De Roimot am Milhog, Ausgabe A 95. Jahrgang Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt(Wehrm.), Stellvertreter: Hans Hollender, Hattingen=R. Für unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Gewähr geleistet. Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr, Kleine Weilstraße 27. Telegramm=Adresse: Kreisblatt Hattingenruhr Die große Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Hattingen=Ruhr, Obermarkt/ Postjach 21. 22/ Ruf 2941, 42 u. 43 Anzeigenleiter: Herm. Büscher. 3. It. sind die Preislisten Nr. 5 vom 1. 7. 1940 und Nr. 2 vom 1.7.1940(Sammelpreisliste) gültig. Erfüllungsort: Hattingen=R.; Bezugspreis: durch die Post je Monat 2.— RM zuzüglich Bestellgeld, durch Boten 2,16 RMeinschl. Botenlohn. Nummer 5 Donnerstag, 7. Januar 1943 Unerbittlicher Kampf gegen die Banden Desorganisation des Hinterlandes nicht erreicht/ Den Banden unaufhörlich auf den Fersen Berlin. 7. Januar. Der OKW=Bericht hat dieser Tage die Erfolge im Kampf gegen das bolschewistische Bandenunwesen erwähnt. Dies geschah in der gleichen militärischen Prägnanz und Kürze, die die Welt an dem OKW=Bericht gewöhnt ist. Diese Banden sind eine echte Manifestation des Bolschewismus. In ihnen offenbaren sich alle Instinkte menschlicher Verkommenheit: Hinterlist, Bestialität, Mord und eine grenzenlose Feigheit. Für diese Art seiner Kriegführung im weiten Raum hinter der gegnerisechn Front hat der Bolschewismus die Feigheit geradezu zum Prinzip erhoben. Die große bolschewistische Enzyklopädie von 1939 widmet dem— wie Moskau es nennt— „Partisanenkampf" mehrere Seiten. In epischer und auch aufschlußreicher Breite finden wir hier eine genaue geschichtliche Darstellung des Bandentums, das bis auf die Bürgerkriegsunruhen 1905 zurückgeführt wird. Als besonderer Sinn dieses Kampfes aus dem Hinterhalt wird die Desorganisation des gegnerischen Verwaltungsapparates hinter der Front angeführt. Zehn Regeln hat der Bolschewismus für den Bandenkrieg herausgegeben. Eine von ihnen besagt z. B., daß der Feind nur dann anzugreifen ist, wenn der. Angriff aus dem Hinterhalt möglich und der Gegner in absoluter Minderheit ist. Diese zweckbewußte Erziehung zu einer hinterlistigen, gemeinen und letztlich feigen Kampfesweise hat— das sei an dieser Stelle vorweggenommen— dazu geführt, daß die Banden bei einem nachrichtenmäßig bis ins Letzte vorbereiteten und soldatisch hartem Zupacken oft bis auf den Letzten Mann ausgehoben werden konnten. So blieben z. B. bei einer vor etwa 14 Tagen im weißruthenischen Raum von Kräften der ½, der Polizei und der Artillerie durchgeführten Bandenaktion 864 Banditen tot auf dem Kampfplatz, während wir selbst nur fünf Tote zu beklagen hatten. Man muß, um sich die Bildung einer solchen Bande erklären zu können, Maßstäbe anlegen, die dem weiten russischen Land mit seinen unendlichen Wäldern und den kilometerbreiten Sumpflaken gerecht werden. Ein solcher riesiger Raum kann als Land hinter der Front nicht in jedem Dorf und Waldgebiet besetzt gehalten werden. Eingehende Bandenerkundung ist die unumgängliche Voraussetzung für den Erfolg. Sie obliegt der Sicherheitspolizei und dem SD., die ihre großen Erfahrungen nutzbar machen. Ueber den weiten russischen Raum verteilt, bleiben ihre Einsatzkommandos den Banden unermüdlich und unerbittlich auf der Spur. Gutwillige Kräfte des friedlich gesinnten Landvolkes stehen oft genug in bewußter und überzeugter Abwehr der Bandentätigkeit. Der Kampf gegen die Banden erfordert auch auf dem Gebiet der Erkundung ganze, ervrobte Männer. Denn ihr Gegner ist ein Heckenschütze in der Tarnung eines Zivilisten, im zerschlissenen. Rock eines Bauern oder eines Holzfällers. Nur, wer die ganze Verschlagenheit der bolschewistischen Banden kennt, weiß, was es heißt, als kleiner Erkundungstrupp dem getarnten Gegner auf der Spur zu bleiben. Die Umtriebe einer Bande werden nicht nur an Hand einlaufender Meldungen zur Kenntnis genommen, sondern sorgfältig nach besonderen Gesichtspunkten registriert. Die Akten über das Unwesen einer Bande sind gleich einer Biographie. Vernehmungen von Bandenverdächtigen dauern oft tagelang, bis dann zum Schluß die Ausdauer und Gründlichkeit unserer Männer über die Verstocktheit der Bolschewisten siegt. Die Landkarten eines Gebietes, in dem eine Bande ihr Unwesen treibt, ist vergleichbar mit der Fieberkurve eines Kranken. Mit Buntstiften wird das Bandentreiben registriert. Der Buntstift wandert über die Karte, über die Wegkreuzungen und durch die Wälder in der gleichen Weise, in der die Banden ihre Standorte wechseln. Ein besonders überzeugender Beweis für den Wert dieser präzisen Bandenerkundung war erst kürzlich folgende Tatsache: Eine Polizeikompanie hatte den Kampfauftrag, im Rahmen einer größeren Bandenaktion das Hauptlebensmittellager der Bande, das tief in einem fast unzugänglichen Urwald lag, anzugreifen und zu vernichten. Obwohl viele Kilometer im Umkreis kein Dorf oder sonstiger geographischer Anhaltsvunkt auf der Karte verzeichnet war, hatte der SD. das 56 Sowjetpanzer am Von zerstört Bolschewistischer Kavallerieverband vernichtet— 20 Sowjetflugzeuge Kavallerieverband vernichtet— abgeschossen. Aus dem Führerhauptquartier, 6. Jan. Das Oberkommando der. Wehrmacht gibt bekannt: Im Dongebiet hielten auch gestern die schweren Abwehrkämpfe in unverminderter Stärke an. Angriffe der Sowjets wurden unter hohen feindlichen Verlusten abgeschlagen. Eine Panzerdivision schoß dabei 31 Panzerkampfwagen ab. Im Gegenangriff vernichtete ein motorisiertes Grenadierregiment weitere 25 Sowjetpanzer sowie zwei Batterien und 22 Panzerabwehrgeschütze. An anderer Stelle zerschlug ein deutscher Gegenstoß zwei feindliche Bataillone. Die Luftwaffe bekämpfte den Nachschubverkehr und Truppenbereitstellungen des Feindes. Im mittleren Frontabschnitt wurde ein feindlicher Kavallerieverband gestellt und vernichtet. Feindliche Angriffe gegen den Stützpunkt Welikije Luki und südöstlich des Ilmensees wurden abgewiesen. Jagdflugzeuge und Flakartillerie schossen über der mittleren und nördlichen Ostfront 20 Sowjetflugzeuge ab. Anlagen der MurmanBahn wurden durch deutsche Kampf= und Zerstörerflugzeuge, bei Nacht auch das Bahnhofsgelände von Kandalakscha angegriffen. In Nördafrika fanden nur Kampfhandlungen geringen Umfanges statt. In Tunesien beiderseitige lebhafte Aufklärungstätigkeit. Die Luftwaffe griff einen feindlichen Flugstützpunkt, Flakstellungen und Panzeransammlungen an. In Luftkämpfen wurden drei Flugzeuge abgeschossen. Ein deutsches Unterseeboot versenkte im Nordmeer einen Nachschubdampfer von 5000 BRT. Die Häfen von Algier Bongie und Philippeville erfolgreich angegriffen. Der italienische Wehrmachtbericht. Rom. 6. Januar. Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Kein Ereignis von Bedeutung im Syrte=Abschnitt. An der Tunesien=Front lebhafte beiderseitige Aufklärungstätigkeit. Drei Flugzeuge wurden von deutschen Fliegern abgeschossen. In den Kämpfen vom 3. Januar wurden dem Feind außer den bereits gemeldeten Gefangenen neun Geschütze, einige Maschinengewehre, zahlreiche Infanteriewaffen abgenommen und 30 Kraftfahrzeuge zerstört. Unsere Bombenflugzeuge griffen erfolgreich die Häfen und Lagerhallen von Algier, Bougie und Philippeville an. Amerikanische Flugzeuge führten einen Einflug auf Kairuan(Tunesien) durch, der vier Tote und sechs Verletzte unter der Zivilbevölkerung als Opfer forderte. Ein Wasserflugzeug unserer Seeaufklärung wurde beim Einsatz im westlichen Mittelmeer von zwei britischen Jägern angegriffen. Es gelang ihm in, hartem Luftkampf, beide Angreifer abzuschießen. Das Flugzeug traf mit Treffern und einem Verwundeten an Bord wieder an seinem Stützpunkt ein. Erster Britenangriff auf Burma alle Angriff auf Burma=Hafen Akyab abgegeschlagen— Japaner versenkten Landungsboote— Lancashire=Regiment schwer mitgenommen der Frontlinie zurückgenommen habe, um ein vorschnelles Kapitulieren zu Im Kampf gegen den Schnee. Schwarze Markierungsstangen werden an den Rändern der Nachschubstraßen aufge= Versorgung gelitten hätte. Der Bericht stellt, um bei Schneeverwehungen den Fahrern den Weg zu weisen. (PK.=Aufn.: Kriegsber. Wolkenstöpfer.) Tokio, 7. Januar. Ein englischer Versuch zur Rückeroberung des burmesischen Hafens Akyab wurden von den Japanern erfolgreich abgewehrt, wie„Asahi Schimbun“ aus Akyab berichtet. Beim ersten Angriff versuchten 400 Mann des Lancashire=Regiments, in Booten über den Mayafluß zu setzen. Sämtliche Boote wurden versenkt und 16 Gefangene einschließlich eines Kompanieführers gemacht. Die Gesamtverluste der Engländer betrugen über 60 Tote, während die Japaner nur wenige Tote und Verwundete hatten. Ein weiterer Angriffsversuch der Engländer von Norden her mit 800 Mann wurde ebenfalls abgeschlagen und die Japaner nahmen im Gegenangriff die Verfolgung der zurückweichenden Feinde auf." „Asahi Schimbun“ bringt dazu eine Presseerklärung des Stabsoffiziers der japanischen Expeditionsarmee in Burma. Danach standen in den ersten Linien der dortigen Gegend meist- Inder, mit denen die japanischen Truppen Zusammenstöße vermeiden wollten, solange keine feindseligen Bewegungen festzustellen sind. Diese Rücksichtnahme wurde aber anscheinend von den Engländern mißverstanden, die sich plötzlich zu Aktionen gegen Akyab aufrafften, aber von den Japanern sofort zurückgeschlagen wurden. Die Japaner hatten seit der siegreichen Schlacht am Chindwinfluß vor sechs Monaten nicht mehr im Gefecht gestanden. Ein kürzlich gefangener englischer Hauptmann sowie ein Fliegerunteroffizier sagten aus, daß das Lancashire=Regiment im vorigen Januar in Bombay gelandet sei, erst Ende November an der indischen Grenze angekommen sei und in den letzten Monaten schwer unter den japanischen Lüftangriffen sowie unter der schlechten schließt, das Ueberlaufen indischer Soldaten habe in der letzten Zeit berartig verhindern. Der britische Militärkritiker Cyril Falls sagt in einer Rückschau zum Krieg im Pazifik in der englischen Wochenzeitschrift„Illustrated London News", die Demokratien hätten auf dem Kriegsschauplatz im Pazifik wähxend des ganzen vergangenen Jahres so gut wie nur Rückschläge erlitten. Von einem Offensivgeist sei dort kaum etwas zu spüren. Außerdem hät te man es mit einem äußerst hartnäckigen Gegner zu tun, wie das die kürzlichen Kämpfe auf Neuguinea bewiesen. Hinzu komme, daß über die Stärke der Japaner und deren tatsächliche militärische Widerstandskraft überhaupt nichts bekannt sei. Noch keinem Seemann auf britisch-nordame rikanischer Seite sei es bisher vergönnt gewesen, eins der modernen japanischen Schlachtschiffe auch nur aus der Entfernung zu sehen. Das beweise, wie überaus vorsichtig die Japaner mit ihren militärischen Geheimnissen umgingen. Früher habe man sich auf die wirtschaftliche Schwäche der Japaner verlassen, heute sei das falsch, denn Japan sei zwar als ein rohstoffarmes Land in den Krieg eingetreten, habe aber inzwischen so viele rohstoffreiche Gebiete erobert, daß es nach einjähriger Kriegsdauer wirtschaftlich wesentlich stärker als zu Kriegsbeginn dastehe. Kein militärisches Ziel, das die Japaner während des einen Kriegsjahres angriffen, sei von ihnen unerobert geblieben. In ähnlichem Sinne äußert sich die englische Wochenzeitschrift„Sphere“. Alles was man über das Japan von heute wisse, gebe den Demokratien auf keinen Fall Grund dazu, eine selbstzufriedene Haltung einzunehmen. Das japanische Volk sei von einem glühenden Fanatismus und einem Willen zum Sieg beseelt, dem man nichts Gleichzugenommen, daß man die Inder aus wertiges gegenüberstellen könne. Lager doch so genau in die Karte eingezeichnet, daß die Kompanie nach dem Kompaß auf das Lager zumarschierte und es auch im direkten Anmarsch tatsächlich fand. Hierbei wurden die großen Lebensmittelvorräte erbeutet und sichergestellt, das Lager gründlich vernichtet. Besondere Erwähnung verdient die kameradschaftliche Geschlossenheit, in der eine Bandenaktion erfolgt, da pft genug der Einsatz improvisiert werden muß. Es ist eine finstere, trostlose Welt, in der die Banditen leben. Von ihren eigenen Landsleuten, friedlichen Bauern, als Plünderer, Diebe und Mordgesellen gefürchtet, von uns Deutschen immer wieder gejagt, verfolgt und gestellt, vegetieren sie in den düsteren, sumpfigen Wäldern der östlichen Weiten. Oft sind es politische Kommissare, manchmal auch Kommandeure der Sowjetarmee, die die Banden bilden und zusammenhalten. Mit den Feindzentralen stehen sie zuweilen durch Funk in Verbindung und erhalten so nähere Anweisungen. Kürzlich griffen wir eine Fallschirmspringerin, eine junge Frau von 26 Jahren, auf, die, mit einem Funkaerät versehen, den Auftrag hatte, zunächst militärische Spionage zu treiben und sich dann einer Bande anzuschließen: drei Tage zuvor ist sie noch in Moskau gewesen. Wir führten sie am zweiten Tag ihrer Festnahme in ziemlicher Freiheit durch eine der größeren Städte des besetzten Gebietes. In aller Ruhe durfte sie das Leben und Treiben ihrer Landsleute studieren, wir gestatteten ihr, mit Kriegsgefangenen und russischen Zivilisten zu sprechen. Obwohl in dem besetzten Gebiet die Lebensmittel für die Bevölkerung selbstverständlich auch rationiert sind, war sie fast sprachlos über das, was sie hier sah und hörte. Eine ganze Welt mag in ihr zerborsten sein, als sie von allen ihren Landsleuten hörte, daß sie fortab von Moskau nichts mehr wissen wollten. Eine Bandenbildung ist aber nur möglich, weil Moskau es meisterhaft versteht, die von ihm gleich Marionetten eingesetzten Bandenmitglieder in ständiger Unkenntnis und Verdummung zu halten. Wir können und wollen natürlich einen politischen Kommissar nicht überzeugen, denn er ist ja der Prototyp der bolschewistischen Menschenverführer, die Inkarnation des moskowitischen Untermenschentums. Auch die recht zahlreichen jüdischen Bandenmitglieder wollen wir nicht etwa einem besseren Dasein zuführen. Aber wir wissen, daß Juden und Kommissare friedliche Bauern vielfach von der Scholle weg rekrutieren und durch Terror in ihre Banden pressen. Hier setzt unsere Aufklärung mit Erfolg ein. Unsere Propaganda ist der Bandenpropaganda schon insofern überlegen, als wir stets in der Lage sind, das, was wir behaupten, auch zu beweisen. Und es steht fest: Bandenmitglieder, die aus innerer Ueberzeugung sich uns freiwillig stellen, haben durch ihre Information vielfach die Anknüpfungspunkte zur Befriedung eines bandenverseuchten Raumes gegeben. Es steht ohne Zweifel fest, daß der Kreml sich weitaus mehr von dem Einsatz seiner Bandentaktik versprochen hat. Gewiß fallen hin und wieder einmal einzelne deutsche Soldaten dem hinterhältigen Mord zum Opfer. Auch gelingt es den Banden, hier oder dort einmal eine Brücke zu zerstören oder einen Eisenbahnzug durch Sprengung zu beschädigen. Dabei denke man aber immer wieder an den fast unvorstellbar großen Raum, den man nun einmal nicht mit den Maßstäben unserer eigenen Heimat messen darf. Es ist jedoch den Banden in keiner Weise gelungen, und das wird auch künftig nicht geschehen, ihre großen Ziele zu verwirklichen, nämlich das Hinterland zu desorganisieren und den Nachschub der Front entscheidend zu stören. Ein Wald fliegt in die Luft. Siebentansend Festmeter Holz, ein ganzer Wald, wirbeln in der Luft herum. Von dem Frachter, der diese wertvolle Last an Bord hatte, ist nichts mehr zu sehen. (PK.=Aufn.: Kriegsmarine.) Zehn Jahre Koosevelt Gestern trat der neue Kongreß der Vereinigten Staaten zusammen und damit begann das Tauziehen zwischen ihm und dem Präsidenten Roosevelt. Der Kampf zwischen Kongreß und Präsidenten hat die ganze jetzt zehnjährige Amtszeit Roosevelts begleitet. Wir rufen in das Gedächtnis zurück, daß er im November 1932 gewählt wurde und Anfang März 1933— mitten in der Weltwirtschaftskrise— sein Amt als Nachfolger des(republikanischen) Präsidenten Hoover antrat. 1936 wurde Roosevelt zum zweiten Male, 1940 zum dritten Male gewählt. Er ist der erste Präsident der Vereinigten Staaten, der mehr als zweimal dieses hohe Amt bekleidet. Seine nächste Wahl ist im November 1944 fällig. Aber nur der formale Wahlakt. Die Vorentscheidungen fallen bereits bei den Kandidatenaufstellungen oder— wie die Yankees sagen— bei den Nominierungen. Diese erfolgen im Frühjahr 1944, und es ist nur natürlich, daß das jetzt anhebende Jahr 1943 schon im Zeichen der Vorkämpse um die künftige Präsidentschaft steht. Dieser Gesichtspunkt ist von entscheidender Wichtigkeit. Er verbreitet erst volles Verständnis dafür, daß der Präsident Roosevelt schon jetzt versucht, die USA-Innenpolitik in seinem Sinn zu stellen, zu„managen". Die USA=Innenpolitik ist überwiegend Personalpolitik. Es kommt also dem Präsidenten darauf an, seine Vertrauensmänner überall einzuschieben und die Opposition lahmzulegen. Die Opposition sitzt sowohl in seiner eigenen Partei, also bei den Demokraten, (Fortsetzung siehe nächste Seite) Giraud befürchtet neue Attentate Zahlreiche neue Verhaftungen— De Gaulle stellt„Verräter=Liste“ auf Stockholm, 7. Januar. In Kreisen, die General Giraud nahestehen, befürchtet man neue Attentate. So heißt es in einer Meldung aus Tanger: Die französische Verwaltung in Westafrika hat umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen, um Giraud während seines dortigen Aufenthaltes zu schützen. Nach Angaben des Rundfunks von Algier habe Giraud bereits umfangreiche Verhaftungen vornehmen lassen, besonders unter den Anhängern de Gaulles. Der gaüllistische Rundfunksender von Brazzaville veröffentlicht am Mittwoch eine„Liste französischer Verräter“, unter denen auch die Generale Noues und Juin sowie Boisson zu finden waren. Alle diese Verräter„müssen verschwinden wie Darlan“. Eine plötzliche Reise General Girauds nach Dakar, wo er am Dienstagabend eintraf, hat in England Aufsehen und Mißbilligung hervorgerufen. Man sieht in den Verhandlungen zwischen General Giraud und der in Dakar eingetroffenen USAWirtschaftsmission ein neues Zeichen der ständig enger werdenden Zusammenarbeit zwischen Giraud und den Nordamerikanern, wodurch de Gaulle in immer höherem Maße ausgeschaltet wird. Rayburn neuer Präsident des USARepräsentantenhauses Stockholm, 7. Jan. Nach Meldungen aus Washington wurde in der Mittwochsitzung des Repräsentantenhauses der Demokrat Rayburn mit knapper Mehrheit von 217 gegen 206 Stimmen zum Präsidenten des Repräsentantenhauses gewählt. Deutsche Soldaten retteten norwegischem Fischer das Leben Oslo, 7. Jan. Zwei deutsche Soldaten vollführten im Vigsfjord eine mutige Rettungstat, wie aus Harstad gemeldet wird. Es gelang ihnen, einem norwegischen Fischer, dessen Boot gekentert war, unter schwierigsten Umständen das Leben zu retten. Ministerpräsident Quisling, dem die mutige Tat durch den Bürgermeister von Harstad berichtet wurde, ließ den beiden deutschen Soldaten zum Zeichen seiner Anerkennung Ehrengaben überreichen. ) Zehn Jahre Roosevelt (Fortsetzung von der 1. Seite.) wie auch bei den offiziell oppositionellen Republikanern. Beide oppositionellen Richtungen müssen den Präsidenten in einer Art bekämpsen, daß sie nicht als Schädiger der nationalen Interessen im Kriege erscheinen. Es liegt in der Natur der Sache, daß sie die Innenpolitik zum Schlachtfeld zu machen suchen. Umgekehrt taktiert der Präsident: Er will die Rücksichten, die der Krieg auch den oppo sitionellen Strömungen auferlegt, verstärken. Er will jeben, der gegen ihn Front macht, als Feind des Vaterlandes denunzieren. Der Präsident versucht, die Außenpolitik zum beherrschenden Prinzip zu machen und die innere Opposition dadurch lahmzulegen. Daher das Weißbuch! Der Präsident geht dabei so weit, daß er etwaige neue Kräfte, die außerhalb der überkommenen Parteiapparate stehen, ja die gerade durch den Krieg an Einfluß gewonnen haben, wie die USA=Generalität und USA=Admiralität, ebenfalls zu dämpfen und„anzubinden", wobei ihm auch das Mittel der Diffamierung nicht zu schlecht ist. Roosevelt hat mit den parlamentarischen Gewalten— dem Kongreß, wie Repräsentantenhaus und Senat zusammen heißen— harte Kämpfe auszusechten gehabt. Wir verstehen diese Kämpfe. Unsere Sympathien sind nicht auf den Kongreß festgelegt. Roosevelt begann seine erste Amtsperiode fünf Wochen nach dem nationalsozialistischen Umbruch: Hitler kam am 30. Januar, Roosevelt am 4. März 1933 zur Macht. Roosevelt stand— genau so wie der Führer— vor einem beispiellosen innenpolitischen Zusammenbruch. Die Weltwirtschaftskrise raste und verschlang ihre Massenopfer. Die Yankees, die ihr Land als„Gottes eigenes Land" rühmen, waren zum ersten Male an sich selbst und an ihrem frohen Zukunftsglauben, an ihrem berühmten Optimismus irre geworden. Roosevelt ließ sich Ermächtigungsgesetze geben. Er regierte tatsächlich als Diktator. Es ging auch gar nicht anders. Das machen wir ihm gar nicht zum Vorwurf. Sehr im Gegenteil! Roosevelt hatte das große Glück, in dem Augenblick zur Macht zu gelangen, als die Weltwirtschaftskrise ihren tiefsten Stand erreicht hatte. Er war Präsident eines Landes, das sich selbst genügte, das— trotz aller Verluste— im ersten Weltkrieg reich geworden war, sich insbesondere aus einem Schuldner= in ein Gläubigerland verwandelt hatte. Die Vereinigten Staaten schwammen schon damals in einem Ueberfluß von Gold. Roosevelt ging auf keine grundsätzliche Klärung aus, wie es Adolf Hitler tat. Er versuchte, sich und sein Land aus der Krise mit einer Währungsspekulation größten Umfangs herauszuwinden oder herauszumogeln. Er entwertete den Dollar um 40 v. H., trieb auf diese Weise die Warenpreise in die Höhe und entwertete die Geldschulden. Das war der Anfang seiner innenpolitischen Sanierung, die, wie gesagt, dadurch erleichtert wurde, daß die Krise ihren tiefsten Stand erreicht hatte und die Voraussetzungen für einen wenigstens langsamen Wiederaufstieg gegeben war. Weil aber seine Sanierung ein Zahlenspiel war und nicht an die Wurzel der Dinge rührte, blieb die hohe Zayl der 10 bis 13 Millionen Arbeitslosen bis zum Beginn dieses zweiten Weltkrieges erhalten. Jetzt beginnt der innere Widerspruch in Roosevelts Politik: Er ging der Wirtschaftskrise mit den Mitteln eines Diktators zu Leibe. Aber nur mit Mitteln, die an den Symtomen herumkurierten. Die Opposition erwachte. Sie fand ihren Ausdruck im Kongreß, aber auch in den Gerichtshöfen, die die Verfassungsmäßigkeit der wichtigsten Regierungsakte und Gesetze nach amerikanischem Recht beurteilen konnten. Die wichtigsten Gesetze Roosevelts wurden von dem Obersten Gerichtshof außer Kraft gesetzt. Nach seiner zweiten Wiederwahl ging er darum an eine Reform der höchsten amerikanischen Gerichte: charakteristischerweise mit den Mitteln der Personalpolitik, indem er jedem mehr als 70jährigen Richter einen„Koadjutor“ zur Seite geben wollte. Der Senat verwarf seinen Vorschlag mit der heftigen Begründung, der Gesetzentwurf sei„unnötig, nichtig, er bedeutet eine höchst gefährliche Verletzung des konstitutionellen Prinzips ohne Vorbild und Berechtigung, er verläßt die heilige Tradition der amerikanischen Demokratie; unter dem Anschein des Rechts sucht er in Wirklichkeit etwas Verfassungswidriges zu erreichen, und dies ist noch dazu durch beinaye betrügerische Methoden ins Werk gesetzt worden“. Man wird gerne zugeben, daß diese Sprache an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Wer diese Worte liest, denkt an Roosevelts... Weißbuch. Roosevelt hat in seinem eigenen Land den Ruf eines waghalsigen Pokerspielers und Pokerspielen kann niemand, ohne zu bluffen oder— aus der Fachsprache dieses Kartenspiels übersetzt— ohne durch hotes Bieten den Anschein zu erwecken, als ob man eine hohe Karte besäße, so daß der Gegner vom Mietbieten abgeschreckt wird. Zum Bluffen gehören aber immer zwei: einer, der blufft, und einer, der sich bluffen... läßt! Wieder Dorf- und Stadtgerichtsbarkeit Reichsjustizminister Dr. Thierack sprach auf einer Großkundgebung in der Breslauer Jahrhundert=Halle Breslau, 7. Januar. Den Höhepunkt des Besuches des Reichsjustizministers Dr. Thierack in Breslau bildete am Dienstagabend die Großkundgebung der NSDMP in der Jahrhundert=Halle, bei der der Minister in einer großen Rede über die ihm vom Führer gestellte Aufgabe der Schaffung einer starken nationalsozialistischen Rechtspflege sprach. Der Reichsjustizminister gab einen großangelegten Ueberblick über alle Probleme, die in Zukunft auf dem Gebiete des Rechts und der Instiz in Deutschland zu lösen sind, und nahm in diesem Zusammenhang auch zu verschiedenen Sonderfragen aus der Praxis der Rechtspflege Stellung. Besonders stark war der Beifall der Versammelten bei den Ausführungen Dr. Thieracks über seinen Plan der Wiedereinführung der Dorf= und Stadtgerichtsbarkeit, durch die dem Volke selbst wieder die Möglichkeit gegeben werden soll, Recht zu sprechen. Am Schluß seiner Rede ging der Minister noch auf den deutschen Standpunkt in den großen Fragen des Völkerrechts ein und hob den tief im Rechtsdenken des deutschen Volkes verwurzelten deutschen Rechtsanspruch auf die staatliche Zusammenfassung aller Teile der Nation und einen ausreichenden Lebensraum hervor. Fünf englische Spione in Schweden festgenommen Stockholm, 7. Jan. Fünf Auslander wurden nach einer Meldung der schwedischen Nachrichtenagentur TT von der Polizei der westschwedischen Hafenstadt Göteborg wegen Spionage verhaftet. Die Verhafteten haben im Auftrag eines britischen Staatsangehörigen in Schweden gegen Bezahlung Informationen über eine andere kriegführende Macht beschafft. Die Untersuchungsverhandlung wird vom Göteborger Stadtgericht am Donnerstag aufgenommen. ROMAN VON ERIKA WILLE 7. Fortsetzung. „Mutter?" Ein halb schelmisch, halb zögernd fragender Blick trifft die Mutter, dann hat Ilsabe plötzlich beide Arme um ihre Schultern gelegt; die Mappe fällt mit einem Knall zu Boden— und drückt ihr heißes Gesicht gegen die kühle Wange der Mutter. „Mutter— ich glaube, ich bin verliebt!“ Das klingt wie eine ganz furchtbare Feststellung, aber Ilsabes Augen glänzen. „Kind— in den Oberstarzt? Oder in deinen Schützling— den Verwundeten?" Da kommt ein abgrundtiefer Seufzer:„Das weiß ich eben nicht, Mutter das ist es ja. Hättest du jemals sowas von mir gedacht? Ich nicht. Wo bleiben meine Grundsätze, frag ich dich?“ „Grundsätze und Liebe sind meist im Streit, Ilsabe. Aber letztere scheint ja noch nicht übermäßig vorhanden zu sein, wenn du nicht einmal weißt, wer dein„Gegenstand“ ist. Nur— den Oberstarzt werde ich doch lieber wegschicken, wenn er mal wieder kommt.“ „Bloß nicht, Mutter, der kann doch nichts dafür! Und ich werde demnächst vermutlich schon wieder zur Vernunft kommen. Jetzt muß ich mich aber wirklich umziehen!“ Die Ilsabe? Frau Öhlen horcht auf die flinken Schritte im Zimmer über ihr, in dem ihr Kind sich umzieht. So hat sie sie wirklich lange nicht mehr gesehen, so beschwingt und übermütig! Früher war Ilsabe öfter so, aber seit der Vater gefallen ist, ist sie viel stiller geworden. Es wäre gut, wenn das wieder anders würde, sie ist doch noch so jung. Nun muß man ein wenig aufpassen, daß es kein Unglück gibt. Man muß vielleicht ein wenig an den Fäden ziehen, die im Spiel sind, denn der Oberstarzt ist doch wirklich schon ein wenig zu alt für die junge Ilsabe. Aber noch ist ja nichts ernst; sie lacht ja selber über sich. 4. „So, das hätten wir— und Sie sollen mal sehen, wie schön Sie die Hand wieder bewegen können. Was sind Sie denn von Beruf?“ „Schreiner, Herr Oberstarzt.“ „Schreiner? Ein schöner Beruf. Möbelschreiner? Eigene Werkstatt oder angestellt?" „Eigene Werkstatt, Herr Oberstarzt, in einer Mittelstadt— in Thüringen. Werde ich wirklich wieder hobeln und sägen können?" In den Augen des Verwundeten brennt die Frage. Hömberg, der selber den Berband anlegt, erwidert offen den Blick: „Wenn ich es Ihnen verspreche? Vielleicht bleibt der kleine Finger ein bißchen steifer als die anderen— aber damit werden Sie schon fertig werden. Arbeiten Sie nach eigenen Entwürfen?" „Wie es kommt, Herr Oberstarzt. Am liebsten natürlich nach eigenen Zeichnungen, aber manchmal haben die Leute ja selber ganz gute Gedänken— oder man kann sie darauf bringen.“ „Fertig— und damit Sie mir glauben, Herr Schreinermeister— ich beKatastrophales Durcheinander im Jron Im Zeichen der anglo-amerikanisch-sowjetischen Besetzung Rom, 7. Januar. Der nordamerikanische Einfluß in Iran wird#immer stärker. USA=Beamte haben die öffentliche Verwaltung in die Hand genommen und überwachen vor allem die Lebensmittellage, die dennoch immer katastrophaler wird. Sowjetsoldaten haben die Aufgabe erhalten, Militärtransporte gegen Angriffe von kommunistischen Banden zu verteidigen, denen man von Moskau aus einst selbst die Waffen gegen England geliefert hatte. Der iranische Versorgungsminister wurde auf einer Inspektionsreise angegriffen und mißhandelt und kam nur durch das schnelle Eingreifen der begleitenden Truppen mit dem Leben davon. Diese Leibgarden sind im übrigen bei der Bevölkerung denkbar verhaßt. Sie werden deshalb unaufhörlich verstärkt und erhalten nordamerikanische Instruktionsoffiziere und Unteroffizierg. Auf Druck von London hin, wo man den wachsenden USAEinfluß fürchtet, mußte die Regierung von Teherau einen britischen Sonderberater beim Versorgungsminister genehmigen. An der Grenze zwischen Iran und Irak kam es zu Zusamenstößen zwischen sowjetischen Besatzungstruppen und Banden. Auch einige britische Soldaten fanden dabei den Tod. Der englische Militärkommandant hat aus Repressalie einige Dörfer in Brand gesteckt. Die Regierung von Teheran hat bekanntgegeben, daß für jeden ermordeten englischen, nordamerikanischen oder sowjetischen Soldaten die Ortschaft, in deren Bezirk ein Mord stattfindet, eine hohe Strafsumme bezahlen müsse. Bei einer neuen Studentenkundgebung gegen die Besatzungsmächte in Teheran wurden. 150 Personen verhaftet. Nach Radio Teheran ist die Lage in Iran nach wie vor sehr wenig zufriedenstellend. Der Generaldirektor der Presse und Propaganda empfing am 1. Januar die Journalisten und erklärte, daß gegen die Unruhestifter, die gegen die Anordnungen der in Iran anwesenden Behörden Front machten, strengste Maßnahmen ergriffen und keine Nachsicht geübt werden würde. Im Hinblick auf die sinkende Währung betonte er, daß dies auf einen Vertrag zurückzuführen sei, der den Alliierten das Recht gebe, den Wert des Rial festzusetzen und den Geldumlauf zu kontrollieren. Trotzdem sei diese Arbeit der Finanzkontrollkommission nicht als fremde Einmischung in die iranischen Angelegenheiten in der Presse darzustellen. Gebirgsjäger stürmen einen Berggrat Lebhafte Stoßtrupptätigkeit im Westkankasus— Feindliche Stützpunkte und Bunker ausgehoben Berlin, 7. Jan. Im Westkaukasus entwickelten sich in den letzten Tagen lebhafte Späh= und Stoßtruppkämpfe, die unseren Truppen zahlreiche örtliche Erfolge brachten. Mehrfach schlichen sich die Spähtrupps durch die Kette der feindlichen Stützpunkte hindurch, erkundeten die Tiefe und Stärke der bolschewistischen Stellungen und brachten Gefangene ein. Vereinzelt wurden die so gewonnenen Erkundungsergebnisse in größeren Stoßtruppunternehmen zur Verbesserung des Frontverlaufs oder zur Beseitigung störender Stützpupnkte des Feindes ausgenutzt. So stürmten unsere Grenadiere zur Jahreswende zwei stark befestigte Bunkeranlagen mitsamt den schanzenden Bolschewisten, und am 4. Januar hoben sie in überraschendem Zugriff einen feindlichen Stützpunkt aus, wobei sie die gesamte Besatzung im Nahkampf vernichteten. Mehrfach trafen unsere Stoßgruppen auch auf feindliche Erkundungstrupps, die, soweit sie nicht flohen, aufgerieben wurden. Heftigere Vorstöße der Bolschewisten richteten sich in den letzten Tagen mehrfach gegen rumänische Stellungen, doch wurden die angreifenden Bataillone jedesmal unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Auch im Womhgevirae und in der Bergwildnis nördlich Tuapse, in der die Bolschewisten jeden der unzähligen Gipfel und Wohengrate zu Festungenn ausgebaut haben, hörten die Stoßtruppkämpfe nicht auf. Der ständige Kampf zwischen den starken Stützpunkten und jähen Felsenstürzen hat unsere Gebirgsjäger zu wahren Spezialisten des Berg= und Bunkerkrieges gemacht, die auch uneinnehmbar erscheinende Höhenstellungen anzugreifen und aufzurollen verstehen. Einen solchen Angriffsbefehl bekam in diesen Tagen der Oberjäger Beuerle mit seiner Gruppe. Es mußte ein Höhengrat genommen werden, von dessen vorgelagerten Bergnase die Bolschewisten jede Bewegung unserer Jäge“ unter Feuer nahmen. Obwohl der Feind die Stoßgruppe heftig beschoß, arbeitete sich der Oberjäger an den vordersten Bunker heran, von dessen Ausschaltung der Erfolg des ganzen Unternehmens abhing. Mit Handgranaten kämpfte er die Bunkerbesatzung nieder und räucherte auch noch einen weiteren in der Nähe liegenden Bunker aus. Die Bolschewisten verließen darauf in heller Flucht die übrigen Kampfstände dieses Frontstücks. Der Oberjäger stürmte mit seiner Gruppe sofort nach und gewann die erste Höhe, traf dann aber auf einen feindlichen Maschinengewehrzug, der die Jäger flankierend zu umfassen versuchte. Diese griffen trotz ihrer Minderzahl sofort an und rieben den Zug auf, wobei ihnen acht Schwere Maschine gewehre und 25 Gefangene in die Hand fielen. Von der Grathöhe, um die das ganze Unternehmen ging, drohte der Vorstoß im heftigen Abwehrfeuer der Schützen liegen zu bleiben. Doch auch diesmal gab der Oberjäger dem Gefecht die entscheidende Wendung. Während die Jäger den Feuerkampf fortsetzten, schob er sich über einen glatten Steilhang vor, dessen Benutzung der Feind für unmöglich gehalten und daher auch nicht besetzt hatte. Ueberraschend stand der Oberjäger in der Flanke der Bolschewisten, warf die erste feindliche Gruppe, die ihm entgegentrat, im Nahkampf über die steilen Felsen herab und hielt seine Stellung mit Aufbtetung aller Kräfte, bis seine Jäger nachgekommen waren. Gemeinsam mit diesen konnte dann der ganze Grat gesäubert und gegen die wütenden Angriffe des weit überlegenen Feindes gehalten werden. Flugplatz im Atlas augegriffen Berlin, 7. Januar. Am Nachmittag des 5. Januar griffen deutsche Kampfflugzeuge vom Muster Ju 88 einen im stelle hiermit eine Kommode bei Ihnen, ich habe mir schon lange eine gewünscht. Damit man endlich mal seine Kragen und Taschentücher und Socken selber finden kann und nicht immer erst nach der Haushälterin rufen muß, die sie in irgendwelchen Tiefen des Kleiderschrankes verborgen hat. Also eine schöne Kommode, aus Ahorn, denke ich? Aber die Maserung muß gut herauskommen— und dann vielleicht mit einem Streifenmuster aus diesem rötlichen Nußbaum. Na, denken Sie sich mal etwas Schönes aus. Der Kostenpunkt ist egal, die Hauptsache ist ein. wirklich schönes Stück!“ „Wird besorgt, Herr Oberstarzt— wenn ich bloß erst hier raus wäre! Wie lange dauert es denn noch?" Der Mann ist sichtlich Feuer und Flamme und sieht aus, als ginge er am liebsten spornstreichs an die nächste Hobelbank. „Immer sachte mit den jungen Pferden. Erst mal habe ich an Ihnen noch einiges zu besorgen. Vorläufig freuen Sie sich mal an Ihrem prachtvollen Verband. Raus für heute mit Ihnen. Ist jetzt Schluß, Schwester Lina, oder haben Sie noch was auf Lager?“ Dr. Hömberg dehnt sich ein wenig, er steht seit drei Stunden im Operationsraum. Aber es waren meist leichtere Fälle heute. „Hier nicht, Herr Oberstarzt. Aber Sie möchten noch nach A 7 herüberkommen, die Stationsschwester hat eben angerufen. Der Verwundete mit dem Nierenschuß hätte starke Schmerzen.“ „Gut. Haben Sie gesagt, daß ich käme? Hinterher bin ich nochmal auf A 2, wenn Sie mich suchen, bei unserem jungen Kollegen. Kommen Sie mit, Spengler?“ Nebeneinander gehen die beiden Aerzte der Station A 7 zu. Hömberg geht nicht übermäßig schnell, er will ein wenig die Luft genießen. „Wie spät ist es, Spengler?“ „Halb sechs, Herr Oberstarzt. Noch früh." Ja, noch früh. Halb sechs? Da kommt lsabe Öhlen nach Hause. Ob sie wohl heute ihren„Schützling“ besuchen wird? Gestern ist sie nicht gekommen. Vielleicht begegnet er ihr. „Haben Sie vorhin mal nach Wernicke gesehen, Spengler? Was macht das Fieber? Der Junge hat mir Sorgen gemacht, das weiß Gott!“ „Es lohnt sich abex auch, Oerr Oberstarzt. Es muß schon ein ganz fabelhafter Kerl sein, der Wernicke. Ich' habe mit den Leuten gesprochen, die mit ihm zusammen verwundet worden sind, oder vielmehr Verwundete, die er behandelt hat, als der Feuerüberfall kam, wobei es ihn dann selbst erwischt hat. Auf einem Verbandsplatz ganz dicht hinter der Linie hätte er gearbeitet und da hätte es mit einem Male geheißen, Feindpanzer seien im Angriff, ziemlich überraschend, und es habe Verwundete bei den Kämpfen gegeben. Der Mann, der mir das erzählt hat, ein Unteroffizier, hat mit einer Kopfverletzung auf dem Verbandsplatz gelegen, als die Meldung kam. Daraufhin hätte sich Wernicke einen Sanitäter mitgenommen und sei vorgegangen. Mitten aus einem Panzerkampf habe er sich ein paar Verwundete geholt, kriechend und springend nach allen Regeln der Kunst. Die Notverbände immer gleich im feindlichen Feuer angelegt, selbst meist dabei auf der Erde liegend. Der Sanitäter hätte alle Hände voll zu tun gehabt, die Leute dann ein bißchen nach hinten zu befördern, die Wernicke angeschleppt habe. Na, und dann sei er ja glücklich zu einer vorgeschobenen Stellung gekommen, die vom Feind abgeAtlasgebirge liegenden feindlichen Flugplatz an. Ueberraschend stürzte die erste Angriffswelle auf das stark belegte Rollfeld herab und warf ihre Bomben auf die am Rande des Feldes parkenden Flugzeuge. Sofort einsetzendes dichtes Sperrfeuer leichter Flak konnte auch die zweite Welle unserer Kampfflieger nicht verdrängen. Zahlreiche Bomben detonierten in den Anlagen und Abstellboxen des Flugplatzes und riefen dort mehrere Brände hervor. Drei abgestellte Flugzeuge explodierten nach Volltreffern und brannten vollkommen aus. 51 Sowjetflieger abgeschossen Berlin, 7. Januar. Deutsche Jäger errangen im Laufe des Mittwochs über dem mittleren Abschnitt der Östfront und dem Ilmenseegebiet einen neuen großen Erfolg. Bei Zerschlagung starker feindlicher Tiefflieger=Angriffe wurden 44 Sowjetflugzeuge, darunter eine große Zahl gepanzerter Schlachtflieger, in heftigen Luftkämpfen abgeschossen. Flakbatterien der Luftwaffe richteten ihr Feuer gegen bolschewistische Luftstreitkräfte im Raum von Welikije Luki und brachten sieben Sowjetflieger zum Absturz, so daß die Sowjets allein am Mittwoch nach den bisher vorliegenden Meldungen allein im mittleren und nördlichen Abschnitt der Östfront 51 Flugzeuge verloren. Britische Botschaft mußte frieren Madrid, 7. Januar. Wie Efe meldet, war die britische Botschaft in Washington am Montag mangels Heizöl ohne Heizung. Das Personal arbeitete in Mänteln, bis die USA=Regierung in der Nacht eine dringende Lieferung Heizöl beorderte. Feindliche Schiffe im Kanal zum Abdrehen gezwungen Berlin, 7. Jan. Fernkampfbatterien der deutschen Kriegsmarine nahmen in der Nacht zum 6. Januar feindliche Schiffsziele im Kanal unter Feuer. Nach einem fast dreiviertelstündigen Beschuß drehten die feindlichen Schiffe ab und entkamen in der Dunkelheit. Der Befehlshaber der britischen Luftwaffe in Aegypten tödlich verunglückt Madrid, 7. Jan. Wie Reuter amtlich aus Kairo meldet, gehört Generalmajor Mac Laughry, der die britische Luftwaffe in Aegypten befehligt, zu den elf Toten eines Flugzeugunglückes, das sich am Montag ereignete. Unter den Toten befindet sich auch wie bereits gemeldet, Lady Tedder, die Frau des Oberkommandierenden der britischen Luftwaffe im Mittelosten. 50 000 BRT in Uebersee versenkt Berlin, 7. Jan. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlsshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Raeder, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Kapitän z. S. Günther Gumprich. Kapitän z. S. Günther Gumprich, der am 6. Januar 1900 in Stuttgart geboren wurde und 1916 in die Kriegsmarine eintrat, hat als Kommandant eines in überseeischen Gewässern operierenden deutschen Kriegsschiffes zahlreiche bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit über 50 000 BRT versenkt. Auf seinen Kreuzfahrten hat Kapitän z. S. Gumprich sich durch Umsicht und Tatkraft besonders ausgezeichnet. Auf sich selbst gestellt, hat er in entschlossenem Zugreifen und geschickter Planung alle sich ihm bietenden Gelegenheiten voll ausgeschöpft und der feindlichen Handelsschiffahrt schwere Schäden zugefügt. schnitten wurde. Sie müssen ziemlich Zunder gekriegt haben, daß der Arzt überhaupt bis hin gekommen sei, wäre ein Wunder gewesen. Auf jeden Fall hat man hinten nichts von der scheußlichen Lage des Zuges da vorn gewußt und die Sowjets hätten angegriffen, als ob es um sonst was gehe. Der Oberleutnant, der die Führung hatte, ist gefallen, ein Oberleutnant wurde schwer verwundet, der Feldwebel fiel auch aus. Da ist Wernicke kurz entschlossen aufgesprungen, mit der Maschinenpistole des Leutnants:„Der Zug hört auf mein Kommando" und hat doch weiß Gott den Zug in eine etwas günstigere Stellung gebracht, in der sie sich halten konnten. Er hat dabei selbst die Verwundung erwischt und ist mit dem zerschossenen Oberschenkel zurückgekrochen und hat Verstärkung geholt. Die hat dann nicht nur die Kameraden rausgehauen, sondern im Gegenstoß den Feind auch noch überrannt und ein ganzes Stück zurückgedrängt. Wernicke hätte sich übrigends den ersten Verband selbst angelegt. Ich glaube, er ist reif zum Eisernen Kreuz.“ „Das ist er. Da sehen Sie mal wieder, daß ein Arzt ebenso gut schießen wie verbinden können muß, Spengler. So, da wären wir. Nun will ich noch mal sehen, was hier los ist.“ Während Hömberg die Treppe in der Station A 7 heraufsteigt, denkt er noch an die Erzählung über Wernickes Tat. „Mit einer Maschinenpistole? Ich habe allen Respekt vor so einem jungen Draufgänger!“ Kurz nach sechs Uhr tritt der Oberstarzt dann bei Jöra Wernicke ein. Das Krankenzimmer ist leer, keine Ilsabe Öhlen zu sehen. Hömberg weiß nicht, ist ihm das nun recht so oder nicht? „Na, wie geht es uns? Von Ihnen hört man ja schöne Schauermärchen.“ Fortsetzung folgt. Großgrünplan für die neuen Ostgebiete Waldstreifen von Norden nach Süden, Feldhecken von Östen nach Westen Der Reichsforstmeister als oberste Naturschutzbehörde und der Reichsführer ½ als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums haben eine Vereinbarung über die Landschaftspflege in den neuen Siedlungsgebieten im Östen getroffen. Das Arbeitsgebiet wurde in die Hände eines Sonderbeauftragten des Reichskommissars, des Landschaftsgestalters und Architekten Prof. Wiepkingürgensmann gelegt. Neben der vorgesehenen wirtschaftlichen, verkehrsmäßigen und städtebaulichen Neugestaltung der Östgebiete wird hiernach also auch die erforderliche LandschaftsgestalSchließt alle Treppenfenster dicht, vergeßt auch Haus- und Hoftür nicht! mmmmmnn I tung erfolgen. Welche Maßnahmen dabei vorgesehen und welche Ziele erstrebt sind, zeigt ein Bericht von Prof. Wiepking=Jürgensmann, den die Monatsschrift„Odal“ veröffentlicht. Noch setzt in den neuen Gebieten die wie im alten Reich der kriegsbedingte Mangel an Arbeitskräften und Material der Ausführung solcher Planungen ein Halt entgegen, noch fehlt auch der jungen Behörde die Gesetzeskraft für ihr Werk, aber klar und fest auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen ruhen liegen schon heute die Richtlinien für die gesamte landschaftliche Gestaltung des Warthegaues, Oberschlesiens und des Generalgonvernements vor. Doch der weitere Östen kann erst später regelrecht bearbeitet werden, doch haben auch dort schon die vorbereitenden Untersuchungen begonnen. In den Östgebieten ist allmählich durch fortgesetzte Waldrodungen, durch falsche Wasserführung und einseitigen Anbau von Getreide eine regelrechte Kultursteppe geschaffen worden, die es nunmehr wieder in eine gesunde und damit auch seelisch und ästhetisch befriedigende Kulturlandschaft überzuführen gikt. Der Hauptfaktor wird dabei der Wald sein, der Wetterbildner und Wetterhalter. Da die Östgebiete vorwiegend landwirtschaftlich genutzt werden sollen, ist nicht an die Länge großer Waldflächen zu denken, sondern an Anwälder, an den Flüssen und an Waldstreifen. Die ungefähr nordsüdlich verlaufende Wetterfront erleidet durch OÖstwinde starke Beeinträchtigungen, denen abfangende Waldstreifen abhelfen sollen. 20 bis 35 Meter breite Waldstreifen sollen in Abständen von 600 bis 80 Meter das ganze Land in annähernd nordsüdlicher Richtung durchziehen, während ihnen in ostwestlicher Richtung fünf bis sechs Meter breite Feldhecken mit 500 bis 600 Meter Zwischenraum entsprechen werden. Waldstreifen und Hecken sind nicht nur Windfänger, sondern auch Erhalter der Bodenfeuchtigkeit, der Bodenkohlensäure, des Taues, ferner aber Unkrautfänger und Vogelschutz. Damit die Linienführung keine Ejntönigkeit auskommen läßt, wird man für auflockernde Baumgruppen und Einzelbäume sorgen, Vor allem aber werden sich auch die Dörfer mit ihren Grünanlagen harmonisch in den Großgrünplan einfügen. Als„Waldersatz“ plant man vielfach auch die Einführung von Obsthölzern als Straßenbäume an den Verbindungen von Dorf zu Dorf innerhalb des Projektes der Waldstreifen und Hecken. Die besonders wichtige Wasserführung und Flußregulierung ist als Gemeinschaftsarbeit aller Beteiligten vorgesehen. Falsche Brotmarken in Paris Falsche Brotmarken sind in Paris schon beinahe alltäglich. Welche Ausmaße dieser Schwindel aber angenommen hat, zeigt folgender Vorfäll: Eine Bäckerei lieferte am Monatsende regelmäßig nicht weniger als 90 Prozent falsche Brotmarken ab, um damit ihren Anspruch auf neuen Vorschuß an Mehl zu begründen. Die Polizei wurde mit einer Untersuchung der Angelegenheit betraut. Es gelang ihr, einen Armenier und einen Algerier festzunehmen, die die Mittelsmänner zu einer Druckerei waren, die falsche Brotmarken fabrikmäßige herstellte. Die Polizei fand in der Druckerei echtes Papier für die Brotmarken, nur, die Druckplatten waren falsch. Das erklärt auch die Tatsache, daß der Schwindel einen so großen Umfang angenommen hat. Nicht weniger als 27 Personen wurden inzwischen verhaftet, darunter die gesamte Belegschaft der Druckerei, vom Lehrling bis zum Dixektor, denn sie alle steckten unter einer Decke. An Bargeld fand man in der Druckerei und in der Bäckerei rund 2 Millionen Franken, die beschlagnahmt wurden. Neue Sportnachrichten Stuhlfauth spielt in Berlin Im Berliner Poststadion stehen sich am 17. Januar die Auswahlmannschaft von Berlin und die Soldatenelf von Burgstern Noris gegenüber. Vor diesem spannenden Kampf tritt die Altherrenmannschaft des 1. FC Nürnberg gegen die Berliner„Oase“ an. Bei den Nürnbergern steht Heinrich Stuhlfauth im Tor, Popp und Riegel verteidigen,„Bumbas" Schmidt, Strobel und Oehm in der Läuferreihe, während im Angriff auch der Kapellmeister Dr. Loy zu finden ist. Die Berliner Stadtmannschaft ist bis jetzt noch nicht bekannt. Dagegen wird sich Burgstern Novis in folgender Aufstellung in Berlin vorstellen: Schaffer(NSTG Karlsbad); Bayer(1. FC Schweinfurt), Uebelein(1. FC Nürnberg); Walz(Stuttgarter Kickers), Endres(Neumeyer Nürnberg), Sing(Stuttgarter Kickers); Muorr(SpVg. Fürth), Gün ther(Rotweiß Oberhausen), Kupfer 2(1. FC Schweinfurt), Uebelein 2(1. FC Nürnberg), Fischer(Neumeyer Nürnberg).— Wie aus der Aufzählung hervorgeht, wird in den Reihen der fränkischen Divisionself auch der Nationalspieler Albert Sing mitwirken. 16 Boxer in engerer Wahl Unseren Amateurboxern ist es vorbehalten, den Reigen der internationalen Begegnungen im Jahre 1943 einzuleiten. Am 24. Januar stehen sich in Breslau die Nationalstaffeln von Deutschland und Schweden im siebenten Länderkampf gegenüber. Bisher war Deutschland dreimal siegreich geblieben und hatte zwei Niederlagen sowie ein Unentschieden zu verzeichnen. In führt der Gesamtbilanz gegen Schweden Deutschland mit 54:42 Punkten. Für den ersten Länderkampf des Jahres in der Jahrhunderthalle sind vorerst 16 Boxer aufgeboten. Wer für die endgültige Staffel in Frage kommt, läßt sich zur Zeit noch nicht bestimmen, da der größere Teil unserer Boxer im Fronteinsatz steht. Die Liste der Anwärter lautet: Fliegengew.: Nikolaus Obermauer (Magdeburg), Georg Tietzsch(Berlin); Bantamgew.: Heinz Götzke(Hamburg), Artur Büttner 2(Breslau); Federgew.: Günther Strangfeld(Herten), Ludwig Petri(Kassel); Leichtgew.: Herbert Nürnberg(Berlin), Karl Zeilhofer(Stettin); Weltergew.: Alfred Herchenbach(Mainz), Walter Schneider(Liegnitz); Mittelgew.: Rudolf Pepper(Dortmund), arl Schmidt(Hamburg); Halbschwergew.: Herbert Kleinwächter(Berlin), Karl Zwazl (Wien); Schwergew.: Herbert Runge(Wuppertal), Adolf Kleinholdermann(Berlin). Der Rundfunk am Freitag eichsprogramm. 15.10—16.00 Uhr: Wolf=Lieder, känzerische Kunstmusik aus Spanien. 16.00—17.00 Uhr: Unterhaltsame Konzerkmusik, klassische Lieder. 17.15—18.30 Uhr: Bunle Unterhaltung. 18.30—19.00 Uhr: Der Zeitspiegel. 19.00—19.15 Wehrmachtvorkrag: Unsere Luflwaffe. 19.20—19.35 Uhr: Frontberichte. 19.45—20.00 Uhr: Dr. BoebbelsArtikel aus dem Reich:„Demaskiertes England“. 20.15—22.00 Uhr: Operektensendung„Schön ist die von Lehar. 22.20—22.30 Uhr: Sporlnachrichlen. Deulschlandienber.. 17.15—18.30 Uhr: Haydn, Mozark, Busoni(Hans Rosbaud mit Erich Riebensahm). 20.15—21.00 Uhr: Erste Franz=SchmidtSendung„Fredigundis“ erster Akt. 21.00—22.00 Uhr: „Marksteine Berliner Musikgeschichte“(6. Gasparo Spontini). Neuer Rekord im Filmtheaterbesuch 96,9 Millionen Filmbesucher im Oktober Der Filmtheaterbesuch hat in Großdeutschland im Oktober 1942 mit 96,9 Millionen Besuchern ein Spitzenergebnis erreicht. Die Steigerung der Besucherzahl gegenüber dem September 1942 betrug 10,2 Millionen, gleich 11,8 v. H. Es ist allgemein bekannt, daß in Deutschland seit Jahrzehnten dem Film vom Publikum her stets große Aufmerksamkeit gezeigt wurde. Und doch gab es Länder, die einen prozentual höher liegenden Filmbesuch aufzuweisen hatten als das Reich. Jetzt aber sind alle Rekorde geschlagen. Jeder Mensch in Deutschland, und dabei sind Kinder und Greise miteingeyechnet, sieht jeden Monat mindestens einmal einen Film. Praktisch heißt das, daß jeder erwachsene Deutsche sich ungefähr an jedem zehnten Tage eines Filmbesuchs erfreut. Es gibt also kein volkstümlicheres Mittel, um die Kunst und auch das Tagesgeschehen in das Gedächtnis der Bevölkerung zu prägen. Zu jedem Spielablauf läuft ja auch die Deutsche Wochenschau. Man kann also feststellen, daß nahezu jeder Deutsche jede Wochenschau zu sehen bekommt, deren Inhalt in sich aufnimmt und damit teil hat an der Erlebniswelt des Frontsoldaten, dessen Einsatz die Grundlage bildet für die Neuordnung Europas. Die Tatsache des Rekordbesuches der Filmtheater schließt aber außerdem auch ein Urteil ein. Das ganze deutsche Volk hat damit Ja gesagt zum Inhalt und Stil unserer Spielfilme. Die deutsche Filmproduktion, die unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels nach den Richtlinien des Reichsfilmintendanten Dr. Hippler in weiser Wir verdunkeln heute: Von 16.37 Uhr bis 8.35 Uhr Dosierung leichte und ernster zu nehmende Lustspiele neben repräsentative Monumentalfilme stellt, und die deutschen Lichtspieltheater, die durch die Betreuung der Reichsfilmkammer zu Schaustätten geworden sind, die ein architektonisch befriedigendes Niveau besitzen, haben es trotz des Krieges vermocht, ihre Leistungen immer weiter zu steigern und dem Bedürfnis des Volkes nach Entspannung und Erhebung weitgehend zu entsprechen. Ein stolzes Kapital deutscher Leistung. 100 000 Schulzes in Berlin Von allen Namen sind in Berlin Müller und Schulze am stärksten verbreitet. Es gibt rund 100 000 Menschen, die Schulz, Schulze, Schultz oder Schultze heißen. Damit wird sogar der Name Müller geschlagen, der rund 80 000mal vertreten ist. Aus Westdeutschland Der erste Abstich des 1942ers beginnt Traben=Trarbach. In diesen Tagen beginnt in den Kellern der weinbautreibenden Gemarkungen der erste Abstich des 1942ers. Dieser ist bereits durchweg hell und probierfähig. Bei Mostgewichten von 75—96 Grad Oechsle und 8—11,5 pro Mille Säure hat er sich zu einem blumigen Qualitätswein entwickelt. Die Weine, die bereits durchweg naturrein eingelagert wurden, können dank ihrer Güte unverbessert bleiben. Tödlicher Verkehrsunfall Marl. In früher Morgenstunde wurde ein 19jähriger Arbeiter, wohnhaft im Gemeinschaftslager in Marl, beim Ueberqueren der Straße von einem Autobus überfahren und getötet. Es liegt vermutlich Selbstverschulden vor. Todessturz vom Fuhrwerk Heiden, Ein Kolonist aus Maria Veen befuhr mit einem Einspänner, auf dem sich ein Kasten mit einem Eber befand, die Straße in Richtung Reken. Plötzlich scheute das Pferd und jagte in gestrecktem Trab davon. Vergebens versuchte der alte Mann, das noch junge Tier zum Stehen zu bringen. Auf der wilden Fahrt streifte ein Karrenrad einen Chausseebaum: durch den harten Anprall wurde der alte Mann vom Sitz geschleudert und stürzte schwer zu Boden. Er zog sich einen Halswirbelbruch zu und war auf der Stelle tot. Vom Spiel in den Tod Wissen(Sieg). In Selbach kam der zwölfjährige Sohn Günther der Witwe Paul Brucherseifer beim Spiel auf tragische Weise zu Tode. Auf der Dorfwiese zerbrach ihm beim Zusammenprall mit einem Spielgefährten der Schistock. Im Hinstürzen rannte sich der unglückliche Junge den noch in seiner Hand befindlichen Stockrest durch ein Auge hindurch in das Gehirn. Bewußtlos wurde der Schwerverletzte ärztlicher Behandlung zugeführt, die ihn aber nicht zu retten vermochte. Noch in der Nacht wurde er durch den Tod erlöst. Ein rabiater Hahn Sendenhorst. In einem unbewachten Augenblick war das 18 Monate alte Söhnchen eines Maurers in den Hof gelaufen, wo es von dem Herrn des Hühnerhofes angegriffen und zu Boden geworfen wurde. Das Gesicht des Kleinen wurde durch den kampflustigen Hahn übel zerpickt. Erst durch die herbeieilende Mutter konnte das Kind vor noch schwererem Schaden bewahrt werden. Der Hahn aber wurde einen Kopf kleiner gemacht. Volksgasmaske— unentbehrlich! Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, daß mein lieber, unvergeßlicher, jüngster Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter, mein herzensguter, unvergeßlicher Bräutigam Josef Skowronek Obergefr. in einem Grenadler-Regt., Inh. des E. K. 2. Kl., des Inf.-Sturmabzeichens und der Östmedaille fern der Helmat bei den Kämpfen am 8. Dezember 1942 den Heldentod für sein Vaterland gefunden hat. Seit Beginn des Krieges war er in stündigem Einsatz. Er starb im Alter von 27 Jahren und 4 Monaten. Wer ihn gekannt, weiß, was wir verloren. In tiefer Trauer: Pius Skowronek, Familie Paul Skowronek. Christel Mosebách, Albert Mosebach, z. Z. im Felde, Famille August Kutkat Familie Karl Kreuzmann, Familie Anton Wittig, Küthe Flieger, als Braut, Fam. Jos. Flleger u. Anverwandte. B.-Dahlhausen(Eiberger Str. 30), den 2. Januar 1943. Die Trauerfeler ist am Sonntag, 10. Januar, um 9.45 Uhr, in der evgl. Kirche zu B.-Dahlhausen. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Hart und schwer traf uns die Nachricht, daß mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann, mein lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter Gefreiter Franz Ebersberger Inhaber des E. K. 2. Klasse, des Inf.-Sturmabzeichens, des Verwundeten-Abzeichens und der Östmedaille in den schweren Kämpfen im Östen am 7. Dezember 1942 im 32. Lebensjahre gefallen ist. Sein Leben galt nur den Seinen. Wer ihn gekannt, der weiß, was wir verloren. Wir werden ihn nie vergessen. In tiefem Schmerz: Else Ebersberger, geb. Bürger, Famllie Ebersberger, Famille Bürger. E.-Steele(Humannstr. 23), Wattenscheid, Freisonbruch, Düsseldorf, den 2. Januar 1943. Das Seelenamt findet statt am Dienstag, 12. Januar 1943, 8.30 Uhr(10 Uhr) in der St.-Laurentius-Kirche zu E.-Steele. Für die vielen Bewelse herzlicher Tellnahme beim Hin scheiden meines geliebten Mannes und unseres guten Vaters spreche ich hiermit allen, besonders don Nachbarn und der Gefolgschaft der Zeche„Friedlicher Nachbar“ meinen innigen Dank aus. Frau Cäcllie Alze, geb. Piontek und Kinder. Bochum-Linden, im Januar 1943. Tieferschüttert erhielten wir die unfaßbare Nachricht, daß unser innigstgellebter, guter, hoffnungsvoller, einziger Sohn, mein lieber Bruder, Enkel, unser Neffe, Vetter und Freund, der Gefreite Pg. Heinz Möller am 2. Dezember 1942 im blühenden Alter von fast 22 Jahren bel einem Angriff in der Kalmückensteppe durch einen Granatsplitter tödlich getroffen. wurde. Seine Kameraden haben ihn auf einem Heldenfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. In tieter Trauer: Heinrich Möller und Frau Elisabeth, geb. Wagner und Schwester Irmgard nebst Anverwandten. Essen-Steele, Rottstraße 11. Trauerfeier in der evangel. Friedenskirche in E.-Steele am 7. Februar 1943, um 16 Uhr. Mit den Angehörigen trauern wir um einen befähigten und beliebten Arbeitskameraden, der sich einer hervorragenden Beliebtheit und Wertschätzung erfreute und in unserem Hause uuvergessen bleiben wird. Führung und Gefolgschaft der Ruhrgas-AktienGesellschaft. Im Kampf um selne geliobte Heimat und für seinen Führer gab unser gellebter, herzensguter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Gefreite Christian Dittmar am 14. 12. 1942 in einem schweren Gefecht im blühenden Alter von 23 Jahren sein junges Leben dahin. Nachdem er den Feldzug in Frankreich mitgemacht hatte, fand or im Östen don Heldentod. In tiefer Trauer: Famille Dittmar. Langenberg-Rhld.(Gut Rommel), Steele, Essen, AltendorfRuhr, den 1. Januar 1943. Heute um 0.15 Uhr verschied nach kurzer Krankheit unsere herzensgute Tochter, mein liebes Schwesterchen, unser Enkelkind, unsere Nichte und Kusine Renate im blühonden Alter von fast 8 JJahren. Sie folgte ihrer lieben Kusine nach 8 Tagen in den Tod. In tiefer Trauer: Paul Reininghaus und Frau Herta, geb. Krockhaus, Schwestérchen Edda nebst Anverwandien. Hattingen-Ruhr(Oststraße 27), den 5. Januar 1943. Die Beerdigung findet am Freitag, dom 8. Januar 1943, um 15 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Von Belleldsbesuchen bitten wir abzuschen. Ausgabe der Kleiderkarte. Die vierte Reichskleiderkarte wird wir folgt ausgegeben: l. Gemeinde Buchholz: am Montag, dem 11. Januar 1913 von 8.30 bis 11.30 Uhr. in der Wirtschaft Brämer: von 14—16.30 Uhr in der Wirtschaft Geilenbera. Gemeinde Holthausen: am Montag, dem 11. Januar 1943, von 8.30—11.30 Uhr in der Wirtschaft Wimpelberg: von 13—15 Uhr in der Wirtschaft Brinkmann. Gemeinde Welper: am Dienstag, dem 12. Jannar 1943: a) für den Ortsteil Hüttenan im Gasthaus Hüttenau. Bismarckstraße: b) für den Ortsteil Haidchen in der Wirtschaft Heckmann, Roonstraße. 1. Stadt Blankenstein, am Mittwoch, dem 13. Jannar 1943, von 8.30 bis 13 Uhr im Amtshaus II. Bezug scheinstelle. Die Bezirks=und Zeiteinteilung wird durch Aushänge bekanntgegeben. Die Ausgabe der vierten Reichskleiderkarte erfolgt gegen Quittung und nur an erwachsene Familienan gehörige. Die alte Kleiderkarte ist als Ausweis vorzulegen. Blankenstein, den 6. Januar 1943. Der Amtsbürgermeister. J. A.: Möller. Fleisch=Sonderkarten für den 45. Versorgungszeitraum. Wegen verspäteter Anliefermna konnten die Fleisch=Sonderkarten für den 45. Versoraunaszeitraum nicht mit den Lebensmittelkartenpäckchen zusammen ausgegeben werden. Die Ausgabe erfolgt daher in den 48 Außenstellen des Ernährungs= und des Wirtschaftsamtes nachträglich zusammen mit der Ausgabe der 4. Reichskleiderkarten in der Zeit vom 12. bis 29. 1. 43 nach der für die Kleiderkartenausgabe festgesetzten Einteilung. Vollselbstversorger(Bauern und Landwirte) erhalten die FleischSonderkarten im Ernährungsamt im Rathaus, Zimmer 448 bzw. in den zuständigen Verwaltungsstellen am 11. und 12. 1. 43 während der Vor mittagsdienststunden. Bochum. den 6. Januar 1943. Der Oberbürgermeister. Städt. Berufs=, Berufsfach= und Fachschulen für Mädchen in Bochum. Für die zu Östern 1943 beainnen den Lehrgänge in der Haushaltungs schule und Frauenfachschule, Klasse I, werden die Anmeldungen vom 7.—9. Januar 1943 in der Zeit von 9—12 Uhr im Schulhaus Wittener Str. 23 entgegengenommen. Persönliches Erscheinen der Bewerberinnen mit allen Zeuanisunterlagen ist erforderlich. Bochum, den 6. Januar 1943. Der Oberbürgermeister Dr. Piclum. Fischbezug. Von Donnerstag, den 7. Januar an, erfolgt die Abgabe von Frischfisch auf den Abschnitt F 2 des Fischbezugsausweises. Soweit der Abschnitt F 1 noch nicht beliefert ist, behält er bis zur restlosen Belieferung seine Gültigkeit. Bochum. den 6. Januar 1943. Der Oberbürgermeister. Ihre vollzogene Verlobung geben bekannt: Henni Bölte, Arbeitsmaid Wilhelm Schröder Obergefr. in einer Panzer-Division B.-Dahlhausen 1. Osten, z. Z. in Url. Dr.-C.-Otto-Str. 121, z. Z. Mohrkirchosterholz, z. Z. Urlaub, i. Januar 1943. Wir sind kriegsgetraut Alfred Bläser Gefreiter in einem Inf.-Regt. Grete Bläser, geb. Schmidt Blankenstein-Ruhr z. Z. Bergstr. 3 Wehrmacht Im Januar 1943 Wegen Abschlußarbeiten Freitag, 8. Jan. geschlossen. F. Holtsträter, Textilhof, Hattingen- Ruhr Schwarze H.=Halbstiefel Gr. 43. geg. schw. H.=Halbschuhe, gl. Größe, zu tauschen ges. Anneliese Perscheid, Langenberg=Rhld., Hauptstraße 51. Burschen=Winter= od. Regenmantel (Gr. 44) zu kaufen ges., evtl. können ein Paar guterh. Knabenschuhe(Gr. 30) mit in Zahl. gegeben werden. Angebote unter Nr. 89 an die Geschäftsstelle in B.=Linden. 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Man hatte Freude an den hübschen Abzeichen und alle Formationen der Partei zogen mit freudigen Gesichtern durch die Straßen. War es nicht so bei der ersten Sammlung, daß man die Sammler suchte, um noch ein Abzeichen mitzubekommen? Als die Sammlungen dann Monat um Monat mit immer gleicher Regelmäßigkeit durchgeführt wurden, als das Einmalige wie eine Selbstverständlsichkeit in den Kreislauf des alltäglichen Geschehens einbeschlossen wurde, als Neugierde und Neuigkeit nicht mehr den Anreiz zum Spenden boten, da kam die große Probe für das deutsche Volk. Da galt es sich zu bewähren, und da wurde die große Erziehungsarbeit der Partei offenbar. Nun mußte sich zeigen, ob unser Volk die große Idee von der Volksgemeinschaft verstanden hatte und willens war, sie in die Tat umzusetzen. Und die erste Probe wurde bestanden. Monat um Monat, Jahr um Jahr zogen die Sammler unermüdlich durch die Straßen oder in die Familien, Monat um Mönät und Jahr um Jahr zeichneten sich die deutschen Familien in die Sammellisten ein oder warfen ihre Spende in die Büchse. Und Jahr um Jahr stiegen die Ergebnisse, denn Jahr um Jahr wuchs die Volksgemeinschaft und legte so den Grund für unsere heutigen Erfolge. Als dann der Plutokratenneid und der Haß der Demokratien und Bolschewisten den Krieg entfesselten, stand unser Volk bereit. Wiederum galt es eine Probe zu bestehen, die härteste von allen. Und wiederum zogen die Sammler aus. Obgleich viele Stellen leer wurden, entstand doch keine Lücke, und wiederum füllten sich die Büchsen und die Listen, nicht nur im ersten Jahr, auch in den folgenden Monaten und Jahren, in denen das deutsche Volk mit dem härtesten Kampf selbst härter und entschlossener wurde. Und wieder stiegen die Ergebnisse. Monat um Monat legt so unsere Nation im ewigen Gleichmaß des Alltags mit immer neuer Bereitschaft eine stolze Bewährungsprobe ab. Und wie es in den vergangenen Wochen war, so wird auch bei der kommenden Hanssammlung für das Kriegswinterhilfswerk der Beitrag sich wieder steigern, wird das Ergebnis die vorhergegange nen übertreffen. Anträge über Ausnahmen vom Lohnstop Bekanntgabe des Reichstreuhänders der Arbeit Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen=Niederrhein teilt mit:„Es war in den Betrieben meines Wirtschaftsgebietes überwiegend üblich, das Gehalt des einzelnen Angestellten alle zwei Jahre, höchstens aber jährlich einmal, unter Berücksichtigung seiner Leistungen zu überprüfen und gegebenenfalls neu festzusetzen. Mit Rücksicht auf diese Uebung und im Sinne der angestrebten Verwaltungsvereinfachung habe ich angeordnet, daß ab sofort Anträge der Betriebe über Ausnahmen von Lohnstop, die nur in begründeten Ausnahmefällen genehmigt werden können, nur einmal im Jahr, entweder im Januar oder im Juli, von meinen Beauftragten angenommen werden können. Diese Regelung gilt für alle Anträge auf Gehaltserhöhung, sie gilt nicht für Neueinstellung von kaufmännischen oder technischen Angestellten und für Vertretung einberufener Gefolgschaftsmitglieder." 1 13 72 Im winterlichen Wald (Bild: Archiv) hattinger Stadtspiegel — Werksjubilare. Bei der Henrichshütte können im Januar folgende Gefolgschaftsmitglieder auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken: am 9. 1. Angestellter Heinrich Bockholt, Holthausen; am 11. 1. Gefolgschaftsmitglied Gustav Dohmann, Feldstr. 13; am 18. 1. Angestellter Rudolf Siepmann, Hattingen, Im Heggerfeld 14, und am 24. 1! Schlosser Wilhelm Maas, Hattingen, Am Rosenberg 24.— Die„H.3Z.“ gratuliert und wünscht weiterhin erfolgreiches Schaffen. — Wer spendet für die Bastelstube? Soldaten eines Lazaretts möchten zu ihrer Unterhaltung nützliche Bastelarbeiten verrichten. Es fehlt ihnen an geeignetem Handwerkszeug, wie Laubsägen, Bohrer, Zangen usw. Wer stellt solches zur Verfügung? Annahmestelle: Geschäftsstelle der NSDAP., ViktorLutze=Straße 20. — Beschädigungen in Fernsprechzellen. Wie jetzt bekannt wird, sind auch hier— wie an verschiedenen anderen Orten unserer näheren Heimat— Zerstörungen in Fernsprechzellen vorgekommen, deren Urheber vermutlich junge Burschen sind. Jedenfalls hat man in Sprockhövel bereits einen 17jährigen solcher sinkloser Taten überführt. Hier in Hattingen wurde im vorigen Monat u. a. aus einem Münzfernsprechhäuschen ein Hörer gestohlen, woDoppectes Lüstspiel Von Ernst Zacharias " nid ver kon lich die ihr hat ges Das Leben schreibt die unwahrscheinlichsten Kurzgeschichten. Da diese Tatsache männiglich bekannt ist, darf ich es wagen, folgende Begebenheit aufzuzeichnen, ohne in den Ruf eines Aufschneiders zu kommen. Erika und Fritz hatten sich gezankt. Das war schon öfter vorgekommen, aber diesmal schien es doch eine ernstere Sache zu sein. Sie wollten nichts mehr voneinander wissen. Die Ursache ihres Zwistes war natürlich nichtigste Nichtigkeit; interessiert uns auch weiter nicht. Eine ganze Woche hatten sie sich nicht gesehen, und nun saßen sie plötzlich im Theater dicht nebeneinander. Also Zufall, schön. Es wurde ein Lustipiel gegeben. Rechts und links von ihnen bogen sich die Leute vor Lachen. Die Verfeindeten lachten nicht. Sie saßen in einer mit Elektrizität geladenen Hohlkugel, die sie von der Umwelt hermetisch abschloß. Nur hin und wieder schauten sie wie durch ein Guckloch auf die vergnügte Menschheit, und die Pein ihrer Lage kam ihnen um so schmerzhafter zum Bewußtsein. Wie schön war es doch sonst gewesen! Er hatte stets etwas zum Naschen mitgebracht und sie —lach, wie sanft war der Druck ihrer kleinen Hand gewesen. Natürlich machte diese Erinnerung das Paar noch verbitterter und unversöhnlicher. So konnte es nicht mehr weitergehen...! Erika hatte Glück. In der ersten Pause erspähte sie eine junge Angestellte, die ihr gern den Gefallen tat, den Platz zu tauschen. Eine Schönheit war dieses junge Mädchen nicht. Das Klingelzeichen ertönte. Der Zuschauerraum lag im Dunkeln. Im letzten Augenblick zwängte sich Erika durch die Reihe. So, nun würde sie doch endlich sehen, was auf der Bühne vorging. Und lachen wollte sie, tüchtig lachen mit all den anderen lustigen Menschen. Und Erika lachte wirklich, denn das Lustspiel war tatsächlich lustig. Und neben ihr lachte auch jemand aus vollem Halse, denn wie gesagt, das Lustspiel— Ach, Lustspiel hin, Lustspiel her, aber dieses Lachen von der rechten Seite— äffte sie denn ein Spuk? Blitzschnell drehte sie sich ihrem Nachbarn zur Rechten zu und sah— ja, es ist wirklich schwer zu glauben— und sah in das immer noch lachende, aber gleichzeitig reichlich verdutzte Gesicht ihres bösen Fritz. Er hatte den gleichen Gedanken gehabt— verletzend eigent lich— auch er hatte einen gefälligen Freund gefunden, und nun saßen sie glücklich wieder nebeneinander. Da hatte sich im Dunkeln also etwas abgespielt, das sich den Vorgängen auf der Bühne würdig an die Seite stellen konnte. Die gegenseitige Ueberraschung war denn doch zu stark, und so kamen sie aus dem Lachen gar nicht erst heraus, und dieses Lachen war so echt und herzerfrischend, daß es nicht nur alle bösen Geister verjagte, sondern in einem Umkreis von zehn Metern Durchmesser die Zuschauer abermals zum Lachen brachte. bei gleichzeitig die Nummernscheibe mutwillig zerstört worden ist. — Löschsand ist kein Streusand. Die Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes „Sirene“ weist darauf hin, daß der Löschsand der Bevölkerung kostenlos nur für Luftschutzzwecke zur Verfügung gestellt wurde. Wer ihn anderweitig verwendet, etwa im Winter zum Streuen bei Glatteis, macht sich strafbar. Diese grundsätzliche Aufklärung, die natürlich örtliche Sonderregelung nicht etwa ausschließt, will klarstellen, daß der Löschsand eine Art Munition im Kampf gegen Brandbomben ist, die nicht vergendet werden darf. Bei Verstößen kann Anzeige erstattet werden. tl Gewohnheitsverbrecher unschädlich Durch Urteil der Großen Strafkgmmer des Landgerichts Bochum wurde ein gefährlicher Gewohnheitsverbrecher in der Person des elfmal vorbestraften Josef Meyer von Witten kaltgestellt. Sein Vorstrafenregister kennzeichnet ihn als einen haltlosen Menschen, der kei ner geregelten Arbeit nachgeht und als Hehler und Dieb immer wieder rückfällig wird. Im Jahre 1936 wurde M. von der Strafkammer Bochum wegen räuberischer Erpressung übelsier Art zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt, welche Strafe er im Jahre 1941 verbüßt hatte. In der Annahme, daß diese lange und schwere Strafe den Menschen nun endlich dazu bringen werde, von dem Wege des Verbrechens abzugehen, hatte man sich getäuscht, denn nunmehr stand er wieder wegen rückfälligen Diebstahls unter Anklage. Am hellen Tage des 28. Juli 1942 schlich er sich heimlich in den Schlachthof zu Witten ein und entwendete dort 11 Pfund bestes Schweinemett, das er mit seinem bereitstehenden Rade in seine Wohnung schaffte und hinter dem Bett versteckte. Als die Kriminalpolizei in seiner Wohnung vorsprach, flüchtete er und trieb sich im Industriebezirk umyer, bis er in Steele verhaftet werden konnte. Vor Gericht suchte er den harmlosen, von widrigen Schicksalsumständen mitgenommenen, durchaus besserungswilligen Menschen herauszustellen, der in seinen Vorstrafen von manchen Gerichten des Industriebezirks verkannt worden sei. Nach dem Gutachten des ärztlichen Sachverständigen hat man in dem Angeklagten einen schwachsinnig veranlagten Menschen vor sich, der aber verantwortungsbewußt wohl zu erkennen wisse, daß sein Treiben strafbarer Natur ist. Er sei als ein unverbesserlicher Gewohnheitsverbrecher anzusprechen, der stets rückfällig werde und somit eine ständige Ge fahr für die öffentliche Sicherheit abgebe. Die Strafkammer verurteilte Meyer wegen Rück falldiebstahls zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust und sprach über ihn auch die Verhängung der Siche rungsverwahrung nach verbüßter Strafe aus. Bochum — Versuchter Raubüberfall. Am 4. 1. 1943, gegen 17 Uhr, wurde auf der Gabelsbergerstraße ein 12jähriger Schüler von 2 unbekannten Männern angehalten, die ihm die Hände festhielten, mit einem Tuch die Augen verbanden und seine Taschen durchsuchten. Da sie bei dem Jungen nichts fanden, entfernten sich die Täter, bei denen es sich der Sprache nach. um ausländische Arbeiter handeln muß. Eine Beschreibung der Täter konnte der Ueberfallene nicht geben. Wer hat den Vorfall beobachtet oder wer hat in der angegebenen Zeit verdächtige Personen in der Nähe des Tatortes wahrgenommen? Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei oder jede andere Polizeidienststelle. Wir schauen zurück auf 1942 Die Ausstellungen des Jahres.— Kommunalpolitisches.— Neuigkeiten und Daten, die unser Interesse fanden. Den Auftakt der Ausstellungen machte die Geflügelschau des Geflügelzuchtvereins Hattingen im Januar 1942 im Adler=Saal Welper.— Das Museum des Hattinger Heimatvereins kann für die Zeit vom 13. Juli 1941 bis 14. 12. 1941 eine Besucherzahl von 900—1000 melden. In der Zeit vom 17. 5. 42 bis 11. 10. 42 trugen sich 1000 Besucher in das aufgelegte Gästebuch ein; die Zahl der tatsächlichen Besucher während dieser Zeit betrug rd. 2000.— Die Kaninchenschau in Sprockhövel zeigt 60 Tiere. Weitere Kaninchenschauen finden im Laufe des Jahres in Altendorf=Ruhr(25. 10. 42), in WinzBaak(mit 106 Tieren), in Blankenstein(am 1. 10. 42), in Herbede und Durchholz(am 7. und 8. 11. 42), in Hattingen(am 14. und 15. 11. 42) anläßlich des 35jährigen Bestehens des Kaninchenzucht=Vereins und am 21. und 22. 11. 42 in Welper mit 125 Tieren statt. Kommunalpolitisch war u. a. von besonderer Bedeutung: In Hattingen die Nachricht vom Verkauf der letzten kreiseigenen Gebäude(Allg. Ortskrankenkasse, Alte Post, Villa Bismarckstraße 34) und die Uebernahme des Badehauses in der Kreisstraße in die Regie der Stadtverwaltung; die Neuberlegung einer Treppe und die Anbringung von Geländern an Aufgängen zum Kirchplatz; der Umzug der beiden Hattinger Oberschulen=(die Mädelschule findet Aufnahme in der AdolfHitler=Schule an der Bismarckstraße, die Oberschule für Knaben zieht von der Bismarckstraße zur Schule an der Waldstraße); die Bestätigung der Oberschule für Mädchen als Vollanstalt. Am 24. 10. 42 werden die großzügigen Schenkungen an die Stadt bekanntgegeben(Hallenbad und Stadtchronik). Der Wartesaal 2. Klasse der Reichsbahn erhält ein Wandgemälde durch den Heimatverein(Bild Untermarkt). Im November 1942 wird die neue Straßenpolizei=Verordnung erlassen. Im letzten Monat des Jahres wird die Stiftung eines neuen festlichen Trauzimmers für das Rathaus bekannt. Neue Gemeindebüchereien werden am 15. 8. 42 in Buchholz und am 12. 12. 1942 in Holthausen eröffnet. In Welper werden bis Oktober 34 Neubauten der Rhein.=Westfälischen WohnstättenAG. bezugsfertig, die 170 Familien Wohnung geben. An bemerkenswerten Daten und Jubiläen seien erwähnt: Am 1. März 1942 kann die Bahnstrecke Duisburg—Essen—Bochum auf ein 80jähriges Bestehen zurückblicken. Ebenfalls im März feiert die Firma Dr. C. Otto u. Co. ihr 70jähriges Bestehen. Die Straßenbahn Nierenhof—Hattingen wird 35 Jahre, die Bochumer Bergschule 125 Jahre alt(7. 4.). Am 18. Oktober feiert die Kriegerkameradschaft Hattingen 1817 ihr 125jähriges Jubelfest. Am 6. 12. sieht der Bochumer Verein in Bochum' auf sein 100jähriges Bestehen zurück. Allerlei Neues: Das Große Los von 500 000 RM. fällt im März nach Bochum und später nach Steele.— Die Leo=GottwaldWerke, KG. Hattingen, eröffnen im April ein Ferienheim in Krebsöge.— Am Kasinopark in Welper treten durch Zuschüttungen im Laufe des Jahres wesentliche Veränderungen ein.— Die Hattinger Holschentorschule legt mit Erfolg die erste Seidenraupenzucht an.— Die Firma Gebrüder Eickhoff, Bochum, konstruiert den zweiten„Eisernen Bergmann".— Ende August herrscht große Hitze; späterhin, Mitte September und Anfang Oktober, wird über anormale zweite Blatt= und Blütentriebe berichtet.— Am 1. 9. 42 wird das neue Luftschutzwarnsignal„Oeffentliche Luftwarnung“ eingeführt.— In Bochum führen die Filmtheater, die geschlossenen Vorstellungen durch.— Das technische Problem der farbigen Papierkopie wird als gelöst gemeldet. Nachrichten aus den Nemtern Amt Blankenstein — Die Ausgabe der Reichskleiderkarte erfolgt im Amt Blankenstein ab Montag, den 11. Januar 1943, und zwar nur an erwachsene Familienangehörige gegen Quittung. Die Ausgabetermine sind der heutigen Bekanntmachung im Anzeigenteil zu entnehmen. — Stenografie=Kursus beginnt. Die Teilnehmer, welche sich für den Stenografie=Kursus„Stufe 2“ für Fortgeschrittene angemeldet haben, wollen sich heute, am 7. Janaur 1943, abends 19 Uhr in der Dienststelle der DAF, Blankenstein, Marktplatz 9, einfinden. — NS=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk. Unsere nächste Arbeitsstunde findet am Mittwoch, dem 13. Januar, von 15 bis 17 Uhr, in der Parteigeschäftsstelle statt. Wir stopfen und flicken für Soldaten. Herbede — Versteigerung für das WHW. Die in der Woche vom 28. 12. bis 4. 1. 1943 diensttuenden Flakmänner einer Heimatflakbatterie versteigerten bei einem Kameradschaftsabend am Silvesterabend eine kleine Hausmacher=Mettwurst. Sie erbrachte den ansehnlichen Betrag von 49,50 RM, der dem WHW überwiesen wurde. — Hohe Auszeichnung. Obermaschinist Erich Hasenbein wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Die Heimat gratuliert herzlich! Sprockhövel — Aus dem Berufserziehungswerk der DAF. Der angekündigte Kursus „Technisches Rechnen“ beginnt am kommenden Sonnabend um 15 Uhr im Lokale Karl Rose. Anmeldungen werden noch entgegengenommen. Gleichzeitig werden schon jetzt Anmeldungen für den Kursus„Technisches Zeichnen“ entgegengenommen. — Unglaubliche Zerstörungswut. In letzter Zeit sind von jungen Burschen Zerstörungen an öffentlichen Einrichtungen verübt worden, die von einer Verantwortungslosigkeit ohnegleichen zeugen. So wurde u. a. ein Briefkasten von einer Wand gerissen. In der Vorwoche wurde in einer öffentlichen Fernsprechzelle die Aufhängevörrichtung am Handapparat, die am Tage vorher mit viel Mühe angebracht worden war, mutwillig zerstört. Jetzt hat die Polizei einen 17jährigen Burschen ausfindig gemacht, der als einer der Täter in Frage kommt. Die Oeffentlichkeit erwartet mit Recht strengste Bestrafung der festgestellten Vergehen, für die man in der heutigen personal und materialarmen Zeit absolut kein Verständnis aufbringen kann.— Ein 19jähriges Mädchen von auswärts, das sich hier herumtrieb, wurde aufgegriffen und in seine Heimat jenseits der Ruhr gebracht. Haßlinghausen — Auszeichnung. Der Gefreite Helmut Schneider wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Die Heimat gratuliert. — Einen neuen Gendarmeriebeamten hat der Hiddinghauser Bezirk durch die Versetzung des Gendarmerie=Bezirksmeisters Adolf Köhler nach hier erhalten. Der neue Beamte kommt von Lippstadt und hat vorläufig in ber Wirtschaft Siebenborn Wohnung bezogen.(Ruf: 2165 Gevelsberg.) Altendorf=Ruhr — Kriegerkameradschaft Altendorf 1871. Vereinsführer Hennecke hatte die Mitglieder der Kriegerkameradschaft 1871 zu einer Jahres=Hauptversammlung geladen. Seine Ausführungen gaben einen Rückblick auf das Leben der Kameradschaft im abgelaufenen Jahre. Besonders hervorzuheben ist, daß man sich wiederum in den Dienst des KriegsWHW. stellte. Mehrbeiträge wurden geleistet und Opferschießen veranstaltet. Ein Sonder=Betrag wurde als Verwundetenspende abgeführt. Auch beim Pflichtschießen konnten schöne Erfolge erzielt werden. Der Kassierer hatte seine Geschäfte ordnungsmäßig geführt; so konnte ihm Entlastung erteilt werden. Zum Schluß dankte der Kameradschaftsführer allen für die Mitarbeit. Die amerikanischen Besatzungtruppen am Rhein Eine Mahnung für uns alle!— Erinnerungen eines Koblenzers Die wüsten Ausschreitungen der amerikanischen Besatzungsarmee in NordAfrika, die sadistischen Aeußerungen von im Solde Iudas stehender USA=Bürger über die Ausrottung des deutschen Volkes(falls es ihnen gelänge, uns zu besiegen!), lassen mich zurückdenken an jene Zeit, als vor nunmehr 24 Jahren die Amerikaner an den Rhein zogen und meine Heimat Koblenz zum Hauptquartier erwählten. Der Rheinländer hatte gleich einen passenden Namen für diese seine Heimat schändenden Schmarotzer; sie wurden kurz und treffend als „Kackerlacken“ bezeichnet. Wenn man ihnen hätte glauben wollen, waren sie alle' Farmer, Ingenieure, Studenten— in Wirklichkeit entpuppten sie sich als Gangsterbanden der übelsten amerikaschen Unterwelt. Mord, Totschlag und Mißhandlungen waren die„Regierungsmethoden“ dieser in Uniform steckenden Verbrecher. Allein in Koblenz sind 32 Deutsche nachgewiesenermaßen als= Opfer der Besatzungstruppen (hauptsächlich der amerikanischen) zu beklagen gewesen. Neben den über 700 gebuchten Ueberfällen, die alle mehr oder weniger starke körperliche Verletzungen im Gefolge hatten, stehen die vielen Hunderten von Mißhandlungen, die nicht in den städtischen Archiven vermerkt werden konnten. Der Schreiber dieser Zeilen hat am eigenen Leibe diese amerikanischen Teufel kennengelernt, diese der Trunkenheit völlig ergebenen Horden, von denen man selbst am Tage nicht sicher war. Einige Namen aus der Liste der 32 Toten seien hier angeführt: Paul Weber, Koblenz. Mehlstraße 20, wurde am 3. April 1919 ohne jede Veranlassung von Amerikanern erschossen.— Frau Walther Schmidt, Koblenz=Oberwerth, Sebastianstraße. starb nach Steinwürfen eines amerikanischen Soldaten. Friedrich Rössel, Polizeibeamter, wurde bei der Ausübung seines Dienstes von einem amerikanischen Besatzungssoldaten kaltblütig erschossen.— Clemens Weinand wurde von einem Auto der amerikaischen Besatzung überfahren und getötet.— Wilhelm Schweickert, Droschkenbesitzer, wurde gezwungen, aus einer Flasche zu trinken, die Gift enthielt und seinen sofortigen Tod herbeiführte.— Gustav Brann. Georg Menzler wurden von farbigen Franzosen erschossen usw. Auch die 32 Toten von Koblenz sind für Deutschland gestorben. Sie sollen uns eindringlich vor Augen führen, wie es uns erainge, menn die Horden amerikanischer Ganasterkultur in unser Vaterland jemals einfallen könnten. Mit Sparsamkeit walten: Erst denken, dann schaltent