Dolks Ausgabe B Bezugspreis: monatlich RM 8,15 oder halbmonatlich RM 1,09 einschl. Betenlohn.— Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Anzeigenpreise: Gesamtauflage 6 Pfg., Ausgabe A 6 Pfg., Ausgabe B 3½ Pfg., Ausgabe O 8 Pfg. Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pfg. Ausgaben B u. C 25 Pfg. je mm für den rheinisch-westfälischen Industriebezirk Volkszeitung für Ennepe und Ruhr verbunden mi Steeler Beitung Geschäftsstelle und Schriftleitung Hattingen, Viktor Lutze=Str. 12, Fernruf 2093 65. Jahrgang Geschäftsstellen: Hattingen, Viktor=Lutze=Str. 12, Fernr. 2095, Postscheckkonto Essen 1950; Essen=Steele, Westsalenstraße 302, Fernr.582 80, Postscheckkonte Dortmund 19 886; Wattenscheid. Fretheitstr 16 Ferne 1076, Postscheckk. Dortmund 80 680; Bochum Mühlenste. 19 bis 14, Fernr. 647 46 Bostscheckt Dortmund 6146 Druck u. Verlag: Schürmann& Klagges. Bochum Ni. 306 1936=37 Unglaubliche Vorgänge in Holland! Unter den Augen der Polizei, die nicht eingreift!— Auch die Regierung schweigtdazu!— Und selbst Prinz Bernhardfindet kein Wort des Protestes haben Angehörige Zeichen ihrer Verin dem sie leben, DNB. Essen, 30. Dez.(Drahtb.) Unter der Ueberschrift„Eigenartige holländische Hochzeitssitten— Polizei und Regierung sehen Schmähungen der Hakenkreuzflagge zu" schreibt die„Nationalzeituna" in Essen: „Holland schmückt sich zum Feste der Hochzeit seiner Kronprinzessin Juliane mit dem deutschen Prinzen Bernhard zur Lippe=Biesterfeld. Fahnen und Girlanden zieren Straßen und Häuser: Schon jetzt sind die Zeitungen angefüllt mit langen Berichten über den deutschen Prinzen, der von der holländischen Bepölkerung mit größter Freude und Liebenswürdigkeit aufgenommen wurde. Nur eins beruhigt gewisse Kreise in Holland nicht nämlich die Tatsache, daß es sich um einen deutschen Prinzen handelt Leider wurden die Vorbereitungen zu dem Staatsakt durch höchst unerfreuliche Zwischenfälle gestört. Wie das selbstverständlich ist, der reichsdeutschen Kolonie als bundenheit mit dem Gastland, auch ihr Haus mit Fahnen geschmückt, und da es sich um einen deutschen Prinzen handelt, der als Prinzgemahl nach Holland kommt, wurde von diesen Deutschen die Reichsflagge gehißt. Die Aufziehung der Hakenkreuzflagge hat gewissen Kreisen der holländischen Bevölkerung Anlaß gegeben, lärmende„Protest"-Kundgebungen vor den Häusern der Deutschen vorzunehmen. Unter Schmährufen forderte die Volksmenge die Entfernung der Hakenkreuzflagge. * Die Polizei, die von den bedrohten Hausbesitzern herbeigerufen wurde, beschränkte sich darauf, der Menge zum Auseinandergehen zu raten und empfahl den Hausbesitzern, die Hakenkreuzflagge einzuziehen,„um so Tätlichkeiten zu vermeiden". Angesichts der guten wirtschaftspolitischen Beziehungen, die Holland und Deutschland verbinden, sind derartige Vorfälle aufs tiefste zu bedauern. Man kann der holländischen Regierung den hier nicht ersparen, daß sie am Ende die Schuld an derartigen unliebsamen Zwischenfällen trägt, denn ungehindert kann die marxistische Presse Hollands und selbst ein Teil der offiziellen nichtmarxistischen Zeitungen seit vier ren einen Hetzfeldzug gegen Deutschland führen, der bisher mit Ausnahme weniger Fälle grober Provokationen von der Regierung ohne Widerspruch geblieben ist." Kein Wunder dann, daß die so verhetzte Menge sich gegen die Deutschen wandte, die die Hakenkreuzflaage zum festlichen Anlaß zeigten. In einem Falle riß der Pöbel die deutsche Flagge sogar herunter und besudelte sie! Das paßt wenig in den Rahmen der Hochzeitsvorbereitungen mit einem deutschen Prinzen. Es ist wenig erbaulich, anzusehen, wie ungehindert von den dafür verantwortlichen Stellen der holländische Pöbel das Vaterland des zukünftigen Gatten der Kronprinzessin von Holland schmäht. Es liegt jedoch System in dieser Mißachtung derartiger Zwischenfälle, denn wenn bei offiziellen Veranstaltungen neben der holländischen Nationalhymne nicht die deutsche Nationalhymne, sondern zu Ehren des Prinzen das Spottlied„LippeDetmold, eine wunderschöne Stadt..... bum-bum" erklingt, so ist das bei aller Komik doch ein Symptom für die Einstellung, die man höherenorts Deutschland gegenüber hat. Erstaunlich ist, daß der deutsche Prinz Bernharb zur Lippe=Biesterfeld selber sich nicht veranlatzt sieht, gegen einen derartigen groben Unfug wie das Abspielen jenes Liedes anstelle der beutschen Nationalbumne sich aufzulehnen. Der Prinz wird an der Seite seiner zukünftigen Gattin sicher ein guter Holländer werden, der die Aufgaben, die die Zukunft ihm stellen wird, zu lösen vermagt er sollte jedoch nicht schon vor seiner Eheschließung vergessen, daß er als Deutscher geboren wurde! Ernster Flaggenzwischenfall in Den haag DNB. Amsterdam, 30. Dez. Wie erst heute bekannt wird, hat sich am 23. Dezember bei einem Fußballwettspiel zwischen einer deutschen Auswahlmannschaft des Gaues WestfalenMitte des Fachamtes Fußball im deutschen Reichsbund für Leibesübungen und einer holländischen, aus Haager Spielern bestehenden Auswahlmannschaft in Den Haag ein Flaggenzwischenfall ereignet, der ein bezeichnendes Schlaglicht auf die zurzeit in Holland herrschenden Verhältnisse wirft. Der Zwischenfall ist insbesondere gravierend im Hinblick auf die Ausschreitungen, die sich gegen deutsche Staatsbürger und die deutsche Nationalflagge anläßlich der Vorbereitungen zur Hochzeit der holländischen Kronprinzessin mit dem Prinzen zur Lippe=Biesterfeld ereignet haben. Als das Fußballspiel zwischen dem deutschen Mannschaftsführer und dem Kreissportführer für das Land Lippe einerseits und dem Vertreter der holländischen Mannschaft andererseits abgesprochen wurde, verpflichteten sich die holländischen Veranstalter, wie es bei jeder internationalen Veranstaltung üblich ist, zum Hissen der deutschen Nationalflagge und zum Spielen der deutschen Nationalhymne. Als die deutsche Mannschaft am Tage des Spieles den Sportplatz in Den Haag betrat, waren auf der Tribüne zwei schwarz-rotgelbe und zwei schwarz=weiß-rote Flaggen gehißt, dagegen keine Hakenkreuzflagge. Der deutsche Mannschaftskührer erhob sofort Einspruch bei dem holländischen Mannschaftsleiter und beschaffte von der deutschen Gesandtschaft eine Hakenkreuzflagge. Unter dem Gejohle eines Teiles des holländischen Publikums und Beifallsbezeugungen eines anderen Teiles wurden dann die vier aufgezogenen Flaggen wiede niedergeholt und die Hakenkreuzflagge gehißt. Als die Nationalhymnen gespielt werden sollten, stellte es sich heraus, daß die Kapelle angeblich das Deutschlandlied nicht spielen konnte. Die deutsche Mannschaft bestand daher darauf daß selbstverständlich dann auch das Spielen der holländischen Hymne unterbleiben müßte. Schließlich schickte der holländische Veranstaltungsleiter, um allen unliebsamen Zwischenfällen vorzubeugen, die Musikkapelle fort. Eine Anregung, das Spottlied„Lippe=Detmold, eine wunderschöne Stadt, bum, bum", als nationale Hymne spielen zu lassen, lehnte die deutsche Mannschaft entrüstet ab, da sie sich nicht verhöhnen lasse. Was sagt der Prinz dazu? Die Vorgänge in Holland sind typisch dafür, wohin es kommt, wenn eine alles vergiftende Hetze ohne Einschreiten und Hemmung durch die zuständigen Sicherungs= und Ordnungsorgane sich auswirken und austoben kann. Das neue Deutschland hat seinem Nachbarn Holland doch wohl sicherlich nichts getan und ihm auch nicht das Geringste in den Weg gelegt, was es verärgern konnte: es hat im Gegenteil immer versucht, mit ihm im besten freundnachbarlichen Einvernehmen zu leben, und wenn es Holländer gibt, die darauf nicht anders zu reagieren wissen als durch solche unerhörten An- und Uebergriffe, die das ganze deutsche Volk kränken müssen, dann wird man drüben auch hoffentlich verstehen, daß die deutsche Oeffentlichkeit dazu nicht einfach schweigen kann! Die deutsche Reichsflagge ist auch in Holland mindestens so zu respektieren wie jede andere Nationalflagge, und das deutsche Volk kann es einfach nicht dulden, daß man sie beleidigt und mit Füßen tritt. Es liegt uns selbstverständlich fern, das ganze holländische Volk für die Ausschreitungen von Flegeln verantwortlich zu machen, aber wir hätten doch wenigstens erwarten dürfen, daß die amtlichen Stellen, die Regierungsorgane, unter deren Augen die Uebergriffe geschahen, und die anständig gesinnte Bevölkerung dagegen eingeschritten wäre. Daß dies nicht geschehen, ist noch bedauerlicher als die Flegeleien selbst. Prinz Bernhard, der in wenigen Tagen der Gemahl der holländischen Kronprinzessin sein wird, scheinen die Holländer wirklich viel zuzumuten, und wir wundern uns nur darüber, daß der Prinz dazu schweigt! Er soll seine deutsche Abstammung verleugnen, soll stillschweigend zusehen, wie sein Vaterland beschmutzt und die deutsche Landesflagge, die doch Der Führer nach Berchtesgaden zurückgekehrt DNB Berlin, 30. Dez.(Drahtb.) Der Führer und Reichskanzler, der anläßlich der Beisetzung des Generalobersten Hans von Seeckt zu einem kurzen Aufenthalt in Berlin eingetroffen war, hat Mittwoch abend Berlin wieder verlassen und sich nach Berchtesgaden zurückbegeben. Kufe in die Zeit! Die Hoffnungsteht an der Schwelle! Politische Bekrachtung zum Jahresabschluß von Speckator Das alte Jahr schickt sich zum Scheiden an. Wenige Stunden noch, und 1936 ist vergangen, ist im Strom der Ewigkeit bersunken. Ein neues grüßt herüber, bald werden es die Glocken einläuten und die Menschen werden es auf der ganzen weiten Erdenrund fröhlich willkommen heißen. Die letzten Stunden vor dem Versinken des alten und dem Anbeginn des neuen Jahres haben etwas Schweres an sich, unsere Stimmung ist etwas bedrückt, Gedanken schleichen sich ein, die uns das ganze Jahr über im Lärmen und Hasten unserer Tage gar nicht oder nur höchst selten in stillen Stunden gekommen sind, und zwingen uns zu ernster Betrachtung über die Vergänglichkeit und über die Ewigkeit, von der so ein Jahr nur ein ganz kurzer Augenblick ist. Wir fühlen dann alle in uns den Drang, zu philosophieren, über unsere Lippen steigen Fragen, mit welchen wir uns vielleicht noch niemals ausgiebig beschäftigt haben, und wir ringen um Antworten, deren Ernst uns erschüttern macht. Mit einem Male erkennen wir die Wahrheit von der Vita brevis, von der Kürze unseres Lebens, die uns nie sonst hat einlesichten wollen, an die wir nie haben erinnert sein wollen, und so sehr und so heftig wir uns auch dagegen wehren, so unmutig wir sie auch zu verscheuchen suchen diese Gedanken, die auf unser Gemüt drücken, wir werden sie nicht los. Wir müssen uns mit ihnen beschäftigen, müssen ihnen nachgehen und Rechenschaft geben, bevor wir dem alten Jahr Valet sagen und den ersten Schritt in das neue herzhaft wagen können. Zurück eilt unser Blick über dreihundertfünfundsechzig Tage, an jedem rief eine neue Pflicht, stand Ringen und Kämpfen! Aber auch Erfüllung? Auch Vollendung dessen, was uns aufgetragen war? Wir schauen auf das letzte Kalenderblatt, das uns plötzlich so viel zu sagen hat. Aber es schweigt, es kann uns keine Antwort geben, die müssen wir uns schon selbst zu geben suchen. Am Anfang stand die Hoffnung, auch im alten Jahr 1936. Wir haben es beim ersten Klang der Glocken froh und herzlich begrüßt, haben uns gegen seitig und allen denen, mit welchen wir uns verbunden fühlen, haben unserem Vaterlande, unserem Volke, ja selbst der Welt das Beste gewünscht, das es überhaupt zu wünschen gibt. Mit unendlich viel Erwartungen haben wir den ersten Schritt gewagt. Was ist davon wahr geworden, wieviel davon hat sich verwirklicht? In dem kleinen Zirkel unseres privaten Lebenskreises, in dem größeren unseres Berufslebens und in dem noch größeren und bestimmenden der Volksgemeinschaft, deren Glieder wir sind? Die Antwort auf die ersten beiden Fragen vermag nur der Einzelne sich selbst zu geben, unsere Aufgabe kann es nur sein, der letzten nachzugehen und hierzu zu sagen, was darauf zu sagen ist. Für ein Volk ist es das Schönste, wenn es von sich sagen kann, daß es gewachsen ist, gewachsen nach innen durch Vertiefung seiner Lebens- und Schicksalsgemeinschaft, gewachsen nach außen in gleicher Weise durch Hebung seines Ansehens, seiner Ehre und Geltung und seiner Macht. Und wenn ein Volk Ursache hat, das an der Wende vom alten zum neuen Jahre von sich und für sich festzustellen, dann sicherlich das deutsche, für das auch 1936 nicht nur ein Jahr schweren und heftigen Ringens und Kämpfens, sondern auch des Erfolges gewesen ist. Wir bringen an anderer Stelle einen politischen Rückblick auf die großen Ereignisse des Jahres und ihre Ergebnisse für Deutschland und das deutsche Volk. Umunendlich Großes ist gerungen worden, aber auch unendlich Großes ist erreicht worden. Marksteine sind aufgerichtet worden die noch fernen Geschlechtern künden werden, daß ein freies Volk mit dem Mut zur Behauptung auch Leistungen hervorbringt. Der Wille zum Leben, der Glaube an den Erfolg haben Wunder gewirkt und selbst, was vorher fast unmöglich schien, möglich gemacht. Und wenn nur die Wiedererlangung der vollen deutschen Staatssouveränität mit der Wiederbesetzung der Rheinlande durch deutsche Soldaten im alten Jahre erreicht worden wäre, und sonst nichts, es würde genügen, das alte Jahr als eines der erfolgreichsten deutscher Politik und Geschichte zu nennen. Aber es ist unendlich mehr noch geleistet worden! Das deutsche Volk kann stolz an der Wende zum neuen Jahr sein Haupt heben und mit Dank gegen Gott befriedigt auf die Frucht und das Ergebnis einer weisen Staatsführung, eines entschlossenen politischen Wagens und Handelns schauen, dem der Erfolg beschieden sein mußte, weil der Wille zum Erfolg stärker als alle Schwierigkeiten und Hemmnisse war. Auch 1936 war ein Jahr des Kampfes! Eines Kampfes allerdings, dem die Waffen des Friedens das Gepräge gaben. Das deutsche Volk und seine Führung kennen einen anderen Kampf überhaupt nicht, sie sind friedlich eingestellt, auch wenn die Welt um Deutschland herum voller Reid und Mißgunst und voll bewußten Mißverstehenwollens ist. Deutschland kennt überhaupt nur einen Fein d und dem hat es allerdings den Kampf mit allen Mitteln und bis zu seiner endgültigen Niederringung angesagt. Auch der letzte Reichsparteitag, der zu den bedeutendsten Ereignissen des Jahres gehört, stand ganz im Zeichen dieses Kampfes, und auch die deutsche Politik im neuen Jahre wird wieder in diesem Zeichen stehen. Der Feind ist der Bolschewismus, jene alles zerstörende und alles vernichtende Macht, die allen Kulturstaaten ans Leben will und die ganze Welt am liebsten in einen einzigen großen, grauenerregenden Trümmerhaufen verwandeln möchte. Ist jene satanische Macht, die alle Kultur in höllischem Brande auffressen will, die den Glauben an Gott, an eine Ewigkeit, an alles, was gut und was edel und erhaben ist, in den Kot der Straße zerrt, die aus Gotteshäusern Spelunken, aus Kulturdenkmalen Schutthaufen macht. Für diesen Feind gibt es keinen Pardon, keine Gnade, gegen ihn geht der Kampf bis zur Entscheidung. Es hat auch im alten Jahren nicht an Stimmen gefehlt, die den Kampf Deutschlands gegen den Bolschewismus als übertrieben bezeichneten, die von der Kultur= und Weltgefahr der roten Pest nicht so recht wissen wollten, die es sogar für angebracht hielten, einem Zusammengehen mit ihm das Wort zu reden. Es sind das die Menschen, die niemals klug werden, die selbst durch so furchtbare Zeichen, wie sie seit Monaten über dem spanischen Himmel dräuend stehen, nicht abgeschreckt werden konnten, weil ihnen eben das rechte Gefühl für die Dinge abgeht. Deutschland wird sich aber in seinem Kampf auch von diesen unbelehrbaren Besserwissern nicht irre machen lassen, es wird ihm unerbittlich fortsetzen, bis die ganze Welt wach und aufmerksam geworden ist. Inzwischen hat es im alten Jahre bereits die Genugtuung erfahren dürfen, daß in einer ganzen Anzahl von Ländern größtes Verständnis aufgekommen ist. auch bis heute Solche Zumutungen sind doch für ihn geradezu en ehrend und beleidigend! Hat man in Holland denn dafür gar kein Empfinden?/ Es scheint beinahe sol Jeder anständige Holländer müßte doch eigentlich empört sein darüber und seiner Entrüstung lebhaften und lauten Ausdruck verleihen. Aber nichts geschieht! Und das ist es, was wir in Deutschland nicht verstehen können! Wir möchten gern wissen, was die Hollünder im umgekehrten Falle ton oder getan haben würden. Was würden die wohl sagen, wenn— was allerdings in Deutschland ganz unmöglich ist— die holländische Nationalflagge angespien, beschmutzt und mit Füßen getreten würdel Oder wenn einer deutschen Kapelle es einfallen sollte, statt die holländische Nationalhymne, irgend ein Spottlied auf Holland zu spielen, roie das drüben möglich war, als man ausgerechnet auf„Lippe=Detmold, eine wunderschöne Stadt— bum, bum" verfiel, das in Deutschland nur als Spott- und Ulklied bekannt ist und gesungen wird! Die Lippe=Detmolder, die mindestens ebenso gute Deutsche sind, wie alle übrigen deutschen Volksgenossen, werden sicherlich nicht wenig erbaut sein, daß man ihnen ausgerechnet dieses Lied als Rationalhymne andichten will, vor dem die anerkannten deutschen Nationalhymnen schweigen sollen, weil es holländischen Flegeln so passen willl Das holländische Volk erwartet doch sicher von dem künftigen Gemahl seiner Kronprinzessin, daß er ein aufrechter Charakter ist. Ein Charakter aber kann sich solche unglaublichen Vorgänge, wie sie sich in Holland abgespielt haben, nicht gefallen lassen. An sich interessiert es das deutsche Volk nicht, ob der Prinz sich die Beleidigungen seines deutschen Vaterlandes, die ihn doch sicherlich kränken müssen, wie sie jeden anderen Deutschen kränken, gefallen lassen wird. Ein Mann von Charakter kann aber nicht schweigen. Wir sind sicher, daß auch die anständigen Holländer das gleiche Empfinden haben werden, denn nur als guter Deutscher kann er auch ein guter Holländer werden! Auf die Antwort und auf das Verhalten des Prinzen darf man wirklich gespannt sein! Dr. Goebbels spricht zur Jahreswende DNB Berlin, 80. Dez.(Drahtb.) Reichsminister Dr. Goebbels spricht am Donnerstag, dem 81. Dezember, 19—19,20 Uhr, zur Jahreswende. Die Ansprache wird von allen deutschen Sendern übertragen. „Auf direkte Anweisung der Komintern in Moskau" Kommunistisches Komplots zur Zersetzung des argentinischen Seereaufgedeckt. DNB Buenos Aires, 30. Dez.(Funkspr.) Bei der Untersuchung eines Diebstahls zahlreicher militärischer Geheimpapiere in der Kadettenanstalt von San Martin(Provinz Buenos Aires) kam die Kriminalpolizet einem weitverzweigten kommunistischen Komplott auf die Spur, dessen Ziel die Untergrabung der Landessicherheit war. Bisher wurden 29 Personen, durchweg Kommunisten, verhaftet. Haussuchungen förderten umfangreiches Belastungsmaterial zutage. Das Material erbrachte den einwandfreien Beweis, daß die Verhafteten auf direkte Anweisung der Komintern in Moskau versucht haben, die kommunistischen Ideen im argentinischen Heer zu verbreiten. Lady Houston gestorben Eine Freundin Deutschlands. DNB London, 80 Dez.(Drahtb.) In London ist am Dienstagabend Lady Houston, die Witwe des bekannten Schiffahrtsmagnaten Houston gestorben. Als Herausgeberin der Wochenschrift„Saturday Review", in der sie stets für Freundschaft mit Deutschland und Italien warb, war sie in letzter Zeit auch politisch hervorgetreten. Besonders zäh war ihr Kampf gegen den bolschewistischen Weltfeind, vor dem zu warnen sie nicht müde wurde. Ihr Nachlatz wird auf mehrere Millionen Pfund geschätzt. Es steht in dem Kampf gegen den Weltfeind Nr. 1 nicht mehr so ganz allein, nachdem sich Italien, Oesterreich, Ungarn und vor allem auch Japan im Fernen Osten ihm an die Seite gestellt haben. Das neue Jahr, das hoffentlich auch endlich die Entscheidung bringen wird in dem Ringen der nationalen Kräfte in Spanien gegen die vom Bolschewismus beherrschten roten Mächte der Zerstörung und Vernichtung, wird sicherlich die Zahl der Mitkämpfer noch vermehren. Stand am Beginn des alten Jahres die Hoffnung, so steht sie auch an seinem Abgang und an der Schwelle des neuen. Mit kühnen Erwartungen geht das deutsche Volk in das Jahr 1937. Es weiß zwar ebenso wenig wie jedes andere Volk, was es in seinem Schoße birgt, was es an Losen und Schicksalen bereit hält. Aber es kennt die Aufgabe, die ihm gestellt ist, die Aufgabe, die es erwartet, und die es entschlossen ist, mit aller Kraft und mit einer Anstrengung ohnegleichen auf sich zu nehmen und durchzuführen! Der Viersahresplan wird in der Hauptsache im Mittelpunkte aller Arbeit stehen. Die Parole ist bereits ausgegeben und die Kräfte sind schon mobilisiert. Wir wissen alle: die Aufgabe ist schwer, aber wir wissen ebenso sehr auch, daß die Schwere nicht das Entscheidende ist, sondern das Muß. Und da kann es kein Zaudern und kein Zögern geben, kein banges untätiges Ueberlegen und Sinnieren, sondern nur ein entschlossenes und herzhaktes Zuwacken und ein unerschütterlicher Glaube, daß die Aufgabe gelingen wird, weil sie gelingen muß! Mit diesem Glauben treten wir über die Schwelle des neuen Jahres, die Augen ganz weit geöffnet, nicht minder aber auch die Herzen, und von frohem Hoffen erfüllt. Von einem Hoffen, das durch nichts erschüttert werden kann. Gott wird auch im neuen Jahre mit dem deutschen Volke sein. In diesem Sinne ein glückseliges neues Jahr Staatsbegräbnis für von Seeckt Der Führer nahm selbst an der Beisetzung keil DMB Berlin, 30. Dez.(Drahtb.) Unter allen militärischen Ehren wurde am Mittwoch mittag in einem feierlichen Staatsbegräbnis die sterbliche Hülle des großen Soldaten und Feldherrn, Generaloverst Hans von Seeckt, auf dem Invalidenfriedhof der Erde übergeben. Der Begründer der Reichswehr, die zum ehernen Fundament für die neue wiedererstarkte deutsche Wehrmacht wurde, hat seine letzte Ruhestätte gefunden neben den großen alten Soldaten, deren Namen mit der ruhmreichen Geschichte Preußens und Deutschlands untrennbar verbunden sind. Der Führer und Reichskanzler ehrte als Oberster Befehlshaber der Wehrmacht diesen unvergeßlichen Toten durch seine Anwesenheit bei der Beisetzung, an der Mitgliedet der Reichsregierung, zahlreiche Vertreter des Staates und der Partei, die Generalität und Ahmiralität des alten ruhmreichen Heeres und der neuen jungen Wehrmacht sowie zahlreiche Mitglieder des Diplomatischen Korps teilnahmen. Die kirchliche Feier im Trauerhause Vor dem Trauerhaus in der Liechtenstein=Allee ist seit dem Morgengrauen ein Doppelposten aufgezogen. Im Arbeitszimmer ist die Leiche, umgeben von Blattgrün und einer Fülle von Kränzen, aufgebahrt. Vier Stabsoffiziere der 23. Division halten mit gezogenem Degen die Ehrenwache. Der Sarg, der mit der Reichskriegsflagge bedeckt ist, trägt als einzigen Schmuck den gezogenen Degen und den Stahlhelm; zwei Ordenskissen liegen zu Füßen des Toten. Kurz vor der kirchlichen Feier erscheint Generalfeldmarschall von Mackensen und begibt sich ins Totenzimmer, um hier in einer Minute stillen Gedenkens Abschied zu nehmen von seinem Kameraden; auch der greise Zar Ferdinand von Bulgarien, der in der Uniform eines preußischen Generalfeldmarschalls erschienen war, verweilte kurze Zeit an der Bahre des Toten. Die kirchliche Feier findet nur im engsten Kreise statt. An ihr nimmt an der Spitze der Generalität der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Fritsch, teil. Bischof Schlegel hält die kirchliche Aussegnung; er schildert den Verstorbenen als den großen Soldaten, der mit heißem Herzen und küblem Kopf gearbeitet hat. solange es Tag war.„Er hatte ein festes Herz als Sd im Kampf gegen das Schicksal, das ihn Großes erleben ließ, das ihm aber auch große Kämpfe brachte und viel durchleiden ließ; er hat gearbeitet bis an sein Lebensende denn er trug nach wie vor die Verantwortung." Das dankt ihm das Vaterland. Der Führer habe sich zu seinem Werk bekannt und ihn durch dieses Staatsbegräbnis geehrt.— Den Abschluß der kirchlichen Feier bildeten die Aussegnungsgebete. Inzwischen waren die Truppenteile der Trauerparade aufmarschiert. Während die Soldaten präsentieren, und das Musikkorps den Präsentiermarsch spielt, wird der Sarg von Feldwebeln des 67. Infanterie=Regiments, dessen Chef bekanntlich der Verstorbene war, durch ein Spalier höchster Offiziere der alten Armee hinausgetragen. Wieder begleiten Stabsoffiziere der 23. Division als Ehrenwache die sterbliche Hülle. Der Sarg wird auf eine Geschützlafette gesetzt, die von einem Sechsgespann gezogen wird. Die Trauerparade setzt sich unter dumpfem Trommelwirbel in Bewegung, geführt von dem Kommandeur der 23. Division, Generalmajor Busch. Voran reitet eine Schwadron des Kavallerie=Regiments 9. Dann folgt ein Bataillon des Infanterie=Regiments 67, ein Bataillon des Infanterie=Regiments 9 und eine Batterie des Artillerie=Regiments 23. Unmittelbar vor dem Sarg werden die Fahnen des alten Alexander=Garde=Grenadier=Regiments getragen. Dann folgen zwei Stabsoffziere mit den Ordenskissen und die Kranzträger. Hinter der Lafette schreitet der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, ihm zur Linken der Amtsnachfolger des Verstorbenen, Generaloberst Heve. Dann schließen sich sämtliche Mitglieder es Großen Generalstabes des Heeres an, die Kommandierenden Generale und Admirale in gleicher Dienststellung folgen. Weiter bemerkt man in dem Trauergefolge den Korpsführer Hühnlein, den Reichssportführer von Tschammer und Osten und Obergruppenführer v. Jagow sowie zahlreiche Botschafter und Gesandten und sämtliche Militärattachés der in Berlin akkreditierten Mächte, die Offiziere des Reichskriegsministeriums, des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Auf dem weiten Weg durch die Fasanen=Allee über den Großen Stern hinweg durch den Spreeweg, die Paul=Straße und die Invaliden=Straße bildet eine nach vielen Tausenden zählende Menschenmenge Spalier. Die Menschen stehen entblößten Hauptes mit erhobener Rechten und nehmen Abschied von lem großen Soldaten. Glockengeläut begleitete die Trauerparade durch die Straßen der Reichshauptstadt. In der Invalidenstraße bildeten die Männer des Schwarzen Korps das Ehrenspalier für den großen Toten. Die Feier auf dem Invalidenfriedhof Zug vor feierliche Zug er hatte sich inzwiGegen 12,30 Uhr traf der dem Invalidenfriedhof ein. Hier schen eine große Trauergemeinde eingefunden. Unter den feierlichen Klängen eines Chorals wurde der Sarg von der Lafette durch das Friedhofstor zu dem Katafalk getragen, der an der ersten Kreuzung des Friedhofweges aufgestellt war. Befehlshaber der Heeresgruppen und die Kommandierenden Generale und Admirale bildeten zu beiden Seiten der kurzen Wegstrecke das Ehrenspalier für ihren heimgegangenen Kameraden. Vorweg schritten die Kranzträger und zwei Offiziere mit den Ordenskissen. Neben dem von Lorbeer= und Oleander=Bäumen umsäumten schwarzen Katafalk waren auf hohen Kandelabern Kerzen angezündet. Hinter dem Sarge folgten die Fahnen des Garde=Grenadier=Regiments Nr. 1, die am Grabe Aufstellung nahmen. Mit erhobener Rechten grüßte die Trauergemeinde ehrfurchtsvoll die Witwe und die Angehörigen des verstorbenen Heerführers. Die Generale des Ehrenspaliers erwiesen dem alten Generalfeldmarschall von Mackensen und dem ehemaligen Zaren Ferdinand von Bulgarien die militärische Ehrenbezeugung. Um 13 Uhr betrat der Führer u. Reichskanaler, gefolgt von Oberbefhlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blombern und den Oberbefehlshabern der Wehrmachtteilé, Generaloberst Freiherr v. Fritsch, Generaladmiral Raeder und Generaloberst Göring, den Friedhof. In seiner Begleitung befanden sich ferner Obergruppenführer Brückner und die militärischen Adjutanten, Oberstleutnant Hoßbach, Korvettenkapitän von Puttkamer und Hauptmann Manzius. Der Führer schritt durch das Spalier der Generale und Admirale. Unter den Klängen des Liedes„Ich hatt' einen Kameraden" wurde der Sarg sodann vom Katafalk zum Grabe getragen und in die Gruft hinabgelassen. Als erster legte der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht am offenen Grabe einen riesigen Kranz nieder und ahrte den großen Soldaten Seeckt mit erhobener Rechten. Tief ergriffen folgte die Trauergemeinde diesem Augenblick, da der Führer Abschied nahm von dem Heerführer des Weltkrieges und dem Begründer der Reichswehr. Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, entbot nun in einer kurzen Ansprache dem Toten den lekten Gruß der neuen deutschen „In dankbarer Verehrung entbietet die beutMohacht Haee Sanantakaut d. ihren letzten Gruß. Sein Name ist nicht fortzudenken aus der Geschicht: der deutschen Armee. Unbesiegt aus dem Felde heimgekehrt, nahm er mit zäher Energie und unbeirrbarem Willen den Neubau des deutschen Reichsheere auf. Diese Tat gelang ihm besser, als wohl je de Glaube des Feindes es vermutet hatte. Diese Tat macht auch ihn zu einem Retter des Vaterlandes. Nun ist er als einer un'erer großen Soldaten heimgegangen zur großen Armee. Dort kann er melden, daß hinter ihm wiede eine große deutsche Wehrmacht steht, die er geholfen hat, mitaufzubauen, die stolz auf ibn ist. und die sein Andenken hoch in Ehren halten wird, solange eine deutsche Wehrmacht lebt." Nachdem Generalfeldmarschall von Blomberg für die neue deutsche Wehrmacht einen Kranz niedergelegt hatte, hielt der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, die Gedenkansprache: „Ein großer Soldat geht heute von uns. In Ehrfurcht senken wir den Degen und neigen sich unsere Fahnen vor ihm, dem Chef des Generalstabes im Weltkriege, dem Chef der Heeresleitung, dem Begründer, Erzieher und Ausbilder des Hunderttausendmann-Heeres in schweren Nachkriegsjahren, einen General von auße gewöhnlichem Ausmaß, einen Mann von besonderer Prägung, dem unser aller tiefe Verehrung geill In bewegten Worten gab der Oberbefehlshaber des Heeres ein Lebensbild des Verstorbenen, das durch viele ruhmreiche Taten an allen Fronten des Weltkrieges gekennzeichnet ist. Nach dem Kriege aber sei General von Seeckt eine Aufgabe zugefallen, die unter dem Druck einer wesensfremjeglichem Stolz und jeglicher Auflehnung abgeneigten Parlamentsregierung die undankbarste zu sein schien, die einem Soldaten von heißem Wollen und im Bewußtsein starken eigenen Könnens geboten werden konnte. „Sein Geist, sein Wille und seine Charakterstärke haben etwas ganz anderes daraus gemacht. Aus hl. Erbe schufe er den Beginn eines neuen Lebens, den Beginn des Volkes in Waffen von dem wir glauben, daß es aufblühen wird unter den Händen des Führers und uns die neue größere Zukunft bahnen soll. Der Genius unseres Volkes ist unsterblich. Mit ihm werden es die sein, die ihm Werkzeug waren in Tagen schwerer und großer Not. Er, den wir hier, angetan mit den Abzeichen des Chefs eines brandenburgischen Regiments der neuen Wehrmacht, ins Grab senken, er ist einer von ihnen. Mit tiefer Dankbarkeit legt das deutsche Heer diesen Kranz hier nieber, an dem Grab jenes großen Mannes und Soldaten. Er wird uns stets unvergeßlich sein." Nach der Ansprache erklangen die Nationalhymnen und, bis ins tiefste ergriffen, ehrte die Trauergemeinde den großen Soldaten Seeckt mit dem Deutschen Gruß. Eine Kompagnie der Wachttruppe und eine Batterie des Artillerie=Regiments Nr. 23 schossen den Ehrensalut. Nach altem militärischen Brauch folgte nun ein flotter Marsch, der Parademarsch des Gardegrenadier=Regiments Nr. 1. Bevor der Führer die Trauerfeier verließ, sprach er der schwer geprüften Witwe und den Hinterbliebenen sein Beileid aus. Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht und die Oberbefeh'shaber der Wehrmachtteile bezeugten ebenfalls den trauernden Angehörigen ihre Anteilnahme. Zum seichen, daß mit dem Tode des Generalobersten Hans von Seeckt der letzte seines Stammes dahingegangen war, zerbrach der Neffe des Verstorbenen am Grabe das Hauswappen. Nach der Einsegnung folgten die Kranzniederlegungen der zahlreichen Trauergäste. Erzherzog Friedrich gestorben Budapest, 80. Dez.(Drahtb.) Feldmarschall Erzherzog Friedrich ist Mittwoch früh auf seinem Kandsit in Unaarisch=Altenburg gestorben. Erzherzog in Gri in das Dilderarchw Von links nach rechts: Obere Reihe: Schadenseuer auf den Höhen von Altendorf— Ein Winzer Lasttransport durchbricht in Schwelm eine Hauswand.— Frohes Leben am Strandbad, leider nur für wenige heiße Tage.— Auch auf der Blankensteiner Kirmes ging es rund!— Mittlere Reihe: Andreas=Haspe, der viel fache Sieger in den Reit= und Fahrturn auch in diesem Jahre siegreich.— Die beliebten kleinsten Hattinger Eheleute— Musterungszüge belebten auch in diesem Jahre wieder das Straßen bild von Hattingen.— Untere Rei dem Erbhof Fischbach in Altendorf verwüstete ein Brand das alte Fachwerkhaus, das jetzt durch ein neues ersetzt wurde.— Ein schönes, altes Fachwerk haus in Herdecke.— Kinderspeisung be in Welper. eboureeh R Hattingen an der Jahreswende Günstige Entwicklung der Haushalte der Gemeinden des Ennepe-Ruhrkreises- Die Zahl der Arbeitslosen ging stark zurück- Das Arbeifsamt verließ Hattingen- Gauführerschule und SA-Wachstandarte zogen aber dafür in Hattingen ein!-Zusammenlegung der Ortskrankenkassen- Vom Hattinger Verkehrsverein Schon stehen wir wieder an der Jahreswende! Wie schnell ist doch die Zeit verflogen, wenn wir versuchen, Rückschau auf das verflossene Jahr zu halten. Auch die Ereignisse und Begebenheiten in unserer näheren Heimat erscheinen uns da so flüchtig, und doch tut es gut, sich die Entwicklung dieses Jahres auch in kommunalpolitischer Hinsicht wenigstens kurz einmal wieder ins Gedächtnis zurückzurufen, und festzustellen, was wir alles in dieser Zeit an wichtigen Dingen in der Entwicklung unserer Heimat erlebt haben. Vergessen wir doch sonst zu schnell, welche Arbeit und auch welcher Fortschritt wieder in diesem Jahre bei uns in Hattingen und im Ennepe=Ruhrkreis geleistet und erreicht worden ist. Da ist als erstes und wichtigstes Ereignis zu bemerken, daß sich die Haushaltslage Hattingens und der Gemeinden des Ennepe=Ruhrkreises bedeutend gebessert hat, und daß die Gemeinden nach sparsamer und vorsichtiger Politik nunmehr auf ein Jahr im Zeichen ausgeglichener Haushalte zurückblicken können. Im Laufe des Jahres nahm Bürgermeister Jordan von Hattingen z. B. Gelegenheit, die Besserung der Haushaltslage der Stadt Hattingen vor den Gemeinderäten eingehender zu begründen. Er führte aus, daß der Erfolg der Ausbalanzierung des Haushalts nur erreicht werden konnte, daß die vorhandenen Einnahmequellen weitgehendst ausgeschöpft wurden, und daß die Ausgaben der Gemeindeverwaltung stark gedrosselt wurden. Unaufschiebbare Erneuerungsarbeiten, notwendige Verwaltungs= und Gemeinde=Einrichtungen, die Schaffung ausreichender Siedlungsverhältnisse, die Durchführung einer weitsichtigen Grundstücks= und Bodenpolitik, die der Bedeutung Hattingens als Behördenstadt, als Wohnstadt und als Industriestadt entspricht, die Erzielung einer höheren Leistungsfähigkeit überhaupt, nur erreicht werden konnte, wenn endlich einmal äußere Maßnahmen, die im Bereich der Stadtverwaltung liegen, ergriffen wurden. Die Stadt Hattingen hat ihrer Vergangenheit nach so viel eigenes Gepräge, um als eine in ihrer Eigenständigkeit zu behandelnde Stadt anerkannt zu werden. Bei einer im Zuge einer Gebietsreform notwendig werdenden Veränderung würde Hattingen immer den Kern des in diesem Wirtschaftsraum entstehenden Gebildes abgeben! Damit in Zusammemhang steht die energische Bekämpfung der Not und der Untätigkeit der Arbeitslosen, von denen auch in Hattingen und im Ennepe=Ruhrkreis wieder sehr viel in Arbeit und Brot gebracht werden konnten. Der Rückgang der Zahl der Erwerbslosen ist gerade in unserem Gebiet äußerst/groß. In den letzten drei Jahren beträgt der Rückgang der Erwerbslosen dieses Gebiets sogar 86 Prozent. Am 1. Januar 1933 zählte man in Hattingen 1600 Erwerbslose— bei einer Einwohnerzahl von rund 14000 ein erschreckend hoher Prozentsatz. Im Juli 1933, ein halbes Jahr später, waren es noch 1344, ein halbes Jahr später noch knapp über 1000, im Juli 1934 noch 707, zu Anfang 1935 611, ein halbes Jahr später 300, am 1. Januar 1936 sank die Zahl auf 295 und am 1. März auf 252. In drei Jahren ist das ein Rückgang von 1600 auf 252= 86 Prozent. Dabei ist die Lage in unserem Bezirk weiterhin so, daß die Betriebe günstig beschäftigt und darum noch aufnahmefähig sind, so daß auch mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahl in den folgenden Monaten, die ja naturgemäß nach der winterlichen Depression eine neue jahreszeitlich bedingte Konjunktur bringen, zu rechnen ist. Diese günstige Entwicklung wirkt sich naturgemäß auch in den Haushaltsplänen und bei den Fürsorgelasten aus. Diese sind von 110000 Mark Januar 1933 auf 32000 in den letzten Monaten zurückgegangen. Wer nach jahrelanger Arbeitslosigkeit wieder in Arbeit gekommen ist, wer wieder seinen Unterhalt selbst verdienen kann, sieht mutiger und hoffnungsvoller in die Zukunft. Er denkt auch der ans Sparen. Die Spareinlagen sind in Hattingen in den letzten drei Jahren um rund 900 000 Mark gestiegen. Schließlich noch ein paar Zahlen, die die günstigen Auswirkungen der bevölkerungspolitischen Maßnahmen der Regierung, die Ehestandsbeihilfen, steuerliche Erleichterungen für kinderreiche Familien usw. in Hattingen überzeugend nachweisen. Es ist klar, daß nicht allein durch behördliche Maßnahmen der Wille zum Kinde geweckt werden kann. Die Stärkung des VerantwortungsDie nächste Ausgabe unserer Zeitung erscheint am Samstag zur gewohnten Anzeigen- Annahme für diese Ausgabe bis heute Donnerstag 18 Uhr. Dringende Familien-Anzeigen lönnen noch am Freitag(Neujahr) von 11 bis 12.30 Uhr in unserer Geschäftsstelle aufgegeben werden. Der Verlag bewußtseins der künftigen Generation gegenüber hat Hand in Hand mit den wirtschaftlichen Maßnahmen diese günstige Entwicklung eintreten lassen, die wir mit Hilfe der folgenden Zahlen aufweisen. Im Jahre 1931 wurden in Hattingen 196 Kinder geboren, im folgenden Jahre, dem Jahr der tiefsten Depression, nur noch 149. Nach der Machtübernahme steigt diese Zahl ständig. 1933 waren es 152, 1934 210 und im letzten Jahre 237 Kinder. Weniger erfreulich ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, daß in diesem ablaufenden Jahre die Verlegung des Arbeitsamtes von Hattingen nach Schwelm erfolgte. Das Hattinger Arbeitsamt wurde aufgelöst, und als Nebenstelle dem Arbeitsamte Schwelm zugeteilt. Diese Verlegung bezw. Veränderung in der Verwaltung erfolgte im Zuge der Vereinheitlichung und Verbilligung der Verwaltung, und war andererseits durch die Tatsache bedingt, daß die Leitung des Ennepe=Ruhrkreises ihren Sitz in Schwelm und nicht in Hattingen hat, das wegen seiner Lage nicht so zentral für den Ennepe=Ruhrkreis wie Schwelm gelegen ist. Die Zusammenlegung, die eine weitere verwaltungsmäßige Vereinfachung und damit eine Verbilligung gebracht hat, ist für die Bewohner im Gebiet des früheren Hattinger Arbeitsamtes darum um so mehr zu tragen, weil die Geschäftsstelle in Hattingen blieb, weil Anträge auf Gewährung der Arbeitslosenunterstützung auch weiterhin in Hattingen gestellt werden konnten, weil schließlich die Auszahlung der Unterstützung und die Entgegennahme der Kontrollmeldungen in unveränderter Form in Hattingen stattfindet. Auch die Arbeitsvermittlung, die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung wurde in gewohnter Weise weitergeführt, ebenso werden die Arbeitsbücher in Hattingen ausgestellt. Dafür konnte Hattingen aber auch wieder den Zuzug neuer, für den Aufbau des nationalsozialistischen Staates wichtiger Institutionen verzeichnen: In diesem Jahre wurde die Gauführerschule des Gaues Westfalen=Süd der Deutschen Arbeitsfront nach Hattingen verlegt und wird dort in der Regel von 70 Kursusteilnehmern besucht. Ferner muß in diesem Zusammenhang erwähnt werden, daß Hattingen auch insofern eine große Ehrung erfuhr, als die SA=Wachtstandarte„Feldherrnhalle" nach Hattingen gelegt wurde, und die Hattinger sich heute sicher gar nicht mehr vorstellen können, daß diese Wachstandarte jemals wieder von Hattingen weg verlegt werden könnte. Für unsere Wanderer ist die Mitteilung wichtig gewesen, daß die Waldschule in Hattingen, die bereits seit längerem als Jugendherberge diente, nunmehr weiter ausgebaut werden mußte, da sich gezeigt hat, daß sie in diesem und in den letzten Jahren infolge ihrer schönen landschaftlichen Lage von vielen Wanderern rege in Anspruch genommen wurde. Ein neuer Schlafraum und ein neuer Waschraum wurden neben anderen kleineren Räumen neu eingerichtet. Die Waldschule hat besonders auch für die NSV an Bedeutung gewonnen, die hier BdM=Erholungslager im Sommer in der Waldschule durchführen ließ. In diesem Jahre erlebten wir auch in Hattingen und im Ennepe=Ruhrkreis die Zusammenlegung der Ortskrankenkassen zu einer Allgemeinen Ortskrankenhasse im EnnepeRuhrkreis. Die Organisation der Aenderung ging ruhig vor sich, und wenn auch in den kreiseigenen Städten nunmehr die Ortskrankenkassen ihre Selbständigkeit verloren, so blieben die Verwaltungsräume as Räume zur Unterbringung einer Geschäftsstelle bestehen, so daß der Verkehr der Kasse mit den Versicherten dadurch keine Aenderung erfuhr. Bei dieser Zusammenlegung konnte bei sechs der bisher selbständigen Kassen eine kleine Beitragsermäßigung eintreten, während die Beiträge von vier Ortskrankenkassen eine unwesentliche Erhöhung erfuhren. Der Sitz der neuen Ortskrankenkasse des Ennepe=Ruhrkreises wurde nach dem Sitz des Kreises, nach Schwelm, verlegt. Daß sich auch in Hattingen nach anderer Richtung wieder neues Leben zeigt, geht aus der Tatsache hervor, daß der Verkehrsverein Hattingen, der längere Zeit einen„Dornröschenschlaf“ geschlafen hatte, sich wieder zu einer Sitzung zusammenfand, und sich an die Hattinger um tatkräftige materielle und ideelle Förderung wandte. Ein Verein wie der Verkehrsverein, der sich in der alten historisch so bedeutsamen Stadt Hattingen gebildet hat, darf sicher mit der stärksten Unterstützung der Hattinger Volksgenossen rechnen. Besonders bedeutsam für die Belange des Verkehrsvereins war es, daß am 1. Mai dieses Jahres ein Verkehrsbüro neben dem ZentralTheater in Hattingen eingerichtet werden konnte, und dadurch der Verein auch eine geschäftsmäßige Zentrale erhielt. Aus dem Bereich ideeller Bestrebungen des Ennepe=Ruhrkreises und der Stadt Hattingen sei auch noch erwähnt, daß das Volksbildungswerk in Hattingen seine Arbeit wieder aufgenommen hat. In Form Aufruf! Partei= und Volksgenossen des Gaues Westfalen=Süd! Das Jahr 1936 ist zu Ende. Wiederum ist Deutschland einen gewaltigen Schritt vorwärts gekommen. Allen Schwierigkeiten zum Trotz hat sich die Nation unter der Führung Adolf Hitlers durchgesetzt. Zum Jahreswechsel wünsche ich meinen westfälischen Partei- und Volksgenossen Glück und Segen. Gleichzeitig gebe ich der Ueberzeugung Ausdruck, daß auch der Letzte gern und freudig seine ganze Kraft einsetzt, um im kommenden Jahre unter den Fahnen des Nationalsozialismus das Beste für unser neues Deutschland zu leisten. Der Glaube versetzt Berge und dem Mutigen gehört die Welt. Unser nationalsozialistischer Glaube an die Zukunft des Reiches ist unüberwindlich; mit unserem Führer besitzen wir den unbeugsamen Mut, das schier Unmögliche möglich zu machen. Heil Hitler! Gauleiter Westfalen=Süd. Wagner, Das Jahr IV liegt hinter uns Es war ein Jahr angestrengtester Arbeit und erhabener Größe. Der erste Abschnitt der Aufgaben, die sich der Führer stellte, ist erfüllt. Auch für den SA=Mann hat es an großen Etappen auf dem Wege zur Vollendung nicht gefehlt. In zähem Ringen hat jeder, ganz gleich auf welchem Posten er stand, mit dem Aktivismus der Kampfzeit seine Pflicht getan. Das Große hinter uns, gibt uns die Kraft, bescheiden vor der Größe der Verantwortung und Auswirkung unseres Tuns auch im neuen Kampfjahr den Willen des Führers durchzuführen. Das ist das Gelöbnis der westfälischen SA an der Schwelle des alten Jahres: Wie in allen beutschen Gauen steht die SA Westfalens in alter Treue zum Führer! gez.: Otto Schramme, SA=Gruppenführer Westfalen Brigadeführer Schleßmann zum neuen Jahr Kampf war das Jahr 1936! Kampf ist das Leben! Und auch das Jahr 1937 wird von uns vollen Einsatz fordern. Aber unser Kampf wird uns leicht gemacht durch unseren herrlichen Führer, der in allen Dingen vorangeht, und wir brauchen ihm nur zu folgen. Wir als SS wollen in der vordersten Front in Treue, Haltung und Einsatzbereitschaft uns von niemandem übertreffen lassen. Mögen alle Volksgenossen in diesem Gedanken untereinander wetteifern, so glaube ich, daß nichts in der Welt uns den Frieden rauben und unseres Führers Werk erschüttern kann. Auch im neuen Jahr gilt unser altes Losungswort: „Stets bereit für Führer, Volk und Vaterland!“ Heil Hitler! gez.: Schleßmann Ein Jahr der Arbeit und des Erfolges ein Jahr kameradschaftlicher Zusammenarbeit. Das 4. Jahr der nationalsozialistischen Revolution geht zu Ende— ein Jahr zähester Arbeit des ganzen deutschen Volkes. Unter der sicheren und energischen Führung Adolf Hitlers marschierten wir weiter auf dem Wege zur lichten Höhe— fleißig und unverdrossen— die Augen auf den Führer gerichtet, der uns in allem leuchtendes Vorbild ist. Wir blicken mit Stolz zurück auf die Monate unseres gemeinsamen Schaffens. Jeder hat mit seinen Kräften mitgeholfen. Weithin sichtbar sind die Erfolge des verflossenen Jahres, das für Deutschland ein Jahr der Ehre wurde. Dafür gebührt allen, Betriebsführung und Gefolgschaft, Mann und Frau, Dank für ihren Einsatz und ihre tägliche Leistung im Dienste der Gemeinschaft. Der Führer stellte auf dem Reichsparteitag mit stolzer Genugtuung fest, daß er sein Wort, den schaffenden deutschen Menschen innerhalb einer Zeit von 4 Jahren aus seiner Verelendung zu retten, lange vor der festgesetzten Zeit in einer Weise eingelöst hatte, die alle Erwartungen übertraf. Der Führer stellte aber gleichzeitig einen neuen Plan auf, der die Rohstoffrage lösen und die Freiheit und Unabhängigkeit des deutschen Volkes sichern soll. Als Arbeitsbeauftragte der Nation wollen wir freudig und hingebungsvoll weiter mitarbeiten an dem Werk des Führers. Mit dem wachsenden Verständnis für unsere Aufgaben steht nicht nur der Einsatz des einzelnen, sondern auch die Zahl der Helfer, die notwendig waren, un dem gesteckten Ziel näherzukommen. Allen danke ich aus ganzem Herzen für ihre Treue und Selbstlosigkeit, die mit für das bisherige Gelingen entscheidend waren. In altem, nationalsozialistischem Geist marschieren wir in ein neues Jahr, das unter der Losung steht: Jeder Betrieb— ein Bollwerk nationalsozialistischer Weltanschauung. Heil Hitler! gez. Stein, M. d. R., Gauobmann der DAF. Westfalen=Süd. Glückseliges neues Jahr! Allen unseren Freunden, Inserenten, Abonnenten, und Mitarbeitern Verlag u. Schriftleitung von fünf Vortragsreihen aus dem Gebiet der Geschichte, der Heimatkunde, der Rechts= und Wirtschaftskunde, des Sports, der Technik, und der Pflege der Volksmusik wurde eine größere Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, die den Volksgenossen, die daran teilgenommen haben, sicherlich viel Anregungen vermittelt haben. Mit der kulturellen Entwicklung in der Stadt Hattingen und innerhalb des Ennepe=Ruhrkreises konnte man zufrieden sein. Neben einzelnen Vereinigungen ließ es sich besonders die NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" angelegen sein, gute wertvolle Unterhaltung und hochstehende künstlerische Genüsse den Hattingern zu vermitteln. Die Verbindung zum Bochumer Stadttheater wurde auch von den Volksgenossen aus Hattingen und dem EnnepeRuhrkreis weiter gepflegt. So darf man abschließend feststellen, daß uns das ablaufende Jahr 1936 auch in Hattingen und im Ennepe=Ruhrkreis der Verwirklichung der wirtschaftlichen Gesundung wieder einen tatkräftigen Schritt weitergebracht hat. Mit dem Rückgang der Erwerbslosenziffern, über den wir noch vor einigen Tagen berichten konnten, war ein merklicher Aufstieg des heimischen Wirtschaftslebens verbunden. Hoffen wir, daß die wirtschaftliche Belebung noch weiter anhält, und daß besonders Hattingen seine Stellung als Einkaufsgentrale für das Hattinger Land noch weiter befostigt. Dann wird es ein glückhaftes und gutes Jahr 1937 werden. In diesem Sinne allen unseren Lesern ein frohes und glückseliges neues Jahr 1937! „Auch du deutsche Hausfrau“ kannst helfen an dem weiteren Aufbau unseres deutschen Vaterlandes. Sammle fleißig alle leeren Konservenbüchsen, sieh mal nach auf dem Boden, im Keller oder in der Rumpelkammer, was da alles an Altmetall liegt. Wir werden monatlich, Tag und Stunde wird durch die Tageszeitungen bekannt gegeben, die gesammelten Sachen abholen. Der nächste Abholungstermin ist Montag, den 4. Januar 1937. Die Sachen werden von der HJ. abgeholt. Die Ankunft des Abholungswagens wird auf jeder Straße durch ein Trompetensignal angegeben. Feltscheine werden ausgegeben Die angesetzten Termine müssen eingehalten werden. Das Amt Blankenstein=Ruhr teilt mit: Die Reichsverbilligungsscheine für Speisefette und Margarinebezugsscheine(ohne Verbilligung) für die Monate Januar bis einschl. März 1937 für die minderbemittelte Bevölkerung des Amtsbezirks Blankenstein=Ruhr werden in nachstehender Reihenfolge ausgegeben: Gemeinde Welper: Montag, den 4. Januar 1937: Buchstabe A—B von 8—11 Uhr, Buchstabe C—F von 11—12 Uhr, Buchstabe G—H von 15—16 Uhr, Buchstabe I—K von 16—17. Uhr. Dienstag, den 5. Januar 1937: Buchstabe L—N von 8—11 Uhr, Buchstabe O—R von 11—12 Uhr, Buchstabe S—St von 15—16 Uhr, Buchstabe V—Z von 16—17 Uhr. Stadt Blankenstein: Mittwoch, den 6. Januar 1937: Buchstabe A—Z von 8—11 Uhr. Gemeinde Buchholz: Donnerstag, den 7. Januar 1987: Buchstabe A—Z von 8—11 Uhr. Gemeinde Holthausen: Donnerstag, den 7. Januar 1987: Buchstabe A—Z von 15—17 Uhr. Die Ausgabe erfolgt für alle Gemeinden im Amtshaus 2, Zimmer Nr. 9. Vorzulegen sind in jedem Falle— also ausnahmslos— sämtliche lusweise über das Einkommen, insbesondere auch der letzte Lohnnachweis. Nicht nur für den Haushaltungsvorstand, sondern auch für alle zum Haushalt gehörigen Personen mit eigenem Einkommen ist die Beibringung der Lohnnachweise unbedingt erforderlich. Die festgesetzten Ausgabetermine müssen genauestens eingehalten werden. Abweichungen und Ausnahmen können grundsätzlich nicht gemacht werden. Mit einer nachträglichen Ausgabe an säumige Abholer ist nicht zu rechnen. Westdeufsche Um- und Ausschau Großfeuer in einer Sackfabrik RWD Köln. Am Dienstag abend wurde in einer Sackfabrik, in Köln=Braunsfeld ein Feuer bemerkt, das bald einen beträchtlichen Umfang annahm. Die Kölner Feuerläschpolizei rückte mit fünf Wachen aus und fand beim Eintreifen das Fabrikgebäude in hellen Flammen. Der Wind begünstigte das Feuer erheblich. Nur dem Umstand, daß das Fabrikgebäude in freiem Felde liegt, ist es zu danken, daß durch den starken Funkenschlag der Brand auf seinen Herd beschränkt blieb. Die Wehren beschränkten sich zunächst darauf, mit eif Schlauchleitungen das brennende, etwa 35mal 40 gm große Gebäude, in dem alte Säcke und sonstige Materialien bis unter den Dachstuhl gestapelt lagerten, von außen anzugreifen. Erst nach einiger Zeit konnte man in das Innere vordringen, wo bereits ein großer Teil des Säckevorrats verbrannt war. Auch die Einrichtungen dieses Gebäudeteiles wurden vernichtet Nur die Umfassungsmauern des Gebäudes blieben stehen. Der Schaden ist sehr groß die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Die Polizei ist mit der Aufklärung der Brandursache beschäftigt. Einbrecherbande unschädlich gemacht Selbstmord eines Schwerverbrechers RWD Köln. Schon seit einiger Zeit war die Kölner Kriminalpolizei hinter einer Einbrecherbande her, die zahlreiche Einbrüche in Kölner Geschäfte ausgeführt hatte. Vor einigen Tagen konnte nun ein Einbrecher, der erst vor kurzem nach Verbüßung einer längeren Gefängnisstrafe wieder entlassen worden war, auf frischer Tat ertappt und festgenommen werden. Damit hatte man den Anführer der schon längere Zeit gesuchten Bande, der noch ein zweiter Schwerverbrecher und eine Frau angehörten, erwischt. Der Polizei war es bald möglich, die beiden Komplizen des Festgenommenen ebenfalls hinter Schloß und Riegel zu setzen. Der Haupttäter, ein 40jähriger Mann aus Köln=Ehrenfeld, hat nun im Untersuchungsgefängnis durch Erhängen Selbstmord verübt. Der zweite Einbrecher, ein 38jähriger Mann aus Köln, versuchte, sich der Weiterhaft dadurch zu entziehen, daß er Nägel und eine kleine Schere verschluckte. Er mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Die Polizei ist mit der Aufklärung der von der Bande begangenen Verbrechen beschäftigt, Beim Vogelfang gestellt RWD Siegburg. In Hangelar konnte die Polizei zwei Männer aus Bonn beim verbotenen Vogelfang auf frischer Tat stellen. Ein Polizeibeamter hatte auf dem sogenannten Niederberg zwei Fangbäume festgestellt Die Nachforschungen führten nun zur Ermittlung von zwei Vogelstellern, die Leimruten und Käfige mi: Lockvögeln mit sich führten. Mehrere gefangene Zeisige und ein Dompfaff konnten wieder in Freiheit gesetzt werden. Die Vogelsteller gestanden, den Vogelfang schon seit Jahren betrieben und die gefangenen Vögel an Privatpersonen verkauft zu haben. Die Vogelsteller werden sich jetzt vor Gericht zu verantworten haben. Der Zusammenbruch der Rhein.=Westf. Beamtenbank RWD Duisburg. Der große Prozeß um den Zusammenbruch der Rheinisch=Westfähischen Beamtenbank nahm unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen seinen Fortgang und wird sich auch noch bis in das neue Jahr hinein erstrecken. Augenblicklich ist man noch mit der Beratung über die Bilanz 1933 beschäftigt, die eine Reibe von Einzelsitzungen der Sachverständigen notwendig machte. Ueber das Ergebnis der letzten Sitzung erstattete der Sachverständige Dr. Hartmann zu Beginn der zehnten Verhandlungswoche einen umfassenden Bericht, der als Ergebnis eine Verlustsumme der Bilanz von 238 000 RM erbrachte, während die ursprüngliche Feststellung einen Verlust von 550 000 RM aufzuweisen hatte. Das veranlaßte die Verteidigung zu der Feststellung, daß die Sachverständigen bei der Nachprüfung der Konten nicht einig seien. Bei einer derartigen Verschiedenheit der Auffassungen könne den Angeklagten in diesem Punkte eine objektive Bilanzfölschung nicht mehr zur Last gelegt werden, und ije nach dem Ausfall der Gutachten beabsichtige die Verteidigung, einen Beweisantrag zu stellen, der alle bisherige Arbeit zu nichte zu machen in der Lage sei. Die Sachverständigen erklärten demgegenüber einstimmig, daß nur bei einem einzigen Konto eine Meinungsverschiedenheit bestehe, die sich aber in der nächsten Verhandlung klären lasse. Die verschiedenen Ergebnisse der Berechnung ergäben sich aus der Anwendung der verschiedenen Methoden, die in der endgültigen Weiterverfolgung einen Mindestverlustbetrag von rund 187 000 RM ergäben. Dieser Mindestbetrag erhöhe sich noch um einen unbekannten Betrag derienigen Konten, die man als nicht geprüft herausgelassen habe, um festzustellen, ob bei wohlwollender Berechnung sich noch ein Verlust ergeben würde. Die Sachverständigen wollen diesen unbekannten Posten aber nicht abschätzen, weil eine Schätzung keinen Nachweis für eine Bilanzfälschung sein könne. Nach diesen Erklärungen dürfte der Prozeß, wenn ein anderer für alle Teile gangbarer Weg nicht gefunden wird, noch viele Wochen in das neue Jahr hinein das Gericht beschäftigen. Kampf mit Autoräubern RWD Aachen. In der Nacht zum Dienstag wurde in der Pontstraße ein Personenkraftwagen entwendet. Der Bestohlene wachte sich mit mehreren Angehörigen sosort auf die Suche nach dem Wagen. Es gelang ihnen auch, den Kraftwagen auf dem Augustinerbach aufzustöbern Dabei kam es zwischen den Dieben, zwei Brüdern, sowie dem Wagenbesitzer und dessen Angehörigen zu einem Handgemenge. Als einer der Autoräuber aus dem Wagen herausgezerrt wurde, zog der andere ein Messer und stach auf seine Gegner ein. Ein Schwager des Bestohlenen erhielt mehrere Stiche, die ihn lebensgefährlich verletzten. Die beiden verwegenen Autoräuber konnten von der Polizei festgenommen werden. Wieder Hand- und Gespanndienste in den Eifelgemeinden RWD Aus der Eifel. Zahlreiche Eifelgemeinden haben in der letzten Ze't die althergebrachten, in den ersten Nachkriegsjahren jedoch abgeschafften Hand= und Gespanndienste wieder eingeführt. Es handelt sich hierbei um eine Arbeitsleistung für die Gemeinde, die jedem einzelnen Gemeindebürger nach Maßgabe seines Grundvermögens und seines Einkommens auferlegt wird. Diese Art der Tragung eines Teils der Lasten der Gemeindeverwaltung ist in doppelter Hinsicht von Bedeutung. Einmal wird den Gemeindeeingesessenen die Aufbringung ihres Anteils an den Gemeindelasten erheblich erleichtert und andererseits können die laufenden Unterhaltungsarbeiten an den Gemeindewegen und anderen gemeindeeigenen Anlagen gründlich durchgeführt werden, ohne daß die Gemeinde als Trägerin dieser Arbeiten hierfür geldliche Aufwendungen aufzubringen braucht. Bei dem ausgesprochen kleinlandwirtschaftlichen Charakter des Eifelgebietes bedeutet die Einführung von Hand- und Gespanndiensten in den Gemeinden eine beachtliche steuerliche Entlastung der landwirtschaftlichen Betriebsinhaber, denn die zusatzliche Arbeit, die hiermit verbunden ist, kann von jedem einzelnen ohne Schwierigkeiten erfüllt werden, während die gleiche Leistung in Geld eine fühlbare Belastung darstellen würde. Eigenartiger Unglücksfall RWD Küllstedt(Eichsfeld). Ein eigenartiger Unglücksfall ereignete sich in der Familie des Arbeiters Petri. Eine kleine Zelluloidpuppe fiel auf die heiße Herdplatte und wurde durch die Stichflamme in das Körbchen des sieben Monate alten Kindes geschleudert, das, bevor Hilfe zur Stelle war, starke Brandwunden erlitten hatte. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe starb das Kind an den Folgen der Verbrennungen Ein Fischotter wütele RWD Verden. Der Bauer Ehler Heemsoth in dem benachbarten Dorse Eitze hatte im Frühjahr vier Karpfenteiche mit Karpfen zum Preise von je einer Mark besetzt. In einem Teich, in dem 325 Fische ausgesetzt waren, fand man jetzt nur noch 41 Karpfen; alle übrigen hatte ein Fischotter geraubt. Bisher war es noch nicht möglich, das Raubtier unschädlich zu machen, da das Tier nicht regelmäßig, sondern nur in Abständen bei den Teichen erscheint. Wunderkerzen führten zum Wohnhausbrand RWD Borgloh. Am zweiten Weihnachtstag spielten die Kinder des Tischlers Willmann auf der Diele des elterlichen Hauses mit Wunderkerzen. 1937 Eine im Kreise geschwungene Wunderkerze fiel ins Stroh, das sofort in hellen Flammen stand. Die Feuerwehr konnte nicht verhindern, daß das Wohnhaus bis auf die Umfassungsmauern niederbrannte. Schußwaffen in Kinderhand RWD Karlsfeld. Beim Schießen mit einem Tesching wurde am zweiten Weihnachtstag der 14jährige Hein Düser aus Hostemost von einem Spielkameraden in den Unterleib getroffen. Der Junge konnte noch mit eigener Kraft einen Arzt aussuchen, starb aber wenige Stunden nach der Einlieferung ins Krankenhaus. In Jeddeloh schossen zwei Söhne eines Bauern mit einem Luftgewehr Dabei drang dem älteren Sohn eine Kugel ins Auge, das allem Anschein nach nicht mehr gerettet werden kann. Kleine Provinzchronik Kommerzienrat Bernhard Krawinkel gestorben. Gummersbach. Am Heiligen Abend ist nach kurzer Krankheit Kommerzienrat Bernhard Krawinkel in Vollmershausen im Alter von 85 Jahren gestorben. Mit ihm ist einer der führenden Persönlichkeiten der oberbergischen Großindustrie nach einem überaus erfolgreichen, aber auch von harten Schicksalsschlägen nicht verschont gebliebenem Leben dahingegangen. Zehn Personen erkrankten an Fleischvergiftung. Duisburg. In Duisburg=Süd erkrankte am zweiten Weihnachtsfeiertag eine zehnköpfige Familie nach dem Genuß von Entenfleisch. Es wurde festgestellt, daß eine der Enten, die die Familie selbst gezüchtet und auch selbst geschlachtet hatte, vergiftet war. Sämtliche Erkrankten befinden sich außer Lebensgefahr. WUIE DEUTSCHE JUNGEN ALS PIONIERE UND KUNDER DES NEUEN DEUTSCHLANDIN RAMERUNI 5. Fortsetzung. Duvois lächelte höhnisch. „Man merkt, daß Monsieur Hartmann ein Deutscher ist. Bei dieser Einstellung von Monsieur Hartmann sollte es mich nicht wundern, wenn Nagilla in seinem Boyhaus Zuflucht gefunden hat. Wollen Sie ihm dies, Herr Doktor, bitte sagen?" Er beobachtete scharf Hartmanns Miene, als de Jong wiederholte. Hartmann lächelte nur. „Monsieur Duvois vergißt, daß er sich hier auf englischem Gebiet befindet." Duvois wurde dunkelrot. „Mister Collins— was haben Sie dazu zu sagen?" Der Engländer verneigte sich höflich. „Es steht Ihnen frei, bei dem Chief Justice in Lagos einen Antrag zu stellen." Duvois lachte spöttisch auf und streifte Hartmann mit einem gehässigen Blick. „Dann wäre meine Aufgabe hier vorläufig erledigt," er erhob sich brüsk,„ich betone allerdings, vorläufig erledigt." Er verbeugte sich knapp vor seinem Gastgeber. Der englische Begleiter glaubte, die Schroffheit des Franzosen mildern zu müssen. Er lächelte liebenswürdig zu Hartmann hinüber. „Beg you pardon, Mister Hartmann," und ließ es unentschieden, ob sich die Bitte um Verzeihung auf die morgendliche Störung überhaupt oder das Benehmen des französischen Kommissars beziehen sollte. De Jong bekam nur einen flüchtigen Händedruck von Duvois. „Wir sprechen uns noch in Ndogassa, Herr Doktor. ich erwarte Ihren Besuch so bald als möglich." De Jongs Gesicht veränderte sich nicht um die geringste Nügnce, als er höflich erwiderte: „Das trifft sich ausgezeichnet, ich hatte sowieso die Absicht, wegen der sehr notwendigen Ergänzung meines Pflegepersonals mit Ihnen zu sprechen was mir in den letzten Tagen leider möglich da Sie dauernd anderweitig in Anspruch genommen" „Ich habe allerdings noch anderes und wichtigeres zu tun, als mich um Ihre Personalangelegenheiten zu kümmern, Herr Doktor. Da müssen Sie als Chef des Hospitals schon selbständiger handeln." „Was ich nur zu gern täte, wenn Sie mich, verehrter Herr Kommissar, nicht an bestimmte Instruktionen gebunden hätten." „Und diese Instruktionen werde ich noch um einige Punkte erweitern," stieß Duvois mit offener Wut hervor.—„Bon jour, messieurs!" Njong, der bescheiden an der Tür stehengeblieben war, öffnete den ungebetenen Gästen und geleitete sie hinaus. Die Freunde blickten sich an. Durch die Stille hörten sie das Anlassen des Motors und die helle, harte Stimme Duvois', der einige Befehle gab. „Ich glaube, ich habe mir heute einen Feind geschaffen," Haxtmann griff nach einer Banane, „aber ich konnte nicht anders. Uebrigens danke ich Ihnen, daß Sie das Spiel sofort mitmachten, de Jong. Es wird für Sie nicht ohne einige Unannehmlichkeiten abgehen. Duvois sieht nicht so aus, als wenn er eine Abfuhr vergessen kann." „Eine kleine amtliche Unterhaltung mit ihm wird mich wenig berühren," antwortete de Jong gleichgültig,„viel wichtiger erscheint mir die nächste Zukunft, Nagillas." „Bitte— überlassen Sie den Mann mir. /Er hat sich unter meinen Schutz gestellt und wir sind bie in Britisch=Kamerun. Colonel Sidney Seward denkt ein bißchen anders über Kolonialpolitik als Ihr Durois." Hartmanns Gesicht war jung und lebendig geworden, die gramvollen Falten um seinen Mund waren verschwunden. „Wollen doch einmal sehen, wer hier Herr ist, ich oder ein Franzose, dem die Tropen zu Kopf gestiegen sind." Er klatschte in die Händr. „Niong," sagte er zu dem estretenden Schwarzen,„bring mir nach dem Frühstück den Dualamann her." Njong rollte erstaunt die weißen Augäpfel. „Ich denke, der Doktor aus Ndogassa———" Hartmann schüttelte den Kopf. „Nagilla bleibt bei euch." * Die„Hamburg", auf der Elisabeth Fröhlich Passage genommen, war keine der schwimmenden Luxuspaläste. Vielmehr ein mittlerer Passagierdampfer mit Kabinen für etwa 100 Passagiere. Behaglich, solide, mit einer Eleganz, die beschwingte, oyne zu erdrücken. Dementsprechend waren auch die Fahrgäste. Wenig ausgesprochene Snobs und Globetrotter, die durch die ganze Welt jagten und überall doch nichts anderes fanden als sich selbst und ihre eigene Leere. Meist Menschen mit irgendwelchen bestimmten Plänen oder Zielen. Mehrere Kolonialleute, die nach Urlaubsschluß oder Geschäftsreisen in Europa wieder nach Afrika zurückkehrten, zwei ältliche englische Lehrerinnen für irgendeine Kolonialschule drüben. Sie saßen von früh bis spät, in ihre braunen Plaids eingewickelt, wie verpuppte Raupen auf den Liegestühlen. Die Romanbände verschwanden auch während der Mahlzeiten(sie nahmen das Essen für sich allein an einem kleinen Tisch des Speisesaals ein) nicht vor ihren Augen. Dann gab es ein paar Belgierinnen, die ihre Männer irgendwo auf den verschiedenen Stationen hatten, sie sprachen nur französisch und hielten sich von Deutschen und Engländern fern. Der einzige Franzose, der zu den anderen Gruppen Beziehung unterhielt, war ein Monsieur Durad, Pariser mittleren Alters, offenbar mit unmenschlich viel Geld und ohne besondees Lebensziel als dem, die Zeit mit Anstand totzuschlagen. Von Anfang hatte sich so die Reisegesellschaft in mehrere Gruppen geteilt. Es waren keine ausgesprochenen „Widerlinge" dabei, wie Elisabeth Fröhlich zufrieden konstatierte. Einzig Margot Brunswick, diese dänische Reporterin, machte von ihrer Existenz auf der„Hamburg" allerhand Aufhebens. „Und sie erfüllten die Welt mit ihrem Lärm," an dies Wort mußte Elisabeth in bezug auf Margot Brunswick immer denken. Sie war ihr sehr unsympathisch und Elisabeth vermied deshalb nach Möglichkeit, näher mit Margot Brunswick zusammenzukommen. Sie hatte nichts übrig für diese Art„Berufsfrauen", wie Margot Brunswick sich selbst gern bezeichnete. „Beruf aus Eitelkeit, aber keine Berufung," so hatte Wilfried Mullyan gestern definiert, worüber Elisabeth heimlich gelächelt. Sie hatte diesem Engländer so ein bissiges Wortspiel gar nicht zugetraut. Es steckte hinter seiner jungenhaften Unbekümmertheit offenbar doch mehr. Er hatte ihr Erstannen wohl bemerkt, denn er sagte vlötzlich M einem ironischen Zucken um seinen gutgeschnittenen Mund: „Wir sind ja Kollegen, Mistreß Brunswick und ich. Kollegen müssen gegeneinander boshaft sein, sonst halten sie es miteinander nicht aus. Miß Fröhlich." „Kollegen?" gab Elisabeth fragend zurück, „Ja— wir sind beide nach den britischen Mandatsgebieten unterwegs. Kamerun— Südwest— Ostafrika ist unsere Reiseroute. Mistreß Brunswick für einen nordischen Zeitungskonzern, ich für amerikanische Blätter! Die Welt hat großes Interesse daran, zu wissen wie es in den einstigen deutschen Kolonien aussieht. Sie sehen also— SeLagon auf großer Fahrt Und Mistreß Brunswick schwingt ausgiebig die Reklametrommel. Das ganze Schiff hallt doch schon davon wider." Mullyan gab öfter kleine amüsante Bemerkungen von sich. Er behauptete, daß ein Engländer nur die Wahl hätte, entsetzlich langweilig oder boshaft zu sein, und ex für seine Person hielte es in dieser Hinsicht mit den Vettern jenseits des Kanals: es gäbe nur eine Sünde, die Lanqweiligkeit. Das war Wilfried Mullyan, mit dem Elisabeth sich gern unterhielt. Er pendelte, groß, schlaksig, die unvermeidliche Shagpfeife im Munde, mit einem jungenhaft spöttischen Lächeln unter dem schwarzen Schnurrbärtchen, zwischen Margot Brunswick und Elisabeth hin und her, wobei er, wie er einmal zu Margot äußerte, bei ihr der Schönheit, bei der Deutschen der Weiblichkeit huldigte. „Also halten Sie mich für unweiblich," hatte Margot ein wenig gereizt erwidert. Mullyan meinte seelenruhig:„Sie betonen doch immer so stark, daß Sie es in der Arbeit uns Männern gleichtun wollen." „Und das werde ich Ihnen beweisen, Mullyan. Wetten, daß meine Reportagen über Afrika etwas ganz Neues sein werden?" „Ich wette niemals mit einer schönen Frau." war Mullyans Antwort,„als Gentleman müßte ich Sie doch immer gewinnen lassen." „Mißtrauen in meine Fähigkeit, Mullyan?" Margots Angen hatten aufgeblitzt. Mullyan hielt ihrem Blick stand:„Es gibt keine Fähigkeiten, die ich einer schönen Frau nicht zutrauen würde, Mistreß Brunswick." „Das war nicht die Bemerkung eines Kollegen, Mullyan." Sondern?" „Sondern die eines Mannes. Mit so etwas beginnt man einen Flirt." Margot lag auf dem Liegestuhl. (Fortsetzung folgt.) Zwischen Weihnacht und Neujahr Nachklang zu den Feiertagen— Hoffentlich gut bekommen— Genug ist besser als zuviel— Der Schrei nach dem Hering— O dieser Umtausch! Wie kann man nur??— Und nun mit Schwung ins neue Jahr— Nur die Hoffnung nicht verloren!— Begrüßt mit Freuden das neue! Cbristfest allen gut bekommen:— Na, das freut ein'n denn ja auch! Wer sich hübsch in acht genommen, Uebte einen klugen Brauch Allzu reichlich Fettigkeiten Und zuviel vom süßen Kram Auch den magenstärksten Leuten Selbst noch niemals gut bekam. Da gerad' heißt es: Maß gehalten! Fällt's dem Gaumen auch mal schwer. Nicht nur Junge, auch die Alten Feblen darin meistens sehr. Dann späht man am zweiten Tage Schon nach allem Sauren aus; „Hab'n wir Herina=— ist die Frage, Die bewegt das ganze Haus. Also: nimm von allen Sorten Nur soviel, wie's gut dir tut, Dann schmeckt dir auch die Importen Noch am dritten Abend gut. Die Importen!— Mutz und Stumpen Werden Weihnacht nicht geraucht; Mutti ließ sich ja nicht lumpen, Weiß, daß gern man Gutes schmaucht So ist's bis zum Schluß gemütlich, Wenn man nicht sich übernahm; Wehe aber, wenn zu gütlich Man sich tat an all dem Kram! So etwas soll man also hübsch bleiben lassen, um allen„inneren Komplikationen" aus dem Wege zu geh'n; wenn man einmal richtig„verstimmt“ ist, hilft selbst ein Alter Korn nicht mehr, den Mutti ja vorsorglicherweise mit in den Futterkorb. getan. Auch für die kulinarischen Verlockungen zu Weih nachten gilt immer noch die alte Weisheit: Genug ist besser als zuviel! Der kluge Mann baut vor— das soll man auch an solchen guten Tagen, von denen ja schon Vater Goethe sagte/ daß sie am schwersten zu ertragen sind, sich zur Richtschnur machen. Das heißt: Mir sind die drei Festtage— mit dem Heiligen Abend eigentlich sogar vier— ganz prima bekommen und von mir aus hätte es bis Nzujahr keinen Werktag mehr zu geben brauchen; ich hätte schon mitgemacht, auch ohne saure Gurken und Hering, zu denen ich ja am heutigen Silvesterabend sowieso komme. Aber das ging ja nun auch wieder nicht: denn erstens geht nichts über eine kleine Kunstpause auch im Feiern und zweitens freut man sich dann vielmehr auf das neue Festchen, das uns winkt. Vor allem aber gäbe es ja dann keine Gelegenheit, all die vielen Sachen umzurauschen die leider nicht den Beifall des damit Beglückten gefunden. Ja, man soll es gar nicht für möglich halten, daß es so sehr viel Menschen gibt, denen es selbst das Christkind nicht recht machen kann, von denen es sich sogar eine Korrektur gefallen lassen muß. Ganz gewiß kann vor es kommen, Daß man mal daneben tipt, Daß man gerade das gewonnen, Was der Andere nicht liebt. Aber leider gibts auch Leute, Die nun mal so eingestellt. Daß das, was sie sonst erfyeute, Ihnen Weihnacht nicht gefällt. Vater tauscht schon mal die Pfeife, Mutter ihren Balatum, Frieda ihren Kasten Seife, Heinrich die Krawatte um. Dazu ist noch nichts zu sagen, Doch was manche kühn und laut Nach dem Fest zum Umtausch tragen, Geht bestimmt auf keine Haut. — Just was Christkind ihnen brachte, War daneben wie noch nie Und wenn's noch so gut es machte, Fands doch keine Sympathie.— — So dacht ich am Montagmorgen Als die Vielen ich geseh'n, Denen man die Umtauschsorgen Anmerkt im Vorübergeh'n. Und als ich den Blick hinüber Zu den Läden erst gelenkt Fragt ich mich: Ist's Fest vorüber Oder wird erst noch beschenkt? So'n Betrieb war da zu sehen! Doch nur Tausch, wie ich erfuhr; Mir blieb der Verstand fast stehen, Dacht nur nach: Wiekann man nur??? den Amtausch=Wütigen trotzdem gönne, daß sie schließlich doch noch zu einem„Christkindchen nach ihrem Geschmack" gekommen sind, so nur im Interesse unserer in diesen Tagen soviel geplagten Verkäuferinnen und Verkäufer: die würden ja sonst bis zur nächsten Weihnacht keine Ruhe mehr haben, sofern es ihnen nicht glücken würde, am beutigen Silvesterabend ihren Umtauschkummer mit einem seinen Glas Punsch oder Wein zu vertreiben. Das Rezept kann ich übrigens auch allen anderen empfehlen, die sich allzusehr und allzuleicht von ihren Alltagssorgen unterkriegen lassen. Es ist schon besser, immer wieder mit frischfröhlichem Mut in die Zukunft zu sehen. Das soll man vor allem auch am heutigen Jahresschluß wieder bedenken. Es ist deshalb durchaus nicht notwendig, in hochanimierter Stimmung— um mich vorsichtig auszudrücken— ins neus Jahr hinüberzurauschen, sondern für eine echte Silvesterfeier gilt die Sache mit dem Maßhalten ebenfalls wieder. Wer den Jahresschluß richtig zu feiern versteht, wird wissen, daß das ganz unabhängig ist von einer größeren oder geringeren Zufuhr von alkoholischen Dingen; selbstverständlich kann die Einnahme eines guten Tropfens durchaus nicht schaden, aber wie gesagt: immer langsam voran, auch wenn's ins neue Jahr hineingeht. Und nun hinein mit frischem Mut und froher Hoffnung! Das neue Jahr soll uns heute abend bei seinem Eintritt ganz in Ordnung finden, und zwar in jeder Beziehung. Schon wieder ist ein Jahr verflossen; Ein neues, junges tritt herein; nn es uns manchmal auch verdrossen, Ab heute soll's vergessen sein, Heut' wollen wir bei frohem Feiern, Wie's gern dem Scheidenden man weiht, All uns're Hoffnung gern erneuern, Die froh uns trägt durch alle Zeit. Ja Hoffnung, Hoffnung soll uns tragen Durch alle Zeiten immerdar Dann wird uns auch in schwersten Tagen Ein Lebensglück noch offenbar Drum feiert froh die letzten Stunden, Die euch das neue Jahr noch schenkt Und seid dem neuen dann verbunden, Damit es stets euch gut bedenkt. Laßt fröhlich drum die Gläser klingen, Begrüßt mit Lust das neue Jahr, Dann wird es euch auch Gutes bringen, Wie es ja auch im alten war. AN Also auch so was gibts! Sozusagen: die Kehrseite der lieben Weihnacht, die ganz sicher eine andere, schönere verdient hätte. Und wenn ich all ) Vor allem aber, was im alten An Leid und Müh' euch auch verdroß— Die Hoffnung immer hochgehalten! Dann gehts auch gut! Polytropos. Ausländisches Geld für das whw Die anläßlich der letzten Reichsstraßensammlung an alle Volksgenossen gerichtete Aufforderung der Reichsleitung des WSW. ausländisches Hart- und Papiergeld dem Winterhilfswerk zur Verfügung zu stellen, hatte einen beachtlichen Widerhall gefunden. Zahlreiche, für ihre Besitzer wertlose Geldstücke, aber auch Devisen, wanderten in die Opferbüchsen Am 2. und 3. Januar 1937 kämpfen und NSKK in der 4. Reichsstraßensammlung für den sozialen Frieden! des Winterhilfswerks. Die kommende vierte Reichsstraßensammlung des WSW. die von der SA, SS und dem NSKK durchgeführt wird, bietet erneut Gelegenheeit, auch das letzte ausländische Hart- und Papiergeld der Volksgemeinschaft zur Verfügung zu stellen. nachrichten Die Börsen Düsseldorf: Ruhig Düsseldorf, 30. Dez. Die Kursgestaltung an der heutigen Rheinisch=Westfälischen Börse war nicht gleichmäßig, doch beschränkten sich die Kursrückgange nur auf wenige Werte. Mit Ausnahme von einigen Spezialpapieren, in denen das Geschäft wieder etwas größer war, nahm die Börse einen ruhigen Verlauf. Berlin: Aktien erholt— Lebhafte Nachfrage für Altbesitz Berlin, 30. Dez. Die infolge der gestern zu beobachtenden Abgaben eingetrenen Kursverluste bei den meisten Aktienwerten konnten heute zum Teil wieder wettgemacht werden, da nach Erreichung der niedrigeren Limitgrenze eine Reibe von Kauforders zur Ausführung gelangte und dadurch auch Nachfrage des berufsmäßigen Börsenhandels ausgelöst wurde. Am Rentenmarkt wurden Reichsaltbesitz in größeren Beträgen gesucht und 35 Pfg. höher bezahlt; offenbar hat die Mitteilung über den vorzeitigen Ankauf der zur Einlösung gezogenen Auslosungsrechte eine Anregung gegeben. Dortmund, 30. Dez. Auftrieb: 405 Rinder, 24 Ochsen, 74 Bullen. 275 Kühe, 32 Färsen, 526 Kälber, 2 Schafe, 4135 Schweine. Preise für 50 kg Levendgewicht: Ochsen a) 45. b) 41; Bullen a) 43, b) 39, c) 34; Kühe a) 43, b) 35—39, c) 33. d) 22—25; Färsen a) 44, b) 40, c) 35; Kälber a) 63, b) 48—53, c) 33—38: Schweine a) 56,50, bl) 55.50, b2) 54.50, c) 52.50, d) 50.50; g1) 53—55.50, g2 51—52 Mk.— Marktverlauf: Rinder zugeteilt; ausgesuchte Tiere über Notiz. Kälber und Schweine zugeteilt. Essen, 30. Dezember. Auftrieb: 429 Rinder, 11 Ochsen, 57 Bullen, 328 Kühe, 33 Färsen, 347 Kälber, 1 Schaf, 2303 Schweine. Preise für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen a) 45, b) 41; Bullen a) 43, b) 39, c) 34; Kühe a) 41—43, b) 36—39, c) 28—33, d) 20—25; Färsen a) 44, b) 40, c) 35; Kälber a) 63, b) 53, c) 38, d) 33—38; Schweine a) 56.50, bl).55.50, b2) 54.50, c) 52.50, d) 50.50, g1) 55.50, g2) 52.50.— Marktverlauf: Großvieh, Kälber, Schweine zugeteilt. RUNDEUNK Donnerstag, 31. Dezember 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer 6.05: Leibesübungen. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Funkorchester Leilung: Fritz Schröder. 1. Komm mit, Marsch (O. Kockert. 2. Strahlender Himmel(H. Löhr). 3. Buyrische Geschichten, Walzer(W. Richartz). 4. Aus dem Süden Italiens, Tarantelle(C. Friedemann) 5. Melodien aus der Operette„Wenn die kleinen Veilchen blühen"(R. Stolz). 6. Preußens Gloria. Marsch(G. Piefke). 7.00: Nachrichten. Anschließend: Morgenlied— Morgenruf. Anschließend: Fortsetzung des Frühkonzertes: 7. Ouvertüre zur Oper„Zar und Zimmermann"(A. Lortzing). 8. Im Knusperhäuschen, Intermezzo(W. Meinel). 9. Schlittschuhläufer=Walzer(E. Waldteufel). 10. Melodien aus der Operette„Die lustige Witwe"(Fr. Lehar). 11. Hand in Hand, Marsch (Fr. v. Blon). 8.00: Kalenderblatt— Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.90: Ohne Sorgen jeden Morgen. Das Orchester des Reichssenders Königsberg, Leitung: Georg Woellner). 1. Auf treue Kameradschaft, Marsch(H. L. Blankenburg). 2. Ouvertüre zur Oper„König für einen Tag"(A. Adam). 3. Das war in Wien zur Maienzeit, Walzernovelle(H.Kipp). 4. Im Wald und auf der Heide(G. Pöhler). 5. Blütenzauber im Schnee(A. Scorra). 6. Melodien aus der Operette„Grigi"(P. Lincke). 7. Florentiner=Marsch (J. Fucik). 9.90: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasterstandsmeldungen. 10.00: Sendepause. 11.50: Bauer merk' auf. 12.00: Musik für Alle. Bekannte und beliebte Ballettmusik. Ausführung: Das Große Orchester des Reichssenders Frankfurt unter Leitung von Konzertmeister W. Caspar. I. 1. Ballettmusik aus „Rienzi"(Wagner); 2. aus„Coppelia"(Delibes); 8. aus„Faust"(Gounod); 4. aus„Gioconda"(Ponchielli); 5. aus„Zwei Witwen"(Smetana). 18.00: Mittagsmeldungen— Glückwünsche. 18.15: Fortsetung der Musik für Alle: II. 6. Ballettmusik: aus„Silvia"(Delibes); 7. aus„Aida" Verdi); 8. aus„Macheth"(Verdi); 9. aus„Naila“ (Delibes). 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: vom Deutschlandsender: Allerlei von Zwei bis Drei. 16.00: Benjamino Gigli singt(Schallplatten). 1 Opernarien: a) Ach so fromm, aus„Martha"(Fr v. Flotow); b) Gegrüßt sei mir o heil'ge Stätte, aus „Margarethe"(Ch. Gounod); c) Wo lebte wohl ein Wesen, aus„Manon Lescaut"(G. Puccini); d) Hör ich die Stimme im Traum, aus„Die Perlenfischer“ (G. Bizet). a2. Lieder: a) Ein Traum(E. Grieg): b) O meine Sonne(E. di Capua); c) Mattinata(N Leoncavallo); d) Erinnerung an Sorrent(E. de Curtis). 3. Aus eigenen Tonfilmen: a) Serenata veneziana(A. Melichar); 5 Vergiß mein nicht(E de Curtus); c) Anima mia(A. Melichar); d) Nur du, Maria(E. de Curtus); e) Du bist mein Glüc G. Becce). 15.45: Am Büchertisch. Dr. Josef Mahlberg oc spricht Neuerscheinungen. 16.M: Nachmittagskonzer. Es spielt das Westdeutsche Kammerorchester unter Leitung von Hermann Hagestedt. 1. Vorspiel zur Oper„Der Waffenschmied"(A. Lortzing). 2. Hymne an die Sonne(P. Kick=Schmidt). 3. Melodien aus der Oper„Carmen“ (G. Bizet). 4. Konzertstück über das Lied„Am Brunnen vor dem Tore"(E. Mauß). 5. HarlekinWalzer(H. A. Heumann). 6. Indisches Lied Rimski-Korsakow). 7. Frohe Fahrt(H. Löhr). 8. Big Ben(W. Noack). 9. Aegyptische Eindrücke(G de Michelis. 10. Liebestraum(W. Bochmann). 11. Kärtner Madln, Walzer(A. Kreuzberger). 12. Heimat, Grenzlandlied(H. Strecker). 18. Melodien aus der Operette„Der Tenor der Herzogin"(E. Künneke). 14. Mit Standarten, Marsch(F. v. Blon). 18.00: Silvestergedanken deutscher Dichter und Denker, und zwischendurch Musik. 18.55: Sendepause. 19.00: Reichssendung: Silvesteransprache Reichsminister Dr. Goebbels. 19.10: Westdeutschland im Jahre 1936. Ein Jahresrückblick von Dr. Bernhard Ernst. 20.10—2.00:„Altes Jahr, neues Jahr, Freude. Frohsinn immerdar". Mitwirkende: Kläre Hansen (Sopran); Annemarie Richartz(Sopran); Kurt Theo Nitzhaupt(Bariton); Willi Schneider(Baß-Bariton): Egbert Grape(Klavier); August Kreuter(Violine); die Funkschrammeln; das Kölner Klaviertrio: Leo Eysoldt, Leo Kowalski, Walter Wielsch; ein heiteres Instrumentalquartett: Willi Jansen, Hermann Arzig(Akkordeon), Willi Beuster(Baß), Edmund Engels(Gitarre); die sechs frohen Sänger; der Kammerchor des Reichssenders Köln unter Leitung von Josef Breuer; das Große Orchester des Reichssenders Köln unter Leitung von Friedrich Mario Müntefer und unter Leitung von Otto Julius Kühn; das Kleine Orchester des Reichssenders Köln unter Leitung von Leo Eysoldt; das Musikkorps des Inf.=Regts. 77 unter Leitung von Musikmeister Schwäger.— Darin von 23.30—0.15: Jahresende — Jahreswende. Wir schlagen eine Brücke über Zeit und Land und grüßen aus Deutschlands tiefstem Schacht, von der Höhe der Eifelberge und vom Rheines Strand am Siebengebirge.(Darin gegen 23.50 Uhr: Ansprache des Intendanten) Freitag, 1. Januar Nenjahr 6.00: Hafenkonzert auf dem Luxusdampfer„Cap Arcona" von der Südamerikanischen Dampfschifffahrtsgesellschaft: 1. 1. Glocken vom Großen. Michel, dem Wahrzeichen der deutschen Seefahrer; 2. Choral: Ein feste Burg; 3. Weckruf. 2. 1. Gruß in die Ferne, Marsch(M. Döring 2. Festouvertüre(G. A. Lortzing); 8. Der verklungene Ton(A. Sullivan); 4. Kaiser Friedrich Marsch(K. Friedemann); 5. Wiener Blut, Walzer Joh. Strauß): 6. Die kleinste Truppe(H. Löhr); 7. In Treue fest, Marsch(K. Treike); 8. Volk im Lied, Potpourri(K. Robrecht); 9. Waldandacht(Fr Abt); 10. Parademarsch(nach Wunsch); 11. Lannisches Glück, Walzer(Fr. Willinger); 12. Hei der Zukunft, Marsch(S. Frantzen!. Flaggenvarade der Kriegsmarine 8.00: Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.05: Zwischen Zeit und Ewigkeit. Gedichte und kleine Prosa. Sprecher: Josef Lodenstein. 8.15: Zur Unterhaltung. Es spielt das Kammerquintett. 1. Menuett(Bolzoni); 2. Barcarole P. Tschaikowskyl: 3. Erinnerung an Sorrento (E de Curtis): 4. Kroll's Ballklänge, Walzer(C. Lumbye): 5. Ein Traum(H. Häuser); 6. Kinderherzen(O. Kockert): 7. Heinzelmännchens Hochzeit O. Köpping): 8. Feuerblumen(E. Kötscher); 9. Schelmenliedchen(G. de Micheli): 10. Ballgeflüster (Meyer=Helmund): 11. Marietta, Mazurka(C. Millöcker": 12. Czardas(Monti); 18. In Saus und Braus(C. Millöcker). 9.15: Mit Gott. Morgenfeier zum Neujahrstag. 9.45: Sendepause. 10.00: Reichssendung: Neujahrsansprache der Reichsfrauenführerin Frau Scholtz=Klink. 10.15: Zur Unterhaltung spielen die Berliner Philharmoniker(Schallplatten). 1. Vorspiel zur Operette„Leichte Kavallerie"(Fr. v. Suppé); 2. Donauwellen, Walzer(I. Ivanovici); 3. BallettFolge(Fr. Popy): 4. Aus der Nußknacker=Folge P. Tschaikowsky): a)Kleines Vorspiel, b) Blumenwalzer: 5. Studententanz(A. Ponchielli); 6. Hummelflug(Rimsky-Korsakow); Leit.:(Alois Melichar); 7. Pizzikato=Polka(Joh. Strauß), Leitung: Wilhelm Franz Reuß. 11.05: Ewiger Anfang— Gedichte von Willy Arndr. 11.20: Musik am Neujahrsmorgen. Ausführende: Der Kammerchor des Reichssenders Köln, Leitung: Josef Breuer; Fritz Glahe(Oboe); Fritz Zimmermann(Klarinette): Peter Scheidt(Fagott): Hans Haaß(Klavier. 1. a) Des Jahres letzte Stunde(J. A. Schulz). b) Gott in der Natur(Fr. Schubert); 2. Duo für Klarinette und Fagott(L. van Beethoven); 3. a) Rosmarie, b) Von alten Liebesliedern(Joh. Brahms): 4. Romange für Oboe und Klavier(R. Schumann): 5. a) Winterstille, b) Neujahr(A. Knab). 12.00 bis 12.55: Musik am Mittag. Es spielt das Westdeutsche Kammerorchester unter Leitung von Hermann Hagestedt. 1. Vorspiel zur Operette Der Bettelstudent"(C. Millöcker); 2. HockeySpiele(M. Richter): 3. Tangfolge(Sp. Kochmann); Konzertstück über das Lied„Santa Lucia"(H. Jöhr): 5. Transactionen, Walzer(Jos. Strauß) 6. Unsere Kleinsten exerzieren(A. Bähre); 7. Galantes Schäferspiel(L. Weninger); 8. AstoriaMarsch(L. Siede); 9. Puszta=Traum, Walzer(E. Glombig). 18.00: Glückwünsche. 10. Tick=Tack=Polka(Joh. Strauß): 11. Vorspiel zur Operette„Banditenstreiche"(F. v. Suppé): 12. Neapolitanisches Ständchen(G. Winkler): 18. Spaziergang(H. Heuser); 14. Melodien aus der Operette„Clivia"(N. Dostal): 16. Mafalda=Marsch W. Meyer); 16. Tändelei(M. Schwartz); 17. Stephani-Gavotte(A. Czibulka): 18. Immer vorwärts Marsch(A. Amadei). 14.00: Robert Gaden spielt zum Tanz.(Schall14.30: Der Kiepenkerl gratuliert zum neuen Jahr. 16.00: Lieder im Jahreskreis. Eine bunte Folge zum Jahresanfang. 15.80: Kleine Stücke für Cello und Klavier. Es pielen: Robert Grote(Cello) und Hans Haaf Klavier). .do: Nachmittagskonzert. Das Kleine Orch des Reichssenders Köln unter Leitung vo Velene Co cejus(Sopran); Fri Bnf h. Stra Ich schenk' mein Herz(C. Millöcker=Mack ben): b) Ja, so ist sie, die Dubarry, aus der Op rette„Die Dubarry"(C. Millöcker=Mackeben): Drei Ballett=Arien(R. Drigo): a) Romanze, Walzer, c) Pizzikato; 5. a) Liebestraum(W. Boc b) Sei mir gegrüßt, du holdes Venez Strauß); 6. Zwischenspiel aus der Operet (E. Künneke); 7. a) Alles, all tu' ich aus Liebe, Walzer(F. Doelle); b) Tara ane der Operette„Gasparone"(C. Millöcker 8. Melodien aus der Operette„Frasquita" . a) Ser nade(E. Künneke); b) D weißen Wolken wandern(F. W. Rust); 10. Mel dien aus der Operelte„Das lachende Floren (Raffaelli): 11. a) Du nur bist das Glück mein Lebens, aus der Operette„Die Vielgeliebte" verliebt, Lied aus der Operet „Clivia"(N. Dostal); 12. Annette, Kleiner Walz (H. Heuser); 18. a) Winter, Lied(L. Kowalski Lied(L. Kowalski); 14. Gren aus dem Tonfilm„Liebespara Hohent hauer 18.00: Werke alter Meister. Ausführende: He Hohendahl(Sopran); Josefa Kaster=Oswald Wii (Violine); Willi Isselmann— Jean Schn (Viola); Henk Welling(Cello); Martin H. Ste 2. Zwei deutsche Arien(G. F. Händel): Süt Blumen Ambraflocken, Süße Stille, sanfte Que ruhiger Gelassenheit; 3. Ouvertüre(G. Ph. Te mann. Wir sagen den neuen Monat an. T unkische Kalenderblatt. Der Jannar in Wald u in Tierreich und am Sternenhimmel, olkskunde und Brauchtum. Spielbuch: He Kohlhaas. Spielleitung: Heinz Häuschen. Der 1. Januar im Funkbericht. 19.45: Sportvorbericht. 20.00: Deutscher mantische Musik. 1. Onvertt zu„Oberon"(C. M. v. Weber); 2. Gesang shen aus„Oberon"(C. M. v. Webe erzählung aus„Der arme Heinri (H. Pfitzner); 4. Zwischenakts= und Ballettmi aus„Kosamunde"(Fr. Schubert); 5. Ballad mit Klavierbegleitung(C. Loewe); 6. Onverti zu„Der Vampyr"(H. Marschner); 7. Aus 3 b) Regitativ, und Arte des Ruchve K. Wagner), 9. Baladen mit Klavierbegeini C. Loewe); 10. Aus„Die Meistersinger von Nür berg"(R. Wagner): Tanz der Lehrbuben, Aufzt den Meistersinger, Wach-auf-Chor, Ansprache de Sachs und Schlußchor. Ausführung: Hans Hott Bariton) von der Staatsoper Hamburg, Chor ur Orchester des Reichssenders Frankfurt. Leitun Hans Rosband. 22.00: Zeit. Wetter, Nachrichten 22.30 bis 24.00: Unterhaltungskonzert. Es spie das Unterhaltungsorchester des Deutschlandsender Leitung: Otto Dobrindt. Sporkfamilie Denkschland Betrachtungen zur Jahreswende Vor einem Jahre standen wir vor einem Ereigvon internationaler Bedeutung: Die Jugend der Welt rüstete zum Olympia 1936! Das Jahr ist vergangen, die Oiympischen Spiele sind zum elften Male Vergangenheit. Und diesmal steht der deutsche Sport vor einem Ereignis, das einzig und allein ihn betrifft, das seinen ganzen Weg in eine Bahn leitet, wie sie vielleicht nie ein Mensch für möglich gehalten hat. Deutschland wird eine große Sportfamilie! Klar und eindeutig hat der Reichssportführer den Weg vorgezeichnet, den der deutsche Sport 1937 zu gehen hat und gehen wird. Aus Fachvereinen, die nur eine Sportart kannten, die vielleicht den einen oder anderen Zweig so nebenbei„duldeten", werden Vereine werden, die den Sport nicht mehr für ihren Namen, nicht mehr als das Eigentum einer kleinen „Gesellschaft" betrachten, die ihr höchstes Ziel nicht im Erfolg des Einzelnen sehen, sondern Vereine, deren Aufgabe und Ziel es ist im Sport und in der Schulung der heranwachsenden Jugend der deutschen Nation zu dienen. Wir müssen uns einmal über den bedeutungsvollen Weg klar sein, den der deutsche Sport künftighin gehen wird. Die deutsche Jugend sportbegeistert, getragen von der Liebe zu allem, was zur Festigung und Stählung des Körpers beiträgt, wird ausnahmslos vom Sport erfaßt werden. Sport im Deutschen Jungvolk heißt der erste Schritt des deutschen Jungen, sein Weg führt ihn als Hitlerjunge zum Verein und damit zum Reichsbund für Leibesübungen. Und damit ist auch schon die erste große Aufgabe der deutschen Sportgemeide zum Ausdruck gebracht: Sie wird für den deutschen Jungen, der bis zu seinem 14. Lebensjahre im Jungvolk seiner Liebe zum Sport freiwillig Ausdruck gab, die Verantwortung in dem Augenblick übernehmen, in dem dieser Junge aus der Schule entlassen wird, in dem Augenblick, in der er den ersten großen Schritt ins Leben macht. Deutschland eine Sportfamilie! Vor Jahren würde man den für einen unheilbaren Narren gehalten haben, der diese Möglichkeit auch nur angedeutet hätte. Konnte es aus diesem Wirrwarr von Verbänden, von großen und kleinen Gemeinschaften mit eigensüchtigen Zielen, denn überhaupt einen Ausweg geben, Es hat ihn gegeben. Das nationalsozialistische Deutschland hat ihn gefunden. Die erste große Aufgabe des Reichssportführers, die Vereinheitlichung der deutschen Leibesübungen, lag vor den Olympischen Spielen 1936. Sie ist erfüllt. Sie fand ihren ersten großen Ausdruck in dem einheitlichen Auftreten der deutschen Sportjugend beim Friedensfest der Welt in Berlin. Und damit ergab sich schon in sich der zweite Schritt: die Spitzenleistung! Nun geht der deutsche Sport seinen wohl größten Weg. Aus Vereinen werden einheitlich ausgerichtete Gemeinschaften, deren Ziel wundervoll und groß ist: Der Dienst an der heranwachsenden Jugend, der Dienst am deutschen Vaterlande! Wir wissen, daß dieser neue Weg erfolgreich sein wird, weil er getragen ist von der idealsten Auffassung, die es im Svort geben kann: diesen Sport nicht mehr als Selbstzweck zu betrachten, sondern ihn auf eine Warte zu stellen, von der aus er eine Aufgabe erfüllen kann, die den„Verein", die Sportgemeinschaft von 1937, zum Künder einer hohen sportlichen Kultur macht, der Erziehung des deutschen Menschen in Sport und Spiel getragen vom Bewußtsein, nichts mehr für sein persönliches Ich, aber alles für das deutsche Vaterland zu tun. Am Neuiahrstage in Mailand: Rugby=Länderkampf Italien— Deutschland. Der deutsche Rugbysport eröffnet das neue Jahr mit einem Länderkampf gegen Italien: Das zweite Treffen der Nationalmannschaften von Italien und Deutschland wird am 1. Januar in Mailand veranstaltet. Der noch junge italienische Rugbysport hat in kurzer Zeit schöne Fortschritte gemacht. Besonders die Uebungsspiele in Marseille, Toulon, Nizza usw. gegen erstklassige französische Mannschaften haben die Spielstärke der Italiener beträchtlich verbessert. Die deutsche Fünfzehn steht daher am Neujahrstag in Mailand vor keiner leichten Aufgabe. Dennoch sollte der Mannschaft Schwanenberg; Hübsch, Isenberg, Frye, Dünnhaupt; Hanning, Loos; Oppermann, W. Pfisterer, Thiesis; Kocher, B. Pfisterer; Metzder, Wehrmann, Derleth ein sicherer Sieg gelingen, schon auf Erund größerer Erfahrung, die in zahlreichen internationalen Kämpfen mit guten französischen Mannschaften gesammelt wurden. Nach dem Länderkampf setzt unsere Mannschaft die Fahrt nach Grenoble fort, wo am Sonntag, dem 3. Januar, der Rückkampf gegen die französische Alpenmannschaft ausgetragen wird. Berliner 5C Dritter in Davos Nur ein einziges Spiel wurde am Mittwoch bei schönstem Wetter und ansprechendem Besuch in Davos beim Wettbewerb um den Spengler- und HanseatenPokal ausgetragen. Gegenüber standen sich die beiden Landesmeister von Deutschland und der Schweiz, der Berliner Schlittschuhclub und der Zürcher Schlittschuhclub. Die Berliner siegten 2:1(0:0, 0:1, 2:0) und gewannen damit den dritten Preis. Die Tore schossen Jaenecke und Trautmann. Der Donnerstag bringt das Endspiel zwischen dem LTC Prag und HC Davos. Damit ist das Davoser Turnier beendet. Kilian-Noyel Dritte Billiet=Dekuysscher Genter Sechstagesieger. Beim Genter Sechstagerennen büßten die Favoriten Kilian=Vopel, die gegen Schluß zur Spitze aufrücken konnten, im Endspurt wieder eine Runde ein und belegten nur den dritten Platz. Sieger wurden die Belgier Billiet=Dekuysscher. Der Schlußstand nach 8256,711 gefahrenen Kilometern lautete: 1. Billiet=Dekuysscher 405 P., 2. Pellenaers=Slaats 241 P., eine Runde zurück: 3. Kilian=Vopel 387 P., 4. Pijnenburg=Wals 854 P., 5. Depauw-Charlieo 201 Punkte. Kückblick auf das Sporhjahr 1936 Von den Olympischen Spielen zum Deutschen Olympia Wer das Ergebnis des olympischen Jahres 1936 auf den türzesten Nenner bringen wollte, müßte wohl sagen, daß es das glucklichste Jahr des deutschen Sportes gewesen ist, seitdem er wurde und wuchs. Denn wir mögen den Blick in die Jahrzehnte vor und nach dem Kriege zurücksenden und dabei auf Ereignisse treffen, denen die deutsche Sportgeschichte längst einen Ehrenplatz eingeräumt hat, so werden wir doch vergeblich nach einem Jahre suchen, das so mit Leben und Streben, mit Planen und Erfüllen, mit Kämpfen und Siegen angefüllt war wie dieses Jahr 1936, das nun beendet ist. Sehr bald, nachdem der Sport in Deutschland seine Kinderschuhe ausgetreten hatte, hat er Einzelerfolge errungen, die jene, die sie erzielten, und Tausende, die sie erlebten, erfreuten, aber noch nie haben sich die Erfolge, die im Lob der Organisation oder in den Olympischen Medaillen der Aktwven sichtbaren Ausdruck fanden, so gehäuft wie nun, und noch nie hat ein ganzes Volk so sehr mit dem Herzen inmitten des großen Geschehens gestanden, mitlebend und mitkämpfend, mitleidend(wenn nicht jede Hoffunng erfüllt wurde) und mitjubelnd(wenn viel mehr nung erfüllt wurde) und mitjubelnd(wenn viel mehr Noch nie auch— und das ist der größte Gewinn, den wir in die kommenden Jahre mit hinübernehmen— hat die Führung der Nation so sehr mit dem Herzen und mit der Tat hintex dem deutschen Sport mitten im Kreise seiner aktiven Träger gestanden wie die Regierung Adolf Hitlers, der letzten Endes auch der Führer zu diesem deutschen Sportwunder war, das wir 1936 erlebten und das, obwohl wir es zuerst nicht zu fassen vermochten, doch zur beglückenden Wirklichkeit wurde. Garmisch=Partenkirchen Bei den Olymp.schen Winterspielen begann es. In Eis und Schnee, den der Himmel, als wollte er unserem olympischen Tun seinen Segen geben, gerade in dem Augenblick sandte, als die Kampftage begannen, wurden die olympischen Hochtage eröffnet. Kampf reihte sich an Kampf, Erlebnis an Erlebnis. Unsere Kameraden aus dem Norden und dem Süden, aus Europa und Uebersee fühlten sich wohl im Werdenfelser Land, herzlich begrüßt von der deutschen Bevölkerung, gastlich aufgenommen von einer Nation, deren Bild vielen von ihnen ganz anders gezeichnet worden war, als sie es nun mit ihren eigenen Augen sahen. Hunderttausende strömten zu den Kampfstätten Garmisch=Partenkirchens, Millionen saßen überall im Reiche vor den Lautsprechern und über den Zeitungen, und es geschah das erste große olympische Wunder: das deutsche Volk war plötzlich ein Sportvolk geworden. Die Medaillen, die unsere tapferen Aktiven, wie Christl Cranz, Franz Pfnür. Maxi Herber und Ernst Baier, Käthe Graseager und Guzzi Lantschner gewannen, machten uns froh und stolz, gewiß— aber sie waren doch nicht der wichtigste Erfolg dieser bayerischen Wintertage. Die Jugend der Welt lernte Deutschland sehen, wie es ist und denkt, wie es lebt und fühlt: jedem die Hand bietend, der guten Willens ist, von einem Manne geführt, dem es in Liebe und Treue anhängt, einig untereinander, stark im Wollen, ehrlich und tüchtig im Sport. Das war der andere große Erfolg von GarmischPartenkirchen, ein Erfolg, der seinen Ausdruck in den Berichten der ausländischen Aktiven und Mannschafsführer fand, die laut unser Loblied sangen. So war der Beginn des Sportjahres 1936 ein Ereignis von Weltbedutung, dessen ganze Last auf deutschen Schultern lag, die sie gerne trugen, ein Erfolg vieler Nationen, deren Kämpfer siegreich waren, ein Erfolg aber vor allen Dingen des deutschen Sports, der nicht die meisten Medaillen errang, aber die größte Verantwortung gehabt hatte und deshalb auch die größte Genugtuung empfinden darf. Berlin Zwischen den Februartagen von Garmisch=Partenkirchen und den Augusttagen von Berlin lag eine Zeitspanne, die mit nichts anderem ausgefüllt war als mit Arbeit, Arbeit und immer wieder Arbeit. Wir wollen deshalb, wenn wir von 1936 sprechen, diese nimmermüde Arbeit nicht vergessen, die den Organisations=Ausschuß sein Werk so ausgezeichnet vorzubereiten gestattete, die tausend fleißigen Hände in Millionen Tagewerken am Bau der Kampfstätten verrichteten und die die deutsche Sportführung und unsere Aktiven in der wettkampfmäßigen Vorbereitung einsetzten. Kein Wunder, daß die Zeit im Fluge verging. Bald trafen dann die ersten Mannschaften ein, wenig später wurde der Fackelstaffellauf gestartet unten in Griechenland, zum Ruhme des Alten Hellas und seiner olympischen Hochkultur. Vom Himmel wurde das Feuer geholt, das die Fackel entzündete, über Grenzen und durch Länder wurde es zum Olympischen Altar getragen, der im Stadion errichtet war, und so wurde ein Band des Verstehens und des Friedens gewoben, das wir treulich hüten wollen. Was sollen wir sagen von jenen Tagen zwischen dem 1. und dem 16. August? Wir haben sie alle erlebt, im Stadion oder— am Radio sitzend, und weil sie so eindringlich, so mächtig und so erlebnisreich waren, ist es uns doch, wenn wir die Erinnerung zurückrufen, als ständen wir wieder mitten im olympischen Geschehen. Als hörten wir wieder den Führer die Worte zur Eröffnung sprechen, als sprängen wir wieder von den Sitzen, denn eben hat ja Tilly Fleischer die erste und gleich darauf Hans Wöllke die zweite Goldmedeille gewonnen, und nun spüren wir wieder Heiserkeit, denn was haben wir geschrien, als Dompert den Finnen jenen heldenhaften Kampf über die Hindernisse lieferte, und nun ist es wieder, als müßten wir gleich den Mantelkragen hochschlagen, denn wir siten ia in Grünau, und in Grünau regnet es, aber die Wolken am Himel durchbricht die Sonne in unseren Herzen, denn unsere Ruderer gewinnen ein Rennen nach dem anderen. So fügt sich Bild an Bild, und auf dem letzten steht dann in nüchternen, aber so verblüffenden und so vielsagenden Zahlen der herrlichste Erfolg verzeichnet: Deutschlands Sport an der Spitze in der Welt. Selbst Amerika jeschlagen. Der Deutsche Reichsbund Wir müssen die Errlarung suchen. Und dabei dürfen wir uns nicht selbst betrügen. Der Reichssportführer hat schon in seiner Eigenschaft als Präsident des Deutschen Olympischen Ausschusses, als er die Bilanz der Spiele zog, auf den wichtigen Vorteil des eigenen Bodens hingewiesen, den unsere Olympiakämpfer und Olympiakämpferinnen hatten. Aber das erklärt nicht alles. Man kann auch nicht sagen, daß die sorgsam bedachte und mit Tatkraft betriebene olympische Vorbereitung den Ausschlag gab. Dies und jenes wirkte zum großen Erfolge zusammen, aber wir können das große Geheinmis doch erst dann recht erklären, wenn wir die entscheidende Tatsache herausstellen, daß unsere Aktiven als Söhne und Töchter des neuen Deutschen Reiches an den Start und in den Kampf gingen, brüderlich vereint in einem Volke, in dem zu leben nun wieder eine Lust ist, getragen von dem Geiste des Wollens und der Einsatzbereitschaft, der heute deutsches Volksgut geworden ist, zusammengeschlossen in einem Bunde, der Trennendes beseitigte und Einheit und Einigkeit schuf. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen gab der deutschen Sportorganisation die neue Form. Ein einheitlicher Bund unter einheitlicher Führung, ist entstanden und damit die Sehnsucht von Generationen erfüllt worden. Wir dürfen und wollen gewiß nicht vergessen, daß die deutschen Sportler und Turner seit je unter den gegebenen Möglichkeiten ihr Bestes taten, daß sie immer das eine Ziel Deutschland sahen, und daß sie zu kämpfen und auch zu siegen verstanden. Aber die Verbände mit ihren Interessenstreitigkeiten standen ihrem besten Wollen oft hindernd entgegen, und wenn nun diese Zeit auch vorüber ist, so mag es doch gut sein, sich des trostlosen Zustandes von einst zu erinnern, damit richtig erkannt wird, was in so kurzer Zeit erreicht wurde. Die Begründung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, der die Zerschlagung der Verbände vorausging, ist der dritte große Erfolg des Jahres 1986. An uns und an den Vereinen liegt es, das Haus, das errichtet ist, auszubauen. Wir sind nicht Um den Spengler-Pokal in Davos Bei dem internationalen Eishockey=Kampf um den Spengler=Pokal in Davos schlug LTC-Prag den Züricher SC mit 2:0 Toren. Hier sieht man einen Ausschnitt aus dem Spiel, und zwar eine Szene vor dem Prager Tor...„(Schirner=M) Kein Neujahrssport im engeren Bezirk Wie in früheren Jahren ist der Neujahrstag im engeren Bezirk sozusagen frei vom Sport. Der Feiertag liegt zwischen zwei Meisterschaftssonntagen. zudem ist großer Besuch doch nicht zu erwarten, und darum verzichtet man auf jegliche Veranstaltung. Und das ist gut so. Australien wünscht Eder Australisches Kampfangebot für Gustav Eder. Der Betreuer des deutschen Weltergewichtsmeisters Gustav Eder, M. Blesgen, erhielt aus Sidney ein Kampfangebot für seinen Schützling zugesandt. Eder soll hier im März 1937 gegen den einheimischen Landesmeister Jack Carrol boxen. Für diesen Kampf wurden ihm 800 Pfund garantiert, dazu freie Fahrt für zwei Personen hin und zurück. Ob Eder nach Australien fahren wird, steht noch nicht fest. Einstweilen ist er vertraglich an Berlin gebunden, wo man große Pläne mit dem früheren Europameister vor hat. Erklärt sich aber der australische Veranstalter mit einer Verschiebung der Reise einverstanden, dann ist mit einer erneuten Ueberfahrt Edens zu rechnen, der Kampf Eder— Carrol soll in Sidney stattfinden. mehr Turner oder Sportler, wir sind nun eine verschworene Gemeinschaft, die am gleichen Strang zieht und gemeinsam arbeitet, damit jeder Deutsche und jede Deutsche den Weg zu den Leibesübungen findet. * Die Idee der Leibesübungen in Deutschland hat im Jahre 1936 ihre Kraft weiterhin dadurch bewiesen, daß sie durch ein so gewaltiges Ereignis wie es die Olympischen Spiele waren, nicht einseitig gebunden wurde. Trotz oder vielleicht gerade wegen der Olympischen Spiele wurden neue Entwicklungen aufgezeigt, die weit in die Zukunft weisen. So wurde mit der Begrüdung der Reichsakademie für Leibesübungen die in erster Linie eine Erziehungs= und in zweiter Linie eine Lehr= und Forschungsstätte des Reiches sein soll, ein völlig neuer Hochschultyp geschaffen. Die Reichsakademie für Leibesübungen ist, wie schon die Zusammensetzung ihres Kuratoriums zeigt, ein Gemeinschaftsverhältnis zwischen dem Reichsinnenministerium, dem Reichserziehungsministerium und dem Reichssportführer und damit die erste einheitliche Stätte der Lehrer= und Führerausbildung auf dem Gebiete der Leibesübungen und der körperlichen Erziehung. Von ausschlaggebender Bedeutung war dann ferner das im Olympiajahr zwischen dem Reichssportführer und dem Jugendführer des Deutschen Reiches geschlossene Abkommen, wonach die gesamte Erziehung der deutschen Jugend außerhalb der Schule Angelegenheit des Jugendführers des Deutschen Reiches ist und bei der Durchführung der körperlichen Ertüchtigung der Jugend der Reichssportführer maßgeblich gehört und beteiligt wird. Im Zusammenhang hiermit machte der Reichssportführer seinerzeit folgende Ausführungen: Die Welt wird anerkennen, wie viel Deutschland für die Olympischen Spiele getan hat. Das Letzte und das Beste, was wir noch tun konnten, ist dieses unser großes Vorhaben, das deutsche Volk von der Jugend her zu einem Volk leibestüchtiger Männer und Frauen zu machen. Erst wenn hinter der imposanten Zeremonie der Spiele die schlichte Selbstverständlichkeit der Leibesübungen als Lebensgewohnheit steht, ist das hellenische Ideal auf deutschem Boden erfüllt." Abschluß und Krönung des Sportjahres 1936 war schließlich die Anordnung des Führers, mit der für die künftigen Reichsvarteitage die Nationalsozialistischen Kampfspiele goschaffen wurden. Träger dieser Kampfspiele in Vorbereitung und Durchführung ist die SA. Zum Abschluß des„Reichsparteitages der Ehre" hatte der Führer in seiner großen Kongreßrede u. a. gesagt: „Und eben in dem Ausmaß, in dem die herrlichen neuen Anlagen des Reichsparteitag=Feldes in ihrem Werk wachsen und der Vollendung entgegengehen, wird der körperliche Wettkampf angegliedert werden, ein neues Olympia, wenn auch in modernen Formen und unter anderem Namen." Die Bedeutung der Nationalsozialistischen Kampfspiele wird erkennbar aus den Worten des Stabschefs Lutze, der hierzu im Kampfblatt der Obersten SA=Führung„Der SA-Mann" folgendes ausführte: „Auf fast allen Gebieten unseres Lebens sind in den vier Jahren seit der Machtübernahme durch den Führer Werke entstanden, beziehungsweise in Angriff genommen worden, die, zu Beginn von vielen nicht verstanden, heute aber schon nicht mehr wegzudenke sind und bereits geschichtliche Bedeutung erlan haben. So wird auch dieses Werk in seiner unerhöt ten Größe zunächst von manchem nicht voll ermessen werden. Die Nationalsozialistischen Kampfspiele werden jedoch so wie die anderen großen Veranstaltungen der Reichsparteitage der Ausdruck eines im National sogialismus verankerten neuen Lebens- und Gestal tuhigswillens sein." So können wir mit Stolz auf das Olympiajahr 1936 zurückblicken. Ungeheuer war der Auftrieb, den es mit sich brachte und gewaltig der Erfolg dieses Weltereignisses. Viel schöner und beglückender aber ist das Bewußtsein und die Gewißheir, daß der deutsche Sport auf den Lorbeeren, die er im Jahre errang, nicht auszuruhen gedenkt, sondern daß bereit heute mit neuer Kruft und neuem Mut Aufgaben einer Größe und Bedeutung in Angriff genomm werden, wie sie nur die zielbewußte Führung de ARKHAUS im Stadtpark Bochum Neujahr und Sonntag) von 10-18 Uhr Freikonzert des Städlischen Orchesters Leitungt Curt Hotmann Stadtleihamt Bochum. Die Versteigerung der verfallenen Pfänder aus dem Monat Mai 1936, Pfandnummern 501 746—568 838, bestehend in Brillant=, Gold= und sonstigen Wertsachen, Bekleidungs- und Gebrauchsgegenständen aller Art, Fahrrädern, Nähmaschinen, 1 Sopransaxophon, 1 Schneidermaschine, 1 Rechenmaschine, 1 Vervielfältigungsapparat, 2 wertvollen Photoapparaten, Nivellierinstrumenten, findet am Donnerstag, dem 14. Januar, Donnerstag, dem 21. Januar, und Donnerstag, d. 28. Januar 1937, vormittags von 8,30 Uhr ab, im Stadtleihamt, Trankgasse 5, statt. Der Leihbetrieb ist an diesen Tagen geschlossen. Beim Erwerb von Goldwaren ist der vorgeschriebene Golderwerbsschein bzw Personalausweis vorzulegen. Die bei den Versteigerungen etwa erzielten Ueberschüsse können nach dem Verkauf innerhalb Jahresfrist bei der Leibamtskasse in Empkang genommen werden. Nach Abstr' dieser Frist verfallen sie zugunsten Armenfürsorge. Die Einlösung Pfänder ist noch bis zum 13. nar 1937 vormittags zulässig. Die Erneuerung von Versteigerungssachen wird wegen Ueberschreitung der reichlich bemessenen Leihfrist grundsätzlich abgelehnt. Die bei den Versteigerungen dem Stadtleihamt zugefallenen Pfänder werden in den folgenden Tagen während der üblichen Verkehrsstunden im Stadtleihamt verkauft. Bochum, den 16. Dezember 1936. Der Oberbürgermeister. Zwangsversteigerung 14 K. 66/86, Grundbuch von Bochum Band 88, Blatt Nr. 1654, Gemarkung Bochum, Flur 41, Parzelle Nr. 803/56, a) Wohnhaus mit Hofraum, groß 2,64 Ar, Haderslebener Straße 2, Flur 41, Parzelle Nr. 810/58, b) Wohnhaus mit Hofraum, groß 3,23 Ar, Wiemelhauser Straße 65. Einheitswert nach dem Stande vom 1. Jan. 1935: 104 500.— RM. Eigentümer: Kaufmann Otto Doppmeier in Bochum. Versteigerungs termin am 13. Januar 1987, vormit= tags 10 Uhr, an der Gerichtsstelle Viktoriastraße 14, Zimmer Nr. 52. Das Amtsgericht in Bochum. Auto-Ule Wilhelm Viefhaus Oele, Fette, Teererzeugnisse Ruf 679 97, Bochum, Horst-Wessel-Str. 13 Auto-Karte „Westlaler mit Entfernungstabelle zwischen den Städten Geschäfts rer Zeitung Durch die Geschäfts stelle unserer Zeitung Versand nach auswär Glück muß der Mensch haben— und viel Gutes sehen Sie in unseren Schaufenstern Nr. 18 bis 31. Wir haben alles getan, um unseren Kunden auch zum neuen Jahre vom Guten das Beste in Wäschewaren zu bieten. Es erwartet Sie: Eine Straße voll nützlicher Dinge. Ein Schaufenster interessanter als das andere und unsere Fachabtellungen mit ihren bekannt guten Qualitäten und vortellhaften Preisen. 3 B. Günter Ruf 69471, Bochum, HoretTanz-Kurs in der Bürgerg Wessel-Str. 18a rse rgesellschaft Beglnn: Mittwoch, 6. Januar, 20 Uhr Donnerstag, 7. Januar, 20 Uhr Fre tag, 8. Januar, 20 Uhr Montag, 11. Januar, 20 Uhr Dienstag. 12. Januar, 20 Uhr Tanzschule Diel Bochum, Neustraße 5(am Neumarkt) Ruf 61614 Beginnder Kurse 1. Hurse für Erwachsene a) Freltag, 8. Jan., 20 Uhr b) Montag, 11. Jan., 20 Uhr o) Dienstag, 12. Jan., 20 Uhr d) Mittwoch, 13. Jan., 20 Uhr 2. Elnzelunterrichtt zu jed. Zelt 3. Geschlossene Zirkel Anmeldungen u. Anfragen erb. Schülerkursus: Freitag, den 8. Januar, 18,30 Uhr, in der Gesellschatt„Harmonie“, Harmonlestraße Bochum. Ssuntag, den 3. Januar 1937, nachmittags 4 Uhr General-Versammlung beim Wirt Paul Irrgang, Alleestraße 56. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Laut Beschluß der Vorstandssitzung vom 16. Dezember 1936 muß jedes Mitglied sein Mitgliebsbuch als Ausweis mitbringen, andernfalls es keinen Eintritt hat. Wegen der Wichtigkeit der zu beratenden Punkte wird um vollzähliges Erscheinen gebeten. Der Vorstand. Umarbeiten von Möbeln, modernieieren Möbel-Reimann Bochum, Malteserstraße 43 verbürgt den Amsatz. Sorgen Sie stets für guten Druck Ihres Werbematerials. Wir liefern alle WerbeDrucksachen, denen wir das wirkungsvolle Gewand geben, das den Erfolg sichert. 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Auch bei der Herstellung der„Eisernen Rose" ist dieser Grundsatz maßgebend gewesen. Drei Gießereien sind es, und zwar in Harzgerode, in Gleiwitz Oberschlesien) und in Saarlautern, die den Auftrag von insgesamt 16¾ Millionen dieser Abzeichen erhielten. Die mit der Herstellung beauftragten Betriebe konnten einer großen Zahl von erwerbslosen Volksgenossen mehrere Monate hindurch Beschäftigung geben. An alle Volksgenossen ergeht die Bitte, sich auch im neuen Jahre opferbereit in die Volksgemeinschaft einzureihen. Jeder trägt die„Eiserne Rose“ als Symbol eines unverbrüchlichen Gemeinschaftswillens. Fahrplan der Straßenbahn am Silvesterabend. end werden nachfolgende Spätwagen eingelegt: Ab Bochum=Hbhf. nach Hattingen Ruhrbrücke 1,30 Uhr, nach Stiepel Frische 1,30 Uhr. Nach Bochum=Hbhf. bzw. Bochum Rathaus ab Hattingen Ruhrbrücke 2,10 Uhr. Lustiger Silvesterabend der Hattinger Pimpfe. Alle Pimpfe des Fähnlein 1/99 treten heute um 20 Uhr auf dem Flachsmarkt an! Wir werden einen lustigen Silvesterabend und eine kurze Neujahrsfeier miteinander verleben. Wir bitten alle Eltern, uns ihren Jungen heute abend für einige frohe Stunden zu überlassen! Bestandene Inspektorprüfung. Der früher bei der Stadtverwaltung Hattingen tätige Beamtenanwärter Hans Gräwingholt von hier, der zur Zeit als Finanzprüfer beim Thüringer Prüfungsverband tätig ist, hat vor der Staatlichen Prüfungskommission in Weimar seine Inspektorprüfung mit Gut bestanden. Der Reichsverband der Kinderreichen in Hattingen veranstaltet am 2. Januar im Lokale Wolff, Heggerstraße, eine Feierstunde für seine Mitglieder, und zwar nachmittags 4 Uhr für die Kinder und abends 8 Uhr für die Erwachsenen. Der Dienst der Behörden. In Ausführung des Beschlusses der Reichsregierung, nach welchem der Dienst der Behörden am 2. Januar 1937 nach den Vorschriften des Sonntagsdienstes zu regeln ist, bleiben die Büros der Stadtverwaltung Hattingen am Sonnabend, dem 2. Januar 1937, geschlossen. Die Städtische Sparkasse ist an diesem Tage von vormittags 9—12 Uhr und das Standesamt vormittags von 11—12 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet. Verkaufsverbot an Jugendliche. Der auch in Hattingen bestehende alte Brauch, den Beginn des Neuen Jahres mit Raketenschüssen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu begleiten, macht es notwendig, darauf hinzuweisen, daß der Verkauf von Feuerwerkskörpern an Jugendliche unter 16 Jahren verboten ist. Wichtig für Musiker im Nebenberuf. Die Ausgabe der Tagesausweise für Silvester, sowie für den 1. und 3. Januar, findet heute in der Zeit von 14 bis 16 Uhr nachmittags bei Rech, Hattingen, Johannisstraße, statt. haß war das Mokiv Restlose Aufklärung des Haßlinghauser Revolveraltentats Das Attentat auf den Kraftwagen in Haßlinghausen ist endgültig aufgeklärt. Wie bereits mitgeteilt, hatte der festgenommene landwirtschaftliche Arbeiter Anton Schweinsberg aus Haßlinghausen eingestanden, am 19. Februar 1936 zwei Schüsse auf den Kraftwagen des Diplom=Ing. Schürhoff und am 12. September 1934 weitere Schüsse durch ein erleuchtetes Fenster in ein bewohntes Zimmer eines Hauses in Haßlinghausen abgegeben zu haben. Die Kriminalpolizeistelle Bochum hat in Zusammenarbeit mit der Ortspolizei Haßlinghausen weitere Nachforschungen angestellt und ermittelt, daß Schweinsberg noch für weitere Attentate als Täter infrage kommt. Schweinsberg hat nunmehr auch zugegeben, am 11. Juni auf der Landstraße Hiddinghausen 1 einen Schuß auf einen in Richtung Dortmund fahrenden Kraftwagen abgegeben zu haben. Wie bereits damals berichtet, durchschlug das Geschoß den linken vorderen Kotflügel. Personen wurden nicht verletzt. Auch an diesem Abend hat Schweinsberg gegen 23 Uhr mit einer Scheibenbüchse ausgerüstet auf Schleichwegen die Tatstelle aufgesucht und, hinter einem Strauch verborgen, dem Kraftwagen aufgelauert. Schweinsberg hat weiter auf ein 22jähriges Mädchen, das als Hausangestellte bei seinem Arbeitgeber beschäftigt war, als es sich eines Abends unter seinem Schlafzimmer zu laut mit ihrem Verehrer unterhalten haben soll, mit einem Scheibentesching zwei Schüsse abgegeben. Als die beiden sich darauf entfernten, hat er noch einen Schuß aus einer inzwischen geladenen Scheibenbüchse hinter den beiden hergeschickt. Glücklicherweise traf keiner der Schüsse. Nachdem Schweinsberg zunächst angegeben hatte, er habe auf der Landstraße GevelsbergHaßlinghausen nur seine selbstverfertigte Stahlmantelgeschoßmunition ausprobieren wollen, gab er nunmehr zu, die Tatstelle aufgesucht zu haben, um ein Attentat zu verüben. Schweinsberg fühlte sich von seinem Arbeitgeber schlecht behandelt und war mit seinen persönlichen, wirtschaftlichen und sonstigen Verhältnissen unzufrieden. Er haßte alle Bessergestellten, besonders die Besitzer von Kraftwagen, denen es nach seiner Ansicht besonders gut gehen mußte. Der Haß steigerte sich zu Wutausbrüchen, die Schweinsbera dadurch kühlte, daß er gegen einen anscheinend Bessergestellten eine Missetat glaubte verüben zu müssen. Schweinsberg hat bei seinen letzten Vernehmungen eingestanden, aus diesen Motiven heraus seine Anschläge ausgeführt zu haben. Bei seinen Attentaten benutzte er eine Scheibenbüchse, Kaliber 8,15, für Bleigeschosse. Um diesen aber eine größere Durchschlagskraft zu geben, setzte er auf die mit Pulver gefüllten Patronen Stahlmantelgeschosse. Er gibt an, dieses getan zu haben, um eine bessere Wirkung zu erzielen. Aus dem Geschäftsleben der Stadt. Mit Jahresbeginn wird die Firma Heinr. Hill A.=G. ihr bisher in Essen unterhaltenes Einkaufsbüro nach Hattingen verlegen.— Die Nachricht, als ob auch die Ruhrstahl=Aktiengesellschaft eine Verlegung der Zentralverwaltung von Witten nach Hattingen beabsichtigte, entspricht nicht den Tatsachen. Man hat vor kurzem lose Erwägungen wegen einer Erweiterung des hiesigen Verwaltungsgebäudes gehabt, aber diese wieder fallen gelassen. Aus dem Rierenhof. Folgen der Glätte. Infolge Veceisung der Straße verunglückte am Dienstagmittag in der Rähe der evangelischen Kirche ein Autobus, der mit 15 Personen besetzt war. Der Wagen sauste von der Straße gegen den Holzzaun der Rheinisch=Westfälischen Farbwerke. Diesem Holzzaun und einigen hinter dem Zaun stehenden Bäumen war es zu verdanken, daß der Wagen nicht die Böschung hinabflog, wodurch das Unglück bedeutend schlimmer geworden wäre. Dennoch wurden die meisten der Fahrgäste(meist Frauen, Hausiererinnen) verletzt, glücklicherweise aber nur leicht. Einige hatten etwas ernstere Schnittwunden erlitten 85 Jahre alt. Sein 85. Lebensjahr vollendet heute der Volksgenosse Stellmachermeister Karl Fuchs, Bonsfelder Straße 60. Der Hochbetagte erfreut sich noch einer ganz besonders guten Gesundheit; so kann er heute noch manche Berufsarbeit ausüben und auch noch weite Spaziergänge machen. Noch vor einigen Tagen erklärte er, daß er sich gesundheitlich sehr wohl fühle! Vor fünf Jahren konnte er seine goldene Hochzeit feiern, auch seine Frau, die 81 Jahre alt ist, erGottesdienstordnung Kath. Gottesdienste Freitag, den 1. Januar: Beschneidung des Herrn. Duplex 2. Klasse. Weiß. Hattingen. 7 Uhr hl. Messe. 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 15 Uhr Andacht. Welper. 7,30 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr' Andacht.— Donnerstagabend, 20 Uhr, Jahresschlußandacht mit Predigt. Blankenstein. 7,45 Uhr Frühmesse. 9,45 Uhr Hochamt. Herbede. 7,30 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt. Josefshaus. Sprockhövel. 7.30 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt. 15,30 Uhr Dankandacht. Niederbonsfeld. 7,30 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt. 14,30 Uhr Andacht. Niederwenigern. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt und gemeinschaftlicher hl. Kommunion der Herz=Jesu=Verehrer. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Krippenfeier mit sakramentalem Segen. — Donnerstag ist um 19 Uhr Jahresschlußandacht mit sakramentalem Segen, Tedeum und Predigt. Byfang. 7 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9,30 Uhr Brautamt. 14,30 Uhr Andacht. Altendorf. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9 Uhr bl. Messe mit P digt. 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt. 15 Uhr Andacht. Liebfrauen, B.=Linden. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,05 Uhr hl. Messe mit Ansprache für die Kinder. 9 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Andacht. St. Engelbert, B.=Dahlhausen. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2 Uhr hl. Taufen. 2,30 Uhr Dankandacht. St. Michael, B.=Dahlhausen. 7,30 Uhr Segensamt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 15 Uhr Weihnachtsanbacht. St. Marien, B.=Stiepel. 7,35 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt. 15 Uhr Andacht. St. Michael, B.=Dahlhausen. 7,30 Uhr Segensamt, 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 15 Uhr Andacht. Donnerstag, 20 Uhr, Jahresschlußandacht. St. Engelbert, B.=Dahlhausen. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Dankandacht. Schwelm. 6,30 Uhr hl. Messe. 7,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,30 Uhr hl. Messe für die Kinder mit Predigt. 10 Uhr feierliches Hochamt mit Aussetzung des Allerheiligsten. 11,15 Uhr hl. Messe mit Prediat. 16 Uhr feierliche Vesper. Gevelsberg. 6,45 Uhr hl. Messe. 8 Uhr Früh messe mit Predigt. 9,15 Uhr Hochamt mit Predigt. 10.30 Uhr Singmesse mit Predigt. 14,30 Uhr An dacht mit Segen. Haßlinghausen. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 15 Uhr feierliche Andacht mit Tedeum. Mlispe. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Andacht mit sakramentalem Segen. Herdecke. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Vesper Ende=Syburg. 7,30 Uhr Frühmesse mit Jahresbericht. 10,15 Uhr Hochamt mit Jahresrückschau. 15,30 Uhr Festandacht mit Segen. Wetter. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Andacht. Donnerstag, 20 Uhr, Predigt und Dankandacht. Vorhalle. 7.15 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt. 14,30 Uhr Weihnachtsandacht. Evang. Gottesdienste. Hattingen: St. Georgskirche. Donnerstag, 31. 12., 20 Uhr: Jahresschlußgottesdienst. Anschließ. Beichte und Feier des hl. Abendmahls.— Neujahr: 10 Uhr Hauptgottesdienst. St. Johanneskirche. Donnerstag, 20 Uhr: Jadresabschlußgottesdienst. Krankenhauskapelle. Donnerstag, 8,15 Uhr, Gottesdienst. Christliches Hospiz. Neujahr: 9 Uhr Jahresschlußgottesdienst. Baak=Sundern. Donnerstag, 18 Uhr, Jahresschlußgottesdienst. Winz. Neujahr, 10 Uhr, Jahresschlußgottesdienst. Niederbonsfeld. Donnerstag, 20 Uhr, Jahresschlußgottesdienst. Neujahr, 8,30 Uhr, Gottesdienst. Elfringhausen. Neujahr, 10,15 Uhr, Gottesdienst. Niederwenigern. Neujahr, 10 Uhr, Gottesdienst. Bredenscheid. Donnerstag, 20 Uhr, JahresMieberftüter. Neujahr, 915 Uhr, Gottesdienst im Kirchsaal. Oberstüter. Neujahr, 10,30 Uhr, Gottesdienst. Welper. Donnerstag, 20 Uhr, Jahresschlußgottesdienst. Neujahr, 10 Uhr, Gottesdienst. Blankenstein. Donnerstag. 20 Uhr, Jahresschlußgottesdienst. Neujahr, 9 Uhr, Gottesdienst. Holthausen. Donnerstag, 16,30 Uhr. JahresSchlußgottesdienst. Buchholz. Donnerstag. 18 Uhr, Jahresschlußgottesdienst. Neujahr, 10,30 Uhr, Gottesdienst. Herbede. Donnerstag, 20 Uhr, Jahresschlußgottesdienst. Neujahr, 9,45 Uhr, Gottesdienst. Sprockhövel. Donnerstag, 19,30 Uhr, Jahresschlußgottesdienst, Neujahr, 10 Uhr, Gottesdienst. freut sich noch ganz guter Gesundheit, so daß Hoffnung besteht, in einigen Jahren die diamantene Hochzeit feiern zu können. Auch im öffentlichen Leben hat der Hochbetagte in früheren Jahren sich rege betätigt und für sein ehrliches Wirken sich die Sympathie und Anerkennung weiter Volkskreise verdient. Mit seinen zahlreichen Kindern und Kindeskindern und sonstigen Gratulanten wünschen auch wir fernerhin einen gesegneten Lebensabend. Bredenscheid=Stüter. 60jähriges Reisejubiläum. Der Ehrenvorsitzende des Vereins„Brieftaube" Fritz Wienand sen., ein alter Brieftaubenliebhaber, erhielt aus Anlaß des 60jährigen Reisejubiläums die Goldene Ehrennadel der Reichsfachschaft Brieftauben. Aus dem Amte Blankonstoin Welper. Zwei Arbeitsjubilare. Auf der Henrichshütte konnten wieder zwei Gefolgschaftsmitglieder ihr silbernes Arbeitsjubiläum begehen. Der Schweißer im Walzwerk I Heinrich Decker und der Stabzieher Anton Wicher. Beide Jubilare wurden in der üblichen Weise geehrt. Auch unseren Glückwunsch! dem Amte Herbede Herbede. Wegeinstandsetzung. Die Wegeinstandsetzung der Große=Stoltenbergstraße im Ortsteil Durchholz und des Weges von Kogelheide bis Griethe im Ortsteil Westherbede wurde an einen hiesigen Unternehmer vergeben. Die Arbeiten wurden bereits aufgenommen. Die Wasserversorgung im Ortsteil Vormholz konnte durchgeführt werden. Wechsel in der Sängervereinigung. In der Generalversammlung der Sängervereinigung wurde anstelle des bisherigen Vereinsführers der Sangesbruder Adolf Beckmann, Herbede, zum Vereinsführer gewählt. Der bisherige Dirigent, Josef Steup, hatte die Tätigkeit niedergelegt. An seine Stelle wurde der Dirigent Karl Hollmann, Wengern, beauftragt. Hollmann ist den Herbeder Sängern kein Unbekannter. Bereits vor Jahren hat Hollmann die Sängervereinigung geleitet. Unter seiner Führung hat die Sängervereinigung manchen Wettstreitsieg mit heimbringen können. Die Gesangsproben finden nunmehr wieder regelmäßig statt. 450 Kinder wurden beschert. Bei der Weihnachtsfeier der Partei wurden nicht 150, sondern 450 Kinder beschert. Dienst beim Standesamt. Das Standesamt ist zur Entgegennahme von Anzeigen über Sterbefälle am Neujahrstage und am Sonnabend in der Zeit von 11 bis 11,30 Uhr geöffnet. Die übrigen Abteilungen der Verwaltung bleiben an diesen Tagen geschlossen. Aus Sprockhövol und Amaagond Sprockhövel. Die Ausschüttung der Wertgutscheine aus der Weihnachtswerbung ist erfolgt. Der Hauptgewinn fiel auf die Nr. 59 950 mit 60,— Mark, der zweite mit 30,— Mark auf 43 379, der dritte mit 10.— Mark auf 50 837. Außerdem gab es noch 30 Gewinne zu 3 Mark, 50 zu 2 Mark und 125 Gewinne im Werte von 1 Mark. Die Gewinne können in Form von Wertgutscheinen je 1 Mark gegen Abgabe des Gewinnloses im Geschäft von Rudolf Steinbeck in Empfang genommen werden. Letzter Abholtag: 15. Januar 1937. Die Geschäfte lösen die in Zahlung gegebenen Wertgutscheine bei Fr. Voß Söhne, Mühlenstraße, ein. Der Dienst am 31 Dezember, 1. und 2. Januar. Am Silvestertage ist der öffentliche Verkehr bei den Dienststellen der Amtsverwaltung und der Amtskasse um 11 Uhr vormittags beendet. Am 1. Januar 1937 ist das Standesamt von 11,80—12 Uhr vormitags zwecks Beurkundung von Sterbefällen geöffnet. Am 2. Januar sind sämtliche Diensträume des Amtes, der Amts= und Sparkasse für den öffentlichen Verkehr mit Ausnahme des Standesamtes, das von 11—12 Uhr vormittags geöffnet ist, geschlossen. Aenderung des Baufluchtlinienplanes in Niedersprockhövel. Im Einverständnis mit den Gemeinderäten der Gemeinde Niedersprockhövel und mit Zustimmung der Ortspolizeibehörde soll der Baufluchtlinienplan der Gemeinde Niedersprockhövel bezüglich der in und nach dem Plane vorgesehenen Straße zwischen den Besitzungen Erich Lehmhaus, Hauptstr. Nr. 89, und Brunenbusch, Hauptstr. Nr. 41, gelegen, abgeändert werden, und zwar insofern, als diese projektierte Straße ganz fortfallen soll. Einwendungen gegen den im Amtshause in Sprockhövel— Zimmer Nr. 8— zu jedermanns Einsicht offen liegenden Plan sind in der Zeit vom 4. Januar 1937 bis 1. Februar 1937 einschl, bei dem Bürgermeister schriftlich anzubringen. und Wetter. Die Amtswalter der DAF kamen auf Einladung der Ortswaltung zu einer letzten Sitzung in diesem Jahr zusammen. In einem Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr wurde von Ortsobmann Pg. Helling das die DAF interessierende Geschehen noch einmal in großen Zügen geschildert. Er betonte dabei, daß auch im neuen Jahre alle Amtswalter im alten Geiste und mit gleicher Gewissenhaftigkeit und Treue Helfer in der Bewegung und Helfer des Führers sein wollten. Auto gegen Auto. An der Schöntalerstraßen=Ecke stießen zwei Personenwagen zusammen. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon, an den Wagen entstand Materialschaden. Aus Gevelsberg Gevelsberg. Vom Tage. Die Hausfrauen mögen beachten, daß der Wochenmarkt am Samstag ausfällt und dafür der heutige Donnerstag Markttaa ist.— Beim Ueberschreiten der Straße der SA. wurde in der Schnellmark ein Meister von einem Kraftwagen, der kein Signal gab, angefahren und verletzt, so daß er in ärztliche Behandlung gehen mußte.— Auf der gleichen Straße geriet infolge der Straßenglätte Mittwochmorgen ein Kraftwagenanhänger ins Rutschen und drückte dadurch einen Mast der Straßenbahn um. Der Straßenbahnverkehr mußte durch Umsteigen bewerkstelligt werden.— Ein rabiater Familienvater, dem der Heilige Abend nicht zu schade war, um die Ruhe zu stören und in seiner Familie die Möbel zu demolieren, wurde von der Polizei für einige Tage in Verwahr genommen. Aus Schwelm Schwelm. 7222 Haushaltungen in Schwelm. Nach der Personenstandsaufnahme 1936 sind in der Kreisstadt 7222 Haushaltungen, 1456 Gewerbetreibende, 1863 Gebäude und 65 unbewohnte Fabrikgebäude. Von den 23144 Einwohnern sind 11890 weiblich und 11254 männlich und es gehören 15440 Personen der evangelischen, 4944 der römisch-katholischen, 2 der griechisch=katholischen, 3 der altkatholischen und 24 der jüdischen Konfession an. Ohne Sonderbekenntnisse(o. S.) sind 2731 Personen. An das Amtsgericht in Schwelm versetzt wurde der bisher beim Amtsgericht in Rheine tätig gewesene Justizinspektor Heitmann. Dies und das. Eine Person gelangte wegen Bettelns zur Anzeige, drei weitere Personen, weil sie ihren Umzug innerhalb der Stadt nicht angemeldet hatten.— Trotz deutlicher Kennzeichen befuhr ein Kraftwagenfahrer die Barmer Straße, die als Einbahnstraße bezeichnet ist, in umgekehrter Fahrtrichtung. Der unvorsichtige Fahrer gelangte zur Anzeige.— Der Wochenmarkt findet nicht Samstag, sondern heute statt. Sparkasse heute geschlossen. Wegen der notwendigen Abschlußarbeiten bleibt die Sparkasse der Stadt Schwelm am 31. Dezember für den öffentlichen Kassenverkehr geschlossen. Schadenfeuer in Schwelm. Gestern in den rühen Vormittagsstunden wurde die Schwelmer Feuerwehr durch stillen Alarm zu einem Schadenfeuer gerufen, das in der Kaiserstraße in einer kleinen Pinselfabrik ausgebrochen war. Als die Wehr eintraf, fand sie einen stark verqualmten Brandherd vor, den sie in kurzer Zeit löschen konnte. Bei dem Brand selbst wurde der Dachtuhl erheblich beschädigt, auch trat starker Wasserchaden ein. Das Feuer ist auf Entzündung an einem Pechofen zurückzuführen. Barmen. Die Werbe=Gemeinschaft Wuppertal, Ortsführung Barmen, verteilte auf Grund der numerierten Werbescheine folgende, Weihnachtsgeschenke: Nr. 134222 Küche, Nr. 136 327 1 Radioapparat, Nr. 58848 1 Waschmaschine, Nr. 19 102 1 Sessel, Nr. 15280 1 Ofen, Nr. 85 478, 18867 je 1 HerrenAnzug, Nr. 226545 1 Herren=Ulster, Nr. 85 483 Damen=Mantel, Nr. 48921 1 Bild, Nr. 59 863 Opernglas. Weitere Weihnachtsgeschenke entfielen noch auf 114 andere Nummern. Die Weihnachtsgeschenke müssen in der Zeit vom 4. bis einschließlich 16. Januar 1937 in W.=Barmen, Schuchardstraße 2, gegen Rückgabe des infrage kommenden Werbescheines abgeholt werden. Bis zum 16. Januar nicht abgeholte Weihnachtsgeschenke verfallen zugunsten des Winterhilfswerkes. Bektelstudent im Adlerpalast Welper. Der Bettelstudent oder; ein heiteres Spiel mit Musik aus der Zeit, in der August der Starke zugleich König von Polen wak, so heißt es im Titel des Films. Weiter:„Ein heiterer Film mit Musik nach Millöckerschen Operetten“. Somit ist gesagt, daß der Filminhalt sich stark an Millöcker anlehnt und filmisch stark umgebogen ist. Der Bettelstudent wurde früher schon zweimal auf der Leinwand gezeigt, im stummen Film und im Tonfilm. In dieser neuen Fassung wurde der Mittelweg zwischen den beiden vorangegangenen Fassungen gewählt. Sozusagen Millöckersche Intermezzi wurden in die äußerst amüsante Handlung geschickt hineingebaut. Natürlich hat diese Auffassung etwas für sich, allerdings gibt es auch Stimmen, die dagegen sind. Den Kinofreunden wird sie nur angenehm sein, da die Kamera beweglicher war, sie brauchte nicht auf den Ort gerichtet zu bleiben, an dem langatmige Duette gesungen werden. Die Handlung wurde vielmehr in die Stadt Krakau verlegt, in deren Straßen und auf deren Jahrmarkt es lebendig zugeht Natürlich wurde nicht auf den Glanz des prunkvollen Hofes des„starken August" verzichtet. Für die darstellerischen Qualitäten garantieren Namen wie: Marika Rökk, Carola Höhn. Fritz Kamners, Ida Wüst und nicht zuletzt die der Studenten Johann Heesters und Berthold Ebbecke. Ein Film, der zwei Stunden Lachen und gute Laune bedeutet. 4 Silvester-in=Steele Statt Karten Maria Bach Josef Kurzenacker Verlobte Essen-Steele singer-Markt 8 Neujahr 1937 Ihre Verlobung geben bekannt: Mia Hutmacher A. Karl Mergel Bochum Große Beckstr. 19a Bielefeld Viktoriastr. 44 Silvester 1936 Am Donnerstag, dem 31.Dezbr.1936 Ist die Städt. Sparkasse Essen(Hauptstelle und sämtliche Zweigstellen) mit Ausnahme der Bankableilung der Sparkaseyr-Hauptstelle, die in der Zelt von 8.30—12.30 Uhr für den Scheck- und Wechselverkehr geöfinet ist, geschlossen. Städtische Sparkasse Essen. Die VolksZeitung, die alteingebürgerte Heimatzeilung, istinfolge ihrer Verbunden heit mil allen Be rufskreisen das geeignete Anzeigenblatt bei allen Gelegenheiten. Statt Karten Edmund Rodemann Hildegard Rodemann geb. Brieler Vermählte Hattingen z. Zt. Nlederwenigern Kupferdreher Str. 12 Osterfeld Aenne Schulze Friedrich Rupieper Verlobte Bochum Silvester 1936 Münster Wörthstraße 9 Grüner Grund 13 rauen Kongregation St. Laurentius, Essen=Steele. Unser liebes Mitglied. Frau Karoline Sprenger ist gestorben. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 2. Jan. 1937, morgens 8,30 Uhr, von der Kirchstr. 4 aus statt. Das Seelenamt ist vorher um 7,40 Uhr in der St. Laurentiuslirche. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Ein frohes, neues Jahr wünschtseine Kundschaft H. Heising vorm. F. W. Lohmann E.=Steele, Bochumer Straße 11, Ruf 58550 Buchdruckerel Bürobedart Zum nauon Jasir unseren Gästen und Freynden fraundlichste Glückwünscho Herm. Eisontraut und Frau Gaststätta„Zum Stauder Eck“ Steele, Ruhrstr. 25 Ruf 58419 III. Orden v. hl. Franziskus, Steele. Unser liebes Mitglied Frat laroline Sprenger ist gestorben. Die Beerdigung findet am Samstag 8,30 Uhr von Steele, Kirchstraße 4, aus statt. Das Seelenamt ist 7,40 Uhr in der Laurentius= kirche. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Hubertusburg Essen-Huttron Steeler Straße 444 Unsern Bekannten und Gästen wünschen wir ein frösiliches nouos Jahir Conr. Körsmeyer und Frau Heute abend gomütliche Silvastor-Foier mit Tanz Einfrohes Neujahr Mmmmm wünsche ich allen meinen werten Gästen und Bekannten Frau K. Feddermann Bahnhofswirtschaft Steele West Stadtgarten Steele Silvesterfeier Neujahr ab 4 Uhr ab 8 Uhr Tanz Eintritt frei. Zum Jahreswechsel allen Freunden, Bekannten und Gönnern die besten Wünsche Karl Klaus Die Zeitungsanzeige. das beste Werbemille Mühlenhof, E.-Stecle Donnerstag, 31. Dezember 1936, ab 20 Uhr große Silvestericier Tanz Stimmung Humor Freltag, 1. Jan. 1937 Neujahrsieler Allen melnen geehrten Gästen, Freunden und Bekannten ein Glückliches neues Jahr! Georg Brandau Ilsebes ellungen unter 38930 erbeten Unseren Besuchern emn fröhliches neues Jahr Gloria=Theater Essen=Steele Silvester im Contral-Calé Steele, Friedrichstr. 16 Ruf 58345 Allen Gästen und Bekannten wünscht ein trohes neues Jahr Familie H. Germecheid Für die Silvester-Feler Salvator-Bier Muzen und Muzenmandein, Neujahrsgebäck Conditorel u. Colé Geenc& Sohn Steele, Bochumer Str. 36 Nur noch heute: Veilchen vom PotsdamerPlatz Nur 2 Tage! Morgen Neujahr und am 2. Januar Das aroße Lustspiel: Skandal um die Fledermaus Viktor de Kowa Marla Andergast Adele Sandrock Heinz Salfner Neujahr in der Jugendvorstell. „Wo die Lerche singt“ Unser NeujahreFestprogramm Die herrliche Operette: Der Bettelstudent mit: Marika Rökk da Wüst Carola Höhn Johannes Heesters Fritz Kampers Neujahr u. Sonntag 2 Uhr JugendVorstemit dem gesamten Programm 5räumige mod. 1. Etage mit Glasveranda zu oerm. Nähe Stadtgarten Essen. Steele, Laurentiusweg 61. 3=Zimmerwohnung m. Bad, mögl. Nähe d. Steel. Stadtg., z Jan. od. evtl. später von 2 Pers.(sich. Mietsz.) zu miet.ges. Zu erfr. i. d. G Ztg. in Steele. Meiner verehrt. Kundschaft zum Jahreswechsel herzlichen Glückwunsch Weiterhin gute Bedienung bei Heinz Blüggel Auto=Vermielung E.=Steele, Kaiser=Wilhelm=Str. 32 Ruf 58071 Unserer werten Kundschaft, Bekannten u. Geschäftsfreunden zum Jahreswechse die besten Glückwünsche! Metzgerei Paul Schulte Hattingen, Bahnhofstraße Emptehle: II. Knackwürstchen und Würstchen nach Bresiauer Art Für kleine Anzeigen privater Art kleine Preise! Bute Fahrt ins neue Jahr wünschen WillyKrämeru.Frau Auto-Vermietung. Steele. Telefon 58368 Ikabotee Nr. 3 Brust, Lungenund Hustentee ein erprobter und beliebter Haustee gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Asthma usw. schweißtreibend, leimlösend, beruhigend. Paket 0,50, 0,90 M. J. Kneider, Drogerie, Bochum, Große Beckstr. 10. guis. Lnfewnstorlt für Knaben und Mädchen Jederzeitige Aufnahme und Umschulung von Schölern und Schülerinnen# Indlviduelle Förderung Kleine Klassen Geprüfte Lehrkräfte Schulgeld 20.-RM monatlich Huedweschülkn Mauritlusstrasse 13, Nähe Straßenbahndepot Der Lelter: Grewe Unser heiteres Neujahr-Programm Ein Programm, das Sie nicht versäumen dürfen mit: Otto Werniche/ Elga Brink Carsta Löck Fritz Hoopts Heinrich Schroth/ Suse Groi/ Jakob Tledtke Im Vorprogramm Kulturtilm: Ein letzter seiner Zuntt Kurzfilm: Lene splelt Lotterle Ula-Wochenschau Täglich: 3.30, 5.40, 8.00. Neujahr und Sonntag 2.00 Uhr Jugendliche haben Zutritt. GI ODI-IHEAIER LOR SEELE, ARAVER STRASSE 45 Unsern verehrten Gästen zum Jahreswechsel die Hermann Arzt u. Frau Restaurant„Haus Düppe“ Bochum, Albertstraße Unseren verehrten Gästen u. Freunden zum Jahreswechsel viel Glück und Segen Heinrich Schmidt u. Frau Hotel-Restauranl Heinrich Fiege Bochum, am Graf-Engelbertbrunnen Kath. Ehen für jed. Stand, Finanz= wie Einheir. vermitt. biskr.m.sich. Erf. nach langjähr. Tätigkeit. Frau Dünnwald. Gelsenkirchen, Grenzstr. 68, Ecke Kaiserstraße. Sprechz. a. Sonnt. Rückp. erb. BersWattenscheld, Ruf 1691 Frühzeitlg kommen, sichert gute Plätze! Heute, Silvester, Kein Felerabend, bevor die Hähne krähen! Anschließend hören Sie Ernst Skreta und Otto Berger mit den Sollsten Humor Stimmung Tanz Mittwoch u. Samstag Tanz. Jeden Donnerstag Wunschabend Münlli aklan nin antündnö, züfrindnuns Wir wünschen allen unseren Besuchern ein frohes neues Jahrl Union-Theater, Steele Kammer-Lichtspiele, Steele Ins„Neue Jahr“ mit SCHUHEN Zum Jahreswechsel unsern werten Kunden freundlichste Glückwünsche Schuhhaus Rüter, E-steele, Bochumerstr. 9 Un-eren verehrten Gästen und Freunden ein Hellweger Hof Südhellweg 13 Leitung: Arthur Baryla u. Frau Allen meinen Gästen, Freunden u. Bekannten Große Silvesterfeier W. Leist. Große Beckstraße 13 Allen meinen Gästen, Freunden u. Bekannten ein frohes neues Jahr! Bochum:: Brückstrabe 45 Silvester-Feier Spezialausschank: Salvator- Bräu Gewerbetreibende Anzeigen in der Volks=Zeitung werden in allen Berufskreisen gelesen. Seifenhaus Steiger Ihnen wünsche ich auch im neuen Jahre beste Gesundheit und viel Glück! das altbekannt gute Seifen-Fachgeschäft Steele, Bochumer Str. 17. Fernruf 58945 Schenken Sie mir auch im neuen Jahr Ihr Vertrauen. Ich bin bemüht, Sie immer zufrieden zu stellen Friedrich, der im 80. Lebensjahr stand, war während des Weltkrieges Oberkommandierender der österreichisch-ungarischen Armee. Seit dem Umsturz lebte er mit seiner Familie ständig in Ungarn. Während des Weltkrieges wurde Erzherzog Friedrich der Orden Pour le merite verliehen. Die amerikanische Flugzeuglieferung für Bilbao Präsident Roosevelt bezeichnet den Makler als unpatriotisch. DNB. Washington, 30. Dez.(Funkspr.) Präsident Roosevelt äußerte sich in der Pressekonferenz am Dienstag sehr scharf gegen den amerikanischen Makler, der Kriegsmaterial nach dem noch unter bolschewistischer Herrschaft stehenden Spanien ausführen will und dem das Staatsdepartement nach den bestehenden Gesetzen die Ausfuhrgenehmigung gewähren mußte. Roosevelt sagte, 90 v. H. der amerikanischen Geschäftsleute seien anständig und richteten sich nach der Regierung, und dann komme ein Mann, der die restlichen 10 v. H. darstelle und begehe diese durchaus unpatriotische Handlung, die der Außenpolitik der Regierung zuwiderlaufe und Amerikas Neutralität gefährde. Dieser Fall zeige offensichtlich, daß etwas geschehen müsse, um aus inneren Kämpfen entstehende Fragen zu regeln. Er lehne das Wort „Bürgerkrieg“ ab, denn es sei zu schwer zu bestimmen, was„Bürgerkrieg" sei, wann es sich um einen Krieg und wann es sich um einen„bewaffneten Aufstand" handele. Deswegen müsse die Entscheidung hierüber jemand überlassen werden, der 365 Tage im Jahr Autorität habe.(Der Präsident meinte damit, daß man die Entscheidung in sein Ermessen stellen solle, weil der Kongreß einen großen Teil des Jahres nicht tagt.— Die Schriftltg.) Er hoffe, daß etwa zwei Wochen nach dem Beginn der Kongreßtagung ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden könne, so daß man die Verschickung von Kriegsmaterial nach Bilbao vereiteln könne. Wahrscheinlich würde der amerikanische Makler dann auf Schadenersatz für den ihm entgangenen Gewinn klagen, aber das Oberste Bundesgericht habe kürzlich im Chaco=Fall entschieden, daß Verträge, die gegen die Außenpolitik der Regierung verstießen, nicht auf einen Schutz durch die Gerichte rechnen könnten. Kriegszustand im Staate Matto Morbanschlag auf zwei Senatoren. DNB. Rio de Janeiro, 30. Dez.(Funkspruch.) Der brasilianische Staatspräsident bechloß, den Kommandanten der Bundesgarnison m Staate Matto Grosso mit der Verkündung des Kriegszustandes für den Staat zu beauftragen. Man sieht den Kriegszustand als notwendig an, um Folgerungen der derzeitigen politischen Spannung auszuschalten, die im Staate Matto Grosso durch einen Mordanschlag auf zwei oppositionelle Senatoren hervorgerufen sind. Mit der Durchführung wurde der Staatsgonverneur nicht betraut, da er im Verdacht steht, den Mordanschlag organisiert zu haben— Die Abgeordneten der Opposition im Staatsdepartement, die neuerdings die Mehrheit hatten, mußten sich in die Kaserne der Bundesgarnison in Cuyaba flüchten, da der Staatsgouverneur Vorbereitungen getroffen hatte, seinen Posten mit Gewalt zu verteidigen. Tschiangkaischeks erneutes Rücktriktsgesuch abgelehnt DNB Nanking, 80. Dez.(Ostasiendienst des DNB) Das erneute Rücktrittsgesuch Tschiangkaischeks, das der Marschall aus Gesundheitsrücksichten und, weil er die Revolte in Sianfu nicht habe verhindern können, eingereicht hatte, wurde vom Ständigen Ausschuß des Zentral=Exekutiv=Komitees der Kuomintang wiederum abgelehnt. Der Ausschuß genehmigte dem Marschall jedoch einen einmonatigen Urlaub, damit sich Tschiangkaischek von den Anstrengungen der letzten Wochen erholen könne. Der Militärausschuß bildete ein SonderNeujahrsaufruf Baldur von Schirach's „1927 das Jahr der Heimbeschaffung" „Viele kausend Hitlerjugendheime müssen noch gebaut werden!" DNB Berlin, 1. Januar(Drahtb.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach hat an die Hitleriugend folgenden Neujahrsaufruf erlassen: „Wieder stehen wir am Anfang eines neuen Arbeitsjahres. Die Parole des vergangenen Jahres, das wir„das Jahr des Deutschen Jungvolks“ nannten, ist verwirklicht. Der 1. Dezember 1936 brachte mit dem Gesetz über die Hitleriugend den feierlichen Abschluß unserer Jahresarbeit, die ganz im Zeichen der Werbung stand. Viele hunderttausende neuer Kameradinnen und Kameraden werden im kommenden Jahr in unsere Gemeinschaft eintreten. Damit erhebt sich für die Führung der Jugend die Notwendigkeit, an die Lösung einer Frage heranzutreten, die für unsere zukünftige Arbeit entscheidend geworden ist. Die Hitlerjugend hat immer das Heim als eine wesentliche Voraussetzung ihrer Gemeinschaftsarbeit empfunden. Nach unserer Auffassung soll die Jugendbewegung Adolf Hitlers für ihre Zusammenkünfte, die dem Dienst an der Idee gelten, eigene Räume besitzen. Sie soll unabhängig sein von solchen Bierwirtschaften und anderen Lokalen, die ihre Nebenräume nur dann zur Verfügung stellen, wenn ihnen die Garantie geboten wird, daß die Jugend dort Alkohol und Nikotin konsumiert. Wir brauchen Heime für die Hitlerjugend! Schon sind viele gebaut worden, keine wilhelminische Villen, sondern schlichte, zweckmäßige und schöne Jugendheime, die Ausdruck unserer Zeit sind und damit jener Baugesinnung, die Adolf Hitler mit dem Wort bekannt hat: Deutsch sein heißt klar sein! Viele deutsche Gemeinden haben sich bereits in ihrem 5I=Heim ein Denkmal ihrer nationa:sozialistischen Gesinnung geschaffen. In Verbindung mit dem Heimbeschaffungsausschuß der Reichszugendführung, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht, errichten sie vorbildlich schöne Gebäude, die des Ehrennamens„Heim der Hitlerjugend“ würdig sind. Aber dies ist nur ein k-einer Anfang! Viele tausend Hitlerjugendheime müssen noch gebaut werden! Das Heim der Hitlerjugend ist ein Wahrzeichen der kompromißlosen Kameradschaft der neuen Generation. Es ist zugleich Ausdruck ihres Lebensgefühls und Lebensziels. Meine Kameradinnen und Kameraden! Ihr selbst müßt die Voraussetzungen für Eure Arbeit schaffen! Das Jahr 1957 soll das Baujahr der Hitlerjugend sein! Darum erkläre ich das Jahr 1937 zum Jahr der Heimbeschaffung. Berlin, den 1. Januar 1937. Baldur von Schirach.“ krieasaericht, das voraussichtlich am 31. Dez. mit der Verhandlung gegen Tschanghsueliang beginnen wird. Durchsichtige Greuelmeldungen über Danzig DNB Danzig, 30. Dez.(Drahtb.) In ausländischen Blättern sind, ausgehend von einer polnischen Agenturmeldung, phantastische Greuelmeldungen über Danzig verbreitet worden. Danach soll die Danziger politische Polizei während der Weihnachtsfeiertage Hunderte von Nationalsozialisten verhaftet und einige sogar erschossen(!) haben. Unter den Verhafteten sollen sich ausgerechnet 30 bis 40 SSFührer aus der Umgebung des Gauleiters Förster befinden. Das sind nur einige Blütenlesen aus dieser neuesten Greuelpropaganda die man von Rechts wegen als schlechten Silvesterscherz abtun müßte. Da die Angelegenheit aber offensichtlich von gewissen Stellen ganz planmäßig aufgezogen worden ist, haben die zuständigen Danziger Stellen den Vertreter des DNB ermächtigt, festzustellen, daß die erwähnten Auslandsmeldungen von Anfang bis zu Ende frei erfunden sind. Weder ein einziger SS=Führer noch irgendeine Persönlichkeit aus der Umgebung des Gauleiters ist verhaftet worden, von den angeblichen Erschießungen ganz zu schweigen. Damit entfallen auch alle Kombinationen, die in ausländischen Blättern an die Greuelmeldungen geknüpft worden sind Im übrigen sind den zuständigen Danziger Stellen die Kreise sehr wohl bekannt, die mit derartig plumpen Mitteln ausgerechnet während der gegenwärtigen Danzig=polnischen Besprechungen eine Atmosphäre der Unruhe zu schaffen versuchen. Verhinderung von Vertragsbrüchen DNB Berlin, 30. Dez.(Drahtb.) Vielfach haben Gefolgschaftsmitglieder innerhalb der konjunkturbegünstigten Gewerbe und in der Landwirtschaft unter Bruch des Arbeitsvertrages ihre Arbeitsstelle vorzeitig verlassen. Dadurch wurde ein ordnungsmäßiger Arbeitseinsatz gefährdet. In einer 7. Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes sind deshalb Bestimmungen über die Verhinderung rechtswidriger Lösung von Arbeitsverhältnissen erlassen worden. Hiernach kann in der Eisen- und Metallwirtschaft, dem Baugewerbe, der Ziegelindustrie und in der Landwirtschaft der Unternehmer im Falle einer unberechtigten vorzeitigen Lösung des Arbeitsverhältnisses durch das Gefolgschaftsmitglied das Arbeitsbuch bis zu dem Zeitpunkt zuruavehalten, an dem die Beschäftigung im Falle einer ordnungsmäßigen Lösung des Arbeitsverhältnisses enden würde. Zum Schutz der Gefolgschaftsmitglieder gegen eine mißbräuchliche Zurückbehaltung des Arbeitsbuches ist vorgesehen, daß im Streitfalle die sofortige Rückgabe des Arbeitsbuches durch einstweilig= Verfügung des Arbeitsgerichtes angeordnet werden kann. Neujahrsglückwunsch des Verbandes ausländischer Pressevertreter an den Führer DNB Berlin, 30. Dez.(Drahtb.) Der Verband ausländischer Pressevertreter E. V. in Berlin hat dem Führer und Reichskanzlex anläßlich des Jahreswechsels folgendes Glückwunschschreiben übersandt: „Hochverehrter Herr Reichskanzler! Als Krönung Ihrer Reden und Taten von 1936 müßte das kommende Jahr der Welt den allgemeinen Durchbruch zur Einsicht bescheren, daß ein in innerer und äußerer Stärke gleichberechtigtes politisch und wirtschaftlich gesichertes Deutsches Reich das beste Unterpfand Europas für Ruhe, Ordnung und Frieden ist. Möge Ihr Aufruf zum Zusammenschluß der Völkerfamilien Europas gegen feindliche Mächte die immer drohender emporsteigenden Gefahren endgültig bannen. Möge 1987 das Jahr sein der großen Abkehr von argwöhnischer Bruderfeindschaft angesichts des im Osten lauernden Chaos. Das wünscht Ihnen, Herr Reichskanzler, und dem gastlichen deutschen Volke im Namen des Verbandes ausländischer Pressevertreter gez.: Professor Dr. Z. Kuziala m. p. Vorsitzender gez.: C. von Kügelgen m. p. Geschäftsführer." Kraftwagen von einer Lokomotive zertrummert Zwei Tote, vier Schwerverletzte. DNB Berlin, 80. Dez.(Drahtb.) Auf der Vorortstrecke Schlesischer Bahnhof—Strausberg ereignete sich in der Nacht zum Mittwoch zwischen Hoppegarten und Neuenhagen ein schwerer Verkehrsunfall, der zwei Tote und vier Schwerverletzte zur Folge hatte Kurz vor 4 Uhr passierte eine einzelne Lokomotive den Bahnübergung Niederheide in Richtung Strausberg. Im selben Augenblick versuchte ein Privatwagen mit sechs Insassen den Gleiskörper zu überqueren. Das Fahrzeug wurde von der Maschine erfaßt und eine Strecke mitgeschleift, ehe es zertrümmert zur Seite geschleudert wurde. Zwei Insassen wurden auf der Stelle getotet, während die vier anderen mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus Alt=Landsberg gebracht wurden. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Ein neuor Fan nan in 28 000 Dollar Lösegeld. DNB. Newyork, 30. Dez.(Funkspr.) Die amerikanische Oeffentlichkeit ist in großer Erregung über einen neuen Fall von Kindesraub, der sich am Sonntag in Tacoma im Staate Washington zutrug. Ein Riesenaufgebot von Staatspolizei und Bundesjustizbeamten ist Tag und Nacht unterwegs, um das entführte Kind, den zehn Jahre alten Charles Mattson, Sohn eines wohlhabenden Arztes, dem Kindesräuber abzujagen. Die Ermittlungen ergaben, daß der Kindesräuber am Sonntagabend in das Haus Dr. Mattsons gewaltsam eingedrungen war und sich in das Kinderzimmer begab, wo Charles mit seinen Geschwistern schlief. Die Kinder waren über das Eindringen des Burschen so verstört, daß sie es nicht wagten, um Hilfe zu rufen, zumal er sie auch mit einer Waffe bedrohte. Er durchsuchte das Zimmer erst noch nach Geld und verschwand dann mit dem zehn Jahre alten Knaben. Auf einem zurückgelassenen Zettel verlangte er für die Rückgabe des Kindes 28000 Dollar Lösegeld.— Die Behörden hatten sich anfangs sehr abwartend verhalten, da man annahm, daß sich der Verbrecher noch einmal mit den Eltern wegen des Lösegeldes in Verbindung setzen würde. 37450 Personen in Amerika durch Autounfälle gekötet DNB Newyork, 30. Dez.(Funkspr.) Nach einer Mitteilung des nationalen Sicherheitsausschusses in Chicago sind im Jahre 1936 in Amerika insgesamt 87 450 Personen bei Autounfällen ums Leben gekommen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme der Todesfälle um 450. Die Todesziffer der bei Kraftwagenunfällen getöteten Kinder im Alter zwischen fünf und vierzehn Jahren hat sich um 10 v. H., die der älteren Straßenpassanten um 2 v. H. erhöht. Unbeständig und mild Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim vom 30. Dezember. Vorhersage für Donnerstag: Frühnebel, sonst wechselnd bewölkt, vereinzelt Sprühregen, südwestliche Winde, ziemlich mild. Vorhersage für Freitag: Meist bewölkt, vereinzelt Regen, südwestliche Winde, keine Temperaturänderung. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Mild, aber wechselnd. Hauptschriftleiter: Joseph Hasler, Bochum. Stellvertr. des Hauptschriftleiters: Peter Schiffers. Bochum. Verantwortlich: Für den politischen, kulturpolitischen und den gesamten Unterhaltungsteil: Joseph Hasler, Bochum— für den lokalen Teil Bochum für Theater und Musik: Peter Schiffers, Bochum— für Westdeutsche Umschau Verbreitungsgebiet und den Umbruch der Ausgaben Hattingen, Wattenscheid und E.=Steele: Georg Wilhelm Kruse Bochum für den lokalen Teil Hattingen und E.=Steele: Dr. Joseph Klösters, E.=Steele, für Sport, Handel und den lokalen Teil Wattenscheid: Ferdinand Julius Landef eld, Bochum, für den Bilderdienst die einzelnen Abteilungsleiter.— Für den Anzeigenteil Bochum: tenscheid.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig.— Verlag und Druck: Schürmann& Klagges. Bochum. — D.=A. XI. 1936 über 12000(davon Ausgabe A: Westfälische Volkszeitung Bochum über 8200: Ausgabe B: Volkszeitung für Ennepe=Ruhr/ Steeler Zeitung über 2600; Ausgabe C: Morgenzeitung Wattenscheid über 1200). Oestliche Geheimnisse Tschiangkaischek, der große Marschall und Ministerpräsident Chinas, ist wieder frei und in der Hauptstadt Ranking eingetroffen. Fast noch verwunderlicher ist es, daß ihm Tschanghsueliang, der „junge Marschall", der ihn vor 14 Tagen gefangen nahm, auf dem Fuße gefolgt ist und sich nun mit einem von Ergebenheit triefenden Schreiben nicht nur zur Verfügung Tschiangkaischeks hält, sondern sich bereit erklärt, jede Strafe, selbst die des Todes, für seine Revolte hinzunehmen. Der Ferne Osten ist in vielem dem Verständnis des Westeuropäers verschlossen. Die Vorgänge, die sich in Sianfu abgespielt haben und die in der triumphalen Rückkehr Tschiangkaischeks nach Ranking ihren Abschluß fanden, gehören mit zum Rätselhaftesten, was sich in jüngster Zeit in China zugetragen hat. Man muß sich die Aufeinanderfolge in aller Kürze noch einmal klarmachen: In der Provinz Schensi haben sich Kommunisten festgesetzt. Die Rankingregierung entsendet Truppen gegen sie und Tschanahsueltang, von dem man aus früherer Zeit Aeußerungen kennt, die auf eine Kommunistenfeindschaft schließen lassen, wird zum Oberbefehlshaber der Expedition gegen den Kommunismus in Schensi ernann,. Tokio scheint gegen diese Ernennung Bedenken zu haben, denn von dort werden in Manking Vorstellungen erhoben, die besagen, bei den Regierungstruppen seien starke kommunistische Einflüsse vorhanden, und es sieht so aus, als wolle Japan mit eigenen Truppen die Ordnung in Schensi herstellen. In Ranking ist man entrüstet und weist die japanische Darstellung zurück. Da kommt ganz überraschend die Nachricht, Tschanghsuelfang, der Oberbefehlshaber der Regierungstruppen in Schensi, habe den Chef der chinesischen Regierung Tschiangtaischek, der zur Kur im Bade Sianfu weilt, gefangengenommen, habe sich mit den Kommunisten verbündet und Frontstellung gegen Ranking bezogen. Tokio schien also Recht gehabt zu haben. Und nun beginnen die Versuche, Tschiangkaischek zu befreien. Er ist völlig wehrlos in der Hand Tschanghsueliangs, denn seine Leibwache wurde niedergemacht. Mehrere Male kommt die Nachricht, auch er sei erschossen worden. Ranking schickt Truppen zu seiner Befreiung aus, aber man hält sie von ernsten Kampfhandlungen ab. Tschiangkaischeks Frau reist nach Sianfu, angeblich mit einem großen Lösegeldscheck. Der australische Journalist Donald, der zwischen Sianfu und Nanking hin= und herpendelt, spielt eine geheimnisvolle Rolle. Und nun kommt, genau so unerwartet wie vor 14 Tagen die Gefangennahme Tschiangkaischeks, auf dem Flugplatz von Ranking plötzlich eine Maschine an, der der Marschall entsteigt und wenige Stunden später folgt ihm sein Kerkermeister Tschanghsuelinang. Was hat sich in den letzten Tagen in Sianfu zugetragen? Maa könnte annehmen, daß Tschanahsuellang in der Tat durch ein hohes Lösegeld neranlaßt wurde. Tschiangkaischek freizugeben und daß es ihm vielleicht überhaupt nur um dieses Lösegeld z tun war. Es laufen Gerüchte um, er habe sich erst von Moskau kaufen lassen. Seine Charakterstärke steht nach dem, was man über seinen Aufstieg weiß, in China nicht sehr hoch im Kurs. Ei soll am Tode seines Vaters Tschangtsolin, der einem Eisenbahnattentat zum Opfer fiel, mit schuldig sein und er hat nachher ein ziemlich kostspieliges und ausschweifendes Genießerleben geführt. Hinter seinem politischen Ehrgeiz hat immer sehr stark der Wunsch nach materiellem Besitz gestanden. Wenn er in Sianfu nur den Wunsch gehabt haben sollte, Tschiangkaischek aus der Macht zu verdrängen, um sich an seine Stelle zu setzen und den Kurs Chinas in ein antijapanisches Fahrwasser an der Seite der Sowsetunion zu steuern, so hätte ihn niemand daran hindern können, Tschiangkaischek ermorden zu lassen. Er hat das nicht getan. Er konnte auch nicht annehmen, einen Mann von den Qualitäten Tschiangkaischeks etwa umzustimmen und ihn seinen eigenen politischen Ideen— sofern er welche hat— gefügig zu machen. Es bleibt heinahe nur die Annahme, das Tschangshueliang die Politik eines Räuberhauptmanns betrieb. Man sagt jetzt, er habe die Absicht, binnen kurzem ins Ausland zu gehen. Vielleicht um dort den Ertrag seines Abenteuers in Ruhe und mit Genuß zu verzehren. Man darf andererseits auch die Person des Marschalls Tichianakaischek und seine faszinierende Wirhung nicht gußer Betracht lassen. Als vor einer Neihe von Manaten Kanton sich gegen Nanking erhoh und die Wolt tast gemin war, daß in Ching nunmehr ein blutiger Bürnerkrieg ausbrechen würde, verhandelte Tschiangkaischek mit den gegen seine Machtstellung revoltierenden südchinesischen Generälen, und obwohl beide Armeen, die von Ranking und die von Kanton, einander kampfbereit gegenüberstanden, fiel kein Flintenschuß. Kanton machte kehrt und blies die Revolte ab. Das war ein ganz persönlicher Erfolg Tschiangkaischeks, der den Gedanken der nationalen Einheit des Chinesentums mit solcher Wärme und solcher Energie allezeit vertreten hat, daß die sungen Kanton=Offiziere, bei ihrem neu geweckten Nationalbewußtsein gepackt, sich einfach weigerten, gegen Ranking zu fechten. Hat die starke überzeugende Persönlichkeit Tschiangkaischeks vielleicht auch dem abtrünnigen Tschanghsueliang gegenüber einen großen moralischen Sieg errungen? Wir wissen es noch nicht. Wir werden wahrscheinlich auch niemals gänzlich hinter die Geheimnisse dieser chinesischen Vorgänge dringen. Sicher ist nur, daß China die stärkste Kraft, die Volk und Staatsführung zur Zeit einzusetzen haben, zurüchgemonnen hnt. Das ist eine Gewähr für die weitere ruhige Entwichlung im Reiche der Mitte und mit der Rückkehr Tschiangkaischeks an die Spitze der Regierung verlieren auch die zeitweilig kritisch aussehenden Spannungen zwischen Ranking und Tokio ihre Gefährlichkeit. Tschiangkaischek wird den offenen Konflikt mit Japan vermeiden. Es sieht sogar ganz so aus, als gedenke er nunmeh: den Kampf gegen den Kommunismus, zu dem Janon immei wieder gemahnt hat, mit nom großerer Entschiedenheit aufzunehmen Sianfu war immerhin eine Warnung. ( Ruf 2780 Ab 8 Uhr Tilionstnifwine Konzert und Tanz Tischbestellungen rechtzeitig erbeten Unsern Gästen, Freunden und Bekannten ein Ludwig Uhrhan und Frau GasthofMünchener Hofbräu (vorm. Scheu) Hattingen Wir wünschen allen Gästen und Bekannten ein gutes neues Jahr! A. Mraß und Frau. Angenehmer Aufenthalt zu Silvester Vorzügliche Küche Bekannt gute Getränke Restaurant„Zur Lembeck 65 Bes.: E.. Schlinghoft, Hatuingen-Ruhr Ruf 2826 Heute Anend 8 Uhr große Silvesterfeier Tischbestellungen bis 6 Uhr erbeten. Am Neujahrstage sowie jeden Sonntag Kaffee-Konzert mit Tanz. Allen meinen Gästen Freunden und Drngit Neulahr! Bekannten ein kräftiges Fosit Neujanr! TE ESVAURA UR GLOCKE“ HATTINGEN Johannisstraße Inhaber: JAK. RECH Prosit Neujahr allen Gästen und Bekannten große Silvester-Feier Konzert und Tanzelnlagen la Stimmungskapelle SilbenerieIeI m Café Zbing Hattingen ab 8 Uhr. Unseren Gästen ein frohas neues Jahr! om Silvester Haus Weiltor Hattingen 1 u. Mitwirkung d. Hattinger Sängerverelnigung Allen Gästen und Bekannten ein glückseliges neues Jahrl Paul Schmidt u. Frau Große Silvesterfeier unter Mitwirkung des großen Harnevalisten Hans Schürmann und weiteren namhaften Künstlet 4 Tanzllächen— Stimmung— Humor Beginn: 20 Uhr. Eintritt frei Autobusse stehen am Bhf. Schee zu den Zügen v. Hattingen-Sprockhövel: 18.40, 19.34 u. 20 24 Uh Rückfahrtgelegenheit die ganze Nacht Nolel Märkischer Hof Hatingen e Cont. Wot und u SIESEEEET UNO TANE Unsern verehrten Gästen inBekannten etn glückliches neues Jahr! Union-Brau-Stübl Rest.„Zum Ludwigstal nul 2701 MOTTO Wilist Du einen fröhlichen Silvester verleben, so mu"t Du Dich nach Herben in der Märchengrotte begeben Am Dien tag, dem 31. Dezember GROSSE SILVESTERTEIER Besondere Ueberraschungen. Am Neujanrstage u. allen Sonntagen ab 5 Uhr Konzert und Tanz Verstärkte Kapelle. Barsetrieb und Bekannten ein frohes neues Jahr! L. Herßen. Rest.„öur schönen Hussicht“ Welper— Unsern werten Gästen, Freunden u.Bekannten ein glückliches neues Jahr! Franz Laumeler und Frau. Ab 8 Uhr große Silvesterieler. Unseren Gästen und Bekannten zum Jahreswechsel viel Glück und Segen Städt. Waldrestaurant Schulenburg, Hattingen Paul Milse und Frau Gaststätte Wilhelm Roppel Hattingen-Ruhr, Emschestr., Besitzer: Emil Bodde, Rut 2638 Große Silvesterfeier Neujahr ab 5 Uhr: Großes Konzert mit Tanzeinlagen Usseren Gästen, Freunden und Bekannten ein recht trohes neues Jahr All meinen Geschaftsfreunden die besten Gllüchwünsche zum Jahreswechsel! Sigarren- u. Öigaretten-Versandhaus Joh. Denkhaus Hattingen Huttenau Linden Kupferdreh ver„Adler" in uelper im neuen Geuand mut zur Silvesterfeier ein Allen Gästen, Freunden und Bekannten ein frohes neues Jahr wünschen Heinz Kloh und Frau Unsern werten Gästen und Freunden zum Jahreswechsel ein frohes neues Jahr! Gaststätte„Zur Henrichshütte“ Leonhard Triestram und Frau Unserer verehrten Kundschaft, Freunden und Bekannten Gärtnerei Krampe Bochum-Dahlhausen Paul Mentzen und Frau Hattingen Restauration„Friedenseldhe“ Welper: Ruf 2502 Hattingen Große Silvester-Feler Am Neujanrstag ab 3 Uhr Konzert u. Tanz Wünschen allen unsern werten Gästen. Freunden und Bekannten ein irohes neues Jahr Wilheim Muthmann und Frau Restaurant Zum Lindenhof Paul Ihies, Niederwenigern wünscht allen Gästen und Bekannten ein frohes neues Jahr! Große Silvester-Feier mit Konzert und Tanz Neujahr: Konzert und Tanz Erstkl. Musik- la Getränke- Dortm. Aktienbier Wünsche allen meinen Kunden, Freunden und Bekannten ein ogno gimejnlieg nnünd Jorse A. Zaplin, Hemen Hattingen, Gelinde Tanzschule Rosenkranz Neue HURSE beginnen in O.-Bonsteld Weitmar Montag, 4. Januar, 20 Uhr, im Haus Schulte-Bonsfeld, Jos. Hake Dienstag, 5. Januar, 20 Uhr, im Rest. Fernholz, Neulingstraße Hattingen Donnerstag, 7. Januar, 20 Uhr, Rest „Zur Glocke“, Jak. Rech Boch.-Stiepel Fteitag, 8. Januar, 20 Uhr,„Zur Stiepeler Krone“, Heil Neseinführung: Original Step Tanz Anmeldungen an den betr. Abenden erbeten Allen Kunden und Bekannten ein frohes neues Jahr! Heinrich Backhaus Fahrrad- u. Maschinenhandlung, Bredenscheid Meinen geehrten Kunden, Freunnd Bekannten den und zum neuen Jahre de Jos. Frewer Brotfabrik und Konditorei Boch.-Danlhausen zum neuen Jahre herzliche Glückwünsche! llo Garl Hörster Hattingen 8. neues Jahr 1937 Meiner werten Kundschaft u. meinen Freunden zum Jahreswechsel die herzlichsten Glück- u. Segenswünsche C. Wichand, Hattingen Verte der Union-B. auerei, Dortmund Stadtiheater Hagen 1937 Freitag, 1. Jan. 15 Uhr Die GänseMärchen 19,30 Uhr Die lustige Wiiwe Operette Samstag, 2. Jan. 20 Uhr Towarisch Komödie Sonntag, 3. Jan. 19,30 Uhr Erstaufführung Der Obersteiger Operette Montag, 4. Jan. 20 Uhr Towarisch Dienstag, 5. Jan. 20 Uhr Towarisch Mittwoch, 6. Jan. 20 Uhr Der Obersteiger Donnerstag, 7. Januar 10,80 Uhr Prinz von Homburg Schauspiel Freitag, 8. Jan.: Geschlossen Samstag, 9. Jan 20 Uhr Der Obersteiger Sonntag, 10. Jan. 15 Uhr Tiestand Musikdrama 19,30 Uhr Der Obersteiger Heinen werten Gästen, Kunden und Bekannten frohes Neujaßr Kaffee und Konditorei Laifals, Hauingen Ruf 3513, Zu SILVESTER emptiehlt lelne Berliner Ballen trische Wurstbrötchen und Neujährchen Konditorei Röhl Hattingen, Kleine Weilstr. 15 Bestellungen erbitte frühztg. Für Neujahr empfehle meine große Dosen, Inh. 270 Gr. Heringe in Tomaten in Senf in Lucullus in Wein in Fruchttunke in Sahne usw. Alle Dosen nur 33 Pig. Salzheringe 5 Pig., Salzgurken Did. 18 DIG., Gewürzgurken, extra groß, 10 u. 12 Pig. W. May, Hattingen Bruchstraße 10 Ruf 2736 Meiner Kundschaft, Freunden und Gönnern ein frohes neues Jahr in Altendorf Günther Beisken! Alois Köhne Drogerie— Spirltuosenhdlg. Elektro Radio Altendorf-Ruhr neben der Post wünschen allen Kunden und Bekannten PROSIT NEUJAHRI 9 Restaurant„Lum Rosentbal" W. Grobjung Altendorf-R. Wünsche allen Gästen und Bekannten ein gutes, neues Jahrl Unserer werten Kundschaft und allen Bekannten ein frohes neues Jahr! Karl Kämpgen und Frau Unseren Kunden, Bekannten und Geschäftsfreunden zumJahreswechsel die besten Glückwünsche Metagerei Kammann Altendorf-Ruhr Fris.-Salon Altendorf-Ruhr „Zur Burgruine" Altendorf-Ruhr W. Winkelhaus M Ruf 3012 in Heute Silvester-Feier Am Neujahrstag Konzert u. Tanz Meinen Gästen und Bekannten ein frohes neues Jahr! Jeden Sonntag Konzert Unsern Gästen u. Bekannten ein glückl. neues Jahr! Gast-u.Gartenwirtschaft „Zum gold. Stern“ Joh. Linnemann und Frau Altendorf Caté— Wein-Restaurant »Zur schönen Aussichte Grenze Ueberruhr-Altendori Miti Prosit Neujahr allen Gästen, Kunden und Bekannten Paul Gräler und Frau Ein gesegnetes neues Jahr allen Kunden, Geschäftsfreunden und Bekannten Bäckerel L. Unteregge Altendorf-Ruhr, Millionenstraße10 „Zür hönnn Müsticht" Inh. L. Stratmann, Altendorf-R. Ruf Essen 59473 Meinen werten Gästen und Bekannten wünsche ich ein frohes neues Jahr! An allen Sonn- und Feiertagen: Konzert mit Tanzeinlagen braushst nicht in die Grollstadt lauten, lannst im neuen Jahr genau so gut beim Eleklro-Fachmann Röpke kauten. Allen Kunden, Geschäftsfreunden und Bekannten Prosit Neujahr! Josef Rönke. Altendorf-Ruhr Allen unsern Freunden und Feinden ein glückliches neues Jahir! N Gemütlich feiern Sie Silvester in der Gasistätte Glettenberg Altendorf-Rur Der werten Kundschaft und allen Bekannten ein gutes neues Jahr! Baugeschäft Hupe Altendorf-Ruhr Den Bewohnern Altendorfs und Umgegend ein gutes neues Jahr! Geinrich Streicher und Fras Altendorf-Ruhr Lest die Volks=Zeilung! Kieine Anzeigen n deiner HeimatZeitung haben Erfolg weil sie in allen Kreisen gelesen vorden. Beim Winter=Olympia in Garmisch le beste Jugend der Welt kämpfte in Berlin um den Olympischen Lorbeer Seine Jugend machte Deutschland Ehre Deutschlandfahrt beider Zeppeline zur Reichs tagswahl Ein Höhepunkt war wieder der Nei.s (Sämtliche Aufnahmen im Rheinland, Tat des Führers Die ersten„Zweijährigen" Schmelings Sieg über den„braunen Bomber Italien eroberte endgültig Abessinien Marine-Ehrenmal in Laboe 4 Ordensburgen als Schulungsstätten Das Weltereignis: Englands Drei=Königs=Jahr Deutschland im Jahre 1936 Deutschlands Souveränität am Rhein wiederhergestellt- Einmütiges Bekenntnis zum Führer- Die Olympischen Spiele ein Friedensfest Zweijährige Dienstzeit in der Wehrmacht- Sicherung des Lebens der deutschen Nation gegen Weltbolschewismus und Welljudentum. In wenigen Wochen sind die vier Jahre abgelaufen, die der Führer sich in seiner Proklamation vom 30. Januar 1933 erbat, nach deren Ablauf er dem deutschen Volke Rechenschaft versprach. Jedes dieser vier Jahre ist ein weithin sichtbarer Meilenstein auf dem Wege zu Deutschlands Wiederaufstieg geworden; das Jahr 1936 aber hat bereits die gewaltige Krönung dieses Werkes gebracht, denn die vom Führer gegebenen Versprechen sind nicht nur vor der Zeit bereits erfüllt, sondern noch weit über alle Erwartungen hinaus übertroffen. Zahlreich sind die wichtigen Ereignisse der letzten zwölf Monate, fast unermeßlich und aller Welt erkennbar ist der Aufstieg auf allen Gebieten unseres Lebens. Deutschland hat 1936 die letzten Ketten abgestreift, indem es die Souveränität des Rheinlandes wiederherstellte. Durch die Einführung der zweijährigen Dienstzeit in der Wehrmacht zeigte es seinen unbeugsamen Willen, das in friedlicher Arbeit bisher Erreichte gegen die Angriffe des Weltbolschewismus und des Weltjudentums zu verteidigen. Die Olympischen Spiele wurden zu einem gewaltigen Friedensbekenntnis. Der zweite Vierjahresplan dient der Sicherung des Lebens der deutschen Nation. Die Arbeitslosigkeit ist so gut wie restlos beseitigt worden. Das deutsche Volk bekannte sich mit einer nie zuvor erlebten Einmütigkeit zu seinem Führer. Das sind die besonders aus den Ereignissen hervorragenden großen Geschehnisse: eine knappe, Wissenschaft, der Jugenderziehung, der sozialen Fürsorge, des Verkehrs, der Technik und Wirtschaft, oer Verwaltung und Gesetzgebung und in allen sonstigen Fragen des nationalen Lebens. Wiederbesetzung der enlmilitarisierten Rheinlandzone Der 7. März 1936 wird immer zu den geschichtlich bedeutungsvollsten Tagen des nationalsozialistischen Deutschland zählen. Als an diesem Tage, in einem Augenblick schicksalsschwerer Spannungen in Europa, der Deutsche Reichstag mittags zu einer schnell einberufenen Sitzung zusammentrat, war das ganze Volk um die Lautsprecher versammelt und hörte die große überzeugende Rede des Führers, in der er das ganze politische Erleben seit dem Weltkriege, die friedliche Arbeit unseres Volkes und unsere Stellung nach außen darlegte und die„deutsche Frage", von der die Welt so viel Aufhebens machte, ebenso kurz wie deutlich mit den Worten kennzeichnete:„Das deutsche Volk braucht keine besonderen Beihilfen zu seiner Lebensbehauptung, es will nur keine schlechteren Chancen besitzen, als sie anderen Völkern gegeben sind." Der Führer/ gab das Memorandum bekannt, das am gleichen Tage den Signatarmächten des Locarnopaktes überreicht worden war, in dem Deutschland erklärte, daß es sich nach Abschluß des französisch-sowjetrussischen Militärbündnisses nicht mehr an den Pakt gebunden erachte, daß es im Interesse des primitiven Rechtes eines Volkes auf Sicherung/ seiner Grenzen und zur Wahrung seiner Verteidigungsmöglichkeiten die volle und uneingeschränkte Souveränität des Reiches in der entmilitarisierten Zone des Rheinlandes wiederhergestellt habe. Die Friedensliebe Deutschlands wurde in dem Memorandum betont durch die Bereitwilligkeit, neue Vereinbarungen für die Aufrichtung eines Systems der europäischen Friedenssicherung zu treffen, einen Nichtangriffspakt auf die Dauer von 25 Jahren sowie einen Luftpakt abzuschließen. Am Vormittag des 7. März waren deutsche Truppen unter dem Jubel der Bevölkerung in ihre Friedensgarnisonen im Rheinland eingezogen. Gleichzeitig wurde der Reichstag aufgelöst, um dem deutschen Volke die Möglichkeit zu geben, sein Urteil über die bisherige Politik des Führers und diesen mutigen Entschluß abzugeben. Deukschland bekennt sich zu seinem FührerAm 12. März begann der Führer seine große Deutschlandreise. In allen Gauen des Reiches jubelten Millionen von Menschen dem Manne zu, der Deutschland nicht nur die seit Jahrtausenden ersehnte nationale Einigkeit, sondern auch seine Ehre und seine Freiheit wiedergegeben hatte. Am Vorabend der Wahl sprach der Führer in den Messehallen in Köln. Die Freiheitsglocken läuteten am Rhein. Wiederum streckte der Führer der ganzen Welt die Friedenshand entgegen. In mitten der zutiefst ergriffenen Massen bat er den Allmächtigen, er möge uns segnen und die Kraft verleihen, den Kampf zu bestehen für die Freiheit und die Zukunft und die Ehre und den Frieden unseres Volkes. Am 29. März bekannte sich bei der Neuwahl zum Deutschen Reichstag das ganze deutsche Volk zu seinem Führer. Es war ein Wahlergebnis, wie es in der Geschichte der Menschheit einzig dasteht: Die Wahlbeteiligung war fast hundertprozentig und 98,8 v. H. aller Stimmen bekannten sich zu der Politik Adol Hitlers. Mit der ganzen gesammelten Kraft, deren ein geeintes Volk fähig ist, stützte es diesen Mann in seinem schweren Kampfe. Am 1. Mai, dem Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, erneuerte das gesamte schaffende Volk in gewaltigen Kundgebungen das Treuegelöbnis. Die Olympischen Spiele- ein Fest Die Sommermonate brachten Deutschland einen Zustrom von Reisenden aus dem Ausland, der in Hunderttausende ging. Es schien fast, als hätte die jüdische Greuelhetze das Gegenteil von dem bawirkt, was sie bezweckte. Neben einer großen Zahl internationaler Kongresse aller Art waren es besonders zwei große einzigartige Veranstaltungen, die die Augen der Welt auf Deutschland lenkten: der Weltkongreß für Freizeit und Erholung, der vom 22. bis 28. Juli in Hamburg stattfand und die XI. Olympischen Spiele in 1 vom 1. bis 16. August. Auf dem Hamburger Weltkongreß versammelten sich Vertreter von 51 Nationen. Weiteste Kreise des Auslandes studierten mit höchstem Interesse die vorbildlichen Einrichtungen, die das nationalsozialistische Deutschland geschaffen hat. Der Stellvertreter des Führers Reichsminister deß, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsorganiationsleiter Dr. Ley und viele andere führende Männer sprachen vor einem internationalen Forum, wie es noch niemals zusammengekommen war, unter stärkstem Beifall. Als Ergebnis der Beratungen wurde das„Internationale Büro für Freude und Arbeit" unter dem Präsidium von Dr. Ley eingesetzt. War schon der Hamburger Kongreß zu einem est des Friedens geworden, so sollten die XI. lympischen Spiele in der deutschen Reichshaupttadt noch in weit größerem Ausmaß ein Bekenntnis zum Frieden nach innen und außen werden. Die einzigartige glänzende Organisation und die Durchführung der Spiele erregten die Bewunderung der ganzen Welt. Die deutsche Gastfreundschaft wurde hoch anerkannt. Die Spiele elbst brachten die höchste Erfüllung des olympischen Ideals. Deutschland errang 33 goldene, 26 silberne und 30 bronzene Medaillen. Ueber die Grenzen der Länder hinweg hat der Sport Freundschaften geschlossen zwischen den Menschen aller Nationen. Jeder Besucher hatte Gelegenheit, das deutsche Volk kennen zu lernen, wie es wirklich ist: mutig, entschlossen und voll Kraft, sein Schicksal zu gestalten, lebensfreudig, glücklich und friedfertig in seinem neuen Reich, fest im Glauben an seine Zukunft und bereit, die Brücken von Land zu Land zu bauen. Die deutsche Wehrmacht- Zweijährige Dienstzeit Die Wehrmacht beging am 16. März den Tag, an dem ein Jahr vorher das deutsche Volk seine Wehrfreiheit wiedererhielt, in festlicher Weise. Der Führer und Reichskanzler richtete einen Erlaß an die Wehrmacht, durch den er ihr Truppenfahnen verlieh. Am 21. April fand im ganzen Reich der „Tag der Luftwaffe" statt. In Laboe bei Kiel erhielt am 30. Mai, dem Tage vom Skagerrak, das Deutsche Marine=Ehrenmal seine Weihe durch den Führer des deutschen Volkes und Obersten Behabers unserer Wehrmacht. Der Führer nahm eine Parade über die deutsche Kriegsflotte ab. Deutsche Seemannsehr und Deutschlands schwimmende Wehr sind wiedergekehrt. In Wilhelmshaven lief am 21. September das Schlachtschiff „Scharnhorst" und in Kiel am 8. Dezember das Schlachtschif„Sneisenau" vom Stapel. Am 24. August wurde durch einen Erlaß des Führers und Reichskanzlers die Dauer der aktiven Dienstpflicht bei den drei Wehrmachtteilen auf zwei Jahre festgesetzt. Auch diese Maßnahme war diktiert von dem Wunsche, der deutschen Nation den Frieden und den Schutz seiner tatkräftig zur Durchführung gelangenden Aufbauarbeit zu sichern. Die Rüstungen des bolschewistischen Militarismus und die Wühlarbeit des mit ihm im Bunde stehenden Weltjudentums mußten eine verantwortungsbewußte Staatsführung zu erhöhter Aufmerksamkeit mahnen. Die Dienstverlängerung wurde im gesamten deutschen Volk mit Genugtuung und freudiger Zustimmung aufgenommen. In der Gegend Spessart—Rhön—Vogelsberg fanden Ende September in Anwesenheit des Führers die großen Herbstmanöver statt, die größten, die Deutschland seit dem Weltkriege erlebt hat. Sie hinterließen bei allen Teilnehmern den größten Eindruck von der Kraft und dem Geist der neuen Wehrmacht. Der Parteitag der Ehre Abrechnung mit dem Bolschewismus Der diesjährige Reichsparteitag vom 8. bis 14. September stand im Zeichen der Abrechnung mit dem Weltbolschewismus und dem ihn organisierenden Weltjudentum. Inmitten einer Welt des Unfriedens und der Zerstörung beging Deutschland in stolzer Sicherheit und innerem Frieden diesen„Parteitag der Ehre" und örte aus dem Munde seines Führers und dessen Gefolgsmänner die Parolen für das nächste Jahr. Wunderbar war das Erlebnis dieser Tage in Nürnberg, erhebend der Blick über die endlosen marschierenden Kolonnen der Parteigliederungen und der Wehrmacht. In seiner Proklamation stellte der Führer das neue Vierjahresprogramm auf:„In vier Jahren muß Deutschland in allen jenen Stoffen vom Ausland gänzlich unabhängig sein, die irgendwie durch die deutsche Fähigkeit, durch unsere Chemie und Maschinenindustrie sowie durch unseren Bergbau selbst beschafft werden können!" Die Gestalt und Wesensstruktur des internationalen Bolschewismus wurde in der großen Parteitagsrede von Reichsminister Dr. Goebbels gezeichnet:„Der Bolschewismus ist die Diktatur der Minderwertigen. Zur Macht kommt er mit der Lüge, in der Macht behauptet er sich mit der Gewalt. Man muß ihn kennen und seine tiefsten Geheimnisse durchschaut haben, um ihn zu treffen. Man muß gegen ihn die wertvollen Kräfte einer Nation mobil machen, will man ihn ausscheiden; denn er ist die Organisation der gestaltlosen Gegenrasse in den Völkern." Den Unterschied zwischen der bolschewistischen und der nationalsozialistischen Revolution kennzeichnete der Führer in seiner Schlußrede:„Die eine verwandelt blühende Länder in grauenvolle Ruinenfelder, und die andere ein zerstörtes und verelendetes Reich wieder in einen gesunden Staat und eine blühende Wirtschaft." Der neue Vierjahresplan Sicherung der deutschen Ehre und des beutschen Lebens Am 18. Oktober beauftragte der Führer den Ministerpräsidenten Generaloberst Göring mit der Durchführung des Vierjahresplanes. In einer großen Kundgebung im Berliner Sportpalast faßte Ministerpräsident Göring die Bedeutung des Vierjahresplanes in einem einzigen fundamentalen Satz zusammen:„Sicherung der deutschen Ehre und Sicherung des deutschen Lebens!" Der Sinn der Vollmachten, die Ministerpräsident Göring übertragen erhielt, ist die Zusammenfassung und einheitliche Lenkung aller Kräfte auf ein großes Ziel. Die gewaltige Arbeit, die dieses Ziel erfordert, hat sofort mit unerhörtem Schwung eingesetzt. Ein gewaltiger Wirtschaftsaufschwung ist zu dem bisherigen hinzugekommen. Gauleiter Joseph Wagner wurde zum Reichskommissar für die Preisbildung ernannt. Eine seiner ersten Maßnahmen war die Anordnung, daß Preiserhöhungen für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens verboten und die Preise auf den Stand vom 18. Oktober zurückgeführt werden. Das deutsche Bauerntum hat bei dem großen Staatsakt des Erntedankfestes auf dem Bückeberg am 4. Oktober und auf dem Reichsbauerntag in Die Welt im Jahre 1936 Kalenderrückblick auf die wichtigsten Ereignisse 2. 4. 9. 10. 13. 15. 16. Jannar 1936 Die Regierung von Lettland beruft einen Wirtschaftsrat und bestimmt, daß eine Reihe wirtschaftlicher Vereinigungen anderer Art bis März aufzulösen sind. Ihr Eigentum wird eingezogen. Davon wird die„Große Gilde" der Deutschen in Riaa" betroffen, die das Gildehaus, ein Obsekt von kulturhistorischem Wert, verlieren. Im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten von Amerika wird der Entwurf eines Neutralitätsgesetzes eingebracht, das die beständige Neutralität der Vereinigten Staaten gegenüber kriegerischen Konflikten anderer Länder und auch ein Verbot der Ausfuhr von Waffen an alle Kriegführenden vorsieht. Die Rechtsopposition der spanischen Cortes beantragt beim Präsidenten der Cortes die strafgerichtliche Verfolgung der Regierung wegen verfassungswidrigen Verhaltens. Das deutsche Panzerschiff„Admiral Graf Spee" wird in Dienst gestellt. Zum Präsidenten von Venezuela wird der Kriegs= und Mavineminister Eleazar Lopez Contreras gewählt. Die Regierungen von Argentinien, Brasilien und Uruguay treten in Verhandlungen wegen der Bildung eines südamerikanischen Abwehrblocks gegen den Kommunismus. Die spanische Regierung löst die Cortes mit sofortiger Wirkung auf. Neuwahlen sind für den 16. Februar ausgeschrieben. Der Gold Reserve Act, der den Präsidenten der Vereinigten Staaten zur Festsetzung des Goldgehalts des Dollars zwischen 50 und 60 Prozent des ursprünglichen Goldgehaltes vor der Abwertung ermächtigt, wird um ein weiteres Jahr verlängert. Die französische Volksfront, die von den Kommunisten bis zu den Radikalsozialisten reicht, veröffentlicht ihr Wahlund Regierungsprogramm. Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten nimmt die Veteranen-Bonus-Bill, die die sofortige Barauszahlung von 3,5 Milliarden Dollar an die Kriegsteilnehmer vorsieht, an. In Berlin findet die Gründungsversammlung der deutsch-englischen Gesellschaft statt. Vorsitzender ist der Herzog von Koburg. Die Stadt Saarlouis im Saargebiet erhält ihren alten Namen Saarlautern wieder. Die Japaner verlassen die Londoner Flottenkonferenz. Der österreichische Bundeskanzler Dr. von Schuschnigg hält in Prag als Gast des Industriellenklubs einen Vortrag über„Weg und Ziel der wirtschaftlichen Aufbauarbeit in Mitteleuropa". Er wird vom Staatspräsidenten Dr. Benesch empfangen und hat mehrere Besprechungen mit dem Ministerpräsidenten Dr. Hodza. Das amtliche Communiqué stellt Uebereinstimmung darüber fest, daß die Handelsvertragsverhandlungen ehestens abzuschließen und der Vergleichs- und Schiedsvertrag zu verlängern und möglichst zu erweitern sei. 20. König Georg V. von England stirbt im 71. Lebensjahre. Die Krone geht auf Eduard VIII. über. 22. Die Regierung Laval in Frankreich trift zurück, nachdem vier der sechs radikalsozialistischen Minister demissioniert haben. 23. Der Völkerbundsausschuß beschließt, für den verstorbenen Präsidenten der Abrüstungskonferenz Henderson keinen Nachfolger zu wählen, da die Lage für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ungünstig sei. Albert Sarraut bildet das neue französische Kabinett. 26. Der deutsche Gesandte in Riga protestiert gegen die letzten Maßnahmen Lettlands gegen die deutsche Minderheit. 28. Der auswärtige Ausschuß des amerikanischen Senats nimmt die Neutralitätsvorlage an. Senator Borah fordert, daß die Vereinigten Staaten sich von den europäischen Angelegenheiten vollkommen fernhalten müßten. 29. Die Araber Palästinas fordern vom britischen Oberkommissar eine demokratische Regierung, Beendigung der jüdischen Einwanderung und Verbot des Landverkaufs an Juden. Sie beschließen die Ausrufung eines Sympathiestreiks für die syrischen Nationalisten. Die britische Labourpartei lehnt den Zusammenschluß mit den Kommunisten ab. 30. König Fuad von Aegypten betraut nach ergebnislosen Verhandlungen mit der WafdPartei Ali Pascha Maher mit der Bildung einer neutralen Regierung, die die Parlamentswahlen vorbereiten soll. 31. Die amerikanische Veteranen=Bonus=Vorlage erhält durch Zustimmung des Senats Gesetzeskraft. Februar 1936 3. Die Londoner Flottenkonferenz beschließt, daß die vier in ihr verbliebenen Mächte, England, USA, Frankreich, Italien, sich alljährlich ihre Bauprogramme gegenseitig mitteilen werden. 4. Der Leiter der Landesgruppe Schweiz der NSDAP, Wilhelm Gustloff, wird von dem Juden David Frankfurter, der jugoslawischer Staatsangehörigkeit ist, in Davos ermordet. 8. Der französische Finanzminister Régnier teilt im Finanzausschuß der Kammer mit, daß das ungedeckte Erfordernis des Schatzamtes bis 1. Juni 7 Milliarden Francs und bis Jahresende 17 Milliarden Francs betragen werde. 15. In Berlin wird die Internationale Automobil=Ausstellung durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet. 16. Bei den spanischen Corteswahlen erringt die aus Kommunisten, Sozialisten, RepublikanischLinken, Republikanischer Union, Gewerkschaftspartei und Katalonischer Linken bestehende Volksfront die Mehrheit der Mandate. Italien meldet vom italienischen Kriegsschauplatz die nach mehrtägigen Kämpfen erfolgte Einnahme des Bergmassivs von Amba Aradam. Vom 6. bis 16. Februar finden in Garmisch=Partenkirchen in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler die IV. Olympischen Winterspiele 1936 statt. Deutschland erringt drei goldene und drei silberne Medaillen. 18. Mit einem dreiteiligen Diesel=Elektro=Schnelltriebwagen neuester Bauart der Deutschen Reichsbahn wurde auf der Strecke HamburgBerlin eine Geschwindigkeit, von 205 km/st erreicht. 19. In Spanien betraut Staatspräsident Zamora den Führer der Republikanischen Linken Manuel Azana mit der Bildung der neuen Regierung. 20. Der schweizerische Bundesrat beschließt, eine Landesleitung und Kreisleitungen der NSDAP in der Schweiz nicht mehr zuzulassen. Der deutsche Gesandte in Bern überreicht eine Protestnote gegen diese Maßnahme des Bundesrats. 25. In Tokio wird der Siegelbewahrer Admiral Saito, der Finanzminister Takahashi und der Inspektor des Militärerziehungswesens, General Watanabe von Soldaten der 1. Division ermordet. Ueber Tokio wird der Belagerungszustand verhängt. Es handelt sich um einen Putsch junger Offiziere, die die Absicht hatten, die Parteien, die Kapitalisten und die Bürokraten zu beseitigen, die sich zwischen den Kaiser und das Volk stellen. In Estland wird die neue Verfassung, die auf dem Grundsatz der autoritären Demokratie aufgebaut ist, in einer Volksabstimmung mit 422000 gegen 149000 Stimmen angenommen. 28. Die französische Kammer stimmt der Ratifizierung des Hilfeleistungspaktes zwischen Frankreich und der Sowjetunion mit 353 gegen 164 Stiwmen zu. 29. Zum tschechoslowakischen Außenminister wird r. Kamil Krofta ernannt. 3ä . . 2 S2 . . 32. kk. 0 —a20 23 3 3 C r— . . 3 . 9. 32 . 2 . 0— . . — 3 E . . . t k. 2.A. 35 6 2.-. s22 t3— 2 t. 3 p E . . . 92 r . . . 323:. . . a 322. 9 2.tt ta. : kt. . 200 223 . . 2:2 — A4 k:. . B tts . 9 0n 222 . k2 1: . 9 2 . 202.: 52. : . 22t 3 . o. . . 2. . . . . sssoan k» 2.28. . 2.— . . 2 2. S: 62. — . —. 2 2: e 22 es 2: 2. kst. . s 2 2. . kkr .—2 3G — . . 8.3 O 2 2 2— . E 206. . k... 3DE . . R n a . a 2 3 .* . o — B N9 22 2 e Se2 e. 8. 8 E wo 2 * k . . 60 50 1 60— T.6 RE 25 3 . 0 8. EE. 2 e 2 Ten 22 s . — S E. aer E 70 . 2 T. 22 3 3 es . — J.6 4 . . 2o2c9 2..o2 t. e a —E 2 82 3 2 2 * . 3 32 kkt . 215200 S- E. . . t t2.E 2. . p . 8o2 .— . 202 2 2. S. 2 2. r: k8 — . 29 . . 2.S.2 9 2 — 2 2 Ueber Potsdam stäubt der Schnee in dichten Massen. Die ganze alte Stadt mit ihren Türmen, Giebeln und Schlössern, ist in einen weißen Florkenschleier gehüllt. Auf den kahlen Baumästen häuft sich der Schnee zu dicken Polstern, und dahinter steigt es wie ein dunkler Schatten zum Himmel empor: die Garnisonkirche mit ihrem wuchtigen Turm, der unter seiner grün platinierten Das Spiel mit den„Lebensschiffchen Prophezeiunsen, daneben“ gingen Sybillen-Unsinn zum Jahresanfang-„Was bringt 1937“- Billige Weisheiten, die teuer bezahlt sein wollen- Hereingefallene„Propheten“ Wie immer melden sich am Jahresanfang in Frankreich die Berufs=Sybillen, um ihre billigen„Weisheiten" teuer loszuschlagen. Die folgende Prognose von Madame Trecourt ist typisch für den leichtgeschürzten und wahrhaft „erlesenen" Unsinn der anderen Prophetinnen. Mme. Trecourt, die bekannte Pariser„Sybille“ hat sich vor ihren Kolleginnen beeilt, rechtzeitig ih Prophezeiungen für das Jahr 1937 der Oeffentli keit zu übergeben. Sie klingen zum Teil etw düster. Aber man braucht sich deshalb die Freu nicht verderben zu lassen. Mme. Trecourt weiß, d sie noch von niemandem für das Eintreffen ot Nichteintreffen ihrer Voraussagen verantwor lich gemacht worden ist. Deshalb legt sie sich kein Zwang auf und schreibt das nieder, von dem glaubt, daß es um seiner sensationellen Wirku willen am besten bezahlt wird. Im übrig liest sie das ganze Jahr über sehr eifrig Zeitung horcht aufmerksam auf jeden Klatsch und weiß ganz genau, was das Publikum ungefähr erwart Die kleinen Katastrophenakzente, die sie dann a Eigenem dazutut, geben der angerichteten Sai das„pikante Aroma" Also: Für 1937 sagt sie voraus, daß das Jahr die Luftfahrt im Ganzen ungünstig sein wird. C politischer Führer Frankreichs allerersten Rang wird in einem Flugzeugunfall den Tod finden. 2 den Wellen des Ozeans wird ein amerikanisch Schiff sechs Tagereisen von Newyork entfernt uner Katastrophe zugrunde gehen. Aber nicht nur Luft und Wasser, auch das Fei ist im Jahre 1937 zu fürchten und namentlich französischen Wälder werden zu leiden haben. Dann betritt Mme. Trecourt das politis arkett. In den ersten Wochen des neuen J. res wird in Frankreich ein Kabinettswech stattfinden. Das Vertrauen in finanziellen Ding wird damit wiederkehren.(Sollte Frau Treco zu den heimlichen Kapitalisten Frankreichs gehör die mit der Finanzpolitik des Kabinetts Blum wenig zufrieden sind? Herr Auriol hat doch el schon mit seiner Goldprämienanleihe eine Verb gung vor ihnen gemacht.) In Italien wird es keinerlei Veränderung geben, im Gegenteil, das faschistische Regime w sich im Laufe des Jahres dort noch mehr befestig aber das Leben des Souveräns ist„bedroht“. Sowietrußland wird in innere Unrul gestürzt werden, ohne daß allerdings tiefergehe Umwälzungen stattfinden. Enaland wird in neue Schwierigkeiten einer seiner Kolonien geraten. In Belgien steht eine abermalige Verhei tung des Königs bevor. Paris wird in der ersten Hälfte des Jah von neuen Straßenrevolten beunruhigt werd aber es wird nicht übermäßig schlimm sein. In Spanien sieht Mme. Trecourt das balb Ende der Feindseligkeiten zugunsten Francos vor, aber sie weiß nicht zu sagen, wie die inn Lage des Landes sich dann gestalten wird. Trotz aller büsteren Schatten, meinte die Par Pythia, werde das neue Jahr im Ganzen doch 1 erträglicher sein als die vergangenen. In die Hinsicht möchte man ihr fast beistimmen. Kluge„Propheten" richten ihre Weissagungen so ein, daß ein möglichst großer Spielraum und Zeitraum offen bleibt. Aber die schönste Zukunft wird einmal Gegenwart, und dann Vergangenheit, sodaß wir eines Tages nachkontrollieren können, was es mit den Prophezeiungen auf sich hatte. Sehen wir des auf zu, was sich nach Meinung dieser Verkünder Kommenden während der letzten zehn Jahre der Erde hätte ereignen sollen: Nach Johanson, einem finnmärkischen„Seher", der im Jahre 1907„die Weltereignisse bis 1933“ voraussah, sollte im Jahre 1925 ein englisch-indischer die man in einer Schüssel mit Wasser schwimmen läßt, ist ein weit verbreiteter Brauch um Neujahr.(Photo: Scherl) Krieg ausbrechen, in welchem 25 Millionen Men schen zugrunde gehen würden. Dieser Krieg sollt für England mit dem Verlust Indiens, Aegyptenund Afrikas enden. Gleich darauf sollte ein spanisch französischer Krieg geführt werden, der Spanien verwüstete. Schließlich prophezeite Herr Johanso noch einen dritten Krieg, und zwar zwischen Schwe den=Norwegen auf der einen Seite und Rußland Frankreich auf der anderen. Im Gefolge diese Kriege sollten entsetzliche Seuchen auftreten, beson ders eine bisher unbekannte Krankheit, namentlich in Rußland, wo sie ein Viertel der Bevölkerung vernichtete. Es gab kein Heilmittel gegen dies Krankheit, die mit Erblindung begann, in Wahnsin endete, und der eine aussatzähnliche Erkrankung mil Eiterbeulen folgte, welcher fast die ganze Jugen Frankreichs zum Opfer fiel.— Soweit Johanson der„Prophet" aus dem Norden Es gibt auch sogenannte Gelehrte unter den Pro pheten, die mit Systemen der Periodizität, mit Kau selgesetzen und Mutationen arbeiten. Leider habe auch sie nicht viel Glück gehabt mit ihren„Berech lungen", welche ungefähr folgendes für die letzt Vergangenheit ergaben: Nachdem im Jahre 192 der Versailler Vertrag abgeändert wurde, brach eis Krieg zwischen Japan und Amerika und zwische Polen und Rußland aus, in dessen Verlauf di Sowjets in Rußland gestürzt wurden. Viele russisch Kommunisten strömten, Rettung suchend, nac Deutschland, veranlaßten einen polnischen Angrif auf uns und vergifteten das politische Leben. Jn Jahre 1928 wurde Deutschland durch einen Diktar gerettet. Er schlug im Jahre 1930 einen monarchist schen Putsch nieder, ließ den Träger oder Anwärtg der Krone hinrichten und besiegte Polen mit Hil des inzwischen wieder monarchistisch gewordene russischen Reiches. Im fernen Osten hatte inzwische Japan über Amerika gesiegt. Der englisch-franz sische Einfluß in Syrien, Arabien und Mesopota mien war inzwischen vernichtet worden, und Fran reich erlitt durch Revolution, koloniale Aufständ und äußere Kriege ungeheure Einbuße an seind Macht. Astrologen endlich, wie Ebertin und Euler, ha ten uns folgende Entwicklung verheißen: Nachde es Deutschland gelungen war, eine seiner Kolonie wenn auch nur pachtweise, zurückzubekommen, schlo es ein Bündnis mit England und Italien. In Rus land, das Kriege gegen Polen führte, gab es daernd Unruhen und Kämpfe zwischen den Komm nisten und Monarchisten, wobei schließlich die letzt ren Sieger blieben. Im fernen Osten wollte Am rika sich die Herrschaft erringen, erlitt aber aroy Verluste. Königreiche vergingen und andere ersta den. Oesterreich vereinigte sich mit Deutschland, n die Monarchisten zur Herrschaft gelangten, und na einem kurzen deutsch-englischen Krieg gegen Fran reich, in welchem dieses niedergerungen wurde, wis der ab 1929=30 ein Kaiser an der Spit stand. Man sieht, es ist in Wirklichkeit alles ganz ande gekommen. Aber die Propheten der verschiedend Ordnungen(in Deutschland ist ihnen gottseidan soweit das Handwerk gelegt worden) sind une wegt dabei, neue Zukünfte nach neuen Gesichtspun ten zu prophezeien, die vermutlich ebenso wenig ei treffen werden wie die bisherigen. Die„Prophete reden sich aber heraus. Bekanntlich ist ein solch „Prophet" nie zu schlagen. Hat er Haß vorausgesa und es trifft Liebe ein, dann macht er geltend, da die Gegensätze sich berühren. Aber dann ist nich einzusehen, was den Herrn„Seher" noch von unse einem unterscheidet, der ja auch ungefähr weiß, wa eintreten kann: entweder das eine oder das ande oder keines von beiden und ein drittes! Das ei zige, was Propheten über die Meinungen der wöhnlichen Sterblichen hinausheben kann, ist unverschämte Sicherheit, mit der sie ihre„Weis sagungen"ausposaunen. Deswegen soll ihnen au — wenn wir sie ertappt haben— der stärkste Erfo beschieden sein: der Lacherfolg! Haus des deutschen ein tiefes Surren und endlich ein heller Ton, oben aus den Glocken in die Winterluft sprin Die anderen Töne fallen zögernd ein, dann ru det sich das Ganze zu Akkorden:„Ueb imm Treu und Redlichrei...." Die Glocken gen ihr altes Lied, aber die Treppe will noch ke In der potsdamer Garnisonkirche- vas Hohe Lied der 40 Glocken- Unter dem Dach der grünen Turmlaterne den sie sich hinaufwindet. Immer schmäler der Weg, immer lauter knarren die Stufen, Turmhaube das berühmte Glockenspiel chen Zeit habe unten im Kirchenschiff die Orgel an= plötzlich eine Tür aufspringt. Das Licht bricht trägt. gefangen zu tönen. Die Tür ist verschlossen, der vollen Zügen in die Augen, die sich inzwischen Langsam beginnt es zu schlagen, die Töne ver= Küster kommt mit der Laterne in der Hand, er die Finsternis gewöhnt haben. Ein Gewirr vo dichten sich zu Akkorden, dann erklingt in einfacher, geht durch die Kirche, niemand ist zu finden. Aber Stangen und Drähten erfüllt die Halle zwis klarer Melodie das Hohe Lied der 40 Glocken da die Orgel hat doch gespielt, behaupten die Leute, grünen Bronzesäulen. Da hängen auch die C oben:„Ueb immer Treu und Redlichkeit". und selbst die Schildwache am Langen Stall kann ken, Kleine und große, eine ganze Familie v Diese Kirche war die Lieblingsschöpfung des es bezeugen. Eine hochnotpeinliche Untersuchung Glocken, von denen die größte mehr als 50 Ze — steht in goldenen Buchstaben über Soldatenkönigs. Bereits 1721 strebten ihre Mauern wird angestellt. Eine Erklärung für das mitter= ner wiegt. Der Wind braust durch die luftige Ha in die Höhe, aber wegen des schlechten, sumpfigen nächtliche Spiel wird nicht gefunden, da begnügt alles klingt und singt, auch wenn die Gloc Baugrundes mußte die Kirche 1730 wieder abge= man sich, den geheimnisvollen Vorfall in das Kir= schweigen. Aber sie schweigen nicht. An bewegt brochen werden. 1735 war der neue Bau nach Ger= chenbuch einzutragen, wo er heute noch zu lesen Tagen ist es, als ob ein ewiges Singen ihre H lachs Plänen und mit dem Glockenspiel„nach hol= ist.. lungen erfüllt. ländischer Art" vollendet. Der Grundriß stellt ein Natuch bei den 40 Glocken. Ein kleines Bretterhaus ist aufgeschlagen, zentralisiertes Querhaus mit Emporen dar, über Besuch der den 20 Giocken. vor der Spieltisch, eine Art einfachen Klaviersy dem sich ein hohes Pyramidendach erhebt. Hohe Es ist keine Kleinigkeit, auf diese Höhe hinauf= Hebeln. Hier nimmt der Glockenist Platz, wenn Fenster charakterisieren die Außenfronten. Schön zusteigen. Der Wintersturm heult um den Turm, aus bestimmten Anlässen das Glockenwerk sel und kraftvoll steigt in drei Absätzen der Turm mit reißt und zerrt an den Holzverschalungen der Pol= spielen will. Für die gewöhnlichen Tage beso seinen klassizistisch betonten Säulen empor, und ster, andere seltsame Geräusche fallen dazwischen, diese Kunst ein Uhrwerk. Hebel um Hebel wi hoch über der Spitze des Turmhelms prangt die die Stufen knarren. Es riecht nach Staub und feuch- gezogen, die Drähte klirren, die Hände schein Wetterstange mit dem alten preußischen Wahl= tem Mauerwerk. sich zu verwirren, die Klöppel beginnen ihr spruch„nec soli cedit". Unten aber in der Gruft Nachdem die erste Treppe erstiegen ist, dehnt Tanz, die Töne steigen, fallen, versinken und steh schlafen unter den Trophäen siegreicher Krieger die sich ein größerer Raum. Durch die eine Tür gehts wieder auf. Der ganze Turm lebt und klingt. beiden Begründer der preußischen Großmacht: in die Kirche selbst auf die Orgelempore, durch die 35 der alten Glocken stammen von dem Amst Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Große... andere gehts in den Turm, in eine graue, eiskalte damer Gießer de Grave, 5 andere sind später An hellen, klaren Tagen kann man hinter dem Dämmerung. Die Treppe, die man jetzt empor- einem Berliner Gießer hinzugekommen. Der Wo Filigranwerk der grünen Turmlaterne das Gewirr steigt, ist dieselbe, die anno 1785, im Jahre der Kir= klang des Spiels war schon vor 200 Jahren Im Jahre 1735 wurde der Bau der Garnisonkirche zu Potsdam, in der Friedrich der Große und sein Vater Friedrich Wilhelm 1. beigesetzt sind, und in der im Märs 1933 in Gegenwart Hindenburgs der feierliche Staatsakt zur Begründung des neuen Reiches stattfand, vollendet. Ihr Schöpfer ist der Baumeister Philipp Gerlach. „Friedrich Wilhelm, König von Preußen, hat diesen Thurm nebst der Garnisonkirche zur Ehre Gottes erbauen lassen anno 1735“ der Turmtür. ganz Europa bekannt. Der singt davon in einem Epos: Hofpoet Bellamin Die Garmisonkiche von Potsdam. der Glocken mit ihrem schlanken Gestände erken- chenvollendung, der Soldatenkönig hinaufstieg, um nen. Seit zwei Jahrhunderten, Stunde für Stunde, oben das Kabinett für den Glockenspieler zu beob im Frühling, im Sommer, im Herbst oder Win= sichtigen. Eine Holztafel verkündet, daß„seine Mater, haben diese Glocken über Generationen ihr jestät der König in höchsteigener Person das GlokLied gesungen. Sie haben die Zeit angegeben von kenspiel in hohen Augenschein zu nehmen, sich allerder Geburt bis zur Todesstunde, sie haben Nieder= gnädigst gefallen ließ". gang und Aufstieg erlebt, und ihre Töne sind im Damals knarrte die Treppe, weil sie neu war mer dieselben geblieben. Unberührt von den Er= unter dem schweren Tritt des gewichtigen Mannes, eignissen erfüllten sie das Herz Preußens mit heute knarrt sie vor Alter. Der Putz bröckelt von ihren mächtigen Klängen, rüttelten es auf, wenn es der Mauer und gibt die bloßen Steine frei, und zu erliegen drohte und stimmten mit ein in den die altersgrauen durchfurchten Balken und BohTriumphgesang der großen Feierstunden des Va= len. Staub, Staub überall. Zwei Jahrhunderte terlandes. sind eine schöne Zeit für eine Turmtreppe, auch An stillen Tagen und bei klarer Luft hört man wenn sie nicht so gut wie diese durch meterdicke das Spiel der Glocken oft noch in Sanssouci. Be= Mauern vor der Außenwelt geschützt wäre. Die sonders gut aber hörte man es auf dem Exerzier= Fenster geben kein Licht, sie sind mit Holz verplatz vor dem Schloß, was der Soldatenkönig schlagen, nur durch ihre Spalten und Ritzen sickern außerordentlich zu schätzen wußte; denn es gab nach ein paar feine Strahlen. In einer Nische findet sich seiner Ansicht„den langen Kerls Murks in die ein Kreuz mit der darunter stehenden Jahreszahl Knochen, wenn sie sich derangieren wollten". 1749. Damals muß hier ein Leben geendet haben. Die treue Geseuschaftver In Potsdam flüstert man von einer Sommer= man weiß nichts Näheres, aber vielleicht verkün- noch genau wie vor 200 Jahren an derselben nacht vor langen, langen Jahren, als die Linden det es das Kirchenbuch. Je höher man steigt, desto als die langen Kerls im Lustgarten exerziert betäubend durch die Fenster dufteten. Wie ein Gei= langsamer geht es. Von oben scheint Licht herein- aber Preußens Schicksal hat sich noch oftmals sterhauch geht es über die alte Stadt, Menschen ver= zudringen, Licht, dessen Quelle man nur ahnt. wendet. Die Garnisonkirche in Potsdam ist sameln sich vor dem Portal der Garnisonkirche, sie Aber auf einmal scheint der Turm lebendig zu wahre Haus des deutschen Schicksals geblieb wollen es deutlich gehört haben, wie plötzlich die werden. Ueber unseren Häuptern beginnt etwas zu besten und erhabensten Sinne, seitdem im .Glocken in ihrer luftigen Höhe, ohne daß die schnarren und zu ziehen. Es wird stärker und stär= 1933 das Reich an dieser historischen Stätte (Bild: Archiv) Stunde, die dazu rief, geklungen hätten. Zur glei= ker, Räder und Federn drehen sich geschwinder, dann Auferstehung erlebte. ... Jedoch, was diesen Turm am allermets dieret, Das ist das überall gepriefene Glockenspiel Soviel versichre ich: Wenn solches S erklinget, Diß aber höret man bey jedem Viertel=Schlag Und nur mit kurtzem Schall in das Gehöre dringet; So gehet also bald ein angenehmer Tag. Den trüben Sinnen auf... Alsdann wird selbst die Seel, in süßer Lust, beweget, Das sie den frohen Mund, frey zu bekennen, zwingt: Es sey diß schöne Werk den Engeln zu vergleichen Die treue Gesellschaft der 40 Glocken hängt he litzerndér Freumd kühhler Geselle 3KIFAHRTEN M RANDE DES LEBENS In Norwegen gibt es eine alte poetisch verklärte ige von dem Aten Berghüter, dessen Hütte tief rschneit auf einsamer Halde liegt. Feinde sind Land und ziehen auf Skiern durch die Berge. e suchen den Weg in die Ebene, können ihn nicht den, stoßen auf die Hütte des alten Mannes und edern ihn auf, den Weg zu weisen. Der sieht, daß dem Vaterland nur dienen kann, wenn er die tinde ins Verderben führt, aber dazu gehört. ß er sich selbst opfert. Er schnallt die Bretter ter die Füße, fordert die Männer auf, ihm auf m Fuße zu bleiben, und schlägt über die mitterchtliche Halde den Weg ein, der in den steilen grund führt. Er stürzt als Erster diesen Abng hinunter, die Feinde, die ihre Fahrt nicht fhalten können, folgen ihm... „Und drunten deckt des Normanns Leiche Der Feinde zuckendes Gebein...“" Der Krieg auf Skiern in den Bergen wird ute nicht mehr auf diese einfache Weise geführt. e Skier sind Verkehrsmitel für den Patrouillennst, für den Weg zum einsam gelegenen Vorsten oder zur Feldwache. Fast stets geht dieser eg am Rande des Lebens entlang, und oft genug er im Tode geendet... Der Vollmond leuchtet durch die dünnen Wolt, die vor dem Winde dahineilen. Der Föhn beint sich anzukündigen. Noch ist der Schnee gut, er er wird nicht lange so bleiben. Oben am Gippfeift der Wind schon etwas anders und treibt ge Körner ins Gesicht. Der Weg geht durch die ogenen Drähte, auf den von früher her wohlannten Pfaden. Ein zerschossenes Haus liegt hts, geisterhaft ragen die Mauern aus der mneewüste. Hier ist die Kette der Männer vom inde aus, wenn er aufmerksam ist, gut zu überen. Also in schneller Fahrt hinunter in den ild, der Deckung bietet. Da steht der erste feindde Posten hoch oben auf dem Gipfel. Man rast ten an ihm vorbei. Noch tiefer im Tal liegen Ortschaften, die der Feind besetzt hält. Jetzt st es wieder auf die Kämme hinauf, um den ig nicht zu verlieren, weil dichter Nebel jede ht verhüllt. Es regnet und schneit gleichzeitig. urm treibt das feuchte Gemengsel vor sich her. s ist gut, er nimmt jedes Geräusch auf und n kann es wieder wagen, seine Bahn hinunter den Wald zu ziehen, wo der Schnee meterhoch Ein Meistersprung.(Photo: Scherls Bilderdienst) n an den Aesten rührt, sprühen Schneewolken Der Weg läuft lauter Schlangenlinien kreuz heraus und über die Almwiesen hinweg. Unten fangen werden. Jetzt geht es in rasender Fahrt In St. Moritz suchte sich der junge quer; aber er hält sich doch in derselben Him= liegt der See, und aus den Fenstern des Hotels durch einen Buchenwald. Die Nacht ist vorüber, das das schönste Hotelzimmer, das er lsrichtung. Eine unendliche Müdigkeit streckt sich dicht daneben, das die Franzosen besetzt halten, Wetter ist klar. Deutlich tauchen hundert Meter bekommen konnte, trank die beste er die Glieder, jeden Augenblick können die Ku= blinken Lichter. unter dem Grat die feindlichen Stellungen auf. Da rauchte die besten Zigarren. 24 E n pfeifen, aber die gefährliche Stelle wird über Ausschwärmen auf Skiern, mit dem Karabiner fallen auch die ersten Schüsse. Es klingt nicht laut wie im Fluge vorüber. Der schöne nden. Wieder muß ein Gipfel genommen/ wer= in der Faust. Der Vorposten, der gestern noch ge= und gefährlich, nur wie das leichte, trockene Auf= dem das bittere Erwachen stand, näh in einem fremden Schützengraben landet, so Heimweg aber ist immer das Gefährlichste bei Ski= fortwährendem Feuern werden ihm die Bretter von strafen, vielleicht kam er gut davon, vielleicht aus 8 weniger Verdienst als eine Glückssache. patrouillen. Die Gleise, die die Skier vorher ge= den Füßen geschnallt, dann bindet man die Skier nicht. Aber zurück mußte er jetzt auf jeden unden sind sie schon unterwegs. Der Hunger zogen haben, lassen sich nicht verwischen. Sie sind zusammen, legt den Verwundeten darauf und sucht Wieder glastete das Eis an den Hä sich bemerkbar. Nun geht es aus/ dem Wald verräterische Wegweiser— man kann leicht abge= schleunigst, von der gefährdeten Stelle zu kommen. rückten die Schneehalden näher und näher zusan Im Schutz der ersten Bäume wird er verbunden, men, wieder stand der Sternenzauber unvergängsein rotes Blut fleckt den Schnee, die Augen in lich in dem tiefblau dunklen Himmel geschrieben. dem weitzen Gesicht sind weit geöffnet. In vorsich= Auf der kleinen Station, wo er die Reise angetretiger Fahrt geht es wieder hinunter. Die traurige ten hatte, stieg er jetzt auch aus, band sich di Last, die eine blutige Spur hinterläßt, wird hinter- ter an den Füßen fest und steckte sich die I her gezogen. Zigarette an. Noch ein Blick zurück Der Verwundete jammert leise. Als der kleine des Friedens, dann hinauf in die starre, eiserfüllte Trupp sich der eigenen Stellung nähert, steht die Einsamkeit. Sonne schon hoch am Himmel. Meldung:„Pa Ein heftiger Schneesturm setzte ein Die Flocken aaura as saerto a a aesas Cat S trouille zurück, der Feind hat den vorgeschobenen fielen dichter und dichter, stellten sich wie eine Posten verlassen. Wir wurden beschossen und ha= Mauer gegen den einsamen Läufer, als AEAe E ben einen Verwundeten!"—„Einen Toten", ruft seine Rückkehr verhindern. Er sah nur noch das die Stimme des jungen Arztes zurück, der neben weiße Flockenmeer, das kleine Licht von Fort Naudem Mann auf dem Skierschlitten niedergekniet ders, das ihm vor kurzem noch den Weg gewiesen hatte, war plötzlich verschwunden. Er versuchte es in einer anderen Richtung, geriet in tiefe Wehen Anfang Januar 1910. Die Bergwelt starrte in seisch gefaulenen Schnees, der ihn nicht trug. Er Schnee und Eis, Gletscher und spiegelnde Schnee- ar eitete sich heraus, versuchte es in einer anderen flächen gingen ineinander über. Oben auf der Richtung, stürzte, blieb liegen und begann Höhe des Forts Nauders, in nächster Nähe der den Kampf mit heißer Angst im Herzen— denn Schweizer Grenze, herrschte ewige Einsamkeit, nur leyr war der Tod auf seiner Fährte. hin und wieder bahnte sich ein Posten mühselig den r... zwrie er laut. Er schrie es ternebel spielen ums Sonntagshorn bei Bad Reichenhall. (Photo: Scherls Bilderdienst) (Photo: Scherl) Landesgruppenleiter Gustloff Komponist Georg Fürst Ministerpräsident Saito Sir Edmund Allenby SS=Brigadeführer Schreck General Wever Ministerpräsident Gömbös Rudolph Stratz Goslar Ende November bekundet, daß es seinen Beitrag zu dem Leben unseres Volkes leisten und jedes Opfer bringen wind Ueber die besondere Stellung der Wertschaft und die ihr gesteckten Aufgaben im Rahmen des Vierjahresplaues sprachen der Führer und Ministerpräsident Göring am 17. Dezember zu den Männern der Wirtschaft; auch sie werden mit festem Willen und größter Entschlußkraft leisten, was möglich ist. Für die Schulung oder Umschulung der deutschen Arbeiter sind manche neue Wege gefunden worden. Die Zahl der Arbeitslosen konnte im Herbst auf knapp eine Million herabgedrückt werden, da in dieser Zahl die ganz oder teilweise invaliden Arbeiter eingeschlossen sind, kann man mit Recht feststellen, daß die Geißel der Arbeitslosigkeit in Deutschland beseitigt worden ist. Verwaltung und Gesetzgebung Auf dem Wege zur Schaffung einer einheitlichen deutschen Verwaltung wurden im vergangenen Jahre neue Maßnahmen getroffen. Die gesamte deutsche Polizei wurde dem Reichsführer SS Himmler als Chef der deutschen Polizei unterstellt. Die Haushaltsführung der Länder wurde vereinheitlicht. Am 5. November wurde der Oeffentlichkeit der Entwurf eines neuen deutschen Strafrechts übergeben. Die Amtliche Strafrechtskommission hat sich mit dieser umfangreichen Arbeit eines Auftrages entledigt, den sie im Frühjahr 1933 vom Führer erhielt. Das kommende neue deutsche Strafrecht trägt der nationalsozialistischen Grundanschauung Rechnung. Ehre und Treue, Rasse und Erbgut, Wehrhaftigkeit und Arbeitskraft, Zucht und Ordnung zu wahren, ist seine Aufgabe. Durch einen Erlaß des Reichserziehungsministers vom 4. Dezember wurde das höhere Schulwesen neu geordnet und die zwölfjährige Schulzeit eingeführt. Zwei Gründe lagen dafür vor: mit sofortiger Wirkung dem großen Nachwuchsbedarf in den akademischen Berufen Rechnung zu tragen und einen Ausgleich für die Einführung der zweijährigen Dienstzeit im Heer zu schaffen. Parkei und Parkeigliederungen Die ersten drei Ordensburgen der NSDAP. in Vogelsang, Crössinsee und Sonthofen wurden am 24. April ihrer Bestimmung übergeben. Auf der Ordensburg Vogelsang fand vom 12. bis 20. November in Gegenwart fast sämtlicher Reichsminister und Reichsleiter eine Reichstagung aller Gauamtsleiter statt, in deren Verlauf der Führer die deutsche Geschichte der beiden letzten Jahrtausende behandelte und über die grundsätzlichen Ideen unserer Tage sprach. In Weimar wurde Anfang Juli die zehnjährige Wiederkehr des ersten Reichsparteitages nach Neugründung der NSDAP. festlich begangen. Der Führer entbot in Anwesenheit des gesamten Führerkorps der nationalsozialistischen Bewegung der Stadt Weimar und dem Gau Thüringen seinen Gruß und begrüßte viele tausende von Mitkämpfern des Reichsparteitages vor zehn Jahren. Im Mittelpunkt der Rede des Führers auf der Historischen Tagung im Deutschen Nationaltheater standen grundlegende Ausführungen über das Wesen der nationalsozialistischen Parteitage und über die inneren Gesetze, die die Entwicklung der Partei beherrschen und ihre Aufgaben bestimmen. Im Rahmen des Erinnerungs=Parteitages in Weimar feierte die Hitler=Jugend ihren zehnjährigen Namens= und Parteitag. Der Gau Berlin und die Reichshauptstadt begingen Ende Oktober die Feier des zehnjährigen Bestehens des Gaues und zugleich die zehnjährige Wiederkehr des Tages, an dem der Führer den jetzigen Reichsminister Dr. Goebbels als Gauleiter nach Berlin berief. Reichsminister Dr. Goebbels stellte aus diesem Anlaß eine Spende „Kanstteroank" im Betrage von zwei Millionen Mark für notleidende Künstler zur Verfügung. Der Führer selbst ehrte den Mann, der aus dem einst roten Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches machte, auf einer großen Kundgebung im Sportpalast. Die Erinnerung an den 9. November 1923 wurde in München, der Hauptstadt der Bewegung, auch in diesem Jahre feierlich begangen. Am 1. Dezember erließ der Führer eine Anordnung, durch die er für künftige Reichsparteitage die„Nationalsozialistischen Kampfspiele" schuf. Träger dieser Kampfspiele in Vorbereitung und Durchführung ist die SA. Der Befehl des Führers hat in der gesamten SA freudigen Widerhall ausgelöst. Viertes Winterhilfswerk des deutschen Volkes In drei gewaltigen friedlichen Feldzügen hat die Notgemeinschaft des deutschen Volkes die Riesensumme von fast 1100 Millionen Maxk aufgebracht— ein überzeugender Beweis für den Sozialismus der Tat, der ohne Beispiel dasteht. Das vierte Winterhilfswerk des deutschen Volkes wurde am 6. Oktober mit einer Großkundgebung in der Deutschlandhalle durch den Führer und Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet. Wieder, wie in den vergangenen Jahren, hat die Sammelaktion das ganze Volk erfaßt. Der„Tag der nationalen Solidarität" am 5. Dezember, an dem alle leitenden Männer des Staates mit den Sammelbüchsen für das WHW. auf den Straßen standen, war erneut ein Beweis für die deutsche Volksgemeinschaft: in einem Zeitraum von dreieinhalb Stunden wurde der Betrag von 5,3 Millionen Mark gesammelt, ein Ergebnis, das noch um 30 v. H. über dem des Jahres 1935 liegt. Verkehr und Technik Der Generalinspektor des deutschen Straßenwesens Dr. Todt konnte auf dem Reichsparteitag die Fertigstellung der ersten 1000 km der Straßen Adolf Hitlers melden, Straßen von einer technischen Vollkommenheit und Schönheit, wie sie bisher in der Welt unbekannt waren. Am 27. September übergab der Führer mit der Strecke Breslau—Kreibau den 1000. Kilometer der Reichsautobahnen dem Verkehr. Seitdem sind Tag für Tag 10 km neu hinzugekommen. Zahlreiche Großstädte sind bereits durch Reichsautobahnen miteinander verbunden. Am 19. Dezember konnte die durchgehende Verbindung Halle—Bayreuth, eine zusammenhängende Strecke von 215 km Länge, dem Verkehr übergeben werden. Die deutschen Reichsautobahnen sind die am stärksten befahrenen Straßen der Welt. Auf der Friedrichshafener Werft wurde am 28. Februar das Verkehrsluftschiff„Hindenburg“ fertiggestellt. Es hat seitdem zahlreiche Fahrten nach Nord= und Südamerika ausgeführt und die Bewunderung der Welt erregt. In Frankfurt a. M. wurde am 8. Juli der Weltluftschiffhafen Rhein=Main eingeweiht. Die Deutsche Lufthansa führte im Herbst mehrere erfolgreiche Versuchsflüge über dem Nordatlantik aus. Die Eröffnung des Rügendammes für den Eisenbahnverkehr, die am 5. Oktober erfolgte, verkürzt die Reisezeit nach den skandinavischen Ländern um rund zwei Stunden. Kunst und Kultur- Kraft durch Freude In einem festlichen Rahmen von erhebender Feierlichkeit hielt am 27. November die Reichskulturkammer gemeinsam mit der NS Gemeinschaft„Kraft durch Freude" ihre Jahrestagung ab. Die Schöpfer und Betreuer dieser beiden großen Organisationen, Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, gaben vor der Staatsführung und dem ganzen Volke Rechenschaft über das Geleistete und die Parole für die zukünftige Arbeit. Dr. Goebbels verkündete auf dieser Tagung einen Erlaß, der die zersetzende Kritik durch eine schöpferische Kunstbetrachtung ersetzt, damit nicht der deutsche Künstler weiterhin ein Freiwild der Kritik bleibt. Für das Alter der deutschen Künstler soll gesorgt werden. Starke Betreuung der Schiller=Stiftung, die Auswerfung von zwei Millionen Mark für die Stiftung„Künstlerdank", die Inangriffnahme der Alters= und Krankheitsversorgung für schaffende Künstler sind nur die ersten Anfänge eines großen sozialen Werkes, das alle deutschen Künstler umfassen soll. Der Reichskultursenat, der Repräsentant zeitgenössischen Kunst= und Kulturwillens, trat am Tage darauf unter Vorsitz von Staatssekretär Funk zu seiner dritten Arbeitstagung zusammen, die im Zeichen des Themas„Kunstkritik“ stand. Der Stellvertretende Pressechef der Reichsregierung Ministerialrat Berndt zeigte die Entwicklung auf, die zu der Verfügung des Ministers geführt hat. Die NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ kann nach dreijährigem Bestehen auf phantastisch anmutende Leistungen zurückblicken. Die Leistungen dieser Riesenorganisation zur kulturellen Mobilisierung der deutschen Arbeiter reden unwiderlegliche Sprache, aber Zahlen und Sti stiken vermögen das seelische Erleben der Arbei kameraden in„Kraft durch Freude" nur mang haft anzudeuten. Im Sommer wurde auf Insel Rügen der Grundstein zu dem moderns Seebad der Welt gelegt, das jeweils 20 000 sch fenden Volksgenossen Entspannung und Erholu bieten wird. Deutsche Jugend Wie in den beiden Vorjahren wurde im Fri jahr der dritte Reichsberufswettkampf durch führt. Am 18. Oktober fand die Einweihung deutsche Jugend innerhalb des Reichsgebietes der Hitler=Jugend zusammengefaßt, um sie körp lich, geistig und sittlich im Geiste des Nation sozialismus zum Dienst am Volk und zur Vol gemeinschaft zu erziehen. Die Aufgabe der ziehung der gesamten deutschen Jugend in der wurde dem Reichsjugendführer der NSDA übertragen, der damit„Jugendführer des Deschen Reiches" ist und die Stellung einer oberse Reichsbehörde hat. Mit Genehmigung des Fi rers berief der Jugendführer des Deutschen ches, Baldur von Schirach, den Reichssportfüh von Tschammer und Osten zu seinem Beauftra ten für die Leibeserziehung der gesamten deutsch Jugend. Opfer der Pflichterfüllung Das Jahr 1936 hat uns leider auch wieder ei Reihe von Unglücksfällen gebracht, die einer gu ßeren Zahl deutscher Volksgenossen das Leb gl brave Bergmänner getötet wurden. Infolge ein Orkans kenterte das Feuerschiff„Sive I" am Oktober in der Elbemündung und versank seiner ganzen Besatzung von 15 Mann. junge deutsche U=Bootwaffe hatte den Verlust U=Bootes 18 zu verzeichnen, das am 20. N vember in der Lübecker Bucht bei einem Zusat menstoß sank; 8 Mann der Besatzung ertrankd Am 8. November ging das deutsche Motorsch „1s" auf der Reise von Hamburg nach Non amerika bei stürmischem Wetter im Nordatlan unter und riß 39 deutsche Seeleute mit sich in Tiefe. Am 2. Dezember versank in der Nord der deutsche Dampfer„Elsa" mit 10 Mann B satzung. Deutschland trauert um alle diese Vold genossen, die ein Opfer ihrer Pflichterfüllu wurden. Wir stehen an der Schwelle eines neuen JahrDie Parolen, die der Führer seinem Volked geben hat, werden verwirklicht werden. Jed deutsche Mann und jede deutsche Frau steht dem zugewiesenen Platze bereit zur Mitarbeit den gewaltigen neuen Aufgaben. Botschafter Dr. Koester Toten des Jahres 1936 König Georg V. Botschafter v. Hoesch Staatssekretär v. Bülow General Orlisc=Dreszer General Litzmann (Sämtliche Aufnabmen: Scherl=Bilderdionst-M) Die belden Meisteruhren mit der genauesten Zeit der Welt— Sonnenzeit, Sternenzeit, Normalzeit oder Lokalzeit?— Astronomen als Buchhalter die, wie auch die Beschreibungen über die Aen- Bankkontor hineingeraten, wenn man die zahlreiderungen der Oberfläche der Sonne in den letzten chen Assistenten sieht, die alles das, was sie in der 5° Jahren, die Berichte über Sonnenschein und Nacht am Firmament gesehen haben, in die dicken Regen usw in einem besonderen Raum gewisser- Tagebücher und Hauptbücher eintragen. Hier wermaßen als das„Hauptbuch" der Sonne unterge- den die Wunder des Himmels in Zahlen gefaßt, bracht sind. Bei den zahlreichen dazu notwendigen und es ist ein schöner Beruf, mit staunendem Auge Eintragungen müssen die Astronomen regelrechte und geschulter Aufmerksamkeit täglich den Ablauf Buchhalterarbeit leisten. Man könnte glauben, der Gestirne beobachten zu können. man set in ein kaufmännisches Büro oder in ein W. Setten. (Alle Bilder: Archiv) zweckmäßig unter dem kolossalen Teleskop im Keller angebracht ist. legen und durch das Okular des Riesenfernrohrs schauen. In wenigen Minuten wird, wie uns unser Begleiter verrät, ein Stern den Null=Meridian, also die Linie von Greenwich, passieren. Im Teleskop sehen wir zunächst nur zehn senkrechte dünne Linien die die Linse aufteilen. Wenn der Stern, der von rechts auftreten soll, die einzelnen Linien überschreitet, sollen wir auf den Knops. den man uns noch schnell in die Hand gegeben hat, drücken. Der Stern taucht auf, wir lösen den elektrischen Kontakt aus, nach vier Sekunden erreicht er die zweite Linie, wieder drücken wir auf den Knopf. Als der Stern vorüber ist, ist auch unsere„Zeitkontrolle" zu Ende. denn— das erfahren wir erst jetzt- wir haben auf diese Weise mit dazu beigetragen, die Zeit von Greenwich zu kontrollieren bezw. in Ordnung zu bringen. Es war genau 4 Uhr nachmittags, als der Stern den Null=Meridian passierte, und unsere elektrischen Kontaktauslösungen verursachten das Greenwicher Zeitzeichen. In einem anderen Raum wird sotographieri. Die Sonne, der Mond und die Sternbilder werden auf die fotographische Platte gebannt. Mit Hilfe dieser Aufnahmen kann man nicht nur die Größenverhältnisse, sondern auch die Wärmeverhältnisse der Himmelskörper feststellen. Für den Wärmegrad der Sterne ist ihre Farbe bezeichnend: Blaue Sterne sind am heißesten, dann folgen die weißen und schließlich die roten Sterne. Unsere liebe Sonne, eine erkaltende Masse, hat nur verhältnismäßig geringe Hitze, sie ist rot. In einer anderen Abteilung fotographiert man die Sonnenflecken, die angeblich an unserem eigentümlichen, nicht ganz einwandfreien Wetter schuld sein sollen. Darüber gibt es zahlreiche Theorien, Blick auf die berühmte Sternwarte von Greenwich. Geräte beherrschen die Räume von Greenwich. Meisterwerke menschlicher Ertindung ziemlich unscheinbare Gebäude, in dem die „gemacht" wird, und das Greenwich zu dem m verholfen hat, daß durch diesen kleinen engn Ort der Null=Meridian geht, liegt ebenso die Sternwarte in Treptow=Berlin in einem k. Ruhe herrscht hier, denn Lärm können die pnomen, deren Geistesarbeit in Millionen von metern Entfernung von der Mutter Erde ihr erial in peinlich genauen Untersuchungen zunenholt und registriert, nicht gebrauchen. me. die kaum anders als Keller bezeichnet werkönnen, beherbergen die Instrumente, die für größten Teil der kultivierten Menschheit die „machen": Wer das Glück hat, einmal von in der hier tätigen Fachleute durch diese Räume hri zu werden, wird sich über die scheinbare nitivität der Baulichkeiten wundern. Aber die enschaftler, die hier arbeiten, legen weniger auf die repräsentative Ausgestaltung der ne als vielmehr auf die Exaktheit und Zuässigkeit der wissenschaftlichen Apparate und Ergebnisse. die beiden großen Meisteruhren(master clocks), ir bei unserer Führung zuerst zu sehen been, sind so konstruiert, daß sie die genaueste der Welt einhalten. Sie gehen elektrisch, haallerfeinste Kompensationsvorrichtungen und Der Glaube, daß auch andere Planeten unseres liebsten gleich im modernen Stratosphärenflugzeug will. Warum soll eine andere Form der Materie, rollieren mehrere Uhren„zweiter Klasse" Sie Sonnensystems ähnlich wie die Erde von lebendigen eine Visitenkarte bei den Geschäftskollegen auf den eine andere Beschaffenheit der Verbindungen der n keinen Stundenschlag, denn sie haben als Wesen bevölkert sind, ist uralt. Mit hoher Ehrfurcht anderen Planeten abgeben möchte. Natürlich schoß Elemente nicht auch andere„körperliche" Unterlagen ueste Uhren der Welt das„nicht nötic". Tron blickten nur die alten Sumerer und Aegypter 4000 hier ein Amerikaner den Vogel ab. Percival Lo- für ein seelisches oder geistiges Leben abgeben?— Genauigkeit können sie sich— Meisterwerke Jahre vor Christi Geburt zu dem gestirnten Him= well, dessen Vorname mit der alten Gralssage Vielleicht haben die Sagen und Märchenträume unschlicher Erfindungl— wenn auch nur ganz mel auf. In ihren Sagen und kultischen Gebräuchen allerdings nichts zu tun hat, wollte auf dem Mars serer Vorfahren vor Jahrtaufenden gerade von diezgfügig, irren. Jeden Tag müsset sie daher sviegelten sich in reicher Mannigfaltigkeit die Geist- eine höchst üppige Vegetation feststellen. Er sah sem Leben mehr aufgefangen, als wir heutigen dengeprüft und richtig gestellt werden/ Obwohl sie wesen der Sterne und Planeten, die sie mit Götter= dessen Oberfläche von einem System von Bewässe= kenden Menschen vermögen. Vielleicht gibt es auch ztlich Sonnenzeit angeben, beschieht diese Kon namen bezeichneten. Und auch aus der reichen Bil= rungskanälen durchzogen, die ihren Ursprung nur hier wieder einmal Erkenntniswege, die aus der meistens ohne Vermittlung der Sonne, den" derwelt des Tierkreises, der in der Sternenschau Wesen mit Intelligenz verdanken konnten. Aehnlich These der Vergangenheit mit ihren Bilderahnungen das haben die Astronomen festgestelltdie und Sternenbeobachtung der Chaldäer eine große schöne Dinge behauptete ne hat gewisse Tricks, die sie als er ungeeignet erscheinen Bewußtsein der damaligen Menschen, das freilich Kohlensäuregehalt der Venus wurde sogar für so moderne Wissenschaft recht versteht, weiß, daß sie Ur wundern uns wenn wir bei unsere"el ahnender, unterbewußter war als unser heuti= groß geschätzt, daß er, wenn man das Gas kompri- kein Beweis dagegen ist. Sie ist ein strenger Weg mie spättes denn seigentlich sei zunächst 9es. Und so entstanden über die ganze Erde hinweg mieren würde, einen Gürtel von mehr als 3 km klarer und auf neuer Ebene wiedergefundener EntAntwort erhalten Wir haben vergessen das!" immer neuen Wandlungen und Verhüllungen Stärle rings um den Planeten bilden würde. Da rätselung vieler alten Ahnungen und Erkenntnisse. un denesiedenen Zeitfnstemen Sagen und Märchen, die Sternenerlebnisse beschrei= der Kohlensäuregehalt der Erde unter gleichen Vor= Ja. man kann sogar sagen: Die neue Liebe zu der nflegen und sind gewöhnt unfere Taschen den und die in der reinsten Form der Poesie die aussetzungen nur einen Gürtel von wenigen Me- großen Weisheitswelt unserer Vorfahren ist eine ano sind gewöynt, d“ Menschenträume vom Himmel und seinen Sternen tern Stärke ergeben würde, schloß man auf ein Pa= Andeutung eines bevorstehenden Ausgleichs zwiLeben Menschen auf dem Mars? Neue Feststellungen der modernen Astronomie— Von Peter Wolfram Armbanduhren als zuverlässigen Chrono. n Blaneten zur Darstellung brachten er zu benutzen. In möglichster Kürze versucht radies geradezu üppigster Vegetation auf der schen echter Wissenschaft und echter Mythologie. Venus=Sterneninsel und manche Astronomen sahen Nachdem der Uebermut des abstrakten Rationalissogar gewisse Flecke auf der Oberfläche dieses Pla- mus gebrochen ist, ist der Weg in die Weite der Welt neten als Anzeichen der Vegetation an. und auch in die Weite des Kosmos frei. Astronomische Kleinigkelten Ein schwerer Junge. r Begleiter, uns in die Unterschiede zwischen Die große Götterdämmerung der neueren Genenzeit. Sternenzeit, mitteleuropäischer Zeit, schichtsentwicklung, die eigentlich schon bei den griemalzeit und Lokalzeit einzuweihen. Trotz aller chischen Philosophen beginnt, hat diese alte traummerksamkeit kapieren wir nicht alles, und un- haft dichterische Art der. Sternenmythologie zum Diesen freundlichen Gedankenspielen ist in der Frage, welches denn die Zeit sei, die die Bahn= Abklingen gebracht. Die ausschließlich mit den Mit= letzten Zeit leider ein Ende bereitet worden. Der uhr für unsern bald abfahrenden Zug angibt teln des Denkens und der sinnlichen Beobachtung amerikanische Astronom Sir James Jeans stellte die lächelnde Beantwortung:„Das ist Normal= arbeitende Naturwissenschaft wischte auf ihren stren= erst dieser Tage nüchtern sest, daß nach den neuesten beweist das laienhafte Verständnis, das wir gen Wegen, die dem neuen Bewußtsein der Kultur= Sternenforschungen der Sauerstoff im freien Zur haben. völker angepaßt waren, den alten Götterglanz von stand auf dem Mars und auf der Venus in viel geVie wird nun diese Normalzeit gemacht? Wir den Sternbildern hinweg. In geradezu beispielhaf= ringerer Menge vorhanden ist als auf der Erde. Da fen uns einmal auf das große Liegepolster, das ter Weise wandte sich der große deutsche Astronom nun aber Sauerstoff ein Ausatmungsprodukt der. In Greenwich, der bekannten englischen St Kepler von der großen Bilderharmonie des Welt= Kohlensäure einatmenden Pflanzen ist, kann es mit warte, arbeitet zur Zeit der königliche Astronom Dr. alls zur Erforschung und zur mathematisch exakten der riesigen Vegetation auf der Venus nicht so weit Darolo Jones, des Vonn Berechnung der Sternbewegungen. Fernrohr und her sein. Und auch die Sache mit dem„Venusgürtel" konnte. Er machte damals die füdliche Himmelshätfte Spektralanalyse gestatteten zum ersten Mal einen stimmt nicht. Während der in der Erdatmosphäre zu seinem besonderen Forschungsgebiet und erforschte Einblick in die körperliche Substanz der Sterne Und nach den letzten Forschungen vorhandene freie vor allem einen Stern, der als Nova Pictoris bekannt jenes neue Erkenntniswunder ergab sich, daß der Sauerstoff einem 10 m dicken, um den Erdball ge n, der ehedem von ungeheuMensch mit seinen Geräten auf einmal Substanzen, legten Gürtel entspricht, würde der Sauerstoffgehalt cerondor int sa stark zusammengeschrump, das man die den Bau des Planeten Erde bestimmen, auch auf der Venus=Atmosphäre höchstens einen Gürtel von bereits errechnet hat, daß eine Streichholzschachtel voll den Sternen im Weltall wiederfand. Er sprach nicht 10 m und der der Mars=Atmosphäre von etwa 100m diesem Stoff eine Tonne wiegen würde. Vor über 2000 mehr von Göttern und Geistwesen der anderen Dicke ergeben. Diese verhältnismäßige Armut der Jahren, also vor Christi Geburt, ereignete sich auf Nova Sterne, sondern ausschließlich von deren chemischer Mars- und Venus=Atmosphäre an freiem Sauer- Pietoris so etwas wie eine Explosion, wa ab und physikalischer Beschaffenheit. Aber wenn dies stoff führte Sir James Feans zu der Schlußfolge Apung osen wunsen der Sterden grdetto für die Anhänger der alten Sternenschau zunächst rung, daß tierisches Leben in der irdischen Form fern daß so viel Zeit nötig war bis das Licht den ein Verlust schien, so war es doch ein hoher Gewinn. dort un nöglich ist und daß auch das vorhandene Weltraum durchmaß und unsere Erde erreichte,— Das alte Träumen wich einem neuzeitlichen Wa= pflanzlich: Leben, sofern es überhaupt mit dem auf wobei wir bedenken müssen, daß Licht sich doch mit chen. Die Astrologie verdämmerte, aber die Astro- der Erde verglichen werden kann, im Verhältnis zu er eschomoigneit von ca. 280 000 km in nomie fand einen neuen Ausgangspunkt greifbarer unserem Pflanzenreich ziemlich bedeutungslos sein Wirklichkeit. müßre. Ein blinder Astronom. Freilich die alten Anschauungen verschwanden Nun werden vielleicht Träumer sagen: Welche nicht spurlos. Sie tauchen immer wieder im Volks= neue bedauerliche Ernüchterung durch die moderne nom Dr. Frost die Sternenwelten besser zu durchdringlauben und auch im Volksaberglauben auf. Und Wissenschaft! Aber sie brauchen garnicht so traurig gen als mancher Astronom es vermag, der sich seiner so erhielt sich auch die Frage nach menschenähnlichen zu sein. Ueber die physikalische und chemische Durch= vollen Sehkraft erfreut. Seine mathematische BegaWesen auf anderen Sternen und Planeten. Be= dringung der Sternenkörper mit ihren unendlichen dung war so überragend, daß er imstande war den sonders dem Mars und der Venus gegenüber Möglichkeiten von mineralischer Verdichtung und Deobachtern n den Telefnoven Anweitungen zu wurde sie sogar in der modernen Astronomie erho- gasiger Ausdehnung kann nur der klagen, der see- welcher Richtung sie suchen mußten Als er im voriGerüste und Rohre in der Beobachtungshalle: ben, freilich nicht in der Traumschönheit der Mär- lisches und geistiges Leben auf den Sternen und gen Jahre starb, war das ein sch von Greenwichchen sondern mit einem Naturalismus, der am Planeten sich genau so wie auf der Erde vorstellen astronomische Wissenschaft. verer Schlag für die