s. w. tetend uhr. hreten, teter äche ater der tändurch und e 5. igabe nter Abonnements-Preis: 1 M. 50 Pf.(15 Sgr.) Bestellungen werden in der Expedition, ven allen kaiserl. Post-Anstalten sowie von unsern Boten entgegen genommen. Insertions=Gebühr: für die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pf.(1 Sgr.) Reclamen per Zeile 30 Pf.(3 Sgr.) Expedition: Johannisstraße, im Hause des Hrn. Ballauf. Organ für Stadt und Amt Hattingen, Blankenstein, Sprockhövel und Umgegend. Druck und Verlag von Georg Scheu in Hattingen. Nr. 67. Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends. Hattingen, Dienstag, den 15. Juni. Abonnements=Einladung auf die „Hattinger Zeitung“, Organ für Stadt und Amt Hattingen, Blankenstein, Sprockhövel und Amgegend. (Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Samstags.) Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf die„Hattinger Zeitung". Wir werden es uns auch im III. Quartale angelegen sein lassen, den geehrten Lesern unseres Blattes durch gutgeschriebene Leitartikel aus der Feder liberaler Männer, sowie durch ausführliche Berichte über alle wichtigen Tagesbegebenheiten auf politischem, industriellem und commerziellem Gebiete einen reichhaltigen Lesestoff zu bieten. Den Nachrichten aus Westfalen-Rheinland werden wir, wie seither, so auch ferner unsere ganz besondere Aufmerksamkeit zuwenden und durch interessante Rovellen und kleinere Erzählungen auch das Unterhaltungsbedürfniß unserer geehrten Leserinnen zu befriedigen suchen. Der Abonnementspreis beträgt in der Expedition und durch die Boten bezogen 1 Mark 50 Pf. pro Quartal, bei Postbestellungen tritt ein kleiner Aufschlag hinzu. Die„Hattinger Zeitung" ist zu Insertionen ganz besonders geeignet und finden Anzeigen, welche mit nur 10 Pf. per einspaltige Garmondzeile oder deren Raum berechnet werden, weite Verbreitung. Indem wir zu recht zahlreichen Bestellungen hierdurch freundlichst einladen, bemerken wir noch, daß wir allen neu hinzutretenden Abonnenten das Blatt vom Tage der Bestellung bis zum 1. Juli gratis liefern, sowie daß gediegene Beiträge aus dem Publikum stets bereitwillige Aufnahme finden. Hattingen, den 12. Juni 1875. Redaction und Verlag der„Hattinger Zeitung“. iken, Verst der ig eslau tel n derlle sich n, auf likums hungen darauf he des Fenchelcsimile, eingelage ist nn in aus is und ge fraum, i verkaufer les. Ztg. i1. Mrk. sual. 20 betrugen d wobei Prei usnahme v. jöher bezah Rußlands Einfluß in Europa. III. Der Charakter des Russen ist vollständig in dem des Czars Peter ausgeprägt. Der Russe ist anstellig, ahmt leicht nach, aber es fällt ihm schwer, seinen Leistungen Vollendung, innere Güte und Tüchtigkeit zu verleihen. Es fehlt dem Russen der eigentliche innere Halt, der sittliche Kern, die geistige Kraft. Dieser Mangel ist die Folge der dort bis jetzt noch herrschenden geistigen und leiblichen Knechtschaft. Von Natur besitzt der Russe viel Geschick und Neigung für den Handel, aber nur für den kleinen, weniger für großartige, überseeische Unternehmungen. In jenem zeigt er, wie in der Diplomatie und Politik, viel Verschmitztheit, Verstellungskunst und List, überall die Mitgift des Unterdrückten. Im großen Ganzen ist das Volk durchaus roh und ungebildet und kann es auch nicht anders sein in Folge der örtlichen und socialen Mißstände. Für die Volksbildung geschieht dort so zu sagen nichts und kann bei den ungeheuern Ausdehnungen des Landes nichts geschehen. Peter drängte den angesehenen Familien einen äußern Verputz als europäische Bildung auf; Katharina II. verbreitete unter denselben französische Sitten und Bildung, — man möchte lieber sagen: Unsitte und glatte Umgangsform—, mit denselben innerliche Hohlheit und Oberflächlichkeit. Dem Andringen fremder Bildung, so weit sie nicht rein dem praktischen Gebiete angehört, wird entgegengetreten. Die Ausbildung junger Russen im Auslande ist verboten. Die Rechtspflege liegt im Argen; Gewaltstreiche auf ihrem Gebiete sind nicht selten, gleichfalls Erbtheil der Knechtschaft, die keine allgemeine Berechtigung der Bürger Album. Der Mann, der nicht Musik hat in sich selbst, Den nicht die Eintracht süßer Töne rührt, Taugt zu Verrath zu Räuberei und Tücken; Die Regung seines Sinns ist dumpf wie Nacht, Sein Trachten düster wie der Erebus. Trau keinem solchen! Schuldig oder schuldlos? Novelle von Ernst Streben. (Fortsetzung.) Seine Gedanken nahmen jetzt eine andere Richtung. Der Name„Franziska“ hatte alle seit lange schlummernden zarteren und beglückenderen Regungen seines Herzens wieder wach gerufen. Es zog eine süße Beruhigung durch seine Seele, indem er an sie dachte, an sie, deren Erscheinung, gleich bei der ersten Begegnung, sich wie die eines gnadenreichen Heiligenbildes in sein Innerstes gesenkt hatte, um dort unauslöschlich zu ruhen. Je mehr er dies ernste, doch leckenlose Gemüth errieth, je länger er Zeuae ihres stillreundlichen Waltens, ihrer anspruchslosen Güte war, je mehr hatte sich diese erste Empfindung zu einer tiefen, beseligenden Neigung gestaltet. Durfte er, der vom Schicksal so lange Verfolgte, noch auf Glück hoffen? Er, dessen Jugend düster und einsam verstrich, ohne die treue Fürsorge, die leitende Hand eines Vaters, ohne den warmen, verklärenden Schimmer, den die Mutterliebe über die frühen Tage der Kindheit, wie noch in der Erinnerung bis auf die fernste Zeit des Lebens ausströmt?— Zuneigung, Liebe, dieser göttliche Funken, der alle Blüthen des Daseins weckt und hervorruft— wie wenig war diese Liebe ihm entgegen getreten, wie selten, wie flüchtig hatte sie ihn kennt, am wenigsten deren Gleichberechtigung. Aus demselben Mißstande entspringt die brutale Herrschsucht wie die feige Unterwürfigkeit, asiatisch launenhafte Despotie. Alle diese Charakterfehler spiegeln sich ab in dem Verhalten der Russen im Verlaufe des Jahrhunderts von 1764 bis zu unsrer Zeit. Da zeigte sich zunächst die Verschmitztheit in Benutzung der in Polen herrschenden Uneinigkeit zwischen den zahlreichen Adelsparteien. Dort follten die anarchischen Zustände fortbestehen und der einzige Weg versperrt werden, auf welchem Polen zu einer seinem Umfange und der Zahl der Bevölkerung entsprechenden Macht gelangen konnte. Da zeigte sich die Geringschätzung der menschlichen Persönlichkeit, als man russischerseits der Conföderation von Bar mit gewaffneter Hand entgegentrat, die Conföderirten besiegte und die Gefangenen umbringen ließ, um sie nicht bewachen zu müssen. Da zeigte sich die Verstellung auf dem Gebiete der Diplomatie und Politik, welche Maria Theresia und Friedrich d. Gr. dahin brachte, in die Theilung Polens zu willigen. Da zeigte sich die mißtrauische, launenhafte Despotie in Paul's I. Mißregierung, die seinen, wie früher Peter's III. Sturz und die Ermordung beider herbeiführte. Erst in unserm Jahrhundert schien es der glorreichen Regierung Alexander's I. vorbehalten, weit eingreifendere Umgestaltungen für Rußlands Volksleben anzustreben. Allein die Bestrebungen für Ueberführung Rußlands aus der asiatischen Willkürherrschaft in eine europäische Rechtsordnung blieben in den Grundsätzen eines aufgeklärten Absolutismus stecken, ohne zu keimen und Früchte zu tragen. Dieselbe alte Unzuverlässigkeit in der Diplomatie täuschte zuerst das eigene Volk und später noch schlimmer Preußen, welches zum Frieden von Tilsit gezwungen, zwischen den beiden großen Mächbeglückt,— und doch, wie hatte seine Seele immerdar nach ihr gedürstet, so heiß sie begehrt, nach ihr geforscht und gesucht.— Er zerdrückte gewaltsam eine emporsteigende Thräne; seine Brust, nach Erleichterung ringend, stieg hochathmend empor. In vorwurfsvollem Schmerz haftete sein Auge an der Wölbung, dem weilenden Glanz des abendlichen Himmels. Dies versunkene Gestirn des Tages, das segnend seine Bahn vollendete, das noch bei seinem Scheiden so überirdische Farbengluten, so heilige Wehmuth, so süßvertrauende Hoffnung seiner Wiederkehr zurückgelassen hatte;— diese schwellende Frühlingspracht in Gärten und Fluren umher, sanft verhüllt durch den Schleier der Dämmerung, aber offenbart durch Düfte und Formen— wie war alles ringsum so schuldlos, so rein, wie aus der Hand eines liebenden Schöpfers eben hervorgegangen, während der Mensch, umhergetrieben von Glück und Leid, von Sehnsucht und Zweifeln, unklar in seinem Wollen, arm an freudiger Zuversicht, beraubt seiner sonnigen Jugendträume, vereinsamt und sündig durch diese blühende Welt schritt!— War das Gespenst der Reue jemals zu bannen, das drohend und unheilvoll dem Schuldigen nachschlich; das seinen düsteren Schatten warf auf eine sonst tadellose Laufbahn voll redlichen Fleißes und Ringens? Sein Herz schwoll empört in ihm auf. Nein, nein, er war kein Verbrecher, er war nur unglücklich! Bitterer Groll gegen das Geschick wogte in allen seinen Adern, herausfordernd und stolz richtete er das Haupt empor; betheuernd, in murrender Klage streckte sich die Rechte zum Himmel, an dem das Roth allmählig und leise verblaßt war.— Spät erst trat er den Heimweg nach der Stadt, nach seiner Wohnung an. Wie es oft im Leben geschieht, daß auch spröde, wenig sich mittheilende Naturen, durch längeren Umgang mitFür die Redaction verantwortlich: K. Sintermann in Hattingen. 1875. ten Frankreich und Rußland eingekeilt, an beide den größern Theil seines Besitzes verlieren mußte. Als aber Preußen aus sich selbst heraus neue Kräfte entwickelte und durch seine Erhebung gegen Napoleon die in ihm wohnende Kraft zeigte, wurde Rußland genöthigt, Preußen gegenüber die doppelgängige Politik für einige Zeit fahren zu lassen, wenngleich immerfort während der Kriegführung gegen Frankreich im Jahre 1813 die russische Unzuverlässigkeit dem alten Blücher die Galle aufregte, daß er vor Zorn und Eifer aus der Haut zu fahren meinte. Kaum bedurfte man nach Napoleons Sturze der Völker und ihrer Willenskraft nicht mehr, als Alexander die frömmelnde und reactionäre Richtung einschlug und den König von Preußen, sowie den Kaiser von Oesterreich dafür gewann. Seitdem wurden die mit Rußland in Berührung kommenden Staaten, namentlich aber die, auf welche der österreichische Minister Metternich irgend welchen Einfluß gewann, mit unendlichen Repressivmaßregeln heimgesucht. Alexander war der Erfinder der„Heiligen Allianz", Metternich der Erfinder des„Stabilitätssystems". Durch die Congresse zu Aachen, Karlsbad, Verona u. s. w. wurden die Maßregeln der Censur, die Ueberwachung der Universitäten eingeführt, nach allen Seiten die freie Bewegung des Geisteslebens unterdrückt. Das Wartburgfest, die Ermordung Kotzebue's, der durch schonungslosen Spott und Hohn über die Begeisterung für Freiheit und Vaterland und durch seine heimliche Wirksamkeit für Rußlands Einfluß die Achtung der Edlen seiner Zeit verloren, den Haß der Jugend gegen sich geweckt hatte, riefen die Karlsbader Beschlüsse hervor. Seitdem blühte in ganz Europa nach Rußlands Vorgange die geheime Polizei, die selbst den gewöhnlichen Verkehr hemmte; Untersuchungen wegen demagogischer Umtriebe wurden veranstaltet u. s. w. Damals verfielen die edelsten Männer Deutschlands, unter ihnen E. M. Arndt, der Verdächtigung und Verfolgung. Unzählige offizielle und nichtoffizielle Demagogenriecher brachten Beargwöhnung, Anklage und Verfolgung gegen Professoren und Studenten zu Stande, die alle keine Ausbeute für die strafende Gerechtigkeit ergaben, wenngleich schwere Verurtheilungen ausgesprochen wurden. Parlamentaxische Nachrichten. Berlin, 11. Juni. Abgeordnetenhaus. Ohne Debatte werden in dritter Lesung angenommen die Gesetze betreffend die Zinsgarantie für eine Prioritätsanleihe der Münster=Enscheder Eisenbahngesellschaft, die Vereinigung von Landgemeinden mit den Städten Spandau und Flensburg. Das Gesetz bezüglich der Ermächtigung zur Bestreitung der Kosten für das Ober=Verwaltungsgericht wird in erster uno zweiter Lesung nach Antrag der Budget=Commission angenommen. Es folgen einige Petitionen, welche durch Tagesordnung erledigt werden. Es folgt der Bericht der Justiz=Commission über die Petition eines Buchhändlers A. Stein in Werl wegen ungesetzlicher Vornahme einer Haussuchung. Petent wünscht Ertheilung einer Rüge an den Bürgermeister Fickermann einander vertraut geworden, sich, durch die stille Macht der Gewohnheit bezwungen, gegenseitig näher treten und allmälig die Schranke der Zurückhaltung, des Vorurtheils fallen lassen, um dann, von Stufe zu Stufe weiter schreitend, unmerklich zur Theilnahme, zum Wohlgefallen überzugehen: so war es im Wellmann'schen Hause, selbst mit der Gebieterin desselben. Nach uno nach hatte auch sie die Gesellschaft Bertholds, die sie anfangs nur geduldet, lieber gewonnen. Er kam häufig, fast täglich, und seine Gegenwart unterbrach auf angenehme Weise die Einförmigkeit des gewohnten Zusammenlebens der ohnehin in ihrem näheren Umgang wählerisch sich beschränkenden Familie. Frau Wellmann hatte zwar ihre Kaffee= und Theekränzchen, die sie regelmäßig besuchte,— schade genug, meinte sie, daß Franziska sie so selten dahin begleitete— aber es war der etwas bequem häuslichen Frau doch recht erwünscht, daheim eine so zusagende und auf leichte Weise anregende Unterhaltung durch den Gast zu finden, der sich, zu ihrer großen Verwunderung, im Lauf der Zeit als ein höchst anziehender Gesellschafter auswies. Selten nur noch kam das isolirende Schachspiel an die Reihe. Abends liebte es der alte Herr, sein von alters gewohntes Pfeischen schmauchend, den interessanten Erzählungen des so schnell gewonnenen Bekannten, seinen Erlebnissen und Beobachtungen in der Fremde zuzuhören; selbst dann, wenn das Gespräch zwischen diesem und der Tochter, wie zuweilen geschah, auf ein anderes Gebiet als das der bloßen Unterhaltung hinüber schweifte und Gegenstände berührte, wie sie den Interessen des Geistes, den Anforderungen und Fragen einer stets näher und dringlicher an jeden Theilnehmenden herantretenden Gegenwart nahe lagen; oder selbst wenn sich beide, mit durch gegenseitige Anregung gesteigertem Genusse in die Werke der Literatur und Dichtkunst vertieften. Von seinem Lehnsessel aus gab er mit derl. Das Haus beschließt Zurückverweisung der von an die Justiz-Commission zur Feststellung, ob wirklich eine Haussuchung oder, wie der Regierungs=Commissar behauptet, eine Beschlagnahme Statt gefunden habe. Der Antrag v. Lyskowski und Genossen betreffend die Anwendung der polnischen Sprache als Unterrichtssprache in den Volksschulen wird abgelehnt. Eine Petition aus Bärwalde in der Neumark betreffend das Gemeindewesen wird auf Antrag Lutteroth der Regierung überwiesen. Ferner werden drei Petitionen betreffend das Unterrichtswesen, die eine vom Magistrat von Liegnitz, die andere von Dr. Alsleben, die dritte aus Braunsberg, erledigt. Berlin, 11. Juni. Das Herrenhaus erledigte mehrere kleine Gesetze und berieth das Gesetz betreffend die Vermögensverwaltung in den katholischen Kirchengemeinden. Referent Dernburg, Cultus=Minister Falk, Wever für den Beschluß des Abgeordnetenhauses, den Pfarrer vom Vorsitz im Kirchenvorstande auszuschließen. v. Slaski, Graf Lippe, Graf Landsberg gegen Gesetz und Beschluß des anderen Hauses. Schließlich wird das Gesetz übereinstimmend mit dem Abgeordnetenhause genehmigt. Deutschland. Berlin, 10. Juni. In den ultramontanen Adelskreisen am Rhein und Westfalen soll sich neuerdings wieder eine ungemeine Rührigkeit für die carlistische Sache kundgeben. Die Sammlungen zu Gunsten des Don Carlos werden eifrigst betrieben und auch für die carlisten Anleihescheine werden Abnehmer gesucht. Das Centralcomite für die carlistische Sache scheint sich übrigens nicht in Deutschland, sondern in Oesterreich und zwar speciell in dem Palais des Erzherzogs von Modena zu befinden, wo die Fäden der carlistischen Umtriebe auf dem Continent zusammenlaufen. Die Fischer an der deutschen Nordseeküste beklagen sich schon wieder über das herausfordende, so räuberische Auftreten ihrer englischen Collegen, die sogar in die dem deutschen Strande nahe gelegenen Fischergründe dringen, deren Befahren ihnen ausdrücklich verboten ist. Die Admiralität dürfte sich in Folge dessen veranlaßt sehen, wie auch schon im vorigen Jahre, ein Kanonenboot zum Schutze unserer Fischerei an der deutscheu Nordseeküste zu stationiren. Man entspricht damit nur dem von England gegebenen Beispiel, welches z. B. von Neufundland und den Hebriden die auswärtigen Schiffer oft mit Gewalt fernzuhalten sucht. — Sicherem Vernehmen nach hat der Reichskanzler Fürst Bismarck durch kaiserliche Verordnung vom 4. Juni einen nachgesuchten Urlaub: auf unbestimmte Zeit erhalten. Die Staats=Minister v. Bülow, Camphausen, und Delbrück sind mit der Vertretung des Reichskanzlers betraut; der Kaiser hat sich vorbehalten, in besonderen Fällen auch während des Urlaubs sich seines Rathes zu bedienen. — Die Summe der Zeichnungen auf die Reichsbank ist jetzt bekannt geworden. Sie beträgt 890,568,000 Mark; die verlangte Summe von 60 Millionen ift also beinahe um das 15fache überzeichnet. Bringt man in Anschlag, daß von diesen 60 Millionen eigentlich nur 40 zur Zeichnung aufgelegen haben, da 20 Millionen sich bereits vorher in Form von preußischen Bankantheilen, denen nach§. 61 des Bankgesetzes ein Vorrecht vorbehalten war, in festen Händen befanden, so stellt sich eine Ueberzeichnung um das 22½ fache heraus. — In der heutigen Sitzung der nationalliberalen Fraction wurde von einem Vorstandsmitgliede der Wunsch des Präsidenten v. Bennigsen mitgetheilt, nach welchem die Fractionsmitglieder nicht vor Ende der Woche abreisen möchten, weil ohne Zweifel Montag oder spätestens Dienstag der Landtagsschluß stattfinden dürfte. Aus diesem Anlaß wurde das Fractionsdiner der nationalliberalen Partei auf Montag angesetzt. Die Unterschriften sind heute im Hause gesammelt worden. Der Gesetzentwurf über Erhöhung der Brausteuer, dessen Ausarbeitung der Bundesrath den Ausschüssen für nach der„Magd. Z." von der Verdoppelung des bisherigen Steuersatzes ausgehen. Das königliche Provinzial=Schulcollegium hat verfügt, daß die höheren Lehranstalten am 18. Juni die zweite Säcularfeier der Schlacht bei Fehrbellin festlich begehen sollen. Voraussichtlich wird auch in den Elementarschulen eine entsprechende Feier veranstaltet. Kiel, 10. Juni. Die Panzerfregatte„König Wilhelm“, „Kaiser",„Kronprinz" und der Aviso„Falke“ gingen heute Mittag nach Travemünde. Dieselben werden dem schwedischen Geschwader, mit dem sich König Oscar morgen nach Malmoe begiebt, das Geleite geben. Fulda, 10. Juni. Aus glaubwürdiger Quelle vernimmt die„Magdeb. Ztg.“, daß der einstmalige Bischofscandidat Pfarrer Kleespieß von Orb bei der Bezirksregierung zu Kassel die im Gesetze vom 22. April d. J. vorgesehene Erklärung abgegeben hat, worauf ihm sofort die Auszahlung der eingestellten Leistungen aus Staatsmitteln zu Theil geworden ist. Gutem Vernehmen nach sollen sich auch die übrigen Geistlichen der annectirten bayerischen Gebietstheile zu diesem Schritte entschlossen haben, da ja die kirchenpolitischen Gesetze ihres früheren Vaterlandes noch viel weiter gingen als diejenigen des preußischen Staates. Weimar, 10. Juni. Der König von Schweden ist heute um 10½ Uhr nach Lübeck abgereist, nach herzlicher Verabschiedung von der großherzoglichen Familie. Darmstadt, 10. Juni. Der Kaiser von Rußland ist mit der Königin von Würtemberg in Jugenheim angekommen. Hier wurden sie vom Großherzog, von dem Prinzen und der Prinzessin Karl und vom Prinzen Heinrich von Hessen begrüßt. Zoll=, Steuer= und Rechnungswesen übertragen hat, soll Der„Augsh. A. Z.“ schreibt man aus Wien: Ein weit größeres Gewicht als auf die Begegnung des Erzherzogs Albrecht mit dem Kaiser von Rußland wird auf den Besuch gelegt, welchen er dem deutschen Kaiser und der Kaiserin Augusta abzustatten sich anschickt. Ob mit Recht oder mit Unrecht, der Erzherzog gilt als die Seele der deutschfeindlichen Richtung der österreichischen Politik, und wenn er gleichwohl jetzt einer persönlichen Begegnung mit dem Kaiser Wilhelm nicht allein nicht ausweicht, sondern sie sucht, so ist das sicher der deutlichste Fingerzeig, daß das Einvernehmen mit Deutschland auf den festesten Grundlagen ruht, und daß kein österreichischer Patriot— und der Erzherzog Albrecht ist für alle österreichischen Patrioten von jeher ein leuchtendes Vorbild gewesen— noch an ihm zu rütteln übernimmt. Es dürfte übrigens schon heute feststehen, daß bei den großen Herbstmanövern in Schlesien der Erzherzog sich an der Seite des deutschen Kaisers befinden wird. Brüssel, 10. Juni. Der„Moniteur“ veröffentlicht ein Rundschreiben des hiesigen Generalprocurators an die kgl. Procuratoren, worin die Letzteren auf das jüngst vom Justizminister erlassene Rundschreiben betreffs Störung der öffentlichen Ruhe besonders aufmerksam gemacht und angewiesen werden, alle diejenigen, welche Störungen der Ruhe veranlassen würden, sofort vor die Gerichte zu stellen, auch ihm von Schriftstücken oder Reden, in denen eine vom Gesetz mit Strafe bedrohte Handlung gefunden werden könnte, sofortige Kenntniß zu geben. Brüssel, 11. Juni. Der Bischof von Namur hat, wie das„Lütticher Journal“ und„Meuse“ melden, auf einer Rundreise abermals über die„Kirchenverfolgung“ in Deutschland gesprochen.„Meuse“ und„Echo du Parlement“ werfen deshalb den Bischöfen Mißachtung der internationalen Rücksichten vor, trotz ausgesprochener Mißbilligung des Ministeriums und der Kammern. Bern, 11. Juni. Der große Rath des Cantons Bern hat mit 176 gegen 29 Stimmen beschlossen, in die Berathung des von dem Regierungsrathe vorgelegten Gesetzentwurfs betreffend die Sicherstellung des confessionellen Friedens einzutreten. Den Recurs der Berner Regierung gegen den Beschluß des Bundesrathes auf Aufhebung des behaglichem Kopfnicken Billigung und Antheil kund, oder warf seine Einwände und Bedenken zwischen die Unterhaltung, versank auch wohl, wenn es die Gelegenheit so mit sich brachte, auf Zwischenmomente in den füßen Zustand traumseliger Vergessenheit alles Irdischen, aus welchem er dann mit irgend einer kurzen Phrase und dem Gefühl sich herrlich amüsirt zu haben, hervortauchte. Das Mädchen benahm sich offen und traulich gegen Berthold. Der ganze Reichthum ihres tiefen Gemüthes entfaltete sich ihr unbewußt in seiner Nähe, ja eine gewinnende Anmuth, die sonst ihrem zurückhaltenden Wesen fremd war, umfloß mit fesselndem Reiz ihre Erscheinung. Frei von beengender Scheu gab. sie sich wie sie war; warmfühlend, erfüllt von glühender Begeisterung für das Schöne Gute. Sie fürchtete nicht mißverstanden zu werden; sie fühlte aus Instinkt, daß sie diesen Augen vertrauen dürfe, die mit so errathendem Verständniß, so treuherziger Theilnahme den ihrigen begegneten. Uebernahm der Freund doch, als wenn sich dies von selbst verstände, die berathende und meist entscheidende Stimme in allen kleinen Vorfällen und Angelegenheiten, wo sie selber sich ungewiß fühlte. Fortsetzung folgt.) verheirathet. Novelle aus einem Frauenleben. I. „Es ist abscheulich, eine wahre Profanation!" rief Fräulein Helmine Leyen mit einem Blicke tiefer Entrüstung, und legte unwillig Shawl, Hut und Sonnenschirm bei Seite, denn sie kam so eben von einem Spaziergang zurück. „Was hast Du denn, Helmine? Worin besteht denn die Profanation?" fragte ihr Bruder. „Du erinnerst Dich doch jenes wunderhübschen Gartenhauses, welches Papa am Fuße der Straße nach Hellborn besitzt?" fuhr Helmine fort. „Allerdings,“ erwiderte Willibald;„ich sah es erst gestern und freute mich darüber, daß es noch ganz im alten Zustande geblieben ist— eines der wenigen Dinge in dieser Gegend, die die Cultur, welche alle Welt beleckt, noch unverändert gelassen bat. Die Rebe rankt noch immer an den Wänden empor, die hohen Nußbäume rauschen dahinter im Wind, die Rosen blühen noch so frisch wie ehedem, und die Hecke ist noch so grün wie damals, wo Du und Amalie und unser armer verstorbener Reinhold und ich auf der Treppe vor dem Häuschen spielten und unsere gute alte Amme Martha mit ihrem Strickzeug unter dem Vordach saß!" „Wie langweilig bist Du doch mit Deinen alten Erinnerungen, Willibald!“ fiel ihm seine Schwester in die Rede.„Was für ein Vergnügen Du nur daran haben kannst, immer wieder auf jene alten Zeiten zurückzukommen, die Alle außer Dir vergessen haben, vermag ich nicht zu errathen. Ich bin überhaupt heute in keiner sentimentalen Laune, denn für mich knüpfen sich keine besonders zärtlichen Erinnerungen an dieses Häuschen; aber man sieht es von den Fenstern des Salons unseres neuen Landhauses aus, und man kann sich nichts Malerisches denken, als das kleine Gartenhaus mit seinem Schindeldach und seinen weißgetünchten, weinumrankten Wänden, gerade am Fuße jenes schattigen Waldwegs. Es freute mich immer, daß Papa das Gartenhaus verschonte und für sich behielt, als er jenes Grundstück an die neue Fabrik verkaufte; aber um so unbegreiflicher ist mir der Gebrauch, den er jetzt von dem Häuschen macht..." „Nun, was ist denn damit?" fragte Willibald neugierig. „Denke Dir, Bruder, der Schaffner hat das Häuschen Ausweifungsbeschlusses wider die zurasischen Gerstlichenf wei hat der große Rath in einer außerordentlichen Sitzung an täglichi eine Commission von 7 Mitgliedern verwiesen, welche, wie bereits verlautet, sich für den Recurs aussprechen wird. Paris, 9. Juni. Dem„Français" ist der Segen des Papstes zu Theil geworden. Er macht aber nicht viel Aufhebens davon, sondern versteckt diese Nachricht unter allerlei unwichtigen Mittheilungen in einem Winkel Blattes.— Gestern wurde im Stadtviertel Gros Cailloy der Leichnam eines bejahrten Mannes aus der Seine gezogen. Seiner Kleidung und seinem Ordensbande nach schien der Ertrunkene ein höherer Officier zu sein, und in der That erkannte man bald in ihm den General Soignet Der Bischof von Versailles war vor zwei Tagen beim Marschall Mac Mahon, um ihn zu bitten, daß die große Revue über die Paris=Versailler Garnison nicht an einem Sonntag Statt finde. Der Marschall schlug dem Bischof aber seine Bitte ab, indem er ihm bedeutete, daß es zu großen Scandal erregen werde, wenn er Gegenbefeb gebe. Der Vischof sah dies auch ein, nahm aber dem Marschall das Versprechen ab, daß er in Zukunft die Sonnund Feiertage heilig halten werde. Eisenindustrie liegt schwer darnieder. Viele Sachverständige glauben, da der am 1. Januar 1877 eintretende gänzliche Fortfall der jetzt geltenden Eingangszölle ihr abermals einen gewaltigen Schlag versetzen werde und bemühen sich deshalb, die gesetzgebenden Körperschaften zu bewegen, den Termin für die Aufhebung des Zolles angemessen hinauszuschieben, um in der Zwischenzeit die inländischen Werke wieder erstarken zu lassen. Dieses praktische Ziel kann nur erreicht werden wenn in ruhiger, besonnener Weise der Reichsregierung und dem Reichstage die Nothwendigkeit der vorgeschlagenen Maß regel nachgewiesen wird. Jeder Sache wird aber durd nichts mehr als durch Uebertreibung und wüste Agitatio geschadet. Unter diesem Gesichtspunkte mußte die Immediat Eingabe, welche Herr W. Funcke in Hagen neulich au einer von ihm nach Barmen einberufenen Fabrikantenver sammlung an Se. Majestät den Kaiser beschließen ließ scharfen Tadel erfahren. Diesem giebt die„Nationa zeitung“, das hervorragendste Organ der großen nationa liberalen Partei, oyne deren Unterstützung in Sachen des Eisenzolles im Reichstage absolu nichts auszurichten ist, Ausdruck in einem Leitartike den wir bei der Wichtigkeit der Sache gerade für unseren Leserkreis abzudrucken uns gestatten: Eine schutzzöllnerische Petition. Unsere Schutzzöllner haben sich plötzlich mit einer Heftigkeit in die Agitation gestürzt, welche vielleicht die Besorgniß erwecken könnte, daß in der That ein Erfolg nicht ganz unmöglich sei— wenn nicht umgekehrt diese Heftigkeit ihnen, allem Anscheine nach, die dazu unumgänglich nöthige Besinnung vollständig zu nehmen schiene. Dieses vielleicht extrem klingende Urtheil ist doch noch der mildeste Ausdruck, den wir für ein aus Barmen, 4. Mai, datirtes Actenstück finden können, welches in der Form einer Petition an Se. Majestät den Kaiser auftritt, unterzeichnet von den„Fabrikanten von Berg und Mark“. Ob diese Petition wirklich abgeschickt ist, wissen wir nicht; doch wenn dies auch nicht der Fall sein sollte, so werden doch die Eisen=Zollschutzinteressenten, in deren Namen sie auftritt, Mühe haben, sich von dem bösen Eindruck, den sie in allen unbefangenen Kreisen hervorbringen muß, rein zu waschen. Die Petition bittet, der Kaiser möge geruhen, anzuordnen, daß dem nächsten Reichstage nicht nur eine Vorlage behufs Erhaltung, sondern auch einer anderweitigen Regulirung der Zölle für alle Eisen= und Stahlwaaren derart vorgelegt werde, daß die Herstellungskosten und Preise mehr wie bisher zur Berücksichtigung gelangen und daß bis dahin durch kaiserliche Ordonnanz ein Zollsatz von fünf Mark pro Zollcentner für alle Eisenwaaren unter ein Ko. pro Stück wiegend und für feinere Werkzeuge(Remscheider Artikel) ein Zollsatz von zehn Mark eingeführt gu und die Wetes d. seiner Fe werfen“. Dir Zollsätze Weg" di werde. ihren Gu bar dara dem kna Noth thi leb auf diese worden i so entspr der Petit treffs der Jahrhun Redensar Eisenindi fen ist, läuft, ge getreten, bilitätg weiter: „De der franz Zollermé von 10 Thlr., a vernichte welcher aus der die franz nehmbar, politische Vertrag Hät uns, wi Eisenfabnach den der Welt zwischen als ihm liche Zoll Himmel im Herb nehmbar großen Geschicht sagen! ernster1 Ende au Her was er zeitung" sachen vo so kann Unwissen damalige 1864 di klärt. muß wi zum Mé des nän Juni 18 1864 w Minister der Heyd Dergleid handelsp richten an einen Schuhmacher vermiethet, der nun den ganzen Tag darin schustert, und dessen Hammerklopfen in stillen Sommerabenden bis zu unserem neuen Landhause herüberdringen wird, wie uns der Geruch von Leder, Pech, Kohl und Zwiebeln erfreuen dürfte, wenn der Wind von jener Seite her weht! Da aber Dein Gedächtniß so hartnäckig an ferneliegender Vergangenheit festhält, Bruder, so besinne Dich nur, daß es einst Mode war, Spaziergänge nach Amme Martha's Erdbeerbeeten zu veranstalten, dort Erdbeerkaltschale zu essen und sie über ihre Reinlichkeit und freundliches Benehmen zu loben; jetzt aber kann ich nie mehr wagen, eine Freundin mit dort hinzunehmen, wenn uns nicht die Erscheinung eines gemeinen Mannes in Hemdärmeln, schmieriger Lederschürze und mit einem Leisten in der Hand, und eines schlampigen Weibes geniren soll, das mit offenem Munde und in die Seite gestemmten Armen uns anstarrt, wenn wir vorübergehen!" Willibald Leyen brach in ein lautes Gelächter aus. „Aha!“ rief er,„nun verstehe ich Dich endlich. Dein Stolz empört sich also darüber, daß ein Schuhmacher sich zwischen den Wind und Deine Vornehmlichkeit gesetzt hat, und du hälst diesen Schuster für einen sehr unpassenden Appendix zu dem neuen Landhause, welches Papa erbaut hat! Woher kommt denn so plötzlich dieses dünkelhafte Vorurtheil gegen einen armen Handwerker? Etwa daher, daß unser Großvater selbst einst Pechdraht und Leist gehandhabt hat? oder ist Dir das Bewußtsein abhanden gekommen, daß wir im Grunde eben auch nur Bürgersleute sind, die vor unserem Herrgott um kein Haar mehr gelten, als der erste beste Gevatter Schneider und Handschuhmacher?" „Der Herr Bruder hat ganz eigenthümliche Ansichten und Grundsätze aus dem Auslande mitgebracht!" rief Helmine etwas gereizt;„ich bin zwar weit entfernt, unsern bürgerlichen Ursprung zu vergessen, der leider einmal eine eststeher es einen und uns uns, sein den Bes Mein Se Vaters, Bildung Volke se Wi ster fest Beweggi sind me auf die Pochen Nothbeh beschönig sen 9 meiner, Gegenth seine B. gewährt sie sage diese B wirst D „daß d stehen z I mag zu von ein andern kann es jungen inga se, wie ird. Segen ht viel unter el Taillou ne genach und in oignet. 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Und unmittelbar darauf fahren sie noch fort,„diese Bitte halte sich in dem knappsten und allerbescheidensten Maße dessen, was Noth thue". Uebersteigt sonach die Petition selbst Alles, was bisher auf diesem Gebiete von verblendeten Interessenten geleistet worden ist, so lange es constitutionelle Verfassungen giebt, so entspricht dem vollständig die Motivirung durch die in der Petition entwickelte ganz unglaubliche Unwissenheit betreffs der allerbekanntesten Thatsachen. Nachdem vom 15. Jahrhundert beginnend, ein freilich nur aus oberflächlichen Redensarten bestehender Rückblick auf die Entwicklung der Eisenindustrie in den Landschaften Berg und Mark geworfen ist, welche auf die merkwürdige Behauptung hinausläuft, gerade mit dem Jahre 1865 sei der Zeitpunkt eingetreten, wo für viele industrielle Anlagen an eine Rentabilität gedacht werden konnte, heißt es in der Petition weiter: „Da kam 1800, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, der französische Handelsvertrag, der mit seinen enormen Zollermäßigungen, namentlich auf die meisten Stahlwaaren von 10 auf 22 Thlr., auf Eisenwaaren von 6 auf 1 ½3 Thlr., alle früheren Berechnungen illusorisch machte und vernichtete. Der damalige Handelsminister, Herr v. d. Heydt, welcher unsere industriellen und mercantilen Verhältnisse aus der Praxis heraus auf das Genaueste kannte, erklärte die französischen Forderungen im Herbst 1864 für unannehmbar, und dennoch erwiesen sich im Februar 1865 die politischen Gründe stärker als diese Ueberzeugung, und der Vertrag wurde per 1. Juli acceptirt. Hätten wir diesen Satz nicht schwarz auf weiß vor uns, wir würden es nicht für wöglich halten, daß die Eisenfabrikanten von Berg und Mark kaum zehn Jahre nach dem Inslebentreten des französischen Handelsvertrages der Welt zu erzählen wagen, der bereits am 2. August 1862 zwischen Preußen und Frankreich abgeschlossene Vertrag sei, als ihm endlich nach Jahre langen Verhandlungen sämmtliche Zollvereinsstaaten beitraten, wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommen, und der Minister v. d. Heydt habe noch im Herbst 1864 die französischen Forderungen für unannehmbar erklärt! Was will gegen diese Entstellung eines großen politischen Ereignisses von vor zehn Jahren alle Geschichtsfälschung betreffs vergangener Jahrhunderte besagen! Man fieht, unsere Schutzzöllner nehmen es nicht ernster mit der Verfassung, wie mit der Geschichte und am Ende auch mit der Volkswirthfchaft! Herr Funcke moge aus vorstehendem Artikel ersehen, was er mit seiner Petition angerichtet hat. Die„Nationalzeitung“ wirft ihm direct„Entstellung“ historischer Thatsachen vor. Mag diese Anschuldigung auch zu weit gehen, so kann man dem betr. Schriftstücke doch den Vorwurf der Unwissenheit nicht ersparen, insofern behauptet wird,„der damalige Handelsminister“ von der Heydt habe im Herbste 1864 die französischen Forderungen für unannehmbar erklärt. Wer unserer neueren Geschichte etwas gefolgt ist, muß wissen, daß der verstorbene August von der Heydt bis zum März 1862 Handelsminister, dann bis zum September des nämlichen Jahres Finanzminister, von da ab bis zum Juni 1866 aber ganz aus dem Amte war. Im Herbste 1864 war Graf Itzenplitz Handelsminister, Delbrück sein Ministerialdirector, während der Staatsminister a. D. von der Heydt in seiner Villa am Schafgraben der Ruhe pflegte. Dergleichen Thatsachen muß man kennen, wenn man Adressen handelspolitischer Natur verfassen und damit etwas ausrichten will.(Westf. Ztg.) Westfalen=Rheinland. Cattingen, 14. Juni. Nach einer amtlichen Bekanntmachung der Königl. Kreis=Ersatz=Commission zu Bochum vom 8. d. M. befinden sich unter den Reservisten und Landwehrmännern, sowie Ersatz=Reserven I. Classe unseres Kreises, deren Gesuch um einstweilige Zurückstellung in der Sitzung am 11. und 12. Mai c. als begründet anerkannt wurde, folgende Mitbürger unserer Stadt: „Rudolph Anger, Ernst Heinrich Dellmann, Theodor Deutz, Gustav Drenhaus, Fritz Feuerstein, Reinhold Mainz, Heinrich Rusche, Heinrich Wilh. Sintermann, Friedr. Vorberg, Heinrich Gustav Weber, Gustav Adolph Probst, Heinr. Schumacher und Friedr. W. Wenner.“ Aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, 11. Juni. Um für das Turnen in den Volksschulen auch ältere Lehrer, die im Seminare nicht turnerisch ausgebildet sind, zu befähigen, hat der Cultusminister wieder, wie im Jahre 1866, einen Turncursus an einem westfälischen Seminare eingerichtet, an dem namentlich ältere Lehrer theilnehmen sollen. Elberfeld, 12. Juni. Herr Musikdirector Julius Langenbach ist von dem Kaiser von Rußland bei dessen Abreise von Ems mit einem wahrhaft kaiserlichen Geschenk bedacht worden, bestehend in einem Ring von sehr beträchtlichem Werthe(Smaragd mit 16 Brillanten à jour gefaßt) und einer Anweisung auf„fünfzehnhundert Mark“. Letztere Summe hat Herr Langenbach den Mitgliedern seiner Capelle zur gleichmäßigen Vertheilung überwiesen. Am 9. d. fand eine Matinée derselben bei dem deutschen Kaiser statt. Barmen, 11. Juni. Ein 13jähriger Junge, der sich heute Mittag über die Bürgerbrücke nach der Gewerbeschule begeben wollte, wurde von einem an den dortigen Neubauten arbeitenden Maurer ohne jegliche Veranlassung mit einem halben Ziegelstein derart an den Kopf geworfen, daß er aus einer großen Wunde blutend ohnmächtig am Boden lag und von einem Mitschüler nach Hause gebracht werden mußte, während der Unmensch, der in der Nähe stand, weder Hand noch Fuß rührte.— Ein rohes Bubenstück ist gestern in einer hiesigen Restauration verübt worden. Es spielten dort mehrere Fabrikarbeiter ungefähr eine Stunde Billard, worauf dieselben sich entfernten. Kurze Zeit darauf machte der Wirth die Entdeckung, daß das Billardtuch rund herum unter den Banden durchschnitten, also vollständig unbrauchbar gemacht worden war. Bergheim, 10. Juni. In das Klagelied der Eifeler Landbevölkerung über den großen Schaden, welchen die überhand nehmenden Wildschweine anrichten, wird nächstens unsere Landbevölkerung einstimmen können. Unter dem Schutze der dichten Fichtenwaldungen, wie solche besonders in der Nähe der Ortschaften Ichendorf und Königsdorf angelegt sind, vermehren sich diese Bestien in einer geradezu besorgnißerregenden Weise. Dieser Tage hatte ein Spaziergänger Gelegenheit, nicht weniger als zwölf Frischlinge bei einer durch seinen Hund aufgejagten Sau zu zählen. Hoffentlich wird die königliche Regierung dem Antrage des Abgeordnetenhauses gemäß demselben recht bald eine Gesetzesvorlage machen, wodurch das Schwarzwild unter die Klasse der„vogelfreien Raubthiere“ gezählt und der bedrängten Landbevölkerung das Recht gegeben wird, sich selbst Hülfe gegen diesen großen Feind ihrer Aecker zu verschaffen. Köln, 11. Juni. Die zum Aufhängen der Kaiserglocke nothwendige Achse wird binnen acht bis zehn Tagen von der Kölnischen Maschinenbau=Gesellschaft fertig gestellt sein. Dieselbe ist hohl und von Schmiedeeisen construirt, hat eine Länge von 17 Fuß und in der Mitte ca. 4 Fuß Durchmesser. Die nach den beiden Enden zu etwas verdünnte Achse kommt nicht direct in die Lager des Glockenstuhles zu liegen, sondern ruht auf verticalen Eisenschienen, die sich mit ihren Endpunkten in den Lagern bewegen. Auf diese Weise ist die Glocke wesentlich leichter in Bewegung zu setzen. Man rechnet darauf, daß sie mit 24 bis 25 Mann geläutet werden kann und bei starkem Ziehen 19 Schwingungen in der Minute macht. Aus der Eifel, 10. Juni, wird der„Rh.= u. R.=Z.“ geschrieben: Fast unglaublich, aber dennoch wahr und verbürgt ist folgende Geschichte, die sich jüngst in dem Dorfe feststehende Thatsache ist. Aber meines Erachtens bedingt es einen bedeutenden Unterschied zwischen jenem Schuster und unserem Papa, daß Papa ein reicher Fabrikant ist und uns, seinen Kindern, eine Erziehung gegeben hat, die uns den Besten und Vornehmsten der Gesellschaft gleichstellt. Mein Selbstgefühl stützt sich nicht aus das Vermögen unseres Vaters, Willibald, sondern auf die Erziehung und geistige Bildung, auf die intellektuellen Vorzüge, die uns von jenem Volke scheiden.“ Willibald lächelte sarkastisch, blickte aber seine Schwester fest an und entgegnete:„Mein liebes Kind, dieser Beweggrund ist kein stichhaltiger. Erziehung wis Vermögen sind mehr oder weniger äußere und zufällige Glücksgüter, auf die wir uns wenig zu Gute thun dürfen, und das Pochen auf unsere intellektuellen Vorzüge ist höchstens ein Nothbehelf, womit wir überhaupt unsern thörichten Stolz beschönigen wollen. Wer sagt Dir denn, daß jener Schuster, dessen Nähe Dir so sehr zuwider ist, wirklich nur ein gemeiner, roher Mensch sei? Ich könnte Dich leicht vom Gegentheil überzeugen, denn ich habe es nicht verschmäht, seine Bekanntschaft zu machen, die mir wirklich Vergnügen gewährt hat." Helmine zuckte geringschätzend die Achsel, als wollte sie sagen, sie könnte den Genuß nicht begreifen, welchen diese Bekanntschaft ihrem Bruder gewähre.„Jedenfalls wirst Du zugeben müssen, lieber Willibald," meinte sie, „daß der Vater besser gethan hätte, das Häuschen leer stehen zu lassen, als es an solches Volk zu vermiethen." „Im Gegentheil,“ versetzte Willibald lebhaft,„Papa mag zwar bei der Vermiethung des kleinen Grundstücks von einem andern Motiv geleitet worden sein, und einen andern Zweck im Auge gehabt haben, als ich, allein ich kann es nur billigen, daß er in dem Häuschen einen rührigen jungen Handwerker aufgenommen hat, der hier leicht sein Brod zu finden im Stande ist, nachdem unsere junge Colonie so rasch zu einiger Bedeutung herangewachsen. Erinnern wir uns, daß diese ganze Gegend noch vor zwanzig Jahren eine der fernsten und wildesten des ganzen Landes war, und daß sie unserem Vater erst Gewerbthätigkeit, Bevölkerung, Handelsverkehr, Verbesserung der Landwirthschaft und alle jene Vortheile verdankt, welche die Folgen eines geren Menschenverkehrs sind, so müssen wir auch wünschen, daß kein Häuschen leer stehe, und jedes Gewerbe in unserer Gegend vertreten sei.“ Helmine zuckte ungeduldig die Achsel und wünschte den Standpunkt des Gesprächs zu verändern; allein Willibald schien nicht geneigt, denselben aufzugeben.„Ich kann Dir versichern, Schwester,“ fuhr er fort,„ich habe selten einen hübscheren und intelligenteren Mann gesehen, als jenen Schuster, und eine schmuckere, blühendere Frau, als sein junges Weibchen. Ich ging gestern früh, noch lange ehe Du aufgestanden warst, an jenem Gartenhause vorüber, da hörte ich ein lautes Singen. Die Thür des Häuschens stand offen, und ein junger Mann in lederner Schürze arbeitete rüstig auf seinem Dreibein und summte einen klaren, tiefen Baß zu dem heiteren Volksliedchen, daß seine Frau sang. Das junge Weibchen saß neben ihm und faßte einen Schuh ein; ihr Profil war gerade mir zugekehrt,— es war so regelmäßig und zart, wie bei irgend einer hochgebornen Damc, und die Rosen auf ihren Wangen waren zwar weniger lebhaft, als ich sie schon bei Anderen gesehen, hatten aber den Vorzug, natürlich zu sein; und ich hätte viel Geld und Gut darum gegeben, wenn ich an der Stelle jenes Schusters gewesen wäre, als sich das Weibchen in seinem Gesang unterbrach, ihm ihre Arbeit hinwies und mit einem glücklichen Lächeln fragte:„Habe ich meine Sache recht gemacht, Heinrich?" Fortsetzung folgt.) Br. des Kreises A. zugetragen hat. Dort legte eine für ihre Gäste einige im vaterländischen Geiste geschriebene Blätter auf den Tisch ihrer kleinen Schenkwirthschaft. Es waren wohlmeinende Freunde unter ihren Gästen, die sie darin bestärkten, die Preßerzeugnisse der Hetzcapläne von ihrem Wirthschaftstische fern zu halten. Aber das böse Geschick wollte, daß der Frau die Kuh erkrankte und bald darauf crepirte. Diesen harten Schlag benutzt der des Ortes, um seinen Trost und wohlgemeinten Rath zu bringen. Da der fromme Mann in aller Weisheit wohl erfahren ist, hat er es sogleich erkannt, daß das Unglück nur eine unausbleibliche Folge der liberalen Blätter ist. Am Ende wird der ganze Viehstand verloren sein, und— wer weiß— es werden sogar die Hausbewohner erkranken und sterben. Das ganze Register geistlicher Ermahnungen und Drohungen wird gezogen, und die Frau wird endlich bekehrt. Wie einst der heil. Peter Arbues und seine Gehilfen kein besseres Mittel gegen die Ketzerei wußten, als den Tod in den Flammen, so nimmt alsbald der Sohn des Hauses den ganzen Stoß liberaler Zeitungen zusammen und weiht alles dem verzehrenden Feuer. Und als dieses Gericht der Hölle vollzogen war, da geht es flugs zur nächsten Poststation, und es wird die„Cobl. Volksztg.“ bestellt. Seit das erste Exemplar dieses frommen Blattes über die Schwelle des Hauses kam, hat sich an Menschen und Vieh kein Krankheitsfall mehr begeben. So geschehen im Jahre 1875. Vermischtes. New-York, 30. Mai. Ein Trauergottesdienst für die mit dem Dampfer„Schiller“ Verunglückten fand, der „N.=Y. Handelsztg." zufolge, am vergangenen Sonntag in der deutsch=lutherischen St. Johannes=Kirche an Christopher Street statt. Das Gotteshaus war überfüllt von den Angehörigen der Verunglückten, den Officieren und Mannschaften der im hiesigen Hafen ankernden deutschen Fahrzeuge, Beamten des Consulates und Vertretern der verschiedenen Dampfer=Linien. Der Seelsorger der Gemeinde, Pastor Held, hielt eine kurze, aber ergreifende Gedächtnißrede. — Die großartigste Entführung, die jemals in der Welt vorgekommen sein dürfte, hat sich kürzlich in den Vereinigten Staaten Nordamerika's ereignet. Vierzig Studenten des Yale=College, darunter auch viele Theologen, sind plötzlich mit eben so viel jungen Damen der Stadt New=Haven verschwunden und Niemand weiß, wohin. Es scheint jedenfalls nicht, daß sie gemeinschaftlich reisten, sondern sie dürften sich, und zwar an einem Tage nach den verschiedensten Theilen der Union zerstreut haben. Die Entführer wie die Entführten gehören durchaus wohlhabenden Familien an, und von manchen Seiten wird vermuthet, daß sich ein solcher Theil der Paare nach Europa eingeschifft habe. Jedenfalls ist dies einer der collosalsten Studentenstreiche, die je vorgekommen. — Zeitungsschreiben— meint die„New=Orleanser Deutsche Zeitung"— ist ein reizendes Geschäft. Bringen wir schlechte Witze, dann sagen die Leute, wir seien übergeschnappt, bringe wir keine Witze, so nennt man uns langweilige Gesellen. Bringen wir Original=Artikel, dann heißt es, wir seien zu faul, um Originalsachen zu schreiben. Loben wir den Hans, dann schimpft der Kunz, loben wir den Kunz, dann schimpft der Hans, loben wir keinen, dann raisoniren alle beide. Bleiben wir in unserer Officin und besorgen unsere Geschäfte, dann heißt es, wir wären zu stolz, um uns unter das Volk zu mischen; gehen wir aus, dann sind wir Bummler und vernachlässigen unsere Geschäfte. Zahlen wir nicht alles prompt, dann ist uns nicht zu trauen; zahlen wir prompt, dann heißt es, wir hätten das Geld gestohlen. Tragen wir ärmliche Kleider, dann sagen die Leute, unser Geschäft müsse sehr faul sein; sind wir anständig gekleidet, dann heißt es, wir zahlten den Schneider nicht!— Und nun— was sollen wir thun? Beurkundungen beim Standesamte Hattingen(Land) vom 6. bis zum 12. Juni c. Geboren. Bernhard, Sohn von Hüttenarbeiter Bernhard Axmann zu Welper. — Ewald, Sohn von Bergmann Hugo Porck zu Dahlhausen.— Wilhelm, Sohn von Bergmann Theodor Duttenberg zu Niederwenigern.— Sohn von Weichensteller Ernst Hersig zu Dahlhausen.— August Gustav, Sohn von Bergmann Johann Heinrich Ernst Bäcker in Linden.— Friedrich Wilhelm, Sohn von Bergmann Georg Wilhelm Küper zu Linden.— Johanna Friederike Christine, Tochter von Bergmann Friedrich Wilhelm Hüser zu Holthausen.— Friedrich, Sohn von Bergmann August Heierberg zu Niederstüter.— Mathilde Emilie, Tochter von Hüttenarbeiter Joseph Gronemeier zu Welper.— Heinrich, Sohn von Müller August Göbbels zu Altendorf.— Hermann Heinrich, Sohn von Bergmann Bernhard Josephs zu Linden.— Johann Heinrich, Sohn von Bergmann Johann Heinrich Schulte zu Altendorf.— Henriette Ida, Tochter von Carl Friedrich August Witthüser zu Dahlhausen. — Carl Max, Sohn von Hüttenarbeiter Peter Franz Staubitz zu Baak. — Elisabeth Christina, Tochter von Bergmann Johann Wilhelm Römer zu Dumberg.— Robert Emil, Sohn von Winklier Johann Heinrich Krampe zu Baak.— Friedrich Wilhelm, Sohn von Bergmann Friedrich Gustav Rohell zu Linden.— Emma Wilhelmine Amalie Auguste, Tochter von Bergmann Heinrich Wohlgemuth in Baak. Aufgebote. Bergmann Wilhelm Gailing zu Dumbera und Petronella Verhoeven zu Nieder=Wenigern.— Bergmann Wilhelm Engels zu Dumberg und Bernhardine Gertrud Elisabeth Eggemann zu Altendorf. Eheschließungen. Schichtmeister Johann Friedrich Schröer zu Baak und Maria Emilie Brockhaus von Weitmar.— Schuhmacher Heinrich Wilhelm Westhoff zu Altendorf und Maria Chatharina Klute von Ruhrort.— Fabrikarbeiter Hubert Müller mit Gertrud Schillings verwittwete Kuhlmann beide von Linden. Gestorben. Heinrich Julius Born zu Dahlhausen 2 Monat alt, Krämpfe.— August Johann Michels zu Dahlhausen 10 Monat 7 Tage alt, Brechruhr.— Hugo Gosekuhl zu Bredenscheid 2 Monat 8 Tage alt, Krämpfe. Ein todtgeb. Mädchen von Bandwirker August Scherenberg zu Niederbonsfeld.— Tagel. Friedrich Kuhn zu Welper 22 Jahr 6 Monat 18 Tage alt, Schwindsucht.— Schönfärbereibesitzer Samuel Buscher zu Winz 80 Jahr 2 Monat 4 Tage alt, Lungen=Catarrh.— Wilhelm werng zu Dahlhausen 10 Stunden alt, Krämpfe.— Ein todtgeb. Mädchen von Schichtmeister Diedrich Brandhoff zu Dahlhausen.— Gustav Behr zu Linden 4 Monat 14 Tage alt, Brechruhr.— Ehefrau Sophie Friederike Bärwinkel geb. Rößeler zu Oberelfringhausen 73 Jahr 9 Tag alt, Altersschwäche.— Wittwe Anna Maria Hahne geb. Zion gent. Schröer zu Dahlhausen 83 Jahr alt, Altersschwäche.— Auguste Wilhelmine Haak zu Baak 1 Monat 9 Tage alt, Krämpfe.— Bergmann Heinrich Kestermann zu Dahlhausen 61 Jahr 6 Monat 2 Tage alt, Wassersucht. 4 Am letzten Buß= und Bettage wurde ein unbekannter Mann im Schulte=Ueberhorst'schen Walde zu Welper erhängt gefunden. Indem ich die Personbeschreibung mittheile, ersuche ich um Auskunft über die Persönlichkeit. Personbeschreibung. Die Leiche war die eines kräftigen, circa 30 Jahre alten und 5½ Fuß großen Mannes. Der Kopf war mit dunkelbraunen Haaren dicht bedeckt, und trug das Gesicht einen gleichfarbigen Schnurrund Backenbart. Der kleine Finger der linken Hand fehlte. Bekleidet war die Leiche mit einer dunkelbraunen halbwollenen Jacke, Weste und Hose von derselben Farbe, weißleinenem Hemde und Vorhemde, Stiefeln und grauwollenen Strümpfen. Bochum, den 10. Juni 1875. Der Staats-Anwalt. Mobilar=Auction. Dienstag, den 15. d. Vormittags 10 sollen im Lokale des Wirths Herrn ug. Ibing hierselbst diverse Mobilien, als: 1 Hausuhr, 1 Pult, 2 Betten, 4 Bettstellen, 3 Schränke, 3 Koffer, 1 Ofen mit Zubehör, 1 Fleischbüdde, sowie allerlei sonstige Haus= und Küchengeräthe öffentlich gegen Kredit und Baarzahlung verkauft werden. Hattingen, den 10. Juni 1875. Aug. Burmann. Großer Klee-Verkauf. Im Auftrage des Wirths Hrn. Fr. Feuerstein sen. hierselbst werde ich am Dienstag, den 15. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, auf einem von ihm angepachteten, in der Nähe des Eikener Gutes bei Hattingen gelegenen Stück Ackerlande circa 12 Scheffelse gutgerathenen Klee in größeren und kleineren Nummern öffentlich gegen Kredit zum Verkauf aussetzen. Hattingen, den 9. Juni 1875. Aug. Burmann. 1 Gras= und KleeVerkauf. Am Mittwoch, den 16. d. M., Nachmittags 4 Uhr, werde ich im Auftrage des Wirths Herrn Fr. Bachmann zu NiederBonsfeld: a. den gutgerathenen Graswuchs in den zum Funkenbergs Hofe zu Nieder=Bonsfeld gehörigen Wiesen, b. mehrere Morgen vorzüglichen Klee an Ort und Stelle nummerweise öffentlich gegen Kredit zum Verkaufe aussetzen. Hattingen, den 9. Juni 1875. Aug. Burmann. Die Instandsetzung des Gemeindeweges von der Langenbergerstraße an bis zur Gemeindegränze von Niederelfringhausen, veranschlagt: . für Steinlieferung zu.... 3310 M. 20 Pfg., h.„ Maurerarbeil„ 115„—„ C.„ Regulirungs- und Zerkleinerungs-Arbeiten 2278„ 10„ soll am Samstag, den 19. dss. Mts., Vormittags um 10 Uhr auf dem Amtshause hier, öffentlich an den Mindestfordernden verdungen werden. KostenAnschlag und Bedingungen liegen daselbst zur Einsicht offen. Hattingen, den 8. Juni 1875. Der Amtmann: Schumacher. Heute verlegte ich mein Geschäft mir angekaufte Hecker'sche Haus = Weilstraße 42. Der auf den 21. dieses Monats anberaumte Termin zum Verkauf event. zur Verpachtung des dem Anton Diefenbach zugehörigen Schwenings=Kottens zu Holthausen findet nicht Statt. Hattingen, den 10. Juni 1875. L. Sintermann. der Gartenbau-Gesellschaft„FLORA“ in Cöln am Rhein für die genehmigt durch Ministerial-Erlass vom 6. März 1875. Preis des Looses 3 Mark. Anzahl der Loose 120,000. 2378 Gewinne im Werthe von 135,000 M. 1 Hauptgewinn im Werthe von 25,000 M. „„ 10000„ 2 Gewinne im Werthe von je 5000„, 2„„„„„ 2000„ 10„„„„„ 1000„ 12 Gewinne im Werthe von je 500 M. 50„„„„„ 200„ 100„„„„„ 100„ 200„„„„„ 50„ 2000„20 Die Ziehung findet am 27. September 1875 und folgende Tage in der»Flora« zu Köln nach dem Schlüsse der Ausstellung Statt. Köln. den 17. März 1875. Der Verwaltungsrath der Actien-Gesellschaft„Flora". Freiherr Ed. v. Oppenheim. J. Gisbert. Wolff. sind zu haben bei At Ein Haus mit Hinterhaus und geräumigem Hofraum, in hiesiger Stadt gelegen, ist zu verkaufen. Näheres in der Exp. dies. Ztg. fagenkatarrh heilt gründlich I. I. F. Popp. (Heide Holstein.) zu Drei Mark L0086 per Stück Wilheln Bürette. zu der am 3. Juli d. J. bei Gelegenheit des Jahresfestes des landwirthschaftlichen Cultur=Vereins zu Bochum stattfindenden Verloosung von Rindern, Fohlen und Federvieh, sowie sonstiger practischer landwirthschaftlicher und Haus=Geräthe sind à 3 Mark in der Expedition dieser Zeitung zu haben. Katholisches Gesang= und Gebetbuch „Sursum corda“. Sehr solider Schwarz=Leder=Einband mit Goldtitel 15 Sgr. Schön gepreßter Decken=Einband mit brillanter Decken=Vergoldung und Goldtitel 17„ Hochfeine und elegante Einbände in Saffian, Sammet, Perlmutter, childpatt, Elfenbein zu sehr billigen Preisen bei Wilhelm Bürette. Zugleich empfehle ich meinen geehrten Kunden mein gut asso tirtes Lager in Gold- und Silber-Sachen Hattingen, den 7. Juni 1875. I. Herzberg, Graveur, Gold- und Silber-Arbeiter. Vorräthig bei Wilhelm Bürette in Hattingen: Lesebuch für die Oberklassen katholischer Volksschulen. Herausgeben im Auftrage des Königlichen Provinzial=Schul=Collegiums zu Münster. Stark in Leder gebunden per Exemplar 10 Sgr. empfehlen Kuhlmann& Rüsgen in Düsseldorf. Stabeisenhandlung und Ofenrohrfabrik. Welt-Ausstellung Wien 1873. 1. Preis VERDIENST-MEDAILLE. Rud. Ibach Sohn, (vormals Ad. Ibach Söhne), Barmen, größte und älteste Pianoforte=Labrik Westdeutschlands, gegründet 1794. Großartigste Auswahl der vorzüglichsten Flügel und Pianinos „eigener Fabrik", welche von den bedeutendsten Musik=Autoritäten als die besten, solidesten und preiswürdigsten Fabrikate der Jetztzeit anerkannt sind. Garantie fünf Jahre. Preis=Medaillen: Aachen, Düsseldorf, London, Wien. Adresse gefl. genau zu beachten. Empfehlung. Die Schweinemetzgerei und Wurstfabris von Rudolph Unkel, Mülheim a. Rh. empfiehlt und versendet unter Nachnahme: 1. prima feine Leberwurst, à 7 Sgr. per Pfund, 2.„„ Blutwurst, à 7 Sgr. per Pfund, 3.„„ Schwartenmagen, à 7 Sgr. per Pfd., 4.„„ Fleischwurst, à 9 Sgr. per Pfund, 5.„„ Mettwurst, à 7½ Sgr. per Pfund. Bestellungen nicht unter 10 Pfund werden sofort effectuirt. Sichere Heilung von Rheumatismus, Nerven=Schmerzen, gichtischen Gelenkverkrümmungen, auch in veralteten Fällen durch Russisches Sarepta-Fluid, (à Fl. 3 Mark) mit GebrauchsAnweisung. 1000 R.=Mark werden dem zugesichert, der die Unwirksamkeit nachweist. Zu beziehen von I. Barth, Apotheker, Berlin, Spittelmarkt 14. Jeden Bandwurm entfernt binnen 3 bis 4 Stunden vollständig schmerz= und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt Bleichsucht, Trunksucht, Magenkrampf, Flechten aller Art, und epileptische Krämpfe— auch brieflich: Voigt, Arzt zu Croppenstedt (Preußen). Hermann Müller, Düsseldorf, Immermannstraße Nr. 36. 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Von Langenberg nach Vohwinkel: 70, 848, 1151. 227, 624, 1041. *) Von Blankenstein. **) Nur bis Blankenstein. de von de Für Schlosser und Schmiede! Bohr= und Radreifbiegmaschinen in großer Auswahl Rotterdam, halten sich für billige und prompte Spedition bestens empfohlen. ne lie 18 ar ei gei nid un Be un das als It. sen Ru mi 6 ich hi un das in Ve wa un au He Prima Kocherbsen, sackweise à M. 25. 50. per 100 Ko. Säcke gratis. Düsseldorf. Dammstr. 12. Frucht=Preise. Weizen per 100 Kilo Roggen„„ Gerste„„„ Buchweizen„„ Hafer„„„ kübsen(Avel)„„ Raps Kartoffeln„ Heu per 50 Kilo Roggenstroh per 100 Kilo. 4 50 Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämmtlicher Fruchtgattungen unverändert. Zufuhr 290 Sack. Rüböl per 100 Kilo 67 Růboi„„„ faßweise 69— Rapskuchen„„ 16 50 Branntwein per 100 Liter zu 50%(ohne Maklergeld). 40— Weizen=Vorschuß à 100 Kilo.. 26 75 Kleien à 50 Kilo 6