Unterzeichnete em t s e i n e n Z i e g e n b o g Decken der Ziegen 40 Pfg. inr. Dabruck. ilber ist eine auf den 1. Nov Ww. Waltene Illustrirte Frauenzeitung. Ausgabe der „Modenwelt“ mit Unterhaltungsblatt Gesammt-Auflage der deutschen Ausgaben 275,000. Jährlich 24 elee Hefte. irlich M. 2.50. Jummern mit Moden seiten, gegen 2000 enthaltend. twa 200 SchnittmusGegenstände der etwa 400 Musterfür Weiss-Stickerei, rte Modenkupfer. Unterhaltungs-Numit je einem grossen Vierteljährlich M isser Obigem: Janzen also 36 colopfer, und 24 Blätter chen und Volksdenwelt ummern mit Modeniten sowief2 Schnittgen(wie bei der ag) kostet viertelA. 1.25. Nachrichten. Anzeigen und Bekanntmachungen aller Art werden mit 10 Pfg. die sechsspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Redaction, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. M. 86. Samstag, 26. Oktober 1878. 11. Jahrgang. Mit dem 1. November er. beginnt ein zweimonatliches Abonnement auf die„Schwerter Zeitung“ mit der Gratisbeilage„Familienfreund“. Bestellungen nehmen sämmtliche Zeitungsboten sowie die Expedition entgegen Tagesereignisse. Am 11. Juni des nächsten Jahres feiert der Kaiser Wilhelm mit der Kaiserin Augusta seine goldene Hochzeit. Die letzte goldene Hochzeit, die ein Fürstenpaar beging, war die des Königs Johann von Sachsen im Jahre 1872. Von Berlin ist noch nichts von Vorbereitungen zu der Feier der goldenen Hochzeit des Kaiserpaares bekannt geworden. Aber von anderen Orten, insbesondere vom Rhein her, will man schon seit geraumer Zeit wissen, daß es sich dort in Frauen=Vereinen geheimnißvoll regte und daß man dort seit einiger Zeit bereits glänzende Geschenke für das kaiser liche Paar vorbereitet. Kaum ist der Tisch des Reichstages abgetragen, so muß schon wieder für den Landtag gedeckt werden. Man spricht von den Justizgesetzen, dem Ankauf mehrerer Eisenbahnen für den Staat. Die Eröffnungen über das Deficit werden unvermeidliche sein, dürften jedoch von unsern Landboten nicht für schmackhaft befunden werden. Der Herr Reichskanzler hat sich übri gens nach Varzin begeben und denkt nicht daran, in der nächsten Zeit nach Berlin zurückzukehren. Auch die kirchenpolitischen Verhandlungen mit Rom dürften jetzt, nachdem das Socialistengesetz fertig gestellt ist, ihn nicht so sehr beunruhigen. Er wird mit großer Gelassenheit lesen, daß Ledochowsky und andere Gegner immer auf's Neue unter die Räder der Maigesetze gerathen und es mit Ruhe erwarten, was die Commission der Cardinäle, welche der Papst ernannt hat, über die kirchenpolitischen Angelegenheiten beschließen wird. Das Socialistengesetz, welches nach seinem Schluß paragraphen am Tage der Verkündigung in Kraft tritt, hat bereits die Zustimmung des Bundesrathes erhalten und ist durch den Reichsanzeiger und das Gesetzblatt publicirt. Auf Grund desselben hat das Beiliner Polizeipräsidium bereits vier Vereine aufgelöst, sowie die socialdemokratische„Berl. fr. Pr.“ und 34 socialistische Broschüren verboten. Bemerkenswerth ist, daß der„Staatsanzeiger“ die Verleihung des Rothen Adlerordens 2. Classe mit Eichenlaub an den Vertheidiger des Gesetzes in der Commission, den preußischen Minister des Innern, Grafen zu Eulenburg, veröffentlicht. Als der Reichstag zur Berathung des Socialisten= gesetzes zusammentrot, verschwand von dem Kopfe der „Frankfurter Zeitung“, der Name des Herausgebers Leopold Sonnemann— denn„Vorsicht ist die Mutter der Weisheit". Die Socialdemokraten warteten etwas länger, bis sie ihren Blättern veränderte Titel gaben. Erst vor Kurzem hat Herr Liebknecht im„Vorwärts“ die Bezeichnung„Organ der Socialdemokratie“ entfernen lassen. Nachdem nun das Gesetz angenommen ist werden diese Beispiele vielfache Nachahmung finden, und wird, wie ja auch öffentlich ausgesprochen wird, überhaupt alles aufgeboten, um jenen Blättern eine möglichst unschuldig erscheinende Maske vorzubinden. Einen eigenthümlichen Eindruck muß es machen, daß in derselben Zeit, wo der Reichstag das Socialistengesetz verhandelte, die Stadtverordneten von Königsberg beschlossen haben, die Büste des Dr. Jacobi in ihrem Versammlungssaal aufzustellen, des bekannten Demokraten, welcher zum Schluß noch unter die Socialdemokraten gerieth. Wenn sie auch erklären, daß sie damit nicht den Vertreter einer politischen Partei ehren, sondern nur das Andenken, wie sie sa gen, eines ihrer besten Mitbürger, des hochherzigen, von ächter Humanität beseelten Weltbürgers pflegen wollen, so kann es doch nicht verstanden werden, wie die Vertreter der zweiten Residenz= und Krönungsstadt die Frechheit vergessen haben sollten, womit ihr bester Mitbürger und hochherziger Weltbürger einstmals einem Könige Preußens begegnete, so wie die sich zu Anfang der degeschäft mittheilte, utigen Börse einer ig gewichen. Wenn kgang nicht zu vervaren dich die Umß es sich kaum verzu erwähnen. Für in Weizen wurden Folge der schwachen Preise bewilligt. Weizen neuer westf. M., Roggen westönigsberger 14—15 cher 12,50—14 M., 2—13,50 M., Hafer —13,50 M., neuer M., alter russischer Futterwaan# 12, 25 uwaare 17—21 M., ihrische 22—.23 M., 2 M., Erbsen, Riekleine gelbe 19— i 20—21 M., Wei28 M., Roggenmehl per 100 Kilo loco Oct. Seit einigen Weizen und Roggen everlangt, für ersteie Landzufuhren in assen haben. Die ich nur in dringenddie Forderungen zu blieb das Geschäft An heutiger Börse Waizen aus obigen tig gehandelt, für mehr Bedarf und se Offerten Unterte findet noch wenig I alte Malzvorräthe erste in geruchfreier Für Hülsenfrüchte reise erwartet; Mehl Es wird notirt: —20.50— Roggen Hafer M. 13,50— M. 20—20,50— —12,75— Bohnen Victoriaerbsen M. irbsen M. 18,50— nehl 0 M. 26,50— 0 M. 20—20,50— Bollmehl M. 6— — Kleien M. 4,25 hier Von der Hütte zum Schloß. Novelle von Ludwig Kuhls. (Fortsetzung.) 6. Das Examen. Wie etwas sei leicht, Weiß, der es erfunden und der es erreicht. Goethe. Ja, das Examen rückte heran und unser Freund arbeitete mit einem Eifer, als ob er die ganze Schulzeit gefaullenzt hätte. Auch den mathematischen Wissenschaften, die nicht zu seinen Lieblingsstudien gehörten, wandte er seinen Fleiß zu. Er war in denselben eben nicht hinten geblieben, gehörte aber nicht zu den Ersten.—„Ist das nöthig?“ dachte er. „Ich muß auch hierin meinen Platz erringen.“ Und er that es, zur großen Freude des mathematischen Lehrers, der bis dahin in das überschwengliche Lob der Collegen nicht ein stimmen konnte. Während der Sohn ein rüstiges und sorgenfreies Leben führte, saßen daheim die Eltern in ihren Freuden und Sorgen.„Daß der Junge aber auch nie Geld verlangt!“ sagte der Vater.„Er muß jedenfalls darben, denn seine Bedürfnisse wachsen doch mit seinem Alter und er gebraucht immer weniger.“ „Und wenn er noch mehr brauchte,“ sagte die Mutter, „wir könnten ihm doch nicht mehr geben.“ „Und doch müßte es möglich gemacht werden. Was mache ich mir aus Bequemlichkeit? Mein Leben ist nur in ihm!“ „Ja, ich hab's lange gemerkt, daß der Junge mich aus Deinem Herzen verdrängt hat!“ murrte schelmisch die Mutter. „Als ob Du nicht mehr in ihn vernarrt bist, als ich! Aber weißt Du, Frau, seine Examenkleider machen mir viele Sorgen. Unser Vierteljahresgehalt ist beinahe am Ende voraus bekommen kann ich nichts. Wie wird das werden?" „Es muß doch wie werden. Haben wir es so weit durch gesetzt, werden wir am Ende nicht verzagen.“— Vierzehn Tage vor Ostern erhielt der Sohn folgenden Brief: „Mein lieber Junge! Ich komme mit diesem Monatsgelde vierzehn Tage zu spät, und Du wirst vielleicht schon Unannehmlichkeiten gehabt haben; ich konnte es aber früher nicht auftreiben. Außer dem Gewöhnlichen liegen zehn Thaler bei zu einem Rock. Ich weiß wohl, daß Du einen ganzen Anzug brauchst, nämlich Frack, Hose 2c. aber ich konnte nicht mehr zusammen bekommen. Wir meinen, daß Deine schwarze Hose noch nicht zu schlecht sein wird und ein Ueberrock bedeckt ja auch Manches. Die Weste hat Mutter selbst aus ihrem Hochzeitskleide gemacht, das doch nicht mehr bis zur silbernen Hochzeit ausgehalten hätte. Ich habe desgleichen eine bekommen. Auch haben wir Jeder zwei Halsbinden davon erhalten und werden wohl noch öfter das Vergnügen haben. Passen wird die Weste wohl, wenn Du vom Studiren nicht allzu fett worden bist, denn der Länge sind die üblichen zwei zugegeben. In der Tasche wirst Du einen blanken Thaler finden, den hat die Mutter schon vor Weihnachten für Dich zum Examenschmause verwahrt, und es wäre daher eine Sünde, wenn Du ihn nicht dazu benutzen wolltest. Das Reisegeld liegt auch bei und zwar nicht nur das Bahngeld, wie sonst, sondern auch, um das letzte Ende mit der Post zu fahren, da Du erstens Deine Sachen gleich mitbringst, und zweitens ich Dich doch auch einmal anders als zu Fuß, mit dem Bündel auf dem Rücken, ankommen Umstände, welche in diesem Sommer das ganze Volk mit Trauer erfüllt haben. Das Todesurtheil gegen den wegen Raubmordes verurtheilten Thürolf ist durch amtliche Ordre vom 9. d. M. auf Grund des vom Justizminister erstattelen Berichts und gemäß dem in demselben gestellten Antrage in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt worden. Der Antrag des Justizministers auf Umwandlung soll darin begründet sein, daß, von juristichem Standpunkte aus abgesehen, der Beweis, das Verbrechen verübt zu haben, gegen den 2c. Thürolf nicht vollständig erbracht worden ist. In solchen Fällen st nicht blos unter der Regierung des jetzigen Königs, sondern jederzeit die Unterzeichnung des Todesurtheils unterblieben. Der Kronprinz aber in seiner stellvertretenden Regierung konnte nach Lage der Verhältnisse eine Entscheidung gegen den Antrag des stizministers nicht treffen. Der Admiral Werner hat die erbetene Entlassung erhalten. Für den Chef der Admiralilät den General Stosch dürfte jedoch damit keine Zeit der Ruhe kommen. Das Volk fängt erst an auf die Streitfrage aufmerksam zu werden und möchte es dem Chef der Admiralität nicht günstig sein, daß er kein Seemann von Profession ist. Der Glaube verbreitet sich in immer breiteren Schichten unseres Volkes, daß doch dem eigentlich Seemännischen nicht sein volles Recht geworden sei, obwohl Niemand die großen Verdienste Stosch's um die Entwickelung der Marine, insbesondere den Schiffsbau bestreitet Unter den zahlreichen Projecten, welche bei der kaiserlichen Admiralität betreffs der Hebung des „Großen Kurfürsten“ eingegangen sind, soll eins sich befinden, welches wirkliche Aussicht auf Gelingen zu eröffnen scheine, ja wie Einige wollen, eine ziemlich sichere Garantie dafür biete. Es verlautet, daß wahr scheinlich dieses Project werde genehmigt und die betreffende Arbeit bald begonnen werde. Das Kreisgericht in Birnbaum hat den Cardinal Grafen Ledochowski wegen wiederholter Vergehen gegen die Kirchengesetze zu einer Geldbuße von 15,000 M. event. zu 2 Jahren Gefängniß und außerdem wegen Beleidigung der Regierung zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt. In Elsaß=Lothringen hat sich eine elsassische Liga gebildet, welche die Agitation gegen die deutsche Herrschaft in die Hand genommen hat. Ultramontane und französisch gesinnte Demokraten sollen sich dabei die Hand reichen, indem die Erstern gegen den protestantischen die Anderen gegen den deutschen Kaiser eifern. Aus den Niederlanden wird gemeldet, daß sich nach einer aus Atschin eingegangenen Depesche Habieb Abdulrachman am 13. ds. den Holländern in förmlicher und feierlicher Weise unterworfen hat. Mit dieser Unterwerfung dürfte der am 25. März 1873 von Seiten des Generalgouverneurs von Sumatra erklärte, für die Holländer sehr lästige und nichts weniger als ruhmvolle Atchinesische Krieg vorläufig sein Ende erreicht haben. Frankreich. Die französische Militairstaatsanwaltschaft hat in der letzten Zeit einen ganz auffallenden Eifer in der Verhaftung von Leuten gezeigt, die zur Zeit der Commune sich irgendwie bloß gestellt hatten, verurtheilt worden waren, seitdem aber still und vergessen in Paris leben. Die Verhafteten, denen ihre Verurtheilung größtentheils ganz fremd war, sind wieder freigegeben worden und die Sache scheint damit erledigt zu sein. Am 21. d. M. hat im Ausstellungsgebäude die feierliche Preisvertheilung stattgefunden. Der Marschall, umgeben von den fremden Fürstlichkeiten und dem diplomatischen Corps, hielt eine Rede, deren Schluß lautete: Die Erinnerung an die Unglücksfälle, welche unser Land getroffen haben, werde unter uns aufrecht erhalten und weiter entwickeln den Geist der Eintracht, die vollkommene Achtung vor den Institutionen und den Gesetzen und die heiße Liebe zum Vaterlande. Gambetta stellt der Rede das Zeugniß aus, daß sie zum ersten Male Worte enthalte, die der Republik geziemen. Die vor Kurzem gemeldete Absendung einer französischen Flotte von zehn Panzerschissen und mehreren kleineren Schiffen ins Mittelmeer wurde anfangs von sehen will. Viel Glück zum Examen! Wir sind darum gar nicht bange: wir zählen nur die Tage, bis wir Dich umarmen können.“ Dieser Brief rief dem jungen Bergen die Armuth seiner Eltern und die großen Opfer, die sie ihm brachten, wieder neu und voll ins Gedächtniß. Denn bei dem angenehmen Leben, das er führte, hatte er seltener daran gedacht, zumal, da er aus eigener Anschauung nie den ganzen Umfang derelben erkannt hatte. So lange er zu Hause war, hatte er Armuth gar nicht gemerkt, einestheils weil er nur Dürftigkeit kannte, anderentheils weil er den Eltern damals nur wenig kostete.— Er war des Reisegeldes wegen immer nur den größeren Ferien nach Hause gekommen und so weit reicht der Blick eines Kindes nicht, um zu bemerken, daß das, was die erfreute Mutter in der Zeit auftischt, die Küche nicht immer liefert: oder zu sehen, wie das ganze Hauswesen von Jahr zu Jahr tiefer sinkt, zumal, da von wirklich anständigen Familien, wenn sie allmählich in ihren Verhältnissen sinken, immer etwas vom äußeren Anstande bewahrt wird. Obgleich er nie verschwendet hatte, so er sich in letzter Zeit doch Manches gewährt: war ins Theater gegangen und hatte zuweilen ein Glas Bier getrunken. Jetzt machte er sich den Vorwurf der Rücksichtslosigkeit gegen seine Eltern. Wenn er auch über zerrissene Kleider nicht geklagt und zu Büchern kein Geld gefordert hatte, so hatte er doch die festgesetzte Sendung ruhig hingenommen, ohne daran zu denken, daß zu Hause deshalb Schmalhans Küchenmeister sein mußte. Wie froh war er jetzt, in seiner Art ein Krösus zu sein. Jene zehn Friedrichsd'or hatte er gleich vielfach eingewickelt, versiegelt und tief auf den Grund seines Kastens versenkt; vielleicht um sie als Erinnerung an den mächtigsten Eindruck seines Lebens aufzubewahren, vielleicht auch, diesem Eindruck desto leichter nachkommen zu können. Denn möge man immerhin einen männlichen Entschluß gefaßt haben: wo ein Vogel sein Nest gebaut hat, dahin kehrt er immer wieder zurück, und ein verbannter Gedanke ist ein heimathsloser Vogel. Niemand seiner Stubengenossen war anwesend. Hastig ging er nach dem Kasten, ergriff die Rolle und entsiegelte sie.—„Du sollst Dein Kleid wieder haben, Du gute Mutter!“ rief er;„auch Vater, der sich in den fünf Jahren, die ich hier bin, keinen neuen Rock gekauft, soll einen neuen Anzug haben!“ Und sogleich ging er, seine Einkäufe zu besorgen und auch sich völlig neu zu equipiren, wobei er freilich weniger an sich dachte, als an die Freude, die seine guten Eltern beim Anblick seines neuen Anzuges haben würden. Somit war sein Geld bis auf den letzten Friedrichs. d'or ausgegeben.„Den,“ sprach er,„will ich doch aufheben zur Erinnerung und nur die äußerste Noth soll mich zwingen, ihn auszugeben. „Was aber werden die Eltern zu dem Reichthum sagen? Ich habe mein Wort verpfändet, meinen Triumph allein zu ertragen. Oder wären die Eltern von diesem Versprechen ausgeschlossen? Jedenfalls müßt' ich erst darum fragen. Und doch hat er gleichsam das letzte Wort gesprochen. Je nun, für einen Dieb werden sie mich nicht halten, wenn ich nur sage, daß ich's auf ehrliche Weise verdient, wenigstens erlangt“ Das Examen rückte heran. Er bestand es glänzend, wie vorauszusehen war. Gehorsam dem Befehle des Vaters that er noch an demselben Tage dem Mutter=Thaler in Gesellschaft seiner Commilitonen die genügende Ehre an, indem er nichts davon übrig ließ und einige ewige Bündnisse schloß. Am anderen Tage begab er sich mit seinem Zeugniß zu seinem Gönner, um mit Dank Abschied zu nehmen. „So geschwinde,“ sagte der Buchhändler,„kommen Sie mir nicht fort. Sie müssen den heutigen Tag bei uns bleiben. Der Frühling hat sich dieses Jahr sehr früh gemeldet. Meine Frau hat darum zu heute eine Fahrt nach dem Birkenwäldchen erdacht und die Kleine freut sich auch schon darauf.“ In Bezug auf die Angelegenheiten unseres Freundes sprach er:„Sehen Sie, der erste Berg ist erstiegen; die nächsten Jahre werden auch schnell genug vergehen. Nur immer das Ziel im Auge behalten!“ Er ließ das ContoBuch bringen und rechnete mit Rudolph ab. Der Theaterdirector hatte für zwei Wiederholungen ehrlich zahlen müssen, wie sehr er auch tobte, daß bei der dritten das Haus schon fast leer geblieben. Denn was dem Stück in den Augen des Publikums die vorübergehende Gunst gewährte, war ja nur der durchschimmernde Stadtscandal; was es etwa von Kunstwerth haben mochte, mußte eher abschrecken als anziehen. Rudolph bekam noch ein Sümmchen von zwanzig Thalern ausgezahlt, weshalb er gleich auf einige Kleinigkeiten sann, durch die er die Eltern noch erfreuen könne. Herr Jung nahm auch Gelegenheit, über Rudolph's Zukunft zu sprechen und erfuhr von dessen Aussichten.„Nun“, agte er,„Ihre Verhältnisse scheinen ja für die nächsten Jahre durch das Stipendium ziemlich gesichert. Sollten Sie indeß in Noth gerathen, so erinnern Sie sich meiner!" Nach diesem geschäftlichen Gespräch führte er ihn in die Familie, woselbst Frau und Tochter eben so gut Einsicht vom Zeugniß nahmen und besonders die Kleine es recht zu studiren schien. Zwischen dem jungen Manne und dem Kinde— wenn wir ein vierzehn= bis fünfzehnjähriges Mädchen, das schon einen Stich im Herzen gefühlt, noch so nennen wollen— zwischen diesen war ein anderes Verhältniß eingetreten. Er freilich war sich gleich geblieben. Er hatte sich immer freundlich gegen sie gezeigt, insosern sie zur Familie gehörte. Besondere Aufmerksamkeit hatte er ihr noch um so weniger geschenkt, da er fleißig studirt hatte und sein Wesen ernster und männlicher geworden. Wer seinen Blick auf ein Ziel richtet, bemerkt die Kleinigkeiten am Wege nicht. So er.— Sie war in ihrem Betragen jedoch ganz anders geworden. Das Neckische, Herausfordernde Empfindliche war verschwunden und hatte einer stillen Gleich mäßigkeit Platz gemacht. Sprach er, so hing ihr Auge an seinen Lippen; fragte sie ihn, so geschah es mit Bescheidenheit und der Grund der Frage war immer mehr Lernbegierde als Neugierde zu nennen. Sprach er sie an, stand sie freudig erregt Rede, während sie früher ihn oft abgefertigt und sich doch auch wieder gekränkt gefühlt hatte, wenn er es nicht einmal übel genommen. Ihre sonst heraus fordernde und abstoßende Laune, die ihm so gerne zugesetzt hatte, war in stille Verehrung übergegangen. Seit jener Stunde, die sie horchend an der Thür zugebracht, war er in ihren Augen ein ganz anderer Mensch. All' der Jubel im Schauspielhause, all' das Geschrei vorher hatte ihm gegolten; mußte er da nicht höher dastehen, als andere Menschen? Wenn er überhaupt etwas gesehen hätte, mußte ihm die fast ehrfurchtsvolle Verbeugung auffallen, womit sie ihn das nächste Mal empfing. Welch' eine Kluft war zwischen ihnen, von der sie vorher keine Ahnung gehabt.„Ich bin so dumm, so dumm!“ rief sie oft weinend auf ihrem Zimmer, und Thränen trocknend lernte sie oft mit lauter Stimme die Schiller'schen Balladen und das Lied von der Glocke. Sonst war es ihr ein Leichtes gewesen, sich an seinen Arm zu hängen— nun empfand sie es als eine Ehre, wenn er ihn bot. Er sah freilich ganz gleichgültig dabei aus, aber was hatte er auch für einen Grund, sich zu freuen, wenn er mit einem so dummen Mädchen ging? Bei dem heutigen Ausfluge kam es mehr als ein Mal vor. Er sprach freudig erregt von seiner Heimath, von seinen Eltern und seine Freude schnürte ihr die Brust zusammen. Wenn er doch auch nur mit einer Silbe daran gedacht hätte, daß er sie verlasse!— Der Frühling trieb die ersten Blumen. Sie fand ein Veilchen und reichte es ihm.„Wenn er es doch ins Taschenbuch legen wollte!" dachte sie heimlich. Was er? Er bog die Blüthe auseinander und guckte hinein. „Fünf Staubfäden,“ sagte er,„fünfte Klasse; ein Pistill, also erste Ordnung; nicht einblätterig, wie Myosotis, sondern fünfblätterig: eins, zwei, drei, vier, fünf;— und jedes Mal warf er ein abgerissenes Blatt fort.— Familie Viola; und Species viela odorata. Das ist Alles, was ich weiß. Unsere Botanik ist doch zu mangelhaft.“ Hier warf er den Stengel fort.—„Ich werde künftig einmal gründlich Botanik treiben. Muß eine interessante Wissenschaft sein, besonders mit der neu angestrebten PflanzenChemie. Jetzt hab' ich noch keine Ahnung davon.“ Sie kamen auf einen Anger, auf dem Gänseblümchen in Menge standen.„Sehen Sie,“ sagte er,„die Blümchen hab' ich gern. Sie gucken aus dem kurzen grünen Grase einen an, wie eben so viel freundliche Augen.“ „Ei,“ dachte sie,„da will ich ihm gleich welche pflücken!" und bückte sich nieder. Mit einem Grashalm band sie ein Sträußchen zusammen und reichte es ihm. Sie sah seitwärts nach seinem Gesicht, ob er sich auch wohl freue. „Hm,“ sagte er,„abgepflückt sehen sie nicht schön aus, nur wenn sie aus dem Grase gucken, vielleicht auch, wenn sie auf dem grünen Boden liegen.“ Er zerriß das Band und streute sie aus mit den Worten: „Blumen auf den Weg gestreut, Und des Harms vergessen! Eine kurze Spanne Zeit Ward uns zugemessen." „Haschen Sie mich, Fräulein Valeska,“ rief er,„ich werde laufen!“— und damit flog er von dannen. Sie suchte ihn zu haschen, aber sie konnte dabei nicht lachen, wie sonst; das Weinen war ihr näher. Die Mutter rief zum Kaffee.„Sie sind heute sehr vergnügt, Herr Bergen,“ sagte sie.„Sie scheinen wenig Abschiedsleid zu empfinden.“ „Was wird er sagen?“ dachte Valeska. „Ja, gnädige Frau,“ bestätigte der junge Mann unbefangen und treuherzig,„ich bin recht vergnügt. Ich werde gewiß oft mit Dank und Verehrung an meine lieben Lehrer und Sie und Herrn Jung zurückdenken,—(„Mich nennt er nicht!“ seufzte Valeska)— aber ich freue mich, daß ich und meine Eltern diese Zelt überstanden haben, zweitens sehne ich mich auch, die Meinen wieder zu sehen, da ich bald drei Vierteljahr nicht zu Hause war; und drittens wüßte ich auch gern, wie es draußen in der Welt aussieht. Zwischen uns und der Zukunft ist immer ein hoher Berg. Man will diesen immer so bald als möglich ersteigen, um zu sehen, was dahinter ist.“ „Wer die deutschen Alpen ersteigt,“ sagte Frau Jung, sich ihrer italienischen Reise erinnernd,„sieht vor sich das sonnige Italien wie einen blühenden Garten. Möge das Bild auf Ihre Zukunft passen!" „Hinter den Kiölen sind Eisfelder und Eisbären,“ entgegnete Rudolph muthig.„Ich erschrecke auch davor nicht.“ „Ganz recht,“ sagte Herr Jung,„wenn der Nordpol Ihr Ziel ist. Wer aber z. B. nach Paris will, muß weder nach den Kiölen, noch nach den Alpen blicken.“ „Ich verstehe," erwiederte der junge Mann.„Parole heißt: Ziel im Auge! Will meinen Weg schon gehen!" Valeska nickte verständnißmäßig mit dem Kopfe; aber ihr Herz seufzte:„Sein Weg führt weit ab von mir!“ (Fortsetzung folgt.) allen Blättern als eine Demonstration Frankreichs gegen die englischen Bestrebungen bezüglich Egyptens aufgefaßt und geschildert. Diese Auffassung beginnt jetzt einer entgegengesetzten Platz zu machen und als eine Unterstätzung der gegen Rußland im Orient gerichteten Bestrebungen Englands, mit welchem Frankreich bezüglich Egyptens im vollen Einverständniß sich befinde, dargestellt zu werden. Unter den Arbeitern in den Steinbrüchen bei Mons ist ein Streike ausgebrochen. Es muß dabei wohl zu Unruhen gekommen sein, denn es wird berichtet, daß sich eine Abtheilung der Gensdarmerie nach den betreffenden Districten begeben habe und daß auch Linientruppen den Befehl zum Abmarsch erhalten hätten. Wie man erzählt, wird Gambetta sich mit Wittwe des verstorbenen Senators Arnaud vermählen. Dieselbe ist zwar älter als Gambetta, besitzt aber ein sehr großes Vermögen. Der Erbprinz von Meiningen war mit seiner hohen Gemahlin in Paris. Die Enkelin unseres Kaisers soll sogar mit dem Ballon aufgefahren sein. Schweiz. Der Gotthard=Tunnel wird im Laufe des kommenden Jahres fertig gestellt und Anfangs 1880 dem Verkehr übergeben werden. Italien. Die Ministerkrisis ist nunmehr zum Ausbeuch gekommen: die Minister Corti, Bruzzo und Bracchetti haben ihre Entlassung erhalten. Der Ursprung des Zerwürfnisses zwischen Cairoli und dem Kriegs minister liegt in einer Verordnung des Letzteren, durch welche die sogenannten Barsantivereine unterdrückt werden. Barsanti war ein Unteroffizier, der wegen Meuterei erschossen wurde. Ihm zu Ehren(!) haben sich nun Vereine gebildet! Natürlich kann ein gewissenhafter Kriegsminister nicht dulden, daß neben der der Ordnung und dem Schutze des Landes gewidmeten Armee noch so eine radicale meuterische Armee sich bilde. Es zeigen sich auch hier wieder die Folgen einer so planlosen Zusammensetzung des Ministeriums, wie sie in Italien stattfand. Bis jetzt ist, wie aus Rom geschrieben wird, Alles, Zur orientalischen Frage. Die Lage der Dinge in Bosnien ist unverändert, es ist nicht von erheblicher Wichtigkeit, daß eine kleine Festung in der Kraina vorgestern sich ergeben hat. Wie die in Pest bei Eröffnung des Landtages verlesene Thronrede ankündigte, beginnt jetzt der zweite Theil der Aufgabe und darunter ist, wie uns scheint, nicht die Besetzung von Novibazar zu verstehen, sondern die Einführung einer entsprechenden Verwaltung in Bosnien. Hat doch ohnehin die militairische Seite der Occupation einen gewissen Abschluß erhalten durch einen kaiserlichen Armeebefehl vom 22. d. Mts. in welchem Offiziere und Mannschaften für ihre Pflichttreue und ihren Opfermuth gedankt wird. Außerdem haben auch die Occupationsoffiziere ihre Orden bereits erhalten und endlich— ist vorläufig kein Geld da. — Die Russen haben nun Beßarabien in Besitz genommen;„die Freude der Bevölkerung ist grenzenlos.“ — Die rumänische Armee ist mit ihrem Fürsten Carol an der Spitze in Bukarest unter ungeheurem Jubel der Bevölkerung mit 50 eroberten türkischen Kanonen feierlich eingezogen. Die ersten Regimenter zur Besetzung der Dobrudscha sind abgegangen, as die Verhandlungen mit Deutschland und die geWestfalen und Rheinland. S. Schwerte. Am 9. November hält der „Verein zum Schutze und zur Beförderung der Fischerei in der Nuhr und Lenne“ in Arnsberg im Casino, Vormittags 10 Uhr eine Vorstandssitzung und Nachmittags 2 Uhr die diesjährige General=Versammlung ab. Wir ermangeln nicht, alle Freunde der Fischerei auf die voraussichtlich sehr interessanten Verhandlungen besonders aufmerksam zu machen. * Schwerte, 25. Oct. Die Rekruten, welche in diesem Jahre eingestellt werden, haben dieser Tage die Einberufungsordre erhalten. Der Abmarsch erfolgt am 5. November vom Bezirkskommando in thanen Schritte betrifft, ein Geheimniß zwischen dem Papst und dem Cardinalsekretär geblieben. Jetzt ist beschlossen worden, 5 Cardinäle ins Vertrauen zu damit sie unter Leitung des Papstes berathschlagen, und ihre Meinung darüber abgeben, wie weit den Vorschlägen des Fürsten Bismarck beigestimmt werden könne. Die Pilgerzüge gen Rom scheinen wieder zu beginnen. Aus Spanien war ein Zug von 1000 Personen erschienen. Besonders für die Ergiebigkeit des Peterspfennigs dürften diese Züge sich als vortheilhaft erweisen. Spanien. Der frühere Chef der Executivgewalt, der Mann, der an der Spitze sämmtlicher Behörden stand, deren Aufgabe die Erhaltung der öffentlichen Ordnung und die gesicherte Handhabung der Gesetze ist, Exminister Piery Margall, ist jüngst wegen nahme an dem letzten republikanischen Aufstande verhaftet worden. Rußland. Dem„Golos“ ist wegen eines Artikels über das deutsche Socialistengesetz der Straßenverkauf entzogen worden. Aus einem Schreiben eines Offiziers theilt die „Pet. Ztg.“ mit: Die Hälfte der in Poltawa internirten Kriegsgefangenen war schon abgezogen. Damen, verheirathete und unverheirathete, ja selbst Gymnasiastinnen, begleiteten die Abziehenden und küßten dieselben zum Abschiede öffentlich auf dem Bahnhofe, umarmten sie, fielen in Ohnmacht u. s. w. Zur Abkühlung mußte die Polizei einschreiten. Fünf Gymnasiastinnen, Töchter guter und geachteter Familien, sind aus der Schule ausgeschlossen worden. Der Polizeiminister hat dafür Sorge getragen, daß solche Abschiedsscenen mit den Türken sich nicht mehr abspielen können. Wer erinnert sich da nicht an gewisse Vorgänge auf deutschen Bahnhöfen im Jahre 1871! Türkei. Die Russen haben ihr Angesicht wieder nach Constantinopel gewendet, es heißt, sie verlangen den Abschluß eines definitiven Friedens. Wahrscheinlich handelt es sich um Bulgarien und Rumelien und ein russisches Protectorat über diese Gebiete. Es hieß schon einmal, daß ein Vertrag zwischen dem Sultan und den Russen abgeschlossen sei. Die Rumänen schicken sich an, die Dobrudscha in Besitz zu nehmen, nachdem sie ihr Bessarabien an Rußland abgetreten haben.— Die Unterhandlungen der Türken und Engländer über die in Kleinasien zu treffenden Einrichtungen sollen zu bedeutenden Einschränkungen der Souveränität des Sultans führen. England will sowohl bei der Finanzverwaltung, als der Polizei durch seine Commissare eine Mitwirkung ausüben.— Die Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland hangen noch immer zwischen Krieg und Frieden. England. Die Trauung des Herzogs von Connaught mit der Prinzessin Luise Margarethe, jüngste Tochter des Prinzen Friedrich Karl, soll im Februar in England stattfinden. Die Nachrichten über den Confliet mit Afshanistan wechseln ihren Charakter mit jedem Tage. Das eine Mal lassen sie einen friedlichen Ausgleich als bevorstehend erscheinen, das andere Mal erschallen die Kriegstrompeten. Der Emir soll jede Genugthuung verweigert und geäußert haben:„Macht was ihr wollt, das Verhängniß liegt in Gottes Hand.“ Darauf, meinen die englischen Blätter, gäbe es nur eine Antwort, die der Kanonen und die Kriegsbereit. schaft in Indien mache gute Fortschritte. Zu gleicher Zeit meldet aber die„Bombay Gazette“, der Vormarsch gegen Kabul sei bis auf das nächste Jahr verschoben: dann werde man den Emir in wirksamerer Weise zwingen können, weil alsdann eine gut organisirte Truppenmacht gegen denselben werde gehen können. Dortmund aus. Aus unserer Stadt kommen zur Einstellung: Für Garde=Infanterie „„ Fußartillerie „ Insanterie=Reg. Nr. 16 42 55 4 10 1 1 8 2 1 2 1 16 Mann, Mann. Kürassier Reg. „ Dragoner=Reg. in Summa — Wir machen darauf aufmerksam, daß nach dem Reichsimpfgesetz alle während des vorigen Jahres geborenen Kinder, welche noch nicht geimpft sind, bei Vermeidung einer Geldstrafe von event. 50 Mark noch vor Ablauf d. J. geimpft werden müssen. — Von den Abgeordneten der Provinz Westfalen haben für das Socialistengesetz gestimmt: Süß, von Kleist= Retzow, Marcard, Kreutz, Schlieper, Dr. Löwe (Bochum), Berger und v. Bockum=Dolffs; dagegen stimmten: Frhr. von Schorlemer=Alst, Frhr. v. Heeremann, v. Bönninghausen, Frhr. v. Landsberg, Frhr. von und zu Brenken, Frhr. v. Wendt, Reichensperger Olpe, Richter Hagen und Schröder Lippstadt. Die Stadtvertretung Iserlohns hat die Umwandlung der dortigen Provinzialgewerbeschule in eine städtische Fachschule für Metallindustrie beschlossen, da dieselbe von der Ueberzeugung durchdrungen, daß es Ehrensache für diesen uralten Sitz der Metallindustrie ist, Hand in Hand mit dem Staate, der die Hälfte der Kosten tragen will, diesen für Preußen ersten Versuch einer Fachschule zu machen. seit dem 3. September ds. J. verschwunden ist, in der Feuerung unter dem Dampfkessel verbrannt zu haben, letzterer, eine verbotene Kur an der Verschollenen vollzogen zu haben. Im Gefängnisse zu Münster büßen gegenwärtig vier socialdemokratische Redacteure ihre Strafe ab. Essen, 21. Oct. Es wird nahezu gefährlich hier mit den durch die Kohlenbergwerke hervorgerufenen Erdsenkungen. Straßen, ja ganze Stadttheile sehen aus, als wenn ein heftiges Erdbeben unsere Stadt betroffen hätte, zollbreite Risse ziehen vom Giebel bis zu den Fundamenten durch die Häuser, die Fenster und Thüröffnungen sind mit starken Balken gestützt u. s. w. Nachdem das in der Brandstraße gelegene Restaurant Stölting, welches wegen der bedeutenden Risse und Senkungen geschlossen werden mußte, von den betheiligten Zechen von Grund aus neu aufgebaut und derart stark verankert ist, daß auch die Nebengebäude an ihm einen starken Halt haben werden, entstand dieser Tage in der Beuststraße in der Nähe eines Neubaues ein etwa 8 Fuß im Durchmesser haltender Tagesbruch, wodurch ein Rohr der Wasserleitung platzte und seinen Inhalt in die Tiefen ergoß. Geht es so weiter, dann werden unsere Zechen bald ihr ganzes Vermögen und die ganzen Einnahmen zur Befriedigung der von ihnen Geschädigten verwenden müssen. Barmen, 21. Oct. Ein glücklicherweise seltener Akt der Rohheit ist hier ans Tageslicht gekommen. Ein junger Arbeiter von 21 Jahren meldet auf dem Standesamte den Tod seines 18 Monate alten Kindes an, mußte jedoch, da er die Todesursache nicht anzugeben vermochte und kein ärztliches Attest besaß, vorerst ein solches beibringen, ehe die Eintragung gemacht werden konnte. Bevor jedoch der Mann sich nach einer Bescheinigung umsehen konnte, wurde er, der absichtlichen Tödtung des Kindes beschuldigt, verhaftet. Die Nachbarn hatten der Polizei die Mittheilung gemacht, daß das arme Würmchen keines natürlichen Todes gestorben, daß es vielmehr von dem Rabenvater systematisch zu Tode gemartert sei. So soll der Mensch das Kindchen einmal in eine Pappschachtel gesteckt und diese verschlossen in der Stube hin= und hergestoßen und erst nach längerer Zeit wieder geöffnet haben. Die sofort angestellte Untersuchung bestätigte die Vermuthung. An der Mißhandlung soll sich auch die Mutter betheiligt haben, die bei der Abführung des rohen Gesellen nur Worte des Jammers über die Verhaftung, nicht über den Tod des Kindes hatte. Solingen, 17. Oct. Das Socialistengesetz beginnt schon vor seiner Sanctionirung in den hier betheiligten Kreisen seine Wirkung geltend zu machen. So haben bereits 2 hiesige Vereine, welche ihr Gewissen nicht rein fühlten, die Krankenauflage der Eisengießerei=Arbeiter, sowie der Bildungsverein, es vorgezogen, sich demselben zu entziehen, indem sie die Auflösung beschlossen haben. Weitere Interessirte sollen dem gegebenen Beispiele zu folgen gewillt sein. In Dümpten a. d. R. brannte eine mit Frucht und Stroh gefüllte Scheune total nieder. Das Schreckliche bei diesem Brande ist aber, daß zwei Kinder im Alter von 5 und 4 Jahren in der Scheune ihren Tod gefunden haben. Man vermuthet, daß die beiden verunglückten Kinder in der Scheune mit Streichhölzchen gespielt haben. Im Kölner Leihhaus war es seit langer Zeit nicht so belebt, wie am Samstag und am Montag; Haus= und Landwirthschaftliches. * Die diesjährige Kartoffelernte steht, soweit sich übersehen läßt, namentlich in den östlichen Provinzen Preußens der vorjährigen in Bezug auf Quantität nach. * Die Bändigung wilder Pferde während des Beschlagens derselben soll auf sehr einfache Weise dadurch zu bewerkstelligen sein, daß man denselben ein mit ätherischem Petersilienöl benetztes Taschentuch vor die Nüstern hält; es tritt eine Art von Anesthesirung ein und es läßt sich willenlos beschlagen. Neuere Erfindungen. * Für Harthörige.— Das Megaphon. Die neueste Erfindung des Professor Edison ist das Megaphon, eine Art schallendes Opernglas. Durch die Anwendung dieses Instrumentes sind, wenn auch nicht ganz taube, so doch theilweise schwerhörige Personen in den Stand gesetzt, den schwächsten Ton deutlich zu vernehmen. Es concentrirt den Schall und verstärkt ihn in beliebigem Grade. An das Ohr gehalten, kann man auf eine Entfernung von 300 Fuß ein Flüstern deutlich hören. Der Professor hat mit dem Megaphon bereits höchst zufriedenstellende Versuche angestellt, und er giebt selbst folgende einfache Gebrauchsanweisung:„Man kann das Megaphon in derselben Weise benutzen, wie der Kurzsichtige das Opernglas; wie dieses an die Augen, wird jenes an das Ohr gelegt, so daß das Röhrchen das Ohr berührt, und jeder Ton wird, wenn nöthig, fünfzigmal verstärkt vernehmbar sein. Der Schall kann für das Ohr gerade so regulirt werden, wie die Sehkraft vermittelst des Teleskops für das Auge. Todtenglocke. Schleswig, 24. Oct. Herzog Karl von Schles wig= Holstein=Sonderburg=Glücksburg ist heute nach längerem Leiden im 66. Lebensjahre gestorben. Dortmund, 21. Oct. Samstag Abend gegen an beiden Tagen erschienen äußerst viele Leute und 10 Uhr brach aus dem Circus Sanger ein schwarzer Bär aus und nahm seinen Weg in östlicher Richtung durch die Stadt. Auf dieser Reise stattete er auf der Kaiserstraße dem Ladenlokale des Herrn Kaufmann Reißert einen Besuch ab, stellte sich zum Entsetzen des Ladenpersonals mit den Vorderpfoten auf den Ladentisch und brummte mit aufgesperrtem Rachen das Ladenmädchen an. Alles ergriff schleunigst die Flucht und stob, ohne die Thüren zu schließen, aus. einander. Meister Petz wandte sich indessen glücklicherweise nicht nach der offen stehenden Thür der Schlafstube, in welcher die Kinder allein schliefen, sondern durch die Hofthüre ins Freie, wo er von den inzwischen requirirten Leuten des Circus, die bis dahin von ihrem Verlust noch keine Ahnung gehabt hatten, nach Mitternacht auf dem für das Landgericht bestimmten Terrain ermittelt und eingefangen wurde. Hamm. Unser Oberlandsgericht soll 25 Rathsstellen erhalten, ebenso wie Köln, während das Oberlandsgericht Breslau 28 und Berlin 50 erhält. Herford, 18. Oct.„Die Kunst geht nach Brot“. — aber sie findet doch auch noch oft ein erträgliches Loos. Hier lebt eine junge Frau von 23 Jahren, die, an einen älteren Orgelspieler verheirathet, die Lebensbestimmung zu haben schien, mit dem Manne die Straßen durchwandernd in Pfennigen den Lebensunterhalt sich zusammensuchen zu müssen. Nun ist unerwartet ihr Schicksal geändert. Vor 23 Jahren verließ ein gewisser R...g unsere Stadt, di. Frau und ein viermonatliches Kind zurücklassend, und begab sich nach Amerika. Erließ nichts von sich hören, er galt für verschollen; die Frau verheirathete sich wieder. Da ist nun von drüben die amtliche Nachricht gekommen, der Mann sei jetzt erst gestorben; auf dem Sterbebette habe er sich der Heimath erinnert und in seinem Testament seinen ganzen Nachlaß seiner Tochter vermacht, falls diese noch lebe; sie zu finden, habe er Namen, Geburtshaus, die Farbe der Haare angegeben. Das Vermögen aber besteht aus 30,000 Dollars und vielleicht kommt dazu noch ein oder das andere Haus in New=York. Seiner Frau hatte der Testator nicht weiter gedacht. In M.=Gladbach wurde ein Heizer einer dortigen Fabrik und ein sogenannter Wunderdoktor verhaftet. lösten ihre Pfänder(meistens Kleidungsstücke) ein. Man bringt diese Erscheinung in Verbindung mit der Vertheilung der 20,000 Mark, welche die Freifrau A. v. Oppenheim am Sterbetage ihres Gemahls der Armendeputation übersandte. Ein Fabrikarbeiter in Haaren bei Aachen hat dieser Tage sein eigenes Mädchen erstochen. Der Unmensch ist sofort verhaftet worden. Für den Bergmann. An den Bergmannsstand richtet ein Korrespondent der„Ess. Z.“ folgende zeitgemäße Mahnung:„Aus der Rolle der Assissenverhandlungen zu Essen, die heute begonnen haben, geht leider zur Evidenz hervor, daß der Bergmannsstand von der in der arbeitenden Klasse eingerissenen Verwilderung in tiefe Mitleidenschaft gezogen ist und die Zahlen der Brutalitätsstatistik in Besorgnißerregender Weise erhöht. Unter den 38, die Aburtheilung gewärtigenden Angeklagten befinden sich 16 Bergleute, die der schweren Verbrechen Körperverletzung, Verbrechen gegen die Sittlichkeit, der Falschmünzerei, des Straßenraubes, des Meineides und des schweren Diebstahls bezüchtigt sind. Diese Bilder der Neuzeit, sie schänden tief das alt ehrwürdige Wahrzeichen des deutschen Bergmannsstandes, das gekreuzte Schlägel und Eisen, ein Sinnbild des beharrlichen Fleißes, der der Erde im dunklen Schacht ihre Schätze abringt. Es giebt wohl keinen zweiten Stand, dessen Beruf mit mehr Gefahren für Leben und Gesundheit verbunden ist, als der des Bergmanns. Wie oft kommt es nicht, bei aller angewandten Fürsorge, vor, daß er von dem tückischen Feind, den schlagenden Wettern, überrascht wird, die mit ihm noch Hunderte seiner Kameraden dem Tode überliefern. Der Bergmann der guten alten Zeit versäumte in richtiger Erkenntniß seines gefahrvollen Berufes nie sein Gebet aus dem kleinen Buche, das er stets bei sich führte; heute erblicken wir an Stelle dieses Büchleins meistens die Branntweinflasche. Die Zustände der Jetztzeit mahnen ernstlich daran, daß der bergbautreibende seine volle Aufmerksamkeit zuArbeitgeher denselben wendet, um die scheußlichen Bilder wieder zum Verbrik und ein sogenannter Wunderdoktor ver= chwinden zu nöthigen, die sich heute unseren Blicken Ersterer ist beschuldigt, seine Geliebte, die sdarstellen.“ Vermischtes. * Aus Norddeutschland wird der„D. R. P.“ geschrieben: Zur Belehrung für diejenigen, welche sich über die erbitterte, haßdurchtränkte Gemüthbeschaffenheit der Socialdemokraten wundern, und für diejenigen, welche es für undenkbar halten, daß ein Mensch gerade durch gute Antriebe zur Socialdemokratie hingeführt werden könnte, nachstehend ein Geschichtchen, welches sich kürzlich vor einem Berliner Gerichte abgespielt hat. Vor Gericht erscheint ein hübscher, 14 jähriger Knabe, von seinem Dienstherrn, einem Broncewaarenfabrikanten, der Unterschlagung von 40 Pfennigen angeklagt. Der Sachverhalt war folgender: Der Knabe war den ganzen Tag in angestrengtester Thätigkeit auf verschiedenen Gängen, Austragungen 2c. gewesen und kam gegen Abend hungrig und mäde ins Geschäft, um endlich sein Vesperbrod zu verzehren. Aber es ist noch ein schwerer Gegenstand auszutragen in einen entlegenen Stadttheil, und weil der Knabe um 6 Uhr zurück sein soll, so giebt der Dienstherr ihm 40 Pfennige, um sich des Omnibus zu bedienen; in diesem könne er ja sein Vesperbrod zu sich nehmen. Der Knabe beschließt, die 40 Pfennige seiner armen Mutter zu geben, schleppt das schwere Stück mühsam zu Fuß und läuft derart, das er noch 5 Minuten vor 6 Uhr zurück ist. Abends giebt er seiner Mutter das Geld unter dem Vorgeben, ein Trinkgeld erhalten zu haben. Der Dienstherr aber erfährt, daß man den Knaben um die betreffende Zeit zu Fuß gesehen und reicht die Klage auf Unterschlagung ein. Der Knabe hat nur Thränen und weiß vor Scham und Angst kaum zu antworten; Mutter und Schwester, der Dienstherr selbst bestätigen durchaus seine Aussagen; das Gericht möchte gerne so milde, als möglich verfahren— aber dem Buchstaben des Gesetzes muß, da die Klage aufrecht erhalten wird,(der Dienstherr wundert sich sogar gewaltig über die Undankbarkeit der Menschen, die doch gar keine Gutthaten zu würdigen wüßten), entsprochen, und der Knabe zu der Minimalstrafe von einem Tag Gefängniß verurtheilt werden. Frage: wer will es diesem Knaben verdenken, wenn er Sozialdemokrat wird? und wer ist schlimmer, ein aus solchem Anlaß zum Socialdemokraten Gewordener, oder dieser wohlthätige Fabrikherr? * In Paris ist ein Kind im Luftballon geboren worden. Eine Dame, natürlich eine Engländerin, war mit dem Ballon aufgestiegen, wurde von Wehen überfallen und entbunden; zum Glück war ein Arzt mit aufgefahren. Der englische Vater zahlte dem Arzt ein Honorar von 500 Fr. * Der alte griechische Philosoph Diogenes wohnte in einem Faß und antwortete dem Kaiser Alexander, der ihm sagte: bitte Dir eine Gnade aus! weiter nichts als: bitte, geh' mir aus der Sonne!— Ein neuer Diogenes war der Küfer Johannes Schuhwerk in Neuravensburg, ein seltener Meister in seinem Handwerk und ein energischer Mann. Im Jahr 1863 sagte er seinen Freunden: ich baue mir ein Faß zur Wohnung und zur Handwerksstätte; darin will ich leben und sterben!— Sie lachten, aber er machte Ernst. Er baute mit aller Kunst ein Faß, 29½ Fuß hoch, 16 Fuß lang und 14 Fuß breit; das Innere gliederte er in 3 Stockwerke; im untersten war die Werkstätte mit Feueresse, im zweiten die Wohnstube mit Herd, Ofen und Möbeln; im obersten Stockwerk war die Schlafstube. Von dem zweiten Stockwerk führen zwei Thüren auf zwei Altane mit der Aussicht auf den See und die Alpen, auf die schöne Burgruine und auf das Städtchen selber. In diesem Fasse wohnte der Küfer mit seiner Frau 15 Jahre lang, souveräner wie ein Fürst, wie er sagte und hantirte darin bis zu seinem kürzlich erfolgten Tode. Alle Reisenden besuchten den neuen Diogenes, und jetzt ist das Faß die Residenz der Wittwe. Meine liel geb. Kaiser Abend glück gesunden Töch entbunden. Schwerte, Bekann Der Lehrer schaft Ferdinai des kaufmänni tuts zu Magd im vorigen, so erboten: 25 Ganz= Militairs— Mannschaften aus den letzten 1871 kostenfr rern, Buchhalt toren auszubi wenn irgend th nende Stellun Der Unterr lich ertheilt die Vorkenntn Dorfschule. Invaliden, an diesem Unt men, haben ihrer Militairt dinand Simor Dortmund, Königl. L. C. Bekan Die festgest Gemeinden d sowie die Am 1877/78 lief Tage lang z meindeglieder offen. Weschofen Der? Bekan Die Anfuh — 50 Scha 333 Cubikme — Kies auf in Holzen, 2c. der Steir Dienstag Nachn im Locale Ludwig Gärt lich mindes werden. Westhofen, Der An Monta, Nachn sollen bei W. Schult 10 im Wege d tend verkauf Schwerte, Kreisge J. 2 Saie Zun in von ders v empfie ehrten kum. FAcer Versetzun e von 3 Zim zu miethen berg. Sch C Vorpommer bearb., ver M. geg. N auch zu meh mann Prenzlau, 1 vorher. es. weit sich rovinzen Luantität end des e Weise enselben schentuch n Anestschlagen n. Die das Medurch die such nicht Personen deutlich und verOhr ge300 Fuß hat mit nde Vereinfache aphon in stige das jenes an Ohr beünfzigmal für das kraft verSchles seute nach sen gevelche sich beschaffenfür diejein Mensch ratie hinschichtchen, erichte abbscher, 14 iem Bron= 40 Pfenolgender: trengtester tragungen und müde verzehren. szutragen der Knabe Dienstherr bedienen; h nehmen. ner armen k mühsam Minuten ter Mutter d erhalten daß man uß gesehen ein. Der Scham und Schwester, seine Ausals möges Gesetzes der DienstUndankbar= tthaten zu Knabe zu niß verurm Knaben und wer Socialde= tige Fabrikon geboren ngländerin, von Wehen r ein Arzt zahlte dem nes wohnte Alexander, us! weiter e!— Ein Schuhwerk in seinem Im Jahr ue mir ein itte; darin n, aber er ein Faß, Fuß breit; im untersten zweiten die im obersten em zweiten Altane mit in, auf die selber. In einer Frau irst, wie er kürzlich erden neuen der Wittwe. Meine liebe Fran Johanna, geb. Kaiser, wurde gestern Abend glücklich von einem gesunden Töchterlein entbunden. Schwerte, 24. Oktbr. 1878. Carl Braus. S. che Bekanntmachung. Der Lehrer der Handelswissenschaft Ferdinand Simon, Inhaber des kaufmännischen Unterrichtsinstituts zu Magdeburg, hat sich, wie im vorigen, so auch in diesem Jahre erboten: 25 Ganz= oder Halb=Invalide Militairs— Offiziere sowohl wie Mannschaften der Unterklassen— aus den letzten Feldzügen 1864— 1871 kostenfrei zu Rechnungsführern, Buchhaltern oder Administratoren auszubilden und denselben, wenn irgend thunlich, gute und lohnende Stellungen zu verschaffen. Der Unterricht kann auch brieflich ertheilt werden und genügen die Vorkenntnisse einer einfachen Dorfschule. Invaliden, welche gesonnen sind an diesem Unterricht Theil zu nehmen, haben sich unter Beifügung ihrer Militairpapiere an Herrn Fer dinand Simon direct zu wenden. Dortmund, 17. Oct. 1878. Königl. Landwehr=BezirksCommando. Bekanntmachung. Die festgestellten Rechnungen der Gemeinden des Amtes Westhofen, sowie die Amtskassen=Rechnung pro 1877/78 liegen von heute an 14 Tage lang zur Einsicht der Gemeindeglieder auf dem Amtsbureau offen. Westhofen, 22. October 1878. Der Amtmann: Rebber. Bekanntmachung. Die Anfuhr von 222 Cubikmeter — 50 Schachtr.— Steine und 333 Cubikmeter— 75 Schachtr. — Kies auf die Communalwege in Holzen, sowie das Zerkleinern 2c. der Steine, soll am Dienstag, 29. October, Nachmittags 3 Uhr, im Locale des Wirths Herrn Ludwig Gärtner zu Höchsten öffentlich mindestfordernd verdungen werden. Westhofen, 17. Oct. 1878. Der Amtmann: Rebber. Montag, 28. d. Nachmittags 3 Uhr, sollen bei dem Brennereibesitzer W. Schulte=Höppe zu Geisecke 10 Schweine im Wege der Execution meistbietend verkauft werden. Schwerte, 25. October 1878. Königliche Kreisgerichts=Commission. I. A.: Bielefeld. Sameneieceieine! Gasthof zum Schwan in Iserlohn, K von außen und besonU ders von innen renovirt, c empfiehlt sich dem geIn ehrten reisenden Publin kum. J. Richter. asassgasagag## Versetzungshalber ist eine Wöhnung von 3 Zimmern auf den 1. Nov zu miethen bei Ww. Waltenberg, Schwerte. Vorpommer. und Uckermärk., sauber beard., versendet à Stück 6M. geg. Nachn per Eilgut, einz. auch zu mehreren, M. mann; Falkenhagen bei Prenzlau, Uckm. Bestell. 8 Tage vorher. Die diesjährigen Herbst=Control=Versammlungen für die Mannschaften des Beurlaubten=Standes finden statt: Für die Mannschaften der Stadt Schwerte und des Amtes Westhofen. Apellplatz: Marktplatz unter dem Rathhause zu Schwerte, am 12. November. Vormittags 9 Uhr: Sämmtliche Reserven und Dispositions=Urlauber aller Waffen, sowie die Superrevidenden(d. h. alle diejenigen Mannschaften, welche auf Reclamation, sowie die, welche wegen Dienstuntauglichkeit oder wegen vor ihrer Dienstzeit begangener Verbrechen oder Vergehen vor Ablauf ihrer Dienstzeit entlassen worden sind, und über die noch keine endgültige Entscheidung getroffen ist.) Vormittags 11 Uhr: Sämmtliche Wehrleute aller Waffen. Für die Mannschaften des Amtes Aplerbeck. Appellplatz: Kamp in der Nähe des Bahnhofes zu Aplerbeck, am 13. November, Vormittags 9 Uhr: Die Reserven aller Waffen der Jahresklassen 1871, 1872 u. 1873. Vormittags 11 Uhr: Die Reserven aller Waffen der Jahresklassen 1874, 1875 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden(d. h. alle diejenigen Mannschaften, welche auf Reclamation, sowie die, welche wegen Dienstuntauglichkeit oder wegen vor ihrer Dienstzeit begangener Verbrechen oder Vergehen vor Ablauf ihrer Dienstzeit entlassen worden sind und über die noch keine eudgültige Entscheidung getroffen ist.) Nachmittags 1 Uhr: Die Wehrleute aller Waffen der Jahresklassen 1864, 1865,1866 u. 1867. Nachmittags 3 Uhr: Die Wehrleute aller Waffen der Jahresklassen 1868, 1869 u. 1870. Dortmund, den 10. October 1878. Königl. Landwehr=Bezirks=Commando. Der diesjährige Herbst=Appell für sämmtliche Dispositions= Urlauber, Reservisten und Wehrleute aller Waffen, sowie für die wegen häuslicher Verhältnisse, zeitiger Dienstuntauglichkeit oder wegen vor der Einstellung begangener Vergehen zur Disposition der ErsatzBehörden entlassenen Mannschaften im Bezirk der 4. Compagnie 2. Bataiülons(Iserlohn) 7. Westfälischen Landwehr=Regiments Nr. 56 findet in folgender Weise statt: 1. Magistratsbezirk Iserlohn, sowie die Gemeinden Kesbern, Lössel und Calle am 11. November in Iserlohn auf der Alexanderhöhe, 8 Uhr Morgens sämmtliche Wehrleute, 10 Uhr Morgens sämmtliche Dispositions=Urlauber, Reservisten und zur Disposition der ErsatzBebehörden Entlassene(mit Ausnahme der zur Sicherung des Zeughauses bestimmten Mannschaften der Reserve und Landwehr.) 2. Amt Ergste ausschließlich der Gemeinde Berchum am 11. November in Hennen auf dem Heyings=Hofe, 3 Uhr Nachmittags sämmtliche Mannschaften des Beurlaubtenstandes. 3. Stadt und Amt Menden am 12. November in Menden auf dem Schützenhofe, 9 Uhr Morgens sämmtliche Wehrleute, 10½ Uhr Morgens alle anderen Mannschaften des Beurlaubtenstandes. 4. Amt Hemer ausschließlich der Gemeinden Kesbern, Lössel und Calle am 12. November in Sundwig am Schröders Hofe, 3 Uhr Nachmittags sämmtliche Mannschaften des Beurlaubtenstandes. 5. Amt Limburg und Gemeinde Berchum am 13. November in Letmathe an der alten Brücke, 9 Uhr Morgens sämmtliche Wehrleute, 10½ Uhr Morgens alle anderen Mannschaften des Beurlaubtenstandes. 6. Aus der Stadt Iserlohn die zur Sicherung des Zeughauses bestimmten Mannschaften am 13. November in Iserlohn auf dem Hofe des Zeughauses, 3 Uhr Nachmittags sämmtliche zur Sicherung bestimmten Mannschaften der Reserve und Landwehr. Ausdrücklich wird noch darauf hingewiesen, daß von sämmt=s und 3 Mark nebst specieller lichen Mannschaften die Militär=Papiere(Paß= und Führungs= Gebr.=Anw. in Schwerte Attest) mit zur Stelle zu bringen sind. Iserlohn, 11. October 1878. Königliches Bezirks=Commando. Zur gegenwärtigen wie bevorstehenden Saison offerire ich den Herren Gutsbesitzern a) aus den Fabriken der Herren Oblendorff& Co. zu Emmerich: Guano=Superphosphat, 16% leicht lösliche Phosphorsäure enthaltend, Rohen Peru=Guano, pulverisirt, 7% Stickstoff und 14% Phosphorsäue, Aufgeschlossenen Peru=Guano, 7% Stickstoff und 9½% Phosphorsäure; b) aus den Fabriken der Herren H.& E. Albert zu Biebrich: hochprozentige Superphosphate. Kali=Superphosphate, Amoniak=Superphosphate, Salpeter=Superphosphate, Kalisalpeter=Superphosphate, 2c. 2c. von 8,5—. 16% Phosphorsäure, 18—34% phosphors. Kalk und 2—6% Stickstoff garant. Minimalgehalt, für die verschiedensten Bodenculturen bestimmt. Ferner: gedämpftes Knochenmehl, 20—22% Phosphorsäure und 4—5% Stickstoff, Adler=Kainch und Kalisalze, direct aus den Staßfurther Bergwerken unter voller Gehalts=Garantie und der Controle aller landwirthschaftl. Versuchsstationen zu den billigsten Preisen. Original= Verpackung, die selbstkostend berechnet wird. Bei größeren Aufträgen— nicht unter 100 Ctr.— Effectuirung direct von den resp. Fabriken. Man beliebe sich wegen weiterer Auskunft zu wenden an: Fr. Wilh. Frede zu O neue Lesezeichen...... M. 1,20, M M Sprüche der h. Schrift(in Blumenschmuck) M. 0,75, M Spruchkästlein(24 Sprüche). M. 1,—, K Bibl. Bilder 4 Serien,&à. Serie(12 Stück) M. 0,80, 1 u zu beziehen durch jede solide Buchhandlung und die Verleger### Morstadt, Schrodt& Co., K Frankfurt a. M. Uebernahme lithographischer Arbeiten 1 N aller Art, in Bunt= und Schwarzdruck. Vorräthig bei Carl Braus in Schwerte. M G Anerkennung. 6. 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Blumenfeld. 1 S Die Manufactur- und Modewaaren-Handlung # 58 von J. Hecht, Schwerte, empfiehlt neu eingetroffene Wintermäntel und übernimmt die Anfertigung von Herren=, Damen= und Kinder=Garderobe zu sehr billigen Preisen unter Garautie für gutes Sitzen. Neue Facons in Winterpoletots und Regenmänteln für Damen sind in großer Auswahl am Lager. Die von Frühjahr und Sommer noch vorhandenen Waaren sind zum Ausverkauf unter dem kostenden Preise ausgelegt. SRSK Gasthof C. Duisberg. Am Kirmeßtage, Mittwoch, 30. October, Troler National Coucert der rühmlichst bekannten Sänger=Gesellschaft Seppl Durner aus Innsbruck. Peosanche angtomisches Museum auf dem neuen Marktplatz in Schwerte. Da ich die Dachdeckerarbeiten an der evangel. Kirche in Schwerte übernommen habe, so erlaube ich mir die geehrten Bewohner von Schwerte und der Umgegend ergebenst anzuzeigen, daß ich von jetzt ab sämmtliche vorkommenden ich= und Schieferdeckerarbeiten, Neubauten wie Reparaturen übernehme unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung. Iserlohn, den 19. October 1878. Otto Menrath, Dachdeckermeister. Gefl. Aufträge nimmt mein Schwager Wilhelm Marquis für mich entgegen. Von Sonntag, 27. October an geöffnet. Enthält die so rühmlichst bekannte Galerie des menschlichen Entstehens bis zur reiferen Ausbildung sowie sonstige wissenschaftliche anatomische Präparate; besonders hervorzuheben ist die Trichine, 5000 mal vergrößert, in der Ablegung lebendiger Jungen sowie die Wanderung derselben durch die Muskelfaser des Menschen, bis zur Einkapselung. Das Nähere besagen die Anschlagezettel. Dienstag, 29. October, Nachmittags von 2 bis 7 Uhr, nur für Damen geöffnet. Wir machen darauf aufmerksam, 4. Den Empfang sämmtlicher Neuheiten in Woll= und Weißwaaren zeigen hiermit ergebenst an. M 0 0 0 9 N Artikel zu 50 pfg. per Stück 23— 10 sind in Woll=, Weiß= und Kurzwaaren in großer Auswahl# vorräthig. swerte. Sasse& Grobbel. M FRORRRCRRRTRORRRRTG 8 Wohnungsverauderung. 6 G Mit dem heutigen Tage verlegte ich meine Wohnung und O Geschäft nach dem Jüngermann'schen Hause, Osten=□ E2 straße Nr. 277, und erlaube ich mir, den geehrten Bewoh □ nern von Schwerte und Umgegend dieses hiermit ergebenst# anzuzeigen. 65 Schwerte, den 15. October 1878. 8 Conrad, B daß nachgeahmter Gesundheits=Caffee mit täuschenden Etiquetts in den Handel gebracht wird, daß derjenige s. g. Gesundheits=Caffee, der sich nicht durch seine Güte auszeichnet, nicht aus unserer Fabrik stammt, daß unsere Fabrik sich nur in Nordhausen sam Harz befindet, daß jedes Paquet unseres ächten Dr. Lutze'schen GesundheitsCaffees mit den Preismedaillen der Weltausstellungen zu Amsterdam, Bremen, Lissabon, Moskau und Wien, sowie mit Unterschrift und Stempel wie folgt versehen ist: Rischadte eure ere Petroleum,„„ 20„ Feinsten Limb. Käse„ Pfd. 60„ „ Holl.„„ Frische Tafelbatter Frischen Schmalz„ 70„ 105„ 50„ Honig....„„ 60„ Frische fette Vollhäringe St. 7„ Marinirte Häringe„„1o„ Schöne rothe Speisekartoffeln, Kaisermehl, Waizenmehl 1. und II, Roggenmehl, Roggeuschrot, Gerstenschrot und Kleien empfiehlt zu den billigsten Preisen Adolf Held, vorm. Marie Langen. für Damen. Eine Modistin, von Köln hierher verzogen, empfiehlt sich den geehrten Damen von Schwerte und Umgegend zur Anfertigung von Hüten und Hauben in geschmackvoller Arbeit und neuesten Fagons, bei billiger Bedienung. 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