sich zu erkundigen, wo man sich die Hände waschen könne. Wie erfolgreich Wheeler=Sentenzen sind, das hat er jedoch nicht zuletzt an sich selber bewiesen und nicht zuletzt auf ihn trifft die Devise zu „Meine Redensarten machen sich bezahlt!" Denn dank ihrer ist er nicht nur der originellste, sondern auch einer der bestverdienenden amerikanischen Business-men geworden. Er ist großzügig mit seinen Ideen— ruft man ihn, so wird er sich bemühen, den Auftrag so gut wie möglich auszuführen, und die Preise, die man heute ihm und seinem Stab zahlt, können sich neben so mancher anderen„Star=Gage" blicken lassen. Aber seine beste Werbung besteht in der geradezu verschwenderisch anmutenden Großzügigkeit, mit der er in Vorträgen, die er wöchentlich ein=, zweimal vor Handelskammern und kaufmännischen Klubs hält, seine Sentenzen„verschenkt". Von hier aus ist einmal sein Rat an die Gepäckträger der ganzen Welt gedrungen, einem dem Zuge zueilenden Gast nicht mehr mit der Frage„Träger gewünscht?" in den Weg zu treten, sondern ihn mit den Worten„Welchen Zug möchten Sie erreichen?" anzusprechen.— Und nicht minder populär geworden ist jene Sentenz, die Wheeler an einem schönen Maientag einem Bettler zum Geschenk machte: „Sagen Sie nicht mehr: Ich bin hungrig", riet er ihm.„Sagen Sie: Es ist Frühling und ich bin blind. B. L. K. Die Dichter der Balten Von Erich Langenbucher. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat das baltische Land dichterische Kräfte hervorgebracht, die nur teilweise bei uns die verdiente Beachtung gefunden haben. Merkwürdigerweise hat ein Teil der Dichter sich nicht nur äußerlich von der Heimat gelöst, sie haben diese Lösung auch in ihrem Werk vollzogen. Wir wollen denjenigen nachgehen, die das Schicksal ihrer Heimat gestaltet haben, so wie auch die sudetendeutschen oder die siebenbürgischen Dichter. Zwei Dinge sind es vor allem, die uns im Werk der baltischen Dichter immer wieder begegnen: das Schicksal und der Kampf der Heimat nach dem Krieg und die Gefahr der Blutmischung im fremden Volk. Einer dieser Dichter 1t Siegfried von Vegesack. Er wurde in Livland auf dem Blumbergshof geboren, nach dem Besuch der Rigaer Schule studierte er in Dorpat, später in deutschen Universitätsstädten Heidelberg, Berlin und München. Nach einigen Arbeitsjahren in Schweden und in Berlin siedelte sich Vegesack im Bayrischen Wald an. Hier entstanden seine Schicksalsbücher der baltischen Heimat. Die Geschichte seiner Kindheit erzählt er in dem Roman „Blumbergshof", die damit begonnene baltische Trilogie führt er fort mit den Romanen„Herren ohne Heer“ und„Totentanz in Livland“. Ebenfalls aus baltischem Adelsgeschlecht stammt Otto Freiherr von Taube. Auch er lebt heute in Oberbavern, geboren wurde er in Reval in Estland. Seine Erzählungen und Romane gehen nur um das Schicksal seiner Heimat. Die Geschichte eines baltischen Herrengeschlechtes schildert er in„Die Löwenprankes", eine Reihe von Erzählungen faßt er zusammen in dem Bändchen„Baltischer Adel“. Kurz erwähnt werden müssen der Roman eines altlivländischen Gutshofes„Meschwalden“ von Oskar Grosberg, mit dem sich der junge Autor rasch in die Reihe bewährter Kräfte stellte, und die Bücher von Monika Hunnius, so„Baltische Frauen von einem Stamm“, die Erinnerungen an Altestland„Mein Onkel Hermann"; eine Darstellung ihrer Heimat gibt sie in„Baltische Häuser und Gestalten". Mia Munier=Wroblewska schrieb die Geschichte eines kurländischen Geschlechtes in mehreren Bänden, die sie zusammenfaßt unter dem Leitgedanken„Unter dem wechselnden Mond Auf Gut Brinck=Pedwahlen wurde Gertrud, Freiin von Brincken geboren, von der wir die Bücher„Das Heimweh=Buch" und„Blätter vom baltischen Baum“ besitzen. Nach dem schrecklichen Erlebnis der Bolschewistenherrschaft kam die Dichterin nach Deutschland, seit 1927 lebt sie in Berlin. * Else Hueck=Dehio, die in Lüdenscheid lebende baltische Dichterin, hat bisher nicht unmittelbar das Schicksal ihrer Heimat gestaltet, — sie stammt aus der alten baltischen Universitätsstadt Dorpat—, dennoch klingen in ihren Büchern Töne an, die aus der besonderen Geistes= und Seelenhaltung des deutschen Östens geboren sind. Ihrem ersten Roman, der„Hochzeit auf Sandnes", läßt sie in Kürze den abschließenden zweiten Teil folgen:„Kampf um Torge". (Dieser Roman wird ebenfalls beim Zentralverlag Franz Eher erscheinen und zwar im Juni.) Ferner arbeitet Else Hueck=Dehio bereits an einem halb biographischen Roman, der eine führende Männergestalt ihrer Heimat auf seinem Lebensund Schicksalsweg verfolgt. Zu den wesentlichsten Kräften der baltischen Dichtergeneration gehort Peter Zoege von Manteuffel, seine Heimat ist das Ritterzut Wechmuth in Estland. Auch er studierte in Dorpat, später in München, lebte dann sechs Jahre in Stuttgart, um dann wieder in seine Heimat nach Estland zurückzukehren. Bei ihm finden wir die Gedanken, um die die baltische Dichtung geht, stark ausgeprägt; seine Bücher gestalten die Schicksale des baltischen Adels, die Gefahr der Blutmischung mit slavisch=russischem Blut. Sein Roman„König der Scholle" ist ein Beispiel dafür. An zwei Söhnen eines Hauses zeigt er das Schicksal des Geschlechtes. Der eine heiratet eine Russin und hat als russischer Offizier gegen Deutsche zu kämpfen, so geht er seinem Volke verloren. Dem anderen nimmt die Bolschewistenherrschaft die Heimat. Zu einer Tragödie wird das Geschehen in dem Roman„Halbblut“. Der Dichter schildert darin das Schicksal eines baltischen Adels, der eine Zirkusreiterin heiratet. Die verläßt den Mann, weil ihr die Welt des Nordens fremd bleibt, der Sohn dieser Ehe trägt das Erbe der Mutter und steht damit zwischen zwei Völkern. Estländisches Volksleben, Volksbräuche und Volkseigenart stellt Manteuffel dann in einigen Geschichtenbänden dar, so in dem„Estnischen Bauernbuch" und„Menschen des Nordens". die Reihe der baltischen Dichterkräfte rechnen wird auch Eduard Graf Keyserling. Professor Heinz Kindermann schreibt über Keyserling:„Deutlich erkennt Keyserling die Schattenseiten dieser überalterten individualistischen Lebensform. Aber er hat noch nicht die Kraft, die neue Welt des Wir zu zeigen. Nur sehnsüchtig sehen diese Barone und Komtessen hinüber zur gemeinschaftsfähigen Bauernwelt, die sie beneiden, weil ihr zuteil wird, was sie nicht haben können.“ Noch ein Wort über die jüngsten Kräfte der baltischen Dichtung. Diese jungen Dichter stellen sich zusammen mit andexen in Anthologien vor. So kennen wir als Zeugnis der jungen Generation den Band„Geht ein Ruf übers Land" und die Sammlung„Neue baltische Dichtung". Die Inhalte dieser Dichtungen sind das Erlebnis der Landschaft, der Natur, der Heimat, das Geschehen der Vergangenheit und der Gegenwart. Besonders schön aber ist es, daß diese jungen Dichter nicht mehr allein stehen, sondern daß sie mit ihren Liedern den Schritt in die Volksgemeinschaft wagen. Sie sind sich des Erbes bewußt, das sie als baltische„Dichter zu hüten haben, sie sind sich aber auch über die Aufgabe klar, die sie gegenüber der größeren Gemeinschaft des Volkes als Hüter einer großen Tradition haben. Ein Vers des jungen Arved Kröger möge diesen kurzen Bericht abschließen, weil er die Grundhaltung der jungen baltischen Dichtung zum Ausdruck bringt: „Noch leben wir Balten und sind harten Schlags Und wir kennen die Zeiten der Not. Wir stehen im Osten, dem Schoße des Tags, Wir haben die Zukunft für uns. Und mages Uns kosten noch vielen Tod.“ Goethe und Schiller im Spielplan der deutschen Bühnen. Die Goethe=Gesellschaft hat für ihre Zeitschrift„Goethe" durch Hans Knudsen die Aufführungen Goethescher und Schillerscher Dramen aus der Spielzeit 1936/37 statistisch erfassen lassen. Die Ergebnisse liegen in den beiden letzten Heften nun vor. Diese Statistik geht indes über die zahlenmäßige Festhaltung und Zusammenstellung dadurch weit hinaus, daß zu den wichtigsten Aufführungen charakterisierende Einzelheiten wie Besetzung, Kritik, dramaturgische Bearbeitung und ähnliches gegeben werden. Knudsen hat für diese Statistik auch die Aufführungen im Freien während des Sommers herangezogen, doch konnten bis zum Abschluß der Druckvorlage 65 Prozent des Materials herangezogen werden, das der„Reichsbund der deutschen Freilicht= und Volksschauspiele" zur Verfügung stellte. Unter diesen einschränkenden Voraussetzungen ergeben sich 444 Aufführungen Goethescher und 1052 Aufführungen Schillerscher Werke. Dort stehen„Faust",„Götz",„Egmont", hier„Tell“,„Maria Stuart"„Wallenstein",„Die Räuber",„Kabale und Liebe“ an erster Stelle. Für Goethe sind 55 557 Besucher bei Freilicht=Aufführungen angegeben, für Schiller 228 333. Heinrich George im englischen Rundfunk. Die British=Broadcasting=Corporation in London übernahm von der Reichsrundfunkgesellschaft eine Sendung, in der Heinrich George aus der deutschen Literatur las. Heinrich George brachte Werke von Johann Peter Hebel, Matthias Claudius, Annette von Droste=Hülshoff, Theodor Fontane und Goethe zu Gehör. Es ist das erstemat daß ein deutscher Künstler über den englischen Rundfunk in deutscher Sprache vortrug. Turnen, Spiel und Sport Samstag, 30. April 1938 Der Sport am Wochenende Spielruhe am 1. Mai. Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, am ersten Mai, ruht der Sportbetrieb in Deutschland fast völlig. Aus diesem Grunde sind zahlreiche Veranstaltungen auf den Samstag vorverlegt worden. Ein reichhaltiges Programm gibt es um Samstag vor allem im Fußball, sind doch nicht weniger als sechs Gruppenspiele angesetzt worden, denen eine umso größere Bedeutung beizumessen ist, als die Vorentscheidungen dicht vor der Tür stehen. Von den Freundschaftsspielen am Samstag sind besonders die Treffen Schwarz=Weiß Essen— Austria Wien, Sportklub Dresden—Rapid Wien, SV Waldhof—Young Fellows Zürich und Turu Düsseldorf gegen eine Auswahlelf des Holländisch=Limburgischen Fußballbundes hervorzuheben.— In London steigt der mit riesiger Spannung erwartete Endkampf um den englischen Pokal zwischen Prefton Northend und Huddersfield Town. Am Sonntag stellt sich Austria Wien in Bielefeld vor, wo die dortige Arminia die Genehmigung erhalten hat, im Rahmen der Maifeier gegen die Wiener spielen zu dürfen. Weiter bringt der Sonntag noch das Ausscheidungsspiel für die Weltmeisterschaft zwischen der Schweiz und Portugal. Der Sieger aus dieser Begegnung hat bekanntlich in der ersten Runde gegen Deutschland anzutreten.— In Riga treffen sich Lettland und Litauen im Länderkampf. Wer steigt aus der Gauliga ab In den letzten Meisterschaftsspielen der deutschen Gauliga hat es noch einige Entscheidungen über die Abstiegsfrage gegegeben. Es fehlt lediglich noch der zweite Verein, der in Südwest abtreten muß und entweder der 1. FC Kaiserslautern oder FV Saarbrücken heißen wird. Unter den Mannschaften, die in die Bezirksklasse kommen, finden wir auch ehemalige Gaumeister wie Viktoria Berlin, Beuthen 09 und Borussia Fulda. Im einzelnen steigen ab: Pommern: Schwerin Greifswald, Mackensen Neustettin; Brandenburg: Viktoria 89 Berlin, Nowawes 03; Schlesien: Vorwärts Breslau, Beuthen 09; Sachsen: SV Grüna. SpVg Leipzig; Mitte: SC Erfurt, Sportfreunde Halle; Nordmark: Wilhelmsburg 09, Polizei Hamburg, Phönix Lübeck; Niedersachsen: Linden 07, Germania Wolfenbüttel; Westfalen: SV Rotthausen, SuS Hüsten 09; Niederrhein: Rot=Weiß Oberhausen, BV Altenessen; Mittelrhein: Bonner FV, Kölner BC; Hessen: Borussia Fulda, Germania Fulda; Südwest: Opel Rüsselsheim,?; Baden: FV Kehl, Germania Brötzingen; Württemberg: VfR Schwenningen, Sportfreunde Eßlingen; Bayern: VfB Ingolstadt, Wacker München. Vor Schweiz- Portuga. Mit größter Sorgfalt haben sich die beiden Gegner des Weltmeisterschaftsausscheidungskampfes am 1. Mai in Mailand, die Schweiz und Portugal, vorbereitet. Nach dem Länderspiel gegen Deutschland in Frankfurt a. M. haben sich die Portugiesen zur Erholung nach Stresa begeben. Sie werden wahrscheinlich mit folgender Mannschaft antreten: Azevero; Simoes, Gustavo Teixeira; Albino, Pereira, Pinto; Mourao, Soeiro, Santo oder Peirotea, Pinga, Cruz. Die Schweizer haben natürlich das portugiesische Spiel in Frankfurt studiert. Sie werden ihre Mannschaft erst am Sonntag aus folgenden 16 Spielern auswählen: Tor: Huber(Graßhoppers) und Bizzozero(Lugano); Verteidiger: Minelli, Lehmann (Graßhoppers) und Stelzer(Lausanne); Läufer: Springer, Vernati(Graßhoppers), Guinchard, Lörtscher(Servette); Stürmer: Amado, Grassi(Lugano), Trello Abegglen, Walacek, Oeby(Servette), Bickel (Graßhoppers), Kielholz(Young Fellows). Das Spiel wird von dem Italiener Mattea, geleitet. Wenn nach 90 Minuten noch keine Entscheidung gefallen ist, erfolgt eine Verlängerung von zweimal fünfzehn Minuten. Ist auch dann noch keine Entscheidung herbeigeführt, dann wird das Los entscheiden, * Die Fußballmannschaft von Brasilien hat die Ueberfahrt nach Frankreich von Rio de Janeiro aus angetreten. Am 16. Mai wird die brafilianische Expedition in Le Havre ankommen und unmittelbar weiter nach Paris reisen. Die Brasilianer kommen mit 25 Spielern. Schalke vor schweren Aufgaben heutigen Samstag sechs Spiele zur Gruppenmeisterschaft am Sonntag, dem 1. Mai, in Deutschland Sportruhe herrscht, die Fortsetzung der FußballMeisterschaft aber wegen drohender Terminschwierigkeiten unbedingt notwendig ist, finden am heutigen Samstag sechs Gruppenspiele statt. Es geht nun mehr und mehr dem Ende zu, und so kommt auch diese Begegnungen wieder erhöhte Bedeutung zu. Das gilt vor allem für die Gruppen 2 und 3, da hier die Vorentscheidung fallen dürfte. Wir wollen hoffen, daß sie zugunsten unserer westdeutschen Vertreter Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf ausfällt, die mit ihren stärksten Widersachern, dem VfR Mannheim bezw. BC Hartha, im Rückspiel zusammentreffen. In der Gruppe 1 dürfte der HSV das Rennen schon gemacht haben. Er wird zuhause gegen York Insterburg zwei weitere Punkte holen und dann dem Rückkampf in Frankfurt gegen Eintracht mit aller Ruhe entgegensehen. Die Eintracht sollte es daheim nicht schwer haben, den Stettiner SC glatter zu schlagen als kürzlich in Stettin.— Das Mannheimer Spiel des VfB mit Schalke 04 nimmt in der Gruppe 2 das ganze Interesse in Anspruch. Schalke muß auf jeden Fall gewinnen, will die Elf noch zum Gruppensieg kommen. Da der BSV. 92 in Mannheim verlor, hat sein Treffen mit Dessau 05 kaum noch etwas auf sich. Die Berliner sollten knapp gewinnen.— In der Gruppe 3 hat der VfB Stuttgart seine letzte Chance eingebüßt, als er am Sonntag gegen den BC Hartha verlor. Nun ist Hartha der große Rivale der Fortuna, gegen die er in Chemnitz schon 1:1 spielte und die er nun in Oberhausen aufsucht.— Im einzigen Spiel der Gruppe 4 könnte Alemannia Aachen durch einen Punktgewinn gegen Hannover 96 dem 1. FC Nürnberg einen großen Gefallen tun, der gegenüber dem Niedersachsenmeister mit zwei Punkten im Hintertreffen liegt. Im übrigen ist es noch der erste Kampf zwischen Aachen und Hannover. Gruppe 1. Eintracht Frankfurt— Stettiner SC. Die klare 0:5=Niederlage in Hamburg hat den Südwestmeister unz die letzte Möglichkeit gebracht, Gruppensieger zu werden. Sollte wirklich im Hamburger Rückspiel ein Sieg zustandekommen, dann wird das Torverhältnis nicht ausreichen, um den HSV noch beizukommen. Mit den Stettinern sollte die Eintracht schon fertig werden, aber der Gewinn hat nichts mehr zu besagen. Es ist auch anzunehmen, daß die Frankfurter sicherer gewinnen als in Stettin, wo sie bei 6:5 sehr um den Sieg bangen mußten. Hamburg SV— York Insterburg. Bei 8:0 Punkten und 16:1 Toren steht der HSV vor seinem zweiten Gruppensieg. Die Mannschaft ist noch einheitlicher und damit auch weit gefährlicher geworden als im Vorjahr. Schon damals erreichte sie die Vorschlußrunde und gab sich hier dem„Club“ nur mit 2:3 geschlagen. Man wird beim HSV darauf bedacht sein, das Torverhältnis noch weiter auszubauen. York Insterburg ist nicht stark genug, um dies verhindern zu können. Hatte der Östpreußenmeister schon auf eigenem Gelände mit 0:6 das Nach sehen, dann wird er in Hamburg auf dem HSV Platz erst recht einer klaren Niederlage nicht entgehen können. Gruppe 2. VfR Mannheim— FC Schalke 04. Titelverteidiger hat ganz überraschend in Englisches Pokal=Endspiel Preston Northend oder Huddersfield Town? Nach dem erst kürzlich in Wembley stattgefundenen Länderkampf England=Schottland, den England 0:1 verlor, ist die große Fußballstätte bei London an diesem Samstag wieder der Schauplatz eines Ereignisses von ganz besonderer Bedeutung. Die Spielzeit auf dem Inselreich erreicht am 30. April mit dem PokalEndspiel ihren Höhepunkt. Wieder werden in dem schon seit langem ausverkauftem Wembley=Stadion 93 000 Zuschauer dem großen Fußballkampf beiwohnen. Der englische Pokalwettbewerb hat eine große Tradition. In den Jahren 1871/72 erfolgte die erste Austragung und der„Cup“ fiel an die Bolton Wanderers. Die„Wanderers“ waren dann noch viermal erfolgreich, doch den Rekord von sechs Pokalsiegen halten Blackburn Rovers und Aston Villa. Trotz der nun schon 62 Pokalendspiele gibt es nur 29 Vereine, die sich den Sieg holten. Von den diesjährigen Bewerbern Preston Northend und Huddersfield Town wurde der„Cup“ bisher nur je einmal gewonen: Preston Northend im Jahre 1889 und Huddersfield Town im Jahre 1922. Bemerkenswerterweise gewann Huddersfield Town damals gegen Preston Northend mit 1:0. Preston Northend erreichte auch im Vorfahr das Schlußspiel, scheiterte aber mit 1:3 an Sunderland. Diesmal gilt die Els als ausgesprochener Favorit, zumal sie auch in der Meisterschaft mit vorne lag und erst unlängst durch die Heimniederlage gegen Arsenal aus dem engeren Weitbewerb ausschied. In der Mannschaft stehen fast ausschließlich schottische Spieler. Wie sich Preston Northend mit dem Pokalerfolg für die verlorene Meisterschaft „trösten" könnte, so ist die Lage ähnlich bei Huddersfield Town, nur daß diese Mannschaft voraussichtlich aus der ersten Liga absteigen muß und sich mit dem Gewinnt des Pokals einen guten Abgang verschaffen will. Eine Voraussage ist gerade für die englischen Pokalendspiele am wenigsten angebracht. Glück und spielen auch hier eine Rolle, den Hinspielen drei Punkte abgegeben, einen mit dem Remis in Berlin und zwei mit der 1:2Heimniederlage gegen den VfR Mannheim. Da Badens Meister nun den Berliner 92 bezwungen hat, ist er bei nur zwei Verlustpunkten Spitzenreiter und Schalkes großer Rivale. Es ist das Pech des Meisters, zum Rückspiel nach Mannheim zu müssen. Der VfR hat bei diesem Vorteil außerdem noch das Plus, mit einem Unentschieden zufrieden sein zu können. Schalke hat nun schon mehrfach im entscheidenden Moment Verluste aufgeholt und man darf von der Elf auch in Mannheim etwas erwarten. In technischer Hinsicht kann es der VfR nicht mit den„Knappen“ aufnehmen, aber wenn diese wieder einmal an ihrem übertriebenen Kombinationsspiel scheitern, dann steigen die Aussichten der Gastgeber. Der schnelle und entschlossene Sturm erzielte gegegen Schalke zwei und jetzt noch gegen BSV 92 drei Treffer. Da auch die Hintermannschaft sehr stark geworden ist, wird Schalke schon ein großes und vor allem durchschlagskräftiges Spiel zeigen müssen, um beide Punkte heimzubringen. Berliner SV 92— SV Dessau 05. Im ersten Zusammentreffen konnten die Mitteldeutschen überraschend ein 0:0 erzwingen, obwohl sie dann von Mannheim und Schalke klar bezwungen wurden. Diesmal wird der BSV besser auf dem Posten sein. Da für ihn je nach Ausgang der Spiele noch eine kleine Chance besteht, wird er die Gelegenheit zu einem Sieg ausnutzen und voraussichtlich sogar recht klar gewinnen. Gruppe 3. Fortuna Düsseldorf— BC Hartha. Im Oberhausener Stadion wird der Niederrheinmeister auf seinem nunmehr gefährlichsten Rivalen treffen. Diese Rolle war eigentlich dem VfB Stuttgart zugedacht, auch nach seiner Düsseldorfer Niederlage noch, denn er zeigte sich anschließend zweimal gegen Gleiwitz mit 7:1 und 5:0 von der besten Seite. Aber am Sonntag gab es in Plauen gegen den BC Hartha eine 1:2Niederlage und nun wird der Sachsenmeister alles daransetzen, die Fortuna aus dem Sattel zu heben. Er hat schon am Karfreitag in Chemnitz ein 1:1 erzwungen und hierbei große Form gezeigt. Für die Fortuna ist jedenfalls die Aufgabe sehr schwer. Wenn auch bei einer Niederlage der BC Hartha nur auf Punktgleichheit kommen kann und das Torverhältnis immer noch für die Düsseldorfer spricht, so darf doch nicht vergessen werden, daß auch das Rückspiel in Stuttgart noch eine gute Leistung erfordert und keineswegs leicht zu nehmen ist. Bei den Sachsen ist vor allem der Sturm hoch einzuschätzen, der in Hänel, Männer, Bernhardt und Kapitän über ausgezeichnete Kräfte verfügt. Die Fortuna=Abwehr ist aber gut genug, auch diesmal diesen Angriff zu halten. Es bleibt nur abzuwarten, wie der eigene Angriff ins Spiel kommt. Gegen Fischer und seine Vordermänner einschließlich dem famosen Mittelläufer Seyferth ist das Toreschließen recht schwer. Dennoch glauben wir, daß die Fortuna knapp erfolgreich bleiben wird. Gruppe 4. Alemannia Aachen— Hannover 96. Bei vier Verlustpunkten hat Alemannia Aachen nicht mehr viel zu erhoffen, zumal die Hannoveraner in drei Spielen noch keinen Punkt abgegeben haben, während der„Club“ nur gegen Hannover verlor. Für die Nürnberger besteht aber immer noch eine Chance, denn Hannover muß zum Rücseie nack Nürnberg. Es ist aber nicht ausgeschlessen, daß die Aachener, die Samstag zum ersten Male mit Hannover 96 zusammentreffen, in diesem Spiel zu einem Erfolg, m wenn auch nur zu einem Unentschieden, kommen. Man täte abes nur den Nurnbergern einen Gefallen, denn die Alenannen können nicht mehr vie. erwarten, zumal sie noch zum Rückspiel in die Leinestadt müssen. Als Mannschaft ist der Gast höher zu bewerten, aber Aachen hat mit seiner Kampffreudigkeit das Zeug dazu, eine Ueberraschung zu bringen. Lüdenscheider Sport Heute: RSV. Höh— Spygg. Zu einem fälligen Rückspiel empfängt der RSV. Höh die Spogg. Plettenberg 1911. Das Vorspiel in Plettenberg ging für Höh mit 2:0 perloren, somit hat der RSV. noch eine Revanche zu nehmen, die nach den am Sonntag in Menden gezeigten guten Leistungen gelingen dürfte. Jedenfalls ist ein spannender Kämpf zu erwarten. Das Spiel steigt schon heute, Samstag nachmittag ½5 Uhr auf dem Sportplatz Höh. Vorher treffen sich die beiderseitigen Reserve=Mannschaften. Sportfilm... In Rom wird z. Zt. das 13. Internationale Reitturnier unter Beteiligung von Italien, Deutschland, Türkeiz Rumänien, Irland und Griechenland durchgeführt. Am ersten Tag gab es einen italienischen Sieg im Eröffnungsspringen. Drei Italiener endeten auf den ersten Plätzen, an der Spitze Capt. Conforti auf Pegaso. Oblt. Huck=Deutschland endete mit Aeolus an vierter Stelle. Am zweiten Tag stand ein Zeitspringen um den Preis des Inperiums im Mittelpunkt der Kämpfe. Als Sieger ging Serce unter dem italienischen. Capt. Lombardo hervor. Bester deutscher Vertreter war die Olympinteilnehmerin Tora, die unter Rittmeister Kurt Hasse mit 0 Fehlern den fünften Platz belegte. Die früheren österreichischen Dapispokalspieler Metaxa und Redl sind nunmehr für Deutschland spiesberechtigt geworden. Das Fachamt Tennis hat diese Tatsache bereits dem Veranstalter des diesjährigen Davispokalwettbewerbs, dem amerikanischen Tennisverband, mitgeteilt. erste klassische englische Flachrennen, die„2000 Guineas", wurde in Newmarket entschieden. In Anwesenheit des englischen Königs siegte der als Favorit gestartete Pasch mit Gordon Richards im Sattel mit 2½ Längen vor Scottich Union und Mirza II. Der Norweger Charles Hoff ist von der Reichssportführung zum Trainer für die deutschen Stabhochspringer verpflichtet worden. Hoff wird seine Tätigkeit bereits um 1. Mai beginnen. Die Gepäckmarsch=Meisterschaft Am 8. Mai in Leipzig— Acht Kilometer=Stundenleistung Das Marschieren ist für den Deutschen schon von jeher Ausdruck eines unbeugsamen Zutunftsglaubens gewesen. Kein Wunder, daß die Zeit des Verfalls, in der die Mehrheit des Volkes in dumpfer Hoffnungslosigkeit hinbrütete, von dieser kraftvollen Schule des Mannes nichts wissen wollte. Aber in den Stürmen der SA, in deren Fahnen die Zukunft Deutschlands lohte, hatte man die bezwingende Kraft des Marschierens, die harte kämpferische Erziehung des Charakters und der Kameradschaft erkannt: Der Marsch der SA half entscheidend mit, das morsche System zu beseitigen. Nach wie vor ist der Gepäckmarsch, wenn er richtig betrieben wird, das beste Mittel, den infanteristischen Wert eines ganzen Volkes zu steigern. Aber erst, wenn eine Mannschaft so weit ist, daß sie plötzlich im Gelände auftretende Hindernisse kurz und entschlossen überwinden kann, wenn sie der Mannschaftsführer in jeder Luge fest in der Hand hat, so daß selbst bei schärfstem Marschieren genügend Reserven vorhanden sind, um gestellte Aufgaben mit Erfolg lösen zu können, dann ist das erreicht, was allen Männern anerzogen werden soll. In der richtigen Erkenntnis sind in der letzten Zeit schon immer Wettbewerbe festzustellen, die sich den Bedingungen des SA=Sportabzeichens anpassen. Der Führer hat dieses Abzeichen geschaffen, weil er erkannte, daß sich in der Welt nur ein Volk behaupten kann, das bereit ist, sich wehrhaft zu machen und wehrhaft zu erhalren. Mit der Durchführung dieser Aufgabe wurde die SA beauftragt, die nunmehr alle Gepäckmärsche veranstaltet. Erstmalig wird daher am 8. Mai in Leipzig die Deutsche Gepäckmarsch=Meisterschaft von der Obersten SAFührung durchgeführt, die mit der Ausrichtung die SA=Gruppe Sachsen beauftragt hat. Von dem Gedanken ausgehend, daß die Gepäckmarsch=Meisterschaft keine Angelegenheit einseitig ausgebildeter Marschierer oder sportlicher Geher, sondern ein Gradmesser sportlicher Breitenarbeit und des allgemeinen Leistungsstandes ist. wurde die Stärke der Mannschaft auf einen Führer und 5 Mann festgelegt, die einer Standarte oder einer entsprechenden Einheit angehören müssen. Dieser Mannschaft ist eine Marschzeit vorgeschrieben, die einer Stundenleistung von 8 Kilometern gleichkommt. Diese Zeit zu unterbieten, würde der Mannschaft nichts nützen, weil schnelleres Marschieren keine Pluspunkte, langsameres aber Minuspunkte einbringt. Allerdings bietet sich den langsamer Marschierenden durch gutes Schießen, Handgranatenwerfen und vollzähliges Eintreffen am Ziel die Möglichkeit, die verlorenen Punkte wieder aufzuholen. Die Meisterschaftsstrecke, die im Vorjahre in Bautzen noch 35 Kilometer betrug, wurde auf 20 Kilometer herabgesetzt. Diese 20 Kilometer werden nicht auf besonders vorgerichteten Promenadenwegen zurückgelegt, sondern die Strecke ist so, wie sie sich uns überall in der Natur bietet. Straße, Feld= und Waldwege wechseln in bunter Folge. Auf der Strecke verteilte natürliche Hindernisse müssen von jedem einzelnen Mannschaftsteilnehmer überwunden werden. Ein 500 MeterMarsch mit Gasmaske stellt die erste der vier Sonderaufgaben dar. Handgranatenzielwerfen, Kleinkoliberschießen und Handgranatenweitwerfen schließen sich auf den nächsten Stationen an. Die ganze Strecke muß in geschlossener Marschformation(Dreierkolonne) zurückgelegt werden und kann, wenn es das Gelände erfordert, nur mit Erlaubnis des Begleitfahrers geändert werden. Gegenseitige kameradschaftliche Hilfe auf der Strecke ist erlaubt. Es wird nur die Mannschaft als Sieger in Frage kommen, die außer einer ordentlichen Marschleistung die beste wehrsportliche Durchbildung aufweist. Außerdem muß sie von einem vorbildlichen Mannschaftsgeist durchdrungen sein. Auf jeden Fall; es müssen auf allen Gebieten ganze Kerle sein, die den stolzesten Titel, den das wehrhafte Deutschland hat, heimführen werden: Deutscher Meister im MannschaftsGepäckmarsch 1938. Drei Olympiasiegerinnen, Anita Bärwirth, Käte Schmidt=Sohnemann und Paula Pöhlsen nahmen an den Mehrkampfausscheidungen ihres Gaues in Hamburg teil. Im Zehnkampf siegte Anita Bärwirth (Kiel) vor der Hamburgerin Martha Kreyser und Grete Sievers, während die Olympiasiegerinnen Pöhlsen und Sohnemann überraschend mit dem vierten und fünften Platz. vorlieb nehmen mußten. Ein neues Zehnkampftalent ist mit dem Neger Strode in USA aufgetaucht. Er lief 100 Meter in 11 Sek., die 220 Yards Hürden in 24,2 und erreicht im Hochsprung 1,85 Meter, Kugelstoßen 15,54 und Diskuswerfen 49 Meter. Erste Fachleute halten es für möglich, daß Strode sogar den Weltreford des abgegangenen Olympiasiegers Gleen Morris übertreffen kann. Theaterspielpläne der Woche Für die Zeit vom 1. bis 8. Mai. Stadttheater Hagen Sonntag: Geschlossen. Montag, 15,30—18,15: Der kleine Muck(Theaterring der HI); 20—23: Paganini (St. A 17). Dienstag, 15,30—18,15: Der kleine Muck (Theaterring der HI); 20—23: Paganini(St. B 17). Mittwoch, 20—22,15: Hilde und 4 PS(St. C 17). Donnerstag, 15,30—18,15: Der kleine Muck(Thegterring der HI); 20—23: Paganini(KdF=Vorstellung). Freitag: Geschlossen. Samstag, 20—23: Paganini (Außer St.). Sonntag, 20—23: Paganini(Außer St.) Stadttheater Bochum Sonntag: Geschlossen. Montag, 20—22,45: Ein ganzer Kerl. Dienstag, 19,15—23: Carmen(Gastspiel der Kölner Oper): Mittwoch, 20—22,30: Die Primanerin. Donnerstag, 20—22: Sinfoniekonzert. Freitag, 20—22,15: Die Hermannsschlacht. Samstag, 20 bis 22,30: Die heilsame Flucht. Sonntag, 18—22,45: Faust, 1. Teil. Wuppertaler Bühnen Barmen. Sonntag, 20—23: Die Primanerin. Montagt Keine Vorstellung. Dienstag, 20—23: Heinrich Löwe. Mittwoch: Keine Vorstellung. Donnerstug, 20—22: Die Liebesfahrt der Scholaren. Freitag, 20 bis 22: Der Hochverräter. Samstag, 20—22: Tanzabend. Sonntag, 15—18: Die Primanerin; 20 bis 22,45: Polenblut. Elberfeld. Sonntag, 20—22,45: Polenblut. Montag: Keine Vorstellung. Dienstag, 20—22,30: Die verkaufte Braut. Mittwoch, 20—22: Der Hochverräter. Donnerstag, 20—22,45: Der Troubadour. Freitag: Keine Vorstellung. Samstag, 20—22: Der Hochverräter, Sonntag, 15—17,30: Tiefland; 20—22:. Die fahrt der Scholaren. UnterhaltungelZeil. Nr. 32 Samstaa. 30. April 1938 84. Jahrgang Der folsche Bodo Skizje von W. Folk Wenn nicht der an wesen wäre, würden eheiratete Vetter Bodo geie Bliebegrots eine ausgezeichnete Familie gewesen sein. Aber auch ihn konnte man seines liebenswürdigen Benehmens wegen nicht entgleist nennen, nur höchstens leichtsinnig, sträflich leichtsinnig, beklagenswert unvekümmert. Alle Mitglieder der verzweigten Familie hatten Bodo schon ausgeholfen, hatten Wechsel eingelöst, Spielschulden gedeckt, hatten ermahnt und gedroht, hatten Versprechungen und Beteuerungen erhalten, um dann einige Wochen später wieder von Missetaten Bodos zu hören, für die Onkel Herbert oder Tante Olga grade gestanden hatte. Herbert Bliebegrot und seine junge Frau Lotte hatten sich über ihren Vetter Bodo Burg schon so manches Mal achselzuckend unterhalten, beide haiten ihn wirklich gern, beide waren überzeugt, daß in Bodo ein guter Kern stecke und glaubten, was Lotto soeben wieder sagte, als sie sich in Herberts Arbeitszimmer gegenübersaßen: „50oo braucht nur eins: eine Frau, aber sie muß schön sein, er muß sie lieb haben, und wenn sie vermögend ist, desto besser. Aber er darf nicht merken, daß er verheiratet wird.“ Herbert verzog den schmalen Mund:„Möglich“ antwortete er zweifelnd,„aber ich habe das GeAfühl, man begeht ein Verbrechen an einer Frau: Bodo hat das Talent, unglücklich zu machen...“ „Durchaus nicht, im Gegenteil, gerade Christa wäre so geeignet, ihn auf den geraden Weg zurückzubringen, wie keine andere...“ „Christa Wendler... ich kann mir offen gestanden Bodo neben diesem Engel nicht vorstellen, Lotte“ „Dafür sehe ich alles viel deutlicher. Wir haben die Pflicht Bodo gegenüber, finde ich, und als Freundin kann ich es verantworten, wenn ich Christa mit Bodo bekannt mache, sie würden doch ausgezeichnet zusammen passen, es ist ja durchaus ihre Angelegenheit dann, diese Bekanntschaft zu erweitern oder sie wieder zu lösen.“ Und eine halbe Stunde später verschickte Lotte in zwei zierlichen Briefen zwei Theaterkarten, eine an Bodo, die andere an Christa. Die Plätze lagen selbstverständlich nebeneinander. Lotte schrieb, daß sie selbst leider verhindert sei, die Karte zu benutzen, daß sie sich aber sehr, sehr freuen würde, wenn sie durch Bodo(beziehungsweise durch Christa) vertreten werden würde. Nach vier Tagen gaben sich die Freundinnen ein Stelldichein in der Stadt. Christa bedankte sich herzlich für die Theaterkarte, und Lotte fragte wie ganz nebensächlich: „Na, und hast du nette Gesellschaft gefunden?" Christa errötete bis unter die Haarwurzeln bei dieser unverhofften Frage, dann lächelte sie leicht verlegen und gestand Lotte, daß sie tatsächlich auf diesem Theaterabend einen Herrn kennengelernt habe, der ihr so ausgezeichnet gefalle, daß sie sich mit ihm schon zweimal wieder getroffen habe. „Oh," machte Lotte,„hübsch, nett, jung, schlank, dunkel, elegant?" „Alles zusammen, Lotte, also, du, tatsächlich, ich glaube, ich habe mich verliebt... er besucht uns am nächsten Sonntag, weißt du, so Antrittsbesuch..." „Das freut mich aber von Herzen, Christa, also wahrhaftig, ich finde das herrlich, daß ausgerechnet ich der Anstoß zu deinem Glück sein werde..." Als sie heimkam, war es ihr erstes, ihrem Mann von der unverhofft günstigen Entwicklung ihrer kleinen List zu erzählen: „Bodo kann ja aber auch so entzückend sein, er hat die kleine Christa einfach im Sturm genommen, sie ist gar nicht zur Besinnung gekommen. Sonntag macht er bei ihren Eltern einen Besuch ... ich werde ihn mal anrufen und ihm ein paar Verhaltungsmaßregeln geben, damit er sich genau vorbereiten kann...“ „Unsinn, Lotte", widersprach Herbert Bliebegrot energisch,„lasse nur gefälligst deine Hände aus dem Spiel: mir war es sowieso nicht recht gewesen, daß du die Bekanntschaft vermitteltest. Wenn sich aber aus dieser Bekanntschaft etwas Ernstes entwickeln soll, dann wollen wir weder zum Guten noch zum Bösen daran teilhaben, mir persönlich reicht die bisher übernommene Verantwortung vollkommen aus, ich will mit der ganzen Sache nichts mehr zu tun haben!" „Aber du tust ja gerade, als wäre Bodo ein Verbrechel „Nun, wenn nicht immer ein gutmütiger OnDie Optimistin. „Ihr Alter?" „Achtundfünfzig." „Verheiratet?" „Bis jetzt noch nicht!" tel oder eine mit Versprechungen beschwatzte Tante für seine Schulden und Wechselgeschichten eingesprungen wäre, dann dürfte Bodo Burg bei all seinem persönlichen Chaxme trotzdem vor die Hunde gehen... meiner Ueberzeugung nach, und die ist durchaus nicht so unsinnig, wie es augenblicklich in deinen Augen geschrieben steht." Frau Lotte zuckte die Schultern und wandte sich ab, indessen ein überlegenes Lächeln ihre Lippen kräuselte. Nach zehn Tagen erzählte ihr Christa, daß sie unmittelbar vor der Verlobung stehe, erzählte ihr, daß sie ja so unendlich glücklich sei, daß ihre Eltern von ihm einfach entzückt wären, und daß er täglich nun in ihr Elternhaus käme. „Ich bin dir ja so dankbar, Lotte, so schrecklich dankbar, denn ohne deine Theaterkarte damals wäre ja mein Glück niemals Wahrheit geworden.“ Und Frau Lotte, die seit der letzten Aussprache mit ihrem Manne etwas böse war, sagte abends leise triumphierend über den Abendbrottisch hin: „Sie verloben sich in ein paar Tagen, Christa ist überglücklich, Bodo verkehrt bei Wendlers, als wäre es sein Elternhaus..." „Freut mich", sagte er und griff nach der Zeitung. Sechs Tage später schrillte das Telefon bei Herbert Bliebegrot. Lotte nahm den Hörer ab. Onkel Gustav Bliebegrots zitternde Stimme: „Lotte... ja, ist dein Mann da... ja... schön, ich muß ihn sprechen, dringend..“ Herbert kam an den Apparat, Lotte stand neugierig neben ihm. Herbert hörte, er wurde blaß, seine Lippen kniffen sich zusammen, eine tiefe Falte bildete sich auf seiner Stirn. Dann sagte er: „Ich danke dir für deine Mitteilung, Onkel Gustav, sie geht mir näher, als du ahnst." Dann legte er den Hörer langsam hin, wandte sich um und sagte zu seiner Frau mit einer scheinbar ganz ruhigen Stimme: „Bodo ist heute nacht beim Falschspiel erwischt worden, er sitzt schon im Untersuchungsgefängnis ... dein lieber, scharmanter Bodo... jetzt diese Blamage vor den Wendlers..." Und erregter: „Was das für einen geschäftlichen Rückschlag bedeuten wird, wo die Wendlers unsere besten Abnehmer sind... Ohne Wendler und Co. kann das Haus Bliebegrot zumachen, liebes Kind... und alles nur, weil die Frauen verkuppeln müssen, wenn so ein Nichtsnutz eine hübsche Larve hat und Handküßchen vergibt, dann ist er eben scharmant.“ „Herbert, um Himmels willen... ist das wahr?" Das Mädchen brachte in diesem Augenblick die rühpost. Oberauf lag ein großer weißer Umschlag. Lotte öffnete ihn, sie hielt eine Verlobungsanzeige in der Hand: links die elterliche Ankündigung und rechts, auf der angebogenen Seite, zwei Namen: Christa Wendler— Bodo Thurnverg, Regierungsassessor. Fassungslos starrte Frau Lotte auf diese Anzeige, dann reichte sie sie ihrem Manne zu, und während der erstaunt las, klingelte sie an. „Christa," sagte sie bebend,„herzliche Glückwünsche, du, und ist das nun deine Theaterbekanntschaft?" „Freilich, Lotte, und dir allein danke ich mein Glück!“ Daß ein anderer Bodo links von ihr gesessen atte, und daß beim Bücken nach dem entfallenen srogramm der rechte Bodo schneller als der linke gewesen war, das konnte Christa natürlich nicht wissen. „Laß es dir eine Warnung sein, Lotte," klang ihres Mannes warme, herzliche Stimme neben ihr. Sie sah auf, sie schlang die Arme um seinen Hals und sagte leise: „Ja, Herbert, ich tu so etwas nie wieder.“ Die Soche mit den Briefmarken Erzählung von Christion Bock Der rote Rock Zu Lankwitz, einem ehemaligen Dorfe bei Be lin, wohnte der Winkelschulmeister Hans Henkel, der an den Großen Kurfürsten folgendes Bewerbungsschreiben richtete: „Herr Churfürst! Treure Dienste geben guten Lohn; sagt der Hauslehrer Sirach im 5. Kapitel. Euch thue ich zu wissen, daß der Küsterdienst zu Lankwitz ledig ist, und daß ich solchen Dienst wohl würdig bin, und wenn Ew. Großmächtigkeiten meine Person sehen und singen hören sollten, würden Sie sagen, der Kerl ist bei meiner Person mehr wert, als daß er ein Küster sein sollte. Daß der Hundsfott, unser Schulze, mir Feind ist, daß machet, daß meine Frau eben einen solchen rothen Rock des Sonntags trägt wie seine Frau, und wenn ich den Dienst erst haben werde, so mir schon gewiß genug ist, so will ich meiner Frau noch einen besseren Rock machen lassen, als den Schulzen seine hat, es mag den Hundsfott verdrießen oder nicht. Und wenn ich nur das Primarium kriegen soll, so muß es der Hundsfott, unser Schulze, nicht wissen, sonsten stößt er's wieder um. Ich verlasse mich ganz gewisse darauf und verbleibe Euer guter Freund so lange ich lebe. Lankwitz, den 15. Februar 1688. Hans Henkel." Mit folgendem Dekret ließ der Große Kurfürst antworten: „Seine Churfürstliche Durchlaucht bewilligen hierauf dem Supplikanten 6 Dukaten, und wenn er in der selben Sache richtig bestehen wird, so soll er den Dienst vor anderen ohne Einwendung des Schulzen haben. Cöllen an der Spree, den 25. Februar 1688.“ Rätsel-Ecke Immer wenn ich abends einen Brief geschrieben habe und den Brief noch in den Nachtbriefkasten stecken will, und natürlich keine einzige Briefmarke mehr im Haus ist, dann ereignet sich das Folgende: „Ich gehe eben einen Brief einstecken", sage ich zu meiner Frau. „Ja", sagt sie,„bist du bald wieder da?" „Natürlich", sage ich,„natürlich bin ich gleich wieder da.“ Aber der nächste Briefmarkenautomat ist weit. Es ist viel praktischer, in der nächsten Kneipe eine Briefmarke zu holen. Jeder Mann wird das einsehen. Aber er wird auch einsehen, daß man nicht gut, ohne irgendetwas zu genießen, gleich nach einer Briefmarke schreien kann. Ich bestelle also ein Bier und trinke. Wie ich halb ausgetrunken habe, frage ich so nebenbei, ob vielleicht eine Achtpfennigmarke da ist— ich brauchte eine. „Mal sehn!“ sagt der Wirt und kramt eine Weile in einem Pappkarton herum. „Leider“, sagt er dann,„es ist keine mehr da.“ Dumm!— Ich trinke mein Bier aus und gehe. Dann überlege ich schnell, ob ich vielleicht doch lieber zum Briefmarkenautomaten———? Aber Kneipen sind immer näher als Briefmarkenautomaten. Und wer garantiert mir, daß die Achtpfennigmarken im Automaten nicht auch ausverkauft sind? Ich gehe in die nächste Kneipe drüben. Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn sie da auch gerade keine Briefmarken mehr hätten! Gleich nach einer Briefmarke schreien, kann man, wie gesagt, nicht— ich bestelle ein Bier, Wie ich das Bier halb ausgetrunken habe, undsoweiter wie oben——— „Also eben vor zehn Minuten“, sagt der Wirt, „habe ich die letzte Markte weggegeben." Dumm! Aber da kann man nichts machen. Ich trinke mein Bier aus und gehe, und die Geschichte geht so weiter wie bisher— aber spätestens doch in der vierten Kneipe pflege ich dann wirklich noch eine Marke zu bekommen. ) Eines Abends liegt auf meinem Schreibtisch ein schmales rotes Etwas: ein Briefmarkenheft. Voll von allerlei verschiedenen Briefmarken. „Hast du das gekauft?" frage ich meine Frau „Ja", sagt sie,„für dich. Damit du nicht immer und ewig nach Briefmarken herumlaufen mußt." Mmhmm! Ob das wegen der Biere ist, denke ich. Aber das sage ich nicht, ich sage statt dessen schlicht:„Oh, das ist nett von dir?“ Und den Verdacht, es könnte wegen der Biere sein, diesen Verdacht verwerfe ich gleich wieder. Nein, so ist sie ja gar nicht, sie will mir wirklich nur das Leben bequemer machen, weiter nichts. Oder?— Aber ich glaube das nicht. So ein Briefmarkenheft, obwohl es allerlei Briefmarken in sich hat, gebt auch einmal zuende. Aber, siehe da, ehe es noch ganz aufgebraucht est, liegt eines Abends wieder so ein schmales rotes Etwas da: ein neues Briefmarkenheft. Najjajal, denke ich. Aber das mit diesen Briefmarkenheften muß mal wieder aufhören, man kommt zu keinem Glas Bier mehr. Und wen es ernstlich nach Bier verlangt, dem schenkt der Himmel auch bestimmt noch eine gute Idee. Wie das Briefmarkenheft gut halbwegs aufgebraucht ist, muß ich eines Abends vier Briefe mit Achtpfennigmarken bekleben. „Dumm!“ sage ich so vor mich hin. „Was ist dumm?" „Es sind keine Achtpfennigmarken mehr im Heft." „Aber du kannst doch verschiedene Marken zusammensetzen", fällt meiner Frau ein,„nimm doch Dreipfennig= und Fünfpfennigmarken.“ Wer nun glaubt, ich wäre jetzt hereingefallen, der irrt sich. Gerade auf diese Antwort hatte ich gewartet. „Ja", sage ich,„das ist leicht gesagt— es sind Fünfpfennigmarken da, aber keine Dreipfennig—" Eine Weile sage ich nichts. Aber dann, wie mit plötzlichem Entschluß, fange ich an, meine Briefé mit Marken zu bekleben. „Geht es doch noch?" fragt meine Frau. Und auch auf diese Frage habe ich nur gewartet. „Gehen", sage ich,„nein— aber ich klebe eben zwei Fünfpfennigmarken auf die Briefe.“ „Zwei Fünfpfennigmarken?" fragt sie entrüstet,„da schenkst du ja der Post bei jedem Brief zwei Pfennig.“ „Naja", tue ich großzügig,„zwei ganze Pfennige!" „Das sind bei vier Briefen“, rechnet sie mir vor,„acht Pfennige! Einfach so mir nichts dir nichts der Post in die Tasche gefüllt!“ Sie ist kein Geizhals, aber daß sie der Post nichts schenken würde, das wußte ich. „Dann geh doch lieber nach unten und kauf dir irgendwo Marken. Die Briefe mußt du ja sowieso einstecken." „Naja, schön!" sage ich.— Der Plan war gut, denke ich. „Und trink dir ein Glas Bier in der Kneipe", sagt sie, ehe ich gehe,„es sieht doch schlecht aus, wenn du immer nur nach Briefmarken kommst!“ Das stand allerdings nicht in meinem Plan. Damit hatte ich nicht gerechnet. „Ach“, nörgle ich,„deswegen Bier trinken? Wegen ein paar Briefmarken?“ „Doch doch", sagt sie,„trinke lieber ein Glas Bier dazu." Balzac und der Gerichtsvollzieher. Der große französische Romancier Honore de Balzac ertappte einmal seinen Diener bei einer Lüge. Balzac warf ihm vor:„Lügen ist das häßlichste aller Laster. Merken Sie sich, wir dürfen unseren Nächsten nicht belügen!“ „Warum läßt aber der Meister, wenn der Gerichtsvollzieher kommt, immer sagen, er wäre nicht zu Hause?" fragte der Diener. „Gerichtsvollzieher gehören nicht zu unseren Nächsten, entgegnete Balzac würdevoll. Auflösung zur Denksvortaufgabe: Die Heimfahrt Die baumlose Straße. Eine Allee ist eine Straße mit Bäumen. Auflösung zum Endwechselrätsel Band, Riga, Hans, Lama, Donau, Hang, Laie, Lei, Fels, Flut, Gold, Hefe, Herr, Kurs, Mole, Note, Seil, Same, Wels, Alp, Bai, Dame, Fang, Fee, Heil. Das Auge ist der Seele Spiegel. Auflösung zum Kreuzworträtsel Waagrecht: 1. Tee, 3. Kos, 5. Moral, 8. Neid, 10. Rebe, 12. Drossel, 13. Arkanum, 16. Arie, 17. Iren, 19. Erika, 20. Mus, 21. Lot. Senkrecht: 1. Ton, 2. Emir, 3. Klee, 4. See, 6. Odoaker, 7. Arsenik, 9. Edgar, 11. Blume, 14. Ries. 15. Ural, 16. Arm. 18. Rut. Karreerätsel Jede Zahl der untenstehenden Schlüsselwörter entspricht einem Buchstaben, der in das mit der gleichen Zahl bezeichnete Feld einzutragen ist. Sind die Wörter richtig gefunden, so nennen die Buchstaben, von 1—54 fortlaufend gelesen, ein Wort von Goethe. 8 31 54 30 7 45 24— alkohol. Getränk 37 6 14 1 17 22 53= Frühlingsstrauch 20 52 2 12 28 29 48.= Asiate 33 10 40 29 4 11 34= Zahl 49 15 35 23 46 39 47= Wochentag 27 18 3 25 26 29 51= Bewohner Nordsibiriens 19 44 5 31 50 54 41= Maskenfest 9 31 7 36 16 51 38= Schwerverbrecher 32 1 21 13 45 6 34= Tiergattung 43 2 53 29 23 42 25= Kohlart Silbenrätsel Aus den Silben: a— al— at— bruck— burg— che- dah — de— den— di— din— nnr— e- e— e- e- e- ech- el— en— fe— gall— gen — gen— go— göt— in— inns— ken— krat— la— lan— li— nach— ne— nef— ner— ni — o— pi— po— re— rei— rho— röh— sar— se— se— sei— sel— sen— so— spei — spin— ster— ster— sti— tät— the— then— ti— tik— tin— wol— zer— zi sind 23 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben und dritte Buchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Wort von Goethe nennen. Die Wörter bedeuten: 1. Reptil, 2. italienische Insel, 3. Stadt in Griechenland, 4. Lasttier, 5. altdeutscher Tanz, 6. deutsche Universitätsstadt, 7. Rabenvogel, 8. französischer Fluß, 9. Männername, 10. Zwischenhandlung, 11. Stadt in Tirol, 12. Verwandter, 13. Federkraft, 14. Singvogel, 15. Herbstblume, 16. Ostsee=Insel, 17. Teil des Halses, 18. Schmetterling, 19. Wildhund, 20. Stadt in Ostpreußen, 21. Zeitabschnitt, 22. hohes Bauwerk, 23. Weltmeer. Mowali der Inder 000 (3. Fortsetzung.) In ihrem Schlafzimmer angekommen, warf sie sich auf ihr Ruhebett. „Lali, mach mir eine Kompresse; beeile dich aber. Mein Kopf ist ganz heiß." „Herrin, ich fliege." Die Tür schloß sich leise hinter der Dienerin. Die Lady war allein. Sie schloß die Augen, konnte aber keine Ruhe finden. Ein Angst befiel sie, wie sie solche noch nie in ihrem bewegten Leben empfunden hatte. Nicht einmal zu jener Zeit, als sie mit Lord Clifton verheiratet war und er sie eines Tages mit ihrem Liebhaver in einer gar zu verfänglichen Situation überraschte. Sie brachte damals den Mut auf, dem alternden Manne noch ins Gesicht hinein zu lachen. Nein, nie in ihrem Leben war ihr so zumute gewesen, wie jetzt. Sollte sie sich zuviel zugetraut haben? Das Glück, das stets auf ihrer Seite gewesen war, sollte es sie jetzt verlassen? Nein, noch nicht. Noch habe ich mein Ziel nicht erreicht. Die Abfindung, die sie damals von ihrem Gatlen erhielt, war bis auf einige tausend Pfund verbraucht. Sie liebte das Leben, genoß es in vollen Zügen und wollte es weiter genießen. „Habe ich keine Energie mehr?" fragte sie sich, „sind meine Nerven nicht in Ordnung?“ Ihre Gedanken wanderten weiter. Da öffnete sie ihre Augen. Sie fühlte, daß etwas auf sie zukam, konnte aber noch nichts entbecken. Vorsichtig tastete sie nach ihrer Schußwaffe, die sie ständig bei sich trug. Ja, der treue Begleiter war da. Vorsichtig hob sie den Kopf. Ein leichtes Schwirren ließ sich vernehmen. Die erkannte Gefahr gab ihr die alte Ueberlegenheit zurück. Merkwürdig ruhig wurde sie. Jede Muskel ihres gestählten Körpers gehorchte wieder. Instinktmäßig ließ sie sich von dem Ruhebett nach der Wand zu heruntergleiten. Als Deckung war die verlassene Lagerstatt zwischen ihr und der Gefahr, während sich im Rücken die Wand befand. An der Stelle, wo ihr Kopf gelegen hatte, steckte ein kleiner befiederter Pfeil, wie ihn die Eingeborenen mit Blasrohren abschießen. Sie wußte, jetzt galt es das Leben. Du oder ich, Aug' um Aug' und Zahn um Zahn. Der Finger ruhte am Abzug der Waffe. Einige Sekunden blieb alles ruhig. Vorsichtig hob sie den Kopf, um nach dem gegenüberliegenden Fenster zu sehen. Der Feind konnte nur von da kommen. Die Tür war von Lali verschlossen. Im Zimmer war niemand gewesen, als sie es mit Lali betreten hatte. Der eine Flügel stand auf. Ein Kopf schob sich langsam empor. Dann folgte eine Hand, und jetzt kam der ganze Körper zum Vorschein. Dem Eindringling war die Sicht nach ihrem Versteck durch das zwischen dem Fenster und dem Ruhebett stehende Bett genommen. Ueberlegen wartete sie. Sie wußte, diese Gefahr würde sie bestehen. Auf ihre Schußwaffe konnte sie bauen, ebenso auf ihre Geschicklichkeit in der Handhabung, die sie von Jugend auf vervollkommnet hatte. Sie war eine Meisterschützin. Mit jedem nahm sie es auf, wenn es darauf ankam, das Ziel zu treffen. Selbst von dem Rücken des Pferdes war sie ihres Zieles sicher. Wie auf dem Schießstand hob sie jetzt die Waffe. Der Pfeilschütze sprang leichtfüßig von dem Fensterbrett auf den Boden. Dadurch fiel der Körper etwas zusammen. Nun lam er wieder in die Höhe. In dem Augenblick, in dem der Kopf in der Schußrichtung erschien, schoß Lady Cranford. Der Einbrecher stieß einen leichten, verbissenen Schrei aus. Seine Hand fuhr nach dem Kopf, der stark blutete. Ein wütendes Knirschen der Zähne wies darauf hin, daß er nicht gewillt war, den Kampf aufzugeben. Mit einer gewaltigen Anstrengung sprang er vorwärts. In seiner rechten Hand blitzte ein langes Messer. Da ging die Tür. Ein einziger Blick genügte für die Schwarze. Gleich einem Tiger setzte sie zum Sprung an, um sich dem Angreifer entgegenzuwerfen. Durch das plötzliche Erscheinen Lalis wurde der Eindringling für einen Moment abgelenkt. Das entschied den Kampf. In der Hand von Lady Cranford blitzte der Revolver zweimal auf. Kaum erreichte die Dienerin den Getroffenen, als er anfing zu zittern, und dann schlug er zu Boden. „Herrin, du hast das gelbe Tier getötet.“ Lady Cranford kam hinter ihrer Deckung hervor. Der Verwundete lag lang ausgestreckt. Die Augen waren weit offen und starrten in unbeschreiblichem Haß auf die beiden Frauen. Von unten klang eine Schelle. „Komm, Lali, las uns sehen, wer da kommt.“ Schnell wurde die Haustür geöffnet. Auf der Schwelle stand Kommissar Petersen. „In Ihrem Hause fielen einige Schüsse, Mylady. Ich kam zufällig an Ihrem Heim vorbei und nahm an, es wäre Ihnen etwas passiert." „Kommen Sie herein, Mr. Petersen", sagte Lady Cranford mit zitternder Stimme.„Droben liegt ein Einbrecher, den ich erschossen habe.“ Eilig rannten alle die Treppe herauf. Der Verwundete lag immer noch auf derselben Stelle. Er hatte die Augen jetzt geschlossen. Petersen kniete neben ihm nieder und fühlte nach dem Herzen. Ganz leise schlug es noch: Der Verwundete schlug die Augen auf, blickte wild um sich und lallte einige unverständliche Worte. Einige Tropfen Whisky aus der kleinen Flasche des Kommissars wurden dem Verwundeten eingeflößt. Er schlug die Augen auf und strengte sich an, zu sprechen. „Mich, Panto-li, Sohn von...", er stockte wieder, eifrig notierte Petersen jedes Wort,„... von Panto-to.“ Ein Röcheln brach das Gespräch wieder ab. „Weiter!“ drängte der Kommissar. Die Züge des Verwundeten wurden zu einer Grimasse. Mit unsagbarem Haß sah er auf. Sein Blick irrte im Zimmer umher und blieb auf der schwarzen Dienerin haften. „Mich Nanto-li rä——— rä——— chen mein Va—— ter. Alle Perlen...“ ein Blutstrom kam aus seinem Munde. Dann streckte er sich. Panto-li war tot. Der Kommissar erhob sich und wandte sich fragend an Lady Cranford: „Wollen Sie mir beschreiben, wie der Ueberfall vor sich gegangen ist, Mylady?" „Lassen Sie uns bitte nach unten gehen; ich bin noch zu aufgeregt, um alles genau schildern zu können." Der Kommissar wandte sich der Tür zu. Er drehte sich aber nochmals um und fragte unvermittelt: „Eine Frage noch hier, Lady Cranford. Kannten Sie den Toten?“ „Nein", klang es von den Lippen der Lady,„ich habe ihn nie gesehen." „Da dem Toten nicht mehr zu helfen ist, wollen wir nach unter gehen. Bevor Sie mir jedoch den Vorgang schildern, gestatten Sie mir bitte, daß ich telephoniere. Ich will die Leiche fortschaffen lassen. Das wird Ihnen doch angenehm sein?" „Ich bin Ihnen sehr verbunden, Kommissar, wenn Sie mich von dem toten Chinesen befreien. Lebend kann ich sie schon nicht ausstehen.“ Der Kommissar sprach mit dem langen Bob und beorderte ihn, die Leiche abzuholen. Vorher aber ersuchte er, alles photographisch aufzunehmen. Dann wandte er sich dem Zimmer zu, in das die beiden Frauen gegangen waren. Hier fand er Lady Cranford mit geschlossenen Augen in cinem Sessel ruhen. Die Schwarze war um sie beschäftigt. „Oh, Mr. Petersen, Memsahib stirbt von dem Schrecken", brachte sie zitternd hervor. „Dann wird es gut sein, wenn ein Arzt geholt wird. Ist die Lady verwundet? Ich sah den Pfeil auf dem Ruhebett.“ „Herr, ich weiß es nicht. Blut habe ich nicht bei Memsahib gesehen." „Dann telephoniere sofort nach einem Arzt. Ich komme morgen, wenn deine Herrin wieder hergestellt ist, um ein Protokoll aufzunehmen.“ Der Kommissar ging leise zur Tür, von der Schwarzen begleitet, die hinter ihm abschloß. „Ist er fort?" fragte Lady. „Ja, Herrin." „Es ist gut, Lali; ich will mich hier unten hinlegen. Wenn der Gelbe fortgeholt wird, sagst du den Männern, daß ich krank bin. Ich will unter keinen Umständen gestört werden." „Ich verstehe, Herrin, laß Lali nur machen." Nach kurzer Zeit erschien ein geschlossener Wagen, dem mehrere Beamte entstiegen, die von Lali empfangen und nach oben gebracht wurden. Nachdem sie ihre Pflichten erfüllt hatten, wurde der Tote in den Wagen getragen, und das Automobil rollte davon. Kaum hatte sich der Wagen entfernt, als auch die Lady sich von ihrem Lager erhob, „Lali, mache alles fertig. Unter allen Umständen verreisen wir heute abend. Dem Kommissar schreibe ich ausführlich und füge die Entschuldigung für meine schnelle Abreise hinzu, daß ich es hier, wo der Ueberfall passiert ist, nicht mehr aushalten kann." Lali wollte sich entfernen, doch ein Wink von Lady Cranford hielt sie noch zurück. „Lali, wir wollen heute nicht mehr Gepäck mitnehmen, als unbedingt für einige Tage nötig ist. Es würde zu sehr auffallen, wenn wir unser ganzes Gepäck mitnehmen würden.“ „Und Monsieur, Memsahib?“ „Wird uns begleiten.“ Am Abend wartete Percival vergebens. Auch nach mehrmaligem Läuten erschien niemand. Das Haus blieb dunkel. 9. Von den zwei Brücken, die Fred Mueller baute, sollte nach dem Wunsche des Fürsten zuerst die größere fertiggestellt werden. Die schweren Pfeiler zu beiden Seiten des Stromes erhoben bereits ihre Köpfe über dem Wasserspiegel. Der sumpfige Boden verschlang Hunderte von Zentnern Zement. Nun sollte dazu übergegangen werden, die freitragenden Bogen in Angriff zu nehmen. Das Tempo, das Fred dabei einschlug, imponierte dem Fürsten. Zu wiederholten Malen drückte er ihm seine Anerkennung aus. Mowgli befand sich den ganzen Tag auf der Baustelle. Kaum ließ er für Augenblicke Fred aus den Augen. Am Abend fuhren sie in einem schnellen Motorboot des Fürsten zu dem Bungalow im Walde. Hier war die Stelle, wo all die Zeichnungen und Berechnungen entstanden. Oft arbeitete Fred bis in die Nacht hinein. Mowgli saß dann auf der Veranda und hielt getreulich Wache. An einem Nachmittage weilte der Fürst wieder auf der Baustelle, um den Arbeiten, die sein ganzes Interesse in Anspruch nahmen, zuzusehen. Nach einer längeren Unterhaltung über technische Einzelheiten— der Fürst hatte einige Semester an einer deutschen Hochschule studiert— sagte er zum Schluß: „Mein lieber Mr. Mueller, ich bin mit Ihren Arbeiten sehr zufrieden. Nun komme ich zu Ihnen mit einer Bitte!“ „Hoheit befehlen!" „Sie müssen für einige Zeit mein Gast auf meinem Schlosse sein. Da wir mit unseren Arbeiten schneller vorwärtskommen, als wir zuerst annahmen, werden Sie sich für kurze Zeit freimachen können. Meine Zimmerleute stellen inzwischen die Verschalung fertig, und dabei brauchen Sie wirklich nicht zugegen zu sein." Fred wollte Einwendungen machen, doch schon fuhr der Fürst fort: „Ich habe einige Gäste in meinem Hause. Sie werden sich gut unterhalten. Auch möchte ich Ihnen meinen Tierpark zeigen, für den mehrere Neubauten, deren Leitung ich Ihnen ebenfalls übertragen will, erforderlich sind." Das letztere gab den Ausschlag, und Fred sagte 10. Die Erfahrungen, die Kommissar Petersen in seinen langen Dienstjahren gesammelt hatte, verhalfen ihm zu manch schönem Erfolg. Dazu kam, daß er nicht nach den bekannten Methoden arbeitete. Sein reger Geist hatte oft Einfälle, die von seinen Kollegen bespöttelt wurden. Der Erfolg war aber meistens auf seiner Seite. So gewöhnte man sich daran, in schwierigen Fällen auf ihn zu hören. Das Vertrauen seiner Vorgesetzten übertrug ihm Fälle, von denen man annahm, daß eben nur er allein sie lösen könnte. Diesem Ruf verdankte er es daher, daß ihn der Vizekönig persönlich mit der Aufdeckung des Diebstahls der wertvollen Steine seiner Tochter beauftragte. Dick saß in seinem Büro und blätterte in den Akten. Die unvermeidliche Zigarre qualmte wie ein Schlot, und er selbst war vollständig in dichte Wolken eingehüllt. Wie er oft zu sagen pflegte, kamen ihm dann seine besten Einfälle. Wenn das Experiment bisher nicht unter Beweis gestellt worden war, so ließ sich Dick doch nicht davon abbringen. Ohne Zigarre und Qualm ging es bei ihm eben nicht. Er drückte auf den Klingelknopf. Der lange Bob, des Kommissars Faktotum, erschien. Zuerst wurde er von Dick nicht bemerkt, das Studium der Akten nahm ihn zu sehr in Anspruch. Endlich sah er auf. „Bob, rufen Sie mir Jack Shelton. Er soll sofort zu mir kommen. Wir drei müssen uns über die verdammte Diamantengeschichte unterhalten.“ Nach kurzer Zeit erschien der Gerufene. „Nehmen Sie Platz, Shelton, und Sie, Bob, dürfen Ihren Leichnam auch auf einem Stuhl niederlassen. So, Shelton, jetzt berichten Sie einmal, welche Entdeckungen Sie gemacht haben.“ Sheltons verkniffenes Gesicht wurde noch faltiger. „Wenn Sie Entdeckungen meinen, hm, hm, nichts. Ich habe rein gar keinen Anhaltspunkt gefunden, von dem man ausgehen könnte. Das ganze Haus vom Dachboden bis zum Keller hurchsuchte ich ohne jeden Erfolg. Keine Spur von den Diamanten.. „Und was brachte die Vernehmung des Hotelpersonals?" unterbrach Dick. „Ich habe", fuhr Shelton fort,„die Zofe der Gräfin eingehend vernommen. Sie war die einzige, die ausführlich berichten konnte. Von den übrigen Angestellten wußte keiner etwa zur Sache zu äußern. Das Mädchen machte folgende Angaben: Die Gräfin sei gegen zwei Uhr nachts nach Hause gekommen und habe sich sofort in ihr Schlafzimmer begeben. Der Schmuck sei von der Lady auf den Toilettentisch gelegt worden. Da sie jedoch stark übermüdet gewesen sei, wäre es unterblieben, die Kleinodien in den Safe, der sich in dem Schlafzimmer befindet, einzuschließen. Am nächsten Morgen gegen zehn Uhr sei ihre Herrin aufgestanden. Sie sei auf ein Klingelzeichen zu ihr gegangen. Ihr sei dann befohlen worden, den Schmuck einzuschließen. Dabei sei ihr aufgefallen, daß einige Stücke fehlten. Nachdem sie es der Gräfin mitgeteilt habe, sei der Graf hinzugekommen. Man habe sie verdächtigt und ihr Zimmer gründlich durchsucht. Es sei aber nichts gefunden worden. Durch die Verdächtigung sei sie verärgert gewesen und habe ihrer Lad. mitgeteilt, daß sie sofort die Stellung zu verlassen wünsche." „Sehr nett von den hohen Herrschaften, gleich das arme Ding zu beschuldigen", knurrte Bob. „Sagten Sie etwas, Bob?“ meinte Dick ironisch. Bob schüttelte den Kopf. „Ich be nur laut gedacht, Kommissar!“ „Und genau dasselbe wie ich", fuhr Dick fort. Bob nickte zufrieden. „Betrachten wir den Fall im Hotel Atlantik, meine Herren", dozierend hob Dick seine rechte Hand mit» qualmenden Zigarre,„und den Fall bei dem Vizekönig. Beide gleichen sich. Hier wie dort das spurlose Verschwinden wertvoller Steine. Es fällt mir auf, daß die beiden Diebstähle, ich möchte wohl sagen, fast zu gleicher Zeit ausgeführt sind. Das Fest im Palast ging gegen einhalb zwei zu Ende, um zwei Uhr suchte Lady Eva ihr Schlafzimmer auf. Der Schmuck wurde von ihr auf den Tisch gelegt, und am anderen Morgen fehlte der Orlow, der einst im russischen Reichsszepter prangte Im„Atlantik“ dasselbe Bild. Dort vermißt man den Stern Brasiliens, einen ungewöhnlich großen Diamanten, vor Jahren in dem brasilianischen Staat Minas Gerais gefunden. Von diesem Stück behauptet man, daß es infolge seiner gelben Farbe, seiner eigenartigen Strahlenwirkung und seiner immensen Größe unersetzlich sei. Die Dublizität geht noch weiter. Die Fenster waren an beiden Orten nur ein wenig geöffnet. Die Vorhänge zeigten den gleichen Riß von ungefähr zwanzig Zentimeter Breite.“ Der Kommissar machte eine Pause. Die Zigarre war ausgegangen. Er suchte in seinen Taschen nach einem Streichholz. Shelton reichte ihm eine Schachtel. „Ihre Darstellung läßt nichts zu wünschen übrig, Kommissar.“ „Tja, Shelton, das ist alles. Und weiter wissen Sie auch nichts?" „Nein, Kommissar." Ein brauner Diener erschien. „Sahib Kommissar, eine Dame will Sie sprechen.“ „Führe sie herein, Kuttar!“ Verschüchtert kam Lizzi, das Kammermädchen der Gräfin Sommerset, herein. Der Kommissar stand auf und ging ihr entgegen. „Nun, kleine Lizzi, was führt Sie zu uns?" Das Mädchen konnte kein Wort hervorbringen Tränen quollen aus ihren sonst so l stig blitzenden Augen. Hilfsbereit sprang Bob auf und bot ihr einen Stuhl an. „Nehmen Sie Platz, Miß Lizzi, und erzählen. Sie dem Kommissar, was Sie auf dem Herzen haben.“ Dick betrachtete Lizzi und den langen Bob. Schmunzelnd meinte er zu dem jungen Mädchen: „Lizzi, Sie brauchen sich wirklich nicht zu ängstigen, man hat bei Ihnen doch nichts gefunden.“ Sie schlug die Augen voll zu Dick auf. Sie schien Vertrauen zu dem Dicken gefaßt zu haben. Dann sprudelte es hervor: „Mr. Petersén, ich komme, um Ihre Hilfe zu erbitten. Mir ist ein großes Unrecht geschehen. Ich ging von der Gräfin fort, weil ich mich nicht beleidigen lasse. Und nun kommt die große Gemeinheit. Ich, hatte eine neue Stellung bei Mistreß Olivant, der Gattin des zweiten Sekretärs Seiner Exzellenz, gefunden..." Dick fiel ein: „.. und da sind Sie nun entlassen worden weil...“ Lizzi schluchzte laut auf. „. auf eine Anfrage bei der Gräfin Sommerset von dieser ein Verdacht gegen Sie ausgesprochen wurde. Ist es nicht so?“ fragte der Kommissar. Das Mädchen sprang auf. „Yes, Mr. Petersen. Genau so. Ich frage Sie nun, ist das nicht eine große Gemeinheit gegen ein alleinstehendes Mädchen, das keinen Beschützer hat?" „Oho", funkelte Bob über seine Brillengläser hinweg den Kommissar an: „Wir sind auch noch da." Lachend schaute Dick auf seinen Helfer. „Der Junge hat keinen schlechten Geschmack“ sagte er leise, um dann laut fortzufahren:„Bob, bestellen Sie für Miß Lizzi eine Erfrischung.“ Bob flog mit seinen langen Beinen zur Tür und in unglaublich kurzer Zeit erschien Kuttar mit einem Tablett, das er vor Lizzi hinstellte. Dankbar sah sie zu Dick auf, während ein ganz kleiner Seitenblick Bob traf, der wieder herein kam. „So mein kleines Fräulein, nach dem ausgestandenen Aerger ist es das beste, wenn Sie sich erst stärken." Befriedigt sah der Kommissar, wie sich das Mädchen den Tee munden ließ. Dann griff sie nach den appetitlichen Biskuits. „Mr. Petersen, ich danke Ihnen", sagte das Mädchen, als es sich gesättigt hatte,„ich hatte heute vormittag noch nicht gegessen", und sie reichte ihm dankbar die Hand. „Und jetzt Miß Lizzi", Dick griff in die Schublade seines Tisches und holte ein silbernes Zigarettenetui hervor,„rauchen Sie mit uns eine Zigarette!"(Fortsetzung folgt.) 45 Jahre alt Reichsaußenminister von Ribbentrop, der am 30. April 1893 in Wesel geboren wurde, feiert am 30. April dieses Jahres seinen 45. Geburtstag. (Scherl.) Heer des Duce Italiens Armeeparole:„Glauben, Gehorchen, Kämpfen.“ Von Oberstleutnant a. D. Benary. Die Bataillone und Regimenter des faschistischen Italiens werden im Spalier die Straßen säumen, durch die Adolf Hitler an der Seite Benito. Mussolinis in Florenz, Rom und Neapel einzieht. Sie werden im„passo romano“, dem schnellen Paradeschritt, den der Duce ihnen vorschrieb, an den deutschen Regierungschef vorbeimarschieren. Sie werden auf dem Manöverfeld dem kritischen Augen ihrer deutschen Gäste einen Begriff von der Höhe und der Gediegenheit ihrer taktischen und technischen Ausbildung geben. Das italienische Heer in seiner heutigen Gestalt ist jung, ist das Werk eines Mannes, das Werk Mussolinis. Es ruht auf dem Grunde jener soldatischen Lebensauffassung und Lebenshaltung, die der Duce jedem Sohn der Apenninhalbinsel zur Pflicht macht, die nur die eine Parole kennt: „Glauben, Gehorchen, Kämpfen!“ Es zieht seine Kraft aus seiner Jugend, die vom 6. Lebensjahre ab innerlich und äußerlich soldatisch geformt ist, die schon im 14. Lebensjahr eine Schußwaffe in die Hand bekommt und die vom 18. Lebensjahr ab planmäßig für den Dienst in einer bestimmten Waffengattung durch Ausbildung am Geschütz, am Nachrichtengerät, am Steuer des Flugzeuges vorbereitet wird. Es verfügt wie kein anderes Heer Euxopas über reiche Kriegserfahrungen jüngsten Datums, hat in Abessinien, wenn auch gegen einen nicht vollwertigen Gegner, so doch unter klimatisch besonders schwierigen Verhältnissen bewiesen, daß seine Führer zu organisieren und zu manövrieren wissen, seine Soldaten gewillt und befähigt sind, jede Anstrengung, jedes Opfer auf sich zu nehmen. Es ist beseelt von dem Geist des Fortschritts. Es hat in den Manövern der beiden letzten Jahre sich bemüht gezeigt, über die abessinischen Erfahrungen hinaus noch zu wachsen, die technischen Errungenschaften einer mit Macht aufwärts strebenden Rüstungsindustrie— Mussolini sprach kürzlich von 876 Rüstungswerken mit 580 000 militärisch geordneten Arbeitern— mit kluger Ueberlegung in den Dienst einer arteigenen Taktik zu stellen. Es nutzt seine Vollkraft bis auf das letzte aus.„9 Millionen Mann", so kündete Mussolini dem Senat, „stehen zur Verteidigung unseres Lebensraumes schon heute bereit, davon 4 bis 5 Millionen als Kämpfer in vorderster Front.“ Es verfügt über die besten, neuzeitlichen Waffen und Kriegsgeräte. Der Infanterist ist besonders stolz auf sein hochmodernes s. M. G. Modell 35, das an schneller Schußfolge, flacher Flugbahn und nger Garbe alle Rivalen in den Schatten stellen soll, auf seine Granat= und Minenwerfer, auf die in seine Einheiten eingegliederten 20=MillimeterFlugabwehrkanonen und 47=Millimeter=Panzerabwehrkanonen. Der leichte Artillerist vertraut sein Heil allein der 75=Zentimeter=Einheitshaubitze 34/35 an, die durch Motor= und Pferdezug bewegt werden kann. Der schwere Artillerist schwört auf seine ihm kürzlich bescherten 14,9=Zentimeter=Kanonen und 21=Zentimeter=Haubitzen, der Flakartillerist auf seine 7,5=Zentimeter=Flugabwehrgeschütze, die mit 13 Kilometer Schußweite und 8 Kilometer Schußhöhe 20 Schuß unter wechselnder Zünderstellung in einer Minute abzugeben vermögen. Der Panzerschütze nennt schwere und leichte Kampfwagen sein eigen, den wuchtigen„Fiat Tipo 3000“ einen Nachfahren des französischen Renaults, der eine 3,7=Zentimeter=Kanone oder ein Zwillingsmaschinengewehr trägt, und den flinken„Fiat Ansaldo", einen Sprößling des enalischen VickersCarden=Lloyd, der nur für ein M. G. Raum bietet. Der Kraftfahrer lobt seinen„Pawesie=Schlepver“. der an der Front und bei den rückwärtigen Diensten mit gleichem Vorteil zu verwenden ist. Der Funker erzählt mit Befriedigung von der Reichweite seiner in Abessinien so bewährten Groß= und Kleingeräte. Das Heer nimmt bei der Gliederung und Ausrüstung weitgehend Rücksicht auf die erdräumliche Lage, auf den Gebirgscharakter seines Landes Die Infanterie verlastet ihre schweren Waffen von Eine großartige Parade Generalprobe für den militärischen Vorbeimarsch zu Ehren des Führers Im Campo Romano Besichtigung durch Mussolini. I Rom, 29. April. Einen ersten Eindruck von der Großartigkeit der zu Ehren des Führers auf der Via de Trionfi vorgesehenen großen militärischen Parade vermittelte am Freitag der Vorbeimarsch aller daran teilnehmenden Truppenformationen in Stärke von 30 000 Mann mit 2500 Pferden, 600 Kraftfahrzeugen, 320 Raupenschleppern, 400 Panzerwagen, 200 Mörsern und 400 Kanonen vor dem Duce. Zum ersten Mal war Mussolini in der Uniform eines ersten Marschalls des Imperiums erschienen und nahm in Anwesenheit von Parteisekretär Starace sowie der 3 Staatssekretäre im Wehrmachtsministerium und des Generalstabschefs der faschistischen Miliz diese über 4 Stunden dauernde Parade aller Waffengattungeneab. Anschließend begab sich Mussolini in die große Zeltstadt des 3. Campo Romano, wo er von den dort aus allen 94 Provinzen sowie den Kolonien zusammengezogenen 52 000 Jugendlichen begeistert empfangen wurde. Nach eingehender Besichtigung des großen Lagers sprach der Duce dem Parteisekretär Starace seine vollste Anerkennung für die hervorragende Haltung und Disziplin der im Liktorenbündel zusammengeschlossenen faschistischen Jugend aus. Deutsche Bildberichter in Rom Die deutsche Film= und Bildpressekolonne, die die Aufnahmen anläßlich des Besuches des Führers in Italien machen wird, ist Freitag 18 Uhr in der italienischen Hauptstadt angekommen. Die Kolonne, die sich von ihrer Abfahrt ab stets in Verbindung mit dem italienischen Ministerium für Volkskultur gehalten hat, wurde an den Toren Roms vom Generaldirektor für das Bildwesen, Freddi, empfangen. Er überbrachte dem Zug den Willkommensgruß des Ministers Alfieri. Der Zug, den Regierungsrat SS=Hauptsturmführer Heiner Kurzbein führt, setzt sich aus 82 Teilnehmern und 20 Fahrzeugen zusammen. Die Kolonne führt Farbfilm= und Tonfilmapparaturen sewie eine selbständige Entwicklungsabteilung mit sich und hat dadurch die Möglichkeit der beschleunigten Fernübertragung. Das Zusammentreffen zwischen den Teilnehmern des Filmund Bildpressezuges und den Vertretern des italienischen Ministeriums, die ihnen entgegengefahren waren, gestaltete sich sehr herzlich. Es sind bereits nach gemeinsamer Uebereinkunft die Vorbereitungsarbeiten für die Aufnahmen der verschiedenen Kundgebungen eingeleitet worden. Italienreise ungarischer Abgeordneter. Budapest, 29. April. Eine Gruppe von zehn Abgeordneten, die dem rechten Flügel der Regierungspartei angehören, teilte am Freitag dem Ministerpräsidenten Daranyi mit, daß sie unter Führung des Reichstagsabgeordneten Andreas von Mecser an den anläßlich des Besuches des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler in Italien stattfindenden Feierlichkeiten teilnehmen werde. Nur ein Thema: Fü rerbesuch! Der Besuch des Führers bildet weiterhin das Thema der römischen Presse, die weit mehr als die Hälfte ihrer Ausgaben den bevorstehenden, mit immer größerer Spannung erwarteten Ereignissen widmet.sMessagero" spricht von einer historischen Begegnung zweier großer Völker, bei der das Volk und die Wehrmacht des faschistischen Italien dem hohen Gast einen überwältigenden Empfang bereiten würden. Der Befuch des Führers werde vor aller Welt die Freundschaft und die Solidarität bekräftigen, die zwei große Nationen mit dem Ziel einer dauerhaften Aktion verbinde, die auf die Verteidigung der Kultur gegen die fortdauernde kommunistische Gefahr gerichtet sei.— Rom, Neapel und Florenz, so betont „Popolo di Roma", würden das Glück haben, dem hohen Gast das Fühlen und Denken der gesamten italienischen Nation zu vermitteln, und in diesen drei beporzugten Städten werde wie noch nie zuvor die gesamte Nation mit ihren 44 Millionen zugegen sein. Ebenso werde aber auch das ganze deutsche Volk in Gedanken um seinen Führer sein, so daß man mit Recht behaupten könne, das es sich nicht um eine Begegnung der beiden großen Führer handele, sondern zugleich um ein Sich=Begegnen der beiden Völker. Der Besuch Adolf Hitlers, erklärt„Corriere dela Sera", sei schon wegen des Zeitpunktes, in dem er sich abspiele, ein Ereignis von weltweiter Bedeutung. Im Spiel der internationalen Kräfte habe die italienisch-deutsche Freundschaft ein ungeheures Gewicht und eine unvergleichliche dynamische Funktion. Keine ander Mächtegruppierung, sei sie auch noch so gut vorbereitet und durch Interessenbindungen zusammengeschlossen, könne sich dem Gedanken hingeben, ihre eigenen Ziele ohne oder gar gegen den Willen der in so hohem Grade dem Frieden dienenden antivolschewistischen Dreiheit verwirklichen zu wollen. Die Nachricht vom Kommen Adolf Hitlers werde vom ganzen italienischen Volk mit wahrer Begeisterung aufgenommen. Der Führer sei ein Freund Italiens nicht im äußeren und wandelbaren Sinne des Wortes, sondern in jener tiefen Bedeutung, die eine im Wesen liegende Aehnlichkeit des Tempexaments, ein Gleichlaufen der Ansichten ein reales und herzliches Verstehen zum Ausdruck bringt. Man werde auch nie vergessen, welche Haltung Deutschland nicht durch Worte, sondern durch Taten während des Sanktionskrieges eingenommen habe. Die Bedeutung des Führerbesuches erschöpfe sich im übrigen nicht in der Abwicklung des großartigen Festprogramms, sondern sie bestehe auch in der Möglichkeit, daß der Duce und der Führer erneut einen persönlichen Gedankenaustausch über die großen Probleme pflegen könnten; denn die konkrete Bedeutung der Reise liege in der Freundschaft der beiden Führer und im loyalen Willen zur Eintracht und Zusammenarbeit der beiden Völker. ihrem von höchster Begeisterung erfüllten Begrüßungsaufsatz schreibt die Turiner„Stampa", die Freundschaft zwischen Italien und Deutschland, zwischen Faschismus und Nationalsozialismus sei eine Freundschaft vom Starken zum Starken, deren Wurzeln in lebendigen geschichtlichen Gemeinsamkeiten lägen.—„Gazeta del Popolo“ erinnert daran, daß Deutschland in keinem Lande nach dem Kriege soviel Verständnis gefunden habe wie in Italien, das sich niemals den haßerfüllten Maßnahmen der ehemaligen Alliierten angeschlossen habe. In Italien, so schreibt das Mittagsblatt des „Giornale d'Italia“, habe man mit lebhafter Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß Adolf Hitler zur Betonung der Bedeutung, die er dieser Reise beimißt, fast alle jene Mitarbeiter mit sich bringt, die unter seinem Befehl die Geschicke des deutschen Volkes lenken. Die italienisch=deutsche Freundschaft entspringt, wie das Blatt weiter ausführt nicht nur äußerlichen Anlässen, sondern vielmehr einer tief empfundenen beiderseitigen Sympathie, die aus gleichen Idealen und aus gleichgerichteten Zielen beruhe. Dazu komme noch die England baut mehr Bomber „Plan F“ wird überschritten London, 29. April. Wie verlautet, wird der Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium, Lord Winterton, voraussichtlich im Laufe der nächsten Tage eine Erklärung über eine umfangreiche Vergrößerung der Flugzeugproduktion in Großbritannien bekanntgeben. Es handelt sich um im Luftfahrtministerium ausgearbeitete Pläne, die eine Vergrößerung der britischen Flugzeugproduktion innerhalb der nächsten beiden Jahre vorsehen. Um diese Pläne durchzuführen, ist ein Sonderausschuß geschaffen worden, in dem die Ministerien und Sachverständige vertreten sind. Der Plan sieht gleichzeitig eine Verdoppelung auf allen Gebieten der Luftrüstungen vor; vornherein auf Tragtiere. Die leichte Artillerie kann ohne sonderliche Mühe ihr 7,6=Zentimeter=Geschütz in 8 Traglasten zerlegen. Die Pioniere verfügen über ein eigenes Gebirgslaufbrückengerät und die Panzerkampfwagen besitzen eine Steigfähigkeit von 54 Grad, abwärts sogar von 63 Grad. Darüber hinaus werden 5 Alpini=Divisionen durch ihre Sondergebirgsausrüstung zu Hauptträgern des Kampfes in den Bergen. Es folgt in der Gliederung seiner Masse naturgemäß den bewährten Bahnen aller Wehrstaaten. 29 Infanterie=Divisionen, die die normale Dreigliederung(3 Infanterie=Regimenter zu je 3 Bataillonen mit je 3 Schützenkompanien, 1 ArtillerieRegiment zu je 3 Feldabteilungen und einer Gebirgsabteilung, dazu die üblichen technischen und Nachschubeinheiten) zeigen, sind auf 14 Armeekorps verteilt. Es hat aber für die Gliederung der Sonderverbände eigene, neuartige Wege eingeschlagen Von den Gebirgstruppen, den Alpinis, war schon die Rede. Ihr Gegenpol sind die schnellen und motorisierten Divisionen, bei denen nicht Berggängigkeit, sondern Geschwindigkeit Trumpf ist. Sieunterscheiden sich durch den Grad der Motorisierung. Während die 3 motorisierten Divisionen „reinrassig" sind, d. h. als Bewegungselement nur den Motor kennen, sind die schnellen Divisionen „gemischtrassig“, d. h. sie fassen berittene, Radfahrund motorisierte Einheiten zu einem Truppenverband zusammen. In der Umwandlung sind die Bersaglieri=, die berühmten italienischen RadfahrRegimenter begriffen, die zum Teil statt der Klappräder Krafträder und geländegängige Mannschaftstransportwagen erhalten. Die höhere Führung kann auf starke Reserven an Panzer= und Genie=Regimentern, an schwerer und Flakartillerie zurückgreifen. Es zieht seine Dienstpflichtigen im allgemeinen für 18 Monate zum Dienst unter den Fahnen ein, entläßt aber einen Teil von ihnen auf Grund ihrer bei der vormilitärischen Ausbildung erworbenen Kenntnisse, oder zur Erleichterung ihres beruflichen Fortkommens, schon nach 12, ja auch schon nach 6 Monaten. Es stellt seinem Offizierkorps ein starkes Reserveoffizierkorps zur Seite, das teilweise freiwillig längere Zeit Frontdienst tut. Es gibt seinem aktiven Offizierkorps auf den Militärakademien eine gründliche, taktische und strategische Ausbildung. Es sieht sich gestützt durch die faschistische Miliz, die Schwarzhemden=Bataillone und Regimenter, die sich in Abessinien den aktiven Kameraden durchaus ebenbürtig erwiesen haben. Es wird jenseits der Meere durch eine Kolonialarmee entlastet, die bei einer Gesamtstärke von 60 000 Mann 20 000 weiße Italiener und 40000 Farbige zählt. So steht das Heer, klug betreut von dem Generalstabschef Pariani, fest auf eigenen Füßen und fühlt sich doch nur als ein Teil der großen italjenischen Wehrmacht, die auf der Erde, auf dem Wasser und in der Luft alle wehrhaften Elemente des Volkes unter die starke Hand des„Ersten Marschalls des Imperiums", unter den Oberbefehl des Duce stellt. Besuch in London Ministerpräsident Daladier und Außenminist Jonnet verlassen die französische Botschaft, um sic zu den Besprechungen in das britische Außenamt zu begeben.(Scherl.) unmittelbare Berührung zwischen den beiden großen Völkern, die nicht mehr durch die aus dem Mittelalter stammenden überholten Schranken getrennt seien.„Der Brenner ist kein Hindernis mehr, sondern die große Verbindungsstraße des italienisch=deutschen Austausches.“ „Levere" betont, in der Geschichte fei kein Beispiel einer so engen Gemeinschaft der Völker und der Regime, einer Gemeinschaft, die auf gemeinsamen Interessen, dem Gefühl, dem Glauben und dem Willen beruhe. Die Huldigungen, die das faschistische Italien Hitler und seinem großen Volke darbringen werde, zeigten aller Welt, daß die deutsch-italienische Freundschaft ungbhängig von allen Zufälligkeiten und unberührt von der Tagespolitik sich immer weiter entwickelt und für die beiden großen Nationen eine triumphale Zu kunft vorausahnen läßt. „Ein alles überbietender DNB. London, 29. April. Sämtliche Londoner Blätter bringen zum Teil ausführliche Meldungen über das Programm der Rom=Reise des Führers, über seine Begleitung und insbesondere über die in Italien getroffenen Vorbereitungen für den Empfang und für den Aufenthalt des Führers in Rom, Neapel und Florenz.—„Daily Telegraph“ sagt in seinem Bericht aus Rom, es sei keine Uebertreibung wenn man erkläre daß der Empfang und die Hitler zuteilwerdenden Ehren alles überbieten werden, was Rom seit den Tagen der Cäsaren gekannt habe.—„News Chronicle" berichtet aus Berlin, Hitlers Italienbesuch werde sich in noch nie gekannter Herzlichkeit vollziehen. er umfaßt also auch die Vermehrung des Personals, der Flughäfen und so weiter. Gleichzeitig wird mitgeteilt daß der sogenannte Rlan F“ der die Erreichung einer Frontlinienstärke von 1750 Flugzeugen bis zum 31. März nächsten Jahres vorsieht, befriedigende Fortschritte mache und die Lieferung der neuen Bombenflugzeuge in befriedigendem Ausmaße erfolge. Außerdem würden in Kürze eine Anzahl neuer Modelle in Dienst gestellt. Der neuc Plan sieht also eine Vergrößerung der unter dem Plan F" vorgesehenen Ziffern vot Wehrsteuer in der DNB. Bern, 29. April. Der Ständerat hat die Reform der Bundesfinanzen gemäß den Vorschlägen des Bundesrates und der Finanzkommission mit 29 gegen 4 Stimmen genehmigt Die außerordentlichen Aufwendungen für die Landesverteidigung sollen durch eine Wehrsteuer, die durch Kriegsgewinnsteuern ergänzt wird, gedeckt werden. Bis zum Inkrafttreten der Wehrsteuer erhebt der Bund zur Verzinsung und Tilgung der in den Jahren 1933. 1936 und 1937 bewilligten außerordentlichen Aufwendungen für die Landesverteidigung eine Steuer nach den Grundsätzen der Krisenabgabe. Die Einführung einer Uebergewinnsteuer wurde abgelehnt, ebenso eine Kapitalertragssteuer. Der Nationalrat hat die Revision der Wirtschaftsartikel der Bundesverfassung nun endgültig: angenommen und die Angelegenheit zur Beratung in der Ersten Kammer dem Ständerat weitergeleitet. Große Luftschlacht über Hankau DNB. Hankau, 29. April. Am Freitagnachmittag spielte sich der bisher größte Luftkampf über Hankau ab, an dem etwa 50 chinesische und japanische Flugzeuge beteiligt waren. Der Kampf zwischen japanischen, Jagdfliegern und Bombern, die einen Angriff auf das Arsenal von Hankau unternahmen und der chinesischen Abwehr währte über eine Stunde. Von beiden Seiten werden eine Reihe von Flugzeugabschüssen gemeldet. Organisierte Freizeitgestaltung auch in Ungarn. Im Rahmen der ungarischen nationalen Arbeitszentrale wurde unter der Bezeichnung„Schätze die Arbeit“ eine das ganze Land umfassende Freizeitbewegung organisiert, die dem gleichen Zweck dienen soll wie die deutsche Organisation„Kraft durch Freude" und das italienische Dopolavoro Ob morgens, mittags oder abends immer gut/ Das macht der feinherbe Geschmack. * NIE KOCHEN, NACH ANLEITUNG ZUSEREITEN? Zurück! Dr. Lange Facharzt für Hals-, Nasen- u. Ohrenleiden Friedrichstr. G. Sprechstunden: 2556 Vormittags von 9½— 12 Uhr Nachmittags von 15— 17 Uhr außer Mittwochs und Sonnabends nachm Ueberwunden durch des Lammes Blut. Heute Abend 20 Uhr ist nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Neuapostolische Gemeinde, Liebigstraße 4. Sonnabend 20,30 Uhr: Gottesdienst. Mittwoch 20,30 Uhr: Gottesdienst. im Alter von 75 Jahren in Frieden heimgegangen. In tiefer Trauer: Frau Minna Schmidt geb. Pungel Walter Schmidt Erna Schmidt geb. 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Danach hat sich die Zahl der Reichstagsabgeordneten noch um einen vermehrt, sodaß der Großdeutsche Reichstag 814 Abgeordnete zählt. Der Reichsinnenminister hatte zunächst 812 Sitze verteilt. Die restlichen zwei Sitze sind jetzt den Bewerbern Dr. Walter Schultze, Leiter des NS=Dozentenbundes, Arzt in Pullach bei München und Wilhelm Kohlmeyer, Gebietsführer in Hamburg zugeteilt worden. Nach dem Endergebnis wurden für die Liste des Führers 48 850 452 Stimmen abgegeben, gegen die Liste des Führers 454 844. 99,60 Prozent der Stimmberechtigten haben abgestimmt, davon 99.08 Prozent mit Ig Das Ergebnis der Volksabstimmung in Oesterreich liegt noch über diesem Reichsdurchschnitt. In Oesterreich haben 99,71 Prozent der Stimmberechtigten abgestimmt davon 99,73 Prozent mit Ja. Ein„Nürnberger Ei" für Berlin Berlin, 29. April. Mit den aufblühenden Wissenschaften wurde zur Zeit der Renaissance auch die technische und mechanische Seite einiger Handwerke bis zu einer bewunderungswerten Verfeinerung ausgebildet. So wird der Schlosser Peter Henlein um 1500 Erfinder der„Nürnberger Eier". wie die ersten Taschenuhren ihrer eiförmigen Gestalt wegen genannt wurden. Ein derartiges Nürnberger Ei ist auf der 1 Internationalen Handwerksausstellung in Berlin zu sehen, die auch andere Beispiele der schöpferischen Erfindungskraft des deutschen Handwerks bringen wird So lernt man eine Reihe der geschicktesten Mechaniker kennen, darunter den Zirkelschmied Hans Hautsch, der 1649„in und außerhalb seiner Vaterstadt Nürnberg zu aller Verwunderung in einem selbstaefertigten Kunstwagen, die Stunde 2000 Schritt, Spazierfahrten machte". All dies und noch viel mehr bringt die Internationale Handwerksausstellung, die am 28. Mai in den Hallen am Funkturm eröffnet wird. Barmat=Urteil Die Hauptverbrecher im Ausland. Brüssel, 29. April Das Brüsseler Apellationsgericht bestätigte mit geringfügigen Abänderungen das erstinstanzliche Urteil im Riesenbetrugsprozeß Judko Barmat und Genossen. Der Hauptverbrecher, Barmat, hat sich bekanntlich durch den Tod, dessen Ursachen bis heute noch nicht einwandfrei aufgeklärt sind, der irdischen Gerechtigkeit entzogen. Das Urteil gegen die Mittäter Heinrich Barmat und Martin Löwenstein wegen Aktienbetruges Bilanzfälschung Devisenschiebung usw. im Zusammenhang mit den Bankgeschäften Goldzieher, Penso und Noordermann wurde vom Berufungsgericht aufrechterhalten. Heinrich Barmat und Löwenstein erhielten jevier Jahre Gefängnis. Da sie sich aber rechtzeitig ins Ausland in Sicherheit gebracht haben kann die Strafe nicht durchgeführt werden. Das Urteil gegen den vierten Großbetrüger Giesing wurde von fünf auf vier Jahre herabgesetzt. Giesing, der seine Gefängnisstrafe bereits angetreten hat, hat außerdem 100000 Francs Schadenersatz an einen Zivilkläger zu bezahlen. Ungewöhnliche Hitzewelle in Amerika DNB. Newyork, 29. April., Eine für diese Zeit ungewohnliche Hitzewelle lagert über den Staaten am Atlantik. In Newyork stieg das Thermometer am Donnerstag auf über 30 Grad Celsius im Schatten. Hunderttausende suchten in den Parkanlagen und am Strande Kühlung Seit 50 Jahren war es um diese Zeit in diesem Gebiet nicht so heiß, wie in diesem Jahr. Eine neue französische Gasmaske + Paris, 29. April. Hier fand die Gründungsfeier eines Ausschusses der passiven Verteidigung von Paris statt, der sich unter Leitung eines Oberst die Unterstützung der Behörden bei der Oraanisation der passiven Verteidigung zum Ziele setzt. Während der Versammlung wurde mitgeteilt, daß der Generalrat des Seine=Departements die Einführung eines neuen Gasmaskenmodells beschlossen, von dem vom August ab monatlich etwa 500 000 Stück unter der Bevölkerung verteilt werden, sollen. Ein Komplott gegen den Frieden Tschechische Offiziere bereiteten einen fingierten Staatsputsch vor Prags Spiel mit dem Feuer Ein sudetendeutsches Verdienst. Berlin, 29. April. Wie der„Angriff“ aus Reichenberg meldet, ist in den letzten Wochen in systematischer, zielbewußter Arbeit von einer Offiziersgruppe der tschechischen Wehrmacht, der sogenannten Kriegspartei, eines der ungeheuerlichsten Attentate auf den europäischen Frieden vorbereitet worden. Durch die Gewissenhaftigkeit und das Verantwortungsgefühl eines Sudetendeutschen ist dieses Komplott im letzten Augenblick vor der Katastrophe zum Scheitern gebracht worden. In der Gegend von Reichenberg=FriedlandGrottau(hier hat man bis zur Stunde die Tätigkeit feststellen können) ist auf Initiative der obengenannten Gruppe tschechischer Militärs ein aus Deutschland ausgebürgertes, steckbriefliches verfolgtes Indibiduum namens Glaser am Werk gewesen, um unter der sudetendeutschen Bevölkerung, insbesondere auch in den Kreisen der sudetendeutschen Partei Konrad Henleins, eine Ter=wie in diesem rororganisation gegen den tschechischen Unaluck hermi Staat zu bilden. Glaser wandte sich, wie der„Angriff" ausführt, besonders an jüngere, aktivistische Kräfte innerhalb der Sudetendeutschen Partei und der sudetendeutschen Bevölkerung und verstand es, durch geheimnisvolles Getue einzelne unter diesen jungen Menschen, die sich der Tragweite dessen, was von ihnen verlangt wurde, gar nicht bewußt sein konnten, zu sogenannten Dreiergruppen zusammen zu fassenf die bei Nacht und Nebel in verbrecherischem Mißbrauch auf den Namen des Führers vereidigt wurden(!). Diesen Gruppen gab man Warfen in die Hand mit dem Auftrag, in der Nacht vom 30. April zum ersten Mai einen Putschgegen dentschechischen Staat zu inszernieren. Diese Dreiergruppen sollten gleichsam als Kernzellen eines allgemeinen Putsches arbeiten. Glaser, der sich bei dieser Werbetätigkeit für diese Dreiergruppen als„deutscher Offizier"(!) bezeichnete, hat dann die zuständigen Gendarmeriekommandos verständigt über die Ortschaften, in denen er„erfolgreich“ tätig gewesen war. Nur dem Verantwortungsgefühl eines Mannes der Sudetendeutschen Partei, der eingedenk des Befehls der Parteiführung, sich auf keinerlei Gewaltmaßnahmen einzulassen und bedingungslos Befehle zu halten, ist es zu danken, daß in letzter Stunde eine Katastrophe, deren Ausmaße garnicht abgesehen werden können, verhindert wurde. Als nämlich einer der jungen Leute, mit denen Glaser in Verbindung getreten war, sich an dieses Mitglied der Sudetendeutschen Partei wandte, um sich Rat einzuholen, wurde diese infame Provokation aufgedeckt. „Während Konrad/Henlein in Karlsbad bemüht war", erklärt der„Angriff“, auf legale Weise die schwebenden Probleme zwischen den Sudetendeutschen und der Prager Regierung zu klären, benutze Prag ein aus dem Reich emigriertes Subjekt als Agent provocateur, um mit Gewalt die sudetendeutsche Bewegung zu zerschlagen." Es muß mit aller Eindringlichkeit der Weltöffentlichkeit vor Augen geführt werden, mit welchen Methoden man in Prag vorgeht. Während man in der Welt bemüht ist, alle Probleme auf friedlichem Wege zu lösen. und den Frieden zum Wohl der Völker zu erhalten, spielt man in Prag mit dem Feuer. Es ist in der kurzen Geschichte des tschechischen Staates wohl selten in einer so skrupellosen Weise gegen den Frieden gesündigt worden Fall. Wenn in letzter Stunde ein Unglück vermieden wurde, so ist das lediglich dem Verantwortungsbewußtsein und der Disziplin der Sudetendeutschen Partei und sudetendeutschen Bevölkerung zu verdanken. Das ändert nichts daran, daß sich die tschechische Regierung, die zum mindesten diese ungeheuerliche Aktion einer unverantwortlichen Kamarilla von kriegslüsternen, ehrgeizigen Offizieren des tschechischen Generalstabes nicht verhindern konnte, im höchsten Grade schuldig gemacht hat. Es ist jetzt Sache Prags, die verantwortlichen Männer, von denen der Plan zu dieser ungeheuerlichen Provokation ausging, zur Verantwortung zu ziehen.“ Der Reichsarbeitsführer im Westen Koblenz, 30. April. Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl machte in den letzten Tagen eine Besichtigungsreise durch Teile Württembergs, Badens, Hessens, durch den Westerwald und die Eifel, die auf Burg Katz bei Koblenz ihren Abschluß fand. Die Fahrt, an der eine Reihe höherer Führerinnen teilnahm, führte durch Lager, Bezirksleitungen und Schulen des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend. Ueberall wurde Reichsleiter Hierl herzlich begrüßt, besonders aber in Koblenz und Kochem, deren Ehrenbürger der Reichsarbeitsführer ist. CMAFTSBLAIT ZUM LUEDENSCHEIDER GENERALTANZEIGER Berliner Wertpapierbörse Aktien überwiegend fester, Renten ruhig. Nachdem bereits am Donnerstag eine weitgehende Erholung der Aktienmärkte eingetreten war, machte die Befestigung am Freitag meist weitere Fortschritte. Allerdings hielt sich das Geschäft wieder in ziemlich engen Grenzen, was einmal mit der etwas stärkeren Anspannung des Geldmarktes am Monatsschluß und zum anderen damit zusammenhängt, daß der berufsmäßige Handel am Wochenende keine allzu großen Engagements einzugehen wünscht. Die Grundtendenz blieb weiter freundlich und zuversichtlich, so daß auch im Verlauf noch keine Besserungen zustande kamen. Am Montanmartt zogen Harpener gegen den letzten Kassakurs um 1 Prozent auf 170 an. Klöckner gewannen 5/8. während Rheinstahl bei kleinstem Angebot in letztgenanntem Ausmaß zurückgingen. Sehr ruhig und kaum verändert lagen Braunkohlenwerte bis auf Rheinbraun(plus 1¾) und Eintracht(minus ¾ Prozent). Von Kaliaktien gaben Salzdetfurth und Westeregeln je 1 Prozent her, nachdem diese Papiere in der letzten Zeit recht fest gelegen hatten. Von chemischen Werten konnten sich Farben kräftig und ca. ¾ Prozent auf 157 erholen. Meist fester eröffneten auch Elektro= und Versorgungswerte, so namentlich Lahmeyer um 2½, Deutsche Atlanten nach Pause um 1¾, Lieferungen um 1¼, Elektrische Werke Schlesien um 1 und Bekula um ¾ Prozent. Auch AEG waren um ¼ Prozent erholt. Von Maschinenbauwerten sind ferner Schubert& Salzer mit plus 1¼, von Bauaktien Holzmann mit plus 1 sowie von Linoleumwerten Deutsche Linoleum mit plus 3½, andererseits Metalgesellschaft mit minus 1 Prozent zu erwähnen. Im geregelten Freiverkehr verloren Deutsche Petroleum 1½. während Ufa=Film im gleichen Ausmaß anzogen. Am variablen Rentenmarkt wurde die Reichsaltbesitzanleihe 7½ Pfennige niedriger mit 132 5 bewertet. Die nach Pause wieder notierte Umschuldungsanleihe blieb dem letzten Kurs gegenüber mit 96¼ unverändert. Am Geldmarkt waren für Blankotagesgeld unveränderte Sätze von 3 bis 3¼ Prozent anzulegen. — Von Valuten errechneten sich das Pfund mit 12,41¾, der Dollar mit 2,489 und der Franc mit 7,65. Im Verlauf erhielt sich am Aktienmarkt eine freundliche Grundtendenz, doch blieben die Umsätze weiter sehr bescheiden. Der Privatdiskont blieb mit 278 Prozent unverändert. Berliner Devisenkurse 29. 4. 1938. Effektenkurse der Berliner Börse (Mitgeteilt von der Commerz- und Privatbank.) Berlin, den 29. 4. 1938. Verkehrswerte Deutsche Erdöl Hapag 7950 1. Nordd. Lloyd 8025 Felt. 6, Bankwerte Goldschmidt Commerzbank 115.87 Harpener D. D. Bank 130.50 Hoesch-Köln-Neue. Reichsbank 197.50 Koks u. Chem. Fabr. Brauereiwerte W. Krefft Dortm. Aktien—— Dortm. Union Orenst.& Kopp. Dortm. Ritter 141.37 Eheinstabl Industriewerte R. W. Akkumulatoren—.— Rütgerswerke A. E. G. 124.37 Salzdetfurth Bayer. Motoren 161.25 Schuckert El. Bemberg 151.— Siemens& Halske Busch Lüdensch.— Ver. Dt. Nickel Daimler-Benz 153.25 Ver. Glanzstoffe Dessau-Gas 125.75 Ver. Stahlwerke Anleihen Dt. Anl.-Auslosung(Altbesitz) 4% Gemeindeumschuldungs-Anleihe Rheinboden, 4½% Goldpfandbr., Ser. 4/6/12 Westboden, 4½% Goldpfandbriefe, Ser. 3/11 Wesifälische Landesbanken 4½% Goldpfandbriefe, Ser. I/II 4½% Goldkommunalobligat., Ser. II/III. Berliner Metallbörse 20. 4. 146.87 158.— 142.75 150.— 170.— 115.12 160.75 102 75 115.75 117.37 230.— 148 25 125.75 157.12 166.— 184.75 127.— 159.— 111.23 132.62 25.87 100.— 100.— 100.— 99.62 57.— 133 137 29 4. 57.00 133 137 Elektrolytkupter Original Hüttenrohzink (Verbandsnreis) Remelted—Plattenzink Originalhüttenaluminium dto. Walz-od.Drahtbarren Hüttenzinn Reinnickel Antimon—Regulus Silberbarren 1000 fein p. k. 36.70—39.70 36.80—39.80 Dortmunder Schlachtviehmarkt. Zum Schlachtviehmarkt waren angetrieben: Rinder 655, Ochsen 11, Bullen 122, Kühe 445. Färsen 77, Kälber 1481, Ziegen 5, Schafe 69, Schweine 3324. Bezahlt für 50 Kilogramm Lebendgewicht: Ochsen: a) 45, b) 41. Bullen: a) 43, b) 38—39, c) 34. Kühes a) 42—43, b) 37—39, c) 30—33, d) 20—22. Färsenz a) 42—44, b) 39—40, c) 35, d) 28. Kälber: Doppellender 70—78, b) 60—63. c) 54—57, d) 42—48, e) 35 bis 38. Stallmasthammel 48—52, Weidemasthammel 48—52. Schafe: a) 40—42, b) 40—42, c) 32. Schweine: Fette Speckschweine 56, b) 55, c) 54, o) 52, e) 49, f) 49. Fette Specksauen 53, andere Sauen 51, Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Schafe gut. Verkaufe im Auftrage Samstag, Montag und folgende Tage einen großen Posten preiswerter, bester Weidenrinder u. Kühe in den Stallungen von Gastwirt Panne, Scherl bei Meinerzhagen. 202| Ewv. 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