Ausgabe A 94. Jahrgang Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt(Wehrm.), Stellvertreter: Hans Hollender, Hattingen=R. Für unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Gewähr geleistet. Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr, Kleine Weilstraße 27. Telegramm=Adresse: Kreisblatt Hattingenruhr Hattinger Zeitung Die groe Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Hattingen=Ruhr, Obermarkt/ Posljach 21. 22/ Ruf 2941, 42 u. 43 3. Zt. sind die Preislisten Nr. 5 vom 1. 7. 1940 und Nr. 2 vom 1.7.1940(Sammelpreisliste) gültig. Erfüllungsort: Hattingen=R.; Bezugspreis: durch die Post je Monat 2.— RM zuzüglich geld, durch Boten 2.16 RM einschl. Botenlohn. Nummer 192 Dienstag. 18. August 1942 In Eilmärschen dem Feinde nach Weiteres Vordringen im Kaukasusgebiet— Im großen Donbogen Feindreste vernichtet Berlin, 18. August. Das OKW teilt zu den Kämpfen an der Östfront folgendes mit: In brütender Sommerhitze und auf grundlosen staubigen Straßen drangen die deutschen Truppen im KaukasusGebiet nach Brechen feindlichen Widerstandes in südwestlicher und südostwärtiger Richtung weiter vor. Eine württembergisch=badische Jägerdivision legte an einem der letzten Tage als Begleitung von Panzerverbänden trotz Aufenthalts durch Gefechte und Minenfelder Märsche bis über 70 km zurück. Die deutsche Luftwaffe belegte am Sonntag die feindlichen Verladungen und den Schiffsverkehr an der Kaukasusküste zwischen Noworossijsk und Suchum erneut wirksam mit Bomben. Die deutschen und verbündeten Truppen vernichteten in einem Waldgebiet südlich des unteren Don am Sonntag eine abgeschnittene feindliche Kampfgruppe und brachten 500 Bolschewisten als Gefangene ein. Die Luftwaffe unterstützte das Vordringen des Heeres und bekämpfte erfolgreich die Verschiffungen der geschlagenen Bolschewisten an der Küste des westlichen Kaukasus. Drei Küstenfahrzeuge wurden versenkt, ein größeres Handelsschiff und zahlreiche Transportzüge schwer beschädigt. Auf einem Flugplatz wurden vier seindliche Flugzeuge am Boden zerstört. In der Kalmückensteppe nahmen die deutschen Truppen weitere Gebiete in Besitz. Im Nordostteil des großen Donbogen vernichteten die deutschen Truppen die letzten Reste bolschewistischer Kampfgruppen westlich des Don, während die Luftwaffe die zurückweichenden feindlichen Kolonnen ostwärts des Don wirksam mit Bomben belegten. Durch deutsche Jäger. und Flakartillerie wurden über den südlichen Kampfabschnitten der Östfront 26 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Im Raum von Woronesch wurden schwächere Aufklärungsvorstöße des Feindes abgewehrt. Hierbei schossen deutsche Truppen nordostwärts Woronesch 14 bolschewistische Panzerkampfwagen ab. In Luftkämpfen wurden über diesem Kampfgebiet sieben DER OKW-BERICHT: feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Östwärts Wjasma wurden starke Angriffe zahlreicher feindlicher Panzer mit aufgesessener Infanterie in hartnäckigen Kämpfen abgeschlagen. Im Raum von Rschew vernichtete eine Panzerdivision am Sonngbend 31 feindliche Panzerkampfwagen, 14 Panzerabwehrkanonen sowie 57 Maschinengewehre und Granatwerfer. Am Sonntag wurden erneut 14 Panzerkampfwagen des Feindes vernichtet. Die Luftwaffe belegte Panzerbereitstellungen, Truppenansammlungen und den Eisenbahnverkehr des Feindes wirksam mit Bomben. Deutsche Jäger brachten in diesem Kampfraum neun feindliche Flugzeuge zum Absturz. Südostwärts des Ilmensees brachen mehrere Angriffe des Feindes, die von Panzern, Flugzeugen und einem Panzerzug unterstützt wurden, unter hohen Verlusten der Bolschewisten zusammen. Schwere Abwehrkämpfe entwickelten sich auch am Wolchow=Brükkenkopf, wo der Feind im Schutze des Morgennebels die Östfront des Brükkenkopfes mehrmals, jedoch völlig ergebnislos, angriff. Erneute Bereitstellungen des Feindes zum Angriff wurden durch Artilleriefener zerschlagen. Churchill, der Katastrophen-Vorbote Heikle Aufgaben erwarten den Stockholm, 18. August. Reuter muß am Montagnachmittag durch Veröffentlichung einer kurzen amtlichen Mitteilung den bereits am Sonntag vom Deutschen Nachrichtenbüro gemeldeten mehrtägigen Aufenthalt Churchills in Moskan bestätigen. Eine andere englische Nachrichtenagentur meldet darüber hinausgehend, daß Churchill zusammen mit Harriman, dem gleichfalls nach Moskau geeilten Vertreter Roosevelts, am Montagfrüh wieder abgereist sei. Er habe es abgelehnt, die Pressevertreter zu empfangen und ihnen eine Erklärung abzugeben. Churchills plötzliche Reise nach Moskau ist der beste Gradmesser für die immer ernster werdende Lage der Sowjets. Der Arzt eilt an das Bett des Kranken, um ihm die nötige Spritze zu verabfolgen. Churchills Aufgabe war in diesem Fall besonders heikel, mußte er doch dem bolschewistischen Bundesgenossen, nachdem er selbst erst kürzlich in Washington erneut um Hilfe gebeten hatte, nunmehr„Auge in Auge“ Rede und Antwort stehen über das angesichts der militärischen Lage der Sowjets immer dringender werdende Verlangen nach der„zweiten Front“. Noch immer kündigten in diesem Kriege Reisen Churchills Krisenhöhepunkte für die„alliierte“ Kriegführung an. Als Churchill in der Das ganze Vongebiet fest in unserer hand Anhaltende, schwere Abwehrkämpfe im Raum von Wjasma und Rschew. Aus dem Führerhauptquartier, 17. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südlich des unteren Auban und im Nordwestteil des Kaukasusgebirges dringen unsere Truppen in erfolgreichem Angriff weiter vor. An der Schwarzmeerküste wurden bei Luftangriffen drei Küstenfahrzeuge versenkt und ein größeres Transportschiff schwer beschädigt. In der Nordostschleife des großen Donbogens wurde der Feind vernichtend geschlagen und der Fluß überall erreicht. Die Säuberung des Geländes von Versprengten ist noch im Gang. Damit ist das gesamte Donbecken fest in der Hand der deutschen und verbündeten Truppen. Eisenbahnanlagen und Nachschubverkehr im rückwärtigen Gebiet des Feindes waren erneut das Ziel deutscher Kampf= und Sturzkampfflieger. Ostwärts Wjasma und bei Rschew stehen Truppen aller Waffen in anhaltenden schweren Abwehrkämpfen. Auch gestern scheiterten zahlreiche Angriffe des Feindes, der im Gegenangriff an verschiedenen Stellen zurückgeworfen wurde. Im Nordabschnitt der Front wurden an mehreren Stellen feindliche Angriffe abgewiesen und Bereitstellungen im zusammengefaßten Feuer zerschlagen. In Nordafrika schossen deutsche Jäger in Luftkämpfen 14 britische Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. An der Kanalküste bekämpft schwerste Artillerie des Heeres militärische Ziele im Raum von Dover. Bei vereinzelten Tages= und Nachteinflügen über West= und Norddeutschland und über den besetzten Westgebieten wurden vier britische Flugzeuge abgeschossen. Deutsche Kampfflugzeuge belegten in der vergangenen Nacht kriegswichtige Anlagen Mittel= und Ostenglands mit Spreng= und Brandbomben. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote im Nordmeer, in den Küstengewässern Nord- und Mittelamerikas, westlich Afrika und im freien Atlantik aus gesicherten Geleitzügen und in Einzeljagd 19 Schiffe mit zusammen 105 772 BRT. und zwei Transportsegler. Drei weitere Schiffe wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt. Ihr Sinken konnte wegen der sofort einsetzenden starken Abwehr nicht beobachtet werden. britischen Premier in Moskau Stunde größter Gefahr nach Frankreich reiste, folgte Dünkirchen. Dem ersten Besuch Churchills bei Roosevelt folgte der Fall Hongkongs, der zweiten Amerikareise der Verlust Tobruks. Jetzt nun war der Katastrophen=Vorbote Churchill in Moskau, um noch einmal alles zu tun, damit sich die Sowjets im Interesse der Engländer weiter opfern. Sowjetischer Geheimsender in Schweden Stockholm, 18. August. In großer Aufmachung bringen„Nya Dagligt Allehanda“ und„Aftonbladet“ in Extraausgaben ihrer Nachmittagsblätter die aufsehenerregende Meldung von der Aufdeckung einer Spionageaffäre in Schweden zugunsten Sowjetrußlands. Danach haben die schwedischen Behörden am Montag den jüdischen Studenten Lennart Katz und seinen Vater Michel Katz verhaftet. Der Student hatte, wie er eingestand, im Auftrage der Sowjetregierung einen Geheimsender eingerichtet, den er aus gelieferten Einzelteilen in seiner Wohnung zusammensetzte und ihn dann in einem Walde in der Nähe von Stockholm versteckte. Von dort aus setzte er sich mit einer sowjetischen Station in Verbindung und wechselte mit ihr nach einem Geheimeode Chiffretelegramme im Interesse der Bolschewisten. Eichenlaub für Oberstleutnant Gorn Führerhauptquartier, 18. August. Der Führer verlieh am Montag dem Oberstleutnant Walter Gorn, Kommandeur eines Kradschützenbataillons, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte an ihn nachstehendes Telegramm:„In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 113. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkrenz des Eisernen Krenzes. Adolf Hitler." Britische Mordlust wütet weiter Wieder zahlreiche Opfer des britischen Terrors— Reuter meldet Verluste der britischen Mordtruppen in Indien Stockholm, 18. August. In Arkonam kam es am Montag, wie aus einer Reutermeldung aus Madras hervorgeht, zu neuerlichen schweren Unruhen. Etwa 10 000 Inder, die für ihre Freiheit demonstrierten, errichteten, als britische Truppen und Polizei die Menge auseinanderzutreiben versuchten, in den Straßen der Stadt Barrikaden, von denen aus sie den angreifenden Truppen Widerstand entgegensetzten.„Da sich der Polizeistock als wirkungslos erwies", so heißt es bei Reuter wörtlich,„wurden scharfe Salven abgegeben; es gab Tote und Verletzte. Aus Kalkutta, Lucknow und Nagpur meldet Reuter ebenfalls blutige„Unruhen". In Nagpur scheint die Lage besonders kritisch zu sein, da hier die aufgebrachte Bevölkerung regelrechte Angriffe auf mehrere Polizeistationen unternahm und sich dabei mitgebrachter Feuerwaffen bediente. Reuter meldet über 30 Tote und zahlreiche Verletzte. Auch in Bangalore, so berichtet Reuter weiter, kam es wiederum zu ernsten„Zwischenfällen".„Die Truppen eröffneten auf die aufständische Menge das Feuer. Unter dem Militär(!) gab es 27 Mann Verluste, auch wurde eine Anzahl von Polizeibeamten verletzt.“ Wie das englische Renterbüro aus Nen=Delhi meldet, haben die britiVielfältig sind die Transportmittel für den Nachschub. Da die Wege infolge tagelangen Regens kaum befahrbar waren, wußten sich unsere Soldaten auf andere Weise zu helfen: Der Nachschub wurde auf Schienenfahrzeuge umgeladen.(4-PK=Aufn.: Kriegsberichter Hilkenbach) schen Militärbehörden eine Verordnung erlassen, die den Offizieren, vom Hauptmann aufwärts, die Anwendung von Gewalt gestattet,„selbst wenn dies den Tod von irgendwelchen Personen verursachen sollte.“ Viel eindringlicher als lange Erklärungen zeigt diese Verordnung, die das ganze indische Volk in die Hand brutaler und schießfreudiger Offiziere gibt, was von englischen Versprechungen zu halten ist. Zwar ist diese Ermächtigung nur im Falle„des Schutzes des Eigentums“ erteilt, aber man weiß in Indien genau, was von dieser Kautschukbestimmung zu halten ist. Viele der britischen Offiziere sind mit der Aussicht auf ein angenehmes Sportleben mit Klubabenden und Jagdabenteuern nach Indien gekommen. Mit diesen Dingen ist es nun vorbei, und Krieg und Unruhen haben die Anforderungen des Tropendienstes so verstärkt, daß bei vielen Offizieren Ausbrüche des Tropenkollers nicht ausgeschlossen sind. Bei solch einem edlen Sport, wie das „Inderschießen“, dürfen natürlich auch die„Bundesgenossen“, die in Indien weilenden amerikanischen und tschungking=chinesischen Offiziere, sowie uniformierte zweifelhafte Elemente polnischer und tschechischer Herkunft, nicht fehlen. Der Erlaß käumt auch ihnen das Schießrecht ein, wodurch dieses ganze internationale Marodeurtum auf das indische Volk losgelassen wird. Mit der Beteiligung der „Bundesgenossen" schafft England sich Mitschuldige, was im Falle von unliebsamen Presse=Erörterungen ganz angebracht ist. Eichenlaub mit Schwertern für Kapitänleutnant Topp Führerhauptquartier, 18. August. Führer verlieh am Montag dem Kapitänlentnant Erich Topp. Kommandant eines U=Bootes, das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Krenzes und sandte an ihn nachstehendes Telegramm:„Im Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen als 17. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Krenzes.“ Kapitänleutnant Erich Topp hatte bereits bis zum 11. April, als er das Eichenlaub erhielt, 31 Schiffe mit zusammen 280 000 BRT versenkt. Von den Azoren wird berichtet, daß ein Boot, welches zwischen den Inseln Corvo und Flores fuhr, infolge eines Unwetters kenterte, wobei 17 Insassen ums Leben kamen. Erinnerungen! Ho. Im augenblicklichen Stadium der Schlacht um den Kaukasus ist eine Erinnerung an die Zeiten des ersten Weltkrieges nicht uninteressant. Die Türkei und Bulgarien waren mit Deutschland im Bunde. Im Großen Hauptquartier war man sich wohl darüber klar, daß eine der verwundbarsten Stellen des Britischen Weltreiches der Nahe' Osten war. Jene Landbrücke nach Indien, die von den Engländern so sorgfältig beobachtet wird und immer schon mit jedem politischen Machtmittel in seine Botmäßigkeit gezwungen wurde. Nirgends sonstwo in der Welt war der „Secret Service“ so tätig, gab es soviele Agenten, war das Netz der konsularischen Vertretungen so dicht als dort. Als unter starker deutscher Beteiligung und deutscher Initiative der Bau der Bagdadbahn in Angriff genommen wurde, zwang dies Vorhaben die Briten schon zu verstärkter Tätigkeit und Aufmerksamkeit. Als man im Großen Hauptquartier 1918 vor der Frage stand, eine zweite Front zu errichten, um die im Westen festgefahrenen und in die Erde gekrallten Linien zu entlasten, versuchte Ludendorff, den türkischen Bundesgenossen zu stärkstem Einsatz in Palästina zu veranlassen, um womöglich den Suez=Kanal noch einmal zu erreichen und zu sperren. Die Türken aber hatten gerade einen Angriff auf das Oelzentrum von Baku unternommen und es endlich auch eingenommen. Damit schien der Kriegführung der Verbündeten das so bitter notwendige Oel gesichert. Es ging aber nicht allein um das Oel, es ging auch um die Errichtung eines großen moslemitischen Reiches unter Einbeziehung der kaukasischen Völker, ein Reich, das endlich Persien bis an den Persischen Golf umfaßt und alle politischen und strategischen Vorteile für sich gehabt hätte. Die Briten aber hatten zu dieser Zeit ihre schwere Niederlage von Kut el Amara längst überwunden. Sie hatten sich in Arabien den Boden bereitet. Sie sahen die Gefahr und handelten ebenso schnell wie die Türken, rückten von Persien aus heran, und als Deutschland im Westen niederzubrechen begann und in den Kaukasus keine entscheidende Hilfe schikken konnte, nachdem es durch die unselige Zersplitterung in Politik und Hauptquartier diese kaukasische Chance nicht rechtzeitig sah, als durch das Ausscheiden Bulgariens die Landbrücke zum nahen Östen zerstört war, mußten die Türken Baku an die heranrückenden Engländer wieder abgeben. Sie hatten also jetzt das Oel. Ihre Verbindung mit den„Weißen“ unter General Denikin hatte Früchte getragen. Den kaukasischen Völkern wurde Unabhängigkeit und Fretheit in großzügigster Weise versprochen. Engländer bewachten die Bahnlinie Baku—Tiflis und bohrten nach Oel. Im Norden des Kaukasus, am großen Wolga=Knie bei Zarizyn, dem heutigen Stalingrad, fochten Timoschenko, Woroschilow und Stalin gegen die„Weißen" um die nackte Existenz ihres Regimes. Sie kämpften um die Verbindung der Getreidezentren des Südens mit dem Norden, kämpften um die Nahrungsmittel für die Industriearbeiter Moskaus. Und sie gewannen den Krieg. Vor den heranrückenden Sowjets zogen die Engländer von Baku ab. Ihre Versprechungen von Unabhängigkeit und Freiheit erwiesen sich als Seifenblasen. Die Sowjets bestätigten zwar zunächst die von den Briten versprochenen Freiheiten, um sie aber bald umso grausamer zu vernichten und jedes Streben nach Freiheit und Selbständigkeit radikal anszu rotten. Die Erfahrungen des Weltkrieges haben sich die Engländer frühzeitig zunutze gemacht. Sie warteten bei Beginn dieses Krieges keinen Augenblick. Sie begannen sofort mit einer erheblichen Verstärkung ihrer Positionen im Nahen Östen. Man kennt das hohe Spiel um Rumänien, um den ganzen Balkan. Die schönen Bäume aber, die man auf dem mit guten, teuren Pfunden gedüngten Boden gepflanzt hatte, gingen nicht an. Rumänien und Bulgarien stellten sich entschlossen auf die Seite der Achsenmächte und als Frankreich 1940 als Partner ausfiel, als der ganze Balkan auf deutsches Kommando hörte, war alles umsonst. Alles? Blieb Syrien! Die Briten errangen einen billigen Triumph über das kleine Heer des Generals Dentz. Nun begann ein spannender Wettlauf. Die geschlagenen sowjetischen Heere riefen nach Hilfe, nach Hilfe in jeder Form. Die Briten, die in mehreren Rechnungen zu radieren gewöhnt sind, spielten ein neues hohes Spiel. Sie sahen wieder eine Möglichkeit, alte Pläne zu verwirklichen, sie in noch größerem Umfange neu aufzuziehen. General Wavell, angeblich Englands bestes Pferd im östlichen Stall, fand den Iran als ideales Hilfestellungs=— und Aufmarschgelände. Man rückte ein und proponierte den Sowjets Hilfeleistung über die transiranische Bahn bis Bender Schay am Kaspischen Meer, von wo es nur 550 km Seeweg bis Baku sind. Ausgezeichnete Idee, sagten die Sowjets. Aber wir werden uns beteiligen. So rückten sie von Norden nach Teheran. Die Briten kamen von Süden, die ihre Zustimmung zur Teilung der Macht nicht gut verweigern konnten. Die Sowjets haben ihnen ihre Begehrlichkeit nach dem Baku=Oel noch nicht vergefsen. Die beiden Partner kennen sich. Die Sowjets wollen sich sichern und auf jeden Fall (Fortsetzung siehe nächste Jüdische Hengste (VonunseremständigenBe Endlich ist das langerfehnte Ereignis Tatgeworden: Die Inden in Palästing werden ein eigenes Regiment in der britischen Armes bilden. Seiner königlich britischen Majestät Minister James Grigg hat im englischen Unterhause die Absstellung dieser furchterregenden Kampftruppe offiziell bekanntgegeben. Noch vor kurzer Zeit konnte man sich in England für rein jüdische Formationen nicht erwärmen. Die Briten versprachen sich anscheinend nicht viel von der Kampfkraft und dem Kampfesmut der Hebräer. Die führenden Engländer im nahen Osten glaubten zudem noch — wenigstens äußerlich— Rücksicht auf die ara bische Weit nehmen zu müssen, die durch die jübischen Schieber= und Ausbeuterorganisationen in Paläskina, Syrien und dem Lybanon schon an sich genügend provoziert war. In seiner wachsenden Schwäche kann es sich England aber nicht mehr leisten, selbst auf die fragwürdigsten Hilfstruppen zu verzichten. Die schweren Lücken, die Marschall Rommel den nahöstlichen Armeen Britanniens schlug, sind durch Redensarten nicht aufzufüllen. Der Nachschub von England her dauert monatelang, und mancher Transporter wird dabei die Beute deutscher U=Boote. England muß also an Ortund Stelle nach Ersatz für seine gelichteten Verbände suchen. Alles Liebeswerben um die Araber hat keinen Erfolg gehabt. Es wäre den Engländern natürlich lieber gewesen, kampferprobte und tapfere arabische Soldaten in ihrer NahOst=Armee zu sehen. Aber die Araber haben den wortbrüchigen Briten trotz aller Verlokkungen die kalte Schulter gezeigt. Wenn schon gekämpft werden muß, dann kämpfen, die Araber gegen die Engländer und nicht für jene, die seit dem Weltkrieg fortgesetzt die arabische Ehre und Freiheit mit Füßen treten. In allen arabischen Ländern sitzt England auf einem Vulkan. Der Secret Service bemüht sich fieberhaft, den arabischen Freiheitskämpfern hinter die Schliche zu kommen. Vom passiben Widerstand bis zum offenen Aufruhr werden hier alle Kampfmittel gegen England angewandt, Es ist ein Kampf der Nadelstiche, der zwar keine unmittelbar tödlichen Wunden schlägt, der aber die ohnehin schont zum Zerreißen gespannten britischen Nerven bis zum äußersten belastet. Die britische Unsicherheit ist offenkundig und hat auch auf die Juden übergegriffen. Bei ihnen ist es schon keine Nervosität mehr, sondern nackte, kalte Angst. So ist der Zionismus mit seinem Ruf nach einem jüdischen Polästina=Regiment hervorgetreten. Daß es aus Angst geboren wurde, nimmt ihm einiges von seinem „strahlenden" Glanz. Krummnasige und plattfüßige Hausierertypen werden— so hoffen die Engländer und Juden— in Massen zu den Erinnerungen (Fortsetzung von 1. Seite Hauptblatt) dabei sein, wenn etwas verteilt wird. Außerdem lockt der Persische Golf. Der Drang nach Süden zum freien Weltmeer ist mächtig wie einst. In all diese Pläne und Ränke ist die deutsche Offensive hineingestoßen und hat gewirkt wie die Spazierstockspitze im Amelsenhaufen. Jetzt handelt es sich nicht mehr um politische Oelintrigen, jetzt geht's ums Leben. Und im Süden steht Rommel vor den Toren des Niltales. Jetzt sehlen den Briten die Kanonen und Soldaten von Bagdad, Basra und Teheran bei el Alamein. Jetzt gibt's keine Möglichkeit bei Nazareth ein deutsches Oberkommando auszuheben. In diesem Kriege stehen die unermeßlichen Schätze des Fernen Östens nicht zur Verfügung. Dort steht Japan, und die Flamme des Aufruhrs lodert in Indien. Die Front im Kaukasus ist auch Englands Front. 1918 hatten wir ein paar Bataillone im Kaukasus. Jetzt' steht vort die junge deutsche Wehrmacht mit- einer starken schlagkräftigen Armee. Eine Riesenfaust segt durch die Schluchten und über die Höhen. Es sind andere Zeiten. Das Damals ist nur mehr eine Erinnerung! rIIn..Oflent.Mitarbelter) Fahnen mit dem Davidstern strömen. Ihre redegewohnten Pfoten sollen die Kolben ehrlicher Gewehre umfassen, die sich gegen diese Schande nicht wehren können. Rommels Afrilakämpfer hingegen leben in einer fröhlichen Spannung, wann ihnen die Zionsgarde vor die Läufe ihrer Gewehre, und Kanonen kommt. Das wäre ein wahres Festessen— ein Tanz mit den Herren vom Goldenen Kalb! Aber leider werden die Sieger von Tobruk und Marsa Matruk vergeblich auf dieses Erlebnis warten. Alljuda hat eine Rückversicherung gegen allzu gefährlichen Kampf abgeschlossen Seiner britischen Majestät Mini ster James Grigg ist nicht so vermessen, die Schützlinge Churchills und Roosevelts einem — gottbehüte— tödlichen Blutpergießen auszusetzen. Das jüdische Regiment soll— wie er bekanntgab— nur zur Verteidigung Palästinas und der angrenzenden Länder verwendet werden. In der Hauptsache bleiben ihm wichtige Aufgaben der Etappe vorbehalten, auf die sich die Juden ja besonders gut verstehen. Wir wissen nicht, ob Britannien sich über den Kampfwert seines zugleich ältesten und jüngsten— wahrscheinlich auch seines letzten — Hilfsvolkes im klaren ist. Eines aber wissen wir sicher: Judas Stunde wird in Palästina genau so furchtbar schlagen, wie sie in Europa geschlagen hat. Daran wird auch die Tatsache nichts ändern, daß man das noto risch feigste Volk der Erde in britische Uniformen steckt, ihm Waffen in die blutbesudelten Hände gibt und den so geschaffenen Haufen Hurchtschlotternder Jammergestalten ein Regiment nennt. Lustangriffe auf australisches Festland 17 USA=Flugzenge bei den Salomon=Inseln abgeschossen Tokio, 18. August. Die japanische Marine=Luftwaffe belegte auch am Sonntag die nordanstralischen Stützpunkte wirksam mit Bomben. Wiederum wurden Towusville, Cairns, Port Darwin, Wyndham und Port Hedland in West=Australien angegriffen und schwere Schäden in den dortigen Hafenanlagen und militärisch wichtigen Einrichtungen angerichtet. In Townsville stehen Lagerhäuser immer noch in Brand. Dort sind insgesamt mehr als 18000 Tonnen Obstkonserven ein Opfer der Flammen geworden. Die im Hafengelände gelegenen Oelbunker sind jetzt sämtlich zerstört, ebenso die Bahnanlagen der nach Süden laufenden Linien. Im Seegebiet vor Wyndham versenkten japanische Sturzkampfbomber einen 6000 BRT großen Transporter, der brennend unterging. Besonders schwer war der neue Luftangriff auf Port Moresby, die Hauptstadt von NeuGuinea am Papua-Golf. Die Lagerhallen der australischen„Neu=Guinea=Handelsgesellschaft“ wurden restlos eingeäschert und ein im Hafen vor Anker liegender Transporter von 4000 BRT in Brand geworfen. Ein Munitionslager außerhalb der Stadt wurde getroffen und explodierte. Bemerkenswert für die absolute Luftüberlegenheit der Japaner im nordaustralischen Raum ist die Tatsache, daß es trotz der außerordentlich starken japanischen Lufttätigkeit am Sonntag nur über Wyndham zur Kampfberührung mit zwei australischen Jägern kam, die beide abgeschossen wurden. Sämtliche japanischen Flugzeuge kehrten zu ihren Stützpunkten zurück. Im Seegebiet der Salomon=Inseln kam es am Sonntag zu einem schweren Luftkampf zwischen japanischen und nordamerikanischen Kampffliegern, in dessen Verlauf 17 USAFlugzeuge abgeschossen wurden. Nur zwei japanische Flugzeuge kehrten nicht zu ihren Stützpunkten zurück. 1. Der Feind war viel wachsamer“ Englischer Flugzengführer über die Rom, 18. August. Ein im Verlauf der See= und Luftschlacht im westlichen Mittelmeer verwundeter englischer Flugzeugführer gab in Gibraltar nach seiner Einlieferung ins Lazarett einige interessante Erklärungen ab, meldet Stefani aus Tanger. Er wies darauf hin, daß, da die Durchfahrt den Engländern diesmal nicht gelungen sei, sie ihnen noch viel schwerer in Zukunft gelingen werde. In der Tat sei die Fahrt des Geleitzuges ausgezeichnet vordereitet worden, und der Geleitzug sei so stark gesichert gewesen, wie wohl noch kein anderer Geleitzug je zuvor. Der Zeitpunkt schien dem englischen Kommando besonders günstig gewählt, weil die Auffassung bestand, daß die Luftstreitkräfte der Achsenmächte vor allem auf dem östlichen und dem ägyptischen Kriegsschauplatz beschäftigt seien. Leider habe man die Erfahrung gemacht, daß der Feind viel wachsamer war, als man angenommen hatte. Der Verlust eines Flugzeugträgers binnen weniger Stunden, und noch bevor der Geleitzug die eigentliche Gefahrenzone erreicht hatte, wirkte sich ungünstig auf die Moral der Besatzung aus und machte die Durchführung der ursprünglich vorgesehenen Pläne unmöglich. Der Flugzeugführer hob abschließend britische Niederlage im Mittelmeer den Todesmut der italienischen Flieger hervor, die, nachdem sie ihre Bomben und Torpedos abgeworfen hatten, ungeachtet der englischen Flak und der englischen Jäger die Schiffe im Tiefflug mit den Bordwaffen angriffen. Die englische Luftwaffe hat nach den Aussagen des englischen Offiziers bei der See= und Luftschlacht über 50 Flugzeuge verloren. 15 Britenflugzeuge in Nordafrika abgeschossen Rom, 18. August. Der italienische Wehrmachtbericht: An der ägyptischen Front war die Aufklärungstätigkeit lebhafter als in den letzten Tagen. Bei Zusammenstößen von Spähtrupps machten wir einige Gefangene. Im Verlaufe zahlreicher lebhafter Luftkämpfe mit feindlichen Jagdverbänden schossen deutsche Jäger 14 britische Flugzeuge ab. Angriffe der feindlichen Luftwaffe auf Marsa Matruk und Tobruk verursachten nur geringen Schaden. Ein Beaufighter wurde von der Bodenabweyr zum Absturz gebracht. Ein feindliches Flugzeug wurde von unseren einen Geleitzug sichernden Jagdflugzeugen angegriffen und stürzte brennend in der Nähe der Cyrenaika=Küste ab. Giser oline Sinn Straßenkampf auf den Prunk-Alleen des Zaren Berlin, 18. Aug.(PK.)„An der Einschließungsfront vor Leningrad scheiterten feindliche Angriffe zum Teil in erdittertem Nahkampf." Mit diesen und ähnlichen Worten hält der Wehrmachtbericht alle paar Tage mal die Kampfhandlungen fest, die sich hier am Nordpfeiler unserer Östfront fast pausenlos abspielen und die die Meinung widerlegen, die angesichts der großen Angriffsereignisse im Südabschnitt nur allzu leicht auftauchen könnte: daß wir hierim Norden nämlich eine ruhige Front hätten und im Grunde genommen hier nichts los sei. So ist das namlich durchaus nicht, sondern im Gegenteil, wie auch nach der Erledigung des großen Wolchow=Kessels der Kampf an diesem Flußabschnitt in unverminderter Heftigkeit weitergeht, so ist auch die Einschlietzungsfront vor Leningrad fast täglich der Schauplatz erbitterter Ar-tillerieduelle, Infanterieangriffe und oft genug auch verbissener Nahkämpfe, die den restlosen Einsatz unserer Männer fordern und die dem Gegner ständig schwere Blutopfer abverlangen. Aber darum kümmert er sich nicht. Für ihn ist die Masse Mensch da, um geopfert zu werden, die Masse spielt dabei gar keine Rolle, wenn es gilt, womöglich von der schweren Abwehrbedrängnis im Süden abzulenken und im eigenen Lande den Eindruck aktiver Kriegführung hervorzurufen. In der letzten Zeit konzentrierten sich diese sinnlosen Ausbruchsversuche der Bolschewisten auf einen Teil unserer Vororte=Stellungen vor Leningrad. Fast jedermann hat das Bild schon gesehen, womöglich in der Wochenschau oder in Zeitschriften: Die Endstation mit dem Leningrader Straßénbahnwagen, der von Geschoßeinschlägen ein bißchen hergenommen ist, der aber nur darauf zu warten scheint, daß unsere Landser, die ringsherum in den Stellungen ihren Dienst tun, ihn besteigen und damit in die Stadt hineinfahren. So einfach, wie das aussieht, geht es ja nun allerdings nicht, denn in dem gleichen Maße, wie unsere Einschließungsfront hier dem Stadtinnern besonders nahegerückt ist, hat der Gegner auch seine Abwehrstellungen verstärkt, ja, gerade diese Stelle scheint ihm besonders geeignet für seine, in größeren oder kleineren Zwischenräumen immer wiederkehrenden Ausbruchsversuche, mit denen er immer wieder Keile in die Einschließungsfront zu treiben versucht. Es ist ausgesprochener Straßenkampf, der sich hier abspielt, zwischen Häuserruinen, die das Trostloseste darstellen, was man in diesem Östkrieg gesehen hat. So wogt der Kampf hin und her, seit dem Winter schon, unablässig, und wenn wir heute aus einem der Straßenzüge ausweichen, um unnötige Opfer gegenüber einem feindlichen Vorstoß zu ersparen, so kann der Gegner sicher sein, daß wir uns ihn morgen wiederholen, und daß das vann ihn neste, schwere Opfer kostet, die er sich aber skrupellos und mit jener Sturheit leistet, die wir— als einziges an ihm— schon oft bestaunt haben, weil es einfach unglaublich erscheint, wie man mit derartiger Verbissenheit schon von vornherein aussichtslose Unternehmungen starten kann. Hart ist der Kampf zwischen den Häuserruinen, in den Baumalleen, die einst Zaren als Prunkwege zu ihren Schlössern anlegen ließen, über die Schutthalden hinweg und durch die verwilderte Wirrnis kleiner Wäldchen, die einstmals vielleicht als Parks gedacht waren. Immer wieder treibt der Gegner neue Menschenmassen in das Feuer, verschwendet neue Opfer—— Opfer, die sinnlos sind, weil der eiserne Ring um Leningrad ja doch nimmer zu durchbrechen und weil das Gesetz des Handelns auch hier, heute ebenso wie vom ersten Tage an, fest in unserer Hand ist. Kriegsberichter Hanns Anderle. Ueberlegene Führung Berlin, 1. Aug. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Karl von Graffen, Führer einer Infanterle=Division; Oberleutnant d. R. Georg Müller, Kompaniechef in einem Inft.=Regiment; Kapitänleutnant Adolf Piening. Generalmajor Karl von Graffen, am 6. Juni 1893 als Sohn des Steuerinspektors Karl von G. in Plön(Gau Schleswig=Holstein) geboren, hatte durch überlegene Führung und rücksichtslosen persönlichen Einsatz an der Vornichtung des im Wolchowkessel eingeschlossenen Feindes hervorragenden Anteil. Oberleutnant d. R, Georg Müller, am 30. Mai 1918 als Sohn des Kaufmanns Bernhard M. in Saarbrücken(Gau Westmark) geboren, wehrte als Kommandant eines wichtigen Stützpunktes, der die Schlüsselstellung der gesamten Abwehrfront eines Infanterie=Regiments im Raume südlich Rschew bildete, Anfang August schwere Feindangriffe erfolgreich ab.— Kapitänleutnant Adolf Piening hat bisher als Unterseebootkommandant 19 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit zusammen 110 880 BRT. versenkt. Piening hat sein Boot mit Ueberlegung und Geschick geführt und die sich ihm bietenden Gelegenheiten gut ausgenutzt. neue Ritterkreuzträger des Heeres Berlin, 18. Aug. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Max Fremerey, Kommandeur einer Infanterie=Division; Hauptmann d. L. Hans Gigion, Bataillonsführer in einem Inft.=Regiment; Leutnant d. R. Konrad Rehnitz, Kompanieführer in einer Panzerjäger=Abtl. Rommel überreicht EK 1. Rom, 18. August. Generalfeldmarschall Rommel überreichte dem Generalstabschef der italienischen Streitkräfte in Nordafrika, General Barbasetti di Prun, das ihm vom Führer wegen seiner in der Zusammenarbeit der deutschen und italienischen Streitkräfte bei den Kämpfen um Tobruk und beim Vormarsch in Aegypten geleisteten hervorragenden Dienste verliehene Eiserne Kreuz 1. Klasse. Sofort ins Dock gegangen Rom, 18. August. Der mit Mühe und Not nach Gibraltar gelangte Flugzeugträger„Illustrious“. ist, wie Stefani aus La Linea meldet, sofort ins Dock gegangen. Er weist folgende Beschädigungen auf: ein großes Leck am Bug und den Verlust eines Doppelgeschützturms, große Beschädigungen am Heckabflugdeck sowie eine Beschädigung an der Kommandobrücke., In Stichworten Der Führer beförderte auf Vorschlag des Reichsführers ¼ den=Brigadeführer Franz Breithaupt zum=Gruppenführer und Generalkeutnant der Waffen. Er ernannte ihn gleichzeitig als Nachfolger des kürzlich verstorbenen ½=Obergruppenführers Scharfe zum Chef des ½=Hauptamtes 4=Gericht. Der Führer empfing am Freitag im Führerhauptquartier den von seinem Posten abberufenen königlich=bulgarischen Gesandten in Berlin, Parvan Draganoff, zu einem Abschiedsbesuch. Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz den SA.=Brigadeführer Hohm in München, HJ.=Oberrichter Obergebietsführer Ministerialrat John in Berlin und den HJ.=Obergebietsführer des Gebietes Mittelland 10, Reckewerth, in Halle(Saale) auf die Dauer von fünf Jahren zu ehrenamtlichen Mitgliedern des Volksgerichtshofes bestellt. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Komponisten und Dirigenten Professor Dr. Siegmund von Hausegger in München zur Vollendung seines 70. Lebensjahres telegraphisch seine herzlichsten Glückwünsche ürmittelt. Der Führer verlieh ihm die Goethe=Medaille für Kunst und Wissenschaft. Ein Schlaglicht auf die mangelhafte Verbindung mit Tschungking wirft ein Beschwerdetelegramm prominenter Amerikaner an den Generalpostmeister in Washington. Seit vielen Wochen sei in Tschungking keine amerikanische Luftpost eingetroffen. Roman von Alexander von Thayer Alle Rechte vorbehalten: Horn-Verlag, Berlin 8W 11 in Singanore 7. Fortsetzung. Es war Christa, als ob sie erst jetzt ihre Heimat vetloren hätte, so einsam und verlassen kam sie sich vor. Sie mußten durch das Gewühl hinüber zu den Zollhallen. „Wie lange müssen wir dort warten?" fragte Christa. Es war das erste Wort, das sie an ihren Mann richtete. „Das dauert oft einige Stunden", gab dieser zurück. Kulis rannten laut schreiend mit Gepäck hin und her, dazwischen Händler und Fakire, Schlangenbeschwörer und die Reisenden der eben angekommenen Schiffe, manche aufgeregt und heftig gestikulierend, manche ruhig und unerschütterlich in ihrer Geduld, erfahrene, alte Globetrotter. Christa sah an dem Gitter des Zollhafens schlanke und braune Frauen mit schweren Ringen an Knöcheln und Armen. Carlos hatte genug zu tun, den Haufen der Malayenkulis ahzuwehren, der sich über das Gepäck stükzte. Auf einmal spürte Christa, wie sich der Arm ihres Mannes stark und besitzergreifend unter ihren Arm schob. Schon wollte sie diese Vertraulichkeit empört zurückweisen, als sie die Ursache erkannte; Carlos riß sie zur Seite. Eine schnaubende Lokomotive kam über die Straße gefahren, eine lange Kette von Wagen hinter sich. Da polterten die Waren und Produkte Singapores und Siams in den Hafen, um in die vielen Schiffe verladen zu werden, die dieses kostbare Gut nach England schleppten. Christa sah an den Wänden der Magazine und Speicher Arbeiter schlafen; sie lagen auf zerfetzten Matten, dunkle Javaner und schlitzäugige Chinesen, Benghalesen von der Küste Malakkas, alle arm, alle zerlumpt, alle müde von der Arbeit. Junge Burschen hockten auf zweirädrigen Karren, die mit Säcken bedeckt waren. Sie schlugen mit ihren Stöcken auf die Ochsen ein. Andere Arbeiter trugen schwitzend und keuchend Ballen mit Seide auf ihren Schultern, drei, vier übereinander. Die Arbeit ging hier Tag und Nacht fort, ohne Pause, ohne Unterlaß. Wer Zeit hatte, warf sich ein paar Stunden auf seine Matte, um zu schlafen. Chinesische Rikschakulis forderten die bereits von den Zollbeamten abgefertigten Reisenden mit gellender Stimme auf, in ihren Wägelchen Platz zu nehnehmen, um sie zum Hotel der Schifffahrtslinie hinüber zu bringen. Autos suhren durch die Pfützen zwischen den ausgefahrenen Rinnsteinen; die schwüle tropische Luft war mit' Benzinrauch verpestet. Christa sah im Inneren der Wagen Europäer mit halb geschlossenen, müden Augen und blassen Gesichtern. schen den farbigen Menschenhaufen wanderten langbärtige Sikhpolizisten und schwangen ihre schmalen Gummiknüppel. Ihre Augen waren blau— Nachkommen der blonden Eroberer Indiens und brauner Sklaven. Wer nicht rechtzeitig auswich, bekam einen Hieb mit dem Knüppel. Vor den weißen Herren erstarrten sie in blindem Gehorsam. Christa wurde es auf einmal so ängstlich zumute. Inmitten dieses Gewühls, dieses Schreiens und Tobens fühlte sie sich verlassen, verloren. Sie fühlte gar nicht, daß sie jetzt eingehängt neben Carlos durch diese Massen schritt. Sie dachte an ihre Aufgabe, und sie wußte es jetzt: sie würde schwer sein. Unendlich schwer. Sie preßte die Lippen zusammen. Er, dieser Mann an ihrer Seite, sollte nicht sehen, daß ihre Augen voller Tränen standen. Sie würde allein ihren Weg gehen. Allein! Trotz allem...! V. Ueber dem Tanzparkett der Raffles Bar flimmerten die bunten Glühbirnen wie ein zweiter Sternenhimmel, ein prächtigerer Sternenhimmel als der über dem nächtlichen Singapore. In einer Loge saßen mehrere Herren; einigen von ihnen sah man den Offizier in Zivil auf den ersten Blick an. „Sie machen sich selten, Ingenteur Duwton“, sagte jetzt Captain Baker, der mit seinen Augen an einem schlanken Mischblut hängen blieb, das eben an der Loge vorbeitanzte. Die Musik spielte einen Charleston, parfümierte Damen in sehr gewagten Dekoletés tanzten wilder und ausgelassener, als sie es daheim getan hätten. In den Logen saßen Angehörige aller Nationen und machten ihre Geschäfte. Der Sekt floß in Strömen; französische, englische und chinesische Mädchen setzten sich an die Tische und nippten an den Gläsern. „Sie werden lachen", sagte Thomas Duwton.„Ich arbeite wirklich sechzehn Stunden am Tag. Wir haben ein Wrack von der China Merchant gekauft. Es liegt drüben bei den Buffalo Rocks, wurde von einem unserer Torpedoboote gerammt, dessen Kommandant nicht rasch genug in die Raffles Bar kammen konnte. Jetzt liegt der Kasten auf 50 Meter, und wir holen allerhand heraus." „So ist es, meine Herren", ließ sich Mr. Borwob vernehmen, ein englischer Exporteur.„Das Verdienen wird hier immer schwieriger. Und warum? Es gibt keinen Treu und Glauben mehr. Geben Sie mir den alten indischen Kaufmann wieder! Den Mann mit dem Turban auf dem Kopf, den soliden Händler, bei dem man zehnmal seinen Kaffee trinken mußte und der zehnmal einen unentschlossen mit vielen Bücklingen verabschiedete. Wenn er aber ja gesagt hatte, dann konnte man auf ihn vertrauen. Heute? Jene Sorte englischer Kaufleute, die unsere Heimat neuerdings exportiert, haben das Geschäft ruiniert. Warum soll der Inder nicht betrügen, wenn der Engländer betrügt. Er muß sich ja wehren. Was tun unsere smarten englischen Herren? Sie bestellen die Ware und nehmen sie ab, wenn sie im Preis steigt. Wenn sie fällt, kann sich der Inder einen anderen Kunden suchen!“ „Ach was“, erwiderte Captain Baker, „das ist alles unwichtig. Ich sage Ihnen, meine Herren, wenn wir auf Treu und Glauben spekulieren würden, wären wir längst mit unserem Latein zu Ende. Das braune Gesindel hat zu arbeiten und zu kuschen. Und wenn es nicht pariert, dann funken wir den Brüdern mit einem unserer Kanonenboote in ihre verwanzten Buden hinein. Sie sollen mal sehen, wie das brennt. Lichterloh. Es sind ihrer ja genug da. Auf ein paar tausend mehr oder weniger kommt es nicht an.“ „Sie mögen vielleicht recht haben, Captain", warf Mr. Williams ein, ein Kattunwarenimporteur.„Ich für meine Person halte mich aber nicht an Ihre Grundsätze, auch wenn sie die richtigen sind. Vielleicht kommt einmal irgendjemand und dreht den Spieß um. Denken Sie an den Inderaufstand vom Jahre fünfzehn. Zwei Brüder von mir sind damals ums Leben gekommen. Die Zeute wollten es sich einfach nicht gefallen lassen, daß man sie nach den europäischen Schlachtfeldern transportierte.“ „Das ist doch bluhender Unsinn", entgegnete der Captain ziemlich erregt. „Die Inder waren einfach von einigen deutschen Agenten aufgewiegelt. Dieser Kapitän Lauterbacher soll dahinter gesteckt haben. Er ist uns leider entschlüpft. Den anderen haben wir damals gefangen, einen deutschen Arzt, er hieß Hermer-oder Harmer. Der gefährlichste Bursche, sage ich Ihnen...“ „Ist es jener Arzt, den unser alter Daring vor einigen Monaten aus dem Gefängnis entweichen ließ?" „Es ist derselbe", bestätigte Captain Baker.„Ich denke, er hat damals für Beteiligung an dem indischen Aufstand lebenslänglich Zuchthaus bekommen. Vielleicht waren es auch nur zwanzig Jahre, ich weiß es nicht mehr so genau. Hier in diesem Klima ist es ja dasselbe." „Sollte etwas weniger Whisky trinken, der alte Daring“, warf hier einer der jüngeren Herren ein.„Wie kommt er überhaupt zu diesem verantwortungsvollen Posten? Er war früher in Valparaiso, wenn ich mich recht erinnere, irgend etwas bei der Gesandschaft?" „Er soll dort eine politische Affäre mit viel Geschick gelöst haben“, erklärte Captain Baker.„Als Belohnung bekam er hier in Singapore die Stelle. Mit der Dienstwohnung in der Villa Lord Byron. Sie nehmen doch noch einen Whisky?" „Immer, Sir. Hat man übrigens diesen Dr. Harmer aufgegriffen?“ „Ach wo. Seit wann fängt unser ehrenwerter Colonel Shark entsprungene Verbrecher? Der müßte ihm direkt am Golfplatz vor die langen Beine stolpern. Der Deutsche wird sich längst bei einem von den indischen Aufrührern verborgen haben. Ist übrigens egal, wer soviele Jahre im Eingeborenengefängnis von Singapore gesessen hat, dürfte allmählich an Verdauungsbeschwerden leiden." „Aber nicht vom vielen Hummeressen wie unser guter alter Shark“, lachte jetzt Mr. Williams. (Fortsetzung folgt.) Stippoisite bei heimatforschern Wo stille Kräfte sinnvoll walten— Arbeit, die der Heimat und ihren Menschen dient Plakatschrift, Stenographie 1., 2. und 3. Teil. Für den Unterricht stehen tüchtige Fachkräfte zur Verfügung.— Anmeldungen nimmt wochentags in der Zeit von 17—19 Uhr, außer mittwochs und samstags, die Deutsche Arbeitsfront, Ortswaltung Hattingen=Ruhr, Zimmer 5, im Hause des Arbeitsamtes, Viktor=Lutze=Straße 25, entgegen. Die Kursusgebühr beträgt pro Fach 10.50 RM. und ist bei der Anmeldung zu entrichten. — Zur Ausgabe der Bezugsausweise für Mangelware, Fisch und Fischwaren sind vom Ernährungsamt Bekanntmachungen erlassen worden, die wir aus technischen Gründen erst morgen veröffentlichen können. Zur Erläuterung sei aber bexeits heute darauf hingewiesen, daß der neue Mangelwaren= Bezugsausweis A in Hattingen und den umliegenden Aemtern, deren Kleinverteiler Obst und Gemüse in der Hauptsache durch den Bochumer Großmarkt beziehen, im Augenblick noch keine Gültigkeit hat. Vielmehr sind die blauen Haushaltsausweise vorerst zum Einkauf noch zu benutzen. Wann der neue Bezugsausweis A wirksam wird und benutzt werden kann, wird durch örtliche Bekanntgabe mitgeteilt. Der Mangelwaren=Ausweis soll Nachrichten aus den Nemtern Baak — Der nächste Dienstappell für Pol. Leiter, Führer und Führerinnen der Organisation findet am Donnerstag, dem 20. 8. 1942, pünktlich 19.30 Uhr bei Thomas statt. Anschließend um 20 Uhr ist Schulung für alle Pol. Leiter einschl. Block= und Zellenwalter der DAF., NSV. und der Zellen= und Blockfrauenschaftsleiterinnen und Amtsleiterinnen. Teilnahme für alle Mitarbeiter ist Pflicht. Blankenstein — Alle Tabakverkaufsstellen müssen bis zum 25. August 1942 die in der Zeit vom 15. 3. bis 31. 7. 1942 abgetrennten Tagesabschnitte an die Kartenstelle abliefern. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung. Elfringhausen — Die Gaufilmstelle der NSDAP veranstaltet am Freitag, 21. August, 19.30 Uhr, im Saale des Pg. Vorberg in Elfringhausen einen Filmabend. Als Hauptfilm wird gezeigt„Ich klage an“. Jugendliche haben keinen Zutritt. Buchholz — Die Gaufilmstelle zeigt am Donnerstag, 20, d. M., im Lokal des Pg. Steffens den Film„Ich klage an“. Anfang um 19 Uhr. Karten sind bei den Blockleitern und an der Kasse zu haben. Bredenscheid — Ihren 72. Geburtstag feiert am heutigen Dienstag die Witwe. Auguste Gernhard, geb. Feuerstein, Bredescheid, Wodanstraße 31, in körperlicher und geistiger Frische. Die Garten= und Hausarbeiten werden noch täglich von ihr selbst verrichtet. Neben den vielen Gratulanten grüßen sie zu ihrem Ehrentage drei Söhne aus dem Osten. Auch die„HZ.“ gratuliert. Sprockhövel — Oeffentliche Bücherei. Die Ausgabe der Bücher erfolgt in dieser Woche nämlich hier erst Gültigkeit erlangen, wenn eine ausreichende Zuweisung von Gemüse und Obst auf dem Bochumer Großmarkt auch für unseren Bezirk durchgesetzt ist. Man hofft dieses Ziel schnellstens zu erreichen.— Bereits ab heute gelten für die Verteilung von Fisch und Fischwaren die Abschnitte F 1 und SFlalsaufgerufen, worauf wir die Hausfrauen besonders hinweisen. Die entsprechende Bekanntmachung kann erst morgen veröffentlicht werden. Beginn des diesjährigen WinterDas Kriegswinterhilfswerk 1942/43 beginnt am 1. September 1942. Von diesem Tage an werden auch die freiwilligen Opfer von Lohn, Gehalt usw. einbehalten. il berichten heute im großdeutschen Rundfunk Am heutigen Dienstagabend um 19.00 bis 19.15 Uhr spricht im großdeutschen Rundfunk Major Göbel, Kommandeur eines württembergischen Infanterie=Bataillons, das die schweren Kämpfe von Rostow bis zum Kuban in vorderster Front mitmachte. Von 19.30 bis 19.45 Uhr berichtet dann der Kommandeur eines Panzer=ArtillerieRegiments, Oberst Dr. Kühn über den Panzersturm von Rostow bis Maikop. ausnahmsweise nicht am Dienstag, sondern erst am Mittwoch. Altendorf=Ruhr NS=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk. Am Mittwoch, 19. Aug., 19 Uhr, ist bei Winkelhaus Gemeinschaftsabend der Frauenschaft. Weitmar Auf Bahnsteigkarte bis Wien Geregelte Arbeit gefällt einem Karl W. von Bochum=Weitmar, der sich vor dem Schöffengericht zu verantworten hatte, rein gar nicht. Deshalb gab er die Bergarbeit auf einer Zeche auf und wanderte zielverloren in der weiten Welt umher. Seinen Lebensunterhalt suchte er durch Berteln zu bestreiten, meistens nächtigte er auch draußen bei Mutter Grün. Als ihm in Breslau das Geld ausging, fuhr er als blinder Passagier auf Bahnsteigkarte nach Wien. Dort angekommen, wurde er abgefaßt und nach hier zurückgeschoben. Das Schöffengericht verurteilte den Landstreicher und Verkehrsmittelbetrüger zu 7 Monaten Gefängnis und 6 Wochen Haft. Bochum Zuchthausstrafe verschwiegen Des Betruges war ein Bochumer vor dem dortigen Schöffengericht angeklagt. Er hatte auf einem ihm amtlich zur Ausfüllung vorgeleaten Fragebogen der Wahrheit zuwider in Abrede gestellt, daß sich unter seinen Vorstrafen auch eine Zuchthausstrafe befand. Es handelte sich darum, ob der Angeklagte befähigt war, militärische Hilfsdienste in einer Formation zu leisten. Wer nun mit einer Zuchthausstrafe belastet ist, ist nicht würdig Soldat zu sein; auch nicht der Ehre der Verwendung im mili tärischen Hilfsdienst. Das wußte der Angeklagte, hat aber trotzdem die entsprechende Frage des Fragebogens verneint. Der Fragebogen hatté den Charakter eines amtlichen Verpflichtungsscheines. Die Strafkammer verurteilte ihn wegen Betrugsversuches zu einem Monat Gefängnis. Die betrügerische Absicht wurde darin erblickt, daß der Angeklagte mit seinem Vorgehen den Vorteil erreichen wollte, in die militärische Hilfsorganisation zu kommen. Kleine Kartoffellekztüre aus Stiepel Solche Kuollen gibt's in der ganzen Umgebung nicht— Und erst die Bratkartoffeln! Natürlich haben sie in Stiepel wieder die dicksten Kartoffeln, wie ich gestern festgestellt habe. Zweifellos liegt das aber am Mist, der hier noch etwas besser ist, als anderswo. Denn sie haben hier noch Schweine, Kühe, Ziegen und Schafe, und das bedeutet konzentrierte Vitaminsammlung. Also muß auch die Düngung eine bessere sein. Geht durch die Aecker LindenDahlhausens, Hattingens oder Wynz=Baaks, ihr findet kaum solche Kartoffeln wie in Stiepel. Darauf sind die Stiepeler natürlich stolz, und das waren sie immer. Die betrachten die Stiepeler Kartoffelzüchtung mn Am Sonntag Reichs=Straßensammlung für das Deutsche Rote Kreuz. Wir kaufen Blumen! Mmmn als ihre„Erfindung", obwohl sie dies nicht ist. Zu erfinden gab es bei der Kartoffel eigentlich überhaupt nichts, sie war eben da in Stiepel. So lange ist das nun allerdings auch nicht her, aber da wissen die wenigsten Stiepeler. Wann die Kartoffel in Stiepel eingeführt ist, weiß natürlich kein Mensch. Aber auch die Linden=Dahlhauser können nicht behaupten, dies unter Bezug auf ihre Heimat zu wissen. Fest steht jedenfalls, daß die Kartoffel in Stiepel später angebaut wurde als anderswo. Denn die Stiepeler trauten der ersten Kartoffel nicht recht, weil die Knolle neu, d. h. in Stiepel unbekannt war. Dies war vor etwa 250 Jahren. Selbstverständlich war dieses Mißtrauen begründet. Denn man überlege sich bitte, daß die fremde Frucht in Europa vor erst 400 Jahren eingeführt worden ist, und zwar, wie man annimmt, von spanischen Mönchen, die aus Peru in ihre Heimat zurückkehrten. Damit war aber die Kartoffel noch längst nicht in Stiepel oder Linden=Dahlhausen eingeführt. Nein, es sollte mehr als 250 Jahre dauern, bis man endlich die Kartoffel als wertvolles Nahrungsmittel für—— das Schwein entdeckte. Es war damals also ein Schweinefraß, ganz im Gegensatz zu heute, wo die Kartoffel Hauptnahrungsmittel ist. Aber damals hatten sie noch in Stiepel besten Weizen und Roggen, wie sie ihn heute natürlich auch haben, und was sollte da die Kartoffel in Stiepel? Bevor also, wie gesagt, die Kartoffel nach Stiepel und Linden=Dahlhausen kam, war sie längst in Spanien gelandet. Neugierig bestaunten hier die Menschen die Frucht, aber sie konnten damit nichts rechtes anfangen. Das ist oft so bei Dingen, die neu sind. Von Spanien kam die Kartoffel nach Oesterreich, Italien und dann nach Deutschland. Sie war damit aber noch keineswegs volkstümlich. Dies wurde sie erst in Irland, dem typischen Kartoffelland. Als 1847 in Irland z. B. eine Kartoffelhungersnot ausbrach, war dies traurige Ereignis Anlaß der starken irischen Auswanderungen nach Amerika. Im unblutigsten vieler Kriege, dem sogen.„Kartoffelkrieg“ Friedrichs des Großen gegen Oesterreich, war die Kartoffel mit die Ursache der Vorgänge von 1778 und 79. Man versuchte sich hier gegenseitig die Nahrungsmittelversorgung, insbesondere die mit Kartoffeln, abzuschneiden. So wichtig also war die Kartoffel inzwischen für die Heeresversorgung geworden. Dieweil lag Stiepel friedlich am Rande der großen Ereignisse. Das „Königreich“ versuchte sich sehr langsam im Kartoffelanbau, und siehe, es gelang. Der Stiepeler Boden brachte Knollen hervor, die sich„gewaschen“ hatten. Immer mehr Bauern verfielen der Kartoffelknolle, so daß endlich jene Frucht entstand, die wir eingangs unserer Betrachtung so sehr bewunderten. Sage mir also keiner etwas gegen die Stiepeler Kartoffel. Haben Sie vielleicht einmal in Stiepel Bratkartoffeln gegessen mit Hausmacher=Schweineblasenschmalz? Was glauben Sie, wie das schmeckt oder schmeckte! Dazu nen Liter Kuhmilch, vollfett natürlich. Sowas gab's früher vorn an der Kirche, und wenn ich heute wüßte, was ich nicht weiß, ich klatschte in beide Hände vor Freude an einem Stiepeler Original-Bratkartoffelessen—— wozu man aber vorher eigeladen sein muß. Geduldig will ich darauf warten. Es dauert eben alles etwas länger in— Stiepel. th. Dank den verwundeten Kämpfern Beicke über Hattingen Hattingen, den 18. August 1942. Der Höflichste Es war ein äußerst verbindlich dreinschauender junger Herr. Ueber dreißig, mit großer Hornbrille. Seine Zuvorkommenheit ging eindeutig, wie mir schien, aus dem lebhaften Interesse hervor, das er bei der Unterhaltung mit einer älteren, vielmehr schon sehr ältéren Dame bezeigte. Es soll hier nicht in Abrede gestellt werden, daß auch ältere Damen fesselnd zu plaudern verstehen. Aber die Interessen einer solchen Dame vorgerückten Alters schienen mir doch bisher weit abgelegen von denen eines jungen Herrn, der eine Hornbrille trug. Indessen: man kann sich täuschen. Der junge Herr bewies es. Er schien aus dem Höflichkeitswettbewerb weitaus den meisten Nutzen gezogen zu haben. Denn er hielt nicht nur der Redeflut jener Dame ohne Wimperzucken stand, er förberte sie sogar auf alle mögliche Weise, durch interessierte Zwischenfragen, durch ein charmantes Lächeln und alle jene Beweise gespanntester Aufmerksamkeit, die man bei einem wirklich fesselnden Gesprächsgegenstand an den Tag zu legen pflegt. Er war„ganz Ohr“; er war ganz Bereitwilligkeit. Er hing sichtlich„an ihren Lippen“ und bewahrte dabei eine der Sprecherin halb zugewandte Körperhaltung, die auf die Dauer ebenso anstrengend wie schmerzend sein mußte. Mit einem, Wort: er war der höflichste Kavalier, der mir je begegnet war! Von den etwas strohblonden, breitgescheitelten Haaren seines rundlich-rosigen Hauptes bis zu den tadellos schwarz blinkenden Fußspitzen. Und das war ein Stück von ziemlich imponierender Länge. Die offenbar und für Außenstehende zweifellos gewollte Wirkung auf die ältere Dame blieb denn auch nicht aus. Ihr Wohlgefallen an diesem Kavalier ohne Tadel, an diesem, ihren Interessen ganz hingegebenen, liebenswürdigen jungen Manne von außergewöhnlicher Gepflegtheit stieg sichtlich von Minute zu Minute. Als das gemeinsame Ziel der Fahrt gekommen war, nahm der Kavalier wiederum mit einer wahren Künstlerschaft alle sich ergebenden Gelegenheiten wahr, ganz den aufmerksamen und denkbar zuvorkommenden Begleiter hervorzukehren und seine bisherigen Bemühungen um die Gunst der älteren Dame mit all den kleinen Darreichungen und Hilfeleistungen zu krönen, die sich beim Aussteigen ergeben. Nach diesen erneuten Beweisen eines ausgesucht ritterlichen Betragens war ich— trotz eines leisen, inneren Widerstrebens— bereit, dem jungen Manne neidlos und überzeugt die Note„eins“ hinsichtlich des Betragens zuzuerkennen und ihn mir als Vorbild zu nehmen— als ich einer mich ernüchternden Redewendung bei der Verabschiedung des jungen Herrn von der Dame inne wurde. Er sagte nämlich mit einer überaus honigsüßen Miene:„Darf ich Sie bitten, Fräulein Tochter meine verbindlichsten Grüße zu übermitteln!" Da fiel's mir wie Schuppen von den Augen. Der junge, überaus höfliche und sich gegenüber einer älteren Dame so interessiert gebende Herr hatte lediglich nach dem Grundsatz gehandelt: Man muß die Mutter hofieren, wenn man die Tochter freien will. Anzuerkennen bleibt, daß er es wie ein Meister seines Fachs tat. bil — Die DAF, Ortswaltung Hattingen=Ruhr, beginnt in den nächsten Tagen wieder mit neuen Kurse/n in Fachrechnen, technischem Zeichnen, bü. Welch stilles, emsiges Leben birgt doch unser Hattinger Heimatmuseum und welche Schätze! Wir wollen heute einmal nicht über die Fülle interessanter Sammlungen sprechen, die in den eigentlichen Museumsräumen untergebracht sind und sämtlich von Mitgliedern und Förderern des Heimatvereins gestiftet wurden. Dieses Museum hat gar nichts Verstaubtes an sich, ist vielmehr höchst vielseitig und in bester Pflege. Wer sich für Waffen interessiert, für Spinnräder, schönes altes Bauerngerät, alten Schmuck, den alten Webstuhl soer übrigens vor nicht allzulanger Zeit noch in Betrieb war), für Versteinerungen; wer ainmal sehen möchte, in welch breiten Familienbetten unsere Vorfahren ruhten und eine lebendige Vorstellung von Alt=Hattingen zu erhalten wünscht, (ein wunderhübsches Modell schuf bekanntlich Gustav Papenhoff), der soll sich am Sonntag von 10—12 und von 14—17 Uhr das alles und noch mehr zeigen lassen.(Wünsche nach Sonderführungen melde man beim Vorsitzer des Heimatvereins, Eberhard Overbeck, Gelinde 2, an.) Er wird dann vielleicht eine Ahnung davon bekommen, mit welcher Hingabe hier Heimatsreunde am Werk sind, um uns den Heimatboden zu erschließen, auf dem wir leben und wirken. Es ist doch gewiß ein Unterschied, ob ich durch unsexe Stadt gehe oder durch die Gemeinden und nur das sehe, was mir ins Blickfeld kommt, oder ob ich überall das Gewordene in seiner Entwicklung überschaue. Ob ich weiß, was es mit der„Grabenstraße“ auf sich hat, oder wie Altendorf zu seiner Burgruine gekommen ist, um einige Beispiele zu nennen. Wer so in die Vergangenheit seiner Heimat eindringt, dem hat sie auch etwas zu sagen, und zwar in fast jedem Winkel. Deshalb ist der Besuch des Hattinger Heimatmuseums nicht nur für die Hattinger von Intereise, sondern auch für die umliegenden Gemeinden und Städte. Er war übrigens sehr befriedigend in letzter Zeit, dieser Besuch; weist doch die Besucherliste im letzten Vierteljahr über 600 Namen auf. Ungleich interessanter noch sind die Forschungen selbst, die im unteren Raume des Museums von unseren Sippenforschern vorgenommen werden. Wie sie oben die Ausstellungsschränke selbst zimmerken, so schufen sie sich auch hier durch Selbsthilfe einen Arbeits= und Leseraum. Der Laie kann sich unter solcher Forscherarbeit zunächst nichts Rechtes vorstellen. Darum sei sie hier so gut als möglich anhand der Feststellungen bei unserer Stippvisite erläutert: Alles, was von helmatgeschichtlichem oder sippenkundlichem Wert ist, wird hier gesammelt und registriert. Da suchen wir beispielsweise Angaben über den alten Tiggemanns Hof in Welper.„Moment — das haben wir gleich", sagt uns Willi Haumann, der gerade wieder bei der Forscherarbeit ist. Er greift zu einem Register und schaut unter„T— Tiggemann“ nach. Dort findet er eine ganze Anzahl von Angaben über den alten Hof, die sich in den verschiedensten Heimatbüchern und alten Urkunden finden und hier nach Seitenzahl und genauer Quellenangabe registriert sind. Und das Wunderbare: die Bücher und Schriften, die im Register als Quellen benannt sind, brauchst du keineswegs irgendwo zu suchen; sie stehen hier in den Bücherschränken und du kannst gleich nachschauen und Auszüge machen. Oder da ist eine Familie, die Angaben für den Ahnenpaß braucht und bei ihren Nachforschungen auf Schwierigkeiten stößt. Die Sippenforscher des Heimatvereins helfen ihr gern und uneigennützig weiter. Denn sie haben bereits über 50000 Hattinger Familien karteimäßig erfaßt(eine Arbeit, die hauptsächlich von den Mitgliedern Hugo Niermann und Willi Haumann durchgeführt wurde), und manchmal genügt ein Griff in diese Kartei, um eine Lücke in der Sippenforschung der betr. Familie zu schließen. Man hat diese Unterlagen z. T. aus den kirchlichen Registern, teils aber auch durch Auswertung alter Urkunden, Schriftstücke, Heimatbücher, von Werken anderer Forscher beschafft und in gewissenhafter Kleinarbeit auf dem Karteiblatt oder den Registern zusammengetragen. Hier kannst du auch erfahren, ob deine Vorväter ein Wappen oder eine Hausmarke besaßen, wie die Geschlechter miteinander verbunden sind, wie sich der Haus= und Grundbesitz in deiner Heimatstadt verändert hat usw. Die Arbeit unserer Heimatforscher erstreckt sich vor allem auch auf die Sammlung und Sicherstellung der Quellen selbst. So besteht bereits eine äußerst reichhaltige Sammlung von Büchern und Schriften, von photokopierten Urkunden. Wir finden dort alte Bibeln mit handschriftlichen Noten= und Texteintragungen, ein altes Rezeptbuch und dergl. mehr. Auch die Tageszeitungen werden als wertvolle Quellen ausgewertet. Was Das 3. Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz geht seinem Ende entgegen. Noch einmal ergeht der Ruf an alle zum Opfer für unsere Verwundeten. Am 22. und 23. August treten die Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes zusammen mit der Hitler=Jugend und den alten Soldaten des Weltkrieges in der NSKOV und dem NS=Reichskriegerbund mit der Sammelbüchse an uns alle heran, um einen kleinen Teil unseres Dankes als Opfer für das Deutsche Rote Kreuz einzuheimsen. Diesen Dank schulden wir alle daheim jenen tapferen Männern, die im Kampfe um die Existenz unseres Volkes und den Bestand unseres Reiches ihre Gesundheit und das Beste ihres Lebens hingaben. Die Marguerite im Knopfloch jeden deutschen Mannes und jeder deutschen Frau soll schon rein äußerlich bekunden, wie innig wir mit unserer Wehrmacht verbunden sind und wie die Heimat alles daransetzt, um unseren verwundeten Kämpfern ihre Genesung zu erleichtern und ihre Gesundung zu fördern. Rufen wir uns alle immer wieder jene Worte in Wort und Bild über wesentliche Geschehnisse, über Neubauten und Veränderungen in der Heimat berichtet ist, wird ausgeschnitten und gleich regi striert. So schafft man unermüdlich und mit großer Hingabe an dem Bilde, das uns Heimat ist, und das wir erst durch diese Arbeit vertieft schauen lernen. Immer wieder finden sich während der Arbeitsstunden, die natürlich der Freizeit geopfert sind, die Heimatfreunde ein, vertiefen sich hier in ein Buch und bringen dort eine alte Urkunde mit, die ihnen zu treuen Händen übergeben wurde. Das ist dann immer eine besonders froh stimmende Anerkennung für unsere Forscher, wenn sie sehen, wie man ihrer Arbeit Interesse entgegenbringt und sie aus der Bevölkerung heraus unterstützt. So fand manches alte Photo, manche wertvolle alte Schrift den rechten Platz im Archiv des Heimatmuseums, wo es in besten Händen ist. In großzügiger Weise werden Ermittlungen, die ür andere Heimatvereine und Sippenorscher anderer Städte wertvoll sind, zur Verfügung gestellt. Durch diesen idealen Austausch erhält auch der hiesige Heimatverein von auswärts mancherlei Angaben, die wieder für seine Arbeit wichtig sind. Eins nimmt der Besucher dieser so quicklebendigen„Gelehrtenstube" wohl als stärksten Eindruck mit: daß diese Forschungen keineswegs in die Enge führen, sondern im Gegenteil immer wieder das weite Vaterland, ja die Welt erschließen. Denn die Hattinger Sippen haben naturgemäß, wie alle deutschen Stämme, Angehörige in die Ferne ziehen sehen, um dort das Glück zu versuchen. Und indem der Forscher nun diesen Lebenswegen nachspürt, nimmt er Verbindung auf mit der Geschichte aller deutschen Gaue.des Führers in unser Gedächtnis zurück: „Wenn jemand glaubt, schon geung geopfert zu haben, so soll er einmal seitwärts blicken. Vielleicht wird ihm da einer begegnen, der viel mehr für Deutschland geopfert hat!“ Margueriten für jeden. Am 22. und 23. August findet die zweite Straßensammlung für das Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes statt. Die Sammler werden den Spendern hübsche Margneriten anbieten.(Scherl.) — Kinder= und Ausbildungsbeihilfen für Familien Gefallener und Vermißter. Zur Klarstellung wird vom Reichsfinanzministerium darauf hingewiesen, daß die Ehefrau eines Haushaltsvorstandes, der gefallen oder bei besonderem Einsatz oder durch Feindeinwirkung verstorben ist, Kinderbeihilfen bereits für das erste und jedes weitere Kind vom Sterbemonat ab erhalten kann. Das gleiche gilt für die vom Reich gewährte Ausbildungsbeihilfe. Bei Kriegsvermißten wird wie folgt verfahren: Ein Kriegsvermißter gilt als verschollen, wenn binnen drei Monaten seit dem Zeitpunkt des Vermißtseins keine Nachricht darüber eingegangen ist, daß er noch lebt. Die Ehefrau eines Haushaltsvorstandes aberder vermißt wird und als verschollen gilt, oder dessen Tod festgestellt wird, kann Kinderbeihilfe und Ausbildungsbeihilfe des Reiches bereits für das erste und jedes weitere Kind vom Monat ab erhalten, in dem das Vermißtsein eingetreten ist. tl“ Der gewissenhafte Volksgenosse hat auf allen Treppenabsätzen mit Sand gefüllte Tüten stehen. Maaie der Verwandlüng Helnz Moog und seine Darstellungskunst— Zur ersten Filmrolle des Bochumer Schauspielers Es war in den Märztagen dieses Jahres: In Berlin in der Volksbühne stand die Erstaufführung des Schauspiels„Der einsame Mann" auf dem Spielplan. Erfahrungsgemäß dauert es an vielen Theaterabenden immer eine gewisse Zeit, bi dem Publikum und den Schauspielern hergestellt ist,— selbst dann bisweilen, wenn es sich um Darsteller handelt, deren Namen und Leistung dem Theaterpublikum zum Begriff geworden sind. Dieser Abend aber war, das spürten wir alle, die wir dieser Aufführung beiwohnten, etwas Besonderes: der Funke sprang in der ersten Szene schon von der Bühne auf die Menschen, die im Theater versammelt waren, über. Derjenige aber, dem im ersten Augenblick, da der Vorhang nun die Szene freigab, diese Verzauberung des Publikums gelungen war, stand nicht als eine strahlende Bühnenerscheinung vor uns,— vielmehr saß in einer Ecke der Szenerie ein Mann, der ältlich und zerfallen, schief und eingesunken schien. Außerdem hatte er, wie es die Rolle vorschrieb, mit einem Sprachgebrechen zu kämpfen. Ein trüber Menschenrest war dieser„Einsame Mann", wie es dem Autor vorgeschwebt hatte. Im Theater konnte man beobachten, wie die Blicke der Premierenbesucher den Namen des Schauspielers, der die Menschen im Theater so stark in seinen Bann zog, auf dem Theaterzettel im Dunkeln zu entziffern suchten: In dieser Minute hatte der Schauspieler Heinz Mooa das Publikum Berlins erobert. Am nächsten Morgen waren dann die Besucher dieser Premiere einigermaßen erstaunt, als sie erfuhren, daß der Darsteller dieses beiseitegestellten Signor Passabo(so hieß im Stück der„einsame Mann") ein junger Schauspieler war, dem diese verblüffende innere und äußere Verwandlung geglückt war. Die Berliner erfuhren dann aus den Zeitungen einiges von der Laufbahn diediesem Gastspiel nach Berlin eingeladen worden war: die Leistung machte gespannt auf weiteres. Wir sprachen nun in diesen Tagen, da der Film die Darstellungskunst Heinz Moo og. Paul Hörbiger und Heinz Moog in dem bei der Tobis in der Entstehung begriffenen neuen Film„Lache, Bajazzo". (Bild: Tobis/Hespos.) in einer Aufnahmepause im Filmatelier. Er steht in der Maske des Komponisten Leoncavallo in dem Tobis=Film„Lache, Bajazzo!", den Leopold Hainisch inszeniert, zum erstenmal auf der Filmszene. Er spielt ihn als den Mann, der das Geschehen des Films gleichsam wie vom Ufer aus an sich vorüberziehen läßt, der mit den Vorgängen verbunden ist, ohne aber in sie verstrickt zu sein, und der den tragischen Geschehnissen, die sich hier begeben, schließlich die künstlerische Gestalt in dem Opernwerk gibt, das dann preisgekrönt wird und in der Geschichte der Musikdramatik unverlierbar seinen Platz hat. Es ist eine interessante Aufgabe, an die Heinz Moog mit der ganzen Intensität seines Natuses Schauspielers, der aus Bochum kamf rells herantritt. Die Kraft zur immerund von Generalintendant Eugen Klöpfer zus währenden Verwandlung, die ihm in einem ähnlichen Grade wie Werner Krauß gegeben ist, läßt es selbstverständlich erscheinen, daß seine Filmlaufbahn, die jetzt begonnen hat, ihm nun Aufgaben der verschiedensten Farben geben wird. Heinz Moog gehört dem Bochumer Theater, das sich unter Prof. Saladin Schmitts Führung deutschen und europäischen Ruf ereworben hat, seit dem Jahre 1939 an. Sein Eintritt in die Spielgemeinschaft der Bochumer Bühne war für Heinz Moog, wie er bekennt, ein Wendevunkt in seiner Laufbahn: Prof. Saladin Schmitt bereitete ihm den Boden, auf dem ihm der Durchbruch zur großen Charakterrolle glückte. Eine besondere Etappe seiner Karriere war, wie er im Gespräch betont, die Gravve=Woche 1941 in Bochum, wo er als Darsteller der großen Gestalten der Grabbeschen Dichtungen auf der Bühne stand. Eine weitere Station seiner Laufbahn war die Darstellung der Hauptrolle in Grillparzers„Bruderzwist im Hause Habsburg", Mit der Darstellung Rudolfs des Zweiten war Heinz Moog, wie ihm allenthalben bestätigt wurde, eine Gestalt gelungen, die zu den schwierigsten Rollen gehört, die das Theater zu vergeben hat. Vor Bochum war Heinz Moog am Deutschen Rationaltheater in Weimar, wohin er aus Plauen gekommen war. Seine erste Theaterstation war das Kleine Theater in Kassel und das Frankfurter Künstlertheater. Vor seiner Bochumer Zeit war er hauptsächlich u. a. im Fach des Charakterekomikers beschäftigt. Begabung und Streben weisen den Schauspjeler Heinz Moog in die Reihen der Schauspieler, die sich nicht an die Grenzen von Rollenfächern halten. Er will nichtim Typ ernarren, er will die ganze Skala menschlichen Erlebens künstlerisch fassen und formen. Er will— wie er es besonders in der Rolle des„Einsamen Mannes" bewiesen hat— in der darzustellenden Persönlichkeit völlig aufgehen, ohne sich allerdings darin zu verlieren. Goethe hat in den„Lehrjahren“ gesagt:„Wer sich nur selber spielen kann, ist kein Schauspieler, wer sich nicht dem Sinn und der Gestalt nach in viele Gestalten verwandeln kann, verdient nicht diesen Namen.“ Heinz Moog hat diese Kraft zur Verwandlung, und es ist nicht nur die Fähigkeit zur verblüffenden Maske, es ist vor allem die Kraft zur inneren Verwandlung, die ihm gegeben ist und die seiner Kunst das Gepräge gibt. Felix Henseleit. Neue Sportnachrichten Siegreiche Hattinger auf dem Harkortbergfest Die Hattinger Teilnehmer an den Wettkämpfen beim diesjährigen 61. Harkortbergfest in Wetter erzielten wiederum recht gute Ersolge. Vor allem haben sich die Altersturner gut geschlagen, denn sie waren durchweg vorn zu finden. Hugo Rauterkus wiederholte seinen Vorjahressieg; er wurde wiederum Bester seiner Klasse. Die Sieger: Dreikampf der Aelteren(100= bzw. 50=mLauf, Weitsprung, Kugelstoßen). Jahrg. 1888 bis 1892: Otto Laue(Tura) 4. Sieger mit 65 Punkten, Karl Zwilling(Tura) 15. Sieger mit 49 Pkt. Jahrg. 1887 und älter: 1. Sieger Hugo Rauterkus(BSG Henrichshütte) mit 68 Punkten. Jahrg. 1898—1902: Hermann Franke(Tura) 50 Pkt. Dreikampf der Frauen: Trude Neuhaus (BSG Henrichshütte) 46 Punkte. Dreikampf der Jugend: Jahrg. 1924/25: Sandmann 50 Pkt., Raß 47 Pkt., Funke 44 Pkt.(alle BSG Henrichshütte). Jahrg. 19271928: Pieper und Schreier je 48 Pkt., Ladda 45 Pkt., Sauerwald 42 Pkt.(alle BSG Henrichshütte). Siege der Hattinger Fußballer Am Sonnabend weilte der Langenberger SpV. mit einigen auf Urlaub weilenden Stammspielern zum Rückspiel an der Feldstraße und wurde abermals von der BSG. Henrichshütte mit 6:1(3:1) Toren geschlagen. Die Gäste zeigten ganz gute Feldleistungen, aber ihr Sturm war zu harmlos, um die gegnerische Abwehr entscheidend zu schlagen. Der Hüttenangriff schoß dagegen durch Krohn, Köder, Olf und aus dem Siepen sechs Tore heraus. Der ATSV Winz=Baak mußte am Sonntag auf eigenem Platz gegen Phönix Essen eine 3:6(1:3)=Niederlage nach einem flotten Spiel hinnehmen. So überlegen, wie es das Ergebnis wiedergibt, waren die Gäste keineswegs, die zu einigen billigen Erfolgen kamen, da der Baaker Ersatztorwart versagte. —Einen klaren 3:0=Sieg meldet der Hattinger Sp V. erneut über den S.p Cl. Dahlhausen, über den wir bereits gestern ausführlich berichteten. Brügger wieder Hattinger Tennismeister Die Hattinger Tennismeisterschaften nahmen einen sehr spannenden und anregenden Verlauf. Es wurde deutlich, wieviel unsere Spieler seit dem vergangenen Jahr hinzugelernt haben. Nach seinen matten Trainingsleistungen hatte man Brügger nicht besonders viel zugetraut. Er zeigte sich aber wieder einmal zur rechten Zeit in der richtigen Form und erreichte durch Siege über Ibing und Brammen das Endspiel. Sein Gegner war Postlack, der Dr. Runkel und Röhl ausschalten konnte. Das Endspiel reichte leistungsmäßig nicht an Vorrundenspiele wie Brügger/Ibing oder Jordan/Brammen heran, war aber insofern interessant, als sich ein Abwehrspieler, Postlack, und ein Angreifer gegenüberstanden. Es zeigte sich, daß auch im Tennis der Angriff die beste Verteidigung ist. Brügger gewann sicher. Das Doppel sah erwartungsgemäß Jordan/Brammen und Brügger/Röhl im Endspiel. Alle Spieler schienen nervös. Jordan/Brammen gewannen den ersten Satz, verloren aber den zweiten hoch und gerieten ziemlich außer Schlag. Nach einer kurzen Pause hatten sie sich aber wieder gefunden und spielten nun sicherer als Brügger/Röhl, so daß sie Satz und Sieg glücklich, aber nicht unverdient an sich brachten. Die in diesem Jahre zum zweitenmal ausgetragenen Stadtmeisterschaften nahmen einen allgemein zufriedenstellenden Verlauf. Schon richten sich die Augen aller Spieler auf den Herbst, wo die großen Meisterschaften der Henrichshütte noch einmal einen Höhepunkt bringen werden. Dann werden wohl auch die Nachwuchsspieler, die sich schon jetzt recht ansprechend schlugen, mehr in Erscheinung treten. Das„Casanova“-Programm Das Essener Kabárett„Casanova" am Theaterplatz wartet auch für die zweite Augusthälfte mit einem Programm auf, das Spitzenleistungen der Kleinkunstbühne bringt. Diesmal steht im Mittelpunkt ohne allen Zweifel Graziadei, ein Meister der Kartenkunststücke, wie man ihn nicht jeden Tag sieht. Mit humorigen Randbemerkungen begleitet er seine geheimnisvollen Manipulationen, läßt einfache Holzstühle heiß werden und zaubert völlig fremden Leuten aus den Taschen Uhren und Spielkarten auf eine so raffinierte Art, daß man über die Fingerfertigkeit dieses gerissensten unter den Kartenkünstlern immer wieder staunen muß: Er erhielt viel Beifall. Robert Grüning wird auf dem Programmzettel ein„geistreicher Humorist" genannt. Nennen wir ihn „geistreichelnder" Humorist; seine„Pflaumereien" auf menschlich-allzumenschliche Eigenschaften und Gewohnheiten sind sehr pointiert und scharf gesehen. Die Weisheit des Alters läßt ihn sich selbst verspotten. Sein neues Wörterbuch mit nur 25 Buchstaben hat es in sich. Ein tüchtiger Humorist, der auf Plattheiten verzichten kann. Einen eleganten und guten Jongleur lernten wir in Lonardo kennen. Neben der sehr gekonnten Arbeit mit Bällen, Reifen und Ringen brachte er das Jonglieren einer Glaskugel auf zwei Messern, eine ungemein schwierige und einmalige Arbeit, die wir noch nie sahen. Seine Assistentin rundete das Bild seiner Arbeit auf das angenehmste ab. Die wirbelnde Tanzschau der Rondellas mit Gesängen und akrobatischen Tänzen haben wir schon besprochen. Sie hat nichts von ihrer Zugkraft verloren. Dasselbe gilt von den Gebrüdern Albertus, den ungarischen Steptänzern, die ihre Arbeit mit viel Akrobatik und Humor verbinden. Lea Manti war eine Virtuosin des Pfeifens auf den Fingern. Sie pfiff u. a. unter Begleitung dere italienischen Hauskapelle Enrico Dallio Stücke aus„Lustige Witwe“ von Lehar. Zum Schluß des außerordentlich unterhaltsamen Programms hörten wir Franzis Dorny, einen Künstler auf der Mundharmonika. Ihm machte es nichts aus, ob seine Mundharmonika, auf der er schmetternde Märsche in den Saal donnerte, über einen Meter oder nur drei Zentimeter lang war, so daß man Angst haben mußte, daß er sie versehentlich verschluckte. Seine Ouvertüre zu Rossinis„Wilhelm Tell“ auf einer gewöhnlichen Mundharmonika“ verriet einen echten musikalischen Künstler. Wir sagen nicht zuviel: Das Programm der „Casanova“ ist selbst für Essen eine beachtliche Angelegenheit. Herm. Büscher. Der Rundfunk am Mittwoch Deukschlandsender: Von Beelhoven zu Sibelius führt das„Kleine Konzer!“ von 15.00—15.30 Uhr unter Leitung von Ernst Prade mit dem Schlesischen Streichquarkelt und Solisten. Orchesterwerke der ostpreußischen Komponisten Eugen Wilken, Fritz Ihlau, Otto Besch, Erich Boerschel erscheinen in der Sendung von 16.00—17.00 Uhr. Belieble Tonfilmmelodien mit den Sprechern Gusti Wolff und Gustav Waldau erfreuen in der Sendung von 20.20—21.00 Uhr. Reichsprogramm: Joel Berglund, Ludwig Hofmann, Erich Zimmermann sind die Darsteller im ersten Akt der WagnerOper„Der fliegende Holländer“, der von 21.00 bis 22.00 Uhr in der Inszenierung von Heinz Tiekjen sendet wird. Heute in der Sonntagsfrühe nahm der liebe Gott unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Witwe Emma Leiendecker verw. Spormann, geb. Robach im Alter von 85 Jahren in sein Reich. Die trauernden Hinterbliebenen: Alois Bottmer und Frau Frieda geb Spormann. Hattingen-Ruhr(Nordstraße 108), Elberfeld und Langenberg. den 16. August 1942. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 19. August, 18 Uhr von der Kapelle des evangel. Friedhofes aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Sonnabend, den 15. August, 22 Uhr, entschlief nach langem Leiden, jedoch für uns plötzlich und unerwartet, meine innigstgeliebte Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Adolf Schmidt Paula, geb. Schulz im Alter von 43 Jahren. In tiefer Trauer: Adolf Schmidt nebst Kindern, Geschwistern und Angehörigen. Hattingen(Friedrichstr. 59) z. Z. im Felde, Bochum, Mönchröden, den 17. August 1942. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 20. August, 16.30 Uhr, von der Friedhofskapelle des evang. Friedhofes aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Samstag, den 15. August 1942, um 11.30 Uhr, entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit in einem Lazarett infolge einer Kriegsverletzung mein innigstgeliebter Mann, mein lieber Vater, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter Karl Langewiesche Gefreiter in einem Infanterie-Regiment im Alter von 29 Jahren. In tiefer Trauer: Änne Langewiesche, geb. Bommer nebst Kind Ursula, Fam. Wilhelm Domagala nebst Frau, verw. Langewiesche, Familie Joh. Bommer nebst Anverwandten. Bochum-Linden,(Kürzweg 63), B.-Weitmar u. Oberhausen, den 15. August 1942. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 19. August, nachmtttags 5 Uhr, vom Trauerhause. Kürzweg 63, aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Berichtigung. Das Seelenamt für den verstorbenen Feldwebel Fritz Naberschulte, Essen-Steele, Beulestraße 28, findet am Donnerstag, dem 20. Auguet, vorm. 9 Uhr, in der St.-Josephs-Pfarrkirche zu Steele-Horst matt. LIDA THEATER Boch.-Linden Bis einschl. Donnerstag: Wiener Blut im Verleih der Tobis Eine neue, entzückende FilmOperette des Wiener MeisterRegisseurs Willi Forst. Mit Willi Fritsch, Maria Holst, Hans Moser, Theo Lingen, Paul Henckels. Wochenschau 4.00 u. 6.55 Uhr Hauptfilm 4.40 und 7.30 Uhr Jugendliche über 14 Jahre zugelassen. Statt Karten! Als Verlobte grüßen: Gertrud Brenke Heribert Engels Feldwebel E.-Steele z. Z. Wehrmacht Märkischestr. 2 im August 1942 Als Verlobte grüßen: Friedel Mohrmann Heinz Sawitzki E.-Steele z. Z. Berlin N 113 Zeche Eiberg 93 Greifenhagener Straße 20 18. Aygust 1942 Amt Blankenstein Ablieferung der Tagesabschnitte der Raucherkontrollkarte. Alle Tabakverkaufsstellen werden hiermit aufgefordert, die in der vom 15. 3. bis 31. 7. 42 abgetrennten Tagesabschnitte der Raucherkontrollkarte abzugeben. Die Abschnitte müssen zu 1000 Stück in Umschlägen gesammelt werden. Neben den Abschnitten ist der Umsatz in Tabakwaren schriftlich unter Angabe des Namens und der genauen Anschrift der Tabukwarenverkaufs stelle einzureichen. An Stelle des Einzelhandelsumsatzes kann auch der Einkauf an Tabakwaren angegeben werden. Die Ablieferung an die hiesige Kartenstelle hat bis zum 25. August 1942 zu erfolgenGegen Tabakwarenverkaufsstellen, die der Verpflichtung zur Ablieferung der Tagesabschnitte nicht nachkommen, wird gemäß§ 5 der Anordnung des Herrn Reichswirtschaftsministers über Regelung des Kleinverkaufs mit Tabakwaren vom 11. 6. 1942 eingeschritten werden. Blankenstein, den 45. Aus 1942. Der Amtsbürgermeister. Kath. Kirchensteuer 1942 Oeffentliche Mahnung Kirchensteuerpflichtige, welche die Kirchensteuer für das 2. Vierteljahr 1942(1. 7. bis 30. 9. 42) noch nicht entrichtet haben, werden hiermit aufgefordert, die rückständigen Beträge spätestens bis zum 1. September 1942 entweder in bar bei der Zweigstelle des Kirchensteueramtes E.=Steele, Hu mannstraße 23, zu zahlen oder auf unser Postscheckkonto 9719 oder auf unser Scheckkonto 331 bei der Spar kasse Zweigstelle E.=Steele zu überweisen. Mit Ablauf der angegebenen Frist beginnt die kostenpflichtige Beitrei bung. E.=Steele, den 16. August 1942. Gemeindeverband der kath. Kirchen gemeinden der Stadt Essen. Zweigstelle des kath. Kirchensteueramtes E.=Steele. Abgabe von Käse Im 40. Versorgungszeitraum(24. 8. bis 20. 9. 1942) werden auf die Käseabschnitte der Reichsfettkarte 40 ausgegeben: auf Abschnitt 1: 62,5 g Hartkäse oder 125 g Speisequark, Schicht= oder Kochkäse, auf Abschnitt 2: ausschließlich 62,5 g Sauermilchkäse, auf Abschnitt F 40: 62,5 g Hartkäse oder Sauermilchkäse, je nach den vorhandenen Beständen des Kleinhändlers. Mit der Abgabe von Käse auf den Abschnitt F 40 kann sofort begonnen werden. Der Abschnitt wird im voraus für die Woche vom 17. bis 23. 8. gültig gestellt. Die Warenverteiler haben den Abrechnungsstellen des Ernährungsamtes nur die Bestellscheine für Käse zur Abrechnung vorzulegen. Die Bestellscheine werden nicht mit 125 g, sondern mit 187,5 g abgerechnet. Essen, den 16. August 1942. Der Oberbürgermeister. Abgabe von Fisch und Fischwaren Zum Bezuge von 250 g Fisch oder Fischwaren wird ab sofort der Abschnitt 13 des Bezugsausweises für Gemüse und Obst 37, 38, 39 aufgerufen. Der Abschnitt 29 bleibt gültig. Der Abschnitt G 20 des Bezugsausausweises 33 wird für ungültig erklärt." Essen, den 16. August 1942. Der Oberbürgermeister. Verteilung von Salzheringen Die in den Fischhandlungen lagernden Restbestände an Salzheringen sind mit 250 g je Kopf an die Inhaber von Schwerst=, Schwer=, Lang= und Nachtarbeiter=Zulagekarten gegen Abstempelung der Zusatz= oder Zulagekarte Nr. 39 4. Woche abzugeben. Essen, den 18. August 1942. Der Oberbürgermeister. Abgabe von Gemüse und Obst Ab sofort werden auf den Bezugsausweis für Gemüse und Obst 37, 38, 39 an alle Verbraucher abgegeben: 500 g Tomaten auf den Abschnitt 8 und 250 g Obst auf den Abschnitt 32. Der Abschnitt 31 für Obst wird mit Ablauf des 22. 8. 1942 ungültig. Essen, den 18. August 1942. Der Oberbürgermeister. Abfertigung in den Nebenstellen des Wirtschaftsamtes Die Abfertigungszeiten in den Nebenstellen des Wirtschaftsamtes ab 20. 8. 1942 sind wie folgt: vom 20. 8. bis 22. 8. 1942 A B C vom 24. 8. bis 26. 8. 1942 D E F G vom 27. 8. bis 29. 8. 1942 H I I K vom 31. 8. bis 2. 9. 1942 L M NO vom 3. 9. bis 5. 9. 1942 PO RS S6 vom 7. 9. bis 9. 9. 1942 St T U VWX93. In der Woche vom 19. 9. 1942 bis 16. 9. 1942 einschließlich sind die Nebenstellen des Wirtschaftsamtes wegen der Lebensmittelkartenausgabe geschlossen. Die Nebenstellen des Ernährungsamtes und Wirtschaftsamtes sind durchgehend geöffnet: a) Für Angelegenheiten des Ernährungsamtes: Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr, Sonnabend von 7.30 bis 13 Uhr. b) Für Angelegenheiten des Wirtschaftsamtes: Montag bis Freitag von 7.30 bis 15 Uhr, Sonnabend von 7.30 bis 13 Uhr. Essen, den 18. August 1942. Der Oberbürgermeister. Fluchtlinienfestsetzung Der Plan über die Festsetzung der Fluchtlinien und Höhen der Hasenwinkelerstr. von der Kassenbergerstr. bis zur Reichsbahn Bochum=Weitmar — Bochum=Dahlhausen liegt gemäß § 7 des Gesetzes vom 2. 7. 1875, betr. die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen usw. vom 19. 8. bis 15. 9. 1942 beim Vermessungsamt, Rathaus, 3. Obergeschoß, Zimmer 363, zur Einsicht offen. Einwendungen gegen diesen Plan können nur innerhalb dieser Zeit beim Vermessungsamt erhoben werden. Bochum den 18. August 1942. Der Oberbürgermeister Abgabe von Obst und Gemüse Ab 17. August werden neu aufgerufen: Bezugsausweis Nr. 16= 1 Pfund Obst, Nr. 17= 1 Stück Blumenkohl und Nr. 18= 1 Pfund Tomaten. Diese Anordnungen sind ständig in allen Einzelhandelsgeschäften und von allen Markthändlern gut sichtbar für alle Kunden anzubringen. Bochum, den 17. August 1942. Der Oberbürgermeister. Zuteilung an Käse in der 40. Zuteilungsperiode Auf die F=Abschnitte der Reichsfettkarten 40 werden 62,5 g Käse ausgegeben. Diese Abschnitte gelten daher bereits für die Woche vom 17. bis 23. 8. 1942 und sind von den Verbrauchern möglichst sofort einzulösen. Bochum, den 17. August 1942. Der Oberbürgermeister. Stadtleihamt Die Versteigerung der verfallenen Pfänder aus dem Monat Januar 1942, Pfandnummern 903 420 bis 905 074, findet Donnerstag, den 10. September 1942, vormittags ab 8.30 Uhr im Stadtleihamt, Trankgasse 5, statt. Die bei den Versteigerungen etwa erzielten und innerhalb Jahresfrist nicht abgeholten Ueberschüsse verfallen zugunsten der Wohlfahrtsfürsorge. Bochum, den 14. August 1942. Der Oberbürgermeister. Central-Theater Hattingen Heute bie Donnerstag: Ein Schauspiel aus den Bergen. Die Geierwally Heidemarie Hatheyer, Eduard Köck, Winnie Markus, Sopp Riet, H. A. Schlettow, Gustav Waldau. Leidenschaftlich und stolz ist die Liebe der reichen Berghofbauerntochter; ihr wechselvolles, dramatisches Schicksal und ihre unglückliche Liebe schildert dieser packende Spitzenfilm! Täglich: 5.10 7.30 Nicht für Jugendliche! möbl. Zimmer in Hattingen oder Umgebung mit voller Verpflegung von technischem Angestellten bald oder später bei guter Bezahlung gesucht. Angebote mit Preisangabe erwünscht unter Nr. 6314 an die Gesch. d. Ztg. in Hattingen. 4-Zimmer=Wohnung mit Garten gesucht. Angebote unter Nr. 6471 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung in Hattingen." Schlüsselbund mit 8 Schlüsseln, in braunem Lederetui mit Reißverschluß, am Sonnabend zwisch. 4.30— 6 Uhr verloren. Abzugeben gegen Belohnung in der Gesch. dies. Ztg. in Hattingen. Beutel mit Geld gefunden Abzuholen in der Geschäftsstelle dieser Ztg. in Bochum=Linden. Sonnabend morgen auf dem Wege Heggerstraße— Augustastraße— Untermarkt Schlüsselbund verloren. Abzug. in der Gesch. dies. Ztg. in Hattingen. Stiepel (Hofstiepel, Gemeindehaus, Zeche„KarlFriedrich“) suchen wir zum 1. September einen zuverlässigen Zeitungsboten oder eine Botin, die gleichzeitig für weitere Boten die eitungen von Hattingen abholen. le Helmat am Mittag". Fernruf 29 41. lat 18 u Lichtburg/ Hattingen Leichte Kavallerie. Nicht für Jugendliche. Tägl. 3.15, 5.30, 7.45 Uhr Uiktorla-Lichtsplele/ Sprockhövel Violanta. Nicht für Jugendliche Heute nur 8.00 Uhr Ufa-Tonhalle/ Bochum Die große Liebe. Jugendl. zugel. Täglich 2.00, 4.40, 7.20 Uhr Apollo/ Bochum Das große Spiel. Jugendl. zugel. Tägl. 3.15. 5.40, 8.05 Uhr Lichtburg/ Bochum Operette. Nicht für Jugendliche Täglich 2.30, 5.00, 7.30 Uhr Weltlicht/ Bochum Dae leichte Mädchen. Nicht für Jugendl. Tägl. 2.30, 5.00, 7.30 Uhr Lichtspleinaus Marienstr. 14 Bochum Verlassen. Nicht für Jugendliche Täglich 2.55, 5.20, 7.50 Uhr Gloria-Palast/ Bochum Rottstraße 29 Kriminalkommissar Eyck. Nicht für Jugendliche unter 18 J. Täglich 2.30, 4.40, 7.00 Uhr Apollo/ B.-Weitmar Zwischen Himmel und Erde. Nicht für Jugendl. Tägl. 5.00 und 7.30 Uhr Walhalla/ Kray-Nord Wiener Blut. Jugendl. über 14 J. zugelassen. Beginn tägl. ab 3.00 Uhr letzte Vorstellung 7.30 Uhr UnionTheater Steele ave marla Nicht für Jugendliche! Täglich 3.00,5.20, 7.40 Uhr KammerLichtspiele Steele Der Meineidbauer Jugendl. üb. 14 J. zugelassen! Täglich 3.00, 5.15,7.40 Uhr Schauburg, B.-Linden Ab Dienstag! Nur 8 Tage! StärkeralsdieLiebe Nach dem Roman„Die belden Wildtauben“. Mit K. Hardt, L. Marenbach, P. Wegener, Ivan Petrovich. Wachtposten für besetzte Westgebiete bei für besetzte Westgebiete bei freier Bekleidung, Unterkunft und Wehrmachtsverpflegung gesucht. Br. Wach= und Schließgesellschaft, Leitstelle Hannover, Goethestraße 42. Wir suchen für unsere Werksküche eine Hilfskraft, eoll. Lehrmädchen. Gewerkschaft Kraft, Elektroindustrieofenbau, Sprockhövel 1/Westf. Kranke Frau sucht dringend f. freitags od. sonnabends eine E.=Steele, Nottebaumskamp 3, 1. Etage.