Die Heimnat an Mittan Ausgabe A 94. Jahrgang Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt(Wehrm.) Stellvertreter: Hans Hollender, Hattingen=R. Für unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Gewähr geleistet, Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr, Kleine Weilstraße 27. Telegramm=Adresse: Kreisblatt Hattingenruhr Hattöoger Zeitung Die geo6e Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Hattingen=Ruhr, Obermarkt/ Postjach 21, 22/ Ruf 2941, 42 u. 43 Herm. Büscher. J. Zt. sind die Preislisten Nr. 5 vom 1. 7. 1940 und Nr. 2 vom 1.7.1940(Sammelpreisliste) gültig. Erfüllungsort: Hattingen=R.; Bezugspreis: durch die Post je Monat 2.— RM zuzüglich Bestellgeld, durch Boten 2,16 RM einschl. Botenlohn. Nummer 221 Montag, 21. September 1942 Siegreiche Geleitzugschlacht im hohen Norden Deutsche Kampfflieger und Unterseevoote vernichten 277000 Aus dem Führerhauptquartier, 20. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Nach der völligen Vernichtung eines Großgeleitzuges im Nordmeer in der Zeit vom 2. bis 7. Juli 1942 wurde am 13. September von britischer Seite ein erneuter Versuch unternommen, ein von starken Flotteneinheiten gesichertes Großgeleit durch das Nordmeer in einen sowjetischen Hafen zu führen. Die sehr schlechten Wetterbedingungen und die einen weit nördlichen Kurs erlaubende Eisgrenze begünstigten dieses Vorhaben. Deutsche Kampffliegerverbände und Unterseeboote griffen an und zerschlugen auch diesen aus rund 45 Handelsschiffen bestehenden Geleitzug in tagelangen aufopferungsvollen Kämpfen. Unter schweren Kampfbedingungen, auf weite Entfernungen bei schlechtem Wetter und starker feindlicher Flak= und Jagdabwehr versenkten unsere Kampfflieger aus diesem Geleitzug insgesamt 25 Handelsschiffe mit zusammen 177 000 BRT. Acht weitere Dampfer wurden so schwer beschädigt, daß sie als verloren anzusehen sind. Außerdem vernichtete die Luftwaffe von den Sicherungsfahrzeugen einen Zerstörer sowie zwei Bewacher und warf einen zweiten Zerstörer in Brand. Unsere Unterseeboote schossen in harter Verfolgungsjagd fünf Handelsschiffe mit zusammen 29 000 BRT. aus dem Geleitzug heraus und erzielten auf zwei britischen Zerstörern Torpedotreffer, deren Untergang bei der herrschenden Wetterlage nicht beobachtet werden konnte. Damit erlitt der Feind eine seiner schwersten Niederlagen in Geleitzugskämpfen. Er verlor innerhalb von sechs Tagen 38 mit Kriegsmaterial aller Art beladene Haudelsschiffe, darunter auch Tanker, mit zusammen 270 000 BRT. Dazu kommt der Verlust von sechs Kriegsfahrzeugen. Nur Reste des Geleitzuges, zum Teil erheblich beschädigte Schiffe, konnten entkommen. Ferner gibt das Oberkommando der macht bekannt: Die von amtlicher sowjetischer Seite bekanntgegebene und von der Reuteragentur übernommene Behauptung, daß Generaloberst von Kleist gefallen sei, ist unwahr. Einzelheiten der Schlacht Der im Nördlichen Eismeer in einem sechs Tage währenden ununterbrochenen Angriff durch deutsche Kampfflugzeuge und Unterseeboote aufgeriebene feindliche Geleitzug war der größte, der bisher einen Durchbruch zu den bolschewistischen Häfen versuchte. Der nach langen Vorbereitungen und unter dem Schutz besonders starker Kriegsschiffseinheiten unternommene Versuch scheiterte auch diesmal an der Wachsamkeit und Schlagkraft der im hohen Norden eingesetzten deutschen Fliegerverbände und der Angriffsfreudigkeit der Unterseeboote. Trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit und der damit verbundenen ungünstigen" Witterungsverhältnisse wurde der nach Östen laufende Geleitzug durch die gemeinsam hartnäckig durchgeführten Angriffsoperationen der Kampfflugzeuge und Un terseeboote zersprengt und eine große Zahl voll beladener Frachtschiffe vernichtet. Der Geleitzug fuhr auch diesmal wieder hart an der Packeisgrenze südlich Spitzbergen entlang. Weit auseinandergezogen waren die feindlichen Sicherungsstreitkräfte um den ganzen Geleitzug herum verteilt, damit die zu erwartenden deutschen Angriffe rechtzeitig erkannt und vom Kern des Geleitzuges ferngehalten werden konnten. Trotz der starken Sicherung durchbrachen die deutschen Kampfflieger in den Tagen vom 13. bis 18. September immer wieder den Abwehrring. Einer der erfolgreichsten Tage dieser Geleitzugschlacht war der 13. September. Trotz stark aufkommender Nebelbänke blieben die Kampffliegerverbände den ganzen Tag über am Feind und versenkten vom Morgengrauen bis in die späten Abendstunden neun Handelsschiffe mit zusammen 61 000 BRT.=Vergeblich bildeten die begleitenden seindlichen Kriegsschiffe in Zickzackkurven fahrend, einen mehrfachen Ring um die schwer bedrohten Frachter. Auch der Einsatz feindlicher Jagdflugzeuge konnte die deutschen Kampfflugzeuge nicht von ihren Zielen abbringen. Zwei britische Flugzeuge stürzten, von dem Abwehrfeuer der deutschen Kampfflugzeuge schwer getroffen, brennend ins Meer. Auch in den folgenden Tagen wurden die Angriffe trotz sich stetig verschlechternder Wetterlage erfolgreich fortgesetzt. Schon zu diesem Zeitpunkt lagen mehrere Frachter brennend und im sinkenden Zustand weit hinter dem Geleit. Erneute Bombenvolltreffer führten zu ihrer völligen Vernichtung. Durch die ununterbrochenen Angriffe wurde der Zusammenhang des Geleitzuges Aimmer mehr zersplittert. Die einzelnen Schiffe versuchten auf eigene Faust weiter nach dem Norden auszuweichen, um ihrer Vernichtung zu entgehen. Am Nachmittag des 14. 9. flog ein mit Munition beladener großer Transporter, von schweren Bomben eines Kampfflugzeuges getroffen, unter riesigen Explosionserscheinungen in die Luft. Zwei weitere Handelsschiffe erhielten zur gleichen Zeit so schwere Treffer, daß sie auseiyanderbrachen und versanken. Damit waren bis zum 15. September weitere 16 Schiffe mit zusammen 119 000 BRT. vernichtet. Die Reste des Geleitzuges wurden am 18. September kurz vor Erteichen des Bestimmungshafen noch einmal von den Kampfflugzeugen angegriffen, wobei weitere acht Handelsschiffe mit zusammen 61 000 BRT. versenkt wurden. Auch die Sicherungsstreitkräfte erlitten durch die Versenkung eines feindlichen Zerstörers und zwei Bewachern empfindliche Verluste. Ein weiterer Zerstörer wurde in Brand geworfen. Damit haben die Luftwaffenverbände unter Führung von Generaloberst Stumpf in einem sechstägigen harten Kampf den Nachschub für die Bolschewisten mit der Vernichtung von 241 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes auf das schwerste getroffen. Zusammen mit den von deutschen Unterleebooten versenkten fünf weiteren Transportern mit insgesamt 29 000 BRT. betragen die Gesamtverluste des Feindes, wie durch SondermelBRT wertvollsten Schiffsraums— 38 Schiffe Eine der schwersten Niederlagen mit dung bereits bekanntgegeben, insgesamt 270 000 BRT. Hervorragender Anteil der U=Boote Die letzten Berichte über die Erfolge unserer Unterseeboote im Kampf gegen die britisch=amerikanische Versorgungsschiffahrt erwähnten immer wieder die außerordentliche Härte des Kampfes, der sich über alle Meere hinzieht. Ungeachtet der verstärkten Abwehr fahren unsere Unterseebootbesatzungen trotz des in der jetzigen Jahreszeit im Nord= und Mittelatlantik wieder einsetzenden ausgesprochenen Schlechtwetters Angriff auf Angriff, um die feindliche Versorgungsschiffahrt, das Rückgrat der gegnerischen Kriegführung, empfindlich zu schädigen. Die Versenkung von fünf Dampfern aus einem Geleitzug im nördlichen Eismeer stellt, abgesehen von dem kampfmäßigen Erfolg, eine hervorragende seemännische Leistung dar. In diesem Seegebiet, in dem die von den letzten Ausläufern des Golfstromes erwärmten Luftmassen auf die Kälte der Arktis treffen, liegen jetzt schwere Nebel, die nur für Stunden von schweren Stürmen zerrissen werden. Es dkoht die Gefahr des Zusammenstoßes mit Eisberaen und den Sicherungsfahrzeugen des feindlichen Geleits. Ist dieses Geleit festgestellt worden, wird nach dem tageund nächtelangen Auf= und Abstehen endlich der Angriff gefahren, der wiederum alles Können von Kommandant und Besatzung beansprucht angesichts der besonders starken Sicherung, die den wertvollen Geleitzügen für die Sowjets beigegeben wird. Wenn die jungen Besatzungen unserer Unterseeboote trotzdem wiederum 29 000 BRT. mit rund 45 000 Tonnen Kriegsmaterial vernichteten, so gaben sie erneut den Beweis für den hohen Stand ihrer seemännischen und soldatischen Ausbilduna und Haltung, der ihnen die Möglichkeit gibt, die Kameraden an der Östfront wirksam zu entlasten. Sie wollen unseren Müttern ihre Kinder nehmen Ein teuflischer Plan Churchills und seiner Bolschewisten— Kein Kompromiß mit den Verbrechern Berlin, 21. Sept. In England wurde der ungeheuerliche Plan bekanntgegeben, die deutschen Kinder nach dem Sieg der Alliierten zu internationalisieren. Die in London erscheinende, von Churchill bezahlte Zeitung„Vrij Nederland" fordert, wie das amtliche englische Reuterbüro mitteilt, daß alle deutschen Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren ihren Müttern weggenommen und für die Dauer von 25 Jahren ins Ausland geschickt werden müßten. Bei dieser Methode würden die Deutschen nicht mehr von ihrer Nationalität besessen sein. würde ein Völkergemisch entstehen, das nicht mehr als deutsch zu bezeichnen sei. * Mit der Veröffentlichung dieser teuflischen Absicht wird das gemeinste Verbrechen verkündet, das jemals Menschenhirne ersonnen haben. Wir haben uns niemals einer Täuschung darüber hingegeben, welches Schicksal dem deutschen Volke von der bolschewistischen Bestie und den plutokratischen Weltverbrechern zugedacht ist. Stalin und Churchill wollen die Vernichtung aller der Nationen, die noch die Kraft in sich fühlen, der bolschewistischen Völkerversklavung Widerstand zu leisten und den Willen besitzen, sich gegen ihre plutokratischen Ausbeuter zu erheben. Wir kennen ihren teuflischen Plan seit langem. Ihr Ziel ist die Ausrottung des deutschen Volkes. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, um auch dem blindesten Volksgenossen die Augen zu öffnen, dann ist diese Veröffentlichung das unwiderlegbare Zeugnis dafür, was das deutsche Volk, was seine Mütter und Kinder von diesen unmenschlichen Verbrechern zu erwarten hätten. In Ostkarelien, in Estland, in Litauen, in Lettland und Galizien hat die Welt die bolschewistischen Handlanger Churchills und seiner Kumpane am Werke gesehen. So meldete„New York Journal American" am 16. Oktober 1941: 150 000 Litauer, darunter Kinder von zwei Jahren an aufwärts, sind von den Sowjets nach Sibirien verschleppt, unmündige Kinder ihrem Schicksal überlassen worden. Unter den verschleppten Kindern befinden sich auch drei Kinder des litauischen Generals Rastikis." „Stockholms Tidningen" meldete aus Lettland:„200 000 Einwohner, vom kleinsten Kinde bis zum 80jährigen Greis, sind in die russischen Steppen und in die arktischen Gebiete Sibiriens gebracht worden. Die Kinder sind verschwunden und niemals zu ihren Eltern zurückgekehrt. Von deutschen Truppen wurden auf dem Güterbahnhof in Riga vier verschlossene Güterwagen voller Kinderleichen gefunden.“ Der estnische Landesdirektor Dr. Maee erklärte:„Die Bolschewisten hatten den Plan, 700 000 Personen nach Rußland und Sibirien abzutransportieren. Nur 385000 Esten sollten im Lande bleiben.“ Die finnische Zeitung„Aamulethti“ betont, daß die Verschleppung und Hinrichtung der Esten nicht nur eine Maßnahme zur Beseitigung der politischen Klassengegner gewesen sei, sondern es sich um einen Ansvottungsprozeß gehandelt habe. Bei der Verschleppung habe man festgestellt, daß die Familien auseinandergerissen wurden, indem die Männer in die eine Himmelsrichtung, in die Kohlengruben, die Frauen in die andere, in die Kolchosen, gebracht und die Kinder den Eltern einfach weggenommen wurden., Und so, wie hier geschildert, so haben die Bolschewisten, die die Geschäfte Churchills und seiner jüdischen Verbrecher besorgen, überall gewütet, wo ihre Soldateska Fuß fassen konnte. Die ungeheuerlichen Enthüllungen des Londoner Blattes stimmen durchaus mit dem überein, was gerade am Sonnabend der amerikanische Marineminister Knox in einer Rede in Kansas City erklärte: Nach dem Siege, so rief dieser Kriegshetzer aus, wird ein Friede vorgeschrieben, in dem Im Kaukasus Bei ihrem Vordringen in die Höhen= und Paßstraßen hatten die deutschen Truppen im Kankasus immer neuen feindlichen Widerstand zu brechen, der ihnen vor allem aus gut getarnten Bergstellungen entgegengestellt wurde. Am Fuße der Berge von Pjatigorsk sind Panzer und Kradfahrer aufgefahren, während die Flak die Befestigungen der Sowjets in direktem Beschuß bekämpft.(PK=Anfn.: Kriegsberichter Rothkopf) Deutschland und die Achsenmächte völlig beseitigt werden. Es könne keinen Kompromiß geben. Mit diesem letzteren wird Knox recht haben. Es wird mit diesen Kreaturen keinen Kompromiß geben. In der Entschlossenheit des deutschen Volkes aber werden sich diese Verbrecher täuschen! Im Bewußtsein seiner Kraft hat es den Kampf seines Lebens gegen seine Verderber aufgenommen. Seine Söhne vollbringen Wunder an Tapferkeit, und sie stehen siegreich an allen Fronten und schlagen nun die Verbrecher nieder, die dem deutschen Volke dieses furchtbare Schicksal zugedacht haben. Sie wissen, vereint mit der gesamten Heimat, daß die Gerechtigkeit unserer Sache uns zum Siege führen wird. Die Anstifter und Urheber dieser Verbrechen aber— dessen sind wir ebenso gewiß— wird ihr verdientes Schicksal ereilen. Sie werden ihre unabwendbare Niederlage nicht überleben. Eichenlaub für Leutnant Schmidt Berlin, 21. Sept. Der Führer verlieh dem Leutnant Heinz Schmidt, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und übermittelte ihm folgendes Schreiben: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampfo für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 124. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. gez.: Adolf Hitler.“ Der 22jährige, am 20. April 1920 in Bad Homburg geborene Leutnant Heinz Schmidt erhielt nach 51 Luftsiegen am 21. August 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Außerdem bei zahlreichen kühn und schneidig durchgeführten Tiefangriffen hochbewährt, gelang es ihm, in wenigen Wochen die Zahl seiner Abschüsse zu verdoppeln und damit insgesamt 102 Luftsiege zu erringen, so daß der Führer ihm jetzt das Eichenlaub verlieh. Reichsmarschall Göring hat dem tapferen, erfolgreichen Jagdflieger in einem Glückwunschschreiben seine besondere Anerkennung ausgesprochen. Generalstabschef fiel in deutsche Hand Berlin, 21. September. Zu den Kämpfen vor Stalingrad teilt das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mit: Der Angriff auf Stalingrad brachte auch am 18. September weitere Fortschritte. Im zähen Häuserkampf wurde eine ganze Anzahl Widerstandsnester vernichtet und Schritt für Schritt weiter Boden gewonnen. Vorgehende deutsche Infanteristen stießen auf bolschewistische Bunker, die aut getarnt bis zu 15 Meter Tiefe in die Erde hineingetrieben waren. Drei befestigte Anlagen waren sogar zu zweistöckigen Bunkern ausgebaut und dienten einer bolschewistischen Armee als Gefechtsstand; Pioniere überraschten ihn. Der bolschewistische Oberbefehlshaber konnte in letzter Minnte dem deutschen Zugriff entwischen, sein Generalstabschef mit allen Offizieren und Hilfskräften geriet in deutsche Gefangenschaft. Zwei sowjetische Generale tödlich verunglückt Stockholm, 21. September. Nach einer Meldung des Moskauer Nachrichtendienstes sind die beiden sowjetischen Generalleutnante der Artillérie, Kurnilow-Drugow und Myschkow„bei Ausübung dienstlicher Obliegenheiten“ ums Leben gekommen. Großkampf auf den Meeren Berlin, 21. Sept. Zum dritten Male innerhalb weniger Tage meldet das OKW. von den Taten unserer U=Boot=Männer und Flieger. Nachdem der Feind soeben erst durch die Zersprengung und Vernichtung des Geleitzuges im hohen Atlantik wertvollsten Schiffsraum verloren hat, nachdem einen Tag vorher von den Erfolgen unserer Unterseeboote an der amerikanischen Küste und vor Afrika ebenfalls eine stolze Siegesmeldung veröffentlicht werden konnte, kommt nunmehr die Kunde, daß wiederum ein Geleitzug im Eismeer von Unterseebooten und Fliegern angegangen und vernichtend getroffen worden ist. Nachdem der Feind bereits mit zweien dieser Geleitzüge böse Erfahrungen hat machen müssen, ist es ein Zeichen für die dringenden Hilferufe der Sowjetunion, wenn er es nochmals unternommen hat, seinen kostbaren Schiffsraum für ein derartiges Unternehmen aufs Spiel zu setzen. In der Tat kann der Nutzeffekt dieser Geleitzüge nicht sehr groß sein, und man wird annehmen müssen, daß es sich nur darum handelt, dem Herrn im Kreml den guten Willen zu beweisen, weil man sein Stirnrunzeln zu fürchten hat. Man muß aber schon sagen, daß diese Methode der Prestigepolitik für die Engländer und Amerikaner ziemlich kostspielig ist. Wie groß muß ihre Angst vor etwaigen Entschlüssen Stalins sein, wenn sie den Zorn des Sowjetherrschers durch Opferung des Schiffsraumes zu beschwichtigen suchen, an dem sie selbst mittlerweile den größten Mangel leiden! Daß dies in der Tat so ist, bedeutet einen unverwelklichen Ruhm für die deutschen Unterseeboote und Flugzeuge, die es dahin gebracht haben, daß der Feind in seinen Tonnagenöten nicht mehr ein und aus weiß. Innerhalb einer halben Woche sind, wenn man die zweifellos auch gesunkenen, aber im OKW. gewissenhaft als schwer beschädigt gemeldeten Schiffe hinzurechnet, etwa 400000 BRT. feindlichen Schiffsraumes zerstört worden. Das sind Zahlen, über die auch die ruhmredigsten englischen und nordamerikanischen Agitatoren nicht hinwegkommen. Obwohl man in London und Washington ab und zu wieder einen Anlauf nimmt, um wenigstens nach außen hin Haltung zu markieren, lassen sich doch die Besorgnisse nicht mehr verbergen. Das Wirtschaftsleben der Vereinigten Staaten ist durch die deutschen und verbündeten U=Boote so stark in Mit leidenschaft gezogen worden, wie es sich der Kriegshetzer Nr. 1 im Weißen Hause wohl nie hat träumen lassen. Das Land steht in einer schweren Transportkrise, weil es an Erdöl fehlt, und groteskerweise kann es nicht herantransportiert werden, obwohl die Amerikaner die vielleicht reichsten Erdölquellen der Welt auf ihrem Kontinent haben. Die Angaben über die Schiffsneubauten, die von den Agitatoren Roosevelts herausgegeben werden, tragen den Stempel der Erfindung und Uebertreibung an der Stirn. Ernsthafte Beobachter in England und in den USA. geben unumwunden zu, daß die Versenkungsziffern in diesem Jahre zehn bis zwölf Millionen BRT. erreichen werden. Da die Werften in beiden Ländern durch die Reparaturen von beschädigten Schiffen überaus stark in Anspruch genommen sind, ist die Neubautätigkeit begrenzt. Der Plan des Schiffsbauers Kaiser, der Tonnagenot durch den Bau einer riesigen Lufttransportflotte abzuhelfen, ist inzwischen schon längst fallen gelassen worden, weil die Rohstoffrage für den Flugzeugbau nicht zu lösen ist. Und in England spricht der Ernährungsminister Woolton ganz offen über seine Sorgen, die durch die ständigen Versenkungen englischer Schiffe durch deutsche Unterseeboote verursacht werden. Darüber hinaus dürfen wir annehmen, daß der Feind in seiner strategischen Entschlußfähigkeit durch den steigenden Mangel an Schiffsraum erheblich eingeschränkt wird, denn alle größeren Einsätze sind selbstverständlich bei der geographischen Natur der Kriegsschauplätze davon abhängig, daß Transportflotten von erheblichem Umfange zur Verfügung stehen, um den Erdstreitkräften überhaupt erst einmal den Absprung zu einer Operation zu ermöglichen. Diese Lähmung der feindlichen Kriegführung haben die deutschen Unterseeboote zusammen mit Ueberwasserstreitkräften und der Luftwaffe zuwege gebracht. Zahlenmäßig haben die Unterseeboote an den Versenkungen den Hauptanteil. Der Führer hat den Feinden in einer seiner letzten Reden versprochen, daß Unterseeboote„noch und noch“ auf den Weltmeeren erscheinen und den feindlichen Handel dezimieren würden. Er hat Wort gehalten, und die Feinde haben weder durch verstärkte Abwehrmaßnahmen, noch durch Schiffsneubauten eine Verminderung der Verluste und Abgänge erzielen können. Sie stehen vor der beängstigenden Situation, daß ihr Schiffsraum von Monat zu Monat mehr schwindet. Die Einsatzbereitschaft der deutschen U=Boots=Besatzungen überwindet alle Schwierigkeiten, auch die der verstärkten feindlichen Abwehr, und insbesondere haben sich bei den letzten großen Geleitzugschlachten die jungen U=Boot=Besatzungen ausgezeichnet, die vielleicht zum ersten Male am Feinde waren und von denen vorwitzige Engländer zu behaupten wagten, daß sie ihrer Aufgabe nicht gerecht würden. Auch in diesem Falle brauchen die Englnäder sich nicht den Kopf zu zerbrechen, und in der Güte und Gründlichkeit der Ausbildung lassen wir uns von niemanden übertreffen. Die deutschen Seeleute und Flicger aber werden fortfahren, die feindlichen Schiffe auf den Meeren zu jagen, bis dieser ge Blutverlust sich für den Feind tödlich auswirkt. Das ist die kriegsentscheidende Bedeutung der Schlacht auf den Weltmeeren. Wieder sechs britische Flugzeuge abgeschossen 21. September. Im Laufe des Sonnabendsnachmittags überflogen einige britische Flugzeuge in großen Höhen nordwestdeutsches Gebiet. Durch die sofort einsetzende deutsche Abwehr kam es an keiner Stelle zu Bombenwürfen, da der Feind zum schnellen Abdrehen gezwungen wurde. Ein zweimotoriges britisches Flugzeug wurde zum Absturz gebracht. Bei vereinzelten Einflügen in die Besetzten Westgebiete und das norddeutsche Küstengebiet verloren die Briten in der Nacht zum 19. September insgesamt fünf Flugzeuge. Schnell denken, schnell handeln „Worin das Geheimnis Rommels besteht“— Eine Antwort des britischen Panzerspezialisten Generalmajor Fuller Lissabon, 21. September. Der britische Panzerspezialist Generalmajor I. F. C. Fuller, der sich im Weltkriege große Verdienste um die Entwicklung der britischen Tankwaffe erwarb, beschäftigt sich in einem Artikel des„Manchester Guarbian“ mit der„revolutionären Aenderung des Charakters der Kriegführung", wie er von Jahr zu Jahr deutlicher hervortrete, aber von den maßgebenden englischen Stellen nicht immer richtig oder auch rechtzeitig erkannt worden sei. Fuller geht vor allem auf die nordafrikanischen Kämpfe ein und stellt die in England viel erörterte Frage: Worin besteht das Geheimnis Rommels? Er beantwortet diese Frage mit folgenden Sätzen: „Aus den verschiedenen nordafrikanischen Feldzügen können wir eine Masse lernen. Die wichtigste Lektion, die wir erhalten, besteht darin, daß Schnelligkeit der Bewegung auch Schnelligkeit des Denkens und Handelns erfordert. In dieser Tatsache ist das Geheimnis der verschiedenen Erfolge General Rommels zu suchen. Es ist offenbar, daß Rommel niemals nach einem starren Plan arbeitete, sondern auf Grund von raschen Entscheidungen, die durch die Wechselfälle des Kampfes dikSchwerste Verluste der Bolschewisten Starker Entlastungsangriff der Sowjets nördlich Stalingrad zusammengebrochen Aus dem Führerhauptquartier, 19. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Terek durchbrachen deutsche Truppen in harten Kämpfen stark ausgebaute und verminte Feldbefestigungen und warfen den Feind aus mehreren Höhenstellungen. Der Kampf um Stalingrad wurde gegen zähen Widerstand erfolgreich fortgesetzt. Ein von Norden gegen die deutsche Riegelstellung geführter örtlicher Entlastungsangriff starker feindlicher Infanterie= und Panzerverbände brach unter schweren Verlusten zusammen. In die eigenen Stellungen eingedrungene feindliche Kräfte wurden in hervorragender Zusammenarbeit von Verbänden des Heeres und der Luftwaffe aufgerieben. Es wurden zahlreiche Gefangene eingebracht und 120 Panzer vernichtet. In Luftkämpfen über Stalingrad verlor der Feind am gestrigen Tage 77 Flugzeuge. An der unteren Wolga warfen Kampfflugzeuge drei Oelschiffe in Brand und setzten die Zerstörung von wichtigen Eisenbahnknotenpunkten mit Erfolg fort. Bei Woronesch wurden fortgesetzte Angriffe des Feindes gegen den Brückenkopf in erbitterten Kämpfen zum Teil im Gegenangriff abgeschlagen. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe brachten den Truppen des Heeres hierbei wirksame Entlastung. In Nordafrika führte die deutsche und italienische Luftwaffe rollende Angriffe mit Bomben und Bordwaffen gegen britische Panzerbereitstellungen und motorisierte Kolonnen. Bei nächtlichen Störflügen britischer Bomber im Küstengebiet der Östsee wurden zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Vor der englischen Südküste versenkten gestern leichte deutsche Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 1500 BRT. und beschädigten vier weitere Schiffe durch Bombentreffer. Wieder 100 000 vRI versenkt Aus dem Führerhauptquartier, 19. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Unterseeboote versenkten in harten Kämpfen in der Karibischen See, vor Afrika, im St. Lorenzstrom und im Eismeer 19 Schiffe mit 100 000 BRT., sowie einen Schlepper. Drei weitere Schiffe wurden torpediert. Unverminderte härte bei Stalingrad Weitere Erfolge an der Terek=rom— Fernflug britischer Bomber nach Front— Fernflug iddeutschland Aus dem Führerhauptquartier, 20. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Terek warfen deutsche Truppen den Feind aus befestigten Stellungen. Im Raum von Stalingrad dauern die Kämpfe in unverminderter Härte an. Entlastungsangriffe des Feindes von Norden scheiterten. Bei Woronesch wurden feindliche Angriffe zum Teil im Nahkampf unter hohen blutigen Verlusten abgewiesen. Im Mittelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot einen Dampfer von 1200 BRT. und vier Transportsegler. Einzelne britische Flugzeuge führten am Tage wirkungslose Störflüge über dem Reichsgebiet durch. Ein Flugzeug wurde abgeschossen. In der Nacht flogen britische Bombenflugzeuge nach Südwest= und Süddeutschland ein. An einigen Orten, u. a. in der Stadt München, entstanden Spreng= und Brandschäden vorwiegend in Wohnvierteln und an öffentlichen Gebäuden. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Zwölf der angreifenden Bomber wurden teils durch Flak, teils durch Nachtjäger zum Absturz gebracht. Nach Tagesangriffen auf Industrieanlagen an der britischen Südostküste belegten deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 20. September das Industriegebiet von Sunderland mit Bomben schweren Kalibers. Rollende Angriffe an der ägyptischen Front Rom, 21. Sept. Der italienische Wehrmachtbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Italienische und deutsche Luftwaffenverbände haben auch gestern in rollendem Anariff auf das Hinterland der ägyptischen Front mit sichtlichen Ergebnissen feindliche Kraftfahrzeugansammlungen angegriffen. Ein britisches Flugzeug wurde von den Flakbatterien einer unserer Divisionen abgeschossen. Einer unserer Bomberverbände rief auf dem Flugplatz von Micabba beträchtliche Brände hervor. Ein feindlicher Einflug auf Navarrino(Griechenland) verursachte keinen Schaden. In der vergangenen Nacht wurden von englischen Flugzeugen einige Bomben in der Umgebung von Catania und von Licata abgeworfen, ohne Opfer zu fordern. Ein feindliches Flugzeug stürzte bei Cattolica Eraclea(Agrigent) brennend ab. Einer der Flieger, ein Neuseelänver, sprang mit dem Fallschirm ab und wurde gefangengenommen. Verwirrung in Gibraltar Rom, 21. September. Ueber den im italienischen Wehrmachtbericht vom 18. 9. gemeldeten Angriff italienischer Sturmkampfmittel auf Gibraltar meldet Agenzia Stefani aus Tanger folgende Einzelheiten: In der Nacht vom 16. zum 17. September erfolgte der erste Alarm, als in kurzer Entfernung von dem Liegeplatz, wo das Schlachtschiff„Malaya“, zwei Kreuzer und zahlreiche Zerstörer verankert lagen, das Auftauchen eines U=Bootes gemeldet wurde. Zahlreiche Flugzeuge stiegen sofort auf, Scheinwerfer leuchteten die Wasseroberfläche ab; die Flugzeuge warfen einen wahren Regen von Wasserbomben ab, Vorpostenboote und andere bewaffnete Boote kreuzten auf der Meeresfläche. Die Hafenbatterien erhielten Befehl, sich zum Einsatz fertig zu machen. Das unbeschreibliche Durcheinander wurde durch die zahllosen Befehle und Gegenbefehle noch gesteigert. Das angebliche U=Boot blieb unauffindbar. Plötzlich wurden die im italienischen Wehrmachtbericht genannten englischen Schiffe angegriffen und beschädigt. Einige Schlepper eilten herbei, um die Kriegsschiffe und die anderen auf der Reede liegenden Schiffe gegen Torpedos zu schützen. In diesem Augenblick flog die„Ravens Point“ mit einer furchtbaren Explosion in die Luft. Die britische Seefestung befand sich noch lange nach dem Angriff in Alarm. Flugzeuge überflogen ununterbrochen die Reede, um den Feind zu suchen, der sich inzwischen schon weit entfernt hatte. tiert wurden. Weiter: Seine Panzertruppen kämpften nicht nach bis ins einzelne ausgearbeiteten Befehlen von oben, sondern ihre Operationen wurden durch sehr einfache Gedanken, denen einige wenige, ebenso einfache Richtlinen zugrunde lagen, bestimmt. Kurz gesagt: Das= Geheimnis der Taktik Rommels liegt darin, daß er sich stärker auf die Intelligenz seiner Soldaten verließ als auf ihren sturen Gehorsam, daß er sie mit seinen strategischen und taktischen Gedankengängen im Großen vertraut machte, und es dann den Führern und Unterführern an Ort und Stelle überließ, diese Idee auszuarbeiten und auf ihrer Grundlage zu handeln, wie es gerade die örtlichen Umstände erforderten.“ Fuller faßt sein Urteil schließlich in folgende, eine scharfe Kritik an der obersten britischen Kriegführung darstellende Worte zusammen:„Zwei Lehren können wir aus den letzten drei Kriegsjahren für unsere gegenwärtige und zukünftige Taktik ziehen, nämlich: Je stärker die Mechanisierung der Waffen steigt, mit denen wir kämpfen, desto weniger mechanisch muß der Geist sein, der diese Waffen führt, und je weniger der Soldat eine bloße Maschine ist, desto einfacher müssen auch seine Notwendigkeiten und Bedürfnisse sein.“ Oelleitung zerstört Rom, 21. Sept. In der Gegend von almyre und in anderen Ortschaften Syriens ist es, wie Stefani über Ankara aus Beirut erfährt, zu schweren Unruhen gekommen. Englische Truppen stehen im Kampf gegen Banden, die die Oelleitung Mossul—Tripoli an verschiedenen Stellen zerstört hatten. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Tote und Verwundete. Vordringen der Briten gegen die Hauptstadt Madagaskars Stockholm, 21. Sept. Nach einer Meldung des englischen Nachrichtendienstes sollen die britischen Verbände jetzt in geringer Entfernung von Madagaskars Hauptstadt Antananarive stehen. Auch die bei Tamatavi gelandete Abteilung gehe auf die Hauptstadt vor. 42 Ueberlebende gelandet Buenos Aires, 21. September. Trotz der Behauptung der„Alliierten“, daß seit dem Kriegseintritt Brasiliens die Versenkungen im Südatlantik abgenommen hätten, treffen ständig neue Schiffbrüchige ein. So sind erst am Freitag wieder in Georgetown(Britisch Guanana) 42 Ueberlebende eines torpedierten Handelsdampfers gelandet. Vier Bahnhöfe in Madras niedergebrannt Madras, 21. September. Wie Reuter meldet, wurden in der Nacht zum 16. September vier Bahnhöfe an der Maraatha=Eisenbahn in Süd=Madras von 50 bis 60 Personen, die mit Stöcken und Aexten bewaffnet waren, angegriffen und niedergebrannt. Einige der Angreifer sollen Masken getragen haben. Ein Stationsvorsteher und einige Träger auf einem Bahnhof wurden verwundet. Für kühne Waffentaten Berlin, 21. Sept. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant Wilhelm Weidenbrück, Kompaniechef in einem Panzer=Regiment; Leutnant Heinz Reverchon, Zugführer in einem Kradschützen-Bataillon; Obergefreiter Franz Mintert, Richtschütze in einer Panzerjäger=Abtlg.; ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, an: Oberstleutnant Schrader, Kommandant eines Flak-Regiments; Oberleutnant Wehmeyer, Flugzeugführer in einem Zerstörergeschwad., Oberfeldwehel Klöpper, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader. Obergefr. Franz Mintert, am 8. Sept. 1913 als Sohn des Fabrikarbeiters Theodor M. in Lippstadt(Gau Westfalen=Süd) geboVormarsch der Japaner auf Neuguinen Paßhöhen des Owen=Stanley=Gebirges besetzt Berlin, 21. September. Die japanischen Truppen erzielten auf Neu=Guinea weitere Fortschritte. Nachdem es ihnen schon in den letzten Tagen gelungen war, die Paßhöhen im Owen=Stanley=Gebirge in ihren Besitz zu bringen, stießen sie am Donnerstag und Freitag in den am Südabhang des Gebirges sich ausdehnenden Urwald vor. In zähem und erbittertem Ringen wurden die Australier aus einer Stellung nach der anderen geworfen und auf einer Frontbreite von 40 Kilometer zum weiteren Rückzug auf Port Moresby gezwungen. In den Urwaldkämpfen bewiesen die Japaner ihre Ueberlegenheit im Tropenkrieg und ihre Erfahrung in der Ausnützung von natürlichen Deckungen. Im Frontsektor des Vanapa=Flusses umgingen die Japaner die australischen Stellungen und stießen 14 Kilometer nach Südosten vor. Japanische Kampfflugzeuge griffen wirkungsvoll in die Erdkämpfe ein. Feindliche Schiffsziele im Papua=Golf und in der Torres=Straße wurden mit Bomben belegt. Ein australischer Transportdampfer von 5000 BRT wurde durch Volltreffer versenkt, ein zweiter unweit von Port Darwin so stark beschädigt, daß er manövrierunfähig liegen blieb. In Luftkämpfen über Neu=Guinea und den angrenzenden Gewässern wurden sieben australische Flugzeuge abgeschossen; sämtliche japanischen Flugzeuge kehrten zu ihnen Stützpunkten zurück. 40 Eisenbahnwagen für Mailänder Ostkämpfer Mailand, 21. September. Parteisekretär Vidussoni ist Sonntag in Mailand eingetroffen, wo er einen für die an der Östfront stehenden Söhne Mailands zusammengestellten Zug mit Geschenken abholt, die er persönlich der Fronttruppen überbringen wird. 50 000 Pakete wurden durch freiwillige Spenden aufgebracht, zu denen noch weitere 7000 persönliche Pakete von Angehörigen kommen. Der Geschenktransport umfaßt 40 Eisenbahnwagen. Der Entschluß des Parteisekretärs. sich zum Dolmetsch der Gefühle der Geburtsstadt der faschistischen Revolution zu machen, wird von der Mailänder Bevölkerung und Presse mit lebhafter Freude begrüßt. ren, schoß als Richtschütze eines Pakgeschützes bei den schweren Abwehrkämpfen im mittleren Frontabschnitt in erbittertem Feuerkampf innerhalb kürzester Zeit sieben Panzerkampfwagen ab und trug dadurch entscheidend zur Abwehr eines schweren bolschewistischen Durchbruchsversuches bei. Oberstleutnant Oskar Schrader hat sich bereits im Westfeldzug und auf dem Balkan durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Beim Beginn des Angriffs auf Stalingrad hielt er den Feind durch zusammengefaßtes Feuer nieder und zwang ihn zur Räumung seiner Stellung, wodurch er dem bereitstehenden Panzerkorps den Weg freimachte, so daß es die erste Linie des Gegners überrennen konnte. Weiter schuf er die Voraussetzungen für die Ueberwindung des zweiten Verteidigungsringes vor Stalingrad durch ein anderes Panzerkorps. Er ist seinen schweren Verwundungen, die er beim Einsatz in vorderster Linie davongetragen hatte, erlegen. Oberleutnant Wehmeyer hat gegen En#land und im Mittelmeerraum sein hohes fliegerisches Können und kühnstes Draufgängertum immer wieder bewiesen.: Bei einem besonders schneidigen Tiefangriff ist der tapfere Offizier vor dem Feind geblieben. seleitzugscheacht toet i Cismeer Deutsche Kampfflugzeuge und U-Boote vernichten einen für die Sowjets bestimmten Geleitzug PK. Bei einem Kampfgeschwader im September. Vor einiger Zeit stellten deutsche Aufklärer einen großen englisch-amerikanischen Geleitzug im Westteil des Nördlichen Eismeeres fest, der anscheinend für die Sowjetunion bestimmt war. Der Geleitzug war bisher nicht in den Wirkungsbereich unserer Kampfflugzeuge im hohen Norden gekommen. So glaubten wir, unsere Ausgabe sei bereits erfüllt, der Gegner werde es nach dem katastrophalen Ausgang seines letzten Unternehmens, bei dem der gesamte Geleitzug von 38 Schiffen vernichtet wurde, nicht noch einmal wagen, seine wertvollen Schiffe mit ihren kostbaren Ladungen unseren tödlichen Angriffen auszusetzen. Er hat es doch noch einmal gewagt, und diese Tatsache ist bezeichnend für die Lage, in der sich die Sowjets befinden müssen. Von diesem Geleitzug hängt sehr viel ab, unsere Gegner mögen glauben, durch ihn das Schicksal im Östen wenden zu können. Daß diese Absicht nicht gelingt, dafür sorgen wir in diesen Tagen. Zwei Tage tobt nun schon im Nördlichen Eismeer die Geleitzugschlacht. Ununterbrochen, ohne Rücksicht auf das Wetter, das mit dem Gegner im Bunde zu sein scheint, wird angegriffen. Ueber 40 Handelsschiffe zählte der Geleitzug ursprünglich. Die erste Bresche schlug am Sonntagmorgen ein U=Boot, indem es ein Handelsschiff versenkte. Am Nachmittag aber griffen unsere Kampfflieger an. In immer neuen Wellen stürzten sie sich auf den Gegner und schlugen ihm schwere Wunden. Die Abwehr ist erbittert und außerordentlich stark. Kreuzer, Zerstörer und Bewacher kreisen um den Geleitzug, und die Handelsschiffe selbst sind ausnahmslos bewaffnet und wehren sich verzweifelt. Der zweite Angriffstag hat die Erfolge ausgeweitet, und schon nach den bisher vorliegenden Meldungen ist der Geleitzug zu rund einem Drittel entweder vernichtet oder schwer angeschlagen. In fieberhafter Spannung verfolgen wir die Meldungen. Den ganzen Tag über starten auf unseren flughäfen die Kampfmaschinen, werden auch wir noch an die Reihe kommen? Da wird überraschend schnell für uns der Start freigegeben. Auf Lastwagen, in PKW.s und zu Fuß eilen die Besatzungen zu ihren Flugzeugen. Wir starten und nehmen Kurs nach Norden. Hinten, über und unter uns fliegen die Maschinen unseres Verbandes. Deutlich sehen wir die schweren Bomben in den Trägern hängen. Am Nordkap tasten wir uns durch den dicken, kilometerbreiten Wolkenstau an der Küste. Links bleibt das Nordkap hinter uns zurück. Unter uns liegt dick und undurchdringlich der Nebel. Wir fliegen nur mit navigatorischen Mitteln den Geleitzug an. Doch bald wird uns ganz unerwartete Hilfe. Weit voraus hebt sich pechschwarz und sich immer mehr ausweitend eine riesige Wolke, da in der Nähe muß der Geleitzug stehen! Wir fliegen darüber hinweg. Wenige Meter unter uns liegt die schwarze Masse. Wir sind 3600 Meter hoch, also über 3000 Meter hat sich der Rauchpilz erhoben. Später hören wir, daß hier ein Tanker getroffen wurde, der sofort in die Luft flog. Eine unserer Maschinen stößt durch die Wolken nach unten und meldet den Geleitzug. Unser Verbandsführer befiehlt:„Wir fliegen eine Kurve nach... und greifen aus... Richtung je nach Lage im Sturz= und Gleitflug!“ So kurven wir ab und spähen, durch die Wolken. Fast nichts zu sehen. Da, ein Handelsschiff, das in eiliger Flucht sein Heil sucht! Da, noch eins und noch eins und— da schieben sich wieder dichte Wolken zwischen uns und das Ziel. Noch einmal finden wir ein Wolkenloch. Unsere Bomben fallen, aber ob sie etwas getroffen haben, können wir nicht sehen. Die Aufklärung muß nun im einzelnen die Erfolge unserer Angriffe feststellen. Noch nie haben wir einen so schwierigen Angriff auf einen Geleitzug geflogen. Noch nie war die Abwehr so hart und erbittert. Und doch haben wir dem Gegner schwerste Wunden geschlagen, von allen eingesetzten Verbänden laufen im Augenblick noch die Erfolgsmeldungen ein. Noch kann man keinen Ueberblick gewinnen. Aber wir wissen, daß unsere Flieger und die U=Boot=Kameraden am Feind bleiben werden. Der Kampf geht weiter, und wir werden wieder Sieger sein! Flakabteilung zerschlägt Durchbruch 24 Panzerkampfwagen und 4 Schlachtflieger bedecken das Kampffeld Berlin, 21. September. Im Verlauf mehrerer Entlastungsangriffe, die die Bolschewisten am 18. September im Raum nordwestlich Stalingrad unternahmen, wurde ein von zahlreichen Panzerkampfwagen unterstützter feindlicher Durchbruchsversuch durch den unerschrockenen Einsatz einer Flakabteilung der Luftwaffe unter hohen blutigen Verlusten für die Bolschewisten zurückgeschlagen. Drei kurz vor dem feindlichen Angriff in Stellung gegangene Flakbatterien nahmen die anrollenden bolschewistischen Stahlkolosse unter zusammengefaßtes Feuer und schossen einen Panzer nach dem anderen in Brand. Als die feindlichen Durchbruchsabsichten im Vorgelände der deutschen Stellungen ins Stocken gerieten, setzten die 4 Bolschewisten gepanzerte Schlachtflugzeuge ein, die in wiederholten Tiefflügen gegen die deutschen Flakbatterien vorstießen. Aber auch diese feindliche Angriffsunterstützung blieb völlig wirkungslos. Die Flakartilleristen schossen in wenigen Minuten vier der angreifenden Flugzeuge ab und nahmen zur gleichen Zeit die im Schutz der Panzerkampfwagen vorgehende bolschewistische Infanterie unter schweres Feuer. Aus dem Feuerhagel der deutschen Flakbatterien konnten sich nur kleine Reste der feindlichen Kräftegruppen retten. Damit war der bolschewistische Durchbruchsversuch gescheitert und das Schlachtfeld vor den deutschen Stellungen mit 24 brennenden und zerstörten Panzerkampfwagen bedeckt. Draufgängertum und Entschlußfähigkeit Der deutsche Angriff bohrt sich weiter in das Verteidigungsnetz von Stalingrad— Schwerste Verluste des Feindes bei verzweifelten Gegenangriffen Berlin, 21. Sept. Zu den Ereignissen der beiden letzten Tage teilt das Oberkommando der Wehrmacht mit: Der mit Sondermeldung vom 20. 9. bekanntgegebene Angriff auf einen großen Nordmeer=Geleitzug durch die deutsche Luftwaffe und die deutsche Kriegsmarine verdient mit Recht die Bezeichnung einer Geleitzugschlacht, weil er auf Grund der Abwehrmaßnahmen des feindlichen Kriegsschiffsund Jägergeleitschutzes höchste taktische Anforderungen an die deutschen Seeund Luftstreitkräfte und an ihr Zusammenwirken stellte. Hierzu gehörte schon das Zusammenspiel der Kräfte bei der Beobachtung der Anfahrt des Geleitzuges, um die geeignetsten Postierungen und den günstigsten Angriffsraum und -zeitpunkt zu finden. Diese taktischen Vorbereitungen verlangen eine ebenso große Beherrschung des Angriffsgeistes und einen ebenso großen Verzicht auf die Wahrnehmung persönlicher Erfolgsaussichten, wie die sich entwickelnde Schlacht Draufgängertum, Umsicht und Entschlußfähigkeit erfordert." Daß alle diese Voraussetzungen gegeben waren, zeigt das Ergebnis der Schlacht, in der von 45 aufs stärkste gesicherten feindlichen Handelsschiffen 38 mit insgesamt 270 000 BRT und außerdem sechs geleitende Kriegsfahrzeuge vernichtet wurden. Bemerkenswert ist hierbei, daß auch an diesem Vernichtungsschlag gegen die feindliche Schiffahrt junge Unterseeboots= und Flugzeugbesatzungen beteiligt waren. Die Kämpfe an der Ostfront standen weiter im Zeichen erfolgreicher Angriffe und Abwehr. Am Terek durchbrachen deutsche Truppen am 19. 9. unter Ausnutzung des am Vortage gemeldeten Erfolges weitere vom Feind stark besetzte Stellungen. Im Raum von Stalingrad bohrten sich die deutschen Infanterie= und Pionierangriffe, wo es das Gelände zuließ, von Panzervorstößen getragen, weiter in das zäh verteidigte Netz der bolschewistischen Widerstandsnester hinein. An einzelnen Stellen geführte verzweifelte Gegenangriffe des Feindes wurden unter sehr schweren Verlusten für ihn zurückgeworfen. Deutsche Kampf= und Sturzkampfflugzeuge brachten feindliche Batteriestellungen zum Schweigen und zerschlugen Truppenbereitstellungen der Volschewisten. Gegen den Brückenkopf bei Woronesch wiederholte Angriffe des Feindes endeten für diesen wieder mit außerordentlich hohen blutigen Verlusten und starker Materialeinbuße. Stärkere von Panzerkampfwagen unterstützte sowjetische Angriffe südostwarts Orel prallten wirkungslos an der deutschen Verteidigung ab. Im Kampfabschnitt Rschew kam es am 19. 9. zu keinen zusammenhängenden Angriffen. Im Nordabschnitt der Östfront wurde durch deutsche örtliche Angriffe ein feindlicher Stützpunkt genommen. Die Reichsfrauenführerin in Norwegen Oslo, 21. September. Die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz=Klink weilte während eines mehrtägigen Besuches als Gast des Reichskommissars Terboven in Norwegen. Schwedens Abwehrmauer schaffte den Sieg Vergeblicher Ansturm des deutschen Sturmes— Knapper, nicht unverdienter 3:2=Sieg der Gäste— 90000 Besucher im Olympia=Stadion Die sportliche Bedeutung dieses Spiels fand ihren deutlichsten Ausdruck durch die Anteilnahme der Fußballanhänger der Reichshauptstadt, die schon frühzeitig dem herrlichen Bau des Olympia=Stadions zustrebten und zusammen mit zaylreichen begeisterten Soldaten und vom Reichssportführer als seine Ehrengäste eingeladenen Verwundeten ihrer Freude über die mitunter schönen Leistungen der HI=Fußballmannschaften der Gebiete Berlin und Niederschlesien laute Kunde gaben. Der prächtige Fahnenschmuck der klassischen Kampfstätte steigerte noch das farbige Bild. Jubelnd begrüßten die 90 000 nach Abpfiff des unentschieden 1:1 beendeten Jugendkampfes die beiden Mannschaften, und nach dem feierlichen Verklingen der Nationalhymnen fanden sich die beiden Spielführer Janes und Grahn bei dem dänischen Unparteiischen Waldemar Laursen zur Wahl ein, die der deutsche Rekordnationale gewann. Schweden mit Rücken=Nummern Eine besondere Ueberraschung für die Tausende war, daß die Schweden auf dem Rücken ihrer gelben Trikots große RückenNummern trugen, so daß es später leicht war, die einzelnen Spieler im Gewirr des Kampses sofort zu erkennen. Deutschlands Elf trug das einfache, aber schmucke Adlertrikot, und mit Interesse wurde festgestellt, daß Reichstrainer Herberger sich entschlossen hatte, als linken Läufer den bisher als Stopper bewährten Hamburger Rohde einzusetzen und den Plauener Voigtmann in der Reserve zu lassen. Es ergaben sich dadurch folgende Mannschaftsaufstellungen: Schweden: Berquist; Nilsson, Leander; Persson, Emanuelsson, Grahn; Martensson, Grehn, Nordahl, Carlsson, Nyberg. Deutschland: Jahn; Janes, Miller; Kupfer, Sold, Rohde; Lehner, Decker, Walter, Sing, Klingler. Durch eine eindrucksvolle Leistung, in der Kraft, Konzentration und taktische Sicherheit vorherrschten, hat die schwedische Fußball=Nationalmannschaft am Sonntag im Berliner Olympia=Stadion im 15. Länderkampf mit 3:2(2:2) einen weiteren Sieg über die deutsche Vertretung errungen. Dabei zeigte die deutsche Elf spielerisch eine schöne und abgerundete Leistung, scheiterte aber an dem genauen Sicherheitsspiel der Gäste, die durch energievolle Vorstöße und eindrucksvolle Schnelligkeit nicht oft, aber immer gefährlich den deutschen Strafraum bedrohte.„Garvis“ Carlsson hatte Schweden in der 7. Minute die Führung verschafft. Decker glich nach 15 Minuten aus, und zwei Minuten vor der Pause erhöhte Klingler auf 2:1, aber mit dem Gegenstoß schaffte der gefährliche Carlsson noch den 2:2=Pausenausgleich. Nach dem Wechsel war es Martensson, der mit einem dritten Tor den achten Schwedensieg erzwang. Vier Tore bis zur Pause Die deutsche Mannschaft begann den Kampf mit Schwung und gegenseitigem Verständnis. Sie eroberte sich sofort den Ball und drängte die gelbblauen Schweden in ihre Hälfté zurück. Aber dann zeigten die Schweden in der fünften Minute ihre große Gefährlichkeit und Angriffslust, als Nordahl einen plötzlichen schnellen Durchbruch mit einer Bombe abschloß, die Jahn jedoch sicher meisterte. Zwei Minuten später jedoch fiel bereits überraschend der schwedische Führungstreffer. „Garvis“ Carlsson buchte das 1:0 Schnell hatte die rechte schwedische Flanke Raum gewonnen und den Ball zur Mitte gespielt. Rohde konnte diesmal den jungen Nordahl nicht stoppen, der das Leder zu dem freistehenden gefährlichen„Garvis" Carlsson lenkte. Der kleine Schwede hatte wenig Mühe, mit sicherem Schuß Jahn zu schlagen und seiner Elf die Führung zu verschaffen. Decker glich aus Durch diesen schnellen Erfolg ließ sich die deutsche Elf aber nicht erschüttern. Sie trug vielmehr ihre Angriffe noch entschlossener und sicherer vor. Bergquist mußte sich bald sehr auf dem Boden strecken, um einen Scharfschuß Deckers zu halten, und wenig später stolperte Le'hner in aussichtsreicher Stellung zur unrichtigen Zeit. Die deutsche Ueberlegenheit trat klar zutage, und der verdiente Ausgleich ließ auch nicht lange auf sich warten. Linksaußen Klingler hatte mit hartem Schlag die Latte getroffen, und das Leder sprang vor die Füße des ungedeckt anlaufenden Decker, der entschlossen aus 20 Meter Entfernung den Ball hoch in die Torecke jagte. Ein rassiger Kampf Dieses schöne Tor nahm dem Spiel der deutschen Elf die letzten hemmenden Unsicherheiten. Auf beiden Flügeln wurde der schwedische Strafraum wiederholt berannt und Sonderbeifall holte sich zweimal der Durchreißer Klingler, der einmal aus spitzem Winkel einen saufenden Scharfschuß losließ und dann nach packendem 40=m=Lauf abermals zu einem Torschuß ansetzte, die aber beide knapp ihr Ziel verfehlten. 25 Minuten waren bereits gespielt, als die Schweden wieder in die deutsche Hälfte eindrangen und hier die erste Ecke des Kampfes erzwangen, die Jahn zum zweiten Eckstoß ins Aus faustete. Zwei Minuten später gab es dann den ersten deutschen Eckball, den Walter mit einem Ausschuß abschloß. Der Kampf war nun wieder ausgeglichen und packte in jeder Phase. Das Tempo hatte sich noch gesteigert; beide Mannschaften waren in einer ausgezeichneten Körperform und kämpften hart in ritterlichem Einsatz. Große Bewegung ging durch die Massen der Zuschauer, als Janes 20 Meter vor dem Schwedentor zu einem seiner gefürchteten Freistöße ansetzte, der aber über die Abwehrmauer und Torlatte hinweg ins Aus zischte. Tor und Gegentor in zwei Minuten! Dreimal wurde dann Bergquist auf schwere Proben gestellt. Das deutsche Führungstor lag nun minutenlang in der Luft, aber nach der dritten Schwedenecke sauste ein Eine vierte und fünfte deutsche Ecke und ein abermaliger Handfreistoß des Düsseldorfer Verteidigers in die Abwehrmauer hinein, während Lehners zweiter Eckstoß auf der Lattenkante des Schwedentors endete. Doch zwei Minuten vor dem Pausenpfiff kam der Draufgänger Klingler in den Besitz des Balles und oß im Lauf wuchtig zur deutschen 2:1Führung ein. Noch war jedoch der Jubel der Zuschauer nicht verhallt, als Schweden bereits gleichgezogen hatte. Im Gegenstoß erhielt abermals der kleine Carlsson nach schwacher Abwehr von Jahn freistehend das Leder und setzte es kaltblütig am deutschen Torwart vorbei zum zweiten Male ins Netz. Martenssons Schuß entschied Mit erhöhtem Tempo begann die deutsche Elf die zweite Halbzeit, aber die Schweden gingen diese Gangart glatt mit. Noch mehr als vor der Pause legten sie nun Wert auf ein genaues, kraftvolles Deckungsspiel, und der lange Mittelläufer Emanuelsson stand noch hinter seinen hart an der Außenlinie deckenden Verteidigern auf Wachtposten. Ein weiterer Janes=Froistoß, der auch nicht das Ziel traf, bildete die Einleitung, während die Schweden zu einem Eckball kamen. Klingler, Walter, Lehner zeigten dann ein schulmäßiges Zusammenspiel, das der Augsburger mit einem etwas zu hoch gezogenen „Zieher“ über den Kopf abschloß. Der deutsche Sturm machte nun deutlich den Fehler, zu engmaschig zu spielen und mit den Schüssen zu warten. So bewegte sich das Spiel zwar in der schwedischen Hälfte, blieb aber ohne zählbaren Erfolg. Umgekehrt arbeiteten die Gäste. Sie stießen aus der eigenen Hälfte mit schnellen Spurts vor und waren dann immer hoch gefährlich. Jahn konnte einmal nur durch Hinwerfen retten, und Deutschland hatte abermals Glück, als Jahn beim Herauslaufen einen Schuß Norbahls noch zur Latte ablenken konnte, während Jänes die Gefahr endgültig abwendete. Lohmann in Bochum siegreich Kehraus auf der Bochumer Radrennbahn/ Vor großem Besuch Die Bochumer Dauer=Rennen hatten am Sonntag guten Zuspruch gefunden, und da der gebotene Sport auf beachtlicher Höhe stand, hatte der Veranstalter einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Die Dauer=Rennen bestanden aus dem kleinen Herbstpreis über 30 km und dem Großen Herbstpreis über zweimal 30 km. Es gab viel Abwechslung, was schon aus der Plazierung hervorgeht. Während sich Hoffmann ven ersten Lauf sicherte, kam der Schweizer Heimann im ersten Lauf des Großen Herbstpreises zu Siegerehren. Lohmann selbst gewann den zweiten Lauf über 30 km und siegte auch im Gesamtergebnis sicher vor dem Chemnitzer Schindler.— Jugendrennen umrahmten das Programm. Ergebnisse: Kleiner Herbstpreis, 30-km=Dauer: Rennen: 1. Hoffmann(Berlin) 27:03,6 Min., 2. Schindler(Chemnitz) 25 m., 3. Lohmann (Bochum) 300 m, 4. Heimann(Schweiz) 600 m, 5. Kraus(Luxemburg) 640 m., 6. Ilse (Bochum) 710 m zurück. Großer Herbstpreis: 1. Lauf über 30 km: 1. Heimann 27:44,8 Min., 2. Lohmann ½ m, 3. Schindler 60 m, 4. Hoffmann 200 m, 5. Kraus 640 m, 6. Ilse 1000 m zurück. — 2. Lauf 30 km: 1. Lohmann 27:28,2 Min., 2. Schindler 390 m, 3 Hoffmann 410 m, 4. Heimann 570 m, 5. Ilse 920 m, 6. Kraus 1280 m zurück. Gesamt: 1. Lohmann 59,999 km, 2. Schindler 449,5 m zur., 3. Heimann 569,5 m, 4. Hofsmann 609,5 m, 5. Ilse 1919,5 m, 6. Kraus 1919.5 m zurück. Zweisitzermehrkampf: Viererlauf über 5 Runden: 1. Bist=Reifges(ViersenKrefeld) 12,5 Sek. für die letzten 20 m., 2. Schadt=Botenbender(Bochum), 3. van HeldenClerx(Dülken=M.=Gladbach). Punktefahren: 1. Bist=Reifges, 2. van Helden=Clerx, 3. Schadt=Botenbender. Verfolgungsrennen über 12 Runden: 1. Schadt=Botenbender 5:07,2 Min.(5 m Alle Rechte vorbehalten: Horn-Verlag, Berlin SW 11 u Singapore Roman von Alexander von Thayer 36. Fortsetzung. Da sprang Thumbi schon vom gen, wie eine Kugel rollte er sich zusammen, überschlug sich drei=, viermal auf der Straße. Der Wagen schoß über die Böschung, neigte sich nach vorn und überschlug sich. Das Krachen und Bersten des Bleches und das Splittern des Holzes übertönte das Tosen der Brandung. Dann schlug der schwere Wagen in die See, eine Welle erfaßte ihn und warf ihn gegen die Felswand. Einmal tauchte noch das dunkle Dach auf, dann rollten nur mehr die Wellen, eine hinter der anderen, gegen die Klippen, sich überstürzend, schäumend, aufzischend... „Das hast du gut gemacht, Thumbi“, lobte Carlos den Inder.„Was nun?" „In dieser Hütte sind unsere malayischen Freunde“, sagte Thumbi. Jetzt trat Shaik Lal zur Hütte. Ein kurzes Wort, und die Tür öffnete sich. Christa schauderte vor den Männern zurück, die auf die Flüchtlinge zutraten: echte Seeräubergesichter. „Die Boote sind bereit", sagte der Malaye zu Shaik Lal.„Meine Leute werden dich und deine Freunde nach Groß=Karimon rudern.“ Nach wenigen Minuten waren sie bereits durch die Brandung durch und auf dem Wasser. Jetzt sahen sie zwei große Lichter die Straße entlangrasen: Die Lichter eines Wagens, der mit höchster Geschwindigkeit dahinjagte. „Es war keine Sekunde zu früh!“ sagte Carlos. Shaik Lal nickte nur. Christa lag am Boden des Bootes, der Malaye hatte ihr eine Decke unter den Kopf geschoben. Shaik Lal und Thumbi lagen zwischen Strohmatten und Segeln eingepreßt. Jetzt tauchte ein Licht in der Nähe auf, der Kegel eines Scheinwerfers faßte das Boot. „Wohin fahrt ihr? Wer seid ihr?“ rief jemand von dem Motorboot her. „Bakal Bakal!“ rief der Malaye zurück.„Wir sind Fischer... fahren zu unseren Netzen.“ Carlos versuchte zu schlafen. Seine Gedanken waren aber viel zu aufgewühlt, von den Geschehnissen dieser Flucht. Immer wieder suchte er das Dunkel des Meeres zu durchdringen. Christa sank nach Mitternacht in einen tiefen, ohnmachtähnlichen Schlaf. Sie hörte wie aus weiter Ferne das Rauschen der Wellen, die kurzen Rufe der malayischen Fischer, mit denen sie sich anfeuerten. Als die Sonne aufging, erreichten ie die südliche Spitze der hinterindichen Halbinsel. Bakal befahl seinen Ruderern, das Boot durch die Brandung nach dem Strande zu lenken. Carlos trug Christa in seinen Armen durch die schäumenden Wellen und bettete sie sorgfältig in einem Magrovengebüsch. Die Männer folgten. Zuletzt wurde das Boot an Land getragen und im Gebüsch versteckt. „Seht dort...!“ Die Männer fuhren herum. Ein englisches Torpedoboot fuhr ganz dicht an der Küste entlang. CarVorsprung), 2. Bist=Reifges, 3. van HeldenClerx 40 m zurück. Gesamt: 1. Rist=Reifges 11 Punkte, 2. Schadt=Botenbender 10 P., 3. van HeldenClerx 9 Punkte. Verfolgungsrennen hinter Motoren:(20 Runden): 1. Rintelmann(Hannover) 6:13,2 Min., 2. Breuer(Köln) 115 m zurück. Hattinger Handball BSG Henrichshütte— Turnklub Wanne=Eickel 9:8(3:4) Im Rahmen des Winterhilfswerks trafen sich obige Mannschaften auf dem Platz an der Feldstraße zu einem Freundschaftstreffen. Die Gäste entpuppten sich als eine Kampf=Mannschaft. Ueberraschend gingen die Gäste in Führung, denn bereits in der 2. Minute führten diese mit 2 Toren, gegen die der neu eingestellte Hüttentorwart Höbusch machtlos war. Die Gastgeber kamen dann auf und in der 7. Minute gelang den Hattingern durch Kampmann der erste Gegentreffer, In der 13. Minute wurde der Gleichstand er zielt. Als dann die Hüttenleute nach 20 Minuten wiederum durch Kampmann die Führung an sich rissen, legten die Gäste einen Zwischenspurt ein, der durch 2 weitere Torwürfe belohnt wurde. Mit 4:3 Toren für die Gäste wurden die Seiten gewechselt. Der Kampf erreichte seinen Höhepunkt in der 2. Halbzeit. Durch Claes erreichten die Gastgeber den Ausgleich, um eine Minute später wiederum in Führung zu gehen. Beide Mannschaften erzielten dann mehrere Treffer. Noch in der 57. Minute stand der Kampf unentschieden 8:8. Nun setzten die Hattinger alles auf eine Karte. Kampmann war der glückliche Torschütze, als er seiner Mannschäft durch einen wunderbaren Wurf mit 9:8 den Sieg brachte. Mit Stolz und Freude konnten auch die Handballer dem Winterhilfswerk einen recht schönen Bektrag abliefern. los konnte die Gestalten der weißgekleideten Offiziere auf der Brücke erkennen, die mit ihren Gläsern das Ufer absuchten. Er zog Christa näher an sich. Seine weitgeöffneten Arme waren ihr wie eine Verlockung, sich in ihren Schutz zu begeben. Sie erschienen ihr plötzlich wie ein Heim, auf das sie immer gewartet hatte. Sie neigte sich ihm zu, er strich ihr mit der Hand über die Haare, sanft und zärtlich. „Es wird alles gut werden, Christa“, sagte er.„Sie werden uns nicht finden.“ „Ich habe keine Angst mehr, seit du bei mir bist“", gab sie leise zur Antwort. Sie sah ihn innig an. Ihre Augen standen voller Tränen. Sie war ihm jetzt so nahe, daß ihn ihr warmer Atem berührte. „Denkst du über mich jetzt anders, Christa?“ fragte er sie voll Bangen. Da hob sie die Augen zu ihm auf. „Mein Gott, weißt du denn nicht, daß ich dich liebe? Immer schon?" Nun hatte sie es gesagt. Tapfer und ohne sich zu schämen. Alle Irrungen und Wirrnisse waren von ihr abgefallen. Carlos ergriff ihre schmalen Hände und sah in ihre Augen wie in zwei Sterne. „Bist du jetzt glücklich, Carlbs?“ fragte sie versonnen. „Sehr glücklich und sehr froh, Chri„Verzeihe mir alles, Carlos!“ sagte sie.„Weißt du, was das ärgste im Gefängnis war? Nicht daß ich den Tod vor mir gesehen hätte, sondern daß ich gestorben wäre, ohne es dir gesagt zu haben, daß ich dich liebe.“ Sie begann zu weinen. „Wie gut, daß du es endlich sagst", flüsterte Carlos und beugte sich über sie. kräftiger Lattenschuß Deckers brachten keine Aenderung. Noch ein Ueberraschungstor Schwedens Linksaußen Nyberg wurde verletzt, für den Hornpist einsprang. Sekunden später fiel bereits in der 62. Minute die Entscheidung, denn der nach innen gelaufene Rechtsaußen Martensson setzte einen scharfen 20=m=Schuß unter die Latte. Noch erwartete aber jeder der 90 000 Zuschauer den Ausgleich, denn unsere Elf drängte immerzu, aber zwei weitere Eckstöße und ein großartiger Schuß Deckers blieben wirkungslos, zumal Torwart Bergquist sich nun selbst übertraf. Vergebens feuerte die Menge unsere Spieler an. Jeder gab sein Bestes, aber die schwedische Abwehrmauer hjelt stand und ließ sich auch durch die überraschendsten und schön wirkenden Spielzüge unserer Stürmer nicht in Verwirrung bringen. Es blieb beim 3:2 für Schweden.— Durch Energie und Konzentration „Die schwedische Elf hat einen vielleicht etwas glücklichen, aber durchaus nicht unverdienten Sieg errungen. Die um einen Deut etwas schnelleren Gästespieler erwarben sich das Recht auf diesen Erfolg durch eine hervorragende körperliche und taktische Leistung, denn in jedem Augenblick war stets der Deckungsmann neben den deutschen Stürmern zu sehen, die sich dadurch stets mit Mühe freispielen mußten. Bergquist, die Verteidiger, Emanuelsson und die Innenstürmer zeigten die beste Leistung. Auf deutscher Seite hatte es besonders Walter schwer, sich zu entfalten. Gut spielten Klingler, Kupfer, Sold; auch die Verteidiger befriedigten, wie überhaupt kein einzelner Spieler enttäuschte, wenn auch der letzte Erfolg ausblieb. „Phantomläufer" Haegg Gunder Haegg scheint wirklich ein„Phantomläufer", wie ihn seine Landsleute nennen, zu sein. Der Schwede legte am Sonntag in 1.knra die 5000 m als erster Mensch unter 14 Minuten zurück. Mit einer Zeit von 13:58,2 verbesserte er den seit Juni 1939 bestehenden Weltrekord des Finnen Taisto Mäki um nicht weniger als 10,6 Sekunden! Aber nicht genug mit diesem Rekord, stellte er „unterwegs" über drei Meilen mit 13:32,4 eine weitere Weltbestleistung auf, mit der er seinen erst neun Tage alten Rekord um drei Sekunden verbesserte. Zweiter bzw. Dritter in diesem denkwürdigen Rennen waren Bror Hellström mit 14:41,4 bzw. K. E. Larsson mit 14:42,6. Arne Anderssons Angriff auf Rudolf Harbigs 1000=mWeltrekord war zum Scheitern verurteilt. Der Schwede erreichte nur 2:23,3 und blieb damit klar unter der Weltbestleistung des Deutschen von 2:21,5. Nixe Charlottenburg zum ersten Male besiegt Zum ersten Male, seit eine Deutsche Frauen=vereinsmeisterschaft der Schwimmerinnen ausgetragen wird, mußte Nixe Charlottenburg einer anderen Mannschaft den Vortritt lassen: In diesem Jahre brach ten es die Schwimmerinnen des SC M. Gladbach auf eigener Bahn auf 1103,6 Punkte und ließen damit die seit 1931 unbe stritten an der Spitze des Deutschen Frauen schwimmsport stehenden Nixen um 14,5 Punkte hinter sich. Gladbach stützte sich in den fünf Staffelwettbewerben auf Else Giesen, Annie Kapell, Liesl Kremer, Marianne Kellers, Ellen Mirbach, Wilma Müsers, Hilde Schommen und Erna Westhelle, die auch als Einzelkönnerinnen ihren Verein immer mehr in den Vordergrund gebracht haben. Umgang mit Brandbomben Brandbomben dürfen nur aus vollkommen sicherer Deckung bekämpft werden. Wenn sie jedoch auseinandergeflogen sind oder wenn bereits fünf Minnten nach ihrem Einschlag vergangen sind, können sie unmittelbar angegriffen und mit Wasser oder Sand unschädlich gemacht werden. „Wir werden beide leben. Wir werden glücklich sein. In der Heimat.“ „In deiner Heimat?" fragte sie. „Meine Heimat ist auch deine Heimat, Christa", antwortete Carlos. Meine Eltern wollten immer schon nach Deutschland zurück, nur der große Krieg und die Nachkriegsjahre haben sie gehindert, Sie sind ja Deutsche. Sie heißen Ellmann. Das„o“ war für das Geschäft nötig, weißt dn..." „Ich weiß gar nicht, wer du bist, was du treibst. Ich will es gar nicht wissen", sagte Christa glücklich. „Es ist auch nicht viel zu erzählen", beichtete Carlos.„Mein Vater ist ein Reeder. Er besitzt einige Schiffe, die Fracht zwischen Deutschland und Chile fahren. Um das Geschäft kennenzulernen, fuhr ich einige Zeit über alle Meere und ging als Werkstudent nach Deutschland. Ich habe vorher bei der chilenischen Marine meine zwei Jahre abgedient und dort tauchen gelernt. Das ist alles. Und bin einer Frau entflohen, von der ich wußte, daß ich mit ihr nicht glücklich sein konnte. Als ich sie auf meiner Heimreise von Deutschland nach Chile über die östliche Route wiedertraf, ging ich auf das erste beste Schiff, um mich anheuern zu lassen. Zufällig traf ich auf dem Schiff in dem Zahlmeister einen alten Freund, der mir behilflich war. Wie ich wieder nach Valparaiso kommen würde, war mir gleich. Ich wäre als Heizer gegangen, um Violett zu entfliehen. Sieh dort, die weißen Vögel... wie sie über das Meer fliegen, frei und ungezwungen.“ Carlos sah, wie ihre Augen aufleuchteten. Er küßte ihren Mund immer wieder... Am Abend, als es dunkel wurde, zogen die Malayen wieder das Boot aus den Mangroven. Zuerst trug Carlos Christa in das Boot und bettete sie Aus Westdeutschland Finnische Soldaten im Sauerland Hagen. In einem Genesungsheim der Waffen= im hohen Sauerland weilen zur Zeit 30 sinnische Soldaten zu einem längeren Erholungsaufenthalt. Sie fühlen sich in den waldreichen Bergen, die sie an ihre Heimat erinnern, wohl, sind für die gute Aufnahme und Verpflegung dankbar und bestätigen, daß man alles tut, um ihnen die Wochen, die sie hier weilen, zu einem wirklichen Erholungsaufenthalt zu gestalten. Schwindler und WäschediebDüsseldorf. Der bisher in einer Reihe von Städten wegen Eigentumsdelikten schon etwa zwanzigmal vorbestrafte 52jährige Wilhelm Baumann war, nachdem er in Trier ein Fahrrad gestohlen hatte, nach Köln, Düsseldorf und Dortmund gefahren und dort in verschiedenen Hotels abgestiegen. Ohne die Hotelschuld zu zahlen, verschwand er jedesmal wieder und nahm aus den von ihm bewohnten Zimmern die Bettwäsche mit, die er dann verkaufte. Er erschien deshalb vor der Strafkammer in Düsseldorf, wo er geständig war. Das Gericht verurteilte ihn wegen Diebstahls in sechs Fällen und wegen Betruges im Rückfall in zwei Fällen zu einer Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt und für ihn als gemeingefährlichen Gewohnheitsverbrecher die Sicherungsverwahrung angeordnet. Mädchen als Einbrecher Bielefeld. Vor dem Bielefelder Amtsgericht hatte sich wegen schweren Einbruchs die erft 18 Jahre alte, aus Herdecke(Ruhr) gebürtige Magret B. zu verantworten. Das junge Mädchen war bei einem Bauern in der Nähe von Halle i. W. untergebracht. Hier riß es Ende August aus. Es schlief bei einer Freundin in Bokel und trieb sich im übrigen umher. Eines Tages drang die B. in das unbewachte Schützenhaus ein, zerschlug eine Fensterscheibe und konnte sich dann ungestört in der Wohnung umsehen. Zunächst tat sich die Einbrecherin an Lebensmittelvorräten gütlich. Dann packte sie zusammen, was sie erraffen konnte. Da das Früchtchen bereits am nächsten Tage eingefangen werden konnte, erhielt die Bestohlene ihr Eigentum bis auf Kleinigkeiten zurück. Das Gericht ging über den Strafantrag des Amtsanwalts, der auf 6 Monate lautete, hinaus und erkannte auf 9 Monate Gefängnis. Leichtsinn mit dem Tode bestraft Jülich. Ein siebenjähriger Junge, der sich auf dem Wege zur Schule befand, sprang auf den Anhänger eines Traktors. Als er in der Nähe der Schule abspringen wollte, schlug er mit dem Kopf so heftig auf der Erde auf, daß bereits auf dem Wege zum Krankenhaus der Tod infolge Schädelbruchs eintrat. Der Rundfunk am Dienstag Reichsprogramm: Ein Rondo von Eugen Bodark gelangt zur Araufführung in der Unterhaltungssendung mit dem Frankfurter Rundfunkorchester mit weiteren unbekannteren Werken der Gegenwark von 10—11 Uhr. Wilhelm Stroß und Hans Erich Riebensahm spielen von 11.00—11.30 Uhr Beelhovens KreuherSonale. Esther Rethy, Helene Nicolaidi, Ankon Deremoka, Alfred Jerger führen mit den Wiener Symphonikern und Rudolf Moralk Ausschnitle aus den Opern „Mariha",„Carmen",„Aida“ und„Macbelh“ von 16.00—17.00 Uhr vor. „Frohsinn ist Trumpf" in der bunken Unterhaltungssendung von 17.15—18.30 Uhr mit den Orchestern Adolf Secker, Jan Hoffmann u. a. Eine Rundfunkspielschar unter Leitung von Goktfried Preinfalk erfreut von 20.20—20.45 Uhr mit volkslümlichen Liedern und Tänzen. Von Rossini zu Johann Strauß führt das unlerhallsame Abendkonzerk von 21.00—22.00 Uhr unter Leilung von Richard Müller-Lampertz mit Ruperl Glawitsch(Tenor). Deutschlandsender: Theo Hollinger und Peler Esser(Violine) sind die Ausführenden der Konzerksendung von 17.15 bis 18.30 Uhr mit Werken von Teleman, Mozari, Boccherini, Haydn. Emil Boeres mit seinem Orchester stimmt Opereitenklänge und unlerhallsame Weisen unserer Zeit von 20.15—21.00 Uhr an. Ilse Werner verbindet sich mit dem Orchester Willy Stech zu einer länzerisch beschwingten Unlerhaltungsstunde von 21.00—22.00 Uhr. fürsorglich auf die Matten und Decken. Dann setzten sie die Segel. Diesmal blies der Wind günstig, und sie brauchten nicht zu rudern. Nach Mitternacht erreichten sie Groß Karimon. „Wir sind auf holländischem Boden“, jubelte Carlos und hob Christa aus dem Boot. „Das gefährlichste Stück steht uns noch bevor“ sagte Shaik Lal ernst.„Die Engländer werden alle Schiffe aufgeboten haben. Heute nacht müssen wir den kleinen Meeresarm zwischen hier und Sumatra durchfahren. Dort werden sie auf uns lauern.“ Carlos trug Christa, zwischen den höhen Luftwurzeln der Mangroven im Uferschlamm watend, nach einer verlassenen Fischerhütte. Die Malaien machten sich unterdessen auf den Weg ins nächste Dorf. Nach einer Stunde kamen sie mit Ananas und Kokosnüssen zurück.— Christa trank die kühle, nahrhafte Milch. Ihre Augen waren wieder glänzend geworden, ihre Wangen rot. Bakal bereitete auf dem Herd der verlassenen Fischerhütte Reis. So köstlich hatte Christa schon lange nicht ein Mahl gemundet. Sie dachte an die langen Diners auf der„Columba" zurück. Es schien ihr, als lägen Jahre dazwischen. Tagsüber lagen sie und schliefen. In den ersten Nachmittagsstunden hatte sich der Himmel überzogen, und es begann leicht zu regnen. Das Brummen eines Fliegers schreckte sie auf. „Sie suchen uns noch immer", sagte Shaik Lal ernst.„Hoffentlich wird das Wetter schlechter. Die Flieger sind uns gefährlicher als die Torpedoboote, die sich nicht in die Nähe der Riffe wagen können."(Schluß folgt) Beick über Hattingen e Hattingen, den 21. September. Zwei Mädchen gingen einen Weg. Sie gingen ganz ruhig, wie Mädel gehen, wenn sie ringsum ein stilles Tal umschließt und nichts. Männliches in der Nähe ist. Daß sie an diesem späten Sonntagnachmittag durch das stille Tal spazierten, schien uns darauf hinzudeuten, daß sie nach Hause strebten. Denn, junge Mädel pflegt man selten allein in stillen Tälern zu finden. Sie halten sich lieber dort auf, wo wenigstens noch eine geringe Aussicht besteht, eine Bekanntschaft anzuknüpfen— in den Straßen des Städtchens oder auf den Vorplätzen der Lichtspielhäuser. Wer wollte es ihnen verdenken? Sie haben es heute nicht leicht mit der Einfahrt in den Hafen der Ehe, da die junge Mannschaft draußen an der Front steht... In einiger Entfernung von uns steigt am Waldrand ein Weg. sachte bergan. In spitzem Winkel zweigt er von unserer Talstraße ab. Auf diesem Wege tut sich was. Wir erkennen allgemach eine helle Gestalt und nach einiger Zeit eng daneben einen Mädchenkopf, der immer wieder hinter der hellen Gestalt verschwindet. Dann sind. wir bald vollkommen im Bilde: dort oben küßt sich ein Liebespaar. Es hat sich einen wunderschönen Platz ausgesucht, zweifellos; weit muß der Blick von hier aus ins Tal hinunterschweifen können. Aber es hat nicht bedacht, wie gut sein Weg vom Tal her einzusehen ist. Also macht Liebe wirklich blind! Wir Eheleute schmunzeln ob das seligen Schauspiels, das die beiden ihrer Umwelt bieten und denken der glücklichen Zeit der eigenen ersten Liebe. Anders trifft es die beiden Mädel vor uns. Als habe ein elektrischer Schlag sie gerührt, verharren sie erst eine Weile völlig bewegungslos. Dann tuscheln sie etwas miteinander und— heidi— geht's ab und bergauf. Es kann gar nicht schnell genug gehen! Sie schneiden den spitzen Wegewinkel ab und folgen in Eile dem„Liebespfad“ des Paares. Das ahnt noch nicht, welches Verhängnis ihm naht. Denn eine Wegebiegung verhüllt die Voraneilenden... Wir konnten nicht mehr beobachten, ob die sensationslüsternen Mädchen das„Wild“ im richtigen Augenblick gestellt haben, dem sie mit fieberndem, groteskem Eifer nachspürten. Wir glauben nicht falsch zu schließen, wenn wir folgende Charakteristik von ihnen geben: Zwei liebestolle Mäd chen, die— hach, muß Liebe schön sein!— auch mal gerne geküßt wären. Wer tut ihnen den Gefallen? Sie haben seit gestern doppelten Appetit darauf! büund Tanz fürs WHW Fröhlicher Nachmittag auf dem Untermarkt Auf dem Hattinger Untermarkt entwickelte sich am Sonnabendnachmittag ein fröhliches Treiben. Sportgruppen der BSG. Henrichshütte, der HS. und des BDM.(Jungmädel) setzten sich hier mit schönen, unterhaltsamen Darbietungen für die KriegswinterhilfswerksSammlung ein. Während unter Leitung von Turnwart Walter Schneider (Henrichshütte) die Jungen kühne Hechtsprünge und Ueberschläge vollführten, Boxkämpfe austrugen und eine groteske, humorvolle Akrobatik zeigten, erfreute die Frauengruppe der BSG. Henrichshütte mit Volks= und Bauerntänzen, wobei Otto Schilling die Handharmonika erklingen ließ. Die Jungmädel waren ebenfalls wieder mit tänzerischen Darbietungen zur Stelle. Rundum standen die Zuschauer Kopf an Kopf und die Sammelbüchse war bald schwer von Spenden. So war den Vorführungen der erhoffte und erstrebte Erfolg in reichem Maße beschieden. Gleichzeitig bedeuteten die Vorführungen eine überzeugende Werbung für den Wert der Körperschule an sich.— Anschließend sah man die Sportlerinnen noch mit der Sammelbüchse durchs Städtchen ziehen. Bei dem Eifer, den die Sportler allgemein in ihrer Sammeltätigkeit an den Tag legten und unter Einbeziehung der Einnahmen aus dem KriegsWH W.=Fußballspiel am Sonntagmorgen sowie den Erträgen aus dem Kugel= und Flockenschießen in den Gaststätten dürfte sicherlich ein besonders erfreuliches Ergebnis zu verzeichnen gewesen sein. — Auszeichnung. Der Gefreite Werner Siepermann erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Die„H. Z.“ gratuliert! — Die Nähberatung des Deutschen Frauenwerks wird bis zum 6. Oktober ausgesetzt. — Stunden sprudelnder Heiterkeit und herzhafter Freude erlebten die Gefolgschaftsmitglieder der Henrichshütte am gestrigen Sonntagnachmittag. Das Rheinische Landestheater Neuß wartete mit dem schmissigen Operettenspiel: „Meine Schwester und ich“ auf. Da aus raumtechnischen Gründen nur ein Teil der Belegschaft der Veranstaltung beiwohnen konnte, findet am Dienstagabend um 18.30 Uhr eine Wiederholung in Welper statt. Silberkranzschießen der Schützen Sieger: Schützenverein Ludwigstal mit 865 Ringen Bester Einzelschütze: Polizei=Leutnant Rogge mit 115 Ringen Gestern nachmittag fand das Silberkranzschießen der Hattinger Schützen im Schützenhof an der Waldstraße durch die Ehrung der Sieger und Ueberreichung der errungenen Preise seinen würdigen Abschluß. Schon am frühen Nachmittag entwickelte sich in den Gartenanlagen des Schützenhofes ein lebhaftes Treiben, denn die Schützen und ihre Angehörigen hatten sich zahlreich eingefunden, um bei dem letzten Akt des Schießens dabei zu sein. Sie hatten um so mehr Veranlassung dazu, als die in Hattingen beliebte Kapelle der Bochumer Schutzpolizei unter Leitung ihres Musikmeisters Leutnant Franz konzertierte und so den Aufenthalt auf das angenehmste verschönte. Die starke Kapelle brachte in gewohnter Meisterschaft Märsche, Potpourris, Soldatenlieder und hatte bei ihren Darbietungen ein aufmerksames und dankbares Publikum. Gegen 5 Uhr nachmittags waren die Ergebnisse des Schießens aller beteiligten Gruppen eingelaufen. Unter kreis=Schützenführer Kroniger nahm die Ehrung der Sieger# vor. Zuvor aber richtete er an die Versammlung kernige Worte, die das Ziel der Schützensache scharf umrissen. Wenn wir Daheimgebliebenen— so sagte er — uns dem Schießen widmen, so tun wir das nicht, um unsere Zeit totzuschlagen, sondern um uns im Interesse des Vaterlandes mit dem Umgang des Gewehrs vertraut zu machen und ins Schwarze zu treffen. Zum zehnten Male wird jetzt um den Silberkranz, den die Stadt Hattingen gestiftet hat, geschossen. Mit jedem Jahre ist die Beteiligung stärker und sind die Ergebnisse besser geworden. Waren es im ersten Jahre acht Gruppen und die Ergebnisse mit 700 Ringen nicht gerade hervor ragend, so kämpfen jetzt an der Schwelle des vierten Kriegsjahres 28 Gruppen um den Silberkranz und das Ergebnis von 865 Ringen, das von der Schützengesellschaft Ludwigstal unter Leitung des rührigen Schützenkameraden van Heesen erreicht wurde, ist hervorragend. Sie erhält datum den Siegespreis für ein Jahr und wird ihn im nächsten Jahr verteidigen. An zweiter Stelle steht der Hattinger Schützenverein mit 853 Ringen, an dritter Stelle die BSG Leo Gottwald KG. mit 850 Ringen und an vierter Stelle die Hitler=Jugend mit 849 Ringen. Diese Leistung der Jugend ist ganz besonders bemerkenswert und erfreulich, denn gerade sie muß ja über kurz oder lang ihre Treffsicherheit mit dem Gewehr vor dem Feinde beweisen. Die Hitler=Jugend stellt aber auch in dem Jungschützen Kalkowski den drittbesten Einzelschützen mit 112 Ringen. Beide Ergebnisse sind für unsere prächtigen Jungen Ansporn, es in Zukunft immer noch besser zu machen. Beste Einzelschützen sind Polizeileutnant Rogge mit 115 und der Schütze Paul Röhl mit 114 Ringen, außerdem noch Polizeimeister Werth mit 110 Ringen. Außer dem Silberkranz, der von den Schützen aus dem Ludwigstal entführt wurde, erhielten die Sieger von der Stadtverwaltung gestiftete Bilder des Führers, des Reichs marschalls und des Reichsjugendführers, außerdem Plaketten. Die Siegerehrung klang aus in der Führerehrung und mit dem Absingen der nationalen Lieder. Anschließend konzertierte noch eine Stunde lang die Kapelle der Bochumer Polizei. Die Ergebnisse 1. Schützenverein Ludwigstal: 1. Gruppe 865 Ringe, 2. Gr. 784 R.— 2. Schützenverein Hattingen: 1. Gr. 853 R., 2. Gr. 803 R.— 3. BSG Gottwald: 850 R.— 4. Hitler=Ju gend: 1. Gr. 849 R., 2. Gr. 701 R., 3. Gr. 599R.— 5. Polizei Hattingen: 830 R. 6. BSG Eisenbahn: 822 R.— 7. NS=Krieger 1817: 1. Gr. 815 R., 2. Gr. 797 R., 3. Gr. 761 R.— 8. BSG Henrichshütte: 1. Gr. 802 R., 2. Gr. 672 R.— 9. SA: 1. Gr. 769 R., 2. Gr. 722 R.— 10. 16. AK.: 761 R.,— 11. Artillerie: 742 R.— 12. NSKK: 726 R. Beste Einzelschützen: Leutnant Rogge, 115 Ringe; Paul Röhl, 114 Ringe; Jungschütze Kalkowski, 112 Ringe. Polizeimeister Werth, 110 Ringe. Herbede Goldene Hochzeit Die Ehelente Friedrich Schumacher und Emma, geb. Sonntag, Waldegge 52, feierten gestern in noch guter körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist 75 und die Jubilarin 70 Jahre alt. Schumacher stammt aus Castrop und seine Frau aus Rauxel. Im Jahre 1910 erwarben sie im Ortsteil Durchholz die bis dahin dem Wilhelm Adolphs gehörende landwirtschaftliche Besitzung, die der Jubilar bewirtschaftete. Nebenher war er als Bergmann tätig. Die Besitzung ist inzwischen dem Sohne Heinz übertragen. Die Eheleute haben auf der Besitzung das Leibzuchtrecht und sind immer noch fleißig bei Verrichtung der landwirtschaftlichen Arbeiten behilflich. Die Jubilarin ist Trägerin des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter. Wir gratulieren nachträglich zum goldenen Jubelfest und verbinden damit den Wunsch, daß dem Jubelpaar ein recht langer, sonniger Lebensabend beschieden sein möge. — 75 Jahre alt wird am 22. d. M. der Invalide Heinrich Stracke. Am Huchtert 10. Er ist noch verhältnismäßig rüstig und verfolgt mit Interesse die zeitigen Geschehnisse. Wir gratuliexen und wünschen ihm noch viele Jahre bei bester Gesundheit. Zwei nette Früchtchen! Der Gutsverwalter der Besitzung Rüßbergstraße 31 beobachtete morgens gegen 6 Uhr zwei Burschen im Alter von 17—18 Jahren, die sich im Obsthof Obst schüttelten und damit die mitgeführten Koffer und Rucksäcke, füllten. Als sie zur Rede gestellt wurden und sich ausweisen sollten, wurden sie frech und schlugen auf den Verwalter ein. Es kam zu einer regelrechten Schlägerei, bei der der Gutsverwalter die Oberhand behielt. Der Verwalter nahm einen Koffer, mit Obst an sich und die beiden Burschen entfernten sich. Nach einiger Zeit kamen sie zurück, nachdem sie anscheinend beobachtet hatten, daß der Verwalter nicht mehr anwesend war, und forderten von einer Hausangestellten den Koffer zurück. Diese verweigerte die Rückgabe. Nunmehr drangen die Burschen in das Gebäude ein, nahmen einen ihnen nicht gehörenden Koffer und liefen davon. Leider gelang es bisher nicht, die Burschen zu erwischen. Das hätte gefährlich werden können. Der Bauer H. befuhr mit einem Heuwagen die abschüssige Kirchstraße. Die Pferde konnten den Wagen nur schwer halten und so ging es in schnellem Tempo bergab. An der Kurve bei der Einmündung in die Hauptstraße löste sich ein Rad vom Wagen, wurde fortgeschleudert und der Wagen fiel auf die Seite. Zum Glück war die sonst an dieser Stelle sehr belebte Hauptstraße gerade menschenleer. Es hätte für die Straßenpassanten böse werden können. Zahl — Die Zahlstelle der Kassenverwaltung des Amtes Blankenstein ist ab 1. Oktober 1942 nur noch an jedem Montag, Mittwoch und Freitag, sowie an jedem 1., 15. und Letzten des Monats geöffnet. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung. Kevnst Du die Fernsprechnummer Deiner zuständigen Rettungsstelle? Sie muß in jedem Luftschutzraum3 sichtbar aushängen! Statt jeder besonderen Anzeige. Der liebe Gott nahm heute morgen um 9.45 Uhr nach kurzer, schwerer Krankheit unser jüngstes Töchterchen u.Schwesterchen, Enkelchen, Nichtchen u. Kusinchen, unsere liebe, kleine Hildegard im zarten Alter von beinahe 5 Monaten wieder zu sich in den Himmel. In tiefer Trauer: Heinrich Kollmann und Frau Maria, geb. Deutsch Annemarie und Margret, als Schwestern und Anverwandte. B.-Dahlhausen(Am Sattelgut 82), den 19. Sept. 1942. Die Beerdigung findet am Diensjag, dem 22. September, um 9 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Das Engelamt ist um 8 Uhr in der St. Michaelskirche zu B.-Dahlhausen. Unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Heinrich Romberg ist heute abend im Alter von 83½ Jahren gestorben. Ein sanfter Tod erlöste ihn vom langen, schweren Leiden. Sein Leben war ausgefüllt mit steten Sorgen für die Seinen. Dieses zeigen in tiefer Trauer an, auch im Namen aller Hinterbliebenen: Heinrich Romberg jun. Bochum-Dahlhausen(Sudholzweg 12a), den 18. Sept. 1942. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, 22. Sept. 1942, 16½ Uhr, vom evgl. Friedhof Steele-Freisenbruch aus. Trauerfeier 13 Uhr im Trauerhause. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche. Heute morgen 4.30 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, mein treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Stein im Alter von 66 Jahren. In tiefer Trauer: Käte Stein, geb. Heigenfeld nebst Tochter Gisela und Anverwandten E.-Steele(Bochumer Str. 83), und Bommern, den 18. 9. 1942. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem 23. September, nachmittags 15 Uhr, vom Eingang des evangelischen Friedhofes, Freißenbruch aus. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Danksaaunn. Für die herzliche Anteilnahme beim Heldentode meines lieben unvergeßlichen Mannes und Vaters, meines lieben, unvergeßlichen Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels des UIIz. Heinz Herriger, sagen wir allen unseren tiefempfundenen Dank. Frau Elfriede Herriger; Familie Daubertshäuser Familie Wessiepe; Karl Herriger, z. Zt. im Felde Bolko und Hattingen, im September 1942. Das Sechswochenamt lindet am Dienstag, dem 22. 9. 1942, morgens 8 Uhr(bei besonderen Umständen 10 Uhr) in der hiesigen Pfarrkirche statt. Unsere Gesamtausgabe eignet sich besonders gut für alle Gelegenheitsanzeigen, Kauf=, Tausch=, Stellengesuche, weil die Anzeigen in v Ausgaben veröffentlicht werden. Ermäßiater Sammelv wie vier ammelpreis. Abgabe von Obst Ab Montag, den 21. 9., werden an alle Verbraucher je Person 250 g Obst auf den Abschnitt 31 des Bezugsaus weises für Gemüse und Obst 40, 41, 42 abgegeben. Der Abschnitt 27 hat noch Gültigkeit bis zum 25. 8. 1942 und kann durch den Kleinhandel beliefert werden. Die Kennzifser=Nr. verliert mit Ablauf des 24. ds. Mts. ihre Gültigkeit. Essen, den 20. September 1942. Der Oberbürgermeister. Abrechnung der Lebensmittelkarten im 41. Versorgungszeitraum Den Abrechnungsstellen des Ernährungsamtes sind vorzulegen: In der ersten Woche(21. 9. bis 26. 9. 1942): Alle Bestellscheine für den 41. Versorgungszeitxaum. Bestellscheine auf Eier sind auch dann rechtzeitig vorzulegen, wenn der Aufruf der Eier noch nicht erfolgt ist. Es sind weiter vorzulegen alle Bezugsunterlagen für Margarine aus dem 40. Versorgungszeitraum. Der Bestellschein auf Käse 41 wird mit 125 g bewertet, es wird nur ein Bezugschein auf/ Käse ausgefertigt. Die Verteiler von Kartoffeln, Obst und Gemüse, die mit der Vorlage der Abschnitte für die Kartoffeleinkellerung und der für verfallen erklärten Abschnitte des Obst= und Gemüseausweises noch im Rückstand sind, werden aufgefordert, diese Abschnitte sofort, spätestens aber bis einschließlich Mittwoch, den 22. September den Abrechnungsstellen vorzulegen. In der zweiten Woche(28. 9. bis 3. 10. 1942): Alle restlichen Kartenabschnitte aus dem Versorgungszeitraum 40 sowie restliche Bestellscheine aus dem 41. Versorgungszeitraum. Nach dem 3. Oktober werden für Kartenabschnitte aus dem Versorgungszeitraum 40 Bezugscheine nicht mehr ausgestellt. In der dritten und vierten Woche laufende Kartenabschnitte. Mit Beginn der dritten Woche unterliegen die erst dann vorgelegten Bestellscheine der von der Aufsichtsbehörde angeordneten und wiederholt bekanntgegebenen Kürzung. In der vierten Woche sind außerdem die Bestellscheine für Speisekartoffeln für den 42. Versorgungszeitraum vorzulegen. Alle Warenverteiler, insbesondere auch die Inhaber von Metzgereien und Bäckereien, werden wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß alle Kartenabschnitte nur in dem Zeitraum beliefert werden dürfen, in dem sie nach ihrem Aufdruck Gültigkeit besitzen. Jede Vor= und Nachbelieferung ist unzulässig. Alle durch Kontrollen des Ernährungsamtes festgestellten Uebertretungen ziehen Bestrafungen nach sich. Essen, den 20. September 1942. Der Oberbürgermeister. Erhebung 1942 über den Anbau von Gemüse und Erdbeeren auf dem Ackerland und im Erwerbsgartenbau (Anbau zum Verkauf). Auf Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft wird eine Erhebung über den endgültigen Anhan von Gemüse im Jahre 1942 für den Verkauf durchgeführt. Die Erhebung umfaßt alle Betriebe, die den Gemüsebau auf dem Freiland zum Verkauf betreiben, d. h. selbstgeerntete Erzeugnisse an Privat kunden und Händler abgeben, auf Wochen= oder Großmärkten verkansen, an Orts= oder Bezirksabgabestellen abliefern, an die Verwertungsindustrie und andere Verbraucherstellen abführén. Soweit die Betriebe dem Statistischen Amt bekannt sind, wird den Betriebsleitern ein entsprechender Erhebungsbogen zugehen, der bis zum 25. September 1942 ausgefüllt zurück gesandt werden muß. Wer am 21. 9. 1942 noch nicht im Besitz eines der artigen Erhebungsbogens ist, obwohl die angegebenen Voraussetzungen für ihn zutreffen, hat dies dem Statistischen Amt der Stadt Essen unter Fernruf 50411— Nebenanschluß 875 oder mündlich oder schriftlich Kibbelstraße 9, Erdgeschoß, mitzuteilen. Die Betriebsinhaber oder deren Vertreter sind nach der Verordnung über die Auskunftspflicht vom 15. Juli 1923(NGBl. I S. 723) gesetzlich verpflichtet, die erforderlichen Angaben zu machen. Alle an der Erhebung beteiligten Personen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Ermittlungen dienen zur Feststellung, sowie der Errechnung der Gemüseernte 1942 und damit der weiteren Sicherstellung der Gemüseversorgung des deutschen Volkes. Essen, den 20. September' 1942. Der Oberbürgermeister. Stadtleihamt Die Versteigerung der verfallenen Pfänder aus dem Monat Februar 1942, Pfandnummern 905 075 bis 906 505, findet Donnerstag, den 8. Oktober 1942, vormittags av 8.30 Uhr im Stadtleihamt, Trankgasse 5, statt. Die bei den Versteigerungen etwa Erzielten und innerhalb Jahresfrist nicht abgeholten Ueberschüsse verfallen zugunsten der Wohlfahrtsfürsorge. Bochum, den 15. September 1942 Der Oberbürgermeister. Bekanntmachung Die Zahlstelle Sprockhövel der Kassenverwaltung des Amtes Blankenstein ist av 1. Oktober 1942 nur noch geöffnef: 1. an jedem Montag, Mittwoch und Freitag, 2. außerdem an jedem 1., 19. und Letzten, des Monats. Die Bevölkerung wird um Verständnis für diese durch den Krieg bedingte Maßnahme gebeten. Blankenstein, den 18. Sept. 1942. Der Amtsbürgermeister. Zum Änliefern und Abholen von Wäsche, Farb- u. Reinigungssachen ist meine Filiale, Hattingen, Untermarkt 3. bis auf weiteres nur noch Montag-Dienstag und Freitag—Sonnabend geölfnet. Paul Kirchhof, Wäschereibesitzer. Faßsammelstelle und Faßwerkstatt kauft Füsser aller Art Blegbesdä en 00. Richard Pauls, E=Steele, Westfalenstr. 275. Ruf Essen 5 8431. Faßsammelstelle. Handharmonika (Honer zum Selbstsptelen) gegen Akkordeon, zu tauschen gesucht. Frau Notteln, E.=Steele, Grendplatz 9 II. Besichtigung ab 18 Uhr. Fast neue H. Schuhe braun Gr. 38 gegen D.=Schuhe Gr. 39 mit hohem Absatz und elegante Pumps Gr. 36 geg. gleiche Gr. 39 zu tauschen gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung in Hattingen. 1½ jähr. Rind und ½ jähriges Kalb zu verkaufen. August Schieferstein, Winzermark 45 über Hattingen=Ruhr oder zur Hilfe des Haushalts täglich oder 2—3 mal wöchentlich für einige Stunden sofort ges. Hattingen, Hüttenstraße 10, I. Etg. Mehrere tüchtige Frauen für leichte Arbeiten in meiner Verpackungsabteilung für sofort gesucht. DieEinstellung erfolgt mit Genehmigung des Arbeitsamtes. Caspär Poullig, Langenberg=Rhld., Hauptstraße 3. Fernruf 741—743. 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Täglich 1.55. 4.25, 7.05 Uhr Karten im Vorverkauf Lichtburg/ Bochum Frauen sind doch bessere Diplomaten. Nicht für Jugendliche Täglich 3.30, 7.00 Uhr. Vorverkauf 11—12 Uhr und ab 2 Uhr Weltlicht/ Bochum Ein Windstoßl. Jugendl. ab 14 J. zugelassen. Täglich 3.30, 7.00 Uhr Vorverkauf ab 2 Uh. Lichtsplelhaus Marienstr.14 Bochum Anuschka. Nicht für Jugendliche Täglich 3.30, 6.45 Uhr Gloria-Palast/ Bochum Rottstraße 29 Der Blaufuche. Jugendl. ab 18 J. zugelassen. Tägl. 2.30, 4.40, 7.10 Uhr Karten Im Vorverkauf Apollo/ B.-Weitmar Die Sache mit Styx. Nicht für Jugendliche. Tägl. 5.00 und 7.30 Uhr Walhalla/ Kray-Nord Das groue-Spiel. Jugendliche zugelussen. Beginn tügl. ab 3.00 Uhr UnionTheater Steele Einer für Alle Jugendliche zugelassen Täglich 2.40,5.00, 7.25 Uhr KammerLichtspiele Steele Der junge Grat Nicht für Jugendliche Täglich 2.20, 4.35, 6.50 Uhr Die Bühne der Gauhauptstadt Bochum Intendant: Professor Dr. S. Schmitt. Montag, 21. 9., 18—21 Uhr, Grün 1: „Die lustigen Weiber von Windsor“. Dienstag, 22. 9., 18.30—21 Uhr, Braun 1:„Die große Kurve", Lust spiel von Brann Geldbörse mit Inhalt auf dem Wege von Holtsträter bis Bäckeret Rusche verloren. Gegen Belohn. abzug. in der Geschäftsstelle d. Zta. in Hattingen. Trauring von Birkenstraße bis Heggerstraße(Henkel) verloren. Abzugeben Hattingen, Birkenstraße 14. Wiederbringer erhalt Belohnung,