nen vole Gras Belagen Amtlicher Anzeiger für das Amt Sprockhövel. 2vertvoleGrats=-Belagen rzitungsbezirk: Biddinghansen, Haßlinghauszn, Gerzkamp, Jchse, Hiüter, Holthausen, Buchholz, Flankenstein, Burchholz, Vormholz. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Bezugspreis für den Monat frei ins Haus 55 Pfg. im voraus, durch die Post bezogen 1,50 Mk. für das Vierteljahr ausschl. Bestellgeld. Druck und Verlag von Rudolf Steinbeck, Sprockhövel. Verantwortlicher Schriftleiter Rudolf Steinbeck, Sprockhövel Einrückungsgebühr: im Inseratenteil für die 1spaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg., im Reklameteil 45 Pfg Bei größeren Aufträgen Rabatt. Nr. 40. Tel.=Adr. Zeitung Sprockhövel. Dienstag, den 4. April 1916. Fernsprecher 478, Amt Hattingen. 19. Jahrgang. Bekannmachung. Die Bekanntmachung des stellvertretenden Generalkommandos vom 4. dieses Monats, betreffend Regelung der Arbeit in Web=, Wirk= und Strickstoffe verarbeitenden Gewerbezweigen, kann auf dem hiesigen Amtsbureau eingesehen werden. Sprockhövel, den 4. April 1916. Der Amtmann: Theis. Oeffentliche Bücherei des Amtes Sprockhövel. Die Verausgabung von Büchern an die jugendlichen Leser bis zum 17. Lebensjahre findet an jedem MittwochNachmittag von 4 bis 5 Uhr in der Bücherei, Amtshaus Zimmer Nr. 7, statt. Sprockhövel, den 3. April 1916. Der Amtmann: Theis. Amtsrektoratschule zu Sprockhövel. Die Aufnahmeprüfung findet am Samstag, den 8. April, vormittags 8 Uhr in der Rektoratschule statt. Die Zuführung geschieht am zweckmäßigsten mit dem 10. Lebensjahre. Die Anmeldungen sind vorher oder am Prüfungstage an Herrn Rektor Roeser zu richten. Sprockhövel, den 30. März 1916. Der Vorsitzende des Schulvorstandes Theis, Amtmann. Jugendkompagnie. Seitens der Regierung und der oberen militärischen Behörden ist schon oftmals auf die Wichtigkeit der militärischen Vorbereitung der Jugend hingewiesen worden, und hat auch der hiesige Ortsausschuß für Jugendpflege in dieser Weise es an keinen Bemühungen fehlen lassen. Leider ist der Erfolg und die Beteiligung hier nur zeitweise gut gewesen, und bedauert der Ortsausschuß für Jugendpflege es sehr, daß bislang an die höheren Dienststellen über den meist ungenügenden Besuch, besonders der älteren, bald militärpflichtigen Jahrgänge, nicht günstiger berichtet werden konnte. Bei der Wichtigkeit der Uebungen für die körperliche Entwickelung und die Ausbildung in militärischer Hinsicht will der Ortsausschuß für Jugendpflege nochmals einen Versuch machen, die Zusammengehörigkeit der Sprockhöveler Jugendkompagnie fester zusammenzuschließen. Mit aufopfernder Pflichttreue soll jeder junge Mann, der hierfür in Frage kommt, sich regelmäßig an den Uebungen beteiligen und im Geiste der deutschen Einmütigkeit zeigen, daß wir in freiwilliger Treue und aus Pflichtbewußtsein die Wehrtüchtigkeit schon frühzeitig üben wollen, sorgen wollen für einen guten militärischen Nachwuchs, würdig der Helden, welche ihr Leben und ihre Gesundheit dahin gegeben haben für die Errettung unseres geliebten Vaterlandes! Wir laden denn hiermit alle jungen Leute von annähernd 16 bis 20 Jahren ein, an der am Sonntag, den 9. April dieses Jahres, nachmittags 2 Uhr, auf dem Schulplatze Sprockhövel-Nord erstmalig wieder stattfindenden Uebung teilzunehmen. Mitgliedern von anderen Vereinen, die durch Veranstaltungen innerhalb ihres Verens verhindert sind, hin und wieder an den militärischen Uebungen teilzunehmen, werden wir gern Erleichterungen zubilligen. Sprockhövel, den 31. März 1916. Der Ortsausschuß für Jugendpflege. Der Amtmann: Theis. —[Brief an den Herrn Pastor von Martitz.) Mit wenigen Worten ein anschauliches Bild aus dem Östen! „Rußland 26. 3. 16. Sehr geehrter Herr Pastor, erlaube mir Ihnen viele warme Grüße aus dem kalten Rußland zu senden. Liege zwischen Dünaburg und Smorgon im Schützengraben, 40 km östlich Toly. Bis vor 14 Tagen verhielt sich der Russe sehr ruhig; seit der Zeit aber haben wir keine rnhige Stunde. Fortwährend schießt die feindliche Artillerie. Auch greift der Russe oft an. Wir haben ihn bis jetzt immer zurückgeschlagen; denn Gott verläßt die Dentschen nicht. Die Russen haben immer sehr schwere Verluste. Sie werden des Nachts aus dem Drahtverhau herausgeholt, um ihnen ein Grab zu bereiten. Jetzt scheint die Sonne auch einmal ein paar Stunden. Das ist eine Wohltat! Haben diesen Winter Tage gehabt bis—25° C. Der Boden ist bis 2 Meter tief gesroren, war sehr schwer zu schanzen. Aber hoffentlich kommt der Frühling bald. Dann jagen wir die Russen mal wieder wie voriges Jahr. Es ist hier alles verwüstet; ganze Dörfer sind abgebrannt. Wir können Gott danken, daß der Krieg nicht in unserer Heimat wütet! Wir haben uns ganz wohnlich eingerichtet, schöne Unterstände gebaut, aber des Zaren Mitkämpfer, die Läuse, fanden sich auch ein. Nochmals grüßt sie herzlichst Schütze H-p, MaschinenGew.=Komp. —[Das preußische Volksschulwesen während des Krieges.] Das Volksschulwesen in Preußen hat sich während des Krieges trotz vieler Schwierigkeiten auf der Höhe erhalten werden können. Der Unterricht wurde von 133192 Klassen nur in 199 Klassen eingestellt. Eine Einschränkung des Unterrichts hat nur in geringem Umfange stattgefunden. Die dauernden Ausgaben des Volksschulwesens sind für 1916 auf 177 Millionen Mark angesetzt und bleiben hinter dem Friedens=Haushalt von 1914 nur um 3,6 Millionen Mark zurück. Die Zahl der männlichen Lehrkräfte betrug am Anfang 1916 98130. Beachtenswert ist die Steigerung der Staatszuschüsse; sie sind innerhalb dreißig Jahren, von 1886 bis 1916, von 13,2 Millionen Mark auf 148,5 Millionen Mark ausschließlich der Beiträge zu den Baukosten angewachsen. Diese Zahlen beweisen die vielseitige und stetig wachsende Fürsorge der preußischen Staatsregierung für die Volksschule. —[Warnung.] Die„Fleisch=Ersatz=Zentrale, Wissenschaftliches Unternehmen zur Erforschung neuer Eiweißquellen für Industrie und Gewerbe“, Berlin=Charlottenburg, bringt einen„Butter=Ersatz" in den Handel. Wie von dem chemischen Untersuchungsamte für die Kreise Hagen Stadt, Hagen Land, Schwelm und Iserlohn Stadt in Hagen i. W. festgestellt worden ist, enthält das Gemenge fast kein Fett, sondern besteht in der Hauptsache aus Wasser, einem gequollenen Pflanzenschleim und etwas Stärkemehl, kann daher als Ersatz für Butter nicht bezeichnet werden. Die Oeffenlichkeit wird vor dem Ankauf des wertlosen Gemenges gewarnt. —[Entwichene Kriegsgefangene.] In der letzten Zeit ist es mehrfach vorgekommen, daß entwichene Kriegsgefangene und Zivil=Kriegsgefangene sich tagelang umhergetrieben haben, ehe ihre Wiederergreifung gelang. Auch von angeworbenen Arbeitern russischer Nationalität haben eine ganze Anzahl ihre Arbeitsstelle verlassen und sich längere Zeit der Polizeiaufsicht entzogen. Auf das Umhertreiben dieser höchst zweifelhaften Elemente dürfen manche Feuersbrünste zurückzuführen sein, die nach Zeitungsberichten hie und da vorgekommen sind. Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, daß es durchaus im vaterländischen, wie auch im eigenen Interesse liegt, die Behörden beim Ergreifen von entwichenen Gefangenen zu unterstützen, da durch diese auch die Sicherheit in hohem Maße gefährdet wird. Jeder muß es für seine Pflicht halten, irgendwelche Wahrnehmungen über verdächtige Personen ohne Verzug den nächsten Aufsichtsorganen mitzuteilen und selbst alles, was zur Ergreifung solcher dienen kann, beizutragen. —[Wie kann ich dazu beitragen,] den Goldschatz der Reichsbank zu stärken, auch wenn ich keine Goldmünzen mehr abzugeben habe? Der Kampf, den uns unsere Feinde aufgenötigt haben, wird nicht nur an der Front, sondern auch hinter der Front geführt. England sucht uns auszuhungern und wirtschaftlich zu vernichten; aber es wird ihm nicht gelingen, wir werden den wirtschaftlichen Kampf mit demselben Erfolge führen, wie den militärischen. In diesem wirtschaftlichen Kampfe ist es von der allergrößten Wichtigkeit, unsere Goldreserven der Reichsbank zuzuführen; deshalb gebe, wer entbehrliches Gold und Silber hat, dies dem „Vaterlandsdank"(Geschäftsstellen für Postsendungen: Berlin SW 11, Prinz=Albrecht=Straße 7, und Crefeld, Ostwall 56). Das Gold wird der Reichsbank verkauft und der Erlös für die Witwen nnd Waisen der gefallenen Soldaten verwendet. Jeder Spender hat Anspruch auf einen wie Platin glänzenden Erinnerungsring aus einem von der Firma Krupp gestifteten und nichtrostenden Eisen. —[Die goldene Wehr.] Zwanzig Monate dauert nun der Krieg, in dem das deutsche Volk gegen die halbe Welt sich zu behaupten hat. Was zu Anfang ganz unfaßbar schien, ist zur Wirklichkeit geworden: Unerschüttert steht heute das deutsche Reich, ja seine Heere sind tief in Feindesland vorgestoßen, und nur mit äußerster Anstrengung halten die Gegner ihrem ungestümen Andrängen noch stand. ZerLokales und aus der Umgegend. (Nachrichten unter dieser Rubrik aus unserem Leserkreise sind sehr erwünscht, besonders auch sind Vereinsvorstände gebeten, Berichte über ihre Versammlungen und Veranstaltungen unserer Redaktion zukommen zu lassen.) Sprockhövel, den 4. April 1916. —[Liebesgabenstelle.] Da in der nächsten Woche von der hiesigen Liebesgaben=Sammelstelle die Österpaketchen ins Feld gesandt werden sollen, werden die Angehörigen der Soldaten aus dem Schulbezirk Sprockhövel=Nord dringend ersucht, die genauen Adressen derselben, soweit das noch nicht geschehen ist, an Herrn Lehrer Gräfer sofort abgeben zu wollen. —(Dank unserer Feldgrauen.] Für von der hiesigen Sammelstelle abgesandte Liebespaketchen und für die pünktliche Zustellung der„Sprockhöveler Zeitung" dankt herzl. Gefr. Otto Berenbeck und Res. Grutthoff.— Für das von der Liebesgabenstelle erhaltene schöne Paket meinen besten Dank. Treudeutschen Soldatengruß an alle Sprockhöveler. Ers. Res. Otto Drescher. ronnen ist ihr Traum, Deutschland mit Heeresmacht zu zerschmettern, die russische Dampfwalze hat schmählich versagt, und Englands vielgepriesene Millionenheere können auch nichts ändern. Nur eine Hoffnung hält unsere Feinde aufrecht, die Hoffnung, auf der vor allem England von Anfang an seine Berechnungen aufgebaut hatte: Daß Deutschland wirtschaftlich zusammenbrechen, daß vor allem die feste Säule türzen werde, die den ganzen komplizierten Bau unseres wirtschaftlichen Lebens trägt und hält, die Reichsbank. Eitle Hoffnung! Die kalten Rechner mit all ihrer perfiden Gechäftsklugheit mußten und müssen vorbeirechnen; denn eine Größe haben sie in ihre Berechnung nicht eingestellt: Des Deutschen Volkes grenzenlosen Opferwillen. Mit beispielloser Einmütigkeit brachten Jung und Alt, Groß und Klein, Arm und Reich, Goldstück auf Goldstück zur Reichsbank. Mehr als eine volle Milliarde, also mehr als Tausend Millionen Mark wurden ihr neu zugeführt und stärkten ihre Kraft. Und immer noch fließt diese Quelle, und Millionen über Millionen strömen den Kassen der Bank unausgesetzt zu. Aber— auch die Abflüsse sind nicht gering. Denn manches, was wir vom Auslande beziehen, muß mit blankem Golde bezahlt werden. Und so ist es erklärlich, daß die Vermehrung des Goldschatzes nur langsam vorangeht. Das kann anders werden und muß darum anders werden. Wenn die eine Quelle nicht mehr ergiebig genug ist, so erbohren wir eben eine neue. Wofür wären wir sonst Deutsche? Immer und immer wieder hört man die Frage:„Warum nimmt die Reichsbank nicht auch ungemünztes Gold? Wir verstehen es nicht, daß sie prompt jedes Schmuckstück, das ihr gesandt wird, zurückschickt. Wenn sie es denn nicht geschenkt haben will, so mag sie es bezahlen. Viele Ketten und Ringe und Dosen und was sonst in Menge daliegt, zusammengeschmolzen, ergeben doch auch einen Barreu und vermehren den Goldschatz." Das ist es: Warum kann die Neichsbank sich nicht entschließen, auch die Reserven an Gold nutzbar zu machen, die 40 Jahre wirtschaftlicher Blüte angehäuft haben? Zuviel Gold kann die Reichsbank doch niemals haben, und wenn 70 Millionen Menschen, die nur auf die Gelegenheit dazu warten, bringen, ein jeder, was er hat: Berge von neuem Gold müßten sich auftürmen, um die Enttäuschung unserer Feinde zu vollenden. Mann komme uns nicht mit den „Schwierigkeiten". Schwierigkeiten sind für uns Deutsche dazu da, überwunden zu werden, und wo ein Wille, da ist auch ein Weg. Was braucht es denn? Einen Raum mit einer Goldwage und einen Sachkenner. Und werden nicht deutsche Juweliere genug da sein, die gern ihre Kenntnisse in den Dienst der Sache stellen, und arbeitsfreudige Männer jeden Standes, um ehrenamtlich die geschäftliche Seite zu versehen? Man gebe dem deutschen Volke endlich Gelegenheit und staunend wird die Welt auch hier sehen, wozu Vaterlandsliebe und Opfergeist das deutsche Volk befähigen. —[Favorit=Moden=Album.] Die neuesten Schöpfungen der deutschen Mode sind im Favorit=Moden=Album, das für Frühjahr und Sommer 1916 zum Preise von 60 Pfennige soeben erschienen ist, zusammengefaßt. Reichhaltigkeit der Ausstattung und gewählter Modegeschmack für Kleiderbedürfnisse aller Frauenkreise waren von jeher die Vorzüge dieses beliebten, in hunderttausenden von Exemplaren verbreiteten Modenalbums. Auch die neueste Ausgabe wird der Frauenwelt sicher gefallen. Dabei muß als besonderer Vorzug erwähnt werden, daß alle die schönen Vorlagen des Albums mit Hilfe der vorzüglichen Favorit=Schnitte bequem und für billiges Geld zu Hause nachgeschneidert werden können. Zu beziehen ist das anßerordentlich preiswerte Favorit=Moden=Album von den überall befindlichen, durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen, den Buchhandlungen, sowie direkt für 70 Pf. vom Verlag der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden-N 8. Mitteilung der Obersten Heeresleitung. WTB. Großes Hauptquartier, 3. April (Amtlich). Westlicher Kriegsschauplatz: Links der Maas sind alle Stellungen des Feindes nördlich des Forges=Baches zwischen Hancourt und Bèthincourt in unserer Hand. Südwestlich und südlich der Feste Douaumont stehen unsere Truppen im Kampfe um französische Gräben und Stützpunkte. Oestlicher Kriegsschauplatz: An der Front hat sich nichts Wesentliches ereignet. Durch deutsche Flugzeuggeschwader wurden auf die Bahnhöfe Pogorjelzy und Horodzieja an der Strecke nach Minsk, sowie auf Truppenlager bei Östrowki(südlich von Mir) Bomben abgeworfen, ebenso durch eins unserer Luftschiffe auf die Bahnanlagen von Minsk. Balkan=Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Heeres= und Marineluftschiffe haben heute nacht die Docks von London und andere militärisch wichtige Punkte der englischen Östküste, sowie Dünkirchen angegriffen. Deutschlands militärische Stärke und Ausdauer. 2 Zeppelin=Angriffe auf England.— Die russische Offensive in Sumpf und Blut erstickt. Die Eroberung des Dorfes Vaux. Die Ententemächte setzen ihre Hoffnungen bekanntlich auf eine lange Dauer des Krieges, die schließlich, wenn nicht zu einer wirtschaftlichen, so doch zu einer physischen Erschöpsung Deutschlands führen müsse. Wenigstens haben das die Staatsmänner des Vierverbandes wiederholt öffentlich in Aussicht gestellt und haben damit vor ihren Ländern und Völkern die Fortführung des für sie in der Hauptsache schon etzt aussichtslosen Krieges zu rechtfertigen gesucht. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß in der Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages bei der Verhandlung über den Etat des Auswärtigen Amtes ein sozialdemokratisches Mitglied des Ausschusses seinen Antrag, ältere Landsturmleute nur hinter der Front zu verwenden, mit dem Hinweis begründet hat, daß junge Leute als Ersatz reichlich zur Verfügung ständen. Auf denselben Tatbestand, der hiermit den Staatsmännern des Vierverbandes zur Kenntnisnahme empfohlen sei, hat sich ein anderes, der Zentrumsfraktion angehöriges Mitglied des Ausschusses gestützt, als von ihm der Wunsch geäußert wurde, daß Familienväter mit einer größeren Anzahl Kinder und Landsturmleute nicht in der Front verwendet werden sollten. Auch von neutraler Seite können sich die Ententemächte darüber belehren lassen, daß Deutschland seinen Gegnern nicht nur dauernd gewachsen ist, sondern, wenn es sein müßte, noch eine Steigerung seiner militärischen Kräste und Leistungen fähig wäre. Nach einer Pariser Meldung des„Az Est", die einen spanischen Schriftsteller, Rucabado aus Madrid, zum Verfasser hat, soll der italienische Oberbefehlshaber Cadorna zur Begründung seiner Weigerung, italienische Truppen auf dem französischen Kriegsschauplatze einzusetzen und Deutschland den Krieg zu erklären, u. a. angeführt haben, die Italiener hätten den dahingehenden Vorschlag des Vierverbandes auch deshalb zurückgewiesen, weil sie fürchten müßten, sich eine deutsche Offensive zuzuziehen. Auch darin liegt klipp und klar die Ueberzeugung ausgesprochen, daß die militärische Stärke und Leistungsfähigkeit Deutschlands gegenwärtig ihren Höhepunkt noch keineswegs erreicht hat. Unsere günstige militärische Lage. WTV. Berlin, 3. April. Ergänzend kann aus den vertraulichen Mitteilungen des stellvertretenden Kriegsministers vom Freitag im Hauptausschuß des Reichstages über unsere Wehrkraft noch folgendes mitgeteilt werden: Der Minister führte u. a. aus, daß wir mit unserem Menschenmaterial für den Heeresersatz noch lange ausreichten. Eine Verlängerung der Wehrpflicht über das 45. Lebensjahr sei deshalb, wie bereits mehrfach veröffentlicht, nicht in Aussicht genommen. Man sei sogar in der glücklichen Lage, Mannschaften, die im Laufe des Krieges das 45. Lebensjahr überschritten haben, aus der Front zurückzuziehen. Einen wesentlichen Anteil an dem günstigen Zustand ist der vortrefflichen Verwundetenfürsorge zuzuschreiben, der es gelingt, einen außerordentlich hohen Prozentsatz der Verwundeten dem Heere als dienstbrauchbar wieder zuzuführen. Die vom Minister bekanntgegebenen Verlustziffern können im Vergleich zu den bekannten Verlusten unserer Geaner keineswegs als hoch bezeichnet werden. Wie mit den Menschen, stehe es mit den Stoffen. Unsere Rohstoffversorgung ist für lange gesichert. Gewiß müsse mit dem einen oder anderen Rohstoff hansgehalten werden. Eingriffe in das Wirtschaftsleben seien nicht zu umgehen, aber besorgt brauchen wir nicht zu sein, bei noch so langer Kriegsdauer. Ein glänzendes Zeugnis stellte der Kriegsminister unserer Industrie einschließlich der technischen Institute des Heeres aus. Gerade die letzten Erfolge bei Verdun zeigten, daß sie jeder beliebigen Anforderung gerecht zu werden imstande sei. Diese von stolzer Zuversicht getragenen Ausführungen des Ministers wurden von den im Ausschuß Anwesenden mit außerordentlicher Befriedigung entgegengenommen. Zwei Lustangrisse auf England. In zwei aufeinander folgenden Nächten haben unsere Zeppelingeschwader dem„unangreifbaren" England einen Besuch abgestattet und London und die östlichen Grafschaften mit gutem Erfolge mit Bomben belegt. Der bisher letzte Angriff unserer Marineluftschiffe auf die Londoner City war in der Nacht vom 13. zum 14. Oktober 1915 erfolgt. Vorausgegangen waren die Angriffe in den Nächten vom 8. zum 9. September und 17. zum 18. August, wo zum ersten Male Zeppeline ihre Bomben herabsandten. Der Angriff in der Nacht zum Samstag war also der vierte auf London und in der Reihe der Englandangriffe überhaupt der 21. Die in der Meldung des Admiralstabes genannten Orte sind z. T. schon früher Angriffsziele unserer Marineluftschiffe gewesen. Der erste Angriff erstreckte sich nach Norden bis zum Humber, ungefähr bis zur Stadt Hull. Die in dem Berichte erwähnte Londonbrücke liegt westlich der Towerbrücke; beide führen von dem südlichen Stadtviertel Londons über die Themse in die City, den Mittelpunkt des Londoner Handels und Verkehrs. Der zweite Angriff suchte den Küstenstrich nördlich von Hull heim. Der Teesfluß fließt in die Nordsee bei Middlesborough, welche Hafenstadt besonders Eisen= und Stahlwaren fabriziert. Sunderland in der Grafschaft Durham, ein geschützter Hafen an der Mündung des Wear in die Nordsee, ist besonders durch den Bau von Schiffen und Schiffsmaschinen berühmt. Nicht weniger als 1½ Stunden schwebten unsere Schiffe über dieser Gegend; die englischen Abwehrmaßvegeln hatten also Zeit genug, in Tätigkeit zu treten, trotzdem aber sind alle Kreuzer unbeschädigt in den Hafen zurückgekehrt. Das bietet neuen Stoff zu angeregter Unterhaltung im englischen Unterhause. Bei dem ersten Angriff ist leider„L. 15“ zu Grunde gegangen; es hat das Schicksal von„L. 19“ teilen müssen, das ebenfalls im Kanal versank. Der Verlust von„L. 15“ ist bedauerlich, aber ohne Einsatz ist, wie auch Graf Zeppelin kürzlich in einem Vortrage sagte, weder zu Lande, noch zur See, noch in der Luft ein Erfolg möglich. Erfreulich ist, daß der Kreuzer nicht den Engländern in die Hände gefallen ist, und daß anscheinend die ganze tapfere Bemannung— allerdings von Englänbern— gerettet wurde. WIV. Berlin, 1. April.(Amtlich.) In der Nacht vom 31. Mäz zum 1. April hat ein Marineluftschiff-Geschwader London und die Plätze der englischen Südostküste angegriffen. Die City von London, zwischen London- und Towerbrücke, die London Docks, der Nordwestteil von London mit seinen Truppenlagern sowie Industrieanlagen bei Enfield und die Sprengstoff=Fabriken von Waltham=Abbey— nördlich von London— wurden ausgiebig mit Bomben belegt. Des weiteren wurden über Lowestoft, nachdem vorher eine Batterie bei Stormarket— nordwestlich Harwich— erfolgreich angegriffen war, eine Anzahl Spreng- und Brandbomben geworfen, eine Batterie bei Cambridge zum Schweigen gebracht und dort ausgedehnte Fabrikanlagen angegriffen. Endlich wurden die Hafenanlagen und Befestigungen am Humber mit Bomben belegt. Drei Batterien wurden dort zum Schweigen gebracht. Die Angriffe hatten durchweg sehr gute Erfolge, die von unseren Luftschiffen durch die einwandfreie Beobachtung zahlreicher Brände und Einstürze festgestellt werden konnten. Trotz überaus heftiger Beschießung sind alle Luftschiffe bis auf L 15 zurückgekehrt. L 15 ist nach eigener Meldung angeschossen gewesen und mußte vor der Themse auf das Wasser niedergehen. Die von unseren Streitkräften angestellten Nachforschungen sind bisher erfolglos geblieben.. Das vermißte Luftschiff. WTB. London, 3. April. Nach einer amtlichen Meldung des Reuterschen Bureaus ist ein beschädigtes Zeppelinluftschiff in der letzten Nacht vor der Themsemündung niedergegangen. Die Besatzung wurde von englischen Patrouillenbooten gerettet und gefangengenommen. Das Luftschiff ist gesunken. • WTB. London, 3. April.(Reuter.) 2 Offiziere uid 16 Mann des Luftschiffes„L 15“ sind gerettet worden. Sie wurden nach dem Gefangenenlager in Chatam gebracht. B. London, 3. April. Das Verdienst für die Rettung der Ueberlebenden vom Zeppelin„L 15“ gebührt dem Fischdampfer„Olivine“ unter dem Befehl des Leutnants Markintsch von der Kgl. Marinereserve, das Verdienst für das Herunterholen des Luftschiffes einer Landbatterie in den östlichen Grafschaften. Es war ein Glück für den Zeppelin, daß er in der breiten Mündung der Themse herunterkam, denn von dem Kanonenfeuer war seine Hülle zerrissen und die Gondel von Schrapnellkugeln durchsiebt. Einige von der Besatzung waren schwer verwundet. Der deutsche Befehlshaber hatte genügend eVrtrauen zu der Menschlichkeit der britischen Seeleute, um drahtlose Notsignale auszusenden. Ein Matrose, der Augenzeuge des Niederganges war, sagte, daß das Luftschiff herunterkam wie ein kranker Vogel, beide Enden gleich Flügeln herabhängend. Die Sce war glatt, die Nacht klar, wenn auch dunkel, so daß der Fischdampfer die Verwundeten wie die Unverwundeten an Bord nehmen konnte. Die„Olivine" befestigte ein Tau an dem Luftschiff und versuchte dieses als Prise in den Hafen zu schleppen. Das war aber schwierig, weil das Luftschiff sichtlich entzwei gebrochen war. Seine beiden Enden ragten in die Luft, während die Mitte in das Wasser niedersank. Nach zwei Meilen Schleppfahrt sank der„Zeppelin". Die„Olivine“ brachte dann die Gefangenen auf einen Zerstörer, der sie nach Chatham führte, wo die Verwundeten ins Krankenhaus gebracht wurden. 2. Luftschiff=Anarisf auf die Englands. WTB. Verlin, 2. April. Amtlich. In der Nacht vom 1. zum 2. April fand ein erneuter Marineluftschiff-Angriff auf die englische Ostküste statt. Die Hochöfen, großen Eisenwerke und Industrieanlagen am Südufer des Teesfiusses, sowie die Hafenanlagen bei Middlesborough und Sunderland wurden 1½ Stunden lang mit Spreng- und Brandbomben belegt. Starke Explosionen, Einstürze und Brände ließen die gute Wirkung des Angriffes deutlich erkennen. Trotz lebhafter Beschießung sind weder Verluste noch Beschädigungen eingetreten. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Die russische Offensive in Sumpf und Blut ersticht. K. Z. In„Sumpf und Blut" ist die große russ. Offensive erstickt. Von einer halben Million, die ins Feuer geschickt wurde, liegen 140 000 Mann auf dem Schlachtfeld im Grabe, in den Lazaretten als Verwundete oder sind gefangen. Und diese Verluste und die außergewöhnliche Menge von Munition, die verwandt wurde, haben keinen Nutzen gebracht. Auf der ganzen Linie steht die ganze Front unerschüttert und trotzt den wütenden Gewaltstößen, die der Feind ausgeführt hat. Die russische Operation ist in ihren Gründen verschieden aufgefaßt worden, als Entlastungsoffensive, um dem bedrängten Bundesgenossen auf seinen drängenden Notschrei zu helfen, wie als den Versuch, den Augenblick, wo wir im Westen in schwerem Kampf standen, und die Zeit vor dem Beginn des Tauwetters auszunutzen, um mit bedeutender Uebermacht die Armeen des Feldmarschalls v. Hindenburg zu überrennen. Unsere Oberste Heeresleitung sieht in einem Hilferuf Frankreichs die Veranlassung des Angriffs auf der riesigen Ausdehnung von der Östsee bis in die Gegend östlich von Wilna, und betont, daß der Zeitpunkt schlecht gewählt war, weil man voraussehen mußte, daß bald Truppenbewegungen durch den aufgeweichten Boden behindert, man kann sagen, unmöglich gemacht würden, sobald sie sich außerhalb der Straßen vollziehen sollten. Die Entscheidung hat der Eintritt dieses Zustandes, für den man im Osten verschiedene Bezeichnungen gebraucht, nicht allein gegeben, der völlige Mißerfolg auf taktischem Gebiet kam ebenso zur Wirkung wie das Wetter. General Ewert, der russische Oberbefehlshaber, erleidet mit seinem anfeuernden Tagesbefehl dasselbe Schicksal, das seinem französischen Kameraden Joffre wiederholt zugestoßen ist. Die Vertreibung des Feindes aus den Grenzen des russischen Reiches bleibt ebenso ein unsicheres Ziel wie seinerzeit die Reinigung des französischen Bodens von den fremden Eindringlingen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die unverhohlene Befürchtung des Temps, die Deutschen könnten die jetzt eingetretene Pause im Östen zu Truppenverschiebungen nach dem Westen benutzen, um dort zu einer neuen Offensive vorzugehen. Das Blatt scheint auch den Punkt, wo ein solcher Stoß zu erwarten sei, angegeben zu haben, aber das Auge der Zensur wacht, und an die Stelle der strategischen Darlegung ist ein weißer Raum getreten. Voraussetzung des Pariser Blattes ist dabei, daß unsere Verluste vor Verdun derartig hoch und die Zerrüttung der beteiligten Truppen so weit fortgeschritten sei, daß unsere Angriffskraft erlahme. Wir kennen die Lesart zur Genüge und brauchen sie nur zu verzeichnen, da die letzten Ereignisse vor Verdun zeigen, wieweit sie berechtigt ist. Wir haben schon genauer dargelegt, daß auf dem Westufer der Maas durch das planmäßige Vorgehen unserer Truppen die französischen Stellungen die Gestalt eines von drei Seiten eingeklammerten Vorsprungs, eines Sacks, wie man neuerdings oft sagt, angenommen hatten. Ihre Nordwestecke bildete das Dorf Malancourt an dem Schnittpunkt verschiedener Straßen von vier Seiten her. Mit den anschließenden Stellungen ist es jetzt in unserer Hand, und wenn der amtliche französische Bericht, der die Tatsache zugeben muß, hervorhebt, nur ein Vorostenbataillon habe darin gestanden, so vergißt er hinzuzuügen, daß dies Bataillon zur Hälfte unverwundet in Geangenschaft geriet. Entweder hat die Widerstandsfähigkeit der Truppe trotz aller Tagesbefehle des Abschnittskommandeurs nicht ausgereicht, um den Posten zu halten, oder die Oberste Leitung hat das Bataillon in eine so ungünstige taktische Lage gebracht, daß es verloren war. Die Franzosen scheinen nach Aeußerungen der Presse erwartet zu haben, daß die Fortführung des deutschen Angriffs sich gegen die Grundlinie des Sacks, den Wald von Avocourt=Cumieres, richten würde. Daraus würde sich der abgeschlagene Versuch, die Südostecke des Waldes von Avocourt wieder zu nehmen, zwanglos erklären. deutsche Heeresbericht. WTB. Großes Hauptquartier, 1. April. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Bei St. Eloi wurden englische Handgranatenangriffe abgewiesen. Lebhafte Minenkämpfe spielten sich zwischen dem von La Bassee und Neuville ab. Nordwestlich von Roye entwickelte die französische Artillerie rege Tätigkeit. Wir nahmen die feindlichen Stellungen an der Aisne-Front unter wirksames Feuer. In den Argonnen und im Maasgebiet fanden heftige Artilleriekämpfe statt. Unsere Kampfflieger schossen 4 französische Flugzeuge ab, je eins bei Laon und bei Mogeville(in der Woevre)). In unsere Linien ging eins bei Ville an Bois u. eins südl. von Haucourt dicht hinter der feindlichen Front nieder. Der französische Flugplatz Rosnay (westlich von Reims) wurde ausgiebig mit Bomben belegt. Oestlicher Kriegsschauplatz: Keine besonderen Ereignisse. Hiernach scheint es, als ob sich der russische Ansturm zunachst erschöpft hat, der mit 30 Divisionen gleich über 500 000 Mann und einem für östliche Verhältnisse erstaunlichen Aufwand an Munition in der Zeit vom 18. bis 28. März gegen ausgedehnte Abschnitte der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg vorgetragen worden ist. Er hat dank der tapferen und zähen Ausdauer unserer Truppen keinerlei Erfolg erzielt. Welch großer Zweck mit den Angriffen angestrebt werden sollte, ergibt folgender Befehl des russischen Höchstkommandierenden: An die Armee an der Westfront vom 4.(17.) März Nr. 537: „Truppen der Westfront! Ihr habt vor einem halben Jahre, stark geschwächt, mit einer geringen Anzahl Gewehre und Patronen, den Vormarsch des Feindes aufgehalten und Eure jetzigen Stellungen eingenommen. Seine Majestät und die Heimat erwarten von Euch jetzt eine neue Heldentat: die Vertreibung des Feindes aus den Grenzen des Reithes. Wenn Ihr morgen an diese hohe Aufgabe herantretet, so bin ich im Glauben an Euren Mut, an Eure tiefe Ergebenheit gegen den Zaren und an Eure heiße Liebe zur Heimat davon überzeugt, daß Ihr Eure heilige Pflicht gegen den Zaren und die Heimat erfüllen und unsere unter dem Joche des Feindes seufzenden Brüder befreien werdet. Gott helfe uns bei unserer heiligen Sache! Generaladjutant. gez. Evert.“ Freilich ist es für jeden Kenner der Verhältnisse erstaunlich, daß ein solches Unternehmen zu einer Jahreszeit begonnen wurde, in dem seiner Durchführung von einem Tage zum anderen durch die Schneeschmelze bedenklichere Schwierigkeiten erwachsen konnten. Die Wahl des Zeitpunktes ist daher wohl weniger dem freien Willen der russischen Führung, als dem Zwange eines notleidenden Verbündeten zuzuschreiben. Wenn nunmehr die gegenwärtige Einstellung der Angriffe von amtlicher russischer Stelle lediglich mit dem Witterungsumschlag erklärt wird, so ist das sicherlich nur die halbe Wahrheit. Mindestens ebenso wie der aufgeweichte Boden sind die Verluste an dem schweren Rückschlage beteiligt. Sie werden nach vorsichtiger Schätzung auf mindestens 140000 Mann berechnet. Richtig würde die feindliche Heeresleitung sagen, daß die große Offensive bisher nicht im Sumpf, sondern in Sumpf und Blut erstickt ist. Balkan-Kriegsschauplatz: Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Siegreiche Kämpfe vor Verdun. WTB. Großes Hauptquartier, 2. April. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz: Bei Fay(südlich der Somme) kam ein nach kurzer Artillerievorbereitung angesetzter feindlicher Angriff in unserem Feuer nicht zur Entwickelung. Durch die Beschießung von Betheniville(östlich von Reims) verursachten die Franzosen unter ihren Landsleuten erhebliche Verluste; 3 Frauen und 1 Kind wurden getötet, 5 Männer, 4 Frauen und 1 Kind sind schwer verletzt. Im Anschluß an die am 30. März genommenen Stellungen wurden die französischen Gräben nordöstlich von Haucourt in einer Ausdehnung von etwa 1000 Metern vom Feinde gesäubert. Auf dem östlichen Maasufer haben sich unsere Truppen am 31. März nach sorgfältiger Vorbereitung in den Besitz der feindlichen Verteidigungsund Flankierungsanlagen nordwestlich und westlich des Dorses Vaux gesetzt. Nachdem in diesem Abschnitt das französische Feuer heute gegen Morgen zu größter Kraft gesteigert war, erfolgte der erwartete Gegenangriff. Er brach in unserem Maschinengewehr- und dem Sperrfeuer unserer Artillerie völlig zusammen. Abgesehen von seinen schweren blutigen Verlusten hat der Gegner bei unserem Angriff am 31. März an unverwundeten Gefangenen 11 Offiziere, 720 Mann in deutscher Hand lassen müssen und 5 Maschinengewehre verloren. Die beiderseits sehr lebhafte Fliegerttätigkeit hat zu zahlreichen für uns glücklichen Luftgefechten geführt. Außer vier jenseits unserer Front heruntergeholten feindlichen Flugzeugen wurde bei Hollebeke(nordwestlich von Wervicq) ein englischer Doppeldecker abgeschossen, dessen Insassen gefangen genommen sind. Oberleutnant Berthold hat hierbei das 4. gegnerische Flugzeug außer Gefecht gesetzt. Außerdem wurde durch einen Volltreffer unserer Abwehrgeschütze südwestlich von Lens ein feindliches Flugzeug brennend zum Absturz gebracht. Der mit Truppen stark belegte Ort Domblasleen-Argonne(westlich von Verdun) und der Flugplatz Fontaine (östlich von Belfort) wurden ausgiebig mit Bomben belegt. Oestlicher Kriegsschauplatz: Die Lage ist im allgemeinen unverändert. An der Front östlich von Baranowitschi war die Gefechtstätigkeit reger als Balkan=Kriegsschauplatz: Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Oberste Heeresleitung. Eroberung der Dorfes Vaux. TU. Genf, 3. April. Die Franzosen glaubten nach einer hier vorliegenden ergänzenden Darstellung die Gefahr für das Dorf Vaux beseitigt, weil eine von Norden kommende deutsche Abteilung eine zögernde Haltung gezeigt hatte. Das Tagewerk der ermüdeten französischen Besatzung schien beendet, als der Gegner von Norden und Westen mit einem sehr starken Aufgebot wiederkehrte, den Rückzug der Franzosen erzwang und sich an beiden Seiten des Dorfes Vaux ausbreitete. TU. Die Pariser Trostsprüche aus Anlaß des Verlustes des Dorfes Vaux und der übrigen bitter empfindlichen Vorgänge um Verdun in den letzten 24 Stunden sind in gekünsteltem Tone gehalten, der die mühseligen Anstrengungen erkennen läßt, die Beklemmung der leitenden Kreise möglichst zu verbergen. In einem Artikel des Journal des Debats tritt trotz der Sympathie für General Petain die Ueberzeugung zu Tage, daß die bisherigen Anstrengungen des französischen gestrigen ruhigung finden. Der Brand von Verdun. bb. Berlin, 3. April. Wie die„Kriegszeitung" aus Genf erfährt, ist die Zahl der unversehrt gebliebenen Verduner Häuser nach den heutigen Pariser Berichten sehr gering. Prandstätte reiht sich an Brandstätte. Die Deutschen warten immer erst die Vollwirkung ihrer dank unheimlich genauen Beobachtung erzielten Treffer ab, ehe sie neue Schüsse abfeuern. Gegen die großen Flammenmassen sind die Bemühungen der aufopfernd tätigen Feuerwehr völlig ergebnislos. Der Krieg zur See. Englischer Panzerkreuzer gesunken. WTB. Die Kölnische Zeitung meldet von der holländischen Grenze: Glaubwürdigen Nachrichten zufolge ist Mitte Februar westlich der Orkneyinseln ein englischer Panzerkreuzer der Conntyklasse auf eine Mine gelaufen und gesunken. Dem Vernehmen nach soll es sich um den Panzerkreuzer Donegal handeln. Der englische Panzerkreuzer Donegal ist 1902 vom Stapel gelaufen und verdrängt einen Raumgehalt von 9950 To. Seine Schnelligkeit betrug 24,3 Seemeilen in der Stunde. Seine Besatzung zählte 530 Mann. Der Kreuzer war 134 Meter lang, 20½ Meter breit und hatte einen Tiefgang von 7,5 Metern. Versenkt. WTB. London, 3. April. Lloyds meldet aus Patras vom 31. 3.: Der englische Schoner John Pritchard ist von einem Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet. WTB. London, 3. April. Lloyds meldet: Der britische Dampfer Diadem(3752 To.) ist gesunken. WTB. London, 3. April. Lloyd meldet: Der Dampfer „Goldmouth"(7446 Tonnen) ist versenkt worden, die Mannschaft wurde hier gelandet. Der Funkentelegraphist und ein Matrose sind verwundet. TU. Amsterdam, 3. April. Die Strandung des nach Neuseeland bestimmten Postdampfers„Rangatira“ ist ein sehr schwerer Verlust für die englische Handelsflotte. Die„Rangatira", die in regelmäßiger Fahrt von England nach Neuseeland und Melbourne ging, war eines der größten und modernsten Schiffe auf dieser Fahrt. Sie gehörte der Shaw=Reederei in Southampton an, war 1910 vom Stapel gelaufen und 10113 Tonnen groß. Norwegischer Dampfer torpediert? TU. Christiania, 3. April.„Morgenbladet" meldet, daß es nachts die Nachricht erhalten habe, der norwegische Dampfer„Storaas", 3107 To., sei auf der Reise vom Tyne nach Hamptonroad in Amerika torpediert worden. Die hiesige Reederei konnte jedoch auf Anfrage nichts mitteilen. Man sagt, daß das Schicksal der Mannschaft ebenfalls unbekannt sei. Das Schiff wurde erst neulich von der norwegischen Handelsflotte erworben. Aus Westdeutschland. Düsseldorf. 3. April. Eine Familie aus Großenbaum bekam bekam dieser Tage zu ihren 16 lebenden Kindern Zwillinge, einen Jungen und ein Mädchen. Beides sind gesunde und kräftige Kinder. Stolz erschien bei der Brotkartenausgabe die ältere Schwester, um die gesetzliche Brotkarte für die beiden jungen Erdenbürger sich ausstellen zu lassen. Rheydt, 3. April. Gestern wurde das Kriegswahrzeichen der Stadt, der Eiserne Bismarck, enthüllt. Die 2½ Meter hohe Holzfigur stammt von dem Bildhauer Franz Bürgerling aus München. Oberbürgermeister Lehwald hielt eine Ansprache, in der er mitteilen konnte, daß aus Plaketten, Nägeln usw. bereits 50 000 A vereinnahmt seien. Bonn, 3. April. Lic. D. Ludwig Weber, der Vorsitzende des Gesamtverbandes der evang. Arbeitervereine Deutschlands und der allgemeinen deutschen Sittlichkeitskonferenz, beging gestern seinen 70. Geburtstag, an dem seine zahlreichen Freunde und Anhänger mit besonderer Dankbarkeit gedenken werden, wie rastlos unermüdlich er seit über 40 Jahren im Dienste der von ihm vertretenen Bestrebungen auf kirchlichem und sozialem Gebiet tätig ist. Pfarrer D. Weber wurde in Schwelm in Westfalen geboren als Sohn des späteren Kölner Oberlandesgerichtsrats Karl Weber. 33 Jahre lang hat er als Pfarrer in M.=Gladbach gewirkt, bis er im Herbst 1914 seinen Abschied nahm und nach Bonn zog. In zahlreichen Schriften ist er mit großer Beredsamkeit für seine sozialen Bestrebungen eingetreten. Bonn, 3. April. Trotz des vielfach rauhen Wetters hat die Baumblüte begonnen. Den Pfirsich= und Aprikosenblüten haben sich die der frühen Pflaumen und Birnen angeschlossen, und viel Gehölz zeigt sich schon in herrlicher Blütenpracht. Die Getreidesaat steht vielversprechend, und auch der erste Grünfutterschnitt hat bereits eingesetzt. Essen, 3. April. Im städtischen Saalbau fand unter zahlreicher Beteiligung eine Bismarckgedenkfeier des Alldeutschen Verbandes statt. Nach einer Begrüßungsansprache mit Kaiserhoch des Vorsitzenden, Justizrat Schlüter, hielt Generalsuperintendent Dr. Klingemann eine eindrucksvolle Bismarckrede, in der er betonte, daß Bismarck keinen Krieg ohne Ziel, ohne Gewinn geführt habe, da ein solcher Krieg ein Verbrechen am Volke sei. Man müsse von Bismarck auch lernen, daß die öffentliche Meinung in solcher Zeit etwas Unentbehrliches sei.„Maßhalten wollen wir im Sinne Bismarcks, daß wir soviel Weltmacht haben wollen, um unsere großen Weltaufgaben lösen zu können.“ Mengede, 3. April. Gestern nacht fand auf der Zeche A. v. Hansemann auf der 1. Sohle in einem im Abteufen begriffenen Gesenk eine Explosion schlagender Wetter statt, wodurch 2 Berglente und ein Hülfsarbeiter tödlich verletzt sind. Paderborn, 3. April. Die Diözesanchronik des Jahres 1915 wird veröffentlicht. Danach sind 25 Priester gegenüber 33 im Jahre 1914) gestorben, 36(50) neugeweiht. An der theologischen Fakultät studierten im Winterhalbjahre 33(130); das Priesterseminar zählte 21(38) Alumnen. 207 Theologen sind zum Heeresdienst einberufen; 25 sind gefallen, einer wird vermißt. Im letzten Jahre wurden organisiert: ein Diözesan=Caritasverband, ein Diözesanverband der Müttervereine und ein Diözesanverband der kathol, KrankenhausDie Gründe für Hollands TU. Haag, 3. April. Zu den Gründen, die die energische Haltung der holländischen Regierung herbeigeführt haben, führten in Paris eine falsche Auffassung über die Stimmung in Holland herbei. Die Alliiertenkonferenz in Paris vergrub sich noch tiefer in diesem Irrtum, und aus Paris kam es dann zu einem an sich unverbindlichen Beeinflussungsversuch der holländischen Regierung, der von ihr kräftig und überraschend mit den Maßregeln beantwortet wurde, die jetzt so großes Aufsehen machen. Man kann nach allen Eindrücken dieser Tage sagen, daß der holländische Rechtsstandpunkt in allen Kreisen der Bevölkerung unabhängig ist von den Stimmungen, die dieses Land zu dieser oder zu jener Partei der Kriegführenden hinziehen mögen. Ueber die Lage sind folgende Kombinationen im Umlauf: Die geheimnisvollen Nachrichten, die der Dampfer„Breda“ mitgebracht hat, werden in Verbindung gebracht mit der Abschaffung des§ 19 der Londoner Seerechtsdeklaration durch die gestrige Ordre in Council. Es wird in den Bereich der Möglichkeit gezogen, daß England auf Grund des Rechts der Untersuchung aller nach Holland gehenden Schiffe, das sich die englische Regierung anmaßt, eine so enge Blockade Hollands herbeiführt, daß der Uebergang zu noch ernsteren Maßregeln gegen Holland sich ohne Schwierigkeiten jeden Moment ausführen läßt. Man sagt ferner, daß man in England außerordentlichen großen t auf eine feindliche Stimmung Hollands gegen Deutschland lege, um den ungehinderten Bruch herbeiführen zu können. So sei vielleicht der Fall„Tubantia" und des„Palembang" keine Improvisation des Schicksals, sondern ein Teil der diplomatischen Aktion, die nur durch die sehr kräftige Haltung Hollands bereits in den ersten Anfängen erstickt worden sel. TU. Wien, 3. April. Ueber die Gründe der militärischen Vorkehrungen Hollands kann folgendes authentisch mitgeteilt werden: Die holländische Regierung ließ durch ihr Korrespondenzbüro bekanntmachen, daß die militärischen Vorbereitungen dadurch veranlaßt worden seien und der Ministerrat seine Vorkehrungen deshalb verfügt habe, weil die Regierung Kenntnis erhalten hatte von gewissen, auf der Paviser Konferenz offenbar ausgeheckten Plänen, an der holländischen Küste zu landen. Diese offizielle Mitteilung wurde veröffentlicht, um anderen irrigen Anschauungen entgegenzutreten, die nach dem Bekanntwerden der Beschlüsse des Ministerrats in Umlauf gekommen waren. Diese Beschlüsse des Ministerrats sind einstimmig gefaßt worden. Holland in Not. Während des ganzen Kriegsverlaufs war die Stimmung der Holländer weder ausgesprochen ententefreundlich noch ausgesprochen deutschfreundlich. Von Anfang an überwog die englandfreundliche Richtung, aber nur eine kleine Gruppe unter Führung der Zeitung Telegraph ging so weit, die offene Parteinahme für England zu befürworten. In weiten Kreisen stand das alte Mißtrauen, daß der deutsche Nachbar bei dem schnellen Wachstum seiner überseeischen Handelsinteressen und seinen schmalen Zugängen zum Weltmeere früher oder später versucht sein könnte, die günstig gelegenen holländischen Küsten und Häfen unter seinen Einfluß zu bringen, einem herzlichen Verhältnis zu ihm entgegen, wie es der niederdeutschen Stammesverwandtschaft entsprechen würde. Dazu kam noch gleich bei Kriegsbeginn die Befürchtung, daß der Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien eine Verletzung der holländischen Grenze zur Folge haben könnte. Wenn auch der englischen Versicherung, daß Englands Kriegsgrund der Schutz der kleinen Nationen sei, keineswegs allgemein geglaubt wurde, so hätte doch ein Uebergreifen des Krieges in Belgien auf Holland dazu führen können, sich unter britischen Schutz zu siellen. In dem Maße, wie sich diese Sorge infolge des deutschen, die holl. Selbständigkeit und Unabhängigkeit sorgsam schonenden Verhaltens verminderte, wurde es auch der Regierung im Haag erleichtert, ihre von Anfang an nach allen Seiten hin aufrichtige neutrale Haltung zu behaupten. Es gab keinen Staatsmann und keine Partei in Holland, die nicht in der sehr schwierigen Lage den größten Vorteil in der möglichst langen Bewahrung der Neutralität gesehen hätten. Für Deutschland, das natürliche Hinterland des holländischen Küstenstaates, erwuchs daraus der Nutzen, daß der Handelsverkehr mit Holland zwar unter den vielfältigen englischen Vergewaltigungen der überseeischen Zufuhren litt, aber doch nicht völlig stockte. Bis in die jüngste Zeit hinein haben wir eine beträchtliche Menge von Waren, die wir brauchen, von Holland erhalten und auch deutsche Erzeugnisse dorthin ausgeführt, zum großen Verdruß der englisch-französischen Aushungerungspolitik, die, wie sich kürzlich wieder auf der Pariser Konferenz in der Einsetzung eines Ausschusses zur Verhinderung der Zufuhren nach Deutschland aus neutralen Ländern gezeigt hat, immer noch eine Hoffnung der feindlichen Mächte bildet. Wenn unsere Gegner sich wirklich zu neuen Gewaltmaßregeln, Forderungen an die neutralen Staaten, ihren Handelsverkehr mit Deutschland einzustellen, entschließen sollten, so wäre Holland der erste Leidtragende, der sich Eingriffen in seine Rechte zu fügen oder sich ihrer Aus aller Welt. WTB. Berlin, 3. April. Die nächste Sitzung des Reichstages findet Mittwoch, 5. April, nachmittags um 3 Uhr statt. Auf der Tagesordnung stehen der Etat des Reichskanzlers und des Auswärtigen Amtes. Das goldene Militärjubiläum des Generalobersten v. Eichhorn. bb. Berlin, 3. Apvil. Zum goldenen Militärjubiläum des Generalobersten von Eichhorn überreichte General Lietzmann die Wünsche der Armee des Generalfeldmarschalls von Hindenburg und pries den Generalobersten als einen guten Kameraden. Weiterhin wurde seiner militärischen Erfolge gedacht, als entscheidender Flügel in der Winterschlacht, als Sturmbock von Kowno und als Prellbock in den letzten Wochen, als es darum ging, die russische Entlastungsoffensive abzuwehren. Handschreiben des Kaisers an Immelmann. WTB. Berlin, 3. April. Die glänzenden Erfolge des sächsischen Fliegerleutnants Immelmann haben eine erneute Anerkennung Sr. Majestät durch das nachstehende Schreiben gefunden: ein von neuem meine Leistungen im Lu durch Verleihung des Ordens Pour le merite, meines höchste Kriegsordens, gezeigt habe, welchen Wert ich Ihrer kühnen Tätigkeit beimesse. Großes Hauptquartier, den 31. März 1916. gez. Wilhelm. Schwarzenau(Posen), 3. Sept. Der Güterdirektor Fendrychi aus Opieszyn wurde zu 10000 en Geldstrafe verurteilt, weil er die Höchstpreise für Gerste überschritten und die beschlagnahmte Gerste unbefugt aus dem Bezirk des Kommunalverbandes entfernt batte. mit Waffengewalt zu erwehren hätte. Bisher war das holländische Volk einmütig entschlossen, gegen Verletzungen seiner Landeshoheiten jeder Art und von welcher Kriegsparte sie auch verübt würden, bewaffneten Widerstand zu leisten, und die Gerüchte über allerlei Vorbereitungen zur Mobilmachung, so übertrieben sie auch sein mögen, beweisen doch, daß die Pariser Ankündigungen eine starke Unruhe in Holland hervorgerufen haben und daß der Wille, sich nicht vergewaltigen zu lassen, unverändert geblieben ist. Hollands Vorbereitungen an der Küste. TU. Haag, 3. April. Während die eigentliche Ursache der Krise durch die amtlichen Stellen noch immer geheim gehalten wird, nehmen die militärischen Maßnahmen ihren Fortgang. Aus Garnisonen und Artilleriedepots sind große Mengen Feld= und schwerer Artillerie fortgeführt worden. Diese Transporte wurden auch am gestrigen Vormittaa fortgesetzt. Starke Artilleriemengen wurden an der holländischen Küstenlinie aufgestellt. Dort ist man jetzt auch mit umfassenden Uebungen, den Bau von Unterständen usw. beschäftigt. Die Flußmündungen werden von holländischen Kriegsschiffen bewacht. In Holland ist inzwischen eine sehr merkliche Abschwächung der Geschäftstätigkeit festzustellen. Man hört außerordentlich heftige Ausfälle gegen England. In dieser Hinsicht ist seit dem Untergange der„Tubantia" und der „Palembang“ ein vollständiger Umschwung eingetreien; im übrigen ist die Stimmung gedrückt. Man hört vielfach Vergleiche zwischen Holland und Griechenland; Holland befinde sich zwischen zwei Feuern. Wenn es England zu Willen sei, so habe es Deutschland auf dem Halse. Stelle es sich jedoch gegen England, so werde es seine Kolonien verlieren und binnen wenigen Monaten infolge der englischen Blockade Mangel an Lebensmitteln haben. Scharfe Blockade Hollands. WTB. Rotterdam, 3. April. Der Maasbode hält es nicht für ausgeschlossen, daß die niederländische Regierung durch die Beschlüsse der Pariser Konferenz in eine schwierige Lage kommen kann. In diplomatischen Kreisen hörte das Blatt die Ansicht äußern, daß für die Zukunft eine sehr scharfe Blockade der Niederlande möglich sei. Wie dasselbe Blatt erfährt, haben die Gesandten aller im Haag vertretenen Mächte Besuche im Ministerium des Aeußern abgestattet, um Informationen einzuholen. Es wurde ihnen allen die Versicherung gegeben, daß die getroffenen Maßregeln gegen keine triegführende Macht gerichtet seien. Deutschland und Holland. WTB. Der Berliner Korrespondent der Kölnischen Zeitung schreibt: Die bekannten Vorgänge und Gerüchte der letzten Zeit haben sich, wie die heute aus Holland eingetroffenen Meldun gen beweisen, bei der holländischen Regierung zu einer Auffassung verdichtet, die sie zur Ergreifung gewisser militärischer Maßnahmen veranlaßt. Man hört auch in Deutschland die beste Meinung von der Klarheit und Umsicht, mit der die holländische Regierung jeder möglichen neuen Entwickelung gegenüber im Sinne ihrer Neutralitätsinteressen handelt wird. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Hollanisind, wie erst die jüngsten Verhandlungen in der Tubantia Angelegenheit gezeigt haben, in den Stürmen des Weltkriege: unverändert loyal und freundschaftlich geblieben. Darun herrscht in Deutschland auch das feste Vertrauen, die holl Regierung, von der öffentlichen Meinung des Landes unter stützt, werde mit aller Tatkraft und Zuverlässigkeit, wie bisher auch weiterhin die Neutralität Hollands aufrecht zu erhalten wissen. bb. Ein Mitarbeiter der Kreuzzeitung berichtet: Irgend eine Demarche oder ein Ulrimatum von Seiten des Vierverbandes ist bestimmt noch nicht erfolgt. Es müsse angenommen werden, daß die holländische Regierung anderweitige zuverlässige Nachrichten über die Pläne' des Vierverbandes erhalten habe. bb. In der Täglichen Rundschau wird gesagt, ob England durch den entschiedenen Willen Hollands, sich von seinem einmal gefaßten Plane zurückschrecken läßt, was gegen seine Gewohnheit wäre, die Niederlande mit Gewalt zum Vasallenstaate hinabzudrücken, wird sich bald erweisen. WTB. Amsterdam, 3. April. Der Nieuwe Rotterdamsche Courant stellt in einem Bulletin über die Lage fest, daß die gemeldeten Maßregeln keine Beziehung zu irgend einem diplomatischen Schritt oder einer diplomatischen Forderung und ebensowenig zur Pariser Konferenz haben. Sie wären ledig. lich Vorsichtsmaßregeln, ähnlich, wie sie getroffen wurden, als der Kampf in der Nähe der holländ. Grenze im Gange war. bb. Genf, 3. April. Von verschiedenen Seiten wird gemeldet: Eingetroffene Nachrichten über diplomatische Schritte Hollands und anderer durch den Londoner Blockadebeschluß betroffenen neutralen Staaten lassen die Frage offen, ob die etwaigen in London zu erhebenden Vorstellungen einzeln oder gruppenweise erfolgen sollen. Das Journal de Geneve bemerkt, daß die Erschütterung des allgemeinen Seerechts durch die Entrechtung der Londoner Deklaration die tiefgehende Bewegung in Holland erklärt. Die Spaltung der Sozialdemokratie und das Ausland. WTB. Paris, 3. April. Im„Figaro" bespricht Capus die Aufnahme der Spaltung in der deutschen Sozialdemokratie bei den französischen Sozialisten, welche darin ein Vorzeichen großer Ereignisse sehen wollten.„Für uns aber“, sagt Capus, „bleiben alle Brücken zwischen Deutschland und uns abgebrochen, bis wir unseren Feinden unsere harten Friedensbedingungen diktiert(?) haben. Darum ist diese Spaltung in unseren Augen ein bedeutungsloses Phaenomen, das wir völlig außer acht lassen können. Ein Haase, der weder Sieger noch Besiegte will, ist ebenso unser Gegner, wie seine Freunde im Dienste des deutschen Imperialismus. Ein Friede, wie Haase und Liebknecht ihn wollen, würde für uns die unheilbarste Niederlage sein. Jeder Vergleich mit ihnen wäre ebenso ein Verbrechen, wie ein direkter Vergleich mit dem Feinde. (Diese Sprache wird auch für Haase und seine Freunde deutlich gnug sein. D. Rod.) Will Serbien einen Sonderfrieden? bb. Die Zeitung„Moldawa" meldet, wie der„B. Z.“ aus Bukarest gedrahtet wird: Zahlreiche serbische Abgeordnete bestürmten in jüngster Zeit wiederholt den Ministerpräsidenten Pasitsch mit Fragen über das Schicksal Serbiens. Der Ministerpräsident wich aber einer entscheidenden Antwort aus worüber in den Kreisen der Abgeordneten große Unzufriedenheit herrscht. Man agitiert jetzt gegen Pasitsch und will mit Oesterreich=Ungarn einen Sonderfrieden herbeiführen. 40 Abgeordnete gründeten eine„neuserbische Partei" und beschlossen, Anfangs dieses Monats die Skuptschina nach Aixles=Bains einzuberufen. Dem Vernehmen nach wird der serbische Kronprinz Alexander diese Skuptschinasitzung eröffnen. In der Sitzung wird über die Zweckmäßigkeit eines Sonderfriedens beraten werden. Die serbische Regierung bietet, im Dienste der Entente, alles auf, um die unzufriedenen Abgeordneten von ihrem Vorhaben abzubringen. Um Herd und Vaterland. Kriegsroman von Magda Trott. (Nachdruck verboten.) Sie brach in Schluchzen aus. Günther regte sich nicht. Was sollte das? War ihm die junge Stiefmutter so unendlich gleichgültig oder noch mehr, bewegte ihn ihres Vaters Gram gar nicht? Lore hatte geglaubt, einen Ausruf der Verwunderung, Worte des Mitfühlens von seinen Lippen zu hören, aber nichts von alledem. Als sie erstaunt aufblickte, weil der Gatte noch immer schwieg, sah sie, daß er in Gedanken verloren vor sich hinblickte. Lore erschrak. Was war geschehen? Hatte die schlimme Botschaft dem Verwundeten geschadet? Sie griff nach seinem Arm. „Günther! Was ist dir? rief sie. Erstaunt wandte er sich ihr zu. Und als er ihre Sorge sah, schlang er den Arm um ihren Nacken.„Sei ruhig, Lore", sprach er sanft.„Noch sehe ich nicht klar, noch weiß ich nicht, ob das, was ich soeben dachte, ein Phantasiegebilde oder Wirklichkeit ist. Berichte du mir zunächst, was sich in Münsterwald ereignet hat; vielleicht vermag ich selbst einen Schluß an deine Erzählung anzufügen." Noch immer war Lore zweifelhaft, ob Günther nicht im Fieber sprach. Aber seine Augen blickten so ruhig, er selbst zeigte keine Spur von Erregung, er folgte nur mit der größten Aufmerksamkeit den Worten der jungen Frau. Und Lore berichtete von der französischen Einquartierung, von dem Briefe des Franzosen an die Stiefmutter. Wie Regine dann mit allen Zeichen der Erregung aufgesprungen und davongegangen sei, und wie sie wenige Stunden später den Franzosen in Regines Zimmer angetroffen habe. Sie verschwieg nichts von ihren eigenen, argwöhnischen Gedanken, sie klagte sich an, daß sie, anstatt die unglückliche Regine zu trösten, sie mit allen Zeichen beleidigter Selbstgerechtigkeit von sich gestoßen habe. Wie später die Franzosen Wohnhaus und Sanatorium bewacht hatten, so daß zwischen dem Vater und ihr keinerlei Verbindung mehr möglich war. Sie sprach auch davon, daß Flamang ihr nachgestellt habe, daß sie im Zimmer gefangen gehalten worden sei und nichts mehr von Regine gesehen habe. Auf diesen Tag sei dann der nächtliche Brand und das Erscheinen der deutschen Truppen gefolgt. Am Morgen hätten der Vater und sie Regine vergeblich gesucht. So viel man sich auch erkundigt habe: kein Mensch hatte die junge Frau gesehen, sie sei wie vom Erdboden verschwunden gewesen. „War sie mit dem Franzosen geflüchtet?" fragte Terring. Ein gespannter Ausdruck lag auf seinem Gesicht, er erwartete und fürchtete die Antwort. Verneinend schüttelte Lore das Haupt.„Das ist es ja eben, Günther, weswegen ich mir so bittere Vorwürfe mache", versetzte sie tief bekümmert. Sie bemerkte gar nicht, daß Terring erleichtert aufatmete. „Der Vater hat es nie geglaubt, er wurde sogar sehr heftig, als ich diese Vermutung einmal äußerte, und ich habe sie dann niemals mehr ihm gegenüber ausgesprochen; aber ich selbst war fest davon überzeugt, daß Regine und den Franzosen ein Geheimnis verband, daß sie sich einst nahegestanden hatten und daß diese Beziehungen wieder aufgelebt waren, nachdem ihre Wege sich erneut gekreuzt hatten. Jetzt sehe ich, wie bitter Unrecht ich Regine tat, aber damals bemerkte ich in meiner leidenschaftlichen Erregung nichts von der tödlichen Angst, von der furchtbaren Erregung, die aus ihrem ganzen Wesen sprachen. In blinder Empörung darüber, daß sie meinen Vater täuschte, gab ich ihr harte Worte und wandte mich von ihr, statt die Unglückliche zu trösten."“ Lore berichtete dann über die weiteren Vorgänge in Münsterwald und wie einige Tage danach Flamang als Spion entlarvt worden war. „Und das trug sich zu, wenige Tage bevor der Brief des Försters und die Nachricht von deiner Verwundung bei mir eintrafen. Du weißt nun, Günther", schloß sie, „welche erregten Zeiten hinter uns liegen, welch schwerer Kummer uns zu Boden drückt.“ Während der Exzählung seiner jungen Frau hatte sich in Günther die Überzeugung befestigt, daß er in dem verborgenen Forsthause da oben im Wasgenwalde die Verlorene wiedergefunden hätte. „Eigentümliche Zeiten sind es, die wir durchleben, Lore“, begann er.„Sie geben uns Rätsel auf und lösen sie wieder. Ich vermag dir einen Fingerzeig zu geben, wenn nicht mehr. Vielleicht kann ich dir sogar das Geheimnis erschließen, das euch undurchdringlich erscheint." Mit äußerstem Erstaunen blickte Lore auf Günther. „Du vermöchtest mir über Regines Verbleib etwas zu sagen? Du hast sie gesehen? Sprich, Günther, schnell." „Ja, Lore, ich habe sie gesehen und gesprochen. Wenn uns nicht ein Spiel der Natur narrt, das zwei Wesen gleicher Art formte“, entgegnete Günther. Dann erzählte er der gespannt Aufhorchenden, wie er nach seiner Verwundung von seinen wackeren Leuten bei Tagesanbruch aufgefunden und nach einem versteckt im Walde liegenden Forsthause gebracht worden sei. Dort sei er verbunden und von dem alten Förster und seiner Tochter gepflegt worden, bis die Sanitäter ihn am folgenden Tage abgeholt hätten. Und diese Försterstochter habe Regine so sehr geglichen, daß er sie unbedingt für Regine gehalten haben würde, wenn er diese nicht in Münsterwald geglaubt hätte. Lore unterbrach den Erzählenden:„Sie hatte auch rotgoldenes Haar?“ fragte sie atemlos. „Rotgoldenes Haar, ganz wie Regine.“ „Ihre Augen waren groß und grau und blickten traurig?" „Genau so, Lore." Lore fand kaum Zeit, Fragen zu stellen und die Antwort zu hören. Wieder bestätigte Günther:„Ja, Lore, ganz so wie Regine.“ „Dann war es Regine, Günther, dann ist es Regine“, ge V jubelte Lore auf.„Gottlob, daß wir sie wiederfinden!" Hastig die Uhr hervorziehend, bat sie, wieder in den herzlichen, liebevollen Ton verfallend, den sie dem Gatten gegenüber stets beobachtete: „Du wirst mir nicht zürnen, du Lieber, Guter, wenn ich dich sogleich verlasse. Ich muß noch heute nach Münsterwald zurück. Der Vater muß es wissen, wo er Regine findet. Nicht eine Stunde länger als notwendig soll er in der Ungewißheit bleiben. Du glaubst nicht, Günther, wie tief es ihn getroffen hat." „Tu, Lore, was dein Herz dir sagt", erwiderte er voll Herzlichkeit.„Aber sage mir eines: Warum ging Reginet „Diese Frage kann nur Regine selbst beantworten", versetzte Lore.„Weder der Vater noch ich haben ja seit jenem Tage ein Wort mehr mit ihr gewechselt.“ Schon zweimal hatte die Pflegerin Lore zum Aufbruch jemahnt. Die Besuchszeit war längst vorüber und der Verwundete bedurfte der Ruhe. Noch einmal umschlang Lore den Gatten und küßte ihn herzlich. „Morgen, spätestens übermorgen bin ich wieder bei dir und bringe dich heim nach Münsterwald. Vielleicht ist der Vater dann schon wieder zurück, so Gott will mit Regine." Dann verließ sie das Lazarett, um eilig heimzukehren und dem Vater die frohe Botschaft zu melden. 9. Kapitel. Eben graute der Morgen des ersten Septembertages. Über den Vorbergen der Vogesen zogen die Nebel nach dem Hochgebirge hin, das sie vollständig umhüllten. In tiefer Stille lag das elsässische Land, nur ab und zu unterbrach das Läuten eines Glöckchens die Stille des Morgens. Es rief zur Frühmesse. Seit dem herrlichen Siege bei Metz war immer von neuem frohe Kunde ins Land gedrungen. Der Feind im Westen zog sich vor den gewaltig anstürmenden Deutschen weiter zurück, um schließlich längs der Maas in befestigte Stellungen zu gehen; sogar das gewaltige Sperrfort Manonviller, das den Ruf besaß, das stärkste Fort der Welt zu sein, hatte der Wucht der deutschen Geschütze nicht zu widerstehen vermocht. Aber auch vom Östen her meldete das Hauptquartier eine glückliche Botschaft, grausig und doch glorreich, vernichtend und doch erhebend: die siegreiche Schlacht bei Tannenberg. Der Mann, der in der frühen Morgenstunde in dem Auto saß, das die Landstraße nach der lothringischen Grenze verfolgte, dachte nicht an die herrlichen Erfolge der letzten Tage. Sein Geist war ganz anders beschäftigt. Hoffnung und Zweifel erfüllten ihn. Der Motor raste in höchster Geschwindigkeit, ihm aber schien es, als führe der Kraftwagen im Schneckentempo, denn seine Gedanken eilten weit voraus, nach dem versteckten Forsthause, wo er die verlorene Gattin wiederzufinden hoffte. Fortsetzung folgt. Meine Putz=Ausstellung ist eröffnet und lade ich zum Besuch ergebenst ein. Ich bringe auch in dieser Saison zu bekannt mäßigen Preisen wohl für jeden Geschmack Passendes. Bitte um Besichtigung meiner Schaufenster=Auslagen. Wwe. Herm. Lehmhaus. Für empfehle ich alle Arten Schuhwaren von der einfachsten bis zur vornehmsten Ansführung, nur gutsitzende Formen, in bekannt guten Qualitäten und zu äusserst mässigen Preisen. Hauptstrasse 34. Zur bevorstehenden onfirmatio empfehlen wir von alten Abschlüssen: Einen Posten schwarze u. farb. Meiderstoffe Bute erprobte Qualitäten! Billige Preise! Weisse u. farbige Unterröcke, Reformröcke, Korsetts, Wäsche, Handschuhe, Taschentücher, Schirme usw. Blaue und schwarze sehr preiswert. Friedr. 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Abnahme der Rechnungen und Entlastung des Rechnungsführers. 3. Wahl der Rechnungsprüfer. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Ist die Generalversammlung nicht beschlußfähig, so findet eine halbe Stunde später eine Generalversammlung statt, die beschlußfähig ist. Hierzu: Illustriertes Unterhaltungsblatt Nr. 13.