Die Reünat an Mittag 92. Hattioeger Zeitung Die große Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt; Stellvertreter: Hans Hollender(z. 3t. im Felde), 1. B. Erich M. Ellhef: Heimat: Erich W. Ellhof; Leibesülbungen und Kunst: Heinrich Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Scheiftleitung: Hattingen=Ruhr, Obermarkt/ Kleine Weilstraße/ 21 22 Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr; Anzeigenleiter: Hermann Bülscher. Z. Zt. sind die Preislisten Nr. 4 vom 1. 1. 1936 und Nr. 1 vom 1. 9. 1939(Sammelpreisliste) gültig Kriegsvorbereitungen Englands in Regypten Drohender Belagerungszustand in der Türkei . Rom, 8. Mai. Nach Mittwochmittag eingetroffenen Meldungen aus Kairo wurde in Alexandrien am Dienstag zum erstenmal eine vollständige Verdunkelung durchgeführt. Die Polizei, die mit Gasmasken ausgerüstet war, hat die strikte Durchführung aller Maßnahmen überwacht. Was ist mit der Orientarmee? Amsterdam, den 8. Mai. Wie aus London berichtet wird, setzt„Daily Expreß“ seine Hoffnung auf die Aktionsfähigkeit der Orientarmee und darauf, daß London und Wieder Bomben auf zwei britische Kreuzer Umfangreiche Kriegsbeute in Andalsnes. Die letzten Reste norwegischen Widerstandes in Süd= und Mittelnorwege beseitigt Berlin, den 8. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe griff ernent feindliche Seestreitkräfte bei Narvik an. Zwei Kreuzer erhielten Treffer. Feindliche Stellungen und Marschkolonnen wurden wirkungsvoll mit Bomben belegt. Im Luftkampf wurde ostwärts Narvik ein britisches Jagdflugzeug abgeschossen. In Narvit selbst ist die Lage unverändert. Unter der umfangreichen Beute, die bisher im Ranme um Andalsnes sichergestellt werden konnte, befinden sich: 460 englische Tankbüchsen mit Munition, 49 Geschütze, darunter 40 englische Flak, 60 Granatwerfer, 355 Maschinengewehre, 5300 Gewehre, 4,5 Mill. Schuß Infanteriemunition und ein Munitionszug mit 300 Tonnen Munition. Die letzten Reste norwegischen Widerstandes in Süd= und Mittelnorwegen wurden nunmehr beseitiat. Bei Vinje ergaben sich Teile eines norwegischen Infanterie=Regiments. Große Mengen an Gerät, Waffen und Sprengstoffvorräten wurden sichergestellt. An der Westfront wurde südlich Saarlantern der Angriff eines feindlichen Stoßtrupps mit starken Verlusten für den Feind abgewiesen. Paris ihre Befehle mit der notwendigen Eile geben werden. Notwendig sei, daß alle Operationen der Westmächte unter gemeinsamem Oberbefehl geführt würden, denn der letzte Krieg sei durch das Triumvirat Clemenceau—Lloyd George—Foch gewonnen worden. Istanbul, den 8. Mai. Die türkische Nationalversammlung hat die Gesetzesvorlage über den Belagerungszustand angenommen. Nach Artikel 86 der türkischen Verfassung hat der Ministerrat das Recht, im Kriegsfalle oder beim Vorliegen außerordentlicher Umstände, die Kriegsgefahr für das Land bedeuten, den ganzen oder teilweisen Belagerungszustand zu verhängen. Das gilt zunächst für die Dauer eines Monats und erfordert die Zustimmung der Nationalversammlung. Ueber etwaige Verlängerung des Belagerungszustandes beschließt wiederum die Nationalversammlung. Rumänien zum Alarmzustand im Mittelmeer Bukarest, den 8. Mai. Zur Lage im Mittelmeer erklärt das Blatt „Seara", es sei klar, daß Rumänien zu den Staaten gehöre, die am Frieden in diesem Raum unmittelbar interessiert seien. Der heute im Mittelmeerraum geschaffene erregte Zustand könne realen Bedrohungen entspringen, es könne sich aber auch um ein Verschleierungsmanöver handeln, jedenfalls werde man dabei beachten müssen, daß gerade erst in Norwegen die Luftwaffe ihre Ueberlegenheit über die Flotte eindeutig bewiesen hat. Abschließend erklärt das Blatt, der Wunsch nach Friede bleibe auch weiterhin Grundlage der rumänischen Politik. Auch Bulgarien beunruhigt New York, den 8. Mai Wie der Kurzwellensender New York meldet, wurde Sofia durch die großen türkischen Truppenkonzentrationen entlang der bulgarischen Grenze alarmiert. Führende bulgarische Persönlichkeiten konnten sich kein Bild über den Grund der türkischen Truppenbewegungen in der enropäischen Türkei, an der Nordküste der Dardanellen und am Eingang zum Schwarzen Meer machen. Es wurde festgestellt, daß Bulgarien nichts getan hat, was die türkische Handlungsweise rechtfertigen könnte. Jugoslawien aufmerksam... Belgrad, den 8. Mai. Die jugoslawische Presse widmet weiterhin ihre besondere Aufmerksamkeit den englischen Kriegsausweitungsplänen und der Haltung Italiens. Der römische Vertreter der„Vreme“ bemerkt, daß Italien alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen bereits ergriffen habe. Der römische Vertreter der„Politika“ meint, daß Italien gegenüber den Kriegsplänen der Westmächte vorläufig noch zurückhaltend bleibe. Athen erheblich besorgt Athen, den 8. Mai. Die Bewegungen der englischen und französischen Geschwader im Mittelmeer werden in Athen aufmerksam und wachsam verfolgt. Wie man erfährt, ist die englische Flotte nach anfänglicher Massierung in der Gegend von Alexandria im wesentlichen mit der Beobachtung wichtiger Punkte des östlichen Mittelmeeres beschäftigt, während die französischen Kriegsschiffe offenbar den westlichen Teil des Mittelmeeres als Hauptoperationsfeld zugewiesen erhalten haben. Die Kampfverbände sind, wie man aus Fachkreisen hört, ziemlich gleichmäßig und bisher noch ohne erkennbares Ziel verteilt. Ein Geschwader leichter englischer Torpedoboote ist auf der Höhe von Kreta vor der befesttigten Bucht von Suda gesichtet worden. In den Gewässern der griechischen Inselwelt ist durch englische Zerstörer ein Patrouillendienst eingerichtet worden. Wollte sich Englands Flotte in Sicherheit bringen? Rom, den 8. Mai. „Lavoro Fascista“ schreibt, die Westmächte beglückwünschten sich zu dem„strategischen Sieg“, den sie mit der Zurückziehung ihrer stärksten Einheiten aus Norwegen und deren Entsendung ins Mittelmeer davongetragen hätten. Das Insicherheitbringen der englischen Einheiten sei wahrscheinlich das wahre Merkmal des großangekündigten vom“ pösen Einzuges der englisch=französischen Schiffseinheiten im Mittelmeer. Von Norwegern angebrachte Sprengladungen. Kurz vor ihrem Rückzug hatten die Norweger an dieser Brücke Sprengladungen angebracht. Sie wurden jedoch rechtzeitig von unseren Truppen entdeckt und unschädlich gemacht.(PK. Schenck.) ciusame Vorpasten im Grean Eine Robinsonade des Krieges .... 7. Mai. Berlin. Der italienische Minister für Volkskultur, Alessandro Pavolini, wird auf Einladung von Reichsminister Dr. Goebbels zu einem mehrtägigen Aufenthalt in der Reichshauptstadt eintreffen. (PK.=Sonderbericht von Hans Giese.) Beruhigend gleichmäßig brummen die Maschinen in dem stählernen Leib unseres kleinen Schiffes. Schon vor Stunden haven wir das Festland verlassen, um irgendwo in weiter Ferne eine Insel zu suchen, auf der ein paar deutsche Männer auf einsamem Posten stehen. Ab und zu wächst so ein Felseneiland aus dem Wasser heraus und versinkt wieder hinter uns. Wieder sind wir nür eine handvoll Menschen an Bord. Ein paar Offiziere, Besatzung und eine Anzahl Soldaten, die ihre Kameraden draußen ablösen sollen. Alle Mann stehen auf Posten und halten Ausschau, denn es könnte ja sein, daß sich hier ein feindliches U=Boot auf die Lauer gelegt hat oder daß uns ein feindliches Flugzeug aufs Korn nimmt. Aber nichts geschieht, und nach stundenlanger Fahrt taucht endlich am Horizont die Spitze der kleinen Insel auf. Nackte, kahle Felsen liegen vor uns, keine Brücke, kein Steg zu sehen, an den wir anlegen können. Also wird ein kleines Boot ausgesetzt, harte Fäuste packen die Riemen... Entsetzt fahren wir herum: Plötzlich rattert drüben typisches MG=Feuer los. Unsere Hände fahren zur Pistole sollte die Insel doch vom Feind genommen sein, was ist mit unseren Kameraden geschehen? Doch im nächsten Augenblick geht ein befreiendes Schwedens strikte Neutralität Der briefliche Gedankenaustausch zwischen dem Führer und dem König von Schweden Berlin. 8. Mai. Zwischen dem Führer und dem König von Schweden hat— wie gestern gemeldet— in der zweiten Aprilhälfte ein brieflicher Gedankenaustansch über die politische Lage stattgefunden, der entsprechend den bereits von der deutschen und der schwedischen Regierung öffentlich abgegebenen Erklärungen nochmals die volle Uebereinstimmung über die künftige politische Haltung der beiden Länder zueinander bekräftigte. In diesem Gedankenaustausch wurde nochmals die feste Entschlossenheit Schwedens, seine strikte Neutralität nach allen Seiten aufrechtzuerhalten und zu wahren, sowie die dentsche Anerkennung und Respektierung der schwedischen Neutralität, wie sie in den kürzlichen Verlautbarungen der beiden Regierungen bereits dokumentiert wurde, zum Ansdruck gebracht. * Aufsehen in Kopenhagen Kopenhagen, 8. Mai. Die Kopenhagener Morgenblätter bringen die Berliner und Stockholmer Meldungen über den schriftlichen Gedankenaustausch zwischen dem Führer und König Gustav von Schweden über die politische Situation in großter Aufmachung. Sie unterstreichen, daß dieser Briefwechsel erneut die volle Uebereinstimmung hinsichtlich der künftigen politischen Haltung beider Länder einander gegenüber bekräftige. Stockholm zu dem Briefwechsel. Stockholm, den 8. Mai. Die Meldung über den Briefwechsel zwischen dem Führer und König Gustaf von Schweden ist in der hiesigen Oeffentlichkeit und in schwedischen politischen Kreisen mit besonderer Befriedigung zur Kenntnis genommen worden. Man sieht darin allgemein eine erneute Sicherung der Neutralität Schwedens. Die Presse veröffentlicht die Meldung in großer Aufmachung auf den ersten Seiten. Besuch des Reichsverkehrsministers in Rom Rom, 8. Mai. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller ist Dienstagabend gegen 29 Uhr in Rom eingetroffen. Zu seinem Empfang hatten sich der Unterstaatssekretär im Verkehrsministerium, der Generaldirektor der italienischen Bahnen und zahlreiche italienische Persönlichkeiten sowie der deut sche Botschafter von Mackensen und Landesgruppenleiter Ehrich auf dem Bahnhof eingefunden Nach einer herzlichen Begrüßung durch Unterstaatssekretär Jannelli und Abschreiten einer Ehrenkompanie der faschistischen Bahnmiliz wurden Dr. Dorpmüller trotz der späten Abendstunde von seiten der Menge herzliche Kundgebungen zuteil. Gelächter durch das Boot. Fast mit dem ersten Knall schallt ein fideler Jodler zu uns herüber, ein Häuflein Menschen steht unten am Ufer, winkt mit den Armen. Die Brüder da drüben haben nur ein kleines Freudenfeuer mit Platzpatronen veranstaltet. Die Landung in diesem Naturhafen ist nicht so ganz einfach, aber nach einer Weile ist auch das geschafft, und wir stehen jetzt mitten unter den Männern, die hier ein wahres Robinsondasein führen. Weit ab vom Festland stehen sie hier auf einsamem Vorposten. Neber Klippen und Felsen klettern wir auf die kleine Anhöhe, auf der ganz versteckt ein selbstgebautes Häuschen steht. Etwas weiter ab liegt noch ein anderes Holzgebäude zwischen den Steinen, das nur bei genauestem Hinsehen entdeckt werden kann. Das sind die Unterkünfte der Männer, die Tag und Nacht auf Posten sein müssen. „Die ganze Geschichte hier richtig einzufädeln, war nicht so ganz einfach," erzählt uns der Leutnant.„Das Wetter ist nicht immer so schön sonnenklar wie heute. Und wenn Sturm und Regen über die Felsen pfeifen, dann kann es verdammt ungemütlich werden." Nach einem Rundgang über das schmale Eiland finden wir uns am Wohnplatz ein, wo gerade die mitgebrachten Proviantvorräte ausgepackt werden. Und da erhebt sich unter den Männern ein wahres Jubelgeschrei. Lebensmittel über Lebensmittel quellen aus den Kisten hervor. Konserven, Keks, Zigaretten, Käse, Butter, blitzende Kochkessel und Töpfe, Mundharmonikas, wollene Decken, Fleisch, Kartoffeln, was man sich nur denken kann, ist mitgebracht worden. Nicht zu vergessen eine Menge von Kannen mit frischem Wasser, da hier keine Quelle zu entdecken war. Beim Mittagessen haben wir dann Muße, uns die Männer alle beisammen einmal genau anzusehen. Alle tragen sie die bunten warmen Isländer, kein Rangabzeichen ist zu sehen, sie wissen ja so, wer nun der Unteroffizier, der Felbwebel oder der Leutnant ist. Während sie in das Essen einhauen, erzählen sie' uns von ihrem Robinsondasein. Rasieren ist verpönt, und deshalb erblickt man auch in allen Gesichtern die Ansätze von gewaltigen Bärten. Richtiger Wikingergesichter sind es, die uns mit lachenden Augen anstrahlen, und nur einige sind etwas trüber gestimmt, da sie abgelöst werden sollen. Wir rudern zum Schiff zurück Hinten auf dem Felsen stehen die Männer in Reih und Glied und grüßen zu uns herüber. Jetzt sind sie wieder für acht Tage allein, bis der nächste Dampfer ihnen frische Lebensmittel bringt. Jetzt werden sie Tag und Nacht auf Posten stehen im einsamen Meer und werden das Herannahen des Feindes erspähen und weitergeben, wie es ihnen ihre Aufgabe vorschreibt.„Robinsons des 20. Jahrhunderts“. Auch das gibt es in diesem Kriege. Zaghafte Geständnisse... Die Feindmächte haben jetzt veröfentlicht, daß am 3. Mai die deutsche Luftwaffe an der norwegischen Küste durch Bomben versenkt hat: den polnischen Zerstörer„Grom“, 1975 t groß, Geschwin digkeit 39 Knoten, Besatzung 190 Mann, und den französischen Zerstörer„Bison“, 2436 t groß, Geschwindigkeit 39 Knoten, 209 Mann Besatzung. Unterhaus-Gelächter um Chamberlain Seine„Rechtfertigung" über die Norwegen-Schlappe Amsterdam, den 8. Mai. Das englische Unterhaus hat Dienstag der groß angekündigten Rede Chamberlains mit Spannung entgegengesehen, Was der Häuptling der Plutokraten zu sagen wußte, war derart dürftig, daß die Abgeordneten nicht nur lange Gesichter bekamen, sondern recht zornig wurden, und wennn ihnen die Heuchelei gar zu bunt wurde, heftig zu schimpfen anfingen. Wie bekannt, ist es Chamberlain in seiner Rede am letzten Donnerstag gelungen, dem drohenden Sturm dadurch zu begegnen, daß er sich mit militärische Geheimnissen umgab und das britische Parlament auf das vertröstete, was er am Dienstag hoffe sagen zu können. Alles, was er jedoch nunmehr zu sagen wußte, war die Tatsache, daß es den Engländern gerade noch rechtzeitig gelungen ist, bei Nacht und Nebel aus Namsos zu entweichen. Selbstverständlich stritt der alte Lügner wieder ab, daß die englische Flotte auf ihrer Flucht vor der deutschen Luftwaffe schwere Schläge bezogen hat. Er schlug sich an die Brust und sagte allen Ernstes, er möchte den englischen Seestreitkräften„für die wirklich bemerkenswerte Geschicklichkeit beim Rückzuge“ seine Anerkennung aussprechen. Der Feldzug in Südnorwegen sei beendet, und jeder, so behauptet er weiter, müsse ihm zustimmen, daß die englischen Truppen„ihre Aufgabe mit der größten Tapferkeit erfüllt“ hätten. Wörtlich sagte er:„Sie haben dies in einer Weise getan, die unserer großen Kriegstradition noch mehr Ruhm hinzufügt. Sie haben sich nach jeder Richtung ausgezeichnet, und jeder einzelne Mann zeigte sich dem Feinde überlegen“. Kein Mensch auf der Welt wird dann verstehen, warum die Briten so schnell geflohen sind. Und ebenso wenig begreift man, wie der alte Heuchler im gleichen Atemzuge hinzufügen konnte, die Nachricht vom Rückzuge habe in ganz England einen schweren Schock hervorgerufen. Zum Schluß sah sich Chamberlain genötigt, die Mitglieder des Unterhauses„noch einmal zu beschwören“, in diesen kritischen Tagen die Lage hinzunehmen. Er meinte, die Abgeordneten müßten sich vor allen Nörgeleien und Meinungsverschiedenheiten hüten. Und um die höchst peinliche Opposition noch etwas zu beschwichtigen und abzulenken, forderte er auf, sich nur mit der Zukunft und mit der Verstärkung der kriegerischen Anstrengungen Englands zu beschäftigen, damit, wie er wörtlich sagte, „wir unsere Schlage austeilen können, wann und wo wir wollen". Offenbar spielte der Kriegshetzer auf die neuen Aggressionsabsichten der Plutokratien an. Er darf jedoch versichert sein, daß Deutschland diese Schläge blitzschnell parieren und so erwidern wird, daß England— um bei einem Ausspruch Chamberlains zu bleiben— zu der„Lektion in Norwegen“ noch andere Lektionen erhält. Aus dem letzten Teil der Rede geht klarhervor, daß die britische Regierung, nachdem sie Norwegen ins Unglück gestürzt hat, weiter nach neuen Opfern sucht, worauf Chamberlain auch anspielte, als er die Entsendung der Kriegsschiffe nach dem Mittelmeer kurz streifte. Zu diesem Lorbeer komme sodann noch der des „äußerst schwierigen“ Rückzuges. Diese Leistung, so bekundet der„erfolgreiche“ General in aller Bescheidenheit, sei der„glänzenden Ausdauer und den kämpferischen Werten“ der britischen Truppen zu danken. Na dann... Englands Verluste Mailand, 8. Mai. Nach der Klarstellung der norwegischen Kriegsbilanz zu Lande und zur Luft behandelt„Popolo d'Italia“ die Frage nach den Verlusten, die die britische Flotte in der Nordsee bisher erlitten hat. Die Bilanz der Marine sei schwer zu ziehen, schreibt das Mailänder Blatt, weil die Engländer planmäßig die Beschädigungen an ihren Kriegsschiffen verschwiegen. Aber ein Geschwader, dessen sämtliche Schiffe auf der Werft lägen, entspreche einem geschlagenen Heer, dessen sämtliche Divisionen außer Gefecht gesetzt seien. Berlin, 8. Mai. Von Zeit zu Zeit, meist dann, wenn die Aktien besonders schlecht stehen, empfindet die englische Presse das dringende Bedürfnis, ihren Lesern das Gruseln beizubringen. Sie tischt dann in konsequenter Fortführung ihrer berüchtigten Weltkriegspraxis herzzerreißende Greuelmeldungen über die Untaten der deutschen Barbaren auf. Teils stützt man sich auf die eigene, reichlich schmutzige Phantasie, womit schon sehr viel erreicht ist, teils nimmt man jedes dumme Geschwätz, jede haltlose, niemals nachgeprüfte und meist auch gar nicht mehr zu kontrollierende Verdächtigung irgend eines haßerfüllten hergelaufenen„Zeugen“ zum Anlaß, die Volksseele zum Kochen zu bringen. So infam aber diese Greueltaktik auch ist, wir messen ihr im Vertrauen auf den gesunden Menschenverstand, der auch im englischen Volk sicher noch nicht ausgestorben ist, nicht mehr Bedeutung als nötig zu. Die große Masse der englischen Zeitungsleser wird sich schon selbst sagen, daß es heller Unsinn wäre, zu glauben, die Deutschen in Norwegen hätten in eine Gruppe von Schulkindern hineingeschossen, wobei es dann Tote und Verwundete gegeben habe. Jeder vernünftige Mensch fragt sich vergeblich, was das denn für einen Sinn gehabt haben sollte. Den gleichen Stempel der Blödheit tragen auch all die anderen Greuelmeldungen an der Stirn, die in diesen Tagen wieder in auffälliger Häufigkeit serviert werden. England verheimliche, leugne und dementiere vor allem jeden Schiffsverlust, der durch die Luftwaffe entstehe, abgesehen von kleineren Einheiten. Die deutsche Verlautbarung melde einen Verlust, die englische dementiere ihn. Das britische Dementi fehle niemals und sei totalitär; es sei überhaupt das einzige Gebiet, auf dem England„totalitär“ sei! Niemals, so erklärt die Turiner„Stampa“, hätten die Engländer und insbesondere Churchill, der auf die norwegische Karte sein Prestige und seine politische Zukunft gesetzt habe, die schmähliche Flucht aus Norwegen ohne eine wirkliche Schlacht durchgeführt, wenn nicht die englische Flotte einen beträchtlichen Teil ihrer Einheiten im April verloren hätte und wenn man nicht befürchtet hätte, auch noch die übrigen einzubüßen. Niemals in seiner Geschichte habe England ein derartiges Mißgeschick erlebt. Dem deutschen Oberkommando sei das höchste Verdienst zuzuerkennen. Nicht nur, weil es die Operationen mit Entschlußkraft und Energie geführt habe, sondern vor allem auch, weil es die Gesamtheit der politischen, geographischen und technisch=militärischen Elemente beim Studium der Operation genau eingeschätzt und daraus die konkreten Pläne für eine noch niemals versuchte Operation abgeleitet habe. Man macht es wie ein skrupelloser Rennstallbesitzer, der seinen Pferden, um sie als Sieger durchs Ziel zu bringen, vor jedem neuen Rennen eine gehörige Portion aufpeitschenden Giftes eingibt. Selbst der blindwütigste Deutschenhasser wird nicht glauben wollen— was abe“ ebenfalls die„Daily Mail“ behauptet—, daß die Deutschen auf Sanitäter geschossen hätten, die einen Verwundeten trugen, der dann später— auch das noch!— an einen Baum gezerrt und erschossen sei. Die hirnverbrannten Schmierfinken von der „Daily Mail" sollten sich lieber an die Aussagen ihrer eigenen Quäker=Ambulanz halten, deren Leiter laut„Aftonbladet“ ausdrücklich erklärt hat, daß die Deutschen das Zeichen des Roten Kreuzes stets und während des ganzen Feldzuges in Norwegen respektiert haben. Nichts selbstverständlicher als das! Beide Seiten werden gelegentlich Irrtümer begehen, meist infolge der Ungunst der Witterung, vor allem bei der Anwendung der Luftwaffe, die auch bei größter Sorgfalt bisweilen einer Täuschung unterliegen kann. Das ist aber menschlich, und wir unsererseits haben auch bewußt darauf verzichtet, entschuldbare Fehler zum Anlaß einer sinnlosen Hetze zu nehmen. Wenn aber den Engländern auch dieses Mittel der Verunglimpfung des Gegners recht ist, so zeigt das nur, wie krampfhaft sie bemüht sein müssen, die öffentliche Meinung ihres Landes in Harnisch zu bringen. Sie haben's eben nötig. Politischer Mord in Algier Der französischer Geheimdienst am Werk hochbetrieb in Londons Gistküche Man scheut nicht den blödesten Schwindel Allgemein ist aufgefallen, daß der alte Kriegshetzer es wohlweislich vermied, auf die Erklärung der deutschen Reichsregierung und auf die sensationellen Dokumente über Englands verhängnisvolle Umtriebe in Norwegen einzugehen. Keine Antwort ist auch eine Antwort. Der Täter schweigt, weil er sich ertappt sieht. „Wir hatten keinen Grabgesang des Rückzugs=„Siegers“ Paget. London, den 8. Mai. General Paget, der den Rückzug der britischfranzösischen Truppen in Norwegen leitete, betonte in einem Interview, daß seine Truppen während ihres Rückzuges fünf verschieden voneinander getrennte Aktionen, sozusagen einen Rückzug mit allen Schikanen zu bestehen hatten.„Wir hatten keinen Erfolg, als wir die Deutschen verhindern wollten, von Süden her nach Drontheim durchzubrechen.“ Aber, so fährt der durch diese Feststellung keineswegs entmutigte General fort, es könne nicht der geringste Zweifel bestehen, daß der britische Aufenthalt in Norwegen den deutschen Vormarsch zwar nicht endgültig, aber doch wenigstens vorübergehend aufgehalten habe. Rom, den 8. Mai. Wie die führende italienische Kolonialzeitung „Azione Coloniale“ berichtet, ist vor einigen Tagen Scheich Abd el Hamid ben Badis auf geheimnisvolle Art und Weise erstorben. Abd el Hamid war der bedeutendste Führer der islamischen Erneuerungsbewegung und genoß bei den Eingeborenen in Algier großtes Ansehen und nachhaltigen Einfluß. Der Scheich war als starker Gegner der brutalen französischen Kolonialpolitik bekannt. Seit vielen Jahren beabsichtigen die Franzosen, die von ihm geführte islamische Erneuerungsbewegung zu unterdrücken und Abd el Hamid aus Algier zu entfernen, was ihnen aber nicht gelang. Nunmehr ist Abd el Hamid unter Vergiftungserscheinungen plötzlich gestorben. Die Eingeborenen Algiers hegen keinen Zweifel, daß hier die französische Securité nach dem Muster des britischen Secret Service ihre Hand im Spiel hatte und daß Abd el Hamid im Zusammenhang mit den englisch=französischen Kriegsausweitungsplänen im Mittelmeer beseitigt worden ist. Die französische Zensur hat in Algier in Presse und Rundfunk jede Nachricht über den plötzlichen Tod des geistigen Hauptes der islamitischen Erneuerungsbewegung unterdrückt. England ruft die 14-18jährigen auf Sie sollen Handelsschiffe bemannen. Amsterdam, den 8. Mai. Wie schlecht es um die englische Flotte steht, zeigt ein Aufruf, den der Handelsschiffahrtsminister erlassen hat, um die Lücken aufzufüllen, die in der englischen Handelsschiffahrt dadurch entstanden sind, daß alle nur einigermaßen tauglichen Matrosen von Churchill in die Kriegsmarine übernommen wurden. Die englische Handelsschiffahrt verfügt daher nicht mehr über einen ausreichenden Mannschaftsbestand und der Handelsschiffahrtsminister hat sich entschließen müssen, Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren zum Dienst in der Schiffahrt anzuheuern. Diese Halbwüchsigen, die jetzt also die schwere Schiffsarbeit verrichten sollen, werden durch einen Wochenlohn von 35 Schillingen bei freier Verpflegung und Unterkunft angelockt. Alle englischen Mare nastrüm Von unserem ständigen Berichterstatter (Dr. Ho.) Rom, im Mai 1940. Italiens Lebensraum ist das Mittelmeer. Geschichtlich gesehen deshalb, weil in diesem Meer die ganze italienische Kultur von der römischen Zeit bis auf die Gegenwart sich entwickelt. Vom geographischen Gesichtspunkt aus, weil Italien die einzige große Mittelmeermacht ist, die ausschließlich auf dieses Meer angewiesen ist, während beispielsweise Frankreich und Spanien freie Ausgänge auch zum Atlantik haben. In militärischer Hinsicht deshalb, weil Italiens Grenzen wohl natürliche Verteidigungsmöglichkeiten gen Norden bieten, aber nach der Seeseite hin ohne die völlige Beherrschung des Mittelmeeres als „offen“ zu gelten haben. Nun ist die Vorherrschaft in einem Meere unmöglich ohne den Besitz seiner Küsten und wichtigen strategischen Punkte. Augenblicklich haben andere Mächte die drei Mittelmeertüren in der Hand: England Gibraltar und Suez, die Türkei die Dardanellen, während Malta, Cypern und Tunesien befestigte Plätze der Gegner Italiens sind und indirekt auch das gesamte östliche Mittelmeer— Aegypten, Griechenland, Türkei usw. von den gleichen Gegnern kontrolliert wird. Vom italienischen Standpunkt aus würde eine Lösung der Frage noch längst nicht erreicht sein durch die Bereinigung des Problems, wer rechtmäßigen Anspruch auf eine direkte oder indirekte Kontrolle der eben erwähnten Zonen hat, sondern nur dann, wenn wirksame Garantien gegen künftige neue Einmischungen von Mächten in einem Raum, der als Italiens Lebensraum betrachtet wird, gegeben sind. Unter diesen Umständen vertrilt man in unterrichteten italienischen Kreisen die Auffassung, daß die Frage, wie Italiens Lebensraum garantiert werden könnte, in zweierlei Hinsicht behandelt werden muß, soweit man von militä rischen, wirtschaftlichen und geographischen Not wendigkeiten sprechen will: einmal hinsichtlich der unmittelbaren sofortigen Interessen, zum ande ren hinsichtlich der mittelbaren Bedeutung für die Sicherung eben dieser Belange. Der Besitz eines Hafens oder einer Küste an sich würde nichts besagen ohne entsprechende Sicherung des für die Erhaltung notwendigen Hinterlandes. Von diesem Gesichtswinkel aus kann man den italienischen Lebensraum in vier große Abschnitte zerlegen. Eine der großen Mittelmeertüren, Gibral tar, befindet sich in der Hand der Engländer, gehört aber eigentlich Spanien. Deshalb dürfen Italiens Interessen als„indirekt“ gelten. Spanien, das noch über Centa und die Balearen frei verfügt, besitzt deshalb für das politische Spiel Italiens eine besondere Bedeutung. Man stellt in Rom mit größtem Nachdruck fest, daß keinerlei Gegensätze zwischen beiden Nationen bestehen und jedwede Zusammenarbeit möglich ist. Sollte Spanien wieder in den Besitz der Meerenge von Gibraltar gelangen, würde der spanische Faktor— selbst im Falle von Reibungen— längst nicht die Gefahr darstellen wie heute der englische. Die afrikanische Nordküste ist an zwei Stellen unmittelbar wichtig für die Sicherheit Italiens: in der Mitte Tunesien, im Östen Aegypten. Tunesien in französischer Hand in Verbindung mit Malta in englischer darf ohne Uebertreibung als eine Abschnürung des Mittelmeeres angesprochen werden. Italiens Interessen in Aegypten andererseits sind mittelbar, soweit sie den Suezkanal als die Verbindung zum italienischen Imverium und nach dem Orient be treffen. Mit dem Suczproblem hängt logischerweise zusammen das der arabischen Länder, die als Hinterland der strategischen und wirtschaftlichen Position des Kanals in Frage kommen Arabische Westküste und diejenige Kleinasiens sind deshalb für Italien von unmittelbarem Interesse. Das ist seinerzeit auch dadurch anerkannt worden, daß Smyrna nach dem Weltkriege Italien zugesprochen wurde. Freilich hat die spätere ausgesprochen anti=italienische Politik Englands Griechenland als englischen Funktionär Italien nach Smyrna gesetzt, während nach der griechischen Niederlage durch die Türkei diese von England, wie der jüngste Pakt beweist, ins Schlepptau der englischen Interessen genommen wurde. Auf diese Weise hat England es verstanden, seine Position im östlichen Mittelmeer zu verstärken und gewissermaßen Beschlag auf die Dardanellen zu legen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß Konstantinopel vom italienischen Gesichtspunkt aus eines der verwickeltsten Probleme der internationalen Politik darstellt. Be züglich der Dardanellen hat Rußland— wie man hier betont— immer eine Abneigung gegen die italienische Einstellung gezeigt. Hinzu komme, daReynauds Bauernfängermethoden Kriegsausweitungsabentener im Süden Brüssel, 8. Mai. Zu den„Informationen", die der augenblicklich stark unter norwegischem Katzenjammer leidenden französischen Oeffentlichkeit vorgesetzt werden, veröffentlicht Oberst de la Roaue in der Zeitung„Petit Journal“ einen besonderen Artikel, in dem er ankündigt, man müsse an einer anderen Stelle über die seltsame Erscheinung reden, daß aus Gründen innerpolitischer Art verfrühte Mitteilungen gemacht worden seien, und zwar auch solche über militärische Operationen, die nur Schaden angerichtet hätten. Diese Bemerkung ist eine deutliche Anspielung auf die Methoden Paul Reynauds, der, um sich am Ruder zu erhalten, schon im voraus durch die Presse hatte erklären lassen, Frankreich werde nunmehr in Skandinavien energisch, vorgehen. Der Versuch einer Aktion in Skandinavien ist ja tatsächlich auch gemacht worden. Da nun Herr Reynand seine Bauernfängermethoden kaum geändert haben dürfte, und da er nunmehr durch seine Presse die französische Entschlossenheit im Mittelmeer betonen läßt, ist der Schluß berechtigt, daß er in Kürze, um seiner enttäuschten Oeffentlichkeit etwas Neues vorweisen zu können, sein Land in ein weiteres, diesmal südlicheres Kriegsausweitungsabenteuer stürzen wird. Zeitungen treiben eine nachdrückliche Propaganda, um möglichst viele Halbwüchsige, namentlich aus den englischen Elendsgebieten, anzureizen, sich bei diesem enorm hohen Lohn doch die Sensation der Seefahrt nicht entgehen zu lassen. Die anhaltende lärmende Propaganda in der englischen Presse läßt darauf schließen, daß der Aufruf des Handelsschiffahrtsministers, für einen Wochenlohn von 35 Schilling sein Leben zu riskieren, selbst bei abenteuerlustigen Halbwüchsigen nicht verfängt. Immer neue Munitionsfunde in Norwegen Berlin, den 8. Mai. Obwohl die Befriedungsaktion in Mittel= und Südnorwegen als abgeschlossen gelten kann, sind die von den deutschen Truppen sichergestellten Mengen von Waffen und Munition noch nicht endgültig zu übersehen. Fortlaufend gehen neue Meldungen über aufgefundene Lager ein. Für die Sicherung des Norwegen=Raumes, besonders des Küstenschutzes, ist die Beschlagnahme norwegischer Küstenbatterien besonders wesentlich. Auch beim Absuchen der Küstenräume werden immer wieder neue Waffen vorgefunden und sichergestellt. Bei der Durchsuchung der den Gewässern von Bergen vorgelagerten Inseln konnten mehrere Geschütze mittleren Kalibers mit zahlreicher Munition und einige gebrauchsfertige Scheinwerferanlagen übernommen werden. Die Indienststellung der für die Küstenbewachung notwendigen norwegischen Fahrzeuge unter deutscher Kriegsflagge macht ständig weitere Fortschritte. Am Montag konnten sieben größere und zehn kleinere Bewachungsfahrzeuge armiert und bemannt werden. „Völlig unbegründete Sorgen“ Kopenhagen, den 8. Mai. In einem Bericht von„Berlingske Tidende“ über die Rückkehr einiger dänischer Touristen aus Norwegen, die sich dort zum Wintersport aufgehalten hatten, wird gleich zu Beginn festgestellt, daß sich alle Sorgen, die sich einige dänische Familien um das Schicksal von Verwandten und Bekannten nach der deutschen Schutzbesetzung Norwegens machten, als völlig unbegründet erwiesen hätten. Es sei keinem der dänischen Feriengäste in Norwegen etwas geschehen, sagt das Blatt, das dann einen der jetzt mit anderen Touristen nach Kopenhagen zurückgekehrten von seinen Erlebnissen erzählen läßt. Er berichtet, wie sie von Sinse nach Vinge gelangten, wo sie vom deutschen Kommandanten hörten, daß sie ruhig nach Oslo weiterreisen könnten. Die 230 Kilometer lange Wanderung, auf die sie sich vorbereitet hatten, wurde ihnen, wie der Erzähler hervorhebt, dank der Hilfsbereitschaft des deutschen Militärs sehr verkürzt. Sie konnten den größten Teil der Strecke auf ihnen zur Verfügung gestellten Automobilen und den Rest des Weges mit der Eisenbahn fahren, und in Oslo wurde ihnen die Ausreisegenehmigung nach Dänemark durch den deutschen Konsul gegeben. die Interessen Rumäniens und Bulgariens in der einen oder anderen Form mit hineinspielen. Das xumänische Problem sei aber, politisch und geographisch, von sekundärer Bedeutung, weil eng mit dem ungarischen verbunden, das für Italien von ausschlaggebender Wichtigkeit bleibe. Deshalb werde der ganze Balkankomplex ein entscheidender Faktor zur Lösung der Mittelmeerfrage, zumal Italien durch die Vereinigung mit Albanien zur stärksten Balkanmacht geworden sei. Nicht ohne Berechtigung wird in Italien immer wieder auf die Erklärung zurückgegriffen: Wer am Balkán rührt, rührt an Italien! Im Nord=Sektor fällt nach weitverbreiteter italienischer Auffassung— von kleinen sentimentalen Wünschen wie Nizza und Savonen abgesehen— der italienische Lebensraum mit den gegenwärtigen Grenzen zusammen. Italien hat vor allem keinerlei Aspiration gen Norden, nachdem durch die geschichtliche Tat des Führers das dornige Oberetschproblem ein= für allemal eine beide Teile befriedigende Lösung in der endgültigen Festsetzung der Brenner=Grenze gefunden hat. In ganz großen Strichen haben wir versucht, den Nahmen für eine weitere Behandlung des italienischen Lebensraumes zu ziehen, dessen endgültige Lösung von dem Ausgang des gegenwärtigen Krieges abhängen wird. Ganz allgemein geht eine starke Tendenz in Italien dahin, daß mit der Oesfnung des Atlantik für Großdeutschland und der Schaffung einer offenen Tür nach dem Persischen Golf für Rußland auch die Lösung der Mittelmeerfrage für Italien verhältnismäßig leicht fallen dürfte. Verhältnismäßig leicht: ausdrücklich sei diese Einschränkung erwähnt, nachdem der Hauptgegner Italiens in diesem Raum seine Flottenstreitkräfte aufgeboten hat, um die Lösung des Problems zu verhindern oder zu erschweren. Beick in die Heimat Wenn alles blüht und sprießt.. Jetzt blühen sie wieder, die Bäume, Und wünschen sich wieder heiß, Daß keiner das Blühen versäume In Rosa, in Gelb und in Weiß. Sie breiten die schwingenden Aeste Wie Arme zum Menuett, Und sagen mit fragender Geste: „Sind wir nicht süß und kokett?“ Auch die Pünktchen müssen dran glauben Für einen Schlips, für ein Tuch. Man wird sich ein Blüschen erlauben; Die Kleiderkarte führt Buch. So geht das in lenzlichen Tagen; Wenn sich die Landschaft verjüngt, Da soll auch von uns niemand sagen, Daß uns nicht gleiches gelingt. Linda. Jagd nach einer Karte Haben Sie schon eine Mittelmeerkarte? Eine große, die man zu Hause an die Wand heftet, um alle außenpolitischen Ereignisse darauf verfolgen zu können? Man braucht sie jetzt. Das Feld des großen Geschehens hat sich geweitet... Seit wenigen Tagen hat eine förmliche Jagd nach den großen bunten Karten eingesetzt. Ueberall wurden sie verkauft, in den Geschäften, in den Geschäftsstellen der Zeitungen und natürlich an den Zeitungshäuschen auf der Straße. Die Leute rissen sich darum. Und sie reißen sich noch immer darum. Jeder will jetzt blitzartig nachsehen können, wo alle die in den letzten Tagen so viel genannten Städte liegen und will zu Hause, ganz für sich allein, auch ein bißchen Generalstab spielen und kombinieren, wie es nun weiter geht. Gestern, als ich mir gerade auf der Straße bei meinem Zeitungshändler in seiner kleinen Bude eine Zeitschrift holte, kam eine Frau angeschossen, schob Geld durch das kleine Fensterchen und sagte:„Geben Sie mir bitte eine Karte vom Mittelmeer.“ Der Zeitungsverkäufer zuckte bedauernd die Achseln:„Leider alles ausverkauft fragen Sie mal morgen nach!“ Die Frau sah beleidigt aus.„Ausverkauft? Sie hatten doch vor einer Stunde noch welche da?“, meinte sie gekränkt.„Hatte ich auch, dann hätten Sie eben vor einer Stunde gleich eine kaufen sollen. Ein paar hundert Stück sind schon weggegangen wie warme Semmeln...“ Es dauerte gar nicht lange, da fragte schon wieder jemand noch einer Karte. Der Mann schüttelte den Kopf, als er keine Karte bekam:„An drei Stellen habe ich nun schon gefragt!“ Da freute ich mich, daß ich gleich als erster eine gekauft hatte. Sie hängt nun, bunt, zu Hause an der Wand, und wir haben mit bunten Stecknadelköpfen die Städte markiert, von denen in diesen Tagen die„H3“ immer wieder berichtet. Und jedesmal, wenn wir vor der Karte stehen, blickt Käthe auf England und sagt:„Platzen sollen sie!“ Vor Aerger nämlich. und Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat eine Urlaubsregelung für die zum Sicherheits= und Hilfsdienst und zum Luftschutzwarndienst einberufenen Kräfte getroffen. Den verheirateten Einberufenen kann viermal im Kalenderjahr eine freie Urlaubsreise nach dem Wohnort ihrer Familie gewährt werden. Den Verheirateten gleichgestellt sind Unverheiratete, die im eigenen Hausstand aus gesetzlicher oder sittlicher Verpflichtung Verwandten bis zum vierten Grad, Verschwägerten bis zum zweiten Grad, Adoptiv= oder Pflegeeltern oder uneholichen Kindern Wohnung und Unterhalt gewähren. Den ledigen einberufenen Kräften kann zweimal im Kalenderjahr eine freie Urlaubsreise nach dem Wohnort ihrer Eltern oder, falls diese verstorben sind, nach dem ihrer Geschwister gewährt werden. — Kurzarbeiterunterstützung bei Ausfällen wegen Hochwasser. Eine Stellungnahme des Reichsarbeitsministers klärt die Frage der Kurzarbeiterunterstützung bei Arbeitsausfällen, die durch Hochwasser bedingt sind. Danach können die Auswirkungen außergewöhnlicher Naturereignisse nicht mit den Arbeitsausfällen verglichen werden, die in einem Beruf üblicherweise durch Witterungseinflüsse entstehen. Die durch außergewöhnliche Naturereignisse verursachten Arbeitsausfälle haben vielmehr dieselben wirtschaftlichen Folgen wie die sonstigen durch Arbeitsmangel bedingten Arbeitsausfälle, die nach den Bestimmungen der Kurzarbeiterfürsorge zur Gewährung der Kurzarbeiterunterstützung führen, so daß sie diesen gleichgeachtet werden müssen.* nili Disziplinlose Jugendliche werden gestellt und angezeigt Bei der Durchführung des Jugendschutzes mit seinen Verboten des Herumtreibens während der Dunkelheit, des unerlaubten Besuchs öffentlicher Lokale, des Alkoholgenusses, des öffentlichen Rauchens usw. wird auf Befehl des Reichsjugendführers auch die HJ. tatkräftig mitarbeiten. Zu diesem Zweck hat der Reichsjugendführer als Ingendführer des Deutschen Reiches Richtlinien erlassen. Die HJ=Führer haben hiernach dazu beizutragen, daß jedem Jungen und Mädel die neuen Verbote bekannt und Uebertretungen nachdrücklich bestraft werden.— Grundsätzlich sollen die HI=Führer in allen festgestellten Fällen einer Uebertretung der Verordnung Anzeige an die Polizei erstatten. Es soll all den Jugendlichen, die nicht die Selbstdisziplin besitzen, den Geboten der Jugendführung Folge zu leisten, durch Strafe gezeigt werden, daß solche Disziplinwidrigkeiten nicht geduldet werden. Wenn die Väter und Brüder im Felde zu größtem persönlichen Opferbringen dastehen, ist es Ehrenpflicht eines jeden einzelnen Jungen und Mädel, daß jeder Jahrgang, der vielleicht noch zur Verteidigung des Reiches aufgerufen wird, stark und gesund dasteht, und zwar noch straffer und gefestigter als im Frieden. Die nachgeordneten Dienststellen des Jugendführers des Deutschen Reiches sind angewiesen, bei der Polizei darauf hinzuwirken, daß den Bannen der HJ in allen Fällen festgestellte Uebertretungen der Verbote gemeldet werden.* Die erste Mannschaft des Hattinger Sportverein 04 e. V., der die Kriegsmeisterschaft 1939/40 in der Ruhrtalgruppe erkämpfte.(Foto: Rosenkranz.) Der heutige Hattinger Stadtspiegel — Handbuch der WHW=Abzeichen. Das mit Unterstützung des Reichsbeauftragten und der Dienststelle des Gaubeauftragten in Berlin für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, Abteilung Haus= und Straßensammlungen, herausgegebene„Handbuch der WHW=Abzeichen“ ist soeben erschienen und bei allen KöFSammlergruppen zum Preise von 80 Pfg. zu haben. Das Handbuch bringt erstmalig eine planmäßige Zusammenfassung aller durch das Winterhilfswerk ausgegebenen Abzeichen und Plaketten und entspricht damit den vielen tausend Wünschen der Sammler. Jede Plakette ist abgebildet. Das Handbuch ist daher für' jeden Plakettensammler ein unentbehrlicher Ratgeber. — Ehrenurkunden für Arbeitsjubilare. Es scheint noch nicht allen Betriebsführern bekannt zu sein, daß die Deutsche Arbeitsfront für Gefolgschaftsmitglieder(soweit sie Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind) bei 25= bzw. 40jähriger Betriebszugehörigkeit Urkunden ausstellt. Antragsformulare sind bei der zuständigen Kreiswaltung der DAF des Gaues Westfalen=Süd anzufordern. Es sei bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß Hausgehilfinnen schon bei 10 und weiter bei 15= bzw. 20jähriger Zugehörigkeit zu einer Hausgemeinschaft eine Ehrenurkunde ausgehändigt erhalten. Die Anträge müssen acht Wochen vor dem Jubiläumstag bei der Kreiswaltung eingereicht werden, da die Ehrenurkunden als solche von der Reichsleitung ausgestellt werden, nsg — Urlaub für Sicherheits=, Hilfs= und Luftschutzwarndienst. Der Reichsminister der Luftfahrt — Wieder großes KdF=Varieté in Hattingen. Die NSG„Kraft durch Freude“ Hattingen veranstaltet wiederum zur Erholung und Freude ein großes Varieté am Sonntag, dem 19. Mai 1940, nachmittags um 16 Uhr im Evgl. Gemeindehaus. Auch dieses Varieté ist erstklassig besetzt: Walter Günther als Ansager, Thea Wohlgemut Akkordeon, 4 Livier Kugelakt, Tirpo und Williams Reckakt, Mac Turc komischer Joungleur, Lisa das Sportmädel, Trio Hey denreich Stepptanz, Otti und Paul Harders Kombinationsakt, Heing Nerlich Pianist. Die Eintrittskarten sind wie immer in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben: Overbeck, Hundt, Holborn, Posteher, bei allen Kde=Betriebswarten und bei der KöF=Dienststelle im Arbeitsamt. — Jetzt auch Hackfleisch mit Knochenbeilage. Bei Abgabe von Fleisch, das oyne Knochen verkauft wird, ist bekanntlich auf Verlangen des Käufers eine Knochenbeilage hinzuzufügen oder, wenn knochenloses Fleisch ohne Knochenbeilage verlangt wird, ein entsprechender Abzug an der Gewichtsmenge zu machen. Bisher fehlte jedoch eine Regelung darüber, wie bei der Abgabe von Hackfleisch, Hackepeter, Gehacktem und Schabefleisch zu verfahren sei. Diese Lücke ist jetzt beseitigt. Da nach ist Fleisch grundsätzlich mit eingewachsenen Knochen abzugeben. Bei Abgabe von Fleisch, das handelsüblich ohne Knochen verkauft wird(z. B. Schnitzel, Filet, Rouladen, Hackfleisch, Hackepeter, Gehacktes, Schabefleisch usw.) ist auf Verlangen des Käufers eine Knochenbeilage, die gesondert zu wiegen und zum Knochenpreis zu berechnen ist, hinzuzufügen. Sie darf bei Schweine sleisch 20 Prozent, bei Rindfleisch 25 Prozent, bei Kalbfleisch 30 Prozent der auf Kartenabschnitte abzugebenden Fleischmenge nicht überstei gen. Wird die Abgabe von knochenlosem Fleisch ohne Knochenbeilage verlangt, so vermindert sich die Gewichtmenge um den angegebenen Hundertsatz. Hammelfleisch ist nur mit eingewachsenen Knochen abzugeben. Es kommen beim Verkauf von Hackepeter 20 Prozent, bei Schaberfleisch und auch bei Gehacktem 25 Prozent Abschlag in Frage.* Und heute abend wieder in die gemütliche — Die Jugend spart. Auch in diesem Jahr will die Hitler=Jugend in den Sommerferien wieder auf Fahrt und ins Lager gehen. Dazu aber ist es nötig, daß jeder Junge uno jedes Mädel schon jetzt beginnt, eifrig zu sparen, damit sie, wenn es losgeht, nicht plötzlich dastehen und nicht mitkönnen, weil die Eltern den Betrag nicht auf einmal Blankenstein bezahlen können. Daher ergeht noch einmal der Appell an die Jugend, die Sparkarten nicht nutzlos zu Hause liegen zu lassen, sondern laufend Sparmarken zu erwerben, damit die Teilnahme an Lägern und Fahrten sichergestellt ist. nsg PILSSTUBE H. F.. Steinsiepe, Essen- Steele Bochumer Strafle 95 — Verschärfte polizeiliche Ueberwachung des Kraftverkehrs zu Pfingsten! In den nächsten Tagen und während der Pfingstfeiertage werden die durch die Polizei ständig durchgeführten Kontrollen des Verkehrs mit Kraftfahrzeugen in verstärktem Maße fortgesetzt. An alle Halter von Kraftfahrzeugen ergeht die Mahnung, jede Fahrt, die nicht dem öffentlichen Interesse dient, zu unterlassen. Sofern mißbräuchliche Benutzung von Kraftfahrzeugen bei den Kontrollen der Polizeibeamten festgestellt wird, wird der rote Winkel ohne Nachsicht entfernt. Darüber hinaus wird ein Strafverfahren eingeleitet.* — Ausschütten von Kohlen auf Gehwegen. Es ist in letzter Zeit die Wahrnehmung gemacht worden, daß mit Kohlen beladene Fahrzeuge, insonderheit Lastkrastwagen, die Gehwege zum Ausschütten der Kohlen befahren. Die leichte Befestigung der Gehwege, die nur für den Fußgängerverkehr berechnet ist, läßt einen Verkehr von Fahrzeugen mit größeren Lasten auch auf gummibereiften Wagen nicht zu. Auch wird darauf hingewiesen, daß Führer von Fahrzeugen stets die Fahrbahn zu benutzen haben. Das Befahren der Gehwege ist nach wie vor untersagt. — Personenstandsnachrichten. Hier wurden eingetragen an Geburten: Hans=Joachim Steinkamp, Welper, Hindenburgring 54; Werner Roy, Welper, Müsendrei 42; an Heiraten: Paul Karl Ruthof, Bochum, Küggersstraße 108, und Margaretha Lehberger, Welper, Hindenburgring 92; Ludwig Albert Löwenstein, Glogau in Schlesien, und Irmgard Ilse Wick, Welper, Göringstraße 51; an Sterbefällen: Heinrich Oel, Blankenstein, Wittener Straße 10. Sprockhövel — Chronik über Leben und Sterben. Beim hiesigen Standesamt wurden in der vergangenen Woche folgende Personenstandsfälle beurkundet: Geburten: Ulrike Bubenzer, Niedersprockhövel(4. Kind).— Eheschließungen Otto Finger, Niedersprockhövel, mit Elli Meis, Bredenscheid=Stüter.— Sterbefälle: Stefan Frackowiak, Niedersprockhövel, 32 Jahre alt; Alwine Wilke, Obersprockhövel, 81 Jahre alt. — Zur SA überwiesen. Am Sonntag fand die feierliche Ueberweisung der Hitlerjungen in die SA statt. Sie nahmen mit den Männern des aktiven SA=Sturmes an der Turnhalle Aufstellung, wo Obersturmführer Haßler eine Ansprache an die jungen SA=Männer richtete, sie verpflichtete und auf die Fahne des Sturmes vereidigte. Anschließend marschierte man geschlossen durch den Ort zum Sturmlokal. heute noch mehr Bienenzucht! Auch in der Stadt gibt es Möglichkeiten dazu In unserer Ernährungswirtschaft spielt auch die deutsche Kleintierzucht eine viel größere Rolle, als man gemeinhin anzunehmen geneigt ist. Vergegenwärtigt man sich aber, daß der direkte Nut zen, d. h. der Wert der Erzeugnisse aus der Klein tierhaltung, 1200 Millionen RM. beträgt, so heißt das, daß die Werte aus der Kleintierzucht den zehnten Teil der in der gesamten Landwirtschaft erzeugten Güter ausmachen. Dazu kommen noch die mittelbar erzeugten Werte, die die eben ge nannte Zahl noch um mehrere hundert Millionen RM. erhöhen. In diesen Zahlen wirkt sich vor allem die Blütenbestäubung der Obstbäume, des Rapses und vieler anderer Kulturpflanzen aus, denn der Nutzen, der allein durch die Blütenbestäubung der Bienen entsteht, beläuft sich auf über 400 Millionen RM. Es kommt ganz besonders heute also darauf an, die Kleintierzucht noch weiter zu steigern, damit die Werte, die in ihr heute noch brach liegen, nutzbar gemacht werden. Der Imker wird auch in diesem Jahre dem Ruf der Reichsfachgruppe Imker folgen und seinen Stand vergrößern, denn noch fließen in deutschen Landen große Nektarströme unausgenutzt. Aber auch der jenige, der bisher noch nichts mit der Bienenzucht zu tun hatte, sollte sich der Imkerei zuwenden, sofern er Lust und Neigung dazu hat. Das gilt vor allem von dem Bauern, der zugleich durch eine entsprechende Betriebsweise die Möglichkeit hat, maßgebend auf die Verbesserung der Bienenweide einzuwirken, das gilt auch von dem landwirtschaftlichen Arbeiter, dem Handwer ker, Gewerbetreibenden und Beamten auf dem Lande; sie alle haben meistens noch besser als der Stadtbewohner Gelegenheit, sich einen Bienenstand zu errichten. Aber auch in der Stadt gibt es Möglich keiten dazu genug. Stadtrandsiedlungen und Schrebergärten sollen nie ohne einen Bienenstand sein, denn überall wird Obst gezüchtet, und Obstbäume bringen reiche Erträge nur, wenn Bienen die Blüten befliegen. Außerdem hat auch fast jede Stadt in ihren Straßenbäumen, die aus Lin den, Ahornarten, Kastanien und ähnlichen auch für die Bienenzucht nutzbaren Bäumen bestehen, in ihren Parks und Anlagen mehr eigene Bienen weiden, als der Laie ahnt, verfügt doch selbst die Reichshauptstadt über viele tausend Bienenvöl ker. Man sieht, die Möglichkeit, Bienenzucht zu treiben, ist überall gegeben. Und vor allem: die Bienenzucht ist auch überall lohnend, sie soll nur richtig betrieben werden, da die Völker natürlich einer entsprechenden Pflege bedürfen. Aber auch das ist bald gelernt, da überall Ortsfachgruppen Imker bestehen, die dem Anfänger zur Seite stehen und ihm auch, wo das nötig ist, einen Paten stellen, der ihn in die Imkerei einführt. Galt früher die Bienenzucht als eine Arbeit, die nur von Männern ausgeübt wird, so haben sich die Verhältnisse darin grund legend gewandelt: Schon im Weltkrieg sind die Frauen an die Stelle der einberufenen Männer getreten und haben deren Bienenstände vor dem Untergang bewahrt. In der Folgezeit haben dann auch viele junge Mädchen sich der Imkerei zugewandt und schaffen heute noch als verheiratete Frauen am eigenen Stand und erwerben damit für die Familie eine zusätzliche Einnahme, die oft recht beträchtlich ist. Auch jetzt wieder sind in vielen tausend Fällen die Frauen auf dem Bienenstand der Männer tätig und helfen durch ihre Arbeit mit, Nahrüngsmittel und andere Werte zu erzeugen die wieder dem Volksganzen zugute kommen. — Verlegung der Dienststelle des Gauwirtschaftsheraters von Bochum nach Dortmund. Das Amt des Gauwirtschaftsberaters der Gauleitung adenf 3 Westfalen=Süd der NSDAP wird am Donnerstag, dem 9. Mai, von Bochum nach Dortmund in die Diensträume der Bezirkswirtschaftskammer Westfalen und Lippe, Dortmund, Märkische Straße 120, Ruf 20 311, verlegt. Aus diesem Anlaß sind die Büros des Gauwirtschaftsberaters am 8. und 9 Mai für den Dienstverkehr geschlossen, nsg — Hitler=Jugend Gef. 17/99. Zu dem am Freitag, dem 10. Mai, stattfindenden Gefolgschaftsappell tritt die Hitler=Jugend um 20.15 Uhr an der Burgschule in Unteraltendorf an. Erscheinen ist Pflicht. Gute Jussichten für Jungbergmänner 87 Gau- und Kreissieger einer Schule zugeführt Das Fachamt,„Bergbau“ der Deutschen Arbeitsfront und die Wirtschaftsgruppe Bergbau wandte, sich vor einiger Zeit an die deutsche Iugend, um den Nachwuchs für den Steinkohlenbergbau zu sichern. Die Berufsaussichten für die Jungbergmänner sind heute besser als früher, so stellt der NSG fest. Zunächst sichert ein dreifähri ges Ausbildungsabkommen, die lückenlose Grundausbildung. Der Jungbergmann kann nach bestandenem Hauerkursus die verschiedensten Tätig keiten als Kohle=, Gesteins= und Schachthauer ausüben und kann dann Ortsältester, Partiemann oder Drittelsführer werden. Danach steht ihm der Weg zum Ober= und Fahrhauer offen. Der begabte Jungbergmann, der im Besitz des Hauerscheines ist und das 20. Lebensjahr erreicht hat, kann nach vierjähriger Untertagetätigkeit die Bergvorschule und Bergschule besuchen. Der erfolgreiche Abschluß des Schulbesuches bietet ihm die Möglichkeit, die Steigerberufe zu ergreifen, Ein weiterer Spezialkursus gibt die Möglichkeit, Lehrer an der bergmännischen Berufsschule, Ausbildungssteiger oder Beauftragter der Unfallver sicherung zu werden. Wenn der Lehrhauer als Markscheidergehilfe tätig ist und später die Vermessungssteigerklasse der Bergschule besucht, wird er Vermessungssteiger. Wenn der Bergmann an einer weiteren Entwicklung Interesse hat, so steht ihm der Weg für die Ober= oder Betriebsführerklasse der Bergschule offen, um Fahrsteiger, Obersteiger und schließlich Betriebsführet zu werden. Den Bergschulabsolventen gibt ein Erlaß des Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung die Möglichkeit zum Studium an einer Bergakademie ohne Reifeprüfung, so daß der Volkschüler DiplomBergingenieur oder Assessor werden kann. Die schwere(körperliche Anstrengung der Untertagearbeit wird durch den Einsatz von hochwertigen Maschinen immer mehr verringert. Fast alle großen Bergbaubetriebe haben heute Lehrwerkstätten auf Grund der Pläne der Deutschen Arbeitsfront, in denen der Bergjungmann eine vielseitige handwerkliche Ausbildung erhält. Die Begabtenförderung in der Deutschen Arbeitsfront wird gerade im Bergbau mit besonderem Erfolg durchgeführt. So ist zum Beispiel aus dem Leistungsberuf des Gaues Westfalen=Süd zu ersehen, daß 87 Gau= und Kreissieger aus dem Bergbau einem ordentlichen Studium zugeführt werden konnten, von denen 39 auf Kosten ihrer Betriebe studieren. Durch diesen Einsatz der Betriebsführer sichert man sich im Bergbau die besten Arbeitskräfte, Um den Tschammer-Pokal Die Ganklasse greift ein An den Pfingstfesttagen schalten sich nun auch die Bereichsliga=Vereine in den Kampf um den Tschammer=Pokal ein. Im Westen machen die drei Bereichsmeister Schalke, Fortuna und Mülheimer SV in der ersten Hauptrunde noch nicht mit. Ueber Pfingsten spielen: In Westfalen: 12. Mai: Borussia Rheine— Preußen Münster; Münster 08— SpVgg. Röhlinghausen; BV 12 Gelsenkirchen— Gelsenguß Gelsenkirchen; VfB Bielefeld!— Dürkopp Bielefeld; TuS Neheim— SV Herdrugen; VfL 48 Bochum— SC Altenbochum; FC Schwelm— TuS Milspe. Am Niederrhein: 12. Mai: Meidericher SV— Hamborn 07; Rot=Weiß Oberhausen— Sterkrade 06/07; Grün=Weiß Viersen— 3V Meerbeck; VfL Preußen Krefeld— Duisburg 48/99; SC Neuß— Rot=Weiß Essen; VfR Öhligs— VfB Hilden; Glashütte Gerresheim— Edelstahl Krefeld; Duisburger FV 08— BV 16 Essen; VfB Lohberg— Westende Hamborn; Einigkeit Remscheid— Schwarz=Weiß Wuppertal; ETB Schwarz=Weiß Essen— TuS Hølene Altenessen; SV Richrath— SV Langerfeld; Essen=West 81— Rellinghausen.— 13. Mai: Turn Düsseldorf— Westfalia Herne. Am Mittelrhein: 12. Mai: Sülz 07— Rhenania Köln; BV Euskirchen— FV 08 Godesberg; Mudersbach— RSV Eiserfeld; Alemannia Aachen— Palenberg; SC Eschweiler— Düren 99; Stolberg— Rhenania Würselen; Vallendar— SV Beuel; Eintracht Kreuznach— Westmark Trier.— 13. Mai: VfR Köln— SV Bayenthal; SV Siegburg— Kölner BC; FV Neuendorf— SpVgg. Andernach. SC Dahlhausen noch weiter gesichert Der SG Wattenscheid wurden auch die letzten beiden Punkte abgezogen Wie durch den Gauobmann für die Spielreihe Fußball mitgeteilt worden ist, ist die Veröffentlichung über die Wertung des Spieles Sportgemeinschaft Wattenscheid— SC Dahlhausen 07/16 versehentlich unterblieben. Da der nicht spielberechtigte Spieler bei der Sportgemeinschaft Wattenscheid in diesem Spiel mitwirkte, ist auch dieses Spiel für die Sportgemeinschaft Wattenscheid verloren. Dahlhausen hat damit zwei wichtige Punkte zugesprochen erhalten. Niederrhein=Bezirksklasse im Punktekampf Die Meisterschaft der niederrheinischen Fußball=Bezirksklasse wird an den Psingsttagen u. a. mit folgenden Spielen fortgesetzt: Gruppe 3: 12. 5. 1. FC Styrum— BV Altenessen. Grüppe 5: 12. 5. BV Lüttringhausen— Borussia Velbert; SSV Velbert— SV Langenberg; 13. 5.: Schw.Weiß Wuppertal— VfB Remscheid; Sonnborn 07— TuS Ronsdorf. die deutsche Fußballmeisterschaft Fünf Spiele am 12. Mai Die Vorrundenspiele zur Deutschen Fußballmeisterschaft werden am Pfingstsonntag, dem 12. Mai, in vier Gruppen fortgesetzt. Es sind nachstehende fünf Treffen angesetzt worden: 1a: Union Oberschöneweide— BfB Königsberg im Olympiastadion; 1b Rapid Wien— NSTG Graslitz in Wien; 2: VfL Osnabrück— 1. SV Jena in Osnabrück (Schiedsrichter: Rosenkrantz, Gelsenkirchen); 4. Offenbacher Kickers— 1. FC Nürnberg in Frankfurt a. M.(Trompetter, Köln); Stuttgarter Kickers— SV Waldhof in Stuttgart(Wingenfeld, Fulda). Ein Steher führt in der Straßenmeisterschaft Mit wenigen Ausnahmen ist es im Straßenrennsport Dauerfahrern gelungen, große Leistungen zu vollbrinkgen. Zu diesen Ausnahmen gehört in diesem Jahre der Berliner Georg Stach, der vor zwei Jahren Dauerfahrer wurde und besonders auf der Winterbahn Großes leistete. Im Kampf um die Deutsche Straßenmeisterschaft hat er sich nach seiner Rückkehr zur Straße an die Spitze der Punktwertung gesetzt. Er führt mit einem Punkt Vorsprung vor Scheller. Am 12. Mai fällt in der Bayerischen Ostmarken=Fahrt die Entscheidung, in die jedoch noch Wengler, Weckerling, Hoffmann und Herber eingreifen können, die nur wenige Punkte im Rückstand sind. Nach zwei Läufen(Hainleite und Sachsenpreis) ergibt sich folgender Stand: 1. Stach(Berlin) 47 Pkt., 2. Scheller(Schweinfurt) 46 Pkt., 3. Wengler(Bielefeld) 44 Pkt., 4. Weckerling(Bielefeld) und Hoffmann(Berlin) je 42 Pkt., 6. Gerber(Chemnitz) 41 Pkt., 7. Hackebeil(Chemnitz) 37 Pkt., 8. Menapace (Jestetten) 34 Pkt., 9. Bautz(Dortmund) 33 Pkt., 10. Umbenhauer(Nürnberg) 32 Pkt. Amatenr=Weltmeister wurde Berufsfahrer Hollands Amateurweltmeister Derksen hat den Uebertritt ins Berufsfahrerlager endgültig vollzogen; sein Debui im neuen Metier gibt er am 13. Mai in Assendelft (Holland) gegen seinen Landsmann van Vliet. Jean Kreitz wieder k. o.=Sieger In der ausverkauften Albert=Halle stand bei den Berufsboxkämpfen des Leipziger KdF=Boxringes die erneute Begegnung zwischen Jean Kreitz und Karl Meler(Singen) im Mittelpunkt. Schon einmal war der Süddeutsche von Kreitz entscheidend besiegt worden. Meier boxte diesmal recht vorsichtig. Er hielt immer tapfer mit, erlitt aber schon in der ersten Runde eine Verletzung am Auge, die ihn nach der sechsten Runde zwang, den Kampf aufzugeben. So siegte auch diesmal der Aachener durch k. o.— Einen haushohen Punktsieg trug im Leichtgewicht der Weißenfelser Ködderitzsch über Bielski(Solingen) davon. Im Halbschwergewicht war der Hamburger Richard Vogt seinem Gegner Gurray(Stuttgart) weit überlegen. Gurray verstand es, über die zehn Runden zu kommen; er verlor nach Punkten. Zum Schluß standen sich im Leichtgewicht noch der Leipziger Bernhardt und Dietrich(Singen) gegen über. Nach einem schönen Kampf gab es schließlich ein Unentschieden. Jigarettenautomat mit Feuergeber Aber nur, wenn Groschen fällt- Was Erfindergeist schuf Der deutsche Erfindergeist reißt auch im Kriege nicht ab. Monat für Monat werden aus allen deutschen Gauen Tausende von Erfindungen und praktische Neuheiten für den und DRGM=Schutz beim Reichspatentamt angemeldet; es sind die Zeichen für erfinderisches deutsches Können, das mehr noch im Kriege entfacht wird. Unter den bemerkenswertesten neuesten deutschen Erfindungen, wie sie als„Erfindungen des Monats" in den letzten Wochen beim Reichspatentamt zur Anmeldebekanntgabe gekommen sind und worunter für jeden etwas dabei ist, wird u. a. ein zum Patent angemeldetes Verfahren zur Gewinnung von Spinnfasern aus Walspeck neue Herstellungsmöglichkeiten geben. So erhalten wir von der„Geburt" aus schon wasserfeste Stoffe oder einen„Walspeck=Badeanzug“, mit dem wir aalglatt und dabei doch mit poröser Umhüllung schwimmen können. Für den deutschen Erfinder ist nichts mehr unmöglich. Wenn dies oder jenes etwas knapper werden sollte— wir können ganz beruhigt sein, sogleich ist es der deutsche Erfindergeist, der alle rohstofflichen und technischen Fragen der Zeit zu lösen versteht und vollwertigen Ersatz schafft. So brauchen wir für Taschenlampen keine Batterien und für Handleuchten kein Petroleum mehr, denn eine neuartige deutsche Erfindung brachte eine Hand= und Taschenlampe hervor, die auf dem Wege der automatischen Selbstversorgung Strom erzeugt und daher nie ausgehen kann. Der elektrische Strom aus dem Stromnetz wird ebenfalls immer mehr ausgewertet, selbst für bisher unmöglich gehaltene Dinge. So ist ein erfundenes Gerät zum Messen von Werkstücken auf elektrischem Wege als ein elektrisches Zentimetermaß anzusehen. Mit der Weiterentwicklung der Technik werden die Erfindung immer geheimnisvoller. Ein zum Patent angemeldetes Verfahren zur Feststellung der Lage von Gegenständen mittels Schallwellen ist für manchen sicherlich ein Rätsel. Vielleicht schlummern auch noch in den Rundfunkwellen ahnungslose Auswertungsmöglichkeiten. Die Erfinder jedenfalls grübeln auch weiter darüber nach. Selbst den Blitzeinschlag suchen die Erfinder weiter zu ergründen und zu „lenken". So ist ein Blitzableiter mit direkter Fernmeldung für die Feuerwehr neuerdacht worden, woraus auch die Art des Blitzeinschlages angegeben wird. Des weiteren ist ein Fernmeldeverfahren mittels Rauchmeldung zum Patent angemeldet. Auf allen Gebieten bringt der deutsche Erfinder immer wieder etwas Neues hervor und geht dabei stets mit der Zeit. So trägt eine für den DRGM=Schutz angemeldete als Verkaufspackung dienende Eiszelle insbesondere für Lebensmittel bestimmt mit zum„Kampf dem Verderb“ bei. Desgleichen ein fraßabschreckendes Mittel. Eine feuchtigkeitsfeste Konservendose aus Pappe hilft Metall einsparen. Ein Kraftwagen=Reifenschoner macht den Gummi länger haltbarer. Seife in Tablettenform wird ebenfalls zum sparsameren Verbrauch beitragen und wird, konzentriert in der Westentasche zu tragen, sicherlich schon manchem Reisenden gefehlt haben. Des weiteren finden wir unter den neuesten Erfindungen eine Einrichtung an Kraftfahrzeugen zur Verhütung eines unbeabsichtigten Gasgebens, insbesondere in der Schrecksekunde, eine Schreibmaschine zum Durchschlagen ohne Kohlepapier mittels Farbbänder, eine Maschine zum Oeffnen von Briefumschlägen, eine Leuchtplakette mit erhöhter Strahlung durch aufliegendes Vergrößerungsglas, ein gasdichter Koffer, ein in die Wand versenkbarer Kleiderbügel, ein Streckbett zum Größer= und Schlankwerden, eine Vorrichtung zum Messen der Blutfarbe, ein Zigarettenautomat mit Feuergeber, aber nur, wenn der Groschen gefallen ist, ein Schuh mit biegsamer Holzsohle, eine Vorrichtung zum Herstellen darmlosen Würste. So machen es uns die Erfinder immer praktischer, immer angenehmer. 60000 Franken für eine Tracht Prügel Tragikomischer vierjähriger Schadenersatzprozeß in Gent In einer lauen Frühlingsnacht des Jahres 1937 fällt einem durch die Rue de Massillon in Gent gehenden Passanten auf, daß in dem Laden des Uhrenhändlers Fortune Malvy die Tür halb offen steht. Da Mitternacht vorbei ist, in dem Geschäft aber kein Licht brennt, kommt dem Manne die Sache verdächtig vor. Er wendet sich an andere Passanten, immer mehr Menschen sammeln sich an, aber keiner hat den Mut, in den Laden zu gehen und den Einbrecher unschädlich zu machen. Schließlich, so meint man, könne ja auch ein Mörder eingedrungen sein. Als zwei Polizisten um die Ecke biegen, werden sie sofort informiert. Vorsichtig betreten sie, gefolgt von der neugierigen Menge, das Geschäft. Sie sehen sich zu ihrer Ueberraschung dem„ermordeten“ Herrn Malvy gegenüber. Der ebenso verblüffte Ladeninhaber war nach des Tages Arbeit und Mühe in seiner Werkstatt eingeschlafen, ohne die Ladentür abzuschließen. Alles würde sich in Wohlgefallen aufgelöst haben, aber da verliert der Uhrenhändler die Nerven. Als er sich unsanft aus dem Schlaf gerissen, plötzlich so vielen Menschen gegenübersieht, reißt er in völliger Verkennung der Lage die Arme hoch und schreit gellend um Hilfe. In seiner Aufregung und in dem Halbdunkel bemerkt er nicht die Uniformen der Polizisten. Er sieht nur ein Dutzend Männer, die sein Leben zu bedrohen scheinen. Diese Männer aber fassen die Bewegung des Herrn Malvy nicht als ein Zeichen der„Kapitulation", sondern als eine Angriffshandlung auf. Sie stürzen sich auf ihn, werfen ihn zu Boden, und in diesem Augenblick geht ein Schuß los. Wer hat geschossen? Natürlich der„Einbrecher“. In dem Gedränge hat keiJu Tode geschleift Warendorf. Auf der Landstraße ÖstenfeldeBeelen wollte ein 14jähriger Junge, der bei dem Bauern Holböke in Östenfelde beschäftigt war, nach Erledigung einer Feldarbeit mit dem Pferd, das erst kurze Zeit Gespannarbeiten verrichtete, nach Hause reiten. Der Junge schwang sich auf den Rücken des Pferdes, wobei er als Steigbügel die Kettenringe benutzte, die zum Aufhängen der Scherenbäume des Wagens dienten. Plötzlich scheute das Pferd, warf seinen Reiter ab und raste davon. Beim Sturz blieb der Junge mit dem rechten Fuß in der Kette und mit dem Kopf und den Armen nach unten hängen, während das Pferd im Galopp die Landstraße entlangraste, den Jungen mitschleifend. Erst kurz vor dem Bauernhofe konnte das Pferd zum Halten gebracht werden. Als man den bedauernswerten Jungen aus seiner Lage befreite, war er seinen Verletzungen bereits erlegen. ner gesehen, daß einem der in dem Menschenknäuel eingezwängten Beamten der Revolver zu Boden gefallen und dadurch zur Entladung gekommen ist. Ehe die Polizisten das Mißverständnis aufklären können, ist das Unvermeidliche schon geschehen. Die Menge verabreicht dem armen Ladenbesitzer eine fürchterliche Tracht Prügel und übt solange Lynchjustiz, bis der Mißhandelte wie leblos liegen bleibt und aus vielen Wunden blutet. Erst als die Polizisten sich nach vorne drängen und die Wütenden zur Vernunft bringen, lassen sie von ihm ab. Der Rettungswagen bringt einen zerschlagenen Menschen nach dem Hospital, wo Herr Malvy, der fast zu Tode geprügelte„Einbrecher“, sechs Wochen zubringen muß. Nach seiner Entlassung strengt er gegen die Rohlinge einen Prozeß an, in dem drei der gewalttätigsten Angeklagten zu hohen Geldstrafen verurteilt werden. Herr Malv bringt aber noch einen zweiten Prozeß ins Rollen und dieser richteté sich gegen die Gemeinde Gent, die er auf Schadenersatz von 120000 Franken verklagt. „Städtische Polizisten haben meine Mißhandlung geduldet und verschuldet“, sagt er in seiner Anklageschrift,„also ist die Stadt für den mir durch den körperlichen und durch die Geschäftsschließung entstandenen Schaden haftbar.“ Vier Instanzen beschäftigten sich vier Jahre lang mit der peinlichen Angelegenheit, die eine weist die Ansprüche ab, die andere erkennt sie an, die nächste hebt das vorherige Urteil wieder auf. Erst die letzte entscheidet unwiderruflich, daß ihm zwar nicht 120 000, wohl aver 60000 Franken ausgezahlt werden müssen. Und so erweist es sich, daß Herr Malvy, trotz aller Unbill und allen Unglücks, das ihm widerfahren ist, seinen Vornamen Fortune, der Glückliche, doch zu Recht trägt. Für die Richter fiel entscheidend die Tatsache ins Gewicht, daß die beiden Polizisten einen schweren Fehler begingen, als sie Passanten mit sich in den Laden eintreten ließen. Der gesamte Harz Vogelschutzgebiet Beobachtungen haben in den letzten Jahren ergeben, daß sich der Vogelbestand im Harz wesentlich verringert hat. Ein maßgebender Vogelkenner vertritt sogar die Ansicht, daß beim Fortschreiten dieser Entwicklung die Vogelwelt im Harzgebiet zum Aussterben kommt. Mit Rücksicht darauf, daß die meisten Vögel für die Schädlingsbekämpfung unentbehrlich sind, sind daher jetzt, von Halberstadt ausgehend, Bestrebungen eingeleitet worden, Harz und Vorharz zu einem Vogelschutzgebiet großen Maßstabes zu machen. Erste Besprechungen an maßgebenden Stellen in Berlin haben bereits stattgefunden. Auch die Reichsstelle für Naturschutz hat sich mit diesen Vorschlägen beschäftigt. Die Bestrebungen werden vor allem durch den Hinweis unterstützt, daß beispielsweise eine Meisenfamilie im Jahre eineinhalb Zentner Insektenlarven und Ungeziefer vertilgt und daß der Schädlingsbekämpfung gerade im Kriege eine besondere Bedeutung zukommt. 3000 lun Liele ROMAN VON OLLY BOEHEIM 9. Fortsetzung. Die Sonne sank schon hinter den Tannenwäldern, und die Kirchturmglocke von Rättwik läutete den Abend ein, als das kleine Boot anlangte. „Man wollte schon eine Rettungskolonne ausrüsten, um Vera Verries zu suchen,“ lachte Arne. „Hier sind deine Sachen, nun kannst du zum Diner Toilette machen.“ Vera ging auf seinen Scherz ein, obwohl die Unsicherheit ihr das Herz verbrannte. „Was gibt es zum Diner?“ „Öh, ich habe ein glänzendes Menü zusammengestellt: Fleischbrühe mit Mark, Gänseleber mit Trüffeln, dazu eine Flasche Chablis. Dann kalten Rehrücken mit Cumberlandsauce, und schließlich Eisbombe mit Sekt.“ Er kramte mit geradezu jungenhaftem Eifer eine Kiste aus dem Boot.„Ich hoffe, gnädige Frau werden sich zu dem festlichen Mahl entsprechend kleiden." Vera lächelte etwas gezwungen, nahm den Handkoffer, während Arne die mitgebrachten Büchsen öffnete. Dann breitete er eine weiße Decke auf den Tisch und zündete Kerzen un. „Darf ich bitten,“ rief er in den kleinen Raum, in dem Vera sich umkleidete. Sie kam lächelnd heraus. Ihren schmalen, mädchenhaften Körper umschloß ein schneeweißes Kleid, aus dem sich der schlanke Hals wie der Stiel einer blassen Blume hob. Das tiefschwarze Haar schimmerte bläulich im Kerzenlicht. Der Mann stand wie verzaubert. „Darf ich bitten?“ sagte er und schob ihr einen Stuhl hin. Sie setzte sich zögernd. „Für einen einfachen Fischer hast du im Zusammenstellen von Diners eine erstaunliche Routine,“ sagte sie und sah ihn mit ihren großen, leidenschaftlichen Augen fragend an. „Danke für das Kompliment. Dein Glas, bitte!" „Und eigentlich auch erstaunlich viel Geld,“ fuhr sie anzüglich fort. Der Mann sah sie erstaunt an. Er schien einen Augenblick nachzudenken. „Vielleicht habe ich irgendwo eingebrochen," sagte er lächelnd. Vera wurde blaß. Sie nippte an ihrem Wein, und ihre Hände zitterten. „Könntest du so etwas tun?“ sagte sie mit verhaltenem Atem. „Für dich, Vera, könnte ich stehlen und morden", sagte Arne leichthin und hob sein Glas. Vera legte die Gabel mit einem Ruck nieder. „Sag mir, bitte, warum lebst du in dieser Hütte?“ Arne erhob sich:„Jetzt kommt die Gänseleberpastete— wir wollen beim Essen keine menschlichen Probleme erörtern.“ „Also es ist ein Problem—?“ „Gewiß. Sogar ein sehr ernstes. Ich werde dir alles erklären, vielleicht schon sehr bald.“ „Wenn ich aber nicht mehr warten kann?" „Das täte mir leid, Vera. Für mich hängt alles davon ab, daß du vorläufig nicht fragst—.“ „Das kann ich mir denken!“ sagte Vera plötzlich bitter. „Nein, das kannst du dir nicht denken, denn sonst würdest du nicht fragen.“ Er sah sie an.„Es ist seltsam, Vera, als du noch meine alten Hosen anhattest und das Bauernhemd, da warst du ein ganz anderer Mensch. Und nun in diesem großen Abendtleid hast du etwas von der großen Welt draußen mitgebracht. Meine kleine Waldfrau ist eine Dame geworden. Fast fremd!“ „Du quälst mich,“ sagte Vera.„Du quälst mich furchtbar.“ „Also gut, nimm an, ich wäre ein Gescheiterter. Ja, Vera, ich bin gescheitert. Ich bin an einer Frau gescheitert, wenn du es absolut wissen willst. Ich habe so Schweres erlebt, daß ich den Glauben an die Frauen vollkommen verloren habe und mit ihm den Glauben an die Menschheit. Vielleicht klingt es theatralisch, wenn ich sage, daß ich mich vor dieser ekelhaften Gesellschaft in die Einsam keit geflüchtet habe wie ein Tier. Dann kamst du, und was ich niemals für möglich gehalten hätte: mein Herz, das ich für tot und taub hielt, lebte wieder auf. Ich liebe dich, Vera.“ „Ich liebe dich auch, Arne,“ sagte Vera unter Tränen. Der Mann schloß sie in seine Arme. Ihre nasse Wange lag an seinem Gesicht.„Ich liebe dich, wer du auch immer sein magst." „Das ist das schönste Geschenk für mich, Vera. Du liebst mich. Glaube mir, Vera, die meisten Menschen lieben zuerst die Dinge, die ein Mensch mitbringt. Die Umgebung, das Heim— das Geld. Ich möchte nicht wissen, wieviel weniger Frauen ihr Jawort geben würden, wenn der Mann statt in einer gesicherten Position, mit Auto und Villa, ein kleiner Habenichts wäre. Die Aeußerlichkeiten verdrängen die wirklichen Werte; das Geld greift in die tiefsten menschlichen Beziehungen ein, Vielleicht besteht mein ganzes Geheimnis darin— Vera—, daß ich seine böse Macht zwischen uns ausschalten will.“ „Ich habe Geld nie gefürchtet und nie glühend begehrt,“ sagte Vera;„und doch hatte ich stets das Gefühl, nie um meiner selbst willen geliebt zu werden. Man muß im Leben für alles bezah len, Arne. Das Schicksal kennt keinen Rabatt. Das bißchen Berühmtheit, das man sich schwer erkämpft, quittiert man mit Einsamkeit.“ Sie stützte den Kopf in die Hände und sagte mit einem plötzlichen Ausbruch:„Ich habe so gren zenlose Angst vor Enttäuschung, Arne! Ich bin zu müde daz 1. Ich habe nicht mehr die Nerven dazu. Sage mir, daß du mich nie enttäuschen wirst." „Ich glaube, ich kann es dir versprechen, Vera.“ „Dann will ich versuchen, es zu glauben," sagte die Frau und strich mit großer Zartheit über sein Haar. * Als Anni und Peter nach einiger Mühe Onkel Franz wieder auffanden, war der noch keineswegs aus seinem Schlaf erwacht. Peter bastelte am Mo tor herum, blies die Düse aus, reinigte die Kerzen, sah den Akku nach und seufzte tief. „Ich fürchte Anni, der Akku ist zu Ende. Schau die Winker! Wie lahme Vögel, die nicht mehr die Kraft haben, die Flügel zu heben. Backe, backe, und die Kontrollampe erlischt auch!“ „Wir müssen den Akku auffüllen lassen," sagte Anni beklommen. Peter' pfiff durch die Zähne: „Wenn es damit geschafft ist, haben wir Glück. Aber ich fürchte, er ist entzwei; sonst hätte er sich bei der Fahrt durch die Lichtmaschine automatisch aufgeladen. Womöglich müssen wir einen neuen Akku kaufen." „Und der kostet?“ fragte Anni erschrocken. „Mehr als wir in der Tasche haben auf jeden Fall. Fürs erste müssen wir sehen, daß ein mitleidiges Herz uns bis zur nächsten Reparaturwerkstätte abschleppt.“ So wurde Onkel Franz an den nächsten vorbeikommenden Wagen angeseilt, Peter schaltete den ersten Gang ein und lauschte tief in Onkel Franzens erstorbenes Herz hinein, aber es schlug nicht mehr. Die Reparaturwerkstätte lag neben einer einsamen Handelsbude auf offener Strecke. Onkel Franz wurde von dem Mechaniker in Obhut genommen und kopfschüttelnd betrachtet. Er rief sämtliche Gesellen und sogar den Kaufmann aus der Handelsbude herbei, um dieses Monstrum genügend bestaunen zu lassen. Nein, am Akku läge es nicht, aber— er runzelte die Stirn wie ein Arzt, der sich zu einer schwierigen Operation entschließt und einen fraglichen Ausgang befürchtet: man müßte ihn einmal auseinandernehmen. Benommen standen Peter und Anni daneben. Der Mann kroch in den Motor, hämmerte, schüttelte wieder den Kopf. Ein Stift grinste über sein verschmiertes Jungengesicht, nahm dann die bekümmerte Miene seines Meisters an und schüttelte ebenfalls altklug den Kopf. „Ohne Onkel Franz sind wir vollkommen aufgeschmissen,“ sagte Anni, die sich wie eine Schiffbrüchige in der endlosen fremden Landschaft vorkam, deren einzig belebter Punkt auf Meilen hinaus die kleine Handelsbude war. „Ich fürchte, wir sind auch mit Onkel Franz aufgeschmissen,“ erwiderte Peter, und sein lustiges Gesicht war zum erstenmal von Nachdenklichkeit umschattet. Aber plötzlich sprang er auf.„Ich hab's, ich melde ein Gespräch nach Stockholm an und schildere Öhlsen meine Lage. Er wird ein Einsehen haben." H. B. 100.„Welche Kosten entstehen bei Kauf eines Grundstücks?"—— Für die Beurkundung des Kaufvertrages werden vom Notar zwei volle Gebühren erhoben. Die Gebühr wird regelmäßig nach dem Kaufpreis als Wertmaßstab berechnet. Sie wird aber nach dem Grundstückswert berechnet, wenn dieser höher ist als der Kaufpreis. Für die Beurkundung der Auflassung wird dann keine besondere Gebühr erhoben, wenn die Auflassung mit dem Kaufvertrag zusammen in einer Urkunde beurkundet wird. Wird die Auflassung nach Beurkundung des Kaufvertrages beurkundet, so entsteht eine halbe Gebühr. Für die Umschreibung im Grundbuch wird die volle Gebühr erhoben. Als Wert ist der Gebührenrechnung der Einheitswert zugrunde zu legen, er kann aber aus besonderen Gründen abweichend festgesetzt werden. Neben den eigentlichen Gebühren entstehen weitere Nebenkosten für Schreibgebühren und dergleichen. Die Urkundensteuer beträgt 3 RM. für die notarielle Beurkundung. Die Grunderwerbssteuer wird in Höhe von 5 Prozent nach dem Einheitswert des Grundstückes oder, wenn dieser höher ist, nach dem Kaufpreis erhoben. Hat das Grundstück seit dem Erwerb durch den Veräußerer eine Wertsteigerung erfahren, so wird die Wertzuwachssteuer erhoben. Diese ist in ihren Voraussetzungen und in ihrer Höhe örtlich verschieden. Weltkrieg,„Wieviel Zeitungen erschienen im Weltkrieg? Gemeint sind Kriegszeitungen!“— Nicht weniger als 113 deutsche Kriegszeitungen wurden im Weltkrieg ins Leben gerufen. Die Höchstauflage verzeichnete die„Liller Kriegszeitung", nämlich 110 000. E. O. 700.„Wie ist das jetzt mit der Ausweispflicht?“—— Nach den gesetzlichen Bestimmungen müssen sich im Reichsgebiet auf amtliches Erfordern alle über 15 Jahre alten deutschen Staatsangehörigen und Angehörige des Protektorats Böhmen und Mähren jederzeit durch einen amtlichen Lichtbildausweis, nichtreichsangehörige Personen durch einen Paß über ihre Person ausweisen. In einem Erlaß wird klargestellt, daß als„amtlich“ nur solche mit dem Lichtbild des Inhabers versehenen Personenausweise anzusehen sind, die von einer Behörde oder Parteidienststelle ausgegeben sind. Zu der ersten Gruppe gehören neben Paß und der Kennkarte z. B. Dienstausweise, das Mitgliedsbuch der NSDAP und Führerscheine der Kraftwagenführer. Gustav Fl.„Wie kann ich einen Keller austrocknen?“—— Zum Austrocknen des Kellers verwendet man Chlorkalzium, das man in einer leeren Konservenbüchse im Keller aufstellt. Bald hat das Salz soviel Feuchtigkeit angezogen, daß sich das Wasser darüber ansammelt. Man gießt es jedoch nicht weg, sondern lasse es bei starker Hitze verdunsten. So behandelt, läßt sich das Salz mehrmals verwenden. Zum Austrocknen eines großen Kellers braucht man etwa 1 Pfund Chlorkalzium. Wette.„Wieviel Millionenstädte gibt es?“ Nach den neuesten Zählungen gibt es 45 Millionenstädte, von denen die größte New York mit 9,3 Millionen ist. Dann folgt London mit 7,8 Millionen, Tokio mit über 6,98 Millionen. Es folgt Paris mit 4,96 Millionen und Berlin mit 4,29 Millionen. Wir nennen Ihnen noch folgende Städt": Chikago mit 3,2 M., Osaka mit 3,1 M., Moskau mit 2,1 M., Philadelphia mit 2,1 M., Detroit mit 1,4 M., Leningrad mit 1,66 M., Kioto mit 1,11 M., Glasgow mit 1,1 M., Hamburg mit 1,1 M., Warschau mit 1,08 M., Neapel mit 1,05 M., Birmingham mit 1,02 M., Los Angeles mit 1,2 M., Cleveland mit 1,1 M., Boston mit 1,1 M., St. Louis mit 1,1 M., Buenos Aires mit 2,1 M. und Rio de Janeiro mit 1,7 Millionen Einwohnern. Sidney hat 1,1 M. E., Melbourne 1 M. und Kairo hat 1,5 Millionen Einwohner. O.„Auch ich als Vater möchte gern einmal Antwort haben. Was mache ich mit meinem 5jährigen Jungen? Der Junge ist aufgeweckt, folgt mir ausgezeichnet, der Mutter aber gar nicht. Er macht es ihr sehr schwer, ihn zu erziehen, um so mehr, da die Mutter noch ein kleineres Schwesterchen zu versorgen hat. Soll ich ihn in einen Kindergarten stecken?"—— Also diesmal ein Papa, der wissen möchte, was mit dem unfolgsamen Jungen geschehen soll. Sie als Vater sind überzeugt, daß der Junge sonst ein liebes Kerlchen ist, nur etwas übermütig und dickfellig. Das letztere schadet dem Jungen im Grunde ja nicht, denn mit einem dicken Fell kommt man immer weiter im Leben, als wenn man ein Zärtling ist. Ihre Frau ist anderer Meinung, und wahrscheinlich mit Recht, denn er hat auch im Kindergarten Freiheit genug. Außerdem hat Ihre Frau, wenigstens vormittags, wenn sie in der Küche zu tun hat, Ruhe. Denn, spielt der Junge auf der Straße, so ist Ihre Frau in Unruhe, ob er bei seinem lebhaften Temperament keine Dummheiten macht. Spielt er zu Hause, so ist an eine regelmäßige Arbeit nicht zu denken, weil der Junge bei seinem lebhaften Temperament zuviel Zeit beansprucht. Man könnte dies ja alles auf ein normales Maß herabmindern, aber wenn Ihrer Frau dazu die nötige Strenge und Konsequenz fehlt, so halten wir es gar nicht für schlimm für den Jungen, wenn er einen Vormittag im Kindergarten zubringt. Dann bleiben auch die Nerven Ihrer Frau widerstandsfähiger, und wenn der Junge nach Hause kommt, hat sie bestimmt mehr Freude daran, sich um ihn zu kümmern, als wenn sie nervös von Hausarbeit usw. wäre. Vielleicht gefällt es dem Jungen dort doch besser, als Sie annehmen, denn Spielkameraden haben, ist ja letzten Endes für den Jungen schließlich die Hauptsache. Erna Kl.„Mein Mann sagt immer zu mir, ich hätte eine„Stentorstimme!“ Wenn ich ihn frage, was das bedeute, hüllt er sich in Stillschweigen. Ich nehme an, daß er es selbst nicht weiß. Was bedeutet„Stentorstimme“? Ist das etwas häßliches?"—— Eine„Stentorstimme“ braucht nicht häßlich zu sein, aber Ihr Mann will Ihnen wahrscheinlich damit andeuten, daß Sie zu laut sprechen. Stentor ist eine Figur aus dem trojanischen Kriege. Er war der Mann, der, laut Homer, mehrere Wochen hindurch tagtäglich die wüstesten Schimpfreden gegen die Trojaner hielt. Dabei stellte er sich vor die Stadtmauer, und das Epos berichtet, daß die Kraft seiner Stimme das betrunkene Getöse fünfzig rauher Kriegsmänner leicht übertönt hätte. Helene O. Sie beklagen sich darüber, daß Ihr Verlobter, wenn Sie beieinander sind, still ist und wenig spricht.— Nun, schweigsame Menschen sind nicht die schlechtesten!— Liegt es nicht auch etwas an Ihnen und an dem von Ihnen vielleicht zu oft erwählten Gesprächsstoff? Sie erklären ja selbst ganz freimütig, daß Sie gern von Kleidermoden und gutem Essen und Trinken sprechen. Diese Dinge liegen vielleicht der Geistesrichtung Ihres Verlobten etwas ferner. Aber deswegen nun gleich auf mangelnde Zuneigung schließen zu wollen, wäre doch ganz verkehrt. Er ist wohl einer von den Naturen, die nicht für übergroße Zärtlichkeit geschaffen sind! Versuchen Sie vor allem, sich mehr in seine Interessensphäre einzufühlen. Im übrigen erscheint die Mischung „Sie und er“ ganz gut, nach dem bekannten Rezept:„Gegensätze ziehen sich an!“ . Frau H. O. 500.„Um den ewigen Streit mit meinem Manne und den Kindern über die Pflege des Schuhwerks, die doch in der jetzigen Zeit besonders wichtig ist, zu beenden, bitte ich um Ausführungen über„Schuhbehandlung“.“—— Sie haben schon Recht! Viele Anträge auf„Schuhe“ wären nicht notwendig, wenn das Schuhwerk von seinen Trägern eine bessere Pflege erfahren würde. Hier hat die Hausfrau in erster Linie ein Wort mitzureden! Die Schuhpflege fängt schon beim Ausziehen der Schuhe an. Schuhe sollen nach dem Ausziehen sofort auf Leisten gespannt werden, damit das Leder wieder straff wird und der Schuh seine Form behält. Wer nicht im BeAus der Welt des Filus Ein Kampf ums Lebensrecht—„Minna von Barnhelm“ wird verfilmt— für einen Erzieherfilm— Deutsche Filme im Ausland Preisausschreiben Der erfolgreiche Regisseur des Films„Befreite Hände“, Hans Schweikart, hat kürzlich in Berlin die ersten Aufnahmen zu einem neuen Bavaria=Film„Minna von Barnhelm“ beendet, dessen Dreharbeit nun in Geiselgasteig fortgesetzt wird. Die wesentlichsten Dialogstellen des Lessingschen Werkes sind beibehalten worden, im übrigen aber ist das Hauptaugenmerk darauf gerichtet, alle filmischen Möglichkeiten des Stoffes zu erschöpfen, daß Geist und Handlung des Originals auch auf der Leinwand lebendigen Ausdruck gewinnen. Der Film setzt ein mit der ausführlichen Darstellung der Vorgeschichte, also mit dem Kriegsjahr 1761. Nach dem Einläuten des Friedens und der Entlassung der Truppen, durch Tellheim fährt die Filmhandlung dort fort, wo das Bühnenstück beginnt. Die Reichswaltung des NS=Lehrerbundes hat sich die Aufgabe gesetzt, die Vorbedingungen zur Herstellung eines zeitnahen Erzieherfilms zu schaffen. Zu diesem Zweck ist ein Preisausschreiben erlassen worden. Gesucht wird eine Handlung für einen großen Spielfilm, der in einem lebendigen und spannenden Geschehen Welt und Umwelt des heutigen deutschen Jugenderziehers zeigt. Es sind Preise in Höhe von 3000 RM. bis zu 200 RM. ausgesetzt. Zur Teilnahme an dem Wettbewerb ist jedermann berechtigt. Einsendungen müssen bis zum 15. Mai in Händen des NSLehrerbundes sein. Das Preisrichterkollegium besteht aus folgenden Persönlichkeiten: Gauleiter Fritz Wächtler, Reichswalter des NSLB., Professor Carl Froelich, Präsident der Reichsfilmkammer, Ministerialrat Fritsche, Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Generalintendant Eugen Klöpfer, Oberst Friesner, Inspekteur des Erziehungs= und Bildungswesens des Heeres, Reichsstellenleiter Hansen sowie Regisseur Ernst Martin. * Sofort nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Dänemark wurde durch das Entgegenkommen der dänischen Behörden und Filmkreise eine völlig veränderte Situation geschaffen. Die Reichsfilmkammer konnte es so erreichen, daß ab sofort die deutsche Wochenschau eingesetzt wurde. Die französischen und englischen Propagandabilder der Paramount und der Fox wurden sofort gestrichen, auch wurden alle antideutschen Filme noch am Abend des 9. April abgesetzt In weitem Maße wurden deutsche Filme eingesetzt, und es zeigt sich seitdem, daß der Besuch der Kinos vor allem in Kopenhagen von Tag zu Tag zugenommen hat. Die Befürchtungen, daß die Dänen wegen der Verdunkelung zu Hause bleiben würden, sind nicht eingetreten. Ausverkaufte Häuser sind keine Seltenheit mehr. Von 268 ausländischen Spielfilmen, die im vergangenen Jahre in den Vereinigten Staaten aufgeführt wurden, waren 85 deutsche Filme. England folgt erst im weiten Abstand mit 44 Filmen, Frankreich mit 36 und dann Mexiko mit 21. Die deutschen Filme liefen aber nur in einem Dutzend der 17000 amerikanischen Theater Beim Spiel ertrunken Wachtendonk(Kr. Geldern). In einem unbewachten Augenblick stürzte das zweieinhalbjährige Söhnchen der Eheleute Gerhard Janssen, nachdem es sich aus dem Kreis der Gespielen entfernt hatte, in den Wassergraben eines Nachbarhofes Obwohl die Mutter des Kindes schnell zur Stelle war, blieben Wiederbelebungsversuche erfolglos. Anni setzte sich auf ein umgestülptes Faß und starrte in den blauen Himmel, unter dem ein riesiger Raubvogel kreiste.“ „Zigaretten, Fröken?“ fragte der Mechaniker galant. Anni nahm dankend an. „Wird es sehr teuer werden?" fragte sie. Der Mann zog die Achseln hoch, warf erneut einen kritischen Blick auf Onkel Franzens Eingeweide und stieß einen Laut der Ueberraschung aus. Er hatte vermutlich eine neue Bruchstelle entdeckt und machte eine Geste, die ausdrücken sollte, daß die Leiden des Patienten zahllos wären und daß ihre Heilung vermutlich allerhand kosten würde. Nachdem er eine Stunde gebastelt, gehämmert, gelötet und geschweißt hatte, kam Peter mit der niederschmetternden Nachricht aus dem Kontor der Handelsbude, daß Herr Öhlsen auf unbestimmte Zeit verreist wäre. Im Augenblick sei keine Hilfe von ihm zu erwarten. Sie nahmen die Rechnung vom Mechaniker in Empfang wie ein Urteil über Tod und Leben. Sie bewegte sich in der Mitte, denn nach dem gemein samen Kassensturz zeigte es sich, daß ihre Barschaft zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel war. „Was machen wir bloß?“ fragte Anni ratlos. „Weiterfahren,“ rief Peter, dessen Lebensmut mit Onkel Franzens Gesundung zurückgekehrt war,„weiterfahren, solange das Benzin reicht.“ „Und dann?" „Wird schon etwas passieren. Etwas Angenehmes, meine ich natürlich,“ verbesserte er sich, als er Annis erschrockenes Gesicht sah. Onkel Franz ratterte also mit neuem Lebensmut los. Das weiße Band der Landstraße lief wie ein Fluß zwischen den hellen Wiesen hin. Der Wind sang in den Telegraphendrähten. Weißbraun gesprenkelte Kühe glotzten erstannt auf den seltsamen, hellgrünen Käfer, der sich die Straße entlang fraß. Hin und wieder ein Holzhaus, das sich durch seine rote Farbe als Bauern= oder Ar beiterwohnung auswies, denn nur die Herrenhäuser waren hellgelb oder weiß. Hellblonde Kinder winkten mit runden Paschhänden und sahen erstaunt dem lärmenden Vehikel nach. Anni war wieder glücklich. Irgendwie würde es Peter schon gelingen, bis nach Stockholm zu kommen, und dort wartete jemand auf ihren Anruf. Peter riß sie aus ihren seligen Träumen. Er hatte in seiner Hosentasche noch eine Krone gefunden.„Wir können sogar noch mal tanken,“ rief er strahlend,„ehe wir uns bis Stockholm anseilen lassen!" Mit einer Bewegung, als brächte er den Göttern eine Opfergabe dar, legte er sein letztes Geldstück in die Hand des Tankwärters. „Wenn man gar nichts mehr hat,“ sagte er mit vergnügtem Lächeln,„dann kommt irgend etwas. Wetten, daß...?“ „Ja, die Katastrophe," rief Anni lachend. „Aber," plötzlich schrie sie auf,„Peter, schau doch!“ Sie war an eine Litfaßsäule getreten.„Eine deutsche Kollegin von mir, Vera Verries, gibt in Göteborg einen Tanzabend. Das ist ein Wink vom Himmel! Die hilft uns ohne weiteres mit etwas Geld aus, daß wir bis Stockholm kommen.“ „Auf, nach Göteborg!“ schrie Peter und gab Vollgas. * Die Sonne stand schon schräg am Himmel, als sie über die lange Brücke in die Stadt einfuhren. Wie müde Falter lagen zahllose Segelboote am Hafen. „Ich glaube, wir fahren am besten gleich ins Theater, um zu hören, wo Vera Verries abgestiegen ist,“ schlug Peter vor. Onkel Franz klapperte eifrig durch die breite Hauptstraße. „Ich werde mich erkundigen, bleib' im Wagen sitzen,“ rief Peter und stieg die Stufen zum Theater empor. Er klopfte an eine Tür, und schon stürzten ihm zwei Herren entgegen und sahen ihn gespannt und erregt an. Peter sagte etwas über Vera Verries, und diese zwei Worte erfüllten die Herren mit Elektrizität. Sie packten Peter an der Schulter und schrien hemmungslos auf ihn ein. Peter Renz war diesem Ansturm gegenüber vollkommen ratlos. Die beiden Herren, ein Mann mit Brille, der sehr elegant gekleidet war, und ein jüngerer, anscheinend der Sekretär des Bebrillten, schütteten einen Kararakt von schwedischen Wörtern über den armen Peter Renz aus. „Bitte deutsch!“ rief Peter, sich die Stirne trocknend. Der Herr mit der Brille drückte auf eine Klingel, und ein Mann in hellem Staubmantel kam, ebenfalls mit dem Zeichen größter Erregung hereingefegt. „Wera Verries,“ wiederholte Peter sein Anliegen und fragte sich heimlich, ob er nicht vielleicht statt in das Theater in ein Irrenhaus geraten war. Der Mann im Staubmantel machte einen regelrechten Luftsprung. „Sie ist da?“ schrie er und schlug Peter auf die Schulter. „Na, deswegen bin ich doch hier," erklärte Peter verständnislos. „Gott sei Dank!“ rief der Mann im Staubmantel und wischte sich die Stirn. Er redete nun in Schwedisch auf die beiden anderen Herren ein, deren Mienen aufleuchteten, als hätten sie das große Los gewonnen. „Wo ist sie denn?“ rief der Herr im Staubmantel,„wo ist Vera Verries? Vermutlich schon im Grand=Hotel? Na, Gott sei Dank! Verzeihen Sie, ich habe mich noch nicht vorgestellt, Paul Bornemann, ich bin nämlich der geschäftliche Leiter des Tanzabends. Mein Gott, wir dachten, Frau Verries kommt überhaupt nicht mehr. Sie haben wohl eine Autopanne gehabt, nicht wahr?“ „Ja, wir haben eine Autopanne gehabt," sagte Peter langsam, und die wirren Gedanken begannen sich in seinem Kopfe zu ordnen. „Der Schaden, wenn Frau Verries nicht rechtzeitig angekommen wäre,“ fuhr Herr Bornemann fort,„ist ja gar nicht auszudenken! Das Theater ist ausverkauft. Darf ich Ihnen eine Zigarette anbieten?“ „Danke,“ sagte Peter und setzte sich leicht verdattert auf einen Stuhl. Er nahm drei tiefe Züge aus der Zigarette und sagte plötzlich: Frau Verries hat noch niemals in Göteborg getanzt?“ „Nein," antwortete Herr Bornemann, Zaber wir haben gute Reklame gemacht. Die Bilder—“ „Kann ich die Bilder mal sehen— verzeihen Sie, ich vergaß mich vorzustellen, Peter Renz, Reklamemaler. Auflösung des Kreuzworträtsels der Dienstag-Ausgabe Waagerecht: 1. Kafir, 4. Oka, 7. Raa, 8. Ebers, 10. Esse, 11. Aloe, 13. Zerkaulen, 18. Skat, 20. Oger, 22. Perot, 23. Ilm, 24. Alm 25. Toska. Senkrecht: 1. Kreuz, 2. Aas, 3. Faser, 4. Oel, 5. Krone, 6. Ase, 9. Baku, 12. Wal, 14. Enkel, 15. Kato, 16. Logis, 17. Norma, 18. Span, 19. Arm, 21. Elk. sitze von solchen Leisten ist, die übrigens für jeden erschwinglich sind, soll wenigstens die Schuhe ausstopfen. Viele meinen es gut und stellen die Schuhe, wenn sie naß sind, an einen warmen Ofen. Grundverkehrt, der Schuh leidet hier am meisten! Sind die Schuhe naß und feucht, so müssen sie langsam getrocknet werden. Fett oder Schuhkreme darf auf keinen Fall auf nasses Leder gebracht werden. Ueber Wanderschuhe wäre noch zu sagen, daß man sie nicht mit dem„Dreck“ stehen lassen soll. Der Schmutz dringt nämlich in das Leder ein und macht es undicht. Man reinige sie sofort nach dem Gebrauch, lasse sie trocknen und fette sie ein. Dann läßt man sie längere Zeit eingefettet stehen. Das Fett dringt tiefer ein und macht den Schuh wasserdicht. Beherzigt man die obigen Ausführungen, so hat man Freude an seinen Schuhen, sie behalten die Form, sehen immer gut aus und— man spart Geld, denn die Schuhe haben, so behandelt, die doppelte Lebens dauer, worauf in dieser Zeit jeder sein Augenmerk legen sollte. Anna O. A.„Ich möchte gern an meinen Sohn, der kriegsgefangen ist, etwas senden. Wohin wende ich mich? Was kann ich senden?"—— Eine Mitteilung des Präsidiums des Deutschen Roten Kreuzes besagt: Neben dem Versand von Briefen bis zu 2 kg und Paketen bis zu 5 kg, die nach den bei jedem Postamt zu erfragenden Bestimmungen an Kriegsgefangene und Zivilinternierte im feindlichen Ausland abgeschickt werden können, vermittelt das Deutsche Rote Kreuz außerdem den Versand von Typen=Paketen, die solche Gegenstände enthalten, deren Absendung den Angehörigen im allgemeinen nicht möglich ist. Dabei handelt es sich um Tabak, Seife, Süßwaren, verlagsneue Bücher und Noten. Merkblätter und Bestellkarten sind bei den Deutschen Rote=Kreuzstellen und bei dem Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes, Berlin SW 61, Blücherplatz 2, erhältlich. Blaufuchs.„1. Wer kann die Herkunft des Namens deuten? Bitte um Angabe von Adressen. 2. Wenn man als Hausbesitzer in sein Haus ziehen will, kan man dann einem Mieter kündigen? 3. Bis zu welchem Betrage sind Ersparnisse einkommensteuerfrei? 4. Unter welchen Bedingungen kann man als Angestellter bei einem Stellungswechsel seine Freigabe durchsetzen?"—— 1. Wir nennen Ihnen: Berliner Arbeitsgemeinschaft berufstätiger Sippenforscher, Berlin, Luisenstraße 25. 2. Da alle Wohnungen dem Mieterschutzgesetz unterliegen, können Sie nur bei Vorliegen eines gesetzlichen Grundes durch das Amtsgericht kündigen bzw. Räumungsklage erheben. Ein gesetzlicher Grund ist u. a. dringender Eigenbedarf, den Sie nachweisen müssen. Sie müssen sich also unter allen Umständen an das zuständige Amtsgericht wenden, wenn keine gütliche Einigung mit dem Mieter zustande kommt. 3. Ersparnisse sind keine Einnahmen und unterliegen infolgedessen nicht der Einkommensteuer, sondern der Vermögenssteuer. Vermögenssteuerfrei sind je 10 000 RM. für den Steuerpflichtigen, für seine Ehefrau und jedes zum Haushalt gehörende minderjährige Kind. 4. Wenn sich die beiden Vertragsteile über die Lösung des Arbeitsverhältnisses nicht einig werden, entscheidet das Arbeitsamt. Sie können einen Arbeitsplatzwechsel also nur mit Genehmigung des Arbeitsamtes durchsetzen. A. I.„Ich bin Lehrmädchen eines Lebensmittelgeschäftes und 16 Jahre alt. Ist es Pflicht meines Lehrherrn, mir auch während des Krieges in der Woche einen Nachmittag freizugeben?“ —— Wenn Ihnen auf Grund des Jugendschutzgesetzes ein freier Nachmittag zusteht, so muß Ihnen dieser auch während des Krieges gewährt werden. „Gern, Herr Renz.“ Herr Bornemann verschwand, und kam mit einigen Photos und einem mittelmäßigen Plakat zurück. Peter studierte alles eingehend und nickte befriedigt. „Sehr gut,“ sagte er voll Anerkennung.„Ist Ihnen Frau Verries persönlich bekannt?" „Nein, aber es freut mich, daß Sie— ich nehme an, Sie sind der Manager von Frau Verries— damit zufrieden sind," sagte Herr Bornemann. Peter Renz hatte sich blitzschnell in seine neue Rolle gefunden. „Die Kostüme sind hoffentlich angekommen?" „Alles da, wie gesagt, bis auf die Tänzerin.“ „Die ist auch da,“ sagte Peter Renz mit Nachdruck, drückte seine Zigarette aus und verließ das Büro. „Wo wohnt Vera Verries?“ fragte Anni vom Anto aus. „Im Grand=Hotel, mein Liebling.“ „Meinst du, es wird klappen?" „Es muß klappen, vorausgesetzt, daß du deinen Mund hältst.“ „Ach, du willst mit ihr sprechen, des Geldes wegen?" Peter wendete um und sagte:„Nuschka, ich habe dir oft erklärt— einmal bekommt jeder das Sprungbrett vom lieben Gott unter die Füße geschoben. Jetzt kommt es nur darauf an, ob du abspringst oder nicht“ „Ich verstehe dich nicht, Peter.“ „Die Sache ist im Grunde ganz einfach. Vera Verries ist noch nicht eingetroffen. Den Unternehmern standen die Haare einzeln zu Berge, als ich in das Büro kam. Ich hatte kaum den Namen Vera Verries ausgesprochen, als sie in Entzücken ausbrachen. Sie hielten mich für den Manager der Tänzerin Vera Verries, und ich ließ sie bei ihrem Glauben.“ „Ich begreife noch gar nichts!“ „Mein Gott, Nuschka, sei doch nicht so schwerfällig. Du wirst für Vera Verries tanzen." „Bist du komplett irrsinnig?" „Im Gegenteil, du wärst irrsinnig, wenn du dir diese Chance entgehen ließest.“ „Das ist doch Betrug!“ (Fortsetzung folgt) Wie gemeldet, wurde das italienische 35 000=Tonnen=Schlachtschiff„Littorio“ in Dienst gestellt. Das Schwesterschiff„Victorio Veneto“ ist vor ner Jüdin namens Herzog, die inzwischen ausgewandert ist, übergab ihm 5000 RM und fünf wertvolle Taschenuhren. Die Sachen wurden im Sitzpolster eines Eisenbahnwaggons über die Grenze geschafft. Luthi erhielt als Belohnung 10 vH. des Wertes. In ähnlicher Weise trat er im Altreich auf. Dabei leistete ein anderer Schweizer Staatsbürger, ein gewisser Eugen Loretan, Hilfe. Im August 1939 übernahmen sie im Protektorat bedeutende Werte von Juden, um sie in die Schweiz zu verschieben. Sie steckten die Gelder und Schmucksachen in den hinteren Polstersitz ihres Personenkraftwagens und kämen ungehindert nach Wien. Hier wurden sie unter Schmuggelverdacht festgenommen, das Versteck im Kraftwagen wurde zunächst nicht gefunden, Loreton freigelassen und auch der Kraftwagen freigegeben. Vor dem Uebergang über die Grenze bei Feldkirch wurde der Wagen erneut durchsucht und dabei das Schmuggelgut festgestellt. Gegen Loretan ist das Strafverfahren bei anderen Gerichten anhängig. Die Angeklagten waren im wesentlichen geständig und wurden im Sinne der Anklage verurteilt: Friederike Luthi zu sechs Monaten Gefängnis, 12 000 RM Geldstrafe bzw. zwei Monaten Arrest, Albert Luthi zu 20 Monaten Zuchthaus, 80 000 RM Geldstrafe bzw. sechs Monaten Arrest. vierzehn Tagen der Flotte übergeben worden. (Associated=Preß.) lars hat das von ihm geführte Unternehmen aus kleinsten Anfängen heraus zu seiner jetzigen Bedeutung entwickelt. Die Martin Brinkmann AG. gewährleistet heute mit ihren Tabak=, Zigarettenund Zigarrenfabriken, ihren Niederlassungen und Verwaltungen rund 5000 Gefolgschaftsmitgliedern einen Arbeitsplatz. Der Erfolg seiner 40jährigen Arbeit fand aber nicht nur in dem Aufblühen des eigenen Werkes seinen sichtbaren Ausdruck, sondern auch in der Tatsache, daß seit 1934 die Leitung der Fachgruppe Tabakindustrie Staatsrat Hermann Ritter übertragen wurde. Mögen dem Jubilar, der im Jahre 1938 seinen 60. Geburtstag begehen konnte, noch viele weitere erfolgreiche Schaffensjahre vergönnt sein. Gesprengte Eisenbahnbrücke. Von den zurückweichenden Norwegern wurde diese große Eisenbahnbrücke gesprengt. Schnell und sicher errichteten aber unsere Pioniere eine Notbrücke.(PK. Ehlert.) Kostspielige Judenhochzeit 20 Monate Zuchthaus und 80 000 RM Geldstrafe für Devisenvergehen. Vor dem Landgericht in Wien hatte sich das Ehepaar Friederike und Albert Luthi wegen einer Reihe von Verstößen gegen das Devisengesetz zu verantworten. Luthi ist Schweizer Staatsbürger, seine Frau eine Jüdin, die die Ehe offenbar zu dem Zweck geschlossen hat, ihr Vermögen leich ter ins Ausland verschieben zu können.“ Albert Luthi hat seinen Wohnsitz in Lausanne und ist daher Devisenausländer. Auf seinen angeblichen Geschäftsreisen nach Deutschland kam er wiederholt nach Wien und heiratete am 29. April 1939 Friederike Luthi, die ihren ständigen Aufenthalt in Wien hatte und daher Deviseninlän derin war. Luthi ist vermögenslos und lebte bis zu seiner Heirat in kümmerlichen Verhältnissen. Die Jüdin besaß in Wien und Prag Fabriken zur Erzeugung von Lederwaren und in Wien außerdem ein Exportunternehmen. Schon vor der Hochzeit unterstützte sie Luthi durch Geldzuwendungen. Zwei Tage vor der Verehelichung über„Oberstleutnant im französischen Generalstab Harry Piel“ sprach zur H. in Nürnberg. Im Rahmen einer festlichen Jugendfilmstunde der HI wurde in persönlicher Anwesenheit des Filmschauspielers Harry Piel der Film „Dschungelruf“ gezeigt. Harry Piel, den die französische Propaganda bereits als„Oberstleutnant im französischen Generalstab“ meldete, sprach in einem Rundfunkzwiegespräch über sein Filmschaffen.(Presse=Hoffmann.) 116 USA-Schiffe für Auslandsverkauf freigegeben Das Abgeordnetenhaus gab mit 194 gegen 15 Stimmen 116 der Bundesregierung gehörende Frachtschiffe für Charterzwecke oder Verkauf frei. Es handelt sich um Schiffe, die die USA=Regierung während des Weltkrieges bauen ließ und seither aufgelegt hatte. Der republikanische Abgeordnete Schafer opponierte gegen den Antrag, weil die USA=Regierung„entgegen dem Sinn des amerikanischen Neutralitätsgesetzes diese Schiffe kriegführenden Nationen überlassen will“. Juden wollten mit polnischen Ueberdruckmarken handeln „Geheiligter" Tradition gemäß handeln die Juden im Generalgouvernement nach wie vor mit allem, was ihnen nur unter die Finger gerat. Ein beliebtes Objekt waren bis vor kurzem gewisse Briefmarken, zum Beispiel die polnischen Überdruckmarken, denen aus begreiflichen Gründen Sammlerkreise in aller Welt lebhaftes Interesse entgegenbringen. Diese Marken gab es bis vor einiger Zeit an den Postschaltern im Generalgouvernement, an denen die Juden, die ja für solche Dinge eine besondere Nase haben, als Kunden erster Ordnung auftraten, um in vielen Fällen dann gleich vor dem Postgebäude einen schwunghaften Zwischenhandel mit den Marken zu beginnen. Diesem Zwischenhandel ist jetzt ein Riegel vorgeschoben. Die Überdruckmarken wurden vom Schalterverkauf zurückgezogen, obwohl noch erhebliche Vorräte davon vorhanden sind. Auch heute kann man daher einen oder mehrere Sätze dieser Marken der deutschen Post Östen erwerben. Deutsche im Generalgouvernement können sie brieflich bei der Versandstelle für Sammlermarken beim Postamt Krakau 2 bestellen, von anderen können sie aus devisentechnischen Gründen nur bei der Versandstelle für Sammlermarken beim Postamt Geisbergstraße in Berlin erworben werden. Der vollständige Satz hat 26 Werte mit einem Nennbetrag von 14,36 Zloty. doch gibt es kleine Erinnerungssätze mit 13 Werten und einem Nennbetrag von 2,82 Zloty, in denen alle durch den Überdruck entstandenen Markenbilder in Erscheinung treten. Französischer Zug erbentet. Bei einem kühnen Vorstoß in das Niemandsland im Westen fiel unseren Truppen auch ein aus französischen Wagen zusammengestellter und mit französischem Material beladener Zug in die Hände.(PK. Jäger.) Professor Messerschmitt überreicht Kriegsverdienstkreuze an Gefolgschaftsmitglieder. Auch die Schaffenden der deutschen Luftsahrtindustrie werden durch Verdienstkreuze ausgezeichnet. Unser Bild zeigt Professor Messerschmitt, den Schöpfer des schnellsten Jagdflugzeugs der Welt, bei der Ueberreichung der Urkunde des Kriegsverdienstkreuzes an eines seiner Gefolgschaftsmitglieder. (Presse=Hoffmann.) gab sie ihm einen Betrag von 6100 RM. Schon die Uebergabe der Beträge— es handelte sich um mehr als insgesamt 7600 RM— verstieß gegen Devisenbestimmungen, da Luthi Devisenausländer war. Die Gelder wurden von ihm zum größten Teil ins Ausland gebracht. Unmittelbar nach der Eheschließung ging Friederike Luthi daran, ihren Schmuck zu verschieben. Sie übergab dem Begleiter ihres Mannes eine große Anzahl Schmuckstücke, die im Kraftwagen über die Grenze gebracht und bei einer Cousine der Angeklagten in Genf hinterlegt wurden. Im Juli 1939 schmuggelte Friederike Luthi selbst auf einer Auslandsreise wertvolle Schmucksachen in die Schweiz. Auch ins Protektorat wurden Schmuckstücke in bedeutendem Wert gebracht, allerdings konnten sie dort rechtzeitig sichergestellt werden. Luthi stand außerdem im Dienst zahlreicher jüdischer Auftraggeber des Inlandes und des Protektorates, die ihr Vermögen ins Ausland verschieben wollten. So übernahm er von dem Brünner Kaufmann Egon Jokl 244 000 Tschechenkronen zum Transport in die Schweiz. Eine WieDeutsche Kultur in Prag. In Anwesenheit des Reichsprotektors, Freiherr von Neurath, wurde im Stände=Theater in Prag der Deutsche Kulturmonat eröffnet. Gleichzeitig erklärte der Reichsprotektor nach einer Rede des Reichsstatthalters Henlein das Neue Deutsche Theater als eröffnet. (Presse=Hoffmann.) Italienische Gäste am Westwall. In Begleitung deutscher Offiziere stattete eine italienische Abordnung unseren Truppen am Westwall einen Besuch ab. Die Abordnung beim Passieren eines Laufgrabens. (PK. Böhmer, Scherl.) Die britische Admiralität bedauert mitteilen zu müssen... Einen Zerstörer gibt Churchill zu, das Schlachtschiff verschweigt er. Groth=M.) 40 jähriges Geschäftsjubiläum von Staatsrat Hermann Ritter Am 8. Mai 1900 übernahm der damals 21jährige Hermann Ritter die Tabak= und Zigarrenfabrik Martin Brinkmann in Burgdame bei Bremen. Die unermüdliche Schaffenskraft des JubiDer Fieseler=Storch bewährt sich auch in Norwegen. Auf dem Eise eines zugefrorenen Fjordes landet ein Fieseler=Storch und überbringt dem Divisionsstab wichtige Meldungen. (PK. Schenck.) 7. fluvisiert, geteoeen, eodiect!" Fliegerstaffeln zerstören sechs Transportschiffe und einen Kreuzer Drontheim, 8. Mai. PK. Deutsche Energie, deutsches Tempo hatte in allerkürzester Zeit einen Flugplatz geschaffen, der es Maschinen aller Typen gestattete, zu landen und zu starten. Der weiche, lehmige Untergrund war befestigt worden und wo dies nicht ging, eine Rollbahn aus Bohlen errichtet. Schwierigkeiten wurden überwunden, die andere, als deutsche Soldaten hätten verzweifeln lassen. Zweimal versuchte der Tommy durch Bombenwürfe den Bau des Platzes zu stören. Beide Male ohne Erfolg. Und jetzt ist es so weit, daß der Platz voll flugklar ist und. die unermüdliche Arbeit unserer Männer Erfolg findet. Stündlich starten und landen deutsche Flieger, die nur das eine Ziel kennen, die Engländer aus Norwegen zu verjagen. Am 28. April erhielt ein Hauptmann den Befehl mit zwei seiner Staffeln hierher an die Westküste Norwegens zu fliegen. Um schon bei diesem Flug„nur Nützliches“ zu leisten, hatte er sich vorher die Stellungen des Gegners südlich Dombas angesehen. Und nun überflog er mit seinen Männern dieses Gebiet und schaffte durch gutgezielte Bombenabwürfe unserer vorrückenden Infanterie eine Bresche und trug dazu bei, dem Gegner eine empfindliche Schlappe beizubringen. Das war schon eine gute Tagesarbeit, aber unsere Flieger konnten sich damit nicht begnügen; kaum auf dem neuen Bestimmungshafen eingetroffen, flogen sie los, gegen See, um englische Schiffe in ihren Schlupfwinkeln, die in den Fjorden nicht allzu leicht zu finden sind, aufzuspüren, anzugreifen und zu vernichten. Bombenwerfen ist eine schwierige Kunst. Bisher hauptsächlich nur mit Landzielen vertraut, mußten sich die Besatzungen auf die beweglichen Seeziele umstellen. An diesem ersten Tage wurden die Flugzeuge noch zweimal eingesetzt. Das nächste Mal galt es, zwei englische Torpedoboote ausfindig zu machen. Vergeblich aber wurden alle Ecken und Kanten der zerklüfteten Küste abgesucht. Da machte sich ein Leutnant mit seiner Kette selbständig und versuchte auf eigene Faust noch einmal sein Glück. Ihm ließ es keine Ruhe— irgendwo mußte doch ein englischer Dampfer aufzutreiben sein. Er drehte mit seinen beiden Kettenfliegern von der Staffel ab. Tatsächlich macht er nach kurzer Zeit einige englische Transportschiffe aus. Er sucht sich den größten Dampfer heraus— fliegt an, die Bombe war gut gezielt. Englands Flotte ist um 8000 BRT. ärmer. Das Schiff sank innerhalb drei Minuten. Die Kameraden waren nach Hause geflogen und warten auf die Kette, die noch auf Feindflug ist. Wenn sie jetzt nicht bald kommt, muß sie als verloren gelten, denn länger kann der Vorrat an Brennstoff nicht mehr reichen. Da endlich brausen sie heran. Die übliche Ehrenrunde um den Platz und alle Männer der Staffel starren begeistert nach oben, als die eine Maschine übermütig sich nach links legt und nach rechts legt, wakkelt, um einen Erfolg zu verkünden. Damit ist der erste Tag beendet und ein verheißungsvoller An fang gemacht. Der zweite Tag bringt vier Feindflüge. Vier Dampfer werden versenkt. Jeder etwa 4000 BRT. groß. Den ersten erledigt ein Leutnant, den zweiten ein Hauptmann. Dann holt sich ein Oberleut nant seine Beute. Und zum Schluß teilen sich ein anderer Leutnant und ein Unteroffizier ein Transportschiff. Von allen Schiffen mußten die Besatzungen in die Boote gehen. Schwer durch die deutschen Bomben beschädigt, waren die Dampfer manöverierunfähig und brannten aus. Die Engländer haben erfahren, daß es gefährlich ist, den Namsosfjord weiterhin mit ihren Schiffen zu befahren. Inzwischen haben sie sich ja auch„erfolgreich eingeschifft“. Und dann kommt der dritte Tag. Fünfmal starteten die Maschinen, um den Namsosfjord und den Aurinfjord abzusuchen. Englische Kriegsschiffe werden gesichtet. Unter rasendem Abwehrfeuer werden die Angriffe geflogen. Zwei Unteroffizieren gelingt es, auf einen Flakkreuzer zwei Volltreffer anzubringen. Im Abwehrfeuer dieses für Flieger so gefährlichen Kreuzers lösen sie ihre gutgezielten Bomben aus, eine ungeheuere Explosion, eine himmelhohe Rauchwolke— der Kreuzer versinkt. Das ist der bisher schönste Erfolg der beiden Staffeln. Die Unteroffiziere werden zu Feldwebeln befördert und zum EK. 1 eingereicht. Von diesem Einsatz, bei dem noch ein weiterer Kreuzer durch Bombentreffer leicht beschädigt wurde, kamen alle acht Maschinen mit Einschüssen durch die gegnerische Flakabwehr zurück. Verluste entstanden keine. Von der Küste und von den Schiffen war mit Geschützen aller Kaliber ein wildes Feuer auf unsere Maschinen eröffnet worden— einen Erfolg konnte der Engländer nicht für sich buchen. Nicht verhindern konnte er, daß eines seiner für die Flieger=Abwehr bestimmten Kriegsschiffe durch deutsche Flieger vernichtet wurde. Am gleichen Tage versenkte ein Leutnant im Aurinfjord einen 8000 BRT. großen Transportdampfer. Kriegsschiffe beschädigt und versenkt, Transportdampfer versenkt, Kaianlagen und Eisenbahnlinien zerstört, so lauten die Gefechtsberichte dreier Tage von nur zwei Fliegerstaffeln. Wer will sich ausmalen, wie es sein wird, wenn Deutschland seine ganze Schlagkraft zur Luft gegen die Westmächte einsetzt! v. Kayser. In Namsos gab es vier Hauptstäbe Stockholm, 8. Mai. Ein Berichterstatter von„Svenska Dagbladet“ meldet seinem Blatt, daß in dem Namsos=Abschnitt eine katastrophale Desorganisation auf seiten der Westmächte geherrscht habe. Es habe nicht weniger als vier verschiedene Hauptstäbe gegeben, nämlich den norwegischen, den englischen, den französischen und schließlich noch den eigenen Stab der Freiwilligen. Typisch sei gewesen, daß die Vollmachten der Freiwilligen, die von dem norwegischen Hauptquartier ausgestellt worden seien, bei den Engländern und Franzosen nichts gegolten hättgn. Das Fehlen einer gemeinsamen Führung häbe nicht zum geringsten zu dem Mißglücken der Namso=Kämpfe beigetragen. Die Passierscheine des norwegischen Stabes hätten nur bis zu den ersten englischen Posten gegolten, und es sei vorgekommen, daß englische Passierscheine in dem von den Franzosen besetzten Gebiet nicht gegolten hätten. Es habe zwar Verbindungsoffiziere gegeben, aber trotzdem habe z. B. der norwegische Befehlshaber Oberst Goetz von den französischen und englischen Plänen nichts gewußt. Brüssel. Wie Havas aus Halifax(Neuschottland) meldet, ist ein britischer Frachtdampfer 25, Seemeilen östlich von Halifax gestrandet. Die Besatzung konnte sich auf eine nahegelegene Insel retten. Amsterdam. Wie aus Ymuiden berichtet wird, ist das Fischereifahrzeug„Gloria“, beheimatet in Katwijk, überfällig. Man befürchtet, daß das Schiff auf eine Mine gelaufen und gesunken ist. Die Kriegsleistung der deutschen Wirtschaft Von der Tagung der Gauwirtschaftsberater Berlin, 8. Mai. In Berlin fand beim Stellvertreter des Führers eine Tagung der Gauwirtschaftsberater statt, auf der in eingehenden Referaten die wesentlichsten Probleme der deutschen wirtschaftlichen Kriegsführung zur Darstellung kamen. Hauptdienstleiter Reichsminister Dr. Todt umriß sein neues Aufgabengebiet als Reichsminister für Bewaffnung und Munition unter dem besonderen Gesichtspunkt der Mitarbeit der Parteidienststellen zur Durchführung des vom Führer befohlenen Waffen= und Munitionsprogramms. Sein Vortrag brachte klar zum Ausdruck, daß die genügende Rohstoffmenge gesichert und eine zweckentsprechende Organisation der Industrie aufgebaut sei, um allen Anforderungen zu genügen. Das Vertrauen des deutschen Volkes für diesen Teil der deutschen Kriegsführung ist ebenso berechtigt auf dem Gebiete der gesamten Kriegswirtschaft, über das Reichsminister Walter Funk sprach. Der Reichswirtschaftsminister führte in einem Ueberblick aus, daß auf den drei Grundgebieten: Rohstoff, Organisation der Arbeitskräfte und Kriegsfinanzierung die Vorbereitungen grundsätzlicher Art vorsorglich schon früh so getroffen worden seien, daß jene Höchstleistung erreicht wurde, die der Führer in diesem Existenzkampf des deutschen Volkes erwarte, an dessen Ende der sichere Sieg des nationalsozialistischen Reiches stehen werde. Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium Dr. Syrup erläuterte im einzelnen die Durchführung seiner Aufgabe, die deutsche Arbeitskraft zu stärkstem Einsatz zu bringen. Insbesondere betonte er die Notwendigkeit der Mitarbeit der deutschen Frauen. Reichskohlenkommissar Walter berichtete über die Maßnahmen zur Sicherstellung der deutschen Kohlenversorgung in den kommenden Monaten, wobei er auf die großen Leistungen des deutschen Kohlenbergbaues für den deutschen Export hinwies. Aus allen Ausführungen ging eindringlich hervor, daß die deutsche Wirtschaft nicht erst durch plötzliche Maßnahmen, sondern durch grundsätzliche Vorbereitungen, insbesondere im Rahmen des Vierjahresplanes, alle Forderungen dieses Krieges zu erfüllen imstande ist. „Das neue Deutschland eine ungeheure Macht" Slowakische Schriftleiter von ihrer Deutschlandfahrt stark beeindruckt Preßburg, 8. Mai. Die slowakischen Schriftleiter, die in der zweiten Aprilhälfte als Gäste des Reichspressechefs Dr. Dietrich in Deutschland weilten, haben in den Sonntagsausgaben ihrer Blätter mit den Schilderungen der auf ihrer Reise gewonnenen Eindrücke begonnen. Im„Slovak“ schreibt Chefredakteur Dr. Kocis:„Heute durch das Reich zu fahren und überall an seinem Pulsschlag fühlen zu können, bedeutet für jeden Menschen ein Erlebnis, für einen Journalisten aber ein Kapital, aus dem er sein ganzes Leben lang schöpfen kann.“ Wer nicht Offiziersschulen, Kasernen, Flugplätze, wer nicht die großen Monumentalbauten und die gewaltigen Industriestätten gesehen hat, könne nicht ahnen, welch eine ungeheure Macht das neue Deutschland darstelle. Aber nicht allein diese sichtbaren Beweise eines einmaligen organisatorischen und fachlichen Könnens zeigten sich, vielmehr sei der Geist des heutigen Deutschlands, des heutigen deutschen Menschen bemerkenswert. Das gesamte deutsche Volk ordne freiwillig seine persönlichen Interessen den gemeinsamen unter und stehe in höchster Einsatzbereitschaft und eiserner Disziplin hinter seinem Führer. Wer hoffe, es je von Adolf Hitler abwenden zu können, habe schlecht kalkuliert. Ein solches Volk könne in keinem Kriege geschlagen werden. Prag. Dienstag traf Reichsarbeitsführer Hierl in Prag ein. Er begab sich ins Czernin=Palais, um den Reichsprotektor von Böhmen und Mäh ren, Frhr. von Neurath, zu besuchen. x Jronside recht bescheiden „Euer Rückmarsch und eure Einschiffung werden in der Geschichte weiterleben!“ Amsterdam, 8. Mai. Der britische Generalstabschef Sir Edmund Ironside richtete, wie der Londoner Nachrichtendienst meldet, eine Ansprache an die britischen und französischen Truppen, die nach ihrem kläglichen Verschwinden aus Norwegen in einem schöttischen Hafen angekommen sind. Ironside sagte dabei: „Ich kenne wohl die Schwierigkeiten, gegen die ihr habt kämpfen müssen. Schnelligkeit war das Wesentlichste(!). Hätten wir eure Abfahrt um 24 oder gar 48 Stunden verschoben, so wäre der Zusammenbruch noch schlimmer, als er es in Wirklichkeit ist.“ Nach diesem offenen Eingeständnis der Niederlage fuhr der General u. a. fort:„Wir glaubten, euch die notwendigen Geschütze und Flugzeuge mitgeben zu können, die euch in die Lage versetzt hätten, gegen die Kriegsmaschine zu kämpfen, der ihr gegenüberstandet. Aber ihr wißt, daß das Rennen sich gegen uns entschieden hat. Es war uns unmöglich, diese Dinge rechtzeitig herbeizuschaffen. In der Tat denke ich, daß euer Rückmarsch von Dombaas und eure Einschiffung eine Angelegenheit ist, die in der Geschichte weiterleben wird(!)." Ironside erklärte schließlich mehr als bescheiden:„Keiner von euch braucht zu denken, ihr wäret aus Norwegen herausgetrieben worden(!). Ihr seid von dort abkommandiert worden, und es ist eine„große Leistung“, daß ihr zurückkommen konntet(!)." „Für 20 Tage Kriegskosten der ganze Balkan käuflich“ Eine echt plutokratische Rechnung des Herrn Grengson. Amsterdam, den 8. Mai. Der Londoner„Daily Scetch“ gibt einen weiteren Beitrag zu den englischen Kriegsausweitungsplänen im Südosten. Er veröffentlicht einen Aufsatz eines angeblichen Balkansachverständigen Harry Grengson. Dieser feine Plutokrat erklärt wörtlich:„Die Balkanländer verkaufen ihren Produktionsüberschuß für 120 Millionen Pfund jährlich nach Deutschland. Das sind die Kosten für 20 Tage Krieg. Das heißt so gut wie gar nichts, verglichen mit dem Erfolg, den Balkan gegen Deutschland in Bewegung zu setzen. Wenn wir die Balkanvölker für 20 Tage Kriegskosten haben können, so werden wir den Krieg um wenistens sechs Monate abkürzen. Falls wir dem Balkan sofortige Vergeltungsluftangriffe auf deutsche Städte versprechen, sobald Deutschland sich gegen unsere Pläne auch nur im geringsten regen sollte, dann wird der Mut dieser Balkanvölker ins Ungemessene steigen(!) und sie werden sich sogleich auf Englands Seite schlagen.“ Ju drei Zeilen Berlin. Reichsführer ¼ und Chef der deutschen Polizei, Himmler, setzte seine Besichtigungsreise im Östen fort. In der Umgebung von Litzmannstadt besuchte er auch die zurückgeführten Wolhyniendeutschen auf ihren Höfen und sprach zu ihnen in einem Sammellager. Budapest. Der Leiter des deutschen Fremdenverkehrs, Staatssekretär Esser, benutzte seinen Budapester Aufenthalt, um die ungarische Presse zu empfangen, mit deren Vertreter er einen zwanglosen Gedankenaustausch hatte. Tripolis. Wie man aus Singapur meldet, ist der englische Dampfer„Benreot Charlotte“(5808 BRT.) in Brand geraten. Mehrere Feuerwehrleute wurden verwundet und mußten ins Hospital gebracht werden. Helsinki. Wie bekannt wird, ist der Telefonverkehr zwischen Helsinki und Moskau wieder aufgenommen worden. Auch kann mit der Auf nahme des regelmäßigen„Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Helsinki—Moskau über Leningrad in Kürze gerechnet werden. Ein Blick in vergilbte Zirkuspapiere Unwirklich klingende Programmankündigung aus 1860 III. Im zweiten Kapitel unserer Artikelreihe, die aus dem Blick in vergilbte Zirkuspapiere erstanden ist, erzählten wir, wie Wilhelm Kolter die prahlerischen Engländer vor den Augen des Königs von Preußen zum Schweigen brachte. Aber das„Kolter=Album“ aus dem Jahr 1865 berichtet noch weiter von dem mannhaften Eintreten die ses deutschen Artisten. Erteilen wir wieder dem Chronisten das Wort. Seiltänzer als Lebensretter Der Chronist schreibt: Die harmlose Kunst des Seiltanzes gewährt Tausenden eine angenehme und belehrende Unterhaltung; sie bringt nur den Künstler selbst in Gefahr, setzt ihn aber auch in den Stand, seinen Mitmenschen kräftig beizustehen. So gelang es Wilhelm Kolter in der Stadt Lide, unweit der polnischen Festung Zamose, bei einer Feuersbrunst, wo zwei Kinder den Flammen preisgegeben waren und niemand die Rettung wagen wollte, durch Glut, Nauch und stürzende Trümmer in das brennende Haus einzudringen und das eine Kind den erfreuten Eltern lebend zu überliefern; dann eilte er, das andere zu holen, fand es jedoch schon erstickt, trug es aber doch noch ins Freie. Zu Wartenberg in Oberschlesien ließ er aus dem oberen Stockwerk eines brennenden Hauses, wo nur noch Rettung durch das Fenster mög lich war, eine Wöchnerin mit Hilfe eines Seiles herab. Als er vor einigen Jahren in Lichtenstein in Sachsen weilte, geriet bei heftigem Sturm eine große Fabrik in Brand; man sah dem Augen blick entgegen, in dem sich das Feuer über die ganze Stadt verbreiten würde; da kam Wilhelm Kolter mit seinem Schwiegersohne Weitzmann und dämpfte die wütenden Flammen. Auf einem silbernen Pokale, den die Stadt ihren Rettern schenkte, steht die Tat verzeichnet. Sturz vom Seil Im„Kolter=Album“ wird weiter erzählt, wie Wilhelm Kolter einmal das Seil an einen hohen Kirchturm gespannt hatte, dessen Kuppel mit Kupfer gedeckt war. Als Kolter an der abschüssigen Kuppel angelangt war, stürzte er vom Seil und rutschte an der Kuppel abwärts. Mit höchster Anstrengung klammerte er sich fest. Der Mann, der am Turm das Seil besorgte, warf ihm geistesgegenwärtig eine Leine zu, die Kolter packte und ihn zur Kuppelspitze zog, von wo er die in donnerndem Jubel ausbrechende Menge grüßte, zwei Pistolen abschoß und dann auf dem Seil abwärts wanderte. Aufschlußreiches Plakat aus dem Jahre 1860 Was trieb eigentlich der Mann, der die Eng länder schweigen hieß und der in Feuersbrünsten Menschen das Leben rettete? Ein vergilbtes Plakat aus dem Jahre 1860, das im neuen Fahrtenbuch der Familie Kolter=Malmström eingefügt ist, gibt uns Auskunft. Im Jahre 1822 hatte Wilhelm Kolter eine hamburgische Seiltänzerin geheiratet. Mit ihr hatte er keinen Sohn, dafür aber fünf Töchter, die sich sämtlich mit Artisten verheirateten. Das Plakat aus dem Jahre 1860 ist eine Ankündigung zu zwei Vorstellungen seines„Circus gymnastieus und Theater“ in Neubrandenburg am 11. und 12. November 1860. Es verkündet, daß die gesamte Familie sich an der Programmgestaltung beteiligte und der vierte Schwiegersohn Karl Malmström bereits in die Rolle des alten Kolter auf dem hohen Turmdrahtseilakt eingetreten war. Mit der Schubkarre auf dem Drahtseil Das große, vergilbte Plakat aus dem Jahre 1800, trägt an seinem Kopfe ein für diese Zeit großartiges Druckbild, auf dem ein Mann zu se hen ist, der auf einem Drahtseile mit einer Schubkarre balanziert und auf dem Rücken einen Korb trägt; Vögel umschwirren ihn. Das Drahtseil, auf dem er balanziert, ist am Fuße eines Fahnenmastes befestigt und an der Spitze eines Kirchturms angebracht. Den steilen Drahtseilweg zur Kirchturmspitze schiebt der Mann die Karre hinauf. Die Sensation für das hochverehrungswürdige Publikum Das Plakat klärt uns über das Bild auf. Wörtlich, in verschiedenen Schriftgraden, steht auf die sem alten Plakat, in einem gewissen vornehmen Ton, geschrieben:„Circus gymnastiens und Theater. Die acrobatische Seil=, Ballettänzer= und Gymnastiker=Gesellschaft des Wilhelm Kolter, bestehend aus seinen Schwiegersöhnen und mehreren vorzüglichen Mitgliedern, hat die Ehre, am Sonntag, den 11., und Montag, den 12. November 1860: Zwei große außerordentliche Vorstellungen zu geben, wovon die erste Nachmittags ½4 Uhr auf dem Markte und die zweite Abends 7½ Uhr im Saale des Herrn Lorentz(„Fürstenhof“) in einem auf das Geschmackvollste erbauten Theater stattfindet. Bei der heutigen Abendvorstellung findet zum Schluß derselben zum allerersten Male eine große komische Pantomime, ausgeführt von sämmtlichen Mitgliedern der Gesellschaft, Statt, und kann versichert werden, daß dieselbe den Anforderungen eines geehrten Publikums entsprechen wird, betitelt: Die drei angeführten Liebhaber, oder: Die schöne Müllerin.(Folgt Personenverzeichnis.) Die übrigen acrobatischen Darstellungen, ausgeführt mit ganz neuen noch nicht gezeigten Divertissements, wobei sämmtliche Mitglieder der Gesellschaft alles aufbieten werden, um sich des schon bisher erhaltenen Beifalls würdig zu zeigen, besteht in 4 Abtheilungen. Erste Abtheilung: Tänze auf dem gespannten Seile mit Balancirstange. Madame und Herr Malmström und Madame und Herr Neiß versprechen, Alles aufzubieten, um durch neue Productionen ein geehrtes Publikum auf das Angenehmste zu unterhalten. Zweite Abtheilung: Tänze auf dem gespannten Seile ohne Balancirstange. Madame Neiß wird sich in solchen Tänzen und mannigfaltigen Darstellungen auszeichnen, wo man mit Gewißheit versichern kann, daß dieselben ohne Balancirstange von keiner Da me gezeigt wurden. Bei denselben wird Herr Neiß als Clown das Publikum auf das Angenehmste zu unterhalten suchen. Dritte Abtheilung: Tänze auf zwei nebeneinander gespannten Seilen. Schotte und Sylphide, getanzt in allen graziösen Stellungen von Herrn und Madame Neiß(Vorzügliche Leistung). Vierte Abtheilung: Außerordentliche gymnastische Uebung auf Flaschen in der Höhe von 10 Fuß auf einem Stuhle, welcher auf denselben steht; ausgeführt von Herrn Malmström. BallettTänze. Zum ersten Male:„Kosack an der Weichsel“, Pas de deur, russischer Nationaltanz, getanzt von Madame Neiß und Madame Malmström. Acrobatische Uebungen auf einem im Schwunge hängenden Drahtseile, ausgeführt von Herrn Michaelis. Alsdann zum allerersten Male: Die Vorführung der beiden komisch=dessierten Pudel„Hector“ und„Caro“, welche gewiß Verwunderung erregen werden, durch Herrn Malmström. Die Vorstellung Nachmittags auf dem Marktplatz besteht in Productionen auf dem hohen Thurmseile, in den außerordentlichen Trampolinsprüngen und der Corde=Voltige oder dem Schwungseile. Da uns ein hochverehrungswürdiges Publikum und Kunstfreunde stets bei unsern schon gegebenen Vorstellungen so zahlreich besuchten, so wird, um die heutige Vorstellung zu vervollkommnen eine Darstellung auf dem hohen Thurmseile aufgeführt, nämlich: Herr Malmström wird auf demselben den lustigen Taubenhändler aufführen. Derselbe wird mit einem Schubkarren und auf dem Rücken einen Korb tragend, in welchem sich Tauben befinden, das Seil besteigen. Beim Heruntergehen wird er zur Belustigung des Publikums den Tauben die Freiheit schenken. Diese Darstellung wird gewiß allgemein überraschen. Da aber diese Darstellungen nur im Freien gegeben werden können, und das Legegeld außerhalb des Circus der Generosität des Publicums überlassen bleibt, so bittet man, nach dem Werte der Kunst mit beizutragen. W. Kolter, Director."(Fortsetzung folgt.) Du bist so früh von uns geschieden, doch Gottes Wille ist geschehn, in des Himmels ew’gem Frieden werden wir uns wiedersehn. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, heute morgen 4 Uhr meinen lieben Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffen und Vetter Helmut Rogall im Alter von 25 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Frau Wwe. Wilhelmine Rogall Gustav Rogal Niederbonsfeld, z. Zt. im Felde u. Niederwenigern, den 7. Mai 1940. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 10. Mal, nachmittags 4½ Uhr, vom Trauerhause Niederbonsfeld, Finkentalstraße 4, aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen denen herzlichen Dank, die ihrer gedacht haben und ihr das letzte Geleit gaben. Herbede, im April 1940. Danksagung. Für die herzliche Anteilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen Verwandten und Bekannten, sowie Herrn Pfarrer Bäumer für seine trostreichen Worte am Grabe, unseren innigsten Dank. Frau Heinrich Hülsebusch Auguste, geb. Wünnenberg u. Kinder B.-Linden, Axstraße 20, im Mai 1940. Fahrtenbücher für alle Autos und Motorräder nach amtlicher Vorschrift Stück 1.00 RM. liefert die Druckerei der „Heimat am Mittag" Vorrätig in den Geschäftsstellen: Hattingen-Ruhr, Obermarkt Bochum, ABC-Strabe 13 B.-Linden, Hattinger Str. 804 Steele, Kaiser-Otto-Platz 6 Die Bühne der Stadt Bochum Intendant: Prof. De. S. Schmitt Mittwoch 8. Mai 20—22.30 Uhr Vormiete A 24 Zum ersten Male! „Am hellichten Lustspiel von Paul Heiwig Donnerstag 9. Mai 19.30—22.45 Uhr Weißer Ring 11 Ein Sommernachtstraum Gute Damenschuhe (Gr. 38—39) billig zu verkaufen, Steele, KaisarWilhelm=Straße 21, ste Schelle. wagen zu verkaufen. Hattingen, Feldstraße 2. Gebronchen zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. 2 in Hattingen. 2 Frau oder Mödchen zum Milchaustragen gesucht. Milchhandlung Wilh. Ueberhorst Hattingen, Grünstr. 36 gehilfin für sofort gesucht. Frau Borgböhmer B.=Weitmar, Waldesruh. Putzhilfe für zweimal wöcher und für die Wäsche gesucht. Hattingen, Welperstraße 14, I. Et. Saubere Frau oder Mädchen für ½ Tage oder 3 ganze Tage in der Woche gesücht. Frau Ritter, E.=Steele, Krayer Straße 12. Safari 40000 km mit Wilhelm Eggert quer durch Afrika Der neue einzigartige Filmbericht von Abenteuern im dunklen Erdteil Aus dem Inhalt: Im Auto durch die Sahara— Der Glutwind Samum— in der Hauptstadt Nigerias— Kannibalismus im Aequatorial-Afrika— Tänze als Symbole für Geisterbeschwörung und Erotik — Bei den Lippennegern— Begegnungen mit Giraffen, Staußen, Antilopen, Leoparden und Hyänen— Vier Monate unter Pygmäen— Affenjagd — Der König Missa von Mangbettu und seine 1500 Frauen, der größte Harem der Welt— Mode und Schönheitspflege im schwarzen Erdteil— Ein afrikanisches Hoftheater— Bei den wilden Massai u. a. m. Ein Tatsachenbericht von stärkster Eindringlichkeit! Zwei Jahre dauerte die mühevolle Reise Wilhelm Eggert’s und seiner Begleiter. Was er im Film einfing, ist das rätselhafte, geheimnisvolle Afrika in seiner ganzen unberührten Wildheit und Schönheit. Ein Film der Döring-Film-Werke, Berlin Nur 2 Tage! Mittwoch und Donnnerstag! Central-Theater HATTINGEN Eine Verlobungsanzeige in dieser Größe kostet nur RM. 2.50 Sie unterrichten damit viele tausende Familien! „Die Heimat am Mittag“ Gold und Silber Gen. Berlin 356 97 kauft Ludwig Mauer Bochum, Kortumstraße 61 Pflanzkartoffeln! Jn den Sorten: „Auerkannte Voran“,„Konsuragis, Iram“,„Handelssaat Parnassia“, „Hochzucht Alpha“. Herkunft Grenzmark, Pommern, Schlesien. Habe noch je einige 100 Zentner vorrätig. Heinrich Rohsiepe Kartoffel=Großverteiler Essen, Mackensenstr. 13, Fernruf 246 38 Näherinnen für Leibbinden gesucht, junge Mädchen und Frauen werden auch angelernt. Bandagenfavrik Otto Zours, Hattingen=Ruhr, Am Beul 10 I. sowie ein für den Laden gesucht. Polsterei und Dekorationen Karl Sutter, Hattingen, Heggerstraße 28. Deutliche im nu Schrift m Anzeigenmatuskript(nur ein= eitig beschreib.) ilft Fehler und Berzögerg. vermeiden. Für Beachtung ist der Verlag dankbar. WohnungsTausche 6=ZimmerWohng. in herrschaftl. 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Ist es nicht ebenso klug wie schön, den Kindern damit den Weg in die Zukunft ebnen zu helfen? Städtische Sparkasse Bochum Amtliche Bekanntmachungen Beschlagnahme von leeren Säcken Auf Grund der Anordnung J5 der Reichsstelle für Bastfasern gelten alle leeren und zukünftig anfallenden entleertell Säcke in gewerblichen Betrieben der Ernährungswirtschaft und in Betrieben, die landwirtschaftliche Erzeugnisse be= und verarbeiten oder verteilen als beschlagnahmt. Zu den obengenannten Betrieben gehören u. a.: alle Bäckereien, Konditoreien, Firmen der Brotindustrie, Mühlen, alle Firmen d. Getreide, Futtermittel=, Mehl= und Zuckerhandels, alle Firmen d. KolonialwarenGroß= und Einzelhandels, alle Firmen des KartoffelGroß und Einzelhandels, alle Firmen des Gemüse=Großund Einzelhandels, alle Genossenschaften u. Landhändler. Sämtliche vorgenannten Betriebe, die im Besitze von neuen oder gebrauchten Säcken sind, werden hiermit aufgefordert, ihren Bestand dem Wirtschaftsamt der Stadt Bochum sofort unter Angabe der Anzahl zu melden. Das Wirtschaftsamt wird alsdann die Abholung durch eine amtlich zugelassene Sammelstelle gegen Zahlung der vorgeschriebenen Preise veranlassen. Amtlich zugelassene Sammelstelle für den Stadtbezirk Bochum ist die Sack= und Planfabrik Fr. Spies in Herne. Zuwiderhandelnde gegen vorstehende Bestimmungen werden als kriegsschädliches Verhalten nach§ 1 der Kriegswirtschaftsordnung vom 4. September 1939 geahndet. Bochum, den 4. Mai 1940. Der Oberbürgermeister. Kohlenversorgung. Die Kohlenhändlerschließen ihre Kundenlisten am 9. d. M. ab. Diejenigen Volksgenossen, die bisher ihre Bestellbogen bei den Kohlenhändlern nicht abgegeben haben, können dies noch heute und morgen nachholen. Versäumnis dieser letzten Frist, hat Nachteile in der Kohlenversorgung zur Folge. Die Kohlenhändler haben die grauen Bedarfsmeldekarten mit den ausgefüllten Vordrucken der Verbraucher spätestens bis zum 10. d. M. dem Wirtschaftsamt einzureichen. Bei dieser Gelegenheit wird nochmals darauf hingewiesen, daß bergbauliche Deputatempfänger die Vordrucke nicht auszufüllen brauchen. Bochum, den 7. Mai 1940. Der Oberbürgermeister. Bekanntmachung für Lebensmittelkleinverteiler Die in der Zuteilungsperiode vom 11. März bis 7. April 1940 gesammelten und entwerteten Abschnitte Fl 1 der Reichsfleischkarte mit dem Aufdruck„125 a Kunsthonig Sonderzuteilung" müssen möglichst bald bei dem Ernährungsamt(Abrechnungsstelle) gegen Bezugscheine eingetauscht werden, da in der Zeit vom 2. bis 30 Juni 1940 alle Normalverbraucher und Kinder eine einmalige Sonderzuteilung von 125 g Kunsthonig(neben der laufenden monatlichen Zuteilung an Kinder bis zu 14 Jahren) erhalten sollen. Bochum, den 7. Mai 1940 Der Oberbürgermeister. Aus amtlichen Bekanntmachungen Viehsenchenpolizeiliche Anordnung Nachdem unter dem Rindviehbestande des Landwirts Hugo Hinderfeld in Bochum, Herner Straße 408, die Maul= u. Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden ist, wird zum Schutze gegen diese Seuche auf Grund der§§ 18 ff des Viehseuchengesetzes vom 26. 6. 1909(RGBl. S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Regierungspräsidenten in Arnsberg folgendes bestimmt: Das Sperrgebiet umfaßt das Seuchengehöft. Es wird begrenzt von der Hiltroper Straße bis zur Hiltroper Schule in Richtung Zillertalstraße, Zillertalstraße bis Stadtgrenze Herne, Stadtgrenze Herne, Stadtarenze Wanne=Eickel, Bleckstraße, Verkehrsstr., Herner Straße bis zum Ausgangspunkt Hiltroper Straße. Auf das Sperrgebiet sinden die Bestimmungen der Viehseuchenpolizeilichen Anordnung des Herrn Regierungspräsidenten in Arnsberg vom 1. 12. 1938—I Vet. 421(Amtsblatt Sonderbeil. z. Stück 50)— Anwendung. Bochum, den 6. Mai 1940.„ Der Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde. Unsere AnnahmeStellen Ladenregal 3,20X2.70X0,65 cm sowie Theke mit Glasaufsatz, gut erhalten, billig zu verkaufen. Blankenstein, Marktplatz 9. Die gediegene Deucksache liefert ein- und mehrfarbig die Druckerel der„HEIMAT AM MITTAG“. Bestellungen werden auch durch unsore Geschäftsstellen entgegengenommen. Auf Wunsch Besuch unsrerVertreter für Anzeigen und Abonnements befinden sich in: hattingen, Obermarkt, Ruf 2941 Nierenhof, P. Lappe. Bonsfelder Str. 27 herbede, Buchhandlung Schröder Sprochhövel, Fr. Muthmann. Hauptstr. 33. Ruf 4169 Hattingen Bochum, ABC=Str. 13. Ruf 63119 B.=Linden, Hattinger Str. 804. Ruf 81657 B.-Dahlhausen, Buchhdl. E. Bings. Ruf 81511 B.-Weitmar, M. Rahlenbeck, Hattinger Str. 184 B.-Stiepel, A. Berlet, Am Hang E.-Steele, Kaiser=Otto=Pl. 6, Ruf 58492 und Buchhl. H. Werner. Kais.=Wilh.=Str. 66 Ruf 58311 Essen, Rol. Kord=Ruwisch Geisbergstraße 16. Ruf 280 16 Kray-Süd, Buch= und Schreibwarenhandlg. Paul Hansbuer, Krayer Straße 112 Kray-Nord, Zigarrengeschäft Frau Gertr. Kindl Kappertstraße 1 k.-Freisenbruch, Tapeten- u. Farbwarenhandl. Clem. Leibold. Bochumer Strake 306