Do Bobnot ann Mog, Ausgabe A 93. Jahrgang Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt(z. Zt. im Heeresdienst), Stellvertreter: Hans Hollender, Hattingen. Verantwortlich für Politik, Heimat und Unterhaltung: Erich W. Ellhof. Hattingen; für Leibesübungen u. Kunst: Hans Hollender. Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr. Hattinger Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis u. Schriftleitung: Hattingen=Ruhr, Obermarkt/ Kl. Weilstr./ Postjach 21, 22/ Ruf 2941 Die große Heimatzeitung Anzeigenleiter: Herm. Büscher. Z. Zt. sind die Preislisten Nr. 5 vom 1. 7. 1940 und Nr. 2 vom 1.7.1940(Sammelpreisliste) gültig. Erfüllungsort: Hattingen=R.; Bezugspreis: durch die Post je Monat 2.— RM zuzüglich Bestellgeld, durch Boten 2,16 RM einschl. Botenlohn. Nummer 20 Taoitaa. 24. Januar 1941 Das große Geheimnis von Dakor! Wo sind Frankreichs Goldmilliorden geblieben?- Enthüllungen über englisches Raubmanöver Paris, den 24. Jannar. „Was ist aus den 100 Milliarden französischen Goldes geworden?“ fragt die Korrespondenz„Inter=France“ am Donnerstag in einem Artikel und erinnert zunächst an die Worte des Marschalls Pétain dem Korrespondenten der„New York Times" in Vichy gegenüber, daß Frankreich ohne Gold und Devisen sei. Die Tatsachen seien folgende: Noch 1940 habe Frankreich etwa 115 Milliarden in Gold besessen. Es sei unmöglich, daß diese Summe in der Zeit von Mai bis Juni in nichts zerflossen sei. Die Käufe im Ansland könnten das Verschwinden des Goldes nicht erklären. Wie komme es aber, daß Frankreich im Mai 1940 noch 100 Milliarden in Gold besessen habe und heute nichts mehr. Man wisse zwar, daß Gold aus dem Mutterlande abtransportiert wurde, und daß ein Teil davon wahrscheinlich nach Dakar gekommen sei. Damit könne man auch den Angriff der Engländer auf Dakar erklären. Ein anderer Teil des Goldes aber, der in die USA gegangen sei, hätte doch das Eigentum Frankreichs bleiben müssen. Hier berühre man die französisch=englischen Beziehungen und die von dem früheren Ministerpräsidenten Reynaud, als er noch Finanzminister Daladiers war, England gegenüber eingegangenen Verpflichtungen. Habe er, so fährt die Korrespondenz fort, das Gold Frankreichs unter der Bedingung an die USA gegeben, daß England jetzt seine Einkäufe in Amerika mit dem französischen Gold machen könne? Es sei noch lange nicht alles klar über die Abkommen zwischen Reynand und Großbritannien vom 12. Dezember 1939 und dem 28. Mai 1940. Reynaud habe eine gemeinsame Einsetzung der wirtschaftlichen und finanziellen Hilfsquellen der beiden Länder vorgesehen. Der offizielle Text erwähne aber nicht die Verschiebung des französischen Goldes. Es könne jedoch die Möglichkeit bestehen, daß Geheimklauseln in diese Verträge aufgenommen wurden, die bisher nicht zur Kenntnis der französischen Oeffentlichkeit kamen. Man könne noch weiter gehen und fragen, ob Großbritannien nicht ganz oder teilweise sich das Recht über die Verfügung des französischen Goldes gesichert habe. Wenn es so sei, könne man die Worte Pétains begreifen, daß Frankreich weder Gold noch Devisen besäße. England gibt den Raub nicht heraus Berlin, den 24. Januar. Nach einer Meldung des englischen Nachrichtendienstes fragte die konservative Abgeordnete Miß Gazalett im Unterhause an, ob der Premierminister einen Gesetzentwurf einbringen werde, um die Rückgabe des Marmors von Elgin bei Beendigung der Feindseligkeiten„als Zeichen der Anerkennung für den großartigen Widerstand Griechenlands gegen die Aggression“ zu gestatten. Attlee erteilte hierauf den schriftlichen Bescheid, daß die Regierung sich nicht vornehme, einen Gesetzesvorschlag zu diesem Zwecke einzubringen. Bei dem in Frage stehenden Elgin=Marmor handelt es sich um eine kostbare Sammlung von Skulpturen aus der Blütezeit der griechischen Plastik, die von dem englischen Diplomaten Thomas Elgin, als er um die Wende des 19. Jahrhunderts britischer Gesandter in Konstantinopel war, auf einer Reise durch Griechenland„entführt“ wurde. Dieser geschäftstüchtige Abkömmling Albions hatte es dann verstanden, seinen wertvollen Raub, unter dem sich die Giebelfiguren und Teile des Parthenonfrieses und eine Kore des Erechtheion befanden, für teures Geld in London loszuschlagen, wo er seit 1816 im britischen Museum aufbewahrt wird. Diese Geschichte macht es verständlich, daß die Anfrage von Miß Cazalett im Unterhaus als äußerst peinlich empfunden wurde. Eine besonders gemeine Lüge Deutsche Flieger sollen amerikanischen Heldenfriedhof als Bombenübungsplatz benutzen Chicago, den 24. Januar. Die Zeitung„Chicago Daily News“ berichtet aus Washington, das Staatsdepartement habe Grund zu der Annahme, daß die deutschen Militärbehörden bei Verdun einen Bombenübungsplatz einzurichten beabsichtigen, der möglicherweise Amerikas größten Soldatenfriedhof im Auslande, Romagne Sous Monfaucon, einschließe. Die USA=Regierung habe, wie angenommen werde, um Erklärung gebeten und vermutlich die Gründe auseinandergesetzt, warum das USAVolk nicht 15000 Soldatengräber Experimentierzwecken zuliebe bombardiert sehen möchte. Die Deutschen sähen anscheinend keinen Grund, warum einige amerikanische Soldatengräber verschont bleiben sollten, falls der Friedhof sich für den angeführten Zweck als am besten geeignet erweise(!). Die jüdisch=plutokratische Verbrechercliaue, die einen großen Teil der USA=Presse kontrolliert, setzt im Rahmen ihrer üblichen Hetzkampagne gegen die Achsenmächte von Zeit zu Zeit besonders gemeine und niederträchtige Greuellünen in die Welt, deren Inhalt in raffinierter Weise dazu angetan ist, die heiligsten Gefühle des amerikanischen Volkes aufzuwühlen. So wurde seinerzeit während der Schlacht um Frankreich die infame Behauptung aufgestellt, daß deutsche Truppen das amerikanische Weltkriegs=Ehrenmal auf der Vimy=Höhe Erbitterter Kampf um Tobruk Fünf feindliche gegen eine italienische Division— Australier in die Stadt eingedrungen Rom, 24. Januar. Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: An der griechischen Front Kämpfe von örtlicher Bedeutung, in denen wir dem Feind empfindliche Verluste zugefügt haben. Feindliche Truppen wurden mit Bomben belegt. Während eines feindlichen Einfluges auf eine albanische Ortschaft stellte eines unserer Jagdflugzeuge die feindlichen Flugzeuge, von denen es eines abschoß und die anderen in die Flucht trieb. Der äußerst heftige Kampf zwischen den Stützpunkten des Platzes Tobruk hat den ganzen gestrigen Tag angedauert. Erst am Nachmittag sind Australier in die Stadt selbst eingedrungen, wo alles in Brand gesteckt und das überalterte Schiff„San Giorgio“ mit Dynamit in die Luft gesprengt worden war. Im Westabschnitt leisten noch einige Stützpunkte dem feindlichen Angriff hartnäckigen Widerstand. Die in Tobruk kämpfenden italienischen Streitkräfte bestanden aus einer einzigen Division sowie einigen Marineabteilungen und Grenzwächtern. Der Feind selbst sieht sich gezwungen, zuzugeben, daß die von seinen den Angriff durchführenden fünf Divisionen erlittenen Verluste besonders schwer sind. Unsere Luftwaffe hat feindliche Truppenzusammenziehungen bombardiert. Die feindliche Luftwaffe hat Einflüge auf einige Ortschaften in Libyen unternommen, wo einiger Schaden verursacht wurde. In Ostafrika an der Sudanfront Artillerieund Spähtrupptätigkeit im Gebiet von Gallabat. Feindliche Angriffe im Gebiet von Cheru wurden durch unsere Gegenangriffe abgewiesen, durch die dem Gegner empfindliche Verluste beigebracht wurden. Im Aegäischen Meer versuchten feindliche Flugzeuge einen unserer Luftstützpunkte anzugreifen. Sie wurden durch das Feuer unserer Luftabwehr vertrieben, ohne irgendeinen Schaden verursacht zu haben. Ein Flugzeug wurde von unserer Flak getroffen und stürzte brennend ab. Ein anderes Flugzeug(Katapult=Flugzeug) wurde von unseren Jägern in der Nähe eines feindlichen Stützpunktes abgeschossen. In der Nacht zum 28. Januar haben britische Flugzeuge Einflüge auf Catania und eine andere Ortschaft auf Sizilien unternommen, ohne daß Schaden verursacht wurde. Der letzte OßW-Bericht (Wiederholt, da zuletzt nur in Teilausgabe) Berlin, 23. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein in überseeischen Gewässern operierendes Kriegsschiff hat weitere feindliche Handelsschiffe mit zusammen 31 000 BRT. versenkt. Seine früheren Erfolge von über 100 000 BRT. wurden schon bekanntgegeben. Im Laufe der bewaffneten Aufklärung versenkte ein Kampfflugzeug westlich Irland ein Handelsschiff von 3 500 BRT. Außerdem wurden ein Hafen an der Südostküste Englands und Bahnanlagen erfolgreich mit Bomben belegt. In der letzten Nacht griffen einzelne Flugzeuge verschiedene Ziele an der britischen Ostküste an. Der Feind warf in den gestrigen Abendstunden in Westdeutschland wenige Spreng= und Brandbomben. Kriegswichtige Ziele wurden nicht getroffen. Der entstandene Sachschaden ist gering. Eine Zivilperson wurde getötet; drei weitere sind eicht verletzt. Jagdflieger schossen gestern zwei feindliche Flugzenge ab, ein drittes wurde durch MarineArtillerie zum Absturz gebracht. Ein eigenes Flugzeng wird vermißt. zerstört hätten. Der Zufall wollte es, daß einen Tag später der Führer diesem Ehrenmal einen Besuch abstattete und die zahlreichen in seiner Begleitung befindlichen Ausländer die völlige Gegenstandslosigkeit dieser Greuellüge mit eigenen Augen feststellen konnten. Es ist überflüssig zu betonen, daß auch an der neuen Greuelmeldung aus der Gangsterhochburg Chicago kein wayres Wort ist. Die jüdischangelsächsischen Pressegangster haben sich diese Meldung genau so aus ihren schmutzigen Fingern gesogen in der alleinigen Absicht, das amerikanische Volk noch stärker gegen Deutschland aufzuhetzen. Das deutsche Volk, das auch gegenübe. den Toten der ehemaligen Gegner die ritterliche Achtung hegt, die bei einer Kulturnation selbstverständlich sein sollte, wendet sich mit tiefem Ekel und heiligem Zorn gegen solche widerlichen Entartungen des propagandistischen Kampfes, die nur in der verantwortungslosen und verjudeten Presse der Demokratien denkbar ist. Er war zu offenherzig Der englische Oberstleutnant Bingham seines Postens enthoben. Neue Verschleierungsgeste Churchills Stockholm, 24. Januar. Der englische Kriegsminister gab am Donnerstag im Unterhaus bekannt, daß Oberstleutnant R. C. Bingham seines Postens als Kommandeur der Offiziersanwärterschule enthoben worden ist. Bingham hatte vor einigen Tagen in einem Brief an die„Times" die Ansicht vertreten, daß die aus der englischen Mittel= und Arbeiterschicht hervorgegangenen Offiziere ihren Aufgaben nicht gewachsen seien und einen krassen Gegensatz zu den Offizieren der Aristokratie und der Feudalschichten bildeten. Diese offenherzigen Auslassungen paßten natürlich in diesem Augenblick absolut nicht in den Kram der Plutokratenelique, die sich gerade jetzt, wo ihr das Wasser immer höher an den Kragen steigt, krampfhaft bemüht, der englischen Bevölkerung Traumbilder ihrer sozialen und volksverbundenen Einstellung vorzugankeln. So blieb Churchill und seinen Trabanten angesichts des Entrüstungssturmes, den Binghams Ausführungen in den zur Zeit so umworbenen Volksschichten ausgelöst hat, nichts anderes übrig, als den Sündenbock in die Wüste zu schicken, wo ihm jedoch bestimmt ein einträglicher Posten in der Rüstungsindustrie offensteht, denn— ein Plutokrat kratzt dem anderen bestimmt nicht die Augen aus. Allgemeine Bereinigung „Tokio Isahi Schimbun“ würdigt das neue Fischereiabkommen mit Sowjetrußland Tokio, 24. Januar. (Östasiendienst des DNB.)„Tokio Asahi Schimbun" erklärt, der Abschluß des neuen Fischereiabkommens zwischen Japan und Sowjetrußland zeige deutlich, daß doch eine allgemeine Bereinigung der Beziehungen beider Länder durchaus möglich sei. Zwischen Sowjetrußland und Japan sei Zasammenarbeit notwendig, und beide Teile könnten sie nur wünschen. Die Einsetzung einer gemischten Kommission bedeute einen wichtigen Schritt zum Abschluß eines langfristigen Vertrages, worin Sowjetrußland und Japan übereinstimmten. Hierin liege die Hauptbedeutung des neuen Abkommens. England und Amerika seien durch seinen Abschluß offensichtlich enttäuscht worden, was für die gegenwärtige Lage bezeichnend sei. Was Rocsevelt wissen wiee Nicht weniger als drei Beobachter hat Roosevelt in Europa angesetzt. Auf den mit dem ständigen Beiwort„geheimnisvoll" geschmückten Oberst Donovan folgte Harry Hopkins— wie jener ein enger Freund des Präsidenten, nur daß sein spezielles Arbeitsgebiet nicht militärische, sondern wirtschaftliche und soziale Fragen betrifft. Donovan hat nach seinem Antrittsbesuch in London und nach einem Abstecher auf den ägyptischen Kriegsschauplatz sein Tätigkeitsfeld jetzt auf den Balkan verlegt. Hopkins läßt sich in London von Churchill und seinem Anhang nun schon seit über einer Woche den Hof machen. Sein Leben zwischen Luftalarmen und Banketten, zwischen bangen eigenen Zweifeln und der Notwendigkeit, dabei noch Trost zu spenden, ist sicher nicht beneidenswert. Heute soll schließlich Willkie in London ankommen— unter den Abgesandten Roosevelts Nummer 1, obwohl oder besser gerade weil er bis vor kurzem der Welt als der große Gegner des Präsidenten bekannt war. Mit seiner Auswahl will Roosevelt wohl die amerikanische„Einigkeit“ demonstrieren. Willkie ist offenbar die große politische Information vorbehalten, schließlich steht auch noch die endgültige Benennung des neuen USA.=Botschafters in London aus, bei der der Präsident sicher ja besonders vorsichtig vorgegangen sein dürfte, im Hinblick auf die vielen Unannehmlichkeiten, die ihm die offene Sprache des früheren Botschafters, des Misters Kennedy, nach seiner Rückkehr aus London bereitet hat. Dieser Hunger der Männer in Washington nach Nachrichten aus England erscheint zunächst erstaunlich; denn niemals haben die Engländer größeren Wert auf breiteste Unterrichtung der USA. über ihr Land gelegt als heute. Lord Halifax, der neue englische Botschafter in Washington, wird— ein erstmaliger Vorgang— von jwei Gesandten unterstützt werden, und es ist bekannt, daß die Zahl der in amtlichem oder nichtamtlichem Auftrag in den Vereinigten Staaten propagandistisch tätigen Engländer Legion ist. Alle Voraussetzungen wären also dafür gegeben, daß man in Washington auf das beste unterrichtet ist, wenn freilich auch die amerikanischen Presseinformationen sehr stark unter der englischen Zensur leiden. Offenbar aber erkennt man in Washington mit immer größerer Klarheit, wie sachlich vollia unzureichend die englische Berichterstattung aus und über England, trotz ihres äußeren Umfanges ist. Wenn also Roosevelt so großen Wert auf Berichte von einer für ihn besonders zuverlässigen Seite aus erster Hand legt, so zeigt das nicht nur die Größe der weifel, die man drüben in die englischen Schilderungen legt, sondern es erweist sich darin auch ein tiefes Mißtrauen gegenüber der von London bei jeder Gelegenheit so bombastisch hervorgehobenen angeblichen Stärke der englischen Position. Nun hat sich Roosevelt ja bereits weitestgehend auf die Hilfe für England festgelegt. Worauf es ihm bei diesen persönlichen Erkundungen also ankommt, ist offensichtlich, festzustellen, in welchem Maße, mehr aber noch, wie schnell England geholfen werden muß. Wenn man freilich an den letzten Abschnitt der Reise des Obersten Donovan denkt, wird auch der andere Zweck sichtbar, nebenher für das befreundete England in neutralen Ländern Stimmung zu machen und gerade dort mit solcher Agitation gegen Deutschland einzusetzen, wo den Engländern selbst das Wasser abgegraben wurde. Washington Hand in Hand mit London— das Bild ist nicht neu. Aber interessant ist die amerikanische Methode, den Freund im gleichen Augenblick auf Schritt und Tritt zu überwachen, weil man seinen Möglichkeiten und seiner angeblichen Leistungsstärke bereits zutiefst mißtraut. „Verloren... verloren... verloren!" Amsterdam, den 24. Januar. Der britische Generalpostmeister ließ im englischen Rundfunk bekanntgeben, daß sämtliche Postsendungen von Neuseeland, Wellington und den englischen Südseeinseln, die für England bestimmt, zwischen dem 5. und 22. November aufgeliefert worden seien,„durch feindliche Aktionen“ verloren gingen. Dasselbe gelte für Drucksachen und Pakete, die in denselben Ländern zwischen dem 1. und 8. November sowie zwischen dem 21. und 22. November für England aufgegeben worden seien. Briefe und Drucksachen, bestimmt für Aden, Birma und Indien, die zwischen dem 9. und 14. 11. in England zur Post gegeben worden seien, seien ebenfalls verloren. Dasselbe gelte für Postsendungen, bestimmt für die französische Somoliküste, den Kongo, Madagaskar, Sansibar, Seychellen, Rhodesien und Südafrika, die in der Zeit zwischen dem 12. und 14. November sowie dem 9. und 14. November in England zur Post gegeben worden seien. Ferner seien alle Luftpostsendungen, gleichgültig für welche Teile des britischen Empires bestimmt, verloren gegangen, die man zwischen dem 12. und 14. November ausgeliefert habe. Gefreiter&. erkält das&N1 Von Kriegsberichter Udo Walter PK. Im Eßraum der Staffel treffe ich ihn. Er ist der Jüngste an dem langen Tisch. Ueber die rechte Augenbraue in die Stirn hinein läuft eine dunkelrote Narbe, prägt in das blutjunge Gesicht einen fast ungewohnten Ernst. Neunzehn Jahre ist der Gefreite Günther E. Von der Schule aus meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe. Auf der Bordfunkerschule fällt er durch hervorragende Eignung auf. Gleich nach seiner weiteren Ausbildung zum Bordschützen hat er das Glück zum Fronteinsatz zu gelangen. Nach neun Feindflügen über England trägt Günther E. das EK. II. Gestern wurde ihm, nur fünf Feindflüge später, von der Staffel bereits das EK. I überreicht... Es war auf dem zehnten Flug! Eine Stadt in Mittelengland war das Ziel, das die junge, aber jetzt bereits kampferprobte Besatzung anflog. Weithin leuchtende Brände der bereits seit Stunden angegriffenen Stadt wiesen den Weg in das Ziel. Scheinwerfer tasten den Himmel ab, verlöschen, um schlagartig wieder aufzublenden. Die englische Flak schießt wie besessen. Der Himmel ist erfüllt von dem gefährlichen, sprühenden Feuerwerk der krepierenden Granaten. Eine halbe Minute vor dem Abwurf faßt eine gekoppelte Batterie von mehreren Scheinwerfern die Maschine. Und ganz plötzlich wird es unheimlich ruhig am Himmel, blendet kein Feuerschein einer Granate mehr in die jäh von sanfter Helligkeit erfüllte Kabine. Im nächsten Augenblick rasen bereits kleine rote und leuchtende Punkte auf die Maschine zu. Nachtjäger! Die tückische Helligkeit läßt keine Sicht in das Dunkel zu, aus dem die gegnerische Maschine angreift. Günther E. rattert die ersten Feuerstöße seines Maschinengewehrs in die ungefähre Richtung, aus der die Leuchtspurgeschosse kommen. Stille. Einmal gelingt es der Maschine aus dem Lichtkegel zu entkommen, aber die breite Lichtbahn der gekoppelten Scheinwerfer faßt erneut zu. Im nächsten Augenblick schlägt es in die Maschine. Das MG. des Bordmechanikers, das jetzt den Kampf gegen den unsichtbaren Gegner führt, verstummt jäh. Günther E. sieht von oben, wie der Bordmechaniker, Feldwebel K., jäh vornüberfällt. Ein kurzes, durch das Kehlkopfmikrofon vernommenes Stöhnen, dann ist es still. Die Geschosse des Nachtjägers umtanzen die Maschine. Ein erneutes Aufstöhnen. Leutnant T., der Beobachter, der über dem toten Kameraden die Bedienung des hinteren MG.s übernommen hat, ist ebenfalls getroffen. Günther E. versucht vergeblich, mit seinem Maschinengewehr zum Schuß zu kommen. Es scheint, als ob der Engländer seinen Vorteil, der sich durch den Ausfall der unteren MG.s ergibt, bereits begriffen hat. Und dann stürzt die Maschine! Durch die gleißende Lichtbahn jagt sie, immer wieder von den Scheinwerfern gehalten, hinab, fängt sich, torkelt erneut... Geht es dem Engländer zu langsam? Günther E. sieht plötzlich einen schwarzen Schatten über sich in die Lichtbahn jagen, er sieht den Gegner, er kann ihn packen. „Aussteigen!" Befehl des Flugzeugführers, aber Günther E. hört ihn nicht. Dort unten liegen zwei Kameraden und hier ist der Gegner! Vielleicht schlägt die Maschine im nächsten/ Augenblick auf, vielleicht muß er sterben. Aber bevor er stirbt, geht jener mit ihm, der sich jetzt wie ein Raubvogel auf sein scheinbar wehrloses Opfer herabstürzt. Mit ungeheurer Anstrengung richtet Günther E. sein Maschinengewehr gegen die stürzende und sich wieder fangende Maschine aus. In ihm ist eine ungeheure Ruhe und Klarheit, als er fast schulmäßig das MG. gegen den heranhuschenden Schatten ansetzt, seine Feuerstöße hinausjagt. Und dann steht plötzlich eine Fackel in der Lichterbahn, stürzt aus ihr heraus und fällt zerberstend und aufglühend wie ein Motor in das Dunkel unter der deutschen Maschine. Der Kamerad vorne am Steuer ist nicht abgesprungen, solange er Günther E. und den verwundeten Leutnant in der Maschine weiß. Taumelnd dreht die deutsche Maschine bei, gehorcht schwerfällig dem angeschossenen Ruder. Im nächsten Augenblick hat Günther E. bereits eine erneut aufgesetzte Trommel in die vor seinen Schüssen jäh verloschenen Scheinwerfer geschossen. 800 Meter Höhe noch! Neue Scheinwerfer blenden auf, die leichte englische Flak schießt aus allen Rohren, aber die Dunkelheit legt sich jetzt barmherzig und schützend vor die schwerfällig den Heimweg suchende deutsche Maschine. Die Bomben sind bereits im ersten Augenblick des Angriffs vom Beobachter geworfen worden, die Aufgabe ist durchgeführt. Sie bringen nach der schwierigen Landung ihren verwundeten Leutnant aus der Maschine, sehen den Krankenwagen mit aufgeblendeten Lichtern über den Flughafen davonrasen. Sie stehen stumm vor ihrem Kameraden, Feldwebel K., dem keine ärztliche Kunst mehr helfen kann. Sind es wirklich nur Sekunden oder eine Ewigbeit gewesen, in denen dies alles geschah? Sie wissen es nicht. Sie haben beide, der Gefreite E. und der Flugzeugführer R., in dieser Stunde ihr Kämpferschicksal durchlebt, das bei jedem Flug irgendwo im Dunkel und über dem Nachthimmel Englands wartet. Es wird der Tag kommen, an dem Günther E. aus dem Kampf in den Alltag und in das Studium gehen wird. Mit ihm aber wird jenes kleine Buch gehen, eine Frontausgabe, die er in jenem Augenblick härtesten Einsatzes zufällig bei sich in der Brusttasche hatte, als an ihm ein Geschoß des feindlichen Jägers vorbeipfiff und ihm jenen Streifschuß an der Stirn riß. Unter den verschiedenen, rotangestrichenen Stellen dieses Buches lautet eine: „Nur unsere Pflicht tun? Jedermann tut seine Pflicht und sicher auch der Gegner. Aber der Sieg ist mit den Söhnen Deutschlands, weil sie in dem Wissen um die Aufgaben der Zukunft stärker sind als jene Stunde, bei der im Angesicht des Todes die Pflicht nur durch den Glauben an die Ewigkeit des Vaterlandes getragen werden kann.“ Sondermarke mit dem Kopf des Führers und des Duce Berlin, den 24. Januar. Am 30. Januar läßt die Deutsche Reichspost bei sämtlichen Postämtern und Amtsstellen eine Sondermarke ausgeben, deren Markenbild den Kopf des Führers und des Duce trägt. Durch das neue Wertzeichen wird die deutschitalienische Waffenbrüderschaft im gegenwärtigen gemeinsamen Abwehrkampf der beiden europäischen Nationen vor aller Welt in besonderer Weise hervorgehoben und sinnvoll dargestellt. Das Wertzeichen zu 12 Rpf. und einem Zuschlag von 38 Rpf., der dem Kulturfonds zufließt, wurde von Professor Richard Klein in München nach Lichtbildern des Reichsbildberichterstatters Professor Dr. Heinrich Hoffmann entworfen. Auch die italienische Postverwaltung gibt demnächst eine Markenreihe von sechs Werten in ähnlicher Ausführung heraus, deren Markenbild neben den Köpfen des Führers und des Duce je einen deutschen und italienischen Soldaten zeigen wird. Berlin. Die Preußische Akademie der Wissenschaften beging gestern in einer öffentlichen Festsitzung die Feier des Geburtstages Friedrichs des Großen und des Tages der Reichsgründung. Unter den Ehrengästen in dem mit Blumen geschmückten Festsaal des Akademiegebäudes bemerkte man viele führende Persönlichkeiten von Staat, Partei und Wehrmacht, unter ihnen die Reichsminister Dr. Rust und Seldte. Brüssel. In Brüssel fand anläßlich des Besuches des Korpsführers Hühnlein bei den Männern der Transportbrigade„Luftwaffe“ ein Kameradschaftsabend statt, auf dem der Korpsführer eine Ansprache hielt, in der er herausstellte, daß das NSKK seine großen Erfahrungen im Transportwesen auch der Luftwaffe zur Verfügung stellt. Eine Familie an der Front Von Kriegsberichter Leutnant Hanns Anderle ... den 24. Januar.(PK.) Daß das Leben voller Merkwürdigkeiten steckt, ist eine Erfahrungstatsache, die nicht von heute stammt. Und man entdeckt, wenn man sehenden Auges durch dieses Leben wandert, immer neue Merkwürdigkeiten— auch im Soldatenleben. Wir sind auf einer Dienstfahrt, irgendwo im Nordosten Frankreichs, und kehren zu kurzer Rast im Soldatenheim des Deutschen Roten Kreuzes ein, zu dem uns in den Straßen der alten, im Weltkrieges schwer umkämpften Festungsstadt Wegweiser hinführen. Wir haben schon viele dieser Heime kennengelernt, in Polen, wo sie mancherorts für unsere deutschen Soldaten einfach die Oase der Gastlichkeit bedeuteten, dann hier in Frankreich, wir haben uns überall noch in diesen deutschen Soldatenheimen wohlgefühlt, hier aber, das fühlen wir gleich beim Eintritt, hier empfängt uns eine besondere Atmosphäre; Kleinigkeiten künden und bekunden es, der liebevoll zusammengestellte, noch an Weihnachten erinnernde Tannenzweischmuck der Tische, die trauliche Leseecke, in der der französische Kamin das Bild beherrscht, die aber doch so urdeutsch anmutet, der blitzblank saubere Gläserschrank im Schahkraum— ja, so empfinden wir, das hier heißt nicht nur Soldatenheim, das ist wirklich ein Heim, ein deutsches Heim mitten in dem fremden Lande, in dem wir die Wacht im Westen halten. Wir haben eine scharfe Fahrt, abwechselnd durch Schneesturm und Eisregen, hinter uns. Wir sind alle bis auf Mark und Knochen durchfroren. Nun tut uns hier der warme Kaffee gut und daß es einen köstlichen Kuchen dazu gibt, macht uns besondere Freude. Und da kommt nun die Leiterin des Heimes, Schwester Lotte, wie sie sich uns vorstellt, um uns als ihre Gäste zu begrüßen. Wir lassen uns von ihr über ihre Arbeit erzählen— nein, nein, so hören wir, es war keine Kleinigkeit, alles zu schaffen und durchzufechten, bis das Heim so dastand, wie es uns heute empfängt. Die Roten=Kreuz=Schwestern, die mit der Einrichtung dieser Heime betraut werden, finden ja gewiß die nachhaltigste und weitestgehende Unterstützung der militärischen Dienststellen, die für sie zuständig sind, man geht ihnen an die Hand, wie und wo es nur möglich ist, zuletzt kommt es aber doch auf den persönlichen Einsatz an, um restlos die Aufgaben zu lösen, die uns gestellt werden. „Also, wie gesagt, es war nicht leicht, ich habe aber nie eine Sorge gehabt, daß ich's meistern werde“, meint Schwester Lotte,„schließlich bin ich ja eine alte Soldatenfrau...“ „Soldatenfrau?“ „Ja, gewiß.“ „Und Ihr Mann?“ „Ist auch hier in Frankreich, aktiver Offizier, vor zwei Wochen ist er übrigens bei uns hier mal durchgekommen, und wir konnten uns kurz wieder sehen.“ „Jedenfalls ein nicht alltäglicher Fall, daß Sie und Ihr Mann im Felde stehen." „Oh", lächelt Schwester Lotte,„ich hab' auch einen Jungen, meinen Einzigen, der'eben in diesen Tagen auch Soldat wird.“ „Das heißt mit einem Wort: eine Familie an der Front“, bemerkt einer unserer Kameraden. Ja, und so ist es und damit haben wir eine kleine aber köstliche und kostbare Merkwürdigkeit des Soldatenlebens entdeckt, daß es das gibt: eine Familie an der Front! „Ja“, meint Schwester Lotte,„was täte ich denn daheim, überhaupt jetzt, wo mein Junge auch eingerückt ist?! Daheim, da wäre ich einsam, verlassen— hier, wenn ich hjer arbeite, dann bin ich ein Glied unserer großen kämpfenden Gemeinschaft, hier stehe ich in einer Front mit den beiden liebsten Menschen meines Lebens, mit meinem Mann und meinem Jungen. Es geht ja gewiß wenigen Frauen so gut wie mir— daß sie auch heraußen sein dürfen. Aber ich hab' dieses Glück und bin glücklich darüber...“ Man muß das mit eigenen Ohren gehört und man muß in die Augen dieser Frau gesehen haben, um zu ermessen, wie unendlich einsatzbereit ein Volk sein kann, das bis in seine letzte Keimzelle, die Familie, heute an der Front steht und gewillt ist, seinen letzten Entscheidungskampf um seine Weltgeltung durchzufechten, bis zum endgültigen Sieg! „Wir werden uns wohl nie wiedersehen", so denken und reden wir auf der nachtdunklen Heimfahrt,„wir werden uns nie wiedersehen, Schwester Lotte, was Sie uns gegeben haben aber, wird bleiben. Und es verdient auch, verewigt zu werden— was heißt verewigt? Was ist ewig? Ewig allein ist der tägliche Einsatz, für den uns heute hier eines der schönsten Beispiele gegeben wurde...“ Das nächste Mat mus er eunter Vergebliche britische Angriffe auf deutschen Geleitzug ndz-PK..., den 24. Januar. Auf der Brücke eines Vorpostenbootes steht neben dem Rudergänger der Kommandant. Die dichte Lederbekleidung schützt ihn gegen den eisigen Wind, der heute über den Kanal heult. Unter einer festen Lederkappe spähen seine Blicke aufmerksam nach allen Seiten. Schon viele Stunden hindurch wacht er. Die Verantwortung, die auf ihm lastet, hält ihn während der ganzen Fahrt auf der Brücke. Er. ist es allerdings gewöhnt, im harten Dienst seine Pflicht zu tun. Von seiner Wachsamkeit hängt nicht nur das Leben seiner Mannschaft und die Sicherheit des ihm anvertrauten Bootes ab, sondern er trägt auch die Verantwortung für die Fahrzeuge des deutschen Geleitzuges, die er sicher entlang der Küste an ihren Bestimmungsort zu führen hat. Immer wieder hebt er schnell das vor seiner Brust griffbereit hängende Glas, um sorgfältig Himmel und Meer abzusuchen. Jeden Augenblick kann ein britischer Flieger aus den Wolken stürzen, oder das Sehrohr eines feindlichen Unterseebootes, vielleicht sogar die Blasenbahn eines Torpedos höchste Gefahr ankündigen. An Steuerbord und Achteraus wiegen sich im aufkommenden Winde, der unter den tiefhängenden Wolken das Meer bewegt, in gleichmäßiger Fahrt die großen Frachter des Geleitzuges. Voraus die Silhouette des Führerbootes. Weiß schäumt seine Bugsee. Immer muß mit dem Angriff englischer Unterseeboote gerechnet werden, denn der Tommy kann sich nicht daran gewöhnen, daß deutsche Geleitzüge ungefährdet passieren, während seinen Versuchen durch die deutsche Fernkampfartillerie und die deutsche Luftwaffe gewöhnlich ein schnelles Ende bereitet wird. Der Kommandant des Vorpostenbootes hat im Verlaufe seines Dienstes manche nützliche Erfahrung gesammelt. Er hat den ganzen NorwegenEinsatz mitgemacht, wo er bis zu 33 Stunden auf der Brücke stand, er kennt den Tommy und seine Kampfmethoden. Jetzt weiß er nur das eine: Seine Aufgabe den Geleitzug zusammen mit dem Boot seines Rottenführers sicher an den Bestimmungsort zu bringen, wird erfüllt werden. Da, ein fernes Motorengeräusch, blitzschnell reißt er sein Glas hoch. Jetzt kann jede Sekunde entscheidend sein. Schneller, als es eine Feder schildern kann, entwickeln sich die Ereignisse. „Fliegeralarm“ gellt es durch das Boot.„Fliegeralarm“ wird auf den Schiffen des Geleitzuges gegeben. Angestrengt blickt der Kommandant durch das Glas. Von ihm allein hängt jetzt alles ab. Während an den Geschützen und Maschinengewehren die Bedieyungen sich in angespannter Aufmerksamkeit auf das Ziel richten, erkennt er das Flugzeug, das sich in rasender Geschwindigkeit— aus den Wolken stürzend— nähert. Hoheitszeichen? Noch nicht zu erkennen. Aber wie ist die Silhouette? Das ist kein Deutscher! Geschwungene Tragflächen— ein typischer Tommy — eine„Spitfire". Und im gleichen Augenblick, erkennen und Entschluß sind eins:„Feuererlaubnis!" Zugleich aber mit dem Fliegeralarm ist Funkspruch an die deutschen Küstenbatterien gegeben worden, und während die leuchtenden Striche des Maschinengewehrfeuers dem Tommy entgegenflitzen, blitzen auch am Land die Geschütze der Marineartillerie auf. Von allen Seiten schlägt dem Engländer das Abwehrfeuer entgegen. Die Besatzungen vergessen die Gefahr, in der sie sich befinden. Ein prächtiger Anblick, wie die Leuchtspur dem Feind entgegenjagt. Jetzt, Steuerbord, achteraus sängt er sich. Deutlich sind die britischen Kokorden zu erkennen. Aber er wagt den Anflug nicht, ebenso schnell wie er kam, zieht er wieder hoch, und in wenigen Sekunden ist der Tommy vor der Abwehr ausgerissen, ohne einen Schuß abgegeben zu haben. Das gut liegende Feuer vor allem der Maschinengewehr=Bedienung hat seinen Angriff schon im Versuch zunichte gemacht. Der Kommandant ist fest überzeugt, hier einen alten Bekannten vor sich zu haben, der neulich ebenfalls ungefähr an der gleichen Stelle den Geleitzug angriff. Da allerdinas hing die Wolkendecke tiefer, der Regen peitschte, überraschend war der Tommy da und schoß aus allen Rohren. Das Boot lief zickzack höchste Fahrt, der Brite traf nichts und hatte auch nicht den Schneid, den Angriff durchzuführen. Er drehte wieder ab, als ihm das Feuer nur so„entgegenflutschte“. Der Kommandant lobt mit Recht seine Ma schinengewehr=Bedienung, die schon Rekorde an Treffsicherheit aufstellte, so zum Beispiel bei Abschuß von Treibminen, die mit wenigen Schuß erledigt wurden. „Das nächste Mal muß er runter"— diese, seine Worte sind allen Männern aus dem Herzen gesprochen. Kriegsberichter Haus Biallas. Ermächtigungsgesetz für Japan Weitgehende Vollmachten im Interesse des nationalen Aufbaues und der Landesverteidigung. Tokio, den 24. Januar. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Regierung fast die Hälfte aller schwebenden Gesetzvorlagen, soweit sie nicht unmittelbar mit dem Haushalt und den für die Durchführung des Generalmobilmachungsplans bestimmten Gesetzen zusammenhängen, nicht vor den Reichstag bringen wird. Hierzu gehören u. a. das Wahlreformgesetz und eine Reihe wirtschaftlicher Vorlagen. Dagegen werden das Gesetz zur Abänderung des Generalmobilmachungsgesetzes und eine Vorlage zur Vervollkommnung der Landesverteidigung dem Reichstag sofort zugehen. Da das neue Wahlgesetz vorläufig nicht zur Verhandlung kommt, beabsichtigt die Regierung, die Mandate der Abgeordneten des Reichstages, der Provinziallandtage usw. um ein Jahr zu verlängern. Bezüglich der Aenderung und Ergänzung des Generalmobilmachungsgesetzes, das bekanntlich weitgehende Vollmachten für die Regierung vorsieht, sei anzunehmen, daß es mit großer Mehrheit vom Reichstage angenommen werde. Die Regierung werde auf Grund dieses Ernächtigungsgesetzes eine Reihe der jetzt nicht eingebrachten Vorlagen auf dem Wege der Verordnung zur Durchführung bringen. Laut„Tokio Asahi Schimbun“ handelt es sich hierbei in erster Linie um die wichtigsten Wirtschaftskontrollgesetze. Gonze 500000 Reichsmark! Wahrhaft plutokratische„Opfer“ für Griechenland. Berlin opferte an einem Sonntag das Dreifache. Berlin, den 24. Januar. Die Herren Plutokraten in England haben, wie Reuter meldet, wieder einmal„ganz großzügig“ in ihre Taschen gegriffen. So jedenfalls will es der Herr Lordsiegelbewahrer Attlee mit seinem Unterhaus=Gerede nicht nur seinen Zuhörern, sondern vor allem der„notleidenden tapferen griechischen Nation“ weismachen. Großsprecherisch posaunt er in die Welt,„daß 46 000 Pfund Sterling für den griechischen Hilfsfonds gezeichnet worden seien“. Also 46 000 Pfund(etwa 500 000 RM) brachte das plutokratische England für den notleidenden Bundesgenossen auf. Die Höhe dieser Summe wird erst recht deutlich, wenn man die Ergebnisse der WHW=Opfersonntage in Deutschland in Vergleich stellt. So brachte z. B. der 1. Opfersonntag in diesem Jahr(12. Januar) in Berlin über 1,59 Mill. RM. Das ist also das Dreifache von dem, was die Herren englischen Plutokraten zusammen für die Notleidenden in Griechenland aufbrachten. Offensichtlich fand auch die britische Regierung diese 46000 Pfund für kläglich. Deshalb hat sie, um mit Attlee zu sprechen,„trotz zahlreicher innerer Notwendigkeiten beschlossen, 25 000 Pfund (etwa 300 000 RM) dem britischen Gesandten in Athen zur Unterstützung der griechischen Bevölkerung zur Verfügung zu stellen“. Diese Summe schlägt erst recht dem Faß den Boden aus. Es dürfte übrigens der englischen Regierung nicht sehr schwer gefallen sein, diese paar lumpigen Pfund aus den eben erst„vertraglich“ geraubten Gold= und Devisenbeständen Belgisch=Kongos abzuzweigen. Wer will Marineoffizier werden? Berlin, den 24. Januar. Das Oberkommando der Kriegsmarine stellt zum 1. Mai 1941 Offiziersanwärter für die Verwaltungsoffizierlaufbahn ein. Bewerber hierfür müssen Schüler höherer ooer diesen gleichzuachtender Lehranstalten sein und nach dem bisherigen Schuljahrbeginn zu Östern 1941 in die 8. Klasse versetzt werden. Sie können sich sofort bei der Inspektion des Bildungswesens der Marine, Annahmestelle, in Kiel melden. Sofern sie von der Inspektion des Bildungswesens der Marine angenommen sind und ihre zuständige Schulbehörde Führung und Leistung als ausreichend anerkennt, erhalten sie gemäß Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung IIIa Nr. 124 G RV vom 12. 11. 40 nach einer Einstellung das Reifezeugnis. Auskunft erteilen die Marineoffiziere bei den zuständigen Wehrbezirkskommandos. Vordrucke für die Anmeldung übersendet die Inspektion des Bildungswesens der Marine, Annahmestelle, Kiel, die auch zu weitergehenden Auskünften bereit ist. Ju deei Zeilen Berlin. Der Führer hat den Oberstleutnant der Schutzpolizei Korsemann zum=Oberführer und Oberst der Schutzpolizei ernannt. Berlin. Der ungarische Honvedminister Vitea Bartha, der am 23. Januar in Berlin eintraf, ist am Abend des 23. Januar Gast des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, und folgt am 24. Januar einer Einladung des Oberbefehlshabers des Ersatzheeres, Generaloberst Fromm, in Vertretung des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch. Rio de Janeiro. Die brasilianische Regierung hat in London Protest erhoven gegen die Verletzung der amerikanischen Sicherheitszone bei dem britischen Ueberfall auf die„Mendoza". Außerdem regte das brasilianische Außenministerium bei der Regierung von Panama einen gemeinsamen Protest aller amerikanischer Staaten gegen den englischen Rechtsbruch an. Washington. Der demokratische Senator Smathers brachte einen Gesetzentwurf ein, der es Kuba gestatten werde, als Bundesstaat in die Verein. Staaten aufgenommen zu werden. New York. In Hamilton, der Hauptstadt der Bermuda=Inseln, wurde amtlich bekanntgegeben, daß die Inseln Morgan und Tucker an die Vereinigten Staaten als Luftbasen auf 99 Jahre verpachtet worden seien. Aus London meldet INS. hierzu, daß die britische Regierung diese Verpachtung bestätige. Es handle sich um zwei kleine Inseln, die auf der Südwestseite der Bermudas liegen und für Flugzeugbasen besonders geeignet seien. Beick an die Heimat All zu nahe Ein Redner sprach/ Mit Begeisterung und Feuer sprach er. Von einem alten Meister der Malerei. Die Schilderungen sprühten, die Worte waren Glut Und er malte selbst eine versunkene Welt, die sich verlor an die Inbrunst einer Lebensergreifung seltsamer Art. Alles Nahe versank. Eine Ferne täuchte wie eine schillernde Wunderblume auf. Frauen schritten in seidenen Gewändern. Männerköpfe hoben sich blaß aus duftigen Halskrausen. Degen klirrten. Purpur prunkte. Eine Vision der Erhabenheit war es. Und visionär suchte der Blick die Welt hinter den Dingen. Hielt aber doch die Dinge fest, rückte sie in gleißendes Licht und betete sie an. Was keiner fassen kann, was hinter den Erscheinungen liegt, glühte in Farben. Und Berg und Tal, und Stadt und Haus, stolz ragender Turm und tief abstürzende Schlucht sind in unirdisches Licht getaucht. Der Himmel selbst hat seine brennenden Fanale weit hingebreitet. Sein Widerschein lodert im Fluß. Man hing am Munde des Redners. Man bekam glühende Wangen. Man geriet in den Bann der Worte und Bilder, die er zeigte. Ein großes Erlebnis, sagten alle. Sie traten in die Nacht hinaus. Rauher Wind warf sich ihnen entgegen. Da schüttelten sie das Erlebnis ab. Was sollten sie mit ihm im grauen Alltag, der sie jetzt mit Sturm empfing? Unwillig taten sie das. Sie waren ja in eine Verzauberung geraten, die sie auf einmal nicht brauchen konnten, die sie aber doch behalten wollten. Und dann begannen sie, vor sich selbst eine Entschuldigung zu suchen. Sie wollten sich nicht eingestehen, daß sie von den glühenden Worten, den fremden Bildern eingefangen worden waren. Ihr Eigenes wollten sie behaupten. Waren sie nicht zu willig gefolgt? Hatten sie sich nicht gar zu leicht in die Gewalt des Wortes gegeben? Sie lehnten jetzt ab, um vor sich selbst zu bestehen. Sie verwarfen, was sie für eine Stunde fast angebetet hatten. Zu nahe waren sie dem Feuer gekommen. Und zu nahe war der Redner selbst herangegangen. Er selbst hatte sich an den Gegenstand verloren. So fehlte ihm auch der Maßstab für die anderen Dinge. Als ob sie nicht auch Werte besäßen! Andere Werte, gewiß, aber doch Werte ohne Zweifel. Zu nah und zu fern— beides krankt an dem Zuviel. Das rechte Maß ist das Geheimnis des unverlierbaren Erfolges. So manche Freundschaft wird zerstampft von dem Zunahe. So manche Liebe stirbt daran. Wohl uns, wenn wir stets das rechte Maß kennen! Briefmarkensammler, herhören! Es handelt sich um die KdF.=Sammlergruppen Die außergewöhnlichen Anforderungen, die an das Personal der Versandstelle für Sammlermarken in Berlin gestellt werden, haben das Reichspostministerium veranlaßt, in der neuesten Nummer des Amtsblattes darauf hinzuweisen, daß in Zukunft keine Bestellungen von Einzelsammlern, die keiner Fachorganisation angehören, entgegengenommen werden. Alle diese Einzelsammler haben Gelegenheit, sich den Kd F.=Sammlergruppen gegen eine geringe Monatsgebühr von nur 20 Rpf. anzuschließen. Sie finden hier alles, was sie suchen: Kameradschaftliche und sorgfältige Betreuung und Vertretung ihrer Interessen sowie weitgehende Preisvergünstigung durch den verbilligten Bezug ihrer Neuheiten. Meldungen nehmen alle KdF.=Dienststellen zur Weiterleitung entgegen. btl — Die Verwendung von Behelfs=Alarmgeräten. In der 10. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz ist bestimmt, daß der Luftschutzwart bei Ertönen der Sirenen den Fliegeralarm mit Hilfe des Behelss=Alarmgerätes im Hause weitergibt. Die Befolgung dieser Anordnung hat gelegentlich zu Unzuträglichkeiten geführt, weshalb von maßgeblicher Seite zum Ausdruck gebracht wurde, daß eine Weitergabe des Fliegeralarms mit Alarmgerät innerhalb des Hauses nicht mehr stattfinden solle. Vielmehr soll der Luftschutzwart solche Hausbewohner, von denen bekannt ist, daß sie die Sirenen überhören, einzeln auf den Fliegeralarm aufmerksam machen. Dieser Handhabung steht jedoch die gegebenenfalls nur kurze Zeit zwischen Alarm und Beginn des Luftangriffs oder Flakbeschusses im Wege. Der Reichsluftfahrtminister hat deshalb angeordnet: In Orten mit Großalarmgeräten wird der überwiegende Teil der Angehörigen der Luftschutzgemeinschaften durch den Fliegeralarm selbst geweckt. Wo dies jedoch nicht sichergestellt ist, hat der Luftschutzwart nach den örtlichen Verhältnissen und den gemachten Erfahrungen zu entscheiden, ob und in welcher Weise er die Hausbewohner zusätzlich alarmiert. Hierbei ist gegen die Verwendung von BehelfsAlarmgéräten, sofern diese mit den öffentlichen Alarmierungsgeräten nicht verwechselt werden können, nichts einzuwenden. btlh Verdunkelung In der zweiten Hälfte des Monats Januar ist im Luftschutzort Bochum(umfassend die Städte Bochum, Castrop=Rauxel, Hattingen, Herne, Wanne=Eickel, Wattenscheid und Witten) in der Zeit von 18.15 Uhr abends bis 8.45 Uhr morgens zu verdunkeln. Der heutige hattinger Stadtspiegel — Jahrgang 1930/31 tritt an. In den Schaufenstern hängen seit einigen Tagen rote Plakate, auf denen in großen Lettern geschrieben steht, daß die Eltern ihre Kinder des Jahrgangs 1930/31 zur Hitlerjugend anzumelden haben. Der Jahrgang tritt jetzt an, um dem Führer zu dienen. Die Meldestellen zur Anmeldung der Jungen und Mädel sind geöffnet: Sonnabend, den 25. Januar von 15—17 Uhr in Hattingen in der Heggerfeldschule, in Welver im HJ.=Heim Horstschule, in Blankenstein im HJ.=Heim, in Winz im HJ.=Heim Schule Winz, in Sprockhövel im HJ.=Heim Elberfelder Straße, in Altendoxf in der Schule Kohlenstraße, in Bredenscheid in der Schule am Bahnhof Bredenscheid, in Niederwenigern im HJ.=Heim (nur für DI.), in Nierenhof in der Schule Bergstraße(nur für DI.), in Herbede=Kämpen=Vormholz im HJ.=Heim Hauptstraße. —„Zeppelin gestern und heute". Wie wir bereits mitgeteilt haben, findet morgen ein Lichtbildervortrag des Volksbildungswerkes über dieses Thema durch den Pionier der Luftfahrt L. Adelt, Berlin, um 19.30 Uhr im Evgl. Gemeindehaus in Es soll großzügig gehandelt werden Ersatzbeschaffung von Kleidung bei Fliegerschäden Verschiedentlich ist darüber Klage geführt worden, daß die Wirtschaftsämter die Zuteilung von Bezugscheinen für die Ersatzbeschaffung von Spinnstoffwaren und Kleidungsstücken an durch Fliegerangriffe geschädigte Personen in unzureichender Weise handhaben. Die Wirtschaftsämter sind angewiesen, Bezugscheine in angemessenem Umfang auch unter Ueberschreitung der Normalbestandsgrenzen zu erteilen, wenn der Antragsteller glaubhaft macht, daß er bisher über größere Bestände verfügt hat. Der Reichswirtschaftsminister ersucht jetzt in einem Erlaß, auf eine möglichst großzüdige Anslegung dieser Bestimmungen hinzuwirken. Die Wirtschaftsämter sollen angehalten werden, in derartigen Fällen Bezugscheine in einem Umfang zuzuteilen, der dem Antragsteller die Fortführung seines bisherigen Lebensstandards unter Berücksichtigung seiner persönlichen Verhältnisse, insbesondere seiner Stellung im Erwerbsleben, in angemessenem Umfange ermöglicht. bl. Niederbonsfeld — DAF=Tagung der Amtswalter und Warte. Sonntag, den 26. Jan., 10 Uhr, findet bei Huxelmann die erste Besprechung aller Amtswalter und Warte für dieses Jahr statt. Da das neue Jahr ein großes Arbeitsfeld vorsieht, ist es unbedingt Pflicht eines jeden, zu erscheinen. Altendorf-Ruhr — Die Pflicht=HJ. Altendorf und Niederwenigern tritt Sonntag, den 26. Januar, um 10.30 Uhr an der Evgl. Schüle in Altendorf an. Kleinbahn Bossel-Blankenstein Der Geschäftsbericht der Gesellschaft weist günstige Jahlen auf Die Kleinbahn Bossel—Blankenstein legte ihren-Gesellschaftern— das sind die Vertreter der anliegenden Gemeinden— ihren Jahresabschluß für den Zeitraum vom 1. April 1939 bis 31. März 1940 vor. Mit Genugtuung durfte man daraus entnehmen, daß das ehemalige„Schmerzenskind“ zu einem durchaus lukrativen Unternehmen geworden ist. Wenn der Reingewinn kein allzu hoher ist, so hat das darin seine Ursache, daß seit Jahren größere Aufwendungen für die Unterhaltung der Bahnanlagen gemacht werden. So wurden für diesen Zweck, vor allem für die Herrichtung des Oberbaues, über 100 000 RM. ausgegeben. Auf Grund dieser Aufwendungen befinden sich sämtliche Anlagen wie auch die Betriebsmittel in bestem Zustande. Im Nachfolgenden seien einige Zahlen aus dem Geschäftsbericht genannt, die über den Verkehr auf der Bahn, über die Einnahmen und Ausgaben Auskunft geben: Verkehr und Betrieb: Insgesamt wurden 117450 t verfrachtet, gegenüber dem Vorjahre 20 293 t mehr. Von den verfrachteten Tonnen entfallen auf Zechenbetriebe 89624 t, auf Steinbruchbetriebe 4261 t und auf sonstige Verfrachter 22864 t. Ueber den Reichsbahnhof Blankenstein=Ruhr wurden empfangen 5 966 t und befördert 87871 t, über den Reichsbahnhof Schee empfangen 1580 t und befördert 20 272 t. Im Lokalverkehr wurden 1760 t befördert. Die Zahl der geleisteten Tonnen=Kilometer beträgt 615 690. Hiervon entfallen auf den Empfang über Blankenstein=Ruhr 18905 und auf den Versand 445 939, auf den Empfang über Schee 10277, auf den Versand 18905 und auf den Lokalverkehr 6195 Tonnen=Kilometer. Betriebsergebnis: Die Gesamteinnahmen betrugen 106 858 RM. und die Gesamtausgaben 100 979 RM. Die Einnahmen der Kleinbahn aus dem Güterverkehr beliefen sich auf 103 059 RM., gegen 82 865 RM. im Vorjahr. Von der Einnahme von 103 059 RM. entfielen 52 952 RM. auf den Versand, 4877 RM. auf den Emsfang, 969 RM. auf den Lokalverkehr, 34 004 RM. auf Kleinbahnvergütung und 10 257 RM. auf Nebengebühren. Betriebsmittel: Die Lokomotive Nr. 1 wurde in der Werkstätte der Westfälischen LandesHattingen statt. Der Vortrag dürfte besonderes Interesse dadurch erwecken, daß der Redner die Zeppelinkatastrophe in Lakehurst in Amerika seiner Zeit selbst mitgemacht hat. Im übrigen dürfte das Thema„Zeppelin" weiteste Kreise interessieren. — Feierstunde der NSDAP. Wir machen wiederholt auf die Feierstunde aller Hattinger Ortsgruppen am Sonntagvormittag des 2. Februar aufmerksam. Im' Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Vortrag eines Kriegsberichters, der aus eigenem Erleben sprechen wird. Denkt an unsere Feldgrauen an der Front und in den Lazaretten! Sie warten auf guten Lesestoff! Das beste Buch ist gerade gut genug! Spendet Bücher! — Ein Opferschießen veranstaltet morgen, Sonnabend, die Kameradschaft ehem. Pioniere im Lokale„Westfälischer Hof“ auf der ViktorLutze=Straße. Neben den Kameraden sind alle Volksgenossen eingeladen. Schöne Preise können errungen werden. Oberstüter — Opferschießen bei Ascherfeld. In Oberstüter tritt am Sonnabend, dem 25. 1., ab 18 Uhr, jeder Kamerad und Volksgenosse beim Kameraden Ascherfeld an die Gewehre zum Opferschießen der Kriegerkameradschaft. Da es im Interesse einer guten Sache ist, rufen wir jedem Kamerad und Volksgenossen zu: Es tue ein jeder seine Pflicht und gehe zum Opferschießen hin. — Ingendfilmstunde. Am kommenden Sonntag, dem 26. 1. 41, findet unsere nächste Jugendfilmstunde statt. Jungmädel und DJ. treten um 10.30 Uhr am Herbeder H#=Heim an. Die HIGefg. 4/99 hält vorher einen Gefolgschaftsappell ab und tritt bereits um 10 Uhr am HIe=Heim in Herbede an. Die Antrittszeit für den BDM. bleibt bestehen. Nur die BDM=Schar Durchholz tritt um 9 Uhr am HI=Heim Durchholz an. Der Unkostenbeitrag beträgt 0,20 RM. Eintrittskarten werden am Antrittsort ausgegeben. eisenbahn in Lippstadt überholt und untersucht. Die Kosten der Instandsetzung und Untersuchung beliefen sich auf 8 654 RM. Die Lokomotiven und auch die Güterwagen befinden sich in gutem und betriebssicherem Zustande. Die Kleinbahn besitzt 2 Lokomotiven und 10 Güterwagen. Von den 10 Güterwagen sind 8 in den Reichsbahnwagenpark eingestellt. Oberbau. Die Durchreparatur des Oberbaues ist weiter fortgeschritten. Die für die Reparatur des Oberbaues gemachten Aufwendungen belaufen sich einschl. Löhne auf 42519 RM. Die Gebäulichkeiten sind in gutem Zustande. Der erboste Schmied Oder: Die Holzschuhe im Schulofen— Kleines Begebnis aus dem Jahre 1871 Höhenuult: Regee, Mozactvaciationen Das 7. Hauptkonzert des Bochumer Städtischen Orchesters im Stadttheater Das Hauptereignis des 7. Hauptkonzertes des Bochumer Städt. Orchesters waren unstreitig Max Regers Variationen über ein Thema von Mozart. Das Werk ist schon oft in Bochum erklungen. Es erlebt immer wieder stürmischen Beifall und nimmt stets aufs neue gefangen. Die 8 Variationen über das Mozart=Thema aus der A=Dur=Klaviersonate sind mit die glücklichsten Einfälle des fast vollendeten Reger. Der Bombast, das„Ueberbarock“ waren von dem„geborenen Polyphonisten" abgefallen. Er schuf ein prachtvolles Werk, das in seiner Geschlossenheit des Stils turmhoch über den meisten Werken dieser Art steht. Schon die Wahl des graziösen Themas läßt Köstliches ahnen. Das gewaltige Orchester schwelgt nur so in Schönheit. In breiten, glitzernden Bächen strömt der Wohlklang dahin. An keiner Stelle süßlich oder gedunsen. Reger hat immer das Beste geschaffen, wenn er sich versenkte in die subtile Ausgestaltung eines Gedankens. Er wandelt sein Thema harmonisch und rhythmisch ab und gewinnt dem gracioso soviel wunderschöne Nebengedanken ab, daß man gefangen ist von soviel Geist und Witz, Innigkeit und Fülle des Einfalls. Dabei bleibt er konsequent bei seinem Gedanken; läßt ihn breit ausladend strömen, zeigt ihm sein Spiegelbild, verlagert die Melodienführung einmal ins Holz, in die lieblichen Bezirke der Hörner, in die schmerzlich-süßen Saiten der Celli,. Einmal umrankt er es mit glitzerndem Geigengeriesel, das andere Mal klingt breit un: innig die Melodie im Tutti auf. Und beendi wird das ganze Werk durch eine gewaltige Fuge, die sich türmt und kunstvoll verschlingt und in machtvoller Rückkehr zum eigentlichen Thema glückhaft vollendet. Klaus Nettstraeter fühlte sich dem großen Werk stark verbunden und legte es von vornherein breiter an, als man es sonst wohl gewohnt ist. Dadurch vermied er glücklich die kleinen Unebenheiten, die im„Quasi presto" und im„Vivace“ allzuleicht auftreten; dadurch erreichte er im„Sostenuto" und„Adagietto“ einen besonders schwelgerischen Klang; vermied er aber vor allen Dingen eine überhastete Fuge, bei deren Fortschreiten sowieso der Fluß der Bewegung drängender wird. Die Gestaltung des Finales war ein Musterbeispiel von zuchtvollem Orchesterspiel, eisern fest geleitetz und doch in prächtig gleitender Bewegung gehalten. Der Dirigent leitete das schwierige, außerordentlich „dick“ instrumentierte Werk ohne Partitur und vollbrachte damit außerdem eine enorme Gedächtnisleistung. Der sehr herzliche und anhaltende Beifall zeigte ihm sinnfällig den Erfolg seines Bemühens. Mit der„Seidenen Leiter", einer weithin unbekannten, kleinen Ouvertüre Rossinis, begann das Konzert. Das prickelnde, eilfertig dahineilende Werk gab einen reizenden Konzertauftakt. Kobolde kletterten die Leiter hinauf und hinunter und trieben ein munteres Spiel. Die Sprossen sonneübergossen, hing die Leiter wohl von einem schönen Kastell hinab in einen Blumengarten. Man konnte seine helle Freude an der Ouvertüre haben. Der Lehrer in einer westfäl. Nachbarschule hatte einem unartigen Mädel„den Kopf zurechtgesetzt“. Heulend erzählte es der Mutter, daß es zu Unrecht bestraft worden sei;„es habe ja garnichts getan". Die Mutter eilt in die Schmiedewerkstatt ihres Mannes.„Dat dröf wi us nit gefallen loten van däm jungen Greinschnabel!" Wilm, der Mann, etwas klein geraten, teilt diese Meinung. In großen Holzschuhen, mit ledernem Schurzfell, gerußten Händen und schwarzem Gesicht, stolpert er zur Schule. Der Radau lockt den nebenan beschäftigten älteren Lehrer herbei.— „Was wollen Sie hier? Raus mit Ihnen!"— „Wat, raus mit Ihnen? Kreiz=Gewitter, use Deerne hit jo gar nicks gedohn!"—„Das ist es ja eben, gar nichts getan für den Unterricht, dafür ist sie ja eben bestraft worden." Im nächGanz oben im Orchester saß ein Mann hinter seiner Baßposaune und hatte Unruhe im Herzen. Er hatte Noten zu blasen, die er selbst geschrieben hatte, einige Takte, die Teil einer wuchtigen Toccata waren. Sein Orchesterleiter brachte sein Werk zur Uraufführung. Eine schöne Tat eines Dirigenten, der also nicht nur ein Herz für die Jungen draußen hat, sondern auch das Werk eines seiner Männer ans Licht holt. Herbert Zöpisch hat seiner Toccata einen gewaltigen, wuchtigen Rahmen gegeben. Die Freiheit, die die gewählte Form ihm bietet, wird glücklich gemeistert. Sie verführte ihn nicht zur„Phrase", sondern gebot ihm ein Sichbescheiden in einem sehr konsequenten Aufbau. Von einem etwas monströsen Beginn kommt er schnell zum eigentlichen Thema und erzielt in durchaus gebundener „Barockform“ eigenartige Klangreize, Umrahmungen und Durchführungen, die gediegenes Wissen verraten und den Mann mit Orchestererfahrung zeigen. Da seine Kollegen sich„hineinlegten", kam eine Interpretation zustande, die dem Werkinhalt in vollem Maße zugute kam. Geradezu stürmischer Beifall bewies den Erfolg. Zöpisch konnte sich oft bedanken. Neben dem Publikum brachte ihm das Orchester eine Ovation. Man darf sich mit ihm ob des Sieges freuen. Hans Hermann Nissen, Bariton an der Münchener Staatsoper, sang mit seiner kraftvollen Stimme, die vor allem in der tiefen Lage über erhebliches Volumen verfügt, zunächst zwei Arien von Händel und dann zwei Orchesterlieder von Hugo Wolf, und zwar: Gesang Weylas und„Der Rattenfänger", wovon besonders das zweite sehr ansprach. Nach der Pause hörten wir„Wotans Abschied“ aus Richard Wagners„Walküre". Hier hatte er Gelegenheit, seine großen Mittel einzusetzen und eine einprägsame Darstellung seines Könnens zu geben. Man dankte auch ihm mit herzlichem Beifall. Hans Hollender. sten Augenblick steht der abgebrochene Riese draußen. Vor der Schultür sucht der Schmied nach seinen im Flur ausgezogenen Blotschen. Nach längerem Suchen werden sie im— Ofen der oberen Klasse halb verkohlt entdeckt. Daß die Suche nach dem Uebeltäter vergeblich war, versteht sich bei der„Kameradschaft" in der Oberklasse von selbst. Dem Schmied blieb daher nichts anderes übrig, als sich am Samstag, dem 23. Januar 1871, donnerkielend durch den Schnee auf die Strümpfe zu machen. Und daheim donnerkielte die Frau über ihren Schlappschwanz Wilm.— Mitgeteilt von einem älteren Leser, der es vom Schmied selbst oft erzählen hörte. Weitmar — Beim Einfangen eines Kanarienvogels vom Dach gestürzt. Ein in den 60er Jahren stehender Invalide aus der Hattinger Straße stürzte am Mittwochmittag vom Dach eines Anbaues; er war bei seinem Schwager und wollte einen entflogenen Kanarienvogel wieder einfangen. Beim Anschleichen an den Flüchtling verlor er plötzlich den Halt und stürzte vom Dach in den Hof, wo er mit einem Armbruch und Beinverletzungen liegen blieb. — Organdy für die Hälfte der Punktzahl. Zu den Spinnstoffwaren, die nach Einführung der Zweiten Reichskleiderkarte punktpflichtig geworden sind, gehören auch Organdystoffe, Ausbrennerstoffe, Glasbattist, Lack= und Metallfadenstoffe. Obwohl es sich hierbei um leichte modische Stoffe von geringerer Haltbarkeit handelt, mußte der Käufer also für sie die gleiche Punktzahl aufwenden, wie für schwere Spinnstoffwaren von längerer Haltbarkeit. Um hier einen gerechten Ausgleich zu schaffen, sieht eine Bekanntmachung der Reichsstelle für Kleidung nunmehr vor, daß beim Kauf solcher leichten Stoffe nur die Hälfte der auf der Reichskleiderkarte vorgeschriebenen Punkte abzugeben ist. ht Heute abend„Madame Butterfly“ Puccinis Meisteroper bedarf keiner empfehlenden Worte mehr, zumal auch die Kölner Aufführung, die seit längerem auf dem Spielplan steht, allen Ansprüchen genügt. Unter der musikalischen Leitung von Günter Wand und in der Inszenierung von Hans Schmid sehen wir, wie schon öfters, in der Titelrolle Henny Neumann=Knapp. Weiter wirken mit: Lotte Loos=Werther, Schumann, Blasius, Nohl, Riedel, Schanzura, Schecke. Denkt an die WHW=Briefmarken.— Auf jede Weise muß das Kriegs=WHW unter stützt werden! Ein Ritt ins Ungewisse Heiteres Erlebnis während des Feldzuges im Westen Von 4=Kriegsberichter Herbert Bonda(#=PK) im Westen. Nach endlosen Marschtagen, von vielen Gefechten unterbrochen, kommt die schnelle, vollmotorisierte=Division endlich einmal zur wohlverdienten Ruhepause. Waffen, Geräte und Fahrzeuge werden instandgesetzt und die vom ewigen Fahren steifgewordenen Knochen einmal richtig ausgeschlenkert. Jeder tut das auf seine ihm dienlich erscheinende Weise. Der eine hüpft wie ein Storch im Salat über die grüne Wiese, indem er die Knie beim Staksen bis an die Halsbinde emporstößt und mit den Armen wie ein gerade flügge gewordener Adebar um sich schlägt; dem anderen sagt mehr ein zünftiger Dauerlauf zu, um den eingerosteten Knochen die alte Elastizität zurückzugeben. Die Mehrzahl der Kameraden scheint sich jedoch darüber einig zu sein, daß im Felde„Der Schlaf in jeder Lage“ als Allheilmittel für jegliche Beschwerden herhalten muß. Der Schlaf muß hier halten, was in der Garnison das Rhizinus zu sein verspricht. „Reichsrottenführer“ M.— ich habe versprechen müssen, seinen ehrlichen Namen zu verschweigen— startete eine Sonderaktion. Als hochangesehener Kraftfahrer und Lenker eines hundertpferdigen Personenkraftwagens war er naturgemäß in der Zoologie nicht beschlagen, zumal er im privaten Erdendasein als wohlbestallter Autoschlosser in einem großen Industriegebiet sein Leben lebte. Unser Rottenführer M., nennen wir ihn der Kürze halber„Moppel“, was auch seinem äußeren Menschen wegen seiner Kleinheit und Rundlichkeit entspricht, entdeckt auf der Wiese ein vierbeiniges Lebewesen, das man ohne Schwierigkeit als ausgewachsenes Pferd ansprechen kann. Er peilt das blanke Pferdchen mit seinen lustigen Augen an und denkt so für sich, daß ein kleiner Ritt ohne eigene Anstrengung„Bewegung“ verschaffen könnte. Er war wie jeder rechtschaffene Kraftfahrer jeglicher Beinarbeit feindlich gesinnt, es sei denn, daß es sich um das Treten von Kuppelungs= und Gashebeln handelte. Das läßt sich nun wirklich nicht umgehen. Sein Vorhaben findet den ungeteilten Beifall aller Kameraden, der sich in einer verdächtigen Hilfsbereitschaft kundtut. Der lange, sich immer schonende Wastl, ein Landwirtssohn, erhebt sich großmütig von seinem improvisierten Strohlager, um mit Sachkenntnis die Rosinante mit Zungenschnalzen und so weiter einzufangen. Von vier kräftigen Männerfäusten wird Moppel auf das geduldige Kreuz des Zossen gewuchtet. Der Wastl klärt den jungen Reitersmann über die wesentlichen Merkmale der Kunst des Reitens als Fachmann auf und versetzt der linken feisten Backe des Pferdthens unter eindeutigem Grinsen einen heftigen Klapps. Das Rößlein hat verstanden uno zuckelt im kurzen Trab mit unserem Moppel los. Da das Reiten ohne Sattel, ohne Zügel und Bügel selbst erprobten Reitern einige Schwierigkeiten bereiten soll, kann man sich vorstellen, wie erheiternd sich Moppel bei seinem Erstlingsritt seinen Kameraden vorstellte. Anfangs ging auch alles gut. Das Pferd zukkelte ganz wie es wollte, mal im Kreis herum, mal trabte es in einer wundervollen Acht. Es wußte ganz genau, was es wollte. Bis, ja bis— bis Moppel sich unterfing, etwas zu wollen. Da nun ein blanker Pferderücken noch niemals mit einem Lenkrad ausgestattet wurde, blieben alle Bemühungen Moppels, das Pferd in seinem Sinne zu beeinflussen, ohne jeden Erfolg. Bei allem Respekt für Moppels gute Haltung — er war oben geblieben— machte die Marschrichtung des beleidigten Pferdes den Kameraden ernstliche Sorgen. Als die ersten warnenden Rufe der verdutzten Kameraden dem einflußlosen Reiter zugerufen wurden, war er schon außer Rufweite. Zerknirscht, mit teils blassen, teils roten Gesichtern starrten die Kameraden ihrem Moppel nach. Der Wastl starrte wachsbleich, von einem riesenhaften Schuldbewußtsein belastet, dem durch die große Entfernung schon winzig klein gewordenen Reiter nach. „Was wird nun werden——?“ Keiner wußte es! Was sie jedoch alle wußten, war die feststehende Tatsache, daß das Gehöft, auf das der unfreiwillige Reiter zutrabte, noch von den Franzosen besetzt war. Und was hat der Moppel schon bei sich? Nichts, rein gar nichts! Kein Gewehr, keine Pistole—— nichts als Mütze, Rock, Hose und seine Knobelbecher an den Füßen!— Mäuschenstill ist es im Kreise seiner Kameraden. Jeder wartet auf den ersten Schuß, der ihrem Moppel gelten mußte. Nicht!—— Es bleibt alles still!—— Eine Gruppe macht sich schon fertig für einen Befreiungsversuch. Die Minuten kriechen in schleichendem Tempo dahin. Die Gruppe zur Befreiung des Kameraden will sich gerade in Marsch setzen, da wird es am Ausgang des Gehöftes lebendig. Es wimmelt da von braunen Uniformen—. Die Männer greifen zu den Waffen. Das müssen auch die Franzmänner erkennen, aber die spritzen nicht auseinander, sondern bleiben hübsch beisammen in einem dicken Knäuel. Ein Feuerstoß aus einem MG hätte sie alle umgelegt. Was wird dort gespielt?— Jetzt setzt sich der braune Haufen in Marsch und kommt langsam näher. Als sich die braune Kolonne beim Näherkommen von den verdeckenden Umrissen des dahinterliegenden Gehöftes löst, sperren die Kameraden die Augen und auch den Mund weit auf. Sie trauen kaum ihren Augen—— Vor der braunen Kolonne der Franzosen reitet stolz auf seinem Roß: Moppel! Der Empfang, der Moppel zuteil. wird, ist kaum wiederzugeben. Die Ueberraschung, die zuerst die Kameraden Moppels schweigen läßt, wird bald von einem übermütigen Jubel abgelöst. Moppel liefert seine dreißig bis vierzig Gefangenen ab und kann sich durch den unerwarteten Ausgang seines ersten Rittes eine Riesenzigarre ersparen. Nun noch Moppels kurzer Bericht: .. das Pferd sollte wie ich wollte. Als ich mit dem Roß,... vielmehr das Roß mit mir losgaloppierte, hatte ich genug damit zu tun, nicht herunter zu fliegen. Der Zosse haute ab, als hätte ihn eine Wespe gestochen. Daß das Gehöft noch besetzt war, wußte ich nicht, da ich erst später unserer Kolonne gefolgt war;... sonst hätte ich mich vom Gaul geworfen. Also gut, ich reite in das große Gehöft hinein und bin im Augenblick von Franzmännern umrinat, die ihre Gewehrläufe auf mich richten. Ich habe eine Stinkwut im Bauch und schimpfe wie ein Fuhrmann. Dann hebe ich in meiner hilflosen Lage als Waffenloser ganz langsam meine Arme und im gleichen Augenblick schmeißt ein Franzmann nach dem anderen seine Knarre auf die Erde. Ich bin platt,... kann mir die ganze Lage nicht erklären. Ich muß vor Staunen die Augen weit aufgerissen haben... Dann habe ich endlich begriffen. Die Franzosen waren angesichts meiner Waffenlosigkeit, die im krassen Gegensatz zu meiner großen Schnauze stand, unsicher geworden, da sie ja den Sinn meiner Flüche nicht verstanden. Mein Handaufheben deuteten sie als Aufforderung... Jetzt nutzte ich die Situation aus und schimpfte schlimmer, als es unser lieber Spieß je getan hatte, darauflos und rollte böse mit den Augen. Das machte den noch bewaffneten Rest der Franzosen fertig. Einem in der Nähe stehenden Mann befahl ich durch Gesten, mein Pferd in die neue Marschrichtung herumzuführen. Na,... und alles andere habt ihr selbst gesehen!“ Moppel hat seinen Bericht ohne jede Beschönigung beendet und erntet den frohen Beifalk ein. Er wird bewundert und bespöttelt. So oft wie heute ist ihm nicht in seinem ganzen Leben auf die Schultern geklopft worden. Als sich die erste Aufregung über den Vorfall gegeben hat und bald jeder Mann mit seinen eigenen Dingen wieder voll beschäftigt ist, stiehlt sich Moppel aus dem Kreise seiner Kameraden fort. Gelassen geht er hin zum friedlich auf der Wiese grasenden Pferd, das für kurze Zeit mit ihm Schicksal gespielt hatte. Er krault ihm liebevoll hinter den hochstehenden Ohren, drückt sein Gesicht an das warme weiche Maul. Klopft noch einmal den schlanken Hals des hübschen Tieres und knallt ihm im Fortgehen einen kräftigen Klaps auf das Hinterteil. Mit einem Satz ist der Gaul auf und davon und galoppiert munter wiehernd dem Gehöft zu. „Verdammter Zosse, bist doch ein Franzos'!“ östlicher Bezirk deutscher Macht Lublins Kreishauptmannschaften und ihre Bedeutung Von Gouverneur Zörner, Chef des Distrikts Lublin im Generalgonvernement. Der Distrikt Lublin entspricht in der Größe etwa der Provinz Pommern oder der Rheinprovinz und hat eine Einwohnerzahl von nicht ganz drei Millionen, von denen über zwei Millionen Polen, der Rest Ukrainer und Juden sind. Die im Distrikt Lublin, besonders im Cholmer Land, ansässig gewesenen volksdeutschen Bauern sind bereits zum größten Teil nach dem Reich umgesiedelt worden. Dieses Ebenen= und Hügelland zwischen Weichsel und Bug ist wohl das fruchtbarste hier im Östen und zählte schon unter der Polenherrschaft zu landwirtschaftlichen Ueberschußgebieten. So ist der Distrikt Lublin, dessen südlicher Teil mit seiner bekannten Schwarzerde besonders fruchtbar ist, das landwirtschaftliche Rückgrat des Generalgouvernements. Aber auch landschaftlich ist der Distrikt einer der schönsten und interessantesten. Die Distriktshauptstadt selbst liegt auf einem Höhenzug längs des Flüßchen Bystrzyca und bietet mit den zahlreichen Türmen der Altstadt, von der Nordseite her gesehen, einen Anblick von besonderem Reiz. Lublins Alter Markt mit den Patrizierhäusern zeugt von seiner Gründung durch deutsche Kaufherren. Aus der Archiven geht hervor, daß in Lublin seit 1317 das Magdeburger Stadtrecht herrschte und daß diese Stadt noch im 15. Jahrhundert eine deutsche Mehrheit besaß. Der Distrikt Lublin, an dessen Spitze ein dem Generalgouverneur verantwortlicher Gouverneur steht, ist verwaltungsmäßig in zehn Kreishauptmannschaften gegliedert. Den deutschen Kreishauptleuten unterstehen Land= und Stadtkommissare, diesen die polnischen Woits (Landbürgermeister— vom deutschen„Vogt“). Im Norden des Distriktes liegt die idyllische Kreisstadt Biala Podlaska mit schönem Schloß und Park und einer imposanten Barockkirche. An einem steilen Uferhang am Bug liegt das reizende Städtchen Wlodawa. Von dem höchsten Punkt der auf einem runden Hügel erbauten Kreisstadt Cholm erhebt sich, schon von weitem sichtbar, die berühmte ukrainische Kathedrale mit ihrer Kuppel und Glockentürmen. Der große Marktplatz von Zamose, aus dessen Mitte mit seinen wuchtigen Türmen das alte Rathaus hervorragt, bietet einen Anblick von einzigartiger Schönheit. Der Platz ist von einem italienischen Baumeister erbaut und dem Marktplatz von Padua nachgebildet. Noch viele der nicht genannten Städte haben ebenso ihre Sehenswürdigkeiten. Im südwestlichen Teil des Distrikts durchziehen große Waldgebiete die Landschaft, besonders in der Umgebung von Bilgoraj, in Brasilien kein Müllkasten für Menschen Rio de Janeiro, den 24. Januar. Zahlreiche brasilianische Blätter veröffentlichen unter dem Titel„Vorsicht, Brasilien!" den Warnruf eines führenden brasilianischen Schriftstellers und Leiters des Propagandaamtes der Staatsregierung von Sao Paolo, Menotti del Pichua, der die brasilianische Regierung zu schärfster Einreisekontrolle auffordert, um weiteren Massenzustrom zu verhindern. Brasilien werde überschwemmt von völlig unerwünschten Elementen, wahren Strömen von Schiebern, von intellektuellen Revoluzzern, von vaterlandslosen Gesellen.„Tausende sind ins Land eingedrungen unter Umgehung der Wachsamkeit der brasilianischen Behörden. Was jetzt getan werden muß, ist schärfste polizeiliche Ueberwachung und sofortiges Zupacken bei dem geringsten Verstoß gegen die brasilianischen Gesetze oder bei Propaganda gegen das brasilianische Regime. Nicht ohne Grund sind diese Typen aus ihren Herkunftsländern vertrieben worden. Brasilien ist aber kein Müllkasten für Menschen. Noch ist es Zeit zu Maßnahmen, um die Ausbreitung des Uebels zu verhindern.“ dessen Kreisgebiet sich auch der große Grundbesitz des Grafen Zamojski mit einem Flächeninhalt von rund 80 000 Hektar befindet. Die Polen haben vor dem Krieg versucht, eine Industrie aufzubauen. So finden wir vor allem Brauereien, Brennereien, Gerbereien, Ziegeleien, Großmühlen, Zuckerfabriken, Möbelfabriken, Fabriken für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen sowie eine Tuchfabrik, Glashütten und eine der größten Zementfabriken Polens. Inzwischen haben wir große Meliorationsarbeiten in Angriff genommen und durch Intensivierungsmaßnahmen in diesem Herbst eine Hackfruchternte erzielt, die doppelt so groß ist wie im Vorjahre, während bei Getreide eine Mittelernte erzielt worden ist. Die Molkereien wurden ausgebaut und vergrößert. Die Sägewerke des Distrikts sind alle wieder in vollem Betriebe und arbeiten mit mehreren hundert Gattern. Im Distrikt Lublin befindet sich bei Cholm das größte Sägewerk Europas. Für einen großen Teil der größeren Betriebe sind Treuhänder eingesetzt. Die in der Forstverwaltung anfallenden Aufgaben werden mit einem kleinen Stab deutscher Forstmänner gemeistert. Sie werden hierbei unterstützt von dem deutschen Forstschutz. Die größte Abteilung im Distrikt ist naturgemäß die Abteilung Landwirtschaft. Pulawy befindet sich das von einem Stab von deutschen Gelehrten geleitete landwirtschaftliche Forschungsinstitut. Notwendig ist natürlich auch der Ausbau des Straßennetzes mit Ausnahme der großen Warschau—Lemberger Chaussee, die über Lublin führt und zum großen Teil bereits mit Klinkern gepflastert und infolgedessen in ausgezeichnetem Zustande ist. Das übrige Straßennetz läßt teilweise noch zu wünschen übrig. Die Abteilung Bauwesen hat im übrigen durch umfassende Rohbauten und Fertigstellung von Neubauten, wie auch in bezug auf Verschönerung, allen Städten, insbesondere der Distrikthauptstadt Lublin, ein besseres Aussehen gegeben. Alle arbeitsfähigen männlichen Inden sind hierzu herangezogen worden, ebenso die vorhandenen polnischen Baufirmen und Architekten. Der Gesundheitszustand im Distrikt ist heute weit besser als zu polnischer Zeit. Es ist bislang nicht ein einziger Fall von Fleckfieber bei den Reichsdeutschen zu verzeichnen gewesen, während die Juden etwa 95 Prozent der Erkraykungen stellen, die Polen nur 5. Der vorstehende Bericht konnte naturgemäß nur in großen Umrissen eine Anschauung von den Verhältnissen und den mannigfaltigen Problemen des östlichen deutschen Machtbereichs geben. Die hier eingesetzten reichsdeutschen Beamten, Angestellten und Arbeiter sind auf allen Gebieten ans Werk gegangen. Jeder Tag stellt ihnen neue Aufgaben, die sie mit deutscher Tatkraft und Gründlichkeit ebenfalls meistern werden. Ai azurblauen See Mazedonische Skizzen: Die Zarenkirche von Kaneo Von unserem Sonderberichterstatter. IV. (Dr. I. B.) Ohrid, im Januar 1941. Wegen seiner zahlreichen geschichtlichen Denkmäler ist Ohrid eine der interessantesten Städte Jugoslawiens; dank seiner Lage gehört es unstreitig zu den schönsten Plätzen des Landes. Öhrid liegt unmittelbar am Ufer des weiten, azurblauen Öhrider Sees, der ringsum von hohen Bergen eingeschlossen ist. Das Wasser des Sees ist so klar, daß man in mehr als zehn Meter Tiefe noch den Grund sieht, und so rein, daß ein Großteil der Bevölkerung Öhrids ihr Trinkwasser daraus schöpft. Die Altstadt von Öhrid baut sich terrassenförmig vom Seeufer bis zu den mächtigen Mauerruinen auf, die den Gipfel des weit in den See vorspringenden Felsens krönen. Vom See aus bietet die Stadt einen wundervollen Anblick, besonders am Abend, wenn die Dunkelheit gefallen ist und zahllose Lichter aufleuchten, die sich im See widerspiegeln. Vom Fuß des Berges, der die Reste von Lychnidos trägt, zieht sich die Stadt in die Ebene und findet ihr Ende in den weiten Melonengärten, die Öhrid umgürten. Fast jeder Öhrider besitzt ein Stück Land, auf dem er die süßen Früchte zieht. In ungeheurer Menge werden Melonen auf dem Markt in Öhrid feilgeboten. Auch aus den umliegenden Dörfern bringen die Bauern in riesigen Körben, die den Esel, der sie trägt, zu erdrücken scheinen, Melonen in die Stadt. Der Esel wird irgendwo an einen Zaun gebunden, sein Besitzer sucht sich ein schattiges Plätzchen, legt dort behutsam die prachtvollen Früchte im Halbkreis auf die Erde, setzt sich dann davor und wartet geruhsam auf Käufer. Genügsam, wie der mazudonische Bauer ist, ißt er zu Mittag ein Stück Brot mit ein wenig Salz und tritt am Abend mit ein paar Dinar in der Tasche befriedigt den stundenweiten beschwerlichen Heimweg an. Einen eigenen Stadtteil bildet Kaneo, die Siedlung der Öhrider Fischer. Am Fuß einer steil zum See abfallenden Felswand unmittelbar am Gestade gelegen, ist Kaneo nur durch einen schmalen Pfad zugänglich, der sich von der Höhe des Felsens herabzieht. Hier hausen in kleinen, altersschwachen Häuschen die Fischer von Öhrid, deren primitive Kähne bei Tag und Nacht über den weiten See ziehen. Jeder Kahn ist ein Museumsstück; aus Brettern roh zusammengefügt, mit vollkommen flachem Kiel. Die Stabilität wird durch zwei Balken erreicht, die zu beiden Seiten des Kahns befestigt sind. Mit diesen Kähnen, die nach dem ausgehöhlten Baumstamm die Urform des Kahns überhaupt darstellen dürften, trotzen die Fischer den gefährlichsten Stürmen. Vor den Fischerhäuschen sind Netze zum Trocknen ausgespannt, Weiber bleichen Wäsche am Strand, nackte Kinder planschen im seichten Wasser oder jagen kreischend schwarzen Ferkeln nach— ein Idyll, an dem zweitausend Jahre spurlos vorübergezogen sind. Am Fuß der Felswand entspringt eine Quelle, aus der die Fischerfrauen von Kaneo ihr Wasser schöpfen. Ueber der Quelle wölbt sich eine kleine Höhle, von Menschenhand erweitert. Hier findet alljährlich das Fest der Wasserweihe statt. Wer weiß, welche Quellennymphe vor vielen hundert Jahren in dieser kleinen Grotte residierte und von gläubigem Volke verehrt wurde? Unweit von Kaneo erhebt sich auf einer weit in den See vorspringenden Felsnase die Kirche„Soeti Jovan Kaneo“, die aus der Zeit des Zaren Dusan stammen dürfte. Sie gehört zu den schönsten Kirchen der Stadt, die heute noch deren fündundzwanzig zählt. Laut der Ueberlieferung hatte Öhrid einst 360 Kirchen. Trotz dieser mächtigen christlich-slawischen Tradition haben die Jahrhunderte der Türkenherrschoft Öhrid einen orientalischen Stempel aufgedrückt, den wiederum die„Carsija“, die Hauptstraße der Stadt, am reinsten bewahrt hat Die Landschaft um den Öhrider See hat ein sehr günstiges Klima. Auch im Juli und August steigt die Temperatur kaum jemals über 25 Grad und die Nächte sind sogar kühl. Liegt doch der Spiegel des Öhrider Sees fast 700 Meter über dem Meeresspiegel. Bei der Abendpromenade längs dem Seeufer tragen die schönen Ohriderinnen selbst im August Mäntel und zu Mittag mildert ein frischer Wind vom See die Hitze. Auch Malaria, die Geißel Mazedoniens, gibt es in Öhrid so gut wie gar nicht. Daß Öhrid trotzdem heute noch von wenig Fremden besucht wird, liegt in erster Linie daran, daß die Verkehrsverhältnisse nicht sehr günstig sind. Von Skolpje führt wohl eine Kleinbahn nach Öhrid, aber der Zug braucht mehr als 20 Stunden für die Strecke, die ein Automobil in etwa fünf Stunden zurücklegt. Günstiger ist die Autobusverbindung von Gradsko über Bitolj. Die Beschwerden der" Fahrt werden durch die wilde Schönheit der rauhen Berglandschaft, durch die der Weg führt, reichlich aufgewogen. Die erwähnte Kleinbahn ist übrigens eine Feldbahn, die von den deutschen Truppen während des Weltkrieges gebaut wurde. Nicht nur die Bahn, auch einige trefflich angelegte Straßen sind nützliche Zeugen der deutschen Besetzung, die den älteren Leuten noch in Erinnerung ist. Ein arnautischer Gastwirt, der übrigens, wie viele seiner Landsleute, weit in der Welt herumgekommen ist, erklärte:„Die Deutschen waren noch keine zwei Tage da und zeigten uns schon, wie wir das und jenes besser machen müßten. Tüchtige Leute.“ Eine halbe Gehstunde ungefähr entfernt liegt „Studencista“, ein beliebter Ausflugsort. Dort entspringen hart am See, der an dieser Stelle von einem breiten Schilfgürtel gesäumt wird, am Fuße einer Felswand mehrere wasserreiche Quellen. Nach kurzem Lauf vereinigen sie sich und münden als starker Bach in den See. Vor ihrer Vereinigung durchplätschern die einzelnen Bächlein einen schönen Platanenhain. Die Kronen der uralten Bäume wölben ein dichtes Laubdach über den idyllischen Ort. Ein unternehmender Wirt hat ein kleines Gasthaus in den kühlen Schatten gebaut. Nach halbstündiger Wanderung über die staubige Landstraße unter der heißen mazedonischen Sonne erquickt den Ankömmling der Schatten der mächtigen Platanen ebensosehr wie ein Schluck des herben Öhrider Weins. „Ohrider Quellen"(Ohridski izvori), so heißen diese Quellen, die wie viele andere ihr Wasser dem Öhrider See zuführen. Eiskalt ist ihr Wasser und wunderbar rein. Früher haben wohl die Frauen und Mädchen aus Ohrid ihr Linnen hier gewaschen und auf dem grünen Rasen gebleicht. Und während die Frauen wuschen, sangen sie Lieder. So hat irgendwann ein Mädchen einmal ihre Liebe und ihre unerfüllte Sehnsucht in einem kleinen Lied hinausgesungen, das noch heute in ganz Südserbien, besonders aber in Öhrid und in der Umgebung dieser Stadt, gesungen wird. Es ist das„Lied von Biljana“. Eine Romanze von wunderbarer Zartheit und Tiese. Sie kündet von Liebe, die keine Erfüllung fand. Die Melodie bleibt jedem, der sie einmal hört, im Ohr. In den Tönen sanfter Klage verströmt all das Leid, das sich in Jahrhunderten voll Kampf und Not in den Herzen der Mazedonier angesammelt hat. Wie denn beim Mazedonier überhaupt Härte, ja Grausamkeit mit zartester Empfindung seltsam kontrastiert. Der südslawische Tanz, das„Kolo“, das von den Kroaten im hügel= und weinreichen Zagorten und in der-Weizenkammer Slawonien mit überschäumendem Temperament in hinreißendem Tempo getanzt wird, ist in Mazedonien ein abgemessenes, feierliches Schreiten. Das mazedonische Kolo gleicht eher einem Trauertanz als einem Tanz der Festesfreude. Kontraste und Paradore auf Schritt und Tritt, die sich freilich durch die Natur des Landes und seine Geschichte erklären lassen. Borussia kämpst um den zweiten Plat Die Punkteschlacht im Bereich Westfalen— Alle Mannschaften am Start Erstmalig in der zweiten Serie treten die Gauklassenvereine von Westfalen geschlossen zum Punktekampf an und dadurch wird der Fußballbetrieb im Lande der Roten Erde wieder ein gut Stück vorwärts gebracht. Die Meisterelf von F C. Schalke 04 probierte am letzten Sonntag gegen Arminia Bielefeld zwei neue Spieler aus, und zwar im Angriff Knoppke und Rattay, die sich gut einfügten, so daß also die Schalker um den Nachwuchs nicht zu bangen brauchen.— Sonntag erwarten die Knappen den VfB. Bielefeld. Ob das Ergebnis höher als 4:0 auf eigenem Gelände ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Der Kampf um den zweiten Platz geht weiter. Borussia Dortmund hat die besseren Aussichten gegen Arminia Bielefeld, so daß Gelsenguß Gelsenkirchen wohl weiter, mit dem dritten Platz vorlieb nehmen muß. Die Paarungen im einzelnen lauten: FC. Schalke 04— VfB. Bielefeld(4:0) Borussia Dortmund— Arminia Bielefeld(10:2) VfL. Bochum 48— BSG. Gelsenguß Gelsenkirchen(2:2) Arminia Marten— Westfalia Herne(0:1) Union Gelsenkirchen— SpVg. Röhlinghausen(0:2) DSC. Hagen— Preußen Münster(4:3) Vor neuen überraschungen? Wieder fünfmal um Punkte am Niederrhein Auch am dritten Spieltag der zweiten Serie werden in der niederrheinischen Fußball=Bereichsklasse wieder fünf Meisterschaftstreffen zur Durchführung gebracht. Nach den großen Ueberraschungen des vergangenen Sonntags ist es nicht ausgeschlossen, daß diesmal wiederum völlig unerwartete Ergebnisse herauskommen. Die Vorentscheidung ist bereits zugunsten des Neulings Tus Helene Altenessen gefallen, doch ist die Mannschaft trotz des guten Vorsprungs von vier Punkten noch keineswegs am Ziel. Rot=Weiß Essen und Rot=Weiß Oberhausen sind die Verfolger, und auch Fortuna Düsseldorf und Westende Hamborn geben mit fünf Punkten Abstand noch nicht alle Hoffnungen verloren. Abermals stehen wichtige Kämpfe auf der Tageskarte. Tus Helene hat sich daheim mit Oberhausen auseinanderzusetzen, das nach dem 7:2 über Turu sehr beachtet werden muß. Rot=Weiß Essen hat beim TSV. Duisburg 48/99 auch noch nicht gewonnen, und wie das Ende in Hamborn zwischen Westende und Fortuna lauten wird, ist mehr als fraglich. Schließlich treffen mit Turu Düsseldorf und Hamborn 07 gleichfalls zwei ebenbürtige Mannschaften zusammen. Einen sicheren Sieg darf man nur vom ETB. zu Hause über den VfR. Öhligs erwarten, der damit vom letzten Platz kaum noch fortkommen dürfte. Vier Kämpfe werden am Mittelrhein ausgetragen. Die beiden Tabellenführer Vf L. 99 Köln und Mülheimer S V. sind punktegleich, während Düren 99 einen und der VfR. Köln zwei Punkte zurückliegen. Der Rest ist bereits abgeschlagen. Die„99er“ aus Köln haben zu Hause gegen die Spielvereinigung Andernach nichts zu befürchten, dagegen tritt der Meister MSV. einen schweren Gang zum SS V. Troisdorf an, der Punkte kosten kann. Besonders zu beachten ist der VfR. Köln, der sich prächtig nach vorn gearbeitet hat und auf eigenem Platz auch mit Sülz 07 knapp fertig werden dürfte. Düren 99 kann eine Pause einlegen. Für die Abstiegsfrage ist die Begegnung zwischen Bonner FV. und Beuel 06 wichtig. Beuel steht an letzter Stelle und hat Punkte dringend nötig. Was der Sonntag bringt Das deutsche Sportprogramm für das kommende Wochenende ist zwar weniger umfangreich als das letzte, verzeichnet dafür aber eine ganze Reihe bedeutender Meisterschaftsveranstaltungen. Der Wintersport erlebt seinen ersten Höhepunkt mit den Skimeisterschaften, den Kunstlaufmeisterschaften der Paare und den Schnellauf=Meisterschaften. Dazu kommen die Hallen=Meisterschaften im Wasserspringen und der Beginn der Amateur=Bormeisterschaften. Schließlich gibt es auch noch zwei deutsch-italienische Länderkämpfe im Basketball. Als wichtigste Meisterschaftsveranstaltung des Wochenendes sind die der Skiläufer in Spindelmühle zu nennen, wo vom Freitag bis Sonntag rund 500 Bewerber aus allen Bereichen des NSRL. um die Titel im 18-km-Langlauf, im Spezialsprunglauf, in der nordischen Kombination und im 4 mal 10-kmStaffellauf der Bereichsmannschaften kämpfen.— In Igls sollen internationale Bobrennen durchgeführt werden, während in Hofgastein und Villach SA.=Skiwettkämpfe im Beisein des Stabschef veranstaltet werden. Gleich zwei Meisterschaftsveranstaltungen gibt es für die Eisläufer. In München bewerben sich elf Paare, an der Spitze Ehepaar Baier und Geschwister Pausin, um den Titel im Paar=Kunstlaufen. Dabei wird auch das neue Berliner Paar Strauch/Noack erstmalig auf Herz und Nieren geprüft. Eine gute Rolle dürften auch die jetzt in Berlin ansässigen Dortmunder Ria Baran/ Paul Falk spielen.— Zur Eishockey=Meisterschaft gibt es ein weiteres Vörrundenspiel zwischen Klagenfurt und Weißwasser. In Hamburg trägt eine deutsche Auswahl zwei Spiele gegen üdschweden aus, und in Düsseldorf stehen sich die HI.Gebietsmannschaften von Düsseldorf und Ruhr=Niederrhein gegenüber. Nach monatelangen Kämpfen in ihren Bereichen stehen nun auch die Amateurboxer zu ihren Endkämpfen um die deutschen Kriegsmeistertitel bereit, die am Sonntag mit der ersten Vorrunde in Görlitz in Angriff genommen werden, um eine Woche später in Breslau ihr Ende zu erreichen. Unter den fast 200 Bewerbern aus allen Bereichen befinden sich nicht weniger als 31 Kämpfer aus Westfalen und dem Rheinland. Im Berufsboxsport wartet Berlin mit einer Großveranstaltung auf, in deren Mittelpunkt der Schwergewichtskampf zwischen den Exmeistern Walter Neusel und Adolf Heuser steht. Skimeisterschaften 1941 Vor der Weltmeisterschaft in Lortina d'Ampezzo Cortina d'Ampezzo im herrlichen Tal der Dolomiten erwartet 12 Nationen, die ihre Besten zum Kampf um die Weltmeistertitel des Skisports entsenden. Daß Deutschland mit einer starken Streitmacht vertreten ist, war nach dem großartigen Abschneiden in Zakopane zu erwarten; denn der deutsche Skisport hat nicht weniger als vier Weltmeistertitel zu verteidigen. Die deutsche Mannschaft ist dem Italienischen Wintersport=Verband namhaft gemacht worden, die Teilnehmer an den Alpinen Wettbewerben weilen schon in Cortina d'Ampeezo, aber für die deutschen Skiläufer, die in den Nordischen Wettbewerben starten, gibt es noch Tage einer großen Vorbereitung: Spindelmühle im Riesengebirge erwartet sie. Die 36. Meisterschaften des deutschen Skisportes bieten eine geradezu ideale Möglichkeit, noch einmal das deutsche Aufgebot zu überprüfen, im härtesten Kampflauf die großen Aufgaben in Cortina vorzubereiten. 500 Nennungen sind für die Meisterschaften abgegeben worden, 228 für den Langlauf, 121 für die Kombination Langlauf=Sprunglauf und 130 für das Spezialspringen. Hinzu kommt noch die viermal 10=km=Staffel, die im vergangenen Jahre nicht auf dem Programm der Meisterschaften stand, mit der hervorragenden Besetzung aber viel versprechen. Wektmeister Gustl Berauer im Langlauf und der Kombination und Hans Wein(Sonthofen) im Sprunglauf sind als Titelverteidiger dabei, aber Wein wird gegen Weltmeister Josef Bradl kaum bestehen können und es fehlt nicht an Stimmen, die selbst Gustl Berauer im SpezialSportler mit dem Ritteckreuz I. Hauptmann Alfred Schwarzmann 1936 Olympiade in Berlin. Unter den Turnern der Welt fällt eine stramme deutsche Gestalt auf. Ein Mann besticht durch seine Körpergewandheit. Er heißt Alfred Schwarzmann. Am Ende der Kämpfe hat er den olympischen Sieg im Geräte=Zwölfkampf, am Barren und im Pferdsprung errungen, außerdem zwei weitere Bronzemedaillen für dritte Plätze. Mit diesen Siegen ist er der erfolgreichste Olympiakämpfer gewesen. Alfred Schwarzmann wurde am 23. 3. 1912 in Fürth geboren und sollte- eigentlich die Bäckerei seines Vaters übernehmen. Ihn hielt es jedoch nicht im Handwerk. Er wollte hinaus, um seine Kräfte und sein Können im Dienste des Vaterlandes einzusetzen. Das kostete manchen Kampf. Aber Alfred Schwarzmann rang sich durch und trat am 1. April 1933 in das Infanterieregiment Fürth ein, wo er im Mai 1935 zum Unteroffizier befördert wurde. Er blieb Mitglied seines heimischen Turnvereins Fürth 1860. Es spricht für seine Bescheidenheit, daß er erst 1934 an die Oeffentlichkeit trat. Schlicht zeigte er sein turnerisches Können. Die Reichssportführung und seine Vorgesetzten bei der Wehrmacht wurden auf ihn aufmerksam. Es ging darum, eine Mannschaft der Turner zusammenzustellen. Alfred Schwarzmann eroberte sich schnell einen guten Platz in der Nationalmannschaft; und seit jener Zeit können wir uns kaum einen Länderkampf ohne ihn vorstellen. Die Wehrmacht unterstützte die sportlichen Fähig keiten Alfred Schwarzmanns und versetzte ihn bereits im Oktober 1935 zur Heeressportschule Wünsdorf. Dort wurde er bald Feldwebel. Seine Erfolge auf der Olympiade lohnte der Führer durch die Beförderung zum Leutnant und sprach ihm die Glückwünsche persönlich aus. Damit hatte er militärisch zunächst eine Stufe erklommen, an die er seibst wohl nicht zu denken gewagt hatte. Aber er wollte auch sportlich noch weiter. Er ging zur Reichsakademie für Leibesübungen. Nach einjährigem Studium legte er im Turnen eine vorzügliche Prüfung ab und wurde Heeressportlehrer. Doch hier hielt es ihn nicht allzulange. Dort, wo es ein Neuland gibt, wo es auf Mut und Schneid ankommt, ist Alfred Schwarzmann immer zu finden gewesen. Als mit der Luftwaffe auch die Fallschirmjägertruppen ihren Dienst aufnehmen, tritt Alfred Schwarzmann zu ihnen über. Seine turnerischen Fähigkeiten kommen ihm bei den neuartigen Aufgaben sehr zugute. Langes Warten hat Alfred Schwarzmann gelernt. Aber er brennt nun, da der Krieg ausgebrochen ist, wie alle Männer im grauen Rock darauf, an den Feind zu kommen. Endlich, am 10. Mai, als der Führer den Befehl zum Vormarsch im Westen gibt, kommt auch für den inzwischen zum Oberleutnant Beförderten der Tag des Kampfes und der Bewährung. Er springt mit seiner Kompanie in Nordholland ab und hat die Aufgabe, die Küste bei Kawyk, südwestlich von Amsterdam, zu halten. Er hat die Schlüsselstellung trotz stärksten Widerstandes genommen und zäh verteidigt und so an entscheidender Stelle dazu beigetragen, daß die Festung Holland so schnell sturmreif geschossen wurde. Im Verlauf der Kämpfe wurde Oberleutnant Schwarzmann durch einen Lungenschuß schwer verwundet. Der Alfred Schwarzmann Führer verlieh ihm das Ritterkreuz für seine heldenhafte Tat und beförderte ihn inzwischen zum Hauptmann. Von den Folgen seiner Verwundung hat Alfred Schwarzmann sich wieder erholt und bereits wieder geturnt. Wir alle wünschen, daß dieser Sportler, der 1938 Deutscher Meister im Zwölfkampf, am Reck und im Pferdsprung wurde, uns nach diesem Krieg sein Können wieder zeigt und die Jugend schult. (Kriegsberichter Willi Kahlert.) sprunglauf höher einschätzen als den Meister des vergangenen Jahres. Heute um 9 Uhr erfolgte der Start zum 17-km=Langlauf. Gustl Berauer ist Favorit, aber mit 228 Läufern ist das Aufgebot sehr groß, die Startnummer wird keine geringe Rolle spielen. In der Kombination mit 121 Bewerbern hat Berauer kaum etwas zu befürchten; denn er ist im Springen so gut, daß er es mit den Spezialisten getrost aufnehmen kann. Der Sonntag vormittag bringt die viermal 10=km=Skistaffel, in der Bayern mit sieben Mannschaften vertreten ist, außerdem aber Tirol, Sudetenland und Schlesien eine Rolle spielen dürften. Der feierlichen Siegerehrung als Ausklang der Meisterschaftstage werden Reichssportführer von Tschammer und Östen und Gauleiter Konrad Henlein beiwohnen. Und wenn die Tage von Spindelmühle verklungen sind, geht es nach Cortina d'Ampezzo, zu den Weltmeisterschaften, die für den deutschen Skisport auch in diesem Jahre sehr viel versprechen. 200 boxen in Breslau Die zweiten Kriegsmeisterschaften unserer Amateurboxer Die diesjährigen Deutschen Amateurboxmeisterschaften, die zweiten in dem uns von England aufgezwungenen Kriege, sind vom Reichsfachamt nach Schlesien vergeben worden. Sie beginnen am Sonntag, 26. Januar, in Görlitz mit der Vorrunde, die sich über drei Tage erstrecken wird. Liegnitz sieht am 29. und 30. Januar die Zwischenrunde, während Vorschluß= und Endrunde am 1. und 2. Februar in Breslau abgewickelt werden. Die Titelkämpfe ziehen sich also eine ganze Woche lang hin, wobei es nur einen Ruhetag gibt, den 31. Januar, der einer Arbeitstagung des Reichsfachamtes in Breslau vorbehalten bleibt. Das umfangreiche Programm ist durch die große Zahl von Bewerbern notwendig geworden, kommen doch fast 200 Boxer nach Schlesien. Das ist eine merkliche Steigerung gegenüber den ersten Kriegsmeisterschaften im vergangenen Jahr in Königsberg. Es ist ein neuer Beweis für den Fortschritt auch im Amateurboxsport während des Krieges. Die Titelkämpfe werden zudem einen Ueberblick über das vorhandene Material gestatten und die Generalprobe sein für die Mitte April in Budapest stattfindenden Europameisterschaften, auf denen Deutschland mit einer vollzähligen Staffel vertreten sein wird. Darüber hinaus bringt das Jahr 1941 noch zahlreiche Länderkämpse, von denen einer bereits am Vorsonntag mit Erfolg bestritten wurde, gab es doch in Kopenhagen gegen Dänemark einen schönen 10:6=Erfolg. „ 31 Bewerber aus dem Westen Durch ein starkes Aufgebot sind die drei westdeutschen Bereiche in Schlesien vertreten. Westfalen hat 13 Borer gemeldet, der Niederrhein kommt mit zehn und der Mittelrhein mit acht Mann. Die größte Zahl der Bewerber stellt Schlesien mit 20, dann folgen BerlinMark Brandenburg und Nordmark mit je 14, Westfalen und Ostmark mit je 13, Niederrhein, Bayern, Niedersachsen, Mitte und Württemberg mit je 10, Danzig=Westpreußen mit 9, Sachsen, Mittelrhein und Südwest mit je 8, Ostpreußen mit 7, Hessen mit 6 sowie Baden und Elsaß mit je 5 Teilnehmern. Die einzelnen Gewichtsklassen sind wie folgt besetzt: Fliegen 19, Bantam 25, Feder 29, Leicht 27, Welter 24, Mittel 26, Halbschwer 25 und Schwergewicht 18 Bewerber. 3. Serien=Waldlauf Sonntag in Essen Im Essener Stadtwald findet Sonntag der dritte Serien=Waldlauf des Bezirks Essen statt. Start und Ziel befinden sich wieder am Zweigertstein(Frankenstraße) um 10 Uhr. Die Besetzung ist diesmal ausgezeichnet. U. a. hat auch wieder der Velberter Kleem gemeldet. Zeugenaufmarsch mit Fahne und Musik Dieser Tage begann vor dem Kreisgericht in Zlatar(Jugoslawien) ein Zivilprozeß um ein Grundstück, den Bauern gegen einen Pfarrer angestrengt haben. Zur Verhandlung waren 130 Zeugen geladen. Diese 130 Zeugen, durchweg Bauern, versammelten sich auf dem Dorfplatz und zogen mit Fahne und Musik geschlossen nach Zlatar, um zu bekunden, daß sie von ihrem guten Recht überzeugt seien. Soweit man bis jetzt beurteilen kann, dürfte der Rechtsstreit auch zu Gunsten der Bauern entschieden werden. Die Heidelind-Kinder Roman von Ludwig Clausen 22. Fortsetzung und Schluß „Und wenn der Fried heiratet?“ Bange Sorge schwang in Johannas Worten. „In meinem Altenteil ist viel Platz und Arbeit, und der Fried und die Margret werden froh sein, eine solche Schafferin um sich haben zu können.— A.so, denk nicht erst lange, sondern tu, was ich geheißen." Der Bauer hatte seine Ruhe wiedergefunden. Und wenn es innerlich auch noch so würgte in ihm, er zeigte es nicht gern. Frau Johanna überlegte:„Ich werde nur ein paar Karten an meine Kundschaft schreiben, daß ich nicht komme. Jetzt vor dem Fest gab es sowieso nicht viel Arbeit.“ „Aber auf dem Buchhaldenhof gibt es Arbeit genug— mit dem Festtagskuchen, und ich denk', wirst noch nichts verlernt haben. Hab' der Trina heute abend gesagt, morgen habe sie eine ordentliche Hilfe. Muß mein Wort halten." „Und meine Jane „...weiß noch nichts. Sollst sie morgen früh selbst wecken. Dann wird sie es spüren." Da ließ sich Frau Johanna nicht noch einmal auffordern. Mit flinken Fingern holte sie einen kleinen Koffer, er stammte noch von daheim, vom Schrank herunter, und in einer halben Stunde war auch alles zusammengelegt und eingepackt, was nötig war, mitzunehmen. Zuviel Sachen besaß Frau Johanna überhaupt nicht. Nach einer Stunde war alles geregelt. Die Karten geschrieben, der Nachbarin Bescheid gesagt, ein Zettel für den Hauswirt hinterlassen und alles gut verschlossen. Nach einem letzten Blick in die beiden Zimmer konnte man die Wohnung verlassen. „Nun komm. Sieh nicht rückwärts!" befahl der Bauer seiner Tochter, und schritt tapfer aus, um noch rechtzeitig zum Zuge zu kommen. Ausklang Jane, die sonst alle Morgen pünktlich von ihrem kleinen Wecker um sechs Uhr aus dem Schlaf gerissen wurde, wurde plötzlich wach. Mit einem Ruck setzte sie sich aufrecht in das Bett. Nanu, sollte es noch nicht so spät sein? Ach, der Wecker war ja stehengeblieben. Sollte man nun rausklettern oder nicht? Jane sah durch das Fenster und schüttelte sich leicht. Es schien bannig kalt zu sein. Aber von unten hörte man bereits Geräusche. Ob sie erst mal nach der Trina rief? Die schlief doch nebenan in der Kammer. Wenn es spät wäre, würde man sie sicher schon geweckt haden. Also rief man: „Triiiina!" Jane verstummte und wartete ein Weilchen, ob irgendeine Antwort oder ein Schritt käme. Da— ein Tappen kam herauf. Aber Trinas Schritt war es keinesfalls. Die Tür wurde ausgeklinkt und— Frau Johanna steckte den Kopf durch die Tür, die bemehlten Hände weit von sich haltend. „Steh auf, du Langschläfer!“ sagte sie lachend und nickte ihrem Kinde fröhlich zu.„Es gibt viel zu tun, der ganze Weihnachtskuchen muß gebacken werden, und ich brauche eine Hilfe." Frau Johanna stand lächelnd still und schaute auf Jane, die wie hilflos im Bett saß und auf die Mutter starrte. So konnte also die Mutter, wenn sie froh und unbeschwert war, sein? Solch ein glückliches Gesicht konnte sie machen? Janes Herz wurde von Traurigkeit ganz schwer. Was hatte die Mutter für Herzeleid mit herumschleppen müssen, wenn sie ihrem Kinde achtzehn Jahre hindurch dieses Gesicht verbergen konnte! „Mutter," stammelte sie wie ein kleines Baby, „wo kommst du denn her?“ Und sie kroch unter der warmen, schützenden Bettdecke hervor, lief auf bloßen Zehenspitzen auf die Mutter zu und umfing sie, trotz weißbemehlter Hände.„Oh, du atmete sie dann ganz tief und legte ihr Gesicht mit geschlossenen Augen an der Mutter Brust. Ganz zart hielt Frau Johanna ihr Kind an den Schultern und führte es wieder nach dem Bett.„Erkälte dich nicht, sonst kannst du nicht Weihnachten mit uns feiern," sagte sie mit ganz eigenem Tonfall, drückte Jane wieder ins Bett und deckte sie zu.„Erhole dich erst ein wenig von dem Schreck.— Ja, Großvater hat mich gestern abend geholt.“ Wieder saß Jane kerzengerade im Bett, und ihre Augen sahen ungläubig auf die Mutter: „Großvater— hat dich wirklich geholt? Ist das wahr, Mutter?“ „Ganz gewißlich wahr, mein Kind. Er erzählte mir auf der Fahrt nach hier, wie seine Enkeltochter Jane, die übrigens einen noch viel größeren Dickkopf haben soll als die früheren Heidelinds, ihm alle Tage unter die Nase gerieben hätte, was für ein ungrechter Mensch er wäre. Das wollte er nicht mehr auf sich sitzen lassen." Schämige Röte ging über Janes Gesicht. „Mutter— du glaubst doch nicht, daß ich ein— Dickkopf bin?“ „Wenn ich an einen gewissen Holger vom Rillenkamp denke... Frau Johanna wiegte den Kopf. „Das weißt du auch schon?“ Jane wurde vor Entsetzen ganz blaß und sah die Mutter bittend und flehend an. „Kind, warum hast du mir davon nichts gesagt? Ich dachte immer, ich sei deine Mutter, die alles mit dir tragen will.“ „Aber ich wollte dir doch keine Sorgen machen," stieß Jane wie unter einer gewaltigen Anstrengung wild heraus.„Es war doch auch alles aus." „Wahre Liebe kann nie aus sein, verstehst du, du kleines Dummerchen? Und nun machst du dir auch noch das Leben so schwer mit solchen Forderungen!" Mißbilligend schüttelte Frau Johanna den Kopf. Janes Gesicht wurde ablehnend.„Verstehst du mich auch nicht, Mutter?" fragte sie stirnrunzelnd. „Wo ich doch im Recht bin?" „Vergeben können ist das Schönste und Größte, was es im Leben gibt, Jane. Das habe ich gestern erfahren dürfen," sagte Frau Johanna bedeutungsvon.„Einmal trotz allem Recht Unrecht erleiden, schafft vielleicht fürs Leben einen bleibenden Gewinn, Und vielleicht bringt dir die eigene Großmütigkeit die Liebe einer zweiten Mutter ein. Unrecht leiden ist besser denn Unrecht tun. Behalte es immer in deinem Herzen." „So soll ich...?“ Janes Augen sahen ernst auf die Muttex, die heute ganz anders aussah, und um deretwillen man schon allein ein Unrecht erleiden konnte. „Demütig und dankbar sein, wenn Gott dir die Liebe eines aufrechten Mannes gibt." Frau Johanna stand vom Bettrand auf.„Bleib' noch ein Viertelstündchen liegen, überlege dir meine Worte, dann komme herunter." Ein zärtlicher Kuß wurde auf Janes Mund gedrückt, und ein Paar frohe Augen nickten Jane ermunternd zu. Jane brauchte keine Viertelstunde. Schon nach fünf Minuten begann sie sich anzukleiden. Nach weiteren zehn Minuten stand sie fix und fertig in ihrem schönen neuen Wollkleid im Zimmer und spürte, trotz aller ernsthaften Erwägungen, einen gesunden Hunger. Zuerst lief sie dem Großvater in die Arme, der rein zufällig in der Diele stand und etwas suchte. Was, wußte er allerdings selbst nicht. Ehe er es sich versah, lagen zwei weiche Arme um seinen Hals und eine süße Mädchenstimme flüsterte:„Großvater, ich danke dir. Ich habe dich von heute an genau so lieb wie Mutter und Holger.“ „So— also nach dem Holger komme ich? Das ist ja schön. Da gibt man sich solche Mühe...!" polterte der Bauer in gemacht grimmigem Tone heraus, wurde aber gleich ruhig, als er das ratlose Gesicht Janes sah.„Ist schon gut, Dirn, geht ganz in Ordnung." Damit küßte er freiwillig das erstemal die blühende Wange seines Enkelkindes und schob Jane vor sich her in das Wohnzimmer an den Frühstückstisch.„Hab nämlich Hunger auf das zweite Frühstück," sagte er und langte schon nach dem großen Brotlaib. „Ich auch, Großvater!“ * Heute nachmittag fuhr Jane allein, nur von Hille, dem Großknecht, begleitet. Sie wußte, Holger würde genau so auf sie warten, wie sie Sehnsucht nach ihm hatte. Die Begrüßung zwischen Frau vom Rillenkamp und Jane war heute, wenn man so sagen wollte, schon eine Spur herzlicher, und der alte Diener Franz, der nun schon über dreißig Jahre im Hause der Rillenkamps tätig war, machte wissende Augen, als er das kleine, zierliche Persönchen zu seinem jungen Herrn führte. Das sah ja ganz so aus, als ob...! Nun, ihm sollte es nur recht sein. Holger streckte schon von weitem die Arme aus, und Jane ließ sich, trotz der Anwesenheit Frau vom Rillenkamps, willig in die Arme nehmen. Natürlich nur kurz; dann saß man, wie es sich gehörte, am Divan des geliebten Mannes und erzählte alles, was sich am heutigen Tage zugetragen hatte. Große, erstaunte Augen gab es bei Frau vom Rillenkamp, und Holger war selig, daß er Jane nun die Feiertage nicht entbehren brauchte. „Und außerdem soll ich von Onkel Stephan und Fried fragen, wie lange du noch krank wärest, damit sie nicht so lange mit der Hochzeit warten müssen. Tante Erika kommt heute auch an. Es wird eine schöne Feier auf dem Buchhaldenhof geben.“ „Wann ich gesund bin?" Holger seufzte.„Ach, Kind, ich denke, vor vier Wochen wohl nicht, ob „Unser General Dietl" Wie„mein" Oberbootsmannsmaat den General Dietl im Wehrmachtwunschkonzert wiedersah— So hängen die blauen Jungen an dem Sieger von Narvik und seinen tapferen Östmärkern Von Kriegsberichter Gert Sachs(PK.) nsk. Wir froren ein wenig, denn es war nicht gerade sehr warm in unserem Kino an der nordfranzösischen Küste. Repräsentationsräume fehlten in diesem großen Dorf. Wie sollte auch der gute Bürgermeister mit dem weißen gefälligen Bart ahnen, daß wir kommen. Aber ich wollte nicht von unserem„Kino" reden, bei dem die besten Plätze aus einem vollkommen stabilen Stuhl bestehen, wollte auch nicht davon sprechen, daß die Wochenschau sehr lange zu uns braucht, nein, es war etwas anderes... Noch war nicht das helle Lachen verklungen über jenen geistvoll=spritzigen Film, da rollte nach den Fanfaren des Vorspanns die Wochenschau vorüber, jene Wochenschau, in der uns zum ersten Male das neue 35 000=To.=Schlachkschiff gezeigt wurde, wo wir mit dem Kameramann vom Gefechtsturm herunterschauen durften wie von einem Wolkenkratzer. Wir Infanteristen und Panzerleute, die wir von der Seefahrt nicht allzuviel verstehen, waren unbändig stolz und freuten uns über den neuen Zuwachs unserer Marine, da tauchte auch noch die neue Zerstörerflottille„Narvik“ auf. Wir haben mächtig geklatscht. In jenem Augenblick, da an uns die Bilder auf der Leinwand vorüberrauschten, hatten diese guten Schiffe vielleicht schon einige„Kleinigkeiten“ der Krämerflotte auf den Meeresboden geschickt. Bei mir aber gingen die Gedanken um Wochen zurück, als der erste Zerstörer in Kiellinie des großen Boots vorüberzog, zurück zur Hauptstadt des Reiches. Vor meinen Augen stand nun wieder das frische offene Gesicht jenes Oberbootsmannsmaats vom Zerstörer des Kapitänleutnants Bonte, der vor Narvik sank. Das war eine seltsame Geschichte, wie wir uns trafen. Und das kam so: Selten hat einer das große Glück, aus dienstlichen Gründen an einem Wehrmacht=Wunschkonzert teilnehmen zu dürfen. Uns war es eben beschieden. Nun muß man wissen, welche Kämpfe um ein solches Wunschkonzert stattfinden. Jeder will eine Karte haben und der Plätze sind nur wenige. Da wird plötzlich ein Kamerad krayk, kann nicht kommen. Ich erfahre die Tatsache drei Stunden vor Beginn. Darauf versuchte ich, telephonisch einen anderen Kameraden zu erreichen. Diesen und jenen. Entweder gar keine Antwort oder nicht erreichbar oder, nicht in Uniform— Uniform der Wehrmachtteile war für das Parkett vorgeschrieben. Nichts zu machen. Nach dem elften Gespräch gab ich es auf, wollte andererseits aber die Karte nicht verfallen lassen. Was tun? Da hat der gute Gefr. Rach, Meister von Steuerrad und Bremse, einen blendenden Vorschlag. Also gut. In letzter Minute spielen wir„Schicksal“. Und das ging so vor sich. Die Karte sollte jemand bekommen, der uns bei der Fahrt zum Funkhaus begegnete und einen guten soldatischen Eindruck machte. Langsam fuhren wir, immer wieder rechts und links spähend.„Hier ist einer!“ —„Nein, der geht schlecht..“„Hier...“— „Nein, auch nicht!" Endlich, in der Gegend des „Kaiserhofs“ war es, da kommen auf uns zu drei Männer der Marine, dienstgradmäßig noch nicht zu erkennen, aber auf den ersten Blick sah man ihnen das Frische an, sah, daß dies Soldaten vom Scheitel bis zur/ Sohle sein mußten. Halten! Raus! Hin!— Sie bleiben stehen, grüßen und warten, was nun kommen soll.„Haben Sie Zeit?" Alle drei sagen ja wie aus einem Mund, trotzdem anzunehmen war, daß man eine Gefälligkeit haben wollte. Nun trug ich ihnen vor, daß einer zum Wünschkonzert mitkommen könnte. Am liebsten wollten alle drei, aber man einigte sich, einer stieg ein, ein frischer gleich der Bruch gottlob, wie man festgestellt hat, nicht schlimm war. Von einem glatten Bruch kann man nicht reden, nur angebrochen.“ „Die Onkels würden es sehr gern sehen, wenn du mich, wo ich doch die erste Kranzeljungfer bin, führen würdest," warf Jane wichtig ein.„Ich krieg' auch ein wunderschönes Kleid. Die Tante Erika hat es selbst entworfen und läßt es bei Burma arbeiten.“ Jane war ordentlich aufgeregt. „Weißt du, Jane, das Schönste wäre natürlich, wir könnten mit Hochzeit machen.“ Holger seufzte leicht auf. Sein Blick ging zu Jane, dann zur Mutter. Janes Herz klopfte, und sie sah ebenfalls auf die Mutter Holgers. „Wenn mich deine Mutter als Schwiegertochter haben will— ich würde mich ganz toll freuen." So, nun war es heraus, es war sehr schwer gegangen, aber nun freute man sich doppelt— überhaupt, wenn man einen Blick in die beiden Gesichter warf... Holger faßte nach den Händen Janes.„Jane — du verzichtest?" Auch Frau vom Rillenkamp kam mit einem unsicheren Lächeln auf Jane zu. „Ich danke dir, Kind," sagte sie nur kurz.„Und ich weiß jetzt, daß Holger die richtige Frau und ich die richtige Schwiegertochter bekomme. Es ist schön, daß du vergessen kannst." Sanft strich sie über das Haar Janes, dann verschwand sie im Nebenzimmer. Wie ein Schulmädel, das eine Dummheit begangen hat und noch dafür gelobt wird, saß Jane da. Scheu hob sie die Augen zu Holger, der ihre Hände immer wieder an die Lippen zog. „Da— nimm lieber die Lippen," sagte sie trotzig=schämig und kniete sich neben dem Ruhelager hin.— „Wollen wir also mit heiraten?" fragte Holger nach einer Weile. Aber er schien nicht das Richtiae getroffen zu haben, denn Jane schüttelte sehr heftig den Kopf. „Nein, Holger," setzte sie ihm ausführlich auseinander,„erst muß ich wissen, wie es ist, erste Kranzeljungfer zu sein." „Du kleine Neugier!“ lachte Holger vergnügt auf. „Und dann— dann will ich allein heiraten. Wenn drei Paare heiraten, sieht man nicht richtig auf mich. Und einmal möchte ich doch Hauptperson sein." Jane machte einen niedlichen Schmollmund. „Bis heute war ich doch noch immer Nebensache.“ „Ach, du kleines, goldiges Hauptpersönchen!“ prustete Holger so laut heraus, daß Frau vom Junge, ein Oberbootsmannsmaat, dem man beim ersten Laut den rheinischen Jungen anmerkte. Wie strahlten seine blanken, blauen Augen, wie wurde er aufgeschlossen, als wir langsam Unter den Linden entlang über die Östwestachse uns dem Funkhaus näherten. Er sah wirklich sauber und schmuck aus in seinem hier in der Reichshauptstadt so seltenen Blau und der flotten Mütze. Ja, als wir oann drinnen saßen in dem großen, weiten Raum— auch wir waren das erstemal hier—, da staunte unser blauer Junge, der wohl viel zur See gefahren war, über alles, was um ihn herum vorging. Wir haben in den Minuten vorher noch etwas gesponnen. Wir erzählten uns von unserem Tun in den letzten Monaten, er aber sprach von Narvik, nur von Narvik, und immer wieder von Narvik. Sein rheinisches Temperament machte gute Musik dazu. Als wären wir selbst dgbeigewesen, erlebten wir nochmals Teilausschnitke aus den Kämpfen, erfuhren von der Härte der Auseinandersetzungen, hörten, wie auch unser Oberbootsmannsmaat mit seinen Kameraden zweimal durch das eiskalte Wasser der Fjorde hatte schwimmen müssen. Und dann sprach er von„unserem Diet!“. Da gab es keinen Dienstrang, kein Abstandnehmen vor dem hohen Rang, es war eben „unser Dietl“. Und in jenen Tagen, da der Witz von der reitenden Gebirgsmarine zu Fuß fast Tatsache wurde, wuchsen sie zusammen, die wohl sonst nie zueinander in solche Beziehung gekommen wären, die Ostmärker und die Männer von der Küste, von den Pötten. Aber wie gesagt, Dietl wurde Hauptthema. Immer wieder hatte er kleine Geschichten über den großen General bei der Hand, immer wieder erzählte er Beispiele der Kameradschaft dieses einmaligen Heerführers. Ich wurde recht stolz auf meinen„Matrosen“ und blickte von unserer sehr weit vorn gelegenen Reihe durch die Vielzahl der Uniformen nach hinten: nur noch zwei deutsche Soldaten trugen das Marineblau, und der dritte war„mein“ Oberbootsmannsmaat. Hätte ich einem besseren die Karte verehren können? Dann kam in dem nun schnell abrollenden Wunschkonzert der Spitzenleistungen auf allen Gebieten der schönste Augenblick, als General Dietl vor das Mikrophon trat und in feierlichen, soldatisch schlichten und doch so eindringlichen Worten zu allen Soldaten deutscher Zunge auf dieser Welt sprach, er, der General Dietl von Narvik, von dem mein Nachbar so begeistert gesprochen hatte. Dietls Worte gingen uns allen nahe, und es waren außer dem Mariner noch mehr Soldaten in diesem großen Raum des Funkhauses, denen Tränen in den Augen standen. Aber dann, mitten drin, packte es den Oberbootsmannsmaat: er faßte mich am Aermel und rief mir mit seinen hellen blauen Augen voll von Begeisterung zu:„Sieh mal, Herr Leutnant, da an der rechten Seite trägt er das Narvikabzeichen, unser Narvikabzeichen, das wir nun auch bekommen werden... Das ist unser Dietl. Können Sie mich jetzt verstehen?“, fragte er treuherzig zu mir rüberblickend.„Ja“. Ich verstand ihn und hatte ihn schon vorher verstanden. Er nahm gewiß noch Anteil an den Dingen, die sich noch stundenlang nachher abwickelten, aber in sich versunken saß er da. Narvik, die Kämpfe und sein General Dietl ließen ihn nicht los, ihn, der nun gleichsam neben seinem General als Vertreter jener Männer von Narvik im Sendesaal saß.— Schluß... alles strömt den Ausgängen zu. Da nimmt er noch einmal meine Hand, sieht mir fest und treuherzig in die Augen. Flüsterte dann, weil es vielleicht ein militärisches Geheimnis sein könnte:„Wenn ich jetzt meinen Posten auf der neuen Zerstörer=Flottille„Narvik“ antrete, wird dieser schöne Nachmittag noch oftmals in meine Erinnerungen zurückgerufen werden. Meinen Kameraden werde ich sagen können: Ich war mit unserem General zusammen. Besten Dank, Herr Leutnant!“— Ein Blick noch, eine Kehrtwendung, und der Oberbootsmannsmaat rollt in seinem blauen Jäckchen davon.— An all das mußte ich denken, als uns jene Wochenschau in dem kalten nordfranzösischen Dorf gezeigt wurde. Ich habe diese lachenden, frischen, blanken Augen, diesen strammen Oberbootsmannsmaat und seine Liebe für seinen General und für seine Zerstörer=Waffe nicht vergessen. Da ich nun niemand bei der Marine habe, den ich kenne, ist er mir die lebendige Verbindung zu diesen stolzen Schiffen unserer siegreichen Marine. Vielleicht hat er auch schon wieder so einige mit versenkt. Vielleicht, wer kann es wissen. Deutsche Lehrmeister der japanischen Armee Die Leistungen des Majors Meckel und des Feldwebels Köppen Deutsche als Waffenmeister der Welt— ein besonders umfangreiches Kapitel im Buche der Weltgeschichte. Fürst Johann Moritz von NassauSiegen war niederländischer Feldmarschall und Gouverneur von Brasilien. Wilhelm von Steuben und Carl Schurz organisierten die amerikanischen Armeen, Johann von Uslar kämpfte mit Bolivar um die Freiheit Südamerikas. In der Geschichte von Portugal, Rußland, Frankreich, Griechenland, Serbien und der Türkei, von allen amerikanischen Staaten, von Südafrika und Asien finden wir deutsche Soldaten vom Feldwebel bis zum General wie Moltke, Goltz und Schulenburg, die sich den Aufbau dieser Armeen zu ihrer eigenen Sache machten. Das gilt auch für Japan, mit dem uns heute besonders herzliche Freundschaft verbindet. Die Zahl der jungen Japaner, die nach Deutschland kamen, um hier zu studieren oder um sich in Heer und Marine ausbilden zu lassen, ist immer größer geworden. Die Japaner haben nicht nur Deutschland aufgesucht, sie erbaten sich auch deutsche Rillenkamp erstaunt im Zimmer erschien.— „Denk mal, Mutter," rief ihr Holger, trotzdem Jane versuchte, ihre kleine Hand auf Holgers Mund zu pressen, entgegen,„Jane will allein heiraten, um einma! Hauptperson zu sein. Also so eine eitle Frau krieg' ich mal!“ Mit niedergeschlagenen Augen lehnte Jane neben Holger und wagte gar nicht aufzusehen. Erst als Frau vom Rillenkamp sagte:„Kann ich gut verstehen, hätte ich auch nicht anders getan," sah sie auf und blinzelte Holger vergnügt an. „Oh— jetzt bin ich aber froh," bekannte sie und wandte sich an Holgers Mutter.„Wenn Sie es auch sagen...?“ „Ich glaube, Kind, es ist richtiger, du sagst ab jetzt„Mutter' zu mir," wandté Frau vom Rillenkamp mütterlich ein, und konnte sich selbst nicht verstehen, daß sie gegen dieses Mädchen einstmals eine Abneigung gehabt hatte. Diese brauchte nicht die Enkelin des Heidelindbauern zu sein, sie war auch so ein vollwertiger Mensch. „Gern, Mutter,“ antwortete Jane und bot der Mutter ihres Holger die Wange. Unrecht erleiden ist wirklich besser, als Unrecht tun, dachte Jane hinterher. — Ende— Wettlauf mit dem Tode Auf der eingleisigen Bahnstrecke zwischen Pettau und Pragershof in Jugoslawien wäre es beinahe zu einer Katastrophe gekommen. Im Augenblick, als der fahrplanmäßige Personenfrühzug Pettau verließ, kam hinter Hafdina ein Güterzug herangeholt. Der Bahnwächter in Hajdina hatte keine Möglichkeit mehr, die Züge anzuhalten, so daß ein Zusammenstoß kaum noch zu verhindern war. Im letzten Augenblick eilte er dem herannahenden Personenzug entgegen, und es gelang ihm auch, diesen anzuhalten. Der Lokomotivführer des Zuges, der aus Marburg an der Drau stammte, erkannte sofort die gefährliche Situation, in der er sich befand, und setzte seinen Zug in entgegengesetzter Richtung in Bewegung. In diesem Augenblick näherte sich auch schon der Güterzug, und es begann eine Fahrt auf Leben und Tod. Die Entfernung zwischen den beiden Zügen verringerte sich immer mehr, doch gelang es schließlich in Pettau, den Güterzug auf ein Seitengeleise zu leiten und damit endlich die Gefahr eines Zusammenstoßes zu beseitigen. Lehrmeister in ihr Land, Lehrmeister aus allen Gebieten der Wissenschaft, Technik und nicht zuletzt auch des Heeres und der Marine. In dem Feldzug gegen China 1894/95 und im Krieg 1904/05 errang das kleine Inselreich unter den staunenden Augen der Welt zwei Siege, die als größte Leistungen in die Geschichte eingegangen sind und die es in erster Linie einem Deuthen zu verdanken hat; dem Soldaten Jacob Meckel. Als dieser Mann ein Jahr nach dem Russisch=Japanischen Kriege in Berlin=Lichterfelde für immer die Augen schloß, versammelte sich die gesamte japanische Generalität an der Stätte seines Schaffens, in der Kriegsakademie zu Tokio, und brachte in einer schlichten Totenfeier den Dank eines ganzen Volkes zum Ausdruck. Die Sieger der großen Kriege gegen China und Rußland, unter ihnen die Generale Nögi und Kruoki, verneigten sich vor dem Geist des Toten, und in einer vom Chef des Generalstabes Kodama verfaßten Ansprache hieß es:„Wenn wir im Feldzug von China 1894/95 den vollständigen Sieg erfochten, wenn wir in den Boxerunruhen den fremden Expeditionskorps gleichwertig an die Seite treten konnten und wenn wir schließlich in den Jahren 1904/05 im Kampf mit einer Großmacht einen vollständigen Sieg davontrugen, so suchen wir die Ursache in den Unterweisungen Ew. Exzellenz. Wir werden alle Zeit eingedenk sein." Als der Major Jacob Meckel sich Anfang Dezember 1884 für vier Jahre Urlaub nahm, um als Militärinstrukteur nach Japan zu gehen, da war Japan bereits ein großes Stück auf dem Wege zur völkischen Einheit vorwärtsgeschritten, und er selbst verließ in Deutschland eine aussichtsreiche militärische Laufbahn. Am 8. März 1842 in Köln geboren, nahm er schon als junger Leutnant an dem Preußisch=Oesterreichischen Kriege teil und zog als Premierleutnant 1870 in den Krieg gegen Frankreich. Er entwickelte sich zu einem Offizier, auf den die preußische Armee große Hoffnungen setzte. Nach Kriegsende wurde er als Lehrer auf die Kriegsschule nach Hannover geschickt und später als Hauptmann in den Großen Generalstab versetzt. Die Reorganisation der Armee fand in ihm einen ihrer besten Helfer. Als er dann 1884 Deutschland verließ, begann seine Arbeit weltgeschichtliche Bedeutung zu erlangen. Japan hat in Meckel seinen militärischen Erzieher gefunden. Was er lehrte, das vermehrte und nutzte man. Seine Arbeit war so durchschlagend, daß man später nie mehr einen fremden Lehrmeister in Japan brauchte. Dieser eine deutsche Offizier genügte. Zwei Jahrzehnte vor Major Meckel war der Feldwebel Karl Köppen nach Japan gegangen, zunächst nicht als Soldat, sondern als kaufmännischer Angestellter einer deutschen Firma. Der Weg zur japanischen Einheit war noch nicht beschritten. Die Inselwelt zerfiel noch in viele Fürstentümer. Die wirtschaftliche Erschließung durch die Welt hatte begonnen. Karl Köppen, der Bückeburger, ging nach Osaka. Soldat mit Leib und Seele, erkannte er sehr bald, daß seine Kenntnisse, die er in der preußischen Armee erworben hatte, hier sehr gut auszuwerten seien. Er trat in den Dienst des Fürsten von Kischu in Wakayama. Aus ihm wurde der Organisator einer kleinen Armee. Genau nach preußischem Vorbild gliederte er die Truppe in Bataillone und rüstete sie mit dem Zündnadelgewehr aus. Das kleine Fürstentum mit seinen nur 500000 Einwohnern hatte bald 5400 gut durchgebildete Soldaten. Ein Bataillon führte Karl Köppen selbst als Lehrbataillon. Er exerzierte ausgezeichnet. Sein Ziel war eine Armee von 20000 Mann. Eine Schwadron Ulanen sorgte für den Ordnungsdienst, ein Regiment Artillerie war im Aufbau. Die Geschütze wurden in Deutschland bestellt. Für ein Ingenieurkorps zog er zahlreiche ehemalige Offiziere und Ingenieure aus der Heimat hergn. Zu seinem Werk gehörten ferner eine Kriegsschule mit einer Bücherei und einer Turnhalle, eine Munitionsfabrik, für die er sich die Maschinen aus dem heimatlichen Suhl kommen ließ, eine Pulverfabrik, eine Büchsenmacherei und eine Papierfabrik. Eine Unteroffiziersschule war im Entstehen begriffen. Was Karl Köppen da im kleinen für ein Fürstentum schuf, war ein Musterbeispiel für deutschen Fleiß und deutsche Gründlichkeit. Seine Saat ging tausendfältig auf. Jacob Meckel, sein großer Nachfolger, fand den Boden schon vorbereitet, und vielleicht war es gerade das Lebenswerk dieses einfachen deutschen Feldwebels, das Japan veranlaßte, sich in Major Meckel wieder einen Deutschen ins Land zu holen. Kurz Herzog. Wildschwäne am Möhnesee Soest. Am Möhnesee wurden in diesen Tagen— ein außerordentlich seltenes und jahrelang nicht mehr erlebtes Schauspiel— wiederholt Wildschwäne beobachtet, die in majestätischer Ruhe auf dem Wasserspiegel einherzogen und sich beim Nahen von Menschen erhoben und mit brausendem Flügelschlag über dem See kreisten. Diese seltenen Gäste sind aus weit nördlichen Zonen nach Westfalen gekommen. Nach alter Volksmeinung wandern sie nur in besonders strengen Wintern so weit südlich, um sich ihre Winterquartiere zu suchen. Ein Dorf geschlossen in der NSV Manrode(Krs. Büren). Ein vorbildliches Beispiel sozialen Gemeinschaftssinns zeigt die kleine Gemeinde Manrode im Kreise Büren. Dort sind von den 72 Haushaltungen 74 NSV.=Mitglieder zu vermerken, was also eine vollzählige Mitgliedschaft der Gemeindehaushaltungen in der NSV. bedeutet. Volksschädling gefaßt Dinslaken. Nachdem in letzter Zeit der Diebstahl von Fahrrädern in auffallender Weise zugenommen hatte, ist es jetzt der Kriminalpolizei gelungen, den lang gesuchten Täter dingfest zu machen. Es handelt sich dabei um einen Einwohner aus Lohberg, der nachweislich nicht nur unter dem Schutz der Verdunkelung fortgesetzt Fahrräder stahl, sondern diese Verbrechen auch während des Fliegeralarms beging. Insgesamt konnten dem Täter 24 Fahrraddiebstähle nachgewiesen werden. Ein Teil der Räder, die sofort weiterverkauft wurden, konnte den Eigentümern wieder ausgehändigt werden. Weitere hofft die Kriminalpolizei noch ausfindig machen zu können. Der Täter dürfte sich vor dem Sondergericht in Düsseldorf zu verantworten haben, wo ihm eine strenge Strafe in Aussicht steht. Großes Unheil durch Fahrer ohne Führerschein Düren. In leichtsinniger Weise spielte ein 18jähriger Bursche, der, ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein und mit Zustimmung seines Vaters einen mit Milchkannen beladenen Lieferwagen steuerte, mit dem Leben seiner Mitmenschen. In einer Kurve in Untermaubach prallte der Wagen gegen ein Haus, wobei eine am Eingang stehende Frau mit ihren beiden kleinen Kindern von dem Gefährt erfaßt wurde. Während der kleine Junge auf der Stelle getötet wurde, erlag die dreijährige Schwester ihren schweren Verletzungen alsbald nach Einlieferung ins Krankenhaus. Die in Hoffnung befindliche Bäuerin wurde derart schwer verletzt, daß an ihrer Gesundung gezweifelt wird. Gegen den Vater des Jugendlichen, der verhaftet wurde, wurde ein Verfahren eingeleitet. Der Vater der auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Kinder steht zurzeit an der Front. Ein Riesendiamant wird aufgeteilt Im Jahre 1939 wurde in Brasilien ein Diamant von über 700 Karat gefunden, der den Namen des Präsidenten des Landes Getulio Vargas erhielt. Sein Wert wurde auf 500 000 Dollar geschätzt. Er wurde von einer Juwelenfirma gekauft, und zwischen den Verkäufern und den Käufern entstand ein Prozeß, der bisher an Anwaltsund Gerichtskosten 25000 Dollar erfordert hat Angesichts der ungünstigen Lage auf dem Diamantenmarkt scheint es nun fast unmöglich, den Riesendiamanten im ganzen zu verkaufen. Man will ihn daher in vier Stücke von je 150 bis 200 Karat aufteilen. So hofft man leichter Liebhaber zu finden, wenn auch das Zerschneiden des Diamanten den ursprünglichen Wert nicht unwesentlich vermindert. K Kohle und Holz sind wichtige Rohstoffe, mit denen wir sparsam umgehen müssen. Darum beachte, was Dir„Flámm= chen", Deine Zeitung und der Kundfunk über„Richtiges Heizen mit wenig Brennstoff" sagen! Den eigenen Vater erstochen Was eine böse Schwiegertochter anrichten kann In Budini bei Karlovac(Jugoslawien) ereignete sich kürzlich eine grauenhafte Familientragödie im Hause des angesehenen Bauern Nikola Severinac. Severinac, der 60 Jahre überschritten hatte, galt in der ganzen Gegend als ein musterhafter Landwirt und fürsorglicher Hausvater. Er lebte mit seinen zahlreichen Familienmitgliedern in Frieden und Eintracht. Vor nicht allzulanger Zeit heiratete sein 22jähriger Sohn Stjepan die Milica Novkovic, ein Mädchen aus dem Nachbardorf Mraclin. Seitdem Milica in die Familiengemeinschaft aufgenommen worden war, waren Zwistigkeiten auf der Tagesordnung. Während sich früher Vater und Sohn ausgezeichnet vertragen hatten, entwickelte sich jetzt zwischen den beiden eine innere Abneigung, denn die sehr temperamentvolle Milica beherrschte Stjepan völlig und tat alles, um im Hause die erste Rolle zu spielen, weshalb sie immer wieder mit Nikola Zusammenstöße hatte. Die Frau brachte es soweit, daß Stjepan seinen Vater zu hassen begann. Nikola hatte außerdem noch guten Grund, über das Verhalten seiner Schwiegertochter ungehalten zu sein, denn anstatt zu arbeiten trieb sie sich oft stundenlang im Dorf herum und ließ sich auch öfter in Begleitung eines reichen Kaufmanns blicken. Wieder einmal war Milica mehrere Stunden grundlos abwesend gewesen, so daß ihr der alte Nikola heftige Vorwürfe machte und auch die Vermutung aussprach, daß sie einen Liebhaber besuche. Milica fuhr wie eine Natter auf, schrie den Alten an und drohte, ihn„wie ein Huhn“ abzuschlachten. Nikola erwiderte hierauf:„Merk dir, hier bin ich Herr im Hause, und ich werde schon dafür sorgen, daß du das Haus verläßt, bevor du noch mehr Unheil anstiften kannst!“ Darauf ergriff Milica schäumend vor Wut einen Knüppel und schlug auf Nikola los. Der Alte erfaßte einen Stuhl und setzte sich zur Wehr. Er drängte Milica, die wie eine Wahnsinnige um sich schlug, in eine Ecke des Zimmers. Auf Milicas Geschrei eilte Stjepan herbei. Er hörte Milicas gellenden Ruf:„Hilf mir, Stjepan, der Alte will mich erschlagen!" und sah Milicas zorngeröteten und blutenden Kopf, denn Nikola hatte mit dem Stuhl kräftig zugeschlagen. Ohne sich zu besinnen, zog der liebestolle, um das Wohl Milicas besorgte Stjepan ein Messer aus der Tasche, brachte seinen Vater zu Fall und stieß ihm zweimal das Messer in die Brust. Nikola war auf der Stelle tot. Als die Gendarmen erschienen, flüchtete Milica zu ihren Eltern, doch konnte sie bald ausfindig gemacht und verhaftet werden. Tags darauf wurden Stjepan und Milica gefesselt dem Kreisgericht in Karlovac eingeliefert. Belagerung einer Räuberbande Feuergefecht zwischen Gendarmen und Banditen. Dieser Tage gelang es einer starken jugoslawischen Gendarmeriepatrouille, nachdem sie lange Zeit in den Schluchten und Wäldern im Labatal nach einer Räuberbande gefahndet hatte, den Rädelsführer Fejsul Bairamovic im Dorfe Tenesdol zu stellen. Fejsul hatte sich mit seinem Spießgesellen Salih Imerovic im Gehöft des Bauern Muharem Fejsulahovic eingenistet. Als die Gendarmen sich dem Hause näherten, wurden sie von den Räubern heftig beschossen. Daraufhin warfen sich die Gendarmen zu Boden und erwiderten das Feuer. Es entspann sich in äußerst erbitterter Kampf, in dessen Verlauf die Gendarmen Verstärkung erhielten. Die Räuber besaßen viel Munition, denn volle fünf Stunden währte die Schießerei. Nach dieser Zeit rief der Räuber den Gendarmen zu, daß er sich ergebe. Als ein Gendarm daraufhin seine Deckung verließ, wollte ihn Fejsul niederknallen. Nun eröffneten wieder alle Genbarmen das Feuer. Mittlerweile hatte Fejsül das Haus in Brand gesteckt, um im Schutze der Rauchschwaden zu entkommen. Da aber das Gebäude von den Gendarmen dicht umzingelt war, vermochte er mit seinem Helfershelfer nicht mehr zu flüchten. Von einer Kugel in den Kopf getroffen, brach er tot zusammen. Als Salih seinen Freund sterben sah, ergab er sich. Er gestand eine Reihe von Morden ein, die er zusammen mit Fejsul verübt hatte. Unter anderem waren die beiden Räuber unlängst in einen Bauernhof eingedrungen, hatten den Bauern und seine Frau erschlagen und ihr zweijähriges Kind zu Tode gequält. Das Haus Muharems brannte vollkommen nieder, nicht einmal das Vieh konnte gerettet werden. Schießerei in Basel In einer der vergangenen Nächte feuerte in einem Vorort von Basel ein Unbekannter aus einem Karabiner sechs Schüsse auf eine ihm entgegenkommende Polizeipatrouille ab. Ein Polizist wurde durch einen Kopfschuß getötet. Sein ihn begleitender Kollege feuerte in der Dunkelheit einige Schüsse auf den Täter ab. Wenige Minuten später wollte ein Einwohner der Polizei mit seinem Militärgewehr zu Hilfe kommen. In der Dunkelheit glaubte der Polizeibeamte, den Mörder vor sich zu haben, und feuerte mehrere Schüsse aus dem Dienstrevolver ab. Der Mann erlitt zwei Schußverletzungen. In der Zwischenzeit war es dem Mörder gelungen, zu flüchten. Auf einer Brücke stellte sich ihm ein wach habender Soldat in den Weg. Der Mörder richtete den Karabiner auch auf den Soldaten und feuerte drei Schüsse ab. Der Soldat erhielt einen Kopfschuß und einen Schuß in die Brust. Die beiden Schwerverletzten wurden in ein Spital gebracht. Der Zustand des Soldaten ist ernst. Der Mörder entkam in der Dunkelheit. Ein größeres Polizeiaufgebot fahndet nach ihm. Londoner Kanarienvögel müssen sterben Nach einem Londoner Eigenbericht der schwe dischen Zeitung„Nya Dagligt Allehanda“ ist das Halten von Vögeln in Käfigen in der englischen Hauptstadt durch strenge Vorschriften außerordentlich eingeschränkt worden. Dabei ist diese Sitte in englischen Heimen überaus stark verbreitet. Es gab Millionen von Stubenvögeln. Das Vogelfutter, das früher 25 Shilling je 50 Kilogramm kostete, wird jetzt mit vier Pfund bezahlt, und außerdem ist es kaum noch zu haben. Die Vögel fressen, wie es in der Meldung heißt, durchschnittlich ein Pfund im Monat. Aber die Besitzer kostbarer Vogelarten, die mehrere hundert Pfund wert sind, zahlen jeden Preis für Vogelfutter. Es wird berichtet, daß jemand, der für seine Vögel kein Futter auftreiben konnte, 40 Stück in einem Gasofen tötete. Jedenfalls gewinnt man aus der Meldung des Londoner Korrespondenten von„Nya Dagligt Allehanda“ den Eindruck, daß die Londoner Kanarienvögel jetzt sterben müssen. Hinrichtung von Verbrechern Berlin, den 24. Januar. Am 23. Januar ist der am 17. Juli 1917 in Kriegsfeld, Kreis Kirchheimbolanden, geborene Adolf Brand hingerichtet worden, den oas Sondergericht in Darmstadt als Gewaltverbrecher und Volksschädling zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Der arbeitsscheue und mehrfach vorbestrafte Brand hat unter Ausnutzung der Verdunkelung versucht, eine alleinreisende Frau aus einem fahrenden Zuge zu werfen, um ihr Gepäck rauben zu können. Gestellt, hat er seine Verfolger mit geladener Pistole bedroht. Ferner ist der am 13. April 1905 in Offenbach am Main geborene Georg Christ hingerichtet worden, den das Sondergericht Darmstadt als Volksschädling zum Tode sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt hat. Der Verurteilte, ein dreizehnmal vorbestrafter gefährlicher Gewoynheitsverbrecher, hat sich neben anderen Straftaten unter Ausnutzung der Verdunkelung als Einbrecher betätigt. Ihre Kriegstrauung geben bekannt: Walter Wehmeier Obergetr. In einem Geb.-Jäger-Reglment Hildegard Wehmeier geb. Kastner Essen-Steele z. Zt. Im Felde 25. Januar 1941. Essen-Steele Boohumer Str. 339 Zwangsversteigerung. Am Sonnab., d. 25. d. M., 15 Uhr, versteigere ich in Hattingen, Versteigerungslokal Reichenbach 1 Radio-Gerät (Loewe) öffentlich meistbietend gegen bar. Hattingen, 24.1. 1941 Obergerichtsvollzieh. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom liebsten, was man hat, muß scheiden. Am Dienstag, dem 21. Januar, nachm. 6 Uhr, verstarb nach langer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater Karl Rechau im Alter von 80 Jahren. Sein Leben war Arbeit und Mühe. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. B. Dahlhausen, den 23. Januar 1941. B.-Linden, Hattingen, Olenburg, Goslar(Harz), Holzwickede. Laufburschen Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 25. Jan. 1941. nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Krüzweg 20, aus statt. Allen, denen aus Verschen keine besondere Nachricht zuging, möge diese als solche dienen. Am Dienstagmorgen 6½ Uhr entschlief in einem Reservelazarett mein innigstgeliebter, ältester Sohn, unser lieber, unvergeßlicher Bruder, Schwager, Onkel, Enkel und Netfe Walter Werbeck Soldat in einem Schützen-Regiment im Alter von 25 Jahren. Er starb für Führer und Vaterland. In tiefer Trauer: Laura Werbeck, geb. Aeckersberg Else Bottmer, geb. Werbeck Luise Werbeck Willi Werbeck, z. Zt. im Felde lrene Werbeck Wilhelm Bottmer. z. Zt. im Felde Irene Bottmer Familie Wilhelm Aeckersberg. Sprockhövel, Pardubitz/Böhmen, Wesermünde u. Winkhausen, den 21. Januar 1941. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 26. Jan., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. M.-G-U.„Liedertreund" 1980 Welper Zu der am Sonnabend, dem 26. Januar, 15 Uhr, im Vereinsheim Julius Diergardt stattfindenden Jahreshauptversammlg. ladet ein Der Vorstand. Wir suchen zum 1. Febr. 1941 einen intelligenten Meldungen in der Geschäftsstelle dsr. Zeitung in Hattingen. Nebenverdienst!! Für den Bochumer Stadtbezirk wird baldmöglichst Bote oder gesucht. Fahrrad wird gestellt. Meldungen: ABC=Straße 13 Ruf 63119 Damen=u. Herrenfriseur oder Herrenfriseur für dauernd evtl. zur Aushilfe sofort oder später gesucht. Salon Weber, B.=Dahlhausen, Dr.=C.=Otto=Straße 119 Lehrmädchen für Bäckerei und Kolonialwaren f. sos. oder später gesucht. Bäckeret u. Kolonialwaren Karl Essen=Steele, Josef=Boismard=Weg 6. 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St.=Johannis=Kirche: 10 Uhr Ravenschlag.— St.=Georgs=Kirche: 10 Uhr(Missionsfest) Missionar Dassel; 14 Uhr Kinder, Missionar Dassel; 16 Uhr Nachversammlung, Missionar Dassel.— Krankenhaus: 8.45 Uhr Reimers. Sundern: 10 Uhr(nicht 8.30 Uhr) Graefe zu Baringdorf. Welper: 10 Uhr zur Nieden. Bredensch.=Stüter: 10.15 Uhr Bredenscheid, Blesken; 11.15 Uhr Kinder in Bredenscheid; 14 Uhr Kinder in Niederstüter. Niederbonsfeld: Kein Gottesdienst. Niederwenigern: 8.30 Uhr Hegemann; 14 Uhr Kinder, Hegemann. Niederwenigern: So. 10 Uhr Gottesdienst, P. Nöxenberg; 11 Uhr Kindergottesdienst. Blankenstein: So. 15 Uhr Kindergottesdienst; 16 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Altena. Buchholz: So. 10.30 Uhr Gottesdienst, Pastor Altena. Herbede: So. 10 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Richter; 11.15 Uhr Kindergottesdienst, P. Richter. Sprockhövel: So. 10 Uhr Gottesdienst. Pastor Moeller; 11 Uhr Kindergottesdienst; 11 Uhr und 11.45 Uhr Kirchentaufen. Filme in Boch. Uinden Linden Ab heute, Freitag bis Donnerstag: Der rettende Engel mit Karla Ruot, Grethe Weiser Wochenschan. ROXY Boch.-Linden 7 Tegot Ab heute, Freitag bis Donnerstag: Friedrich Schiller Der Tniumph eines Genies mit Heinr. George, LII Dagover. Wochenschau. Jugendliche haben Zutritt. Anfang 3 Uhr und 5,30 Uhr lagA 12.30 Uhr. Kindervorstell.: Friedr. Schiller II4 A van Petrovich Reinhold Lütjohann- Gert Höst Fritz Eugens- Nikolas Kolin Hedwig Wangel- Harl Heinz Peters Arnull Schröder- Carl Wery Die großen Filmkünstler gestalten ein zeitnahes Geschehen.— Was sie uns hier vor Augen führen, ist so unmittelbar gegenwärtig, wie überhaupt nur gegenwärtig sein kann, was mit dem Kriege zusammenhängt.— Diesen erregenden Stoff haben die Drehbuchautoren so angefaßt, daß die starken Spannungen eines Kriminalfilms erreicht werden, schreibt die B Z am Mittag. Beginn: Täglich 3.00 und 5.30 Uhr Sonnabend ab 2.30 Uhr Sonntag 10.45, 1.00, 3.00 und 5.30 Uhr. Der Film hat die höchsten Prädikate: staatspolitisch und künstlerisch wertvoll und jugendwert. Jugendliche haben an allen Tagen Zutritt zu den frühen Vorstellungen: Wochentags um 3.00 Uhr Sonnabend um 2.30 Uhr Sonntag um 10.45 und 1.00 Uhr Central-Theater Hattingen JlerzensfreudIserzensseid Ein Film von Hubert Marischka und Aldo von Pinelli nach Motiven des Bühnenstücks „Junger Wein" von Raimond Martin mit MagdaSchneider Paul Hörbiger Olly Holzmann, Carola Höhn, Lucie Englisch, Paul Klinger, Walter Müller, Günter Lüders, Hans Leibelt, Hedwig Bleibtreu, Paul Bildt und ROSITA SERRANO singt. DIE DEUTSCHE WOCHENSCHAU Jugendliche über 14 Jahre zugelassen Hauptfilm 1,55, 4.05 6.10 Uhr Wochenschau 340, 5.50 Uhr Sonntag ab 1.15 Uhr. Gaststätte Otto Oelmann Bochum-Linden Hattinger Straße 805 Jeden Sonnabend ab 19.00 Uhr Jeden Sonntag ab 17.00 Uhr Konzertu.Tanz der beliebten Hauskapelle. ( Wie kann ich meinen Umsatz zum Wachsen bringen? Durch Anzeigen natürlich, da wirde Dir schon gelingen Union-Theaier Kammer-Lichtspiele Steele, Bochumer Str. 49 Rut 589 29 Steele, Dreiringstr. 10 Ein Revuefilm von faszinierender Schönheit— ein Ausstattungswerk von blendender Eleganz. Marika Rökk tanzt und singt und Peter Kreuder spielt dazu. In den weiteren Rollen: Josef SleZert, Ursula Herking, Will Dehm Herbert Hübner, WIII Quadflieg, Flockine v. Platen, Franz Schafheitlin, Der große Varieté- und Revue-Film der Ufa. Dazu: Die Deutsche Wochenschau Wir zeigen ab heute in Neuaufführung: Ein toller Heinz Rühmann-Film nach dem gieichnamigen Roman von Harald Baumgarten. In den Hauptrollen: Heinz Rühmann- Leny Marenbach Oskar Sima- Olga Limburg Heinz Salfner- Vera von Langen Für Jugendliche zugelassen! Hierzu: Die Uhr ist nicht mein Herr Kulturfilm Die Deutsche Wochenschan Spielbeginn täglich 2 Uhr. Ende gegen 8.15 Uhr K. J. Lichtspiele Nierenhot Freitag, Sonnabend und Montag 19.00 Uhr. Antang Sonntag ab 14.45 Uhr Antang Paul Hörbiger spielt die schönste Rolle seines Le bens in dem neuen Terra-Film: „Der liebe Augustin" mit Hilde Weißner, Maria Andergast Mic hael Bohnen, Rudolf Prack. Einer, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, das war der liebe Augustin.— Seln unverwüstlicher Humor gibt auch diesem Film das starke Leben. Ein Tag in Schönbrunn Ufa-Tonwoche WalhallaTheater. Kray-Nord In dieser Woche sehen Sie den entzückenden Film in Trol nach der Operette „Der Vogelhändler“ mit Hans Moser Marte Harell Johannes Heesters Dazu die neueste Deutsche Wochenschau. Antang 2 Uhr Ende geg. 8 Uhr Die Bühne der Stadt Bochum Intendant: Prof. Dr. S. Schmitt Freitag. 24. 1., 17—19.40 Uhr Außer Vormiete und KdF.=Ring 1 Buttersly Oper von G. Puccini Sonnabend. 25. 1., Beginn 17 Uhr Weißer Ring 7 Der Elfte aus der Reihe Komödie von Corra/ Achille Palast-Theater Kupferdreh Nur bis einschl. Montag: Dae Fräulen von Barnhelm. Juge ndl. zugel. Beginn: Werktag.3.3 Uhr Sonntaas 1.30„ Letzt. Vor.5.45„ Ende geg.8.00„ Ab Dienstag: Der Herr im Hause. Jugendl. über 14 Jahre zugel. Lest„Die Heimat am Mittag". hot er befolgt,— aber der Husten blieb ihm hartnäckig treu. Do empfahl ich ihm Husta-Glyeln. Dos half! Nach wenigen Tagen wor der Husten wegl Quölt Sie Husten, Verschleimung, Erkältung, so nehmen Sie Husta-Glycin. Fl.nur RM1.Verkaufsniederlagen: In Linden: Drog. A. Feuerstein, Hattinger Straße 827 Drog. A. Schwager Hattingen: Drog. Sießl, Heggerstraße 13, Drog. Neuhaus, Heggerstr. 23, Drog. Beckmann. Bruchstraße 8 HATTINGEN Ab heute eine einzigartige Schöpfung der Uia! ILSE WERNER-CARL RADDAT Heinz Goedecke, dem Orginisator der Wunschkonzerte Joachim Brennecke— Ida Wüst— Malte Jaeger Hedwig Bleibtreu— H. H. Schaufuß— Walter Ladengast— Hans Adalbert Schlettow— Albert Florath— Elise Aulinger— Wilhelm Althaus Jm Wunschkonzert wicken mit: Marika Rökk— Heinz Rühmann— Paul Hörbiger Hans Brausewetter— Joseph Sieber— Weiß-Ferdl Wilhelm Strienz— Albert Bräu und das Philharmonische Orchester Berlin. Der Name„Wunschkonzert" ist für uns Deutsche wührend des siegreichen letzten Jahres ein Begriff geworden! Selten zuvor empfing man von einem Film so starke und lebendige Eindrücke wie von diesem, der zu den überragenden und fortdauernden Schöpfungen unserer Zeit gehört Ein Erlebnis für Millionen! Höchste Prädikate:„Staatspolitisch wertvoll“ „Künstlerisch wertvoll“—„Volkstümlich wertvoll“ und„Jugendwert“—(Jugend zugelassen) Ab heute täglich 3 Vorstellungen: 1.303.305.30 Außerdem Sonntagmorgen 10.45 Frühvorstellung Jugendliche haben nur zu den Vorstellungen 1.30 und zu der Frühvorstellung 10.45 Uhr Zutritt Besuchen Sie bitte die Nachmittags- u. Frühvorstellungen mit Malratue zu verkaufen. 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