Pun Perter Abonnements=Preis: pro Quartal mit„Familienfreund“ 1 Mark 20 Pfg. Erscheint Mittwochs und Samstags. ½ Redaction, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. GEPAG Anzeigen und Bekanntmachungen aller Art werden mit 10 Pfg. die sechsspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. M 90. 9. November 1878. 11. Jahrgang. Tagesereignisse. Daß an eine demnächstige Wiederaufnahme der Regierungsgeschäfte durch den Kaiser ernstlich gedacht wird, dürfte sich daraus ergeben, daß vor Kurzem eine Conferenz mehrerer berühmter deutscher Aerzte stattgefunden hat, welcher diese Frage zur Besprechung vorgelegt war. Nach einer Nachricht wolle der Kaiser seinem Sohne alle Civilsachen überlassen und sich nur die militärischen und diplomatischen Angelegenheiten vorbehalten. Ist auch dieser Gedanke sehr schön und dürfte die Ausführung der Schonung des Kaisers und der späteren Regierung des Thronfolgers zu Gute kommen, so wird es doch schwierig sein, die Sachen von einander zu trennen und insbesondere wäre eine Mitregierung des Kronprinzen eine mit unsern staatsrechtlichen Verhältnissen unvereinbare Neuerung, die ohne ein besonderes Gesetz gar nicht ausführbar sein würde. In solcher Weise wird aber der Kaiser sich entlasten können, daß er seinem Sohne die Prüfung und Entscheidung bei einer Anzahl Sachen überläßt, dann aber den Beschlüssen desselben durch die eigene Unterschrift Gültigkeit verleiht. Unser Kaiser hat mit der Kaiserin am Donnerstag (31. Oktober) Baden=Baden verlassen. Am Nachmittag sind die Majestäten in Koblenz eingetroffen, woselbst am Sonnabend der Kaiserliche Enkel, Prinz Wilhelm, von Bonn aus zum Besuch eintraf und den Sonntag dort verweilte. Der Kaiser gedenkt sich am Sonnabend (9.) nach Wiesbaden zu begeben, wo einige Tage später auch der König und die Königin von Württemberg erwartet werden. Nach den bisherigen Bestimmungen wird der Kaiser am 30. November Wiesbaden verlassen, um in Mainz wieder mit Ihrer Majestät zusammenzutreffen und mit ihr nach Karlsruhe zu gehen, wo am 3. Dezember, dem Geburtstage der Großherzogin Luise, zugleich die Einsegnung der Enkelin des Kaiserpaars, Prinzessin Victoria von Baden, gefeiert wird. Am 4. Dezember Nachmittags gedenkt der Kaiser mit der Kaiserin die Rückreise nach Berlin anzutreten und am 5. Dezember(Donnerstag) Vormittags um 9 Uhr in der Residenz wieder einzutreffen. Die Maßregeln zur Unterdrückung der Socialdemo= kratie nehmen ihren Fortgang. Die Zeitungen bringen lange Listen über die verbotenen Bücher und Vereine. Nur in vereinzelten Fällen ist davon die Rede, daß die Betroffenen den Weg der Beschwerde, welchen ihnen das Gesetz offen läßt, betreten haben. Man hört auch bisher wenig davon, daß die Gemaßregelten jenes Mitleiden finden, welches gewöhnlich dem schwächeren Theile gespendet wird. In einigen fortschrittlichen Schmollwinkeln mag dieses freilich laut werden, das Volk aber freut sich im Großen und Ganzen darüber, daß es so gekommen ist. Daß mit der Von der Hütte zum Schloß. Novelle von Ludwig Kuhls. (Fortsetzung.) 10. Neue Einrichtung. Allen Gewalten Zum Trutz sich erhalten, Nimmer sich beugen, Kläftig sich zeigen, Rufet die Arme Der Götter herbei. Göthe. Unser Rudolph begann sich jetzt anders einzurichten. Einem treuen Freunde entdeckte er, daß seine Mittel plötzlich zu Ende gegangen, daß er in seiner Lebensweise Vieles ändern und sich von Vielem zurückziehen müsse. Er wolle das nicht Knall und Fall thun, sein Freund möge mit Vorrsicht und Umsicht ihn Anfangs entschuldigen und die Aufmerksamkeit allmählich von ihm ablenken, bis er mehr in Vergessenheit geratben sei. Zugleich machte er sich auf, dem Herrn Commerzienrath seine Aufwartung zu machen und um die Stunden bei seinen Kindern zu bitten, weil ihm von ihrem derweiligen Lehrer gesagt worden, daß derselbe Tags vorher gekündigt habe. Nach einigem Warten wurde er vorgelassen und brachte sein Gesuch an.—„Ja, ja“, sagte der dicke Herr mit etwas kreischender Stimme,„wir bezahlen ansere Stunden sehr nobel; der Commandirende zahlt nicht so viel. Wir können's, Gott sei Dank! Aber dafür haben wir den Vortheil, daß wir von Bewerbern überlaufen werden. Thut mir leid, junger Mann, aber wir haben einem Anderen schon zugesagt. Thut mir leid, denn Sie gefallen mir, haben so, was man„Poängdonehr“ nennt, scheinen auch ein guter Turner zu sein und wir haben in unserem Garten eine Turnanstalt einrichten lassen— ist zwar klein, aber elegant, wie's zum Garten und überhaupt für die Verhältnisse paßt— Alles polirt— kostet 300 Mark. Sie hätten gern auch ein Stündchen mit meinen Kindern geturnt.— Thut uns wirklich leid. Hab' dem Anderen auch nur zugesagt, weil er ein armer Schlucker war und so sehr bat. Aber ich möchte ihm doch noch absagen lassen, denn Sie gefallen mir wirklich besser.“ „Gott bewahre mich,“ sagte der junge Mann,„daß ich Einem ein Stücklein Brod nehmen sollte, der es wahrscheinlich eben so nöthig braucht, als ich.“ „Ja,“ sagte der Herr wohlgefällig, die Hände über den Bauch gefaltet und mit dem Kopfe wiegend,„es ist erstaunlich, wie viel arme Studenten es giebt. Wir kennen das erst, seit wir durch unsere Privatstunden die kleine Goldgrube für sie eröffnet. Aber freilich, was soll ein armer Richter oder Pfarrer oder Professor mit seinen Söhnen anfangen, als sie wieder ein Aemtchen erlangen zu lassen! Im Grunde genommen konnten sie nichts Besseres." „Sie haben Recht, Herr Commerzienrath, sie kennen nichts Besseres, als die Wissenschaft, und wissen, daß sie unendlich höher steht, als der Geldsack, worin jeder Pfeffersack sich verwandeln kann, wie Figura zeigt. Ich habe die Ehre, mich Ihnen zu empfehlen!“ Socialdemokratie eine große Gefahr verbunden ist, hat nicht blos neuerdings noch das auf den König von Spanien verübte Attentat, sondern auch jene Nachricht wieder auffrischen müssen, daß in Livorno in Italien sich ein Studentenverein gebildet hat, der sich nach C. Robiling nennt. Die Stellung des Finanzministers Hobrecht ist schon wiederholt als erschüttert bezeichnet worden. Es wird jedoch nicht genannt, was ihm seine Stellung unmöglich mache. Er hat es natürlich nicht so angenehm wie sein Vorgänger Camphausen, der mit den Milliarden zu wirthschaften hatte und damit nicht blos glücklich fertig wurde, sondern noch ein Deficit hinterließ, was in der Verwaltungsgeschichte Preußens etwas Unerhörtes ist, Hobrecht hat bescheiden anzufangen. Wünschen wir ihm, daß er groß aufhöre. In der Tabaksfrage steht bisher Nichts fest. Die Commission ist aus Amerika noch nicht zurückgekehrt. Das wahrscheinliche Resultat der Berathungen wird dieses sein, daß die Tabakssteuer um so viel in Deutschland erhöht werden wird, als die Einzelstaaten für das Reich zahlen müssen. Dadurch wird die Finanzlage der Einzelstaaten genügend gebessert und das Reich finanziell gesichert. Es ist gewiß für den Bestand des Reiches dringend zu wünschen, daß es eigene Einnahmen habe und nicht auf die Zuschüsse der Einzelstaaten hingewiesen sei, die bisweilen nicht in der Lage und auch nicht guten Willens sein könnten, zu zahlen, was in Zeiten großer europäischer Verwirrung bedenklich werden müßte. Wir zweifeln nicht daran, daß der Reichstag bis zu dieser Grenze dem Reichskanzler gern entgegenkommen werde, was darüber hinausliegt, muß als mindestens zweifelhaft bezeichnet werden. Die Tugend der Sparsamkeit dürfte überhaupt Regierung wie Reichstag durch jene Frage empfohlen werden, die im Volke auf Jedermanns Lippen liegt:„Wo sind die Milliarden geblieben? Was haben sie uns genützt?“ Die Freihandelspartei scheint sich bei uns wieder fester zusammenschließen zu wollen, seitdem im neuen Reichstag eine mild schutzzöllnerische Richtung die Mehrheit gewonnen hat. Die Verhandlungen zwischen Berlin und dem Vatikan nehmen nur einen langsamen Fortgang. Eine der schwierigsten Fragen, welche zu lösen ist, bietet die kirchliche Lage von Elsaß=Lothringen, wo die Diöcesen noch nach französischem Modus verwaltet werden. Beide Theile, sowohl die Deutsche Regierung, wie de Curie, sind sorglich bemüht, die Frage baldigst zu erledigen. Die halbamtliche„Prov.=Corr.“ sagt in einem längeren Artikel über den kirchlichen Frieden=. „Wenn das aufrichtige Streben der Deutschen Regie rung im Verein mit einem friedliebenden Papste für die Wiederherstellung des kirchlichen Friedens in Deutsch= Und mit einer vornehmen Verbeugung war er zur Thür hinaus.—„Da wir einmal d'rin sind,“ sprach er zu sich: „nur frisch hinein! es wird so tief nicht sein!“ Und sogleich machte er einige Gänge, um sich die Stundung der Collegien zu verschaffen. Er schenkte seinen akademischen Lehrern hinsichts seiner Verhältnisse reinen Wein ein, und sie, die den Muth an dem jungen Mann bewunderten, versprachen gern Alles zu thun, um ihm in jeder Beziehung behülflich zu sein. „So!“ sagte der heimkehrende junge Mann:„ein Grundstein zu meiner künftigen Existenz hierselbst ist gelegt. Für den Geist ist gesorgt, es fehlt nur noch Wohnung, Kleidung und Beköstigung für den Leib. Ich schreibe jetzt gleich an Herrn Jung.„Wenn sie in Noth sind, erinnern Sie sich meiner!“ hat er mir gesagt; und ich weiß, er ist ein so edler Mann, daß es ihm Freude macht, mir beizustehen!"— Und nun überlegte er den Brief, den er schreiben wollte, wenn er nach Hause kam. Gleich bei den Eingangsworten kam er freilich in Verlegenheit, denn er hatte noch nie an ihn geschrieben.„Er hat mich freilich nicht dazu aufgefordert, auch ohne Noth an ihn zu schreiben,“ sagte er, „aber ich hätte doch einmal Nachricht von mir geben sollen; ich dank' ihm so viel! Schreiben muß ich jetzt. Und zur Strafe für meine Unbescheidenheit wird es mir um so schwerer. Ist mir schon recht!" Unter diesen Selbstgesprächen erreichte er sein Haus und schickte sich sogleich an, einen zweiten Grundstein= zu seiner zweifelhaften Existenz zu legen, als ihm ein Brief übergeben wurde, den der Postbote unter vielem Brummen über mangelhafte Signatur und langes Suchen abgegeben hatte. Er betrachtete mit Erstaunen den Poststempel, das Siegel und die Aufschrift, konnte aber nichts zusammenreimen. Rasch von Entschluß und That, wie er heute war, erbrach er schnell das Siegel, entfaltete ein zierliches Rosapapier und las: „Lieber Herr Bergen! Zunächst will ich Sie sehr um Verzeihung bitten, daß ein so dummes Mädchen, wie ich, es wagt, an Sie zu schreiben. Ich will Ihnen nur gestehen, ich habe damals das Gespräch behorcht, welches Pava mit Ihnen nach der Aufführung der antik=deutschen Comödie hatte. Ich that es nicht aus Neugierde; aber ich dachte, Papa wolle Ihnen etwas Böses sagen, denn er war seit lange so ernst gegen Sie gewesen! und da ich dachte, Sie wären krank, da Sie beim Gehen doch schwankten, so trieb mich das Mitleid, daß ich an der Seitenthür von Papa's Stube gehorcht habe. Seit der Zeit weiß ich, was für ein großer Unterschied ist zwischen mir und Ihnen, und ich habe es oft bitter bereut, daß ich vorher oft unartig war. Ich habe es aber nie böse gemeint, sondern blos, weil ich mich ärgerte, daß Sie von mir gar nichts wissen wollten. Ich habe Sie hernach immer um Verzeihung bitten wollen, ich konnte aber nie, wenn ich mir auch die Worte ausgesonnen hatte und schon anfangen wollte. Wir haben lange von Ihnen nichts gewußt. Vor Kurzem aber war hier ein Tanzlehrer, bei dem ich auch tanzen land in Wahrheit und dauernd gelingen soll, so muß durch die berufenen kirchlichen Autoritäten und aus der katholischen Bevölkerung heraus dem verwirrenden und vergiftenden Treiben der Partei ein Ziel gesetzt werden, deren einflußreichsten Führern das Interesse der Kirche nur der Deckmantel für politisch unterwühlende Zwecke ist und welche der Erwartung des Papstes in Bezug auf die Treue der katholischen Unterthanen des deutschen Reiches durch ihr ganzes Verhalten offen Hohn sprechen.“ Die Altkatholiken sollen eine Eingabe an das Ministerium gerichtet haben, in welcher sie um Gewährung einer jährlichen Unterstützung aus den für katholische Zwecke vorgesehenen Fonds des Staatshaushaltes plaidiren. Der seit 1867 im Berliner Thurm liegende Welfenschatz, wird nun doch vielleicht bald gehoben Er beträgt 16 Mill. Thaler und jetzt vielleicht eine oder ein paar Millionen mehr; denn er trägt gute Zinsen. Die englische Königsfamilie redete dem Herzog von Cumberland(Kronprinz von Hannover) zu, das Wort der Erlösung zu sprechen, und das dänische Königshaus, aus welchem der Prinz seine Frau holt, redete auch zu. Dazu kommt, daß die väterliche Erbschaft viel geringer ausgefallen ist, als erwartet wurde; König Georg hat für seine Welfische Politik und leichtsinnige Speculation viel Geld zum Fenster hinausgeworfen. Sein Erbe braucht nur auf den Thron von Hannover zu verzichten und das Deutsche Reich anzuerkennen, so kann er den Welfenschatz heben. Aber Windthorst will's nicht haben, der Vertrauensmann der Welfenfürsten und jederzeit ihr Mephisto. Die Eröffnung des preußischen Landtages ist auf den 19. November(Dienstag) festgesetzt und wird voraussichtlich durch den Vicepräsidenten des Staatsministeriums Grafen zu Stolberg=Wernigerode vollzogen werden. Wie verlautet, ist Fürsorge getroffen, daß das gesammte Material, welches dem Landtage vor gelegt werden soll, sogleich bei dessen Zusammentritt bereit ist. Man sagt dem Fürsten Bismarck nach, er wolle auch in der inneren Politik, namentlich in der Wirthschaftspolitik, ein Reformator werden, wie in der äußeren. Das Reichskanzleramt ist einstweilen mit den Vorarbeiten für die Revision des Zolltarifs vollauf beschäftigt, sie betreffen zunächst die Einführung von Finanzzöllen und ferner die Erhöhung der Zölle auf Wein, Häute und die Einführung auf Getreidezöllen. Es sollen dieselben als Ausgleichsmittel bei den Handelsvertragsverhandlungen mit Oesterreich, Italien, Frankreich und Rußland dienen. Es sind das zwar nicht sehr unterhaltende, aber desto praktischere und wichtigere Dinge. lernte; der sagte, daß er nie einen besseren Tänzer in seiner Schule gehabt, als einen gewissen Herrn Bergen. Ich fragte wo? und er nannte den Wohnort Ihrer Eltern, der mir bekannt war, und erzählte noch Manches. Da wußte ich, daß Sie es gewesen waren und dachte, wenn ich nur ein Mal mit Ihnen tanzen könnte, so wollt' ich auch schon mein ganzes Leben nicht mehr tanzen. Das ist nicht albern gesprochen, es ist wirklich wahr, und mir hat auch die Tanzstunde kein Vergnügen mehr gemacht. Am anderen Tage fragte ich ihn, wo Sie jetzt seien? und er sagte, Sie wären Student in Berlin. Seit der Zeit hat mir keine Ruhe gelassen, ich habe immer an Sie denken müssen und zuletzt muß ich an Sie schreiben „Lieber Herr Bergen! Papa denkt manchmal an Sie. Er sagt, es müsse Ihnen gewiß recht gut gehen, daß Sie nie an ihn schreiben. Auch sagt er, daß Sie noch was Großes werden, denn Sie seien sehr klug. Aber das hab' ich seit jenem Abend schon selbst gewußt. Er sagt auch, daß er Sie lieb hat, und da hab' ich mich gefreut, daß ich Sie auch lieb hab', wenn Sie mich auch nicht leiden können, worüber ich manchmal weinen muß. „Lieber Herr Bergen. Sie haben mir ins Stammbuch geschrieben:„Nach Ehre strebt der Mann, das Weib nach Sitte.“ Ich habe das jetzt wohl verstanden. Sie streben auch nach Ehre und ich soll nach Sitte streben. Das haben Sie geschrieben, weil ich so oft ausgelassen war. Ich habe mich aber gebessert und bin sehr ernst, so kann ich auch nicht mehr so viel lachen, weil ich mich immer nach Ihnen gebangt have. „Lieber Herr Bergen, ich habe zu meinem Geburtstage ein Kettchen mit einer Kapsel bekommen, die ich um den Hals trage. Jetzt habe ich die Haare von Therese Schröder darin, aber ich möchte das gern hinauswerfen, wenn Sie die große Güte haben wollten, mir ein kleines Löckchen zu senden. Ihr Haar ist mit dem Theresens von gleicher Farbe, und Mama denkt dann, daß ich noch immer die Locke von jetzt trage. Ach, seien Sie so barmherzig! Was machen Sie sich aus einer kleinen Haarlocke? Sie dürfen sich nicht schämen, weil ich ein so dummes Mädchen bin, denn ich werde es Niemand sagen, und die Locke will ich, wenn ich sterbe, ins Grab nehmen. O, ich kann schweigen. Auch Ihr großes Geheimniß mit Papa hab' ich vergraben in meiner Brust, wenn ich es auch am liebsten Jedem gern erzählt hätte. „Wenn Sie mir die Haurlocke zu schicken die große Güte haben wollen, so adressiren Sie:„An P. T. C poste restanto“; ich werde von künftigen Sonntag an täglich nach der Post gehen und anfragen. Ach, schicken Sie mir das theure Andenken! Ich werde Sie ja doch wohl nicht mehr sehen. Aber jeden Abend werde ich für Sie beten. „Ihre getreue, Sie hochschätzende Valeska Jung. P. S. Verzeihen Sie meine schlechte Schrift!“ Der Kanzler richtet sich in Hinterpommern ein vollständiges Arbeitsbureau ein; er geht also kurz nach der Heirath seiner Tochter nicht auf Urlaub, sondern will sich nur dem Lärm der großen Stadt und dem Verkehr mit Menschen entziehen. Graf Herbert von Bismarck begleitet den Fürsten als dessen Geheimsecretär; in diesen Functionen steht der Sohn des Kanzlers seit dem Tode des jungen Grafen zu Eulenburg. Am 5. November hat der deutsche Kronprinz sein 25jähriges Jubiläum als Freimaurer gefeiert. Der frühere Finanzminister Camphausen, gegenwärtig in Italien verweilend, soll beabsichtigen, gleich seinem Collegen, Minister a. D. Delbrück, noch in den heiligen Ehestand zu treten. Die Auserkohrene des alten Junggesellen soll die Tochter eines Eisenindustriellen des Rheinlands sein. Der einst einflußreiche Geheimrath Wagener in Berlin war einst ein reicher Mann, ist aber durch Gründungen 2c. ein armer Mann geworden. Dieser Tage wurde vom Gericht in Altona der Concurs über ihn erklärt, weil er eine Forderung von 1500 Mark nicht bezahlen konnte. Der berühmte Geschichtschreiber Leopold v. Ranke in Berlin ist tödtlich erkrankt. Die Wittwe des verstorbenen General=Feldmar= schalls Grafen Wrangel ist vor einigen Tagen von einem Schlaganfall betroffen worden. Ihr Zustand ist so schlimm, daß man für ihr Leben fürchtet. Den englischen Damen, welche bei den Beerdigungen der änläßlich des Unterganges des Panzerschiffes„Großer Kurfürst“ verunglückten Deutschen Marine=Offiziere und Soldaten eine so große Theilnahme bethätigt hatten, sind im Auftrage der Kaiserin als Zeichen der Anerkennung ihres hochherzigen Verhaltens Andenken in der Gestalt von Brochen mit einer angemessenen Inschrift durch den deutschen Botschafter in London überreicht worden. Aus Metz kommen Klagen, daß in dortiger Gegend Wölfe als lästige Gäste in großer Anzahl sich einfinden und ihre Streifereien bis wenige Kilometer vor der Stadt ausdehnen. Trotzdem, daß seit Uebergang an die deutsche Verwaltung durchschnittlich jedes Jahr ungefähr 50 Wölfe erlegt wurden, sei deren Anzahl immer noch größer, als im Interesse der Landwirthschaft, der Jagd und der öffentlichen Sicherheit liege. Auch sei für die nächste Zeit nicht an völlige Ausrottung zu denken, da dies theils durch die undurchdringlichen Waldungen des Elsaß, theils dadurch erschwert sei, daß sich mit den angrenzenden französischen Distrikten keine gemeinschaftliche Jagden veranstalten lassen. Aus gleichen Gründen kommen dort auch die Wildschweine noch in großer Menge vor und Was er zu diesem Briefe sagen sollte, wußte er selbst nicht. Das erste Gefühl war, das„dumme Mädchen“ zu schelten. Als er ihn zum zweiten Male las, erschien er ihm nicht mehr so dumm, sondern eigentlich recht vernünftig, und er freute sich über manches Wort darin, besonders was von der Meinung des alten Herrn über ihn gesagt war. Beim dritten Lesen dämmerte etwas ganz Neues in ihm auf. Er fühlte, daß dieser Brief doch einen eigenthümlichen Character an sich trage, daß das Mädchen ihn vielleicht liebe. Rechtes Verständniß über die Sache hatte er reilich nicht, denn bisher kannte er die Liebe nur aus den Büchern, und von einem solchen Falle, wie dieser, hatte er noch nie gelesen. Er hatte schon vor mehreren Jahren mit Carl Moor und Amalie geschwärmt, mit Ferdinand Walther und Louise geweint, und die Prinzessin Eboli hatte er so verachtet, daß er ihren Namen aufschrieb und darauf spie Das waren lauter Leidenschaften, die ihm da entgegentraten, die mußten ihn, den dichterisch Begabten, ergreifen. Aber sie fanden keinen Nachklang in ihm, sie blieben für ihn nur ein gelesenes Buch. Seine Natur war viel zu sehr mit dem Lernen beschäftigt, als daß er sich einer Liebeständelei hätte hingeben, oder auch nur viel an Liebe hätte denken sollen. Es wäre ihm sonst die Zuneigung des Mädchens, für die er gar kein Auge gehabt, nicht entgangen Vorübergehend hatte gewiß mancher Mädchenblick auf ihm geruht: er hatte es nicht bemerkt, weil er immer nach seinem Ziele sah. In diesem Briefe nun trat die Liebe zum ersten Male näher an ihn heran, nicht etwa, daß sie ihn erfaßte, oder ihn auch nur berührte— aber sie war ihm sichtbar geworden. Recht verständlich war ihm die Sache immer noch nicht. Liebe ist doch eine Leidenschaft, dachte er, und diese stille Innigkeit, die aus dem Briefe sprach, war doch keine Leidenschaft. Ja, es dämmerte etwas in ihm, aber Licht ward es nicht. Es sei wohl nur Freundschaft, dachte er dann wieder. Welcher junge Mann freut sich nicht, wenn er von einem jungen Mädchen geliebt wird! Auch ihm war es nicht gleichgültig, obgleich hier ein eigenes Gefühl der Wehmuth sich beimischte. Und was hier die Hauptsache war: wie sollte er sich verhalten? er war dem Hause zu sehr verpflichtet, als daß er nicht jeden Schritt bedenken mußte. Eine Locke abzugeben, daß ein Mädchen sie auf der Brust trage, diese Eitelkeit hätte er sich wohl gönnen mögen; aber mit der Tochter seines Wohlthäters konnte er keine Spielerei treiben, und hinter dessen Rücken! Denn war dies Unbekannte, was ihn aus dem Briefe anwehte, ein Hauch der Liebe: wer weiß, was weiter daraus entstehen konnte, ob der Funke nicht Flamme würde? Nein, das ging nicht an, er durfte ihr die Locke nicht schicken, durfte gar nicht an sie schreiben, obgleich es ihm recht leid war, daß sie nun so oft umsonst nach der Post laufen werde. War er ihr doch auch zu Dank verpflichtet, auch für diese freundliche Gesinnung. Und wie viel hatte er sie durch sein unwiersches Wesen wohl schon betrübt! Ja, es war hart; aber:„Ich schreibe nicht!“ sprach er. sowie in den Weinbergen bedeutenden Schaden an. Die Canalbauten an der mittleren Ems machen gute Fortschritte. An die Verbindung dieser Canäle mit unserm Kohlenrevier ist bisher noch nicht ernstlich gedacht worden. In Bayern legt man der Reise des als staatsfreundlich geltenden Erzbischofs von Bamberg nach Rom große Bedeutung bei. Es fehlt jedoch die nähere Nachricht darüber, um welche Dinge es sich handelte. Es brauchen diese aber auch nicht hochpolitische gewesen zu sein. Oesterreich. Man debattirte über die Occupation von Bosnien, tadelte dieselbe natürlich, verlangte aber nicht, daß die Truppen aus den besetzten Gebieten herausgezogen würden, warnte nur vor jeder weitern Ausdehnung der Occupation, wozu allerdings Oesterreich leicht gezwungen werden kann, wenn die Verhältnisse auf der Balkanhalbinsel sich nicht bessern sollten. Uebrigens können die Oesterreicher und Ungarn mit den Erfolgen recht zufrieden sein. Die von der russischen Politik bedrohten selbstständigen Staaten z. B. Rumänien werden naturgemäß zum Anschluß an Oesterreich gedrängt und gewinnt Oesterreich nach Süden hin eine bedeutende Stellung. Es ist wieder das Glück Oesterreichs. Wenn die Dinge auf der Balkanhalbinsel sich noch mehr verwirren, könnte die kühne Forderung Andrassys, der auf den Hafen von Salonicht hingewiesen hat, noch zur Wirklichkeit werden.— Die Occupation Bosniens hat 6300 Menschen gekostet. In Wien hat sich der Winter am 2. November mit einem unerhörten Schneesturm eingestellt. Der Schnee lag in den Straßen fußhoch und unterbrach einen ganzen Tag lang jeden Verkehr zu Wagen und zu Fuß. Die Telegraphendräthe waren vom Schnee und Eis dick wie Seile geworden und unbrauchbar. Hunderte von Bäumen in den Alleen der Ringstraf und in dem Stadtpark sind geknickt, weil die Aeste die Blätter und Schneelast zugleich nicht tragen konnten. Dabei wüthete ein furchtbarer Sturm. Auch in Ungarn haben an demselben Tage Windund Schneestürme arg gewüthet und den Post=, Eisenbahn= und Telegraphen=Verkehr unmöglich gemacht. — Auch in Prag und Innsbruck fiel der erste starke Schnee. Spanien.. Ausnahmegesetze oder keine Ausnahmegesetze, darum dreht sich in diesem Augenblicke das öffentliche Interesse in Spanien. Auch das Land jenseits der Pyrenden wird nach dem Attentat des Voirchers Moncasi nicht davor bewahrt bleiben, besondere Gesetze gegen die Internationale ins Leben treten zu sehen. Hervorragende spanische Blätter fordern ganz entschieden solche Ausnahmegesetze. Es ließ sich erwarten, ja es wäre geradezu wunderbar gewesen, wenn die socialdemokratische Presse Frankreichs und Spaniens nicht den Versuch gemacht hätte, den in Madrid seines Urtheils harrenden Mörder von den Rockschößen der Internationale abzuschütteln. Und in der That beweist die„Republique democratique et sociale“ in einem langen Artikel haarklein und nach bekannten Mustern, daß das Attentat Monkasis von der Spanischen Polizei angestiftet und in Scene gesetzt worden sei, lediglich, um der Regierung Alphons XII. über die Schwierigkeiten der eben eröffneten Session der Cortes hinweg zu helfen. Moncasi wäre deshalb eigens mit einer ganz ungefährlichen Taschenpistole bewaffnet worden; man hätte ihm eingeschärft, sich bei seiner Vernehmung für ein Mitglied der Internationale auszugeben, damit die ganze conservative Presse Europas sich für den Fall ingläubige Leser teressire u. s. w., u. s. w. Da der indeß zuletzt fragen könnte:„Wird sich Moncasi jetzt aber auch nur zum Spaß hinrichten lassen? so ist das socialdemocratische Blatt um eine Antwort keineswegs verlegen. Es schließt nämlich:„Wenn Mon casi etwa gehenkt werden sollte, wie Hödel in Berlin geköpft worden ist, so kann er sich noch auf ein lan ges Leben gefaßt machen. In Deutschland glaubt nämlich kein Mensch an die Hinrichtung Hödels und ebenso wenig an die Geschichte von dem wir wissen nicht welchem Museum entlehnten mittelalterlichen Schwerte, welches zu seiner angeblichen Enthauptung gedient haben soll.“ Es ist nicht nöthig, auf solchen Unsinn ernsthaft zu antworten. Man sieht aber, Wie stand es aber nun mit dem Alten? Durfte er jetzt an ihn schreiben, wenn seine Tochter ihm gewissermaßen Geständvisle ghesfegtz und er hartherzig diesen Brief nicht einmal ian schreitenn ege ngesetzten Falle an sich in eine Sorrgn diute einem Rücken mit dem Mädchen ##rrespondenz einließ? Das noch weit weniger no er woute durch ihn doch den zweiten Eckstein zum GeSops sledend deihte Der Gedanke machte ihm den schreatlich für ihn gendet. „Der Brief des Mädchens war ihm unter diesen Um ### den deld kein Liebesbrief mehr: er war nur der Schlag, treifen sprach es ggi aus führte, denn das Zusammen: nicht mmei Stee zu deutlich aus. Warum kam der Briel nicht zwei Stunden spater: Dann wäre der seinige schon sen und seine Existenz hätte nicht mehr in Frage gestanden.„Ich brauch' die Valeska auch jetzt nicht weiter zu bedauern, wenn sie mein gänzliches Schweigen schmerzt Sie, ist. 16., nur Werkzeug des Schicksals gewesen, welches mir Nicht die unterstützung zukommen lassen wollte, wie es die erste mir nahm. Was es dabei bezweckt, weiß ich nicht: abr wenn es mich von hier treiben will, so irrt es sich. Ich habe, mein Wort gegeben und werde es halten; mit und anvern.— Vieneicht will es mich ein Mal sehr reich machen, und läßt mich deshalb die Armuth in vollem Maße 4osc tein(tigeder sals hat auch der Kampf mit dem Ungestt und des“ venn man nur als Sieger daraus hervorgehr; und oas werde ich, das weiß ich! „Aber eine Radikalkur muß ich mit meinen Verhältnissen sogleich vornehmen. Ich darf nicht langsam vom Schau platze abtreten, ich muß plötzlich verschwinden, denn jeder Tag vermindert meine Mittel, die ich zusammenhalten muß. Gott sei Dank, daß ich jetzt wieder gut equipirt bin! Diese Kleider— ein guter und ein ganz neuer Anzug— müssen gusreichen.(Fortsetzung folgt.) greift, um sich von der indirecten Verantwortlichkeit für diese Blutthaten rein zu waschen. In Spanien werden neuerdings die Protestanten wieder in einer Weise verfolgt, die man gegenwärtig auch nur in einem halbwegs cultivirten Lande nicht mehr für möglich halten sollte. Evangelische Prediger sind vor Kurzem wesentlich um ihres Glaubens willen ins Gefängniß geworfen, Gemeindeglieder mißhandelt worden, obschon sie sich gegen alle Gesetze gehorsam Italien. In Rom ist am 3. d. M. die achte protestantische Kirche eingeweiht worden.— Der Cardinal Ledochowski hat vor Kurzem dem Papste einen in den Diöcesen Posen und Gnesen gesammelten Peterspfennig von 16,000 Franken überreicht. Der Papst soll sehr gerührt gewesen sein über diese Gabe der armen Polen. Türkei. Die Türken schicken alle ihre Truppen nach Macedonien, weil sie einen Vormarsch der Russen dahin fürchten. Südlich des Balkan häufen sich die russischen Truppen und denkt Riemand daran, den Bestimmungen des Berliner Friedens gemäß, zurückzukehren. Im Gegentheil werden immer neue Truppen aus dem Innern Rußlands nachgeschickt und die Revolution in Bulgarien und Macedonien offenbar von russischen Gesellschaften geschürt. Die Engländer möchten gern den Russen sich entgegen werfen, aber Afghanistan ist der Hemmschuh, der ihnen angelegt worden ist. Manche glauben, es würde demnächst der Graf Schuwaloff Reichskanzler werden und mit Gortschakoff die kriegerische Politik verschwinden. Aber täusche man sich nicht darüber, es wird dieses nur geschehen, wenn Rußlund zurückweichen muß, nicht aus Gefälligkeit gegen England. Rußland. Den Offizieren und ausgedienten Soldaten der russischen Armee, welche in Afghanistan Dienste nehmen wollen, soll die Erlaubniß hierzu nicht verweigert werden. Indeß sollen bei der in den türkischen Provinzen stehenden russischen Armee solche Bewilligungen nur in beschränktem Maße ertheilt werden. Bisher haben jedoch nur drei oder vier Offiziere dieselbe erbeten; von den in Rußland stehenden Truppen soll aber schon eine große Zahl — etwa 200 Offiziere und 4000—5000 Mann— Kriegslustiger nach Afghanistan abgegangen sein. Auch der während des letzten Krieges oft genannte General Skobelew dürfte wahrscheinlich nach Afghanistan abgehen. 09 Neuerdings sind wieder mehrfache Verhaftungen von Offizieren und Beamten vorgenommen worden, welche die gröbsten Unterschleife begangen haben. Die Hauptbetrüger, die Chefs der„russischen Verpflegungsgeseuschaft“, Greger und Horowitz, scheinen sich unsichtbar gemacht zu haben. Seitdem der Fürst der schwarzen Berge die Grenzen seines kleinen Ländchens nicht unbedeutend zu erweitern gerußt hat, scheint er die Liebe zu seiner seitherigen Residenzstadt Cettinje verloren zu haben; denn er soll beabsichtigen, sein ständiges Hoflager nach Danilograd zu verlegen. Dem Gerüchte nach soll sogar der Czaar demselben bereits zugesagt haben, ihm ein Palais aus seiner Privatschatulle erbauen und dessen Appartements standesgemäß möbliren zu lassen, während sich's die Czaarin vorbehalten haben soll, die Gemächer der Fürstin und deren Tochter einrichten zu lassen. England. Der anglo=afghanische Conflikt wird wohl noch manche Phase zu durchlaufen haben, ehe es zum Krieg kommt. Lord Lyton, der Vicekönig von Indien, hat förmlichen Protest eingelegt gesen den Beschluß des letzten englischen Cabinetsraths, ein Ultimatum an Schir Ali zu senden. Auch in der Presse erheben sich Stimmen gegen die Beobachtung europäischen Brauchs einem asiatischen Barbaren gegenüber. Die Indier würden diese Zögerung nur als Schwäche auslegen; ihnen imponire nur die sofortige Züchtigung nach empfangener Beleidigung. Andererseits erheben in England selbst sich immer mehr Stimmen gegen einen Krieg mit Afghanistan. Wenn übrigens ir dem an Schir Ali gerichteten Ultimatum diesem eine peremtorische Frist zur Beantwortung bis zum 20. d. M. vorgeschrieben und die Drohung hinzugefügt ist, daß widrigenfalls die Engländer in Afghanistan sofort einrücken würden, so dürfte letztere Drohung leichter ausgesprochen, als bei der bekannten Beschaffenheit der Zugänge nach Afghanistan, zumal in winterlicher Jahreszeit, ausgeführt werden könnte. Wieder ist ein Schiff durch Zusammenstoß mit einem andern untergegangen. Der Dampfer„Hel oetia“ von der englischen National= Line, und der Admiralitätskutter„Fanny“ stießen vorige Woche an einem Nachmittag im irischen Canal in der Nähe des Leuchtthurmfelsens Tuskar(südwestlich von Wexford) zufeinander. Kaum 2 Minuten vergingen und der Kutter war untergegangen. Von den 24 Mann dei Bemannung desselben konnten nur 7 sich auf die Helist eine entscheidende Gewalt, als im Hauptquartier des Generals Totleben? Wenn man von den Oesterreichern absieht, die eine Gewalt sein könnten, aber nicht sein wollen, so bleibt als einzige entscheidende Macht gegenüber der Bevölkerung das russische Heer übrig, und es scheint, daß Rußland kein Interesse daran findet, für den Frieden Opfer zu bringen, sondern vielmehr daran, die Anarchie, die einmal besteht, zu benutzen. Man kann daher nicht erwarten, daß die Friedensparagraphen ausgeführt werden, für welche bei denen(Türken), die ein Interesse daran hätten, nicht die Macht, und bei denen, die die Macht haben (Russen), nicht das Interesse vorhanden ist. Mit den gewaltigen Mitteln des Friedenscongresses hat man noch einmal vermocht, den künstlichen Damm zu halten, die Löcher zu verstopfen. Aber die Fluthen brechen schon wieder überall durch, der Deich ist nicht mehr haltbar. Die Orientfrage heißt heute: die Vernichtung der Türkenherrschaft in Europa und sie ist im Begriff, sich selbst zu lösen. Aufgelöst ist schon heute die europäische Türkei, aber die Kräfte, welche das neue Band um jene Völkersplitter schlingen sollen, sieht man feindseliger wie je einander gegenüber stehen. Auf der Balkanhalbinsel scheint ein gewisser Stillst and eingetreten zu sein. Was da werden soll, wird größtentheils von der Entwickelung des englisch= afg hanischen Conflikts, abhängen Westfalen und Rheinland. Vrr skre 8. Amtliches. urnsverg. Dem Major Freiherrn von Lilien im 1. Westfälischen Husaren=Regiment Nr. 8, kommandirt als Adjutant beim General=Kommando des VIII. ArmeeCorps, ist der königliche Kronen=Orden dritter Klasse verlichen vorden. 41 det * Schwerte, 7. Nov. In diesen Tagen finim ganzen Staate die Personenstandesaufnahme hanischen Constilis abhungen. Wird England dort in umfangreichem Maße in Anspruch genommen. so wird Rußland in der europäischen Türkei mehr freie Hand bekommen und den Sultan wohl so kneten, wie es ihn haben will. Meldungen über erhebliche neue Thatsachen liegen nicht vor. Schwurgerichts=Verhandlungen. Nachdruck verboten. amm, 4. Novbr. 1878. Heute nahmen die Schwurgerichts=Verhandlungen pro 4. Quartal 1878 unter dem Vorsitze des Kreisgerichtsraths Berkenkamp von hier ihren Anfang, und nahm zuerst die Anklagebank ein der Schreiner Carl Henkel aus Hamm. Diese Anklage hatte das Verbrechen gegen die Sittlichkeit zum Gegenstande, weshalb diese Verhandlung bei verschlossenen Thüren stattfand. Dem Vernehmen nach wurde p. Henkel für schuldig befunden eine Zusatzstrafe(derselbe war bereits wegen Wechselfälschung zu 3 Jahren Zuchthausstrafe verurtheilt und befand sich augenblicklich noch in Haft) von 3 Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust. Hierauf sollte verhandelt werden gegen den Schlosser Carl Engelhardt aus Dortmund, wegen Verleitung zum Leizeidez, diese Sache wurde jedoch deshalb vertagt, weil ein Enllastungszeuge nicht erschienen war und Angeklagter darauf bestand, daß dieser vernommen werde: Hiermit war die heutige Tagesordnung erledigt. .„.5: Noobr. Am heutigen Tage nahmen die Anklage. der Arbeiter Ludwig Nicolaus Maul aus Dudweiler, Kreis Saartrücken, beschuldigt des schweren Diebstahls im wiederholten Rückfalle; der Handelsmann und Maurer Johann Conrad Schuster Gechbce4schung in zwei Fällen Maul, welcher schon 2 Mal wegen Diebstahls mit dem Strafgesetzbuch in Conflict gerathen, und wegen dieser Handlungsweise bereits Strasen abgebüßt, hatte sich wiederum an fremdem Eigenthum vergriffen, und zwar bruchs und Einsteigens eine Masse Kleidungs= bestehend in Unterjacken, Hosen, Westen, Hemden, Stiefeln 2c. von der Zeche„Ringeltaube“ bei Annen am Mai d. J. entwendet.— Angeklagter räumte die ihm zur Last gelegte That ein und wurde demnächst in Bezug auf die bereits erlittenen Vorstrafen gegen ihn der§ 244 des Strafgesetzbuches in Anwendung gebracht. Das Urtheil lautete auf 2½ Jahre Zuchthausstrafe, 3 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizei=Aufsicht. Der Angekl. Schuster bekannte sich für Nichtschuldig, wurde aber durch Vernehmung vieler Zeugen seiner That überführt. Der Sachverhalt war ungefähr folgender: Angeklagter, welcher mit Leinen, Bettzeugen 2c. hausirte und Sie g.ch in der Umgegend von Dortmund abfegle, hatte zu verschiedenen Malen bei den Eheleuten Hoffmann und Goldschmidt zu Hörde Leinen 2c. auf Credit verkauft und zwar gegen Ratenzahlung. Diese Ratenzahlungen stets stattgefunden, sollen aber vom Angekl. nicht ing gebracht worden sein. Eines Tages erscheint uur. Angekl. pei den vorerwähnten Eheleuten mit BlankoWechselformutaren und ersucht, indem er eine Depesche beommen und eiligst nach Hause reisen müsse, für den Rest der Schuld um Acceptirung dieser Wechsel, weil er sich in Vertesenheit Hefände und unbedingt Geld haben müsse Die die nächstjährige Classensteuerveranlagung statt. Diese Aufnohme muß, ergangener Bestimmung zufolge, alle zur Zeit am Orte befindlichen Personen ohne Ausnahme umfassen, gleichviel, ob sie steuerpflichtig sind oder nicht, ebenso die der klassisizirten Einkommensteuer unterliegenden und die Personen, welche in eine andere Gemeinde zu ziehen beabsichtigen, endlich die, welche zur Zeit der Aufnahme des Arbeitsverdienstes wegen oder aus anderen Gründen zeitweise abwesend sind. Die Orts=, Gemeinde= u. s. w. Vorstände haben über die Vermögens=, Besitz=, Erwerbsund sonstigen Einkommenverhältnisse der in der Rolle verzeichneten Personen, sowie über die etwaigen besonderen, ihre Steuerfahigkeit bedingenden wirthschaftlichen Verhältnisse, soweit dies ohne tieferes Eingreifen geschehen kann, möglichst vollständige Nachrichten einzuziehen, überhaupt alle Merkmale, welche ein Urtheil über die maßgebende Steuerstufe zu begründen vermögen, zu sammeln. Bei Einschätzung der Inspektoren und Officianten(Hauslehrer, Gouvernanten, Wirthschafterinnen u. s. w.) darf die Eintragung der freien Wohnung und Beköstigung nicht übersehen werden, ebenso muß bei dem Einkommen der Pfarrer, Lehrer, Förster, u. s. w. der Werth der freien Wohnung und sonstigen Bezüge mitberechnet, der Ertrag der Ländereien mit in Anschlag gebracht werden. Das Einkommen der Arbeiterfamilien und kleinen Grundbesitzer ist so festzustellen, daß der Arbeitsverdienst der Mitglieder des Haushaltes(der Ehefrau, der Kinder 2c.) dem eigenen Erwerbe des Haushaltsvorstan des hinzuzurechnen ist, und es dürfen diejenigen Ausgaben, welche sich auf den Unterhalt des Arbeiters oder seiner Familie beziehen, von dem Jahreseinkommen nicht in Abzug gebracht werden. Schwerte, 5. Nov. In verflossener Nacht wurde in der Behausung des Herrn Halstenbach an der Fabrik hierselbst eingebrochen. Die Diebe sind durch das Kellerloch in den Keller eingedrungen und haben aus demselben 6 Pfd. Schellfische, Schinken, mehrere Brode und ein gehöriges Quantum Butter aus einem Faß entwendet. In der Nacht vorher wurden bei Liebeck am Mühlengraben mehrere Kleidungsstücke und baares Geld gestohlen. #### Schwerte, 8. Nov. Ein Aet empörender Royheit wird gegenwärtig auf der Kötterbach verübt. Schändliche Frevler bombardiren seit vorgestern Abend fast ununterbrochen mit Steinen, Schlacken und Koh##en das Haus des Kaufmanns Kaiser daselbst. Fast sämmtliche Scheiben der Hinterfront des Hauses sind bereits zertrümmert, ohne daß es bis heute Mittag trotz aufgestellter Wache gelungen ist, die Thäter zu entdecken. Hoffentlich gelingt es bald, diese rohen Buben ausfindig zu machen, damit sie einer exemplarischen Bestrafung nicht entgehen. )( Hengsen, 5. Nov. Gestern Abend gegen 11 Uhr brach auf dem Boden des Fachwerkwohnhauses des Zimmermeisters H. Steinweg zu Hengserhaide auf noch unbekannte Weise Feuer aus und brannte das Gebäude vollständig nieder. Letzteres war mäßig bsei der Provinzial=Societät versichert, die Möbel und eine auf dem Boden befindliche Quantität Korn dagegen waren gar nicht versichert. Ein Theil der Möbel und das Korn sind mitverbrannt. Vor einigen Tagen fand in Dortmund ein Versteigerungstermin statt, in welchem das Remmer'sche Haus, Kaiserstraße Nr. 30, wo voraussichtlich das neue Landgerichtsgebände erbaut werden wird, auf Abbruch zum Verkauf gestellt wurde. Es kam hierbei fast das Unglaubiiche zum Vorschein, nämlich, oaß für dieses neue, aus bestem Material erbaute (cheit Peäade ind wubeoliagt diad babenr miss. des..=ies 06, ide Kanen als Aepanten auf biesennausgesülten Beszsck. Haus, utande erhaltene 21 Böchgselost aus, sett auf den Hoffmaunschen Wechsel, dattrts igz. 9' aK allen unseren Leserinnen bekannten Henden Hoffmann'schen Wechsel, datirt 17. Orr. 1876, die Summe von 60 Mark und auf den Goldscmistschen Wechsel, datirt 1g. Oet. 1876, die Summe von die Schuldner dem Angeklagten bei Weitem nicht so viel verschuldeten, so unterblieb natürlich uusg arsextation der Wechsel, indem sie sich als gefälscht herussteuten. Bezüglich dieses Vergehehens, welches sich Angeklagter hatte zu Schulden kommen lassen, wurde derselbe, obschon er alles bestritt, in allen Punkten ohne Annahme Züchehaustrafe ven 2 Ir Hhudig befunden und mit einer und 100 Mark Geldbuße beleg. auer — 6. Novbr. vetia retten, die übrigen 17, mit Einschluß des commandirenden Offiziers, sind in den Fluthen versunken. Es wehte zwar ein starker Nordnordostwind und ging die See hoch, im übrigen war das Wetter klar. Nock in keinem Jahre hat man soviel über Zusammenstöße von Schiffen gehört, als im laufenden. Zur orientalischen Frage. Wer geglaubt hat, der Berliner Friede habe die orientalische Frage gelöst, war stark im Irrthum Sie tritt von Neuem in den Vordergrund und wird Europa noch viel zu schaffen machen. Man sehe sich die Lage auf der Balkanhalbinsel nüchtern an. Im Westen herrschen Oesterreicher, Serben, Montenegriner und die albanische Liga; in Bulgarien und Ostrumelien und darüber hinaus die Russen, im Rhodopegebirge ist Aufstand, in Macedonien Aufstand, die Türken stehen fest in Konstantinopel und Mitrovicza. Wo ### Arvot. Zunächst wurde heute, unter Ausschluß gsetggfache den Herren Geschworenen eine Anllagesache abgewickelt, welche das Verbrechen gegen die Sittlichkeit zum Gegenstande hatte und gerichtet war gegen den sol dem Vernehmen Langendrer. Angel. Nonaten unter Abreßzug zu einer Gefängnißtrafe von seche Monaten unter Abrechnung von 3 Monaten Untersuchungs= suß gesett worden sein.. Meiteres auf Hierauf trat man in die öffentliche Verhandlung ein gegen den Handelsmann und Metzger Leeser Meyer aus Lünen, beschuldigt des wissentlichen Meineides. Angekl. war „##lggt, am 7. Nov. 1877 zu Dortmund vor der Königl, Kreisgerichts=Commission in der Prozeßsache Störmer wiver meyer ein falsches Zeugniß abgelegt zu haben. Die Sache war ganz verwickelter Natur, so daß während der Vernehmung der Zeugen sich Manche widersprachen und an reren Slaudwürdigkeit gezweifelt werden mußte. Zur Sache selbst sei kurz erwahnt, oaß Störmer von Meyer im vor. Jahre wegen einer Waarenforderung eingeklagt worden, worauf Störmer Widerspruch erhoben und noch eine ihm im Jahrs 1873 von Meyer u. Bömke, welche damals gemeinschuftlich eine Ziegelei besaßen, versprochene Gratification für Ziegelbrennen geltend machte. Diese Thatsachen soll Meyer als unwahr abgeschworen und sich dadurch des wissentlichen Meineides schuldig gemacht haben.— Nach Bejahung der Schuldfrage lautete des Urtheil: 8 Jahre Zuchtrierte Davidis— nur zwei Gebote, eins auf 300 und das andere auf 400 Mark abgegeben wurden. Allein die Thüren sollen das Doppelte werth sein. In Dortmund hat ein Schneiderlein statt zur Scheere und Nadel zum Wanderstab gegriffen; den Stoff, welchen der Reiselustige für verschiedene Geschäfte im Hause hatte, um Kleidungsstücke anzufertigen, hatte er kurzer Hand in einem Pfandgeschäft versetzt. K Tiefendorf bei Berchum, 7. Novbr. Auf dem Felde des Oekonomen Silbersiepe hierselbst fand sich unter den Runkelrüben ein Exemplar, das das anständige Gewicht von 17½ Pfund und 1 Fuß im Durchmesser hatte. Limburg, 4. Nov. Am vergangenen Samstag Morgen fand der Besitzer der hiesigen Herberge einen Abends vorher zugereisten Handwerksburschen todt im Bette vor. Hagen, 4. Nov. Der Westfälische TurnlehrerVerein tagte gestern und heute in unserer Stadt; derselbe hat es sich zur Aufgabe gestellt, dem Turnen unter Lehrern und Kindern immer mehr Freunde zu gewinnen und dasselbe für die letzterenimmer nützlicher Der Verein, 1874 gegründet, zählt schon 340 Mitglieder und hat sich besondern Wohlwollens der Behörden zu erfreuen. Letmathe, 2. Nov. Heute Nachmittag fand man in Nachro##t einen aus Menden gebürtigen Mann erhängt. Derselbe war Wittwer und Vater mehrerer Kinder. Motive dieses Selbstmordes sind unbekannt.— Der seit mehreren Jahren schwebende ProShatage zuntete uus atigen! 2 Jahre Zucht:: Der seit meyreren Jahren schwebende Prohaus, 3 Jahre Ehrverlust und für dauernd unfähig erklärt, zeß gegen den Schuhmachermeister W. hierselbst weals Zeuge oder Sachverständiger vernommen zu werden. gen einer Wallfahrtsprozession nach Werl hat sein 8 Ende erreicht. In Nr. 95 der„B. M. Z.“ vom Jahre 1876 hatte nämlich besagter Herr W. zu einer Wallfahrt nach Werl eingeladen, ohne vorher um pblizeiliche Erlaubniß angefragt zu haben. Das Kreisgericht zu Iserlohn verurtheilte ihn hierfür in der Sitzung vom 30. Mai 1877 zu 20 Mark eventuell 2 Tagen Haft. Herr W. hat nun gestern seine Haft angetreten. Augenblicklich schwebt gegen ihn noch ein zweiter Prozeß, und zwar deßhalb, weil er auch im Jahre 1877 die Prozession nach Werl geleitet und geführt haben soll. Dieser Tage passirte den Bahnhof Hamm ein Transport von Siegen mit fünf jugendlichen Gefangenen, von 13—15 Jahren, die wegen Diebstahls eine Gefängnißstrafe von 3—6 Monaten in Münster zu verbüßen haben. Einer von den Fünfen war vor kaum einem halben Jahre aus dem Gefängnisse entlassen und machte den Weg zum zweiten Male. Die kleinen Taugenichtse waren zu zweien mit Stricken zusamm engebunden, hatten aber ein so freches Aeußere, als wenn sie sich eine Ehre daraus machten, noch so jung und klein, schon so große Heldenthaten im Stehlen begangen zu haben. Soest, Ende Oct. Die Mäuseplage ängstigt sehr unsere Landwirthe. Man hält noch zurück mit der Einsaai, da trotz aller Vergiftung das Ungeziefer überhand nimmt, so daß man einen Vorgeschmack von eine Aegyptischen Plage hat. Zwei Wittener Arbeiter haben in der Kölner Pferde=Lotterie einen muthigen Rappen gewonnen. Eine Anzahl Geschäftsleute und Handwerker in Witten beabsichtigen einen„Kein Credit=GeberVerein“, wie in vielen Städten Westfalens und Rheinlands, so auch hier in's Leben zurufen. Derselbe soll dem Schlendrian des Borgens entgegenarbeiten. Eine den Landwirth Friemann in Altenbochum gehörige Kuh warf ein Kalb, das zwei vollständig ausgebildete, an ihrem Hintertheil zusammengewachsene Köpfe hat, das Kalb starb bald nach der Geburt Herford, 5. November. Irren ist menschlich. Ein Landwirth hier in der Nähe schickte Butter zu Markte, und von dieser sollte eine geehrte Familie die schönste„Schlage“ zum Geschenk erhalten. Das dienstthuende Mädchen verkauft auf dem Markte den Buttervorrath, dann bringt es die letzte Portion zu der bestimmten Adresse; aber im Eifer des Verkaufs hat sie sich versehen, denn als diese geschenkte Portion zertheilt wird, findet sich die Mitte mit Kartoffeln ausgefüllt. Die Geschichte macht schon Runde in der Stadt. Eine drollige Scene wird der„W. P. Z.“ aus Münster von Augenzeugen wie folgt erzählt: Daß kleinere Karambolagen zwischen eiligen Passanten, an den Biegungen der Straßenecken anf den Trottoiren vorkommen, ist gewiß nichts Selteues. Wenn aber, wie es gestern Nachmittags auf dem Trottoir an der Biegung vom Bispinghof zum Krummen=Timpen geschah, eine solche Karambolage zwischen einem Ladenmädchen und einem kraftstrotzenden Artilleristen stattfindet und dabei der unbesiegbare Jünger Krupp's „so lang wie ihn die Natur geschaffen" zum Falle kommt, das Mädchen aber, einer feststehenden Germania gleich, dem schweren Anprall Stand hält— so ist das allerdings eine Scene, die zu allgemeiner Belustigung führen und führen mußte. Obgleich den „Gefallenen“ die Situation wie das Gelächter der Zuschauer in Verlegenheit brachte, meinte er dennoch: „Fräulein, Sie sind festeruf de Beene, wie'n preußischer Artillerist!“ Sprachs und verschwand. Zu einem Schuhmachermeister in Münster kommt ein reisender Schuhmachergeselle und spricht um Arbeit an. Da aber der Meister erklärte, augenblicklich um keinen Gehülfen benöthigt zu sein, so bat der Bursche, wie dies üblich, den Meister um eine kleine Unterstützung für die Reise. Dieser griff in die Geldlade und hob, wie er meinte, ein Zweipfennigstück heraus, es dem Burschen hinreichend. Kaum hatte sich derselbe indeß einige Schritte vom Hause entfernt, als er auch schleunigst in das Haus zurückkehrte und den Meister auf seinen großen Irrthum aufmerksam machte, denn das gedachte Zweipfennigstück war— ein Zwanzigmarkstück, welches irrthümlicher Weise in ein falsches Gefach der Lade gerathen war. Der Ehrlichkeit des Burschen wurde der schönste Lohn, denn er findet jetzt bei dem Meister, von dem ein Geselle in den nächsten Tagen zum Militär eintreten muß, die meh rere Monate lang vergebens gesuchte Arbeit. Eine heitere Geschichte passirte in Rittershausen. Eine Frau hatte einen Ausgang zu besorgen und beauftragte ihren etwa 11jährigen Sohn, wäh rend ihrer Abwesenheit Speck und Erbsen in den Pott zu thun und das Feuer im Heerd gut in Brand zu halten. Der Junge besorgt alles nach Vorschrift, Speck und Erbsen sind, im Kessel und nun kommt das Hauptvergnügen, er stocht ganz gehörig im Feuer, bis der Topf glühend, der Speck geschmolzen und die Erbsen verkohlt sind. Im Topf geht nun ein heidenmäßiger Spektakel los. Der sich sehr stark entwickelnde Rauch dringt zu Thüren und Fenster hinaus und veranlaßt die Alarmirung der Feuerwehr, die denn auch sehr bald die Lösung findet. Der Junge hatte kein Wasser im Topf; solches hineinzuthun„hatte ihm seine Mutter nicht gesagt.“ Auf dem Berg.=Märk. Bahnhof zu Düsseldorf gabs Freitag Abend einen gelungenen Spaß, worüber die Düsseldorfer nicht wenig gelacht haben. Gegen 9¾ Uhr standen zwei Züge zur fast gleichzeitigen Abfahrt bereit, und die Passagiere hatten schon Platz genommen. Ein Herr nur war aus dem einen wieder herausgestiegen, um sich beim Schaffner irgend welche Auskunft zu holen. Hier erfuhr er denn, daß er in einen falschen Zug gerathen war, in welchem auch seine bessere Hälfte mit Vornamen Anna noch saß, in der Gefahr, mit falschem Billet allein nach Elberfeld und vielleicht Holzminden, anstatt nach Essen zu fahren. In der Aufregung konnte er ihr Coupee nicht sogleich wiedersinden und wußte sich denn nicht anders zu helfen, als daß er an dem Zuge entlang lief mit dem lauten Rufe:„Anne raus! Anne raus!“ Die darin sitzenden Passagiere verstanden dies als den von einem Beamten ausgehenden Ruf:„Alle raus!“ Vielleicht drohte dem Zuge die Gefahr eines Zusammenstoßes. Genug, alle stürzten Hals über Kopf aus den engen Thüren. Der Inspector lief hinzu und fragte, was das bedeute, der Zug müsse abgehen. Da wurde denn das Mißverständniß aufgeklärt; die verlorene Anne war aber auf diese Weise wieder mit ihrem Gatten vereint und jeder konnte seinen rechten Platz wieder einnehmen. und Landwirthschaftliches. * Der beste Mäusevertilger. Im Hanse ist es ja, wie bekannt, die Katze, auf dem Felde aber die dem Menschen ganz unschädliche Natter, welche der Unverstand leider überall mit Stöcken und Steinen verfolgt und zu vertilgen trachtet. Eine einzige Natter soll im Stande sein, eine Fläche von 7000 QuadratMetern von Mäusen, diesen Plagegeistern des Landmannes, zu säubern. Also Schonung der einheimischen Schlange. Neuere Erfindungen. * Die bisher fast ausschließlich übliche Befeuchtungsweise für Oblaten, Marken, Briefumschläge, Preßcopieen u. s. w. mittelst der Zunge war, wie Niemand das anders sagen kann, gewiß nicht sehr appetitlich, bei mit giftigen Farben gefärbten Oblaten sogar sehr gefährlich. Um dieselbe zu vermeiden, hat Herr Leon in Frankfurt a. M. einen Apparat erfunden, der im Wesentlichen aus einer Filzplatte mit darüber befindlichem Wasserbehälter besteht. Das durchfeuchtete Filzstück giebt den zu nässenden Gegenständen eben jenen genau passenden Grad von Feuchtigkeit, wie sie die feinste Leckerei nicht besser zu erzielen vermag. Der Apparat ist vom Erfinder für 2.50 M. zu beziehen. Todtenglocke. * In Glogau ist der hochverdiente Buchhändler Carl Flemming gestorben, bekannt namentlich durch seine vielen und großen Landkarten und Jugendschriften. * Aus Paris meldet man den plötzlich erfolgten Tod des 76jährigen Garnier=Pagés, Mitgliedes der provisorischen Regierung vom Jahre 1848, sowie der Regierung der nationalen Vertheidigung vom Jahre 1870. Der Verstorbene gehört seinen Familientraditionen nach der republikanischen Partei an, der er zeitlebens unter der Juli=Monarchie wie unter dem Kaiserreich treu ergeben blieb. Vermischtes. * Die Erfindungsepidemie grassirt jetzt wohl überall und selbst im Staate Nevada lassen die von Edison auf diesem Gebiete geernteten Lorbern den mit dem Geiste der Erfindung begabten Leuten keine ruhige Stunde. Das neueste, was ein dortiger Erfinder geleistet hat, besteht aus der Vereinigung einer Buttermaschine mit einer Handharmonika. Die Sahne wird in den unteren Theil der Harmonika gefüllt und während der Spielbutterer dem Instrumente oben die melodischen Töne irgend eines geistreichen Liedes, wie etwa:„Es kann ja nicht immer so bleiben u. s. w.“ entlockt, vollzieht sich unten durch an die Tasten angebrachte Holzstäbe der Butterungsprozeß. * In Bernau hat eine schwachsinnige, unverheirathete Person, welche kürzlich Mutter geworden war, ihr Kind in die Kochmaschine gesteckt und dann Feuer angemacht. Die Mutter der Person wurde durch den Geruch aufmerksam und entdeckte das Verbrechen zu spät; das Kind war schon todt. * Die Theilnahme an der schrecklichen Feuersbrunst in Lengsfeld ist auch in weitere Kreise gedrungen. In Stuttgart hat sich ein Hülfscomitee gebildet, an dessen Spitze der Prinz Hermann von Weimar, der Schwager des Königs, getreten ist. * Von einem seltsamen Reiseabenteuer erzählt die„N. Fr. Pr.“, das einem Frankfurter älteren Bürger, der sich noch gern in Thalia's Musentempeln aufhält, widerfahren ist. Derselbe konnte dem Drange seines Herzens, die Musentempel vom Paris während der Ausstellung in Augenschein zu nehmen, nicht wiederstehen und dampfte nach Paris. Da er nicht französisch sprechen konnte, so schrieb er sich an der Straßenecke seiner Meinung nach den Namen der Straße, in der sein Hotel belegen war, auf und wanderte wohlgemuth durch die Straßen von Paris seinem Ziele zu. Auf dem Rückwege sprach er verschiedene Leute an, hielt ihnen seinen Zettel hin und bat um Zurechtweisung. Die Angesprochenen lachten ihn jedoch aus und gingen weiter. Endlich kam unser biederer Landsmann an einen Deutschen, der sich vor Lachen bald ausschüttete, als ihm der Zettel hingehalten und gefragt wurde, wo die Straße sei. Der Deutsche mußte sich erst von seinem Lachen erholen, um unserm Verehrer der Pariser Musentempel zu erwiedern, daß das, was er sich aufgeschrieben habe, gleichbedeutend sei mit unseren hiesigen PolizeiPlacaten:„Dieser Ort darf nicht verunreinigt werden." Oeffentliche Sitzung der Stadtverordneten. In der am 2. d. M. stattgehabten öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten, woran die Mitglieder, mit Ausnahme des Herrn W. Dommermühl jun., welcher mit Enschuldigung fehlte, theilnahmen, und der Magistrat durch den Herrn Bürgermeister Mönnich vertreten war, kamen folgende Gegenstände zum Vortrag resp. Beschlußfassung. 1. Als Zuschuß zur Unterhaltung der Eckesey=Schwerter Actienstraße, wurden pro Actie 7 M., also im Ganzen M. 10,50 bewilligt. 2. Zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl wurden die Herren Ernst Wucke, Wilh. Schröder als Beisitzer, und die Herren Herz Blumenfeld und Aug Doerth als deren Stellvertreter gewählt. 3. Als Einschätzungscommission für die Comunal=Einkommensteuer pro 1879/80 wurden die Herren Peter Krieger, Aug. Stork, Wilh. Ostermann, Wilh. von Lünen, Herz Blumenfeld, Heinr. Munkenbeck gewählt. 4. Desgl. wurden zur Veranlagung der Klassensteuer pro 1879/80 die Herren Julius Heierhoff, Ernst Wucke, Eduard Marx, Wilh. Osterberg senior, Chr Bäcker gen. Eckey, Wilh. Röhrscheidt, Schuhmachermeister, gewählt. 5. Dem Polizeidiener Witte wurde als Vergütung für Einziehen der Gasgelder bis 1. Novbr. d. J. der Betrag von N. 20 und von da ab freier Gasverbrauch für seine Wohnung bewilligt. 6. Von dem Protokoll über Revision der städtischen Rechnungen pro II. Quartal d. J. nahm Versammlung Kenntniß. 7. Dem evangelischen Krankenhause wurde noch nachträglich ein Zuschuß von M. 160 und dem katholischen Krankenhause ein solcher von M. 80 bewilligt. Schwerte, den 7. November 1878. Wirth. Litterarisches. Fünfzig Fabeln für Kinder, von Wilhelm Hey. In Bildern gezeichnet von Otto Speckter. Nebst einem ernsthaften Anhange. 2 Bände. Gotha, Friedrich Andreas Perthes. Gr. Ausg. à Bd. M. 3. 50; kl. Ausg. à Vo. M. 1. 50. „Sie sind zwar schon recht alt, diese Hey=Speckter'schen Fabeln; aber sie bleiben immer neu. Das Büchlein heimelte uns so traulich an, als wir es jetzt wieder in die Hand bekamen, und aus dem Dunkel der schon weit hinter uns liegenden Vergangenheit tauchte beim Anblick der Bilderchen manch' liebe Erinnerung aus unserer Kinderheit sommerhell auf. Da liegt heute noch der brummige, hartstierige Ochs, der lieber wiederkäuen als lernen will; da schleicht beschämt der naschhafte Pudel einher; da steht der kluge Spitz vor dem dicken scheinheiligen Mops, der ihm sein Geheimniß entlocken will; da schnappt der gierige Fisch nach dem verfänglichen Köder— gerade wie vordem, und es kann kaum eine einfachere, dem kindlichen Sinn und Können entsprechendere Weise geben, den Kindern die in den Bilderchen liegende Moral einzuprägen, als in den kurzen Verslein geschieht. Erweitert ist das Buch durch einen Anhang in Gedichten und leicht verständlichen Bibelsprüchen zur Erweckung eines christlichen Sinnes. So bilden diese Hey=Speckter'schen Fabeln in ihrer ganzen Ausrüstung nicht nur eine anziehende Unterhaltung, sondern auch ein durchaus zweckentsprechendes Mittel zur Belehrung für das zum Denken eben erwachsene Kind, und darum seien sie den Aeltern als erste Gabe an die kleinen Sprößlinge aufs Neue angelegentlich empfohlen.“ (Magdeburgische Zeitung, Nr. 545.) Markt=Berichte. Soest, 5. Novbr.(Allerheiligen=Markt.) Auch in diesem Jahre hat trotz des eingetretenen ungünstigen Wetters der gestern begonnene achttägige Allerheiligenmarkt seine frühere Anziehungskraft ausgeübt. Ueberall konnte man sich nur mit Mühe einen Weg durch die dichte Menge bahnen. Am Morgen herrschte das meiste Leben auf dem Viehmarkte, und es entwickelte sich daselbst ein recht flottes Geschäft. Es waren aufgetrieben: 800 Pferde, 100 Fohlen, 20 Esel, 600 Kühe, 150 Rinder, 2000 Schweine und nahezu eben so viel Schafe Arbeitspferde wurden gehandelt zu 400—950 M., Fohlen zu 120—240 M., milchgebende Kühe zu 120 bis 250 M., Rinder zu 60—100 M., fette Schweine zu 33—42 M. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht. Faselschweine zu 18—30 M., Ferkel von 6—8 Wochen zu 6—12 M. Auf dem Krammarkt wurde auch recht viel gekauft, besonders aber die weniger theueren Sachen, der Umschlag blieb indessen im Allgemeinen hinter dem früherer Jahre zurück. Die schlechten wirthschaftlichen Verhältnisse der gegenwärtigen Zeit machen sich eben überall geltend, selbst in rein Ackerbau treibenden Gegenden wie Soest und die nähere Umgegend. Heute war es wieder stiller auf den Straßen und auf dem Markte, von dem Trubel des gestrigen Tages war keine Spur mehr vorhanden, wenn es auch gegen die sonstige Stille in unseren Straßen noch immer belebt zu nennen ist. Dinslaken, 4. Novbr. Die Gesammtmenge des zum diesmaligen Markte zugebrachten Viehes belief sich auf 540 Stück frise milchende Kühe und Rinder. Die Conjunctur des heutigen Marktes war wie der vorige und das Geschäft bei niedrigen Preisen ein flaues. Fettvieh per 100 Pfund 54—.60 M. Handel: flau, Absatz: uugenügend. Am Schweinemarkt belief sich die Zufuhr auf ca. 1000 Stück. wovon junge Ferkel im Alter von 6—8 Wochen per Woche mit 1,20—1,50 Mark bezahlt wurden. Faselschweine 16—18 Wochen 14—16 Mark. Fette: 48—50 Mark 100 Pfd. Handel: lebhaft. Absatz: gut. Nächster Markt: Montag den 11. November. 400 Gottesdienste. Sonntag, den 10. November. Größere evangelische Kirche: auptpredigt 10 Uhr: Past. Heinenberg (Abendmahl.) Nachmittagspr. 2 Uhr: Pst. Graeve. Amtswoche: Past. Heinenberg. Kleine evang. Kirche: Candidat Dieckerhoff von Lichtendorf. Terannrmachung. Nach den§§ 5 und 6 der Straßenordnung für die Stadt Schwerte wird jede Verunreinigung der Straßen und öffentlichen Plätze mit 2—3 Mark bestraft, und sind Eltern 2c. für ihre Kinder u. Pflegebefohlenen verantwortlich. Wir bringen dieses mit dem Bemerken zur Kenntniß, daß wir jede Verunreinigung des Kirchenplatzes unnachsichtlich zur Anzeige und Bestrafung bringen werden. Schwerte, 8. Nov. 1878. Das Presbyterium der evang. Gemeinde. Am Mittwoch, 13. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen im hiesigen Pfandlocal, beim Wirth Wernecke 1 Braukessel, 1 Dresch= maschine und verschiedene Mobilargegenstände im Wege der Execution meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden. Schwerte, 8. November 1878. Königliche Kreisgerichts=Commission. I. A.: Bielefeld. Am Montag. 11. d. M., Nachmittags 3 Uhr, sollen im Pfandlocale zu Westhofen beim Wirth Neveling 1 Kuh, 1 Kleiderschrank, 1 Ofen, 1 Wannemühle 2c. im Wege der Execution meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden. Schwerte, 8. November 1878. Königliche Kreisgerichts=Commission. I. A.: Bielefeld. 198/000 liegen auf Landgüter, Bauernhöfe und Gemeindeanleihen zu 4, 4½ und 5% Zinsen oder Amortisation gegen convenirende Sicherheit, theils sofort, theils nach Wunsch auszuleihen fertig. Camen, im November 1878. C. Harlinghoff. Am Mittwoch, 30. Oet., ist aus dem hiesigen Wochenmarkt 1 Sack Roggen abhanden gekommen. Der jetzige Inhaber wird freundlichst ersucht, dem Marktmeister Humpert gefl. Nachricht zu geben. Wohnungswechset. Hierdurch erlaube ich mir, den Bewohnern von Schwerte und Umgegend ganz ergebenst anzuzeigen, daß ich mit heutigen Tage meine Wohnung und Geschäft nach dem früheren Rosenthal'schen Hause, Ostenstraße 212., verlegt habe, und bitte, das mir bisher geschenkte Vertrauen auch fernerhin bewahren zu wollen. N Claessen. —0 Wohnungsveränderung. Mit dem heutigen Tage verlegte ich meine Wohnung und Geschäft nach dem bisher von Herrn A. Rosenthal bewohnten Hause, Ostenstraße 212, und erlaube ich mir den geehrten Bewohnern von Schwerte und Umgegend dieses hiermit ergebenst anzuzeigen. Schwerte, 8. November 1878. C. Gerling, Sattler& Polsterer. 50 M. Belöhnung Demjenigen, der mir den Thäter, welcher mir am 6. und 7. ds. Abends die Fenster eingeworfen, so zur Anzeige bringt, daß ich ihn gerichtlich belangen kann. Franz Kaiser. Unterzeichnete versenden beste ostfriesische Butter in Postpaketen à 9½ E netto, unter Nachnahme zum billisten Tagespreise und nehmen Aufträge darauf gerne entgegen Esens. Wiberg& Cie. Theersche, bei Carl Braus. Oerroenrolezoerupien * Brustkranke finden in dem soe# ben erschienenen Buche:„Die Brust= und Lungenkrankheiten“ praktische Rathschläge zur He s lung, auch wenn das “ chronisch oder weit vorgeschrit## ten ist. Das allen Brustm Lungenkranken angelegentlichst “ zu empfehlende Buch ist vorräthig in den Buchhandlungen von Carl Braus in Schwerte und C. Barlels in Hagen und kann gegen 60 Pfg. in Briefmarken franco bezogen werden Zeiiüenngenlsene Brust- und LungenLeiden, sicherste Mittel dagegen. Herrn W. H. Zickenheimer, Mainz. Die Anwendung Ihres herrlichen Trauben=Brust=Honigs hat mich nach Verbrauch von nur einer halben Flasche zu 1 Thlr. von meinem Brustund Lungenleiden befreit. Sage Ihnen herzl. Dank und bitte um Uebersendung von noch einer halben Flasche zur Nachkur 2c. Mittel=Gründau, Oberhessen, 28. Februar 1873. Georg Meininger, Gutsbesitzer. Allein ächt mit nebigem Fabrikstempel in Fl. à 1, und 3 M. käuflich in Schwerte bei Carl Braus und Carl Wirth am Markt, in Aplerbeck bei L. Schulze=Velling= hausen, in Unna bei A. Josephson u. Haubold, in Hörde bei W. Hollmann. Eine gesunde Amme —auf sofort gesucht. Näheres in der Expedition d. Zig. Verlanfranzeige. Montag, 11. d. Morgens 9 Uhr anfangend, werde ich im Auftrage des Herrn Schreinermeisters Wilh. Hegenberg zu Syburg, an dessen Behausung, verziehungshalber folgende Gegenstände: Kleider= und Küchenschränke, Tische, Stühle, Betten, Bettladen, Kommoden, Console, Schreinerwerkzeuge aller Art, Oefen, 1 Sprungheerd, 1 milchgebende Kuh, 4000 Pfd. Heu, 1000 Pfd. Stroh, sowie Haus= und Küchengeräthe, mehrere steinerne Krüge, Einmachsfässer, Gemüse und sonstige Sachen gegen baar verkaufen.; demnächst Nachmittags 3 Uhr, werde ich daselbst die Hegenberg'sche Besitzung— Haus, Garten, Holzgrund 2c. 2c.— zusammen mit einer Grundfläche von 9 Morgen, zur Verpachtung aussetzen. In dem Wohnhause ist seit mehreren Jahren ein Specereigeschäft mit Erfolg betrieben worden und eignet sich zum Betriebe eines anderen Geschäfts. Hoerde, 6. Novbr. 1878. Moses Silberberg. 13 — Restanration ge., um Bählch“ empfiehlt gute Getränke und Speisen bei reeller Bedienung zu billigen Preisen. n #n####* 8 5 Abonnem M 91. Snohastations=Pulent. Die im Grundbuche von Westhofen Band I. Artikel 46, auf den Namen des Schreiners Carl Sonnenschein zu Westhofen eingetragenen Grundstücke der Steuergemeinde Westhofen: Flur IV. Nr 526/71, Acker im Nattland, groß 19 Are 96 □M.; Flur V. Nr. 329, Garten in der Braukstraße, groß 10 Are 20 □M.; Flur VI. Nr. 286/2, Weide in der Kluse, groß 4 Are 85 □M.; sollen im Wege der nothwendigen Subhastation auf Antrag eines Gläubigers am 7. Januar 1879, Vormittags 10 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle versteigert werden. Der Reinertrag sämmtlicher Grundstücke, nach welchem dieselben zur Grundsteuer veranlagt worden, beträgt 17 Thlr. 70 Dez. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts und die etwa noch eingehenden Abschätzungen und anderen, die Grundstücke betreffenden Nachweisungen sind im Bureau II einzusehen. Alle Diejenigen, welche Eigenthum oder anderweite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht eingetragene Realrechte auf die zur Subhastation stehenden Realitäten geltend zu machen haben, werden aufgefordert, die selben zur Vermeidung der Präclusion spätestens im Versteigerungstermine anzumelden. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlages soll am 8. Januar 1879, Vormittags 9 Uhr, an der hiesigen Gerichtsstelle verkündet werden. Schwerte, den 2. November 1878. Königliche Kreisgerichts-Commission. Der Subhastationsrichter. Anzeige und Empfehlung. Den geehrten Bewohnern von Schwerte und Umgegend zur gefl. Nachricht, daß ich mich hierselbst, im Jüngermann'schen Hause, Ostenstraße 277, bei Klempner Conrad, als Schuhmachermeister etablirt habe. Mich in allen in mein Fach schlagenden Arbeiten bestens empfehlend, bitte um geneigten Zuspruch, billige und gute Bedienung zusichernd. Schwerte. Ludwig Schoppol, Schuhmacher. Anzeige und Empfehlung. Den geehrten Bewohnern von Schwerte und Umgegend zur gefl. Nachricht, daß ich mich hierselbst als Schuhmachermeister niedergelassen habe und empfehle mich in allen vorkommenden Arbeiten in und außer dem Hause. Meine Wohnung befindet sich bei Frau Wwe. Schnell auf dem Kamp. Schwerte, 1. November 1878. H. Wiegand, Schuhmacher. Evangelische Gesangbücher in schöner Auswahl, darunter namentlich die so beliebte Taschen=Ausgabe, in einfachen und feinen Einbänden zu billigen Preisen bei solider Arbeit, empfiehlt die Carl Braus'sche Buchhandlung. ED. FRICKE, HAGEN,WESTF. 20 NE Außer Regulateure liefere verschiedene Arten Wanduhren, daunter sehr beliebte federzug=Wecker mit runden Rahmen..... zu 8 M. sourante Kettenuhren mit großem Porzellanschild Tags Bureauuhr„„ runden Rahmen ind Wächtercontroluhren mit Zug von außen, Bulletins für 1 Jahr Taschenuhren, namentlich goldene zu billigen Preisen. 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November 1878. Nettlenbusch. Ein Junge von ordentlichen Eltern, der Lust hat, die Conditorei und Bäckerei zu erlernen, findet auf gleich Stelle als Lehrling. Näheres in der Expedition d. Zig. Von heute ab sind wieder gute Kohlen 6 Anerkennung. 6 Bereits 8 Jahre litt ich an ( einem furchtbaren 8 Magenübel, welches sich immer mehr steigerte Anfangs Magenschmerz, mit Er□ brechen, Eingenommenheit des □ Kopfes und beständiger Schwindel, wogegen ärztliche □ Bemühung ohne Erfolg blieb. Meine Kräfte schwanden immer mehr dahin, konnte fast nichts □ mehr genießen, weil der Magen nichts ertragen und ich mich ( eines Abscheus und Widerwillens nicht erwehren konnte. Ich wandte mich an Herrn K J. F. Popp in Heide O(Schleswig=Holstein), durch O dessen einfaches Pulver ich 9 Hon nach 8 Tagen merliche, Gesserung empfand und nun nach 2 Sendungen mit Gott gänzlich von meinem Leiden O befreit bin u. s. w. O Frau Gausmann, ( Bauaufsehers=Gattin. (2 Daß Frau Gausmann vorstehendes Zeugniß geschrieben, # bescheinigt L. K. Fabricius, O Pfarrvicar. O Sprendlingen(Rheinhessen), G 18. Mai 1876. Weitere Atteste aus allen Provinzen, sowie alles Nähere sendet ähnlich Leidenden franco und gratis J. J. F. Popp, O Specialist für Magen= und 0 Darmkatarrh, Heide(Holstein). von bekannter Zeche an meinem Hause, Westenthor, zu haben. Liefere auch solche waggon= und karrenweise zu sehr billigen Preisen. Bestellungen werden täglich angenommen. F. Heymann. Eine Wohnung, bestehend aus zwei Zimmern, ist zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Ztg. Die Ausführung= von Haus=, Keller= und sonstigen Entwässerungs=Anlagen übernimmt unter einjähriger Garantie inel. aller Arbeiten und Lieferungen bei billigster Kostenrechnung. Dortmund. Rud. Leistner. Handels=Nachrichten. Schwerte, 6. November 1878. 100 Kg—200 Pfr UniversalWaschuirtel. Vollständiger Ersatz für Seife Bedeutende Ersparniß an Zeit und Kosten. 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W nung glaubte, Gutem und Gi das Diplomaten Geschäft garn Titel reizen m keit, die ich 10 gegen alle mög entschlossenen Glauben und S ich nicht ein str die wundervolle würden Sie ei erlebt haben. folger mit jene Aber ich lebe u damit machen, Glauben zu bei nur den Zusan Mensch, der n reißt und seine Goldene A imberger, R lange Rei Von Das Wichtig steckt und sehr b schaften durften fand er ein solch kündigte die sein miethet und von konnte, so packt holte sich, als es mit seinen Hab Leute daselbst n Notiz zu nehmen der für alle sei überließ auch der geöffnet und das sein Licht an un auch war— ei drücken; aber er seine frühere kost sie hatte den ca Bettstelle im Wie die einzigen Möl paar kleinere Kis wurde zu seiner reichhaltigen Inh Waschschüssel hat seiner Aufwärter brachte er sie mi holte er sich glei nun an seine Ob vorläufig, bis vi hatten, in Allen diges Wichszeug war er auch sein Vorläufig mi was er von sein jetzt reichte. We Mittagstisch abg zwei Tagen ein Sonntage Kaffee er sich in Alles. er zu sich.„Es stunde zu erhasch Brod.“- Oft noch ein gewisse noch sehr gut. Süpt lein habe, schwimmen.“ M er aus seinen so guten mußten n er sich an seine! Brod während d Geschmackssinne mit Wurst belegt Wenn er aber I nungen des Ma hatte, an seine