Volks Ausgode B Veugspre1ß: monatlich RM 1,15 oder harmonatlich RM 1,00 einschl Betenlohn.— Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Anzeigenpreise: Gesamtauflage 6 Pfg. Ausgabe A 6 Pfa., Ausgabe B 8½ Pfg., Ausgabe O 8 Pfg. Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pfg. Ausgaben B u. C 25 Pfg. se mm für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk Volkszeitung für Ennepe und Ruhr verbunden mit Steeler Seitung Geschäftsstelle und Schriftleitung: Hattingen, Viktor Lutze=Str. 12, Fernruf 2095 66. Jahrgang Geschäftsstellen: Hattingen, Biktor=Lutze=Str. 13, Fernr. 2096, Postscheckkonto Essen 1950; Essen=Steele, Westfalenstraße 802 Fernr 582 80, Postscheckkonto Dortmund 19 886; Wattenscheid, Freihettstr. 15 Ferne 1876, Postscheckk. Dortmund, 80 480; Bochum Mühlenstr. 12 bis 14, Fernr. 647 46. Bostscheckk. Dortmund 6146. Druck u. Verlag: Schürmann& Klagges, Bochum Nr. 196 1937 3000 Delegierte auf dem § W eltmilchwir ongreß in Berlin 53 Länder sind vertreten DNB Berlin, 22. August.(Drahtb.) In der Kroll=Oper zu Berlin fand am Sonntagmittag die feierliche Eröffnung des 11. Milchwirtschaftlichen Weltkongresses statt, der mit einer Beteiligung von über 3000 Delegierten aus 53 Ländern zu den größten Wirtschaftstagungen zählt, für die die Reichshauptstadt als Tagungsort gewählt wurde. Reichsbauernführer Darre als der für die deutsche Ernährungswirtschaft verantwortliche Minister eröffnete selbst den Kongreß mit einer Ansprache und unterstrich damit das Interesse, das die nationalsozialistische Staatsführung den Beratungen dieser internationalen Wirtschaftstagung entgegenbringt. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Sitzungssaal der Kroll=Oper war für die Eröffnungsfeier würdig ausgeschmückt. Von der Bühne grüßten die Fahnen der 53 Länder, die an dem Kongreß teilnehmen. Durch eine großzügige Dolmetscheranlage ist dafür gesorgt, daß die ausländischen Gäste in ihrer Heimatsprache den Ausführungen der Redner folgen können. Neben dem Präsidenten des Milchwirtschaftlichen Weltverbandes und Ehrenpräsidenten des Kongresses, J. Maenhaut, und dem Vizepräsidenten Minister a. D. Posthuma sah man unter den Ehrengästen zahlreiche Vertreter von Partei und Staat. Nachdem der geschäftsführende Präsident des Kongresses, Reichsobmann Behrens, die Gäste begrüßt hatte, nahm der Präsident des Milchwirtschaftlichen Weltverbandes, I. Maenhaut, das Wort. Der Präsident dankte zunächst im Namen aller Kongreßteilnehmer für die musterhafte Organisation des 11. Milchwirtschaftlichen Weltkongresses, der eine der bedeutensten milchwirtschaftlichen Weltversammlungen darstellt, die bisher stattgefunden haben. Mehr als 450 wissenschaftliche und technische Berichte liegen dem Kongreß vor, dazu 27 Generalberichte, die an sich schon eine Art moderner milchwirtschaftlicher Enzyklopädie darstellen. Besonderen Dank zollte der Redner dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Darre, dem Schirmherrn des Weltkongresses, dem geschäftsführenden Präsidenten Reichsobmann Behrens und dem Generalsekretär Diplomlandwirt Clauß, denen er den Dank der Milchwirtschaft der ganzen Welt überbrachte. In einer eingehenden Darstellung der Entwicklung des Weltmilchverbandes wies Präsident Maenhaut auf die besondere Rolle hin, die Deutschland innerhalb des internationalen Verbandes von Beginn seines Bestehens an bisher gespielt hat. Er hob hervor, daß schon bei der Gründung der Deutschen Milchgesellschaft in Bremen im Jahre 1874 der Gedanke einer internationalen Zusammenfassung der Milchwirtschaft auftauchte. Vor genau 25 Jahren habe übrigens schon der Verband einmal in Berlin getagt. Abschließend erklärte der Redner, es sei ihm eine große Freude, der Reichsregierung seine Hochachtung dafür auszusprechen, daß sie dem Kongreß ihr Protektorat gewährte und das Zustandekommen der wunderbaren Organisation ermöglichte. der Milchschan Ein Schritt weiter zu gegenseiliger Verständigung DNB. Berlin, 21. Aug.(Drahtb.) Im Ehrenraum der Halle IV des Messegeländes der Reichshauptstadt eröffnete heute vormittag Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft R. Walther Darré die aus Anlaß des XI. Milchwirtschaftlichen Weltkongresses vom Reichsernährungsministerium und vom Messeamt der Stadt Berlin durchgeführte Internationale Milchwirtschaftliche Ausstellung 1937. Diese Ausstellung, die erste internationale Schau dieser Art, stellt alle Probleme, die auf dem Weltkongreß, an dem sich über 50 Staaten beteiligen, von den Fachleuten behandelt werden, auf eine besonders breite Basis. Die Schau gibt einen Gesamtüberblick über den heutigen Stand der Milch, ihrer Be= und Verarbeitung in allen Ländern und über die hochentwickelte Maschinentechnik, ohne die eine rationelle Ausnutzung des ältesten Volksnahrungsmittels nicht zu denken ist. Vor der neuen Halle wehen die Fahnen von 53 Nationen. Der Ehrenraum ist reich mit Fahnen und Blumen geschmückt. Zur Rechten und Linken einer Büste des Führers stehen Büsten der bedeutendsten Milchwirtschaftler und=wissenschaftler der Welt. Zu der Eröffnungsfeier waren etwa 1500 Ehrengäste erschienen, die von Legationssekretär von Reichert und Messeamtsdirektor Wirschek begrüßt wurden. Nach der Ouvertüre zu„Euryanthe“, gespielt vom Landesorchester Berlin, sprach Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert. Er drückte seine Freude darüber aus, daß auf dieser Berliner Tagung eine de wesentlichsten ernährungspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben unserer Zeit gefördert und das Weltproblem Milch durch Erfahrungs= und Gedankenaustausch der bestmöglichen Lösung entgegengeführt werde. Hierauf ergriff Minister a. D. Posthumaden Haag, der Vizepräsident des Milchwirtschaftlichen Weltverbandes das Wort. Er führte u. a. folgendes aus:„Es ist nicht das erste Mal, daß mit dem Weltmilchkongreß eine Ausstellung verbunden ist. Wohl aber ist es das erste Mal, daß diese Ausstellung einen Umfang hat wie die diesmalige. Mit der größten Schau auf dem Gebiete des Molkerei=Ausstellungswesens ist verbunden eine internationale Butterschau, auf der nicht weniger als gut 300 Faß Butter gezeigt werden sollen. Die Käseschau hat einen anderen Charakter als die Butterschau. Lehrreich, sogar sehr lehrreich wird die Käseschau sein." Der Redner wies auf die Vielzahl der Herstellungssorte von bekannten Sorten hin, die nach dem Ursprungsort nur noch genannt werden und schloß mit den besten Wünschen für diese Schau von Erzeugnissen der friedlichen Natur und verband damit die Hoffnung, daß gleicher Frieden im Leben der Völker Herrschen möge. Die Eröffnungsansprache hielt Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Reichsbauernführer Darre. Er führte u. a. folgendes aus: Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Gruppen: Verbraucher, Molkereifachleute und Männer der Wissenschaft. Der Verbraucher soll sich überzeugen von dem hohen Stand der Milchwirtschaft, soll die Erzeugnisse vergleichen und sich klar werden über die Arbeit, die auf Milch= und Milcherzeugnisse verwendet werden muß, bis die Milch vom Euter der Kuh als Trinkmilch, Butter oder Käse auf seinem Frühstückstisch steht. Der Fachmann soll aus der Ausstellung für seinen Betrieb lernen, soll prüfen, wie er in bezug auf Qualität zu den Spitzenerzeugnissen, die hier ausgestellt sind, kommt. Er soll weiterhin die neuesten Maschinen und Geräte kennenlernen und die Notwendigkeit und den Sinn der Marktordnung erkennen. Der Bauer soll sich Rechenschaft geben darüber, daß gesunde Milch nur vom gesunden Vieh kommen kann. Es werden ihm deshalb die neuesten Einrichtungen für Stallhygiene gezeigt und die Grundsätze wirtschaftlicher Fütterung und Pflege dargelegt werden. Der Forscher soll seine Arbeiten wieder ausrichten nach dem Bedürfnis der Praxis. Gerade eine Ausstellung gibt ein umfassendes Bild und bewahrt ihn davor, einseitig zu werden und die von ihm zu bearbeitenden Probleme ohne Rücksicht auf die Gesamtwirtschaft zu betrachten. Die Ausstellung beschränkt sich nicht nur auf die deutsche Milchwirtschaft, sondern bringt in besonderen Abteilungen Ueberblicke über den Stand der Milchwirtschaft und der milchwirtschaftlichen Maschinen und Geräte der anderen Länder. Die Ausstellung hat aber über das Fachliche hinaus noch allgemeine Bedeutung. Sie gibt einen eindringlichen Beweis dafür, daß die friedliebenden Völker der Welt danach streben, durch internationale Zusammenarbeit auf allen Gebieten des Lebens einander näherzukommen. Ich glaube der Hoffnung und dem Wunsche Ausdruck geben zu können, daß auch diese Ausstellung wieder einen Schritt vorwärts bedeutet auf dem Wege der gegenseitigen Verständigung und Achtung vor der Leistung und dem Können des anderen. Es wird gefährlich! sid Japan, das bisher daran festhielt, in China nur eine Aktion von lokaler Begrenzung vorzunehmen zu dem einzigen Zweck, seine ihm vertraglich verbriefte Stellung in dem Gebiet zwischen Peiping und Tientsin gegenüber den von chinesischer Seite vorgekommenen Verletztungen zu ichern, hat diesen Standpunkt nunmehr in aller Form aufgegeben. Der Ministerpräsident Fürst Konoe hat erklärt, das Stadium der Lokalisierung des chinesisch-japanischen Streitfalls sei nunmehr vorüber. Tokio kämpft jetzt nicht mehr um örtliche Interessen, sondern es will die grundsätzliche Auseinandersetzung mit der chinesischen Zentralregierung in Nanking. Dadurch gewinnen die Ereignisse in China, deren Schauplatz sich inzwischen ja auf Schanghai ausgedehnt hat und in deren Verlauf am NankauPaß in Nordchina eine große Schlacht im Gange ist, eine andere Bedeutung, als man sie bisher ihnen zuzubilligen brauchte. Japan verficht seit langem eine Reihe von Forderungen an China, die im Kern darauf hinauslaufen, Tokio einen ordnenden Einfluß auf die seit der chinesischen Revolution reichlich verworren gebliebenen Verhältnisse des Landes zu sichern. Das straff organisierte japanische Staatswesen fühlt sich als die Vormacht im Fernen Östen und— auf weite Sicht gesehen— als die Vormacht Asiens. Dieser Idee ist faßbarer Ausdruck in den panasiatischen Konferenzen gegeben worden, die bisher bereits zweimal unter japanischer Führung stattfanden. Man mag diese letzten Ziele mit Recht als FernSieg an allen Fronten! Sämtliche Länderkämpfe von den deutschen Leichtathleten gewonnen. * Caracciola Sieger im Großen Preis der Schweiz vor Lang und Brauchitsch. Deutschland führt in der Gesamtwertung der Akademischen Weltspiele mit großem Vorsprung. v. d. Vijver(Holland) Weltmeister der AmateurRadsportflieger. Die Turnermeisterschaften in Greiz. Heuser und Beck Deutsche Meister. Die Italiener dreifache Sieger Der Welflug Istres-Damaskus-Paris DNB. Paris, 22. Aug.(Drahtb.) Am Sonnabendnachmittag trafen die ersten Teilnehmer des Wettfluges Istres—Damaskus—Paris am Ziel auf dem Pariser Flugplatz Le Bourget ein. Es handelt sich um die Italiener CupiniParadisi, die um 16,08 Uhr landeten, nachdem sie eine Viertelstunde vorher das Ziel überflogen hatten. Die Mannschaft war am Freitagabend um 22,30 Uhr in Istres bei Marseille gestartet, hatte Damaskus am Sonnabend früh um 5,24 Uhr erreicht und um 6,15 Uhr wieder verlassen. Acht Minuten später traf eine weitere italienische Maschine mit der Besatzung Fiori=Lucchini in Le Bourget ein. Sie war in Istres am Freitag um 22,19 Uhr gestartet und hatte Damaskus am Sonnabend früh um 5,57 Uhr nach 45 Minuten Aufenthalt verlassen. 7 Flugzeuge in Paris gelandet DNB. Paris, 22. Aug.(Drahtb.) Bisher sind bis zu den späten Abendstunden sieben Flugzeuge des Luftrennens Istres—Damaskus—Paris in Le Bourget eingetroffen. Als erstes Flugzeug traf, wie bereits gemeldet, ein italienisches mit der Mannschaft Cupini=Paradesi ein; sie legten den Rückflug mit einer Geschwindigkeit von 352 km/std. zurück. Die zweite Mannschaft FioriLucchini erreichte einen Stundendurchschnitt von 344 Kilometern. Das dritte Flugzeug mit der Besatzung Biseo=Bruno Mussolini erzielte 342 km/std. Nacheinander trafen dann folgende Flieger ein: der Engländer Clouston, die Franzosen Codos und Arneux, die Italiener Tondi und Moscatelli sowie die französische Militärmannschaft mit Oberstleutnant Francois. Der französische Flieger Guillaumet mußte wegen Gewitters in Belgrad eine Zwischenlandung vornehmen. Ernste Vorwürfe an Lufffahrkminister Cot DNB. Paris, 22. Aug.(Drahtb.) Der Sieg der italienischen Flieger im Luftrennen IstresDamaskus—Paris, die die ersten drei Plätze belegten und somit alle drei ersten Preise des französischen Luftfahrtministeriums in Höhe von insgesamt drei Millionen Franken gewonnen haben, hat in der französischen Oeffentlichkeit nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Manche Zeitungen machen den Luftfahrtminister Cot für den Mißerfolg der französischen Teilnehmer verantwortlich. Selbst das zur Volksfrontpresse gehörende„Oeuvre" fragt: Arbeitet man in Frankreich nicht allzu ungeordnet? Wozu soll man in Abrede stellen, daß die staatliche Organisation der Italiener in diesem Falle den Erfolg über das tastende, sich nichtzuhelfenwissende Versuchsregime der Franzosen den Sieg „davongetragen hat? ziele betrachten, die für die heutige Politik keine unmittelbare aktuelle Bedeutung haben. Sicher ist, daß das japanische Vorgehen in China ganzbewußt unter den Gesichtspunkt dieser Zielsetzung gestellt ist. Eine japanische Zeitung bemaß vor längerer Zeit selbst einmal die Frist, die für die Durchsetzung der eingeleiteten panasiatischen Politik ins Auge gefaßt werden müsse, auf 100 Jahre und mehr. Aber das Fußfassen auf dem asiatischen Kontinent, das mit der Errichtung von Mandschukuo begann und nun ganz folgerichtig in den angrenzenden chinesischen Gebieten weiterschreitet, ist eben, vom Standpunkt Tokios aus gesehen, eine notwendige Etappe auf dem Wege, den man sich gesteckt hat. Dieser Weg muß irgend wann einmal zu einer erneuten Auseinandersetzung mit Sowjetrußland führen, genau so wie der Kampf mit dem zaristischen Rußland an seinem Anfang stand. Darüber ist man sich auf beiden Seiten klar. Japan, zur Zeit ganz und gar die Frontrichtung nach China genommen hat, hat im Augenblick vielleicht nur ein Interesse daran, sich gegen den seit langem bedrohlich aufmarschierten sowjetrusischen Nachbar zu sichern. Um so lebhafter scheinen die agressiven Tendenzen in der Sowjetunion geworden zu sein. Vor einer reichlichen Woche hörte man, daß die Bereitstellung von Truppen zwischen dem Baikalsee und der Grenze von Mandschukuo auf irgend welche Absichten schließen lasse. Im übrigen versucht es Moskau mit kleinen Nadelstichen, die empfindlichen Stellen im Fernen Östen dauernd zu reizen. Die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Mandschukuo sind so gespannt wie nie und jetzt gerade ist von Moskau aus bei der Regierung in Hsinking ein Schritt unternommen worden, mit dem angedroht wird, die konsularischen Vertretungen der Sowjetunion in Mandschukuo aufzulösen. Die Regierung von Mandschukuo hat sich nämlich genötigt gesehen, sic in ihrer Tätigkeit etwas stärker zu überwachen, da sie Herde der bolschewistischen Agitation und der Spionage bilden. Man macht dort seit langem die gleiche Erfahrung, die soeben in Schanghai gemacht wurde, wo man den sowjetrussischen Konsul dabei erwischte, wie er durch Lichtsignale die chinesischen Artilleriestellungen im Feuerkampf gegen die Japaner unterstützte. Dieses Schanghai ist im übrigen in den gegenwärtigen japanisch=chinesischen Kämpfen der Punkt geworden, wo sie ins internationale Gebiet ausstrahlen. Es ist nicht zu leugnen, daß in dieser größten Welthandelsstadt im Osten sehr erhebliche europäische Interessen auf dem Spiel stehen, in erster Linie englische, die auf mindestens 250 Millionen Pfund beziffert werden. Das „busineß“ ist immer die empfindliche Seite der englischen Seele gewesen. Das zeigt sich auch jetzt wieder. Die englische Presse, verärgert dadurch, daß der Vorschlag Edens, Schanghai zu neutralisieren und damit zu verhindern, daß englische Pfunde dort zu Schaden kommen, von Tokio abgelehnt wurde, schimpft heftig gegen Japan. Man kann ihre Haltung beim besten Willen nicht mehr als neutral bezeichnen. Sie mißt die Schuld an den Ereignissen nicht nur Japan bei, was nach dem Hergang der Dinge den Tatsachen keineswegs entspricht, sondern sie bemüht sich auch, den Japanern klarzumachen, daß ihre Lage strategisch recht schwierig und gefährlich sei. Wenn man ihm schon freie Hand in China zubilligen wolle, so müsse Japan sich doch- darüber klar sein, daß es vor den Rechten Groß=Britanniens Halt machen müsse. Die Frage, auf die sich die Entwicklung allmählich zuspitzt, ist, ob diese europäische Interessenwahrung schließlich zu einer Intervention führen wird, für die durch die Versammlung von Kriegsschiffen der Mächte und dem Heranschaffen von Truppenverstärkungen immerhin gewisse Vorbereitungen getroffen werden. In Frankreich wird auch bereits das Problem einer organisierten Nichteinmischungspolitik nach spanischem Muster aufgeworfen. Man wittert Waffensendungen nach China und fühlt, daß man mit Rücksicht auf die eigenen französischen Besitzungen im Fernen Östen an diesen Dingen nicht ganz uninteressiert sei. Dabei übernehmen die französischen Kommunisten wieder die aus dem spanischen Konflikt gewohnte Rolle, Nichteinmischung mit doppeltem Boden zu propagieren. Diesmal richtet sich, entsprechend der Politik, die Moskau betreibt, ihr Haß gegen Japan, gegen das sie die französische Regierung zum Kampfe aufrufen. Wenn es nach ihnen gehen sollte, dann würden wir in diesem fernöstlichen Fall eine Neuauflage der wenig erbaulichen Dinge erleben, die uns die Haltung der Mächte zur spanischen Frage gebracht hat. Kleine Taaeschronik Der Führer und Reichskanzler hat an den Herrn Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk ein Glückwunschtelegramm gerichtet.— Reichsminister Dr. Goebbels sandte an Reichsminister Graf Schwerin von Krosigk ebenfalls ein Glückwunschtelegramm. * Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Rosine Rauhut in Berlin=Ablershof. Arrasstraße 76, aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. * Am Sonnabend fand die Schlußvorstellung der Bayreuther Bühnenfestspiele statt, bei der„Lohengrin“ gegeben wurde. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und Dr. Ley waren auf dem Festspielhügel in Nürnberg erschienen. * Im Anschluß an die feierliche Eröffnung des 11. Milchwirtschaftlichen Weltkongresses empfing Reichsminister Darre im Hotel Adlon die Führer der 53 ausländischen Delegationen im Kreise zahlreicher deutscher Ehrengäste aus Staat, Partei und Wehrmacht. Der deutsche Botschafter von Schoen in Chile flog am Sonntag nach Newyork um von dort aus mit dem Dampfer„Europa“ nach Deutschland zur Teilnahme am Reichsparteitag weiterzufahren. * Aus Anlaß der gegenwärtig in Budavest stattfindenden Tagung der Kriegsopferverbände in Ungarn traf in Budapest eine Abordnung des deutschen Kriegsopferverbandes unter Führung des Reichskriegsopferführers Oberlindober ein. Die deutschen Vertreter wurden überall außerordentlich herzlich aufgenommen. * Am Sonnabendnachmittag wurde in Berlin ein Kameradschaftsheim des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte feierlich eingeweiht. Der Stellvertreter des Reichsführers SS in der Leitung des Reichsbundes. Ministerialrat Dr. srummer, begrüßte die Erschienenen Dann ergriff Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei Himmler das Wort zu einer kurzen Ansprache. * Anläßlich der ersten Reichstagung des deutschen Weinbaues, die vom 22.—29. August in Heilbronn stattfindet, sandte der Reichsbauernführer R. Walther Darre an den Vorsitzenden der Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft Diehl ein Telegramm. * Mit feierlichem Glockengeläut vom Turm der alten St. Marienkirche eröffnete Elbing, die Stadt lübischer Hanse und deutschen Ordensgeistes, seine Festtage zum 700jährigen Bestehen. Anläßlich des unter deutscher Beteiligung in Paris stattfindenden Kongresses der Dokumentation veranstaltete der deutsche Botschafter Graf Welczet zu Ehren der Vertreter Deutschlands und Frankreichs einen Empfang. Das portugiesische Unterrichtsministerium hat eine Verordnung erlassen, die die Teilnayme von Portugiesen an allen in der Tschechoslowakei stattfindenden wissenschaftlichen Kongressen verbietet. * Die französische Regierung hat der Bitte der tschechoslowakischen Regierung stattgegeben und nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Portugal und der Tschechoslowakei die Vertretung der tschechoslowakischen Belange in Lissabon übernommen. In Eger fand am Sonnabend in der Ehrenhalle der Gefallenen des Egerlandes die feierliche Ueberaabe des von dem sudetendeutschen Maler Franz Gruß aus Graslitz geschaffenen Monumentalbildes„Der Helden Auferstehung — Künstlerdank an die Kriegstoten" statt. Dritter Internationaler Kongreß für ärztliche Fortbildung in Berlin Der Arzt als Betreuer der Staatssekrekär Pfundlner hielt die Eröffnungsansprache DRB Berlin, 22. August.(Drahtb.) Unter den zahlreichen medizinischen Fachtagungen, die gerade in diesem Jahr in Deutschland abgehalten werden, steht mit an vorderster Stelle der Dritte Internationale Kongreß für ärztliche Fortbildung, der am Sonnabend in der Reichshauptstadt feierlich eröffnet wurde. Hervorragende Mediziner aus nicht weniger als 35 Staaten nehmen an der bedeutsamen Tagung teil, die bis zum 25. August dauert. Die Eröffnungsfeier fand im großen Vortragssaal des Langenbeck=Virchow=Hauses statt, der mit den Fahnen sämtlicher beteiligten Rationen geschmückt war. Unter der Zuhörerschaft bemerkte man bekannte Persönlichkeiten des wissenschaftlichen Lebens aus dem In= und Ausland. Der Präsident des Kongresses, Dr. Blome, wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß zum ersten Mal nach dem Kriege, der so viele schmerzliche Erinnerungen für alle Rationen hinterlassen habe, der Internationale Kongreß für ärztliche Fortbildung in Berlin— om Geburtstag der Reichshauptstadt— stattfinde. Staatssekretär Pfundtner zunächst in Vertretung des ReichsinnenDr. Frick namens der Reichsregierung und sich selbst alle Kongreßteilnehmer und Gäste begrüßte ministers auch für herzlich. Den Gegenstand der Tagung, so führte er dann u. a. aus, bilden wichtige Probleme der ärztlichen Fortbildung. Die große Zahl der hier aus aller Welt zusammengekommenen Aerzte und Gelehrten zeigt, daß man in allen Kulturnationen der ärztlichen Fortbildung hohe Bedeutung beimißt. Der Wissensschatz, den die Aerzte in allen Ländern in staatlichen Prüfungen nachweisen müssen, hält leider nicht auf die Dauer vor. Einerseits wird manches Erlerntes wieder vergessen, andererseits schreitet die Wissenschaft rastlos vorwärts. Wer ihre neuen Erkenntnisse sich nicht aneignet und zum Vesten seiner Patienten verwendet, bleibt kein vollwertiger Arzt. Alle Staatsregierungen müßten größten Wert darauf legen, daß die Aerzte als die Vetreuer der Volksgesundheit ihr Wissen und Können ständig erhalten und mehren. Die Aerzte müssen daher durch entsprechende Fortbildung über den neuesten Stand der Wissenschaft so genau unterrichtet sein, daß sie z. B. in der Lage sind, schon die ersten Anzeichen einer tuberkulosen Infektion oder eines Krebses bei ihren Patienten sofort zu erkennen, weil in diesem Stadium die Heilaussichten am besten sind. Was für jeden Staat gilt, das trifft für den nationalsozialistischen Staat ganz besonders zu. Er sieht es nach dem Willen seines Führers als seine vornehmste Aufgave an, das deutsche Volk an Leib und Seele gesund und stark zu machen. Angesichts der Tatsache, daß Deutschand durch den Weltkrieg nahezu aller materiellen Güter verlustig gegangen ist und die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der deutschen Menschen heute seinen einzigen Reichtum darstellt, erscheint ihm die Bedeutung des Aerztestandes doppelt groß; sei es, daß es sich um die Erhaltung und Hebung des Erbgutes und der Rasse des deutschen Volkes, um die Erhaltung seines Volksbestandes, um die Herabsetzung der Säuglingssterblichkeit oder um die Einführung richtiger Ernährung und die Förderung der Leibesübungen oder endlich um andere Probleme gesunder Lebensführung überhaupt handelt — die Durchführung der gesamten nationalsozialistischen Gesundheitspolitik ist nur möglich, wenn die Bemühungen und die Arbeit der staatlichen Gesundheitsverwaltung ergänzt werden durch die ständige Mitwirkung der frei praktizierenden Aerzteschaft. Der nationalsozialistische Staat hat die ärztliche Fortbildung, die früher in Deutschland mehr oder weniger nach Gutdünken durchgeführt und von den praktizierenden Aerzten nach Belieben in Anspruch genommen oder vernachlässigt wurde, allein in die Hand der Reichsärztekammer gelegt. Sie hat ein Programm aufgestellt, nach dem in Zukunft jeder deutsche Arzt alle fünf Jahre an einem Fortbildungskursus teilnehmen muß. Der Nationalsozialismus vertritt die Auffassung, daß ein jedes Volk auf der Erde seine eigenen Probleme hat, die es nur auf seine Art lösen kann. Wenn dementsprechend der nationalsozialistische Staat davon überzeugt ist, daß auch die Behandlung wissenschaftlicher Probleme nach Fragestellung und Forschungsart bedingt ist und daß deshalb auch die ärztliche Fortbildung in Deutschland in mancher Hinsicht anders betrieben werden muß als in anderen Ländern, so ist es doch selbstverständlich, daß ein Austausch der in den einzelnen Staaten gemachten Erfahrungen für jeden Staat von größtem Wert ist und jedem Volk zugute kommen wirdl Reichsärzteführer Dr. Wagner, der sodann das Wort ergriff, führte u. a. aus: Der Nationalsozialismus hat aus der Geschichte gelernt, daß Staaten, Völker und Kulturen niemals zugrunde gegangen sind infolge irgendwelcher kriegeri schen oder wirtschaftlichen Katastrophen, sondern immer erst dann, wenn ihr völkischer Lebenswille geschwun den war. Es waren immer drei Ursachen, die zum Niedergang führten: 1. der Rückgang der Bevölke rungszahl, 2. die falsche Lenkung der Auslesevor gänge, 3. die Vermischung mit artfremden Blute. Der nationalsozalistische Staat hat aus dieser Erkenntnis heraus mit der ihm eigenen Energie entsprechende ge setzliche und sonstige Maßnahmen getroffen. Wenn man so oft im Ausland Außerungen hören kann über die angebliche Ueberwertung des Nordischen in unserem Volke, so möchte ich dazu sagen, daß der nordische Gedanke für unser Volk nichts Trennendes, sondern etwas Verbindendes ist, denn jeder von uns Deutschen, dessen Ahnen seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden in Deutschland leben, sei an diesem nordischen Erbgut mit beteiligt. Der deutsche Arzt ist an der Durchführung der Rassengesetzgebung ebenso wie z. B. an dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses maßgebend beteiligt. Die Hauptaufgaben der deutschen Aerzteschaft liegen aber auf dem großen Gebiete der positiven Maßnahmen der Bevölkerungspolitik. Das Hauptamt für Volksgesundheit der Partei, in dem etwa 25 000 Aerzte zusammengeschlossen sind, führt zur Zeit nach einheitlichen Gesichtspunkten eine Untersuchung aller schaffenden Deutschen durch mit dem Zwecke, eine Gesundheitsbilanz des deutschen Volkes zu ziehen, und etwa schon vorhandene Fehler und Frühschäden festzustellen und dann auch rechtzeitig zu beseitigen, bevor der Krankheitsfall eingetreten ist. Nicht dasjenige Volk ist das gesundeste, das die meisten und schönsten Kranhenhäuser hat, sondern dasjenige, das die wenigsten braucht. Unsere besondere Fürsorge gilt dabei natürlich der deutschen Jugend. Jeder deutsche Mensch soll in Zukunft einen Gesundheitspaß bekommen, in dem alles für den Arzt Wichtige und Wissenswerte verzeichnet ist. Der deutsche Arzt soll aber auch in seinem ganzen ärztlichen Denken und Handeln naturnaher werden. Er soll nicht mehr einzig und allein auf das Dogma seines auf der Hochschule erworbenen schulmedizinischen Wissens schwören, er soll sich auch mit den Methoden der Raturheilkunde, der Homöopathie und der Volksmedizin beschäftigen und diese Methoden beherrschen. Der deutsche Arzt soll Volksführer sein! Deutsches Arzttum ist kein Gewerbe mehr, sondern eine durch das Gesetz geregelte öffentliche Aufgabe. Anschließend sprach der Direktor des Pathologischen Universitätsinstituts in München, Prof. Dr. Borst, über das Thema:„Forschung und Fortbildung“. Er ging von folgenden Gedanken aus: Die Medizin ist praktische Heilkunde. Da sie sich aber mit den körperlich und seelisch leidenden Menschen beschäftigt, ist sie auch Raturwissenschaft und hat besonders teil an deren rätselvollstem Gebiet der Biologie. So ist sie zwischen Forschung und lebendiges Handeln hineingestellt. Wer die Jugend in eine Wissenschaft einzuführen hat, hat nicht nur die Aufgabe, das für den betreffenden Beruf unbedingt nötige Wissen und Können zu vermitteln, sondern auch das Verständnis für die tieferen Zusammenhänge zu wecken und zu fördern. Der Vortragende vertrat entschieden die Forderung nach„Ganzheitbetrachtung". Denn: Was als erbliches Leiden erscheint, ist sehr häufig nur der Ausdruck einer allgemeinen Störung. Dr. Borst sagte schließlich:„Nur der Arzt kann sich den wechselnden und vielfältigen Krankheitsbildern gegenüber sicherfühlen, der an der Forschung teilnimmt. Die Teilnahme an der Forschung bringt dem Arzt— und damit auch dem Kranken— nicht nur reiche Früchte für seine praktische Tätigkeit, sie erweitert seinen Blick auch ins Allgemeine und lenkt ihn auf die großen biologischen Zusammenhänge und auf die Gesamtheit der Ratur.“ Dann nahm der Beauftragte des Reichsärzteführers für das ärztliche Fortbildungswesen, Dr. Kurt Blome, der Präsident des Kongresses, das Wort, über das ärztliche Fortbildungswesen in Deutschland. Er führte u. a. aus: 9 eltecho auf die Mussolini=Rede „Italien steht zu seinen Freundschaften“ Große Beachtung in London DNB. Rom, 22. Aug.(Drahtb.) In größter Aufmachung veröffentlicht die italienische Presse den Friedensappell Mussolinis und die ersten Eindrücke über seine Aufnahme im Auslande, besonders aus London und Berlin. Die Leitartikel der römischen Morgenpresse stellen in den Mittelpunkt ihrer außenpolitischen Betrachtungen die von Mussolini mit besonderem Nachdruck erwähnten beiden Realitäten des italienischen Imperiums und der Achse Berlin— Rom, von deren Anerkennung Mussolini die Mitarbeit Italiens an allen Problemen der europäischen Politik abhängig gemacht hat. Sehr zurückhaltend DNB. Paris, 22. Aug.(Drahtb.) Havas meldet, daß die Rede Mussolinis eine zurückhaltende Aufnahme in Paris gefunden habe. Gewisse Teile seiner Rede schienen ihre Erklärung durch innerpolitische Gesichtspunkte zu finden. Als Ganzes bringe die Rede bereits bekannte Thesen zum Ausdruck. Zu den Ausführungen Mussolinis über die italienisch=französischen Beziehungen werde nicht Stellung genommen. Der Duce scheine anzudeuten, daß die Beziehungen sich bessern könnten, wenn Frankreich sich vom Völkerbund entfernen würde und wenn eine Aenderung in seiner Innenpolitik eintreten würde. Die Wirkung, die der Friedensaufruf Mussolinis hätte erzielen können, werde avgeschwächt durch die Erklärung, die ihm vorausging, nach der gewisse Regime im Mittelmeer nicht geduldet werden könnten. Die französische und die englische Regierung, die stets die Souveränität der Völker achteten und darauf bedacht seien, sich nicht in einen ideologischen Krieg verwickeln zu lassen, hätten es stets abgelehnt, sich ausdrücklich gegen ein politisches Regime zu äußern, welcher Art es auch sei. DNB. London, 22. Aug.(Drahtb.) Die Rede Mussolinis findet in der englischen Presse außerordentlich große Beachtung. Sämtliche Blätter geben ausführliche Berichte wieder, in denen besonders die Worte des Duce über die Beziehungen zwischen Italien und England hervorgehoben werden. Verschiedene Morgenblätter nehmen bereits in Leitartikeln zur Rede des Duce Stellung. Zustimmung in Wien DNB. Wien, 22. Aug.(Drahtb.) Die gesamte Wiener Presse bespricht ausführlich die Rede Mussolinis in Palermo, die übrigens auch vom Wiener Rundfunk übernommen worden war. Allgemein wird hierbei die Bedeutung der Sätze Mussolinis über die Achse Rom— Berlin unterstrichen. Die„Wiener Neuesten Nachrichten“ stellen diese besonders heraus, indem sie die Wiedergabe der Rede des italienischen Ministerpräsidenten mit der Ueberschrift„Wirksame Solidarität Rom— Berlin“ versehen. Selbstverständlich wird auch der versöhnliche Charakter der Rede Mussolinis hervorgehoben. Gutes Echo in Jugoflawien DNB. Belgrad, 22. Aug.(Drahtb.) Die jugoslawische Presse bringt die Rede Mussolinis an leitender Stelle und ausführlich, enthält sich aber jeder Kommentare. Die meisten Blätter haben die Aeußerungen des italienischen Ministerpräsidenten über die Besserung der Beziehungen zu Jugoslawien besonders hervor. Ueber die ganze Seite schreibt die „Politika“ in ihrer Ueberschrift zur Rede in Palermo:„Als Bedingung für die Zusammenarbeit Italiens mit allen Staaten verlangt Mussolini die Anerkennung des italienischen Imperiums und die Umgehung von Genf.“ Großer Geländegewinn vor Santander Vorstoß von Süden- 20 sowjetrussische Flugzeuge abgeschossen DNB. Salamanca, 22. Aug.(Drahtb.) Der nationale Heeresbericht vom Sonnabend lautet: Front von Santander: Von unseren Truppen wurden außer den bereits früher genannten Ortschaften noch die Orte Puerto Cisura und Bustillo besetzt. In der Nacht wurde im Handstreich der Ort Selaya erobert und die gesamte Besatzung dieses Ortes gefangen genommen. Dabei sind drei sowjetrussische Tanks erbeutet worden; von dem einen wurde die Besatzung gefangen genommen. Der Gegner machte zwei verzweifelte Gegenangriffe, wurde aber von unseren Streitkräften energisch zurückgeschlagen, wobei er schwere Verluste erlitt. Ueber 100 Leichen wurden geborgen. Unser Vormarsch wurde heute in geschickten Teiloperationen weitergeführt und dabei Alceda, Antaneda, San Vicante de Torenza, Tezanillo, Tezano, Pedreso Villacarriedo, Barcena de Villacarriedo, Santibanez, Crespones de Monte Robledo und Pico Pedro besetzt. Obwohl der Gegner verschiedentlich Wiberstand leistete, wurde er stets bald in die Flucht geschlagen, ohne daß ihm dabei Zeit blieb, die Brücken der Marschstraße zu sprengen. Es wurden zahlreiche Gefangene gemacht und bedentendes Material erbeutet. Ferner wurden besetzt: Santa Olalla, Casares, Quebede, Sillo, Molleda, Portolin, die Höhen 666 und 605, Pando, Parria Palacio, Cotillo und die Höhe 714. Die von Barcinas de Pie Concha nach Aviellgar führende Straße wurde erreicht und überschritten. Die Bewohner der eingenommenen Ortschaften befinden sich in bedauernswertem Zustande, da die asturischen Kommunistenhorden die Wohnungen überall geplündert haben. Das Elektrizitätswerk, das die Constructora Naval von Reinosa mit Strom versorgt, ist in gutem Zustand geblieben. Besonders zu erwähnen ist die vorzügliche Arbeit der mit dem Brückenbau beauftragten Pionierabteilungen. Front von Biscaya, Asturien, Leon und Südarmee: Nichts Neues. Front von Aragon: Im Abschnitt von Teruel wurde in der letzten Nacht ein heftiger Angriff der Bolschewisten auf Rincon de Molinero avgeschlagen. Im Abschnitt Molina de Aragon überraschten wir den Gegner durch einen Erkundungsvorstoß, machten mehrere Gefangene und erbeuteten Maschinengewehre und Gewehre. Fliegerei: Gestern und heute sind im Laufe der Kämpfe von unseren Fliegern 18 sowjetrussische Flugzeuge abgeschossen worden und zwei weitere wahrscheinlich. Montag, den 23. August 1987 Nummer 196— Seite 6 Hattinger Nachrichten Hattingen, den 23. August 1937. Man merke Montag, den 23. August: Sonnenuntergang: 19,39 Monduntergang: 7,14 1769 1813 1831 1836 1866 1887 1914 1914 1923 Sonnenaufgang: 5,24 Mondaufgang: 19,40 Mondu 1572(in der Nacht zum 24.) Bartholomänsnacht. Bluthochzeit in Paris. Der Naturforscher Georges Baron de Cuvier in Mömpelgard geb.(gest. 1832). Schlacht bei Großbeeren. Feldmarschall Graf Neidhardt v. Gneisenau in Posen gest.(geb. 1760). Der Anthropolog Johannes Ranke in Turnau geb.(gest. 1916). Friede zu Prag zwischen Oesterreich und Preußen. England erläßt ein Gesetz, das die Angabe des Ursprungslandes einer jeden Ware vorschreibt(50 Jahre„Made in Germany". (bis 31.) Schlacht bei Tannenberg. Generaloberst Paul von Hindenburg und sein Generalstabschef Erich Ludendorff vernichten die russische Narew=Armee. Kriegserklärung Japans an das Deutsche Reich. Die Türkei bestätigt den Friedensvertrag von Lausanne. ... und es regnete, regnete, regnete! An diesem Wochenend konnten sich auch nüchternste Realisten phisosophischer Anwandlungen nicht erwehren. Während es von außen gegen die Scheiben trommelte, mal in Dur, mal in Moll, Siebenkluge und Neunmalweise glauben die Intensität des vom Himmel plätschernden Nasses mit diesen Tonarten beschreiben zu können, mochte man sich beispielsweise folgendes überlegen: Wie mag dieser oder jener ein solches Wetter wohl bezeichnen? Im Grunde waren wir uns alle darüber klar, es war ein Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagen möchte. Und was sagt in einem solchen Fall der„Baliner"?„Et jießt in Mollen!“(Die Blumen rau vom Potsdamer Platz„Et rejent Strippen!")„Ne deftige Wassersuppe“ würde der Flieger konstatieren und wir waren nur einer Meinung: „Es plätschert lieblich und klärt sich ab und zu zum Wolkenbruch auf!" Nun hätte der Philosoph Gelegenheit zu untersuchen, welche Definition der Wirklichkeit am nächsten kam, aber danke schön, wir wollen nicht noch länger daran denken, sonst packt uns noch jetzt der gerechte Zorn über das Wochen end der enttäuschten Hoffnungen. Schon Samstag nachmittag begann es. Öhne jeden Anlaß überraschte uns Petrus mit Gewitterschauern, die schon um diese Zeit Spaziergänger in Kaffeehäuser, Wirt schaften und Kinos trieb. Uebrigens Kinos! Ihre Besitzer sind vielleicht die einzigen, die sich über ein solches Wetter freuen, denn in welchem Film palast hätte an diesem Wochenend wohl eine Stecknadel zur Erde fallen können? Sonntag morgen, noch vor zehn Uhr, kam Signal:„Schleusen auf!“ Petrus begab sich zur Ruhe und so regnete es mit kleinen Unterbrechun gen bis in die Abendstunden hinein. Wir wollen garnicht aufzählen, wieviel auf diese Weise ins Wasser fiel. Draußen wars wässrig, unsere Laune noch wässriger. Schließen wir damit unsere Sonn tagsbetrachtung. Vieles haben die Wassermengen ausgelöscht, unseren letzten Funken Hoffnung, daß es einmal doch noch besser wird, konnten selbst sie nicht zum Erliegen bringen! Kreisbauerntag und Tierschau Der Verein zur Förderung der Landestierzucht im Ennepe=Ruhr=Kreis veranstaltet am 4. und 5. September 1937 in Hägen, auf der Springe, die diesjährige Kreistierschau. Diese Schau, die um 9 Uhr beginnt, wird Gelegenheit geben, den Stand der Zucht und des Materials im hiesigen Kreise zu zeigen. Gleichzeitig findet an diesen Tagen der Kreisbauerntag der Kreisbauernschaft Ennepe=Ruhr in der Stadthalle statt. Beginn 16 Uhr. Er wird abends die gesamte Landbevölkerung, die Landjugend und die übrigen Besucher beim frohen Fest und beim Tanz vereinigen. Der zweite Tag wird mit Tagungen der Kreisbauernschaft und deren Mitarbeiter ausgefüllt. Zahlung der Renten. Postamtlich wird uns mitgeteilt: Hier und bei den Postämtern Blankenstein und Sprockhövel, sowie bei den Postagenturen Altendorf, Bredenscheid, Herzkamp, Niederwenigern, Nierenhof, Welper 1, Welper 2 und den Poststellen werden die für September fälligen Militärrenten am 28. August gezahlt. Die Zahlung der für Sept. fälligen Unfall=, Invaliden= und Waisenrenten findet am 31. August statt. Für die Nürnbergfahrer. Um einen Ueberblick über die Vorbereitungsarbeit der Marschteilnehmer zu erhalten, hat der Kreisausbildungsleiter des Ennepe=Ruhr=Kreises eine Reihe von Besichtigungen angesetzt. Alle Nürnberafahrer aus den Reihen der politischen Leitung müssen mit voller Ausrüstung daran teilnehmen. Die Besichtigung der Politischen Leiter der Ortsgruppen Hattingen, Altendorf, Blankenstein, Welper, Bredenscheid, Sprockhövel. Niederbonsfeld, Herbede, Winz=Baak, Holthausen und Herzkamp erfolgt am Sonntag. dem 29. August um 10 Uhr auf dem Adolf=Hitler=Platz in Hattingen. Die Kreisamtsleiter treten bei ihren Ortsgruppen an. Die Fahnen der einzelnen Ortsgruppen sind bei der Besichtigung mitzubringen. Die Freiflüge sind sicher! Im Rahmen einer Veranstaltung in Hattingen und Blankenstein wurden seinerzeit vom NS=Fliegerkorps mehrere Freiflüge ausgelost. Für die Durchführung dieser Flüge, die bisher noch nicht stattfanden, hat sich die Ortsgruppe Hattingen des NS=Fliegerkorps bei der Deutschen Lufthansa bemüht. Augenblicklich sieht sich diese außerstande, die Flüge durchzuführen, weil durch die Inbetriebnahme mehrerer ausländischer Die Freiflüge werden aber unter allen Umständen Strecken die Piloten und Maschinen überlastet sind. stattfinden, sie sind nicht aufgehoben, nur aufgeschoben. Die Gewinner der Freiflüge mögen sich also noch etwas gedulden. Mißgeschick eines Gemüsehändlers...! Der Gemüsehändler Wilhelm Sa. wurde am Freitag abend von argem Mißgeschick betroffen. Er befand sich auf Kundschaft und war dabei auch nach Bredenscheid gekommen. Hier machte er Einkehr beim Wirt Feldmann und ließ Pferd und Wagen draußen stehen. Der Gaul machte sich selbständig, hatte aber das Pech, eine Böschung nicht zu beachten, so daß Pferd und Wagen umkippten. Bei dem Sturz rollten Obst und Gemüse. Heringe und Eier auf die Straße, auch die Geldkassette ging auf und das Geld lag buchstäblich auf der Straße. Als der Gemüsehändler von seinem Mißgeschick hörte, war er im Nu aus der Gaststätte raus und mit Hilfe einiger Volksgenossen wurde alles wieder in Ordnung gebracht. Trotzdem dürfte der Schaden für den Gemüsehändler empfindlich sein. Die Arbeit der NSV.=Propagandisten 4. Reichstagung der ASV-Propagandisten in Dortmund N86 Aus allen deutschen Gauen hatten sich am Freitagmorgen die Propagandisten der NSV zur 4. Reichstagung in Dortmund im„Nordstern“ versammelt, um die Marschroute für die nächste Zeit festzulegen. Nach der Eröffnung der Tagung durch Pg. Hildebrand vom Hauptamt für Werbung und Schulung des Amtes für Volkswohlfahrt im Gau Westfalen=Süd, begrüßte Landesstellenleiter Pg. Brust die Propagandisten der NSV im Auftrage des stellv. Gauleiters. Als Vertreter des Kreisleiters wünschte Pg. Kriegesmann der Tagung einen guten Verlauf, und im Auftrage des Oberbürgermeisters der Stadt Dortmund hieß Stadtrat Pg. Dr. Hinkmann die Propagandisten willkommen und brachte die Freude der Stadt Dortmund zum Ausdruck, daß die 4. Reichstagung in einer Stadt durchgeführt werde, die in er Arbeit der NSV einen breiten Raum ausgefüllt. Nicht nur, daß von einer Bevölkerung, die zu 75 Prozent aus Werktätigen besteht, 150000 Volksgenossen durch die NSV unterstützt werden, sondern Dortmund hat auch ein gutes Stück Arbeit geleistet in der Verwirklichung der praktischen NSV=Arbeit. Die Einrichtungen der Schwesternstationen sind weit über den Gau hinaus von entscheidender Bedeutung und die Schweinemastanstalt in Oespel hat bereits wegweisende Arbeit geleistet für das Ernährungshilfswerk. Der Gauamtsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt im Gau Westfalen=Süd, Pg. Hütwohl, gab den Propagandisten dann einen Einblick in die Struktur von Mensch und Landschaft in unserem Gau. Er zeigte die Verbindung von rheinischem Unternehmungsgeist und westfälischer Zähigkeit, die symptomatisch sei für die gesamte Arbeit, die zu leisten ist. In einer Darstellung der industriellen Entwicklung zeigte er die Probleme, die in unserem Gau nur zu lösen sind unter Berücksichtigung der Auswirkung der rassischen Substanz im industriellen und wirtschaftlichen Leben. Einen Ueberblick über die Durchführung und die Bedeutung des kommenden Winterhilfswerkes gab dann Pg. Paul vom Organisationsamt im Hauptamt für Volkswohlfahrt in Berlin. Richtlinie sei nicht nur die Betreuung der Hilfsbedürftigen, sondern vor allem auch die Erziehung des deutschen Volksgenossen zum Opfergedanken. Durch die Förderung und Erziehung zum Arbeitseinsatz aller Volksgenossen werde die NEV einen Beitrag zur Durchführung des Vierjahresplanes leisten. Dazu komme die marktregelnde und marktausgleichende Bedeutung des WHW durch die großangelegte Ernährungshilfe. Das nächste WHW habe einen veränderten Kreis der Unterstützung und neue Spendenformen. Sechs Reichsstraßensammlungen und eine Gaustraßensammlung würden in diesem Winter durchgeführt. Die Abzeichen für diese Sammlungen werden in diesem Jahre eine besondere Anziehungskraft haben. Nach einer Ansprache über Einzelheiten des WHW gab der Leiter des Amtes Werbung und Schulung, Pg. Rachor(Berlin) eine Ausrichtung der Arbeit der Propagandisten nach rassischen Gesichtspunkten und zeigte hier als Beispiel die Tatsache, daß die meisten NS=Schwestern in Deutschland aus Westfalen stammen. Nachdem Pg. Rachor sich noch mit einzelnen Fragen der vielseitigen Propaganda beschäftigt hatte, schloß er mit dem Wunsch, daß für die Arbeit der Propagandisten der NSV die Treue der Westfalen zu Blut und Boden beispielgebend sein möge. Am Nachmittag besichtigten die Propagandisten ein Eisenwerk, eine Brauerei und eine Zeche. Ein Kameradschaftsabend auf der Hohensyburg beschloß den ersten Tag der Reichstagung. wagen, der ihm entgegen kam, nicht mehr ausweichen, da dieser die linke Straßenseite befuhr. Der Motorradfahrer bremste zu stark, so daß sich das Motorrad überschlug. Der Soziusfahrer flog in hohem Bogen mit dem Kopf auf die Straße, wo er besinnungslos liegen blieb. Der Fahrer kam mit leichteren Verletzungen danon. Der Autofahrer hielt an. Als er sah, was er angerichtet hatte, fuhr er in scharfem Tempo in Richtung Kupferdreh weiter. Der Verletzte wurde dem Bergmannsheil in Bochum zugeführt. Nierenhof. Versammlung der NSV. Dienstag findet bek Huxelmann in Nierenhof eine Versammlung der NSV statt. Alle Volksgenossen sind herzlich eingeladen. Aus dem Amte Herbede Herbede. Das Ehrenmalgelände hat nun eine Wasserzapsstelle erhalten. Hinsichtlich der gärtnerischen Pflege der Anlagen ist das sehr zu begrüßen, ist doch der das Ehrenmal tragende kahle Bergkegel den Sonnenstrahlen den ganzen Tag über ausgesetzt und der Boden daher im Sommer schnell ausgetrocknet. Das Heranschaffen des zum Gießen nötigen Wassers erforderte bisher die Stellung eines Gespannes und war somit sehr lästig und auch teuer. Die die Krypta des Ehrenmals nach oben abschließende Bleiverglasung ist für vorübergehend entfernt. Maurer sind hier dabei, Luftlöcher im Gemäuer anzubringen, um die im Gewölbe auftretende Feuchtigkeit zu bannen. Schulpersonalien. Mit der Verwaltung der an der katholischen Volksschule durch die Versetzung des Lehrers Ruhkamp nach Letmathe frei gewordenen Hilfslehrerstelle wurde die Hilfslehrerin Schmidt aus Hagen beauftragt, die bisher an der höheren Privatschule in Hagen unterrichtete. Frl. Schmidt hat ihren Dienst bereits angetreten. Sie versieht die in dem Schulgebäude an der Kirchstraße untergebrachte 3. Klasse. Die Kirchenuhr. Wie oft des Tages sieht man doch unwillkürlich nach der Uhr oben am Turm der evangelischen Kirche und lauscht ihren Stundenschlägen. Wer aber weiß die Tonhöhe dieses Glockenschlages? Der Hammer bringt die kleinste der drei Kirchenglocken zum Klingen. Ihr Schlagton ist As. Die mittlere Glocke ist auf F. die größte auf D gestimmt. Das Gesamtgeläut ist von machtvoller Wirkung. Die Glocken sind sämtlich aus Gußstahl und vom Bochumer Verein gegossen. Aus dem Amte Hatlingen Niederbonsfeld. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Freitag abend auf der Kohlenstraße in der Kurve bei Neuhaus. Ein aus Richtung Nierenhof kommender Motorradfahrer konnte einem Personen30 jährige Jubiläumsfeier in Sprockhövel Prächtig verlaufene Festfeier- Ehrung verdienter Jubilare- Kranzniederlegung am Ehrenmal Die 30=Jahrfeier des Sportvereins 07 Sprockhövel wurde gestern abend unter starker Teilnahme der Sprockhöveler Bevölkerung und der Anwesenheit mehrerer Nachbarvereine sowie zahlreicher Ehrengäste in festlicher Weise begangen. Die eigentliche Jubiläumsfeier am Samstag im großen Saalbau Otto Börger in Riedersprockhövel wurde vorher auf dem Platze am Erlbruch mit dem Jubiläumsspiel zwischen der ersten Mannschaft des SV. 07 Sprockhövel und dem SC Wuppertal eingeleitet, bei dem die Jubilarmannschaft verdient mit 3:1 Sieger blieb, nachdem sie bis zur Pause 2:1 führte. Mit einigen schwungvollen Darbletungen der Haßlinghauser Feuerwehrkapelle begann dann nach diesem Spiel die Festfeier bei Börger. Im Auftrage des seiner Dienstpflicht genügenden Vereinsführers Hermann Lehmhaus nahm der stellvertretende Vereinsführer Alfred Trappmann das Wort zur Grußansprache und hieß alle Festgäste in herzlicher Weise willkommen. U. a. waren vertreten der SC Wuppertal, der TuS Bredenscheid und der TV Sprockhövel; ferner sah man u. a. den Ortsgruppenleiter der RSDAP, Pg. Fritz Muthmann, als Beauftragten der Gemeinde Niedersprockhövel den Gemeindebürgermeister Strathmann und als Beauftragten des Kreissportführers Faust(Hagen) Pg. A. Düsterloh(Sprockhövel). Die Festrede hielt der langjährige frühere Vereinsführer des SV 07, R. Hausherr. Er gab einen ausführlichen Rückblick auf die 30jährige Geschichte des Jubilars und unterstrich dabei vor allem die hohe Einsatzbereitschaft der Gründer. Im Auftrage des Kreissportführers Faust(Hagen) überbrachte Kamerad A. Düsterloh, gleichzeitig auch im Auftrage der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen, dem Jubilar die besten Glück wünsche für die Zukunft. Das eigentliche Festprogramm wurde umrahmt durch einige Darbietungen des Männergesangvereins Sprockhövel, der mit seinen Vorträgen dankbare Zustimmung fand. Weiter wartete die Jugendabteilung des Jubilars mit einigen Auffüyrungen auf, ferner zeigte der Theaterverein Obersprockhövel unter der Leitung von O. Mönninghoff eine Theateraufführung, die die Festbesucher mitriß und für die die Spieler lebhaften Beifall einstecken durften.— Die Ehrung der Jubilare nahm ebenfalls der frühere Vereinsführer R. Hausherr vor. Zunächst aber gedachte er mit einigen erinnernden Worten der 19 im großen Weltenringen gefallenen Vereinskameraden. Die Festteilnehmer erhoben sich im Gedenken an die Toten von ihren Plätzen und verharrten eine Minute in Schweigen. — Zur eigentlichen Jubilarehrung übergehend, stattete der Redner diesen vor allem den Dank für ihre langjährige Zugehörigkeit des Vereins ab. Folgenden Jubilaren konnte vom früheren Vereinsführer die von einem kleinen Silberkranz eingefaßte Vereinsnadel in feierlicher Form überreicht werden: Ernst Homberg (29 Jahre Zugehörigkeit zum Jubelverein), Karl Krüner(29 Jahre), Hugo Stracke(28 Jahre), Otto Selle (26 Jahre), Wilhelm Selle(26 Jahre) und Wilhelm Gerlach(25 Jahre).— Den auch heute noch lebenden Gründern Rudolf Hausherr, Arthur Ibing, Fritz Muthmann, Fritz Hilgenstock, Alex Schaub und Gustav Berkermann wurde ebenfalls der Dank ausgesprochen. Im weiteren Verlaufe der Festfeier überbrachten die Vereinsführer vom SC Wuppertal und TuS Bredenscheid kleine Angebinde, und zwar überreichten die Wuppertaler eine Plakette und die Bredenscheider eine Fußballfigur.— Die Ehrung der Sieger aus dem leichtathletischen Jugend=Vereinswettkampf mußte am Samstag wegen der vorgeschrittenen Zeit ausfallen und soll in allernächster Zeit nachgeholt werden.— Bei Gesangsdarbietungen, turnerischen Vorführungen, Konzert der Haßlinghauser Feuerwehrkapelle und Tanz vergingen die restlichen Stunden der Jubelfeier im Geiste echter Kameradschaft.— Die Feier am Sonntag wurde leider durch die ungünstige Witterung stark beeinträchtigt. Um die Mittagsstunde wurde am Ehrenmal auf dem Sportplatze am Erlbruch durch den stellvertretenden Vereinsführer Trappmann im Gedenken an die toten 19 Vereinskameraden ein prächtiger Kranz mit blau=weißer Schleife niedergelegt, anschließend folgten einige Spiele der Jugendmannschaften. Im Mittelpunkt des Sonntags aber stand das große Werbespiel zwischen den beiden bekannten westdeutschen Fußballmannschaften VfL Benrath und Germania Bochum. Abends fand die 30=Jahrfeier mit einem Kommers ihren Abschluß. Berufserziehung und Betriebsführung der 9AF. 15 750 Teilnehmer in 1937. NSG. Deutsche Menschen, gut ausgebildet, gerecht behandelt und gut geführt, sind die besten Soldaten der Welt gewesen. Das haben sie im Weltkrieg bewiesen. Und diese Erkenntnis haben die Führer des neuen Deutschlands vom Felde mit in den neuen Staat und in die Betriebe genommen; der deutsche Mensch, gut ausgebildet, gerecht behandelt und gut geführt, ist auch der beste Arbeiter der Welt. Aus diesem Wissen widmet die Deutsche Arbeitsfront der Berufserziehung und Betriebsführung ihre besondere Aufmerksamkeit und Pflege Auch im Gau Westfalen=Süd. So wurden allein im Monat Juli 18 Schulungsmaßnahmen mit 545 Teilnehmern neu aufgestellt, so daß ab Januar 1937 563 Veranstaltungen mit 15758 Teilnehmern durchgeführt werden konnten. Zur Zeit werden in der Gauwaltung WestfalenSüd die Winterarbeitspläne ausgearbeitet, die einen starken Ausbau der bisherigen Berufserziehungsarbeit zeigen. NSG. Brandverhütungsschau im Gau Westfalen=Süd. Der Gau Westfalen=Süd wird zur Zeit von einer fahrbaren Brandverhütungsschau der Provinzial=Feuersozietät in Münster besucht. Die Schau wird zunächst in den Gemeinden des Ennepe=Ruhr=Kreises gezeigt werden. Durch Vorträge mit Filmvorführungen, Ausstellung von Modellen und Anschauungstafeln wird auf die Möglichkeit der Verhütung von Bränden in Haus und Betrieben hingewiesen. Der Besuch der Brandverhütungsschau ist kostenlos. NSG. Reichspostminister Ohnesorge im Gauehrenausschuß der NS=Studentenkampfhilfe. Der Reichspostminister Dr. ing. e. h. Pg. Ohnesorge, ein alter Kämpfer des Gaues WestfalenSüd, ist der NS=Studentenkampfhilfe beigetreten und hat sich für den Gauehrenausschuß zur Verfügung gestellt. Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf aufmerksam, daß sich alle für die NS=Studentenkampfhilfe interessierten Partei= und Volksgenossen an die zuständige Kreisleitung wenden können, die einen besonderen Bearbeiter für diese Frage eingesetzt hat. NSG. Schulungslager„Musik und Spiel“. Das Deutsche Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Schulungsamt der Musikhochschule vom 30. September bis 7. Oktober in Elbing und vom 8. bis 16. Oktober in Kettwig=Ruhr zwei Schulungslager„Musik und Spiel“. NSG. Merkblatt für Kraftfahrer. Das vom Deutschen Verein gegen den Alkoholmißbrauch mit Genehmigung des Reichsführers SS. herausgegebene Merkblatt für Kraftfahrer:„Was muß der Kraftfahrer vom Alkohol wissen?" ist von den staatlichen Polizeibehörden jedem neu ausgefertigten Führerschein und Kraftfahrschein beizufügen. NSG. Betrieb errichtet ein Schwimmbad. Die Vereinigten Elektrizitätswerke und die Gewerkschaft„Alte Haase" in Sprockhövel haben für ihre Gefolgschaftsmitglieder an der Ruhr bei Bommern ein wunderschönes Schwimmbad errichtet. Es wurde auch ein Haus errichtet, das Bootsräume, Umkleideräume, einen großen Gemeinschaftsraum und einen Kochraum enthält, in den sich jeder sein Essen zubereiten kann. Und noch einmal: Papier sparen Benn die Hausfrau einmal richtig überlegt, an wieoiel Stellen sie noch Papier einsparen könnte, so merkt sie, daß sie doch oft noch verschwendet, wo sie eigentlich sorgsam aufbewahren sollte. Zwar achtet sie beim Einkauf darauf, daß die schon verpackten Artikel nicht noch einmal eingewickelt werden und hat auch immer eine Einkaufstasche oder ein Netz bei sich, um Lebensmittel und andere Dinge praktisch zu verstauen. Aber im Haushalt selbst achtet sie oft nicht darauf, daß man zum Beispiel zum Feueranmachen und Heizen zweckmäßig nicht Zeitungspapier verwendet und daß das Frühstücksbrot der Kinder ruhig zweimal in sauber aufgehobene, fettdichte Bogen eingewickelt werden kann. Dabei ist es durchaus unerwünscht, daß das Bestreben nach Papierersparnis sich auf Kosten der Hygiene auswirkt. Es hieße den Verpackungsbedarf über das gewollte Maß hinaus drosseln, wenn die Käuferin angewiesen würde, für Sachen, die zweckmäßig in einer Tüte verabreicht werden, selbst Verpackungsmaterial mitzubringen. Dies genügt dann oft nicht den Ansprüchen, die an Sauberkeit und Ordnung gestellt werden müssen. Bei allem Streben nach Sparsamkeit muß darauf geachtet werden, daß die Beschaffenheit der Ware nicht beeinträchtigt wird. Es ist auch nicht angängig, daß der Verkäufer unter dem Vorwand einer„höheren Anordnung" versucht, seinen Betrieb kostenmäßig durch Einsparung von Verpackungsmaterial zu entlasten. Nur einem unberechtigten Zuviel soll gesteuert werden. NSG. Technikertag in Dortmund. Das Amt für Technik im Gau Westfalen=Süd veranstaltet am Sonnabend, dem 9. Oktober, in der Westfalenhalle zu Dortmund einen großen Technikertag. Die Veranstaltung wird eingeleitet mit einer Kundgebung der Jugend, auf der Generalinspekteur Dr. Todt zu 2000 Jungen aus der Hitler=Jugend spricht. Nach der Eröffnung der Tagung, die auf 17 Uhr festgesetzt worden ist, spricht als erster Redner Generalinspekteur Dr Todt. Weiter sprechen Reichspostminister Di. Ohnesorge, stellvertretender Gauleiter Vetter und der Reichsführer der Technischen Nothilfe. An der Tagung beteiligen sich auch 1000 Techniker aus dem Gau Westfalen=Nord und 3000 Männer der DAF aus WestfalenSüd. NSG. Wettbewerb„Vorbildliches Buchschaffen“ der DAF. Die Deutsche Arbeitsfront, Reichsbetriebsgemeinschaft Druck und Papier, erläßt für die „Woche des deutschen Buches 1937“ einen großen Wettbewerb,„Vorbildliches Buchschaffen“. Von der Erkenntnis ausgehend, daß die Freude am guten Buch erst vollkommen ist, wenn Inhalt und äußere Gestaltung des Buches harmonisch übereinstimmen, wenn der Wert, der geistige Inhalt eines Buches durch Gestaltung und Einband unterstrichen werden, ruft sie alle, die am deutschen Buchschaffen interessiert sind, dazu auf, Beispiele vorbildlichen Buchschaffens zu geben. Gleichzeitig ruft sie besonders die graphischen Betriebe dazu auf, für das vorbildliche Buchschaffen zu werben. Die besten Beispiele vorbildlicher Buchgestaltung und vorbildlicher Werbung für Buchgestaltung werden mit Geldpreisen von 1000 RM ausgezeichnet. Ausländer in Westfalen=Süd Sie sollen unsere Heimat kennen lernen NSG Nicht nur die große Stadt, auch die Provinz ist heute das Ziel des Fremdenverkehrs aus der ganzen Welt geworden. Auch der Gau Westfalen=Süd hat in diesem Sommer eine große Anzahl von Ausländern zu Gast und ist für diesen Besuch bestens gerüstet. Im Industriegebiet sind es ausländische Studiengesellschaften, die die großen Betriebe der Eisenindustrie und auch unsere Stadt besuchen. Das Sauerland und das Wittgensteiner Land, nicht zu vergessen Siegen und das Siegerland, die Heimat des Fürstengeschlechts der Oranier, waren schon immer ein von Holländern gern besuchtes Feriengebiet. Auch zur Zeit können wir allenthalben die Beobachtung machen, daß Holländer in großer Anzahl in den Kurorten des Sauerlandes und Wittgensteins Gäste sind. Die Ausländer durchfahren das Gaugebiet, um möglichst viel zu sehen uno zu erleben. Und mancher Ausländer, der mit vielen Vorbehalten und mit an ihn herangetragenen falschen Vorstellungen ins Reich kam, wird verwundert, ja verwirrt vor diesem und jenem Erlebnis stehen. Und alle werden es sehen: dieses Deutschland Adolf Hitlers, in dem die Schlote wieder rauchen und die Räder der Fördertürme wieder surren, ist kein Konzentrationslager, ist kein von Spitzeln und Horchern überwachtes, kontrolliertes Volk mit Menschen, die verstört und eingeschüchtert wie eine eingezäunte Herde umherlaufen— dieses Volk ist eine junge Nation, deren Menschen mit freudigem, offenem Blick, mit dem Gefühl des Stolzes und dem Willen zum Opfer friedlich ihrem Tagewerk sich widmen. Und der Ausländer der bei uns zu Gast ist, soll ins Volk gehen und fragen. Nicht nur den Beamten des Verkehrsbüros, und den Hotelier. Die werden ihm sowieso schmackhafte Antworten geben. Nein, er soll diejenigen selbst ausfragen, über die er im Ausland so vieles hat erzählen hören. Er soll den SA=Mann fragen, ob er ein gezwungener SA=Mann ist. Er soll den jungen Uniformträger der Wehrmacht fragen, ob man ihn mit Gewalt und Drohung zum Kommis holte. Er soll den Arbeitsdienstler fragen, ob er in einer Erziehungsanstalt untergebracht ist. Und schließlich, er soll den ersten besten Arbeiter fragen, was er zum neuen Deutschland und seinem Führer sagt. Und der Ausländer wird unser Deutschland erkennen: Ein Volk, in dem die Massen an allem Anteil haben, was dem Reich gehört. Kraft durch Freude, Schönheit der Arbeit: Alles soll allen gehören! Jeder einzelne Deutsche inmitten der Masse ist nicht Massenmensch, er hat persönliche Bindungen zu Staat, Volk und Führer. Die einsgewordenen Massen sind die Synthese von Recht und Pflicht, dem Prinzip des Dritten Reiches. Dieses Prinzip ist nicht veräußerlich, es mag wo anders in der Welt gar nicht hinpassen: Es soll auch nur eine Schöpfung für den Deutschen sein. Wenn wir in diesen Tigen die Angehörigen anderer Nationen bei uns gastfreundlich empfangen, dann wollen wir nicht für uns Propaganda machen. Wollen auch nicht fragen, ob die anderen aus dem Ausland faschistischen, bemokratischen oder Volksfrontorganisationen angehören: Das kann uns gleichgültig sein. Der Deutsche will nichts weiter als Freunde gewinnen, die ihn und seine Art— wenn auch nicht ganz verstehen— so doch achten lernen. Wir brauchen die Aufklärung für Deutschland in der Welt; denn täglich muß Deutschland gegen eine Welt von Mißgunst und Verleumdung ankämpfen. Auch in dieser Hinsicht begrüßen wir die Gäste in unserem Gau, die sich umsehen sollen und denen jeder südwestfälische Nationalsozialist gern Rede und Antwort steht, um aus den Gästen Menschen zu machen, die in ihrer Heimat der Wahrheit und damit dem Frieden und der Verständigung der Völker dienen. und Trubel trotz Bindfadenregen Man freute sich des Lebens beim KdF-Volksfest in Linden-Dahlhausen Große Erwartungen zuvor Kaum war der Kehraus vom Lindener Schützenfest aus den tanzmüden Beinen vertrieben, da lenkte sich die allgemeine Aufmerksamkeit nicht nur des jungen Volkes, auf die nächste Großveranstaltung, die für beide Ortsteile ein besonderes Ereignis darstellen sollte. Die traditionelle Lindener Kirmes, heuer zum ersten Mal auf dem Ziegeleiplatz an der Dr.=C.=Otto=Straße in Dahlhausen, und das Volksfest der DAF. Und wenn es auch manchen Lindenern zunächst etwas seltsam ankam, daß sie zu ihrer Kirmes nach Dahlhausen gehen sollten, man hatte sich doch schon bald mit diesem Gedanken vertraut gemacht und erwartete das Fest mit Schwelm, Gevelsberg und Schwelm. N8G Zweite Kinderkur im neuen Heim. Auf dem „Harz=Eck“ bei Schwelm wurde vor wenigen Wochen ein neues Kinderheim der NSV des Gaues Westfalen=Süd in Betrieb genommen. Das Heim hat jetzt die zweite Kinderkur, 66 Jungen und Mädel au Lüdenscheid, Meschede, Wanne=Eickel und anderen Städten des Gaues, empfangen. Die Kinder erhalten einen vierwöchigen Erholungsaufenthalt. Fremdes Geld in die eigene Tasche gesteckt. Der bei einer hiesigen Firma angestellt gewesene 25 Jahre alte Max A. aus Solingen hat das in ihm gesetzte Vertrauen schmählich mißbraucht. A. war im Innendienst und im Außendienst beschäftigt und erhielt ein sestes Monatsgehalt. Für den Außendienst erhielt er einen besonderen Spesenzuschuß. Ihm war das Recht eingeräumt worden, Beträge für die Firma in Empfang zu nehmen. Die Abrechnung erfolgte jeden Abend. Im Dezember wurden einige Untegelmäßigkeiten festgestellt. Die Beträge waren nur geringfügig. A. wurde verwarnt. Er beachtete diese Warnung aber nicht und ging dazu über, größere Beträge zu veruntreuen. Im Febr. stellte die Firma sest, daß A. in der Zeit von Nov. bis Februar Beträge in Höhe von 460 RM einkassiert, aber nicht abgeführt hatte. Der Angeklagte, der sich jetzt vor dem Hagener Schöffengericht zu verantworten hotte. gibt zu. diese Beträge für sich verbraucht zu haben. Wegen Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen und zu einer Geldstrafe von 100 RM verurteilt. Verkehrsunglück unter der Ampel. Die immer wieder festzustellende Nichtbeachtung der neuen Verkehrsampel an der verkehrsreichen Kreuzung Barmer=, Adolf=Hitler= und Bahnhofstraße seitens der Fahrzeugführer verursachte Freitag gegen 10 Uhr einen neuen Verkehrsunkall. Ein von Wuppertal kommendes neues Motorrad mit Beiwagen wurde unmittelbar unter der Ampel von einem beladenen Kleinlastwagen der aus der Bahnho'straße kam. erfaßt und schwer beschädigt. Motorrad'ahrer und Beiwageninsassin erlitten ernste Verletzungen. Der unmittelbar nach dem Unfall erscheinende Arzt brachte die Verunglückten zum Krankenhaus. Gevelsberg. Aus dem Familienkreis. Die Eheleute Schleifer Wilhelm Wichelhaus und Frau Paula geb. Wollmer. Straße der SA 10., konnten Samstag das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern. Milspe. Hohes Alter. Am Sonntag wurde die Witwe Friedrich Nalde, Südstraße, 83 Jahre alt. Fabrikant Fritz Falkenroht, Niederhülsenbecke, wurde 77 Jahre alt. Die Frauenhilfe I veranstaltet am 2. September ihre diesjährige Großmütterfeier. Es findet im Rahmen der Veranstaltung eine Verlosung statt. Die hierfür gestifteten Gewinne möge man bei der Gemeindeschwester Frieda abgeben. Die Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront befindet sich jetzt im früheren Milsper Bauamt in der Winkelstraße., Das Ennepetal und der Tierschutzgedanke Milspe=Voerde. Eine wichtige Versammlung des Tierschutzvereins Milspe=Voerde=Altenvoerde, zu der auch die Tierschutzfreunde aus Schwelm und Gevelsberg erschienen waren, sand am Donnerstag abend in Haus Hedt statt. Der Vereinsführer Dr. Beeker begrüßte die Erschienenen, insbesondere die Gäste aus Schwelm und Gevelsberg. Er hielt dann einen mit großem Interesse verfolgten Vortrag über Zweck und Ziele des Tierschutzvereins und betonte, daß früher die Tierschutzbestrebungen sehr stiefmütterlich behandelt worden seien und erst durch die eifrige Förderung des Tierschutzes durch den Führer seien auf diesem Gebiet ungeheure Fortschritte gemacht worden. Früher wurden Tierquälereien nur bestraft, soweit sie öffentliches Aergernis erregten, nun aber sei der Gedanke Gemeingut geworden, daß das Tier an sich ein Recht auf Schutz hat. Deutschland sei heute in bezug auf Tierschutz führend in der ganzen Welt. Der Redner betonte, daß es auf ordentliche und sachgemäße Pflege der Tiere ankomme, sowohl im Interesse der Tiere selbst als au“ im Interesse ihrer Besitzer, die sich vor Krankheiten der Tiere, vor Tod durch unsachgemäße Pflege usw. zu hüten hätten. Sachgemäße und schonende Tierbehandlung sei auch im Interesse des Volksganzen, insbesondere in bezug auf den Vierjahresplan Einen interessanten Vortrag hielt Geschäftsführer Plettenberg über Organisationsfragen und praktische Arbeit des Tierschutzvereins. Aus der seit Jahrzehnten geleisteten er'ahrungsreichen Arbeit des Milsper Tierschutzvereins berichtete der Redner und streifte dabei die Fragen des Tierschutzgesetzes, Warnungen und Anzeigen, Erziehung der Jugend zum Tierschutz, Maßnahmen zur Werbung für den Tierschutzgedanken durch Prämiierungen, Lichtbilder vorträge. Filme. Er erzählte von praktischer Hilfe durch Stellung von Nistkästen, durch Anhalten zur Winter'ütterung. sprach von der Notwendigkeit der Beseitigung glatter Straßen, Reinhaltung der Ställe, Huf= und Klauenpflege, Sonnenschutz, Vogel schutz gegen Katzen Aufklärung über nützliche Tiere, Behandlung herrenloser und verletzter Tiere und streifte die Notwendigkeit der Einrichtung von Tier heimen und Tötungsstellen. Selbstverständlich sei eine Zukammenarheit mit den Nachbarvereinen von größter Wichtigkeit. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit einem Gedenken an den Führer, den eifrigen Förderer auch des Tierschutzgedankens. größter Spannung. Die Vorbereitungen ließen ollerhand erwarten und so setzte denn ein nie gekannter Ansturm auf die Eintrittskarten zu dem großen Varieteabend, mit dem Volksfest und Kirmes eröffnet werden sollten, ein. Sie wurden Samstag abend erfüllt Den Auftakt für die diesjährigen Winterveranstaltungen der RSG.„Kraft durch Freude" in Dahlhausen bildete das Volksfest Samstag abend in Verbindung mit der Kirmes auf dem Ziegeleiplatz an der Dr.=C.=Otto=Straße. Daß sich auch in LindenDahlhausen die KdF=Veranstaltungen allgemeiner Beliebtheit erfreuen, erhellt am besten die Tatsache, daß alle Karten schon seit einigen Tagen restlos ausverkauft waren. Wer Samstag um 20 Uhr noch eine Karte erstehen wollte, wurde bitter enttäuscht. Geld und gute Worte nützten nichts, denn lange vor Beginn war das Zelt bis auf den letzten Platz besetzt. Sogar die Tanzfläche mußte notgedrungen mit Tischen und Stühlen belegt weiden. Das in der Mitte des Zeltes aufgebaute Podium erwies sich als besonders praktisch. Dadurch wurde auch den in den hintersten Ecken des Zeltes sitzenden Volksgenossen die Möglichkeit geboten, alle Darbietungen des Abends zu sehen. Nach einleitenden Märschen einer oberbayrischen Trachtenkapelle begrüßte Ortswart der RSG.„Kraft durch Freude" Nohrbach die Festteilnehmer. Er sprach kurz über die Bedeutung der RSG.„Kraft durch Freude" und verlieh dem Wunsche Ausdruck, daß man aus diesem echten Volksfest neue Kraft schöpfe für das tägliche Leben. Im Anschluß an die von Arbeitskameraden der Firma Dr. C. Otto vorgetragenen Lieder: „Mahnung" und„Deutschland, Dir mein Vaterland“ sprach der Ortsobmann der Deutschen Arbeitsfront Stahl über die große Organisation aller Schaffenden. Unter dem Leitwort:„Freut Euch des Lebens" wickelte sich dann ein buntes Varieté=Programm ab. Ortswart Nahrhach, der die Ansage des Abends übernommen hette, waltete geschickt seines Amtes und sagte in humorvoller Weise die einzelnen Darbietungen an. Es waren in der Tat Spitzenleistungen deutscher Artlstik. Sowohl der moderne Plastikakt der„Drei Schommer", als auch der halsbrecherische Radfahraht von K. und W. Peters werden den interessierten Zuschauern einen Begriff von dem Können deutscher Artistik gegeben haben. Sehr aufmerksam verfolgte man die Darbletungen des Kraftmenschen Milton, der mit schweren Eisenkugeln und Granaten spielte, als seien sie aus Holz. Reizend die Tänze der Geschwister Frank, die wie alle anderen Darbietungen des Abends mit statkem Beifall aufgenommen wurden. Umrahmt wurde das Fest durch gemeinsame Lieder. Das große Feuerwerk zum Abschluß des offiziellen Programms auf dem Kirmesplatz, das den dunklen Nachthimmel weithin erleuchtete, hatte ganz Linden und Dahlhausen auf die Beine gebracht. Sonntag enttäuschte nur das Wetter Die Schauern am Samstag nachmittag hatten zwar schon nicht dazu beitragen können, die Wetteraussichten für den Sonntag allzu rosig zu gestalten. Was sich jedoch an diesem Tage tat, konnte selbst dem Beharrlichsten zuviel werden. Wieviel Hoffnungen sind gestern ertrunken! Tatsächlich ertrunken! Immer wie der überlegte man sia,, wie schön es wäre, wenn es nun, aber weiter kam man gar nicht, denn dann hatte es sich schon wieder zu einem weiteren kleinen Wolkenbruch zugezogen. Und so blieb es dann bis zum Abend. Und das muß man den Lindenern und Dahlhausern hoch anrechnen, daß sie sich trotz des kata Ein Siebzigjähriger Linden=Dahlhausen 70 Jahre alt wird am heutigen Montag, dem 23. August, Herr Johann Böhmer, Oberdahlhausen, Hasenwinklerstraße 121a wohnhaft. In der Paderborner Gegend geboren, kam der Altersjubilar schon als Kind nach Oberdahlhausen, das ihm eine zweite Heimat geworden ist und wo er sich allseits des besten Ansehens erfreut. 44 Jahre bezieht er schon unsere Zeitung, in der er auch heute noch mit regstem Interesse die Tagesgeschehnisse verfolgt. Zu seinem Geburtstag entbieten wir unserem alten treuen Abonnenten die herzlichsten Glückwünsche und wünschen ihm in derselben körperlichen und geistigen Frische wie heute noch manches Jahrzehnt.(b) strophalen Wetters den Mut nicht nehmen ließen, in Regenmäntel gehüllt und mit Schirmen bewaffnet ihre Kirmes zu bevölkern, denn Auswärtige, die man sonst. an diesem Tag in großer Zahl trifft, waren nur sehr wenig vertreten. So kamen die Schausteller doch noch auf ihre Rechnung und die Gaststättenbesitzer haben zum überwältigenden Teil bestimmt keinen Grund, sich zu beklagen. Summa summarum: Trotz des miserablen Wetters wak's groß in Ordnung! Bleibt nur noch die Hoffnung, daß sich der Wettergott heute und morgen besinnt. Wir sind davon überzeugt! Essen. Zwei schwere Verkehrsunfälle. Samstagmorgen lief die drei Jahre alte Ursula Bonk beim Ueberqueren der Segerothstraße gegen einen mit Schlakken beladenen Lastkraftwagen. Das Kind kam zu Fall, wurde von einem Hinterrad des Kraftwagens erfaßt und schwer verletzt. Das Mädchen fand Aufnahme im Kruppschen Krankenhaus, wo es bald seinen Verletzungen erlag. Der Wagenführer, der versuchte, den Unfall zu vermeiden, geriet mit dem Kraftwagen auf den Bürgersteig, wo der Wagen umschlug. Durch die umherfliegende Schlacke trug der sechs Jahre alte Manfred Sieger leichte Verletzungen davon. Der Kraftwagen wurde stark beschädigt, so daß er abgeschleppt werden mußte. — Ein weiterer schwerer Verkehrsunfall ereignete sich Ecke Hafen= und Bottroperstraße, Dort stieß der 24 Jahre alte Motorradfahrer Emil K. aus Altenessen mit einem Personenkraftwagen zusammen. Hierbei zog sich K. außer schweren inneren Verletzungen einen Beckenbruch zu. Der Verletzte fand Aufnahme im Krankenhause. Es besteht Lebensgefahr. Großflugtag auf den 5. September verschoben. Der Großflugtag des NSFK in Essen, der Sonntag auf dem Flughafen Essen=Mülheim stattfinden sollte, mußte wegen der schlechten Witterung verschoben werden. Er findet nunmehr Sonntag, den 5. September statt. Die gelösten Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. RSG. Wer bekommt Frontzulage? Ende September läuft die Frist zur Stellung von Anträgen auf Gewährung der Frontzulage für 30 und 40 Prozent Kriegsbeschädigte mit Nachzahlung av 1. April 1937 gb. Kriegsopfer, die noch keine Mitteilung über die Bewilligung der Frontzulage erhalten haben, müssen sich im Laufe des Monats August bei den örtlichen RSKOV=Stellen zur Antragstellung melden. NSG. Wir haben Euch was mitgebracht, nämlich wir Jungen und Mädel der Rundfunkspielschar des Reichssenders Köln, die wir am Montag, dem 23. August, in der Zeit von 19 bis 19,45 r allen unseren Hörern über unsere Erlebnisse auf der Fahrt durch die bayrische Östmark berichten werden. Elektrotagung in Düsseldorf. Vom 1, bis 3. September 1937 veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Elektrowirtschaft(A.F.E.) eine Tagung in Düsseldorf, auf der zeitgemäße Fragen der Elektrowirtschaft vor den Vertretern des gesamten deutschen Elektrofaches behandelt werden. Die Tagung wird durch eine öffentliche Vortragsveranstaltung am Vormittag des 1. Sept. in Gegenwart der Vertreter von Behörden, Partei und Wirtschaft eingeleitet. In der Wahl von Düsseldorf, der Stadt der Reichsausstellung „Schaffendes Volk“, als Tagungsort kommt zum Ausdruck, daß diese Elektrotagung unter dem Leitgedanken„Leistungssteigerung und Arbeitserleichterung durch Elektrizitätsanwendung" stehen wird. Amtsgerichtliche Nachrichten Im Handelsregister A des Amtsgerichts Hattingen sind folgende Eintragungen erfolgt: Am 5. August 1937 unter Nr. 587 die Firma Walter Rottmann in Niedersprockhövel und als deren Inhaber der Kaufmann Walter Rottmann in Niedersprockhövel.— Nr. 274 am 5. August 1937 bei Firma Kaufhaus Bär& Co. in Hattingen: Die Firma ist in„Kaufhaus Oswald Zettl“ geändert. Handelsregister B Nr. 19 am 15. Juli 1937 bei Firma Vereinigte Flanschenfabriken und Stanzwerke Aktiengesellschaft in Hattingen a. d. Ruhr: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 5. Juni 1937 ist der Gesellschaftsvertrag nach Maßgabe des notariellen Protokolls hinsichtlich des§ 22 abgeändert. Amerika- streng und selksam Heiratsverbot für Flieger— Examens=Kandidaten dürfen nicht tanzen! Es gibt nicht nur jenes Amerika, das meist mit Gangstersensationen. Ehescheidungsskandalen, seltsamen Rekorden, und unsinnigen Wetten lärmend im Vordergrund steht, sondern glücklicherweise noch ein anderes Amerika, das gegen alle diese Auswüchse mit Energie ankämpft. Allerdings, auch hier kann man manche Seltfamkeiten beobachten, die trotz aller gutgemeinten Absichten dem Europäer reichlich „amerikanisch“ erscheinen. Hollywood hat beispielsweise plötzlich einen Abscheu gegen den Kuß entdeckt, soweit er in Filmen erscheint! Er soll in Zukunft„markiert“, noch besser aber durch den Handkuß ersetzt werden. Mag dies eine moralische Laune des kalisornischen Filmvaradieses sein, hinter der wohl nichts weiter steckt als eben die Lust, neue Sensation zu machen, so zeigt die Universität Jowa plötzlich eine sehr ernste puritanische Strenge gegen ihre Studenten. Der Kandidat, der drei Monate vor der Prüfung steht, darf von diesem Zeitpunkt bis zur Beendigung des Examens weder ein Tanzlokal noch ein Kino besuchen! Das ist der Inhalt einer neuen Verfügung, die kürzlich in der Universitätszeitung von Jowa er schien. Sie zeigt durch dieses Erscheinen, daß sie sehr notwendig war und daß das amerikanische Studentenleben nicht nur dem Sport, sondern offenbar auch dem Vergnügen des geschwungenen Tanzbeins und einer gewissen inneren Feuchtigkeit mehr zugeneigt ist als ernster Arbeit. Das soll in Jowa nun anders werden Sünder gegen diese neue Vorschrift sollen grundsätzlich nicht zum Examen zugelassen werden. Mit dieser Maßregel mag man sich nun noch befreunden können, mehr als befremdlich aber erscheint die Strenge, mit der jetzt eine der größten Luftfahrtgesellschaften der Hudsonstadt gegen ihre Flieger vorgeht. Sie hat erklärt, daß sie in Zukunft nur noch Junggesellen in Dienst stellt. Ausnahmen sollen grundsätzlich nicht gemacht werden. Die strenge Vorschrift wird damit begründet, daß unverheiratete Piloten zuverlässiger seien. Sie würden nicht, wie die verheirateten Flieger, dauernd bei der Arbeit an ihre Familien daheim denken, meint die Fluggesellschaft. Wir sind da entgegengesetzter Ansicht. Die Fluggesellschaft geht aber noch weiter. Sie droht, jede Heirat eines Piloten mit sofortiger Entlassung zu strafen! Offenbar aber weiß sie auch. daß es nicht ganz leicht ist, die Heiratslust junger Menschen gewaltsam zu unterdrücken. Denn sie warnt ausdrücklich vor den in Amerika sehr beliebten„heimlichen Ehen". Sie hat eigens dazu eine neue Abteilung von Detektiven aufgestellt, die weiter nichts zu tun haben, als aufzupassen, daß sich keiner der jungen, unrerheirateten Piloten etwa heimlich trauen läßt! Erscheint eine solche Maßregel nicht nur seltsam, sondern auch ungerecht, so begrüßen doch weite Kreise des amerikanischen Volkes einen Feldzug, den jetzt der Aerzteverband in Washington mit einer großen Denkschrift eingeleitet hat. Es handelt sich um die Bekämpfung des in der Union weitverbreiteten Kurpfuschertums. Die großzügige amerikanische „Freiheit des Gewerbes und der Person“ hat es lange geduldet, daß Menschen, denen die einfachsten medizinischen Kenntnisse, häufig dazu aber auch noch die einfachsten moralischen Begriffe, ermangeln weite und wertvolle Volkskreise „medizinisch“ behandeln. Die Denkschrift erklärt, daß jährlich nicht weniger als 19000 Amerikaner durch die Methoden der Kurpfuscher sterben. Dem soll jetzt durch ein energisches Vorgehen gegen derartige Heilkünstler ein Riegel vorgeschoben werden. Der Geschädigte ist schuldig...! Szene vor einem Wiener Gericht. Sie ist wirklich einmalig, die Weaner Gemütlichkeit. Nicht selten zeigt sie sich in reinster Form auch vor den Schranken des Gerichts. Hatte sich da einer zu verantworten, weil er dreist und gottesfürchtig ein Auto verkauft hatte, das ihm garnicht gehörte! „Angeklagter“, fragt ihn der Richter, nachdem er dem Sünder die Anklage ins Gesicht geschleudert, „bekennen Sie sich dieses Deliktes schuldig?“ „Mitnichten, Herr Rat“, hebt der Angeklagte beschwörend die Hände,„der Vorgang war ein ganz anderer. Lassen Sie mich einmal erzählen. Also ich stehe da vor einem Auto, ein schnittiges Ding, muß ich schon sagen. Liebkose die Motorhaube mit meinen Händen. Ich bin Autoliebhaber, Herr Rat, müssen Sie wissen..“ „Kommen Sie endlich zur Sache“, mahnt der Richter. „Jawoll“, nickt der Angeklagte,„wie ich so, das eine Bein auf dem Trittbrett, stehe, kommt so'n kleiner, dicker Herr auf mich zu und fragt schlankweg, was wohl so ein Wagen kosten tut.„Zweitausend Schilling“. gebe ich zur Antwort. Und ehe ich überhaupt zur Besinnung komme, knistern zwei Tausend Schillingscheine in meiner Hand. Im nächsten Moment sitzt der Dicke auch schon im Wagen und saust davon. Ehe ich ihn überhaupt sagen konnte, daß mir der Wagen ja garnicht gehörte. Danach hat der Dicke auch nicht getragt, auch nicht nach den Autopapieren, sondern nur, wieviel wohl der Wagen kostet. Na, und die Frage hatte ich ihm nach bestem Wissen beantwortet. Nicht ich, sondern der Dicke ist schuldig, der einem mir nichts, dir nichts das Geld in die Hand drückt und mit dem Wagen verschwindet.“ Die Beratung des Gerichts dauerte nicht lange. Der Angek agte wanderte trotz seiner unschuldsvollen Darstellung auf ein Jahr hinter die schwedischen Gardinen. Denn er batte schon mehrfach Dinge verkauft, die ihm nicht gehörten Des Sommers letzter Strauß Noch webt der Sommer bunt sein Sonntagskleid, Läßt auch der Herbst schon Silberfäden fliegen, Wer weiß wie bald, dann kommt die Jahreszeit, In der entlaubte Bäume sich im Winde biegen. Da schwingt ein Kinderlachen über's Feld am Haus. Ein Mutterherz in Liebe zu beglücken Und ihren Tisch geburtstägig zu schmücken Pflückt eine Kinderhand des Sommers letzten Strauß! Hein Willem Claus. (Scherl=Bilderdienst=M.) „Zauberei" um eine Kassette Die Stiftung des Krankenpflegers. Die Dummen werden nicht alle! Zu ihnen gehört offenbar auch eine reiche Frau in Nizza, der ihr Aberglauben eben erst 250 000 Francs gekostet hat, auch beim heutigen Frankenstande noch ein kleines Vermögen. Die Frau war krank und hatte zu ihrer Behandlung und Ueberwachung einen ihr vom Arzt gestellten Krankenpfleger. Dieser verstand es geschickt, das Vertrauen der Leidenden auf den Arzt zu erschüttern. Und dann empfahl er sich seinerseits als eigentlicher Retter in der Not. Er könne, so sagte er, ihr Leiden restlos beseitigen. Allerdings sei es dazu notwendig, daß sie ihr überflüssiges Gerd einer Stiftung zukommen ließe. Er zeigte ihr eine Kassette, ein gewöhnliches Stahlding, wie man es leicht kaufen kann. Der Krankenpfleger aber behauptete, sie habe„magnetische“ Eigenschaften. Wenn sie mit dem„Opfergeld“ gefüllt sei und dauernd neben der Leidenden stehe, würde die Kassette die Krankheit anziehen und die Patientin darauf geheilt sein. Nur müsse eben recht viel—„Opfergeld“ darin sein. Die leichtgläubige Frau ließ sich beschwatzen und füllte die magische Kassette nach und nach mit insgesamt 250 000 Francs. Sogar ein ihr gehöriges Häuschen verkaufte sie zu diesem Zwecke. Und siehe da, sie verspürte Erfolg. Der Krankenpileger wußte ihr jedenfalls einzureden, sie sei nun bald gesund. Dann verreiste er— auf unbestimmte Zeit. Er soll heute noch wiederkommen! Spät erst wurde der Verdacht der Dame rege, denn die mag netische Kassette hatte er ihr bei der Abreise zwecks „weiterer Wirtung“ dagelassen. Als man sie jetzt öffnete, fand man alte Zeitungen darin. Das Geld hatte der Gauner wohlweislich mitgenommen. „Es ist ein Mord geschehen!“ Ein Betrüger narrt Tanzgesellschaft. In dem Saale des Gemeindehauses des ungarischen Dories Agasegyhaza fand ein großes Fest statt. Fast die gesamte Einwohnerschaft des kleinen Ortes nahm daran teil. Bald war die Stimmung auf dem Höhepunkt der Freude. Durch die Menge der Fröhlichen, der Tarzenden und Schmausenden drängt sich plötzlich ein Mann. Er geht auf das Podium und flüstert mit dem Kapellmeister. Der bricht die Tanzmelodie ab und läßt einen Tusch blasen. Alles horcht auf. Der Fröhlichkeitsbetrieb steht still. Ganz Agasegyhaza richtet die Augen auf den unbekannten, schlicht gekleideten Mann, der da mit ernster Miene steht. Jetzt winkt er und erhebt die Stimme.„Einwohner von Agasegyhaza! Es ist in diesem Hause eben ein Mord entdeckt worden. Ich bin der Detektiv, ich ordne hiermit an, daß niemand den Saal verläßt bis alles geklärt ist. Sie werden nachher einzeln zum Verhör geholt. Bis dahin,- machen Sie bitte ruhig weiter!“ Der Detektiv verläßt das Podium. Ringsum sind blasse Gesichter. Plötzlich hricht es los. Eine allgemeine Aufregung ein Fragen und Vermuten. Den Mann kümmert es nicht. Er verschließt die Türen von innen und läßt mit ernstem Amtsgesicht die Schlüssel in die Tasche gleiten. Jetzt schreitet er zum allgemeinen Ausgang und ist schon hinaus. Man hört auch dort den Schlüssel knirschen. Dann nichts mehr! Die Stunden vergehen, man verbringt sie in einer lauen, gedrückten Vergnügtheit. Wer kann auch fröhlich sein, wenn in nächster Nähe ein Mord geschah? End ich dauert es einigen Männern zu lange, bis das Verhör beginnt. Sie klettern durch die Fenster hinaus. Sie finden nirgends Polizei oder eine Leiche. Sie schöpfen Verdacht und können bald feststellen, daß ein Dieb in aller Ruhe jedes der verlassenen Häuser von Agasegyhaza heimgesucht und geplündert hat. sein ist nicht leicht! Der Strohwitwer trat in den Rumburger Rasiersaion. Der Strohwitwer ließ sich rasieren. Der Rumburger Friseur trat ihm dauernd auf die Zehen Der Strohwitwer knurrte: „Erlauben Sie! Meine Hühneraugen!“ Der Friseur lächelte höilich: „Das wollte ich nur wissen! Sonst bätte ich Ihnen doch nicht— ohne aufdringlich- zu erscheinen— unser neues Hühneraugenmittel anbieten können." * Der Strohwitwer hatte Zahnschmerzen. Der Strohwitwer jammert den ganzen Tag: „Was soll ich nur tun? Was soll ich nur tun?“ „Schreib meinem Bruder nach Amerika um ein Mittel.“ „Weiß er eins?“ „Nein. Aber bevor er antwortet, sind die Zahnschmerzen längst vorbei.“ * Zwei Strohwitwer spielten Billard. Mit nur zwei Bällen. Der Kiebitz guckte dumm: „Warum spielt ihr nur mit zwei Bällen?“ Der Strohwitwer brummte: „Man trifft so leichter.“ * Der Strohwitwer trank eine Flasche Obermosel. Er verzog das Gesicht. „Schmeckt er nicht?“. fragte der Wirt. „Eine ausgezeichnete Marke!“ „Wirklich?“ „Ich bin Fachmann.“ „Weinhändler?“ „Nein. Essia abrikant." * Der Strohwitwer war volltrunken. Der Schutzmann nahm ihn mit. Wissen Sie nicht, daß es ein Gesetz gegen Trunlenhei" aibt?“ Der Betrunkene schimpfte: „Man sollte lieber ein Gesetz gegen den Durst schaffen!“ * Der Strohwitwer hat auch schöne Tage. An einem schönen Tag stieg der Strohwitwer durch die Gegend. Traf eine, auf die er lange gewartet hatte. Er versuchte es mit einem Kompliment: „Sie werden von Tag zu Tag jünger, Fräulein!" „Bitte keine Komplimente!" „Gut— dann sagen wir ehrlich: jeden zweiten Tag!" Die längsten Kerle nach Potsdam Dicker Tabaksqualm verfinsterte den Raum, Bierdunst und stickige Luft hüllten König und Kumpane in eine Wolke derber Gemütlichkeit. Die rauhen, robusten, aber gutgemeinten Geräusche des Tabakkollegiums hallten bis auf die Gänge des Schlosses und waren noch in den dunklen und stillen Sälen zu hören. Des öfteren ließ der Faustschlag eines der Zecher den Tisch mit Kannen, Krügen, Tonpfeifen und Tabakskörben erzittern. „Und ich sage Euch bei meinem Wort, Majestät, der Kerl mißt nicht mehr oder weniger als sechs Fuß und neun Zoll an Maß“, rief der alte General Pirwitz dem König über den Tisch zu. Friedrich Wilhelm nahm einen tiefen Schluck aus seinem Krug, schnalzte laut mit der Zunge und setzte umständlich eine neue, schneeweiße Tonpfeife in Brand. „Weiß Er. Pirwitz“, sagte er dann, und ein lustiges Blinken stand in seinen Augen,„weiß Er, wenn Er die ungebührliche Absicht haben sollte, mich zu beschwindeln— und das noch inmitten dieser ehrenvollen/ Runde— daß er unweigerlich nach Spandau geht?“ „Majestät.." „Schon gut, Pirwitz Muß die Längsten unter der lebenden Menschheit unbedingt für meine Garde haben, bin daher genau. Wo stammt also Sein Kerl her?“ „Aus Norwegen, Majestät. Lillesand, kleines Dorf.“ „Liegt?“ „An der Südküste, leicht zu erreichen.“ „Er heißt?" „John Henrichsohn!“ „Gut! Mach' Er Geld und Vollmachten für die Werber, zwei an der Zahl, fertig, Pirwitz. In spätestens drei Monaten wird mir der Henrichsohn in Potsdam eingekleidet!“ * Eine hervorstechende Eigenschaft des John Henrichsohn aus Lillesand war neben seiner ungewöhnlichen körperlichen Größe seine Frömmigkeit. Darauf bauten die gewitzigten preußischen Werber ihren Plan, nachdem sie durch harmlose Fragen, durch die sie selbst sich als Werber allerdings nicht verrieten, feststellen mußten, daß John Henrichsohn betrübend wenig Freude und Geschmack an preußischen Monturen und preußischem Drill an den Tag legte. Mit Vorbedacht wählten sie daher einen Abend, an dem sie den langen Norweger im Dorfkruge zu treffen hofften. Da aber Henrichsohn vorerst nicht erschien, vertieften sie sich in ein kleines Kartenspiel und in ihre tiefen Bierkrüge. Doch alsbald stapfte der Riese in den Schankraum, und mit Wohlgefallen bemerkten die Preußen, daß er an einem Tische in ihrer nächsten Nähe Platz nahm, ein Gebetbüchlein aus seinem Wams zog und Sprüche und Verse vor sich hin zu murmeln begann. „Du“, fingen die Werber an, sich zu unterhalten,„ob's glauben magst oder nicht, aber es ist tatsächlich möglich, daß besonders fromme Menschen Zwiesprache mit ihren Ahnen, die vor vielen Jahren unter die Erde gebracht wurden, halten können.“ „Was du sagst..! Daß das so leicht ist?" „Nun, leicht gerade nicht, das will ich wohl sagen. So mußt du dich zum Beispiel in einen Sarg aus Eichenholz legen und— welch' Schreck, mein Freund, du vernimmst Hammerschläge— der Sarg wird zugenagelt! Aber dann, dann endlich, kannst du dich getrost mit deinen Ahnen unterhalten Dein Urahn sechsten Gliedes wird dir noch Rede und Antwort stehen!“ Mit versteckter Freude hatten die beiden Preußen während ihres Gespräches bemerkt, daß John Henrichsohn zuerst wohl unwillig ob der Störung von seinem Büchlein aufgeblickt, dann aber voller Spannung gelauscht hatte. Schließlich fragte er mit dröhnender Stimme: „Verzeiht, ihr Fremden, so meint ihr wirklich, daß ein frommer Mensch mit seinen Ahnen bis ins sechste Glied zurück Zwiesprache halten kann, sofern er sich in einen eichenen Sarg legt?“ Gewiß gewiß“, erwiderten die Preußen geschwind. Nicht umsonst hatten sie einen einfachen Sarg aus Fichtenbrettern, acht Fuß lang, gebaut. „Wenn ihr's wollt...?“ „Nun ja, wollen... Fromm mag ich wohl sein, und reden tät' ich auch gern mit den Ahnen..“ „Also! Die Gelegenheit ist günstig, folgt mir“, sagte einer der Werber mit Würde.„Jetzt schnappt's, raunte der andere ihm zu. Wenig später lag John Henrichsohn ausgestreckt im Sarg, dessen Deckel mit kleinen Luftklappen versehen war, und den die beiden Preußen mit wuchtigen Hammerschlägen vernagelten. „Nun, John Henrichsohn, hörst du deinen Urahn?" „Ich höre nur eure Stimmen und Hammerschläge“, tönte es dumpf aus dem Sarginnern.„Da hörst' auch nichts Schlechtes", lachten die Werber! Einige Wochen spöter flogen dem äußerst bekümmerten John Henrichsohn aus Lillesand auf der Bekleidungskammer der„langen Kerls“ in Potsdam die preußischen Monturen an den Kopf. Hans Weber. Die Doi (35. Fortsetzung) „Mein Vater— sprichst du— von ihm— von Chester?“ „Von Chester!“ „Chester kommt— kommt zu uns?“ Tai schrie es förmlich. Im nächsten Augenblick aber schämte er sich und neigte demütig die Stirn vor dem Vater.„Verzeihe mir, mein hochzuverehrender Vater, daß ich dich durch laute Worte verletzt habe, aber verstehe, daß mich deine Freudenbotschaft unendlich glücklich macht.“ „Dein Vater versteht dich, Tai. Schäme dich nicht deiner Freude. Höre zu, Sohn. Dschau=han hat gekabelt, daß er mit dem Freund des jungen Herrn und zwei Begleitern Chesters auf dem Wege ist. Chester soll unser Gast sein mit seinen Begleitern. Unser Haus ist groß. Er hat viel gelitten, aber wir haben nie den Glauben an ihn verloren, und ex soll uns willkommen sein, heute, morgen und immer.“ Das war wie ein Schwur gesprochen, und Tai war dem Vater unsagbar dankbar. * Am nächsten Tage sagte es Tai Herrn Tong, der über alle Maßen überrascht und erfreut war. Aber dann machte er ein sehr ernstes Gesicht. „Wenn es der englische Geheimdienst erfährt, dann steht es schlecht um Chester Mac Donneth!“ „Der englische Geheimdienst, Mister Tong?" fragte Tai erstaunt Sie bedienten sich hier im Regierungsgebäude der englischen Sprache. Das geschah gewiß nicht aus Mißachtung der eignen Sprache, sondern aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen. In China sprach man zuviel verschiedene Dialekte, die so voneinander abwichen, daß man schon von verschiedenen Sprachen reden konnte. Wurden nun Beamte aus den entfernteren Provinzen nach Nanking befohlen, dann war manchmal die Verständigung auf englisch am besten. Außerdem pflegte Tong= Atase systematisch diese Sprache, weil er seine jungen Beamten heranbildete uno es liebte, sie hinauszuschicken, damit sie draußen ihrem Vaterlande dienten, lernten und sich vorwärtsschafften. Das war aber nur möglich, wenn sie wenigstens das Englische ausgezeichnet beherrschten. „Setzen Sie sich, Tai." sagte Tong=Atase,„ich will mit Ihnen über Chester Mac Donneth sprechen!" „Er ist ein Ehrenmann, Mister Tong!" rief Tei schnell, so daß Herr Tong über den warmen Fürsprecher lächelte. „Das ist er gewiß, aber... die Welt hat ihn gebrandmarkt und glaubt, daß er schuldig geworden ist. Frankreich hat vielleicht schon vergessen und einen Strich unter die Sache Chester Mac Donneth gemacht. Aber... England nicht! Sie wissen, Tai, daß man damals Chester in seiner Abwesenheit Papiere unterschob, die ihn belasteten.“ „Ja, Mister Tong!“ „In den Papieren stand, daß... Chester in den Rebegkskandal verwickelt sei. Ja, daß Chester über die Angelegenheit der Papiere des Ingenieurs Balmoral unterrichtet sein müsse.“ „Ich weiß nichts über den Fall Balmoral, Mister Tong!“ „Da wissen Sie so viel wie ich. Balmoral hat irgendeine großartige Erfindung gemacht und sie der englischen Regierung zur Verfügung gestellt. Und diese Erfindung ist gestohlen worden. Balmoral erlitt damals, als er von dem Diebstahl erfuhr, einen Nervenzusammenbruch, er wurde nie wieder richtig gesund und soll sich in einer englischen Nervenklinik oder in einem Irrenhaus befinden. Es muß eine sehr bedeutsame Sache sein, denn die englische Regierung, beziehungsweise das englische Kriegsministerium hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, den Fall aufzuklären. Das ist aber nicht möglich gewesen. Und nun klammert man sich an die letzte Möglichkeit: Chester Mac Donneth, der nach meiner Ueberzeugung... keine Abnung davon hat!“ „Und nun wird man ihn jagen!“ Tongs Augen glühten auf.„Und ob man ihn jagen wird. Eine Jagd ohne Erbarmen ist es. Und ich will nicht Tong sein, wenn sie in Schanghai nicht den Funkspruch Ihres Kapitäns Dschau=han aufgefangen haben und wissen, daß Chester mit der„Hoangho“ kommt.“ Erregt schritt er im Zimmer auf und ab. „Wir müssen etwas tun, Mister Tai,“ sagte er dann entschlossen.„Wissen Sie genau, wann die „Hoangho“ eintrifft?" „Am einundzwanzigsten Mai, sagt mein Vater!" „Legt die„Hoangho“ vorher irgendwo an?“ „Ja, Mister Tong! In Osaka!" „Gut, dann müssen wir handeln. Wir müssen dafür sorgen, daß Chester Mac Donneth mit seinen beiden Begleitern von Osaka mit dem Flugzeug nach Nanking gebracht wird. Aber er darf sich vorläufig auch hier nicht aufhalten, sondern wir werden ihn weiterschicken, nach Kinyan, wo sie auf dem Landsitz Wu=yüens Aufenthalt nehmen. Dort sind sie sicher. Sie haben einen Vertrauensmann in Osaka?" „Ja, Mister Tong." „Sie werden Ihren Vertrauensmann benachrichtigen, daß er ein Flugzeug chartert und die drei nach Nanking bringen läßt. Und sie sprechen mit keinem Menschen darüber!“ „Mit keinem Menschen, Mister Tong!“ Tong nickte Tai zu und wandte sich wieder seiner Arbeit zu, während Tai das große Zimmer verließ. An der Tür zögerte er. „Haben Sie noch eine Frage, Mister Tai?“ „Ja, Mister Tong. Ich... ich wollte Sie fragen... glauben Sie, daß— daß sich einmal die Unschuld Chesters zweifelsfrei erweist?" Der chinesische Staatssekretär sah nachdenklich auf den jungen Sprecher. Dann nickte er. „Ja, ich glaube es. Wir haben eine Spur.“, Herr Tai war sehr glücklich, als er jetzt das Zimmer verließ und die Klinke vorsichtig niederdrückte. * Währenddessen strebte die„Hoangho“ Asien zu. Sie legten zweimal unterwegs an, um den Proviant und den Kohlenvorrat zu ergänzen, ohne Waren einzuladen oder auszuschiffen. Chester erlebte mit Margueriete und Odmar eine unsagbar schöne Seereise. Fern von der Welt lebten sie auf dem Frachter so sorgenfrei wie noch nie in ihrem Leben. Dschau=han und seine Leute, an der Spitze der deutsche Steuermann auf dem chinesischen Frachter, wetteiferten, um den drei Passagieren zuliebe zu tun, was ihnen an den Augen abgelesen werden konnte. Diese Fürsorge tat wohl. Ach, jetzt war man wieder Mensch und wurde nicht herumgestoßen. brauchte nicht immer ängstlich zu sein und sich Sorgen zu machen. Alles um sie war so frei, so leicht und von einer geradezu beschwingten Fröhlichkeit. Wie unter guten Freunden fühlten sie sich. Die„Hoangho“ war ein Muster von Sauberkeit. Das war auch der Grund, daß der deutsche Steuermann Pieter bereits zum dritten Male mit auf großer Fahrt war. Einen Koch hatten sie auf dem Schiffe, einen Künstler von Gottes Gnaden, der seinen Beruf als Aufgabe auffaßte und Kunstwerke schuf. Sein Küchenzettel war von einer Mannigfaltigkeit, die den Neid jedes Chefkochs erregen konnte. Jeden Tag gab es etwas anderes, und immer war es schmackhaft und angenehm zu essen. Marguerite ist ein anderer Mensch geworden. Alles Harte und Schwere, alles Wilde und Haßvolle ist abgefallen. Sie ist schöner geworden, und ein Glanz ist in den tiefen, dunklen Augen, daß Chester erschrickt, wenn sie ihn ansieht. Alles an ihr ist mit einem Male gelöst, alles ist verinnerlicht. Sie nimmt Anteil an den Dingen, sie sondert sich nicht mehr ab. Sie hat wieder lachen gelernt. Sie lacht ganz leise, verhalten, als wage sie noch nicht, ihr Lachen wie eine jubelnde Lerche hinauszuschmettern. Aber sie hat Freude an den Dingen und ist unsagbar glücklich, daß Chester und Odmar wetteiferten, sie zu verwöhnen. Der Große Ozean ist diesmal wirklich ein stiller Ozean. und Tag um Tag verrinnt, ohne daß sie in Stürme kommen, die im Stillen Ozean oft von elementarer Kraft und Energie sind. Den ganzen Tag sind die brei oben am Deck. Chester ist wieder der Mann von einst, groß, a Copyright by Carl-Duncker-Verlag, Berlin SW 62 (7. Fortsetzung) Schlechte Laune an Bord Nein, er wollte sie nicht sehen. Er fühlte sich unsicher in ihrer Gesellschaft. Sie war stolz und kühl, und vielleicht war es gerade das, was ihn anzog. Sie gefiel ihm, aber sie machte es einem nicht leicht, sie zu verstehen. Auch glaubte er nicht, daß sie die Möglichkeit hatte, ihm und seiner Kapelle eine Stellung zu besorgen. Frauen dachten sich solche Dinge immer leichter, als sie in Wirklichkeit en. Und es war doch Unsinn, daß eine Frau, eine Deutsche, der er zufällig auf dem Schiff begegnet war, die Möglichkeit haben sollte, ihn in ien unterzubringen, wenn er sich selbst mit seinen Erfahrungen, Empfehlungen und Verbindungen diese Möglichkeit nicht verschaffen konnte. Und doch, dachte er voll Hoffnung,, vielleicht kann sie es... Holsten ging rund um das Deck, bis ihm das Herumlaufen zu dumm wurde. Er setzte sich in den Rauchsalon und stellte Berechnungen an, schwierige Berechnungen, wie man mit wenig Geld in einer fremden Stadt unter ganz neuen Verhältnissen möglichst lange auskommt, und welche Aussichten beständen, seiner Kapelle eine Stellung zu besorgen. In den letzten Tagen hatte er diese Berechnungen schon mehrmals gemacht. Er machte sie immer wieder. Es fiel ihm nichts ein, was er sonst hätte tun können. Und wieder, wie immer, kam er zu demselben Schluß: wenn Michaels Dummheit nicht gewesen wäre..... und zu derselben lächerlichen Hoffnung: vielleicht haben meine Briefe Erfolg gehabt, uno in Rio wartet bereits jemand, der uns zum sofortigen Antritt in seinem Unternehmen verpflichtet. Und abschließend dachte er dann: derartiges geschieht nie, wenn man darauf angewiesen ist. Er spürte, daß etwas um seine Beine kroch. Ein schwarzer Scotchterrier beschnupperte ihn und sprang auf einen Stuhl. Da war auch O'Connor. „Haben Sie Fräulein Aßling gesehen?" fragte er. „Nein." S0 Sie schwo tat gar nichts zte O'Connor, setzte sich und schwieg. en beide. O'Connor rauchte, Holsten Er wäre gern aufgestanden und fortgegangen. In ihm war eine Unruhe, die er nur mit Mühe beherrschen konnte. Aber er wußte nicht, was er dann tun sollte, allein auf den Decks herumlaufen wollte er nicht, Gesellschaft wollte er auch nicht. Er wußte selbst nicht, was er wollte. „Aerger?“, fragte O'Connor plötzlich, und Holsten fuhr zusammen. Er sah O'Connor an, der schweigend rauchte und sein gewöhnliches, undurchdringliches Gesicht hatte, zusammengepreßte schmale Lippen, nichts verratende Augen. Holsten schüttelte den Kopf. O'Connor schien auch keine Antwort erwartet zu haben. „Ich auch“, sagte er.„Schlechte Laune. Wissen Sie, manchmal lernt man einen Menschen kennen, den man gerne ein wenig näherkommen möchte, aber er gleitet einem unter den Fingern fort. Vielleicht geht es Ihnen nicht so. Aber es ist sehr interessant. Kommen Sie! Gehen wir etwas! Wenn sich zwei Schlechtgelaunte zusammentun, gibt es nur zwei Möglichkeiten: sie ermorden sich innerhalb einer halben Stunde oder sie lachen sich zunächst gegenseitig aus und lachen dann gemeinsam."— Er stand auf. Holsten ärgerte sich nun wieder, daß man ihm seinen Aerger angesehen hatte. Aber er sagte nichts. Auch der Engländer war schweigsam und unzugänglich. Selbst Fif schlich trübsinnig hinter ihnen her. O'Connor blickte auf die Uhr. „Fräulein Aßling muß gleich kommen", sagte er.„Wir hatten uns hier verabredet." „Dann möchte ich mich verabschieden", sagte Holsten. „Aber bleiben Sie doch— oh, Miß Marianne!“ Sie begrüßte die beiden Herren lachend. „Ich komme geradeswegs aus dem Schwimmbad", sagte sie.„Ach, wie wir getobt haben. Es war herrlich. Und jetzt ist es nur noch ein Tag bis Rio. Morgen sind wir da. Wie ich gespannt bin und wie ich mich freue. Können Sie sich in meine Lage hineindenken, Mister O'Conor? Sagen Sie, sind Sie überhaupt in der Lage, sich mal so richtig zu freuen und aus vollem Herzen zu lachen? Das kann ich mir kaum vorstellen!“ „Sie werden immer lustiger und wir immer mißgestimmter", antwortete O'Connor und wandte sich an Holsten.„Ich habe mich also geirrt. Wir haben uns weder ermordet noch zum Lachen gebracht. Da muß es schon ganz schlimm sein." „Was?" fragte Marianne. „Unsere schlechte Laune“, sagte O'Connor. „Seine und meine.“ „Sind Sie schlecht gelaunt, Herr Holsten?“ fragte Marianne.„Sie machen immer einen gleichmäßigen Eindruck. Haben Sie sich inzwischen meinen Vorschlag überlegt? Wollen Sie von meiner Hilfe Gebrauch machen? Oder lassen Sie sich grundsätzlich nicht helfen? Vielleicht haben Sie's auch nicht nötig, oder das Palmeira=Hotel ist Ihnen—“ sie zögerte—„ein zu unsicheres Unternehmen?" Holsten versuchte Fröhlichkeit vorzutäuschen, aber es gelang nicht ganz. „Weshalb machen Sie mir Hoffnung, Fräulein Aßling?“ fragte er.„Hoffnungen, deren Erfüllung zumindesten doch sehr unwahrscheinlich ist. Ich weiß nicht, vielleicht haben Sie wirklich Verbindungen zum Palmeira=Hotel; aber auch wenn Sie sie haben, machen Sie sich wahrscheinlich ein falsches Bild von den Unterbringungsmöglichkeiten eines Tanzorchesters. Sie wissen doch gar nicht, ob das Palmeira=Hotel augenblicklich Bedarf hat.“ „Fräulein Aßling ist die zukünftige Gattin des Generaldirektors vom Palmeira=Hotel“, sagte O'Connor gleichmütig.„Des neuen Direktors, der das Hotel in kurzer Zeit zu einem blühenden Unternehmen gemacht hat. Wußten Sie das nicht?“ Holsten biß sich auf die Lippen, starrte den Engländer und Marianne verblüfft an. Mit einem Male verstand er alles. „Nein", sagte er verwirrt.„Nein, das wußte ich wirklich nicht." O'Connor lachte laut. Also doch, dachte Holsten verstimmt. Also hat sie doch die Möglichkeit. Aber weshalb läßt sie mich zappeln? Es scheint ihr einen Heidenspaß zu machen. Er fühlte, wie Aerger und Sorgen wieder alle anderen Gedanken in ihm erdrückten. „Fräulein Aßling?" fragte ein uniformierter Boy.„Ein Telegramm bitte; mit bezahlter Rückantwort.“ Marianne wandte sich ab, öffnete das Telegramm und las. „Der Liebe", sagte sie dann.„Er schickt mir jeden Tag ein paar Telegramme. Wie es mir geht, was ich gerade mache, wo das Schiff ist, ob ich mich schon freue, und tausend Grüße, Henry." Sie blickte nachdenklich auf Holsten. Sollte sie ihm helfen? Er hatte anscheinend Sorgen, wenn er sich auch bemühte, gleichgültig auszusehen. Und sie war in einer so glücklichen Stimmung. Sie hätte jauchzen und singen und tanzen mögen. Er schlank und gereckt, alles sprühendes Leben. Ein anderer Zug liegt auf dem Gesicht, geprägt vom bitteren Erleben der letzten Jahre. Aber es ist wieder das schöne, ruhige Gesicht, es zeigt wieder die alte Sicherheit und Ruhe, ist von verhaltener Kraft wie einst. Er hat wieder lachen gelernt. jenes Lachen zeigt sich manchmal, das alle so an ihm lieben, das ihm die Herzen der Menschen nahebrachte. Wer genau hinhört, der spürt, daß es nicht mehr das alte, gütig=liebenswürdige Jungenlachen ist, nein, es kommt mehr aus der Tiefe. Marquerite hat sich voll zurückgefunden ins Leben. In den dunklen Augen ist die Sehnsucht aufgewacht, und sie gleiten oft heimlich über Chester, wen er es nicht sieht. Ihre Freundschaft mit den beiden Männern erscheint ihr jeden Tag mehr als ein Geschenk. Wie Erwartung steht es oft in dem schönen Gesicht, das seine blendende Weiße nicht verliert, auch nicht unter der heißen Sonne der Südsee. Ein wenig bräunt es sich, aber es ist nicht viel. Die Besatzung verehrt das schöne Mädchen. Sie wird mit ehrfürchtigen Blicken bewundert, und wenn der Koch ein Lob von ihr hört, ist er stolz über alle Maßen. Odmar ist längst wieder gesund. Seine Wangen runden sich, und in den Augen strahlt die alte Kraft. Er kann mit einem Male lustig sein, er musiziert und singt dazu. Einmal packt auch Chester die Harmonika, die dem Steuermann gehört, und er spielt ein flottes Lied, ein altes Tanzlied aus dem Hochland. Und er singt dazu. Er hat kein ausgesprochen schönes Organ aber einen sehr guten Vortrag. Jedenfalls ist Stimmung an Bord. Dschau=han, der Kapitän, sagt nie ein grobes Wort. Er ist der behutsamste aller Kapitäne, er ist der Vater seiner Mannschaft, und der kleine Lit hängt genau so an ihm wie alle anderen Matrosen. Dschau=han erzählt gern. Aber er muß aufgefordert werden. Er spricht sehr aut Englisch, auch ein wenig Französisch, und als Odmar gemerkt hat, daß er gern erzählt, da fordert er ihn auch auf. Er sitzt oft mit Dschau=han zusammen in dessen Kajüte und horcht ihm zu. Dann stellt der Riese eine Flasche Schnaps auf den Tisch, und Odmar muß ihm Bescheid tun. Das erstemal hat sich Odmar gewundert, denn stets ist Dschau=han nüchtern, niemals hat ihn auch einer der Leute betrunken oder angetrunken gesehen. Und jetzt staunt er wieder, denn der Kapitän trinkt einen tüchtigen Stiefel. Odmar tut ihm Bescheid, denn der Tropfen ist gut, schmeckt unsagbar mild, aber als er das zweite Glas voll trinken will, da winkt der Kapitän ab und sagt:„Erst was essen!" Er geht Odmar mit gutem Beispiel voran und zeigt einen gesegneten Appetit, er ißt Riesenportionen. Aber immer wieder trinkt er ein Glas von dem vorzüglichen Schnaps. Er verrät Odmar, daß er ihn sich selber brennt, wenn er drüben ist, nach einem Rezept, das er von einem früheren kaiserlichen Oberbrennmeister erhalten hat. So kommen sich die Menschen auf dem Frachter näher. Als sie an Neuguinea vorbei sind, kommen sie auch einmal in einen Sturm, der aber gnädig vorübergeht. „In zwei Tagen sind wir in Osaka. Und dann geht's Nanking zu!“ sagt der Kapitän eines Tages. Fast bedauern die drei, daß die herrliche Fahrt bald ihr Ende finden soll. (Fortsetzung folgt.) sah aus wie ein Mensch, auf den man sich verlassen konnte. Und es wäre ein vertrautes Gesicht; sie wußte nicht, wen sie in Rio außer Henry finden würde. Außerdem war sein Unglauben eine Unverschämtheit. „Wie ist es also, Herr Holsten?“ fragte sie. „Würden Sie überhaupt ein Engagement im Palmeira-Hotel annehmen?" „Nein", antwortete Holsten spöttisch.„Es geht mir nämlich so gut, daß ich überhaupt nicht mehr zu arbeiten brauche.“ Marianne sah ihn fragend an. „Sie meinen das so, wie Sie es sagen?" „Ich meine das Gegenteil.“ „Gut“, sagte sie, schrieb etwas und reichte ihm das Blatt. Er las:„Habe soeben Tanzorchester sechs Mann für dich engagiert. Freue mich auf Wiedersehen. Marianne." Er las es noch einmal und noch ein drittes Mal. Er glaubte es noch immer nicht. „Verzeihen Sie—“ sagte er.„Meinen Sie es ernst? Ist dies eine Abmachung oder ein Scherz? Im letzteren Falle würde ich gerne darauf eingehen, aber Sie müssen bedenken, ich habe die Verantwortung für die anderen, von denen einer verheiratet ist." „Ich scherze nicht“, sagte Marianne sehr frostig, nahm ihm das Blatt aus den Händen und gab es dem wartenden Boy zur Beförderung.„Sind Sie immer so mißtrauisch, Herr Holsten? Ich kann mißtrauische Menschen nicht leiden.“ Holsten sah dem Jungen nach, der das Telegramm fortbrachte. Er freute sich. Später ging Holsten in den Speisesaal und setzte sich zu seinen Kameraden. „Wir haben ein Engagement in Rio“, verkündigte er.„Im Palmeira=Hotel.“ „Wie hast du das fertiggebracht", schrie der impulsive Tim Bray.„Ich habe ja immer behauptet, daß wir den tüchtigsten Kapellmeister Mitteleuropas haben und noch einmal unter seiner Leitung Weltberühmtheit erlangen. Ausgerechnet Palmeira=Hotel? Größer ging es wohl nicht?" „Die Gattin unseres zukünftigen Chefs ist an Bord. Oder vielmehr seine Verlobte: Fräulein Aßling." „Was?" schrie Tim.„Fabelhaft! Das schönste Hotel der Welt in der schönsten Stadt der Welt mit der schönsten Frau Direktorin der Welt!“ „Ja", sagte Holsten und blickte zu Michael hinüber.„Und es fehlte nicht viel, dann hätten wir auf dem Trockenen gesessen, Dank unserem Sorgenkind Michael. Aber jetzt ist alles in Ordnung. Jetzt gilt es nur, einen guten Vertrag zu bekommen. (Fortsetzung folgt.) Diesmal siegte wieder Caracciola Drei Mercedes=Benz=Wagen beim Großen Preis der Schweiz in Froni— Lang und v. Brauchitsch an zweiter und dritter Stelle— Rosemeyer wurde Fünfter— Nuvolari kam noch nicht mit Vier mal wurde bis jetzt der Große Auto=Preis der Schweiz auf der herrlichen Rennstrecke im Brem gartenwald bei Bern ausgetragen, und jedesmal gab es einen deutschen Sieg. Am Sonntag siegte beim l. Großen Preis der Schweiz Rudolf Caracciola, der die 364 Kilometer lange Strecke in 2:17:39,3 Std.= 159,160 km zurücklegte. Der Altmeister fuhr ein Ren nen, das erneut seine unerschütterliche Ruhe und seine sichere Fahrkunst ins hellste Licht rückte. Auf dem zweiten Rang endete Hermann Lang, der wie immer wagemutig und sicher zugleich fuhr, und schließlich rundete Manfred von Brauchitsch mit seinem dritten Platz den Triumph der Untertürkheimer Werke ab. Erst auf dem vierten Platz ging der erste Auto UnionFahrer Hans Stuck durchs Ziel. Rosemeyer mußte schon in der zweiten Runde aufgeben, übernahm aber später in aussichtsloser Lage den Wagen Nuvolaris, der sich mit dem deutschen Wagen noch nicht wunschgemäß zurechtfand, und eroberte sich schließlich noch den fünften Platz. Nuvolari setzte sich an das Steuer des Wagens Fagiolis und endete hinter dem jungen Schweizer Christian Kautz auf dem siebten Platz. Erst an achter Stelle lief der erste ausländische Wagen, der Alfa Romeo von Sommer, durchs Ziel. Nasse Bahn drückt auf die Zeiten Der Rekord Rosemeyers aus dem vergangenen Jahr konnte nicht verbessert werden. Die Bahn war nämlich vor allem an den Waldstellen vom Vormittagsregen noch naß, so daß die Fahrer mit gesteigerter Aufmerksamkeit fahren mußten. Ueber 100 000 Zu schauer umsäumten die 7,28 km lange Strecke und erlebten den Kampf der Motoren mit größter Span nung und Anteilnahme. Vor dem Start stattete Korpsführer Hühnlein den deutschen Boxen einen Besuch ab und begrüßte unsere Rennfahrer. Der junge H. P. Müller fuhr dann im Auto=Union=Weltrekord=Wagen eine Ehrenrunde. Das deutsche Fahrzeug erregte stärkste Aufmerksamkeit, und seine Fahrt wurde begeistert verfolgt. Bernd brauchte Hilfe Aus dem Startfeld der 17 Wagen jagt Hans Stuck auf Auto Union pfeilschnell an die Spitze. In der zweiten Runde bleibt Bernd Rosemeyer aus. Erstaunen und Fragen in den Zuschauerreihen. Unser Europameister war bei Eymatt von der Bahn geraten und konnte seinen Wagen nicht flott bringen Schließlich halfen ihm die Zuschauer, aber Bernd schied, weil er fremde Hilfe in Anspruch genommen hatte, aus dem Kampf aus. Langsam rollt sein Wagen vor den Boxen vor. Und mit einem Gesicht, dem man deutlich die Enttäuschung ansehen kann, steigt Rosemeyer aus seiner Maschine. Caracciola gehi an Stuck vorbei Inzwischen wird das Rennen etwas schneller. Die Fahrer finden sich mit den Tücken der glatten Bahn immer besser ab. Caracciola jagt Hans Stuck mächtig und zieht schließlich an dem Auto=Union=Fahrer vorbei. In der Reihenfolge Carocciola, Stuck, Lang, von Brauchitsch und Fagioli rasen die Wagen an den Tribünen vorbei. Nuvolari kommt mit seinem AutoUnion=Wagen nicht recht in Schwung. Er ist auf den achten Platz zurückgefallen. An der Spitze jagt mit Ruhe und dennoch mit Schneid Altmeister Caracciola, den von Stuck, hinter dem Lang ein scharfes Rennen fährt, acht Sekunden trennen. Bernd ist wieder dabei Nuvolari wird immer langsamer, und als er auf den neunten Platz zurückgefallen ist, fährt der Italiener an der Box vor und steigt aus seinem Wagen. Schon sitzt Rosemeyer am Steuer des Wagens, und als der Europameister stürmisch hinter den führenden Wagen herrast, geht ein anfeuernder Beifall durch die endlosen Reihen der Zuschauer. Wie auf dem Nürburgring und in Monte Carlo hat Bernd wieder die Aufgabe, in aussichtsloser Lage doch noch zu kämpfen und für sein Werk einen ehrenvollen Platz herauszuholen. Sein Vorhaben scheint von vornherin ohne Erfolgsmöglichkeit. Caracciola an der Spitze liegt fast eine Runde vor Rosemeyer. Und doch fegt der Auto Union=Wagen hinter dem Feld her. Drei Mercedes=Benz in Führung In der siebten Runde war Lang an Stuck vorbeigegangen. In die zehnte Runde fahren die Wagen in der Reihenfolge: Carocciola, Lang, Stuck, von Brauchitsch, Fagioli, Kautz, Farina, Rosemeyer, Sommer, Pietsch und Hartmann. Manfred von Brauchitsch greift in der elften Runde Hans Stuck energisch an, und der Auto Union=Fahrer, der nicht mehr wie anfangs den großen Kampfgeist zeigt, muß auch den dritten Mercedes=Benz=Wagen vorbeiziehen lassen. Rosemeyer„hinter“ Caracciola Rosemeyers Wagen ist etwas langsamer geworden. Er holt nicht auf. Im Gegenteil: Er wird sogar von Carocciola überrundet. Die Zuschauer erleben jetzt das merkwürdige Bild, daß die beiden Spitzenfahrer ihrer Werke nun doch wieder fast Rad an Rad um die„Führung" kämpfen. Die deutsche Erfolgslinie zeichnet sich klar ab: Sechs deutsche Wagen an der Spitze, Caracciola, Lang, von Brauchitsch, Stuck, Fagioli und Rosemeyer, der bald wieder an Caracciola vorbeigeht und die Ueberrundung damit wettmacht. Der deutsche Privatfahrer Pietsch(Maserati) hat in der 17. Runde ein kleines Unglück. Sein Wagen drehte sich mehrmals und er muß an der Box vorfahren. Als er wieder startet, verliert sein Wagen, wie schon so oft, sehr viel Oel. Rosemeyer immer schneller Bernd Rosemeyer ist wieder im richtigen„Dreh“. Sein Wagen wird immer schneller und die Runden zeiten lauten immer besser. Bernd dreht jetzt eine Runde in 2:39 Min., das ist bis jetzt die beste Zeit des Tages. Allmählich bekommen die Monteure ihre Arbeit: Die Reifen werden gewechselt. Als Erster fährt in der 22. Runde Fagioli vor. Nach dem Rei fenwechsel setzt sich aber sein Landsmann Nuvolari ans Steuer. In der 25. Runde erscheinen auch Lang und von Brauchitsch am Ersatzteillager. Stuck ist dadurch vorübergehend auf den zweiten Platz hinter Caracciola vorgerückt. Auch Caracciola lenkt seinen Wagen in der 26. Runde an die Box und startet, immer noch in Führung, aber nicht mit neuen Reifen, sondern nur mit neuem Brennstoss. Auch Stuck tankt nur und fährt mit den gleichen Reisen weiter. Unverändert bleibt in den nächsten Runden die Reihenfolge: Caracciola vor Lang, von Brauchitsch und Stuck, der in der 43. Runde noch weiter zurück fällt. Rosemeyer verbesserte von Runde zu Runde die Tagesbestzeit. In der 46. Runde, die er in 2:37,29 Min. zurückgelegt hat, trennen ihn von von Brau chitsch noch 33 Sekunden. Dann fährt er mit 2:37 Min. eine noch schnellere Runde. Aber seine Bemühungen sind vergebens. Caracciola sicherer Sieger Ungefährdet steuert Caracciola in gleichmäßig sicherer Fahrt seinen Wagen über die Bahn. Er wird nicht angegriffen. Seine Markengefährten sind zufrieden mit dem Gesamterfolg ihres Werkes. Stürmisch braust der Jubel auf, als Rudi mit dem schnittigen, sieggewohnten Silberpfeil durchs Ziel braust, und jubelnd umringen ihn seine Monteure. Korpsführer Hühnlein beglückwünscht den Sieger, aber auch die beiden nächsten wackeren Mercedes=BenzFahrer Lang und von Brauchitsch. Englischer Sieg im Preis von Bern Den Auftakt der Motorsportkämpfe im Berner Bremgartenwald bildete das Nationale Rennen für Touren=, Sport= und Rennwagen um den Großen Preis von Bremgarten, der am Samstag über 14 Runden(101,9 km) entschieden wurde. Als Sieger ging der Schweizer Meisterfahrer Hans Ruesch auf Alsa Romeo hervor. Am Sonntag gab es vor dem Hauptrennen der Grand=Prix=Wagen das Rennen der 1½ Liter=Renn wagen um den Großen Preis von Bern. Die dreizehn schnellsten Fahrer aus zwei 101,9 km langen Vorläufen, gelangten in den Endlauf, der über 21 Runden= 152,8 km führte. Unter ihnen befanden sich die beiden deutschen Fahrer Berg(Aktena) und Gollin(Erfurt) beide auf Muserati. Bäumer war mit seinem Austin an guter Stelle liegend durch Pleuelstangenbruch im Vorlauf ausgeschieden. Der Endlauf gestaltete sich zu einem Zweikampf zwischen den englischen ERA und Italiens Maserati, der mit einem überlegenen Sieg der Engländer endete. Berg stürzte, ohne sich aber zu verletzen. Sieger wurde Dobson=England(ERA) in 1:09:05,5 Str. 139 km=std. mit zwei Zehntel Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Mays(ERA). Den dritten Platz belegte Prinz Bira=Siam(ERA) vor Cortese Italien(Maserati) und den Avussieger Martin England(ERA). Ergebnisse: Großer Preis der Schweiz, 50 Runden= 364 km: 1. Caracciola(Mercedes=Benz) 2:17:M.3 Sto.= 150,160 kmstd.; 2. Lang(Mercedes=Benz) 2:18:28,7— 158,260 km=std.; 3. von Brauchitsch(Mercedes=Benz) 2:18:45,7= 156,840 km=std.; 4. Stuck(Auto Union) 2:18:46,8; 5. Rosemeyer (Auto Union) 2:19:00,5; 6. Kautz(Mercedes=Benz) 2:19:58,5 Std.; 1 Runde zurück: 7. Nuvolari(Auto Union); 3 Runden zurück: 8. Sommer(Alfa Romeo); 9 Runden zurück: 9. Pietsch(Maserati); 10 Runden zurück: 10. Hartmann(Maserati). Ueberraschungen beim Schleizer Dreiecksrennen Fleischmann Doppelsieger— Stolze Siegesbilanz für ASA— Kluge siegte bei den„Kleinen Endkampf um die deuische Kunstflug=Meisterschaft Der Korpsführer des NSFK hat angeordnet, daß der Endkampf um den Titel„Deutscher Kunstflugmeister 1937“, der am 16. August wegen ungünstigen Wetters nicht zum Austrag gelangen konnte, nicht erst am 5. September, sondern bereits am 29. August auf dem Flughafen Dortmund durchgeführt wird. Zugspitzflug ohne Zugspitzflug Auch am Sonntag konnte im Zugspitzflug 1937 die Zugspitze nicht angeflogen werden, so daß der vorgesehene Steilflug zur Spitze mit der Umkreisung des Münchener Hauses in diesem Jahre ausfallen mußte. Die 77 Maschinen starteten am Vormittag zum Alpenflug nach Ainring und von dort zum Schnelligkeitsflug nach Bad Tölz. In den Mittagstunden trafen die Teilnehmer am letzten Ziel, Prien am Chiemsee, ein. Als einer der ersten landete Generalleutnant Christensen, der Korpsführer des NSFK, herzlich begrüßt von den Zuschauern. Schalke siegt 6: 1 in Frankfurt Ueber 30000 Zuschauer wohnten im Frankfurter Sportfeld dem Fußballkampf zwischen dem deutschen Meister FC Schalke 04 und dem FSV Frankfurt bei. Zwar kamen die Schalker zu einem überlegenen 6:1(1:0)=Siege, konnten aber nicht restlos gefallen. Erst in der letzten Viertelstunde drehten die Knappen mächtig auf und erzielten hier noch vier Tore. Der FSV enttäuschte auf der ganzen Linie; trotz allen Eisers waren die Frankfurter nicht in der Lage, den Meister, der mit seiner stärksten Mannschaft antrat, ernstlich zu gefährden. Durch Kuzorra gingen die Knappen vor der Pause in Führung, ein Elfmeter brachte den Gastgebern nach dem Wechsel die Führung. Ein Eigentor des rechten Frankfurter Verteidigers verhalf den Schalkern zu einem billigen Erfolg. Erst in der letzten Vierteltunde zeigten die Gäste ein Spiel, wie man es erwartet hatte, kombinierten schön und kamen zu vier weiteren Toren. Amerika gewann den WighimanPokal Der alljährliche Frauen=Länderkampf im Tennis zwischen England und den Vereinigten Staaten wurde in Forest Hills zu Ende geführt. Amerika gab nur ein Spiel ab und gewann mit 6:1. Der fünfte Lauf zur Deutschen Kraftradmeisterschaft, das 14. Schleizer Dreieckrennen, endete mit Ueberraschungen, wie wir sie gerade beim Motorradsport nicht gewohnt sind. In der Halbliterklasse siegten nicht die schnellen BMW, nicht ihre stärksten Gegner DKW, sondern NSU durch Fleischmann und Mellmann. Fleischmann, der Held des Tages, holte sich seinen zweiten Sieg in der 350er=Klasse, in der Mellmann hinter Hamelehle(Norton) den dritten Platz einnahm. Einen dritten Erfolg für NSU gab es in der Großen Seitenwagenklasse, in der Zimmermann siegte. Und, um die Linie der NSUSiege abzuschließen, holte sich in der kleinen Klasse der Gespanne Böhm=Nürnberg seinen ersten Sieg. In der kleinen Klasse der Solomaschinen war wie immer DKW überlegen. Meister Kluge fuhr, hier als Erster vor seinem Markengefährten Winkler durchs Ziel. Leider verlor der deutsche Motorsport einen seiner besten Fahrer. Meister Braun stürzte im Rennen der kleinen Gespanne so schwer, daß er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. In der 250 cem=Klasse lagen schon in der dritten der 20 Runden drei DKW=Maschinen mit Kluge, Winkler und Petruschke an der Spitze. Petruschke gab in der 15. Runde auf. Im letzten Rennabschnitt lag Winkler vor Kluge, doch in der vorletzten Runde überholte Kluge seinen Gefährten und siegte mit 18 Sekunden Vorsprung. Ganz klar beherrschten bei den 350er=Maschinen dens auf den dritten Platz zurückfiel. Fleischmann siegte jetzt ungefährdet in der neuen Rekordzeit von 1:23:06,4 Std. gleich 112,1 km/std. vor Hamelehle und Mellmann. Richnow(Rudge) zog sich bei einem ge fährlichen Sturz eine Gehirnerschütterung zu. Einen unerwarteten Verlauf nahm das Rennen der Halbliter=Klasse. Die beiden sieggewohnten BMW=Fahrer Ley und Gall lagen von vornherein im Hinterfeld. Fleischmann sicherte sich schon in der zweiten Runde die Führung und gab sie auch nicht wieder ab. Gall schied aus. Fleischmann steuerte indessen ungefährdet seinen Sieg nach Hause mit drei Minuten Vorsprung vor Mellmann, allerdings in einer Zeit, die erheblich schlechter war als die der kleinen 250=cem=Maschinen, der beste Beweis, wie schlecht die schweren Maschinen auf der gefährlichen Bahn ausgenutzt werden konnten. In der kleinen Seitenwagenklasse setzte sich wie gewohnt Meister Braun an die Spitze. Er wurde aber aus der Bahn getragen und erlitt so schwere Ver letzungen, daß später der Tod den tapferen erfolg reichen Fahrer aus Mitte der deutschen Motorsport garde riß. Sein Beifahrer Badsching blieb unverletzt. Bock(Mannheim), der hinter Braun lag, geriet ebenfalls aus der Bahn, blieb aber unverletzt, wäh rend seine Maschine zu Bruch ging. Zum Schluß war das Feld auf drei Maschinen zusammengeschrumpft, und als auch noch Häusler ausschied, siegte der Nürnberger NSU=Fahrer Böhm vor Deters=Faust. In der großen Seitenwagen=Klasse verwies der Fleischmann und Mellmann vom Start an die Lage.] NSU=Fahrer seine Gegner Kahrmann und Schumann Mellmann und Fleischmann wechselten mehrmals in(beide DKW) mit einem Durchschnitt von 95,5 km/std der Führung, bis Mellmann wegen Maschinenscha= auf die Plätze. Heuser und Beck Meister Ein eindrucksvoller Sieg des Bonners— Witt gab in der achten Runde auf— Beck holte sich nach schönem Kampf seinen Titel wieder Starke Gewitterschauern in den Mittagsstunden des Sonntags ließen die Durchführung der Berufsboxkämpfe im Berliner Polizei=Stadion fraglich erscheinen. Da jedoch später der Regen wieder aufhörte, konnte die Veranstaltung stattfinden und nur der Kampf des Berliners Sabottke fiel aus. Rund 15 000 Zuschauer fanden sich ein, die im Hauptkampf zwischen Adolf Witt und Adolf Heuser ein äußerst hartes Gefecht zu sehen bekamen, das Witt in der achten Runde durch technischen k. o. verlor. Beim vierten Ansturm ist es also dem Bonner gelungen, den Meistertitel in seinen Besitz zu bringen. Es war ein eindrucksvoller Sieg, denn als Witt in der achten Runde die Hand zur Aufgabe hob, lag Heuser schon chlar nach Punkten in Front. Der Bonner, der ebenso wie der Titelverteidiger 79 Kilo wog, war schneller und genauer in seinen Schlägen, hatte es mitunter allerdings auch leicht, denn Witt vernachlässigte oft die Deckung. Heuser von Anfang an überlegen Als die beiden Kämpfer den Ring betraten, gab es nur schwachen Beifall. Nachdem der Gong zur ersten Runde ertönt war, ging Witt gleich auf sei nen Gegner zu und bearbeitete die kurzen Rippen des Bonners. Den ersten richtigen Schlagaustausch brachte die zweite Runde. Heuser war genauer, Witt aber härter. Der Titelverteidiger mußte Serien am Kopf hinnehmen, mischte aber tapfer mit. Heuser boxte sehr überlegt, er behielt sein Selbstvertrauen, während Witt etwas nervös schien. Der Kamp wurde immer temperamentvoller und sehr verbissen durchgeführt. Mit Herz= und Leberhaken wurde Witt dem Bonner gefährlich, aber durch seine schlechte Deckung gab er dem Herausforderer immer wieder Gelegenheit, Treffer anzubringen, die zählten. In der sechsten Runde zeigte Heuser deutliche Kampfspuren, er blutete leicht unter dem linken und auch am rechten Auge. Sein Kampfmut war jedoch nicht gebrochen. Immer wieder trieb er Witt vor sich her, der mehr und mehr die Kontrolle über seine Schläge verlor. Der Meister klammerte jetzt viel. Ganze Serien von Haken an Kopf und Körper mußte der Kieler einstecken. Mit großem Punktvorsprung ging Heuser in die siebte Runde, in der er weiterhin der Angreifer war. Er steuerte einem glatten Punktsieg zu, als in der achten Runde plötzlich der Abbruch Der frühere deutsche Stehermeister Erich Metze gewann auf der Buffalobahn in Paris ein 100 km Rennen mit 3 Punkten vor Minardi, A. Wambst, Sausin und Vallée. kam. Heuser nagelte seinen Gegner an den Seilen fest und zwang ihn zum Schlagaustausch. Witt kämpfte weiterhin sehr offen und wurde schwer getroffen. Ein Treffer landete genau auf Witts rechtem Auge, der schmerzverzerrt die Linke zum Zeichen der Aufgabe hob. Der Titelverteidiger war vollkommen zerschlagen. Bernhardt wurde ausgepunktet Im zweiten Meisterschaftskampf siegte der Düsseldorfer Karl Beck im Federgewicht über den Titelverteidiger Kurt Bernhardt(Leipzig), dem er schon einmal den Titel nahm. In der ersten Runde sah es nicht nach einem Siege des Düsseldorfers aus, als er zweimal bis„7“ und„9“ zu Boden mußte. Beck erholte sich jedoch schnell und punktete seinen Gegner dann in schönem Stile regelrecht aus. Der größte Teil der der zwölf Runden fiel klar an den alten und neuen Meister, der nach wie vor unser bester Federgewichtler ist und verdientermaßen den Titel trägt. Der einzige internationale Kampf zwischen dem deutschen Mittelgewichtsmeister Josef Besselmann (Köln) und dem Kolonialfranzosen Paul Malapa, konnte nicht überzeugen. Besselmann siegte knapp nach Punkten. Die Zuschauer erwarteten einen entscheidenden Sieg, da Malapa nicht allzu hart war. Der Potsdamer Arno Przybilski und der Stuttgarter Halbschwergewichtler Hölz bestritten die Einleitung. Der Berliner siegte in der siebten Runde durch Aufgabe von Hölz, der schwer angeschlagen war, aber durch seine erstaunliche Härte bis zur siebten Runde gekommen war. Die Liste der deutschen Boxmeister Nach den beiden Titelkämpfen der Berufsboxer im Feder= und Halbschwergewicht am Sonntag in Berlin sieht die Liste der jetzigen deutschen Meister wie folgt aus: Fliegengewicht: Paul Schäfer(Dortmund), Bantamgewicht: Werner Riethdorf(Berlin), Federgewicht: Karl Beck(Düsseldorf), Leichtgewicht: Albert Esser(Köln), Weltergewicht: Gustav Eder(Köln), Mittelgewicht: Josef Besselmann(Köln), Halbschwergewicht: Adolf Heuser(Bonn), Schwergewicht: Arno Kölblin(Plauen). Tommy Farr leicht verletzt gegen Ioe Verletzung zu. Sein Sparringspartner, der Amerikaner Joe Wagner, landete eine schwere Linke, die bei Farr auf dem rechten Backenknochen, knapp unter dem Auge, einen stark blutenden 2½ Zentimeter langen Hautriß verursachte. Die Verletzung ist aber so leichter Natur, daß sie bestimmt bis nächsten Donnerstag, dem Kampftag, wieder verheilt sein wird. riumph der deutschen Leichlathlelik Sieg an sechs Fronten— Die Länderkämpfe gegen Oesterreich, Schweiz, Holland, Belgien, Tschechoslowakei und Polen endelen sämtlich mit einem deutschen Erfolg In olympischem Geist Die Tage vom 20. bis 22. August 1937 werden als ein Höhepunkt in die Geschichte des deutschen Sports eingehen. An sieben Fronten zugleich standen unsere Leichtathleten im Kampf, und siebenmal hefteten sie den Sieg an die deutschen Fahnen — ein Erfolg, wie er größer nicht sein konnte und wie ihn keine andere Nation bisher aufzuweisen hat. Deutschlands Leichtathletik hat damit ihren hohen Leistungsstand bewiesen; denn kein anderes Land in Europa ist in der Lage, sieben Länderkämpfe aut einmal zu bestreiten— und zu gewinnen. Mit dem Sieg in Kopenhagen gegen Dänemark begannen die deutschen Erfolge dieses Wochenendes; 104:76 lautete das Endergebnis, das die deutsche Ueberlegenheit klar bewies. Am Samstag schon begannen die Begegnungen mit Oesterreich in Nürnberg, Belgien in Wuppertal und Polen in Warschau, und jedesmal wurde schon am ersten Tage eine Führung erzielt, die am Endsieg keinen Zweifel aufkommen ließ. Der Sonntag brachte dann die Gewißheit: in Warschau unterlagen die Polen in ihrem ersten Länderkampf gegen unsere Athleten mit 72:96 Punkten, und auch Oesterreich wurde mit 118:77 Punkten geschlagen, während Belgien mit 74:112 Punkte das Nachsehen hatte. Der Länderkampf gegen die Schweiz in Karlsruhe, die 16. Begegnung mit den Eidgenossen, endete mit dem 16. Siege der Deutschen, die mit 90:68 Punkten erfolgreich blieben. In Dresden schließlich trafen wird zum ersten Länderkampf mit der Tschechoslowakei zusammen, und auch hier gab es mit 129:79 einen deutschen Sieg. Bei all diesen Erfolgen wollten unsere Frauen nicht zurückstehen, und in Wup pertal, wo Belgiens Athleten unsere Ueberlegen heit anerkennen mußten, schlugen sie Hollands Auswahl mit 58:34 Punkten. Deutschland— Belgien 112:74. Deutschland— Belgien(Männer): 400 m: 1. Kisters (D) 49,7; 2. Mosterts(D) 50,2; 3. Smet(B) 50,4; 4. Verhaert(B). 56:32 Punkte für Deutschland.— 400 m Hürden: 1. Nottbrock(D) 55,1; 2. Bosmans(B) 55,2; 3. Regemeuter(B) 61; 4. Kürten(D) 61,4 Sek. 62:37 Punkte für Deutschland.— 200 m: 1. Konze(D) 22; 2. Vollmert(D) 22,8; 3. Dauby(B) 23,2; 4. Thelismar (B) 25 Sek. 70:40 Punkte für Deutschland.— Weitsprung: 1. Binet(B) 6,76 m; 2. Augsten(D) 6,70 m; 3. Devilder(B) 6,61 m; 4. Völmke(D) 6,41 m. 74:47 Punkte für Deutschland.— 1500 m: 1. Mostert(B) 4:08,2; 2. Stieglitz(D) 4:04,8; 3. Heß(D) 4:05,4; 4. Schroeven(B) 4:08,4 Min. 79:53 Punkte für Deutschland.— Speerwerfen: 1. Schmidt(D) 58,52 m; 2. Fontaine(B) 40,82 m; 3. Hißbach(D) 48,44 m; 4. Herremans(B) 44,19 m. 86:57 Punkte für Deutschland.— 5000 m: 1. Raff(D) 15:02,4; 2. Chapelle(B) 16:06,2; 3. Herremans(B) 15:40,8; 4. Sacher(D) 15:52 Min. 92:62 Punkte für Deutschland.— 4 mal 100 m: 1. Deutschland(Nottbrock, Dielefeld, Mosterts, Kisters) 3:24,8; 2. Belgien(Smet, van de Broeck, Bosmans, Regemeuter) 3:43,5 Min. 100:65 Punkte für Deutschland. — Kugelstoßen: 1. Werring(D) 14,50 m; 2. Bartels(D) 14,80 m; 3. van de Voorde(B) 13,26 m; 4. Vos(B) 12,70 m. 108:68 Punkte für Deutschland.— Hochsprung: 1. Hellerforth(D) und Delcoigne(B) je 1,70 m; 3. Binet(B) 1,65 m; Stechemesser nicht gewertet. End ergebnis: 112:74 Punkte für Deutschland. 100 m: 1. Vogelsang(D) 10,6 Sek., 2. Konze(D) 10, Sek., 8. Dauby(B) 11 Sekunden, 4. Guthy(B) 11,4 Sek. 92 Punkte für Deutschland. 800 m: 1. Mostert(B) 1:59,5 Min., 2. Schumacher(D) 2:00,2 Min., 3. Begowic(D) 2:01,5 Min., 4. Geeraerts(B) 2:11,6 Min. 13:9 Punkte für Deutschland. 110 m Hürden: 1. Kumpmann(D) 14,0 Sek., 2. Kürten (T) 15,7 Sek., 3. Binet(B) 15,8 Sek., 4. Mulkens(B) keine Zeit. 21:12 Punkte für Deutschland. Stabhochsprung: 1. Born(D) 3,60 m, 2. Stechemesser 3,40 m, 3. Mulkens(B) 3,30 m, 4. van den Ouldenrode(B) 3.20 m. 29:15 Punkte für Deutschland. Diskuswerfen: 1. Buschey(D) 45,25 m, 2. Frochte(D) 44,80 m, 3. Vos(B) 41,70 m, 4. van de Voorde(B) 39,57 m. 37:18 Punkte für Deutschland. 10 000 m: 1. Kapelle(B) 31:56,8 Min., 2. Donflut(B) 62:08,6 Min., 3. Osthloff(D) 32:20,8 Min., 4. Schönrock 33:03,6 Min. 40:26 Punkte für Deutschland. 4mal 100 m: 1. Deutschland(Salland, Vogelsang, Vent, Konze) 42,9 Sek., 2. Belgien(Guthy, Dauby, Thelismar, Ketersmaeckers) 48,5 Sek. 48:29 Punkte für Deutschland am ersten Tage. Deutschland— Holland 58:34. Deutschland— Holland(Frauen): 100 m: 1. Koen 12,2; 2. Winkels(D) 12,4; 6. Freitag(D) 12,7; 4. Koening(H) 03,3 Sek. 6:5 Punkte für Holland.— Engelstoßen: 1. Kirchhoff(D) 12,27 m; 2. Eberhardt(D) 11,50 m: 8. Koopmans(H) 10,96 m; 4. Niesiwk(H) 10,78 Meter. 13:9 Punkte für Dentschland.— 200 m: 1. Krauß(D) 25,2; 2. Koen(H) 25,4; 3. Kurz(D) 26,8; 4. Veldman(H) 27,7 Sek. 20:13 Punkte für Deutschland. — Hochsprung: 1. Ratjen(D) und van Balenblanben je 1,55 m; 8. Kaun(D) 1,50 m; 4. Koopmans(H) 1,45 m. 26118 Punkte für Deutschland.— Diskuswurf: 1. Hagemann(D) 40,08 m; 2. Kirchhoff(D) 38,65 m: Niesink(H) 38,25 m(neuer holländischer Rekord, bis38,22 m); 4. Kooomans(H) 883,16 m. 34221 Punkte Deutschland.— 80 m Hürden: 6. Steuer(D) 11,9; Doorgeest(H) 12; 3. ter Brabe(H) 02,1; 4. Dempe 12,2 Sek. 40:26 Punkte für Deutschland.— Weiting: 1. Kræuß(D) 5,88 m; 2. Jutte=Briejer(H) 5,35 der; 3. Kann(D) 5,27 m; 4. Doorgeest 5,22 m. 47230 ikte für Deutschland.— 4 mal 100 m: 1. Deutschland irz, Krauß, Freitag, Winkels) 48,7; 2. Holland(ter ke, Doorgeest, Koening, Veldman) 60,5 Sek. 50:31 kte für Dentschland.— Speerwerfen: 1. Eberhardt 38,20 m; 2. Schlüter(D) 84,26 m; 3. de Cock(H) m; 4. ter Brake(H) 24,18 m. 58:94 Punkte für tschland. Endergebnis: 53:94 Punkte für DeutschBund. Deutschland— Oesterreich 118:77. 400 m: 1. Robens(D) 489: 2. Gudenns(Oe) 50; K. Pöschl(D) 61; 4. Erlacher(Oe) 64,4 Sek.— 200 m: . Borchmeyer(D) 21,8; 2. Struckel(Oe) 22,11; 6. Sumfer(D) 22,9; 4. Zangerl(Oe) 28,8 Sek.— 1500 m: U. Eichberger(Oe) 4:01; 2. Dompert(D) 4:02,3; 3. Lebaw Ge) 4:03,8; 4. Ritter(D) 4:04 Min.— 10 000 m: 1. Musik(Oe) 31238,8 Min.(neuer österreichischer Rekord) 2. Hönninger(D) 31:62,2; 8. Bertsch(D) 92:225,2; 4. Wöber(Oe) 39:10,4 Min.— 110 m Hürden: 1. Wegner 04,7; 2. Grampp(D) 15,3; 8. Langmayr(Oe) 15,0; 4. Studnickar(Oe) 461 Sek.— Hochsprung: 1. Augustin ) 1,85 m; 2. Haag(Oe) 1,80 m: 3. Bawer(Oe) 11,75 m; A. Flachberger(Oe) 1,70 m.— Weitsprung: 1. Grampp D) 7,04 m: 2. Kapf(Oe) 6,84 m; 3. Mayer(D) 6,81 m; Kotraschek(Oe) 6,71 m.— Kugelstoß: 1. Lampert(D) m; 2. Zoufal(Oe) 18,85 m; 8. Kamputsch(Oe) 137 m; 4. Würfelsdobler(D) 13,04 m.— Speerwurf: U. Eding(D) 63,87 m; 2. Haas(D) 60 m; 6. Zalbrucker (Oe) 57,88 m; 4. Bucher(Oe) 66,43 m.— 4 mal 100 m: (. Deutschland 42,4; 2. Oesterreich 43,6 Sek.— 4 mal 400 m: 1. Deutschland 3222,2; 2. Oesterreich 3:97,2 Min Gesamtergebnis: 1. Deutschland 018 Punkte; 2 Aterreich 77 Punkte. 100 m: 1. Borchmeyer(D) 10,9 Sek., 2. Marxreiter(D) 11,8 Sek., 3. Struckl(Oe) 11,4 Sek., 4. Berger(Oe) 11,8 Sek.— Stabhochsprung: 1. Müller(D) 3,90 m, 2. Haunzwickel(Oe) 3,90 m, 3. Huber(Oe) 3,60 m, 4. Kilian(D) 3,50 m.— Hammerwurf: 1. Küfner(D) 49,50 m, 2. Lutz I (D) 48,38 m, 8. Janausch(Oe) 45,85 m, 4. Zoufal(Oe) 40,67 m.— 800 m: 1. Eichberger(Oe) 1:57,4 Min., 2. Dr. Dessecker(D) 1:57,4 Min.(Handbr.), 3. Zehnter(D) 1:58,3 Min., 4. Leban(Oe) 2:00,9 Min.— 400 m Hürden: 1. Böhm(D) 54,5 Sek., 2. Meyer(D) 55 Sek., 3. Studnicka (Oe) 55,9 Sek., 4. Leitner(Oe) 68 Sek.— Dreisprung: 1. Kotratschek(Oe) 14,26 m, 2. Engelhardt(D). 13,68 m, 3. Bauer(Oe) 12,94 m, 4. Rapp(D) 12,88 m.— 5000 m: 1. Östertag(D) 15:00,6 Min., 2. Muschik(Oe) 15:18 Min. (neuer österreichischer Rekord), 3. Grojer(Oe) 15:31 Min., 4. Eberlein(D) 15:40,2 Min.— Diskuswurf: 1. Lampert (D) 45,52 m, 2. Wotapek(Oe) 45,00 m, 3. Würselsdobler D) 48,38 m, 4. Tunner(Oe) 42,67 m. Deutschland— Polen 96:72. 100 m: 1. Gillmeister(D) 10,6; 2. Zaslona(P) 10,7; 3. Fischer(D) 10,8; 4. Dunecki(P) 11 Sek.— 400 m: 1. Gensczowski(P) 48,3(polnischer Rekord); 2. Haman (D) 48,8; 3. v. Stülpnagel(D) 40; 4. Sliwak(P) 50,3 Sek.— 800 m: 1. Kucharski(P) 1:55,2; 2. Gonsozowski P) 1:55,8; 3. Linnhoff(D) 1:56,1; 4. Mertens(D) 1:57 Min.— 10 000 m: 1. Noji(P) 32:00,8; 2. Eberhand(D) 32:30,1; 3. Wirkus(P) 82:42; 4. Liek(D).— 110 m Hüpden: 1. Beschetznik(D) 15; 2. Schellin 15,4; 3. Niemie (P) 15,3(neuer polnischer Rekord); 4. Haspel(P) 16,8 Sek.— Stabhochsprung: 1. Schneider(P) 3,90 m; 2. Hartmann(D) 3,80 m; 3. Klemczak(P) 3,70 m; 4. Ko belt(D) 3,60 m.— Dreisprung: 1. Luckhaus(P) 14,88 Meter; 2. Ziebe(D) 14,77 m; 3. M. Hofmann(P) 14,61 Meter; 4. Wöllner(D) 14,13 m.— Diskuswurf: 1. Hil= brecht(D) 46,58 m; 2. Blask(D) 43,95 m; 3. Fiedoruk (P) 43,23 m; 4. Gierutto(P) 42,94 m.— Hammerwurf: Blask(D) 53,62 m; 2. Sprenger(D) 50,97 m; 3. Ko celt 1P) 44,50 m; 4. Wenglarczyk(P) 41,02 m.— 4 mal 100 m: 1. Deutschland(Fischer, Gillmeister, Leichum, Mathus) 42 Sek.; 2. Polen(Danowski, Popek, Zaslona, Dunecki) 42,2 Sek.(neuer polnischer Rekord). Zweiter Tag: 1300 m: 1. Schaumburg(D) 3:53,2; 2. Kucharski(P) 3:58,5; 3. Soldan(P) 4:01; 4. Ill(D) 4:04.4 Min. NuM m: 1. Noji(P) 15:22; 2. Syring(D) 15:28,6; 3. Duplicki(P) 15:35,6; 4. Eitel(D) 16:42,4 Minuten. 100 m Hürden: 1. Hölling(D) 54,2; 2. Graßhoff(D) 55,2; 3. Gouczowski(P) 56,2; 4. Kostrzewski(P) 56,7 Sek.— Weitsprung: 1. Long(D) 7,43 m; 2. Leichum D) 7,12 m; 3. M. Hofmann(P) 7,(6 m; 4. Hanke(P) 6,90 m.— Hochsprung: 1. Weinkötz(D) 1,80 m; 2. Gehmert(D) 1,80 m; 3. Chmiel(P) 1,75 m; 4. Kalidowski (P) 1,70 m.— Kugelstoßen: 1. Woellke(D) 10,0 m; Gierutto(P) 14,45 m; 3. Trippe(D) 14,42 m; 4. Tilgner(P) 14,02 m.— Speerwerfen: 1. Laqua(D) 60,7 m; Böder(D) 55,00 m; 3. Turczyk(P) 52,60 m; 4. Gburczyk(P) 45,45 m.— 4 mal 400 m: 1. Deutschland (Hamann, v. Stülpnagel, Hölling, Linnhoff) 3:22; 2. Polen(Sliwak, Gonczowski, Biniakowski, Kucharski) 3:25,4 Minuten.— Endergebnis: Deutschland 96 Pkt., Polen 72 Punkte. Deutschland— Schweiz 90:68. 100 m: 1. Hänni(S) 10,6; 2. Neckermann(D) 10,7; 3. Scheuring(D) 10,7; 4. Studer(S) 11,1 Sek.— 2000 m: 1. Hänni(S) 21,5; 2. Hornberger(D) 21,7; 3. Neckermann(D) 21,9; 4. Marchand 22,2 Sek.— 400 m: 1. Bues(D) 49,7; 2. Neuenschwander(S) 40,8; 3. Metzner (D) 49,9; 4. G. Meyer(S) 50,7 Sekunden.— 800 m: 1. Schmidt(D) 1:56,7; 2. Grau(D) 1:57,2; 3. Pedretti(S) 1:58,7; 4. Salvisberg(S) 2:00,1 Min.— Stabhochsprung: 1. Sutter(D) 3,70 m; 2. Stalder(S) 3,60 m; 3. Geisinger(S) 3,60 m; 4. Waibel(D) 3,40 m.— Diskus: l. Schröder(D) 50,25 m; 2. Stöck 43,92 m; 3. Bachmann (S) 39,08 m; 4. Vogler(37,62 m.— Kugelstoß: 1. Schröder(D) 14,76 m; 2. Stöck(D) 14,71 m; 3. Bachmann(S) 13,39 m; 4. Bührer(S) 12,63 m.— Speerwersen: 1. Stöck(D) 62,81 m; 2. Neumann(S) 61,03 m; 3. Schumacher(S) 65,80 m; 4. Büttner(D) 50,05 m.— Hammerwersen: 1. Wolf(D) 51,57 m; 2. Greulich(D) 49,00 Meter; 3. Vogler(S) 46,01 m; 4. Nido(S) 44,01 m.— Weitsprung: 1. Studer(S) 6,92 m; 2. Biebach(D) 6,69 Meter; 3. Höppner(D) 6,43 m; 4. Kunz(S) 6,27 m.— Hochsprung: 1. Preisecker(D) 1,84 m; 2. Blaser(S) 1,80 Meter; 3. Bührer(S) 1,80 m; 4. Kullmann(D) 1,65 m. — 1500 m: 1. Stadler(D) 4:00,2; 2. Wagenseil(D) 4:08,6; 3. Müller(S) 4:10,7; 4. Minder 4:13 Min.— 100 m Hürden: 1. Helm(D) 56,1; 2. Stöckler(D) 56,4; J. Christen(S) 56,4; 4. Kellerhals 58,2 Sek.— 5000 m: 1. Utiger(S) 15:43,6; 2. Mozzini(S) 15:45,6; 3. Fornoff (D) 16:00; 4. Hitschler 16:10,1 Min.— 4 mal 100 m: 1. Deutschland(Biebach, Hornberger, Neckermann, Scheuring) 42 Sek.; 2. Schweiz(Studer, Kunz, Marchand, Hänni) 44,4 Sek.— 4 mal 400 m: 1. Deutschland(Metz= ner, Bues, Schmidt, Tripps) 3:31,2; 2. Schweiz(Neuenschwander, Neumann, Mexer, Pedretti) 3:35,2 Minuten. Deutschland— Tschechoslowakci 129:79. 100 m: 1. Kreher(D) 10,0 Sek.; 2. Dr. Voigt(T) 10,9 Sek.; 3. Jahoda(T) 11 Sek.; 4. Fritsche(D) 11,1 Sek.— 200 m: 1. Kreher(D) 21,9 Sek.; 2. Dr. Voigt(T) 22,3 Sek.; 3. Ahnelt(D) 22,4 Sek.; 4. Hanc(T).— 400 m: 1. Klupsch(D) 49 Sek.; 2. Rößler(D) 50,2 Sek.; 8. Gratzky (T) 50,6 Sek.; 4. Knenicky(T).— 800 m: 1. Harbig(D) 1:55 Min.; 2. Otahol(T) 1:55,8 Min.; 3. Rosicky(T) 1:56,1 Min.; 4. Becht(D).— 1500 m: 1. B. Hosek(T) 1:01,5 Min.; 2. Becker(D) 4:02,8 Min.; 3. Salle(T) 1:08,2 Min.; 4. Rothbart(T).— 5000 m: 1. Fellersmann (D) 15:31,6 Min.; 2. Pawlack(D) 15:43,2 Min.; 3. Vanek (T) 1602,2 Min.; 4. W. Hosek(T).— 10 000 m: 1. Gebhardt(D) 31:35,4 Min.; 2. W. Hosek(T) 32:28,2 Min.; 3. Böttger(D) 33:04 Min.; 4. B. Hosek(T).— 110 m Hürden: 1. Glaw(D) 15,1 Sek.; 2. Große(D) 16,5 Sek.; J. Polame(T) 16,8 Sek.; 4. Bernt(T).— 400 m Hürden: 1. Glaw(D) 56,8 Sek.; 2. Otahol(T) 672 Sek.; 3. Lembke (D) 57,3 Sek.; 4. Brnt(T).— Hochsprung: 1. Galanda (T) 1,85 m; 2. Häusler(D) 1,85 m; 3. Cispava(T) 1,80 m; 1. Rosenthal(D) 1,75 m.— Weitsprung: 1. Aßmus(D) 7,12 m; 2. Brandstätter(D) 6,97 m; 3. Vosolsobe(T) 6,93 m; 4. Komenak(T) 6,88 m.— Stabhochsprung: 1. Krause (D) 3,50 m; 2. Patocka(T) 3,20 m; 6. Voldrich(T) 8,10 m: Knauer(D) nicht gewertet.— Dreisprung: 1. Staib (D) 14,10 m; 2. Komanek(T) 18,95 m; 3. Stork(D) 18,93 m; 4. Polame(T) 13,14 m.— Pugelstoß: 1. Konrad(D) 15,50 m; 2. Douda(T) 15,97 m; 3. Janßen(D) 14,69 m; 4. Hoplicek(T) 14,17 m.— Disbuswurf: 1. Fround(T) 44,05 m; 2. Janßen(D) 43,52 m; 3. Bövers(D) 43,10 m 4. Knotek(T) 99,91 m.— Speerwurf: 1. Dr. Weimann D) 60,90 m; 2. Keipke(D) 57,90 m; 3. Dr. Mala(T) 55,68 m; 4. Novak(T) 55,00 m. Hammerwurf: 1. Hein(D) 55,47 m; 2. Lehmann(D) 48,77 m; 3. Knotek(T) 46,40 m; 4. Dr. Prucha(T) 80,88 Meter.— 4 mal 100 m: 1. Deutschland(Kreher, Ahnelt, Jentzsch, Schöne) 43,1 Sek.; 2. Tschechoslowakei(Jahoda Hanc, Dr. Voigt, Kratky) 43,2 Sek.— 4 mal 400 m l. Deutschland(Rößler, Jentzsch, Darr, Klupsch) 3:22,5 Min.; 2. Tschechoslowakei(Rosicky, Salle, Gratzky, Kratky) 3:27,2 Min.— Endergebnis: 120:79 Punkte für Deutschland. Rennen zu Mülheim l. Rennen: 1. Mülhens Verasina(Wenzel); 2. Tiwo; N. Famula. Ferner: Standlauf, Wernigerode, Adare, Mauritza. Sieg 17, Platz 12, 17, 23. EW: 156. 2. Rennen: 1. Raffelbergs Fino(H. Weber); 2. Seni; 3. Reitzjäger. Ferner: Lebensweg, Titine, Gängerin. Sieg 25, Platz 12, 14, 12. EW: 100. 3. Rennen: 1. Freimissens Lapsus(Wermann); 2. Partisane; 3. Natango. Ferner: Reichsherold, Gabler, Selim. Sieg 30, Platz 24, 16. EW: 104. l. Rennen: 1. Wiegels' Orchilles(Haut); 2. Aviatik; Debatte. Ferner: Winetou, Silvester, Fechter, Sailla. Sieg 154, Platz 10, 12, 15. EW: 910. 5. Rennen: 1. Buschkamps Mein Fürst(H. Hiller); Audentia; 3. Famasio. Ferner: Edel=Bitter, Scävola, Mario, Wolkenflug, Augur. Sieg 105, Platz 24, 39, 32. EW: 802. 6. Rennen: 1. Kruses Syrene(Rößler); 2. Perdita; 3. Cologna. Ferner: Feuerland, Feste Lup, Bärbel, Volcan. Sieg 28, Platz 12, 15, 16. EW: 82. 7. Rennen: 1. Freimissens Limperich(Lommatzsch); 2. Jahrhundert; 3. Mungo. Ferner: Chianti, P. P. Sieg 20, Platz 13, 16. EW: 30. 8. Rennen: 1. Bauers Obersteiger(H. Schmidt); 2. Thuribert; 3. Sagius. Ferner: Chevalier, Le Bougnat, Angora, Golf, Giazza. Sieg 87, Platz 23, 42, 35. EW: 1608. Akademische Weltspiele in Paris Feierliche Eröffnung im Columbes=Stadion Bei den ersten Entscheidungen der 7. Akademischen Weltspiele in Paris, die am Samstag ihren Anfang nahmen, feierte Deutschland bereits fünf große Erfolge. Unsere Studentenruderer bewiesen auf der Regattastrecke von Suresnes, daß sie in jeder Hinsicht mit dem gesamten deutschen Rudersportkönnen Schritt gehalten haben. Bei schönem Wetter und etwas Gegenwind gelangen unseren Vertretern nicht weniger als fünf Siege. Die 7. Akademischen Weltspiele wurden am Sonntag im Colombes=Stadion feierlich eröffnet. Unter Vorantritt des Präsidenten der Internationalen Studenten=Vereinigung und des Organisations=Komitees marschierten die rund 2000 Teilnehmer in die Kampfbahn ein. Deutschlands Streitmacht mit Lenkitsch als Fahnenträger an der Spitze führte die lange Reihe der 24 Nationen an. Jubelnder Beifall brach los, als die Deutschen mit erhobenem rechten Arm an der Ehrentribüne vorbeizogen; aber auch die übrigen Länder wurden herzlich begrüßt. Vor der Tribüne nahmen die Mannschaften Aufstellung, und der Präsident der Internationalen Studenten=Vereinigung, Dr. Mezzasoma=Italien, begrüßte die Athleten und ermahnte sie, in ritterlichem Geiste und fair zu kämpfen. Anschließend erklärte Frankreichs Minister für körperliche Ertüchtigung Lagrange die 7. Akademischen Weltspiele für eröffnet. Sieben Böllerschüsse kündeten den Beginn der Weltspiele an, und dann sprach der Franzose Boisset den Scurt. 100 Meier in 10,2 Sekunden Nach der Eröffnung folgte der Leichtathletikkampf Europa gegen Amerika, bei dem es großartige Ergebnisse gav. So erzielte der USA=Neger Ben Johnson über 100 Meter 10,2 Sekunden. Als Weltrekord kann die Zeit leider keine Anerkennung finden, da die Nachprüfung ergab, daß der Rückenwind zu stark war. Dagegen wurden die 14,2 Sekunden, die Finlay über 110 Meter Hürden erreichte, als Europarekord anerkannt. Ueber 200 Meter kam Johnson in 20,8 Sekunden. Ergebnisse: 100 Meter: 1. Ben Johnson=USA. 10,2 Sek.; 2. Pennington-England 10.4 Sek.— 200 Meter: 1. Ben Johnson=USA. 20.8 Sek.: 2. Pennington=England 21,5, — 400 Meter: 1. Belcher=USA. 47,4 Sek.; 2. Bertosino=USA. 45,5.— 1600 Meter: 1. Maßner=Frankreich 3:59,2 Min.— 5000 Meter: 1. Ward=England 14:24 Min.; 2. Askola-Finnland 14:45.— 110 Meter Hürden: 1. Finlay=England 14,2 Sek.(Europarekord).— 400 Meter Hürden: 1. PattersonUSA. 52,5 Sek.; 2. Kovac=Ungarn 53,4 Sek.— Hochsprung 1. Cornelius Johnson=USA. 1,90 Meter; 2. Kalima-Finnland 1,85 Meter.— Weitsprung: 1. Maffei=Italien 7,41 Meter 2. Tomsalu=Estland 7,26 Meter.— Stabhochsprung: 1. Varoff USA. 3,90 Meter; 2. Ramadier=Frankreich 3,80 Meter.— Kugelstoß: 1. Krieeg=Estland 15,64 Meter; 2. Allée=USA. 16,38 Meter; 3. Bärlund=Finnland 14,95 Meter.— Diskuswurf: 1. Carpentier=USA. 47,57 Meter; 2. Noel=Frankreich 47,29 Meter.— Speerwurf: 1. Nikkanen=Finnland 71,22 Meter.— Staffel(800, 200, 200, 400 Meter): 1. USA 3::31,6 Min.; 2. Frankreich 3:35 Min. Deutscher Sieg im Frauen=Florekt Bei den Weltspielen der Studenten in Paris fiel bereits die erste Entscheidung im Fechten; wie vor zwei Jahren holte sich auch diesmal bei den Frauen die Deutsche, Frl. von Wachter den Titel einer Studenten=Weltmeisterin im Florettfechten. Durch Everbeck und Melzer belegte Deutschland hinter der Dänin Olsen auch den dritten und vierten Platz und kam somit zu einem großen Erfolge, Frl. Everbeck unterlag im Stichkampf der Dänin und kam dadurch auf den dritten Platz bei gleicher Siegzahl. Die deutsche Männer=Florettmannschaft konnte durch einen Sieg über die Tschechoslowakei die End runde erreichen, in der am Montag Italien, Frank reich und Aegypten die Gegner der Deutschen sind Nach 14 Gefechten sah es nach einer deutschen Niederlage aus, aber Hasper und Knies schafften noch ein 8:8, und das hessere Trefferverhältnis von 57:54 gab den Ausschlag für den deutschen Sieg. Die Italiener kamen zu einem überlegenen Erfolg über Belgien. Die inoffizielle Länderwertung sieht Deutschland nach den ersten Entscheidungen klar mit 173 Punkten vor Ungarn und Polen mit je 28 und Frankreich mit 19 Punkten in Führung. Fußball-Panorama Westfalen: Sportfreunde Siegen— Kölner BC 4:0((:0). Stadtelf Herford— Fortung Düsseldorf(Sa) 0:8(0:6). Germ. Bochum— VsG Benrath(i. Sprockhövel) 3:2(0:1). DSC Hogen— Dus Bochum 2:2(2:0). Arminia Bielefeld— Bss Bielefeld 6:4(4:3). Nieberrhein: BV 04 Düsseldorf— Turu Düsseldorf 2:6(233). Bfe Preußen Preseld— SpBg Fürth 0:5(0:0). Schwarz=Weiß Essen— SpVg Fürth 2:4(2:1). Duisburger SwW— Hamborn 07 0:2(0:0). Eintracht Gladbach— Union Hamborn 4:0(2:0). VsoB Ruhrort— Tus Kaßlepfeld 2:2 (2:1). VsoB Alsum— Westende Hamborn 9:1(2:1). BV Stoppenberg— Schonnebeck 3:1 abgebrochen. Ratingen 04 — Tus Helene Altenessen 2:1(2:0). Rot=Weiß Essen— Westsalia Herne 0:0. Broich 85— Union Mülheim 5:4 233). VfB Mülheim— Meiderich 06 42 0:1). 848 Lobberg— BfB Bottroy 1022 Mittelrhein: V Köln 99— VfL Benrath(Sa) 42(1:0). Rhenania Würselen— Turu Düsseldorf 122(1:1). EW Köln=Nord — Arminia Marton 1:4(0:0). Tura Bonn— SSV Wuppertal 2:5(1:2). Schwarz=Weiß Köln— Sülz 07 2:8 0:). Ostpreußen: York Insterburg— Preußen Gumbinnen 4:1. Masovia Lyck— Viktoria Allenstein 4:1. Rasensp. Pr. Königs berg— BW Königsberg 6:8. Braubenburg: Wacker 04— Hindenburg Allenstein(Pokabsp.) 6:0. Nowawes 09— Warta Posen 1:2. Hertha=BEC— EW Waldhof 2:2. Union Oberschöneweide— Warta Posen 4:3. Spandauer EW— TB Berlin 4:5. Blauweiß Ber lin— Bewag 6:1. VsW Pankow— Minerva 08 Berlin Rennen zu Karlshorst 1. Rennen: 1. Mitzlasss Herzbube(Flieth); 2. Rajah; 3. Rhein. Ferner: Falke, Königsliebe. Sieg 17, Platz M1, M1. EW: 24. 2. Rennen: 1. Michels Reserendar(Lt. Nette); 2. Wittekind; 3. Wendelgard. Ferner: Torquato, Rigoletto, Leony, Omar. Sieg 46, Platz 16, 12, M. EW: 248. 3. Rennen: 1. Vielandens Raubritter(Flieth); 2 Marco Polo; 3. Goldsoder. Ferner: Eitel, Comodore, Bastkorn, Glücksspiel, Gladiolen. Sieg 117, Platz 25, 18, 60. EW: 536. 4. Rennen: 1. Kuslicks Whist(Svehla); 2. Bega; 6. Kampfspiel; 4. Vera F. Ferner: Feldscher, Ala, Stammesflagge, Amati, Puppi, Ernte, Carls. Sieg 33, Play 14, 21, 18, 12. EW: 720. 5. Rennen: 1. Mitzlasfs Fadadöh(Et. S. v. Mitzlaff); 2. Schwertknauf; 3. Steinbutte. Ferner: Eilflug. Sieg 17, Platz 12, 17. EW: 44. 6. Rennen: 1. Sprengers Marcia(Ahr); 2. Blancheflor; 3. Marso; 4. Kriegsflagge. Ferner: Cyklop, Madrilene, Mannteufel, Ob, Liebesarie, Balilla, Ancona, Günstling, Toscanella, Sieg 61, Platz 10, 07, 34, 23. EW: 392. 7. Rennen: 1. Art. Regt. 9 Livins(Am. C. P. Jastor); 2. Novalis; 3. Angreiser; 4. Feuerwarte. Ferner: Waldhüter, Pontifex, Linda, Balte, Quast, Caramba, Convent, Wehrmacht. Sieg 42, Platz 44, 16, 91, 30. EW: 116. 8. Rennen: 1. Pahls Der Prämiierte(Spehla); 2. Graf Nici; 3. Albatros; 4. Gueß Again. Ferner: Olive, Serena, Geige, Petrarca, Juist, Miliardär, Santini, Meisterflöte, Jobst, Duchen, Ducko. Sieg 70, Platz 10, 30, 17, 21. EW: 1000. Rennen zu Baden=Baden 1. Rennen: 1. Waldfriøds Fidelitas(Held); 2. Galerie Brera; 3. Walzerkönig. Ferner: Leuthen, Gratianus, Cyrillus, Humbert, Ricardotto, Milo. Sieg 48, Platz 12, 19, 18. EW: 424. 2. Rennen: 1. Waldfriebs Graviter(Hekd); 2. Hadrian; 3. Saarpfälzer. Ferner: Märchenwald, Schill, Odin, Paderborn, Narrhalla, Gleisner. Sieg 46, Platz 17, 16, 47. EW: 102. 3. Rennen: 1. Wuthenaus Heimfahrt(Rastenberger); 2. Feurige; 3. Pfeiserkönig. Ferner: Dardanos, Mirtilo, Tempo, Jupiter. Sieg 52, Platz 21, 15, 20. EW: 224. 4. Rennen: 1. del Soldos Gaio(Caprioli); 2. Iniga Isolani; 3. Trollins. Ferner: Elritzling, Elpis, Atis. Sieg 28, Platz 14, 12, 13. EW: 80. 5. Rennen: 1. Deschners Purpurrose(Narr); 9. Toreador; 3. Freischärler; 4. Metternich. Ferner: Purpurstern, Kanzlist, Darius, Mimicry, Herzfalter, Infant, Na=Na. Sieg 167, Platz 53, 14, 13, 18. EW: 372. 6. Rennen: 1. Mydlinghovens Postenparole(Vinzenz); 2. Heidekönig; 3. Silberstreif. Ferner: Griffon, Sagenheld, Preisträger, Männeben, Arlas. Sieg 28, Platz 15, 20, 14. GW: 440. 7. Rennen: 1. Junks Volmer(Haufer); 2. Lusthauch; 3. Kriegsslamme. Ferner: Punktina. Sieg 23, Platz 14, 15. EW: 92. Schlesien: Beuthen 09— Germania Ohringen 2:0. Vorw.=Rasensport Gleiwitz— SV Neudorf 7:0. SW Schlettendorf— Hertha Breslau 1:2. Sachsen: Dresdner SC— Bayern München 6:0. Fortuna Leipzig— Duisburg 99 8:8. Chemnitzer BC— Alemannic Aachen 5:2. SV Grüna— Sportfreunde Stuttgart 0:3 Guts Muts Dresden— Duisburg 99 5:6. Tura Leipzig — AC Graz 6:0. VsBB Leipzig— München 1860 3:2. Polizei Chemnitz— Berliner SV 02 8:2. BC Hartha— Sportsreunde Stuttgart 2:2. SC Planitz— AlemanniAachen 3:1. SpVg=Tura Leipzig— VsB Köln 4:1. Mitte: Cricket=Vikt. Magdeburg— AC Graz 6:3. SC Erfurt — SpV Kassel 4:3. SV 99 Merseburg— München 1860 2:2. Nordmark: Pktsp.: Eimsbüttel— Borussia Harburg 5:1. Wilhelmsbug 09 — Polizei Lübeck 1:1. Polizei Hamburg— FC St. Pauli Hamburg 8:4. FC 09 Altona— Holstein Kiel 1:1. Phönix Lübeck— Victoria Hamburg 2:1. Rasensp. Harburg— Meidericher SpV 2:2. Rostock 1895— Viktoria Berlin 3:3. Niebersachsen: Werder Bremen—SV Waldhof 2:1. Bremer SV— Meidericher SpW 2:2. Arminia Hannover— Fortuna Düsseldorf 0:2. Südwest: V Franksurt— FC Schalke 04 1:6. Kickers Ofsenbach— Teutonia Hausen 7:2. TSG 61 Ludwigshafen— Rot=Weiß Oberhausen 1:2. 1. FC Kaiserslautern— RotWeiß Oberhausen 1:2. Baden: VR Mannheim— Wormatia Worms 1:9. Wfs Neckarau— FV Zufsenhausen 2:1. VsR Pforzheim— Germania Brötzingen 0:5. 1. FC Pforzheim— Union Böckingen 4:0. FC 05 Heidelberg— Jahn Regensburg 2:9. Württemberg: BsB Stuttgart— 1. FC Nürnberg 6:4. SC Stuttgart — BC Augsburg 5:0. JV Kornwestheim— BC Augsburg 22. Bayern: Bayern München— Stuttgarter Kickers 3:1, F# 66 Schweinfurt— Eintracht Frankfurt 9:4. Armin München — Ulmer FV 94 8:1. Ausland Schweiz: C Lugern— Wacker München 2:2. FC Aarau— SC Freiburg 7:0. FC Besel— Young Boys Bern 42. FC St. Gallen— Graßhoppers Zürich 6:0. v. d. Vijver(Holland) Radweltmeister Hasselberg, Karsch und Ihbe bereits am ersten Tage ausgeschieden Wanderer Chemnitz Doppelmeister Die Radweltmeisterschaften begannen am Sonnabend nachmittag auf der Kopenhagener OrdrupBahn mit den Vorkämpfen der Amateurflieger. Die drei deutschen Vertreter sind bereits ausgeschieden. Dr Chemnitzer Ihbe blieb schon im Vorlauf auf der Strecke, der Leipziger Karsch schied im Hoffnungslauf aus und der Deutsche Meister HasselbergBochum mußte sich im Achtelfinale dem französischen Favoriten George beugen, nachdem er im Vorlauf inter dem Italiener Rigoni Zweiter geworden war und seinen Hoffnungslauf gegen den Südafrikaner Rose gewonnen und sich für die Zwischenläufe qualifiziert hatte. Bei den Radweltmeisterschaften in Kopenhagen fiel am Sonntcauf der von 7000 Zuschauern besuchten Ordrupbähn die erste Entscheidung. Der Holländer van der Vijver holte sich den ersten der fünf zu vergebenden Titel und wurde Weltmeister der Amateurflieger vor dem französischen Favoriten P. Georget, der sich im zweiten Endlauf wenig fair verhielt und wegen Schwenkerns zugunsten seines Endlaufgegners distanziert wurde. Den nun notwendigen dritten Lauf gewann dann ebenfalls der Holländer mit Handbreite und hatte sich damit den Titel gesichert. Im Kampf um den dritten Platz triumphierte mit Ooms ebenfalls ein Holländer gegen den früheren Weltmeister Pola. In dem Viertelfinale hatten sich zunächst Pola gegen Kropman, Georget gegen Gené, Ooms gegen Nielsen und van der Vijver gegen Collard herausgeschält. Danach hätte es ein rein holländisches Finale gegeben, denn Georget schlug Ooms in der Entscheidung nur um Handbreite nachdem van der Vijver schon vorher Pola den Weg zu einem nochmaligen Weltmeisterschaftssieg verlegt hatte. Ooms stellte seinen dritten Platz durch zwei Siege über Pola sicher, und dann folgte der leider nicht ganz korrekt verlaufene Entscheidungskampf. Im ersten Lauf schlug Georget van der Vijver um Handbreite. Im zweiten Lauf erlaubte Georget sich jedoch zwei mehr als unfaire Schwenker gegen den angreifenden Holländer, der sofort zum Zeichen des Protestes die Hand hob und sich aufrichtete. Das Kampfgericht distanzierte daraufhin Georget, und in dem damit notwendig gewordenen dritten Lauf fing van der Vijver den führenden Georget kurz vor dem Ziel um Handbreite ab. Ergebnis: Weltmeisterschaft der Amateurflieger: Viertelfinale: 1. Lauf: 1. Pola(Italien), B. Kropman(Holland); 2. Lauf: 1. Georget(Frankdung: 1. Lauf: 1. van der Vijver, 2. Pola; 2. Lauf: 1. Georget, 2. Ooms. Um den 8. Platz: 1. Lauf 1. Pola, 2. Ooms; 2. Lauf: 1. Ooms, 2. Pola; 8. Lauf: 1. Ooms. 2. Pola.— Um den 1. Platz: 1. Lauf: 1. Georget, 2. van der Vijver(Handbreite); 2 Lauf: 1, van der Vijver, 2. Georget(distanziert); 8. Lauf: 1. van der Vijver, 2. Georget. Weltmeister für 1937: van der Vijver(Holland) 2. Georget(Frankreich), 3. Ooms(Holland), 4. Pola (Italien). * Sechs Steher im Endlauf Für die Steherweltmeisterschaft wurden bei 13 Teilnehmern drei Vorläufe vom UCI=Kongreß fest gesetzt. Die beiden Besten der Vorläufe bestreiten den Endlauf. Einen einzig dastehenden Rekord hat der RV Wanderer Chemnitz in der deutschen Meisterschaft im Vereins-Mannschaftsfahren auf der Straße aufzuweisen. Zum fünften Male hintereinander gewannen die Sachsen den Titel, den sie jetzt, eit 1933 inne haben und erzielten dabei das ausgezeichnete Stundenmittel von 40,950 Klm. auf der 100 Klm. langen Strecke, nachdem sie vor einigen Wochen in Bochum auch die Mannschaftsmeisterschaft auf der Bahn errungen hatten. Leicht wurde ihnen der Sieg diesmal nicht, der RV 89 Schweinfurt erwies sich als hartnäckiger Gegner. Die Bayern hatten an der Wende in Halbe, die sie ohne Langmann erreichten, noch zehn Sekunden Vorsprung vor Wanderer, die mit sechs Mann geschlossen wendeten. Bei den Titelverteidigern fielen auf der Rückfahrt Fenßl und Schubert aus, während die Schweinfurter Dömlina durch Defekt verloren. Mit 4:4 Fahrern stritten beide Mannschaften auf den letzten Kilometern und schließlich gewann Wanderer mit nur sieben Sekunden Vorsprung gegen Schweinfurt, hinter denen vier Minuten zurück die beiden Berliner Spitzenmannschaften Grün=Weiß und Sturmvogel die nächsten Plätze belegten. Die mit zu den Favoriten zählenden Berliner Postsportler fielen ganz aus, da Schöpf. durch Gabel= und Irrgang durch Pedalbruch zur Aufgabe gezwungen wurden und die Mannschaft so ihrer stärksten Stützen beraubt war. Ergebnisse: Deutsche Meisterschaft im Vereins=Mannschaftsfahren(100 Klm.): 1. RV Wanderer Chemnitz(Schulze, Kühn, Thoß, Löser, Fenßl, Schubert) 2:27:43,4; 2. RV 89 Schweinfurt(Ziegler. Bartkowski, Balling, Schenk, Langmann, Dömling) 2:27:50,2; 8. BRC Grün=Weiß Berlin 2:81:43,4; 4. BRC Sturmvogel Berlin 2:32:40,2; 5. RC 1883 Frankfurt a. Main 2:85:06,3; 6. Zugvogel Berlin 2:86:16,4; 7. RC 87 Breslau 2:86:43,2; 8. RC Amor München 2:38:19,3s 9. Adler Hannover 2:38:37,2; 10. Zugvogel Hannover 2:38:40,3 „Rund durchs Sauerland“ Zum 18. Male wurde am Sonntag die über 155 Klm. führende Straßenfernfahrt„Rund durch Sauerland“ imt Start und Ziel in Westig ausgetragen. Bei dem starken Regen hatten si chnur rund 40 Fahrer eingefunden, von denen sich der B=Fahrer LienigWestig besonders auszeichnete, der als einziger BFahrer die mit drei Minuten Vorsprung vor der B=Klasse gestarteten C=Fahrer einholte und sich auch als bester Bergsteiger entpuppte. Bis Menden lag eine elf Mann starke Spitzengruppe zusammen, aus der sich dann der Bielefelder Butt löste, um als Erster in Westig durchs Ziel zu gehen. Eraebnisse: 1. Butt=Bielefeld 4:12:00, 2. Pütter=Dortmund 4:14:80, 3. Switalla=Dortmund 4:16:00, 4. Jagoczinski=Fröndenberg, 5, ten Voore, 6. Dahlhoff=Gütersloh, 7. Brodde=Essen, alle dichtauf, 8. Schmidt=Dortmund 4:18:00, 9. Seidel=Dortmund. 10. Lienig=Westig, beide dichtauf. Eichenkranzklasse(68 Klm.): 1. Remming=Wuppertal 1:56:00, 2. Koch=Wuppertal, B. W. SchmidtDortmund, 4. Nickel=Hagen, alle dichtauf, 5. SchmidtWuppertal 1:56:80. Die Ergebnisse: Zwölfkampf der Männer: 1. Willy Stadel=Konstanz 217 2. Karl Stadel=Konstanz 215,5, 3. Schreyer=München 212 4. Friedrich=München 211,5, 5. Krötzsch=Leuna 207.5. 6 Reuther=Oppau 207,5, 7. Kanes=Zoppat 208 8. Gödig=Main=Mombach 205,5, 9. Rinke=Holthausen 204. 10. Thölke=Berlin 203,5 P. — Achtkampf der Frauen: 1. Schmidt=SohnemannKiel 141,5, 2. Zschorn=Frankenberg 140. 8. RuppBerlin 189.5, 4. Lenzing=Düsseldorf 138, 5. HandKöln 137.5. 6. Klein=Hannover 137, 7. Koch=Wittenberg 136. 8. Mordhorst=Kiel 136, 9. Sievers=Kiel 136, 10. Meyer=Hannover 135,5, 11. Bittner=Gelsenkirchen 185,5, 12. Richter=Dresden 135. Kogmann ausgeschieden 14. Westfälischer Schachkongreß Die Vorkämpfe der diesjährigen Westfalenmeisterschaft wurden am Sonnabend in Gelsenkirchen mit der Erledigung der Hängepartien und der letzten Runde abgeschlossen. Das Endresultat der Gruppe 2 stand bereits am Vormittag wie folgt fest: Hans Herrmann=Bochum 5 Punkte, Bartsch=Dortmund 8, Koch=Gelsenkirchen 2½, Melanschek=Bockum b. Hamm 2½, Alsen=Hagen 2 und Öhle=Jierlohn 0 Punkte. Herrmann, Bartsch und Koch haben sich die Berechtigung für die Endrundenteilnahme erworben. In der Gruppe 1 haben sich Greis=Siegen und BruneGladbeck bereits die Endspielteilnahme erworben. Um den dritten Platz kämpfen Roymann, Seitz und Schulte. Aus der Gruppe 8 gelangen L. HerrmannBochum und Häfner=Salzuflen in die Endkämpfe, während Schüßler und Wieckowiack noch Aussichten auf den dritten Platz haben. Weiter gelangt der deutsche Meister Ernst-Gelsenkirchen ohne weiteres in den Endkampf.— Das Turnter um die Westfalenmeisterschaft beginnt am Montag. In der Gruppe 1 qualifizierte sich noch der B felder Seitz für das Meisterturnier. Der Titelverteidiger Rogmann- Bochum konnte sich uverraschenderweise nicht durchsetzen und schied aus. Der am Sonntag ausgetragene Gaukampf Westfalen Niederrhein. endete 15:15. Trabrennen in Recklinghausen. 1. R.: 1. Morgenlied(A. Frbach), 2. Matador, 8. Peter Todd. Ferner: Constantia Hadubrand, Guy Albert(o. W.), Estländer, Prinz Eugen, Bergstein, Volly. Sieg 76, it. 29. Platz 23. 16. 27:10 2. R.: 1. Debut(B. Geuting) 2 Capitän, 3. Landrichter. Ferner: Arrak to. W). Rosendorn fr., Prinzeck Elisabeth, Athene, Mohamed Sieg 76 it. 84, Platz 22, 22, 16:10 3. R.: 1. Milanka(C. Forthmann), 2, Henriette 3. Norbert Guy. Ferner: Mühlenmädel Herzblatt Rheinmädel. Sieg 16, it. 54 Platz 10 10 10:10 4. R.: 1. David B.(K. Gillar) 2. Duck. 3. Hexenmeister. Ferner: Primavera Ernesto Cito Wi Salvator(angehalten). Sieg 32, it. 28, Platz 16. 18, 13:10. 5. R.: 1. Desire Guy(F. Knies), 2. Arrak, 8. Deutscher Vater. Ferner: von Hünefeld, Volly, Rheinstolz, Else Lee, Mieze B., Bardame. Sieg 18, it. 71, Platz 14, 23, 23:10. 6. R.: 1. Diskont(E. Jung), 2. Otti Anvil, 8. Luitpold. Ferner: Wenzel, Quintilian, Lederstrumpf. Sieg 25, it. 40, Platz 14, 14, 17:10. 44 V Belgischer Oberleutnant gewann den Preis des Reichskriegsministers Das Kanonen=Jagdspringen um den Ehrenpreis des Generalfeldmarschalls v. Blomberg in Aachen wurde von dem belgischen Oberleutnant Mondron auf Ibrahim nach dem dritten Stechen gewonnen (Schirner=M.) Germania Bochum schlug Benrath 10 Jahren zur letzten Ruhe bestattet Ein schöner 3:2-Erfolg im Sprockhöveler Jubiläumsturnier Die fünf Knappen von Auguste Viktoria sind nicht vergessen worden Germania Boochum— VfL Benrath 3:2(0:1) Nachdem die Bochumer Germanen vor Jahresfrist eine solch gute Partie auf eigenem Platze gegen den VIL Benrath geliefert hatten, die entsprechend der Zahl der Torgelegenheiten mit einem Siege der Bochumer hätte enden müssen, jedoch unentschieden ausging, war man auf das erneute Zusammentreffen der beiden Mannschaften gespannt, das der SV Sprockhövel anläßlich seines 30jährigen Bestehens inszenierte. Leider beeinträchtigte der Regen den Besuch, immerhin waren noch 800 Besucher anwesend, die ein gutes Spiel sahen. Benrath trat ohne Hohmann an. Die Bochumer hatten ihre Mannschaft gegenüber dem ersten Sonntag der neuen Spielzeit wieder verändert. Man ließ Schneider 2 mit gutem Erfolg an Stelle von Fischer Verteidiger spielen. Kölling wirkte anfänglich als Mittelläufer, wurde jedoch später verletzt und ging in den Sturm, mit dessen Führung man Nölle beDeukschlands Sieg über Dänemark e Das Wochenende war ausgezeichnet durch eine ganze Reihe von Länderkämpfen. Den Auftakt gab das deutsch=dänische Treffen der Leichtathleten in Kopenhagen, wo die deutschen Sportler überlegen mit 104:76 Punkten siegten. Hier marschieren die Sportler in das Kopenhagener Stadion ein.(Schirner=M.) auftragt hatte, während Philipp diesmal auf dem rechten Flügel neben Rudzinski und Schneider 1 halblinks neben dem Jugendlichen als Linksaußen tand. Auf dem glatten Boden fand sich die Elf der Germanen ganz gut zurecht. Die große Ueberraschung war Schneider 2, der sich als Verteidiger gut anließ und zeitweise eine bessere Form verriet als sein Nebenmann. Auch der junge Torwart Hellwig war keine Enttäuschung. Die Läuferreihe mit Lasar und Schiefer als Außenläufer lieferte das gewohnte Spiel. Der Sturm zeigte sowohl gute Zusammenarbeit als auch Durchschlagskraft. In der Benrather Mannschaft zeigte der Torwart Klein ganz großes Können, mit ihm auch der wieder Verteidiger spielende Lenzki. Im Sturm wirkte Thelen (früher Turu Düsseldorf) mit. Der beste Mann im Sturm war der junge und zierliche Mittelstürmer Mebus, der neulich schon in Dahlhausen durch seine Wendigkeit, vorzügliche Uebersicht und guten Einfälle aufgefallen war. Der Rasenplatz in Sprockhövel war trotz der starken Regenfälle gut bespielbar, wenn die Glätte auch den Akteuren einige Schwierigkeiten bereitete. Beide Mannschaften spielten gut zusammen, die Bochumer waren etwas wuchtiger und durchschlagskräftiger. Ihre Torgelegenheiten wurden jedoch von Benraths Torwart Klein stets gemeistert, während Germanias Verteidigung die Angriffe des Gegners scheitern ließ. Nach 20 Minuten schoß Benraths Halblinker Stoffels das Führungstor, während die Ausgleichsbemühungen der Bochumer an Klein bezw. Lenzki scheiterten. Durch seine vorzügliche Arbeit fiel Benraths Mittelstürmer Mebus angenehm auf. Kurz vor der Pause wurde Kölling angeschlagen und übernahm die Sturmführung, während Schneider 1 als Mittelläufer zurückging. Dadurch wurde Germania nicht geschwächt. Das zeigte sich nach dem Wechsel. Nölle schoß aus halblinker Position auf Vorlage von Kölling bald den Ausgleich. Rudzinski holte bald die Führung heraus und zehn Minuten vor Schluß umspielte Philipp die gesamte gegnerische Deckung und lenkte den Ball ins leere Tor. Durch Verwandlung eines Elfmeters, den Trawny verursacht hatte, kam Benrath auf 3:2 heran, ohne aber den Sieg der Bochumer gefährden zu können. W. Stadel und Frau SchmidtSohnemann Die Mehrkampfmeisterschaft der Turner Die deutsche Turnerschaft hatte am Wochenende ihre Turner und Turnerinnen zu den deutschen Meisterschaften im Mehrkampf in der thüringischen Stadt Greiz aufgeboten. Für die Turner stand ein Zwölfkampf zur Entscheidung, während die Turnerinnen im Achtkampf ihre Kräfte erprobten. Sieger bei den Turnern wurde der Olympiateilnehmer Willy Stadel=Konstanz mit 217 Punkten vor seinem Bruder Karl Stadel mit 215,5 Punkten, Bei den Frauen gewann Deutschlands beste Turnerin Frau Schmidt=Sohnemann-Kiel mit 141,5 Punkten vor Zschorn=Frankenberg mit 140 P. Recklinghausen. Samstag morgen wurden die fünf Opfer des Bergwerksunglücks, das vor zehn Jahren das ganze Vest in Schrecken versetzt hatte, beigesetzt. Zehn Jahre lang, fast genau auf den Tag, waren die Leichen dieser fünf Knappen unten im tiefen Schacht verschüttet gewesen. Es war an einem Sonntag morgen am 24. Juli 1927, als plötzlich die Schreckenskunde das Vest durcheilte, der Schacht 3 der Zeche Auguste Viktoria in Hüls sei eingestürzt. Die Ursache lag darin, daß die sogenannte Tübbingsäule, mit der der neue Schacht in der Schwimmsandschicht ausgebaut war, zusammenbrach. Schachtturm und Fördergerüst stürzten in die Tiefe und versackten. Es gelang, die auf Schacht 1=2 arbeitenden Bergknappen zu retten bis auf fünf Mann, zu deren Arbeitsstelle man nicht vordringen konnte, da alles verschüttet war. Fieberhaft und schwer wurde gearbeitet, um diese fünf Knappen zu bergen, aber alle Mühe war vergebens. Man mußte sie aufgeben Die Namen der Verschütteten waren: Steiger Vogelsang und die Hauer Pöther, Müller, Brüggemann und Lange. Von dem neuen Schacht selbst war nur ein Sumpfkrater von 100 Meter Durchmesser übrig geblieben. Ungeheuer groß war auch der Materialschaden. Die unglücklichen fünf Knappen hatte man nie vergessen. Als daher die Zeche Auguste Viktoria vor einigen Jahren daran ging, den versoffenen Schacht wieder aufzubauen, da galt wohl der erste Gedanke aller, die fünf verunglückten Bergleute jetzt bergen zu können. Aber noch gab der Schacht seine Toten nicht zurück. Erst jetzt nachdem die Seilfahrt begonnen war und man energisch an die Aufkäumungsarbeiten herangehen konnte, gelang die Bergung der fünf Knappen Am 19. Juli, also fast genau zehn Jahre nach dem Unglück, wurde die erste Leiche geborgen; 14 Tage später zwei andere und vor wenigen Tagen auch die beiden letzten. Die Stellung, in der man die Knappen antraf, bewies, daß sie keinen schweren Tod erlitten haben können, daß sie sich vielmehr zum Schlafen niedergelegt und im Schlaf vom Tod überrascht worden sind. Nun wurden diese fünf Knappen am Samstag morgen zur letzten Ruhe bestattet. Zahlreich war die Trauergemeinde, die den fünf Särgen vom Zechenhof bis zum Friedhof folgte. Kreisleiter Plagemann, Landrat Ehrensberger, Arbeitsamtsdirektor Oberregierungsrat Dorr, der Betriebsführer der Zeche Auguste Viktoria, Bergassessor Stein, die Mitglieder der Zechenverwaltung, eine große Schar der Kumpel und viele Tausende aus der Gemeinde Hüls gaben das Gelets geführt von der Bergmannskapelle, die die Totenklage ertönen ließ. Nach den Worten der Geistlichen senkten sich die Fahnen, und das Lied vom Guten Kameraden klang gedämpft über den Gottesacker, auf dem nun die Knappen nach zehn Jahren den ewigen Schlaf gefunden haben. 19jähriger als Ein Dutzend Wohnungseinbrüche gab er zu. Duisburg. Als der 19jährige Willi Hirsch festgenommen wurde, weil er seiner alten Tante eine Summe von 2000 RM aus der Kommodenschublade entwendete und das Geld mit seinen Freunden in einer tollen Karnevalsnacht in Wein und Sekt durchbrachte, versuchte er, eine goldene Taschenuhr verschwinden zu lassen. Sofort vermutete die Kriminalpolizei in ihm den Wohnungsmarder, der Wochen hindurch Duisburgs Einwohnerschaft beunruhigt hatte. Nach tagelangem Leugnen gestand der Bursche schließlich ein Dutzend Wohnungseinbrüche ein. Hirsch war von Haus zu Haus gezogen und klopfte die verschiedenen Wohnungstüren ab. Bekam er keine Ankwort, dann wußte er, daß sich niemand in der Wohnung befand. Mit einem Dietrich verschaffte er sich dann Einlaß und durchsuchte die ohnung in aller Ruhe nach Geld und Geldeswert. Vor allem bevorzugte er aber neben Bargeld goldene Uhren und Ringe, die ihm in großer Zahl in die Hände fielen und die er wieder zu Geld machte. Seine große Jugend bewahrte ihn vor dem Zuchthaus, obwohl das Gericht keine Hoffnung auf eine Besserung mehr hatte und der Strafzweck nur der sei, die Allgemeinheit vor ihn zu schützen. Das Gericht schickte den mißratenen Burschen auf zwei Jahre ins Gefängnis. Drittes Todesopfer des Explosionsunalicks RWD Wissen. Wie uns der leitende Arzt des Wissener Krankenhauses mitteilt, ist in der Nacht zum Samstag noch einer der bei dem gestrigen Explosionsunglück verletzten Arbeiter gestorben, so daß sich die Zahl der Toten nunmehr auf drei erhöht. Ein Teil der 17 noch im Wissener Krankenhaus Verletzten schwebt noch in Lebensgefahr, da bei ihnen ¾ der Körperoberfläche verbrannt ist. Pater hält Einbrecher in Schach Der Dieb gab sich als Kriminalbeamter aus Bingen. Die Rochuskapelle in Bingen wurde in der letzten Zeit verschiedentlich von einem Einbrecher heimgesucht, der sich, als er einmal ertappt wurde, dem Küster gegenüber als Kriminalbeamter ausgab. An einem der letzten Tage besaß der Dieb die Frechheit, in dem mit der Kapelle verbundenen Priesterheim um eine Tasse Kafsee zu bitten. Während er diese trank, stellte einer der Pater, der sich die Beschreibung des Einbrechers gemerkt hatte fest, daß er den„Kriminalbeamten“ vor sich hatte. Nuchdem der inzwischen benachrichtigte Küster die Richtigkeit der Beobachtungen des Paters bestätigt hatte hielt ein anderer Pater den Einbrecher mit vorgehaltenem Revolver so lange in Schach, bis die Polizei eintraf und ihn festnahm. Die Apotheke des Waldes Interessante Zohlen auf der Reichsausstellung ndrs Volk“ Wurzel und Krauter waren die ersten Heilmittel, die unsere Vor ahren schon kannten und sie aus der„Apotheke des Waldes“ holten, wenn Krankheit, Alter und Schwäche drohten oder verderbliche Seuchen ihre Geise. über Mensch und Vieh schwangen. Wenn auch inzwischen wissenschaftliche Forschung und fortschrittliche Medizin neue Heilmittel fand, die uns eine chemisch=pharmazeutische Industrie liefert, so hat die„Apotheke des Waldes“ deshalb nicht minder Bedeutung für das moderne Heilwesen behalten. Darüber berichtet in eindringlicher Weise eine Statistik in der Halle der Deutschen Forst= und Holzwirtschaft auf der Düsseldorfer Reichsausstellung„Schaffendes Volk“, die uns einen Ueberblick über die mannigfaltigen Erzeugnisse und Heilmittel gibt, die unser Volk aus der„Apotheke des Waldes“ alljährlich bezieht. Es mag manchem natürlicher, fast unglaublich erscheinen, wenn er hört, daß uns der Wald as„ArzneiFabrikant“ alljährlich Heilmittel im Werte von vielen Hundert Millionen Mark liefert— ein Betrag, der noch um ein Mehrfaches steigt, wenn man die durch chemische Aufsch ießung und Auswertung des Holzes fabrikmäßig erzeugten Arznei= und Heilmittel in diese Berechnung einbezieht. Oft handelt es sich dabei um scheinbar unbedeutende Produkte. So bringt allein die zumeist unterschätzte Beerenernte des Waldes alljährlich einen Betrag von ca. 200 Millionen Magk ein, ebenso erzeugen wir alljährlich für mehrere hundert Millionen Mark Pilze und Kräuter. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in diesen Zahlenwerten ein erheblicher Teil der Ernte nicht erfaßt wird. die erfahrungsgemäß direkt dem Verbrauch zufließt — also Beeren. Pilze etc. die nicht verkauft, sondern von den Sammlern selbst verzehrt werden und infolgedessen nur ungefähr in ihrem Werte abgeschätzt werden können— Das gilt übrigens auch für das Wildpret, dessen jährlicher Ertrag auf 20 Millionen Kilogramm im Werte von 30 Millionen Mork geschätzt wird. So ist der deutsche Wad nicht nur, wie die Sonderschau der Düsseldor er Ausstellung an zahllosen Beispielen vor Augen führt. Holz= und Rohstofflieferant Deutschlands, sondern spendet auch durch diese„Apotheke“ unserm Volke Millionenwerte, die der Gesamtwirtschaft zugute kommen und nicht zuletzt auch der Gesundheit unseres Volkes dienen. Gefängnis für die Renntipster Das Urteil im Kenntipster-Prozeß Am Sonnabend wurde von der Essener Großen Strafkammer in dem Renntipsterprozeß gegen die 19 Angeklagten das Urteil verkündet. Die Verurteilung erfolgte in der Hauptsache wegen Vergehens gegen das Rennwett= und Lotteriegesetz, vereinzelt auch wegen Unterschlagung, Betruges und gewinnsüchtiger Urkundenfälschung. Es wurden verurteilt: der Angeklagte Preuß zu vier Monaten Gefängnis, die durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt sind; ein weiterer Angeklagter zu fünf Monaten und einer Woche Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 200 RM, ersatzweise 20 Tage Gefängnis. Die Strafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. 2100 RM wurden eingezoge; der Angeklagte„Charly“ Müller zu sieben Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 300 RM, ersatzweise 30 Tage Gefängnis. Die Strafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. 4000 RM wurden eingezogen; der Angeklagte Reckel zu vier Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 150 RM, ersatzweise zu 15 Tagen Gefängnis; der Angeklagte Hölzer zu acht Monaten Gefängnis; der Angeklagte Künster, gegen den der Staatsanwalt Freispruch beantragt hatte, zu drei Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind; der Angeklagte Petukat zu vier Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind; der Angeklagte Wegener zu drei Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind; der Angeklagte Hofherr zu vier Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von insgesamt 200 RM, ersatzweise 20 Tage Gefängnis. Die Strafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. 4000 RM wurden eingezogen; der Angeklagte Rutten zu sieben Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 200 RM, ersatzweise 20 Tage Gefängnis. 200 RM wurden" eingezogen; der Angeklagte Schackmann zu vier Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 400 RM, ersatzweise 40 Tage Gefängnis. 4000 RM wurden eingezogen; der Angerlagte Gärtner zu sechs Wochen Gefängnis; der Angeklagte Dreesen zu drei Monaten Gefängnis sowie zu einer Geldstrafe von 100 RM, ersatzweise 10 Tage Gefängnis; der Angeklagte Schneider zu acht Monaten Gefängnis; der Angeklagte Nolden zu einer Geldstrafe von 1000 RM, ersatzweise 100 Tage Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde nicht angerechnet; der Angeklagte Strietzel zu vier Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind; der Angeklagte Sibbe wegen Erpressung zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis und zu fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte Groß wurde freigesprochen, während das Verfahren gegen den Angeklagten Gothe abgetrennt wurde. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten Rütten bleibt bestehen, dagegen wurden die Haftbefehle gegen die übrigen Angeklagten aufgehoben. In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende des Gerichts, daß das Gesamtbild des Prozesses außerordentlich betrüblich gewesen sei. Die Methoden der Angeklagten bei der Hergabe von Tips und bei der Unterbringung von Wetten seien als äußerst verwerflich, gewissenlos und unmoralisch zu bezeichnen. Das Vergehen und das Verhalten der Angeklägten sei geeignet gewesen, das Ansehen des deutschen Rennsports aufs schwerste zu gefährden, jedoch habe es sich nur um Auswüchse, nicht um eine Allgemeinerscheinung gebandelt. Die Frage der Gewerbsmäßigkeit habe außer allem Zweifel gestanden. Von fast allen Angeklagten wurde das Urteil sofort angenommen. Ein Belrieb. wie er nicht sein soll Gefängnis für unsozialen Gefolgschaftsführer. Duisburg. Auf die Beschwerde zweier Gehilfen eines Bäckereibetriebes in Duisburg bei der DAF., daß von seiten ihres Gelolgschaftsführers die vorschriebene Arbeitszeit nicht eingehalten werde und daß namentlich die Lehrlinge von morgens 4 Uhr bis abends 8 und 9 Uhr arbeiten müßten und ihnen nicht einmal die nötige Zeit gelassen werde, die Mahlzeiten ordnungsgemäß einzunehmen, griff die DAF. ein. Eine Verhandlung mit dem GefolgNSG. Erwerbe schnell die Plakette des Reichsparteitages 1937, damit Du sie vom 6. bis 13. September tragen kannst. Wer eine Flasche Wein trinkt, soll Klarheit über die Herkunft und den Inhalt der Flasche Wein gewinnen. Aus diesem Grunde ist eine Kennzeichnungsvorschrift von der Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft erlassen worden. Sie schreibt vor, daß auf jedem Flaschenschild das Weinbaugebiet, aus dem der Wein stammt, angegeben werden muß. Dann weiß der Weintrinker, aus welchem Meinbaugebiet der Wein kommt. Hochtrabende und nichtssagende Bezeichnungen sind durch diese Anordnung ausgeschaltet worden. Da nach dieser Vorschrift auch der verantwortliche Abfüller auf dem Flaschenschild genannt werden muß, sieht der Verbraucher, wer mit seinem Namen für den Inhalt der Flasche gerade stehen muß. Auf der Reichstagung des deutschen Weinbaues vom 22. bis 29. August in Heilbronn wird auch diese Einzelheit der nationalsozialistischen Marktordnung veranschaulicht. Letzte Flandernfahrt des Jahres 1937 am 25. und 26. September. Von der Flandernfahrt, zum Besuch der deutschen Kriegergräber am 4. und 5. Sept., mußten leider eine Anzahl Damen und Herren zurücktreten, da mehr Anmeldungen eingingen als Plätze verfügbar waren. Um aber auch ihre Sehnsucht nach den Grabhügeln ihrer teueren Gefallenen zu stillen und ihnen ein Blümlein der Treue auf das Grab zu legen, findet die 3. und letzte Fahrt dieses Jahres am Samstag, dem 25. und Sonntag, dem 26. September statt. Da noch einige Plätze frei sind, ist Damen und Herren Gelegenheit gegeben, an dieser Fahrt teilzunehmen„bezw. für die Fahrt zu werben. Um die sofortige Einsendung des deutschen Reisepasses sowie des Geldbetrages in Höhe von 32,50 RM bis zum 10. 9 einschl. an die Geschäftsstelle für Kriegsgräberfahrten in Gelsenkirchen, Hüttenstraße 43, wird höflichst gebeten. Verbilligtes Telegramm zum Reichsparteitag. Wie in den Vorjahren führt die Deutsche Reichspost auch zum Reichsparteitag 1937 für die Zeit vom 1. bis einschl. 19. September ein verbilligtes Telegramm ein. Es wird auf dem Schmuckblatt „Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage“, das die Burg von Nürnberg zeigt, ausgefertigt. Das Telegramm ist für den telegraphischen Austausch von Grüßen und von persönlichen und Familiennachrichten zwischen den Besuchern Nürnbergs und ihren Angehörigen, Parteigenossen und Freunden bestimmt, für rein geschäftliche Zwecke darf es nicht benutzt werden. Die Gebühr beträgt mit Schmuckblattausfertigung bis zu 10 Wörtern 75 Rpf., jedes weitere Wort kostet 5 Rpf. Das Telegramm kann von jedermann bei allen Telegraphenanstalten der Deutschen Reichspost und im Gebiet der Freien Stadt Danzig an einen beliebigen Empfänger innerhalb des Deutschen Reiches und im Gebiet der Freien Stadt Danzig aufgegeben werden. Westfälische Kunstausstellung Dortmund 1937. Zum vierten Male seit Schaffung des„Hauses der Kunst“ bereitet die Stadt Dortmund unter Mitwirkung der Landesleitungen Westfalen=Süd und Westfalen=Nord der Reichskammer der bildenden Künste die„Große Westfälische Kunstausstellung“ vor, die vom 2. bis 31. Oktober 1937 in allen Räumen des„Hauses der Kunst“ am Königswall(gegenüber der Femlinde) durchgeführt wird. Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem auch Kunsthandwerker, Architekten, Innenraum= und Gartengestalter ausgestellt haben, sollen bei der diesjährigen Ausstellung nur die Arbeiten der Maler, Graphiker und Bildhauer gezeigt werden. Für die Fachgruppe der Architekten und Kunsthandwerker ist eine Sonder, ausstellung im nächsten Jahre vorgesehen. Die Einladungen zur Beteiligung an dieser Ausstellung, die Ausstellungsbedingungen und Anmeldevordrucke sind soeben an die Künstler herausgegangen. Meldeschluß ist am 6. September 1937. Alle Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an die Geschäftsstelle der Ausstellung: Fremdenverkehrs= und Werbeamt der Stadt Dortmund, Dortmund, Stadthaus, Olpe 1. RUNDFUNR Montag, 23. August 5.50: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 5.55: Leibesübungen— Wiederholung der 2. Abendnachrichten. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Das Kleine Funkorchester. 7.00: Nachrichten, anschließend: Morgenlied— Morgenruf. 8.00: Zeit, Wetter. Wasserstandsmeldungen— Kalenderblatt. 8.10: Ellen Derenbach: Frauenturnen. 8.30: Konzert für die Arbeitskameraden in den Betrieben. Es spielt der Musikzug der SA=Standarte 49, Leitung: Musikzugführer Pazl Häusler. 1. Freies Deutschland, Prolog(W. Rusch); 2. Eine Kompanie Soldaten, Marsch(E. Stieberitz); 3 Sasken, Idyll(E. Kernbach= H. Scharf); 4 Jn schöner Zeit, Walzer(A. Bähre); 5. Heitere Ouvertüre(P. Häusler); 6. Tanz der Hexen und Kobolde, Charakterstück(H. Watzlaff= Steinbech); 7. Landsknechte auf dem Marsch, mittelalterliches Tonbild(Schmeling= Schmidt); 8. Ein Reigen unter blauem Himmel(P. Prager); 9. Zwei Märsche Friedrichs des Großen; Parademarsch; Hohenfriedberger Marsch. 9.00: Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.30: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: Das Wunderkästlein. Märchenspiel von Fritz Süßenbach. 10.30: Richard Heinemeyer: Was brachte der Sportsonntag? 10.40: Sendepause. 11.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln. (In Verbindung mit der DAF). Uebertragung aus Ingendorf b. Stommeln, Landkreis Köln. 13.00: Mittagsmeldungen— Glückwünsche. 13.15: Schloßkonzert. Ausführende: Das Niedersächsische Sinfonie=Orchester, Leitung: Otto Ebel von Sosen. Mitwirkende: Eleonore Sadowsky, Sopran) vom Stadttheater Halle; Kammermusiker Wilhelm Sadowsky(Klarinette). 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Allerlei von zwei bis drei. 15.00: Kinder hört zu: Frau Sonne geht auf Reise. 15.80: Sendepause. 16.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Musik am Nachmittag. Es spielt das Orchester des Deutschlandsenders, Leitung: Ernst Praetorius. 17.00: Der Lotsenkommandeur. Eine Erzählung von Adolf Wildbrandt. Zum 10. Geburtstag des Dichters am 24. August. 17.20: Klavierkonzert im Dreivierteltakt. Solisten: Egbert Grape— Karl Vollstedt(Klavier). 17.45: Der Kampf um den deutschen Lebensraum. Ein Bericht aus der Halle„Der deutsche Lebensraum“ auf der Reichsausstellung„Schaffendes Bolk" in Düsseldori. 18.00: Barnabas von Geczy spielt— Herbert Ernst Groh singt!(Industrie=Schallplatten). 1. Zwei Walzer: a) Frühlingsstimmen(Joh. Strauß); b) Kastagnettenklänge(W. Richartz); 2. a) Ich hab' in den Himmel gesehin, aus der Operette„Das Veilchenmädel“(J. Hellmesberger); b) Treusein, das liegt mir nicht, aus der Operette„Eine Nacht in Venedig“(Joh. Strauß); 3. a) Mexikanische Serenade(E. Kaschubec); b) Cuban=Serenade Midgley); 4. a) Du— du— du, schließ' deine Augen zu, aus der Operette„Wenn die kleinen Veilchen bbühen“(N. Stolz); b) Du nur bist das Glück meines Lebens, aus der Operette„Die Vielgeliebte"(N. Dostal); 5. a) Gedicht(E. Fibich); b) Valse triste(J. Sibelius); 6. a) Vergiß mein nicht, aus dem gleichnamigen Tonfilm(E. de Curtis); b) Du sollst mein Glücksstern sein, aus dem Tonfilm„Broadway=Melodie"(N. H. Brown); 7. a) Sag' beim Abschied leise Servus, langsamer Walzer aus dem Tonfilm„Burgtheater“(B. Kreuder); b) Blauer Himmel, Tango(J. Rixner); 8. a) Du gehst an mir vorbei(J. Heß); b) O mia bella... wir wollen scherzen(M. Ruccione); 9. a) Spitzbub=Polba(J. Rirnec); b) Sicilia, Marschlied(Apollonio). 19.00:„Stuttgart spielt auf!“ Heitere Feierabendmusik. 19.45: 50 Jahre„Made in Germany". Ein Bericht von Oswald Gerhardt. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Die Westdeutsche Wochenschau. 21.00: Opernkonzert. Es spielt das Städtische Orchester Gelsenkirchen, Leitung: Otto Friedrich Solist: Wilhelm Leiseifer(Tenor). 1. Vorspiel zu Mienzi“(N. Wagner): 2. a) Holde Aida, aus „Aida"(G. Vevdi); b) Stretta, aus„Der Troubadour“(G. Verdi); 3. Vorspiel zu„Der Barbier von Sevilla“(G. Rossini); 4. Ballettmusik aus „Undine“(A. Lortzing); 5. a) Ach, wie so fromm, aus„Martha“(F. v. Flotow); b) Postillon=Lied aus„„Der Postillon von Lonjumeau"(A. Adam); B. Zwischenspiel aus„Tiefland“(E. d'Albert); 7. Krönungs=Marsch aus„Die Folkunger“(H. Kretschmer). 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.90 bis 24.00: Nachtmusik und Tanz. Dienstag, 24. August 5.50: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 5.55: Leibesübungen— Wiederholung der 2. Abendnachrichten. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Blasorchester des Haumusikzuges des Reichsarbeitsdienstes Gau 24 Mittelrhein, Koblenz, Leitung: Musikzugführer Willy Kappelt. 7.00: Nachrichten; anschließend: Morgenlied— Morgenruf. 3.00: Zeit Wetter Wasserstandsmeldungen— Kaenderblatt 8.10: Ellen Derenbach: Frauenturnen. schaftsführer führte nicht zum Ziel und so kam es zu einer Strafanzeige gegen den Bäckermeister. In der Beweisaufnahme stellte sich heraus, daß der Angeklagte bereits zehnmal einschlägig vorbestraft ist. Vor Gericht erklärte der Beschuldigte, daß er nie Ueberarbeit verlangt habe, und wenn sie doch geleistet worden sei, so habe man ihn nur hereinlegen wollen. Das Gericht kam aber nach Lage der Sache zu der Auffassung, daß hier endlich einmal durch eine ex mplarische Bestrafung dem Angeklagten gezeigt werden müsse, wie es in der heutigen Zeit in einem Betrieb nicht aussehen darf. Das Gericht erkannte neben einer Geldstrafe von 200 RM auf eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten Gefängnis. Der falsche Kriminalbeamte Eigenartige Amtsannsicung. Heinsberg. Bei dem Inhaber eines Geschäftes in Ratheim(Kr. Heinsberg) erschien dieser Tage ein Mann, der sich als Kriminalbeamter ausgab und erklärte, mit der Fortholung eines seitens der Fürsorge in seinem Hause untergebrachten Mädchens beauftragt zu sein. Sein Auftreten war so bestimmt, daß der Geschäftsinhaber das Mädchen mitgehen ließ. Nach kurzer Zeit kamen ihm jedoch Bedenken. Er benachrichtigte sofort die Polizei, der es gelang, den Aufenthalt des„Kriminalbeamten" und des Mädchens zu ermitteln. Bei der Prüfung der Personalien des Mannes stellte sich heraus, daß er der Vater des Mädchens war, der auf recht eigenartige Weise versucht hatte, seine Tochter der Ueberwachung durch die Fürsorge zu entziehen. Der Vater des Mädchens wird sich demnächst vor Gericht zu verantworten haben. Münsters Hollandanleihe günstig verlängert Zinsfuß um die Hälfte gesenkt. Münster. Die im Jahre 1927 von der Stadt Münster aufgelegten Hollandanleihe von 2.5 Millionen RM. deren 10jährige Laufzeit am 1. November beendet war, konnte jetzt unter günstigen Bedingungen verlängert werden. In den Verhandlungen konnte nicht nur die Laufzeit um weitere 10 Jahre verlängert werden, sondern rückwirkend ab 1. November 1936 wurde der bisherige Zinsfuß von 6 v. H. auf 3 v. H. herabgesetzt. Damit hat die Stadt in ihrem Zinsendienst eine fühlbare Erleichterung erfahren, ganz abgesehen davon, daß die Rückzahlung der Anleibe zum jetzigen Zeitpunkt und zu dem hohen Betrage für Münster in finanzieller Hinsicht mit großen Schwierigkeiten verbunden gewesen wäre. Bürgermeister Terhard. der den Antrag der Stadt begründete, dankte nach Abschluß der Verhandlungen den Holländern für das Vertrauen, daß sie in die Stadt Münster gesetzt haben. Mitglieder der„Deukschland“Besatzung in Pyrmont Sie folgen einer Einladung. Bad Pyrmont. Nach dem Ueberfall von Ibiza hatte der Bürgermeister der Stadt Pyrmont dem Kommandanten des Panzerschiffes„Deutschland“ mitgeteilt, daß die Stadt Bad Pyrmont nach Wiederherstellung der Verwundeten fünf der Verletzten zu einer Nachkur in Bad Pyrmont als Gäste der Stadt aufnehmen möchte Zwei Besatzungsmitglieder des Panzerschiffes„Deutschland“, der Stabsmechanikergast Löffler und der Stabsmatrose Catrup, sind bereits in Bad Pyrmont zu einer vierwöchigen Kur eingetroffen. Sie wurden im Rathaus von Bürgermeister Zuchhold begrüßt. Die Bevölkerung Bad Pyrmonts freut sich, die tapferen Soldaten in ihrem Kreise zu wissen. Sonderpostkarte der Ausstellung„Sammeln am Feierabend“. Für die vom 3. bis 5. September 1937 in den Ausstellungshallen am Zoo in Berlin stattfindende Ausstellung„Sammeln am Feierabend“ läßt die Deutsche Sammlergemeinschaft der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ eine Postkarte herstellen, die in der Reichsdruckerei mit dem Wertstempel der 5=Rpf=Luftpostmarke bedruckt wird. Die Postkarte, auf deren linker Hälfte der Anschriftseite sich eine Abbildung befindet, wird — außer in der Ausstellung— in der Zeit vom 1. bis 10. September auch bei größeren Postämtern verkauft. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Verkaufspreis von 20 Rpf und dem Wertstempel soll der Deutschen SammlerGemeinschaft zufließen. Schriftliche Bestellungen können auch an die Versandstelle für Sammlermarken in Berlin W 30 gerichtet werden. Hier werden die Postkarten bis Ende September vorrätig gehalten und zu den üblichen Bedingungen abgegeben. 9 2. Geloloiterie oes Leichslustschutzbundes 4 3200000 Cospreis 50 psg-doppellos ikm Arbeitstagung der Rechtsstellen der Partei Frank über das neue Recht Kampf für die Durchsetzung der nationalsozialistischen Rechtsidee München, 21. August. Der Reichsleite.3 Reichsrechtsamtes der NSDAP., Reichsminister Dr. Hans Frank, hat sämtliche Rechtsstellen der Partei, der Gliederungen und angeschlossenen Verbände zu einer Tagung nach München zusammenberufen. Zuerst sprach Reichsleiter Walter Buch, der Oberste Parteirichter, über die Gerichtsbarkeit der NSDAP. Die Parteigerichte sind Teil der Führungsgewalt der NSDAP. jener Führungsgewalt, die es ermöglicht, die Führerschicht des deutschen Volkes heranzubilden und zu erziehen, die, im Gedankengang und nach dem Vorbild des Führers erzogen, das deutsche Volk endlich in die Lage versetzt, den seinen hohen Gaben und seinem Fleiß entsprechenden Einfluß auf dem Erdteil durchzusetzen. Von dieser Grundhaltung muß der Richter ausgehen: Von der Liebe zu seinem Volk. Vor allem ist es Aufgabe des Rechtswahrers, innerhalb der NSDAP. das noch in weitem Umfang schwelende Mißtrauen auszulöschen. Deshalb muß er auch Vertrauen schenken, wie auch der Führer dem deutschen Volke Vertrauen schenkt. Dann ergriff der Leiter des Reichsrechtsamtes, Reichsminister Dr. Hans Frank, das Wort. Was sich heute auf dem Gebiete des Rechtslebens unseres Volkes ereignet so führte er u. a. aus, ist die geschichtliche Auseinandersetzung zweier Rechtssysteme. Es wird im allgemeinen viel zu wenig beachtet, daß der Punkt 19 unseres Parteiprogramms eine völlige Wendung der deutschen Rechtsgeschichte bedeutet. Zum erstenmal in der deutschen Geschichte findet hier die Forderung nach einem deutschen Gemeinrecht seine programmatische Formulierung. Zur Durchsetzung der revolutionären nationalsozialistischen Rechtsidee hat der Führer das Reichsrechtsamt der NSDAP. bestimmt. Ihm stehen die Akademie für deutsches Recht und die große ständische Organisation des Nationalsozialistischen Deutschen Rechtswahrerbundes helfend zur Verfügung. Bei der Verfolgung des Zieles, ein neues volksnahes deutsches Recht zu schaffen, gehen wir von dem Grundsatz aus, daß Recht ist, was dem Volke dient, und Unrecht, was ihm schadet. Das Reich Adolf Hitlers ist kein Gewaltstaat und kein Willkürregiment, sondern nach dem Willen. des Führers ein in einheitlicher rechtlicher Geschlossenheit gewordenes Machtgebilde. Wir haben einem Reich zu dienen, das in einer klaren nationalsozialistischen Rechtsordnung verankert ist.— Führertum ist keine Willkürherrschaft, sondern rechtsgebundenes verantwortliches Handeln. Mit aller Schärfe wenden wir uns gegen jene verleumderischen Behauptungen des Auslandes, daß es in Deutschland keine unabhängigen Richter gebe, weil sie ihre Entscheidungen treffen unter der Macht des Einflusses der Bewegung. Dem halten wir entgegen: die Freiheit des Einzelnen ist auf Grund der nationalsozialistischen Rechtsordnung sichergestellt, und noch nie war ein Richter freier und unabhängiger als der Richter im nationalsozialistischen Deutschland. Wenn wir dem Einzelnen auf Grund unserer Rechtsordnung aber im Rahmen der Volksgemeinschaft seine Frei heit sicherstellen, dann sind wir gewillt, uns mit aller Entschlossenheit gegen Mächte zu wenden, die versuchen sollten, diese Freiheitsgewährung auf Grund der deutschen Rechtsordnung mißbrau chen zu können. Gauamtsleiter Dr. Kranek, der Leiter des Rechtsamtes der Auslandsorganisation der NSDAP., sprach über„Die Rechtsstellung der Auslandsdeutschen“. Die Pflichten lauten vor allem: Deutscher Sozialismus und nationale Disziplin. Sie bedeuten: Treue gegenüber Volk und Staat in allen Lebenslagen. Jeder Deutsche im Ausland muß zu jeder Stunde in seinem Tun und Lassen diese Treue halten. Den vermehrten Pflich ten jedes einzelnen Deutschen im Auslande ent spricht aber auf der anderen Seite seine gesteigerte Geborgenheit, eine erhöhte Verpflichtung der Volksgemeinschaft ihm gegenüber, verstärkter Schutz seitens des Reiches. Am Sonnabendvormittag wurde, wie die NSK meldet, die Tagung des Reichsrechtsamtes der NSDAP. in München mit allen Vertretern der Rechtsstellen der Partei der Gliederungen und der angeschlossenen Verbände im Rathaussaal fortgesetzt. Nach kurzen einführenden Worten des Reichsleiters des Reichsrechtsamtes, Reichsminister Dr. Hans Frank, begannen sofort die Referate der Amtsleiter des Reichsrechtsamtes. In umfassender Form wurden darin von den Mitarbeitern dieser Zentralstellen der ideellen und sachlichen Rechtsarbeit der Bewegung sämtliche Gebiete besprochen, die überhaupt unter dem Gesichtspunkte der Rechtspolitik der NSDAP. behandelt werden können. Nach den Referaten ergriff Reichsleiter Reichsminister Dr. Hans Frank das Wort, um das Ergebnis dieser Arbeitstagung noch einmal zusammenzufassen. Er teilte unter allgemeiner Zustimmung mit, daß dem Wunsche der Teilnehmer entsprechend nunmeyr regelmäßig Zusammenkünfte zustande kommen würden, um die Spezialaufgaben, die die Gesamtbewegung auf dem Gebiete des Rechts einheitlich zu vertreten hat, zu erörtern. Dieser Arbeitskreis der Rechtsstellen der Partei, ihrer Glieberungen und angeschlossenen Verbände werde dann die Grundlagen sichern, um in einheitlicher Richtung und klarer methodischer Zielsetzung den Kampf für die Durchsetzung der nationalsozialistischen Rechtsidee weiterzuführen. Interne Arbeitssitzungen beschlossen diese erste große Tagung des Reichsrechtsamtes der NSDAP. ... inf Tote Kriegszustand für Korea Flammenmeer über Schanghai- Känpfe an allen Fronten DNB Tokio. 22. August.(Drahtb.) Der Kommandeur der japanischen Armee in Korea, General Koiso, weist in einem Aufruf an die Bevölkerung Koreas auf die Möglichkeit der weiteren Verschärfung des Konfliktes zwischen Japan und China hin. Koreas strategische Lage lege seinen Bewohnern besondere Verpflichtungen auf, weshalb man auch die Verkündung des Kriegszustandes für Korea beschlossen habe. Das Hauptaugenmerk sei auf Stärkung der Luftverteidigung gerichtet, um jeden chinesischen Luftangriff unmöglich zu machen. Chinesische Angriffe zurückKampfhandlungen auch südlich von Peiping und Tientsin Tokio, 22. August.(Ostasiendienst des DNB.) Nach Meldung des japanischen Marinekommandos in Schanghai haben in der Nacht zum Sonntag starke chinesische Angriffe auf die japanischen Verteidigungsstellen in Schanghai stattgefunden. Alle diese Angriffe, die teilweise mit chinesischen Panzerwagen vorgetragen wurden, sind unter großen Verlusten der Angreifer zurückgeschlagen worden. Auch an der Lianghsiang-ront südlich von Peiping wurden chinesische Truppen zurückgeschlagen, die einen Angriff zur Rückeroberung einer am Vortage verlorenen Stellung unternommen hatten. Die japanische Luftwaffe hat nicht nur die chinesischen Stellungen in und bei Schanghai, sondern erstmalig auch die Hauptstellungen der chinesischen Zentralarmee im Süden von Peiping bombardiert. Vom Hauptquartier der japanischen Nordchina=Garnison wird mitgeteilt, daß im Stadtgebiet von Tientsin neuerlich Unruhen ausgebrochen sind, die von versteckten Resten der 29. Armee angezettelt worden waren. Südlich von Tientsin, an der Eisenbahn Tiensin—Pukau, haben nun ebenfalls Kämpfe begonnen. Japanische Truppen griffen die vorgeschobenen Stellungen der Chinesen an, die nach heftigen Gegenangriffen, bei denen sie schwere Verluste erlitten, in Richtung auf Matschang zurügetrieben wurden. In Tokio mißt man den aus China vorliegenden Meldungen um so größere Bedeutung bei, als aus ihnen ersichtlich ist, daß nunmehr die Kampfhandlungen an allen Frontabschnitten des japanisch=chinesischen Konfliktes entbrannt sind. Feuerwehren können nicht eingreifen Schanghai, 22. Augnst.(Östasiendienst des DNB.) Am Sonnabend stand ein Stadtgebiet, das sich über die Fläche von mehr als ein Quadratkilometer erstreckt, in hellen Flammen. Das Feuer wird von einem kräftigen Südwind angefacht, so daß es stündlich nach Norden an Ausdehnung gewinnt. Ungezählte Chinesenhäuser wurden im Laufe des Tages von den Flammen erfaßt. Im Östviertel der internationalen Niederlassung ist ebenfalls schon eine Reihe von Großfeuern entstanden. Es greift keine Feuerwehr ein, da die brennenden Gebiete zeitweise unter Artilleriefeuer stehen. Schon durch die bisherigen Brände wurden Millionenwerte vernichtet. Die Einäscherung der Häuser und Industrieanlagen bedeutet für Schanghai einen Wirtschaftsschlag, wie er noch nie, selbst im Jahre 1932 nicht, erlebt wurde. bunte Von niedergehendem Gestein erschlagen Zwei Todesopfer auf dem Vitzthum=Schacht, DNB Eisleben, 22. August(Drahtb.) In der Nacht zum Sonnabend verunglückten tödlich auf dem Vitzthum=Schacht der Mansfeldschen Kupferschmiede=Aktiengesellschaft der 34jährige Hauer Bernhard Kaczmarek aus Klostermansfeld und der 27 Jahre alte Lehrhauer Rudolf Block aus Burgörner durch niedergehendes Gestein. Beide waren als besonders tüchtige und umsichtige Bergleute bekannt. Ein Todesurteil vollstreckt DNB Berlin, 22. August(Drahtb.) Am 21 August 1937 ist der am 3. Mai 1905 geborene Anton Festlicher Abschluß der Jubiläumswoche DNB Berlin, 22. August.(Drahtb.) Die Trachtengruppen der deutschen Stämme zogen Sonntagnachmittag in langem bunten Zug zur großen Abschlußkundgebung der 700=Jahrfeier zum Lustgarten, um der Reichshauptstadt ihre Huldigung darzubringen. Während die 10000 Mitglieder der in Berlin ansässigen Landsmannschaften zusammen mit Abordnungen aus Oesterreich, Sudetendeutschland und dem Egerlande aufmarschierten, hielten ungezählte Tausende von Berlinern trotz strömenden Regens eisern stand um sich auch dieses letzte große Schauspiel der Jubiläumswoche nicht entgehen zu lassen. Schlachtschiff„Liktorie“ vom Stavel gelaufen Schwesterschiff der„Vittorio Veneto“ DNB Mailand, 22. August.(Drahtb.) In Gegenwart des italienischen Königspaares, verschiedener Prinzen sowie des Parteisekretärs Starace und der faschistischen Provinzsekretäre ganz Italiens ist am Sonntag das 35000 Tonnen Schlachtschiff„Littorio“ in der Ansaldo=Werft von Genua glücklich vom Stapel gelaufen. Dem Stapellauf wohnte eine Volksmenge von über 100000 Personen bei. Vor der Werft hatte das 2. Flottengeschwader Aufstellunng genommen, das mehrere Ehrensalven feuerte. Das Schlachtschiff„Littorio" ist ein Schwesterschiff der„Vittorio Veneto“, die am 25. Mai in Triest vom Stapel lief. Das Schiff ist 330 Meter lang und ist mit neun Geschützen von 381 mm sowie modernster Panzerung und Luftabwehr ausgerüstet. Auch Schaf- und Ziegenställe gibt es in der Milchwirlschaftlichen Ausstellung Dotzauer aus Rastatt hingerichtet worden, der von dem Schwurgericht in Karlsruhe wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Der Verurteilte, ein vielfach vorbestrafter Gewohnheitsverbrecher, hat in der Nacht zum 8. September 1936 den Wachmann des Schutz= und Sicherheitsdienstes BadenBaden Artur Nock, der ihn bei einem Diebstahl gestellt hat, niedergeschossen. Zwei ködliche Abslüirze am Großglockner. DRV Wien. 22. August.(Drahtb.) Am Freitag stürzten vom Großglockner zwei- Touristen beim Ködnitz=Kees tödlich ab. Die Identität der beiden Verunglückten, die aus München stammen sollen, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Die Internationale Milchwirtschaftliche Ausstellung in Berlin, die erste dieser Art, gibt einen umfassenden Ueberblick über die Gebiete, die mit der Milchwirtschaft zusammenhängen. Selbst Ziegen sieht man hier auf der Weide.(Scherl=Bilderdienst=M.) bei einem Kraftwagenunglück in der Wojewodschaft Posen DNB Warschau, 22. August(Drahtb.) Ein schweres Kraftwagenungluck trug sich bei Warschau in der Wojewodschaft Posen zu. enfolge der Unachtsamkeit des Chauffeurs durchfuhr ein Lastwagen mit 18 Landarbeiterinnen und Landarbeitern bei einer Bahnkreuzung die geschlossene Schranke und stieß mit einer rangierenden Lokomoeive zusammen. Fünf Insassen des Kraftwagens waren sofort tot, sieben weitere Personen wurden verletzt. Drei von ihnen befinden sich in Lebensgefahr. Der Chauffeur hatte sich, als er sah, daß der Lastwagen nicht mehr rechtzeitig zum Stehen gebracht werden konnte, durch Absprung gerettet und den führerlosen Wagen seinem Schicksal überlassen. Granaten sind keine Spielzeuge Drei Todesopfer in einem polnischen Dorf. ORB Warschau, 22. August.(Drahtbericht.) Kinder aus dem Dorf Sloboda Zlota bei Brzesany in Östgalizien fanden beim Spiel auf dem Felde eine Granate, die wahrscheinlich noch aus dem Weltkrieg stammte. Als die Kinder das Geschoß in ein Feuer legten, explodierte es und tötete zwei Knaben im Alter von 9 und 10 Jahren und verletzte einen dritten Jungen so schwer, daß er auf dem Transport in das Krankenhaus starb. Großfeuer in Boulogne sur Mer Das Kasino=Gebäude niedergebrannt DNB. Paris, 22. Aug.(Drahtb.) Gegen Schluß der Vorstellung des städtischen Kasinos in Boulogne sur Meer brach dort am Sonnabend ein Großfeuer aus. Der Dirigent des Orchesters forderte die Zuhörer auf, runig den Saal zu verlassen, was auch geschah. Als die Feuerwehr eine Viertelstunde später eintraf, konnte sie das Kasino=Gebäude nicht mehr retten, das mit Ausnahme des Baccarat=Saales ein Raub der Flammen wurde. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Millionen Franken. Ortschaft aus Versehen beschossen DRB Paris. 22. August.(Drahtb.) Die Bevölkerung der kleinen lothringischen Ortschaft Altweiler wurde am Freitag von einem panikartigen Schrecken befallen, als plötzlich ein ganzer Hagel von Granaten auf das Dorf niederging. Wie sich später herausstellte, ging dieser Beschuß von den Befestigungen der Maginotlinie aus und war auf eine falsche Einstellung der Artillerie zurückzuführen. Glücklicherweise wurde blind geschossen. Richtsdestoweniger haben zahlreiche Gebäude der Ortschaft stark gelitten. Insbesondere die Kirche wurde in Mitleidenschaft gezogen. Erst nachdem der Bürgermeister von Altweiler sich telefonisch mit den Militärbehörden in Verbindung gesetzt hatte, wurde die Beschießung eingestellt. Zusammenstoß zwischen Schulflugzeug und Militärmaschine in Cannes. DRV Paris, 22. August.(Drahtb.) Am Freitag ist ein Schulflugzeug in Cannes in 15 Meter Höhe bei der Landung mit einem Militärflugzeug zusammengestoßen, das die eine Tragfläche des Schulflugzeugs abriß. Der 42 Jahre alte Fluglehrer kam ums Leben, ein Flugschüler wurde leicht verletzt. Der Fliegerhauptmann und der Beobachter des Militärflugzeuges hatten von dem Zusammenstoß nichts bemerkt und erfuhren von ihm erst bei der Landung. Kraftwagen vom Zuge erfaßt Drei Tote und drei Schwerverletzte bei einem Unglück in Stockholm DNB. Stockholm, 22. Aug.(Drahtb.) Auf einem Bahnübergang wurde ein Privatkraftwagen von einem Zuge erfaßt. Drei Insassen des Kraftwagens wurden getötet, während drei weitere schwere Verletzungen davontrugen. Die Lokomotive des Zuges entgleiste. Erdbeben in Manila Zahlreiche Verletzte DNB Newyork, 22. August(Drahtb.) Freitag abend wurde die Stadt Manila und ihre weitere Umgebung durch zweiheftige Erdstöße, die innerhalb von zwanzig Minuten erfolgten, erschüttert. Mehrere große Gebäude und eine Anzahl Kirchen wurden beschädigt. Das Elektrizitätswerk wurde lahmgelegt, so daß die Stadt in Dunkelheit gehüllt wurde. Die Einwohnerschaft flüchbete von Panik ergriffen aus den Wohnhäusern und Hotels. Es Gab zahlreiche Verletzte. Der erste Erdstoß erfolgte gerade, als amerikanische Flüchtlinge aus Schanghai im Hafen landeten. Hauptschriftleiter: Joseph Hasier Bochum(z. Zt. in Urlaub). Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Peier Sch.ffers, Bochum. Verantwortlich: Für den politischen, kulturpolitischen und ben Unterhaltungsteil: Joseph Hasler, Bochum(z. Zi. in Urlaub), in Vertretung: Peter Sciffers, Bochum; für den lokalen Teil der Ausgabe Bochum: Peter Schiffers, 1. V Werner Kruge., Bochum; für Westdeutsche Umschau: Georg Wilhelm Kruse, Bochum(s. Zt im Urlaub), t. V. Werner Krüger; für das Verbreitungsgebiet der Ausgabe Bochum und den Umbruch: Werner Krüger, Bochum; für den lokalen Teil der Ausgaben Hattingen und Essen=Steele: Dr. Joseph Kiösters, Essen=Steele; für Sport, Handel und den lokalen Teil Wattenscheid: Ferdinand Julius Landese/ o. Bochum; für den Bilderdienst die einzelnen Abteilungsleiter. Für den Anzeigenteil Vochum: Karl Lenze Bochum: für den Anzeigenteil Hattingen/E.=Steele: Elly Becker, Haltingen; für den Anzeigentetl Wattenscheid: Hermann Lülher, Wattenscheid.— Zur Zeit ist Preisliste Nr 8 gültig— Verlag und Druck: Schürmann& Klagges Bochum D.=A. VII. 1947: über 11 500(davon Ausgabe A: Westfälische Volkszeitung Bochum über 7600, Ausgabe B: Volkszeitung für Ennepe=Ruhr Steeler Zeitung über 2600, Ausgabe Os Morgenzeitung Wattenscheid über 1100). Heinrich Haarmann Else Haarmann geb. Kruber Vermählte Bochum, den 23. August 1937 Hattinger Straße 58 Die Famllienfeler findet Im Stammhaus Bochum-Stiepel, Am Gebrannten, statt. Ein teures Vaterherz hat aufgehört zu schlagen. Ou lieber guter Vater Du Enthoben blet Du allen Erdenplagen Fid Wir gönnen Dir die ow'ge Ruh Nach Gottes hl. Willen entschllef heute mittag nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Lelden, gestärkt mit den nadenmitteln der röm.-kath. Klrche, unser lleber guter Vater, Schwlegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der wohlachtbare Herr August Follert Im Alter von 67 Jahren. In tiefer Trauer: Kinder u. Enkelkinder Bochum(Schulstr. 8), Dortmund, Georgsmarlenhütte b. Ösnabrück, Kirchderne, Liebenau, Braunsberg und Danzig, den 21. August 1937. Die Beerdlgung findet am Dienstag, dem 24. Aug. 1937, nachm. 14 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes am Frelgrafendamm aus statt. Das Seelenamt Ist am glelchen Tage, morgens 8 Uhr, In der St. Antonluskirche. St.Antonius-Piarrgemeinde Bochum Nachrufl Zum zwelten Male in diesem Monst hat die St. Antonlus-Pfarrgemelnde den Verlust olnes treuen Mitgliodes des Kirchenvorstandes zu beklagen. Am Samstag, 21. August 1937, mittage 12 Uhr, rlef Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Diener, den Rentner Herrn August Follert nach längerem mit größter Geduld ertragenem Leiden, versehen mit den Hellsmittein unserer hi. Kirche, zu sich in die Ewigkolt. Selt langen Jahren gehörte Herr August Follert dem Kirchenvorstande unserer St. Antonlus-Pfarrgemelnde an, und er zelgte stets das größte interesse für das Wohl der Gemelnde. Kelne Mühe und Arbelt scheute er, wenn es galt, das Gemelndeleben zu festigen und zu fördern. Seln bescheldenes, selbstioses Wesen und seln edler, aufrichtiger Charakter sicherten Ihm das Vertreuen und die größte Wertschätzung der ganzen Pfarrel ble zu selnem Tode. In aufrichtiger Dankbarkelt gedenken wir stets seiner Tätigkelt Im Dienste der Gemelnde. Gott, der Herr, sel dem Verstorbenen fûr alles Gute, das er gewirkt aus odier Gottesllebe, oln relcher Lohner. Bochum, den 28. Augost 1987. Der Kirchenvorstand I. V.: Komner. Vikar. Des felerliche Seelenamt findet statt am Diensteg, 24. August, morgens 8 Uhr in der St. Antonlus-Pfarrkirche. Die Beerdglung Ist nachmittags 2 Uhr auf dem Hauptfrledhof. Nech Gottes hl. Willen entschllef am Samstag vormittag 7.15 Uhr melne Innigstgellebte Frau, unsere gute Tochter, Schwlegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Hedwig Freitag geb. Körschen Sie starb nach kurzem, schwerem Lelden, vorbereltet durch einen christlichen Lebenswandel und versehen mit den Tröstungen unserer hell. Kirche, Im Alter von 35 Jahren. Dleses zelgen mit der Bitte um stille Tellnahme an: Namens der trauernden, Hinterbllebenen Heinrich Freitag. Bochum(Schmechtingstr. 36), den 21. August 1937. Die Beerdlgung findet am Mittwoch, dem 25. August, vormittags 8.45 Uhr, vom Trauerhause, Schmechtingstraße 36, aus statt. Das Seelenhochamt ist vorher um 8 Uhr In der Drelfaltigkeltskirche. Allen, denen aus Versehen kelne besondere Nachcht zuging, diene diese als solche. (. Erz-Bruderschaft der hl. Famille Bochum Montag, 28. August, 10.30 Uhr, Beerdigung d. Mitgliedes Anton Schreiber vom Friedhof an der Blumenstr. aus. Hl. Messe in der Klosterkirche 26. 8., Uhr. Die Mitglieder, besonders jene der Propstei= Pfarrei, mögen sich recht zahlreich beteiligen. Erz-Bruderschaft der hl. Famille Bochum. Dienstag, 24. Aug., Uhr Beerdigung des Mitgliedes August Follert vom Freigrafendamm aus. Hl. Messe in der Klosterkirche 27. 8., Uor. Die Mitglieder, besonders jene der Antonius-Pfarrei mögen sich recht zahlreich beteiligen Kain. Arbeiter-Verein U. männer-Apostolat St.AntoniusBochum Unser Mitglied Rentner August Follert ist gestorben. Das feierliche seelenamt ist am Dienstag morgen 8 Uhr in der St Antoniuskirche. Die Beerdigung iit nachmittags Uhr vom Eingang des Haupt= friedhofes. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Mütter- und Eli abeth-Verein Meinolphus Bochum. Unser Mitglied Ehefrau Maria speith geb. Benning ist gestorben. Die Beerdigung ist Dienstag, den 4. August, nachm. sum 3 Uhr von der Leichenhalle des Hauptfriedhofes. Das Seelenamt ist am gleichen Tage sum 8 Uhr in der Meinolphuskirche. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. FamilienNachrichten aus anderen Zeitungen Geboren: Essen: Tochter: Dr. Karl Heinz Pohle und Frau Verlobte: Essen: Edith Klee mit Dipl.=Ing. Wilhelm Brinkert Anneliese Kohl mit Werner Trüby Vermählte: Essen: Dr. jur. Heinz Küm= merlein, Landgerichtsrat, mit Thea Darmann August Grünhoff mit Leni Dorawa Gestorben: Essen: z Knappstein Jahre Essen=West: Frau Luise Schweizer, 46 Jahre Essen=Stadtwald: Peter Kuhlmann 71 Jahre E.=Margarethenhöhe. Karl Rohde 82 Jahre Kath. für ruhig. Haushalt (Einsamilienhaus) gesucht. Bochum, Wittener Straße 152. Suche sofort ein zuverlässiges, kath Selb. muß zu Hause schlafen konnen. Bochum, Kronenstraße 12, 1. Etage. Die Zeitung läßt Dich über die Enge des Tages hinausschauen! Theologlsche Bücherei geb. u. gut erh., im ganzen od geteilt, Für die aus Anlaß unserer Goldenen Hochzeit und zu melnem 60 jährlgen Berufsjublläum erwlesenen vielen Ehrungen und Aufmerksamkelten sprechen wir unseren herzllchen Dank aus. Bochum, Im August 1937 Carl Simon und Frau Gewinnauszug 5. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden teilungen I und II Auf jede ge in 12. Ziehungstag 20. August 1937 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 RM. 2 Gewinne zu 10000 RM. 4 Gewinne zu 6000 RM. 10 Gewinne zu 3000 RM. 370461 384808 10 Gewinne zu 2000 RM. 384740 386382 38 Gewinne zu 1000 RM. 33679 49584 61337 89265 96777 104199 107943 121234 134968 142090 187557 211641 247624 296614 335913 344153 354789 396740 397182 80 Gewinne zu 500 RM 2230 10388 10458 39698 46415 50546 51775 62800 65111 67709 86169 89323 121199 121927 148755 363190 383391 104185 301531 32683 315859 354556 2002 31128 245746 87619 188460 222167 261962 372234 190019 222253 267947 374063 194177 224966 287296 377116 206994 249241 292338 386776 213998 258443 294514 392486 168200 221477 26030 340081 190 Gewinne zu 300 RM. 4483 5112 8844 14478 15523 18889 20157 20267 23287 27620 32176 46433 49408 53587 57732 62548 63056 69032 70894 76453 78432 80175 81936 90871 109627 114432 117073 119072 125794 143789 158329 184551 197626 227681 257989 288330 327005 348389 870967 127576 144732 163009 190489 199700 243191 266263 291010 332481 349700 373423 128490 44995 164407 191787 206400 248802 268474 305358 358590 352026 383842 128917 49905 179166 191821 213379 250556 277945 309018 338866 352985 392060 124215 129344 15344 183098 196063 218845 264864 287316 320540 340098 357394 10710 125428 143479 156734 184406 196153 220001 257601 287519 325271 341776 369420 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 30000 RM. 2 Gewinne zu 10000 RM. 4 Gewinne zu 5000 RM. 10 Gewinne zu 3000 RM. 307263 360746 6 Bewinne zu 2000 RM. 56 Gewinne zu 1000 RM. 78653 88068 103225 155666 157898 178060 230755 261791 297728 340516 350407 353908 800582 94 Gewinne zu 500 RM 181024 191196 8627 71772 99728 171490 298216 17984 6482 109375 211022 300877 369964 140656 12506 43825 220466 318500 371691 10206 22028 89872 45788 58624 63827 64227 85432 89223 91827 94106 107905 111566 114360 114383 298519 44395 144818 228799 326484 375122 24156 86734 126061 181406 223582 310474 364979 139742 186518 224400 313682 367515 147314 86603 231056 328217 373071 167307 197897 269487 328675 376939 171076 204062 304910 332283 378658 174483 209647 306529 356177 392036 166 Gewinne zu 300 RM. 1360 10786 20709 22221 22473 25224 25605 26825 82369 35068 35296 37761 38816 43013 44699 44786 46217 49348 50652 50888 54180 65484 82611 82884 84136 88595 89469 108019 113591 118608 126989 155860 195787 218400 277259 318373 331842 340832 372266 131914 178412 203585 228333 278206 319042 335809 347431 377515 13. Ziehungstag 137039 185544 204841 250209 279079 319301 336959 351457 380766 143984 186490 208284 260670 290301 321952 337629 356178 387205 153376 191090 208739 270480 290883 330424 339023 362877 125445 155704 194468 209111 277201 314261 331602 340063 365888 21. August 1937 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 6 Gewinne zu 5000 RM. 6 Gewinne zu 3000 RM. 24 Gewinne zu 2000 RM. 160658 234196 236634 241814 339672 358148 374690 172940 14973 36009 364444 225575 256304 315631 50680 65947 93929 264367 275292 54 Gewinne zu 1000 RM. 10780 15967 28374 40294 99351 10780 129778 165447 157740 158834 190950 194068 201467 232140 237116 238980 269893 270498 272573 276631 321280 336551 363399 368317 369653 877594 389014 399374 128 Gewinne zu 500 RM. 1044 1365 7180 9321 27864 41120 42190 45691 47723 47944 55676 56195 60989 62551 70559 76290 77529 78490 89164 89306 95209 100147 106500 110960 125141 127934 130016 133498 155156 155538 155770 167334 205028 235134 278017 329744 358327 171029 213386 236778 283418 341879 378436 179712 216921 239465 300765 353010 394643 180938 219097 249798 301371 353924 182450 224165 268688 301729 356841 194766 228211 269453 320162 357308 186 Gewinne zu 300 RM. 7646 8384 13943 23227 24128 24568 26170 30604 36396 42543 44598 45944 50175 50809 51847 54155 55490 59368 64424 71220 80954 81635 82488 83173 91016 91740 96507 100457 102044 106640 109256 110610 120016 127413 132085 132224 134345 137166 156359 169793 210135 238143 272331 817108 845040 359844 377450 395064 169285 174338 226147 240321 276962 324418 352709 362244 878981 163467 182974 226721 260904 277323 334900 355710 366765 380741 163973 200211 227207 261807 279667 342253 356660 367049 885168 168534 200776 228726 268585 303701 343333 357129 368757 390894 168547 207103 229653 272297 307265 344457 359654 374626 394880 168971 810799 87499 186023 80157 14836 252704 350269 883423 96497 149553 256039 367366 8744 19518 42219 112860 129686 135207 195656 239611 322134 222059 308656 206899 246581 345087 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 2 Gewinne zu 5000 RM. 6 Gewinne zu 3000 RM. 4 Gewinne zu 2000 RM. 73812 113463 143700 336006 357456 32 Gewinne zu 1000 RM. 3388 181480 202347 219252 275381 291657 306366 390766 64 Gewinne zu 500 RM. 51567 81130 109807 161904 176449 184297 220478 223078 229778 255655 267887 289372 863103 364156 877969 184 Gewinne zu 300 RM. 4066 8326 16511 20384 22451 23272 28068 30169 30190 81253 33649 34347 85166 85488 48212 55537 59431 70576 72929 78813 79375 87735 92037 94226 98660 110996 111111 114881 124213 126191 131122 132839 133387 136242 138167 141515 143219 149554 152171 157846 166983 170411 173443 174772 175535 176242 178767 181691 182359 189902 196524 202484 204944 208625 217021 231161 241866 244391 244856 260794 261050 264615 266342 275994 279628 279962 282969 285163 287285 310795 315850 317653 317698 818720 325136 340147 840617 354389 366249 357709 359959 360696 862681 368309 373725 383044 383117 383691 387489 390379 891242 393381 190118 237555 304354 892800 liefert in kürzester Frist Sibk. 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Die Verdingungs=Unterlagen iegen bei der Bauunterhaltungsabteilung, Rathaus, Zimmer 342, zur Einsicht auf und können, solange der Vorrat reicht, von dort bezogen werden. Zusendung durch die Post erfolgt nicht. Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift verlehene Angebote sind bie Montag, den 30. August 1937, 11 Uhr, del der oben genannten Diensistelle rechtzeitig abzugeben, wo um diese Zeit die Oeffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Bochum, den 21. August 1937 Der Oberbürgermeister. ... und prächtige Anzugund Mantelstoffe für den Herbst finden Sie jetzt schon bel Karl Hofmann jr. dessen großes Lager alle Ihre Wünsche erföllt! BONGARDSTRASSE 4 Dergebung von Maurer- und Installationsarbelten Zum Umbau des Umkleidehauses auf dem Volkssportplatz an der Castroper Straße in Bochum sollen die Maurerund Installations=Arbeiten vergeben weiden. Die Verdingungs=Unterlagen legen beim Stadtamt für Leibesübunjen, Rathaus, Zimmer 421, 4. Oberjeschoß zur Einsicht auf und können, olange der Vorrat reicht, von dort bezogen werden. Zusendung durch die Post erfolgt nicht. Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind rechtzeitig bis Sonnabend, den 8. August 1937, 11 Uhr, bei der oben bezeichneten Dienststelle abzugeben, wo um diese Zeit die Oeffnung der Angevote im Beisein etwa erschienener Sieter erfolgt. Bochum, den 21. August 1937 Der Oberbürgermeister. Vergebung von Erdarbelten Hermann Hutmacher Ruf 67101 Bochum, Große Beckstr. 19 Erstes Fachgeschäft für Beerdigungswesen — Ueberführungen— vergeben werden. Die Verdingungshefte sind bei der Straßenbauabtetlung im Rathaus, Zimmer 370, erhältlich. Der Termin für die Einreichung der Angebote ist auf Montag, den 30. August 1937, 11 Uhr, festgesetzt. Verspätet eingehende Angebote werden nicht berücksichtigt. Bochum, den W. August 1937 Der Oberbürgermeister. 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